Jump to content
Ultraleicht Trekking

Alle Aktivitäten

Dieser Verlauf aktualisiert sich automatisch     

  1. Gestern
  2. Ich hab versucht, den 19cm Windschutz bei sdsdsada über Amazon für 6,81€ zu kaufen, aber auch nur die 15cm-Veriante bekommen. Dann habe ich Ersatz oder 50% Rückerstattung verlangt und sofort die 50% bekommen. 15cm Höhe scheint mir eh besser für das flatterige Ding und reicht für Spiritus-Kocher allemal.
  3. Sorry - habe leider nicht so richtig Zeit und werfe dir nur so Links hin, die nicht alle Kriterien berücksichtigen: https://www.trekking-lite-store.com/lightheart-gear-solong-6-ultraleicht-zelt.html
  4. Was ist denn mit dem neuen von Drop? Kommt zwar erst nächstes Jahr, aber es sieht sehr interessant aus! Oder dem Nordisch Halland 2 LW (sollte ohne Packsack ca. 1,35kg wiegen wie ich mal gelesen hatte). (Falls zu klein, dann kann man noch schräg drin schlafen). Zum Thema Kondensation.... Soweit ich das verstanden habe bildet ein Einwandzelt nicht automatisch mehr Kondensation als ein doppelwandiges. Der Unterschied ist nur, dass man nicht direkt damit in Berührung kommt - wobei man auch das Mesh gegen das AZ drücken kann... Hatte mir erst auch sorgen um die Kondensation gemacht. Musste aber feststellen, dass ich in 2 von 3 Nächten in meinem Duplex Null Kondensation hatte. Außerdem habe ich mir einen Schlafsack mit relativ wasserfester Außenhülle besorgt. Für das Duplex gibt es bei einem deutschen Outdoorgeschäft auch noch einen Liner...
  5. Mir würde noch das High Route von Sierra Designs einfallen. https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/5169-sierra-designs-high-route-tent/ Sowie das Firstzelt von Knot. https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/5387-knot-shelter/ VG. -wilbo-
  6. Ja, ich bin auch gerade wieder im Kopf vor Ort gewesen und habe in den ganzen Erlebnissen und Eindrücken geschwelgt. Ist eine geniale Tour
  7. Tag 14 - Tarvisio - Rifugio Zacchi Auch hier ist das Frühstück italienisch knapp, aber ich bin deshalb nicht schlecht drauf. Auch nicht, als der kurze Abstecher durch die wilde Slizza-Schlucht gesperrt ist. Ich schicke die Info an die Threema-Gruppe weiter und folge dem geteerten Radweg in Richtung Bahnhof. Eine große Gruppe jugendlicher Langläufer mit Sommerski rauscht an mir vorbei. Immerhin, aber hier habe ich relativ viel Schatten, und nach einer Stunde laufe ich dann zwischen den paar Häusern von Aclete durch und biege in den Wald ab, wo es noch eine Spur angenehmer ist. Es kommt eine kurze Steigung, dann geht es auf angenehmem Pfad weiter, und nach einer halben Stunde öffnet sich das Blätterdach und die Postkartenromantik ist fast überwältigend, als ich auf den ersten der Lagi di Fusine mit dem Bergmassiv dahinter blicke. Der Weg führt zwischen den beiden Seen hindurch. Kühe grasen am Ufer, und die ein oder andere watet bis zum Hals hinein, um sich abzukühlen. Das habe ich zuvor noch nie so gesehen. Die ersten Tagestouristen mit mürrischem Blick und kreischenden Kindern kreuzen meinen Weg, aber hier ist es so schön, dass mich das gar nicht stören kann. Der zweite See ist nicht minder schön. Ich kühle kurz meine Füße ab, dann laufe ich zur Jausenstation Al Sette Nani und muss grinsen als ich die Bräu im Moos Liegestühle sehe. Als Kind sind wir oft mit den Verwandten zum Bräu im Moos geradelt, einer kleinen Brauerei mit Gasthof gleich um die Ecke. Das Beweisfoto nach Hause ist natürlich Pflicht. Ich gönne mir einen kalten Eistee und einen Cappuccino, fülle die Flaschen am Brunnen auf und mache mich an den Aufstieg. Der Weg ist hier schön, mit abwechslungsreichen Tritten und durch schönen Laubwald. Es gibt zwar auch eine Straße hoch für die Versorgung der Hütte, aber man kann ja beides haben, schöne Steige und hässliche Straßen. Die Zeit vergeht wie im Flug, aber als das Plätschern des Baches neben dem Weg von vielen Stimmen übertönt wird, sind auch meine 3 Liter Wasser schon wieder fast weg. Ich biege um die Ecke, und das Rifugio Zacchi springt mir farbenfroh ins Auge. Eine Horde Kinder macht einen Tagesausflug, aber sie sind gerade im Aufbruch begriffen. Schnell leer sich der Garten bis nur noch eine Handvoll Wanderer übrig ist. Ich bin hungrig. Ein ganz neues Gefühl! Nur ein Scherz. Als ich sehe, wie groß die Schüsseln mit der Minestrone con Orzo sind habe ich gleich unheimlichen Appetit auf Gemüse-Gersten-Suppe. Die ist auch richtig, richtig lecker. Und es ist ja erst 15 Uhr als ich damit fertig bin, rationalisiere ich meine Gefräßigkeit, quasi Mittag, und phantasiere schon von einem großes Abendessen mit mehreren Gängen. Die Zimmer sind geräumig, und es gibt reichlich Steckdosen. Hinter der Hütte wohnen ein Hahn und zwei Hennen. Ich rechne erst mal nicht mit Frühstückseiern. Wir sitzen lange draußen, trinken italienischen Wein und sehen zu, wie die Sonne die imposante Flanke des Mangart langsam rötlich färbt. Hier könnte man es aushalten, denke ich, und ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Gedanken, da jucken die Füße schon wieder. Morgen kommt eine der spannendsten Etappen, die ein gutes Stück über schlecht markierten Pfad und wegloses Gelände führt und auch sonst als durchaus anspruchsvoll beschrieben ist.
  8. Tag 13 - Rif. Nordio-Deffar - Tarvisio So gut das Abendessen auf italienischen Hütten ist, so mager fällt oft das Frühstück aus, und hier ist es keine Ausnahme. Immerhin gibt es nach einer kurzen, traurigen Stille doch noch ein paar Scheiben echtes Brot und nicht nur den abgepackten Zwieback, und dann wird der Morgen noch besser und jeder bekommt einen (kleinen) Pfannkuchen. Wieder geht es ein kurzes Stück durch den Wald und dann ohne Schatten hoch zu Feistritzer Alm. Die Hitzewelle in Europa erreicht ihren Höhepunkt, und schon am Morgen ist es auf 1700m brütend heiß. Die Kuhherde am Gatter zur Alm beäugt mich kritisch. Der mittlerweile obligatorische Holllersaft wird von einem Apfelstrudel begleitet. Ein Stromaggregat lärmt und lässt die Pumpe Wasser aus der Zisterne in die Tränke pumpen, und irgendwie passt der Kontrast zu dem aus Almromantik und Sauna-Gefühl. Ich muss weiter. Nein, müssen tue ich gar nichts, aber natürlich will ich weiter, drüber über den Karnischen Hauptkamm und hinunter nach Tarvisio. Es geht ein wenig auf und ab, und nach einer kleinen Hochfläche folge ich einem schönen, weichen Pfad abwärts. Jetzt geht der Weg angenehm durch Laubwald bergab, aber auch hier muss jeder Schritt sorgsam gesetzt werden, denn es lässt sich nur schwer erahnen, was unter der dicken Schicht aus glattem Laub liegt. Fast eine Stunde laufe ich so durch den Wald dahin, immer auf einer Zunge von der es links und rechts steil hinunter geht. Zum ersten Mal öffnet sich der Blick zum Ende des Tals hin, und ganz am Ende links wartet dann auch schon Tarvisio. Mittlerweile habe ich wieder andere Wanderer kennengelernt und wir laufen manche Abschnitte zusammen. Das letzte Stück in die Schlucht führt der Weg über gleichmäßige Serpentinen hinab, die für den ersten Weltkrieg von Hand gemauert und mit Feld verfüllt wurden, was eine unvorstellbare Anstrengung ist. Die Sonne brennt wie verrückt auf uns drauf, und obwohl ich mehrere Liter Wasser mitgenommen habe und unterwegs einen Hollersaft hatte, sind meine Reserven unten an der Straße angekommen fast aufgebraucht. Wir laufen zu dritt weiter, und dann kommt eine Furt durch den Wildbach an der man gefahrlos Wasser auffüllen kann, eine Gelegenheit, die sich keiner von uns entgehen lässt. Es ist klar und kalt, und an Tagen wie diesem ist Wasser eines der kostbarsten Geschenke. Eigentlich hatte ich in meiner Planung, die Etappen ab der Hälfte der Tour etwas zusammenzufassen um es vielleicht doch in der verfügbaren Zeit bis Triest zu schaffen. Heute sind die 200 zusätzlichen Höhenmeter durch die Abkürzung, zu der ich mich von einem meiner Mitwanderer verleiten lasse, schon mehr als genug. Endlich kommt aber Tarvisio in Sicht und die Motivation steigt wieder. Wir finden Zimmer im Albergo Al Cacciatore, wieder einmal eine Unterkunft, in der die Zeit stehen geblieben ist. Enge Zimmer, Badezimmer ohne Fenster und alles irgendwie so in das Bauwerk gequetscht, dass nichts ganz gerade ist. Der Wirt ist ein wenig mürrisch, aber dann doch schnell und hilfsbereit, und mit einem tiefschwarzen Humor gesegnet. Tarvisio ist auch so eine italienische Stadt, die einen schönen Teil hat und einen, der gerade dabei ist, sich aufzulösen. Alte Luxusläden stehen seit 20 Jahren leer und werden vom Zahn der Zeit zerfressen, und die Schere zwischen arm und reich ist gleich um die Ecke der schmucken Altstadt spürbar. Es ist irgendwie gar nicht vorstellbar, dass in so einer schönen Ecke des Landes auch so viele Probleme liegen. Die anderen gehen wo anders hin zum Essen, aber ich erledige noch ein paar Einkäufe, wasche meine durchgeschwitzten Klamotten damit sie bis morgen trocken werden und esse dann viel zu viel und super gut direkt vor Ort. Die Spaghetti Frutti di Mare könnten direkt an der Küste nicht besser sein und die Garnele darauf ist riesig, dann gönne ich mir noch eine Tagliata die auf der Zunge zergeht, einen Salat als Nachspeise nur der Vitamine wegen, Ehrenwort, und dann bin ich - habe ich eigentlich meinen Hiker Hunger schon erwähnt - endlich satt bis zum Rand und glücklich. Ich scherze mit der Wandergruppe aus der Pfalz herum, die auch hier übernachtet, wobei sich die Unterhaltung ganz tiefgründig um Rot- oder Weißwein und pur oder als "Scholle" dreht, wir werden kurz ermahnt leise zu sein, da oben die Bambini endlich schlafen sollen, und kurz nach 10 krieche ich dann selbst ins Bett und falle in einen komatösen Schlaf.
  9. Hallo allerseits, Ich suche die Softshell Handschuhe der Marke North Face mit dem Namen Closefit Tricot für Herren. Ich würde die Handschuhe im Tausch gegen das gleiche Modell aber in M anbieten, da sie mir leider etwas zu groß sind. S würde perfekt passen denke ich. Gruß Tobias https://www.thenorthface.de/shop/de/tnf-de/herren-gore-tex-closefit-tricot-handschuhe-3kpb
  10. Hach, Ich bin ja zwei Wochen nach Dir gestartet und durch Deinen Bericht werden meine Erinnerungen lebendig. Ich freue mich auf weiteres
  11. Vielen Dank für eure Antworten. @momper Leider sind die meisten der vorgestellten Zelte Einwand-Zelte, oder liegen außerhalb der Gewichtsgrenze, dennoch danke ich dir für deine Mitteilung. Hat sonst noch jemand eine Idee? Wichtig ist vor Allem: 1) Gewicht (insgesamt mit Unterboden 1.5 KG) 2) Geräumigkeit nach oben (ähnlicher Schnitt wie MSR Hubba NX, Kuppelzelt, min. 100cm) 3) Wetterbeständigkeit, worunter ich auch minimales Kondenswasser verstehe, weshalb Einwand-Zelte leider raus sind.
  12. Tag 12 - Hermagor - Rifugio Nordio-Deffar Nach einem reichlichen Frühstück mit Cappuccino geht es zuerst eine Stunde angenehm am Ufer der Gail entlang, wo die Kühle vom Fluß die Hitze noch etwas im Zaum hält, dann wird der Weg aber wieder wie gestern. Auf Forststraßen geht es fast schattenlos durch liegende Bäume hoch, fast zwei Stunden lang, und erst das letzte Stück führt dann über Almwiesen zur Dellacher Alm hinauf. Auf der Dellacher Alm treffen sich eine ganze Reihe von Wegen, ein Stromaggregat brummt und versorgt die Pumpe, die Regenwasser aus der Zisterne in die Tröge für die Kühe pumpt. Es gibt einige alte Almhäuschen, die jetzt Ferienquartiere sind, und ein paar Almbauern aus der Umgebung schauen auf ein Bier vorbei. Ich mache auch eine kleine Rast und gönne mir einen "Hollersaft", wie man Wasser mit Holunderblütensirup in Kärnten üblicherweise nennt. Selbst gemacht, versteht sich, wie fast überall hier, kühl und lecker. Dazu eine Gulaschsuppe, die reichlich und richtig gut ist. Zu lange kann ich leider nicht hier sitzen bleiben. Der Weg führt über eine Steile Wiese und dann wieder in den "Wald", aber was von der Alm aus noch dicht und schattig ausgesehen hat, ist nicht anders als der bisherige Aufstieg. Noch einmal geht es 500 Höhenmeter fast ohne Schatten hinauf, und hier liegt noch mehr Totholz herum und erschwert das Vorwärtskommen. Teilweise ist es schwierig, den richtig Weg durch das Wirrwarr zu finden, denn kaum ein markierter Baum steht noch. Dazwischen sind Lichtungen mit Setzlingen aus dem Vorjahr, aber das trockene Frühjahr hat den jungen Bäumen so zugesetzt, dass kaum einer diesen Sommer überstehen wird. Hier wird die Klimaveränderung mehr als deutlich. Die labilen Monokulturen, die in minimal kühleren Zeiten noch funktioniert haben, kollabieren jetzt, und wir sind haarscharf vor einem Point of No Return. Der Boden verliert den Halt, die Hitze vernichtet neuen Bewuchs, und es gibt immer weniger Wasser, was den Prozess immer mehr beschleunigt. Ich bin ein wenig schwermütig, was auch die schöne Hochebene des Starhands mit seinen Pferden und dem satten Grün nicht ganz vertreiben kann, als ich die Dolinza-Alm erreiche, die der Wanderführer empfohlen hat. Die Hüttenwirtin ist aber den ersten Tag hier oben, denn der Schnee ist lange gelegen und die Wege mussten intensiv repariert werden, so ist sie bei weitem noch nicht bereit für Gäste. Ich folge daher ihrer Wegbeschreibung für einen Abkürzer und komme 5 Minuten später am Rifugio Nordio-Deffar an, jetzt schon in Italien. Die Hütte wurde komplett renoviert und ist richtig schön. Die Zimmer haben praktische Fächer mit Stauraum, und es gibt warme Duschen und vorzügliches italienisches Essen. Ich genieße meine Penne und ein Glas Rotwein und bin vorerst wieder mit meiner Umwelt im Einklang.
  13. Tag 11 - Greifenburg - Hermagor Es ist ein wenig schade, dass ich nicht mehr Zeit habe, um das Frühstück zu genießen. Die Pension "Gasthof Post" hat zwar keinen Restaurantbetrieb, aber alle möglichen Annehmlichkeiten wie einen Aufenthaltsraum, eine Tischtennisplatte und Leihfahrräder. Vor dem Frühstück sammle ich schon mal 3 Kilometer und laufe zur Baywa. Das Lagerhaus hat eine Tankstelle, und die Tankstelle hat Zigaretten, und auch wenn ich auf Bergtouren viel weniger oft sündige, so ganz kann ich es doch nicht lassen. Punkt Acht bin ich dann im Frühstücksraum und fast alleine dort. Die allermeisten werden wohl erst in einer Stunde aufstehen, während ich seit Fünf die Zeit totschlagen muss. Wenn die Meute frühstückt will ich schon die ersten 4 oder 5 Kilometer heruntergespult haben. Erst geht es noch flach nach Bruggen. Als ich losgehe hat es schon 24°C, und die Temperatur steigt rasant. Zum Glück geht es nach einer knappen Stunde in den Wald. Der Pfad führt steil hoch, und es liegt sehr viel Astwerk herum, was mich etwas bremst. Riesige Stapel mit frisch gefälltem Holz säumen die Wege alle hundert Meter, und es ist an den tiefen Schneisen im Wald zu sehen, wie sehr Wind, Wasser und Schnee hier die letzten 12 Monate gewütet haben. Etwas später als erhofft, aber doch deutlich schneller als im Buch prognostiziert, erreiche ich Pfarreneben, den höchsten Punkt des heutigen Tages. Überall sieht man hier sog. Heuharfen stehen, manchmal nur große Sprossenwände mit einem schmalen Dach, manchmal auch in Stadelform gebaut um sie auch als Lager für andere Dinge zu benutzen. Ich schwitze, und ich bin verdammt hungrig. Der "Hiker Hunger" fängt langsam an, sich bemerkbar zu machen. Schon seit einer Stunde träume ich von Leberkäse mit Spiegelei. Vermutlich habe ich ein kleines Eiweiß-Defizit und muss stärker darauf achten, meinen Muskeln Baumaterial zu geben. Dann ist es wie Magie. Ich beige vom Weg ab, laufe in den Ort hinein und stehe gleich darauf vor einem schönen Gasthof mit Tischen im Schatten, und auf der Tafel neben der Tür steht "Heute im Angebot: Leberkäse mit Spiegelei". Es gibt manchmal Fügungen. So eine lange Wanderung hat immer wieder welche parat, von hilfsbereiten Autofahrerinnen im Unwetter über perfekt platzierte Quellen mit Wasser für den Kaffee bis hin zu, ja, so banal es klingt, Leberkäse und Spiegelei genau im richtigen Moment. Deshalb ist so eine Wanderung immer auch etwas spirituelles, auch ohne die grandiosen Gänsehaut-Ausblicke und Grenzerfahrungen. Oft sind es diese Fügungen, die Balsam für die Seele sind und mich wieder viel mehr in die Welt um mich herum vertrauen lassen. Der Drang, meinen Tag und mein Dasein zu kontrollieren, der sich durch die Arbeit schleichend immer mehr verfestigt, wird nach einer Woche auf Tour erschüttert, denn die Natur und meine eigenen Fähigkeiten setzen einfach Grenzen. Dann kommen diese kurzen Momente, die dem Bauch sagen, schau her, auch ohne Kontrolle wird alles gut, und fühle mich gleich ein ganzes Stück leichter. Um die Leichtigkeit nicht überhand nehmen zu lassen, beschwere ich meinen Körper natürlich mit der erträumten Portion an Vitamin L und S. Und dann noch einer Nachspeise. Jetzt geht es praktisch nur noch bergab, und das Thermometer hat längst die 30°-Marke übersprungen. Vom Wald am Wegesrand ist kaum etwas übrig, und ich kämpfe mich durch die über die abgestorbenen Fichtennadeln wabernde Hitze und klettere über Baumstämme und Äste. Als ich in Hermagor ankomme, bin ich ganz schön geschafft, und als Belohnung gönne ich mir ein Zimmer im Hotel Kaiser von Österreich. Nach einer langen Dusche setze ich mich in den schattigen Innenhof und plausche mit der Wirtin lange über meine Wanderungen und die Berge rund herum. Das Zimmer hat zwar keinen Balkon, aber es ist richtig modern und gut durchdacht. Schön, dass die Besitzer trotzdem so bodenständig geblieben sind.
  14. Tag 10 - Feldner Hütte - Greifenburg Wir starten mit etwas Verzögerung - die Gründe dafür kann keiner benennen, denn wach waren wir schon beim Sonnenaufgang - und Bruno kommt uns noch mal nachgelaufen und schickt uns auf den schöneren der beiden Wege Richtung Lackentörl. Heute steht wieder eine dieser "Knieschnackler"-Etappen an, mit 2000m im Abstieg. Die Landschaft ist super schön, sie hat etwas wildes ohne dabei gleich so einschüchternd zu sein wie der Hauptkamm. Immer ist auch diese satte Grün wie in den Highlands präsent, und ab und an wartet auch ein kleines Schneefeld geduldig auf uns. Am Lackentörl auf fast 2400m machen wir eine kurze Pause. Wie Wattebauschen wandern die Wolken über unsere Köpfe, und der Blick schweift weit. Das sind Momente für den Kopf, die man in Bildern gar nicht festhalten kann, auch wenn man es immer und immer wieder versucht. Wir versuchen mit mehr oder weniger Erfolg, die Gebirgsgruppen am Horizont zu identifizieren, nur um einen Grund zu haben, länger hier zu stehen. Dann geht es weiter zum Zweiseentörl, schön felsig und bei bestem Bergwetter. Vor dem See ist ein kleiner Hügel, der sich perfekt für eine weitere Rast anbietet, und wir nehmen die Einladung nur zu gerne an. Von hier aus kann man gut die Gailtaler Alpen sehen, die morgen darauf warten, über- bzw. durchquert zu werden, dahinter den Karnischen Hauptkamm und sobald es etwas aufklart auch die Julischen Alpen. Jetzt treffen wir auch zum ersten mal, seit wir einen Fuß in die Kreuzeckgruppe gesetzt haben, eine Hand voll andere Wanderer. Die meisten, die den See besuchen, kommen aber "nur" die 600 Höhenmeter von der Emberger Alm herauf und gehen dann wieder dorthin hinunter. Jetzt geht es über Gras und später Schotterwege weiter hinab, und so langsam nimmt die Hitzewelle die Luft um uns in Beschlag. Die Wolken verziehen sich, und wir sind heilfroh, bald auf der Alm - eine kleine Ansammlung an Hotels im Alm-Stil und auf geteerter Straße zu erreichen - eine "richtige" Pause machen zu können. M. und E. beschließen, es ab hier langsamer angehen zu lassen, und so trennen sich hier unsere Wege. Der restliche Abstieg ist noch fast 1200 hm und ein großer Teil davon über Teer. Ich motiviere mich mit einem Kaffee und einem Radler und mache mich dann an den restlichen Weg nach Greifenburg. Habe ich schon erwähnt, dass es jetzt heiß wird? Ich schwitze, und die Sonne brennt auf der Haut. Etwas monoton lasse ich die Beine laufen, und nach zwei intensiven Stunden komme ich durchgekocht am Ziel an. Eine Unterkunft in einer Pension ist schnell gefunden, und dann gibt es eine lange, kühle Dusche. Heute waren es auch nur 16 km, aber es fühlt sich nach deutlich mehr an. Die Wetter-App auf dem Telefon sagt, dass es morgen noch ein paar Grad wärmer werden soll, und die nächste Etappe geht nur auf nicht einmal ganz 1200m hinauf.
  15. Tag 9 - Stall - Feldner Hütte Die Etappe heute ist relativ kurz, aber M. traut seinem Knie noch nicht so ganz und ist deshalb gar nicht böse. Wir fahren ohne Hektik und nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück mit dem Postwirt-Wirt eine lange Teerstraße hinauf bis fast an den Wasserspeicher. Nur kurz haben wir noch Forststraße unter den Füßen, dann geht es auf einen angenehmen Pfad an den ziemlich romantisch auf einer Hochebene gelegenen Hütten der Hochalm mit vielen Schafen vorbei, über ein paar Brücken und den Wöllabach entlang. Da es die letzten zwei Tage etwas geregnet hat ist es ganz angenehm zu gehen, kein Vergleich zur Saunawanderung nach Rauris bei über 30°. Das denke ich so und weiß noch nicht, dass die richtige Hitze erst noch kommt.. aber das ist später. Jetzt ist alles sattgrün und wunderschön anzuschaun. Unterwegs begegnet uns eine Bäuerin, die gerade ein Mutterschaf mit Kitz, die ausgebüxt waren, wieder nach oben gebracht hat, und sie erinnert uns mehr als einmal daran, die Tore wieder zu schließen. Natürlich machen wir das. Ich wäre noch nie auf die Idee gekommen, ein Gatter oder Zaunseil offen zu lassen, und muss mich immer wundern, wie oft das doch passiert. Auch auf dieser Tour bin ich schon mehrfach an offenstehende Tore gekommen und habe sie hinter mir zugemacht. Was wir jetzt merken ist, dass zum einen etwas südlicher des Hauptkamms deutlich weniger Schnee liegt. Es ist schon im Frühjahr viel weniger weiße Pracht heruntergekommen, und jeder warme Tag tut sein übriges dazu, den Winter zu verdrängen. Kurz wird es steil und wir steigen felsig zum Glenktörl auf 2457 Meter hoch. Bis zum Kreuzeckgipfel wäre es nur ein Katzensprung, aber M. kämpft etwas mit den hohen, ausgesetzten Tritten weil er seinem Knie immer noch nicht so viel zutraut, und so bleibe ich lieber bei der Truppe und gehe ganz gemütlich voraus. Die Feldner Hütte liegt schön an einem sanft abfallenden Rücken an einem kleinen See. Wir verbringen einige Minuten damit, die Aussicht zu genießen. Die Wolken werden weniger und immer mehr Blau schimmert hindurch. Rund um den See wachsen alle möglichen Blumen und es ist klar, dass sie noch nicht lange unter dem Schnee freigelegt sind. So gibt es noch keine welken Blätter, und ich schieße viele Makro-Fotos. Die Feldner Hütte ist irgendwie urig, klein und gemütlich. Der Hüttenwirt Bruno ist ein waschechter Berliner, schon seit 30 Jahren hier oben und hat noch immer kein Bisschen seines Dialekts abgelegt. Wir hatten zwar versucht, zu reservieren, aber keine Bestätigung bekommen - Mobilfunk ist hier nicht, und Bruno liest nur einmal morgens seine SMS über das Satellitentelefon. Problem ist es eh keins, denn der lange Winter hat viele vom Wandern abgeschreckt und so sind wir unter den ersten Gästen dieses Jahr. Wir checken ein, trinken Kaffee und Bier und ratschen mit Bruno über dies und das. Zum Abendessen wäre er sehr verbunden, wenn wir uns auf ein Menü einigen könnten, und so bestellen wir uns alle Kärntner Nudeln, das sind im Schmalz gebratene gefüllte Teigtaschen mit Sauerkraut. Die sind dann ganz frisch zubereitet, gut und nahrhaft, was bei so einer kleinen Hütte ohne Straße und Seilbahn nicht so selbstverständlich ist. Dann zieht es uns natürlich wieder nach draußen, wo es immer sommerlicher wird. Ich genieße die Ruhe und Abgeschiedenheit, und vor allem das Panorama.
  16. Ach geil... ich dachte am Kollund "Ich will den E6 von Krusau nach Stockholm laufen" - der einstieg an der Flensburger Förde sah so schön aus... Ohne Bivy oder ohne Bug Bivy? Letzteres habe ich "nur" 4,5,6 mal wirklich schmerzlich vermisst, den rest der zeit gings super gut. bivy war weniger mein thema. mehr temperatur puffer. 350 quilt oder "fette" daunen jacke mit kapuze... das habe ich vermisst. viele nächte. Mach ma den pct fertig (du bist grad aus noCal raus, right? voll gut!) happy trails noch und cheering gibts von mir auf insta #ifidonthikeicheer
  17. Danke für den Link, das Fly ist zusammen mit dem Supai Olo ja das Einzige, das man momentan unter 500g kaufen kann. "Erwachsene" 4 oder 5-teilige Karbonpaddel wiegen ja alle mindestens um die 800g. Morgen bin ich mal ganz ultraleicht mit dem Olo unterwegs.
  18. Das habe ich jetzt schon öfter gehört. Der Plan ist deshalb, wenn es irgendwie geht und das Wetter mitspielt gegen Ende der Saison noch ein verlängertes Wochenende einzulegen und den Abschnitt so wie eigentlich geplant zu machen. Das kurze Stück über die Scharte zur Feldner hinunter hat schon Lust auf mehr gemacht.
  19. zweirad

    Neoair Pumpsack

    Habe heute aus langeweile (Start meiner geplanten Tour musste ich wegen Gewitter verschieben) etwas rumgebastelt. Herausgekommen ist mein 35 l Abfall-Pumpsack. Das Ventil habe ich aus dem Flaschenhals einer PET Flasche gemacht. In diese habe ich als Dichtung einen dünnen Streifen EVA aus Resten geklebt. Das ganze dann in einer Ecke eines 35 l Abfallsack geklebt. Funktioniert, benötigt ca. 10 Füllungen (habe nicht nachgezählt) um meine Uberleite in Large zu füllen. Das Original könnte ich noch als Sitzsack nutzen. Wasserdicht ist meiner aber auch, da ich das Loch mit dem Deckel verschliessen kann. Ach ja. Gewicht: 48 Gramm/ Kosten: Was kostet ein gebührenfreier Abfallsack? Wiegt jetzt nicht wirklich viel weniger als das Original und ob ich ihn dann wirklich oft mitnehmen werde, wird sich zeigen. So richtig gestört hat mich das "mit dem Mund aufpusten" noch nie, aber es gehört auch nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen am Lagerplatz. Desweiteren habe ich meine XLite jahrelang mit dem Mund aufgepustet und könnte nichts negatives berichten. Hatte halt einfach Lust etwas zu basteln
  20. Vielleicht eine interessante Lektüre in dem Zusammenhang: https://ultralightandcomfortable.com/2019/08/18/solo-tents-for-tall-hikers/
  21. So schön! Will nächstes Jahr den E6 von Stockholm bis Passau laufen. Werde mich da Ausrüstungstechnisch auf jeden Fall an Dir orientieren. Nur das Poncho-Tarp ohne Bivy ist schon heftig. Mal schaun. Auf jeden Fall eine super schöne Tour. Will auch!
  22. Ich war letztes Jahr mit einem trailstar und einem bug bivy unterwegs und war damit sehr zufrieden. Zu Mücken und Co muss man dann halt eine entspanntere Einstellung finden. Früher kamen die Leute ja auch irgendwie klar.
  23. Liebe Leserinnen und Leser, ich bin ganz neu hier und hoffe, dass mein Thread in diesem Bereich den richtigen Platz gefunden hat. Was möchte ich unternehmen? Ich möchte im Sommer nächsten Jahres (Juni – August) mehrere Wochen in Skandinavien wandern. Ich möchte mir Ausrüstungstechnisch die Möglichkeit offenhalten, auch den Norden Skandinaviens bereisen zu können (Kungsleden oder Ähnliches). Außerdem möchte ich das Zelt im deutschen Raum, bei wärmeren als auch kälteren Temperaturen, nutzen können. Prioritätsliste 1) Gewicht (so gering wie möglich, max. 1500gramm inkl. Bodenplane etc.) 2) Größe – Ich bin 1.90m groß und benötige dementsprechend ein hohes Innenzelt (min. 100cm) 3) Das Zelt sollte auch bei Regen trocken aufgestellt werden können. Optimal wäre es, wenn Innenzelt und Außenzelt ebenfalls einzeln genutzt werden können (vor allem für warme Temperaturen im Sommer). 4) Seitlicher Einstieg und langanhaltende Höhe im Zelt, da meine Füße das Innenzelt bei vielen Modellen berühren würden. 5) Wetterbeständigkeit, da mit viel Regen und Wind gerechnet werden muss. 6) Preis bis ca. 400 Euro. Kompromisse 1) Das Zelt darf mit zwei Wanderstöcken aufgebaut werden. 2) Da ich genug Zeit habe, um auf das Zelt zu warten, darf das Zelt auch aus dem Internationalen Bereich kommen, sofern es Verfügbar ist und ich es für mein Beuget nach Deutschland frachten lassen kann (Tarptents, Zpacks oder Ähnliche Unternehmen). Einwand Zelte kommen für mich, wegen des starken Kondenswassers, nicht in Frage. Ein Zelt zur Orientierung meiner Vorstellungen Das „MSR Hubba NX 1 Personen Zelt“ ist das Zelt, welches meinen Anforderungen am dichtesten kommt. Der einzige Nachteil, welchen ich nicht eingehen möchte, ist die (für mich) niedrige Höhe des Innenzelts (0.91m). Von der Symmetrie (nahezu vertikaler Schnitt am Fuß und Kopfbereich), spricht mich das Zelt sehr an, vor allem der seitliche Einstieg. Auch wenn ein Tunnelzelt wahrscheinlich die stabilere Variante für den Norden Skandinaviens darstellt, möchte ich nicht auf die sich langanhaltende Höhe im Innenzelt verzichten, welche die Symmetrie des Hubba NX und andere Kuppelzelte bieten. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit, vielleicht hast du ja eine Idee, welches Zelt zu mir passen könnte. Über Antworten und Verbesserungsvorschläge, würde ich mich sehr freuen.
  24. @AnnK Ich hatte die Evazote-Matte ausgewählt, da sie die dickste Matte war. Ich brauchte am Anfang den Komfort einer dickeren Matte. Mittlerweile nicht mehr, da ich nun komplett auf Rückenschläfer umtrainiert habe und nun auch noch härter liegen kann und schlafen. Es gab da also am Anfang für mich einen Prozess der Gewöhnung. Aus diesem Gesichtspunkt habe ich die Matte gewählt. Zweitrangig war für mich die Temperatur, da ich mit der Matte noch nicht im Winter draußen war. Ich denke mal das man auch gut mit einer 1 cm Matte klar kommt. Ich persönlich finde das Eva 50 besser als die Eva 30 Matten vom Material her, da sie lange halten. Ich hatte auch schon Zlite-Matten verwendet, die aber nach ein paar Wochen Dauergebrauch dann von ihrer Mattendicke auf Grund der Eierkartonstruktur sich platt liegen. Da hilft also nur persönliches ausprobieren was Liegekomfort und Temperatur betrifft. Man kann aber schon sagen, dass eine 1 cm EvaMatte für das Frühjahr ab Mai bis Anfang Oktober ausreichend ist. Im Winter dann dickere Matten oder 2 Eva-Matten kombiniert.
  25. Krasse Sache und herzlichen Glückwunsch!
  1. Ältere Aktivitäten anzeigen
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.