Jump to content
Ultraleicht Trekking

Rangliste


Beliebte Inhalte

Showing content with the highest reputation since 23.07.2019 in allen Bereichen

  1. 23 points
    questor

    Impressionen von Touren

    Der Elsterperlenweg, eine Empfehlung von @Ronsn und vergangene Woche von @DasBaum und mir bei drückender Hitze begangen. Ein Glück genug Waldanteil für erträglichere Temperaturen und die kühle weiße Elster ist auch nie weit. Ganze zwei andere Wanderer getroffen, u.a.in der Elster abgekühlt, zahlreiche Zecken früh genug abgesammelt, tolle Sonnen auf- und Untergänge gesehen und wieder eine und bisher eher unbekannte Gegend erfahren. Dazu nette Dörfchen und Städtchen und super kommunikative, freundliche Einheimische, denen wir auf unserer Route begegnet sind. https://www.elsterperlenweg.de/ 72km Rundweg entlang der weißen Elster zwischen Greiz... und Wünschendorf, entlang einiger anderer kleinerer Orte für ein bisschen Historie und Einblicke in's örtliche Leben. tolle Aussichten... super Wegführung, viel Single Trail und Gratpassagen, abwechslungsreiche Landschaft und angenehme, leichte Steigungen - und natürlich äußerst scenic hangs! Auch sehr anfängergeeignet, gut erreichbar, easy noncook, da Supermärkte und Einkehroptionen und Gasthäuser im den Orten. Durch die Wegführung entlang der Elster auch beliebig als kleine Runde verkürzbar. Nur dass kulinarische Angebot war in den kleineren Dörfern auf dem Weg etwas dünn, first world problems... Eine klare Empfehlung für 2 bis max.3 Tage OT: Ja, die mieserablen Handyschnappschüsse sind tatsächlich meine
  2. 22 points
    wilbo

    Impressionen von Touren

    Kleine Familien Tour auf der Elbe. VG. -wilbo-
  3. 22 points
    Omorotschka

    Impressionen von Touren

    Viele Grüße vom Cape Wrath Trail nahe Sandwood beach
  4. 22 points
    wilbo

    Trapezo-mid Tarp

    Der Gedanke zwei solo Tarps zu einem geschlossenen shelter zu kombinieren, hat mich nicht losgelassen. Es ist einfach zu nett sich zusammenzustellen können und bei Bedarf eine gemeinsame, regenrsichere Überdachung zu haben. In der Mitte ist reichlich Platz zum Kochen und für Gepäck. Die Tarps sind von der Größe her auf die 3F inner abgestimmt, sodass man sich je nach Jahreszeit das passende aussuchen kann. Hier mit vierTrekkingstöcken aufgebaut. Die Tarps können beidseitig offen oder geschlossen abgespannt werden. Den Saum am zweiten Eingang könnte man bis zum Boden herunterziehen. Die Eingänge kann man sowohl von innen als auch von außen über eine Abspannschnur öffnen und schließen. Die Grundfläche beträgt 290 x 290 cm, bei 160 cm Höhe. Als Solo-shelter seht es mit 130 cm Stocklänge. Auf 20 cm Höhe hat das Tarp 220 cm effektive Liegelänge. Die Überdachung ist so reichlich gewählt, dass selbst bei drehenden Winden der Bereich hinter dem Stock trocken bleibt. Die beiden Ecken des beaks sind geschützte Lagermöglichkeiten für den Rucki oder fürs Equipment. Ein Tarp wiegt ca. 420 g und ein 3F inner 350 g. Als Trekkigstocklänge braucht es min. 135 cm aber die Stangentasche ist so rustikal gebaut, dass man sich auch ein Stöckchen schnitzen kann. VG. -wilbo-
  5. 21 points
    doman

    Portemonnaie aus DCF geklebt

    Vom Projekt des Rucksacks für meine Wintertour hatte ich noch ein etwa Din A 3 großes Stück DCF übrig und habe mir daraus kürzlich ein Portemonnaie geklebt, das ich hier vorstellen will. Normalerweise nutze ich ein Lederportemonnaie, das ich bisher auch auf meine Touren mitgenommen habe. Weil ich daran gewöhnt bin und es mir von der Form und Aufteilung her gut gefällt, habe ich mich auch bei der DCF-Neuerung daran orientiert. Worauf es mir ankam war, dass ich 4 Karten unterbringen kann (Ausweis, Geld, Krankenversicherung und BahnCard) und dass es ein separates Kleingeldfach sowie die Möglichkeit, Scheine und Papiere zu verstauen gibt. Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden. Praktischerweise sehe ich jetzt immer gleich von außen, ob die Kasse noch was hergibt. Aber das Beste daran ist das Gewicht. Das leere Lederportemonnaie war eigentlich gar nicht so schwer: Aber die DCF-Börse bringt gerade einmal 10 % davon auf die Waage: 90% Gewichtsersparnis! Ich wünschte mir, dass dieses Optimierungspotential für meine gesamte Ausrüstung bestünde...
  6. 21 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Der Peaks of the Balkans Trail ist ein Rundweg durch Albanien, Kosovo und Montenegro. Ungefähr 185 km lang erstreckt er sich über 11500 HM. Der Trail wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit lokalen Nichtregierungsorganisationen und dem Deutschen Alpenverein entwickelt und 2011 mehr oder weniger markiert. Ziel ist es u.a, die wirtschaftliche Situation der Grenzregionen zu unterstützen und zur Versöhnung der Bevölkerungsgruppen beizutragen. Man wandert auf bis zu 2200 Metern Höhe im wilden, schroffen Prokleitje-Gebirge, auch als die “verfluchten Berge” bezeichnet. Der Weg ist in 10 Etappen mit unterschiedlichem Charakter aufgeteilt. Es können natürlich auch Varianten eingebaut werden oder die “Peaks” bestiegen werden. Auch sind Abkürzungen auf beispielsweise 1 Woche möglich. Der Einstieg erfolgt wahlweise in Albanien, Montenegro oder dem Kosovo und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Eine Freundin ist den Trail schon vor vielen Jahren gegangen und war sehr begeistert. So stand er lange auf meiner Liste, damals war er aber noch recht schlecht markiert, bzw. die Orientierung nicht ganz einfach… Die Markierung wurde mittlerweile verbessert (wobei es immer noch zu Verwirrungen kommen kann und es im Kosovo etwas schlechter aussieht, wie man mir sagte). Dieses Jahr war er also dran. Es gibt meines Wissens 3 Guidebooks. Das erste erschien im Conrad-Stein Verlag,, dann gibt es mittlerweile eines von Rother mit GPS-Track (+ Varianten und Tagestouren) und einen englischsprachigen von Cicerone (auch als e-Book). Mein Plan war, eine Woche mit einer Freundin unterwegs zu sein und knapp eine Woche alleine. Wir sind in Theth (Albanien) gestartet, haben den Kosovo ausgelassen, damit meine Freundin nach knapp einer Woche in Plav (Montenegro) aussteigen und gut wieder zum Flughafen kommen konnte. Ich hatte dann noch ein paar Tage Zeit für die letzten beiden Etappen zurück nach Theth, Varianten oder Tagestouren. In den Etappenzielen, kleinen Dörfern, Almen kann man in Guesthouses und Home Stays übernachten und bekommt dadurch einen netten Konakt zu den Leuten und einen Einblick, wie sie so leben. Sie bieten Abendessen und Lunchpakete an (durchschnittlich kann man für den Schlafplatz und Essen so ca. 25 Euro pro Nase einplanen, in Theth oder den Städtchen abseits des Trails evtl. etwas mehr). Häufig kann man auch auf der Wiese hinterm Haus zelten. Einkaufsmöglichkeiten gibt es eigentlich nur in Plav (MNE) und Gusinje (MNE), in Theth (AL) gibt es nur einen kleinen Mini-Markt, allerdings hab ich da kein Brot und Käse gesehen. In Vusanje (MNE) gibt es noch einen Kiosk, den habe ich allerdings nicht begutachtet. Auf manchen Etappen gibt es von Einheimischen betriebene kleine Waldbars, wer unterwegs zelten will, kann wohl auch bei den Hirten Käse o.ä. kaufen. Verständigen kann man sich in den Gästehäusern auf englisch, wenn irgendwo kein englisch gesprochen wird, werden die Kinder hinzugezogen. Im Kosovo gibt es wohl auch immer mal wieder Leute, die auch deutsch sprechen. So genug der praktischen Dinge. Nach und nach will ich von dieser Tour berichten und ein paar Bilder zeigen. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich würde gerne nochmal hin fahren und den Kosovo nachholen. Bis auf die trubelige Etappe (Theth - Valbona) war nicht viel los in den Bergen, ich habe tolle Bergpanoramen, die schönsten, unberührtesten Bergwiesen gesehen, bin sehr netten Menschen begegnet und sehr zufrieden wirkende, frei in der Gegend rumlaufende Tiere der Einheimischen (Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, Hühner…). -- alle Bilder meiner Beiträge in diesem Faden sind von mir --
  7. 21 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    done it! 2 paar schuhe 2 paar socken 8 zecken 12 ibu‘s ca. 6kilo partyknabberboxen ca. 80 wraps 89 tage ~2600km E1 und E5 flensburg - konstanz - verona ausführliches nachdem das erstmal verdaut ist und ich urlaub vom urlaub gemacht habe aber so viel: ich bin glücklich. überwältigt im wahrsten sinne des wortes. ich bin gesund. alles ist gut grüsse aus dem sonnigen verona
  8. 21 points
    zeank

    PCT 2019

    Halb so wild. Ich fühle mich wieder prima. Und dass der Appetit zurück ist, ist wunderbar. Ich habe es durch die Wüste geschafft. 700 Meilen. Die Wüste war unglaublich. Trotz der Winterstürme. Der Artenreichtum, die Vielfalt, der klare Sternenhimmel ... man kann das nicht in Worte fassen. Ich habe mehrmals geweint vor Freude. Ich habe es über die High Sierra geschafft. Trotz allem. Berge mit über 4500m. Ich habe auf über 3500m unter freiem Himmel geschlafen. Ich habe so viel Unterstützung und Freundschaft erfahren, dass ich wiederum oft geweint habe. Vor Freude! Ich lebe seit über zwei Monaten in der Wildnis. Eine Landschaft wie es sie so in Europa nicht (mehr) gibt. Wir haben Forellen gefangen und Frühlingszwiebeln gesammelt und sie am Rande eines tosenden Gebirgsbach, dem Kings River, über dem Lagerfeuer zubereitet. Ich habe unzählige neue Freundschaften geschlossen und hunderte Leute kennengelernt. Das was hier auf und rund um den Trail passiert, stellt alles in den Schatten, was ich bislang gemacht habe in meinem Leben.
  9. 18 points
    berghutze

    GR 11 - Erfahrungen und Lessons Learned

    Ich bin frisch zurück vom GR 11 und dachte, ich nutze die Gelegenheit, ein paar Dinge aufzuschreiben, die vielleicht für zukünftige Wanderer hilfreich sein könnten bzw. die ich mich vorher gefragt habe. Einen kompletten Reisebericht spare ich mir, davon findet man im Internet genug. Ich bin am 21.06. losgelaufen und sehr viel schneller durchgekommen, als gedacht. Effektiv bin ich 30 Tage gelaufen, habe 1 (freiwilligen) Pausentag eingelegt und bin 3 Tage ausgefallen, da ich irgendwo wohl schlechtes Wasser getrunken habe (frage mich immer noch wo, habe aber keinen konkreten Verdacht). Auf die ganze Strecke gesehen fand ich den GR 11 nicht besonders anspruchsvoll zu laufen. Nach einigen Berichten, die ich hier und sonst wo im Internet gelesen hatte, habe ich schon Bedenken bekommen, ob der GR 11 wohl das Richtige für mich ist. Wenn man eher vom Bergwandern als vom Flachland- und Streckewandern kommt sollte der GR 11 aber kein Problem sein. Es gibt kaum Stellen, an denen man mal die Hände braucht. Und so richtig hässliche Ab- oder Aufstiege sind auch selten (den Port de Baiau hoch ging es aber z.B. ordentlich durch Geröll). Vielleicht muss ich das Ganze aber insofern relativieren, als ich eigentlich immer ziemlich gute Bedingungen hatte und fast nie im Regen oder Nebel irgendwo hoch oder runter musste. Steigeisen/Microspikes: Als ich losgelaufen bin, lag am Collado de Tebarrai noch ordentlich Schnee und auch als ich dort angekommen bin, waren die letzten ~300 Höhenmeter (ab kurz oberhalb vom Llena Cantal - ich würde übrigens, wenn es zeitlich hinkommt, empfehlen dort zu campen) noch schneebedeckt. Auf der Etappe Lizara - Candanchú waren auch noch ordentliche Altschneefelder zu queren. Trotzdem waren die Microspikes aus meiner Sicht ein Overkill und ich würde sie nicht nochmal mitnehmen. Da wäre man auch überall so durchgekommen. Und durch größere Städte mit Post kommt man selten. Ich habe die Spikes daher bis zum Schluss spazierengetragen. Wasser: Einen Filter oder Tabletten (habe zwischendurch auch über einen Steripen nachgedacht) benötigt man aus meiner Sicht unbedingt, da es wirklich überall Kühe und Pferde gibt. Man kommt zwar regelmäßig an Quellen vorbei, aber damit wird man es nicht schaffen, seinen Wasserbedarf vollständig zu decken. Auf der Etappe Zuriza - Aguas Tuertas gibt es zwar z.B. im Abstieg eine Quelle, aber dann kommt erstmal ein Tal mit 1.500 Kühen und an einem heißen Tag müsste man schon sehr viel Wasser aus der Quelle mit sich rumschleppen, um damit bis Aguas Tuertas zu kommen. Genauso bei der Quelle bei Pla de Baiau. Dort wird niemand genug Wasser bis zum Refugio Comapedrosa mitnehmen und an der obersten Stelle bei den Estanys de Baiau stehen natürlich Kühe und Pferde. Wasser II: Denjenigen, die früh in der Saison losgehen und voraussichtlich viel Schmelzwasser trinken werden, würde ich empfehlen, irgendwelches Mineralstoffpulverzeugs mitzunehmen, das man ins Wasser kippen kann. Denn von dem Schmelzwasser kann man sonst wirklich ohne Ende saufen ohne dass der Durst weggeht. Resupply: Einkaufen war gar kein Problem, man sollte nur die Siesta bedenken, während der die Läden geschlossen haben. Die Auswahl war natürlich nicht überall riesig. In Parzán (der Supermarkt bei der Tanke war glaube ich günstiger, der andere hatte dafür aber Erdnussbutter) und in Arinsal (wenn man vom Atlantik zum Mittelmeer läuft der zweite, der auf der linken Seite kommt) gab es Supermärkte mit einer wirklich guten Auswahl. Moskitos: Gab es zwar, waren aus meiner Sicht aber kein großes Problem. Ich hatte kein Moskitospray dabei und es ging auch so. Habe aber einen Typ getroffen, der übel verstochen worden ist. Schuhe: Hatte die Adidas Terrex Swift dabei, die sich sehr gut geschlagen haben (keine Löcher, Sohle war bis zum Schluss okay und ich bin damit insgesamt über 1.000 km gelaufen). Habe einen Kanadier mit Brooks Cascadia getroffen, die nach 400 km nicht nur Löcher hatten, sondern bei denen auch ganze Teile aus der Sohle herausgerissen waren. Ein Spanier mit relativ leichten La Sportiva-Trail Runnern hatte auch Löcher in den Schuhen (immerhin war aber die Sohle noch gut). unnötiges Gewicht: Ich hatte eine dicke Mütze (100g) und Handschuhe (62g) dabei. Beides war - neben den Microspikes - unnötig. Ich hatte zwar ausgesprochen gutes und warmes Wetter. Ich denke aber, dass beides auch bei schlechterem Wetter nicht nötig gewesen wäre. Außerdem war das Groundsheet im Nachhinein auch nicht nötig. Steinigen Boden hatte ich nur zweimal (auf Campingplätzen ), sonst hätte ich nirgends Bedenken gehabt. Abkürzung (ohne Abstieg nach Banos de Panticosa): Zwischen Bachimana und Bujaruelo gibt es die Möglichkeit, eine Abkürzung an einer Wasserleitung entlang zu gehen, die jedenfalls im Cicerone-Guide nicht beschrieben ist. So spart man sich den Abstieg nach und Aufstieg von Banos de Panticosa. Der Weg ist nicht markiert, hier gibt es aber einen gpx-Track: https://travesiapirenaica.com/gr11/tuberia-panticosa.php (Achtung! dort gibt es noch mehr Trampelpfade, irgendwann geht es links ab; wenn man viel Höhe verliert, hat man die Abzweigung verpasst und läuft zu einem kleinen See ) Wechsel zum GR 10: Da mich schon zu Hause genervt hat, wie schlecht man vom Cap de Creus wieder wegkommt, hatte ich mir überlegt, am vorletzten Tag auf den GR 10 zu wechseln und die Wanderung statt in Cap de Creus in Banyuls-sur-mer (Zuganschluss!) zu beenden. Mit meiner Entscheidung war ich mehr als glücklich. Der GR 11 verläuft die letzten Etappen in relativ niedriger Höhe, es war ziemlich heiß und schwül, tolle Sicht hatte man kaum, das Vergnügen hielt sich in Grenzen. Kurz nach Requesens bin ich dann nach links auf einen (zwar unbeschilderten, aber zum Glück markierten) kleinen Pfad abgebogen und zum Puig de l'Orri aufgestiegen, um auf die französische Seite zu kommen (im Nachhinein würde ich vielleicht lieber den ausgeschilderten Weg kurz vor Requesens auf den Coll Forcat nehmen). Auf der französischen Seite ging es nochmal auf 1.100 m hoch, auf einmal hatte ich eine tolle Aussicht und konnte endlich das Meer sehen! Dort habe ich im "Refuge" Tomy übernachtet, auch nochmal mit toller Aussicht, was wirklich ein schöner letzter Abend war (eine flache Stelle für ein Zelt zu finden wäre auf dem Stück allerdings schwierig gewesen). Der Campingplatz in Banyuls-sur-mer ist leider nicht besonders toll. Gegenüber ist aber (zum Trost) ein riesiger Carrefour, der sogar eine Waschmaschine hat. Sonst fällt mir jetzt gar nichts besondes mehr ein, da alles so gut und einfach geklappt hat. Bei Fragen stehe ich aber gerne zur Verfügung... Viele Grüße, Berghutze
  10. 17 points
    ArminS

    Mal wieder ein Rucksack :)

    Hallo zusammen, nach vielen Prototypen habe ich hier einen annähernd perfekten Rucksack für mich erschaffen. Leider ist er wegen eines Fehlers etwas zu kleinvolumig geworden. er sollte klein wenig mehr tiefe haben. Vielleicht bei der nächsten Version aus DCF dann. H/B/T 77/28/12-14 Verwendet habe ich folgende Stoffe: xpac LS07 für den Packsack xpac LS21 für den Boden 210D dyneema gridstop für Taschen und Schultergurte (wurden mit ca 6mm gepolstert (eva30 glaube ich ?)) dyneemamesh für die fronttasche (etwas schwer aber Top Zeug) Dünnes Spacermesh Schultergurte und Lendenpolster Netzstoff Rückenteil. Kleinteile teilweise von extremtextil oder alten gossamer gear Rucksack (ebenso das Gestell etc) Ein Hüftgurt kann mit Klett (in meinem Fall erstmal noch einer von GG) angebracht werden. Dieser hält so unglaublich gut das ich das GossamerGear Prinzip mit Gestell im Hüftgurt für unnötig betrachte. (hatte ein Prototyp davor und machte nur unnötig mehrarbeit...) Gewichte: Rucksack 421 g Rückenpolster 0 - 120 g (was man halt verwendet, ganz ohne kann unangenehm sein (Rahmen oder Packweise) Rahmen 85 g GG Hüftgurt 185 (wird ggf noch durch myog ersetzt) Die Sommerleicht Version ist bei mir meistens bei 541 g (Rucksack mit GG-Rückenpolster, hab noch keine Z-Lite Teile) Alles andere sagen die Bilder
  11. 16 points
    die zwiebel

    Hemd 65/35 Mischgewebe (ähnlich G1000)

    Disclaimer: Dieses Produkt ist nicht umbedingt ultraleicht. Letzte Woche habe ich mit ein paar Schülern eines Gymnasiums einen Nähworkshop durchgeführt und bin zuvor beim neuen Extremtextil-Shop in Berlin vorbei gegangen. Das Erlebnis kann ich nur jedem empfehlen da hätte ich noch Stunden verbringen können. Neben viel Kleinkram zum angrabbeln, gibt’s viele Stoffstücke unter denen ich das 65/35 Taschenfutter gefunden habe. Laut Angaben wiegt es 130g/m² und ist recht robust. Denke das „normale“ 65/35 Mischgewebe ist was G1000-ähnliches. Da ich noch ein Outdoorhemd besitze, habe ich mir davon 1,5 lfm mitgenommen und vorgestern den Schnitt eines Hemds abgenommen. Mit ein paar Youtube-Hilfvideos zum Thema Hemdkragen, Manschetten und Ärmelschlitz war das Nähprojekt gut machbar. Von einer Verstärkung mit Bügelvlies habe ich allerdings abgesehen. Das Hemd wiegt 220 g und passt genau. Der Stoff ist leicht kratzig, wirkt robust, trägt sich aber angenehm. Bei den eher kühleren Temperaturen hier, war mir das Hemd schon fast zu luftig. Aber es wird ja bestimmt noch mal warm ;-). Die Löcher für die Kam-Snaps hab ich mit dem Lötkolben durchgebrannt, das hat gut funktioniert. Und die kleineren Einzelteile konnte ich schön vorbügeln (was für ein Luxus!). Beim nächsten mal würde ich vermutlich den Ärmelschlitz etwas verlängern, damit ich die Ärmel entspannter hochkrempeln kann. Ansonsten bin ich ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis.
  12. 16 points
    paddelpaul

    Fahrradpacktaschen(-system)

    Da nach längerem mal wieder ne Gepäcktour mit Fahrrad ansteht, und die Ortliebs meiner Frau einfach exorbitant schwer sind, und ich noch passende Cuben- und UHMW-PE- und PolynetLaubstop-Reste rumliegen hatte, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen. Volumen geschätzt ca. 2 x 10 Liter, momentanes Endgewicht inkl. Tubus Airy 527 gr. (exkl. Inhalt des Packbeutels, inkl. 2. leerer Packbeutel); falls mich der Ehrgeiz packt, fräs ichs noch runter auf 499 gr.
  13. 15 points
    ChristianS

    90 Grad Hängematten-Setup 2.0

    Hallo Gemeinde, nach meinem ersten 90 Grad Hängematten-Setup folgt hier nun die gewichtsoptimierte Version: (alle Bilder sind von mir) Das Tarp: Das Tarp entstand hauptsächlich beim letzten MYOG-Treffen im Juni. Diesmal habe ich als Hauptmaterial das 19g/m² DCF gewählt, das es in schwarz eine Zeit lang bei Extremtextil im Angebot gab. Die Verstärkungen sind aus 100g/m² Hybrid-DCF, es lag noch vom letzten Rucksack ein wenig rum. Die Nähte sind als Doppelkappnaht ausgeführt und zusätzlich getaped. Der Schnitt wurde auf die DCF-Breite und den Bodenaufbau als Halbpyramide optimiert. Das Schnittmuster Gewicht inclusive aller Leinen Verstärkungspunkt für Halbpyramidenaufbau Abspannpunkt Bodenaufbau als Halbpyramide mit Beak to be continued
  14. 14 points
    Tag 4 - Statzerhaus - Rauris Wir starten mit Kaffee und Kuchen in den Tag, was kann es besseres geben? Beim Frühstück werden zum ersten Mal meine "Bergschuhe" registriert und vorsichtige Zweifel an der Bergtauglichkeit geäußert. Wir steigen alle zusammen auf dem Fahrweg in Richtung Rauris ab. Es geht heute 1600 Meter runter und 400 rauf. Nach kurzem kommen wir zur Rieser Aste, einer nagelneu wirkenden privaten Hütte. Dort hätte man auch schlafen können, aber was solls. So machen wir ausgiebig Brotzeit mit hausgemachten Spezialitäten und machen uns dann eher widerwillig wieder auf die Socken. Nach einer Weile geht der Kiesweg in Asphalt über, und es wir richtig warm. Wir laufen, und laufen, und laufen. Es zieht sich wirklich. Ich bin heilfroh um meine Trailrunner, denn ich weiß aus schmerzhafter Erfahrung wie ungern meine Knie solchen Untergrund haben wenn ich Bergstiefel an habe. In Taxenbach teilen sich unsere Wege fürs erste. M. und E. machen einen Einkehrschwung, und das Ehepaar nimmt sich in der schönen und interessanten Kitzlochklamm etwas mehr Zeit. Ich vermute, dass die beiden noch damit ringen, ob sie morgen weiter in Richtung Alpenhauptkamm ziehen sollen oder eine Alternative suchen. Ich gehe mit dem verpflichtenden weißen Leihhelm weiter durch die Klamm und lasse mich von der feinen Gischt der Wasserfälle kühlen. Hier gibt es auch einen schönen Klettersteig, der quer über die steilen Wände führt. Mit etwas mehr Zeit wäre ich vermutlich noch mal zurück und hätte mir die Ausrüstung dafür ausgeliehen. So mache ich ein paar Fotos - die ich leider immer noch suche - und mache dann ein Stück nach der Klamm eine Pause. Mittlerweile sind die Temperaturen auch hier auf über 800m auf über 30° gestiegen, und ich bin froh, dass es mehrere Quellen mit frischem, kaltem Wasser am Weg gibt. M. und E. schließen wieder zu mir auf, und M. beklagt sich, dass sein Knie ernsthafte Probleme macht. Der Weg nach Rauris besteht aus Umleitung nach Umleitung, verständlich ob der weggespülten Brücken, gerutschten Hänge und dem vielen Schneebruch, aber auch unangenehm, denn die Alternativwege aus den Karten sind teilweise mit Stacheldraht versperrt oder so mit Brenneseln überwuchert, dass sie nicht mehr zu finden sind. Wir schlagen uns durch Büsche und queren Wiesen, um halbwegs die richtige Richtung beizubehalten und nicht durchgehend auf Teer laufen zu müssen. Dazu schwitzen wir alle ganz schön. Ein paar fotogene Stellen gibt es aber auch hier, und am Horizont ist schon der Alpenhauptkamm zu sehen. Einzelne Findlinge durchsprenkeln die Landschaft, und der ein oder andere wurde fest in Beschlag genommen: Wir kommen dann ziemlich erschlagen in Rauris an. Die 22km fühlen sich doppelt so lange an. Nach kurzem Telefonieren finden wir ein Familienzimmer in einer Pension, denn Einzelzimmer sind wohl gerade Mangelware. Es gibt aber schlimmeres, und nach einer ausgiebigen Dusche gehen bzw. humpeln wir ins Zentrum des Ortes, wo es eine nette Fußgängerzone mit lecker duftendem Essen gibt. Man kann nicht früh genug damit anfangen, sich auf Italien einzustimmen, beschließen wir, und ich esse die beste Lasagne seit sehr langer Zeit.
  15. 14 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 25 Ich bin nach Detmold geflogen- den Trail hab ich schnell gefunden... ich glaube ich war einfach nur Mus im Kopf... Ich laufe über den Biesterberg und wieder runter. In Klüt kaufe ich im Supermarkt ein neues Cold Soaking Gefäß... 600gr Gummizeug um Menschen glücklich zu machen. Auf dem Weg nach Detmold verschenke ich ich das meiste – zur Freude und zur Irritation vieler Menschen. Detmold gefällt mir ganz gut. Im Halbstark trinke ich einen Caffe con Hielo und lade mein Fon auf. Es ist Flohmarkt. Auf dem alten Stadtwall (oder so) somit laufe ich meinen Detmoldtrail über einen bunten Flohmarkt – fatal. Aber voll schön. Es folgt ein steiler Anstieg Richtung Hermanns-Denkmal... oben angekommen. Voll! Klar. Es ist sonnig, Es ist Samstag. Eine Runde um den Hermann gönne ich mir dennoch. Schließlich laufe ich die nächsten Kilometer durch das Kernland teutonischer Mythenbildung. Reisen bildet ja bekanntlich. Ich bin dennoch froh als ich den Trubel hinter mir lassen kann. Richtung Externsteine ist es nicht weit und ich folge dem Hermannhöhenweg bis dort hin. Viele Wandernde begegnen mir – es ist das erste Mal seit ich unterwegs bin, an denen ich das Gefühl hab nicht der einizige auf Trail zu sein (was natürlich nicht stimmt- ich habe immer Wandernde getroffen, hier sinds aber wirklich sehr viele). An den Externsteinen esse ich zu Abend. Hier ist die Hölle los, aber was soll's. Ist imposant. Ich erreiche zügig das Silberbachtal... schon mit den ersten Schritten bin ich begeistert. Ich Treffe einen Yogi der an seiner Lieblingsstelle stehe – die zugegeben wirklich sehr schön ist. Wir unterhalten uns länger. Er sagt es wird wunderschön. Spoiler! Und er hat recht. Ich bin glücklich. Dazu das langsam gülden werdende Licht des Vorabends... Verwunschen, Mystisch geht’s den Bachlauf entlang über Wurzelpfade, steinige Singletrails... An der Kattenmühle verlasse ich das Tal, etwas traurig aber auch angenehm gesättigt... steiler Anstieg zum Lippischen Velmerstot: Oh Wow! Bist du schön! Die Sonne steht tief. Bergheide: Heidelbeeren, Wacholder, Birke... Ironie des Schicksals. Arrangiere das Ganze auf Hügeln und ich steh drauf, in der Flache Heide ist's öde... Ich schmunzel ob dieser Erkenntnis. Ich kann den Eggerücken zurückblicken bis zum Hermann. Es ist still. Nur Wind und Blätterrauschen. Ich laufe weiter auf den Preußischen Velmerstot mit dem markanten Aussichtsturm. Hier packt gerade ein Typ seine Edelstahltasse in einen Tasmanian Tiger mit Fritz Meinecke Patch drauf – Bushcrafter! Er quatscht mich an ob ich hier auch was Essen will... drei Stunden später krabbel ich auf den Turm und schlage da mein Lager auf. Wir hatten unglaublich viel und alles mögliche zu erzählen. War gut. Der Sonnenuntergang war grandios. Tag 26 „Guten Morgen“ sagt Bernd, als er mit seiner Kaffeetasse vor mir steht und entschuldigt sich, dass er mir nichts anbieten kann, er habe schon allen ausgetrunken. Um 5.00? Aber klar, der Sonnenaufgang ist auch grandios. Wir schauen uns die Reste davon an, ich habe den Anfang leider verpennt und unterhalten uns. Bis Herbram-Wald gefällig unterwegs. Ich habe ein Problem mit dem organisieren von Wasser.Es ist sehr heiß. Ich laufe auf einem Kamm, ergo keine Quellen und viel Infrastruktur ist hier auch nicht. In Herbram-Wald macht gerade die Golf-Gaststätte auf. Mit mir stiefelt n großer schlacksiger Typ rein: Arc Haul von Zpacks, Salomon-Treter und ne Zlizte am Rucksack – ganz klar, der kann „UL“ Buchstabieren. Ich quatsch ihn an: „Zpacks sieht man selten hier“ zugeben schlechter Spruch.„Ich sehe der Mann hat Ahnung. Es zählt jedes Gramm wenn man das macht was ich mache.“. Ich: „Ich weiß...“.ich pokere „Ich mache wahrscheinlich genau das gleiche“. Er guckt mich an, verwundert und erfreut, guckt auf meinen Rucksack: „Auch den E1? Bis an den Bodensee? Mit dem Rucksack? Are you fucking kidding me? Ich gehe aufs Klo und wir fachsimpeln“ - wir hatten eine sehr angenehme dreistündige Mittagspause- haben schlussendlich über alles mögliche unterhalten, auch übers wandern. Ein kurzes Stück laufen wir noch gemeinsam. Es hat sich so ein wenig nach Tramily angefühlt... weil thru-hiking D-land ist ziemlich einsam. Nach fast 1000km der erste. Er sollte der einzige bleiben. Ich laufe bis in den späteren Abend hinein, der Wald ist ziemlich zerfleddert, der Sonnenuntergang vor Baumruinen sieht dennoch gut aus... beim Schwarzbachtal soll eine Hütte sein, es dämmert. Die Hütte sieht aus wie eine Horrorfilmrequisite. Hier schlaf ich nicht. Schwarzbachtal ist NSG. Und jetzt? Ich lege mich auf die andere Straßenseite neben den Bach – ist kein Naturschutzgebiet... Irgendwelche Spinner haben es sich hier aber gemütlich gemacht und überziehen mich die Nacht mit ihren Fäden – juckt nicht, fühlt sich trotzdem blöde an. Tag 27 Starte im Schwarzbachtal, die Nacht war solala... packe schnell mein Schissel ein und laufe los. In der Blankenroder Wüstung – alte Burgruine – erschallt auf einmal ein Jagdhorn oder sowas und irgendwer ruft „Halt! Wer da? Keinen Schritt weiter!“ Kinderstimmen folgen, ich verstehe nicht. Zu Tode erschrocken drehe ich mich im Kreis und suche, weiter plappern die Kinderstimmen. Was ist hier los? - Die Wüstung Blankenrode ist ein Kindererlebnispfad und in den Bäumen hängen Lautsprecher mit Bewegungsmeldern ausgestattet, die zu den jeweiligen Stationen was erzählen. Ich hatte gerade das Burgtor passiert. Guten Morgen... Hinter Blankenrode zieht so langsam ein Gewitter auf. Die Himmel sind abgedreht: Wahnsinnslicht. Ich betrachte die Blankenroder Bleikuhle – mittelalterlicher Schwermetaltagebau- hier findet sich so genannter Schwermetallrasen. Pflanzengesellschaften die auf toxisch hochgradig verseuchten Böden überleben können. Ich muss lachen als die Infotafel mich darüber in Kenntnis setzt, dass in D-Land NRW drei der wichtigsten Standorte beherbergt – Komisch. Als großer Fan von William S. Burroughs frage ich mich zudem ob er jemals was davon gehört hat – der Schwermetallrasen hätte sicherlich Platz in der Nova-Trilogie gefunden. Anyway. Das Gewitter kam dann in Niedermarsberg endgültig runter – und wie! Ich hatte mit den ersten Tropfen gerade das Vordach des Supermarkts erreicht. Glück gehabt. Resupply und Hikertrash-Lunch auf dem Parkplatz. In langgezogenen Serpentinen geht’s hoch nach Obermarsberg. Es ist ziemliches Waschküchenwetter- Kaltschwül. Unangenehm. Auf dem Weg: Die Draken-Höhle. Hier hat angeblich Siegfried den Drachen getötet und in seinem Blut gebadete -damit ist doch schon jetzt das teutonische Mythologie-Dreieck: Varusschlacht/Hermann - Externsteine – Siegfried abgelaufen. Ich hatte gedacht ich müsste mich bis zum Odenwald gedulden. Eine Höhle weiter informiert mich eine Tafel, dass dies früher eine natürliche Kühlkammer einer jüdischen Metzgerfamilie war, die von den Nazi gezwungen wurden ihr Geschäft aufzugeben – was mit der Familie danach geschah, darüber schweigt sich die Tafel aus... Auch das ist Wandern in Deutschland. Ich laufe weiter durch eine wunderschöne Hügellandschaft, der spektakuläre Himmel tut sein Übriges. Es schauert, nieselt immer mal... es ist zu windig für den Schirm, also immer Poncho an, Poncho aus... weil mit ist es – gute Ventilation hin oder her – schlicht zu warm... pfft... In Giershagen kommts noch mal Richtig runter. Vordach unter einem Marienschrein – nicht erleuchtet, aber trocken. Regen hört auf. Ich laufe weiter. Komme bis zum Ortsausgang. Kommt wieder runter. Seufz. Ich schaue auf die Uhr... später schon. Aufbau im Regen? Nur wo? Alles Felder und Äcker. Ich finde kurz vor Adorf einen Schafsunterstand. Hier kann ich den Regen aussitzen und dann einen Pennplatz suchen... nur der Regen hört nicht auf. Ich habe nur noch einen Liter Wasser – ich hab schon gegessen, bin gut hydriert – camel up sei Dank – zum Frühstück gibt’s Riegel und sowas, ich komme mit dem Wasser klar. Ist auch ne schöne Übung für den Kopf. Aus neugierde stelle ich mein Soaking Jar trotzdem mal unter ein Loch im Dach... mehr als ein Schluck zum Zähneputzen ists nicht und die Restangst zu verdursten ist auch noch befriedet. Tag 28 „Seltsam, im Nebel zu wandern! /Einsam ist jeder Busch und Stein,/ Kein Baum sieht den andern,/ Jeder ist allein“ (H. Hesse). Ich werde wach von einem sehr frühen Hundespazieergänger und zu gegeben der feuchten Kälte die mir in den Schlafsack gekrochen ist. Ich laufe los und das ganze durch eine mystische Nebelstimmung. Diese hält an bis sich die Sonne ihren Platz erkämpft. Es bleiben aber in Seitentälern und in waldigen Senken noch Nebelfetzen hängen – ein wunderschöner Morgen. Um 10h bin ich in Schweinsbühl und hab meine ersten 14km. Mir fällt auf, dass es von hier aus nur 25km bis Niedersfeld sind und von Niedersfeld nur noch 9km bis zur magischen 1000km Marke! Das ist Treibstoff. Und die wunderbare Landschaft. Ich kreuze den Diemel- und den Uplandsteig. Laufe über Höhen mit phantastischen Aussichten. Das Sauerland ist schön! Fetter Marker auf meiner Inneren Wanderkarte. So um 14h bin ich Willingen. Resupply und fettes Mittagsessen. Ich frage mich warum alle Ski-Orte immer irgendwie gleich aussehen. Die Supermarkt- Verkäuferin hat sehr viel Zeit und sehr viel Redebedarf, sie liefert zwar keine Antwort auf meine Frage, aber wohl auf jene, ob denn hier Skitourismus funktioniere. Ja, aber nicht zukunftsträchtig, so ihre Meinung und warum hierin weiter investiert werde verstehe sie auch nicht. Wasser sei ja auch knapp und der Borkenkäfer fresse auch die hänge leer, und ...ich bin endlich aus dem Laden raus. Sie hat geflissentlich ignoriert, dass ich immer einsilbiger wurde und mich langsam Richtung Ausgang bewegte und ist einfach mit gegangen... Ich laufe raus aus Willigen. Es ist Schirmwetter. Die Sonne brennt. Vorbei an Sauf-Spiel-Touristen, die mir den Vogel zeigen und gröhlen „Pass auf dass du keinen Stich bekommst!“ „Jeder wie er's brauch“ rufe ich zurück und komme mir überlegen vor. Das Hillebachtal erweckt bei mir Schweizassoziationen – ich hatte schon länger keine Schweiz mehr. Lieblicher bis Aufstieg Niedersfelder Heideund von da aus auf den Clemensberg: 836m. Höchster Punkt bisher. Ich gucke in den Steinbruch... ich habe noch ein Ziel. Also weiter. Bis Niedersfeld zieht sich... Sind ja auch schon knappe 40km heute. Um kurz nach sechs habe ich Trailhalbzeit. Eine Wiese kurz vor Niedersberg 990irgendwas Kilometer. Wow! Aber die 1000er Marke lockt noch immer! In Niedersberg hole ich mir für die zu erwartende Feier ein Bier im örtlichen Dönerladen und fülle meine Wasservorräte. Der Weg aus Niedersfeld ziiiiieeeht sich. Der Kopf gibt sich klammheimlich mit der Trailhalbzeit für heute zufrieden, der Körper rebelliert. Spann tut weh, mein Schienbein vor allem, Kniee, alles... Steiler Anstieg. Ich fluche und rede mit meinem Körper „Du hast die fixe Idee mit den 1000 heute mitgetragen, jetzt ziehen wir das auch zusammen durch bis wir zumindest was gefunden haben zum Schlafen. Hier ists steil und Abhang- wo willste hin? Kein Feierabend“ Das Zwiegespräch begleitet mich zur Blasiushütte – hier hör ich auf. Trailkilometer 995. 43km heute. Ich treffe hier einen Wanderer der mit seiner Drohne rumspielt, wir unterhalten uns länger. Er ist begeistert von dem was ich tue. Prost! Tag 29 Heute ist Neroday. Ich werde nur bis Oberkirch laufen. Entspannte 23km. Meine Freundin kommt zu Besuch Ich laufe zur 1000km- Marke. Nach 5km fühlt sich das irgendwie unbefriedigend an. Ist dennoch, nach dreimal tief durchatmen krass! 29 Tage! Davon 2 Zeros. 27 tage 1000km. 37Km im Durchschnitt jeden Tag! Fast ein Marathon! Aufsteig zum Kahlen Asten. Pause. Sinnieren. Organisieren (Schuhe bestellen, Zugtickets usw.). Teuren und schlechteren Kaffee trinken und ein Stück Mandarinenquarkschnitte – zur Feier des Tages. Abstieg durch das Lenne Tal – lieblich. Ab hier finde ich den Wald ziemlich zerpflückt- was an der spezifischen Form der Forstwirtschaft liegt. Gleich alte Schulen werden gepflanzt und auch weggehauen. Demnach laufe ich durch viele Areale ohne Altbeständen, exponiert in der Sonne. Die Ausblicke, lassen die Hügel eher wie Flickenteppiche erscheinen. Item of the Day. Sonnenschirm. Musik auf die Ohren... ich schwebe... Westfeld finde ich pittoresk und erstaunlich verbummelt komme ich erst am Nachmittag in Oberkirch an. Wiedersehensfreude. Wir haben uns einen Monat nicht gesehen. Viel erzählen. Essen. Bier trinken... ab morgen geht’s für die nexten 100km zu zweit weiter
  16. 13 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    ich hatte ja gesagt, dass ich versuchen werde peu a peu die komplette tour in form eines reiseberichts zu packen... ist ne gute therapie gegen die post-trail-depression und hilft auch dem ganzen seinen platz zuzuordenen - so'n thruhike ist ja schon auch groß, den zu verdauen dauert ja auch n bisschen... schön dass ich das hier kann dafür schon mal danke... Tag 15 Frisch geduscht, mit frisch gewaschenen Klamotten, reparierter Iso-Matte starte ich einigermaßen erholt – zugeben viel geschlafen habe ich nicht – in bester Nebel-Nieselregen-Suppe morgens gen Hamburg. Gestern regnete es den ganzen Tag – alles Richtig gemacht. In Hamburg also freestyle Richtung Binnenalster, weil zu versuchen irgendwo in den Outskirts den verlornen Trail wieder zufinden hatte ich keine Lust. Gefunden. Und direkt wieder verloren. Egal. Ich kenne Hamburg einigermaßen, also weiter pie mal Daumen durch Planten un Bloomen zu den Landungsbrücken und dann immer der Elbe nach... ich gehe bis zum Fischmarkt, statt über den Altonaer Balkon für ein zweites Frühstück und dann weiter nach Övelgönne. Den Rest Richtung Blankenese kenne ich auch schon und der wird bei dem Wetter auch nicht spannender. Also Fähre. Fährt nicht nach Blankenese von hier aus... Tief durchatmen. Okay. Fährste halt anders. Fähre Finkenwerder und mit dem Bus nach Cranz. Trail gefunden. Los geht’s. Deiche und Obstbäume. Moor und Hafenblicke. Altes Land trifft Hamburg. Ach was?, in Fischbek – also wirklich direkt in Hamburg fängt der Heidschnuckenweg an? Geilo, hab ich doch auch aufm Zettel. Ein By the Way-Thruhike... Fischbeker Heide: Singeltrails, munter auf und ab, Heide, bleigrauer Himmel, Kiefernwälder mit Heidelbeerteppichen- wunderschön. Abzweig: Heidschnucki gradeaus, E1 rechts... klaro. Auf einmal stehe ich auf einer schnurgrade Forstpiste durch Waldmonokultur... geht nicht vorbei. Langweilig. Wenn ich den Heidschnucki wieder treffe bleibe ich auf dem. 60Km länger, aber es geht auch nach Celle. So what. Aber die 500km Marke geht heute... Geschafft. Fühlt sich erhaben an. Lachen. Ein lautes „Yes!“ entfährt mir. Eine Nordic Walkerin guckt mich irritiert an. Ich laufe weiter nach Buchholz... Das Problem an diesen Heidewäldern ist, die Krautschicht ist nicht sonderlich Pennplatzfreundlich. Am Brunsberg: Heide. Naturschutzgebiet. Hier oben esse ich. Es wird Dunkel... ich laufe weiter fluche dass ich keine Taschenlampe eingepackt habe- Stupid light? (haha). Unter einer ausladenden Tanne werde ich fündig. Tag 16 Arschkalt wars... früh raus. Das schöne ist dann ja das schöne Licht und die Stimmung im Wald. Im Büsenbachtal bin ich soweit warmgelaufen, dass ich mir Frühstück in der Sonne gönne. Der Dunst der Nacht, die Sonne – Heideromantik. Die Matte habe ich anscheinend doch nicht nachhaltig geflickt. Sie verliert immer noch Luft- aber wenigstens nicht mehr soviel. Ich muss Nachts ja eh immer raus, kann dann nachpusten. In Handeloh gabs ne Club Mate beim Edeka, eine Bank in der Sonne... das schöne Leben ist so einfach. Weiter ins wunderschöne Seevetal. Viel Bruchwald und schönes Licht. Es ist Warm. Undeloh: Pause und einen ziemlich geilen glutenfreien Nusskuchen im Teehaus gegessen. Auf dem Wilseder Berg (169,2Meter) gierig die Fernsicht eingesogen – als Kind des Mittelgebirges fehlen mir schon die Weiten Blicke, in der Ferne ist Hamburg schemenhaft erkennbar. Irgendwo hinter der Behringer Heide kippe ich nach 45+ Kilometern totmüde um – schaffe es vorher noch mein Zeug hinter einen alten Schafstall zu werfen . Tag 17 Ich laufe morgens gen Bosteler Schweiz oder Bosteler Kuhlen... ein Sanft wogendes Landschaftsrelief aus der – na? - letzten Eiszeit. Die Sonne scheint, es riecht nach Macchia. Frühstück. Recht ereeignislos geht’s bis nach Bispingen. Pause: Erdbeeren und Club Mate. Es Ist sehr Warm heute. Ich laufe durch Wald und Trimm-Dich Plätze. Lange in Hörweite der A7.Unsexy. Der Heidepark Soltai kündigt sich mit dem Ehbläcker Moor an. Das Rumpeln von Fahrgeschäften und das glückseelige Kreischen von Menschen werden vom Wind durch die Landschaft geweht- Absurd. Noch absurder wird es als auf dem riiiiesigen Parkplatz des Vergnügungsparks stehe. Ich verstehe diese Form der Freizeitbeschäftigung nicht. Egal. Ich komme am späten Nachmittag in Soltau an und mir wird mit Blick auf die Uhr gewahr, dass ich in den letzten 49 Stunden 110km gemacht habe... krass! Naja, ist ja auch flach. Resupply. Ich baue mir eine Bombe aus Linsen, Blutwurst, Handkäs' und Äpfeln – der Frankforter Bub' hat lukullisches Heimweh Kugelrund rolle ich weiter und stelle fest, dass ich sehr großzügig auf einer Landstrasse einen Truppenübungsplatz umlaufe. Roadmoviefeeling und meine Füsse brennen. Ich habe keinen Bock mehr. Aber in der „Artilleriefeuerstellung Nummer 33“ will ich dann doch nicht mein Tarp aufstellen. Endlich ist das Dingen umlaufen und ich stehe in intensiv genutzter landwirtschaftlicher Monokultur – vom Regen in die Traufe. Ich finde in einer kleinen Wald mit Sandkuhle was – heute 1000km gefühlt. Real über 40. Tag 18 Sch....öner Tag... Bleischwerer Himmel, es geht immer grade aus auf Forstpisten durch Kiefermonokulturen, Äcker und Felder, die Wege sind alle schnurgrade und manchmal so sandig, dass sie dazu noch schwer zu gehen sind. Drückt auf Gemüt. Zudem ich mir am Tag zuvor was in den rechten Spann gelaufen hab' was ich weder rausgedehnt, noch rausmassiert und rausgeIBUt bekomme... ätzend! In Münden stelle ich an der alten Mühle meine Füße ins Wasser, ein nasser Hund springt mich an und ich schreie noch „ÄÄÄh du bist doch nass!“ Das interessiert, den Hund ja nicht. Naja. Ich habe Pfotenabdrücke auf dem Hemd und muss lachen. Hilft. Füsse ins kalte Nass stellen auch. Meine Laune bessert sich auf einem schmucken Singeltrail an der Örtze entlang. Faßberg ist ein ziemlich Trostloses Örtchen mit einem Supermarkt. Essen ist gut für die Moral. Also frühes Abendessen. Gewarptes: Baked Beans, Soja-Granulat, Gurke, Tomate. Lecker. Ich umlaufe den Fliegerghorst Faßberg - und schon wieder was militärisches... und stehe irgendwann im angepriesenen Wacholderwälchden. Hier gibt es die erste Hütte des Heidschnuckis... ich gucke auf die Uhr, zu früh zum bleiben. Ich horche in mich: schlechte Laune, der Spann tut weh und hey eine Hütte... ich bleibe hier. Der Tag war ziemlich unprickelnd. Der Heidnschnuckenweg hat nach Soltau stark nach gelassen. Landschaftlich langweilig, die Streckführung doof und am Ende merke ich das Heide eben Heide ist, die sicherlich ihre Reize hat, sich aber für mich nicht über die ganze Distanz des Heidschnuckis trägt. Musste jetzt durch – auch das ist Thruhike. Ist nicht immer alles geil. (Ich muss ganz ehrlich sagen, dass hier ist die ziviliserte Version: ich habe den Tag über die Norddeutsche Tiefebene verflucht...) Aner Highlights gibts immer: Beste Straßenkreuzung. Was will uns das sagen? Dem Beschuß ausweichen? Tag 19 Die ersten 26km bis Weesel: Sandpiste, gerade, Monokulturwald. Es ist eine Quälerei. Ich fluche und verwünsche den Trail. Hilft nur niks.- Macht's nur noch schwerer. Ich mache in Weesel lange Pause und kann mich beim besten Willen nicht erinnern wo und wie... ich sag mal Weichgespült durch die Monotonie. In der Misselhorner Heide- die im Übrigen schön daherkommt- meine erste Hedischnucken Herde. Viel määäh und bäääh. Sie rast schier an mir vorbei. Der Schäfer trottet gemächlich intendrein, die Hütehunde umkreisen den Riesenwollknäul und halten in so zusammen. Ich hatte mir das gemütlicher vorgestellt. Um mir die Langeweile zu vertreiben mache ich viele Fotos von den geraden Baumreihen und versuche mit der Bildbearbeitung Fototapenmotive zu entwickeln. Arbeitstitel: „The Art of Monotony“. Das ist zwar kurzweilig zerrockt mir aber den Akku. An einem Reiterhof mache ich Pause. Ich habe unbändige Lust auf ein Bier. Ein kleines geht – vor der Realität mit Drogen zu fliehen war noch nie ein gute Strategie, nicht mit anfangen. Mein Gemüt etwas ins Lot gebracht, Akku voll(er). Weiter. An den Wildeker Teichen esse ich zu abend. Es ist wunderschön hier. Ich lasse meine Seele und meine Augen Schönheit und Abwechslung tanken und laufe weiter. Hinter dem Forsthaus Kohlenbach finde ich an einer Wegkreuzung eine Schutzhütte. Es nieselt immer wieder und für die Nacht ist Regen angesagt. Auf dem Weg sehe ich direkt neben mir im Unterholz einen Rothirschen - Gänsehaut. Ich schlafe direkt neben einem Truppenübungsplatz – Gänsehaut, nur anders.
  17. 12 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 39 Back on Trail. Back in Siegen. Zwei Amateurkickervereine sind auf Saisonabschluss im Zug- laut, bierseelig, Ballermann-Mobil. Einer findet es nach diversen Bieren und Schnäpsen im Kopf schwierig nachzuvollziehen was ich da mache – wahrscheinlich liegts aber auch daran, dass die Hirnablage Geographie auch schon ziemlich benebelt ist: „Nein, der Bodensee ist nicht bei München und ich werde dort auch schon vor dem Oktoberfest sein“ -andere Prioritäten, andere Wahrnehmung. Bevors losgeht erstma zum Frittenwerk. Hier treffe ich @Kalteicher - überraschung geglückt Los geht’s. Ich will heute noch auf den Giebelsberg. 2,5h und 14km später bin ich da. Hm. Das ging schnell. Es ist noch früh, der Gipfel nicht spektakulär. Schneller Kartencheck: Wenn ich bis Freusburg laufe, 9km Zersiedelung und rauf und runter und wieder hoch ...och komm... naja. In Freusburg komme ich um halb sieben an. Schön sieht die Burg aus, eine Jugendherberge...hm nein, du hattest fast eine Woche lang ein Bett. Auf der Burg ist irgendein Eltern-Kind-Event. Ganz viel „Vanessa, komm jetzt!“, „Jonas, lass das!“, „Emil! Nein!“... zu viel imperativ und schreiende Kinder ich laufe weiter. Druidenstein. Ein erstarrter Vulkanausbruch mit einem großen Kreuz drauf. Dennoch sehr beeindruckend. Hinter dem etwas traurigen Sportplatz finde ich unter eine ausladenen Buche einen schönen Platz, es soll die Nacht regnen. Test für meine neue Matte: Robens Vapor 60. Schwerer, Dünner, aaaber riesengroß und so das versprechen: Robuster – billig geschossen für 45 Eus. Mal schauen. Tag 40 Ich schlafe unglaublich lange und gut – von dem Regen bekomme ich gar niks mit. Der Wald ist dunstig und schön. Ich laufe nach Herdorf. Hikertrashfrühstück auf dem Supermarktparkplatz. Der Tag braucht eine ganze Weile um sich zwischen Regen und Sonne zu entscheiden - am Ende obsigt die Sonne. Die verbleibenden Wolken machen den Himmel wundersch Ich bin noch nicht so richtig auf dem Trail angekommen. Der Weg, irgendwo zwischen Wanderautobahn und Singletrail mit eingestreuten grandiosen Aussichten. Die Trödelsteine – eine vulkanischer Basaltkegel. Schöne Aussicht. Aaaaber: Der Tag ist zäh. Ich habe das Gefühl nicht voran zu kommen. Mückwiese. Schön zu gucken. Aaaaaber... Hamsterrad... ich laufe und laufe und komme nicht vorwärts. Kurz vor Lippe- was ist das? Eine mobile Bierzapfanlage. Echt jetzt? Ich bekomme eins! Trail Magic! Ich bekomme noch eins! Grandios!! Die Zwei Jungs sind die Versorgungsstation für einen Wanderausflug eines Tischtennisvereins. Netter Schnack über Wandern in RLP und die Schönheit des Westerwaldes. Meinem Thruhiker Ehrgeiz ringe ich noch die Fuchskaute ab – höchster Berg des Westerwaldes. Hier stolper ich in eine Hochzeitsgesellschaft und fülle mir Wasser auf. Die Fuchskaute ist eine almenartige Wiese auf einem Basaltkegel. Schön ists hier. Naturschutzgebiet. Kein Pennplatz also. Ich laufe weiter. So richtig was zum Hinhauen gibt es nicht. Auf dem Salzburger Kopf werde ich fündig. Der Galgenberg. Mit Blick auf den Feldberg -home sweet home... ich glaube ihn erahnen zu können und bin happy. FFRankfurt ist nicht mehr weit. Und wie abgefahren. Ich bin erst zwei Tage unterwegs. Ziemlich fertig und dennoch sehr zufrieden haue ich mein Zeug hin. Kein Tarp. Zu Faul. Tag 41 Gegen 3 Uhr fing es an zu tröpfeln. Safty first. Schnell aufstehen Tarp aufbauen. Hochgefahrener Kreislauf und Einschlafen vertragen sich nicht so gut- ich liege wach und bekomme mit wie aus dem Tröpfeln Regen wird... Bei einem Spontanaufbau um 3Uhr Nachts achte ich nicht so wirklich auf die Wetterseite. Der Wind frisch auf und drückt mir die ganze Soße ins Tarp. Regenschirmbeak. Hilft nur minimal. Ich gebe das schlafen auf und frühstücke und harre der Dinge. Hört nicht wirklich auf. Also abbauen, einhändig im Regen mit Regenschirm... geht. Sieht wahrscheinlich komisch aus. Hof und Nisterau lass ich hinter mir. Das Nistertal beeindruckt mich. Mit dem Jadegrünen See mitten vor einer Steilwand... Bad Marienburg um 7 Uhr morgens ist unglaublich deprimierend- eine Bäckerei finde ich nicht. Ab Unnau bricht der Himmel auf und die Sonne scheint. Zeug trocknen. Ich steige auf die Alpenröder Hütte auf den Gräbersberg. Nochmal Sachen trocknen. Cola für mich, Strom fürs Fon. Aussichtsturm. Rauf und gucken. Feldberg 68km Luftlinie. Beeindruckende Sicht. Ich entdecke ein Schild Westerwälder Seenplatte. Kool. Nichts wie hin. Naja. Ich bin ja durch die Holsteinische Schweiz wirklich verwöhnt worden. Was aber total abgefahren ist, dass alle Seen künstliche sind und früher alle drei Jahre abgelassen wurden um auf ihnen Ackerbau zu betreiben... In Dreifelden mache ich eine lange Pause und Esse Kuchen und trinke viel Espresso... Der Brinkenhofweiher hat einen beidruckenden Erlenbruchsaum- Moskitos fressen mich. Der Sumpf hat sich den Weg zurückgeholt. Mit dem Postweiher verlasse ich die Seenplatte des Westerwaldes schon wieder. Die Wegführung verschlägt mich nach Selters – meine GPX Tracks sagen was anderes. Und ich denke mir schon die ganze Zeit, dieses Selters kommt in meiner Planung gar nicht vor, die Schilder aber... egal. Oberhalb von Vielbach esse ich. Ich gucke mir die Karte an und stelle fest das Umland Montabaurs ist ziemlich zersiedelt. Wird schwierig einen Pennplatz zu finden. Ich bin bei 40+ km, es ist ist halb sieben, es ist noch hell bis fast halb elf, ich habe körperlich und mental Reserven. Und irgendwo in mir drin glimmt die Eitelkeit auf heute die 50km Marke zu knacken. Am Ortsausgang von Wirges ists dann soweit. „YEAH!“ - einen Schlafplatz habe ich dadurch nicht gewonnen, aber hey 50km an einem Tag!. In Staadt entdecke ich die Projektarbeit, des kommunalen Kindergartens zum E1. Mein (Ex)Erzieher-Herz macht Freundensprünge. Tolles Projekt. Die Kita liegt auf dem Weg. Ich schreibe den Kindern einen kurzen Brief. Bier zur Feier des Tages? Klar. Im Gasthaus zur Krone, werde ich kritisch beäugt, bekomme aber ein Weizen zum mitnehmen -“Das kannste doch nicht aus der Flasche trinken!“ - was ich alles kann. 50 Kilometer am Tag. Zwischen Stadt und Montabur liegt noch ein kleines Waldstück mit zwei Tümpeln und ner Hütte, ich finde nur einen Tümpel. Moskitoparty. Ich hab das Bier dabei... etwas weiter schmeiß ich mein Zeug in den Wald – schöner Wohnen ist nicht: 58km heute. Ich bin im Eimer. Tag 42 Die Nacht war... so la la – erstaunlich kalt. Ich habe achst Stunden geschlafen und die Kälte ausgedämmert... wollte nicht aufstehen- müüüde! Erschöpft trifft es vielleicht besser. Hilft nichts. In Montabaur nehme ich mir Frühstückscafe vor. Eiscafe: Affogato, nochn Espresso hinterher. Insta. Strom. Klo. Oh, noch ma Klo. Resupply. Frühstück auf die Hand. Eigentlich war der Plan gemütlich heute zu machen. Es ist heiß, es ist halb 11 als ich aus Montabaur rauslaufe. Das wird spaßig heute. Das Tal des Biebrichsbach ist schön. Schattig und wirklich toll zum laufen. Mischung aus Erfrischung und Körperpflege – dann doch gegönnt. Es geht auf die Montabaurer Höhe und den Köppel (540m) – falscher Abzweig. Ich irre durch den Wald. Fluche. Laufe mit Handykompass – weil klar: kaum Netz- querfeldein (Und für alle, die sich Fragen: Offline-Karte? Nein.). Köppel. Der Fernmeldeturm ist eine Augenweide des Brutalismus. Ich kletter hoch, die Aussicht ist überwältigend. Ich laufe durch herrliche, alte Buchenbestände – kathedralenartig, erhaben, wunderschön. In Welschneudorf: Döftliche Nahversorgung. Die Metzgerei hat heute Ruhetag, egal mir ist eh mehr nach Perversion in Schokolade. Tante Emma laden. Der Inhaber erzählt mir viel, was mich bis Nassau erwartet und wie die Wege umgelegt worden sind, was schön ist und was nicht -Dorfläden sind nun mal soziale Orte. In der Bäckerei: Genau das gleiche. Schön. Mein inneres Landkind fühlt sich zu Hause. Nichts desto trotz habe ich das gefühl heute wieder nicht vom Fleck zukommen. Die GPX-Tracks und die reale Steckenführung sind nicht identisch: 2,5h für 7,5km- never ever. - Am Ende des Tages weichen die Trailkilometer von den getrackten um 7km ab... Vor Nassau geht’s auf die Kreisstrasse...viele, viele Kilometer. Gefühlt. Hamsterrad. Zurück auf den Forststrassen gibt’s wirklich den wunderbaren Ausblick, versteckt zwar, auf das Kloster Arnstein. Als sich, dass Lahntal vor mir oberhalb von Nassau öffnet, schlägt mir eine brutale Hitze entgegen. Frssflash: Abendessen auf dem Supermarktparkplatz im einzigen Schattenplatz. Es gibt Grüne Soße im Kühlregal und ich erkenne auf den Straßenschildern die Hälfte der Ortschaften – hier komm' ich wech. Auf den Lahnweg hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut -Ist auf meiner Liste – dementsprechend enttäuscht bin ich, als ich feststellen muss, dass es nicht direkt auf Lahnhöhenweg geht, sondern auf den Lahnweg und den Lahnradwanderweg. 7 km Asphalt im halbgaren irgendwo nicht direkt am Fluss und nicht oben auf dem Berg. Hmpf. Noch her Hmpf...- um nur an einem Kloster vorbeilaufen zu können. Besagten Kloster Arnstein. Naja, ist ja auch ein Jakobsweg. Ich laufe durch Obernhof und es gefällt mir direkt – entspannt. Ab hier geht’s knackig hoch. Schön. Endlich. Ich finde einen grandiosen Aussichtspunkt mit Blick ins Tal. Bank, Tisch, Platz für meine Matte und mich. Sonnenuntergang über dem Westerwald. Bestes Leben. Tag 43 Die Nacht war erstaunlich kalt. Dafür hängen zum Abbauen Wolkenfetzen im Tal. Bis Gabelberg läuft es sich wunderschön. Immer wieder kann ich ins Tal Blicken und über die Höhen des Westerwaldes. Der Vierseenblick ist zwar niks. Ich mache hier trotzdem Frühstückspause. Durch ein namenloses verwunschenes Seitental geht’s weiter: Tief hat sich der Bach in Kaskaden in den Berggegraben, Umgestürzte Bäume – auch auf dem Weg – geben dem Ganzen eine wilde Note. Es geht direkt unten an der Lahn weiter. Um kurz danach wieder durch schattige Wälder auf die Höhen zu gehen. Vor Steinsbach wieder runter und rauf- oben herrliche wilde Blumenwiesen und ein wirres sirren, zirpen, summen und brummen. So müssen sich Wiesen anhören. Pause in in Steinsberg. Es ist brutal heiß. Jeder Bach, jede Pfütze, jeden Rinnsal die da ist nutze ich für Klimamanagement: Buff rein, Kappe rein, Hemd nass machen – Kühlung schaffen. Am Gabelstein verlasse ich das Lahntal und biege in den Taunus ab. Der Blick auf die Schaumburg ist grandios. Die Hitze macht mir dennoch zu schaffen – endlich wieder Wald. Hier ist's schwül. Na toll. Der Boden ist matschig aufgeweicht, macht es nicht leichter. Ich laufe in einem wogenden Wechsel aus Wald und Feld über die Taunushöhen. In Schönborn habe ich kein Wasser mehr und klopfe einfach an der nächsten offenen Tür – kurzer Schnack.Nett. Kurzweilig. Weiter Richtung Aartal. Da muss ich hin, Resupply. Gestern dementsprechend wenig gekauft. Oberhalb des Aartals darf ich einem Fuchs beim jagen auf einer frisch gemähten Wiese zuschauen. Beeindruckend. In Aartal... Hikerhunger at its best... Ich falle in den Supermarkt ein. Ich weiß nicht wie ich dass alles essen soll. Schaffe dennoch das meiste. Ich rolle weiter über Felder und Wälder. Irgendwo hinter Hennethal finde ich einen netten Spot im Wald... Beim einschlafen, zwei Tropfen abgekommen. Naja doch nochmal aufbauen – bin ja lernfähig Ich darf einem Baummarder noch beim rumspringen von Baum zu Baum zusehen und einem Wildschwein mit einem lauten „Hey“ klar machen, dass ich hier bin und es für heute mein Revier ist... nighty night.
  18. 12 points
    Tag 6 - Schutzhaus Neubau - Fraganter Hütte -- Über den Alpenhauptkamm Punkt 5:00 Uhr sitzen wir beim Frühstück, die Sache gepackt und in vorsichtiger Aufgeregtheit. Wie wird es werden? Wie steil werden die Schneefelder, wie gut der Weg zu finden sein? Fragen über Fragen, aber keine Antwort bevor man dort ist. Wir verabschieden uns herzlich von den Wirtsleuten und machen uns dann auf den Weg. Schon kurz nach der Hütte wartet das erste große Schneefeld mit fast einem Kilometer Länge. Wir fühlen uns wirklich wie Abenteurer. Schnell packen wir die Grödel aus um auf den ersten steileren Stücken besseren Halt zu haben. Erst vorsichtig, dann immer zuversichtlicher steigen wir hoch Richtung Scharte auf 2750 Metern. Wir sind fast durchgängig auf Schnee unterwegs. Erst werden die Grödel noch ab- und wieder angeschnallt, aber mit der Zeit verlieren die 30° ihren Angstfaktor. Als wir an der Scharte ankommen ist es grade mal richtig hell geworden. Der Himmel ist klar mit Schäfchenwolken, und links von uns liegt tiefweiß der Mölltaler Gletscher. Kurz nach der Scharte ist ein schönes Plätzchen für eine erste kurze Rast. Wir trinken einen Schluck, konsultieren die Karte und wägen ab, wie der Weg weiterführt. WIr werden ein steiles Stück queren müssen und entsprechend vorsichtig sein, aber zumindest sieht es nicht so aus, als ob von oberhalb viel nachkommen kann, sollte der Schnee unter unseren Füßen nicht halten. Stück für Stück tasten wir uns den Hang quer hinunter in Richtung des Winterlifts, der von einem kleinen Talboden zum Gletscher hochführt. Der Schnee ist schön aufgefirnt und darunter griffig. So nutzen wir die weniger steilen Stücke und fahren in Skifahrermanier ab, auch wenn die ein oder andere Abfahrt auf dem Hinterteil endet. Neben der Liftstation finden wir dann auch einen Wegweiser und bekommen ein Gefühl für die Schneehöhe. Wir stapfen über den engen Talboden, machmal bis zu den Knien im Schnee, aber wir haben Spaß und grandiose Ausblicke. Am Talausgang sind alte Spuren einer Pistenraupe, die uns das gehen etwas leichter machen. Rechts von uns wirkt der überfrorene Hochwurtenspeicher wie ein Stück Grönland mitten in Österreich, und das Wandern fühlt sich nicht halb so anstrengend an wie es ist. Nichts ist eben, und jeder Schritt muss sauber gesetzt werden. Immer wieder steckt man kurz fest. Wir haben vermutlich noch Glück. Wenn die Temperaturen steigen und der Schnee noch sulziger wird, dann steckt man vermutlich schnell bis zur Hüfte drin. Eineinhalb Stunden später erreichen wir das am gleichnamigen See gelegene Weißseehaus. Das hat leider noch nicht geöffnet, aber zumindest hat es eine windgeschützte Terrasse und eine Biertischgarnitur, auf der wir Rast machen und einen Happen essen. Kaum sind wir von Weißseehaus aufgebrochen, schon schieben sich die Wolken drohend zusammen. Wind kommt auf, und wir müssen uns über mehrere haushohe Schneeverwehungen kämpfen, die extrem steil und gefährlich nahe am See in den Kurven liegen. Nur wenig später zweigt der Weg nach rechts in Richtung Saustellscharte ab. Hier ist kein echter Weg mehr zu finden, und dort wo er sein sollte füllen teilweise mit Schnee bedeckte Schmelzwasserseen den Talboden. Wir suchen uns einen Weg außen um das Tal herum mit dem besten Kompromiss aus Steilheit und kalkulierbarem Schnee. Das dauert. Aus der einen Stunde werden zwei, und der Himmel wird immer dunkler. Immerhin sind wir über der Scharte. Das heißt aber auch, wenn wir nicht mehr weiterkommen müssen wir den ganzen Weg zurück zum Weißseehaus laufen und von dort ins Tal absteigen. Auch der Weg zur, wie uns der Hüttenwirt nicht ohne Grund gesagt hat, Schlüsselstelle - dem sogenannten Ochsentrieb - nötigt uns einiges an Kreativität ab. Lange Umwege über steile Schrofen und loses Geröll sind notwendig, um nicht über ein deutlich unterspültes Schneefeld laufen zu müssen. Dort einbrechen wäre vermutlich ein Todesurteil, und so wählen wir die weniger gefährlichere Variante. Wir sind gerade auf der anderen Seite des kleinen Tals als das Gewitter tatsächlich kommt. Weglaufen und Verstecken ist in diesem Gelände nicht, so kauern wir uns nur etwas zusammen und schützen unsere Köpfe gegen den Hagel. Es donnert und blitzt ein paar mal, dann schüttet es noch ein wenig. 10 Minuten später ist aber nur noch ein leichter Nieselregen übrig, und ich finde gleich neben uns eine Quelle. Ich kann E. ansehen, dass er ganz schön geschafft ist, und mir geht es auch so. Wir sind jetzt schon seit über acht Stunden - Pausen nicht mit gerechnet - auf den Beinen. Jetzt kommt der große Moment meines Kochers. Ich heize eine große Tasse Wasser auf, und jeder von uns bekommt einen frischen Kaffee. Nescafe, 3 in 1, mein Favorit. Und dieser hier ist wohl der beste Kaffee, den ich je getrunken habe. Es liegt am Wasser, sage ich, und E. stimmt mir voll und ganz zu. Jetzt wird es haarig, aber der Kaffee hat uns neue Energie und Motivation gegeben. Ein letztes, ekelhaft steiles Schrofenstück klettern wir auf allen Vieren hinauf, dann geht es im Halbkreis auf einem mit Geröll bedeckten Sims herum. Das wäre ganz okay, wäre da nicht der hohe Schnee, der die Nische mit dem Sims füllt, und ginge es nicht linker Hand gleich senkrecht hinunter. Wir sind vorsichtig, und es geht. Wir denken natürlich nicht daran, was passieren würde, wenn sich die Schneemasse in Bewegung setzen würde, nein, das denken wir ganz und gar nicht. Ein paar mal stecken wir bis zur Hüfte fest, aber lieber genügend Abstand zum Rand und die Beine im Schnee als wegrutschen und unten liegen. Kurz ist auch noch Zeit für einen Blick zurück, auch wenn das Bild der Wirklichkeit nicht ganz gerecht wird: Nach einem kurzen, steilen Abstieg, auf dem uns die westseitigen Schneefelder gar nicht mehr beeindrucken konnten, geht es dann zum zwischen Almweiden gelegenen Schobertörl hinunter, und die letzten 500 Höhenmeter bis zur Fraganter Schutzhaus - Schutzhaus? Fragenter Luxushotel wäre auch nicht so verkehrt als Name - werden wir immer schneller. Einmal noch müssen wir aufpassen, weil ein Stück des Weges vom Wildbach weggespült wurde, aber dann sind es nur noch 10 Minuten und wir sind angekommen. Es gibt ein Radler zur Feier des Tages, und gleich noch eins. Nur der Elektrolyte wegen. Dann telefonieren wir mit dem Schutzhaus Neubau und sagen, dass alles geklappt hat, wir wohlbehalten angekommen sind und, nein, wir würden nicht sehr bergerfahrenen Wanderern den Abschnitt die nächsten 7 Tage auf keinen Fall empfehlen. Die Hüttenwirtin von drüben äußert noch kurz ihre Freude dass wir kurz angekommen sind - "mit dene Schuacherln" sagt sie und ich kann das Stirnrunzeln ob der Trailrunner fast von hier aus sehen. Dann essen wir zu Abend, Duschen und schlafen wieder einmal wie Murmeltiere. M. wollte sein Knie noch schonen, was Sinn macht, und so treffen wir ihn morgen in Stall. Die 2000 Meter Abstieg auf der Normalroute werden wir uns nach diesem langen Tag aber nicht antun, sondern über den Rollbahnweg absteigen, da sind es 700m weniger. ...Fortsetzung folgt...
  19. 12 points
    Tag 3 - Riemannhaus - Statzer Haus (Hundsstein) Heute geht es zum ersten Mal auf eine "richtige", das heißt tagesfüllende, Etappe. Ich schieße ein paar Fotos, frühstücke dann schnell und mache mich auf den Weg ins Tal. Das schlechte Wetter hat sich verzogen, und es ist Kaiserwetter angekündigt. Ich winke dem Riemannhaus noch einmal zu und gehe los. Schon von weit oben kann ich Maria Alm unten erkennen. Beim Frühstück habe ich noch die aktuellen Bedingungen und Ausrüstungsempfehlungen in der Threema-Gruppe zu Salzburg-Triest durchgegeben und den Titel "Speerspitze" verliehen bekommen. Nach dem "ungangbaren" Steinernen Meer bin ich jetzt optimistischer, was den Alpenhauptkamm betrifft, und gespannt ob noch andere mit der selben Tourplanung treffen werde. Bis kurz vor der Station der Materialseilbahn liegt Schnee, und eine letzte Querung an einem steilen Stück ist nur aufgrund der Tritte der geführten Gruppen problemlos. Ohne diese Vorarbeit hätte ich meine Eisaxt tatsächlich zur Anwendung bringen müssen. So ist alles sehr entspannt. Der normale Weg über das Fürstenbründl würde über die rechte Flanke auf dem Bild oben führen, aber den hat ein massiver Hangrutsch unpassierbar gemacht. So steige ich weiter auf einer Forststraße ab und komme dann kurz nach 10:00 in Maria Alm an, wo ich erst einmal Pause mache. Was ich so nicht erwartet hätte ist, wie warm es ist. Ich überlege hin und her, welchen Weg ich zum Statzerhaus nehme. Die normale Route ist mit einer Gehzeit von 6:30 angegeben und hat über 1500 Anstiegshöhenmeter, und ich habe meine "Trail Legs" noch nicht wirklich wieder. Der Rucksack, ein ÜLA CDT, ist mit reichlich Wasser beladen bei weitem unbequemer als der Terra Nova Laser, den ich letztes Jahr über die Alpen getragen habe. Ich entscheide mich letztendlich für die Schlechtwettervariante, die 4:30 dauern soll und "nur" 1350 Meter Anstieg hat. Ich fasse mich kurz. Der Weg ist eine Kiesstraße, lang und ohne Schatten. Die Einkehrmöglichkeiten am Weg haben alle entweder Ruhetag oder aus anderen unbekannten Gründen geschlossen. Ich muss mit dem Wasser gut haushalten und schwitze den Berg hoch. Zumindest die Aussicht ist gut, so dass es keine echte Qual ist. Gegenüber sehe ich den Grat, über den die lange Variante führen würde. Jetzt endlich kommt meine Eisaxt zum Einsatz! Nein, nicht in Schnee oder Eis, sondern um einem Mountainbikefahrer auszuhelfen, der seinen Sattel nicht tiefer gestellt bekommt, weil er den Spannhebel nicht auf bekommt. Meine gute Tat für den Tag ist 500 Meter vor der Hütte erledigt, und ich treffe beschwingt auf dem Statzerhaus ein. Ich habe schon einige Warnung über das Haus gelesen. Nicht jeder kommt wohl mit dem Hüttenwirt klar, und so manches in der Hütte hätte tatsächlich vor 20 Jahren renoviert werden müssen. Das Essen ist aber trotzdem gut, heute ist die Tochter des Wirts hier, die freundlich ist und sich über jeden Gast - jeden von uns fünfen - freut. Die anderen vier sind tatsächlich ebenfalls auf der Salzburg-Triest-Route unterwegs, ein Ehepaar und zwei Österreicher, M. und E. Alle vier haben den ersten Teil der Tour umgangen und umfahren, da einfach zu viele Hütten noch nicht zugänglich waren, bzw. es fraglich war, ob der Zustieg rechtzeitig möglich wäre. Wir plaudern, planen und haben einen gemütlichen Abend und einen spektakulären Sonnenuntergang, der für jede fehlende Annehmlichkeit hier oben entschädigt. Nach einer sehr kalten Wäsche schlafe ich dann wie ein Murmeltier. Im Kopf bin ich jetzt endlich ganz auf Tour angekommen, und es wird schon schwer zu sagen, welcher Wochentag gerade ist.
  20. 12 points
    questor

    Impressionen aus meinem Schlafzimmer

    Elsterperlenweg letzte Woche - zeckenfrei über den Dingen und mit Aussicht. OT: Ja, das sind noch immer meine Bilder
  21. 11 points
    Endlich habe ich meine Fotos jetzt halbwegs sortiert bekommen. Aus irgendeinem Grund haben Telefon und/oder Lightroom (so genau lässt sich das nicht sagen, wer der Schuldige ist) sich dazu entschlossen, das Datum komplett durcheinander zu würfeln. Örks. Aber was lange wird, wird - hoffentlich - endlich gut, und da kommt er jetzt, mein Tourbericht. Die Alpen sind ja bekanntlich mein Steckenpferd, und nachdem ich zweimal auf der München-Venedig-Route drüber gehüpft bin, wurde es Zeit für etwas neues. So habe ich letztes Jahr schon beschlossen, dieses Jahr die Route Salzburg-Triest in Angriff zu nehmen - natürlich verkürzt, da ich mit An- und Abreise nur 3 Wochen zur Verfügung hatte und noch etwas Zeit zum Resozialisieren am Ende einplanen wollte. Deshalb wurde der Teil von Salzburg bis zum Riemannhaus im Steinernen Meer abgeknipst bzw. verkürzt, und im Süden wollte ich dann mal schaun, wie weit ich komme. Als Zeitraum hatte ich mir Mitte Juni als Startdatum in den Kopf gesetzt - der Schnee ist ja dann schon weitestgehend geschmolzen, die Tage sind lang und es ist nicht so heiß wie im August. Soviel zur Theorie Je näher die Tour rückte, umso mulmiger wurde mir. Bis spät in den Mai gab es Neuschnee in den Nordalpen, im April Unmengen davon, und bisher ist noch keiner auf der Tour losgelaufen. Über das Steinerne Meer und die Fraganter Scharte las man nur Hiobsbotschaften, und bis einen Tag vor dem Start habe ich überlegt, die Schneeschuhe mitzunehmen. Schließlich hat aber doch Vernunft über Angst gesiegt (Voraus: alle von mir in diesem Thread veröffentlichten Bilder wurden von mir selbst geschossen!) Tag 1 - Königssee bis Kärlingerhaus Ich stehe kurz nach 4 Uhr auf, denn ich reise mit der Bahn an und will den ersten Zug erwischen. Noch einen schnellen Kaffee, dann den gepackten Rucksack geschnappt und ab geht es zum Bahnhof. Erst mal 25km mit dem Auto, das Monats-Parkticket hatte ich wohlweislich schon zwei Tage vorher besorgt, und ich erwische problemlos den 5:15-Zug in Richtung Rosenheim. Ab Freilassing wird es dann spannend, aber der Ersatzverkehr ist pünktlich und komme tatsächlich wie geplant passend für die erste Fähre nach St. Bartholomä an, wobei die Hälfte der Fahrgäste Wanderer und Wiederholungstäter sind. Wir hören wie immer das Königssee-Echo zurücktrompeten, und das halbe Boot könnte wohl die Erklärungen genau so gut halten. Dann endlich legen wir in St. Bartholomä an und es kann losgehen. Es geht eine Weile am See entlang, dann durch Kies, der mit Schmelzwasserbächen durchsetzt ist. Die Brücken sind bis auf eine noch nicht wieder an Ort und Stelle, und ich überlege kurz, passende Stellen zum Queren zu finden - bin ich doch zum ersten Mal mit Trailrunnern, ohne GoreTex, hier unterwegs. Aber was solls, nächstes Jahr werde ich auf dem PCT noch oft nasse Füße bekommen, also Augen auf und durch. Es kurz kalt, aber beim Gehen werden die Füße sofort wieder warm. Die Sonne scheint auch, und es ist ein optimales Wetter für den Tourbeginn. Dann geht es gleich relativ knackig hinauf, an der Rancherhütte vorbei, an der ich wie immer eine Kurze Trinkpause einlege, und dann weiter zum Einstieg zur Saugasse. Auch hier liegt noch Schnee, was ich um diese Jahrezeit noch nie erlebt habe. Außerdem taut gerade eine Gemse auf, die wohl im Winter ein Lawinenopfer wurde, und der Geruch scheucht mich schnell weiter. Teilweise ist der Weg schon gut sicht- und gehbar, aber im oberen Drittel wird der Schnee immer mehr. Meine Trailrunner halten aber erstaunlich gut auf der schön aufgefirnten Oberfläche, und nach den ersten zaghaften Schritten bewege ich mich sicher auf der weißen Decke. Unterwegs treffe ich ein paar Wanderer, die vom Kärlingerhaus kommen, und sie empfehlen mir, weiter oben dann unbedingt rechts zu gehen, der offizielle Weg links wäre zu gefährlich. Ich nehme das zur Kenntnis, wundere mich dabei allerdings, und beschließe, mir das Thema vor Ort anzusehen. Weiter oben führen die Fußspuren von heute alle nach rechts, über einen kleinen Sattel hinter dem dichte Latschenfelder wachsen. Das will ich mir so ohne weiteres nicht ansehen, also gehe ich links, wo der offizielle Weg unter Schnee vergraben ist. Nach ein paar steilen Tritten geht es um die Kurve, und der Weg vor mir ist quasi schneefrei! So viel zu gut gemeinten Ratschlägen! Später werde ich erfahren, dass sich die meisten auf den Rat selbiger Wanderer rechts gehalten haben und abenteuerliche Latschenfeld-Querungen hinter sich gebracht haben. Die letzten zwei Kilometer zum Kärlingerhaus geht es dann fast durchgängig über gut gangbaren Schnee, und die Kühle von unten ist ein angenehmer Kontrast zur senkrecht stehenden Sonne. Die leuchtet jetzt auch voll in die Saugasse hinein, und mir tun die nach mir gestarteten fast ein wenig leid. Am Kärlingerhaus steht hinter dem Wassertrog ein Plumpsklo, denn die Kläranlage ist kaputt und widersetzt sich allen Reparaturversuchen. Um den Funtensee war alles vor ein paar Tagen noch komplett weiß, aber es hat in der kurzen Zeit 1 1/2 Meter weggetaut. Die ersten Murmeltiere wachen auf und fiepen um die Wette, und ich trinke einen Kaffee und genieße die Aussicht. Für den Abend sind Gewitter angesagt. Das Steinerne Meer soll noch tief im Schnee vergraben sein, und laut Hüttenwirt ist noch niemand durch gelaufen. Dann werde ich wohl der erste sein, denke ich mir, denn das Riemannhaus hat schon auf und ich kenne gottseidank diese Ecke so gut, dass ich mich auch bei schlechter Sicht (mit GPS!) hindurch traue, wenn auch auf der kurzen "direkten" Route und nicht, wie eigentlich geplant, über das Ingolstädter Haus. Langsam füllt sich das Kärlingerhaus. Ich überlege gerade, was ich zu Abend esse, als zwei Rucksäcke mit Wanderern dran zur Hütte geschnauft kommen. Das ist Kontrast. Ich habe mit Grödeln, Eisaxt, Kocher, etwas Proviant und einer zusätzlichen Lage Kleidung ungefähr 9 Kilo am Rücken, von den beiden jeder über 35. Es ist ihre erste Bergtour überhaupt, und sie wollen zu den Drei Zinnen. Und heute noch weiter zum Riemannhaus. Meine Versuche, ihnen das auszureden - es ist schon sieben vorbei als sie los kommen, der Nebel zieht herein und das Gewitter wird sicher bald kommen - werden freundlich ignoriert, und die beiden stapfen munter in die falsche Richtung los. Man kann nicht jedem helfen. Ich führe ein paar nette Gespräche mit jüngeren Wanderern, kann ein wenig bei der Entscheidungsfindung helfen, wie die Tourplanung ob des Schnees weitergehen soll, und lerne, dass das junge Schaf, das letztes Jahr von der Herde hier zurückgelassen wurde und das dem Hüttenteam wie ein Hündchen hinterher lief, im Tal gut versorgt wurde und beim Eintreffen der Herde dieses Jahr mit dem Versorgungshelikopter wieder heraufgebracht werden soll. Kurz darauf ist dann auch das Gemecker der Schafe zu hören, und der Bergsommer ist quasi offiziell eröffnet. Nach einem mehr als reichlichen Essen spiele ich noch ein paar Runden Kniffel mit, habe da bei unverschämtes Würfelglück und ärgere mich kurz, dass ich nicht Lotto gespielt habe. Eigentlich habe ich morgen nicht viel zu tun, aber die Hütte ist schon gut gefüllt und viele hängen eine Extranacht hier an anstatt sich über den Schnee zu wagen. Deshalb werde ich morgen als einer der ersten loslaufen, denn auf dem Riemannhaus wird es deutlich ruhiger werden und sich niemand über das Plumpsklo beschweren.
  22. 11 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 44 Warum auch immer bin ich früh wach und laufe um 6.30h los. Zwei Stunden später bin ich in Idstein. Supermarkt. Frühstückeinkaufen. Ich habe Kleingeld und kann mir einen Einkaufswagen gönnen. Während ich leicht überfordert ob der Auswahl durch die Regale irre, spricht mich mit Block auf meine Rucksack was ich denn so erwandere. Ich erzähle ihr was ich mache. „Boah, Klasse“, sie guckt auf meinen Rucksack „Und da ist alles drin?“ Ich bejahe „Boah, Klasse“. Sicherlich habe ich ein Handy mit dem ich alles organisieren könne, Unterkünfte und so... „Naja, mein Handy ist schon so Navi, Fotoapparat, Internet und was Telefone sonst noch so machen … aber schlafen tue ich Wald“. Sie guckt auf meinen Rucksack „Und da ist alles drin?“. „Ja, alles was ich dafür brauche“. „Dadrin?“kurze Pause. „Boah! Klasse!“. „Und wie machen sie das mit dem Job?“ (Da das ja etwas komplzierter ist, belasse ich es bei der ½ Wahrheit) „Den habe ich gekündigt“. „Boah, Klasse. Dann hat man ja Zeit. Die muss man ja nutzen – denn wann kommt sie wieder?“. „Ja eben“ entgegne ich. „Lassen sie mich ihr frühstück sponsoren“ sie greift in die Tasche und drückt mir 20 Euro in die Hand „Immer das machen worauf man Lust hat“ sagt sie und geht. Ich bleibe konstaniert zurück und irre verwirrt durch die Regale – war das grade Real? In der Getränkeabteilung begegnen wir uns wieder: „Das muss ich erstmal verdauen, aber vielen, vielen Dank und einen schönen Tag wünsche ich noch“ „Immer weiter machen“ sagt und geht Richtung Kasse. WOW! Ich spolier mal – das war das wirklich abgefahrenste was mir auf der ganzen Tour passiert ist. ...alles was ich jetzt schreibe kommt selbst drei Monate später seltsam banal daher. Der Tag war aber noch nicht zu Ende. Und dieser Tag ist einer der lange noch nachhallen wird... aber weiter. Ich frühstücke berge von Essen und laufe durch die sehr pittoreske Altstadt von Idstein. Auffallend viele Sticker der Identitären (#Hipsternazis) stören das Stadtbild. Ich brauche also länger in Idstein um allen habhaft zu werden – wandern ist eben nicht unpolitisch, ne!! Immer den Feldberg im Blick geht’s in seine Richtung. Abgefahren, der Blick auf den höchsten Taunusgipfel begleitet mich nun seit mehreren Tagen und jetzt ist's greifbar...“Heute stehe ich auf dir“. Vorher aber noch etwas „Heimatkunde“: Hinterm Feldberg gibt’s ein Moor? Das Heftricher Moor. Okay. Und Hausgebirge hin oder her, erst ab Schloßborn komme ich auf Wege die ich schon einmal gelaufen bin. Es folgt ab Glashütten der knackige Aufstieg zum Pass Rotes Kreuz wo ich klatschnass und fluchend ankomme. Ein Radfahrer redet mir gut zu „Bald geschafft“. Sind noch 200 Höhenmeter. Auf dem Feldberg angekommen, fühlt es sich unglaublich an. Ich mag den Feldberg eigentlich nicht. Heute liebe ich ihn! Ich mache Pause blicke zurück auf den Taunus und meinen Weg, versuche Wegmarken zu erkennen. Zu diesig. Ein anderes „Problem“ wird mir gewahr. Ich wollte eigentlich nur bis zum Altkönig heute -meinem persönlichen Hausberg. Das ist aber nur ne Stunde noch zu laufen und es ist halb drei. Bis Frankfurt durch zu laufen, hieße aber noch einmal dass zu laufen, was ich heute schon gemacht habe: noch mal 30km. Summa summarum über 60km an einem Tag!?! Ich bummel weiter zum Fuchstanz, trinke Schorle. Die Idee verfestigt sich. Am ende der Schorle steht's fest. Heute geht’s noch nach Frankfurt. (darf ich vorstellen, der Altkönig. Ist das nicht schön...? Nach ca 1200km durch deutsche Mittelgebirge immer noch der schönste Mittelgebirgsgipfel- knapp vor dem Lippischen Velmerstot ) Ich steige auf den Altkönig- sage ihm kurz Hallo. Da der E1 neuerdings nicht mehr über den Gipfel geht sondern um den Berg läuft, verlaufe ich mich erstmal. Echt! Auf meinem Hausberg! Nehme die Abkürzung nach Oberursel, einen mittlerweile gesperrten Downhill-Trail und mache von dort auf den laaaaangen Weg durch den Frankfurter Speckgürtel. Bei Stierstadt taucht die Skyline vor mir auf, ich bin selig! Musik auf die Ohren und ich schreie vor Glück. 44 Tage und ich bin bis Frankfurt gelaufen! Noch nicht... aber es fühlt sich grade so an. (Blick zurück) Es zieht sich dann doch. Endlich die Stadtgrenze passiert. Nordweststadt. Und absurderweise führt der Weg hier durch die „Nordi“ - die Shoppingmall des Viertels. Römerstadt. Nidda. Hier ist die Wegführung wegen Gleisbauarbeiten doof und da ich Bilder im Kopf habe wie ich im Viertel einlaufe, bleibe ich stur auf dem Weg... die Umleitung machts länger und länger und an der Autobahn entlang... mein Körper macht nicht mehr mit, der Kopf kann nun auch nicht mehr dagegen halten, bei Km 62,irgendwas nehme ich den näxten Short-Cut. Scheiß auf die Bilder im Kopf! Ich schleppe mich nach Bockenheim und gehe Essen und trinke Bier... Da ich ja mein WG-Zimmer untervermietet habe bin ich obdachlos und „wohne“ bei meiner Freundin, sie und ihre ganze WG sind aber alle auf einem Konzert – also warten... ich schreibe ihr ob sie Lust auf einen absacker im Hesseneck hat... kommt niks. Kommt lange niks. Gegen Halb 12 klingelt es bei mir und sie ist leicht verpennt am Telefon „Wie, was, du bist da?“ „Überraschung“... sie hatte nicht auf Mobile geschaut, ist direkt ins Bett... ich hatte mich ja auch erst für morgen angekündigt... so ist das mit diesen Überraschungen. Ein laaaanger Tag endet in einem gemütlichen, warmen Bett! Aua... Tag 45 und 46 Zwei Zeros... am nächsten Tag kann ich mich kaum bewegen...
  23. 11 points
    Tag 2 - Kärlingerhaus - Riemannhaus Ich komme tatsächlich früh weg, etwa zeitgleich mit den geführten Touren, die auch zum Riemannhaus, dann aber gleich weiter nach Maria Alm gehen. Scheinbar wird Berchtesgaden-Lienz gerade die angesagte Alternative zu Oberstdorf-Meran. Ich stapfe rechts statt links um den See herum, folge dem Bach nach Südwesten in Richtung des Salzburger Kreuzes und sinniere dabei, wie es wohl den beiden 35-Kilo-Nordlichtern ergangen ist. Ohne GPS ist es wirklich schwierig, sich hier zurecht zu finden. Immer wieder zieht Nebel herein, und der Schnee bremst das Tempo enorm und bringt das Entfernungsgefühl durcheinander. Zumindest ist der Schnee gut gesetzt. Die Grödel sind aber unverzichtbar. Die geführten Touren und ich wechseln uns an der Spitze immer mal wieder ab, und ganz langsam werden die Nebelfetzen etwas lichter. Es ist ganz anders als erwartet, letztes Jahr um die Zeit war feinster, schneefreier Sommer hier oben, aber es macht irre viel Spaß durch diese Schneewüste mit den sanften Hügeln zu stapfen. Ab und an ist vor einem auf einem der Hügel einer der Skitouren-Pfosten erkennbar und weist die Richtung. Kurz vor dem Riemannhaus klart der Himmel dann kurz ein wenig auf, und im Sonnenlicht ist alles noch einmal anders und genauso schön. Ein paar Skispuren zeigen, wie nah Winter- und Sommersaison beieinanderliegen können. Kurz nachdem ich am Riemannhaus ankomme, beginnt es zu nieseln. Ich warte trotzdem noch auf der Terrasse ab, dass die geführten Gruppen versorgt sind und wieder weiter gehen. Irgendwann tauchen dann auch die beiden Ultraschwerwanderer auf und erzählen eine abenteuerliche Geschichte von Nebel und Hagel, Versteigen am Viehkogel, hektischem Biwak zwischen Latschen und Umzug im Gewitter auf der Flucht vor Ameisen... Zumindest sind sie unbeschadet, wenn auch etwas müde, aber das tut ihrem Enthusiasmus keinen Abbruch und sie wollen unbedingt gleich weiter nach Maria Alm. Ohne Grödel, durch die schneegefüllte Rinne. Immerhin werden sie das Glück haben, dass die Gruppen vor ihnen schon Tritte gesetzt haben. Ich dagegen esse den obligatorischen, traumhaft fluffigen Kaiserschmarrn, trinke einen Kaffee, lungere entspannt herum, schreibe die ersten Tournotizen, esse wieder und spiele dann mit einer Gruppe junger Sachsen Karten bis es Zeit ist, ins Bett zu gehen. Der Hüttenwirt, lerne ich noch, hat die letzten zwei Tage eigenhändig die schwierigen Stellen am Abstieg freigeschaufelt und neu befestigt, weil die zuständige Sektion so spontan niemand dafür hatte. Ein wenig unausgelastet fühle ich mich nach der kurzen Etappe, aber das wird sich schnell ändern.
  24. 11 points
    Ausrüstung nicht direkt, ich habe aber über zwei Jahre lang bei jeder Wandertour immer 500g Spaghetti mitgeschleppt - ein Überbleibsel unserer ersten großen Wandertour auf dem Kungsleden. Das ist erst aufgefallen als ich meinen Deuter Aircontact 75+10 verkauft habe.
  25. 11 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    ...weiter... Tag 20 ...und wieder gerade aus...im Nieselregen. Abwechslung muss sein. In Scheuen am Segelflughafen fragt ich die Trailmarkierung 12km Heidschnuckenweg oder 7 km auf dem E1... klare Sache. Hallo E1! Auf dem Weg nach Celle schmuzel ich mir einen zurecht, dass die Affäre Heidschnuckenweg stürmisch in Fischbek losging, sich schnell abkühlte, bald Unsäglich wurde und ich nun wieder auf dem Trail bin dem ich für 2000km etwas versprochen habe... so blöde die Analogie ist, sie erheitert mich bis Celle. Apotheke: Voltaren, der Spann schmerzt noch immer. Kaffee, was zum reintunken und Steckdose fürs Handy- so kriegen alle was sie brauchen. Ich laufe raus. Laaange Kurve auf der Fußgänger*innenbrücke, Eine Kurve! Im laufe des Tages werde ich merken, dass meine einzige war. Am Alten Kanal wasche ich meine Füsse und meine Socken – Heidesand ist mean. Eine Horde Kitakinder kommt vorbei, ich unterhalte mich mit zweien. Sie erklären mir das hier ihr Abschlussritual von den Waldtagen stattfindet: Alles was sie im Wald gefunden haben und in den Kanal werfen wollen, können sie hier in den Kanal werden (natürlich nur natürliches)... Kool. Der Weg ist unspektakulär uns setzt dass fort, was schon war: Gerade aus, Monowald durchsetzt von Feldern und Weiden. Ich fluche ob der Erkenntnis, dass nicht die Lüneburger Heide das Problem ist, sondern die Norddeutsche Tiefebene. Ich erinnere mich an den Hundebesitzer vom Elbe-Lübeck-Kanal: „Da kann man schon zwei Tage vorher sehen, ob man Besuch bekommt“ Da hat wohl auch noch jemand noch nicht Frieden mit dem Ort seiner Kindheit geschlossen. Kommt mir vertraut vor. Irgendwo mache ich Pause mit Resupply und Essen – ich kann mich, mal wieder, beim besten Willen nicht erinnern wo (jetzt 2,5 Monate später) -bitter und aussagekräftig zu gleich... mein Insta sagt mir, dass die Abwechslung des Tages die Beläge des Weges waren und dass ich heute 43 km gemacht habe. Am Schluss ein wenig Singletrail durch den Wald- was mich sehr glücklich stimmte. Ich habe noch etwas Natur-Film von der grausamen Sorte in meiner Nachbarschaft: drei Blaumeisenküken sind aus ihrem Nest gefallen und wildes Piepen und Tschilpen und aufgeregt umherflatternde Eltern-Meisen und hilflos umherkugelnde Küken. Noch bevor ichs Bett gehe sind nur noch zwei... Achja: Ich Sag mal das ich den Heidschnuckenweg by the Way gethru-hiked habe... (done it! liebloses Beweisfoto) Tag 21 Ich werden von wildem Vogelgezeter wach... Tschilp. Piep, Kraaah... eine Stunde später ist's vorbei. Das Hörspiel ist zu ende. Die beiden Küken sind weg und eine Krähe ist etwas satter würde ich sagen. Ich baue mein Tarp ab, auf einmal fährt direkt vor mir eine Vespa vorbei (10 Meter vielleicht). Fahrräder folgen... viele. Huch. Ich laufe los. Des Rätsels Lösung: ich habe direkt neben einem Radweg gepennt- es gestern nur nicht gemerkt. Bis zum Steinhuder Meer Moore und viel Gerade aus... es zehrt an den Nerven. Das Teilstück um das Ottenhagener Moor finde ich ganz großartig. Lerne auf den Infotafeln viel über Moore. Eher zufällig stelle ich an einem Teich vor Bordenau fest das ich auf E1 Trailkilometer 700 bin. Kurzes Foto. Lächeln. Ich laufe weiter nach Steinhude. Es ist sehr windig. Die Luft ist feucht und riecht nach Regen. Ich war hier als Kind mal. Im Hintergrund sehe ich Hügel. Eeeendlich! Das Gelobte Land: Das Hannoversche Bergland! In Steinhude aufm Öffentlichen Klo gabs ne Steckdose. Naja – Hikertrash eben. Also gammel ich vor dem Klo rum. Bereite etwas Cold soaking Zeug vor, fülle Wasser auf. Hui Internet: Instastorie. Klobesucher anlächeln, Spülen, es gibt viel zu tun... (ich hätte nicht alles gleichzeitig tun sollen 10km später merke ich das ich mein Messer im Klo hab liegen lassen)... Ich finde keinen koolen windgeschützten Platz am See zum Essen. Schade! Hinter Hagenburg sehe ich ihn: Mount Kali (so nenne ich ihn). Beidruckende Abraum Halde des Kaliwerks Bokeloh. Gefühlte 1000 Fotos gemacht. Das Licht und der Himmel setzen das Ding aber auch echt gut in Szene – und es ist ein BERG!! Eine wohltat für meine Augen. Der Tag ist schon lang. Ich finde keinen Pennplatz ausserdem will ich auch noch näher an Bad Nenndorf ran... da ist ne Therme und morgen ist Thermen Tag – für irgendwas muss ich ja Bademantel, Schlappen und Saunatuch seit 730km mit mir rumschleppen... Laaaange gerade am Mittellandkanal. Mein Spann schreit aufhören! Da ist mittlerweile ne mittelpächtige Entzündung drin – schlimm geug um nach solchen Tagen zu motzen, aber nicht so schlimm als dass ich am Grundtempo und der Strecke ändern müsste... Im Hasterwald finde ich was. Tag 22 Die Nacht war... saukalt. AAAABER egal: Thermentag! Ich laufe nach Bad Nenndorf- vor mir Berge: Der Große Deister. Ich bin Euphorisiert. Die Sonne scheint. Ein erster Anstieg. Höhenmeter! OH MEIN GOTT! Oben angekommen blicke ich zurück in die Norddeutsche Tiefebene. Nie wieder flach! Die Therme hat noch nicht auf, dafür die Supermärkte: Fettes Frühstück und fetter Einkauf fürs SPA. Geilo!. Ich leihe mir alle Utensilien für einen entspannten Tag- das hatte ich vorher recherchiert. In der Therme senke ich mit meinen dann doch beinah 40 den Altersschnitt beträchtlich. Egal. Ich mache acht Stunden Wellness und breche gegen 16h wieder auf. Es geht direkt mit einem knackigen Anstieg los und ich bin direkt klatschnass und frage mich ob ich das wirklich vermisst habe. Ich stehe in einem alten Buchenwald, rauf und runter und vor allem Kurvig geht’s weiter bis ich auf dem Rücken des Großen Deisters angekommen bin immerhin 380m über Null... ich finde kurz vor dem Annaturm eine gute Stelle und baue entspannt und glücklich mein Tarp auf. Tag 23 ich habe entspannt sehr lange geschlafen. Das Wetter ist so la la. Viel Wind, leichte Schauer, ziemlich grau. Laufe los nach Bad Münder. Der ganze Wald ist voll mit welkem Bärlauch und es duftet dezent nach Knobi und Zwiebel. (Ein paar Blätter packe ich mir fürs Essen schonmal ein – Gourmet Hiker). In Bad Münder einen Affogato, Steckdose, noch einen Espresso – diesmal ohne Eis. Aufstieg in den Süntel hinein... bis ich sie hörte: Junge Männer, Bollerwägen, Bier, Boomboxen. Es ist Vatertag. Und die werdenden Väter dieser Nation bewehren sich mit eben jenem genannten und ziehen in die Wälder – und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Bis auf dem Hohen Süntel hatte ich einen ganzen Beutel von Müll. Ich legte mich noch mit einem schlaueren Exemplar an, weil er mir irgendeinen Spruch drückte und ich meine Affekte nicht im Griff hatte und pampig reagierte. Naja... Auf dem Gipfel: Bratwurtschwaden, Rockmusik, Müll, Bierseeligkeit und viel viel Testosteron... schnell weg. Beim Abstieg traf ich ein älteres Paar, die mich fragten ob das der Weg zum Hohen Süntel sei – ich bejahte und umriß kurz was sie da erwarten würde „Nein, das ist nichts für uns“. Gegen 17h erreichte ich Hameln. Eis und Füsse in den Brunnen – die Stadt hat schon schlimmeres gesehen. Zwei Leute verlassen dennoch den Platz am Brunnen, als ich mit einem seufzenden „Oh jaa“ meine dampfenden Füsse ins kalte Nass stecke. In Hameln bewege ich mich ob schwieriger Markierungsverhältnisse recht freestyle bis ich wieder welche finde. Sehr knackig geht’s hoch auf den Klütturm. Irgendwie schaffe ich es hier meinen Cold Soaking Container zu crashen und die Soße läuft mit in die Aussentasche... keine Ahnung wie. Notdürftig mit Gaffa geflickt und das Abendessen gerettet. Ich weiß nicht wie und wo, aber irgendwie habe ich sehr lange einen Abzweig verträumt und finde mich in einem absoluten Nirgendwo wieder... zurücklaufen? Nee. Zu spät. Zu weit. Müde. Mit schlechtem Netz und Google Maps, weil Komoot nicht will finde ich einen Fixpunkt für den nexten Tag. Weil um 20.30h und nach 43 km suche ich für mein Wohlfühlen keinen Trail mehr... eine Idee wo ich bin und wie ich von da wieder auf Trail komme reicht mir- ausserdem habe ich einen Traumspot gefunden. Nach 800km werde ich gelassenener. Tag 24 Den Trail fand ich morgens zwischen Dehrenberg und Aerzen. Und schon war er wieder weg. Oder besser: die komplette Trailmarkierung. Pfffuh... Der Hansaweg geht auch bis Lemgo. Pragmatisch. - Und hätte ich mich sauberer Vorbereitet: Dann hätte ich gewusst dass das ab Hameln so ist... warum mir das erst so spät aufgefallen ist, ist mir bis heute ein Rätsel. Ich mag das Lipper Bergland. Wald und Feld wechselt sich ab, ich laufe viel an Waldrändern und kann über die hügelige Landschaft gucken- ich mag sowas. Ich laufe parallel zum „Weg der Blicke“- stimmt die Aussichten sind wunderbar. Vor Lemgo verliere ich wieder mal den Weg. Ich laufe freestyle rein. Resupply bringt mir kein Cold Soaking Jar. Erstma frühes Abendessen. Und wieder Trail suchen... ich habe 43km in den Knochen und bin schnell genervt ob der schwierigen Markierungen. Ich laufe an einem Campingplatz vorbei... kurzes Überlegen...naja okay. Der Platzwart ist ein A*....kein netter Mensch. Auf der Rechnung steht Strom und ich frage ob's am Platz sei, ja wenn ich so'n Adapter habe. Mein Baseweight lässt sowas nicht zu. Ich entgegne aber „Nein habe ich nicht. Aber warum zahle ich dann dennoch Strom“ „Für die Beleuctung und all sowas“ grinst er mich an... ich komme mir verarscht vor. Schlucke es runter, ich bin zu Müde und zugegeben etwas perplex ob der Antwort. Mein Sinn für Gerechtigkeit und gegen Dummheit rebelliert – ich verspreche ihm ein Bier... (downtown Lemgo)
  26. 11 points
    Alle Fotos sind von mir. Die "gute" Wettervorhersage, die verhältnismäßige Nähe zum Wohnort und nicht zuletzt @J_P´s Rothaarsteig Reisebericht waren die ausschlaggebenden Faktoren für eine kleine "Vater-Sohn-Wanderung" entlang des Rothaarsteiges. Mit jeweils 1,5L Wasser und Trockenfutter für 5 Tage kamen wir auf 8,5 und 7,5 Kilo Rucksackgewicht. Baseweight jeweils um 5kg. Klandestine Waldübernachtungen waren spannend, aber kein Problem. Die eingestreute Kunst bereichert den ohnehin schon sehr abwechslungsreichen Weg. Alte und neue Infotafeln bieten Hintergrundinformationen. Historie und Geschichten gab es auch von einem einheimischen Wanderer. Ansonsten haben wir nur einen einzigen Langstreckenwanderer getroffen (Traditional, 20kg Rucksack). Der Abstecher auf die Bruchhäuser Steine lohnt sich definitiv. Lecker Decathlon-Tüten und Couscous mit diversen Saucentrockenmischungen. Couscous hat uns positiv überrascht, schmackhaft und sättigend, Top 100 Forums-Tip. Abendsonne nach einem glühend heißen Wandertag. Legales Zelten an des netten Landwirts Miniwäldchen. Größte Herausforderung war immer, eine waagerechte Fläche zu finden (deshalb die unorthodoxe Anordnung). Abseits des Hauptweges fanden wir die "Friedensquelle". Bei der Hitze und mit limitierten Wasserkapazitäten lernt man die Quellen zu schätzen und zu lieben. Filtern wäre wahrscheinlich nicht nötig gewesen, aber das Equipment will ja getestet werden. Leichtbekleidete Herren in durchsichtigen Kokons. Immer noch zu warm, bei 20°C Nachttemperatur. Die Kneipbecken sind auch was tolles (hätte nie gedacht, daß ich das mal sagen würde). Dramatische Brücke an der Kammvariante. Leider nicht "auf dem Weg" sondern nur eine Attraktion neben dem Weg. Die vielen urigen Bäume, tot und lebendig, verleihen dem Ganzen etwas Märchenhaftes (wohlig Schauriges). Am Rhein-Weser-Turm, nach etwas mehr als der Hälfte des Weges, haben wir dann wegen starker Schulterschmerzen abgebrochen, uns in der Hahnenquelle den Bauch mit Schnitzel vollgeschlagen und mit ÖPNV die Odyssee nach Hause angetreten. Hat uns Beiden aber extrem viel Spaß gemacht, Equipment hat wie geplant funktioniert und der Rest des Rothaarsteiges wird an einem langen Wochenende nachgeholt.
  27. 11 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    So, 14.07.2019 - Shkodra - Thethi - Valbona 6h aufstehen. Minibus soll um 7:30h kommen. Fettes Lunchpaket für kleines Geld vom Hotel: Je 2 Eier, Joghurt, kleine PET-Flasche mit frischgepresstem O-Saft, belegtes Baguette (oder sowas ähnliches). Um 7:30h kommt ein Fahrer im Jeep. Ich wundere mich etwas, hätte eher einen kleinen Van erwartet, aber um so besser. Jeep is schneller. Wir fahren noch ein anderes Hotel an und dann ist der Fahrer weg... Zuvor sagte er uns noch per Zeichensprache, dass 3 weitere Personen zusteigen werden. Irgendwann fängt meine Kollegin an, die Cafés auf der Suche nach ihm abzuklappern, nach 45min werden wir echt nervös. 6-8h hike vor uns. Im Hotel weiß niemand was. Irgendwann kriege ich sie dazu, dass sie im Kaduka anrufen, die rufen dann den Driver an, der erscheint dann endlich wieder, es stellt sich raus, dass es erst um 8:30h losgehen soll. Wahrscheinlich haben die anderen (Grossvater + Enkelkind und deren Guide) den Jeep für 8:30h gebucht und wir sind irgendwie dazugepackt worden. So what, wir fahren. Mit dem Jeep machen wir unseren ersten aussichtsreichen Pass, samt Pause. Auch später gibt es nochmal ne Cafépause. Das kapiere ich erst nach der Rückreise, dass das hier einfach dazugehört. Päuschen machen..., außerdem wird so gut wie immer abgebremst, wenn ein Jeep entgegenkommt und man hält ein kurzes Schwäzchen. Die letzte Stunde Fahrt hat es in sich. Ich werde total müde, aber Einschlafen is nich, mein Kopf donnert in schöner Regelmäßigkeit gegen das Fenster. Bukkelpiste vom Feinsten. Immer schön die Serpentinen scharf am Abhang entlang. Der Driver ist aber Profi. 11:30h kommen wir an. Geht doch. Bevor wir in Theth loslaufen, wird der Rucksack um einen Teil des riesigen Lunchpaketes erleichtert. Jogurt, frisch gepressten O-Saft sowie je eins der Eier verdrücken wir gleich. 12h Abmarsch. Rother sagt 6:30, Cicerone 8h. Bzgl Höhenmeter mutet Rother etwas mehr zu als der Brite. 1220 rauf 1040 runter. Ist aber gut markiert und die meistbegangene Etappe. Der Pass wurde seit jeher zum Austausch von Waren genutzt. Ich nehme aber an, es liegt eher daran, dass die Tour möglicherweise als "must do" im Lonely Planet drin ist, es begnen uns nämlich alle möglichen Menschen mit dem unterschiedlichsten Schuhwerk, fit, unfit mit Säugling im Tragetuch und Trailrunner mit Ghettoblaster... Das ist aber wirklich nur bei dieser Etappe so. Wir sollten nicht trödeln. Einkehr in der wunderschönen Waldbar unterwegs zum Pass is also nich. Um 15:30h überschreiten wir den Pass (1797m) und ich muss sagen, ich bin auch echt froh, als wir oben sind. Ich finde, am ersten Tag geht's gleich ordentlich zur Sache. Schließlich liegt meine Wahlheimat auf 6 m über Normalhöhennull. Runter müssen wir uns auch gut konzentrieren, ist etwas geröllig. Auch die nächste Bar lassen wir rechts liegen, die Leute sind eh mit Zaunarbeiten beschäftigt. Ankunft 19:30h im Guesthouse in Valbona. Ein junger, sehr freundlicher bärtiger Typ läuft uns entgegen. Zimmer top, Dusche eiskalt. Für mich daher nur Katzenwäsche. Vielleicht is morgen früh mehr drin. Abendessen: mega Hunger, die gegrillte Forelle war ausgezeichnet. Backkartoffeln und Salat sorgen für Sättigung. Hätte nicht gedacht, dass das bei mir heute klappt, ich meine mit der Sättigung.
  28. 10 points
    So, einen gibt es noch, dann ist eine kurze Verschnaufpause angesagt Tag 7 - Fraganter Schutzhaus - Stall Wir haben heute keine Eile. Das Fraganter Schutzhaus ist wirklich eher ein Hotel. Geräumige Zimmer, nobler und moderner Speiseraum, eine richtige Bar. Fühlt sich irgendwie komisch an, aber nicht unwillkommen. Dass Abendessen war super und das Frühstück ist auch gut. Kaffee gibt es von der großen Kanne, und ich brauche mehr als eine Tasse, um richtig wach zu werden. Der Rollbahnweg ist schön. Es geht am Hang entlang durch den Wald. Wir füllen die Trinkflaschen an einer Quelle mit richtig leckerem Wasser - ja, auf längeren, heißen Touren werde ich zum Genießer, auch wenn es triviales Wasser geht. Leider dauert der schöne Teil nur eine knappe Stunde, dann ist wieder ein Fahrweg angesagt, bis wir noch mal 30 Minuten später an der Goldberghütte ankommen. Das ist eine urige alte Hütte auf der die Zeit vor dreißig Jahren stehen geblieben ist, und auf der man sogar übernachten könnte. Wir sind die ersten Besucher dieses Jahr und der Wirt freut sich über uns. So sehr, dass das "Käsebrot" das wir uns, da wir ja erst gefrühstückt haben, teilen, aus vier Broten mit jeweils 200g hausgemachtem Käse besteht. Lecker ist es, und für das Geld, das er für ein Radler und ein halbes "Käsebrot" nimmt, bekommt man daheim gerade mal einen Cappuccino. Schmunzeln können wir auch über die uralten emaillierten Reklametafeln an den Wänden. Natürlich haben wir der Landwirtschaft geholfen. Wir winken beim Gehen noch mal hoch und genießen das letzte Stück über weichen Boden. Die normale Route über die Sargasser Alm ist gesperrt, da dort massiv Schneebruch aufgearbeitet wird, und so müssen wir bald wieder über Teer laufen. Der Weg hinab zieht sich, und M.'s Knie hätte keine Freude daran gehabt. Wieder schieben sich die Wolken drohend zusammen, und so versuchen wir, etwas aufs Gas zu drücken. Allein, wir schaffen es nicht ganz bis zur Unterkunft. Gerade als wir den Fuß in den Ort setzen, öffnen sich die Schleusen. Wir flüchten uns in die kleine Bäckerei, essen ein Stück Plunder und quatschen mit der Chefin und einer Bekannten von ihr. Sie wollte gerade den Laden zusperren, und als sie die Sturzbäche draussen sieht, bietet sie uns an, uns den letzten Kilometer bis zur Unterkunft zu fahren, was wir natürlich danken annehmen. Das ist schon zum zweiten Mal Trail Magic. Beim Postwirt hat M. schon für jeden von uns ein großes Zimmer mit Balkon reserviert, und wir genießen dankbar die Annehmlichkeiten der Zivilisation. Vor allem der eigenen, kostenlosen Dusche. Wir sind uns einig dass ein Pausentag angebracht ist. E. und sind beide ein wenig erschöpft, und mit dem vielen Regen war an Wäschewaschen nicht zu denken. So wird gewaschen und geschrubbt was das Zeug hält, und dann wird ausgiebig mit daheim telefoniert, gegessen und noch etwas mehr gegessen... Ich ziehe ein kurzes Zwischenfazit. Der ÜLA CDT ist nicht wirklich bequem. Der Rücken ist viel zu kurz und der Hüftgurt zu weit außen angesetzt. Er rutscht, und mit viel Wasser im Rucksack habe ich nach wenigen Schritten das ganze Gewicht auf den Schultern. In meine Cascadia dagegen habe ich mich verliebt. Ja, es geht nass rein, aber genauso schnell trocknen sie wieder, und die Merinosocken haben im Schnee einen Neopreneffekt, so dass ich nie gefroren habe. Die Sohle ist griffig und die Kanten steil genug, um auch in steilen Schneefeldern, und ich meine richtig steile Schneefelder, noch guten Halt zu finden. Das Merino-Mix T-Shirt trocknet schnell und ist super angenehm. Die Ortovox-Knöchelsocken sind angenehm und reiben nicht. Ich habe zum ersten mal seit langer Zeit auch nach einer ganzen Woche keine Blase. Meine Knie danken mir die leichten Schuhe, und ich ziehe nie, nie wieder freiwillig Bergstiefel an. Außer ich will auf einen 5000er steigen. Aber auch dann nur vielleicht. Wir bekommen eine kleine Hiobsbotschaft, denn der Weg hoch zur Hugo-Gerbers-Hütte ist ebenfalls wegen Waldarbeiten gesperrt. Den ganzen Sommer lang. Wir überlegen hin und her und ich finde dann eine Route direkt zur nächsten Hütte auf der Tour, der Feldener Hütte. Der Wirt bietet sich an, uns ein Stück die Teerstraße hoch zu fahren, und mit dem Wissen, dass die Planung gesichert ist, genießen wir einen entspannten Tag im Dorf, erledigen kleinere Einkäufe und Essen natürlich. Gut und oft. Bis hierher bin ich 7190 Meter hoch gestiegen und 6920 wieder runter. Die gelaufene Strecke beträgt klägliche 126 Kilometer (Tag 1 und vor allem 2 drücken den Schnitt ungemein), aber es fühlt sich wie ein halber Kontinent an
  29. 10 points
    BitPoet

    Kurze Tour durch den Sumava (Böhmerwald)

    Mit viel neuer Ausrüstung und einem verlängerten Wochenende galt es, die beiden in eine sinnvolle Verbindung zu bringen. Durch einen Hinweis hier im Forum (danke, @derray!) bin ich auf die Notübernachtungsplätze im Böhmerwald-Nationalpark gestoßen. (Alle Fotos in diesem Beitrag wurden von mir selbst gemacht) Tag 1 - Bayerisch Eisenstein -> Stara Hurka, 13km Am Donnerstag - nach langem Ausschlafen - ging es um 9:45 los zum Bahnhof und dann gute 3 1/2 Stunden mit der DB und der Waldbahn bis Bayerisch Eisenstein, den erwählten Startpunkt meiner Tour. Der Wetterbericht hat leichten Regen für die Nacht vorhergesagt - hurra, mein Duplex hat eh noch keinen gesehen - aber danach schönes Wetter. In Bayerisch Eisenstein verläuft die Grenze durch den Bahnhof, was irgendwie witzig ist. Man könnte hier noch ein paar Stunden verbringen um sich über den Naturpark aufzuschlauen und das Localbahnmuseum zu bewundern, aber die Wolken hinter mir sehen nicht so aus als würden sie bis in die Nacht warten... Also laufe ich los. Gleich nach dem Bahnhof steht schon der erste Wegweiser, ganz in Tschechisch, aber ich glaube trotzdem zu erkennen dass ich gleich auf dem E6 wandeln werde. Das ist erst mal kurios, denn ich habe erst kürzlich im Wikipedia-Eintrag zum E6 geschmökert, und darin wird Tschechien nicht erwähnt. Jetzt, daheim, schaue ich auf der offiziellen Seite nach und sehe da natürlich Tschechien. Das muss dem Wiki Peter unbedingt mal jemand sagen! Für den Nachmittag steht nur eine kurze Etappe auf dem Programm bis Stara Hurka, was laut Outdooractive ungefähr 13km sein sollten. Jetzt war ich noch nie im Bayerischen oder Böhmerwald unterwegs und kann mein Tempo hier schlecht einschätzen. Deshalb lasse ich mir nicht zu viel Zeit. Der Wind frischt auf, die Wolken ziehen sich immer wieder drohend zusammen, und ich gebe auf dem zur Hälfte geteerten Weg Gas. Ein paar Radfahrer sind unterwegs, und an den Steigungen überholen wir uns nach den kurzen Pausen immer wieder gegenseitig. Bin ich so fit oder die, uhm, nicht? Wohl eher letzteres Nebel und Nieselregen ziehen herein, viel früher als vom Wetterbericht vorhergesagt, und ich befürchte schon, dass das wieder so eine typische August-Tour wird an der Aussicht und ich nie zur selben Zeit am selben Ort sind. Dann reißt es aber doch kurz mal auf, ist zwar diesig, aber die sanften Hügel des Bayerischen Walds sind gut zu erkennen. Mittlerweile habe ich mich auch schon von 800m auf über 1100 hochgearbeitet, und langsam dämmert mir, dass ich viel zu schnell bin. Ich trödle deshalb herum - die Notübernachtungsplätze dürfen ja erst ab 18:00 Uhr genutzt werden - tapse am Camp vorbei noch 100m weiter zur Ruine einer alten Kapelle, die ich vor lauter Pause machen zu fotografieren vergesse und deshalb später beim Wasserholen noch mal besuche, und schlage dann Punkt 6 mein Zelt auf dem super angenehmen und einsamen "Notübernachtungsplatz" von Stara Hurka auf. Plumpsklo an der Straße, netter Trampelpfad zum holzumzäunten Platz, eine Sitzgruppe - was will man mehr? Endlich kommen jetzt meine neuen BD Distance Carbon FLZ zum Einsatz, und ich spiele ein wenig herum, bis die Höhe passt. Mit 122cm habe ich tatsächlich wie von ZPacks angegeben einen "near perfect pitch". Das Zelt steht pünktlich für den ersten richtigen Regenschauer, der aber nur kurz ist. Die Windböen dabei lassen mich aber schon mal Vertrauen in mein Zelt fassen, und die Heringe bewegen sich keinen Millimeter. Ich laufe danach noch mal los und filtere Wasser aus einem Bach ca. einen Kilometer entfernt und mache bei der Gelegenheit endlich das Bild der Ruine. Ich habe auch noch Glück und die Sonne spitzelt durch die Wolken! Das Wasser ist mir zuerst nicht ganz geheuer. Es treiben kleine Schaumflöckchen darauf - es ist wohl richtig viel Eiweiß drin - aber dafür habe ich ja den Sawyer dabei. Was mir nicht so gut gefällt ist, dass das Wasser auch nach dem Filtern noch nicht alles von seiner Färbung verloren hat. Nach einem Blick auf die Flasche könnte man ob des gelblichen Einschlags auf ganz falsche Gedanken kommen. Ich schnüffle deshalb ausgiebig daran, mache dann ein paar Geschmackstests und beschließe, dass es wohl okay ist. Ganz hinten im Kopf ist noch eine Erinnerung an den Erdkundeunterricht in der Grundschule, an Moorwasser, altes Laub und Tannine - feucht genug ist es ja hier - und an Eisenfärbungen, was auch gut sein kann. Beides bringt mich sicher nicht um, also behalte ich das Wasser und lasse es drauf ankommen. Ich bin kaum zurück, da kommen weitere Wanderer an. Alles Einheimische mit Husky-Zelten, bis auf einen, der ein Bivy-Zelt aufstellt und sich mühsam eine der Bänke dorthin quer über den Platz zieht. Naja. Als es langsam zu dämmern beginnt zähle ich 7 Zelte, aber es fühlt sich nicht eng an. Es wird gekocht. Bei den meisten gibt es Knorr Spaghetteria, bzw. das tschechische Pendant dazu, angereichert mit allem möglichen was die Dosengemüse-Abteilung so her gibt. Ich koche Wasser für meine erste Tüte Trailnahrung - der BRS3000 kämpft ein wenig mit dem Wind, und ich schirme ihn mit der Tüte und den Händen so gut es geht ab - und gieße dann in freudiger Erwartung 350ml sprudelndes Wasser ins Beef Stroganov von Travellunch. 10 Minuten später löffle ich mein seltsam suppiges, geschmackloses Etwas mit Reis und sehe den anderen neidisch zu. Dann geht auch der Regen richtig los, und da es hier keine Spur Internet gibt, ist das die perfekte Gelegenheit, meinen Kindle herauszukramen und endlich mal wieder ausgiebig etwas anderes zu lesen als nur immer Ausrüstungsbewertungen... Die ganze Nacht ist verregnet und windig. Ich bleibe aber schön trocken im Zelt, und im X-Lite 400 ist es kuschelig warm. Wenn da nur nicht... tja, es stimmt leider, irgendwie scheinen alle Uberlite ein Luftproblem zu haben. Ich blase meine während der Nacht mehrfach auf, weil ich mit der Hüfte auf dem Boden liege und das richtig unangenehm ist. Zumindest mein großes S2S-Kissen tut brav was es soll und fast bequemer als das "richtige" zuhause. Vielleicht sollte ich ganz auf Luftkissen umsteigen? Mit dem Gedanken im Kopf schlafe ich um 3:00 Uhr zum letzten Mal für diese Nacht ein, während der Regen als feines Rieseln das Schnarchen meiner Zeltnachbarn übertönt. ...Fortsetzung folgt im nächsten Artikel...
  30. 10 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Mi 24.07.2019 Theth Ich frühstücke mit den StudentInnen, die ich gestern Abend beim Essen kennengelernt habe, ein Österreicher Pärchen und eine Kanadierin auf Europa-Tour. Alle wollen nach Valbona heute. Ich werde wohl zum Wasserfall gehen, vielleicht noch weiter zum Syri i kalter (wieder ein „blaues Auge“). Bis zum Wasserfall gehts ganz gemütlich. Die Kombination der beiden Touren ist allerdings nicht so ne gute Idee. Man muss zum Syri i Kalter sehr, sehr lange am Fluss entlang gehen. Auf dem Weg durch Das Tal, durch die trockenen Bachbetten brutzelt die Sonne extrem und es zieht sich ewig in die Länge Freue mich, als ich endlich eine Bar sehe und was kaltes zu trinken kriege. Mir reichts für heute. Der Rückweg geht schneller, auf dem Weg fotografiere ich noch ein paar der etwas morschen oder speziellen Brücken. Als ich am Abend in Theth reinlaufe, sehe ich Schafe auf dem Weg nach Hause den Fluss queren und den abendlichen Kuh-nach-Hause-Abtrieb. Do 25.07.2019 Theth - Shkodra Die Heimreise steht langsam an. Heut fahre ich mit dem Mini-Bus wieder nach Shkodra. Eigentlich nicht viel Programm, aber die Fahrt wird wieder zu einem kleinen Ereignis. Ich werde pünktlich um 12h abgeholt, denke, dass wir noch das ein oder andere Gästehaus abklappern und dann straight nach Shkodra fahren. Nix da. Erst mal werden noch 2 oder 3 Leute abgeladen, ok, dann werden aber erstmal noch Waren oder was auch immer ausgeliefert. Fühle mich wie in einer modernen Postkutsche: Brot, Tomaten, Gasflasche wird hier und da verteilt. Und vor allem mit JEDEM, wirklich JEDEM, dem der Fahrer begegnet, wird ein Schwätzchen gehalten (natürlich mehr Männer als Frauen). So zieht sich das ewig hin. Irgendwann sammelt er noch ein paar Leute ein (unter anderem nimmt er auch ältere Einheimische für ein paar hundert Meter mit) und insgesamt tuckern wir 1h durch den kleinen Ort, ehe wir ihn verlassen. Ich werde schier wahnsinnig, weiß ich doch, dass wir noch ne echt anstrengende Fahrt über extrem schlechte Serpentinen-Straßen über die Berge vor uns haben. Auch als er den Ort verlassen hat, quatscht er wieder mit jedem albanischen Autofahrer, der uns entgegen kommt. Eigentlich aber ganz nett, mit der Zeit wird mir klar, dass das hier eben so ist, und diese Gelassenheit ist natürlich auch superschön. Mein Flieger geht eh erst morgen und in Shkodra hab ich eh nix mehr weiter vor. Fr 26.07.2019 Die Nacht habe ich wieder in meinem Lieblingshotel Kaduka verbracht, das ich schon von der Anreise kenne. Am Vorabend hatte ich noch nach dem Bus nach Podgorica gefragt, die nette Frau wusste aber von meinem angepeilten 7h-Bus nichts (hatte ich aus dem Internet), in ihrem Fahrplan gibts nur einen um 10h. Ich fliege erst am Nachmittag, aber sicher ist sicher. Will schon versuchen, den um 7h zu kriegen. Bekomme statt Frühstück das gleiche Lunchpaket wie am ersten Tag und los geht s zur Bushaltestelle. Nach ersten Unsicherheiten, wo ich warten soll (ich bin scheinbar die einzige Person), kommt ein Mann auf mich zu und sagt mir, der Bus würde um 7:30h fahren, er zeigt mir wo ich warten soll. Während ich warte, kriege ich von irgend nem Typ eine Angebot für eine Fahrt nach Podgorica, lehne aber ab. Um kurz vor 8h ruft der Typ, der mir die Haltestelle gezeigt hat, „seinen Kollegen“ an, wie er sagt. Er vermittelt mir, der Mini-Bus käme in 10min. 15min später kommt tatsächlich ein Mini-Bus. Zwar ne andere Firma, wie ich dachte, aber egal. Ist voller Leute und fährt nach Podgorica. 1min später kommt ein noch kleinerer Mini-Bus, sitzen auch Leute drin, sieht aber nicht so offiziell aus. Der Fahrer von Mini-Bus 1 sagt mir, ich solle dort mitfahren, warum auch immer. Kommt mir etwas seltsam vor, aber da ja da auch Leute drin sitzen, mache ich das einfach mal. Muss etwas weniger für das Ticket bezahlen, aber immerhin bekomme ich eins, das beruhigt mich etwas. Ein seltsamer Mann, der etwas alkoholisiert duftet, macht mir seltsame Zeichen und Gesten, keine Ahnung was er meint. Habe ich nun einen super Deal gemacht? Hm, der gute Mann wird die ganze Zeit neben mir vorne sitzen... Der Bus ist voll. Dann streitet sich unser Fahrer erstmal ne halbe Stunde mit nem anderen Busfahrer, um 8:30h gehts dann los. Gut, dass ich es nicht eilig habe, 15min später wird ein Hotel angesteuert. Ich denke, da wird vielleicht noch jemand abgeholt, warum auch immer…, aber nein, hier wird erstmal eingekehrt und ein Café getrunken. Okay. Ich latsche den Insassen meines Mini-Mini-Busses einfach hinterher und setze mich mit an denselben Tisch, da stellt sich heraus, dass fast alle aus dem Mini-Mini-Bus eine Familie sind, (der Typ neben mir jedoch nicht). Sie fahren eine Woche ans Meer (der Bus fährt anscheinend weiter ans Meer). Die 3-Generationen-Familie, in die ich mich ausversehen eingezeckt habe, ist supernett, total entspannt drauf und ich werde sofort auf den Café eingeladen.. Es gibt auf der eigentlich 2-stündigen Fahrt noch die ein oder andere weitere Pause, insbesondere natürlich am Grenzübergang, hier wechselt auch der Fahrer und um 10:20h kommen wir in Podgorica an. Eigentlich will ich da noch ein wenig rumlaufen, aber so richtig weiß ich nicht wohin und es ist hier auch sehr heiß. Ich esse noch ne Kleinigkeit und fahre dann relativ bald zum Flughafen. Der Flug zurück nach Deutschland - alles relativ unproblematisch, wieder über Warschau. Fazit: Es war eine tolle Tour und ich will auf jeden Fall nochmal den Rest der Runde nachholen. Wer etwas ambitionierter ist, kann bestimmt noch den ein oder anderen Peak mit einbauen. Aber auch so, fand ich die Etappen sehr abwechslungsreich. Man kann die Tour komplett ohne Zelt machen, aber selbst wer ein Zelt mitnehmen will, dem empfehle ich trotzdem hin und wieder bei den Leuten zu übernachten, insbesondere in Ceremi oder Doberdol. Den Leuten kommt was zu Gute und es ist schön, näher mitzukriegen, wie sie so leben.
  31. 10 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Mo, 15.07.2019, Valbona - Ceremi Weiter gehts heute statt mit der regulären 2. Etappe mit einer Variante über den Prosllopit-Pass (2027 m). Wir überqueren damit den Hauptkamm des Prokletije. 1300m up, 1040 down, 6:45 - 7h soll es dauern. Man kann vom Pass den Zla Kolata besteigen, wir lassen das aber aus. Mit 2534 m ist er die höchste Erhebung Montenegros, gilt aber nicht als höchster Berg des Landes, weil sich der Großteil des Massivs in Albanien befindet... Wir werden noch über einen weiteren Pass kommen, dem Qafa e Borit (1659 m), und dazwischen befinden wir uns kurz auf montenegrischem Terrain. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir in Shkodra City gestern bei Sonnenaufgang von einem krähenden Hahn geweckt wurden? Heute kein Hahn, dafür rumpeln aber die Mädels vom Nachbarzimmer in aller Frühe. Zum Wachwerden gibt es eine eiskalte Dusche, Frühstück, 9h Aufbruch. Die Etappe ist großartig, wow... Lange Zeit ging es oberhalb der Baumgrenze über steinige Wiesen. Der Abstieg ist jedoch ziemlich anstrengend und lang, man muss sich echt konzentrieren, es gibt ziemlich steile Stufen für ein paar Schritte. Ich gebe zu, bei solchen exquisiten Stellen, werde ich zur Bergschnecke. Gottseidank schnell vorbei. Irgendwann kommen wir zu einer Hirtensiedlung. Hühner mit Küken, Hahn, Pferde, Kühe mit äußert hübschen Kälbchen laufen alle fröhlich in der Abendsonne durcheinander. Ich hoffe, den Abend ebenfalls vor einer Hütte in der Sonne verbringen zu können. Wir steigen weiter ab und queren Wasserläufe, an einem Bach ist der Weg nicht eindeutig. Wir gehen nach Markierung leider den unattraktiveren Weg (Schlammpiste), wie es sich später rausstellt. Der Rother-Track wäre besser gewesen. Wir kommen an. Zwar nach netto 8:45h statt 7h, aber was solls. Wir kriegen ein zauberhaftes Hüttchen in unserem Zielort, Ceremi. Das Guesthouse Kujtim Gocaj's besteht aus lauter solchen unterschiedlichen Hexenhäuschen. Wir sehen ein paar Wanderer an einem zentralen Platz zwischen den Häuschen draußen sitzen. Bier kann man sich einfach selbst aus dem Wassereimer nehmen. Die Dresdner, die wir gestern Abend kennenlernten sind da, eine lustige, kleine englische Wandertruppe und ein Berliner, der leider heute auf dem Weg nach Doberdol (nächste Etappe) umgeknickt und sich mit dem Pferd wieder zurück hat bringen lassen müssen. Abendessen wird gemeinsam in der entsprechend dafür gedachten Hütte eingenommen und da es wieder ordentlich kalt ist, gehen wir früh in unser Schlafgemach. Die Oberschenkel brennen, es war aber ein wunderschöner Tag. Unsere Unterkunft in Ceremi:
  32. 9 points
    Matzo

    Impressionen von Touren

    Zwei Tage Hüttentour zu siebt im Kaisergebirge. Rucksackgewichte zwischen 5,5kg und 13,5kg, inklusive Wasser und Klettersteigausrüstung. Alle Fotos von mir Wer experimentell und UL unterwegs ist, braucht dann auch ein dickes Fell. Der China-Schirm-Hut hat allerdings gut funktioniert. Sehr spannende Klettersteige... Die Tyvek-Jacke und die Loopo-Lite-Strapse tragen auch zur UL-Imagebildung bei. Der Jubiläumssteig bildete den krönenden Abschluss. Samstag Nachmittag dann Abbruch wegen Bettwanzenwarnung in der Herberge. Hat trotzdem ziemlich Spaß gemacht.
  33. 9 points
    Tag 5 - Rauris - Schutzhaus Neubau Es wird ernst. Für mich und E., denn M. traut seinem Knie die Tour über die Fraganter Scharte nicht zu. Wir rufen auf dem Schutzhaus an um die Verhältnisse abzuklären, und der Hüttenwirt ist nicht allzu optimistisch. Für den späten Nachmittag sind morgen zudem Gewitter angesagt. Wir wägen lange ab, aber irgendwann beschließen wir nach dem Studium der Karten, dass wir es auf einen Versuch ankommen lassen. Keinem von uns beiden ist Schnee ganz fremd, und es gibt auf der Hälfte des Weges eine Ausstiegsmöglichkeit nach Hinterfragant und dazwischen auch noch ein paar Möglichkeiten, sich in einem Worst Case zu verkriechen. M. wird mit dem Bus nach Stall vorausfahren, und entweder geht er uns dann in zwei Tagen entgegen, oder wir treffen uns dort. Der Wandertag beginnt dann nach einem reichlichen Frühstück wieder mit Teer. Kurze Versuche, auf einen der Wanderwege zu kommen, scheitern alle an Sperrungen, und nach dem kleinen Abenteuer über Stock und Stein gestern werden wir nicht allzu kreativ. Überall ist Stacheldraht, als gäbe es den hier im Sonderangebot. Manchmal fühlt man sich fast wie an den früheren Ostblock-Grenzen, und die Kuhsperren sind oft so eng dass man den Rucksack abnehmen und über Kopf tragen muss um nicht an den scharfen Dornen hängen zu bleiben. Es bauen sich auch immer mehr Wolken vor uns auf, und wir beeilen uns, die 25km und 1470m Aufstieg nicht zu lang werden zu lassen. Als wir gerade die Passstraße hoch laufen werden wir von einem uralten Traktor nach dem anderen überholt, die sich schnaufend und rußend hinauf quälen. Die Nummernschilder sind aus Belgien, Luxemburg und dem Rheinland, und geschlossene Kabinen sind Fehlanzeige. Wir schmunzeln und winken. Nach ca. 3 Stunden kommen wir an einer Gaststätte an, auf deren Parkplatz die Traktoren schön aufgereiht stehen. Wir erfahren, dass das ein Oldertimer-Club aus Belgien ist, der regelmäßig solche Ausflüge macht. Leider haben wir nicht viel Zeit, denn die Wolken werden immer dunkler. Wir haben gerade das kurze Stück Fußpfad hinter der Mautschranke hinter uns gebracht, als es zu blitzen und donnern beginnt und der Himmel seine Schleusen öffnet. Der Regen ist so schwer, dass er hart auf den Kopf prasselt. Just als wir überlegen, ob wir uns irgendwo verkriechen sollen, kommt ein Auto und hält an. Die Fahrerin sagt, wir sollen einsteigen und sie bringt uns bis zum Parkplatz am Ende der Mautstraße. Sie hat selbst schon mal eine Weitwanderung gemacht und nimmt seitdem alle Wanderer mit, die sich in widrigen Umständen wiederfinden. Wir sind heilfroh und wirklich dankbar, dem Unwetter ein paar Minuten entkommen zu können. Es hagelt ganz kurz, aber kaum rollen wir auf den Parkplatz zwei Kilometer weiter, schon beruhigt sich das ganze wieder. Wir sind erleichtert, denn im Gewitter auf fast 2200m aufzusteigen ist keine gute Idee. Wir stärken uns noch einmal kurz in der Hütte in Kolm-Saigurn, ganz am Ende des Talkessels. Hier gäbe es ein interessantes Bergbau-Museum zu bestaunen, aber es ist halt wie üblich viel zu wenig Zeit... Rundum sehen wir schon die mit Schnee bedeckten Hänge, und über uns warten breite Schneefelder darauf, gequert zu werden. Aber das kommt erst morgen. Heute schauen wir uns das ganze mal vorsichtig an und beschließen, beim Abendessen noch mal alle Fürs und Widers durchzugehen. Der Aufstieg ist wunderschön, mit viel Stein und Fels durch den Wald hinauf. Es ist zwar durch den Regen alles etwas rutschig, aber meine Trailrunner halten 1A. Die Sonne kommt immerhin wieder heraus und wir können die geniale Aussicht von hier oben auf die nahen 3000er genießen. Außer uns ist nur ein anderer Gast im Schutzhaus, und der Hüttenwirt kommt kurz nach unserer Ankunft mit einem Sherpa herauf, der hier den Sommer über arbeiten wird. Das Schutzhaus ist schön und geräumig, und im Lager haben wir allen Platz der Welt - und sogar Steckdosen in ausreichender Zahl. Wir genießen ein 3-Gänge-Menü vom feinsten und gehen noch mal unsere Planung durch. Wir werden morgen definitiv über die Scharte gehen und dabei die ersten sein dieses Jahr. Drüben liegt noch viel Schnee, und wir werden einiges an Zeit brauchen. Die super netten Wirtsleute machen uns deshalb schon um 5:00 Uhr Frühstück - im Gegenzug müssen wir versprechen, einen Lagebericht zu geben wenn wir drüben sind. Wir bestaunen noch einmal die Aussicht im Abendlicht bevor wir uns früh in Richtung Bett aufmachen.
  34. 9 points
    BitPoet

    Basic Packliste Sommer, kurze Tour

    OT: ich stell mir grade vor, wie ich mich unter meinem 25x35cm Mikrofasertuch zitternd zusammenrolle
  35. 9 points
    LAUFBURSCHE

    Zeigt her - eure bewährten X/S/UL Packlisten

    Hi, damit es hier auch mal losgeht, mal eine meiner Packlisten aus 2010 . Natürlich hat sich seit dem vieles an Gear weiterentwicklet, aber immer noch ne solide Liste. Sommer, +/- 10°C, leichtes Mittelgebirge 173cm/71kg XUL (BW+FSO=2139g < 5lbs=2270g) Beste Grüße, LaBu
  36. 9 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Mi, 17.07.2019 Doberdol - Babino Polje In Doberdol wird in der Sonne gefrühstückt, zwar in den Quilt eingemummelt, aber ab heute geht's wettertechnisch bergauf. Es werden Gerüchte verbreitet, dass auf dem Pass ein alter Typ mit Axt ("the evil") rumlungert, der Wegegeld will (überqueren wir mal wieder eine Grenze?), dazu noch ein paar Hütehund...? Hm :/. Aber erstmal 400m die wunderschönen, aber steilen Wiesenhänge hoch auf den Grenzkamm und dann der ersten Pass auf 2228m. Oben kein "evil" der uns Geld abnehmen will, hatte schon den 5-Euro-Schein bereit gesteckt... Vom Kamm aus kann wieder was bestiegen werden, der Trekufir, 2365m, hier treffen die 3 Ländergrenzen aufeinander. Das mit den Grenzen ist aber auch ständig Thema hier... Von nun an geht es auf montenegrischer Seite über tolle baumlose Landschaft über einen wunderschönen Höhenweg. Nach dem Roshkodoli-Pass (2248m) - wir sind kurz im Kosovo - soll es eigentlich wieder auf den Grenzkamm gehen und über einen Verbindungsweg nach Montenegro zum Zedlo Zavoj, einem Kreuzungspunkt verschiednerer Bergpfade. Wir verpassen aber die Abzweigung und steigen einer anderen Gruppe hinterher eine steile Wiese ab. Schnell merken wir, das runter nicht korrekt ist. Puh, den Hang wieder hoch. Die Rother-Beschreibung hilft nicht wirklich gut, aber mit Hilfe des GPS finden wir den Verbindungsweg zur 7. Etappe nach Bobino Polje. Mit diesem Verbindungsweg kürzen wir also den Rundweg ab, lassen den Kosovo aus. Dort angekommen, gehen wir am Fluss entlang, zum schönen Triangl Woodhouse. Diese ist zum ersten Mal nach unserer Ankunft ausgebucht, wir haben Glück, dass wir vor dem anderen Pärchen ankommen, es gibt aber noch Ausweichquartiere. Erste heiße Dusche seit Tagen und wieder Strom. Das Abendessen ist sehr nett. Wir sitzen zusammen mit mehreren Holländern. Ein Alleinreisender Mann, Hans und eine lustige Familie mit Kindern im Pubertätsalter. Es war eine sehr gesellige, schöne Runde. Es steht aber noch die Entscheidung aus, wie wir den nächsten Tag verbringen würden. Die Etappe soll recht lang sein, 7:30h und meine Freundin muss den Bus nach Podgorica um 17:00h kriegen. Der Flieger geht am darauffolgenden Morgen. Eigentlich ist es unrealistisch, das entspannt zu schaffen, zumal die langen Abstiege bei ihr zu Knieproblemen führten. Wir entscheiden uns, den kürzeren Weg untenrum zu nehmen.
  37. 9 points
    Wander Schaf

    Pot-Cozy

    Heute war schönes Wetter, ich habe mich auf die Terrasse gesetzt und genäht. Mein erstes Mal , dass ich etwas konstruktives genäht habe (Ok früher in der Schule und Knöpfe Nähen mal außen vor ). Ich habe aus Verpackungspolster einer Warensendung einen Pot-Cozy genäht. Mit dem Ergebnis für meinen ersten Versuch bin ich ganz zufrieden, denn meine Anforderungen stellten mich zugleich auch vor eine Herausforderung: Da der Becher eine konische Form hat, sollte der Cozy diese auch erhalten und sich anschmiegen, ohne aber zu eng zu sitzen, zugleich aber auch nicht von alleine herunter zu rutschen. Das Material ist sehr luftig, aber auch ca 2mm dick, daher die Gefahr, dass der Faden durch schneidet, doch das klappte mit behutsamer Gewalt ganz gut. Auch, dass ich das recht anfällige Material doppelwandig nehmen wollte, um darin eine zusätzliche Luftschicht zur Isolation und Stabilität zu schaffen, war kniffelig und frickelig. Gerade mit dem Boden musste die Nadel dann 4 Lagen verbinden. Also erstmal Schablonen mit (recht knapper Nahtzugabe) angefertigt, Material geschnitten und los gelegt. Ersteinmal den oberen Rand vernäht (viel mit Nadeln abgesteckt), umkrempelt und die Seitennaht verschlossen. Dann den Boden eingenäht (das war wirklich frickelig, da der Radius dessen recht klein ist) und wieder umgekrempelt. Fertig. Mit einer Nähmaschine wäre das sicher schwer gegangen, ich vermute, die hätte alles zerfleddert:D Kein Problem, denn so sparte ich mir die Anschaffung einer Maschine und nähte fleißig alles mit der Hand. Das Ergebnis ist nun 2g klotzig und isoliert sehr gut (mein Provisorium hatte ich getaped und im Winter getestet, daher nun die etwas ansehnlichere und 2g leichtere Umsetzung. (Bilder sind meine ) Jau... wie gesagt, erstes Projekt und ich teile es mal mit Euch, bzw allen, die sich dadurch vllt ermutigen lassen möchten, sich auch an kleineren Nähprojekten zu versuchen, selbst wenn man keine Nähmaschine und Erfahrung hat. Es geht wirklich Es reizt mich nun, etwas leicht größeres zu Nähen (ein Daunen-Tarp-Quilt-Isomatten-Tent :P)... und wer weiß, vllt schaffe ich mir irgendwann doch eine Maschine an
  38. 9 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Di, 16.07.2019 Ceremi - Doberdol Heute gehts in das großartige Trogtal Doberdol auf 1797m, das schönste Etappenziel, wie ich finde, da so schön abgelegen. Es geht 1290m rauf, 680m runter, 6h sind veranschlagt. Wir sind wieder die letzten beim Frühstück, in der Nacht hatte es ordentlich geregnet. Auf einem Tisch im Freien liegen selbstgebackenes Brot, Feta, hartgekochte Eier, Tomaten und Gurken, die typischen Zutaten für ein Lunchpaket hier, man kann man sich selbst bedienen. Die Wanderung führt uns bald auf einen kleinen Pass 1633m), das sollte aber nicht der einzige Anstieg an diesem Tag sein. Es geht weiter durch Wald und auf den Höhenwege. Wir kommen an der Hirtensiedlung Balqin vorbei und eine junge Frau mit Kind bietet uns Kaffee und Tee in ihrer Hütte an. Sie spricht kaum ein Wort englisch, strahlt uns aber die ganze Zeit an. Mit Händen und Füßen kommunizieren wird trotzdem ein wenig. Bei 13 Grad tagsüber - es ist der kälteste Tag der eh schon eher kühlen ersten Woche, tut ein bisschen Wärme am Ofen gut... Die Hütte ist sehr einfach und klein. Es passen gerade 3 Betten und ein Herd zum Kochen rein. Aber die Hirten sind nur ein paar Monate im Jahr hier oben. Man hat uns auch angeboten, dass wir hier schlafen könnten und frage mich, ob das dann in einer anderen Hütte gewesen wäre? Der Kaffee (Mokka) gibt ein wenig Schub, wir gehen weiter. Bis Doberdol geht es auf und ab. Wir laufen in voller Montur, da es nicht viel wärmer wird und auch gut windig ist. Ich bin ziemlich begeistert, von dem Hochtal, den saftigen grünen Wiesen und natürlich gibt's hier auch jede Menge Tiere. Als wir ankommen, läuft uns die Tochter des gewünschten Guesthouse Leonard entgegen, wie tüchtig und praktisch für uns. Später nehmen wir wahr, dass das junge, coole Mädel, vielleicht 14 oder 15 Jahre, den Service hier voll im Griff hat. Ihr Vater hat unglaublich große Hände. Sowas habbich noch nie gesehen... Auch sie ist hier wohl nur in den Sommermonaten oben, wenn Ferien sind. Wir bekommen eine schöne Hütte, die Dusche verspricht heiß zu werden (es wird analog mit Feuer geheizt), und es gibt einen Ess-/Aufenthaltsraum ebenfalls mit Feuer geheizt, juhu. Zwischen den Brettern dieser Hütte, kann man zwar den Finger durchstecken, genauso wie im "Bad", aber egal. Wir setzen uns dicht vor den Ofen. Ich mache leider wieder den Fehler, dass ich erst am nächsten Morgen duschen will, abends nur Katzenwäsche - und morgens gibts natürlich wieder kein warmes Wasser mehr, um das mal vorneweg zu nehmen. Es wird natürlich nur am Abend Duschwasser geheitzt, logo. Also bei 5 Grad quasi draussen duschen, die kälteste Dusche meines Lebens. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich lieber drauf verzichtet... Tja und dann soll es noch ein weiteres Ereignis an dem Tag geben: Das Schlachten eines Lammes... Ein Berliner Pärchen, das mit Guide und Packpferd unterwegs ist, will das wohl mal erleben, so richtig verstehe ich nicht, wieso und weshalb. Das Lamm soll es jedenfalls zum Abendessen geben. Wer davon isst, muss 10 Euro extra für das Tier bezahlen. Ich schaue zu, allerdings nur so lange, bis der Kopf ab is, was relativ fix geht. Dann habe ich genug. Rettungsversuche waren erfolglos. . Später wird es wenigstens noch ein wenig heller an Himmel. Die Nacht wird trotzdem kalt.
  39. 9 points
    Wanderfisch

    Soonwaldsteig - 5 Tage im Hunsrück

    @rentoo: Danke für den Tipp, der Soonwaldsteig ist nun Geschichte. Naturbelassen, oft auf kleinen (überwucherten) Pfaden ging es durch ein schönes Stück Hunsrück. Wasser auf der "Durststrecke" kann man auf dem Friedhof bei Schwarzerden nachfüllen, wenn man einen kleinen Umweg in Kauf nimmt. Allerdings wurden am Trekkingcamp Alteburg Mineralwasserflaschen bereit gestellt, die man für 1€ erwerben konnte (Danke an die Organisatoren!). Beendet habe ich die Etappe am Campingplatz Marienort - sehr empfehlenswert, nette Betreiber. Die Dusche war nach vier Tagen hochwillkommen. Das ausgewählte Equipment hat wunderbar funktioniert, allerdings hatte ich bei der Hitze kaum Appetit und musste die Hälfte meiner vorbereiteten Cold Soaking Portionen wieder mit nach Hause nehmen.
  40. 9 points
    zeank

    Neue UL Ansätze

    Base weight untereinander zu vergleichen ist doch eher Spiel als Ernst. Base weight dient mir hauptsächlich dazu meine eigenen unterschiedlichen Setups vergleichen zu können. Mit welchen Kombinationen an Ausrüstung optimiere ich Gewicht und Vielseitigkeit etc? Mit was für einem base weight jemand anderes rumläuft, kann mir doch eigentlich wirklich piepegal sein. Außer ich beneide ihren kleinen Rucksack. Dann kann man ja mal nachfragen, wie das geht. Ob das dann für einen selbst relevant ist, ist eine ganz andere Frage (aus genannten Gründen).
  41. 8 points
    Tag 20 - Nach Hause und ein Resümee Nach einem richtig guten, üppigen Frühstück laufe ich die 2 Kilometer zum Bahnhof, und um halb neun sitze ich im Zug. um 15:30 bin ich zu hause und es ist irgendwie unwirklich. Als ich meine Sachen auspacke und die Waschmaschine bestücke, realisiere ich richtig, dass ich morgen keine 20 Kilometer laufen werden, keine Sättel und Scharten auf mich warten, ich nicht aufpassen muss, schon früh zu viel Wasser zu trinken, sondern mir ein Glas voll holen kann so oft ich will. Und eigentlich will ich gerade nichts mehr als weiter laufen, neues sehen, vor riesigen Felswänden stehen und mich selbst für verrückt halten, wenn ich glaube, dass ich in wenigen Stunden da oben stehen werde. ***** Lieben gelernt habe ich meine Trailrunner. Was hatte ich in früheren Jahren oft schwere Füße und protestierende Außenbänder an den Knien. Dieses Jahr hatte ich nichts davon. Meine Carbon-Stöcke haben jetzt die zweite Alpenüberquerung hinter sich und sich auch in schwierigem Gelände wieder tadellos geschlagen. Als Regenjacke hatte ich die OMM Halo dabei, die mir voll und ganz gereicht hat. Die kurze Hose von Decathlon hat zum Ende hin begonnen, auf den Taschen Flusen abzuwerfen, aber sie hält sicher noch einmal so viele Kilometer bis sie richtig hässlich wird. Der ÜLA CDT, wie schon geschrieben, passt mir einfach nicht richtig. Mit einem Rucksack, der an der Hüfte nicht rutscht, wäre ich noch eine ganze Nummer entspannter unterwegs gewesen. Außerdem brauche ich mehr Taschen. Es gibt einfach zu viel Kleinzeug und Elektronik, die griffbereit sein sollten, und die beiden Hüfttaschen am CDT sind einfach zu mickrig. Die Tour was in der Summe ganz anders, als ich erwartet hatte. Zum Teil lag es wohl am Schnee und der Hitze, die manche Etappen körperlich unheimlich viel fordernder machten als zahlenmäßig vergleichbare Etappen, die ich auf der München-Venedig-Route oder anderen Bergtouren gelaufen bin. Die beiden "Schlüsseletappen", die Überquerung des Alpenhauptkamms und der weglose Abschnitt vom Rifugio Zacchi zum Dom v Tamarju, waren zudem auch für den Kopf richtig intensiv. Die Hütten sind hier zum Teil viel einfacher. Gerade in Slowenien ist vieles noch nicht so entwickelt wie hier, und manche "Modernisierung" auf den Hütten ist eher Umstandskramerei, aber die Phase gab es bei uns auch. Auf höfliche Fragen und Wünsche bekommt man aber immer eine freundliche und hilfsbereite Antwort. Im Vergleich zu München-Venedig sind auch Landschaft und Wege anders. Vieles ist ursprünglicher, manches mal ist man aber auch gefühlt näher an der Zivilisation, und es ist deutlich mehr Teer unter den Füßen und man schläft öfter im Tal. Trotzdem kommt man mit so vielen tollen Eindrücken zurück, dass einem noch lange immer wieder neue Details einfallen, die man beinah vergessen hätte, und beim Durchsehen der Fotos kann man immer wieder die Zeit aus den Augen verlieren. Von der schwarz-weißen Schneewanderung über das Steinerne Meer über den bombastischen Sonnenuntergang am Hundsstein, von der langen Tour über die Fraganter Scharte mit ihren wunderbaren Blicken auf scharf gezeichnete 3000er bis zu der Mondlandschaft hoch oben im Triglav bis zu den schmalen Pfaden durch kleine Urwälder und den romantischen Seen mit ihren Spiegelungen, jeder Tag hatte andere Töne in einer atemlosen Komposition. *ENDE*
  42. 8 points
    Tag 9 - Stall - Feldner Hütte Die Etappe heute ist relativ kurz, aber M. traut seinem Knie noch nicht so ganz und ist deshalb gar nicht böse. Wir fahren ohne Hektik und nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück mit dem Postwirt-Wirt eine lange Teerstraße hinauf bis fast an den Wasserspeicher. Nur kurz haben wir noch Forststraße unter den Füßen, dann geht es auf einen angenehmen Pfad an den ziemlich romantisch auf einer Hochebene gelegenen Hütten der Hochalm mit vielen Schafen vorbei, über ein paar Brücken und den Wöllabach entlang. Da es die letzten zwei Tage etwas geregnet hat ist es ganz angenehm zu gehen, kein Vergleich zur Saunawanderung nach Rauris bei über 30°. Das denke ich so und weiß noch nicht, dass die richtige Hitze erst noch kommt.. aber das ist später. Jetzt ist alles sattgrün und wunderschön anzuschaun. Unterwegs begegnet uns eine Bäuerin, die gerade ein Mutterschaf mit Kitz, die ausgebüxt waren, wieder nach oben gebracht hat, und sie erinnert uns mehr als einmal daran, die Tore wieder zu schließen. Natürlich machen wir das. Ich wäre noch nie auf die Idee gekommen, ein Gatter oder Zaunseil offen zu lassen, und muss mich immer wundern, wie oft das doch passiert. Auch auf dieser Tour bin ich schon mehrfach an offenstehende Tore gekommen und habe sie hinter mir zugemacht. Was wir jetzt merken ist, dass zum einen etwas südlicher des Hauptkamms deutlich weniger Schnee liegt. Es ist schon im Frühjahr viel weniger weiße Pracht heruntergekommen, und jeder warme Tag tut sein übriges dazu, den Winter zu verdrängen. Kurz wird es steil und wir steigen felsig zum Glenktörl auf 2457 Meter hoch. Bis zum Kreuzeckgipfel wäre es nur ein Katzensprung, aber M. kämpft etwas mit den hohen, ausgesetzten Tritten weil er seinem Knie immer noch nicht so viel zutraut, und so bleibe ich lieber bei der Truppe und gehe ganz gemütlich voraus. Die Feldner Hütte liegt schön an einem sanft abfallenden Rücken an einem kleinen See. Wir verbringen einige Minuten damit, die Aussicht zu genießen. Die Wolken werden weniger und immer mehr Blau schimmert hindurch. Rund um den See wachsen alle möglichen Blumen und es ist klar, dass sie noch nicht lange unter dem Schnee freigelegt sind. So gibt es noch keine welken Blätter, und ich schieße viele Makro-Fotos. Die Feldner Hütte ist irgendwie urig, klein und gemütlich. Der Hüttenwirt Bruno ist ein waschechter Berliner, schon seit 30 Jahren hier oben und hat noch immer kein Bisschen seines Dialekts abgelegt. Wir hatten zwar versucht, zu reservieren, aber keine Bestätigung bekommen - Mobilfunk ist hier nicht, und Bruno liest nur einmal morgens seine SMS über das Satellitentelefon. Problem ist es eh keins, denn der lange Winter hat viele vom Wandern abgeschreckt und so sind wir unter den ersten Gästen dieses Jahr. Wir checken ein, trinken Kaffee und Bier und ratschen mit Bruno über dies und das. Zum Abendessen wäre er sehr verbunden, wenn wir uns auf ein Menü einigen könnten, und so bestellen wir uns alle Kärntner Nudeln, das sind im Schmalz gebratene gefüllte Teigtaschen mit Sauerkraut. Die sind dann ganz frisch zubereitet, gut und nahrhaft, was bei so einer kleinen Hütte ohne Straße und Seilbahn nicht so selbstverständlich ist. Dann zieht es uns natürlich wieder nach draußen, wo es immer sommerlicher wird. Ich genieße die Ruhe und Abgeschiedenheit, und vor allem das Panorama.
  43. 8 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 30 Verkatert. Nach einem Bombenfrühstück im Nieselregen laufen wir los. Wir bekamen bei Schanze den Kyrillpfad empfohlen – hier konnten wir uns angucken wie der Wald sich selber nach einem Orkan regenerieren würde. Wild. Es ist erstaunlich kalt heute morgen. Wir laufen parallel zum Waldskulpturenpfad. Arty Woods. Immer wieder stehen riesige Skulpturen im Wald... Der Weg und die Landschaft sind gefällig- nicht sonderlich spektakulär. Wir Überqueren die Eder bei Raumland. Schaffen es uns Wasser zu organisieren. Ich sag nur Friedhof!. Kurz vor Stüntzel finden wir einen kleinen Buchenhain – leidlich gerader Boden, das Blätterdach biete Schutz. Es ist erstaunlich kalt. Tag 31 Der Morgen ist feuchtkalt. Alles im Nebel. Die Spinnennetze voller Tautropfen. Noch vor Bad Laasphe hat sich der Nebel aufgelöt und die Sonne scheint - brennt... In Bad Laasphe ausgiebiges zweites Frühstück - na klar auf dem Parkplatz des dortigen Supermarkts. In der Eisdiele bekommt das Handy Saft und wir Espresso. Mittlerweile ist es aufgeklart und es ist heiß. Wir laufen durch das Ilsetal: Lieblich, Wild, Schön. Wir sind ziemlich alleine auf dem Trail. Im laufe des Nachmittags ziehen Quellwolken auf...hm. Kurze Rast an der Ilsequelle. Wasser auffüllen. Wir beratschlagen was wir mit dem bevorstehenden Regen machen... kurz vor Lahnhof ist ne Back-Up Hütte, aber zieht sicherlich vorbei. Wir laufen los und es fängt an zu regnen. Satt aber schön. Die Sonne scheint dazu- romantisch. Ok. Es wird mehr Regen, ist wohl mehr als ein Schauer. Guckma da drüben ne dicke Tanne, Drunter setzten Abendessen und Aussitzen... Es fängt an zu Donnern und zu Blitzen. Doofe Idee. Es kommt richtig runter. Nexte Hütte ein Kilometer. Karacho. Ich klatschnass, sie topp in ihrem Ein-Euro-Poncho. In der Hütte packen wir den Kocher aus – sie hatte ihn eingepackt, weil sie morgens Kaffee braucht, ich hatte noch ein Stück Ingwer: Traumpaar. Heißer Tee hilft gegen die miese Stimmung. Schön, das du da bist. Es ist kalt und es hört nicht auf zu Regnen. Hütte ist groß genug fürn Overnighter. Also machen wir es uns gemütlich. Meine Freundin nimmt mein nasses Zeug in ihren Schlafsack – ich habe im Fußteil keinen Platz. Die Nacht ist kalt und recht zugig. Tag 32 Wir laufen los. Der Himmel bricht auf, immer wieder blaue Flecken und recht warm... wir checken den Wetterbericht, es soll morgen total verregnet sein. Kurzer Ratschlag. Geht bis nach Siegen und von da aus mit den Öffis zurück nach Oberkirch. Der Weg ist... nicht spektakulär. Am Bahnhof fängt das wahre Abenteuer an: Mit dem ÖPNV an einem Samstagnachmittags im ländlichen Raum unterwegs. Wir kommen nur bis Schmallenberg und müssen den Rest laufen 8km... ich bin ja Landkind, ich kenn' das und meine Freundin hat Urlaub, sie stresst das nicht... Der Weg von Schmallenberg nach Oberkirch ist erstaunlich schön und der Himmel zaubert mit Wind, Wolken und Sonne schönen Panoramen. Wir setzten uns gemeinsam ins Auto und fahren zurück nach Ffm. Ich hab zwei berufliche Termine und muss off-trail. 33- 38 Zeros Naja, stimmt ich war nicht untätig: Ich laufe bis ans Mittelmeer! Die Idee hat sich im laufe des Weges immer weiter verfestigt. Ihc bin gut in der Zeit. Ich bin gut in shape. Also habe ich ie Tage nicht nur Bier getrunken und etwas Geld akquiriert, sondern meine nexten Kilometer geplant: E1 bis Genua! Galore
  44. 8 points
    Ultralight82

    Von Esbjerg bis nach Skagen ein Küstentraum

    Hallöchen ihr lieben, ich bin total zerschossen und hocke müde in meinen Biwaksack mitten in einen kleinen Wäldchen bei Kryle da der Wind momentan wirklich abartig stark bläst, der Tag fing um 6 an und hörte erst vor 50 min auf. 48km tagesleistung und ich wollte es einfach mal nur wissen... Vorbei an Fischerhütten und Holzfiguren ging mein Weg weiter in den Norden. Das Wetter war dieses mal etwas gnädiger und es blieb überwiegend trocken. Sogar die liebe Sonne ließ sich blicken... Der Kopf ist alle und ehrlich gesagt bereue ich den Kraftakt jetzt schon ein wenig, mein linker Fuß macht mir Ärger und ich hoffe das ich morgen nicht die Quittung bekomme. Jetzt schaue ich noch was hobo tv und vermisse meine Familie. Sorry für den kurzen Post bin nur platt bis morgen ihr lieben....
  45. 8 points
    dr-nic

    Westweg in Zwölf Tagen

    Huhu. Komme frisch vom Westweg zurück. Es war mein bisher längster zusammenhängender Weg. Es war sehr schön. Es war sehr anstrengend. Es war sehr HEISS!!! Bin mit einem Kumpel gestartet (4 Etappen) und war insgesamt 12 Tage Unterwegs. Hat mir richtig gut gefallen. Höhepunkte: - wenn der Weg zum Pfad wird - Aufstieg zum Feldberg (oben ist es eher uniteressant) - Belchen! Aufstieg, Abstieg und oben drauf: Grosse Klasse - Abstieg nach Hausach und wieder rauf zum Pfaffenkopf (?) bei 37 Grad - Abgammeln in Seebach auf nem Bauernhof mit Brennerei und lieben Menschen - Draussen Schlafen, keinen Quilt zu brauchen und trotzdem Schwitzen - Beschilderung Tiefpunkte: - meistens mentale - Abstieg nach Hausach und wieder rauf zum Pfaffenkopf (?) bei 37 Grad - drei Meter vor mir ist nen dicker Ast runtergekommen - Ankunft bei Gewitter in Basel und Chaos am Bahnhof Etappen waren zwischen 10 und 61 km. Zwei Pausentage. Von meiner Ausrüstung habe ich bis auf die lange Unterhose alles gebraucht und sonst nichts vermisst. Besonders der Schirm war bei der knallenden Sonne Gold wert! Auf jedenfall muss die Thermarest Matte raus. Ich kann auf der Möhre einfach nicht pennen. Werde ich gegen eine Nemo Tensor tauschen. Ist glaub ich schwerer, aber furzegal. Ausserdem kommt die Regenhose raus. Kann in dem Ding nicht gehen ohne vor Schweiss zu sterben. Werde nen Recgenrock ausprobieren. Der Arc Blast hat den Test bestanden. Könnte 5 Liter weniger haben, aber einfach gut durchdacht und der Sitz ist perfekt! Hier die Packliste: https://lighterpack.com/r/2ytsd9
  46. 8 points
    Matzo

    Kurioses am Wegesrand

    Schön wie die beiden UL-Wanderer mich immer wieder motivieren noch ein paar Kilometer zu machen
  47. 8 points
    JanF

    Val Grande: Sentiero Bove und Norddurchschreitung

    Hier ein Reisebericht über meine beiden Touren im Val Grande, wie auch die letzten meiner Berichte ohne Fotos. Sentiero Bove, Tag 1 (21. Juni) Google-Earth-Track: SB1.kml Um 6:30 Uhr morgens ging es mit dem Auto von Düsseldorf los, bis Locarno eigentlich unproblematisch und zügig, am Lago Maggiore dann auf einer kleinen Straße am See entlang. Als ich meinen Abzweig nach Cicogna endlich gefunden hatte (Navi kaputt), ging es bergauf, bis ich von einer Absperrung aufgehalten wurde. Straßenbauarbeiten. Auf dem nahen Parkplatz steht ein deutsches Paar mit einem Camper, sie informieren mich darüber, dass die Absperrung in ca. einer Stunde aufgehoben wird. Ich nutze die Zeit, um meinen Rucksack zu packen. Als es endlich weitergeht, beginnt ein heftiger Regen, der die Fahrt über die sehr schmale und serpentinenreiche Straße nicht unbedingt angenehmer macht. Irgendwann bin ich dann endlich in Cicogna und stelle das Auto ab, um 18:30 kann ich endlich mit der Wanderung beginnen. Es regnet immer noch in Strömen, weshalb ich zunächst in Regenjacke und -hose loslaufe, doch schon nach wenigen Minuten und trotz absteigendem Weg bin ich bald aufgrund der immer noch warmen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit so verschwitzt, dass ich ohne Regenkleidung weiterlaufe. Dann beginnt der lange Aufstieg, die Markierungen sind meist gut und nur an wenigen Stellen etwas uneindeutig. Der Regen wird bald zu einem leichten Nieseln, ich freue mich auf die Hütte und habe nach der langen Autofahrt Lust auf Bewegung, weshalb die 850 Höhenmeter bald geschafft sind und ich an der Alpe Curgei stehe. Die Hütte ist super ausgestattet, mit Licht, Toilettenspülung und relativ viel Nahrung (keine Ahnung ob das alles von anderen Wanderern dagelassen wurde oder ob es hier irgendein System gibt). Hier haben sich schon drei junge Italiener einquartiert, mit denen ich mich nett unterhalte. Tag 2 GE-Track: SB2.kml Ich wache um 7:00 Uhr auf, doch es regnet recht stark, wie auch schon die ganze Nacht, weshalb ich beschließe, mich noch mal hinzulegen. Der Regen will zunächst einfach nicht aufhören, wird dann aber doch zu einem Nieseln und ich gehe los. Der erste Teil des Weges verläuft auf einem einfachen Pfad, hier kommen mir auch einige Tageswanderer entgegen. Dann geht es auf den Grat, bzw. auf den knapp östlich davon verlaufenen Weg, der zunächst auch noch leicht zu begehen ist, später aber immer öfter auch Handeinsatz erfordert. Wie auch die Karte vermuten lässt, wird der Weg ab der wunderschön auf dem Grat gelegenen Kapelle deutlich schwieriger, der immer wieder einsetzende Regen und das nasse Gras an den steilen Flanken machen es auch nicht unbedingt einfacher. Quasi jeder Schritt muss hier genau überlegt sein, ein Sturz kann hier schnell unschön enden. Am Ende bleibt mir aber nichts anderes übrig, als einen Schritt nach dem anderen zu bewältigen. Am Monte Zeda biegt ein leichterer Weg ab, ich gehe aber weiter nach Norden (der Weg ist zwar markiert, aber nicht ausgeschildert), bis ich endlich die Abzweigung zum Bivacco erreiche und zügig über den Nebengrat absteige. Ich bin froh, hier zu sein, die fünfstündige Wanderung, in der ich gerade einmal 7 km geschafft habe, war dann doch anstrengend, vor allem psychisch. Auch diese Hütte ist sehr schön und gut eingerichtet. Es gibt sogar einen Gasherd und wieder auffallend viele Lebensmittel, aber keine Anweisung zwecks Bezahlung oder Ähnlichem. Kurz nach mir trifft noch ein Deutscher ein, der aus dem Tal aufgestiegen ist. Gemeinsam bringen wir ein Feuer zum Laufen und trinken ein Tetrapack Wein. Bald fängt es wieder ordentlich an zu regnen. Tag 3 GE-Track: SB3.kml Das Morgenlicht lässt auf einen schönen Tag hoffen, und als ich wieder zum Grat aufsteige, wird die Vegetation immer trockener. Leider verläuft der Weg heute anfangs auf der Westseite des Grates, die noch deutlich feuchter ist, also geht es weiter wie gestern: Jeder Schritt wird vorsichtig gesetzt. Kurz vorm Passo delle Crocette wird der Weg dann deutlich leichter. Hier gibt es auch wieder einen Wegweiser und am Pass sitzt eine Dreiergruppe, die gerade aus dem Tal hochgestiegen ist. Hoffnung auf ein leichteres Vorankommen steigt in mir auf, bis die Dreiergruppe ihre Helme und Klettersteigsets anzieht … Nun ja, ich gehe vor ihnen los und schaue mal, was da kommt. Gleich am Anfang steht auch eine heikle Passage durch eine steile Rinne an. Sie ist zwar mit einer Kette gesichert, doch es kommt Wasser die Rinne herunter und sowohl die Kette als auch die Felsen sind nass, wodurch die Tritte alles andere als optimal sind. Ab dem Monte Torrione wird der Weg aber dann doch deutlich leichter, auch hat die mittlerweile ordentlich brennende Sonne den Untergrund ausgetrocknet. Endlich kann ich mich wieder auf den Grip meiner Schuhe verlassen, was das Gehen direkt deutlich schöner macht. Nun geht es durch meist wenig ausgesetzte, schrofige Hänge, hin und wieder verliere ich den Weg, aber wenn man 30 m keine Markierung gesehen hat, weiß man, dass man falsch ist. Ich will mich wahrlich nicht über die Sonne beschweren, aber mittlerweile wird mir doch ziemlich heiß, auch meine Wasservorräte neigen sich dem Ende zu. Irgendwann tropft ein kleines Rinnsal den Felsen runter, an einer kettenversicherten Stelle. So halte ich mich mit einer Hand an der Kette fest und mit der anderen meine Flasche unter das Tröpfeln, bis ich nach ca. 10 Minuten genügend getrunken und volle Flaschen habe. Weiter geht es, zwischendurch stiftet eine nicht in der Karte eingezeichnete Abzweigung noch einmal Verwirrung, schlussendlich lande ich aber dennoch in schöner Kletterei auf dem Gipfel des Cima Marsicce und bald darauf an einem Pass, nach dem der Weg laut Karte wieder leichter sein soll. Dem ist dann auch so, was auch die Anzahl der anderen Wanderer deutlich erhöht, nun geht es auf einem „normalen“ alpinen Wanderweg zum Bivacco Bocchetta di Campo, das spektakulär auf einem Pass liegt. Erst hier merke ich so richtig, wie viel Sonne ich abbekommen habe, und ich suche mir ein schattiges Plätzchen, während die vier anderen Wanderer, die hier untergekommen sind, noch Sonne tanken. Ich entdecke eine Zecke an mir, womit ich nach der heutigen Etappe überhaupt nicht gerechnet hätte. Ich selbst habe keine Pinzette oder Ähnliches dabei, erhalte aber eine von einer Wanderin und finde anschließend noch drei weitere Zecken. Unschöne Sache. Anschließend gehe ich Wasser holen, was einen ca. 10-minütigen Abstieg zu einem Bach erfordert, und wasche mich bei der Gelegenheit auch in dem kalten Wasser, das aus einem Schneefeld strömt. Für die heutige Etappe habe ich 9 Stunden gebraucht, deutlich länger als die Angaben, die man im Internet findet. Ich führe das mal auf den nassen Untergrund am Morgen und Vormittag zurück. Oder war’s der Dreiviertelliter Wein gestern Abend? Tag 4 GE-Track: SB4.kml Von hier gibt es zwei Varianten, um zurück nach Cicogna zu kommen, beide laut Karte unmarkiert. Eine führt weiter über den Grat und soll recht anspruchsvoll sein, die andere geht runter ins Tal und folgt dann einer Schlucht. Ein Paar, das von der Schlucht hier hochgestiegen ist, sagt mir, dass sie die Abzweigung für den Gratweg nicht gesehen haben. Auch die beiden Carabinieri, die in einem separaten Teil der Hütte übernachtet haben, sagen mir, dass der Weg nicht markiert ist, auch nicht mit Steinmännchen, und dass man sich leicht in gefährliches Gelände verlaufen kann. Sie raten mir also klar ab. Nach dem anstrengenden Tag gestern höre ich das gar nicht so ungern, so wird mein heutiger Weg nicht nur etwas leichter, sondern vor allem auch schattiger. Unmarkiert ist der Abstieg allerdings nicht, immer wieder sieht man rote Farbe an den Felsen, wenn auch deutlich spärlicher als am Rest des Sentiero Bove. Auch hier sind noch einige interessante Stellen zu überwinden, aber kaum ausgesetzt. Irgendwann stehe ich an einem Felsen, auf dem ein Pfeil mit Hinweis zum Gratweg aufgemalt ist, in Richtung der leichteren Variante sehe ich hingegen keine Markierung. Ich überlege kurz, ob ich nicht doch den Gratweg gehen will, aber ich weiß natürlich nicht, ob der nun doch komplett durchmarkiert ist, und vertraue mal den Carabinieri. Am Ende steige ich also weiter ab und finde auch bald wieder spärliche Markierungen. Die Vegetation wird immer dichter, bis ich in einem schönen Wald laufe, der mich runter zum Rio Pogallo bringt. Hier führt ein übertrieben ausgebauter Weg an der Schlucht entlang nach Cicogna, es ist wieder richtig heiß, mit nass gemachten Longsleeve-Ärmeln und Mütze geht es dann aber. Nach insgesamt fünf Stunden bin ich in Cicogna, wechsle in unverschwitzte Kleidung und stelle die Klimaanlage des Autos an. Dann geht es wieder die enge Straße hinunter und in Richtung Trontano. Fazit: Der Sentiero Bove ist mit T5 bewertet, ich fand ihn allerdings nicht unbedingt leichter als die Via Alta della Verzasca, die mit T6 angegeben wird. Die VAV hat vielleicht 1-2 noch mal deutlich ausgesetztere einzelne Stellen, beim SB fand ich dafür aber die psychische „Grundbelastung“ (stundenlang in Gelände, wo man wirklich voll konzentriert sein muss) höher. Das mag aber auch an der Feuchtigkeit liegen: Der Moment, ab dem ich den Weg wieder als einfach empfand, fiel letzten Endes ziemlich genau mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem der Untergrund wieder trocken war. Auch ein Unterschied zur VAV: Während dort oft „richtige“ Felswände auf einen warten, falls man stürzt, sind es hier eher steile Grashänge. Der Unterschied ist meiner Meinung nach aber letzten Endes minimal: Auf dem Sentiero Bove hätte man oft vielleicht 3 Meter, um einen Sturz noch zu halten, danach würde man mit einer so hohen Geschwindigkeit den Hang runterpurzeln, dass schwere Verletzungen ziemlich sicher sind. Ansonsten super Weg, tolle Ausblicke, viele schöne Kletterstellen, wenig los, tolle Hütten! Val Grande Norddurchschreitung, ich habe mich an Tim Shaws Beschreibung orientiert: http://www.piemont-trekking.de/tourdetails.php?id=65 Tag 1 GE-Track: ND1.kml Auf der Fahrt nach Trontano hielt ich noch an einer Apotheke, um eine Zeckenzange zu besorgen, ansonsten blieb ich aber im Auto sitzen, die Hitze außerhalb war wie eine Wand. Auch in Trontano war es unglaublich heiß, ich hoffte auf angenehmere Temperaturen im Wald und in größerer Höhe. Zumindest bis zu einer bewirtschafteten Hütte würde ich es heute noch schaffen und dort zu übernachten war mir eh lieber als hier unten im Tal. Als ich dann aber in der Nähe der Hütte angekommen war, stand auch schon das nächste Bivacco auf dem Wegweiser, und auch das würde ich locker noch vor Sonnenuntergang erreichen. Also ging es weiter bergauf, bis nach 1200 Höhenmetern mein Etappenziel, die Alpe Rina, auftauchte. Eine tolle Unterkunft, gelegen über einer steilen Wand, die andere Seite wird von einem Blockfeld abgeschlossen. Hier oben waren schon ein älterer Italiener und ein jüngerer Schweizer, mit dem ich mich nett unterhielt. Ich gönnte mir einen Kaffee, entfernte Zecken, wusch mich und meine Kleidung im eiskalten Wasserlauf und legte die Sachen in die Sonne, die auch hier und um die schon spätere Uhrzeit noch ordentlich brannte. Tag 2 GE-Tracks: ND2a.kml und ND2b.kml Nachdem man zunächst eine Weile hübsch am Hang quert, mit regelmäßigen Blicken ins dicht besiedelte Tal im Westen, ging es dann hoch in eine Scharte. Auf der anderen Seite ging es weiter am Hang entlang. Hier könnte man auch auf den Grat steigen und über den Monte Togano, den höchsten Berg des Val-Grande-Nationalparks, bis zum Ende meiner Tour gehen (eine Beschreibung davon hatte ich vorher auf hikr.org gefunden), ich hatte heute aber Lust auf entspannteres Gehen, auch gegen den späteren Abstieg in ein bewaldetes , schattiges Tal hatte ich nichts einzuwenden. Zunächst ging es aber entlang eines niedrigeren Grates nach Südosten, bis man das Bivacco Alpe Mottac erreicht. Dieses ist deutlich spärlicher ausgestattet als die Alpe Rina, aber für mich war es sowieso noch viel zu früh, um Schluss für heute zu machen. Nachdem ich mir einige Zecken entfernt hatte, ging es also weiter, steil bergab in baumbestandene Regionen und dann wieder am Hang entlang. Der Weg ist hier teilweise schmal und feucht, dann aber mit Ketten versichert, sodass die Stellen kein Problem darstellen. Auch die Flussquerungen waren gut machbar, könnten früher im Jahr aber durchaus zu nassen Füßen führen. Irgendwann erreichte ich die Alpe Vald di Sopra, wo es früher wohl auch mal ein Bivacco gab, das allerdings abgebrannt ist. Von hier hat man einen tollen Blick auf einen herrlichen Pass und den Weg dorthin, der mich irgendwie an manche weglose Strecken in Nordeuropa erinnerte. Entsprechend motiviert ging ich die Steigung an und war dann auch bald oben. Auf der anderen Seite lag noch etwas Schnee und zwei Gämsen sprangen nicht weit von mir herum, ohne sich groß um mich zu kümmern. Das Bivacco war schnell erreicht, hier wollte ich eigentlich Schluss machen für heute. Leider gefiel mir das Bivacco nicht allzu gut, dunkel und ohne jegliche Ausstattung, außerdem war es immer noch recht früh, weshalb ich einen Blick auf die Karte warf. Nicht allzu weit entfernt war das Rifugio Al Cedo, Rifugios schienen mir bewirtete Hütten zu sein, und gegen eine kalte Limonade hatte ich heute nichts einzuwenden. Auch auf dem Wegweiser war die Hütte schon ausgeschildert, in einer entspannten Zeit. Ich ging also wieder los und stieg ins nächste Tal ab, in dem man schon bald an Almhütten und Vieh vorbeikommt. Hier habe ich irgendwie den Weg verloren, folgte mal einem Pfad nach oben, der aber im Nichts verlief, ging dann wieder zurück und versuchte den nächsten. Irgendwann stand ich oben auf einer weitläufigen Wiese mit recht vielen Hütten, hier waren Ziegen mitsamt Hirten, und ich frage eine Hirtin, wo das Rifugio sei. Sie zeigte in die Richtung und sagte, dass man von hier gut über einen Pfad hinkommt, fragte dann aber noch, ob ich denn einen Schlüssel hätte. Scheiße, hatte ich natürlich nicht. Ich hatte das Hüttensymbol auf der Karte falsch interpretiert bzw. einfach nicht vernünftig geschaut. Dunkel erschien jetzt auch wieder ein Satz von Tim Shaws Blog in meinem Hinterkopf, in dem er schreibt, dass man einen Schlüssel braucht. Nun ja, hier bleiben konnte ich jetzt auch nicht, also ging ich erst mal in Richtung Rifugio. Zu allem Überfluss folgte mir jetzt eine Ziegenherde, der Hütehund war anscheinend neu in seinem Job. Auf dem schmalen Pfad am teilweise steilen Hang fand ich es gar nicht so angenehm, eine dicke Ziege einen halben Meter hinter mir zu haben, die Viecher folgten mir auch noch tatsächlich weiter, bis ich das Rifugio erreichte. Dieses hat eine eingezäunte Terrasse, ich ging schnell durch das Tor und verschloss es wieder, um die Ziegen loszuwerden. Die wollten sich aber anscheinend noch nicht verabschieden, zwei sprangen über den Zaun und standen dann gelangweilt auf der Terrasse. Scheiß Tag, bzw. scheiß letzte zwei Stunden! Ich war komplett nass geschwitzt, stand auf der Terrasse einer verschlossenen Hütte in der Hitze und versuchte, Ziegen zu verscheuchen! Immerhin hatte ich irgendwann Erfolg, ich konnte mich ein wenig waschen und im Schatten sitzen und mich mit der Situation anfreunden: Die Terrasse war eigentlich ein guter Schlafplatz, jedenfalls auch nicht unbedingt schlechter als das Bivacco, das ich verschmäht hatte, und Wasser war hier sogar näher verfügbar. Irgendwann sah ich dann aber unten drei Wanderer aufsteigen, und ich vermutete, dass die auch hier hinwollten, hoffentlich vorbereiteter als ich. Dem war dann auch so, die drei (ein Herr und zwei Damen, allesamt etwas älter) knöpften mir einen Beitrag (mit DAV-Rabatt) ab und luden mich dann zu Kaffee und Essen ein. Ich duschte zunächst einmal (eiskalt!) und entfernte Zecken, dann gab es Nudeln mit Soße aus zuvor gesammelten Steinpilzen und Süßigkeiten zum Nachtisch. Und so wurde es noch ein hervorragender Abend mit angeregten Gesprächen in Zeichensprache und eingemischten Bröckchen Englisch, Italienisch und Spanisch. Zum Schluss legte ich mich in ein separates Zimmer ins Bett und schlief fantastisch, nach ca. 10 gewanderten Stunden heute. Tag 3 GE-Track: ND3.kml Die Wanderer wollten heute den Pizzo Ragno besteigen, weshalb wir früh aufstanden. Sie hatten mich gestern auch gefragt, ob ich sie begleiten möchte, nach ihrer großen Hilfsbereitschaft konnte ich schlecht ablehnen, außerdem gab es vom Gipfel auch noch eine nett aussehende Möglichkeit, zur von mir anvisierten Bahnstrecke abzusteigen. Am Morgen war der Pizzo Ragno und auch die umliegenden Berge allerdings in dichte Wolken verhüllt, da hätte das wenig Sinn gemacht. Beim älteren Herrn kamen jetzt auch irgendwie die Vaterinstinkte durch und er schalt mich, man solle nicht alleine in die Berge und dass auf der von mir anvisierten Abstiegsroute schon Leute gestorben seien. Nun ja, ich folgte dann also dem „Normalweg“, am Hang traversierend statt nach oben. Wieder gabelte ich dabei eine Ziegenherde auf, mit dem gleichen jungen Hund, kurz vor einer Kapelle ließen sie mich dann aber in Ruhe. Von hier ging es auf einem gut ausgebauten Weg zügig ins Tal, in Santa Maria Maggiore fand ich schnell den Bahnhof und nahm den Zug zurück nach Trontano. Es war zwar noch recht früh, aber weiterreisen fand ich heute zu stressig, weshalb ich mich in einem Hotel anmietete und den restlichen Tag mit Nahrungsaufnahme, fernsehen und duschen verbrachte. Am nächsten Morgen ging es dann weiter ins Wallis, um Weissmies und Lagginhorn zu besteigen. Packliste Val Grande: https://www.geargrams.com/list?id=54771 Für die zweite Tour kommt dann noch die unbedingt notwendige Zeckenzange dazu. Hat alles so weit funktioniert, das Zelt war aber letzten Ende komplett unnötig. Auf dem Sentiero Bove waren zeltfähige Stellen eh praktisch nicht vorhanden, das Netz an Bivaccos ist aber auch einfach dicht genug. Besonders bei der Hitze fand ich die Bivaccos auch deutlich angenehmer als ein Zelt. Statt Zelt und Heringen würde ich vielleicht noch einen Notfall-Bivy wie den ME Ultralight Bivy einpacken, um doch eine gewisse Flexibilität zu haben. Würde ich dann noch die Eva-Matten durch eine aufblasbare tauschen, könnte ich alles in meinen 20l-Rucksack kriegen. Auf dem Sentiero Bove wäre ein schmalerer Pack teilweise ganz angenehm gewesen, wenn es eng an Felsen entlangging. Die Trekkingstöcke hab ich auf dem Sentiero Bove auch nur wenig genutzt, da hatte ich meist lieber die Hände frei. Ansonsten hab ich natürlich auch kaum was von meiner Kleidung gebraucht, was aber nicht heißt, dass ich sie beim nächsten Mal zu Hause lassen würde.
  48. 8 points
    Wanderfisch

    Impressionen aus meinem Schlafzimmer

    @einar46 Bisher habe ich das Tarp nur bei Schönwetter verwendet, da hat es sich wunderbar bewährt. Das Aufbauen bei Wind war eine kleine Herausforderung. Ansonsten finde ich es als Sommer- oder Notfallshelter bestens geeignet. Über das Platzangebot kann ich mich nicht beschweren. Bei meiner Größe (1,68) passt der Rucksack noch gut ans Kopf- oder Fußende und ich habe immer noch genügend Raum. Auch in der Breite habe ich noch viel Spielraum. Nachteil, wie bei allen offenen Lösungen ist der Mangel an Privatsphäre. Daher würde ich grundsätzlich beim Campen auf Campingplatzen eher ein geschlossenes Zelt bevorzugen, es sei denn, ich habe mir eine "pole position" wie hier am Rhein ergattern können
  49. 8 points
    Martin

    Neue UL Ansätze

    Um mal ein Beispiel darzustellen: ich laufe gern bis 1h vor Dunkelheit und kann mir mit meiner Kombination aus Gatewood Cape und UL Bivi einen Platz aussuchen der eine schlaffähige Fläche von 60*220 cm aufweist. Sind Steine, Stöcker oder irgendwas direkt neben meinem Bivi ist das kein Problem, das Cape berührt den Boden nicht und ich spanne es über den Hindernissen auf. Kochen kann ich unterm Cape, es gibt keinen Boden auf den ich Rücksicht nehmen muss. Ich habe Linelocs und längere Schnüre ergänzt, so kann ich Felsen oder Baumstämme statt Zeltnägeln verwenden. Es steht mit einem Stock (110-135 cm frei wählbar), sodass der 2. Trekkingstock auch mal brechen darf. Es ist ein Doppelwandsystem, im weiteren Sinne. Probleme mit Kondens hatte ich weniger als Mitwanderer mit Zelt, denn ich kann die Ventilation über die Aufbauhöhe steuern. Ist es trocken breite ich nur den Bivi aus und bin vor Mücken und Zecken geschützt. Das Gewicht beträgt 480g für Cape+ Bivi, dazu kommen noch 6(gute)+2(leichte) Heringe, bei ca 1l Volumen. Mit dünneren Leinen und der aktuellen Version des Capes sind es nochmal 50-60g weniger. Das Bild zeigt das Cape von der Windseite auf 3500m auf einer Felsinsel vor Matha Pass. Zusammen mit dem Cumulus Quilt 450 (640g) war ich angemehm warm in dieser Nacht (muss so -4 oder -5 Grad gehabt haben). Meine ultra bequeme, fantastische Matte ist eine S2S iso ul mat in small(160cm, 440g)- diese sorgt für meinen erholsamen Schlaf - das ich in einem Bivi unter einem Pyramidtarp schlafe hat damit herzlich wenig zu tun. Cape, Bivy und Quilt sind schon ewig so oder sehr ähnlich auf dem Markt - ich denke nicht das einen neuen UL Weg geben muss. Das alte Zeug funktioniert, ist sicher und bequem. Man muss sich halt nur mal damit zufrieden geben, was da ist. Auch wenn es low-tech ist und nicht von großen Werbekampagnen in unsere Schädel gehämmert wird.
  50. 8 points
    zeank

    Impressionen aus meinem Schlafzimmer

    StS UltraSil Poncho-Tarp mit EE Recon Bivy.
Diese Rangliste ist auf Berlin/GMT+02:00 eingestellt
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.