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Ultraleicht Trekking

JanF

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  1. Gefällt mir!
    JanF reagierte auf skullmonkey in Ivalojoki Packrafting   
    Ich bin im Juli 2020 alleine erst durch den Lemmenjoki National Park gewandert und danach 80 km mit dem Packraft - nem Anfibio Rebel 2K - erst ein kurzes Stück den Repojoki und dann den Ivalojoki runtergepaddelt. Erstmal ein Video für diejenigen die gerne in Ruhe sowas sehen, aber es folgen auch noch Text, Tips und Fotos =) 
    Der Ivalojoki verläuft durch die Hammastunturi Wildnis, ein Goldgräber Gebiet, in dem auch heute noch nach Gold gesucht wird. Neben dem Ivalojoki sieht man aber wenig davon, das findet mehr an den kleinen Flüsschen rechts und links statt. Das schöne am Ivalojoki ist das er nicht sehr schwierig ist, was Ihn auch für Anfänger sehr geeignet macht. Auch der Repojoki, an dem ich rein bin, ist einfach.

    Wer nicht auf Mücken und Bremsen steht, nimmt am Besten auch ein Mückennetz für den Kopf mit  
     

    Am ersten Tag paddeln auf dem Ivalojoki habe ich knapp 28 km zurückgelegt, und einen absolut HERRLICHEN Campingplatz gefunden, auf einer Sandbank, in einem Kieferwald. Es gab schon einige Feuerstellen und auch trockenes, totes Holz lag bereit - da habe ich mich natürlich nicht lange bitten lassen, und ein Feuer gemacht!

    Am zweiten Tag auf dem Fluss bin ich dann recht bald an Kuttura vorbeigekommen - das ist der Ort an dem 95% aller Paddler reingehen. Wer mag kann recht einfach von Saariselkä aus durch die Hammastunturi Wildnis bis Kuttura oder Ivalojoen Kultala wandern und dann anfangen zu paddeln, oder bei Polar Creek schauen ob Sie einen von Ivalo/ Saariselkä aus nach Kuttura mitnehmen. Wer eher auf Kajaks und Kanus steht, kann die da auch ausleihen.
    Auf der Outdoors.fi Webseite gibt es eine sehr gute Flussbeschreibung der Strecke, alle Stromschnellen sind ausführlich beschrieben und ich habe mir das ganze aufs iPhone in die Notes App kopiert, um es auch offline lesen zu können. Passend dazu ist ein Blick auf den Wasserstand hier. 
     Die Flussbeschreibung hat empfohlen sich Saarnaköngäs anzusehen, und da habe ich diesen kleinen Kollegen getroffen. 

    Ich habe mir Saarnaköngäs gut angesehen, und dann war die Stromschnelle auch einfach zu fahren (ich schreibe dies aus der Perspektive von jemanden der 10 Jahre Paddelerfahrung hat, da ich alleine unterwegs war war ich aber recht vorsichtig - trotzdem denke ich das auch Anfänger die Stromschnelle sicher fahren können). 

    Es gab einige schöne, einfache Stromschnellen, aber ich war auch relativ happy als es langsam gen Ivalojoen Kultala ging. Korhosenkoski, kurz vor dem Ziel, hat mir dann bei der letzten Welle den Schoss voll mit Wasser gemacht - Beine anwinkeln und Problem gelöst  Das war der einzige "Kritische" Augenblick, aber alles gut. Und dann sah ich auch schon die Hängebrücke. 
     

    Die Saunakoski Stromschnelle darunter wurde vorbildlich gemeistert, und dann ging es an Land. Die Hängebrücke war (ist?) unter Reparatur, und so war ich ganz alleine im Ivalojoen Kultala Museum Dörfchen. Das ist echt ein herrlicher Platz, und da ich ganz alleine war habe ich in der Hütte geschlafen. Auf der anderen Seite des Ufers war eine junge Frau mit Ihren beiden Hunden am campen, das waren die einzigste Person die ich den ganzen Tag gesehen habe.
    Am nächsten Tag ging es bei herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen nahe der 30°C weiter. Bei den Ritakoski Stromschnellen + Hütten habe ich ne Pause gemacht und die ersten Angler gesehen, und dann ging es weiter. Nach Ritakoski wird es eher "langweilig" da der Fluss breiter und ruhiger wird, und es nur noch einige kleine Stromschnellen gibt. Es gab aber einen enormen Zuwachs an Mücken und Bremsen je weiter ich den Fluss runtergepaddelt bin. 

    Es gab wieder einige herrliche Sandbänke, und sogar vom Packraft aus habe ich Pfade und Feuerringe gesehen. Aber ich wollte noch ein Stück weiter. Ich hatte gedacht bei der Louhioja Hütte zu übernachten - doch da traf ich jedoch die ersten Paddler. Ne Gruppe von sechs freundlichen Finnen waren schon in der Hütte, und auch waren die Mücken hier so zahlreich das ich dann doch noch weiter bin. 
    Kurz darauf habe ich eine herrliche Sandbank angefahren und erklommen, aber das war eine wahre Mückenhölle da ein kleiner See neban an war. Also wieder weiter. 

    Am Ende habe ich auf einer Kiesinsel mein Camp aufgebaut. Das habe ich oft bei Japanischen Wanderern gesehen, und wollte es mal selbst ausprobieren. Und was soll ich sagen? Es war gemütlich und ich habe sehr komfortabel geschlafen (im Video oben sieht man recht ausführlich wie ich alles aufgebaut habe, fängt so ab Minute 21:30 an). Leider wurden es auch immer mehr Mücken, die mich gefunden haben, und so bin ich dann in den bivy und quilt geschlüpft und bin gut eingeschlafen (bin kurz nach Mitternacht von nem Motorboot kurz aufgeweckt worden - ein paar Angler waren noch zu später Stunde unterwegs). 
    Am nächsten Tag lagen dann noch knapp 9 km paddeln vor mir, und mit Toloskoski die zweite Stromschnelle die man sich ansehen sollte laut Flussbeschreibung. Habe ich gemacht, bin fast von den Mücken aufgesaugt worden, bin schnell wieder zurück und dann einfach runtergefahren. Den die Sache ist, den unteren Teil der Stromschnelle kann man eh nicht von oben sehen, und das war der wildere Teil. Da das Wasser relativ niedrig war bin ich am letzten Stein kurz aufgesessen, konnte mich aber im Nu befreien und bin dann fröhlich weitergepaddelt. 

    Und paddeln muss man nun. Nach Tolosjoki wird der Fluss ruhig und breit, Sommerhäuser und Felder säumen das Ufer. Ich bin dann bei Tolonen (kurz oberhalb der Lappispola Stromschnelle) raus, und bin recht einfach & schnell bis nach Ivalo per Anhalter mitgenommen worden. 
    Im Fazit kann ich den Ivalojoki fürs Packraften sehr empfehlen. Man kann die Strecke nach oben und unten hinaus beliebig verlängern, ich denke ich bin den für mich am schönsten und besten Abschnitt gefahren, mit den meisten Stromschnellen, tollen Möglichkeiten zum wild campen und auch interessanten historischen Plätzen mit Ritakoski und Ivalojoen Kultala. Wer schon einen WW Kurs gemacht hat und gerne im Norden mehr Erfahrung sammeln möchte, ist hier richtig. Aber am Besten mit mindestens einer weiteren Person paddeln gehen, und nicht so wie ich alleine  
    Kurz zur Ausrüstung: Ich hatte das Anfibio Rebel 2K mit den TubeBags, das war fantastisch da nix vorne aufm Packraft war - da war nur der DeckPack. Ich bin mit dem Anfibio Wave Paddel gepaddelt, da das auch perfekt als "Zeltstange" für mein MLD TrailStar funktioniert hat. Getragen habe ich alles im Lemmenjoki National Park in dem HMG SouthWest 3400 Rucksack - ich hatte nämlich Essen für 9 Tage dabei, da ich dachte das paddeln würde langsamer gehen. Realistisch kann man in zwei Tagen von Kuttura nach Tolonen paddeln, das sind knapp 50 km, ohne viel Anstrengung. Erheblich langsamer, mit Pausentagen und kleinen Wanderungen, geht natürlich auch! Und wer von Saariselkä aus reinwandert und bis Ivalo paddelt, ist locker ne Woche unterwegs.
    Zeitlich wurde mir vor Mittsommer und der Herbst empfohlen: Dann gibt es wenig oder gar keine Mücken, und das Wasser ist höher. Wer also jetzt im Herbst noch nach einer Tour sucht  ! 
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    JanF reagierte auf Matzo in 3 Tage Val Grande   
    3 Tage Val Grande im August 2020
    Alle Fotos von mir
    Seit dem Vortrag über das Val Grande von @questor auf dem Wintertreffen 2018 tummelte sich dies Reiseziel in meinem Hinterkopf.
    Nach einer Woche Familienausflug im Montafon…
      

    war es naheliegend, noch ein paar Tage Val Grande zum Wandern hintan zu hängen.
    Mit einem Zwischenstop in Mailand…
       


    traf ich mich am Dienstag morgen mit Tim Shaw.
       

    Auf ehemaligen Viehwegen ging es über den ersten Sattel und an alten Seilbahnstrukturen der Holzwirtschaft vorbei in die stillen Täler des Val Grande.
       

    Unser Ziel war die ehemalige Siedlung Corte Bue. Teilweise schon vom jungen Buchenwald verschlungen, besteht der Ort aus zahlreichen verfallenen Ruinen und einigen wenigen renovierten Hütten, die von Privat oder vom Nationalpark unterhalten werden.
       

    Ohne Corona kann man in diesen Hütten übernachten, wegen der Pandemiebestimmungen ist dies aber verboten und es wird angeraten zu Zelten.
    Das angekündigte Gewitter fiel irgendwie aus.
       


    Am folgenden Morgen kehrte Tim Shaw zurück und ich bin allein weiter gewandert.
       

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    JanF reagierte auf sja in [IT] GTA 2020 - von Traversella (Valchiusella) bis nach Susa (Val di Susa)   
    Wie jedes mal, wenn ich unterwegs bin denke ich, aaach… diesmal schreibe ich keinen Bericht, denn es ist alles nicht so profi-checker-mäßig, könnte alles viel doller, krasser mit Zelt und überhaupt… Nach und nach wird mir dann bewusst, wie viel ich erlebe, intensive Gefühlszustände (das „auf" wie auch das „ab"), die Freude, nette und besondere Menschen zu begegnen, den Stolz, meine persönlichen Herausforderungen mehr oder weniger richtig dosiert und diese letztendlich auch bewältigt zu haben.
    In diesem speziellen Corona-Jahr kommt darüber hinaus noch eine große Dankbarkeit hinzu, dass ich das alles erleben darf. Mir wird deutlicher als sonst bewusst, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Also doch ein Bericht, eine schöne Möglichkeit alles nochmal zu durchleben, zu verlängern und festzuhalten.

    Ob es so entspannt werden würde?
    GTA?
    Für alle die die GTA nicht kennen: Es handelt sich um einen Fernwanderweg (Grande Traversata delle Alpi), der in Italien quasi eine Art Pendant zum GR 5 in Frankreich ist. Er erstreckt sich über den gesamten Westalpenbogen. Grob gesagt führt die GTA von der Grenze Schweiz/Italien  durch Italien bis nach Ventimiglia ans Meer. Die Etappen führen in der Regel über einen Pass und enden in kleinen Dörfern/Weilern in den Tälern. Dort übernachtet man in Albergos oder sogenannten Posto Tappas (Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer, die an Albergos oder Trattorien gekoppelt sind), manchmal steigt man nicht ganz so weit ab und schläft weiter oben in Hütten, den Refugios (welche ich aber nie überlaufen und voll erlebt habe). Man geht also von Tal zu Tal. Die Idee ist, dass die Einnahmen den Einheimischen direkt, d.h. den Unterkünfte, Restaurants, Tante-Emma-Läden oder Käsereien zugute kommen und die Alpentäler, die stark von Abwanderung betroffen sind, unterstützt werden.

    GTA: Von Tal zu Tal
    Wo soll es hingehen?
    Nachdem ich zwei Teilstücke aus dem Süden schon gemacht habe (unter anderem vor zwei Jahren vom Valle Maira bis ins Valle Gesso in den Seealpen), ist dieses Jahr der Norden dran. Allerdings soll das angepeilte Teilstück die „schwierigste“ Etappe der GTA beinhalten, irgendjemand bezeichnete sie auch als „Knchenbrecher-Etappe“ - ich bezeichne sie als meine persönliche „Angst-Etappe“. Es sollte sich im Laufe der zwei Wochen jedoch herausstellen, dass andere Leute unterwegs andere Etappen ebenfalls mit „soll die schwierigste Etappe der GTA sein“ betiteln. Hm. Dazu muss ich sagen, dass ich  Bewohnerin der norddeutschen Ebene bin, nicht gerade diejenige, die Mutproben magisch anziehen, "seilversicherte" oder "ausgesetzte" Stellen nicht zu meine Lieblingsvokabeln gehören und anderen die entsprechende Etappen-Beschreibeung sicher kein Kopfzerbrechen bereitet, quasi ein Klacks ist.
    Wie auch immer, nachdem ich das ganze Web hinsichtlich Beschreibungen dieser Angst-Etappe durchforstet, viele Leute per mail ausgefragt habe und mittels YouTube-Videos den Weg in Slow-Motion abgegangen bin, habe mich trotzdem und nach viel hin und her für diesen Abschnitt, also nördlich von Susa entschieden. Gute 2 Wanderwochen reine Wanderzeit stehen zur Verfügung, dazu Zeit für  An- und Abreise mit dem Zug. Statt in Quincinetto (typischer Einstieg für diesen Bereich) steige ich etwas später von Traversella zur GTA auf.

    Von Traversella nach Susa
    Zelt oder nicht Zelt?
    Ursprünglich wollte ich kein Zelt mitnehmen. Insbesondere nach 5 Monaten Home-Office  habe ich Lust auf Begegnung mit anderen GTA-lern am Abend. Zumal ich weiß, dass es nie viele sind, es nie überlaufen ist und ich in der Vergangenheit so schon sehr schöne Abende verlebt habe. Ganz zu schweigen von dem vorzüglichen Essen. Egal wo man hin kommt, es gibt immer mindestens 3 Gänge, manchmal zusätzlich diverse Antipasti.
    Da in diesem Jahr unklar war, wie die Mehrbettzimmer belegt würden, ob alle Posto Tappas offen sein würden, ich nicht alles durchtakten wollte mit frühzeitigen Reservierungen und es auch eine sehr lange Etappe gab, habe ich dann doch entschieden, zu Gunsten der Flexibilität, das Zelt mitzunehmen - auch wenn ich noch ziemlich unsicher und unerfahren bin, was das Finden eines ebenen Platzes in den Bergen angeht. Zelt also ja, aber eher als Zusatzoption.
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    JanF reagierte auf BitPoet in Ich bin dann mal weg ...   
    Bin gerade auf dem Weg nach Pforzheim. Morgen geht es los auf dem Westweg, dann zurück auf dem Ostweg.
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    JanF reagierte auf gregoreasy in Impressionen von Touren   
    Impressionen vom GR 11 (Anfang Juli):



     
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    JanF reagierte auf tib in Impressionen von Touren   
    Bis ich es mal schaffe einen kürzeren oder längeren Reisebericht vom Kom-Emine in Bulgarien zu schreiben....
    Zustieg zum Startgipfel Kom an der Grenze zu Serbien bei Sonnenuntergang:

    ...wilde Pferde sieht man von Anfang bis Ende so einige.
    Und der erste Tag startete mit einem herrlichen Sonnenaufgang...

    Zentralbalkan:






    Es gab auch ein bisschen Sightseeing (Monument der Kommunistischen Partei. Heute leider nur noch eine Ruine, die nicht begangen werden darf):

     

    Richtung Kotel wurde es dann zunehmend weniger bergig (und diese Wiese war eine wahnsinnige Abwechslung an einem ansonsten eher langweiligen Tag)

    Am Ende war die Landschaftlich sehr trocken. Da war ein schattenspendender Baum zur richtigen Zeit ein kleines Geschenk! Ganz hinten ist auch schon das Schwarze Meer zu sehen...

    Ziel! Ein Stein kommt ins Meer, der andere mit nach Hause. So will es die Kom-Emine-Tradition.

    @questor, @momper: eure Anregungen haben gefruchtet.
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    JanF reagierte auf questor in Verpflegung Kom-Emine   
    Bin nun auch gerade durch.
    Die Wassersituation hat sich nicht unbedingt verbessert, ist aber alles machbar.
    Auf einigen Hütten wird es auch langsam eng und die Duschen sind gesperrt.
    Anbei die aktualisierten waypoints. Erin paar waren inzwischen trocken, dafür habe ich hier und da noch andere brauchbare hinzugefügt - und noch ein paar andere POIs ergänzt.
    Falls es sonst noch Fragen gibt, die in den sehr hilfreichen Posts oben noch nicht beantwortet sind, immer her damit.
    Vielleicht mache ich die Tage noch einen Kurzbericht mit ein paar Impressionen.
     
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    JanF reagierte auf ThomasK in Impressionen von Touren   
    Ein paar Impressionen vom Goldsteig (Passau-> Marktredwitz) letzte Wochen- Teil 1 :











     
  9. Danke!
    JanF hat eine Reaktion von Joe_McEntire erhalten in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread   
    Ich bin gut ohne Filter ausgekommen.
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    JanF reagierte auf zweirad in Impressionen von Touren   
    Nach einem arbeitsintensiven Wochenende wollte ich am Montag eigentlich nur runliegen und entspannen und die Wanderpläne auf den Dienstag verschieben.
    Wegen des schönen Wetters konnte ich es aber nicht lassen und so packte ich meine sieben Sachen und machte mich am Nachmittag auf den Weg. Nachdem die Nord/ Südachse recht gut besucht war, rechnete ich mit dem schlimmsten. Zu meiner grossen Überrschung traf ich unterwegs aber sehr wenig Leute und hatte die raue Natur in der Innerschweiz 1.5 Tage lang praktisch für mich alleine. Lediglich um die SAC Hütten herum herrschte jeweils einiges an Betrieb. Verglichen mit den Temperaturen im Flachland hatte ich tagsüber angenehme Temperaturen (am zweiten Tag mit kurzen aber heftigen Hagel- und Regenschauern). Selbst in der Nacht war es mit rund 10 Grad C auf ca. 2300 müM äusserst angenehm. Aber seht selbst...

    Die verflixte Brücke war der einzige Moment auf der Tour bei welchem der Herzschlag merklich beschleunigte. 120 Meter Luft unter dem Hinterteil sind schon recht luftig

    Dieser kleine Übergang war mein persönliches Highlight. Ich liebe solche Kraxelstellen.

    Eine von zahlreichen Alpenanemonen am Wegesrand. Viel mehr Pflanzen kenne ich aber auch nicht.

    Sicht auf den Gletscher oder was davon übrig ist.

    Eine Kuhweide mit Aussicht.
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    JanF reagierte auf tib in Verpflegung Kom-Emine   
    Geld
    Den ersten Bankautomaten den man auf der Tour trifft, ist in Kotel. Also ziemlich weit am Ende der Tour. Ich habe im Schnitt so 30-35 Leva am Tag ausgegeben und habe damit sehr gut gelebt (Übernachtung, Abendessen, meist Frühstück und was für unterwegs. Und meist auch noch 1-2 Bier auf der Hütte).
    Wasser
    Ich hatte mich an den eingezeichneten Trinkwasserstellen von Openstreetmap orientiert. Als ich losging (01.07.) wurde mir gesagt, dass es im Juni 3 Wochen geregnet hatte. Kann also sein, dass deshalb zum Anfang die Quellen gut gefüllt waren. Zum Ende hin (es hat auf der gesamten Tour einmal für 3h geregnet und einmal Nachts leicht geregnet), waren die meisten Quellen trocken.
    Ich hänge mal meine Waypoints ran. In Lokus werden die nicht korrekt angezeigt, aber in OSMand klappt es auf jeden Fall. Blaue Quellen hatten als ich da war verlässlich Wasser. Gelbe nicht verlässlich, oder so, dass ich das Gefühl hatte, dass es nicht langfristig Wasser gibt. Das ist meine individuelle Einschätzung und kann von der Realität abweichen. Manchmal sind bei OSM auch Quellen o.ä. verzeichnet, wo einfach nichts außer einer Pfütze ist.
    Die letzten zwei Tage habe ich Wasser komplett für den gesamten Tag mitgenommen. Soweit man nicht durch Orte kommt, kann man sich dort nicht auf Wasser verlassen. Auch am Endpunkt gibt es kein Wasser (nur den Saloon 2km vorher, in dem man Flaschenwasser kaufen kann).
    Die Kamchia River Spring ist nur eine leicht fließende und flache Pfütze. Das Wasser würde ich nicht unbehandelt/ungefiltert trinken wollen. Und bei der Hazim Forester Shelter soll laut Guide eine Quelle sein, die das ganze Jahr über Wasser hat. Das stellte sich jedoch als falsch heraus: es tröpfelte. Aber ca. 3km vorher im Rysh-Pass gibt es eine sehr gute Quelle und 2km später kam noch eine Quelle, die etwas Wasser hatte, aber nicht so verlässlich wirkte.
    Wasser gibt es grundsätzlich bei den Hütten. Bei Vitinja, Gramadliva ist jedoch das Problem, dass man reinkommen muss (siehe unten). Bei Gramadliva sind das dazu auch noch Wasserleitungen, die wahrscheinlich nicht viel durchlauf haben und damit fraglich sind (wir hatten vom Support frisches Quellwasser mitgebracht bekommen).
    Ich habe das Wasser grundsätzlich ungefiltert und unbehandelt getrunken. Auch wenn es unterhalb von Kuhweiden rauskam, hatte ich nie Probleme damit.
    Hütten
    Rote Hütten in den Waypoints sind (oder gelten als) verlässlich und mit Essen. Gelbe evtl. ohne Essen und teilweise nur mit Voranmeldung. Die Schwarzen (Petrohan und Probojnitsa) existieren nicht mehr.
    Eine Liste mit allen Unterkünften gibt es hier, wobei es nicht ganz aktuell zu sein scheint, da noch Petrohan und Probojnitsa drin sind, die teilweise schon ein paar Jahre geschlossen sein müssen. https://kom-emine.com/huts-all-en/?lang=en
    Bei Probojnitsa kann man aber problemlos zelten und hat gleich nebenbei den Bach mit Frischwasser.
    Trastena geht ohne Voranmeldung.
    Leskowa sollte man sich besser vorher anmelden.
    Murgasch sollte man sich sicher auch vorher besser anmelden.
    Vitinja ist nur eine Baracke im Bergpass. Man muss anrufen und dann wird einem gesagt, wo man den Schlüssel findet. Ist wahrscheinlich ohne Bulgarischkenntnisse sehr schwierig. Bettwäsche wird hier ganz sicher nicht oft gewaschen Insgesamt sehr angestaubte Bude. Kein Essen!
    Chumerna sollte eigentlich immer offen sein.
    Kaschana benötigt evtl eine Voranmeldung. Das kann ich nicht genau sagen. Aber wenn die Besitzer nicht da sind, wohnen sie nur 20Min entfernt. Sollte also möglich sein.
    Molimja Poljana ist 1h Offtrail. Ich war nicht dort und kann nichts weiter zu sagen. Ich denke aber, dass es Essen gibt.
    Echo ist offen und hat Essen. Einer der zwei Hüttenwirte spricht deutsch. War meine teuerste Übernachtung mit 70 Leva für Schlafen, Abendessen, Frühstück und Mittagessen.
    Kozya ist offen und hat essen.
    Dermenka ist offen und hat Essen.
    Dobrila ähnelt eher einem Berghotel und scheint mir teuer zu sein.
    1-1,5h hinter Dombrilla ist eine Biwackkapsel auf dem Peak Lewski. Platz vielleicht für 2-3 Leute.
    Botev Shelter offen und mit Essen.
    Botev Peak gibt es eine sehr kleine Hütte (Bungalow-Bauweise, ca. 80m südlich von den Hauptgebäuden). Als ich da war, hatte die offen und man konnte etwas kleines zu Essen kaufen. Scheint aber nicht verlässlich zu sein.
    Tazha sollte vielleicht besser vorher angemeldet werden. Essen gab es, als ich da war.
    Mazalat ist offen und hat Essen.
    Partizanska Pesen ähnelt eher einer alten Pension/Waldhotel. Man könnte Glück haben, aber ich würde mich nicht 100% drauf verlassen, ohne mich anzumelden.
    Uzana: ähnlich wie Partizanska. Es gibt auf jeden Fall Snacks zu kaufen, wahrscheinlich auch Essen. Ich war nicht drin.
    Buzludschla: ich war in der alten Hütte. Hat ohne Anmeldung geklappt und Essen gab es auch noch als wir 23:15 aufschlugen.
    Gramadliva Ski Base: man muss anrufen und kriegt dann das Schlüsselversteck gesagt. Essen (Kebabce im Kühlschrank und Gemüsekonserven unter der Spüle), Bier und Rakija gibt es. Man bedient sich und rechnet dann selbständig nach Verbrauch ab.
    Bukovets war offen, war aber gerade mit Partygästen belegt und ich ging schnell weiter. Ob Wochentags auch offen ist, kann ich nicht sagen.
    Chumerna offen und Essen.
    In Kotel gibt es diverse Unterkünfte. In der Pizzeria kann man auch dreckig und stinkend aufschlagen. Die sind das schon gewohnt
    Im Varbishky Pass gibt es die Hütte (wohl ohne Essen). Ich habe im Bistro Baboy geschlafen, wo es auch gutes Essen gab. Ich hatte mir Verpflegung für den Tag aus Kotel mitgebracht. Es hätte aber sicher auch was im Restaurant zu kaufen gegeben.
    Hazim Forester Shelter ist ein einfaches Hüttchen in das man einfach rein kann. Kein Essen, kein Wasser und im Dach wohnt irgendein Nager, der schon tagsüber ganz schön Radau machte.
    In Daskotna gleich zum Ortsbeginn den Feldweg rechts rein ist das Guesthouse. Wird wohl häufig genutzt. Als ich 21:00 ankam hieß es erstmal „Problema“, es wurde aber trotzdem ein Bett für mich gefunden. Es gibt dort kein Essen (was ich nicht wusste und zum Glück dann vom Familienessen noch was abbekam). Im Ort gibt es aber einen Laden.
    Topchiysko habe ich nicht gesehen. Da kann ich nichts zu sagen.
    Kozychino hat eine Pension „Windmühle“, welche eigentlich als verlässlich gilt. Als ich da war und anrief, wurde mir dann aber gesagt, dass nichts gehen. Vielleicht waren sie fürs Wochenende unterwegs. Ich bin dann zum Laden zurück gegangen und durfte dort in der leerstehenden Bar auf dem Tisch schlafen. Ob es warmes Essen in der Persion gibt, kann ich nicht sagen.
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    JanF hat eine Reaktion von Michas Pfadfinderei erhalten in UL Digitalthermometer mit Minimaltemperatur Speicher   
    24 g.
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    JanF reagierte auf doast in „Min Weag“  (Hochdeutsch = „Mein Weg") oder einmal rund um Vorarlberg   
    Ich bin aktuell dabei ein kleines Projekt für mich zu erwandern und dachte mir es ist vielleicht für einige unter euch von Interesse. Ich bin gerade dabei im Juni und Juli 2020 einmal lückenlos rund um Vorarlberg, Österreichs westlichstes Bundesland, zu wandern. Die Gegend ist aus vielen deutschsprachigen Regionen hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und vielleicht für zukünftige Wandertouren interessant. Vorarlberg ist definitiv kein Wildnisgebiet, trotzdem hat es schöne Flecken zu bieten. Es bietet eine gute Mischung zwischen Natur, Kultur und Zivilisationsnähe. Das öffentliche Verkehrsnetz ist hervorragend ausgebaut, die nächste Talschaft inkl. Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten ist nie weit weg. Wer mag findet eine gute Hütteninfrastruktur vor. Das mit dem Wildcampen ist, wie vermutlich bekannt, in Österreich ein zweischneidiges Schwert. Bezüglich Biwakieren und Camping möchte und kann ich hier nicht wirklich Ratschläge dazu geben aber ich behaupte mal wer sich nicht besonders blöd und auffällig anstellt findet immer eine Lösung…
    Obwohl ich die Vorarlberger Berge, das Wegenetz hier und eigentlich auch so gut wie alle Abschnitte des Rundwanderweges bereits kannte, war ich überrascht wie gut mir der Weg bisher gefallen hat. Insbesondere die Abwechslung gefällt mir gut. Ich war ehrlich gesagt von meinem eigenen Empfinden überrascht. Einerseits bin ich kein Vorarlberger mit Leib und Seele (wie es viele andere hier sind) und pflege eine kritische und ambivalente Beziehung zu „meinem“ Bundesland. Andererseits bin ich kein Freund von Zivilisationsnähe und „einfachen“ Premiumwanderwegen die stark auf das Ankurbeln des heimischen Tourismus ausgelegt sind. Aber irgendwie habe ich es geschafft aus meiner vorgefestigten Meinung auszubrechen und versucht das Erlebnis objektiv zu betrachten.
    Und objektiv betrachtet ist dieser Weg für alle zu empfehlen die einen gut erreichbaren, top angeschlossenen, mittellangen (400 km) Wanderweg mit mittlerem Schwierigkeitsgrad/konditionellem Anspruch (23.000 hm+) suchen. „Min Weag“ bietet eine ausgezeichnete Verpflegungssituation und viel Abwechslung z.B. vom Bodensee über einige regionale Städten und Gemeinden, über Alm- und Wiesenlandschaften im Bregenzerwald bis ins alpine Gelände auf über 2.500 m.ü.A. in der Region Rätikon, Silvretta, Arlberg, usw.
    Anbei als kleiner Bericht die Auszüge meiner Blogberichte. Mehr Infos zu meinen persönlichen Erlebnissen inkl. anschauliches Bildmaterial unter: https://www.wegalsziel.at/category/min-weag/
     „Min Weag“  - Hochdeutsch „Mein Weg“, einmal rund um Vorarlberg
    „Min Weag“, ein 31 Etappen umfassender Rundwanderweg rund um Vorarlberg, Österreichs westlichstes Bundesland. Der Name dieses Rundwanderweges bedeutet im Vorarlberger Dialekt „Mein Weg“. Auf den 400 Kilometern und 23.000 Höhenmetern, sowohl in Auf- als auch Abstieg, dieses Weges lässt sich das beschauliche Vorarlberg wohl am eindrücklichsten entdecken. Dabei reichen die landschaftlichen Highlights von sanften Hügellandschaften im Bregenzerwald bis über die Baumgrenze in der Silvretta oder im Rätikon.
    Auch wenn ich die regionalpatriotische Namensgebung von jeher „suboptimal“ empfunden habe (sei es im nationalen und internationalen Vergleich, auf Grund der fehlenden Aussagekraft oder aus Marketinggründen), spiele ich schon länger mit dem Gedanken diesen Rundwanderweg in seiner gesamten Länge zu gehen.
    So verlockend die Tatsache, vor der eigenen Haustüre zu starten und 400 Kilometer später enden zu können ist, so hinderlich ist die Tatsache das man sich für dieses Unterfangen wohl oder übel den ein oder anderen Tag Urlaub nehmen muss. Das ist auch mit ein Grund wieso ich von meinem ursprünglichen Plan „Min Weag“ in seiner Gesamtheit als self-supported FKT (= Fastest Known Time) in unter einer Woche zu absolvieren abgekommen bin. Neben dem Faktor Zeit spielte insbesondere auch der nicht zu unterschätzende Faktor Bequemlichkeit eine Rolle meinen Plan für den Sommer 2020 anzupassen. Ich möchte in den kommenden Wochen sämtliche Etappen abgehen.
    Der Fokus meiner Begehung liegt dabei auf einer lückenlosen Wanderung rund um Vorarlberg entlang des Rundwanderweges „Min Weag“ im Laufe des Sommers 2020. Die Herangehensweise an die einzelnen Teilstrecken erfolgt flexibel, nach Lust und Laune und in Abhängigkeit der Gesamtsituation (vorhandene Zeit, Wetter, Einschränkungen auf Grund der Corona-Kriese, etc.). Trotzdem soll dabei der sportliche Charakter nicht zu kurz kommen. Einige Teilstrecken werden (trail-)laufend zurückgelegt, andere wandernd. Die Teilstrecken orientieren sich an gut zu erreichenden Start- und Zielorten. Zur An- und Abreise zu den Start- und Endpunkten verwende ich ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel oder die eigene Muskelkraft. Die zurückzulegenden Distanzen der Teilstrecken bewegen sich auf Grund der Erreichbarkeit von Start- und Endpunkten mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Bereichen zwischen 30 und 80 Kilometern, die täglichen Höhenmeter im Aufstieg zwischen 1.500 und 4.000 Höhenmetern. Jedenfalls soll die Gesamtbegehung in max. 9 Teilabschnitten erfolgen.
    Mehr Infos zu „Min Weag“ auf der offiziellen Webseite: https://www.vorarlberg.travel/aktivitaet/min-weag-vorarlberg-rundwanderweg
     
    Tag 1 – Sibratsgfäll bis Bregenz – Endlich geht es los!
    Mehr als 6 Etappen von „Min Weag“ an einem Tag. Von Sibratsgfäll zum Festspielhaus in Bregenz und dann weiter bis nach Hause. Das ist der Plan für meinen ersten Teilabschnitt des Rundwanderweges rund um Vorarlberg.
    Die frühestmögliche Busverbindung lässt mich um 7:30 im Dorfzentrum von Sibratsgfäll starten. Bei kühlen 4°C starte ich mein Vorhaben. Bald bin ich warm gelaufen und wandere ein konstantes Tempo.
     
    Über das Balderschwangertal, das Lecknertal und den Nagelfluhgrat mache ich den größten Teil des Anstieges. Der Nagelfluhgrat stellt gleichzeitig die größte Herausforderung dieses Teilabschnittes dar. Es gilt einige versicherte Passagen am ausgesetzten Grat zu bewältigen. Hier wird das Tempo zwangsläufig reduziert. Weiter geht es über die Gemeinden Riefensberg, Sulzberg und Langen auf den Hirschberg, den vorletzten Gipfel des Tages. Den letzten Gipfel bildet der Pfänder, Bregenzer Hausberg und Aussichtspunkt über den Bodensee. Es geht nun nur mehr bergab ans Ufer des Bodensees. Dieses erreiche ich kurz vor Sonnenuntergang. Nach erreichen des offiziellen Start- und Endpunkt von „Min Weag“ dem Festspielhaus lege ich noch ein paar weitere Kilometer entlang des Bodenseeufers bis zu mir nach Hause ein.

    Mit dem letzten Licht der Dämmerung erreiche ich um 21:45 nach exakt 14 Stunden und 15 Minuten meine Haustüre. Knapp 75 Kilometer Distanz,  3.500 Höhenmeter im Anstieg und 4.000 Höhenmeter im Abstieg sind die Bilanz des Tages.
    Mit Ausnahme einer 10 Minuten Pause im kleinen Dorfladen von Riefensberg bin den ganzen Tag durchgewandert. Aufgrund der aktuell geschlossenen Grenze zu Deutschland während der Corona-Kriese habe ich jene Abschnitte abgekürzt welche einen Grenzübertritt erfordert hätten. Mein ursprünglicher Plan mindestens 80 Kilometer zu wandern konnte deshalb nicht realisiert werden.
    Die Aussichten entlang des Weges waren grandios, die Wetterbedingungen ideal. Einzig der hohe Anteil an Schotterstraßen und asphaltierten Wegen hat den Spaß ein wenig getrübt.
    Ich freue mich schon auf die restlichen Etappen.
     
    Tag 2 – Ebnit bis Feldkirch – Das Rheintal von oben und eine gar nicht so üble Schlucht!
    Drei Tage nach meiner Wanderung von Sibratsgfäll nach Bregenz entlang von „Min Weag“ wage ich mich an mein zweites Teilstück rund um Vorarlberg. Diesmal habe ich mir die Strecke von Ebnit nach Feldkirch vorgenommen. Die Anbindungen mit Bus und Zug sind hier jeweils optimal gewährleistet.
     Der erste Abschnitt mit den Gipfeln Hohe Kugel und First offenbart grandiose Blicke auf das Rheintal samt Bodensee sowie die benachbarten Berge in Vorarlberg und der Schweiz. Das Panorama hat man selten für sich alleine. Die Gipfelrast bildet das Highlight vieler Wanderer. Zu Nahe liegt das dicht besiedelte Rheintal und zu verlockend ist die lohnende Fernsicht bei gutem Wetter.

    Der Abstieg nach Viktorsberg verläuft in dichten Wäldern. Die besiedelten Hanglagen von Viktorsberg und Dafins erlauben wieder offene Ausblicke, bringen aber auch ein paar asphaltierte Wegabschnitte mit sich. Am Alpwegkopf wechselt die Wegbeschaffenheit in breite geschotterte Wege. Weiter geht es hinab ins Laternsertal bevor mit der „Üblen Schlucht“ der technisch schwierigste aber vielleicht auch spektakulärste Teil dieses Abschnittes folgt. 
    Vor dem Abstieg in die „Üble Schlucht“ wird auf potentielle Gefahren hingewiesen. Der Weg selbst ist ein schmaler Pfad und in einigen Stellen leicht ausgesetzt. Handseile und Geländer entschärfen die Schwierigkeiten. Wer trittsicher und halbwegs geübt ist wird keine Probleme bei der Begehung haben. (Anm.: Leider ist nur wenige Tage nach meiner Wanderung ein junger Mann in der Üblen Schlucht verunglückt und ertrunken.)

    Der weitere Weg in Richtung Feldkirch ist etwas monoton, ehe beim Abstieg vom Hohen Sattel nochmals einige tolle Ausblicke auf den Schweizer Säntis warten.
    Am Ende des Tages zeigt meine Uhr eine Distanz von 40 Kilometern, 2.100 Höhenmeter im Anstieg und 2.700 Höhenmeter im Abstieg bei einer Gesamtdauer von 7:30 Stunden an. Wie üblich habe ich keine Pausen eingelegt.
     
    Tag 3 – Ebnit bis Bregenz – Dornbirner Hausberge und eine lange Gerade
    Weiter geht es entlang von „Min Weag“ rund um Vorarlberg. Tag 3 von Ebnit nach Bregenz bedeutet den Lückenschluss zwischen meinen bereits gewanderten Teilabschnitten und bringt mich ein gutes Stück näher an mein Ziel. Nämlich einen durchgängigen Fußweg rund um Vorarlberg zurückzulegen.
     Die Strecke von Ebnit nach Bregenz ist wohl das einfachste Teilstück meiner Tour. Sowohl was die Schwierigkeit als auch die konditionellen Herausforderungen anbelangt. Vom Ebnit geht es immer bergab Richtung Rappenlochschlucht. Ab dem Dornbirner Gütle geht es stetig bergauf Richtung Losenpass am Bödele. Weite Aussichten ins Rheintal und auf den Bodensee begleiten den Aufstieg. Am Bödele ist der größte Anteil an positiven Höhenmetern bereits geschafft. Weiter geht es über sanfte Landschaften und breite Wege nach Alberschwende und nach einem weiteren kurzen Anstieg nach Bildstein.
     
    In Bildstein heißt es nochmals Wasserflaschen füllen, die Aussicht genießen und dann ab auf die letzten einfachen Kilometer Richtung Bregenz. Die letzten Kilometer entlang der Bregenzer Ach gestalten sich für den verwöhnten Wanderer sehr monoton. Kerzengerade und absolut flach führt einen der Weg an den Bodensee. Hier nehme ich nochmals meine Beine in die Hand und laufe in Richtung nach Hause.

    Am Ende des Tages zeigt meine Uhr eine Distanz von 43 Kilometern, 1.500 Höhenmeter im Anstieg und 2.200 Höhenmeter im Abstieg bei einer Gesamtdauer von 6:30 Stunden an. Die letzten Kilometer entlang der Bregenzer Ach bin ich dabei gelaufen. Wie üblich habe ich keine Pausen eingelegt.
     
    Tag 4 – Brand bis Feldkirch – Dem Himmel sehr nah
    Tag 4 entlang von „Min Weag“ rund um Vorarlberg führt mich von Brand nach Feldkirch. Erstmals führt mich der Weg über 2.000 Meter Seehöhe. Das bedeutet, dass der Weg nun einen alpineren Charakter annimmt und gleichzeitig nicht mit Highlights geizt. Landschaftliche Highlights sind der Abstieg vom Amatschonjoch in den Nenzinger Himmel und Teilabschnitte auf dem Staatsgebiet von Liechtenstein rund um Malbun und das Galinatal.
    Leider fällt der bisherige Juni wettermäßig in die Kategorie „bescheiden“. Kühles Wetter und Regenschauer begleiten mich insbesondere in den ersten Stunden meiner Wanderung. Eine feucht-klamme Regenjacke , kühle Temperaturen, schweißtreibende Anstiege, feuchte Wiesen und vom Regen gesättigte, rutschige Böden lassen mich zu Beginn mehr als einmal fluchen. Glücklicherweise ändert sich die Wetterlage im Laufe des Tages und ich kann mich wieder voll und ganz auf das Wandern konzentrieren.

    Zuerst absolut einsam unterwegs treffe ich ab Malbun und mit besser werdendem Wetter immer wieder auf andere Wanderer. Gut in der Zeit liegend stellt sich mir kurz vor meinem Tagesziel Feldkirch noch die Gurtisspitze in den Weg. Nach etlichen anstrengenden Stunden gilt es abschließend die letzten 300 Höhenmeter auf einer Distanz von einem Kilometer zu bezwingen. Danach geht es nur mehr bergab bis Feldkirch. Am Ende reicht die Kraft noch um ein paar Meter im Laufschritt zum Bahnhof zurückzulegen und den quasi bereits abfahrenden Zug Richtung Heimat zu nehmen.

    Die größte Wohltat am Ende des Tages ist es meine immer noch feuchten Laufschuhe auszuziehen und mich mit salzigen Snacks und Limonade in die Badewanne zu schmeißen.
    Insgesamt zeigt meine Uhr an Tag 4 eine Distanz von 53 Kilometern, 2.900 Höhenmeter im Anstieg und 3.400 Höhenmeter im Abstieg bei einer Gesamtdauer von 10:20 Stunden an. 
     
    Tag 5 – Gargellen bis Brand – Durchs majestätische Rätikon
    Tag 5 entlang von „Min Weag“ rund um Vorarlberg soll ungewöhnlich ausfallen.
    -  Ungewöhnlich kurz (im Vergleich zu meinen bisherigen Abschnitten) ist die Etappe von Gargellen nach Brand. Trotzdem nicht minder fordernd.
    -  Ungewöhnlich ausgelaugt und müde fühle ich mich. Die letzten Wochen waren sportlich intensiv, geschlafen habe ich sehr wenig.
    -  Ungewöhnlich schön. Die Strecke von Gargellen nach Brand führt vorbei an einigen absoluten Highlights im Rätikon.
    Der erste 1.000 Meter Anstieg aus Gargellen führt hoch über die Baumgrenze. Fantastische Weitblicke in die Schweiz und nach Vorarlberg öffnen sich. Imposante Gipfel begleiten die folgenden Kilometer. Sulzfluh, Drusenfluh, Drei Türme, Schesaplana und viele weitere. Ein Gipfel ist imposanter als der nächste.

    Stop & Go ist die Devise. Der Sportler in mir will nicht stehen bleiben aber der Blog verlangt eine Foto- und Videodokumentation. Der Genießer in meiner Brust möchte eigentlich nur innehalten und staunen. Historische Zollhütten entlang des Weges sind Zeitzeugen vergangener Tage. Die Schweiz liegt auf dieser Etappe selten weiter entfernt als einen Steinwurf. In der Vergangenheit nutzten Schmuggler die Routen im Gebirge zwischen Vorarlberg und der Schweiz. Einige wenige große Schutzhütten und die Narben menschlicher Einflüsse sind das einzige was die Idylle hier oben ein wenig trüben können.
    Bevor der „Böse Tritt“ gegen Ende der Strecke wieder steil ins Tal und somit wieder unter die Baumgrenze führt, wartet ein weiteres Highlight auf die verwöhnten Augen. Der Lünersee funkelt grün-blau inmitten des atemberaubenden Bergpanoramas.

    Die letzten Kilometer des Tages führen auf einfachem Weg nach Brand und somit zurück in die Kontraste der Zivilisation.
    Insgesamt zeigt meine Uhr am Ende von Tag 5 eine Distanz von 34 Kilometern, 2.100 Höhenmeter im Anstieg und 2.400 Höhenmeter im Abstieg bei einer Gesamtdauer von 6:40 Stunden an.
     
    tbc – die restlichen 3 Abschnitte folgen im Juli
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    JanF reagierte auf bluesphemy in Ausrüstungs-Vorfreude-Thread   
    Habe mir letzte Woche einen Nunatak Arc UL 25 zusammengestellt. Ist in Theorie so ziemlich mein Traumschlafsack. Jetzt heißt es noch 10 Wochen warten  
  15. Danke!
    JanF hat eine Reaktion von Randysch erhalten in Trailrunning Overnighter? Pace/Einteilung/Rucksack   
    Packliste Forststeig im November (war dann aber doch etwas kalt)
    Packliste Westweg im April (Übernachtung in Schutzhütten)
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    JanF reagierte auf zeank in Impressionen von Touren   
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    JanF reagierte auf paddelpaul in Konstanz- Bielefeld & dies das Ananas   
    OT: Jan F, nee, müsste ich suchen. Ich hab mich da auch nicht wirklich wissenschaftlich mit beschäftigt, dass ist eher so der Tenor von diversen YouTube-Kanälen auf denen ich gelegentlich unterwegs bin. Und das deckt sich wohl mit dem was Du sagst, nämlich eine Ergänzung zum Grundlagentraining mit Tendenz "Wettkampfhärte" zu schaffen, die einem noch dazu Trainingszeit spart. Also (bei vorhandener Grundlagenfitness!) lieber 2 x 15 km/Woche mit 7km/h laufen als 3 x 20km/Woche mit 5.7km/h.
    Aber wie gesagt, kein wissenschaftlicher Anspruch; für uns ist das Konzept jedenfalls aufgegangen.
     
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    JanF hat eine Reaktion von Painhunter erhalten in Trailrunning Overnighter? Pace/Einteilung/Rucksack   
    Ich würde mir das nicht nach festen Zeiten einteilen, sondern vom Gelände und der Laune bestimmen lassen: ebene und leicht abschüssige Trails und besonders Forstwege laufen, Aufstiege und allzu technische Trails wandern.
    Mein Laufrucksack von Salomon mit 22 Litern bounct beim Laufen kaum und nervt auch entsprechend nicht.
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    JanF hat eine Reaktion von paddelpaul erhalten in Konstanz- Bielefeld & dies das Ananas   
    Klingt für mich irgendwie widersprüchlich.
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    JanF hat eine Reaktion von hansichen erhalten in Konstanz- Bielefeld & dies das Ananas   
    Klingt für mich irgendwie widersprüchlich.
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    JanF reagierte auf Wanzenried in Forststeig Freestyle Juni 2020   
    Tag 2, 3.6.2020 Pfaffenstein – Boofe in der Nähe der Ottomühle ca. 45km

    Nach der fast schlaflosen Nacht breche ich früh um 5 Uhr morgens auf. Die ersten Sonnenstrahlen färben die Bäume und Felsen in den schönsten Rottönen und ich kann mein Glück kaum fassen.

    Auch die markante Felsformation Barbarine erstrahlt im Glanze der Morgensonne.

    Der weitere Weg hoch auf den Pfaffenstein ist ziemlich spannend. Ich laufe einmal in eine Sackgasse, wo es nicht mehr weiter geht. Auch die eine oder andere Engstelle muss durchkrabbelt werden.

    Oben angekommen laufe ich an der geschlossenen Gaststätte vorbei zu einem Aussichtspunkt. Dabei bietet sich mir ein spektakuläres Panorama!

    Der nächste Tafelberg ist dann der Quirl. Dort gehe ich ein Stück entlang der Felsen und erkunde einige schöne Felsüberhänge. Die Höhlen, die auf meiner Karte eingezeichnet sind finde ich allerdings nicht. Da ich nicht den geplanten Weg laufe merke ich irgendwann, dass ich wohl nicht oben auf den Quirl komme und umrunde diesen auf einem angenehmen Pfad einfach. „Es kommen ja noch genügend Tafelberge“ denke ich mir. Kurz darauf komme ich an eine Straße und überquere die Biela. Dort erfrische ich mich und gehe kurze Zeit später weiter Richtung Biwakplatz Nikolsdorf. Dort treffe ich auf drei Wanderer, die gerade am packen sind. Es ist erst 9:30 Uhr und ich bin schon knapp 15km gewandert, das fühlt sich richtig gut an und ich gönne mir eine ausführliche Pause in der Sonne und unterhalte mich mit einer anderen Wanderin.

    Auch ein Mitarbeiter des Sachsenforsts ist vor Ort. Er ist super freundlich und erkundigt sich ob es denn Schwierigkeiten bei der Wegfindung gab. Dann nutze ich noch den dortigen Wasserhahn und fülle meine Wasservorräte wieder auf.
    Als ich wieder aufbreche erreiche ich kurze Zeit später die Naturbühne Leupoldishain. Das Wegstück danach bis zum Felsenlabyrinth verläuft recht unspektakulär. Beim Felsenlabyrinth angekommen treffe ich auf einige Menschen und gehe direkt weiter ohne die Gegend groß zu erkunden. Ich bin gerade wieder gut im Rhythmus und habe wenig Lust auf Menschen…
    Beim Panoramablick Bernhardstein habe ich eine tolle Aussicht auf die Festung Königstein, den Quirl und den Pfaffenstein.

    Am Lampertstein macht der Weg dann einen ziemlichen Schlenker. Dieser lohnt sich aber total, die Gegend ist super schön und der Pfad auch.

    Als ich eine Picknickstelle mit Bank erreiche muss ich mich jedoch im Schneidersitz auf die Bank setzen, da überall Feuerameisen sind und diese mich ziemlich aggressiv attackieren. Nach der kleinen Mittagspause geht es dann frisch gestärkt weiter und schon bald erreiche ich den Biwakplatz Spitzstein.

    Dort treffe ich auf insgesamt vier Wanderer. Zwei Frauen haben ihren Wandertag für heute schon beendet und wir unterhalten uns etwas über den Weg und die Ausrüstung. Die Distanzen sind leider wirklich unvorteilhaft, wenn man jede Nacht auf den Biwakplätzen übernachten will… Auf dem weiteren Weg erklimme ich den Katzstein, von dem ich erneut eine tolle Aussicht habe.

    Schon bald erreiche ich die geschlossene Rotsteinhütte an der gerade eine junge Wanderin Pause macht.

    Mir kommt ihr schwäbischer Dialekt direkt ziemlich vertraut vor und wir unterhalten uns ein wenig. Gegen Ende des Gesprächs frage ich noch „ Woher genau kommst du eigentlich?“ und es stellt sich doch tatsächlich heraus, dass sie aus demselben Städtchen kommt, in dem ich einen Großteil meiner Kindheit verbracht habe! Wir sind beide ganz perplex über diesen Zufall.
    Die nächsten Kilometer laufen sich leider ziemlich zäh, da der Weg hauptsächlich auf Forstwegen entlanggeht und wenig Abwechslung bietet. An einer großen Kreuzung im Wald finde ich ein schönes Plätzchen und koche mir mein Abendessen.

    Nach der reichlichen Portion Nudeln mache ich mich wieder auf den Weg und komme bald endlich wieder an spannenden Felsformationen vorbei.

    Hier laufe ich wieder über sehr spannende Wege und erkunde die tolle Landschaft. Als es schon relativ spät ist begegnen mir ein paar Kletterer und ich frage sie nach einer Boofe, die hier in der Nähe sein muss. Sie meinen ich muss fast daran vorbei gelaufen sein und ich kann gerne mit Ihnen mitkommen und dort übernachten. Ich überlege kurz. Die Leute sind super sympathisch aber ich habe andererseits absolut keine Lust nochmal zurück zu laufen, nachdem ich heute schon den ein oder anderen Abstecher gemacht habe. Ich lehne dankend ab und bedanke mich für die Hilfsbereitschaft. In unmittelbarer Nähe muss sich auch die Juliturmboofe befinden, die ungefähr auf meinem Weg liegen sollte. Bald finde ich einen Trampelpfad und komme kurz darauf an einem kleinen aber feinen Felsüberhang an.

    Das scheint zwar nicht die offizielle Boofe zu sein aber Platz für eine Person ist hier locker. Ich genieße noch den Blick auf die umliegenden Felsen und mache es mir bald gemütlich.

     
     
     
     
     
     
     
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    JanF reagierte auf effwee in Mullerthal Trail Overnighter (Route 2)   
    Ich war schon einmal auf dem Mullerthal Trail, ein paar Jahre her. Fand ich beeindruckend schön und für wiederbesuchendswert befunden. Zudem Echternach pittoresk ist und trotz drei gemütlichen Autostunden von Frankfurt, weit genug weg um sich der Illusion hingeben zu können so richtig Urlaub gemacht zu haben. Aber so einen langen Weg hatten wir nicht.
    Ich war derzeit auf dem Moselsteig unterwegs, meine Freundin besuchte mich dort bzw. sammelte mich in Zeltingen-Rachtingen ein, stellen uns in Kröv mit dem Bulli an die Mosel, verbrachten einen wunderbaren Abend mit Dennis  (@Onwards Hiking), der grade auf Eifel-Stop-Over war - ein Grill, eine halbe Kiste Bier und ein guter trockner mineralischer Riesling, der Rest sind trail tales...
    Am näxten morgen machten meine Freundin und ich uns also - zugegeben leicht verkatert - gen Echternach. Wir wollten bewusst später auf den Trail gehen - sind nur 33?35?37? keine Ahnung? Kilometer - wir sind beide good in shape - wir wollen ja auch schon ein Nacht auf dem Trail haben... zudem wir die ganzen Pfingstwandernden versuchen so zu vermeiden... hat am ersten Tag naja funktioniert, bzw. ab 18 Uhr hatten wir den Trail weitestgehend für uns.
    Es gibt nicht viel über den Trail zu sagen - viel besungen und beschworen, ist und bleibt er landschaftlich einfach so mit das Schönste was ich bisher in meinem Leben gesehen habe. Überlaufen ist er wahrscheinlich immer, und die Singletrails, die dann doch recht häufig zumindet in hörweite von Straßen verlaufen schmälern das Vergnügen vielleicht hier und da - aber das ist ja meine Entscheidung ob ich mich davon beeinflussen lasse... Bis vor vier Jahren hatte ich gar keine Ahnung dass es sowas schönes in den unmittelbareren Umgebung gibt (auf der Eifeler Seite geht das an einigen Ecken mindestens genau so spektakulär weiter (ok, nicht ganz so - dafür ruhiger und leerer).
    Wir liefen bis Goldkaul, schlugen uns dort in die Büsche, fanden ein Stück Wiese zum Abendessen und den Tag ausklingen lassen und einen Platz unter einer alten Buche für unser Zelt.
     
    Am nächsten Morgen hatten wir den Trail für uns alleine, möglichwerweise lag dies an der Echternacher Springprozession, vielleicht aber auch daran, dass Pfingsten vorbei war. Gemütlich liefen wir die zweite Hälfte des Trails - und als wir in Echternach ankamen suchten wir und für unser Trail-Fertig-Belohungs-Wit genau jenen Laden aus, der mit scheppernder Polkamusik der Springprozession in seinem Laden beging. Die Popularisierung von immateriellen Weltkulturereben geht immer mit seiner Verflachung einher... also waren wir froh als wir unser Bier ausgetrunken hatten und freuten uns auf eine Dusche am Bulli... aber genug der Worte, lasst Bilder sprechen:
     



    Hohllay - hier wurden früher Mühlensteine aus dem Fels gebrochen

    Deer Weg zum Felslabyrinth von oben - der Weg zum Labyrinth war gesperrt -sehr ärgerlich, da wir das Labyrinth so nicht erreichten. Wir quittierten dies mit der Feststellung dass wir wohl wieder kommen müssten

    trotzdem beeindruckend!






    Immer weider führen dei Wege durch enge Felsspalten.

    Abendstimmung

    Abendessen... yummi. ein bisschen wenig vielleicht. Die Pilzrahm Variante ist sehr zu empfehlen.
     
    Wir laufen ohne Frühstück los, wollen uns einen netteren Platz suchen...



    wer soll den da durchpassen...? ist nichtmal UL-Pack tauglich... Auf dem hinweg sind uns zwei junge Menschen mit zwei solchen 60 Liter Ungetümen entgegengekommen, die hätten selbst mit absetzen die beiden Packs da nicht durch bekommen und ein paar von unseren Freund*innen kriegen wir da auch nicht durch...



    Frühstücks Kaffee...


    Deiwepetz

    Deiwepetz... mit Taschenlampe, weil irgendwann ist das Licht komplett weg...






    ach ja, ab und an gehts auch mal übei einen Acker - aber eher selten.

    meist sieht es wirklich eher so aus...


    echternach.

    Prost...
     
    Schön war's. Leider haben wir den Einstig unglücklich gewählt und hatten auf dem Rückweg für den loop keinen Lust mehr und haben die Wolfsschlucht verpasst - noch ein Grund mehr wieder zu kommen. Wir vermuten, dass es sicherlich auch im Herbst und Winter mega schön ist. Allen voran wenn Nebel durch die Wälder wabert... wird nicht das letzte Mal gewesen sein.
     
    für mehr offizielle infos:
    klickklick
     
    PS. Luxemburg hatte die Grenzen am 15.5.20 geöffnet, demnach konnten wir ohne Probleme rüber. Also wirklich ohne Probleme. Einfach drüberfahren (gesetz dem Fall ich habe die "richtig" Hautfarbe, den "richtigen" Pass und all jene Privilegien, über die ich mir als Priviligierter keine gedanken machen muss, die ich als solche auch gar nicht wahrnehme und auch gar nicht wahrnehmen muss, schließlich sind sie ja "normal" - sind sie eben nicht! schön ist wenn man sich keine gedanken drüber machen muss, sondern nur die "anderen"...)
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    JanF reagierte auf masui_ in Forststeig 12.-14.6.2020   
    Jetzt noch mal richtig:
    Schon wieder Sächsische Schweiz...aber es ist halt auch so geil. Außerdem lauten die Anreisedaten 55 Minuten und 6,50 Euro, also why the hell not.
    Aus gesundheitlichen Gründen kann und darf ich leider keine langen Wege mehr laufen, geschweige denn viele Kilometer schrubben, aber die zweieinhalb Tage die ich unterwegs war, kamen mir wie eine lange Tour vor. Deswegen ein eigener Bericht.
    BW: 3,2 Kg. Mit 4 Liter Wasser und Lebensmittel entspannte 9 Kg.
    Da ich vor zwei Wochen bereits eine Etappe von Bad Schandau zum Nikolsdorfbiwak lief und mir empfohlen wurde doch von Schöna aus zu starten, weils schöna ist (haha), nahm ich mir das zu Herzen und wurde nicht enttäuscht. Die 15 Kilometer bis zum Taubensteinbiwak waren wohl die besten, die ich je gelaufen bin. Gleich zu Beginn Singletrail. Im Verlauf des ersten Tages befanden sich überhaupt kaum Forststraßen unter meinen Füßen. Da kam Freude auf!
     



    Auf dem Weg zum Großen Zschirnstein. Außer mir starteten noch zwei Dreiergruppen mit riesigen Rucksäcken.


    Nachtisch

    Das Minibiotop gefiel mir außerordentlich gut.
    Die restlichen Kilometer bestanden nur noch aus schmalen Pfaden entlang der tschechischen Grenze. Es war himmlisch. Zwischendurch sagten die Wolken für 20 Minuten: "We are open." Fix das GWC drüber gezogen, aber es war störrisch, da der Pfad voller stacheliger Brombeerranken gewesen ist. Zwischendurch gab es immer mal wieder kleine Bäche oder sogar Quellen.

     
    Am Biwakplatz angekommen. Wiese nass + See und Bach=Kondens. Schon beim Aufbau alles feucht.

    Zum Abendessen gab es Vollkorncouscous mit getrockneten Tomaten, Fertigsoße...

    ...und nassen Socken.

    An diesem, als auch am nächsten Tag schaute ein Mitarbeiter vom Sachsenforst vorbei, beantwortete Fragen und gab Hinweise. Für die Übernachtung müssen vorher Trekkingtickets erworben, die dann einfach in den Kasten am Biwak eingeworfen werden.
    Es war ein toller Tag. 
     
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    JanF hat eine Reaktion von Tipple erhalten in Decathlon Evadict - (neue?) Linie für Trailrunning   
    Die meisten Evadict-Produkte gab es schon vorher unter der Laufmarke Kalenji, wurden jetzt halt nur für die Trailrunningmarke umgelabelt. Ich nutze Produkte mit beiden Namen (Laufrucksack, Socken, Softflasks, Mütze, Shorts, Windweste ...) und kann mich nicht beklagen.
    Ich nutze den Kalenji Run Active Grip seit mehreren Jahren auch für anspruchsvollere Wanderungen und mittlerweile auch Läufe über Ultradistanzen. Den mit einem aggressiveren Profil ausgestatteten Kiprun hatte ich mal hier, bei matschigen Läufen hatte der auch etwas mehr Grip, er hat mir aber nicht ganz so gut gepasst und wurde deshalb dann nicht weiter ausgetestet.
    Recht schmale Fußbox kann ich bestätigen.
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    JanF hat eine Reaktion von cluster erhalten in Decathlon Evadict - (neue?) Linie für Trailrunning   
    Die meisten Evadict-Produkte gab es schon vorher unter der Laufmarke Kalenji, wurden jetzt halt nur für die Trailrunningmarke umgelabelt. Ich nutze Produkte mit beiden Namen (Laufrucksack, Socken, Softflasks, Mütze, Shorts, Windweste ...) und kann mich nicht beklagen.
    Ich nutze den Kalenji Run Active Grip seit mehreren Jahren auch für anspruchsvollere Wanderungen und mittlerweile auch Läufe über Ultradistanzen. Den mit einem aggressiveren Profil ausgestatteten Kiprun hatte ich mal hier, bei matschigen Läufen hatte der auch etwas mehr Grip, er hat mir aber nicht ganz so gut gepasst und wurde deshalb dann nicht weiter ausgetestet.
    Recht schmale Fußbox kann ich bestätigen.
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