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Ultraleicht Trekking

Werra-Burgen-Steig


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Meine erste "längere" Tour: Der Werra-Burgen-Steig (Hessen-Variante).

Länge: 130 km (mit Zu- und Abwegen in die Dörfer zum Übernachten in Pensionen und kleinen Umwegen kommen noch mal ca. 15-20 km drauf).

Etappen (Länge: je knapp 20 km außer am Anreisestag nur 8 km):

  1. Hann. Münden - Lippoldshausen (halber Tag)
  2. Lippoldshausen - Witzenhausen
  3. Witzenhausen - Kammerbach
  4. Kammerbach - Kleinvach
  5. Kleinvach - Jestädt
  6. Jestädt - Datterode
  7. Datterode - Altefeld
  8. Altefeld - Nentershausen

An- und Abreise: nach Hann. Münden mit der Bahn, von Nentershause eigentlich mit AST Bus und Bahn, aber wegen Corona ist das AST ausgefallen. Also getrampt,, Bus und Bahn :)

Übernachtung: in kleinen Pensionen

Wie es war: Am Anfang gab es eine Etappe oberhalb der Werra, bei der man die Straße neben der Werra SEHR gut hören konnte. Das hat mich hart genervt. Aber danach, ab Lippoldshausen fand ich es super. Die Landschaft ist relativ unspektakulär: bisschen Wald, Hügel, Wiese, Dorf, Kleinstadt. Vielleicht würden manche das etwas öde finden, für die Corona-Homeoffice neben Großbaustelle-geschädigten Seelen von meinem Mann und mir genau das richtige. Die Beschilderung ist super, wir sind nur damit und als Backup dem GPS-Track auf dem Handy gelaufen. Haben wir aber eigentlich gar nicht gebraucht und diente eher abends als Überblick über die nächste Etappe. Die Wege waren - schätze ich mal - nur zur Hälfte kleine Pfade und sonst auch viele Wirtschaftswege. Mich hat das nicht gestört. Einkehrmöglichkeiten in den Dörfern gab es nur sehr wenige. Viele Dörfer sind superklein, eines hatte nur 65 Einwohner. Wir haben kaum andere Menschen getroffen, nur an Pfingsten einen einzigen Wanderer, der wie wir mit einem Rucksack für mehrere Tage unterwegs war. Aber wer weiß, vielleicht hab ich ja den*die ein oder andere UL-Wanderer*in gar nicht als solche*n erkannt :).

Verpflegung: Ich bin zu Hause Veganerin. Nordhessen ist allerdings definitiv noch nicht mal für Vegetarier besonders ...lecker. Daher habe ich alle meine moralischen Bedenken fallen gelassen und mich ins Wurst-Abenteuer gestürzt. Spezialität ist die "Ahle Worscht". Da hätte ich mich reinsetzen können. 

Was aufgefallen ist: Ausgesprochen viele Waldschäden an Fichten UND Buchen. Die bunten Ackerrandstreifen. Die Ruhe und die Kraft, die von einem Tag im Wald ausgeht. Besonders nette Pensionsbetreiber*innen.

Highlight: Die Etappe in der Hessischen Schweiz mit einem Stück Weg auf dem "Grünen Band", der ehemaligen Grenze zwischen DDR und BRD.

Beeindruckend: 20 km-Etappe im strömenden Regen. Ich hätte nicht gedacht, wie meine Füße dann aussehen. Meine Schuhe hatten KEIN Goretex und es hat bei jedem Schritt "Kwutsch" gemacht.

Fazit: Das war super! Will mehr!

Und jetzt kommen noch ein paar Bilder:

 

 

 

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Danke für den tollen Bericht und die schönen Fotos. Wir sind in der Region schon einige der Premiumrundwanderwege gelaufen und waren stets begeistert. Sehr einsam, herzliche Menschen in den Orten, alles top ausgeschildert. Der Werra-Burgen-Steig ist meiner Ansicht nach auch absolut zu empfehlen. Genauso wie der etwas südlicher gelegene Grimmsteig.

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Ist auch meine alte Heimat... Ich hatte als Jugendliche die Leute gar nicht so nett in Erinnerung . Aber das lag dann wohl eher an mir ;) . Es waren oft die Kleinigkeiten, die mich für den Steig begeistert haben, so z. B. auch der Gang durchs Gradierwerk, der sich angefühlt hat, als wären wir an der Nordsee. Oder der Knoblauchgeruch von UNMENGEN an Bärlauch, als wir durch in der Hessischen Schweiz den Grenzweg zwischen dem alten Königreich Preußen und Kurhessen entlang gegangen sind.

Bearbeitet von Antonia2020
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vor 42 Minuten schrieb FlowerHiker:

Genauso wie der etwas südlicher gelegene Grimmsteig.

Davon sind wir am nach dem Steig auch noch ein kleines Stück gegangen, nur zwischen Hess. Lichtenau und Quentel. Sehr sehr malerisch. Auch wenn die Gegend wirklich extrem strukturschwach wirkt und viele Gespräche sich darum drehten, dass es immer schwieriger wird, in den Dörfern zu bleiben. Es gibt dort einfach viel zu wenig Perspektiven für jüngere Menschen, scheint es mir.

Bearbeitet von Antonia2020
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@Antonia2020 Läuft bei Dir, würde ich sagen. Ein schöner Einstieg ins Lang-Wandern. Tolle Bilder, schöner Bericht, danke für's Teilen. Das mit dem Vegan bleiben, wenn auf Tour, kenne ich auch. Daher bin ich inzwischen bekennende Flexitarierin.

Bearbeitet von Wanderfisch
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Schöner Bericht und tolle Bilder! Da bekommt man richtig Lust mal wieder in die Region zu fahren. Habe selbst ein Jahr in der Nähe gewohnt und war beruflich öfters in und um Witzenhausen gewesen, leider war ich damals noch nicht outdoormäßig unterwegs. :rolleyes: 

Da du Spezialitäten der Region erwähnst: das Witzenhausener Kirschbier ist eine interessante Erfahrung und kann auf einem Zwischenstopp genossen werden :smile:

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vor einer Stunde schrieb hansichen:

Da du Spezialitäten der Region erwähnst: das Witzenhausener Kirschbier ist eine interessante Erfahrung und kann auf einem Zwischenstopp genossen werden :smile:

Hmmm, das sieht köstlich aus. In dem Brauhaus waren wir übrigens auch. Leider hat die Kirschenzeit noch nicht angefangen, mussten wir feststellen. Die Früchte an den Bäumen sahen SEHR vielversprechend aus.

  

vor 1 Stunde schrieb Wanderfisch:

@Antonia2020 Läuft bei Dir, würde ich sagen. Ein schöner Einstieg ins Lang-Wandern. Tolle Bilder, schöner Bericht, danke für's Teilen. Das mit dem Vegan bleiben, wenn auf Tour, kenne ich auch. Daher bin ich inzwischen bekennende Flexitarierin.

Ja, das stimmt. Ich war auch sehr aufgeregt, ob es klappt mit den für mich doch recht langen Etappen mit Gepäck. Dieses Forum war im Vorhinein Gold wert. Es gibt hier so viele ermutigende Beiträge! Und dank vieler Tipps ist der Rucksack auch leicht geblieben. Z. B. hatten wir keine Regenhüllen für die Rücksäcke (statt dessen Mülltüten innen) und keine Regenhosen (statt dessen Müllsäcke umgebunden).

Bearbeitet von Antonia2020
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vor 11 Stunden schrieb Wanderfisch:

@Antonia2020 Läuft bei Dir, würde ich sagen. Ein schöner Einstieg ins Lang-Wandern. Tolle Bilder, schöner Bericht, danke für's Teilen. Das mit dem Vegan bleiben, wenn auf Tour, kenne ich auch. Daher bin ich inzwischen bekennende Flexitarierin.

da kann ich mich nur anschliessen. vielen dank!

das mit dem essen find ich besonders spannend. als rohköstler schlepp ich manchmal mehr äpfel im sack als restliches gepäck. oder 5 kilo melone fürn tagesausflug.:ph34r:

 

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Die Ernährung auf Tour stellt einen manchmal wirklich vor Herausforderungen. Ich werde auch meist vom Veganer zum Vegetarier. In Bäckereien sind die meisten leckerern to-go-Sachen, die keinen weiteren Aufschnitt benötigen, meist mit Käse, wenn man selbst Belag für sein Brötchen kaufen will ist der Griff zum Käseregal auch meist einfacher und leichter zu tragen (und etwa für vegane Brotaufstriche müsste man ein Messer mitnehmen :oops: ). Und etwa einen veganen Joghurt bekommt man in vielen Supermärkten nicht mal und vieles an take-away-Essen hat auch zumindest Käse drauf.

Restaurants nutze ich persönlich nur selten aber da wird man insbesondere auf dem Lande auch oft Probleme bekommen. Auf meiner letzten großen Tour wollte ich nach meiner längsten Tagesetappe in einem Urlaubsort noch was "richtiges" essen und bei dem mir empfohlenen Restaurant war die komplette Speisekarte nicht-vegetarisch und vegetarische Gerichte gab es nur auf Anfrage. Ich (damals noch Vegetarier) fand das so uneinladend, dass ich dann doch lieber meinen Rucksack geplündert habe. Als Veganer wird es jetzt natürlich noch schwerer, da dürften dann doch nur sehr wenige Restaurants für angepasst sein. Auf der nächsten längeren Tour werde ich daher wohl auch wieder zum Vegetarier werden.

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vor 35 Minuten schrieb skullmonkey:

Hei @Antonia2020 das sieht aber absolut HERRLICH aus :) Ich bin selbst auch aus Hessen, und das sieht nach ner schönen Tour aus bei der man ein Besuch bei der Familie und einer Wanderung kombinieren kann! 

Es gibt in der Region auch noch sogenannte Premiumwanderwege. Besonders der P4 in der Hessischen Schweiz ist glaub ich super. Wir sind bei dieser Etappe immer wieder Teile davon gegangen. Man sollte auf jeden Fall dabei die Variante über das Grüne Band wählen.

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