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Angst alleine zu campen

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vor einer Stunde schrieb RaGe:

Ich habe mir letztes Jahr Gehörschutz beim Hörgeräteakkustiker anfertigen lassen. Sind mit 80 € günstiger als man vielleicht denkt. Immernoch 'ne Menge Geld aber der Tragekomfort ist wirklich gut und sie schließen deutlich besser ab als Ohropax Classic (Wachs) oder diese anderen Schaumstoffpröppel. Vor allem steht nix nach außen ab und so bleiben sie drin.

Ich habe mir auch spezielle Ohrenstöpsel anfertigen lassen. Als Seitenschläfer, wenn der Kopf auf der Seite liegt, steht da nichts ab.

Ich habe zwar keine Angst beim Wild-Campen, aber mit der "Vogel-Strauß-Taktik" (=Kopf in den Sand und nichts hören und sehen), angewendet auf die Ohrenstöpsel (=Stöpsel rein und nichts hören), habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Mich stört dann nicht, wer da evtl. um mein Zelt herumschleicht, egal ob Tier oder Mensch.

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Zu den rationalen Ängsten wurde ja schon einiges gesagt. Mich beunruhigen aber viel mehr die komplett Irrationalen.

Letzten Sommer habe ich es endlich einmal geschafft ohne Zelt und Tarp, einfach so im Wald zu schlafen. Vorher war es mir nicht möglich, ganz alleine so offen zu schlafen.

Ich habe mir im Dunklen meinen Schlafplatz gesucht und mich dort eingerichtet. Nach ein, zwei Stunden bin ich dann endlich eingeschlafen, hatte aber gegen Morgen etwas seltsame Träume. Irgendwelche freche Gremmlins hüpften hinterrücks, mit Anlauf über meinen Schlafplatz. :blink:

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In meiner Jugend hatte ich eine recht romantische Vorstellung vom Cowboy Camping.
Also bin ich einfach mal am Wochenende mit Isomatte und Wolldecke während der Dämmerung in den Wald gewandert.
Um meine Nachtsicht zu bewahren, habe ich bewusst auf eine Taschenlampe, eine Laterne oder ein Feuer verzichtet. Als es später immer dunkler wurde, hätte ich nur zu gerne meine Entscheidung revidiert. :roll:
Nach Einrichten meines Lagerplatzes kam ich einfach nicht zur Ruhe. Die Geräusche der Kleinstlebewesen um mich herum machten extrem hellhörig und dadurch wurde ich in ständiger Alarmbereitschaft gehalten. An schlafen war in dem Zustand überhaupt nicht zu denken.
Mäuschen machten Riesen Specktakel, ein Igel einen Höllen-Lärm und als sich mir auch noch ein Reh näherte, war ich mit den Nerven so gut wie fertig.

Es wurde später und später, und ich immer wacher und wacher. Gegen 2 Uhr habe ich dann mein Experiment als gescheitert erklärt und mich erleichtert auf den Heimweg gemacht. Ich war die ganze Zeit vollgepumpt mit Adrenalin.

Im Nachhinein fand ich mein Erlebnis nur zu verständlich.
Wir sind erdgeschichtlich eine sehr junge Spezies. Gerade noch mussten wir uns, mit unserer Steinzeit-Sippe vor den Unbilden der Natur schützen und nun sitzen wir tagtäglich, etwas entfremdet in unseren Steinhäusern und Büros. Dass dann, alleine im Wald, ein gesunder Atavismus hochkommt, ist eigentlich nur zu verständlich.

Um ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit entwickeln zu können, sehnte ich mich nach der Gesellschaft anderer oder wünschte mir wenigstens einen schützenden Raum um mich herum. Wenn ich mir die steinzeitlichen Parameter für einen behüteten Ort vergegenwärtige, dann komme ich heute für mich zu einem einfachen Setup:
Ich brauche einen Schlafplatz, der mir Deckung im Rücken bietet. Das kann eine geografische Gegebenheit oder nur ein Tarp sein.
Ein kleines Feuer schützt die offene Front, gibt Wärme und reduziert für mich die Hellhörigkeit auf ein gesundes Maß.
Bin ich alleine unterwegs, ist mir das Feuer ein wichtiger Trost und hilft über die fehlende Gesellschaft hinweg. Ich kann daran mein Essen zubereiten und mir was Warmes zu trinken gönnen. Das Feuer zu unterhalten hält mich auf Trab und lenkt meine Gedanken in andere Richtungen.
So kann ich langsam anfangen diese ausgesetzte Situation zu genießen…

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Wenn ich ganz unauffällig sein möchte, esse ich kurz vorm Lagern, baue in der Abenddämmerung auf und im Morgengrauen wieder ab. In der Regel sieht mich Nachts kein Mensch.

VG. -wilbo-

bearbeitet von wilbo

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vor 2 Minuten schrieb wilbo:

Um ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit entwickeln zu können, sehnte ich mich nach der Gesellschaft anderer oder wünschte mir wenigstens einen schützenden Raum um mich herum.-

Schön gesagt, ich denke, das bringt es auf den Punkt und erklärt mir eine Sache: ich hab bestimmt die Hälfte aller Nächte auf dem PCT unter offenem Himmel geschlafen, null Problem. Tatsächlich waren da meist aber noch andere, gleichgesinnte zumindest irgendwie in der Nähe. Der Trail an sich strahlt irgendwann wohl schon von sich aus diese Vertrautheit aus. Man weiss, wer da unterwegs ist. Man fühlt sich daheim und geborgen. Warum auch immer.

Als ich dann letztes Frühjahr mal hier draussen im Freien schlafen wollte, war es plötzlich und unerwartet ein ganz seltsames Gefühl und es hat tatsächlich eine ganze Weile gedauert, bis ich schlafen konnte. Und nicht nur des Wetters wegen komme ich praktisch nie überhaupt erst auf die Idee, das zu tun, geschweige denn, dass es sich gleich wie eine gute Idee anfühlen würde.

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vor 12 Minuten schrieb zeank:

Schön gesagt, ich denke, das bringt es auf den Punkt und erklärt mir eine Sache: ich hab bestimmt die Hälfte aller Nächte auf dem PCT unter offenem Himmel geschlafen, null Problem. Tatsächlich waren da meist aber noch andere, gleichgesinnte zumindest irgendwie in der Nähe. Der Trail an sich strahlt irgendwann wohl schon von sich aus diese Vertrautheit aus. Man weiss, wer da unterwegs ist. Man fühlt sich daheim und geborgen. Warum auch immer.

Das deckt sich vom Gefühl her mit der Erfahrung, die ich auf der Schwarzwald-Tour hatte. Das war meine erste längere solche Tour und das erste Mal, dass ich kein volles Zelt um mich hatte. Die erste Nacht allein unterm Tarp war mir durchaus mulmig, aber je öfter ich draußen geschlafen habe, desto weniger fremd war das ganze. Die Tatsache, dass ich doch immer in Laufweite der Zivilisation war, hat es noch etwas einfacher gemacht, und ich habe mir bewusst gemacht, dass die paar Gramm DCF, die ich sonst um mich herum habe, eh nur für den Kopf da sind. Wenn ich unruhig war, dann weil ich mir zuvor im Kopf zu viel Stress (Etappenplanung, Vorräte, Wasser) gemacht habe. Jede Nacht, in der ich nicht von wilden Schwarzwaldberglöwen zerfleischt und betrunkenen Hunnenhorden aufgespießt wurde, hat mich entspannter werden lassen. In den letzten Tagen und Nächten ist mir dann ganz intensiv aufgefallen, dass diese Schere im Kopf zwischen "ich" und "Natur" plötzlich immer kleiner wurde, und das draußen schlafen hat sich dann völlig natürlich angefühlt. Daheim und geborgen trifft das Gefühl perfekt. Selbst meine Smartwatch sagt, dass ich das ganze Jahr noch nicht so gut geschlafen hatte wie in diesen Nächten.

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Mein erstes Mal übernachten im Wald in Brandenburg hatte ich mir fest vorgenommen. Natürlich gab es da Ängste. Aber es war auch klar, dass diese irrationaler Art sind. Und wie ich dann so in meinem Zelt lag, musst ich an was denken? An "The walking dead", was ich erst kürzlich zuhause begonnen hatte anzusehen. Au sch... dachte ich mir sogleich, wenn ich das jetzt nicht in den Griff bekomme, könnte das so richtig in die Hose gehen. Hat aber zum Glück gut geklappt. Zombies sind einfach so dermaßen unrealistisch, dass ich den Gedanken daran einfach wegschieben konnte. 

Im Kahlfjäll in Schweden hatte ich nie Ängste, in den Wäldern dort dagegen schon. Auf meiner ersten Skandinavien-Tour in der Ecke Grövelsjön wollte ich unbedingt eine Nacht allein im Wald verbringen und hab mir abseits des Hauptwegs ein offenes Shelter gesucht. Wie ich dann aber, dort angekommen, in mich reinhöre, stelle ich fest, dass meine Angst, dass hier in der Nacht ein Bär ankommt, doch zu groß ist. Also ab zur Rogen-Hütte, das Zelt daneben aufgestellt und auf den Schrecken erstmal zwei Bier gegönnt. Danach noch zwei Saunagänge und im See abgekühlt - eine grandiose Entscheidung! Bei einer späteren Tour hatte ich den letzten Bootstransfer nach Kvikkjokk verpasst. Auch hier spukte die Angst vor Bären in meinem Kopf herum. Ich hab zwar schon bedeutend besser geschlafen, aber mit dem Gedanken: "Ok, dann musst Du da jetzt einfach durch" und "in den letzten hundert Jahren sind in Schweden nur zwei Menschen durch Bärenangriffe ums Leben gekommen - beide Male Jäger" (salopp aus dem Gedächtnis, keine Ahnung, ob das so tatsächlich stimmt) ging's dann. 

Sich gut vorbereiten (mental, Equipment) ist elementar. Rechtzeitig ein Plätzchen suchen und aufbauen/einrichten, bevor die Nacht anbricht, ist auch wichtig (später kann man das auch spontaner handhaben). Manchmal über seinen Schatten springen ist gut. Sich, wenn es gar nicht geht, umentscheiden, ist aber auch ok.

Auch wenn ich draußen eigentlich nie besonders gut schlafe, ist es doch immer ganz wunderbar eine Nacht in der Natur zu verbringen!

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vor 8 Minuten schrieb Roiber:

Und wie ich dann so in meinem Zelt lag, musst ich an was denken? An "The walking dead", was ich erst kürzlich zuhause begonnen hatte anzusehen. Au sch... dachte ich mir sogleich, wenn ich das jetzt nicht in den Griff bekomme, könnte das so richtig in die Hose gehen.

"The blair witch project" ist als Vorbereitung für eine Solo-Waldübernachtung auch wärmstens zu empfehlen. :mrgreen:

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Der Tipp mit den Tiergeräuschen recherchieren kam ja schon. Du kannst aber nicht nur die einzelnen Tiergeräuche anhören, sondern dir zum Beispiel via Youtube einen 10 Stunden Track mit Waldgeräuschen gönnen. Nicht jetzt einfach so, sondern wenn du abends zum Schlafen im Bett liegst. Damit könntest du dich, zumindest akustisch, schon mal mehr an das Schlafen draußen annähern. Sowas gibt's auch mit Regen und Wind Geräuschen. Mit etwas Glück findest du auch was kombiniert mit Wetter und Tieren... 

Das man sich an die ungewohnte Geräuschkulisse im Wald erstmal gewöhnen muss, wurde auch schon gesagt. Dazu kann ich noch ergänzen, dass das menschliche Gehirn ständig versucht Muster in den wahrgenommenen Reizen zu erkennen. Optisch als auch Akustisch. Und sobald es ein Muster (wieder-)erkennt, freut es sich und es geht im gut. Befindet es sich aber ständig im Erkennungsprozess, also das, wo man im Wald liegt und hellhörig versucht (oder gar nicht erst anders kann) jedes Geräusch zu entschlüsseln (was dauern kann wenn man die Muster seinem Gehirn vorher noch nicht gelernt hat), dann ist das Gehirn unruhig und du selbst kommst auch nicht zur Ruhe, weswegen es dann lange dauert bis man einschläft.

Sofern du nicht in einer Großstadt lebst, kannst du zur Vorbereitung auch mal mit offenem Fenster schlafen. Klar macht das keinen Sinn wenn du dann ständig Autos oder ähnliches hören würdest. Aber generell mal das stille Schlafzimmer mit etwas unvorhersehbaren oder besser gesagt unvorherhörbaren Geräuschen dem Wald versuchen anzugleichen bringt auch schon einen leichten Trainingseffekt. Vor meinem Schlafzimmerfenster (auf Baumkronen Höhe) stehen zum Beispiel mehrere Bäume. Anfangs konnte ich lange nicht einschlafen vor lauter Rascheln und Knacken in den Blättern und Ästen. Kamen dann früh morgens auch noch ein paar Flügelschläge der Vögel hinzu, war ich sofort wieder wach ohne richtig geschlafen zu haben. Also genau das, was andere dir berichtet haben, dass sie sich nach der ersten Nacht im Wald wohl etwas gerädert fühlen. Mittlerweile mag ich aber fast nicht mehr ohne. Im Gegenteil, das sanfte Rascheln der Blätter und manchmal Regen beruhigen mich sogar! Und wenn dann die Eichhörnchen früh morgens loshüpfen und Bucheckern durch die Gegend werfen, werde ich mit einem Schmunzeln langsam wach.

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Hier noch ein Impuls, der vielleicht in eine etwas andere Richtung geht: 

Die Angst selbst ist ja eine körperliche Empfindung. Trotz aller rationalen Klarheit, dass die Situation im Wald an sich harmlos ist, bekommt der Körper Stress.

Mein Vorschlag ist, genau zu beobachten, welche Empfindungen im Körper entstehen. Wo fühlt es sich wie an?

Hierfür musst Du nicht in den Wald gehen, Dich also der realen Situation aussetzen. Es genügt, wenn Du sie Dir in einem geschützten Rahmen vorstellst. 

Die Erfahrung kann, gerade bei Wiederholung, zwei Effekte haben:

Du lernst, die körperlichen Empfindungen wahrzunehmen, zu akzeptieren und Dich trotzdem zu entspannen, sprich die Angst „übermannt“ Dich nicht, Du beobachtest nur, was im Körper vor sich geht. Allein dies entspannt bereits den Körper.

Außerdem kann dieses beständige Wahrnehmen der Empfindungen den Mechanismus in Deinem Unterbewusstsein langfristig auflösen, der die Angst hervorruft. Du „heilst“ also mit der Zeit Deine Angst selbst.

 

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Interessanter Ansatz...

Angst selbst ist allerdings eine rein psychische Sache, die Körperreaktionen auslöst. (In der Psychologie unterscheiden wir zudem auch zwischen Angst und Furcht.) 

Im Grunde beschreibst Du ein Vorgehen, um lediglich die Symptomatik der Angst zu "bewältigen". Das mag sicher stellenweise einen Versuch wert sein, doch da es Körperreaktionen sind, die wir nicht steuern können, eher schwer umsetzbar (erweiterte Pupillen, Schweiß, erhöhter Herzschlag, erhöhte Tätigkeit des Verdauungstraktes,  Adrenalinausschüttung uvm). Geht man also die Ursache an, kommt es am Ende nicht zu der Symptomatik. 

Vielleicht meinst Du aber auch eher, sich in einem Angstzustand (z.B. nachts im Wald) der Körperreaktionen gewahr zu werden, um zu erkennen, jetzt ist mein Körper im Angstzustand. Also wahrnehmen, was passiert gerade in meinem Körper: ah, er ist einem Angstzustand. Dann hilft es wiederum eher die Ursache zu deuten und da wären wir wieder beim kognitiven Auseinandersetzen mit Angst (die irrational und abstrakt ist).  Vereinfacht gesagt: ich habe ungsägliche Schmerzen im Bein, kann es nicht mehr bewegen. Ich nehme Schmerzmittel. Nun habe ich symptomatisch behandelt, doch die Ursache besteht weiterhin, nämlich das gebrochene Bein. 

Es wäre mir tatsächlich neu, Ursachen lediglich durch Behandlung der Symptome zu "heilen". Natürlich ist es aber auch wichtig, symptomatisch zu behandeln, weil dies dem Körper wieder Ressourcen schafft, um andere (Heilungs-)Prozesse umsetzen zu können. 

Sich aber mit den Symptomen auseinander zu setzen (und vielleicht meinst Du das auch so), schadet in der Hinsicht nicht, dass einen diese dann nicht übermannen und es zum Reinsteigern in die Angst führt. Das kann sicher etwas Ruhe hineinbringen, um sich in dem Moment besser kognitiv mit der Ursache beschäftigen zu können. 

 

bearbeitet von Wander Schaf

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Es ist übrigens verdammt beruhigend, zu hören, dass so viele Menschen doch Angst vorm alleine Zelten haben und dann auch nicht gut schlafen können. Dachte, ich bin die einzige auf der Welt mit dem Problem und alle anderen machen das einfach komplett entspannt.

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Ich finde es etwas bedenklich zu empfehlen die Wahrnehmung auszuschalten. Ich möchte nachts wach werden, wenn mein Tarp im Wind Geräusche macht, damit ich schauen kann ob alles hält. Ich möchte Nachts nicht weiter schlafen, wenn Mäuse sich in meinen Futtersack nagen... Ich schlafe nur mit Ohropax, wenn es zu laut ist (Autobahn/ Wildwasser nebenan).

Meine Empfehlung: 12h Wandertage und dann was ordentliches zu Essen. Wird es zu früh dunkel zum schlafen nehme ich meinen eReader mit zum runterkommen. Mehr als 8h Schlafzeit brauch der Körper nicht und wird dann halt wach. Ich hab manchmal das Gefühl, nicht sehr viel geschlafen zu haben bin aber am nächsten Wandertag trotzdem erfrischt.

 

 

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es könnte auch helfen, vorher mal im dunkeln bei verschiedenen wetterlagen (hell, dunkel, zappenduster) den gleichen weg, den man kennt, durch den wald zu laufen.

ich zelte am liebsten und ganz ganz überwiegend mit weitem blick, also nicht bzw. ungern im "wald".

"in der nacht ein unglaubliches bärengebrüll. kommt das nicht näher? hirsche? nein. ein löwengebrüll, immer wieder. die läden also wieder zu und dann gut nacht.

morgens fällt uns ein: esel.

esel im tal. touristen am berg."

das ist halt so und kein grund zur panik, gehört zur freiheit dazu, die wir uns nehmen. und sogar ein teelicht ist ungemein beruhigend. sogar in der schutzhütte. danke, @wilbo.

@Wander Schaf: an deinem pdf finde ich "sich mit dem messer verteidigen (gegen tiere und menschen)" überhaupt nicht gut, sondern schon als gedankliches szenario verkehrt.

bearbeitet von hans im glueck

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Ich persönlich bin auch kein Fan von Ohropax in der Nacht (ich bin aber auch relativ Lärmunempfindlich im Schlaf und habe zur Not auch welche dabei). Hörbücher mit offenen Kopfhörern (zB Apple Earpods) sind da für mich die bessere Option. Man hat Ablenkung und bekommt durch die geringe Abschirmung der Kopfhörer noch immer alles wichtige um sich herum mit.

Die Art der Schlafbehausung ist auch ein interessantes Thema, über welches ich noch gar nicht nachgedacht hatte. Mein "größtes" Shelter ist das Gatewood Cape, bei welchem ich immerhin noch 180° überblicken kann. Das finde ich persönlich super angenehm. Cowboy Camping mache ich eher nur punktuell, wenn das Wetter gut angekündigt ist und der Platz und meine Laune es an dem Punkt angenehmer findet und die Behausung nicht mehr aufgebaut werden soll. Da man dabei ja wirklich nur noch <30cm hoch ist und je nach Ausrüstung keine farblichen Akzente mehr in der Landschaft hat, dürfte die Chance, hierbei von Menschen entdeckt zu werden, noch geringer sein als normal.

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vor 2 Stunden schrieb Wander Schaf:

Interessanter Ansatz...

Angst selbst ist allerdings eine rein psychische Sache, die Körperreaktionen auslöst. (In der Psychologie unterscheiden wir zudem auch zwischen Angst und Furcht.) 

Im Grunde beschreibst Du ein Vorgehen, um lediglich die Symptomatik der Angst zu "bewältigen". Das mag sicher stellenweise einen Versuch wert sein, doch da es Körperreaktionen sind, die wir nicht steuern können, eher schwer umsetzbar (erweiterte Pupillen, Schweiß, erhöhter Herzschlag, erhöhte Tätigkeit des Verdauungstraktes,  Adrenalinausschüttung uvm). Geht man also die Ursache an, kommt es am Ende nicht zu der Symptomatik. 

Vielleicht meinst Du aber auch eher, sich in einem Angstzustand (z.B. nachts im Wald) der Körperreaktionen gewahr zu werden, um zu erkennen, jetzt ist mein Körper im Angstzustand. Also wahrnehmen, was passiert gerade in meinem Körper: ah, er ist einem Angstzustand. Dann hilft es wiederum eher die Ursache zu deuten und da wären wir wieder beim kognitiven Auseinandersetzen mit Angst (die irrational und abstrakt ist).  Vereinfacht gesagt: ich habe ungsägliche Schmerzen im Bein, kann es nicht mehr bewegen. Ich nehme Schmerzmittel. Nun habe ich symptomatisch behandelt, doch die Ursache besteht weiterhin, nämlich das gebrochene Bein. 

Es wäre mir tatsächlich neu, Ursachen lediglich durch Behandlung der Symptome zu "heilen". Natürlich ist es aber auch wichtig, symptomatisch zu behandeln, weil dies dem Körper wieder Ressourcen schafft, um andere (Heilungs-)Prozesse umsetzen zu können. 

Sich aber mit den Symptomen auseinander zu setzen (und vielleicht meinst Du das auch so), schadet in der Hinsicht nicht, dass einen diese dann nicht übermannen und es zum Reinsteigern in die Angst führt. Das kann sicher etwas Ruhe hineinbringen, um sich in dem Moment besser kognitiv mit der Ursache beschäftigen zu können. 

 

Ich möchte niemanden überzeugen, höchstens zur eigenen Erfahrung anregen.

Hinsichtlich des „Ruhe reinbringen“ fühle ich mich schon richtig verstanden.

Was die Arbeit an der Ursache angeht: Dass die Angst (nicht Furcht) von einer an sich harmlosen Situation wie dem Wald geweckt wird, kann damit zusammen hängen, dass eine nicht verarbeitete frühere Erfahrung hinter der Angst steht. Der Wald triggert eine im Unterbewusstsein „gespeicherte“ Erfahrung. Das bedingungslose Fühlen der ins Bewusstsein getretenen Erfahrung integriert diese. Die Situation wird so nachträglich durchlebt und schließlich verarbeitet. Dies ist aber ein Prozess und kein punktuelles Geschehen - sprich, es kann durchaus viel (wiederholtes) Fühlen erfordern.

 

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Ist vielleicht jetzt etwas OT: Falls  ich aufwache und etwas höre, mag ich es, auch sehen zu können, um was für ein Viech es sich handelt. In einem komplett geschlossenen Zelt ist das nicht möglich. Beispielsweise bin ich mal vor längerer Zeit in der kalifornischen Sierra aufgewacht und habe Geräusche gehört und dabei natürlich sofort an Bären gedacht. Als ich mich endlich dazu überwinden konnte, nachzuschauen, waren es einfach Vögel, die draussen rumgehüpft sind und rumpickten.

In einem Tarp, welches unten herum genügend offen ist (ev. auch mit Moskito-Innenzelt), sehe ich auch ohne mich viel zu bewegen raus. Da kann ich zum Beispiel sehen, ob Leute rumlaufen, und ob diese z.B. mich erspäht haben und auf mein Tarp zugehen und mich auf die Begegnung vorbereiten.

So paradox es vielleicht klingt, ich fühle mich deshalb in einer halb offenen Behausung am sichersten. Ganz geschlossene mag ich überhaupt nicht, da dann das Kopfkino völlig lösgelöst von der Realität abgehen kann. Auch schaue ich gerne raus -- Sonnenaufgang, Mond, oder wenn ich Glück habe auch mal Tiere. Das ist für mich etwas vom Schönsten am draussen Campen...

 

 

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vor 4 Stunden schrieb hans im glueck:

an deinem pdf finde ich "sich mit dem messer verteidigen (gegen tiere und menschen)" überhaupt nicht gut, sondern schon als gedankliches szenario verkehrt.

Musst du auch nicht. Es ist ein Beispiel und jeder kann für sich Methoden wählen,  die einem Sicherheit bieten.  Es geht bei einem Beispiel darum aufzuzeigen,  wie etwas angedacht ist, nicht darum das Beispiel zu adaptieren,  selbst wenn es einem nicht stimmig erscheint.  Wenn es jemandem Sicherheit bietet,  eine Straußenfeder neben sich zu haben, um im Falle eines aggressiven Besuches (im Kopfszenario) das Lebewesen zu kitzeln,  dann ist es richtig für denjenigen. Für andere mag es das dann schon wieder nicht sein. 

vor 2 Stunden schrieb ConH:

kann damit zusammen hängen, dass eine nicht verarbeitete frühere Erfahrung hinter der Angst steht. Der Wald triggert eine im Unterbewusstsein „gespeicherte“ Erfahrung

Klar,  das kann mit vielem zusammenhängen. Solche Trigger gibt es in vielen Formen und Qualitäten. Das kann von einer traumatischen Erfahrung über Blairwitch bis hin zu dem natürlichen Unbehagen gegenüber etwas Unbekannten,  einfach alles sein. Je besser man in der Lage ist dies zu deuten,  desto besser lässt sich daran ansetzen. Da für viele, gerade vor der ersten Nacht im Wald, die nächtlichen Geräusche und Aktivitäten der Tiere unbekannt sind, finde ich die Tipps mit YT Clips zu den ansässigen Tierarten und einem Spaziergang im gewohnten Umfeld (das gibt Sicherheit), wie @hans im glueck es vorschlägt,  sehr sinnvoll. Denn all dies trägt dazu bei, das Unbekannte etwas vertrauter werden zu lassen.

Traumata lasse ich mal außen vor, dazu Bedarf es dann intensiver therapeutischer Arbeit- denn dann wäre eine Nacht im Wald eher eine unbegleitete Exposition und würde eher zu einer Retraumatisierung führen. Ich hoffe, dass, falls hier tatsächlich jemand mit Trauma mitliest, dies entsprechend eigenverantwortlich einzuschätzen weiß.

Ich habe auch alle Tipps bisher nicht so verstanden,  dass man den inneren Schutzmechnismus "Wahrnehmung" komplett außer Gefecht setzen sollte. Ich verstehe es bisher so, dass eine Sensibilisierung in Hinblick auf das, was  gewöhnliche Geräusche nachts im Wald um mich herum sind und was sind Anzeichen dafür, dass ich reagieren sollte (z.B. Zeltleine hat sich mit einem Schlag gelöst). 

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vor 7 Minuten schrieb ULgeher:

So paradox es vielleicht klingt, ich fühle mich deshalb in einer halb offenen Behausung am sichersten.

Finde ich nicht paradox. Ich finde Du hast ein schönes Beispiel dargestellt,  wie unterschiedlich jeder damit umgeht bzw für seine "Sicherheit" sorgt. 

Andere wollen lieber geschlossen schlafen,  weil der psycholgische Schutz von Abschirmung wirkt (ich habe Angst, Decke übern Kopf). Natürlich ist sich in der Regel auch jeder dessen bewusst. Aber ist ja wumpe.  Gut ist,  was gut tut. Einfach probieren. 

Mein Sohn (7)  pennt gerne offen. Findet er interessant und schön.  Er ist natürlich auch noch frei von Blairwitch und psychopathischen Killern, die es NUR auf uns abgesehen haben.  In diesem Sinne ein Thema weniger, das mitschwingt. 

 

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Hier wurden schon viele interessante und gute Tipps genannt, deshalb von mir nur der Hinweis: Keine Sorge, du wirst jetzt und bei dem Wetter die nächsten Tage an kaum einer Schutzhütte oder einem guten Platz alleine sein. Es sind viele unterwegs.Du wirst dich vermutlich mehr über Schnarchen ärgern als ängstigen. Vielleicht hilft es dir aber zusätzlich auch, dich tagsüber mit einem netten Menschen für Abends an einem bestimmten Platz zu verabreden. Das gibt Sicherheit. Und aus meiner persönlichen Erfahrung: Ich schlafe sehr viel tiefer und besser, wenn ich direkt davor warm esse oder zumindest noch was Warmes trinke. Wer gut und fest schläft, hört weniger Geräusche, die beunruhigen könnten. Die nervigsten machen aus meiner Sicht Mäuse. 

P. S. Eine Freundin von mir hatte mal große Sorge wegen gruseliger Geräusche in der Nähe. Bis sie sich ein Herz fasste und zwei Igel beim Liebesspiel ertappte...:x

bearbeitet von agricolina

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Ich finde, die meisten Störungen kann man durch die Wahl des Platzes vermeiden, Platz möglichst versteckt im Wald, erhöht, keine Feuchstellen, kein Wildwechsel und keine Bruchstellen (von Schweinen) in der Nähe, nach oben gucken (Widowmakers), am besten junge Nadelbäume. Bei Zivilisationnähe markiere ich den Platz mit einem reflektierenden Aufkleber am Baum und verbringe den Abend dann erstmal an einem Rastplatz in der Nähe, der Platz lässt sich dann bei Einbruch der Dunkelheit mit der Stirnlampe gut wiederfinden,. Dort wird dann nur noch mit möglichst wenig Licht geschlafen und bei Sonnenaufgang geht's weiter. 

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vor 28 Minuten schrieb noodles:

Ich finde, die meisten Störungen kann man durch die Wahl des Platzes vermeiden, Platz möglichst versteckt im Wald...

Früher habe ich mich nicht einmal versteckt. In Corona-Zeiten mag aber die Toleranz der Behörden verständlicherweise gesunken sein, weshalb ein Versteck von Vorteil sein könnte. Aber davon abgesehen: Angst (außer vorm neuerdings strengen Förster) treibt mich nicht in ein Versteck. Ich denke, wesentlich ist die Erfahrung, dass sowieso nichts passiert... so man sie denn gemacht hat (bei der gegenteiligen Erinnerungen weiß ich keinen Rat :-) ). Persönlich machte ich diese Erfahrung schon als normaler Rucksacktourist, also noch vor meiner Outdoor-Zeit. Pennen auf einer Bank in einem dänischen Hafen ging gut aus. Dann auch ein Schlafplatz in einem Rohbau... usw.. So wurde daraus eine Geisteshaltung, die zugegeben nicht narrensicher ist.

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Ich liege gerade in meiner Hängematte auf dem Westweg und genieße den Ausblick. Ist meine erste Übernachtung in diesem Jahr und ich hatte auch Sorge, dass es sich evtl komisch anfühlen könnte. 

Tatsächlich habe ich jetzt nur Angst, dass ich mir bis morgen früh eine Erkältung einfange. Bin mit zu wenig Klamotten und dem MTB unterwegs und könnte mangels Licht nicht zurück, selbst wenn ich wollte. Aber macht trotzdem Spaß. Also Augen zu und durch. ;-).

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