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Ultraleicht Trekking

Kungsleden im Winter


aztec

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Hi,

inspiriert durch den Reisebericht von @Harakirihabe ich nun auch ein starkes Bedürfnis nach Wintertouren entwickelt.

Da ich mir eine Gegend wie die Finnmark noch nicht zutraue, mich aber dennoch mit einer relativ anspruchsvollen Tour darauf vorbereiten möchte, habe ich den Kungsleden ins Auge gefasst. Die Tour steht exemplarisch für eine Wintertour im Allgemeinen; ich bin auch offen für alternative Vorschläge innerhalb Europas. Da ich Anfang Oktober aber schonmal per Anhalter in Abisko war und mich in die Landschaft verliebt habe, würde ich den Kungsleden bevorzugen. (Vorausgesetzt, Corona und mein Budget lassen mich). Wichtig ist mir auch, Nordlichter sehen zu können. Starten kann ich frühestens Februar, da ich noch etwas Ausrüstung ansparen muss. Sollte ich es bis Februar aus Kostengründen nicht mehr schaffen, verzichte ich auch gerne auf die Nordlichter, aber eine schneebedeckte Landschaft möchte ich schon noch sehen.
Anbei schonmal meine Packliste: https://lighterpack.com/r/tbbq68

Die Liste entspricht noch nicht ganz den Tatsachen, da ich auf das Zelt, die Schuhe, den Quilt und die Daunenjacke noch spare. Im Februar werde ich aber wohl alles zusammen haben.

Momentan schlafe ich noch unter einem Tarp 5 von Hilleberg und nutze zum laufen die Salomon RX MOC 4.0.
Das Tarp hat die letzten Jahre sehr gut für mich funktioniert, auch bei stürmischem norddeutschen Regenwetter bin ich, bis auf etwas Spritzwasser, immer gut trocken geblieben. Ich befürchte allerdings, dass das für Wintertouren nicht mehr ausreicht, vor allem wenn noch Sturm hinzukommt. Temperaturen bis zu -17 Grad kenne ich, allerdings war ich da immer in Zivilisation unterwegs.
Ich weiß, dass es da vermutlich leichtere und günstigere Alternativen gibt, aber ich habe mich schon sehr auf das Hilleberg Akto eingeschossen. Ist mir einfach am sympathischsten und da ich wirklich draußen lebe und meine Ausrüstung quasi jeden Tag nutze, ist mir lange Haltbarkeit extrem wichtig.

Da ich keine Erfahrung mit Wandern im Schnee habe, habe ich die "Leichtwanderstiefel" von Haix in Betracht gezogen. Mit knapp über 500g pro Schuh sind sie zwar wesentlich schwerer als Trailrunner, aber das ist in meinen Augen noch im Rahmen.

Nun meine Fragen:
Wie macht ihr das im Schnee mit den Schuhen?
Haltet ihr eine Gore-Tex-Membran wie in den Haix-Stiefeln für sinnvoll, oder nur für Belastung?
Dass die auch irgendwann durch ist, ist mir klar. Mir geht es vor allem um die Temperatur. Mit Sandalen und Sealskinz während einer Tageswanderung durch eiskalte Flüsse zu waten war für mich im Oktober kein Problem, dagegen hat der Dauernieselregen beim trampen alles durchdrungen und an warme Füße war nach ein paar Tagen nicht mehr zu denken, trotz Hirschtalk und Sealskinz. Allerdings bin ich da auch nicht gewandert.
Das war nur unangenehm, im Winter im Nirgendwo wäre es aber gefährlich, aber ich vielleicht bleibt man im Schnee trockener?

Brauche ich vielleicht sogar Schneeschuhe?

Seid ihr im Winter schonmal nur mit Tarp unterwegs gewesen? Oder erachtet ihr ein Zelt für unumgänglich? Das Akto steht zwar, aber ich bin neugierig, ob es in weniger stürmischen Regionen trotz Schnee möglich wäre.

Was muss ich in Sachen Proviant beachten. Brauche ich zwingend einen Kocher fürs Wasser?
Aus Kostengründen würde ich eher Haferflocken mit mir rumschleppen, als in Hütten essen zu gehen, falls es die überhaupt gibt.
Außerdem habe ich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ungekocht kann ich nur Hafer, Roggen, Weizen und Dinkel essen.
Sind ein paar Kilo Haferflocken, Knäckebrot und eventuell Cashewkerne für so eine Tour ausreichend? Gibt es unterwegs Einkaufsmöglichkeiten?

Zu guter Letzt würden mich Kritik und Anregungen zu meiner allgemeinen Ausrüstung freuen. Die Packliste ist noch nicht vollständig, es fehlen kleine aber wichtige Details, wie Handschuhe und alles, worüber ich mir noch keine Gedanken gemacht habe. Über jede Ergänzung würde ich mich freuen.

Auch fürchte ich, dass ich für den Februar/März noch etwas zu kalt ausgerüstet bin. Bis -20 Grad werde ich wohl noch ganz gut schlafen können.
Die Temperaturen könnten aber wohl noch bis -30 Grad fallen, soweit ich weiß. Wie suppliere ich so ein Defizit möglichst preiswert?


Meine Kleidung ist ziemlich schwer, das weiß ich. Da ich auch abgesehen von Wanderungen mehr oder weniger obdachlos bin, trage ich gerne Wolle, da die sich auch nach mehreren Wochen nicht pappig auf der Haut anfühlt und mir allgemein ein gutes Tragegefühl gibt. Das Mehrgewicht nehme ich gerne in Kauf.

Dass die Ausrüstung nicht nur für diese oder vergleichbare Touren, sondern möglichst dynamisch auch für mein Alltagsleben geeignet sein soll und ich daher nicht bis zum letzten optimiere, sondern ein paar Kompromisse beim Gewicht eingehe, bitte ich, mir nachzusehen :D

Danke schonmal!

Bearbeitet von aztec
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Erstmal solltest du dir des Risikos einer solchen Tour bewusst sein. Zwischen einer Tour im Sommer auf dem Kungsleden und im Winter liegt doch einiges. Auch wenn es hier Hütten gibt kann es bei schlechten Witterungsbedingungen vorkommen, dass du auf dich alleine gestellt bist.

Ich sammel mal ein paar Gedanke unsortiert:

- den Quilt halte ich mit der Daunenmenge für völlig ungeeignet. Ich weiß nicht wie das Rating bei Hängemattenquilts funktioniert. Aber 500g Daune bei -14 C halte ich für unzureichend. Um nicht zu sagen aberwitzig.

- Ich sehe auf deiner Packliste keinen Kocher. Du wirst häufig für Trinkwasser darauf angewiesen sein Schnee zu schmelzen

- Als Heringe nennst du nicht den Typ. Im Schnee sind die meisten Heringe nicht geeignet. Die beste Erfahrung habe ich mit Heringen wie den MSR  Blizzard die man auch als dead man anchor verwenden kann.

- Die beste Art sich fortzubewegen ist auf Ski. Schneeschuhe sind sicher eine Alternative aber deutlich langsamer und anstrengend. Ohne eins von beiden loszugehen macht in fast keinen Bedingungen im Winter in Skandinavien im Gebirge Sinn.

- Gut finde ich die Kombination der Isomatten. Das mache ich genauso.

- ein Tarp ist keine Option. Das Hilleberg akto ist eine Möglichkeit aber definitiv nicht ideal. Das Paltzangebot ist sehr begrenzt und die Konstruktion an den Enden tut sich sehr schwer bei Schneelast. Wenn es ein Ein-Mann Zelt von Hilleberg sein soll würde ich das Soulo nehmen.

- Dein Wasserfilter darf meines Wissens nach nicht frieren. Sonst ist er hinüber. Das würde ich auch nochmal überdenken.

- Dein Kleidungssystem scheint noch nicht ganz vollständig zu sein. Hier fehlen zB Handschuhe

- Ich würde auch eine Schaufel mitnehmen. Es gibt dir die Möglichkeit eine Schneehöhle im Notfall zu bauen. Außerdem kann es beim Aufbauen des Zelts je nach Schneebedingungen erforderlich sein.

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Alleine würde ich als Winteranfänger so eine Tour nicht machen.

Meistens ist das Winterzeugs so schwer, dass man besser eine Pulka

nimmt. Zelt halte ich für extrem wichtig. Ich hatte mehrere Nächte bis zu -20°C

und war dankbar für das Zelt, obwohl ich seit über vier Jahren draußen

in der Hängematte penne.

Ich habe dann auch zwei Nächte bei -17° C in der 90° Hängematte geschlafen.

Macht keinen besonderen Spass, aber ich wollte es mal ausprobieren.

Schneschuhe  sollte man haben. Skier sind schön, aber Schneeschuhe

braucht es dann trotzdem.

Spirituskocher braucht es da oben im Winter auf jeden Fall. Und sei es

nur mal ne warme Suppe oder Tee zu trinken udn Wasser muss man ja auch

schmelzen. Wenn man keine Wärme hat ist das Wasser halt immer eingefroren.

 

Gruss Konrad

 

 

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Hmmm, deinem Beitrag zu entnehmen, würde ich behaupten, dass du noch keine genaue Vorstellung hast, was auf dich zukommen wird.

Ich würde dir deshalb zum Beginn eine Hüttentour empfehlen, z.B. Bärenrunde oder Hetta-Yelläs Trail. Das hat den Vorteil, dass du nicht so viele neue Sachen kaufen brauchst (vielleicht sogar gar nix) und recht leicht unterwegs sein kannst. Da brauchst du kein Zelt und der Quilt reicht.
Grundsätzlich kann man auch ne Tour mit Tarp machen (hängt auch ein wenig von der Tour ab (Gegend und Länge)). Bei schönem Wetter kannst auch einfach so mit dem Schlafsack draußen liegen, hab ich auch schon gemacht (aber neben dem Zelt ;)). Bei Schneesturm, joa, geht, hat dann aber eher was von Survival :D

Lies doch mal diesen Blog hier quer, da stehen viele interessante Dinge rund um Wintertouren drin: https://www.winterfjell.de/

Ansonsten ist auch das Buch "Ultralight Winter Travel: The Ultimate Guide to Lightweight Winter Camping, Hiking, and Backpacking" von J. Lichter empfehlenswert.

Im Forum findest du auch einiges zu Wintertouren, z.B. hier: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/5847-packlistenoptimierung-und-ausr%C3%BCstungsberatung-f%C3%BCr-wintertour-auf-padjelantaledenim-sarek/?tab=comments#comment-89691 Da gibt es u.a. auch Packlisten von verschiedenen Nutzern. Oder hier: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/7854-wintertour-im-vindelfj%C3%A4llen/?tab=comments#comment-124901

Oder schaue, ob du dich jemanden erfahrenem bei der ersten Wintertour anschließen kannst.

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Südlicher Kungsleden, ab Sälen nordwärts, wäre vielleicht eine vernünftigere Alternative. Man wandert dort zwar auch übers „kalfjäll“ aber kann sich zur Not immer noch unter die Baumgrenze retten. Hütten gibt es längs des Weges zu Hauf. 
 

Nachtrag: es wurde schon gesagt, drum hab ich erst drauf verzichtet es zu wiederholen, aber weil es mir zu sehr unter den Nägeln brennt: vergiss das mit dem Tarp ganz schnell. Das wäre da oben selbst im Sommer schon hardcore. Der Schlafsack ist viel zu kalt. Viel zu kalt! Und du kannst nicht einfach mit Schuhen durch die Berge wandern im Winter. Wie stellst du dir das vor? Das kann da meterweise Schnee haben und du sinkst dann teilweise bis über die Knie oder gar bis zu den Hüften ein. Also Schneeschuhe oder Ski. Im genannten Gebiet wird idR gespurt, da lässt es sich bequem laufen. 

PPS: Dein Rucksack ist auch VIEL zu klein für all die Winterausrüstung.

Bearbeitet von zeank
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vor 3 Stunden schrieb aztec:

alternative Vorschläge innerhalb Europas.

 

Da Schweden gerade zur Problemzone wird was COVID19 angeht, würde ich da nicht hinreisen wollen. Finnland (ausserhalb von Helsinki) hat die Situation gut unter Kontrolle, das wäre eine bessere Möglichkeit - wenn Internationales Reisen diesen Winter überhaupt möglich wird. Aber der Hetta - Pallas Trail (man kann auch bis Ylläs skilaufen, würde ich aber einem Anfänger nicht empfehlen) ist in der Tat ein guter "Beginner" Trail, wegen der guten Infrastruktur mit den Hütten und Kotas alle 10 bis 20 km. 

Auf Schneeschuhen laufen das zwar auch Leute, aber ganz ehrlich: Quäl Dich nicht mit denen rum. Lerne lieber Langlaufen, damit kommst Du sehr viel angenehmer voran. 

vor 3 Stunden schrieb aztec:

Nordlichter sehen zu können.

Das wird, wie gen Ende im Video zu sehen, bei gutem Wetter kein Problem sein.

vor 3 Stunden schrieb aztec:

ich habe mich schon sehr auf das Hilleberg Akto eingeschossen

Ein Klassiker, wenn auch eher für kleine Leute geeignet. Das MSR Advanced Pro 2 ist auch eine Option. 

vor 3 Stunden schrieb aztec:

Da ich keine Erfahrung mit Wandern im Schnee habe,

Wie gesagt: Lerne Langlaufen. Das ist nicht schwer, und die Ausrüstung kannst Du auch vor Ort ausleihen für kleines Geld.

Fürs Camp würde ich Mukluks kaufen, frage evtl. @Nature-Base mal an ob er Dir ein Parr macht, ich habe meine bei Ihm gekauft und schwöre auf die. 

vor 3 Stunden schrieb aztec:

Seid ihr im Winter schonmal nur mit Tarp unterwegs gewesen?

Ja, aber ich habe auch Erfahrung, und würde das auch nur unterhalb der Baumlinie, bei guter Vorhersage, machen. Und Vorhersagen können sich immer irren, vor allem hier oben.

Tarp + Bivy = 3

 

vor 3 Stunden schrieb aztec:

Brauche ich zwingend einen Kocher fürs Wasser

Ja. Absolut, und vergesse Spirituskocher, das sind Schönwetter-Sommerkocher, mit sowas will man nicht bei -15°C rumhantieren. Ein Gaskocher mit Wintergas oder ein Multifuelkocher (zB der leichte von SOTO) sind notwendig. Ich selbst benutze den Windboiler von MSR. Zudem gibt es nirgendwo flüssiges Wasser, daher muss alles Wasser aus Schnee geschmolzen werden.

vor 3 Stunden schrieb aztec:

Sind ein paar Kilo Haferflocken, Knäckebrot und eventuell Cashewkerne für so eine Tour ausreichend? Gibt es unterwegs Einkaufsmöglichkeiten?

Nein, und nein (wenn ich vom Hetta-Pallas Trail spreche jedenfalls). Kannst Du Couscous essen? Die 800 kcal Mahlzeiten von Tent Meals sind dann evtl. etwas für Dich. Sehr lecker, vegan und auch nicht zu teuer. Im Notfall einfach selbst nachzumachen ;) 

vor 3 Stunden schrieb aztec:

wie Handschuhe und alles

Joo, mindestens drei Paar sollten es schon sein: Ein Paar dünne und windfeste Handschuhe für die sonnigen Tage, ein Paar Dicke und warme für die Stürmischen Tage, und ein Paar Fäustlinge für Pausen, Camp und Ersatz. 

Hier noch ein paar Impressionen von verschiedenen Touren:

Pitching exercise

 

LOCUS GEAR Khufu Sil

 

Camp

 

Break from the wind

 

Evening light

 

The End

 

Einen Bericht zu meiner Hetta-Pallas Tour werde ich wohl in den nächsten Wochen auf meinem Blog veröffentlichen, wenn Du dazu Fragen hast, hake gerne schon nach.

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vor 35 Minuten schrieb JanF:

OT:

Zumindest die STF-Hütten müssen diesen Winter aber reserviert werden.

 

Was meinst du mit "spuren"? Und welches Gebiet/welchen Weg?

Ich bezog mich auf das von mir eingangs genannte Gebiet, was zumindest in Deutschland „Südlicher Kungsleden“ genannt wird. Ein Wanderweg von Sälen über Grövelsjön nach Storlien. In Dalarna ist der tatsächlich auch als solcher ausgeschrieben. Dort gibt es ca alle 15 km unbemannte Hütten, die aber nur zur Not zur Übernachtung gedacht sind.

Gespurt meint, dass da eine Langlauf-Spur (Loipe) durch den Wald gezogen wird. 
 

Und ja. Corona-mäßig sieht es gerade nicht toll aus. 

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vor 26 Minuten schrieb zeank:

Ich bezog mich auf das von mir eingangs genannte Gebiet, was zumindest in Deutschland „Südlicher Kungsleden“ genannt wird

Wird anscheinend ja auch in Schweden so genannt.

 

vor 26 Minuten schrieb zeank:

Dort gibt es ca alle 15 km unbemannte Hütten, die aber nur zur Not zur Übernachtung gedacht sind.

 

Einige der Hütten in Dalarna sind auch zur regulären Übernachtung mit entsprechender Bezahlung gedacht, wenn auch momentan wegen Corona nicht.

 

vor 26 Minuten schrieb zeank:

Gespurt meint, dass da eine Langlauf-Spur (Loipe) durch den Wald gezogen wird. 

 

 

Weißt du da genauer, wo die ist? Im nördlichen Teil (Jämtland) ist sicher keine Loipe, und auch zumindest für den Fulufjället-Nationalpark kann ich mir das kaum vorstellen.

 

Der Südliche Kungsleden ist gerade mein Alternativplan, weil ich nicht davon ausgehe, dass Norwegen und Finnland einen im März reinlassen (in beiden Ländern liegt der Grenzwert bei 25 Infizierten pro 100.000 Einwohnern, in Norwegen muss man 10 Tage in Quarantäne, Finnland lässt einen gar nicht rein).

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vor 41 Minuten schrieb JanF:

Wird anscheinend ja auch in Schweden so genannt.

OT: Hm ja, in der Theorie. In der Praxis verstehen die Schweden darunter nur das Stück zwischen Grövelsjön und Storlien. Welches aber wiederum nicht als solcher markiert ist. Die Markierung hört an der Grenze von Dalarna auf. Und spätestens dort wohl auch die Loipen.

[Edit] Naja, quatsch, im Jämtland ist sicher auch gespurt. Mehr oder weniger zumindest. Und wenn da nur einer alle paar Tage lang fährt und platt macht.

Zitat

Einige der Hütten in Dalarna sind auch zur regulären Übernachtung mit entsprechender Bezahlung gedacht, wenn auch momentan wegen Corona nicht.

OT: Stimmt, aber ich glaub keine auf dem genannten Stück, das wäre ja aber auch egal, man kann ja gehen will man will!

Zitat

Weißt du da genauer, wo die ist? Im nördlichen Teil (Jämtland) ist sicher keine Loipe, und auch zumindest für den Fulufjället-Nationalpark kann ich mir das kaum vorstellen.

OT: Ich weiss, dass in der gesamten Gegend rund um Sälen gespurt wird. Alles was auf den Karten als "Wintertrail" markiert ist. Daneben gibt es auch Scooter-trails, die nur zum Teil gespurt sind, auf denen es sich aber auch gut läuft. Hat natürlich den Haken, dass da dauernd Leute auf Scootern vorbeidonnern.

Im Fulufjället wird sicher nichts dergleichen sein, ganz klar. Aber da läuft man eh am besten querfeldein. Super schön da, total unterschätzt

 

Bearbeitet von zeank
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OT:

vor 7 Minuten schrieb zeank:

Ich weiss, dass in der gesamten Gegend rund um Sälen gespurt wird

Tatsächlich, das, was in der (Online-)Karte als "Sälenringen" bezeichnet wird, scheint regelmäßig gespurt zu werden!

 

vor 9 Minuten schrieb zeank:

Stimmt, aber ich glaub keine auf dem genannten Stück, das wäre ja aber auch egal, man kann ja gehen will man will!

Doch, allein im Fulufjället-NP Björnholmstugan, Tangsjöstugan, Tangådalsstugan und Rörsjöstugan, zumindest laut dieser Homepage.

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Tarp geht ohne weiteres auch oberhalb der Baumgrenze, allerdings nicht in klassischer Verwendung, sondern als Bestandteil eines Schneebiwaks; Hauptbaumaterial ist Schnee. Braucht Erfahrung, ne sehr stabile Schaufel, und ne ausreichende Energiereserve am Ende des Tages.

MMn sollte man sich zwingend auf minus 30° einstellen; das gibts nachts häufig, evtl. auch mal tagsüber; auch noch Anfang April. N Plan B für minus 40° (Schneebiwak...) kann ggflls hilfreich sein.

Schneeschuhe werden unterschätzt, speziell mit UL-Gepäck kommt man gut vorwärts; hab etliche Skifahrer überholt bei meinen Touren. Bei Pulkabenutzung ist der Unterschied wohl gering, je nach Untergrund hat da mal das eine oder das andere den Vorteil auf seiner Seite. Mit Rucksack denk ich sind Skier klar im Vorteil. 

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Abend! Es freut mich zu hören, dass mein Bericht dich dazu bewegt, eine Tour im hohen Norden zu planen!

Ich fasse mal die bisherigen Punkte zusammen, was die Kritik an deiner Ausrüstung angeht, und füge ein paar Dinge hinzu:

- dein Rucksack ist deutlich zu klein, selbst für eine Hüttentour. Bei einer Tour mit Zelt und Nahrung für einige Tage braucht man denke ich mindestens 70-80l. Ich war mit 110l und 13kg am Ende unterwegs. Mittlerweile habe ich auch eine Pulka, aber bei kürzeren Touren (bspw. auf dem Kungsleden) oder vor allem Hüttentouren halte ich einen Rucksack für vernünftiger
- das Akto ist für kürzere Touren bestimmt top, aber wenn du länger als eine Woche zelten willst, würde ich ein größeres Zelt wählen, in dem du weniger in Berührung mit dem Innenzelt kommst und auch mal einen Tag ohne Probleme abwettern kannst
- du brauchst definitiv Schneeheringe anstelle der Titanheringe. Man kann auch selbst welche basteln. Falls nicht, würde ich die Blizzard Stakes von MSR empfehlen. (Kleiner Hinweis an alle Mitleser, die Schneeheringe brauchen: Die Naturehike-Dinger von Aliexpress haben komplett falsche Gewichtsangaben, die sind viel schwerer... )
- in den Noppen der Z-Lite sammelt sich leider viel Eis. Ich würde daher eher eine 19mm EVA-Matte nehmen. Dein jetziges Schlafsetup ist viel zu wenig warm für eine richtige Wintertour nördlich des Polarkreises
- du brauchst wenn du zelten willst eine Bürste, um deine Sachen von Eis zu befreien. Eine normale Haarbürste reicht vollkommen
- der Schlafsack ist unpassend. Ich würde entweder mehrere Schlafsäcke kombinieren (hat bei mir super funktioniert) oder direkt in einen passenden Winterschlafsack investieren – Western Mountaineering ist da die beste Adresse, aber ist natürlich schweineteuer. Gebraucht gekauft spart man sich eine Menge Geld. Die Komforttemperatur sollte mindestens -35°C betragen, wenn es ein einzelner Schlafsack ist. Ich persönlich habe an einem Punkt sogar drei Schlafsäcke gleichzeitig verwendet und war somit für Temperaturen bis -45°C gewappnet - auch wenn es nur -20°C nachts waren. :smile:
- zur Kleidung sage ich erstmal nichts, du hast ja noch einen Regenrock auf der Liste stehen usw! Man kann sich eigentlich prima für sehr sehr wenig Geld beim Decathlon eindecken. Die Qualität der Kleidung dort ist jedenfalls über alle Zweifel erhaben. Solange man keine ethischen Bedenken damit hat, ist das definitiv die beste Anlaufstelle für Einsteiger. Lediglich eine gute Hardshelljacke und dünne Handschuhe würde ich wo anders kaufen
- du brauchst entweder Schneeschuhe und fette Stiefel oder, noch besser: Skistiefel, Ski, Wachs, Skistöcke, ggf. (Kurz)Felle. Ich würde ganz klar für Ski plädieren, damit wirst du viel mehr Spaß haben und man lernt das „Fahren“ schnell - am besten aber unter der Baumgrenze oder in der flachen Tundra - bitte nicht auf dem Kungsleden 
- eine große Thermoskanne, einen leichten Topf und ein Multifuel-Kocher aller MSR XGK EX oder Whisperlite wirst du unbedingt zum Schneeschmelzen brauchen. Offenes Wasser wirst du nur selten finden und wenn es mal welches gibt, ist es beschwerlich, daran zu kommen. Ich würde ganz klar von Gaskochern, Spirituskochern usw. abraten und ausschließlich mit Benzin arbeiten. Als ich in Vardö in der Finnmark nicht an Waschbenzin kam, habe ich einfach Benzin an der Tankstelle gezapft. Das gibt zwar eine Menge Rückstände, aber funktioniert trotzdem ohne Abstriche, wenn man einen ordentlichen Multifuelkocher hat
- man kann grundsätzlich kalt essen, das habe ich auch größtenteils gemacht. Wichtig ist dann aber, dass man nur seht trockene Sachen mit hoher Kaloriendichte nimmt, die kaum Luft enthalten. Kekse, Nüsse, Riegel usw. Eis am Stiel geht auch immer, oder gefrorene Torten.
Wichtig ist immer, dass man Riegel und solche Dinge vorwärmt, wenn man nicht seine Beißer verlieren will. Warmes Essen ist gut für die Moral, das kann ich bestätigen, aber nicht zwingend nötig
- dir fehlt einer der wichtigsten Gegenstände überhaupt, die Schneeschaufel! Ich kann dir die Arva Ultra empfehlen, weil sie extrem leicht ist. Zwar ist die Verarbeitung nicht erste Sahne, was bei dem Preis etwas enttäuschend ist, aber halten tut sie und ist für das Gewicht (~310g) über alle Zweifel erhaben
- du wirst einen VBL (wie den Western Mountaineering HotSac) brauchen, wenn du länger mit dem Zelt unterwegs bist und zwischendurch deinen Schlafsack nicht in Hütten trocknen willst/kannst. Gerade zum Thema VBL solltest du dich unbedingt einlesen, das ist überlebenswichtig!
- für deine Füße brauchst du neben mehreren Schichten Socken, die übereinander passen und eine große Temperaturspanne abdecken unbedingt VBL-Socken oder einfach Plastiktüten, damit dein Schuhwerk nicht vom Schweiß nass wird. Auch hierzu musst du dich unbedingt so gründlich es geht informieren!
- du brauchst definitiv eine Kopflampe, wenn du nicht erst Ende April unterwegs sein willst. Im Februar ist es noch richtig dunkel. Eine kleine Lampe von Nitecore wie die NU25 reicht finde ich aus, wenn du nicht im dunkeln unterwegs sein willst (was unnötig und gefährlich ist)
- zusätzlich zu deiner Brille benötigst du eine Skibrille, die darüber passt und deine Augen vor dem starken reflektiertem Sonnenlicht schützt. Getönte Gläser sind auch hilfreich, um bei schlechten Konditionen besser sehen zu können. Im Whiteout kann das einen großen Unterschied machen. Ich will jetzt aber keine falschen Angaben zu den Kategorien der Brillen machen - sicher ist nur, dass du definitiv eine Skibrille brauchst
- ich würde dir stark zu einem Notfallsender wie einem Garmin Inreach Mini oder -Exlorer+ raten, mit dem du bei einer Verletzung oä. hilfe rufen kannst, ohne auf Handyempfang angewiesen zu sein. Mit dem Inreach Explorer+ kannst du dir auch Wegpunkte setzen und rudimentär navigieren, wenn du nicht auf Karten angewiesen sein willst. Der Akku hält ewig. Trotzdem würde ich eine dicke Powerbank mitnehmen. Elektrische Geräte musst du permanent am Körper halten, das ist essentiell, sonst entleeren sich die Batterien bei Kälte


Das sind jetzt nur die Punkte, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. Später werde ich ggf. noch Dinge ergänzen oder generell etwas schreiben. Lass dich nicht davon abschrecken, das einzig schwierige an Wintertouren ist die Finanzierung! Ich dachte letzten Winter, mit 1000€ wäre alles gegessen, aber habe jetzt schon über 4000€ für das Equipment hingeblättert – ich persönlich setze jetzt aber auch nur noch auf Spitzenprodukte. Mit gebrauchten Artikeln und Sachen von Decathlon lässt sich jedenfalls sehr viel Geld sparen!
Sowohl das investierte Geld, als auch die aufgewendete Zeit lohnen sich sehr. Es gibt nichts schöneres als Wintertouren...

Bearbeitet von Harakiri
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Hey, vielen Dank euch allen schonmal für die vielen, schnellen Rückmeldungen!
 

vor 15 Stunden schrieb mawi:

Hmmm, deinem Beitrag zu entnehmen, würde ich behaupten, dass du noch keine genaue Vorstellung hast, was auf dich zukommen wird.

Das ist vollkommen richtig. So eine Tour ist für mich noch sehr abstrakt.

Bisher dachte ich auch, dass es reichen würde, meine Ausrüstung in Sachen Temperatur etwas hochzuleveln und ein paar polarkonforme Teile (z.B Zelt) aufzupfropfen.
Ich werde mir aber wohl ein seperates Setup zusammenstellen, dass von Grund auf für die Bedingungen da oben angepasst ist. In meinem jetzigen Setup und auch in meinem Wissen gibt es noch zu viele blinde Flecke.
An Spezialisierung komme ich wohl nicht vorbei :D
Bis ich das alles zusammen habe, vor allem materiell, ist der Winter vorbei. Ich werde wohl erstmal weiter Ausrüstung ansparen und mir weiteres Know-how aneignen, damit ich bis dahin ein mehr als nur provisorisches System vorweisen kann.
Dann kann ich ja erstmal hier vor Ort etwas Erfahrung mit Schnee sammeln und die Coronawelle abwettern :)

Eure Kommentare habe ich mir sehr aufmerksam durchgelesen, ich gehe vorläufig aber nur mal auf ein paar Punkte ein, mit denen ich mich bisher noch nie auseinandergesetzt habe und die essentiell zu sein scheinen:

-Navigation
Habe mich bisher immer davor gedrückt, mir ein Navi zuzulegen. Mich auch theoretisch kaum damit befasst, weil ich bisher immer nur auf gut beschilderten Wegen unterwegs war.
Wie macht ihr das mit der Orientierung? Ratet ihr in polaren Regionen zwingend zu einem Navi? Oder lieber Karte etc.?

vor 7 Stunden schrieb Harakiri:

ich würde dir stark zu einem Notfallsender wie einem Garmin Inreach Mini oder -Exlorer+ raten, mit dem du bei einer Verletzung oä. hilfe rufen kannst, ohne auf Handyempfang angewiesen zu sein. Mit dem Inreach Explorer+ kannst du dir auch Wegpunkte setzen und rudimentär navigieren, wenn du nicht auf Karten angewiesen sein willst. Der Akku hält ewig.

Glaubst du, das Explorer + reicht für die Navigation einer Tour aus? Ist schon ziemlich teuer, aber wenn es diesem Zweck noch gerecht wird, würde ich es den reinen Notrufgeräten vorziehen.

-Ski oder Schneeschuhe
Die Tendenz bei euch scheint eher Richtung Ski zu gehen. Was sind die konkreten Vor-und Nachteile?
Was ist nur Geschmackssache und was konkret besser oder schlechter geeignet für bestimmte Zwecke und den Spaß auf Tour?
Es wurden schon Punkte genannt, aber mich würden verschiedene Ansichten interessieren

-Pulka oder Rucksack
Das würde mich in Bezug auf Polarregionen im Allgemeinen sehr interessieren.
Auch hier schien die Antwort schon durch; Winterausrüstung ist meist zu schwer. Wie habt ihr das bisher gehandhabt? Ist der Rucksack in anspruchsvolleren Gegenden ohne Hütten nur noch Quälerei?

-Schneeschaufel
Wie wichtig die ist, lese ich immer wieder. Wofür genau?
@Harakiridu schriebst in deinem Reisebericht von einem Schneewall um dein Lager. Was hat es damit genau auf sich? Wird man ohne komplett eingeschneit, oder kann einem gar das Zelt im Sturm wegreißen?


Und zu guter letzt:

vor 15 Stunden schrieb skullmonkey:
vor 19 Stunden schrieb aztec:

ich habe mich schon sehr auf das Hilleberg Akto eingeschossen

Ein Klassiker, wenn auch eher für kleine Leute geeignet. Das MSR Advanced Pro 2 ist auch eine Option. 

Ich bin 1,70m, ich denke von der Größe her sollte das passen. Werds aber vorher nochmal in einem Outdoorladen angucken, wenn ichs finde :)


Danke nochmal für euren bisherigen Rat!

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vor einer Stunde schrieb aztec:

Bis ich das alles zusammen habe, vor allem materiell, ist der Winter vorbei. Ich werde wohl erstmal weiter Ausrüstung ansparen und mir weiteres Know-how aneignen,

Vielleicht willst Du einfach mal in D/ A / CH jetzt im Winter dort ne Runde üben? Da sparst Du Dir lange & teure Anreisen, und zum Beispiel schreibt @Mars ja drüben in seinen Quilt Reviews auch etwas von -18°C und etwas Schnee in der Schweiz; auch im Schwarzwald soll es kalt werden und schneien - vielleicht ein gute Option für diesen Winter!? 

Zudem kannst Du evtl. auch versuchen Dir erstmal Ausrüstung auszuleihen, um zu sehen was für Dich funktioniert, und auch hier im Suche Forum nach Ausrüstung suchen (zB das Akto ;) ), dann bekommst Du es günstiger wie neu und in der Regel auch noch gut in Schuss (weil wir UL Trekker sorgfältig mit unserer Ausrüstung umgehen :D).

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Na ja, wenn du im Wald unterwegs bist, brauchst du neben Skiern

auch Schneeschuhe, weil, wenn du dein Lager bauen willst und aus

den Skiern steigst, es erstmal 1m tiefer gehen kann. Mit Schneeschuhe musst du erst einmal

einige Zeit den Schnee verdichten und das klappt nicht immer.

Im Fjell ist das was anderes da hast du kaum dicke Schneeschichten, weil der Wind die

weg weht.

Im Wald kann es sein, dass man mit Skiern nicht so voran kommt, Da sollte man dann

Schneeschuhe nehmen. Auch Bergauf sind den Skiern Grenzen gesetzt.

 

Schaufel braucht es, um einen Windwall bei schlechtem Wetter zu machen oder die

Schneeheringe zu vergraben. Im lockeren Schnee halten die nicht, wie man es sonst so kennt.

 

Gruss Konrad

 

 

 

 

 

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vor 23 Stunden schrieb skullmonkey:

Hier noch ein paar Impressionen von verschiedenen Touren:

Pitching exercise

OT: Hey das bin ja ich. Lange her, aber doch wiedererkannt.

Den Helvetinjärvi National Park kann ich seit meiner Tour damals auch nur wärmstens empfehlen. Leicht zu erreichen und mit den vielen Seen einfach schön.

Vor allem die ganzen offenen Schutzhütten mit dort lagerndem Feuerholz machen das ganze sehr komfortabel und einsteigerfreundlich. Würde ich vor Touren wie dem Kungsleden immer empfehlen hier erste Erfahrungen zu sammeln. Ist aber auch ganz klar ein ein anderes Landschaftsbild.

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vor 7 Stunden schrieb skullmonkey:

 zum Beispiel schreibt @Mars ja drüben in seinen Quilt Reviews auch etwas von -18°C und etwas Schnee in der Schweiz

OT: Ja schon, aber die Schweiz kann mensch nur Leuten empfehlen, die ganz schnell ihr Vermögen innert möglichst kurzer Zeit massiv herunter brennen müssen, so aus steuerlichen Gründen, vor Ehescheidungen, was weiss ich. Und wie gesagt, das PCT-Feeling im Nationalpark hält bei einer Durchquerung höchstens 3 Stunden lang, dann ist man auch schon durch :(

Bearbeitet von SouthWest
OT
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vor 17 Stunden schrieb Harakiri:

Die hier angemerkten -30°C oder sogar mehr halte ich für unnötig, wenn man Ende Februar oder später unterwegs sein will. Klar, es wird mal ein bisschen kälter, aber erfrieren tut man schon nicht in einem trockenen Winterschlafsack, die Limits sind ja alle bei -45°C oder so.

Vielleicht nochmal die EN-Bedingungen vor Augen führen, wie man sich eine Nachtruhe bei Limit-Temps vorzustellen hat:

Extreme temperature Text.

Lower temperature limit – in this case experienced user (woman) of sleeping bag (who adapts her clothes and position in sleeping bag to the outdoor temperature and who is able to make the best of all possibilities of the sleeping bag) must expect strong feeling of cold. There is a risk of chill and health injure that can lead to death.

This temperature is calculated for a standard woman (25 years old, 60 kg, 1.60 m tall, body surface 1.62 m2) when strongly exposed to cold that can last only for limited period, no more than 6 hours. Experienced user of sleeping bag is curled into ball in the sleeping bag and minimizes heat loss through sleeping bag (medium temperature of skin is 29 °C) and she shivers so the elementary metabolic production rises. For inexperienced user this temperature is dangerous and it can lead to hypothermia and even to death.

Kein grosses Problem unter 3seasons Bedingungen, da hoppst man nachts draussen n bisschen rum und läuft sich am nächsten Tag halt wieder warm; bei -40 ist das anders. 

Ham wir mal knapp verpasst, am 19. März Tourbeginn, nachts - 20, am 17.3. und die Nächte davor -40. Nur weil mans selber noch nicht erlebt hat, heisst das nicht das es nicht so kommen kann, und dann ist es gut noch ein paar Skills im Ärmel zu haben, wenn man schon an der Ausrüstung sparen will.

Nochn paar Anmerkungen zu Deinen Tipps, die ich im Grossen und Ganzen gut finde:

Bürste? Nie gebraucht, nie vermisst, noch nie gehört...

Arva Ultra: Minimalschaufel für Wettkämpfe (NICHT Wettschaufeln!), verbiegt anscheinend bei engagierter Benutzung https://www.skipass.com/tests/pelle/arva_ultra-5/2017_27775.html

Thermoskanne: braucht man nicht; kann man nicht als Wärmflasche verwenden, kann man nicht aufs Feuer stellen, zu schwer; besser Titanflasche, selber isolieren.

Gas funzt tipptopp, saubere Sache, gut zu regulieren, 3 x 220 gr. für 10 Tage.  

Bearbeitet von paddelpaul
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vor einer Stunde schrieb paddelpaul:

Vielleicht nochmal die EN-Bedingungen vor Augen führen, wie man sich eine Nachtruhe bei Limit-Temps vorzustellen hat:

Extreme temperature Text.

Lower temperature limit – in this case experienced user (woman) of sleeping bag (who adapts her clothes and position in sleeping bag to the outdoor temperature and who is able to make the best of all possibilities of the sleeping bag) must expect strong feeling of cold. There is a risk of chill and health injure that can lead to death.

This temperature is calculated for a standard woman (25 years old, 60 kg, 1.60 m tall, body surface 1.62 m2) when strongly exposed to cold that can last only for limited period, no more than 6 hours. Experienced user of sleeping bag is curled into ball in the sleeping bag and minimizes heat loss through sleeping bag (medium temperature of skin is 29 °C) and she shivers so the elementary metabolic production rises. For inexperienced user this temperature is dangerous and it can lead to hypothermia and even to death.

Kein grosses Problem unter 3seasons Bedingungen, da hoppst man nachts draussen n bisschen rum und läuft sich am nächsten Tag halt wieder warm; bei -40 ist das anders. 

Ham wir mal knapp verpasst, am 19. März Tourbeginn, nachts - 20, am 17.3. und die Nächte davor -40. Nur weil mans selber noch nicht erlebt hat, heisst das nicht das es nicht so kommen kann, und dann ist es gut noch ein paar Skills im Ärmel zu haben, wenn man schon an der Ausrüstung sparen will.

@paddelpaulDanke für die Korrektur! Ich dachte immer, "Limit" hieße nur "sehr unangenehm, aber ohne ernsthafte Erfrierungen". :-(

(Im Zweifelsfall kann man in solchen Nächten denke ich noch eine Daunenjacke in den Schlafsack über den VBL packen und sich dann am nächsten Tag in eine bewirtschaftete Hütten retten. Dazu will ich aber natürlich niemandem raten, versteh mich nicht falsch. Ich habe jedenfalls aus gutem Grund zwei Daunenjacken dabei und nicht nur eine.)

Eine Bürste halte ich für enorm hilfreich, wenn auch nicht essentiell. Irgendwie muss man ja das ganze Kondenswasser aus dem Zelt kriegen, Ausrüstung von Eis befreien usw. Ich würde niemals drauf verzichten wollen.

Von Gas würde ich weiterhin abraten, wenn man in richtig kalten Regionen unterwegs ist. Wenn man Pech hat, funktioniert es gar nicht mehr, wenn es nachts extrem kalt wird und man noch kochen will. Benzin ist auf jeden Fall verlässlicher (sogar als Wintergas - bei ODS habe ich mehrfach gelesen, dass auch das versagen kann und tut) und deutlich effizienter, sowohl was den Verbrauch angeht, als auch die Geschwindigkeit des Schneeschmelzens. 

Mit der Arva Ultra hatte ich persönlich nie Probleme und ich kann mit nicht vorstellen, dass sich das Blatt verbiegt.  Eher versagt die Schaufel am Schaft oder so und wackelt etwas herum, mehr aber auch nicht. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Arva die Schaufel mittlerweile überarbeitet hat. Meine sieht ganz anders als das Modell in dem Test aus. Wenn man mit einem kleinen Zelt unterwegs ist, reicht finde ich eine so kleine und leichte Schaufel total aus. Sorgfältig sollte man ja immer mit der Schaufel umgehen, außerdem schaufelt man bei solchen Touren wie hier geplant ja fast nur zum Lagerbau und Schneeschmelzen. 

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@aztec
Zur Schneeschaufel: Die Schneeschaufel ist essentiell, um das Lager vorzubereiten. Die wichtigste Aufgabe erfüllt sie beim Ausheben der Mulden für die Schneeheringe und beim Verbuddeln dieser. Außerdem hebt man mit ihr die Apsis im Zelt aus, um mehr Stauraum und Platz zum Sitzen zu erhalten:

IMG_20200310_164145.thumb.jpg.e11e0f822900d5577cbba7884264d827.jpg

Der Schneewall hinter dem Zelt ist meistens nur eine Spielerei und wird im Idealfall gar nicht benötigt oder hilft höchstens beim Kochen etwas. Bei schlechtem Wetter schützt er das Zelt vor Verwehungen und im Orkan sogar vor dem Kollabieren. Sollte ein richtiger Sturm angesagt sein, macht es Sinn, zwei oder drei Stunden an dem guten Ding zu arbeiten und die Mauer ringsum auf eine Höhe von über 1,5m anzuheben. Bei gutem Wetter reicht aber auch weniger. 
Kleiner Tipp dabei: Eine stabile Schneeschicht mit der Schaufel suchen, freilegen und dann halbkreisförmig ausstechen. So kriegt man richtig stabile, steinförmige Stücke, die man über 2m hoch stapeln kann.

Auf dem Bild sieht man, wie das Zelt von Verwehungen begraben wird, wenn der Schneewall bei einem starken Sturm (Windstärke 9-10) falsch positioniert wird. Hier habe ich mein Zelt direkt hinter einem dicken Felsen aufgestellt, allerdings war es wohl zu nah und der Schnee türmte sich genau auf meinem Zelt auf:

IMG_20200312_073914.thumb.jpg.eefb984c46239a5e8dc93e78136eb0bb.jpg

Eine andere wichtige Aufgabe erfüllt die Schneeschaufel beim befreien von eingeschneiten Schutzhütten, verschütteten Personen und vor allem beim Graben einer Schneehöhle im Notfall. Letzteres wird oft als letztes Ass bezeichnet, das man in Notsituationen im Ärmel hat, aber meiner Erfahrung nach hat man an richtig kritischen Stellen oberhalb der Baumgrenze nahezu nie genug Schnee, um sich richtig einzugraben. Die exponiertesten/gefährlichsten Stellen sind oftmals sogar komplett schneefrei.


Zum Navi: Mit dem Garmin InReach Explorer+ kann man richtig navigieren! Es ist zwar ein lausiges GPS-Gerät für den Preis, aber man hat passable Karten zur Verfügung und kann sich für teuer Geld Wegpunkte eintragen. Ich habe damit prima auf der Varangerhalbinsel navigiert. Karten waren dort fast nutzlos bzw. war ich mit der Navigation mit Kompass dort überfordert, weil freundlich gesagt alles gleich aussah und komplett flach war. Entfernungen konnte man auch nicht abschätzen. Da war ein rudimentäres GPS-Gerät Gold wert.
Auf dem Kungsleden habe ich gar nicht navigieren müssen. Am schwierigsten war es noch, den Einstieg zu finden. Danach musste ich nur noch den roten Wegmarkierungen folgen und ab und zu auf die Schilder achten. Selbst im Whiteout und Sturm hatte ich fast nie Probleme damit, den Weg zu finden, auch als mehrere Schilder hintereinander fehlten.
(Ach ja: Man sollte  immer zusätzlich in den Polarregionen Karten dabei haben, falls man einen Strom-Engpass hat usw.)



Zu Ski vs. Schneeschuhe: Ich würde in nahezu jedem Fall zu Backcountry-Ski mit Stahlkanten raten. In Norwegen bin ich ja auch mit Schneeschuhen gestartet und habe mir dann noch vor Ort Ski gekauft, weil das Laufen mit Schneeschuhen so langsam und beschwerlich war. 8-10km am Tag waren die Spitzenleistung! Mit Schneeschuhen hat man auch Vorteile, wenn man eine extrem schwere Pulka hat und steile Steigungen bewältigen muss oder nur fotografieren will. Manche Leute nehmen sogar beides mit. UL ist das aber nicht. Ich finde es da sinnvoller, breite Tourenski und Backcountry-Ski einzupacken. Am besten ist es wahrscheinlich meistens, einfach nur ein paar Ski mitzunehmen. Selbst mit alten Ski kann man mit etwas Fitness ohne Probleme 20-30km am Tag zurücklegen, wenn man etwas fahren kann.

(Ich persönlich würde die Sachen so ranken: Neue BC-Ski mit Stahlkanten > uralte gebrauchte BC-Ski > breite Tourenski > ganz lange gar nichts > Schneeschuhe :grin:)

Man sollte noch anmerken, dass man sich mit Ski Schneeheringe spart, was noch dafür spricht, aber Schneeschuhe dafür echt toll im Wald sind. Dort macht es tierisch Spaß, damit zu laufen, während es mit Ski eine Qual ist, dort ein Lager zu errichten.

Zu Pulka vs. Rucksack: Es ist eine individuelle Sache, wo man die Gewichtsgrenze zieht, ab der eine Pulka komfortabler als ein Rucksack ist. Oftmals habe ich 20kg Gesamtgewicht gelesen und würde dem zustimmen. Generell gilt, dass eine Pulka sich noch eher lohnt, wenn die Region eher flach ist. Bei "Polarregionen" denke ich jetzt nicht an den Kungsleden, auch wenn ein guter Teil davon nördlich des Polarkreises liegt. Und gerade in Regionen wie Grönland dürfte die Pulka die einzige Wahl sein. 
Durch die vielen Steigungen, die Infrastruktur mit den Hütten, die Nähe an der Zivilisation usw. hat man in den Skanden andere Ausrüstung dabei. Es gibt viel mehr (kleine) Steigungen als anderswo, man braucht weniger Ersatzteile, kann sich unterwegs Nahrung kaufen und kann mit einem Rucksack schönere Abfahrten genießen. Das spricht, wenn man denn leichter als 15-20kg mit der gesamten Ausrüstung ist, finde ich klar für einen Rucksack. Es gibt aber auch Leute, die sogar mit leichtem Gepäck ausschließlich mit der Pulka unterwegs sind. 

Bearbeitet von Harakiri
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vor 48 Minuten schrieb Harakiri:

Zu Pulka vs. Rucksack: 

Was ich noch ergänzen würde ist, dass auch die Schneebedingungen einen großen unterschied machen. Später im Winter wenn ein sehr feste Schneedecke liegt gleitet die Pulka deutlich besser als auf neuerem Schnee. Daher kann bei "schlechten" Schneebedingungen auch ein Rucksack mehr Sinn machen.

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vor 4 Stunden schrieb Harakiri:

8-10km am Tag waren die Spitzenleistung!

Hmmm, wundert mich; 12-20 km völlig normal, Spitzenleistung (unter Spitzenbedingungen :grin:) 30 km; keine Spitzensportler!

 

vor 22 Stunden schrieb Harakiri:

Ich war mit 110l und 13kg am Ende unterwegs...

 :shock: 

Ah, o.k., Du wolltest sicher Deinen Schlafsack voll loften lassen

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vor 5 Stunden schrieb paddelpaul:

 

Am 25.11.2020 um 01:28 schrieb Harakiri:

Ich war mit 110l und 13kg am Ende unterwegs...

 :shock: 

Ah, o.k., Du wolltest sicher Deinen Schlafsack voll loften lassen


Anfangs war auch noch reichlich Essen für knapp zwei Wochen dabei. :-D

(10l weniger Volumen hätten besser gepasst, aber dafür kaufe ich keinen neuen Rucksack. Was meine Ausrüstung angeht mache ich schon keine Abstriche mehr, sondern füge wieder Dinge hinzu, die ich für mein Sicherheitsbedürfnis brauche und vorher vermisst habe.)

 

vor 5 Stunden schrieb paddelpaul:

Hmmm, wundert mich; 12-20 km völlig normal, Spitzenleistung (unter Spitzenbedingungen :grin:) 30 km; keine Spitzensportler!

Respekt! Für mich sind 30km komplett undenkbar mit Schneeschuhen. Das ist ja schon auf Ski eine ordentliche Leistung, die nicht jeder schafft.

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