Zum Inhalt springen
Ultraleicht Trekking

Fortsetzung der Diskussion " Preisgestaltung von Rucksäcken in D"


Empfohlene Beiträge

vor 39 Minuten schrieb ChrisS:

Also wenn ich ,das richtig gesehen habe liegt der Nettodurchschnittslohn in D derzeit bei rund 2100€ monatlich, lasst das doch mal unsere Grundlage sein.

Musst bei den Statistiken ein bisschen aufpassen, dass es Vollzeitbeschäftigte sind, ansonsten lässt es sich ja nicht auf Stundenlohn übertragen.

Aus dem Handelsblatt:
"Der aktuelle Wert entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von 3975 Euro bei einer Vollzeitstelle. Bei einer Person mit der Steuerklasse I in Baden-Württemberg ergibt das 2526,26 Euro netto."

Wie im Artikel geschrieben, sollte man so einen Wert natürlich immer unter Berücksichtigung der Tatsache betrachten, dass die oberen paar Prozent den Schnitt deutlich nach oben ziehen.

edit: Wenn du das jetzt wirklich irgendwie übertragen willst, müsstest du natürlich auch die Durchschnittswerte an Wochenarbeitszeit, Urlaubstagen, Krankenzeiten & Feiertage berücksichtigen und beim Selbstständigen Versicherungen und Rentenbeiträge (die in ihrer Höhe denen des Durchschnitts entsprechen) einbeziehen.

Unternehmerisches Risiko, Investitionsrücklagen, etc. sind in so einem Vergleich natürlich schwierig in Zahlen auszudrücken.

Weiß nicht wie sinnvoll es ist in nem Outdoor-Forum zu versuchen irgendwelche realistischen Werte dazu zu ermitteln... Vielleicht gibt's ja hier ein paar Experten, aber an dem Punkt würde ich mich auf jeden Fall ausklinken^^

Bearbeitet von paff
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
  • Antworten 406
  • Erstellt
  • Letzte Antwort

Top-Benutzer in diesem Thema

Top-Benutzer in diesem Thema

Beliebte Beiträge

Werte Community, ich habe mir mal die Mühe gemacht, euch exemplarisch darzulegen, welche Gewinne meiner Meinung nach in einer inhabergeführten Manufaktur wie der Meinen erwirtschaftet werden müss

yourpersonalgear beobachte ich, wie auch einige andere Shops, seit geraumer Zeit und wünsche Cedric viel Erfolg mit seinem Konzept. My two cents zum Thema: Preisgestaltung von in DE gefertigter G

@schrenz Ich stelle mein Projekt gern vor. Die Herangehensweise ist genau so wie du es beschreibst. Ich versuche es mal bestmöglich zu skizzieren: In meinem Wohnzimmer habe ich die Entwicklu

Veröffentlichte Bilder

vor 3 Minuten schrieb paff:

Wie im Artikel geschrieben, sollte man so einen Wert natürlich immer unter Berücksichtigung der Tatsache betrachten, dass die oberen paar Prozent den Schnitt deutlich nach oben ziehen.

Bei den meisten Berechnungen sind die "Superreichen" gar nicht inkludiert.

Dennoch: Der Median ist hier die bessere statistische Größe.

Und: Eigentlich völlig egal, da man selbständige und nichtselbständige Arbeit schwer vergleichen kann und die unterschiedlichen Konsumniveaus sehr individuell ausfallen.

Bearbeitet von Fabian.
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 4 Stunden schrieb khyal:

 

Ist schon lustig, unterwegs Minimalismus bis zum Anschlag, aber zuhause kann man nicht von 1000 oder im Falle eines reinen Dienstleister von 1800 € / Monat leben ?

Also das Beispiel gilt ja wirklich nur wenn man null andere Kosten hat und die ganze Summe als Lohn bekommt. Aber selbst dann wären dass bei 40/h Woche gerade mal 10,60€ die Stunde. Und da sind noch keinerlei Abgaben getätigt. Die Aufstellung was davon zu zahlen ist, ist hier im Strang ja mehrfach getan worden. 

Sobald Du Händler bist, der auch noch Waren oder Dienstleistungen einkaufen muss, da wird die Rechnung schnell sehr knapp. Ganz zu schweigen von eventuellen Anfangsinvestitionen. 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Moin,

400-450 als zu Teuer zu bezeichnen zeigt nur die Totale Ahnungslosigkeit des Schreibers! 

Wir Schreiben hier nicht von Billigkräften zusammengeklöppelte Massenware aller ZPacks.

Nein Hier geht es um Rucksäcke Die Individuell von Fachkräften auf den Kunden angepasst werden.

Nur weil Sich andere Produzenten wie Mateusz selber noch Stärker Selbs ausbeuten ist der Preis 

immer noch Günstig. Die Näherei will auch Ihr Geld für Die Produktion. Das heist die Näherrinnen wollen 

Ihren Lohn und auch der Chef / die Chefin möchte was verdienen. Das Material gibt es leider auch nicht umsonst.

Beim Material Ankauf müssen wahrscheinlich auch höhere Preise Gezahlt werden da durch die Individualisierung geringere abnahmemengen pro Stoff entstehen. Ich wüste jedenfalls nicht das da einzelne Stoffe bei Rabatten zusammengezählt werden.  Da Bleibt dann auch nicht mehr Viel vom verkaufserlös übrig. Ja auch bei 400- 450 Euro. 

 

Ja und ich kann das Beurteilen ich bin nämlich Gelernter Polster und Dekorationsnäher. Ich Arbeite aber nicht in dem Job.

Gibt ja kaum Jobs da niemand Deutsche Preise Bezahlen will. 

Wenn ich einen Rucksack brauche, Ihn für 400-450 Euro Kaufen kann, der so individuell ist da setz ich mich doch 

nicht selber an die Maschine. Da Investiere ich meine Freizeit die mir nach der Arbeit bleibt Lieber in andere Dinge.

Das wenige was ich Spare wenn ich Selber Nähen würde bin ich Gerne bereit zu Zahlen. 

 

Mit sorry für die direkteren worte

Frank

    

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 12 Stunden schrieb paff:

Der aktuelle Wert entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von 3975 Euro bei einer Vollzeitstelle. Bei einer Person mit der Steuerklasse I in Baden-Württemberg ergibt das 2526,26 Euro netto."

Das Bruttogehalt enthält noch nicht alle Kosten, die dem Arbeitgeber entstehen. Es kommen noch weitere lohnabhängige Kosten hinzu wie Arbeitgeberanteile der Sozialversicherung, Unfallversicherung und Umlagen. Das macht in D nochmal ungefähr 23% des Bruttogehaltes aus. Damit liegt das Arbeitgeberbrutto, was z.B. Mateusz für einen Mitarbeiter mit Durchschnittslohn  aufbringen muss, bei  4889 €. Und das muss neben all den anderen Kosten für Material, Geräte, Verkauf,  Versand.... über die Erlöse (grob gesprochen Preis* umgesetzte Stückzahl an Rucksäcken) reinkommen. Also, mir erscheinen die Preise für Huckepacks, Chrispacks, Weitläufer u.s.w. bei dieser Betrachtung eher knapp kalkuliert als überteuert. Was leider nichts an der Tatsache ändert, dass es wohl eher Abnehmer im Kreis alleinwandernde Singles oder DINKS gibt und kaum jemand eine fünfköpfige Familie damit ausrüsten können wird. 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Euch ist schon klar, dass jemand der Rucksäcke näht keine 4.000 Euro verdient? Ich möchte ja niemandem nicht gönnen, von seiner Arbeit leben zu können, aber diese Milchmädchenrechnungen die hier durch den Thread geistern finde ich schon ein wenig fragwürdig. Man kann halt nicht, die Arbeitszeit, für die eine normal gelernte Fachkraft ausreicht mit dem Chefgehalt kalkulieren. Ob es der Chef nun selber macht oder nicht...

 

Bearbeitet von Anhalter
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 16 Minuten schrieb Anhalter:

Man kann halt nicht, die Arbeitszeit, für die eine normal gelernte Fachkraft ausreicht mit dem Chefgehalt kalkulieren. Ob es der Chef nun selber macht oder nicht...

Genau, zum Gehalt der Fachkraft muss noch die Entwicklung, Test, Prüfung und Evolution samt Wagnis und Gewinn dazu kalkuliert werden. 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor einer Stunde schrieb zopiclon:

Genau, zum Gehalt der Fachkraft muss noch die Entwicklung, Test, Prüfung und Evolution samt Wagnis und Gewinn dazu kalkuliert werden. 

Das muss es beim Chefgehalt aber auch... Und wenn ich ne 15€ Stundenlohn mit Faktor 3 multipliziere oder einen 40€ mit mal 3 nehme komme ich bei deutlich abweichenden Ergebnissen raus.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich verstehe nicht, warum die Diskussion abgedriftet ist auf Stundenlohn und angemessenes Einkommen. 

Preis wird am Markt bestimmt, es gibt Mitbewerber mit mindestend gleichwertigen Angeboten die günstiger sind. Ergo, teuer. Ich kaufe dann lieber bei LiteAF, LiteWay oder Bonfus.

Die Idee das Angestellte nicht Lösung für ihre Arbeitsprobleme am Strand, beim Joggen oder auf der Terrasse erdenken spiegelt zumindest meine Lebensrealität nicht wieder. Aber ich mag meinen Job auch....

Bearbeitet von Martin
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 43 Minuten schrieb Martin:

Ich verstehe nicht, warum die Diskussion abgedriftet ist auf Stundenlohn und angemessenes Einkommen. 

Preis wird am Markt bestimmt...

Das muss man aber nicht immer unterstützen. Man kann (sogar noch unterhalb der politischen Ebene) etwas dagegen tun... bspw. keine Kinderarbeit kaufen.

Gerade Leute mit halbwegs komfortablem Einkommen haben Alternativen zum ethisch fragwürdigen Billigstangebot. Dafür müssen sie bei manchen Waren aber die Umstände der Produktion kennen. Selbst bei Willigen fällt diese Info ja nicht vom Himmel.

Aber natürlich: Willig sind nicht alle, die es sich leisten könnten. Es soll ja richtig Affluente geben, die höchst ungern für irgendetwas 'zu viel' zahlen. Weshalb z.B. Skilehrer kaum ein Auskommen haben.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@martinfarrent
Kinderarbeit etc. steht doch hier gar nicht zur Debatte. Das ist doch schon wieder whataboutism.  Ich habe diese Diskussion mit der Behauptung begonnen, die Packs sind zu teuer, haben nicht die Features die ich brauche und das Design ist aus den 90er, dazu gefällt mir das Material nicht. Und ich habe eine Liste der Cottages genannt, bei denen ich statt dessen kaufen werde/würde, alle in den USA oder Europa. Da brauch man keine Diskussion darüber führen, das von Ali gekaufte Packs fragwürdig hergestellt sein könnten. Oder Primart in den Raum werfen.

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 7 Minuten schrieb Martin:

Das ist doch schon wieder whataboutism. 

Nee, das ist Verdeutlichung... weil auf dieser Stufe allgemein einigermaßen Konsens herrscht. Hier üben Konsumenten/Wähler seit längerem punktuell Druck aus, weshalb ich dieses Phänomen erwähnte.

Gerechtigkeit findet natürlich in allen möglichen Abstufungen statt. Aber bei der Kinderarbeit wird es für alle am Deutlichsten. Ich werfe nicht dir persönlich vor, solche Produkte zu kaufen. 

Je informierter man über Produktionsbedingungen ist, desto eher erkennt man Ungerechtigkeiten auch unterhalb der höchsten Schreckensstufe.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Werte Community,

ich habe mir mal die Mühe gemacht, euch exemplarisch darzulegen, welche Gewinne meiner Meinung nach in einer inhabergeführten Manufaktur wie der Meinen erwirtschaftet werden müssen, damit sich der Laden betriebswirtschaftlich trägt und der Inhaber einen imho bescheidenen Lohn für sein Engagement erhält.

Die Berechnungen beruhen im Grundsätzlichen auf der Situation meiner Cottage: Inhabergeführt, Produktion in eigenen Werkstätten in DE, Direktvertrieb, mittlerweile leider wieder ohne Mitarbeiter.

(denn ich kann zwar keine Luxuslöhne zahlen, aber ich weigere mich, Arbeitnehmer zum Mindestlohn zu beschäftigen! Aber selbst die fleißigsten und schnellsten Mitarbeiter haben in den besten Monaten lediglich ihre eigenen Personalkosten erwirtschaftet und das trägt sich natürlich nicht auf Dauer. Leider wirft die Produktion und der Verkauf von UL-Gear nicht genug für halbwegs gute Löhne ab.)

In der Berechnung gehe ich davon aus, dass der Gewinn ausschließlich mit selbstproduzierter Gear erwirtschaftet wird und das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag aller Produkte halbwegs identisch ist. Deswegen ziehe ich für die Berechnung als Beispiel einen Phoenix Lite in der Größe L heran.

Also, Butter bei die Fische! Was muss rumkommen, damit so ein HuPa halbwegs von seiner Arbeit leben kann?

Damit sich die ganze Chose trägt, bedarf es einen Nettoumsatz von 90.000,-€/Jahr = 7.500,-€/Monat und ein Phoenix Lite müsste 774,79€ (Brutto) kosten. Bäm! :-D

(Meine aktuell durchschnittlichen) Aufwendungen pro Monat betragen 2.500,- (30.000,-Jahr) (Miete, Nebenkosten, Kammer-, Genossenschaftsbeiträge, Buchhaltung, Steuer,-Rechtsberatung, Software, Literatur, Kommunikation, Kfz, Wartung, Verpackungsmaterial, Zentek, Betriebsmittel …)

Benötigter Gewinn pro Monat 5.000,- (60.000,-Jahr, Gewinngrenze für Bilanzierung!)

5.000,- klingt erstmals nach viel. Aber Ihr werdet sehen, dass da nicht so viel übrigbleibt.

 

  60.000,- Nettogewinn/Jahr

- 11.087,58 (GKV + PV + Zusatzbeitrag als freiwillig gesetzlich Versicherter)

- 11.160,- GRV

- 5.901,88 GewSt

- 3.450,50 ESt (da Verrechnung mit 3,8-fachem GewSt-Messbetrag)

= 28.400,04 Gewinn nach Steuern und obligatorischen Versicherungen

 

= 28.400,04 / 12= 2.366,67 Gewinn pro Monat

(die steuerlichen Berechnungen, Freibeträge, ansetzbare Anteile etc. habe ich zwecks Übersichtlichkeit vereinfacht dargestellt)

 

  2.366,67 Gewinn pro Monat

- 500,- Betriebliche Rücklagen (Eigentlich zu gering bemessen)

- 500,- Investitionsrücklagen (Eigentlich zu gering bemessen)

= 1.366,67 Nettolohn Inhaber (= 1.366,71 /153,33 Std/Monat= 8,91€ pro Std.)

 

(So, jetzt mal Hand hoch! Wer von Euch hat ein höheres Nettogehalt? Oder wer sagt, dass das zu viel ist?)

Und in Verbindung mit diesem Gehalt, stehen auch alle Herausforderungen, benötigte Kompetenzen in vielen Bereichen, Risiken und Hürden einer Selbständigkeit, welche wahrlich kein behütetes Arbeitnehmerverhältnis ist.

Und vor allem ohne eventuelle Zusatzleistungen wie Weihnachtgeld, Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen, geldwerte Vorteile, Betriebliche Altersvorsorge, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Bildungsurlaub, Dienstwagen oder Dienstrad, Jobtickets usw. die manch AN erhält.

Aber… dieses Nettogehalt käme nur bei einem fiktiven Packpreis von unglaublichen 774,79€ zusammen.

Also, schauen wir mal, wie dieser wahnwitzige Preis zustande kommt.

Gehen wir mal davon aus, dass der Inhaber nur 40 Std. in der Woche arbeitet und sich 30 Werktage Urlaub im Jahr gönnt, aber natürlich an allen Feiertagen on stage ist.

52 – 6 = 46 * 40 = 1.840 Std. / 12 = 153,33 Std. pro Monat

Da meiner Erfahrung nach leider nur ca. 50% der Zeit für die Produktion zur Verfügung stehen, kommen wir auf 76,67 Std. für das eigentliche Kerngeschäft, dem Generieren von Gewinnen durch Herstellung feinster UL-Gear.

Wie bereits erwähnt, beläuft sich die Produktionszeit eines Phoenix Lite inklusive Vorarbeiten, Zuschnitt, Verpackung auf absurde 318min/netto. (Ja, so ein Pack besteht aus 161! Einzelteilen, die mit Sorgfalt und Geschick zusammenfügt werden wollen) Mit Richtzeiten kann man getrost 360min, also 6 Std. rechnen.

76,67 /6 = 12,78 Stk. pro Monat

Und mit dieser lächerlich geringen Stückzahl muss ein Nettoertrag von 7.500,-  erwirtschaftet werden.

7.500,- / 12,78 Stk. = 587,31 Rohertrag pro Pack + 63,77 Rohstoffeinsatz + 123,71 USt = 774,79€! Huch!

Also, erscheint zwar der von Cedric aufgerufene Preis von 450,-€ pro Pack immer noch als sehr sportlich, ist aber eigentlich immer noch zu gering.

Kann sein, dass die eine oder andere Summe nicht 100% korrekt ist, aber im Groben sollte das so stimmen. Bin halt kein Betriebswirt, sondern nur ein einfacher Architekt. (Und wenn Ihr meine Berechnungen auseinanderpflückt, bleibt bitte nett, denn wer schreibt macht sich ja auch angreifbar, Thanks)

Und versteht mich nicht falsch. Ich will damit wirklich nicht ausdrücken, dass so ein Pack 774,-€ wert ist, sondern das wäre der Preis, dem man aus (meinen) betriebswirtschaftlichen Erwägungen heraus fordern müsste. Ich für meinen Teil könnte und wollte diesen Preis jedenfalls nicht für einen DCF Turnbeutel abdrücken.

Nun kann sich auch jeder zusammenreimen, dass auch wenn man in so einer Manufaktur wöchentlich weit! mehr als 40Std arbeitet, keinen Urlaub hat, geschweige denn eine RV oder dem Schaffen von Rücklagen …, bei einem aktuellen Pack-B2C-Preis von rund 330,-€ am Ende des Tages nicht viel bis nichts liegen bleibt.

Es ist mir ein Rätsel, wie andere Manufakturen es schaffen, betriebswirtschaftlich deckend zu arbeiten. Gerade die Preise von Alex (Weitläufer) überraschen mich immer wieder. Aber z.B. Eva (Dyborg) verlangt für ein DCF Fanny Pack zwischen 119,-€ und 145,-€. Das erscheint erstmal sehr viel, aber wenn Ihr mal meine Berechnungen betrachtet, relativieren sich imho die Preise drastisch.

Um am Ende etwas zu verdienen, kann man imho nur (muss man vielleicht sogar) in Niedriglohnländern die Teile für‘n Appel und ‘n Ei zusammenkloppen lassen, den Gewinn über die Masse generieren und auf sein Gewissen scheißen. Aber das benötigt viel Vorlaufzeit, einiges an Investitionskapital und gute Scheuklappen. Und einem abgehalfterten Krüppel wie mir gibt eh keine Bank einen Kredit. Zudem mach ich den Laden lieber dicht, bevor ich in Asien oder Osteuropa produzieren müsste.

Liebe Grüße, HuPa

OT: (p.s. Gerne würde ich mich öfter und mehr im Forum engagieren, aber die gute alte Zeit …)

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstmal danke für deine Offenheit, da gehört schon Mut dazu.

Deine Berechnung sorgt bei mir zwar an der einen oder anderen Stelle für Fragezeichen, aber vom Grundsatz her scheinen da keinen groben Fehler drin zu sein.

Deutlich verändern würde sich das natürlich ab dem Moment, wo man nicht mehr mit 6 Stunden Zeit des Inhabers rechnet, sondern sagen wir, 2 Mitarbeiter beschäftigt, die einem 4 der 6 Stunden Arbeit abnehmen, aber dann eben auch nichts groß anderes machen müssen (der ganze administrative Overhead fällt ja nur einmal an). Aber den höheren Output muss man ja natürlich auch erstmal verkauft bekommen...

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@AnhalterIst ja nur exemplarisch ;) Ja, man hätte es auch deutlich ausführlicher Aufschlüsseln können, dann wäre einiges noch nachvollziehbarer. Mitarbeiter kosten in meinem Fall nur zusätzliches Geld. Ich habe über die Jahre insgesamt 14 Mitarbeiter gehabt. Und bei allen habe ich draufgezahlt. Keiner hat Gewinne erwirtschaftet. Meist brauchten die Leute in Relation zu meinen Zeiten seltsamerweise 2-3 mal so lange, um ein Produkt anzufertigen. Mit dem Thema Arbeitnehmer bin ich durch. Echt schade, da Skalierbarkeit so überhaupt nicht möglich ist.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Auch ein Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte wobei ich jetzt nicht weiß ob die Mitarbeiter dasselbe näherische und handwerkliche Niveau wie du selber hatten. Aber du hast Recht, als Angestellter hat man (nicht zwangsläufig, aber sehr oft) ein anderes Verhältnis zur Arbeit denn als Inhaber.

Was du bei Angestellten nicht erwähnt hast ist, das jeder Angestellte erst mal eine Arbeitsumgebung benötigt und angelernt werden muß. Für uns in der Firma schätze ich aus der Erfahrung einiger hinzugekommener Kollegen, das ein neuer Mitarbeiter erst nach ca. 1/2 bis 3/4 Jahren wirklich produktiv ist.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 11 Minuten schrieb kra:

Auch ein Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte wobei ich jetzt nicht weiß ob die Mitarbeiter dasselbe näherische und handwerkliche Niveau wie du selber hatten. Aber du hast Recht, als Angestellter hat man (nicht zwangsläufig, aber sehr oft) ein anderes Verhältnis zur Arbeit denn als Inhaber.

Was du bei Angestellten nicht erwähnt hast ist, das jeder Angestellte erst mal eine Arbeitsumgebung benötigt und angelernt werden muß. Für uns in der Firma schätze ich aus der Erfahrung einiger hinzugekommener Kollegen, das ein neuer Mitarbeiter erst nach ca. 1/2 bis 3/4 Jahren wirklich produktiv ist.

Viele waren inkl. Einarbeitungphase länger als 12 Monate bei mir beschäftigt (denn 6 Monate muss man mindestens in einen AN investieren) und einige waren auch gelernte Kräfte. Aber die motivierten Autodidakten waren immer die Besseren.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Auf jeden Fall vielen Dank für Offenheit, würd glaub ich nicht jeder machen ;-)

Die Besonderheit bei den Rucksäcken von @Sever ist ja, dass er die Produktion von Anfang an nach außen vergeben hat und ihm fehlt so beim Markteinstieg die Möglichkeit sich erstmal durch Wohnzimmerproduktion heranzutasten. Ich würde auch gerne mehr über das Projekt erfahren. 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@HUCKEPACKS
warum betreibst du das Business überhaupt noch? Erwartest du, das sich die Stückkosten auf die Hälfte drücken lassen (hört sich unrealistisch an) oder das sich ein Markt für sackartige Sportrucksäcke für über 700€ entwickelt(ebenfalls unwahr, ich sehe mich da eher selbst an der Maschiene mit ca 50-70€ Materialkosten)?  Bei der Rechnung die du hier aufmachst ist es doch wirtschaftlich unsinnig das Geschäft weiterzuführen. Es gibt weder aktuell etwas uu verdienen, noch in absehbarer Zukunft. Ich würde definitiv keine Geschäftsanteile davon kaufen oder halten wollen.

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 11 Minuten schrieb Martin:

@HUCKEPACKS
warum betreibst du das Business überhaupt noch? ... Es gibt weder aktuell etwas uu verdienen, noch in absehbarer Zukunft. 

Du findest deine Frage nicht ein bisschen vermessen?

 

vor 11 Minuten schrieb Martin:

Ich würde definitiv keine Geschäftsanteile davon kaufen oder halten wollen.

Wie? Wurdest du dazu eingeladen?

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 Ich schneidere auch ganz gern mal einen Rucksack, ein Tarp oder einen Bivy. Aber dann reicht es mir auch wieder für eine Weile. Dafür das gleiche Teil 5 Tage die Woche zu nähen eine Lohn zu bekommen, der nicht mal der Hälfte meines derzeitigen entspricht, auf neue Herausforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten und einen interessanten Jobs zu verzichten, das kann ich mir nicht vorstellen.

@martinfarrent
warum vermessen? Ich verstehe es nicht, also frage ich. Ich habe nicht um eine Rechtfertigung gebeten/ diese verlangt, das wäre vermessen vewesen.

Mattheus ist/war Architekt, er hatte eine Alternative und hat sie wahrscheinlich immer noch. Er ist besser ausgebildet als ich. Und die Antwort kann auch sein, " Es ist mir wichtig/ Es ist das was ich tun will/ich muss damit kein Geld verdienen/...". Und es nicht beantworten zu wollen ist immer eine valide Möglichkeit.

Die Antwort, die Mattheus gegeben hat, eine Aufgabe zu brauchen, ist wahrscheinlich die am schwierigsten Nachzuvollziehende und gleichzeitig die Menschlichste überhaupt.  Bittersüße Pille. Ich bin froh eine Aufgabe zu haben, die mir weniger abverlangt und mich eher belohmt.

Und das mit den Geschäftsanteilen war ein Gedankenspiel in einer ähnlichen Rolle wie der Eigentümer zu sein. Würde ich Anteile haben oder Erwerben können (also ein (Teil)eigner sein könnte wie Mattheus aber nicht dort arbeiten müsste), würde ich es aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht sein wollen. Als z.B.Aktienbesitzer schaue ich auf die Zukunftsperspektive des Unternehmens. Werden derzeit keine Gewinne gemacht, dann gibt es hoffentlich einen Plan das später zu tun....

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 15 Stunden schrieb Anhalter:

Das muss es beim Chefgehalt aber auch

nicht wirklich, denn der Chef ist ein Teil der Verwaltung und diese wird vom produktiven Teil mit finanziert.

 

vor 11 Stunden schrieb Martin:

Preis wird am Markt bestimmt

ne, den Preis bestimmt das gewählte Halbzeug das werkzeug  und unsere Gesetze. Leider dürfen Selbstständige auch unter Mindestlohn und ohne Altersvorsorge arbeiten. Der Markt, also Du und ich, bestimmt nur, ob solch ein Unternehmen bestehen kann. Indem wir kaufen oder auch nicht.

Und diese Entscheidung ist einfach: wähle ich Qualität oder Preis und was ist mir die Arbeitsbedingung Wert? Kann ich es mit meinem Gewissen verantworten, das jemand unter Bedingungen arbeiten muss, unter welchen ich nicht arbeiten möchte? OT: Wie wichtig ist mir dabei die Umwelt/Natur?

 

vor 4 Stunden schrieb Martin:

eine Lohn zu bekommen, der nicht mal der Hälfte meines derzeitigen entspricht, auf neue Herausforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten und einen interessanten Jobs zu verzichten, das kann ich mir nicht vorstellen.

Entwicklungsmöglichkeiten sind Herausforderungen. Herausforderungen sind interessant. Dir fehlt das Vorstellungsvermögen, wie schwierig es ist einen "perfekten" Rucksack zu erschaffen und du willst nicht auf Geld verzichten, um eine erfüllende Tätigkeit aus zu führen, denn:

vor 4 Stunden schrieb Martin:

ist wahrscheinlich die am schwierigsten Nachzuvollziehende und gleichzeitig die Menschlichste überhaupt. 

das ist das am einfachsten nachvollziehbare: Geld macht nicht glücklich. Unsere menschlichste Fähigkeit, die uns aber auch am meisten abverlangt, das Problemlöseverhalten (und darin ist die soziale Verantwortung inbegriffen), hat aber das Potential uns am meisten zu erfüllen!

vor 5 Stunden schrieb Martin:

Ich bin froh eine Aufgabe zu haben, die mir weniger abverlangt und mich eher belohmt.

Da frage ich mich: Warum tust du diese Aufgabe? (rethorische Frage)

 

 

vor 9 Stunden schrieb HUCKEPACKS:

Zudem mach ich den Laden lieber dicht, bevor ich in Asien oder Osteuropa produzieren müsste.

Danke dafür. Das ist noch das Rückgrad Deutschlands! Das was uns so erfolgreich sein lässt, auch damit andere Geld scheffeln können, um, trotz Ausnutzung der Billiglohnländer, Exportweltmeister zu sein und somit ausländische Arbeitskräfte aus zu nutzen, deren Natur aus zu beuten, sowie die Finanzmittel derer Wirtschaft abzuziehen, um bei uns selbst das Vermögen mehren zu können, um sich dann wieder selbst Gut, durch Entwicklungshilfen und Co, dar zu stellen.  Damit darfst du dann finanziell konkurieren, um ein Qualitätsprodukt zu produzieren, weil die Mehrheit findet, das dieser Neokolonialismus Ethisch und Moralisch vertretbar ist, damit man mehr von seinem Geld kaufen kann.

Aber auch die Produktion in anderen Teilen der EU ist nicht mehr sauber (ich bin auch schon drauf rein gefallen), zB Italien - Stichworte Textilstadt Prato oder Pronto Moda

Die Bedingungen in Malta sind auch ... OK, da führt jetzt wirklich zu weit.

Mach weiter so, du bist damit der wahre Antreiber für Gleichheit/Gleichberechtigung - für ein gemeinsames Miteinander auf Augenhöhe in einer sogenannten globalisierten Welt.

 

Gruss

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bitte melde Dich an, um einen Kommentare abzugeben

Du kannst nach der Anmeldung einen Kommentar hinterlassen



Jetzt anmelden



×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.