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Ultraleicht Trekking

Die finnische Bärenrunde (Karhunkierros) oder Tipps für einen Anfänger


Empfohlene Beiträge

Hallo Leute,

 

ich bin was tatsächliches Trekking - damit mit meine ich keine Tagestouren, sondern "Wildniswandern" - noch nicht sehr erfahren, das heißt eine geführte Tour in Schweden im Glaskogen Nationalpark. Gewandert bin ich jedoch schon sehr viel, auch mit schwerem Trekkingrucksack auf dem Rücken. Kondition ist auch kein Problem, in den meisten Fällen kann ich mir bis zu 20 Km am Tag zumuten. Jedoch habe ich noch sehr ausgereifte Orientierungsfähigkeiten (war bisher noch nicht mit einem Kompass unterwegs und habe noch nie ein GPS in der Hand gehabt).

 

Jetzt also meine Frage:

Ein Freund von mir und ich überlegen uns im Sommer die Bärenrunde (Karhunkierros) in Finnland zu bewandern. Hat jemand Erfahrung mit der Strecke und ist es eine eingermaßen gute Route für "Semi-Anfänger" wie uns? Laut Website soll ja alles sehr gut ausgeschildert sein, im Sommer auch viel bewandert, so dass man sich im Notfall an Leute wenden könne und es gebe Zeltplätze, Windschutz- und Holzhütten auf dem Weg. Ich habe wie gesagt kein Ausdauerproblem und ausgeschilderte Strecken werde ich wohl navigieren können, deshalb wollte ich wissen: Ist das zumutbar?

 

Desweiteren, gibt es vielleicht ein paar Tipps, die alte "Häsinnen und Hasen" des Trekkings weitergeben können? Wie ich ein Zelt aufbaue, und dass ich Campingkocher, Verpflegung und Erste Hilfe dabei haben muss, weiß ich natürlich, aber gibt es sonst noch empfehlenswertes Equipment? Und: Was macht ihr in gefährlichen Situationen? Wenn es keinen Handyempfang gibt, gibt es irgendwelche Signalgeber, die man kaufen könnte oder Dinge mit denen man auf sich aufmerksam macht? Wie orientiert ihr euch, wenn vielleicht mal die Schilder am Wegesrand nicht mehr erkennbar sind?

 

Ich weiß, das sind viele Fragen und wenn ihr sie nicht alle beantworten könnt, in Ordnung. Ich hoffe nur, dass ihr einem Anfänger wie mir ein wenig weiterhelfen könnt und bedanke mich im Vorraus :)

 

Kamarl

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Hallo kamarl,

 

aufgrund der von dir geschilderten Aussagen, kann ich dir sagen, dass die Route eine sehr gute Wahl ist.

 

Das Gelände, oder besser gesagt die Beschaffenheit der Wege, ist zum allergrößtenteil sehr gut bzw. einfach. Da es tlw. aber auch ganz schön auf und ab geht würde ich an eurer Stelle Stöcke mitnehmen. Besonders dann, wenn ihr nicht ganz so UL unterwegs sein solltet. Die Tagesetappen sollten für euch kein Problem sein. Ich hab unterwegs Leute getroffen die die ca. 90 km in 3 Tagen gemacht haben. Geht natürlich. Ob ihr das auch versucht oder euch eher ca. 7 Tage Zeit lasst müsst ihr wissen. Es gibt auf jeden Fall viele schöne Hütten an tollen Orten. Die erste bzw.letzte Etappe Savilampi-Hütte - Hautajärvi zieht sich etwas. Die erste bzw. letzte Etappe von/nach Ruka ist sehr hügelig mit teils steilen Auf- und Abstiegen.

 

Orientierung: Der Weg ist mit orangen "Flecken" markiert. Oft ist es eben auch nur ein Weg dem ihr folgen müsst. 2-3 mal war es ein bisschen knifflig. Etwa von Ruka aus kommend Richtung Hautajärvi hatte ich kurz vor Hautajärvi etwas Mühe den richtigen Markierungen zu folgen, da entweder keine oder orange Markierungen in alle möglichen Richtungen gingen.

An einem anderen Ort ging der Weg direkt am Fluss weiter (links Hang, Flusskiesel/Wurzeln > "Weg", Fluss).

 

Einen Kompass würde ich mitnehmen. Allerdings reicht ein Tropfen-/Uhrkompass für kleines Geld. Ob du dir vor der Tour noch ein GPS besorgen und den Umgang damit lernen UND üben willst (idealerweise mit der passenden Karte für die Tour), musst du wissen. Mit so einem Teil richtig umgehen zu können, ist aber (in Abhängigkeit der Tour) vllt. besser und sinnvoller als iwelche Leuchtraketen mitzuführen. Zudem benötigt man für die Teile soweit ich weiß einen kleinen Waffenschein.

Ja, und auch die eben angesprochene Karte würde ich mitnehmen. Macht natürlich nur Sinn, wenn ihr sie auch lesen könnt. Ich finde, gerade bei den ersten Touren gibt das doch noch ein wenig Sicherheit. Zumindest gefühlt :)

Als Buchempfehlungen: Orientieren mit Karte, Kompass, GPS (W. Linke) und GPS auf Outdoor-Touren (Benker).

Falls du dir ein GPS zulegen willst, da reicht auch ein einfaches, günstiges (gebrautes) oder neben den klassischen z.B. auch ein Foretrex von Garmin.

 

Wie du schon geschrieben hast, ist dort ziemlich "viel" los. Ich hab jeden Tag mindestens 3 Leute getroffen. Die Hütten waren auch meistens mehr frei als belegt. Allerdings kann ein leichtes Tarp als Back-Up nicht schaden. Tlw. gibt es auch Gaskocher (und Feuerstellen) an den Hütten. Trotzdem würde ich eine eigene Küche mitnehmen. Dann könnt ihr evtl. auch die Schutzdächer nutzen (an drei Seiten geschlossene, überdachte, niedrige Unterkunft mit Holzboden). Ebenso wie Wasserentkeimer (AquaVenture oder z.B. einen Sawyer). Auch wenn das Wasser von Natur aus sehr sauber ist, gibt es Leute die ihre Essensreste direkt an den Entnahmenstellen im Wasser entsorgen oder sonst was machen. Dort vor Ort tatsächlich so erlebt. Wenn ihr in den Hütten schlafen wollt, entsprechend bequeme Isomatte mitnehmen, da ihr dann auf Holzböden/-brettern schlaft.

 

Mücken: Ich war zweimal dort. Beim zweitenmal gab es praktisch keinen Unterschied zu Deutschland. Beim ersten Mal war es ganz schön heftig. Ich hab ein Moskitonetz vermisst. Auch an den Händen war es sehr unangenehm. Das Mittel der Wahl heisst für viele "Off" (finn. Anti-Insektenzeugs). Dummerweise hatte ich beim ersten Mal noch kein Trinksystem. Die klassische UH-Prozedur war also immer: Anhalten, Mücken kommen, was trinken, wild umherwedeln, weiterlaufen.

 

Zum Handyempfang kann ich dir leider nichts genaues sagen. Ausser, das es an einigen/vielen Stellen Empfang gab.

 

Anreise: Ruka ist vllt. etwas besser an den ÖPNV (Busse) angeschlossen als Hautajärvi. Würde deswegen eher von HaJ aus starten um dann am Ende der Tour besser weg zukommen. Hängt aber auch mit euren weiteren Reiseplänen zusammen. Die günstigste Unterkunft in Kuusamo ist nicht das Hostel, welches auch weit ausserhalb liegt, sondern ein kleines Hotel im Ort (Hotelli Kuusanka). War zumindest 2009 so.

 

Essen: Kann unterwegs nicht nachgekauft werden. Auch wenn das tlw. in dem CSV-Büchlein so rüberkommt. In einem Cafe das man unterwegs passiert gibts keine Lebensmittel für Wanderer.

 

Das ist alles was mir jetzt so auf die Schnelle eingefallen ist. Wenn du noch Fragen hast, meld dich einfach. Bei Bedarf auch per PN.

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Vielen Dank für die Antwort! War extrem hilfreich. Karte werde ich mir auf jeden Fall mitnehmen, es gibt ja auch ein Buch über die Bärenrunde, welches ich mir anschaffe. Über ein GPS denke ich noch mal nach. Vielleicht schicke ich dir tatsächlich noch mal eine PN, wenn mir noch was einfällt. Auf jeden Fall super, dass so früh geantwortet wurde.

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Hier ist mein Trip Report inkl. Fotos von der Bärenrunde:

 

Teil 1

 

Teil 2

 

Teil 3

 

Das (Deutsche) Buch kannst Du Dir mMn sparen, das hat keinen Mehrwert. Auch das Finnisch/ Englische Buch bringt kaum etwas nützliches zu Tage. GPS wirst Du auch nicht brauchen, den der Weg ist ne Autobahn und super markiert. Karte & Kompass gehören aber schon ins Gepäck. 

 

Tips:

- Moskitonetz und evtl. Schutzmittel mitnehmen 

- Ohrstöpsel mitnehmen wenn Ihr plant in den Hütten/ Laavvus zu schlafen

- Feueranzünder (Esbit tabletten) mitnehmen wenn Ihr Abends ein Feuer machen wollt und das noch nicht sehr gut könnt. Feuerholz, Säge & Axt sind vor Ort. 

- Telefon empfang gibt es zu 90% auf der Strecke, SPOT oder ähnlich sind nicht nötig

- Die Markierungen werden immer wieder erneuert und man kann sich eigentlich kaum verlaufen auf dem Trail. Im Notfall mal 100 m auf dem "ungewissen" Trail weiterlaufen bis man wieder ein Zeichen sieht 

 

Ich würde den Karhunkierros versuchen echt gegen Ende des Sommers zu laufen, also Ende August, da gibt es weniger Mücken & Leute. Den Trail kann man auch gemütlich in drei oder vier Tagen laufen, ich würde also nicht zu viel Zeit für Ihn einplanen. Lieber danach noch mal für drei Tage eine kleine Runde im Urho Kekkonen NP drehen, der ist nämlich auch wunderschön und nicht so überrannt. Ich habe auch im Spätherbst auf dem Karhunkierros immer noch komplett belegte Hütten vorgefunden, würde also auf jeden Fall ein Tarp mitnehmen damit Ihr nicht auf die angewiesen sind. Die Laavus sind mMn auch schöner, besser gelegen und häufiger leer. Im Café in der Mitte der STrecke kannst Du ein Mittagessen zu Dir nehmen und Schokoriegel nachkaufen, das war es aber auch schon. Wie Daune würde ich Hautajärvi - Ruka laufen, ist mit den Öffentlichen am Ende dann einfacher, aber Ihr kommt bestimmt auch per Anhalter von Hautajärvi wieder weg wenn keine Busse mehr gehen. 

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Eigentlich haben die anderen schon alles geschrieben.

Die Route sehr einfach und äußerst gut markiert. Einen Kompass kann man zwar zum üben mitnehmen, brauchen wird man ihn aber nicht ernsthaft. Wenn ihr im Sommer unterwegs seid, werdet ihr immer wieder auf andere Wanderer treffen und außerdem gibt es diverse Ausstiegsoptionen (teilweise finden sich bei Straßenüberquerungen sogar eine Telefonnummer fürs Taxi). Zudem ist die Handynetzabdeckung sehr gut. Besondere Vorsichtmaßnahmen halte ich daher nicht für nötig. Allerdings dürften zumindest einige der Hütten gut belegt sein, so dass ich auch zu einem Tarp oder Zelt raten würde. Ich schlafe im Zelt meist deutlich besser als in einer auch nur einigermaßen belegten Hütte - trotz Ohropax. Es ist ruhiger, die Luft ist besser und außerdem kann man die Mückeninvasion besser steuern. Einige der Hütten und Laavus waren schon sehr mückenverseucht, wobei dass natürlich immer sehr vom Wetter in den 2-3 Wochen vor der Tour abhängt. Da ein Großteil der Tour durch den Oulanka-Nationalpark führt, ist das Zelten und Campen insoweit nur auf den ausgewiesenen Zeltflächen (sprich: bei den Hütten) gestattet.

Die Hütten verfügen nach meiner Erinnerung alle über einen Gasherd (und häufig auch über ein wenig Kochgeschirr), so dass man sich, zumal wenn man auch die Feuerstellen der Laavus zum Kochen nutzen mag, einen Kocher sparen kann. Auf den Campingplätzen kann man (während der Saison, also vor allem im Juli/August, ggf. Öffnungszeiten telefonisch vorab erfragen) nur ein wenig Süßkrams kaufen, aber im Besucherzentrum gab es (jedenfalls 2012 noch) neben Kaffee, Zimtschnecken etc. auch die Möglichkeit, gefriergetrocknete Trekkingnahrung (ich meine von Travellunch) zu den landestypisch eher gesalzenen Preisen zu erwerben.

Trekkingstöcke sind jedenfalls auf der (von Hautajärvi kommend) letzten Etappe nach Ruka ganz hilfreich, da es dort die Abfahrtshügel hinaufgeht. In den Blockfeldern am Fluß sind sie dagegen manchmal wohl eher hinderlich.

Insgesamt eine von Strecke und Logistik sehr einfache Tour von maximal 5-6 Tagen. Landschaftlich passabel, aber eher arm an großen Highlights. Am schönsten ist sie wohl im September zur Zeit der Laubfärbung, wenn man dann mal Zeit und Urlaub hat.

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Erfahrung ehrlich gesagt nicht, aber deine Idee klingt verdammt spannend. Bin bisher auch njur auf Tagestouren unterwegs und will mich 2015 ebenfalls an solchen Mehrtagestouren probieren, ist bei mir aber leider auch eine Zeitfrage. Freu mich jedenfalls auf ein paar Bilder deiner Bärentour. Und Kompass ist eigentlich gar nicht schwer, wie man den handhabt, findet du im Netz. GPD hab ich ebenfalls keine Peilung (sprichwörtlich), ist im Harz aber auch kaum nötig. In Schweden wäre son Ding aber wohl nicht verkehrt.

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Wir waren 2013 mit einer Gruppe von 15 Leuten unterwegs (sicherlich ein Albtraum für alle, die den gleichen Übernachtungsplatz wie wir ausgesucht hatten). WIr haben überwiegend gezeltet. Eine Karte hatten wir dabei, keinen Kompass, dafür aber ein gps Gerät, war alles aber für diese Strecke nicht notwendig. 

Übernachtungsplätze sind mehr als ausreichend vorhanden, so das man die Tagestourenlänge dann nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann. 

Die Wege waren zum Teil recht ausgetreten, so das sowohl Felsen, als auch Wurzeln auf dem Weg verlaufen, man sollte da immer sehr darauf achten wo man hintritt. 

 

Zum Kochen haben wir immer die Feuerstellen genutzt. Das dort liegende Feuerholz ist alles Nadelholz, leider verrußen dadurch die Töpfe stark. Wasser zum kochen und trinken haben wir immer aus den Flüssen und Seen genommen, ohne abkochen oder sonstige Vorbehandlungen. Also auch nicht abschrecken lassen, wenn es ein wenig "gelb" aussehen sollte ;)

Morgens und Mittags gab es bei uns dann immer Müsli mit (Voll-)Milchpulver und Traubenzucker zum süßen. Abends wurde dann "richtig" gekocht. Geeignet als Fleischeinlage eignet sich neben Salami übrigens auch Kabanossis und Vakumierter schwarzwälder Schinken am Stück, alles auch im Sommer sehr lange haltbar. Getrocknetes Gemüse, Pilze, Zwiebeln, Knoblauch, Vollei, Sahne und Tomatenpulver haben wir dazu auch genutzt. Neben Nudeln und Reis waren auch Linsen (die roten, die haben einen leicht nussigen Geschmack, sehr lecker) mit dabei. Wir konnten somit Lebensmittel für 6 Tage mitnehmen. Gewürze nicht vergessen. 

 

Wir hatten auf der Tour kein Zelt, sondern nur Mückenschutznetzte dabei. Der Sommer war unglaublicher Weise sehr trocken und auch die Mückenplage war kaum zu spüren. 

 

Ich würde die Tour jederzeit wieder machen. 

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@Koka Immer locker, ich kenn den Weg doch nicht und bin bisher nur in meinem heimischen Harz unterwegs - da triffst permanent auf Leute, Straßen und gasthöfe. Ich denk mir halt, dass der Harz kaum mit Schweden zu vergleich ist. Klar schön sind se beide, aber Schweden dürfte doch deutlich mehr Wildnis sein? Und ehrlich gesagt setz ich eher auf einen simplen Kompass als auf Technik. Man weiss ja nie. Vor allem, wenn man in der Fremde ist :-)

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OT: @harzkasten, ich denke Kokanee wollte Dich damit nur darauf hinweisen das der Karhunkierros in Finnland ist, und nicht in Schweden.

 

Der Karhunkierros ist bis spät in den Oktober meiner Erfahrung nach sehr gut besucht und man trifft täglich Leute, spätestens Abends an den Hütten. Die Laavus sind im Herbst weniger gut besucht = besser für Leute die es ruhig mögen. Kompass & Karte gehören als Back-up immer in den Rucksack, vor allem in der Grenzregion dort.

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    • Von zweirad
      Liebes Forum
      Ich hoffe das neben dem sehr schön und kurzweilig geschriebenen Reisebericht von @sja zur GTA noch ein weiterer Bericht darüber hier Platz hat. Ich war zwischen dem 10. August und dem 16. September vom Passo della Novena bis Sambuco auf der GTA unterwegs. In der Route habe ich mich grösstenteils an den Rother gehalten, wobei ich aber insbesondere ab dem Passo della Preja bis Alagna, Piamprato bis Ronco und zwischen Susa und Saltertrand davon abgewichen bin.   
      Vielleicht einführend eine kurze Erklärung zum Titel.
      - Pazzo ist der Trailname, welchen mir @sja schon vor der Reise verpasst hat. Die Bedeutung dieses italienischen Wortes darf bitte jeder selber nachschlagen. Ich bin aber überzeugt (oder hoffe es zumindest) das sie dies im positiven Sinne meint.
      - beinahe UL, da ich mit meinem Basisgewicht von 5033 Gramm die 5 kg Marke minimal verpasst habe  Unterwegs sind mir aber einige Dinge aufgefallen/ klar geworden, sodass ich nun durch weglassen von einigen Dingen auf ein Basisgewicht von unter 5 kg kommen würde. Jaja, würde, könnte, hätte. Übrigens: Aus Neugier habe ich nach der Wanderung einige Gegenstände erneut gewogen und insbesondere bei den Kleidern oder Dingen die regelmässig am Körper waren fiel mir auf, dass sie einiges schwerer geworden sind (Fleecepuli = + 10 Gramm). Natürlich gäbe es gerade bei der Elektronik noch viel Einsparpotential aber für diese Gegenstände habe ich meine Gründe (Hobbys). Bei Interesse kann ich am Schluss gerne was zu meiner Packliste und den einzelnen Gegenstände und meine Erfahrungen damit schreiben. Falls gewünscht auch zum InReach welches ich dabeihatte/ mitnehmen ‚musste‘
      - Genusswanderung ist eigentlich selbsterklärend. Einerseits wegen der hervorragenden, frischen (und leider teilweise auch schweren) Lebensmittel dies unterwegs immer mal wieder einzukaufen resp. zu Essen/ Trinken gab und weil ichs mir einfach hab gut gehen lassen und jeweils genau so lang und weit lief wie ich Lust hatte. So kam es dann auch dazu, dass ich häufiger als ursprünglich vorgesehen in irgendwelchen Herbergen übernachtet habe, aber dazu später mehr.
      So genug drumherum, euch interessieren vermutlich eher die Bilder und was ich so erlebt habe als grosse Erklärungen drumherum.
      1. Tag - 10.8.2020 oder wenigstens am ersten Tag will ich trockenes Wetter
      Das trockene Wetter war so quasi Voraussetzung für die Festlegung des ersten Tourtages. Dies nachdem ich Anfang Juli definitiv entscheiden habe, die GTA als diesjähriges Projekt anzugehen. Leider war lange nicht klar wie sich COVID-19 auf Auslandreisen auswirkt, weshalb ich noch einen Plan B in der Schweiz auf Lager hatte.
      Nachdem sich meine Partnerin und ich ein schönes Wochenende in der Region Grimselpass gemacht hatten, brachte sie mich am späten Vormittag zum Startpunkt unterhalb des Griessees. Der Abschied fiel mir extrem schwer und auch die eine oder andere Träne floss. Irgendwann musste ich einfach umdrehen und loslaufen, wäre ich andernfalls nie weggekommen.
      Doch nach wenigen hundert Metern war der Weg bereits wegen Steinschlages gesperrt. Ja das fängt ja gut an Nachdem ich es dann endlich auf die andere Seite geschafft hatte, erblickte ich den mir bestens bekannten Griessee.

      Aufgrund dieser Wegsperrung würde ich für den Start wie vom Rother empfohlen die andere Passseite, sprich Cruina empfehlen.
      Trotz des eher hohen Startgewichts (viel Essen für die ersten Tage bis Varzo), welches noch etwas ungewohnt war, kam ich gut voran und fand bald mein Tempo. So erreichte ich bald den Griespass und somit für mich Neuland. Ohne im Rother nachzulesen folgte ich einfach dem Track auf meinem GPS und somit in Richtung Rif. Città di Busto.
      Natürlich wurde mein Kriterium, zumindest trocken durch den ersten Tag zu kommen schon nach der Abzweigung aufs Bättelmatthorn über den Haufen geworfen. Erst zog lediglich der Himmel etwas zu und alsbald setzte Regen und leichter Hagel ein. Das fängt ja wirklich gut an. (Spoiler: ich hatte danach nur sehr selten Regen). Hilft ja alles nichts und so lief ich mit Regenausrüstung dem Rif. entgegen und ohne Pause gleich ins Valle di Morasco. Etwas oberhalb des gleichnamigen Stausees, der Regen hatte wieder aufgehört, legte ich eine kurze Pause ein und merkte erst jetzt, dass ich die (wie mir später gesagt wurde schönere) Alternative gewählt habe. Auch entdeckte ich gleich neben mir einige Edelweiss was ohnehin immer eine Freude ist.


      Später auf der Kiesstrasse neben dem Stausee in Richtung Morasco zeigte sich sogar ab und an wieder kurz die Sonne. Da ich den Im Rother beschreiben Pfad nach dem Stausee nicht finden konnte und mich die Signalisation in Richtung der Fahrstrasse wies, folgte ich ebendieser. Etwas oberhalb legte ich eine gemütliche, sehr späte Mittagspause mit Sicht auf den See ein und verfolgte das emsige Treiben (es stieg gerade eine Busladung Pfadfinder aus einem Car) in Morasco. Ich folgte weiter der Alpstrasse an einem interessanten, scheinbar ins nichts verlaufenden Tunnel samt einer alten Industrieruine vorbei zur verlassenen Alpe Nefelgiù, wo ich beschloss es für heute gut sein zu lassen. Hatte ich mir doch fest vorgenommen es gemütlich anzugehen um nicht schon am dritten Tag wegen einer vermeidbaren Verletzung oder dergleichen abbrechen zu müssen.

      Ich richtete es mir gemütlich ein, wusch mich am, nennen wir es erfrischend kühlen Bach und kochte mir mein Abendessen. Die sich später dazu gesellenden und sehr an meinem Essen und Rucksack  interessierten Rinder vermochten leider wenig daran zu ändern, dass ich mich an diesem Abend extrem einsam fühlte. Wenig später erschien zu meiner grossen Überraschung noch eine weitere Wanderin. Sie schien ab dem Wegverlauf etwas unschlüssig (wie ich wegen der Beschreibung im Rother im übrigen auch), sodass ich ihr mit der Beschreibung aus dem Rother weiterhalf. Wie sie mir Morgen in Crampiolo mitteilen und ich auch selber erfahren werde, war diese leider falsch. Wie ich Morgen erfuhr übernachtete sie zwischen Passo di Nefelgiù und dem Rif. Margaroli im Zelt. Nach dem Campingplatz auf der Alpe Devero sah ich sie aber nicht mehr. Für die erste Nacht unterwegs schlief ich überraschend gut und auch die Rinder verzogen sich sukzessive wieder und suchten anderweitig nach Nahrung.

      17.4 km, 852 Höhenmeter, 6 h 20 Minuten. Die negativen Höhenmeter habe ich mir meistens nicht notiert.
      Solltet ihr irgendeine spezifische Frage haben, oder euch noch etwas im besonderen interessieren dann immer her damit. Bin gespannt auf eure Rückmeldungen, ist nämlich mein erster richtiger Reisebericht hier. Tag 2 folgt sobald ich Zeit finde...
    • Von skullmonkey
      Ich bin im Juli 2020 alleine erst durch den Lemmenjoki National Park gewandert und danach 80 km mit dem Packraft - nem Anfibio Rebel 2K - erst ein kurzes Stück den Repojoki und dann den Ivalojoki runtergepaddelt. Erstmal ein Video für diejenigen die gerne in Ruhe sowas sehen, aber es folgen auch noch Text, Tips und Fotos =) 
      Der Ivalojoki verläuft durch die Hammastunturi Wildnis, ein Goldgräber Gebiet, in dem auch heute noch nach Gold gesucht wird. Neben dem Ivalojoki sieht man aber wenig davon, das findet mehr an den kleinen Flüsschen rechts und links statt. Das schöne am Ivalojoki ist das er nicht sehr schwierig ist, was Ihn auch für Anfänger sehr geeignet macht. Auch der Repojoki, an dem ich rein bin, ist einfach.

      Wer nicht auf Mücken und Bremsen steht, nimmt am Besten auch ein Mückennetz für den Kopf mit  
       

      Am ersten Tag paddeln auf dem Ivalojoki habe ich knapp 28 km zurückgelegt, und einen absolut HERRLICHEN Campingplatz gefunden, auf einer Sandbank, in einem Kieferwald. Es gab schon einige Feuerstellen und auch trockenes, totes Holz lag bereit - da habe ich mich natürlich nicht lange bitten lassen, und ein Feuer gemacht!

      Am zweiten Tag auf dem Fluss bin ich dann recht bald an Kuttura vorbeigekommen - das ist der Ort an dem 95% aller Paddler reingehen. Wer mag kann recht einfach von Saariselkä aus durch die Hammastunturi Wildnis bis Kuttura oder Ivalojoen Kultala wandern und dann anfangen zu paddeln, oder bei Polar Creek schauen ob Sie einen von Ivalo/ Saariselkä aus nach Kuttura mitnehmen. Wer eher auf Kajaks und Kanus steht, kann die da auch ausleihen.
      Auf der Outdoors.fi Webseite gibt es eine sehr gute Flussbeschreibung der Strecke, alle Stromschnellen sind ausführlich beschrieben und ich habe mir das ganze aufs iPhone in die Notes App kopiert, um es auch offline lesen zu können. Passend dazu ist ein Blick auf den Wasserstand hier. 
       Die Flussbeschreibung hat empfohlen sich Saarnaköngäs anzusehen, und da habe ich diesen kleinen Kollegen getroffen. 

      Ich habe mir Saarnaköngäs gut angesehen, und dann war die Stromschnelle auch einfach zu fahren (ich schreibe dies aus der Perspektive von jemanden der 10 Jahre Paddelerfahrung hat, da ich alleine unterwegs war war ich aber recht vorsichtig - trotzdem denke ich das auch Anfänger die Stromschnelle sicher fahren können). 

      Es gab einige schöne, einfache Stromschnellen, aber ich war auch relativ happy als es langsam gen Ivalojoen Kultala ging. Korhosenkoski, kurz vor dem Ziel, hat mir dann bei der letzten Welle den Schoss voll mit Wasser gemacht - Beine anwinkeln und Problem gelöst  Das war der einzige "Kritische" Augenblick, aber alles gut. Und dann sah ich auch schon die Hängebrücke. 
       

      Die Saunakoski Stromschnelle darunter wurde vorbildlich gemeistert, und dann ging es an Land. Die Hängebrücke war (ist?) unter Reparatur, und so war ich ganz alleine im Ivalojoen Kultala Museum Dörfchen. Das ist echt ein herrlicher Platz, und da ich ganz alleine war habe ich in der Hütte geschlafen. Auf der anderen Seite des Ufers war eine junge Frau mit Ihren beiden Hunden am campen, das waren die einzigste Person die ich den ganzen Tag gesehen habe.
      Am nächsten Tag ging es bei herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen nahe der 30°C weiter. Bei den Ritakoski Stromschnellen + Hütten habe ich ne Pause gemacht und die ersten Angler gesehen, und dann ging es weiter. Nach Ritakoski wird es eher "langweilig" da der Fluss breiter und ruhiger wird, und es nur noch einige kleine Stromschnellen gibt. Es gab aber einen enormen Zuwachs an Mücken und Bremsen je weiter ich den Fluss runtergepaddelt bin. 

      Es gab wieder einige herrliche Sandbänke, und sogar vom Packraft aus habe ich Pfade und Feuerringe gesehen. Aber ich wollte noch ein Stück weiter. Ich hatte gedacht bei der Louhioja Hütte zu übernachten - doch da traf ich jedoch die ersten Paddler. Ne Gruppe von sechs freundlichen Finnen waren schon in der Hütte, und auch waren die Mücken hier so zahlreich das ich dann doch noch weiter bin. 
      Kurz darauf habe ich eine herrliche Sandbank angefahren und erklommen, aber das war eine wahre Mückenhölle da ein kleiner See neban an war. Also wieder weiter. 

      Am Ende habe ich auf einer Kiesinsel mein Camp aufgebaut. Das habe ich oft bei Japanischen Wanderern gesehen, und wollte es mal selbst ausprobieren. Und was soll ich sagen? Es war gemütlich und ich habe sehr komfortabel geschlafen (im Video oben sieht man recht ausführlich wie ich alles aufgebaut habe, fängt so ab Minute 21:30 an). Leider wurden es auch immer mehr Mücken, die mich gefunden haben, und so bin ich dann in den bivy und quilt geschlüpft und bin gut eingeschlafen (bin kurz nach Mitternacht von nem Motorboot kurz aufgeweckt worden - ein paar Angler waren noch zu später Stunde unterwegs). 
      Am nächsten Tag lagen dann noch knapp 9 km paddeln vor mir, und mit Toloskoski die zweite Stromschnelle die man sich ansehen sollte laut Flussbeschreibung. Habe ich gemacht, bin fast von den Mücken aufgesaugt worden, bin schnell wieder zurück und dann einfach runtergefahren. Den die Sache ist, den unteren Teil der Stromschnelle kann man eh nicht von oben sehen, und das war der wildere Teil. Da das Wasser relativ niedrig war bin ich am letzten Stein kurz aufgesessen, konnte mich aber im Nu befreien und bin dann fröhlich weitergepaddelt. 

      Und paddeln muss man nun. Nach Tolosjoki wird der Fluss ruhig und breit, Sommerhäuser und Felder säumen das Ufer. Ich bin dann bei Tolonen (kurz oberhalb der Lappispola Stromschnelle) raus, und bin recht einfach & schnell bis nach Ivalo per Anhalter mitgenommen worden. 
      Im Fazit kann ich den Ivalojoki fürs Packraften sehr empfehlen. Man kann die Strecke nach oben und unten hinaus beliebig verlängern, ich denke ich bin den für mich am schönsten und besten Abschnitt gefahren, mit den meisten Stromschnellen, tollen Möglichkeiten zum wild campen und auch interessanten historischen Plätzen mit Ritakoski und Ivalojoen Kultala. Wer schon einen WW Kurs gemacht hat und gerne im Norden mehr Erfahrung sammeln möchte, ist hier richtig. Aber am Besten mit mindestens einer weiteren Person paddeln gehen, und nicht so wie ich alleine  
      Kurz zur Ausrüstung: Ich hatte das Anfibio Rebel 2K mit den TubeBags, das war fantastisch da nix vorne aufm Packraft war - da war nur der DeckPack. Ich bin mit dem Anfibio Wave Paddel gepaddelt, da das auch perfekt als "Zeltstange" für mein MLD TrailStar funktioniert hat. Getragen habe ich alles im Lemmenjoki National Park in dem HMG SouthWest 3400 Rucksack - ich hatte nämlich Essen für 9 Tage dabei, da ich dachte das paddeln würde langsamer gehen. Realistisch kann man in zwei Tagen von Kuttura nach Tolonen paddeln, das sind knapp 50 km, ohne viel Anstrengung. Erheblich langsamer, mit Pausentagen und kleinen Wanderungen, geht natürlich auch! Und wer von Saariselkä aus reinwandert und bis Ivalo paddelt, ist locker ne Woche unterwegs.
      Zeitlich wurde mir vor Mittsommer und der Herbst empfohlen: Dann gibt es wenig oder gar keine Mücken, und das Wasser ist höher. Wer also jetzt im Herbst noch nach einer Tour sucht  ! 
    • Von Andrzimm
      Hallo liebe Community,
      ich habe mir die Idee in den Kopf gesetzt eine Alpenüberquerung zu machen. Ich bin ziemlich aktiv, gehe segeln und regelmäßig laufen und würde mich daher als "Einstieg" in die Alpentourenthematik mit dem E5 zwischen Oberstdorf und Meran vertraut machen. Wie lange im Vorraus sollte man diese Tour planen und ist es denkbar diese Strecke auch in diesem verzwickten Jahr 2020 zu machen, mit Unterkünften sieht es soweit ich das bisher in Erfahrung bringen konnte ja schwierig bis unmöglich aus. Ich freue mich über Erfahrungen was Umfang und Etappen der Planung angeht. Wie sollte ich am besten in die Thematik starten und welche Alternativen für Einsteiger gibt es, um sich dann auch erstmal an den E5 und weitere Touren heranzuarbeiten.
      Ich freue mich auf alle Rückmeldungen und Tipps.
      Viele Grüße
      Andi.
    • Von skullmonkey
      Ich habe gerade auf meinem Blog eine gesponserte Rezension zu WRIGHTSOCK Socken online gestellt. Es sind doppellagige Socken, und die Marke behauptet das man keine Schweissfüsse mehr bekommt und das Blasen keine Chance haben. Das habe ich anders erfahren, beim Skifahren hatte ich an den Schienenbeinen (!) Blasen bekommen, und Schweissfüsse hatte ich auch noch, wenn auch nicht so schlimm wie normal. Zum wandern fand ich die Socken trotzdem ganz in Ordnung, bin aber nicht sicher ob Sie andere Socken (Darn Tough, Bridgedale, Lorpen) ersetzen würden. 
      Mich würden eure Erfahrungen, sofern vorhanden, mit WRIGHTSOCK Socken interessieren. Hattet Ihr noch Probleme mit Schweissfüssen oder Blasen?
       
    • Von Ultralight82
      Hallöchen zusammen! 
      Bin mal wieder unterwegs, dieses mal bin ich im Sauerland gelandet  
      Ich werde die nächsten Tage mal einige Eindrücke zu meiner Wanderung im Sauerland schildern ein großes Stück werde ich den Lennesteig entlang wandern. Meine Ausrüstung ist noch ein wenig leichter und kompakter geworden und alles passt nun in ein Terra Nova Laser 25 
      Das Wetter bietet hier momentan einen angenehmen Spätherbst mit vielen Farben und einem schönen Wolkenspiel
      Die Städte Werdohl und Altena stehen als erstes auf meiner Liste und ich bin guter Dinge, dass sie mir gefallen werden. Hier mal ein kleines Video welches ich zusammen geschnibbelt habe. Erster Tag ist nun hinter mir und alles in allem bin ich zufrieden... Ausrüstung Super, Essen super, Wetter war schön anzusehen.
      Bis zum nächsten Update 
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