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Ultraleicht Trekking
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Bis zu welcher Außentemperatur funktioniert Kochen mit Spiritus?

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Hallo,

ich habe bislang nur Sommertouren im Val Grande und in den Pyrenäen gemacht. Warmes Essen oder Trinken war da irgendwie nie ein Thema. Da habe ich nur und ausschließlich von bizzeligen Kaltgetränken geträumt :cool:

Jetzt möchte ich auch mal im Herbst/Winter für Kurztouren mit dem Tarptent los, vorerst nur hier in Norddeutschland. Ich habe so eine Ahnung, dass es mir da gelegentlich sehr nach einer warmen Tasse Tee oder auch mal einer kleinen warmen Mahlzeit sein könnte.

Da ich null Erfahrung mit der Outdoor-Kocherei habe, habe ich (auch hier) viel herumgelesen, aber so richtig erleuchtet worden bin ich nicht. Von Handling, Gewicht und Volumen her scheint mir für meine Bedürfnisse eine Spiritus-Brenner-Lösung (Caldera Cone? F-Keg?) am praktikabelsten zu sein. Ich habe aber auch gelesen, dass die Brennwirkung von Spiritus bei kühleren/kalten Temperaturen deutlich nachlässt.

Bis zu welcher Temperatur könnt Ihr Spiritus zum Kochen empfehlen? Und was kommt dann (hoffentlich nicht Gas)? Und was ist für einen Koch-Anfänger die praktikabelste Lösung? 

 

P.S. Und, äh. Auch wenn ich ziemlich neu in der Ultraleicht-Welt bin: Ich hasse, hasse, hasse Gewicht. Es zieht mich einfach runter. Die paar Kilo Gewicht, die ich aushalte, investiere ich lieber ins Tarptent (Stratospire 1), das Schlafsystem (Revelation-Quilt, X-Therm-Matte) und warme Klamotten. Aber dennoch, ein Tässchen Tee, hach...

 

Danke für Eure Ratschläge

Robert

 

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Moin moin Robert,

 

das lässt sich pauschal gar nicht so einfach beantworten,

 

Generell gibt es drei Dinge, die den Verbrauch in die Höhe treiben / die Leistung signifikant senken.

a) geringer Luftdruck in großen höhen. Auf dem Mt. Everest würde ich kein Spiritus nehmen, für den Rest hier sehe ich jedoch kaum Einschränkungen.
B) Der Wind
Gegen Wind, gibt es den Windschutz, wichtig ist, dass die Warme Luft nicht sofort weggetragen wird.
c) Die Umgebungstemperatur
Ist bei den meisten Kochern ausschlaggebend, es sei denn d tritt in Kraft.
d) Die Bauweise / das Funktionsprinzip.
 

Windschutz setzte ich mal vorraus, Temperatur können wir nicht beeinflussen, bleibt also nur die Bauweise.

 

Nehmen wir einmal die 4 gebräuchigsten Typen

 

Catstoves (Brenner die mit wenig druck arbeiten)

Hier habe ich keine Erfahrung bis wann diese problemlos arbeiten, hier möge jemand bitte Erfahrungswerte einbringen.

 

Doppelwandige

Quasi die Trangias aus Dosen, hier bitte auch

 

Brenner mit Kapilar Effekten,

hierbei wird der spiritus wirkungsvoll verdampft

 

Beispielsweise dieser Brenner hier funktionier bis 0°C problemlos, drunter ist es jedoch nötig zwischen dem oberen Ende und dem Topf ~2cm Abstand zu lassen.

 

 

Damit lief das Kochen in Rumänien bis -10°C akzeptabel.

 

Diesen Kocher würde ich jedoch uneingeschränkt bis zu dem Gefrierpunkt empfehlen. Einfach zu bauen, günstig & wenn er kaputt geht, baut man einen neuen

 

Für den Winter nutze ich einen anderen Spirituskocher, der nach einem anderen Prinzip arbeitet, mir verdampfen vom Spiritus und Kapillareffekten.

 

Das wäre dieser hier:

Damit funktioniert dieser auch wunderbar bei tieferen Temperaturen.
Ich habe ihn bei -14°C schon problemlos eingesetzt, und der Forenkollege @Tipple meine ich bei -15°C. Befürchte aber, dass auch dort bei -20°C schluss sein wird.

Auch hier hat er noch Reserven gehabt, jedoch würde ich da wenn die Temperatur weiter fällt wechseln auf Gas.
Auch hier nicht auf einen 08/15 Aufschraubkocher, sondern einen, bei dem die Gasleitung einmal über die Flamme läuft und die Gaskartusche über eine Zuleitung angeschlossen wird. Denn hierbei kann man die Kartusche höher lagern, das Gas läuft (bei dieser Temperatur in Flüssigem zustand) über das Rohr über der Flamme und verdampft. Strömt dann Gasförmig aus dem Brenner und brennt wie im Sommer mit normalen aufschraubkochern.

Beispielsweise so ein Exemplar hier:
eoe-europe.com/Produkte/Kocher/Cobaltum/cobaltum.html

Wenn die Temperaturen noch tiefer fallen und dieses über einen Langen Zeitraum sind, hat die Tour ja schon einen Expeditionscharakter, dann würde ich mir über einen Benzinkocher Gedanken machen, vorher nicht.

In diesem Sinne, don't pack in your fears and think about your trip in advise.

kImpi

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diese sogenannten kapillar-brenner arbeiten alle nach dem doppelwand-prinzip, welches z.b. beim trangia verwendet wird.

 

der unterschied zwischen den verschiedenen modellen besteht in erster linie in der grösse des zwischenraums zwischen den wänden, der anzahl und grösse der "düsen" und dem daraus resultierenden druck.

 

das problem bei tiefen temperaturen ist aber in erster linie, den sprit überhaupt erst anzünden zu können. denn nur die gase brennen (auch bei holz). das heisst, teile des sprits müssen mindestens so warm sein, dass sie vom flüssigen in den gasförmigen aggregatszustand wechseln (bei reinem ethanol rund 80° C bei 58hPa druck und 20° C umgebungstemperatur - steht so auf wiki).

 

das hängt einerseits von der temperatur des sprits ab - je wärmer desto besser - und andererseits von der hitze und brenndauer des anzünders um den sprit auf 80° C zu erhitzen.

 

langer rede kurzer sinn. den sprit möglichst nah am körper tragen (35°) und nicht in der aussentasche des rucksacks (-14°). zum anzünden z.b. sturm/signalzündhölzer nehmen, die viel hitze entwickeln und lange brennen. magnesiumband funktioniert auch recht gut.

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Dani, jups, aber bei den doppelwandigen sind mehre mm platz zwischen den einzelnen Wänden, dass der vergaste Spiritus aufsteigen kann, bei den Kapilarbrennern wird der Spiritus flüssig hochgezogen und verdampft erst in dem spalt zwischen den Wänden, daher habe ich die beiden getrennt ;)

 

Bei dem Anzünden stimme ich dir uneingeschränkt zu.

 

Methoden die sich bei mir die beiden Methoden bewährt.

 

Beim (Bier-)Dosenbrenner:

1. Stöckchen suchen, in Spiritus tränken, mit einem Feuerzeug anzünden, das brennende Stöckchen in den Kocher stellen und warten, bis der Spiritus sich entzündet. Brennendes Stöckchen entnehmen und auspusten.

 

Beim CHS Brenner:

den Brenner leicht kippen, dass der Spiritus möglichst hoch gegen den Rand kommt. Mit dem Feuerzeug entzünden, in dem man die Flamme direkt in den Brenner hält, dadurch verdampft der Spiritus und entzündet sich. Nach dem Entzünden hat man etliche einige Sekunden Zeit ehe der obere Rand zu heiß wird um es zu halten. In dieser Zeit sicher abstellen und den Topf draufstellen.

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Bei niedrigen Temperaturen dauert es meiner Erfahrung nach wesentlich länger, bis ein Spirituskocher die richtige Betriebstemperatur erreicht hat. Ein Trangia-ähnlicher Kocher braucht dann u. U. einige Minuten länger, bis oben an den Düsen "Jets" entstehen, die Flamme blau wird. Das verbraucht natürlich Brennstoff, wirkt auf mich ineffizient, ohne dass ich das durchgerechnet habe.

 

Zum Original-Trangia gibt es deswegen für den Winterbetrieb ein kleines Messing-Schälchen, welches unter den Brenner geklippt wird. In dem Schälchen befindet sich eine kleine Menge Glaswolle, die mit ein paar Tropfen Spiritus getränkt wird. Das heizt den Kocher dann in sehr kurzer Zeit so auf, dass er in etwa so wie im Sommer funktioniert. Ich koche ja vorwiegend mit Holz, nehme aber meistens einen UL-Spiritusbrenner aus Aludosen als Backup mit. (Übrigens genau den, dessen Bauanleitung in der ersten Antwort als Video eingebunden ist: "How to turn a beer can into..." Der funktioniert bei mir ausgezeichnet.) Der Trangia mit Winteruntersatz ist mir natürlich zu schwer.

 

Wenn ich mal in der Kälte mal mit Spiritus koche, schütte ich - wie schon von anderer Seite vorgeschlagen - etwas Spiritus neben/auf den jeweiligen Spiritus-Brenner, manchmal auch auf etwas Taschentuch, dann sind die Brenner sehr schnell heiß genug. Ich habe dies schon bei -12 Grad so gemacht. Ich verwende natürlich einen Windschutz, meist meinen Holzkocher. In so einem Cone dürfte das Vorheizen auf jeden Fall recht wirksam sein...

 

Wenn der Kocher dann einmal heiß ist, merke ich eigentlich keinen Unterschied im Brennverhalten. Natürlich dauert es bei kaltem, ggf. gefrorenem Wasser deutlich länger bis zum sprudelnden Kochen...

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Meinen Trangia habe ich schon bis ca -20°C verwendet, meine offenen Teelicht-Brenner oder Dosenbrenner bis ca -5°C. Bei gutem Windschutz hatte ich damit keine Probleme, außer einem höheren Verbrauch. Zum Anzünden stelle ich das brennende Streichholz in den Brenner oder ich tauche ein Stöckchen in den Spiritus, zünde es an und stelle es in den brennend Brenner.

 

alf-rasierschaum-sekt-spiritus-kocher-se

 

Wenn der Brenner erst einmal an ist, heizt er sich ja selber, solange nicht zu viel Wärme abgeleitet wird.

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Gast

Erst einmal ein herzliches Dankeschön an alle. Ich nehme aus Euren prompten Antworten mit:

  • Spiritus geht auch bis in leichte Minusgrade hinein, zumindest auf den Höhen über Meeresspiegel, auf denen ich mich bewege.
  • Wenn es noch kälter wird und Spiritus selbst bei optimalem Setup an seine Grenzen kommt (minus 10 und mehr), möchte ich als zertifizierte Frostbeule ohnehin nicht mehr draußen sein.
  • @Feinwaagenbesitzer: Danke für den Tipp der körpernahen Aufbewahrung. Dürfte ja reichen, wenn man sich das Fläschchen eine halbe Stunde vor Kochbeginn in die Jacke packt. Da ich generell ohne Flachmann unterwegs bin, lässt sich die Gefahr einer Verwechslung ausschließen.
  • @Leichtgewicht: Danke für die Tipps zum Anzünden. Damit klappt das bestimmt. Und als Raucher :shock: hab ich eigentlich noch immer alles angezündet bekommen.
  • Ein besonderer Dank für die Selbstbau-Videos. Eigentlich bin ich als Frischling bei MYOG-Tipps eher vorsichtig. Aber das kriege sogar ich hin​.

Würde es sowohl beim Anzünden wie beim Feuern helfen, zusätzlich irgendein Fließ oder Gewebe (wie bei den Zelph-Stoves) in die Dose zu packen? Oder beißt sich das mit dem Kapillareffekt der Dose? Falls Gewebe doch hilft: Was würde sich besonders gut eignen dafür? Und wo kriegt man das her? 

Robert

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Für das Anzünden sollte das nicht helfen, außerdem befürchte ich, wird es die extrem feinen Zwischenwände schnell verstopfen.

Jedoch wenn schon Vlies, dann Carbonfaser z.B. von Schweißermatten oder Glaswolle, irgendetwas, was gut mit Hitze klarkommt.

 

Aber das entzünden bei zweistelligen Minusgraden ist mit einerm Feuerzeug kein Hexenwerk. Üben hilft, und man lernt.

Mit einem Feuerstahl hingegehn wird es schon sehr viel schwieriger. 

 

Und wenn du dir das gar nicht zutraust, hilft Gear statt Skill. 

Mit so einem Gasbrenner/Zigarrenfeuerzeug bekommst jeden Spiritusbrenner  an, ob dir das Gewicht jedoch das Wert ist, musst du wissen.

Normales Vlies würde ich nicht nehmen, das kommt mit den Temperaturen die dort punktuell herrschen nicht gut klar.

http://www.amazon.de/CFH-52010-Mini-Brenner-010/dp/B0081P9DJK/

so ein Feuerzeug wiegt ~50g => dafür könntest 5 Bic Minis mitschleppen, oder ne halbe Schoki  :D

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Ich hab im Winter den Sprit in kleinen Flaschen (Joghurt-Drink 100 ml, bei Tagestouren:Berentzen-Plastikfläschchen, 20ml, 2-3 Stück) in der Hemdtasche, ich entzünde den Sprit auch mit'm Stöckchen,

außerdem hab ich immer ein rundes Stück Alufolie als Unterlage, darauf Aluwindschutz - ich bilde mir ein, dass so mehr Wärme reflektiert wird.

LG schwyzi

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Lutz hat schon recht. Ein Flies bring schon einiges im Winter! Dabei sollte natürlich klar sein, dass es sich um Carbonflies oder Steinflies handeln sollte...

Das Flies verbessert durch die Saugfähigkeit nicht nur den Kapilareffekt, vor allem vergrößert sich durch die Fliesstruktur die Verdunstungsoberfläche.

Nicht umsonst hat Primus in den sau teuren Wintergaskartuschen ein Flies!

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Meine erste richtige Wintertour, 2002 müsste das gewesen sein, hab ich mit dem original Trangia bestritten. Nachts hatte es um die -20 Grad, tagsüber -8.

Das Schneeschmelzen war kein Vergnügen! Für 4l kochendes Wasser am Tag habe ich etwas über 500ml Sprit vergast. Und die Zeit erst die dabei drauf ging...

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Hallo,

 

also ich hab auf 4300m und Temperaturen leicht unter null 80 ml Spiritus verbraucht um 1,5 Liter Wasser zu schmelzen und zum kochen zu bringen. Hab dafür nen Alu-Topf und ein Tornadostove mit einfachem Windschutz verwendet. Ich hab aber nicht den ganzen Topf am Anfang mit Schnee befüllt, sondern nach und nach immer neuen dazu gegeben, so das dieser sich immer komplett mit Wasser voll saugen konnte. Hat ungefähr 45 min. gedauert.

 

Liebe grüße

 

Leichtmetall

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Gast dunav

Problem ist (zmd. beim Decagon), dass der Spiritus nicht mehr vollständig ausbrennt, wenn der Kocher auf dem kalten Boden steht.

Kochen funktioniert, allerdings verbleiben immer einige Milliliter Spiritus im Kocher die man im Anschluss zum Verpacken nur sehr schwer wieder raus bekommt.

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Problem ist (zmd. beim Decagon), dass der Spiritus nicht mehr vollständig ausbrennt, wenn der Kocher auf dem kalten Boden steht.

Kochen funktioniert, allerdings verbleiben immer einige Milliliter Spiritus im Kocher die man im Anschluss zum Verpacken nur sehr schwer wieder raus bekommt.

Ich hab neulich den Decagon Varga so um die 0°C benutzt. Untem am Becherboden hat sich viel Kondens niedergeschlagen und ist dann in den Kocher getropft. Bin mir also nicht wirklich sicher, ob es wirklich noch Spiritus ist, was übrigbleibt.

Ich glaube ich werde den Boden vom Topf so einbeulen, sodass das Kondens nach aussen abfliesst.

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Die Werte von Andreas K. mit dem Trangia hatte ich auch in etwa, also ca. 0,5l für etwa 4l kochendes Wasser und damit gekochtes Fertigessen (keine Freezerbagmethode). Gas oder Benzin relativiert beim Schneeschmelzen den Gewichtsvorteil von Spirituskochern meiner Meinung nach sehr rasch bei mehrtägigen Touren, vorausgesetzt man muss das gesamte Wasser aus Schnee schmelzen und kann nicht mit Feuer schummeln. Ich gebe auch immer zuerst etwas Wasser in den Topf und dann nach und nach Schnee dazu. Irgendwo in den Tiefen von ODS gab es mal eine Diskussion zur effizientesten Schneeschmelzmethode, einer meinte, dass vollpacken und schmelzen sogar effektiver ist weil der Deckel zu bleibt, welche Meinung sich durchgesetzt hat weiß ich aber nicht mehr ;-).

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Am 9.10.2015 at 20:40 schrieb wilbo:

... weiss jemand um wieviel höher der spritverbrauch beim schneeschmelzen ist, bis man sein kochendes wasser hat. zb. faktor 1:2 im gegensatz zum kochen bei temperaturen über null?

Ist doch spitze, das Thema wird nie langweilig...

Für ne 10-Tagestour in Skandinavien brauch ich im Sommer ne 220 gr. Kartusche, im Winter 3; ein Hauptfaktor ist das Wasser was man nicht wie im Sommer tagsüber mal eben aus dem Bach schöpfen kann, sondern wie das Kochwasser schmelzen und sehr heiss machen muss, um unterwegs auch was heisses/warmes/flüssiges zum Trinken zu haben.

vor 23 Stunden schrieb alex wiesboeck:

. Ich gebe auch immer zuerst etwas Wasser in den Topf und dann nach und nach Schnee dazu. Irgendwo in den Tiefen von ODS gab es mal eine Diskussion zur effizientesten Schneeschmelzmethode, einer meinte, dass vollpacken und schmelzen sogar effektiver ist weil der Deckel zu bleibt, welche Meinung sich durchgesetzt hat weiß ich aber nicht mehr ;-).

die beiden Methoden schliessen sich ja nicht aus: unbedingt zuerst Wasser in den Topf, um die Kontaktfläche zum Topfboden zu vergrössern bzw. überhaupt erst herzustellen; sonst passiert ewig nix, weil der Schnee unten sofort verdampft statt zu schmelzen. Der Dampf wird dann vom gesamten Topfinhalt aufgesogen(aber nur wenn man NICHT die ganze Zeit den Deckel offen hat um Schnee nachzufüllen, dann geht der Dampf direkt ans Zeltdach), bis dann mal irgendwann etwas Wasser generiert wird.

Also erst Wasser unten rein, dann vollpacken und Deckel drauf. Da man immer VIEL Wasser braucht, ist es auch sinnlos mit 500 ml Töpfchen zu arbeiten, lieber gleich mit 2 l Topf. Die Gewichtsersparnis von ca. 80 gr. zwischen 0,5 und 2 Liter lohnen sich im Winter nicht.

bearbeitet von paddelpaul

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      Die Strassen sind nun durch umgeknickte Bäume gesperrt, kurz nach der Talsperre hat sich ein Telefonkabel gelöst. Der Weg ist bisweilen sehr steinig, mein Ziel von 70 km kann ich vergessen. Wer schwache Bänder hat, benötigt hier massive Stabilitätsschuhe, sonst ist schnell Schluss mit lustig. Hin und wieder gibt es einige Abschnitte auf Naturstrassen. Ich komme in Sand vorbei, das Naturfreundehaus zuvor hat geschlossen. 
      Im Restaurant Sand bestelle ich mir ein fettes Schnitzel und ein Paulaner. Am Nebentisch eine Geburtstagsgesellschaft, alle deutlich angeheitert, sie saufen wie die Löcher. Ein Mann spricht mich an, woher ich komme, wohin ich gehe. Ich erkläre ihnen, ich könne überall übernachten, nur nicht auf Schnee. Wiederholt werde ich eingeladen, mit ihnen zu kommen, sie hätten eine Hütte in der Nähe, zu trinken gäbe es auch.
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      Auch erzählt er wilde Dinge von der Bergwacht. “Wie entspannt muss man wohl sein, um aus der Schweiz in den Schwarzwald zu reisen und alleine so weit zu wandern” entfährt es einem andern. Immer wieder weisen sie auf die bald einbrechende Dunkelheit hin. Danke, aber es wurde auch gestern schon Dunkel, sehr wahrscheinlich auch morgen wieder. 
      Sorry liebe Leute, aber saufen kann ich auch zu Hause ausreichend, mein Mitbewohner hat immer ein paar edle Tropfen an Lager. Einer der munteren Truppe sagt tatsächlich immer wieder “Deutschland erwache” und er versucht, dies möglichst eindeutig zu betonen. Na dann Prost, es ist immer wieder schön zu sehen, was reichlich Alkohol mit erwachsenen Männern anstellt. Das mit dem Erwachen würde ich mir ernsthaft überlegen, am besten in nüchternem Zustand. In Pforzheim hat das letzte Erwachen gemäss Wikipedia den Tod von 31.4 % der Stadt-Bevölkerung herbeigeführt. Ein solches Erwachen mag ich niemandem wünschen. 

      Hier wäre eine sanfte Pinselrenovation nötig - wahrscheinlich geschlossenes Hotel in Sand. 
      Für mich geht es jetzt weiter auf die Hornisgrinde. Bis 1999 Sperrgebiet der französischen Luftwaffe, die Deutschen durften den Standort aber später im Rahmen der NATO mitnutzen. Die Windmühlen kann ich nur erahnen, ebenso den Mummelsee. Ein schickes Hotel haben die dort, ich muss aber weiter. Die Darmstädter Hütte hat abends um halb Elf schon zu, ich bin jedoch bald wieder im Nationalpark. In Ruhestein sind die Strassen spiegelglatt gefroren. Der weitere Weg ist nichts für schwache Nerven. Er besteht zu dieser Jahreszeit vor allem aus Tümpeln und umgeknickten Tannen.
      Mein Ziel ist ein Ort, der Ettlinger Hütte heisst. Vielleicht ist es wegen der Nacht, aber ich finde nur einen Wegweiser. Die Hütte gibt es zwar, sie liegt aber tief im Wald, wie mir Google Maps nachträglich sagt. Und dann wäre nicht mal sicher, dass die Hütte offen gewesen wäre.
      Gaia GPS meldet einen kleinen Holzverhau bei einer weiteren Hütte, schaue ich mir mal an. Leider ist er so klein, dass ich darin keinen Platz hätte. Ausserdem müsste ich das Holz umschichten, wozu ich nun wirklich keine Lust habe. 

      Aus legalen Erwägungen muss dieser Bericht nun ein wenig unklar werden.
      Kurz nach Forbach hatte ich eine ideale Hütte gesehen: Zweistöckig, das Schlafquartier oben und winddicht. Natürlich schwebt mir eine solche Hütte auch jetzt vor. Die Nacht ist kalt, mein Schlafsack wird für Temperaturen bis +5 Grad empfohlen. Am nächsten Morgen sehe ich auch eine kleine Plakette, Lagern und Übernachten eher nicht erwünscht.
      Dumm gelaufen. Der ökologische Mehrwert eines Kiesbodens in einer Hütte ist aber bestimmt nicht der Grund für das Bestehen eines Nationalparks. Der Park wurde im 2014 gegründet und erfreut sich mässiger Unterstützung durch die Bewohnenden der umliegenden Dörfer. Es ist wohl vor allem eine Marketing-Frage. Zum Wald Sorge getragen wurde schon vorher.  
      Ich stellte mein Zelt in einer Hütte auf. Niemand stört mich und ich bin sicher, dass ich niemand gestört habe. Weder schlurft ein missmutiger Hirsch vorbei, noch werde ich von aggressiven Auerhähnen aus dem Schlaf gerissen. Von der Kälte hingegen schon. Ich weiss, dass meine Ausrüstung nicht ideal ist. Vorsichtshalber habe ich viele Kleider dabei. Eine ausreichend dicke Matte wäre auch kein Blödsinn, meine vier mm dicke Schaumstoffmatte hält die Kälte nur dann ab, wenn ich sie vierfach zusammenfalte. Dann ist sie jedoch zu kurz. Ich bin zu faul, um aus dem Zelt zu steigen, meinen Rucksack zu leeren und ihn unter die Füsse zu klemmen. Immerhin habe ich am zweiten Tag 67 km zurückgelegt, fast ausnahmslos im Schnee und mit doch eher speziellen Schuhen.

      Sie bieten endlosen Grip, aber auf Natur- und festen Strassen muss man wirklich aufpassen. Sonst knallen die Schuhe auf dem Asphalt. Mit bequemem Rollen ist da nix, die Schuhe verhalten sich wie ein Brett. Ich habe keine Ahnung, wie sich das auf meine Knie auswirken wird - ich muss meine gesamte Lauftechnik umstellen. Meine Füsse reagieren und schwellen ziemlich an. Aber es ist gerade das Ziel dieser Schuhe, den gesamten Fuss zu aktivieren und nichts wegzudämpfen. Auf lange Sicht sollte sich das lohnen. Durch das endlose Wasser werden meine Füsse trotz Sealskinz Socken nass und dadurch folgen Blasen.  
      Das Schnürsystem der Schuhe ist wenig durchdacht. Die harten Schnürsenkel drücken auf mein Rist. Wenigstens rutsche ich in den Schuhen nicht umher, sonst wäre bald Feierabend gewesen. Das Gehen mit diesen Schuhen ist einfach anders als alles bisherige.

      Glücklicherweise gab es einen Weg weiter unten. 
      Dass Schnee liegt, ist Fluch und Segen zugleich. Natürlich rutscht man im Schnee, aber er dämpft eben auch. Dies hat wahrscheinlich meine Wanderung gerettet. Dennoch breche ich am folgenden Tag ab: Es ist zu viel Wasser in den Wegen und ich ertappe mich dabei, wie ich neben dem Weg gehe. Dies sollte man tunlichst vermeiden.
      Gerne lasse ich auch den Forstbetrieben den Vortritt, damit diese die umgestürzten Tannen beseitigen können. Ich werde bald zur Alexanderschanze zurückkehren und den Rest des Weges in Angriff nehmen. Von der Alexanderschanze gehe ich nach Freudenstadt.  
      Insgesamt hat mir der Schwarzwald sehr gut gefallen. Die Leute waren nett, die Landschaft ist grandios. Die Aussicht war wetterbedingt alles andere als grossartig, aber ich konnte die Vogesen ein paar Male sehen.

      Vom Schliffkopf aus sieht man gar unsere schönen Schweizer Alpen.
      Vom Jura aus sieht man immer wieder in den Schwarzwald und ich fragte mich seit ca. 30 Jahren wie es dort wohl aussehen würde. Nun habe ich einen ersten Eindruck davon. 
    • Von Harakiri
      Guten Tag!

      Nachdem ich eine ganze Weile auf dem Fahrrad unterwegs war, bin ich aus Kostengründen letztes Jahr auf den Rucksack umgestiegen und eine erste lange Tour zum Nordkapp in ca. drei Monaten gelaufen. Die Landschaft des hohen Nordens hat es mir wirklich angetan und deshalb habe ich vor, noch diesen Winter dorthin zurückzukehren. Mein Ziel ist es, die Finnmark von Osten nach Westen hin zu durchqueren. Dabei wollte ich in Vardø starten und versuchen, bis nach Alta oder Hammerfest zu laufen. Essen und Benzin wollte ich alle 5-10 Tage laufen. Auf der Route müsste das möglich sein. Das Unterfangen würde mindestens 30 Tage lang dauern. Am 24. Februar will ich starten.

      Ich habe bereits viel Outdoorerfahrung, allerdings primär auf dem Rad und auch nicht bei ernsthaft kalten Temperaturen. Unter etwa -6°C war ich noch nie unterwegs, geschweige denn länger bei tiefen Minusgraden. Meine Ausrüstung war immer sehr schlecht und schwer. Schnee und Kälte machen mir nichts aus, aber ich habe noch nie Schnee geschmolzen oder länger als einen Tag auf Schneeschuhen gelaufen. Mit Kochern habe ich generell gar keine Erfahrung. Luxusgüter wie Kaffee oder generell warme Küche brauche ich nicht. Einen Schlafsack habe ich bisher nur bei der langen Wanderung letztes Jahr benutzt. Bei den Radreisen kam ich immer ohne aus, auch in Skandinavien. Wegen den Temperaturen mache ich mir also keine Sorgen. 
      Viel eher frage ich mich, ob man in den nicht gebirgigen Teilen der Finnmark überhaupt gut mit Kompass und Karte navigieren kann. Kennt vielleicht jemand die Finnmarksvidda, die Varangerhalvøya oder den Stabbursdalen-Nationalpark im Winter und kann mir einige Tipps geben? Ist Stabbursdalen klimatisch zu extrem oder stark lawinengefährdet? Ist die Tour generell zu riskant?
      Zu meiner Route finde ich fast nichts. Leider touren fast alle Leute in den Skanden. Für mich kommt das nicht in Frage. Ich will keinen Tageswanderern, Schneemobilen und Hundeschlitten begegnen und auch nicht in Hütten übernachten. Draußen schlafe ich sowieso viel besser. Für eine Pulka und Ski fehlt mir leider das Geld, außerdem ist das logistisch schwierig.
       

      https://lighterpack.com/r/zwr7f1
      Hier ist meine (unfertige) Packliste. Die mit einem Stern gekennzeichneten Gegenstände habe ich mir noch nicht angeschafft. Wie kann ich für wenig Geld das Gewicht minimieren? Und was für (bezahlbare) Schneeschuhe würdet ihr mir empfehlen? Nimmt man diese aus, dürfte man jetzt schon ein gutes Bild von dem Gewicht haben. Bei der Tour kommt natürlich noch viel Essen und Benzin dazu.

      Mit der Kleidung, die ich mir bisher angeschafft habe, bin ich sehr zufrieden. Schon in der dünnen Daunenjacke habe ich bei meinen Tests bei leichten Minusteperaturen extrem geschwitzt - und das nur mit einem Unterziehshirt darunter. Alle Daunenprodukte haben 800cuin, nur die Handschuhe haben weniger. Vielleicht ist mein Setup zu warm. Mitte Februar werde ich das in den Alpen überprüfen. Ich denke aber, dass die Bekleidung so passend ist. Eventuell packe ich noch ein Oberteil dazu.

      Brauche ich ein zweites Paar Schuhe? Ich könnte noch Trailrunningschuhe einpacken, aber wüsste nicht, welchen Zweck die hätten, außer am Flughafen nicht lächerlich auszusehen... 

      Wie kann ich mit möglichst wenig Geld mein Schlafsystem nach unten hin wärmer gestalten? Die Matten von Therm-A-Rest usw. sind mir zu teuer. Gibt es günstigere Alternativen zu den hochpreisigen Modellen?

      Macht es Sinn, sich eine leichte Kopflampe wie die Nitecore NU05 zu kaufen, oder sollte ich eher bei einem Modell mit langer Akkuleistung und höherem Gewicht bleiben? Ich brauche Kopflampen nur selten und wenn, dann stelle ich sie sofort auf eine niedrige Stufe. 

      Und zu guter Letzt: Könnt ihr mir ein günstiges Gerät empfehlen, mit dem ich einen Notruf mit meiner Position absenden kann, das auch bei Kälte zuverlässig funktioniert?

      Mein Budget ist leider gering, weil ich Student bin. Es wäre nett, wenn ihr das berücksichtigen würdet.


      Hoffentlich könnt ihr auf einige der Fragen eingehen. Ich würde mich auch generell über Anregungen freuen. 
      Danke für's Lesen. Vielen Dank im Voraus!
    • Von Steintanz
      Hallo,
      Speiseöl als Brennstoff für einen Kocher, geht das? - Idee dahinter: Kriegt man auch dort, wo man nicht mal Spiritus kriegt, hoher Brennwert, ungiftig, darf ins Checkin-Gepäck (soweit ich weiß), kann man auch verzehren.
      Allererste Versuche damit: Blechdose mit Öl halb befüllen, Dochtmaterial rein (Tempo, WC-Papier, trockene Pflanzenfasern/Gras etc.), anzünden. Brennt zunächst wie Öllampe, dann aber entzündet sich ab gewisser Temperatur oft die gesamte Öl-Oberfläche, was nicht ganz ungefährlich sein kann. Regulierung mit einem "simmer ring" (ähnlich wie beim Trangia-Spiritusbrenner) könnte wohl machbar sein. Viel fetter Ruß entsteht. Verhalten bei tiefen Minustemperaturen noch nicht getestet.
      Hat jemand Ideen oder Erfahrungen zu Speiseöl-Kochern?
      Danke!
       
       
    • Von hans im glueck
      lws 4, am gurglbach rauf soweit es ging




      und den nächsten tag viel weiter runter.
      (obendrüber ist der loreakopf.)
       









       
       
       
       
       


       
      blaues lamm gabs



       
       
    • Von nah.tour
      Hallo liebe Community,
      ich beschäftige mich zur Zeit mit der Urlaubsplanung zwischen Weihnachten Neujahr und der ersten Januarwoche. Natürlich würde ich gerne wandern aber aufgrund der zu dieser Zeit vorherrschenden Witterungsbedingungen und aus Rücksicht auf meine Partnerin auf zelten verzichten Nun die Frage: Kennt jemand Touren in Deutschland oder Zugnahe bei der es erschwingliche Unterkünfte am Wegesrand gibt? Bei den meisten Touren wird man da ja leider arm bei. 
      Alternativ Vorschläge sind auch willkommen.
      Vielen Dank für eure Hilfe
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