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Ultraleicht Trekking

Hobby zum Beruf - habt Ihr es geschafft?


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Manchmal im Leben muss man auch Miete bezahlen; und dann kann es schnell passieren, dass man sich in seinem vormals geliebten Hobby verbiegen muss, oder extrem viel arbeitet, schlechte Konditionen akzeptiert oder ähnliches. Manche haben Talent, sich von drohenden finanziellen Zwängen wenig beeindrucken zu lassen; für alle Anderen kann auch ein Kompromiss eine gute Idee sein: zb ein maximal Halbtagsjob, der das Wesentliche abdeckt und die Freiheit ermöglicht, im Selbstverwirklichungs-Job sich wirklich selbst zu verwirklichen. Es ist ein gutes Gefühl, Scheißanfragen als solche zu bezeichnen und bei Fragen nach billig billig schulterzuckend "dann halt nicht" sagen zu können. Später kann man ja den einen oder anderen Job bleiben lassen :rolleyes:

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Habe ich nie versucht. Zum einen ist DAS Hobby nichts für die Ewigkeit und die meisten Hobbies habe ich so alle 5-10 Jahre mal gewechselt und zum ANDEREN ist die Selbstständigkeit nichts für mich. Ich habe über die Jahre gemerkt, das ich mit den von @grmblgenannten Seiteneffekten (Unsicherheit, finanzielle Zwänge) nicht gut klar gekommen wäre.  

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Ich habe es eigentlich nie wirklich so betrachtet, aber ich bin jetzt über den zweiten Bildungsweg in meinem "Hobbyberuf" und kann davon anständig und relativ sorgenfrei leben als Angestellter. Allerdings habe ich jetzt andere Hobbys, bzw. eigentlich keine Zeit mehr für "echte" Hobbys, weil die jetzigen Hobbys sind Sport. Da sehe ich für mich kein Potenzial das irgendwie in Einkommen zu verwandeln.

Trotz meiner relativen Zufriedenheit im Beruf hege ich den Gedanken diesen irgendwann nur noch in Teilzeit und in Kombination mit einer anderen Einkommensquelle auszuüben. Da gibt es familiär bedingt Möglichkeiten, aber noch nichts Konkretes.

Jede Tätigkeit kann einem die Laune vermiesen, wenn man es tun muss obwohl man eigentlich gar nicht will und/oder wenn man es ganz anders tun muss als man eigentlich will. Der Knackpunkt am Hobby ist ja genau, dass man es primär aus eigenem Antrieb und in eigener Regie ausführen kann. Muss man davon seinen Lebensunterhalt bestreiten, ist man immer auf das Geld anderer angewiesen und damit deren Willen und Wünschen gebeugt. Auch Selbstständige sind abhängig. Mit dem persönlichen Eigensinn so viel Einkommen zu erzeugen, dass man überwiegend auf anderer Leute Meinung pfeifen kann ist nur sehr sehr wenigen vergönnt, wenn das überhaupt wirklich möglich ist.

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Die innere "richtige" EInstellung zum Job ist bei jedem Job wichtig. Ob Hobby-Job oder Geld-muss-her-Job. Man muss auch nicht sein einziges Hobby zum Beruf machen, und es ist meiner Erfahrung nach ein himmelweiter Unterschied, sich damit selbstständig zu machen oder irgendwo angestellt zu sein. Ebenso ist es auch ein Unterschied, ob man das Hobby im Beruf ausübt oder ob man sich nur damit beschäftigt. Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Mir ging es nicht darum, wandernd, radelnd oder sackhüpfend Geld zu verdienen, sondern mit dem Thema.

Hobby als TZ finde ich einen interessanten Kompromiss. Reich zu heiraten natürlich die Einhorn-Lösung schechthin.:lol:

Ich hab 3 Hobbies bisher zum Beruf gemacht: Literatur in Selbstständigkeit, Wandern/Outdoor fest im Einzelhandel und Fahrrad im Angestelltenverhältnis. Zuletzt habe ich was Umweltmäßiges gemacht. Letztlich muss es für mich ausnahmslos ökologisch, sozial oder irgendwie der Gesellschaft dienlich sein. Das mir erlauben zu können, bedingt eine gewisse finanzielle Anspruchslosigkeit.

Selbstständigkeit würde ich ungern wiederholen. Einzig verleidet wurde mir das Hobby im Outdoor-Bereich. Erstens aus persönlichen Gründen beim Weggang und dann auch währenddessen, weil es unheimlich stressig ist, ständig zwischen dem neuesten Scheiß rumzulaufen, obwohl man ihn nicht braucht. Ich hab gemerkt, bei Outdoor brauche ich meine Auszeiten zwischendurch. Ich könnte nicht 24/7 "im Thema" oder "auf Tour" sein.

Ich hätte jedenfalls noch genügend Hobbies in petto, um was damit zu machen.:-D Ist jedoch nicht mein Ziel. Ich würde gern den Büroteil mit etwas Praktischen sukzessive substituieren. Spinnen wir mal rum: zum Beispiel in der Verwaltung von einem Naturpark arbeiten und dann immer wieder mal draußen unterstützen, wenn Not am Mann ist.

Ich hatte mich mal auf was beworben, das schon ziemlich nach Traumjob klang. Das war Projektmanager zur Planung und praktischen Umsetzung von Wanderwegen. Ohne dass ich die praktische Erfahrung hatte, schien mir das wie die perfekte Verbindung aus 2 Welten. Der Projektmanagement-Anteil war irre spannend mit einem Team aus unterschiedlichen Leuten mit allem Pipapo plus die On-site-Arbeit.:wub:

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Herauszufinden, was für einem selbst wichtig ist, kann dauern. Manche habe das Glück, das schon als Jugendlicher zu wissen, andere müssen dazu erstmal vieles ausprobieren. Ich bin mir sicher, dass das bei jedem anders ist, sich dabei an anderen zu orientieren bringt nicht wirklich weiter. Da man - bzw. die meisten, die ich kenne den größten Teil der Zeit mit Arbeit verbringen, bleibt das der wichtigste Lebensbereich. Es ist nie zu spät, was neues zu machen.
Alles, von dem man erkannt hat, das es einen selbst glücklich macht, sollte man nach und nach ins Leben einbauen. 

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vor 11 Stunden schrieb noodles:

Da man - bzw. die meisten, die ich kenne den größten Teil der Zeit mit Arbeit verbringen, bleibt das der wichtigste Lebensbereich

Genau da könnte natürlich auch Teil des Problems liegen...

vor 11 Stunden schrieb dennisdraussen:

eigentlich ist der Trick den Beruf zum Hobby zu machen

Und hier vielleicht Teil der Lösung?

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vor 9 Minuten schrieb moyashi:

Vielleicht braucht man aber auch gar keine Erfüllung im Beruf

Das muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Für mich hat sich die Frage aber ehrlich gesagt nie gestellt, weil ich nie den Sinn eines Berufs, bzw einer Karriere, gesehen habe. Schon alleine das Wort finde ich komisch. Man wird berufen etwas zu tun, als ob man das dann sein Leben lang machen muss. Warum sollte man sich selbst über das definieren was man einmal gelernt hat?

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vor 4 Minuten schrieb moyashi:

Ich geb ich dir vollkommen recht, aber das machen leider so viele.

Muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Alte Schulfreunde von mir wurden zB Dozenten an der LMU oder haben Lehramt studiert. Sie fühlen sich definitiv berufen das für den Rest ihres (beruflichen) Lebens zu tun. Nur hab ich das eben nie verstanden ;) 

vor 11 Minuten schrieb moyashi:

Aber das driftet zu sehr ins Philosophische ab, vermute ich :-)

Meh, alles ist politisch, also ist alles auch philosophisch...

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Das ist doch ganz schön, wenn die Gedanken fliegen.

Albert Camus sagte: "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen." Man stelle sich noch den Stein dazu vor.

Camus hat nicht präzisiert, ob das Berufung oder Lohnerwerb oder Job heißt.  Aber auch nicht, ob es ein Hobby sein oder werden muss.:) Man kann sich also in der Interpretation austoben. Fühlt Euch frei.

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Ich habe, bevor ich das Glück der „guten“ Heirat hatte, die Zeit meiner unsäglichen Ausbildung mal außen vor gelassen, immer nur drei Tage die Woche gearbeitet!

Zivieldienst im Rettungsdienst, 2x 24 Std, 1x 12 Std die Woche. 

8 Jahre Taxi Fahrer, nur Nachtschicht. Habe mir fast die ganzen 90iger damit mein Leben und jeden Winter 3 Monate Süd Amerika finanziert. Da habe ich aber auch in kleinen Wg Zimmern gewohnt und den Flug habe ich mir jeweils über 10-12 Nächte am Stück bezahlt. 

Seit dem, bis heute arbeite ich auf dem Wochenmarkt! Man ist recht flexibel, was unbezahlten, zusätzlichen Urlaub angeht, frühes aufstehen und dafür früh Feierabend zu haben ist, speziell im Winter, ist auch ganz klasse, eigentlich ist alles ganz prima da!

Aber eine Berufung habe ich dafür auch nicht empfunden. Es ist wie fast immer im Leben, eine Entscheidung, was einem wichtiger ist…

Der Eine braucht viel Sicherheit, Geld und damit häufig verbundenes Ansehen, der Andere braucht eher viel Zeit für sich und seine Hobbys…

Ich habe mich immer für letzteres entschieden…

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vor 9 Stunden schrieb BorisG:

Man wird berufen etwas zu tun, als ob man das dann sein Leben lang machen muss. Warum sollte man sich selbst über das definieren was man einmal gelernt hat?

Der Mensch definiert sich oder wird von anderen definiert. Wie auch immer. Die für die restliche Gesellschaft relevante Tätigkeit ist traditionell etabliert für so eine Definition. Siehe auch sehr viele Familiennamen. Wie man das für sich selbst sieht, spielt da erstmal nur eine geringe Rolle, schließlich benutzen die Anderen diese Definition weitaus öfter als man selbst.

Ich persönlich bin auch Anti-Karrierist. Aufstieg in irgendwelchen Hierarchien nach Peter-Prinzip führt für mich nur zu Tätigkeiten, die ich gerne meide. Aber das ist eine Charakterfrage. Vielen Leuten gefällt es sich mit anderen Gleichgesinnten in Meetings lange und ausführlich über Dinge zu unterhalten, die dann so nie umgesetzt werden. Hauptsache man findet sich gegenseitig wichtig und qualifiziert sich für die nächste Sprosse. :)

Ich kann nur jedem dazu raten auf dem nächsten sozialen Event beim initialen Smalltalk mit Unbekannten die alte deutsche Unsitte als allererstes nach dem Beruf zu fragen einfach mal bleiben zu lassen.

vor 10 Stunden schrieb moyashi:

Vielleicht braucht man aber auch gar keine Erfüllung im Beruf, sondern sucht sich einen, der OK ist, Geld reinbringt und einem damit die schönen Dinge des Lebens bezahlt. Der nur Mittel zum Zweck ist. Ich glaube an dem Weg ist auch viel dran.

Erfüllung im Beruf ist imo nur wenigen Menschen vergönnt. Die meisten Menschen gehen arbeiten, was im Wortsinn von "Mühsal" stammt. Nicht unbedingt angenehme Tätigkeiten, die aber gemacht werden müssen. Die kann man sich sicher auch irgendwie schön und erfüllend reden, denn etwas erledigt zu haben wird ja durchaus mit gutem Gefühl belohnt, aber am Ende macht man es doch primär wegen dem Geld und ist froh wenn's rum ist. Da sollte man sich gar nicht selbst belügen oder von irgendwelchen modernen Management-Plattitüden einlullen lassen.

Ich bin mal in einem Vorstellungsgespräch (bei einem großen Konzern und kein Szene-Startup) gefragt worden "Warum brennen Sie für diese Tätigkeit?" Ich musste mich schwer zusammen reißen nicht zu sagen, dass wenn bei mir was brennt, geh ich zum Arzt oder zur Feuerwehr. Was denken solche Menschen? Glauben die ihren eigene Bullshit tatsächlich selbst?

Ich bin ja der Meinung, Personaler und mittleres Management können gar keine Erfüllung im Beruf erlangen, zumindest nicht ohne sich die Realität wahnhaft zu verzerren. Das erklärt dann vieles. Vor allem, warum ich diese Ebene gerne meide.

 

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vor 32 Minuten schrieb ULgäuer:

Der Mensch definiert sich oder wird von anderen definiert. Wie auch immer. Die für die restliche Gesellschaft relevante Tätigkeit ist traditionell etabliert für so eine Definition. Siehe auch sehr viele Familiennamen. Wie man das für sich selbst sieht, spielt da erstmal nur eine geringe Rolle, schließlich benutzen die Anderen diese Definition weitaus öfter als man selbst.

Ich persönlich bin auch Anti-Karrierist. Aufstieg in irgendwelchen Hierarchien nach Peter-Prinzip führt für mich nur zu Tätigkeiten, die ich gerne meide. Aber das ist eine Charakterfrage. Vielen Leuten gefällt es sich mit anderen Gleichgesinnten in Meetings lange und ausführlich über Dinge zu unterhalten, die dann so nie umgesetzt werden. Hauptsache man findet sich gegenseitig wichtig und qualifiziert sich für die nächste Sprosse. :)

Ich kann nur jedem dazu raten auf dem nächsten sozialen Event beim initialen Smalltalk mit Unbekannten die alte deutsche Unsitte als allererstes nach dem Beruf zu fragen einfach mal bleiben zu lassen.

Erfüllung im Beruf ist imo nur wenigen Menschen vergönnt. Die meisten Menschen gehen arbeiten, was im Wortsinn von "Mühsal" stammt. Nicht unbedingt angenehme Tätigkeiten, die aber gemacht werden müssen. Die kann man sich sicher auch irgendwie schön und erfüllend reden, denn etwas erledigt zu haben wird ja durchaus mit gutem Gefühl belohnt, aber am Ende macht man es doch primär wegen dem Geld und ist froh wenn's rum ist. Da sollte man sich gar nicht selbst belügen oder von irgendwelchen modernen Management-Plattitüden einlullen lassen.

Ich bin mal in einem Vorstellungsgespräch (bei einem großen Konzern und kein Szene-Startup) gefragt worden "Warum brennen Sie für diese Tätigkeit?" Ich musste mich schwer zusammen reißen nicht zu sagen, dass wenn bei mir was brennt, geh ich zum Arzt oder zur Feuerwehr. Was denken solche Menschen? Glauben die ihren eigene Bullshit tatsächlich selbst?

Ich bin ja der Meinung, Personaler und mittleres Management können gar keine Erfüllung im Beruf erlangen, zumindest nicht ohne sich die Realität wahnhaft zu verzerren. Das erklärt dann vieles. Vor allem, warum ich diese Ebene gerne meide.

 

Starker Tobak von großer subjektiver Einseitigkeit, oder? Kann auch auch anders laufen.:wink:

Aber gut , es heißt ja auch MEINung und nich DEINung.:mrgreen:

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vor 1 Stunde schrieb ULgäuer:

Erfüllung im Beruf ist imo nur wenigen Menschen vergönnt. Die meisten Menschen gehen arbeiten, was im Wortsinn von "Mühsal" stammt. Nicht unbedingt angenehme Tätigkeiten, die aber gemacht werden müssen.
[...]
Ich bin mal in einem Vorstellungsgespräch (bei einem großen Konzern und kein Szene-Startup) gefragt worden "Warum brennen Sie für diese Tätigkeit?"

D´accord. Neben den "Annahmen" bzw. gesellschaftlichen Normen von anno dazumal, man würde eine Tätigkeit bis zur Rente machen genauso wie nur eine(n) PartnerIn ein Leben lang haben, gehört es auch meiner Ansicht heute zu den Märchen, eine Erfüllung im Beruf sei unter allen Umständen möglich. Gleichsam, jeder könne irgendwann ausgesorgt haben, strenge er sich nur genug an. Beides unrealistisch für die Masse. Dazu gibt es für beide raren Szenarien viel zu viele Jobs, die dieses gar nicht zulassen, aber getan werden müssen. Da ist man schnell frustriert und/oder mit Anfang 40 zerrüttet.

Ein Schlüssel könnte auch sein, den eigenen Konsum zu überdenken. Denn haben zu wollen, was man nicht braucht, fördert die Produktion von Dingen, die man nicht braucht, für die man Jobs schafft, die keiner braucht und keinem Spaß machen, in denen man zum Ausgleich mehr Dinge konsumiert, die man nicht braucht, weswegen man auch mehr verdienen will in dem Job, den man selbst und die Gesellschaft eigentlich nicht bräuchte. Usw. usf.

Zum "Brennen". Zum Glück ändert sich das alles langsam. Nach meinem Studium 2011 war es z. B. noch gang und gäbe zu erwarten, man wisse alles über die Firma und müsse verdeutlichen, dies wäre die einzige Wunsch-Option. Mittlerweile wird unter "Motivation" eher die Eigenmotivation und die Motivation für die Tätigkeit verstanden, aber eher in einem allgemeineren Sinne, da selbstverständlich ist, sich zu bei mehrern Unternehmen und für verschiedene Jobs zu bewerben. Da sieht man freilich auch den Fachkräftemangel, denn es ist eindeutig eine Umkehr zu spüren. Während man früher die Firma umtüddeln musste, werde ich eher weniger gefragt, warum ich dorthin will, sondern eher wird betont, wie toll das Betriebsklima und die "Benefits" sind, solange man grob weiß, worum es beim Arbeitgeber geht. Gilt freilich und leider nicht für alle Branchen.

Ich hatte gestern ein Bewerbungsgespräch, in dem beide Seiten sagten, das Matching sei nicht perfekt. Dennoch wurde ich am Ende noch gefragt, wie denn mein Traumjob aussehen würde. Das hat mich überrascht und fand ich ziemlich erfrischend. Das war für mich einfach ein unbefangener Umgang mit den Gegegebenheiten, die eben eher selten schokoladenmäßig sind.

Ne Tour mag schön sein, aber ist auch immer anstrengend. Wobei wir wieder bei Camus und Sysiphos sind.^^

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vor 2 Stunden schrieb ULgäuer:

Ich kann nur jedem dazu raten auf dem nächsten sozialen Event beim initialen Smalltalk mit Unbekannten die alte deutsche Unsitte als allererstes nach dem Beruf zu fragen einfach mal bleiben zu lassen.

 

Richtig so!

Es ist tatsächlich eine Unsitte! Ich frage meistens weder am Anfang eines Gesprächs, noch am Ende eines solchen, was mein Gegenüber so beruflich macht!

INTERESSIERT mich NICHT!

In den allermeisten Fällen zu mindest!

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Interessante Diskussion, ich musste über viele Beiträge länger nachdenken.

Für viele scheint der Job ein notwendiges Übel zu sein (Lebensunterhalb, Miete), ansonsten plant man und freut sich auf die nächste Tour, Urlaub, Party, Event oder kreative Nebenbeschäftigung. Kenne ich auch. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Dann noch der Job als Status „Und was machst du so?“ Auf Dauer auch nicht nachhaltig. Dann wird es diesen oder jeden geben, der irgendwas geerbt hat und der es sich - vielleicht auf niedrigem Niveau - leisten kann, auf den Broterwerb der andern herabzusehen.

Alles irgendwie entfremdet, deshalb finde ich die Frage, wie man authentisch leben und machen kann, was einem selbst wirklich wichtig ist, sehr relevant. Ich denke, man sollte in allen Lebensbereichen Sinn finden, auch und gerade im Job. Und wenn das gar nicht funktioniert, sollte man sich was anderes suchen, auch für weniger Kohle.  Geld ersetzt jedenfalls nicht sinnlos verbrachte Arbeits- und Lebenszeit.

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Wow, ist es nicht toll, solche Luxus-Diskussionen führen zu können? Wobei ich mich dabei auch nicht ausnehmen möchte, wenn ich mir so recht überlege, wo und wie lang ich mich schon wieder rumtreiben kann. Was für ein unverdientes Glück, in diese Lebensverhältnisse, diesen Teil der Welt, diese Zeit geboren zu sein!

Bearbeitet von cafeconleche
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@noodles

Na ja, es gibt aber auch ne Menge Jobs, die garantiert nicht die Erfüllung bringen, die aber trotzdem gemacht werden müssen….

Seien wir dankbar dafür, das es Leute gibt, die diese ausüben, aus welchen Beweggründen auch immer…

Und @cafeconleche hat recht, es ist eine Luxus-Diskussion, denn wer mit dem falschen Pass, oder gar keinem Pass zur Welt kommt, hat diese Auswahl an Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung leider nicht…

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Ich habe bisher Hobby und Arbeit immer strikt getrennt - aus den Gründen die in diesem Faden schon zur Sprache kamen. Ich schreibe Arbeit, weil ich eben keine richtige Berufung empfinde. Ich habe immer gedacht, ich mache einen Job, der mir ausreichend "freedom chips" in die Kasse spült, damit ich ausgedehnt unterwegs sein kann (2-4 Monate jeden Sommer) und noch gleizeitig das Depot mit 50-60% des Nettoeinkommens füttern kann. Dies geht natürlich nur wenn man sparsam lebt wie als Student und gleichzeitig ordentlich Kohle rein kommt... Mit dem Ziel irgendwann nur noch das machen zu können wozu ich Lust habe... Dies hatte dann allerdings zur Folge dass ich das restliche Jahr sehr viel arbeitsmäßig unterwegs war, wenig Zeit für Sport, Familie und Freunde hatte und dadurch immer unzufriedener wurde. Und man sieht immer weniger Sinn in der eigenen Tätigkeit... Und es macht für mich keinen Sinn, immer auf irgendetwas hinzuleben anstatt das "Jetzt" zu genießen. Heute sehe ich das so, dass ich weiterhin versuchen werde sparsam zu leben, weil wenige finanzielle Verpflichtungen einfach ein großes Plus bei der Freiheit bedeuten. Ich möchte mich aber gleichzeitig so beruflich umorientieren, dass ich das was ich täglich tue, mit Freude tue und ein gewisses Maß an Sinn darin sehe. Dass ich nicht mit Abneigung und Widerwillen an meine Arbeit denke sondern mich darauf freuen kann wenn ich über das Wochenende oder in den Ferien weg war... So ein Zwischending zwischen Arbeit und Hobby also ;-)  oder ein zweites Hobby was mir ein bisschen Geld einbringt - denn was bringt es mir wenn ich heute extrem arbeite und spare um morgen (mit kleinem passiven Einkommen) das zu tun was ich gerne tun will wenn ich heute schon das tun kann was ich gerne tun möchte (mit kleinem aktiven Einkommen). Ich brauche nicht viel um zufrieden zu sein (merkt man ja immer wenn man mit 5 kg auf dem trail ist und alles hat was man braucht...). Auf später zu verschieben ist einfach kein gutes Konzept - man wird einfach nicht jünger und gesünder und das staatliche Rentensystem stabiler...

Also für mich hat das Konzept FIRE (financial independence retire early) Attraktivität verloren und das Konzept des "Beinahe-Hobbys" mit kleinem aktiven Einkommen deutlich an Attraktivität gewonnen! Mal sehen wo mich das hin führt... Aber mir ist durchaus bewusst dass das ein absolutes Luxusproblem ist und ich mich in einer besonderen Situation befinde... Und bin sehr dankbar dafür, dass ich mir überhaupt über solche Dinge Gedanken machen kann! Ich werde bei meinen nächsten Jobs weniger auf das finanzielle schauen sondern mehr nach anderen Werten...

Also nein, ich habe es nicht geschafft das Hobby zum Beruf zu machen - war ja die Frage die hier am Anfang stand...

Finde es spannend dass das Thema andere hier auch zu bewegen scheint!

Bearbeitet von mochilero
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Geschrieben (bearbeitet)

Das ist auf alle Fälle eine Luxusdiskussion bzw. -problem. Um zu sehen, wie gut es wir haben mit dieser Entscheidungsfreiheit, muss man gar nicht weit schauen - und man kann gar nicht oft genug versuchen, sich das klarzumachen.
Keine große Erkenntnis, aber schon in Großstädten wie Berlin prallen Welten täglich sichtbar aufeinander, und ein 1. Verwandtschaftsbesuch nach vielen Jahren in Kroatien dieses Jahr hat mich einigermaßen erschüttert wegen der Verhältnisse in dem Teil des Landes.

Da @mochilerodas mit den 5 kg  auf der Tour ansprach und die entschlackende Genügsamkeit sicher für viele ein wichtiger Grund ist, fühle ich mich an die arte-Doku erinnert, die ich hier mal gepostet habe, nach der das Arbeitspensum eines Jäger- und Sammlers kleiner gewesen sei und er mehr Zeit für soziale Interaktion hatte als ein moderner Mensch.
Ich frage mich, ob und inwiefern wir Wander-Verrückte da unserem Erbe folgen. Immerhin sagen Psychologen und andere schlaue Köpfe meines Wissens, dass unsere sozialen Fähigkeiten immer noch "nur" für die steinzeitliche Gruppe funktionieren und in der heutigen Welt eigentlich überfordert seien.:huh:

Ich spinn mal weiter: dann wäre ja vielleicht auch die Erfülung im Job gar nicht so ein neues Phänomen, wenn man sich vorstellt wie in einer JuS-Gruppe jeder seinen Platz und seine Aufgabe hat. Das kann sehr erfüllend und befriedigend sein, statt im Ggs. dazu ein Rad in einem unüberschaubaren Unternehmensgeflecht zu sein.

Bearbeitet von FuchsVomWalde
Fehlerteufel
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vor 33 Minuten schrieb FuchsVomWalde:

nach der das Arbeitspensum eines Jäger- und Sammlers kleiner gewesen sei und er mehr Zeit für soziale Interaktion hatte als ein moderner Mensch.

Ich denke das stimmt zumindest über den Jahresdurchschnitt gerechnet auf jeden Fall - evtl sogar auch für den Kleinbauern der im Sommer viel gearbeitet hat, dafür aber im Winter bei Eis und Schnee eher Zeit für Geselligkeit hatte. Ich will dieses harte Leben nicht romantisieren aber:

Ich finde es verrückt, dass wir immer noch einen mindestens 8 Stunden Tag haben - wo doch die Jäger und Sammler eher 3-4 Stunden gearbeitet haben (wenn ich mich korrekt erinnere, kenne die verlinkte Doku nicht). Eigentlich müssten wir (Gesellschaft als ganzes) wesentlich weniger arbeiten bei all der Technik die uns hilft - wir dagegen nutzen die Vorteile der Produktivitätszunahme stattdessen für ziemlich viel unnötigen Mist und arbeiten mehr als unsere Vorfahren...

Wenn man sich mit dauerhaftem Glück und Zufriedenheit beschäftigt wird schnell klar dass materielle Dinge hier eine geringe Rolle spielen - es geht eher um Beziehungen zu anderen Menschen, etwas sinnvolles zu tun (gerade auch für andere Menschen).

Der Mensch vereinsamt, wird unglücklich, brennt aus bei der Arbeit und die Erde geht zugrunde - wirklich ganz schön dumm von uns... Vielleicht waren unsere Vorfahren in mancherlei Hinsicht klüger - gerade weil sie mehr wert auf nicht materielle Dinge gelegt haben...

Ist jetzt ziemlich OT...

Bearbeitet von mochilero
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