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Ultraleicht Trekking

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Sooo. Endlich fertig: Das Karma Mid I
Da es mein Zelt einfach nicht zu kaufen gibt, musste ich es selber bauen.

Konzept:

Ein Greatest-Hits-Zelt meiner Lieblings-Mids: Lunar Solo, Tramplite shelter, Solomid.
Es sollte ein einwandiges All-in-one-Zelt, vor allem für längere Strecken (also täglicher Auf-und Abbau über längere Zeit) mit folgenden Prioritäten sein:

  • Schneller und einfacher Auf- und Abbau bei jedem Wetter, kein Groundsheet nötig.
  • Groß: Viel Platz für einen plus Gear, komfortable Sitzhöhe, trockener Platz zum Kochen
  • Und leicht darf es dann auch noch sein =), stand aber diesmal tatsächlich nicht an erster Stelle.

Das ganze ist eigentlich der Prototyp für eine Cuben Version.

 

Materialien:

Outer: 36er Silnylon
Inner: 90g Zeltboden, 25g Mesh
Linelocs, 3er YKK Zipper, Dyneema Kordel und ein paar Schnallen.

 

Specs:

Gewicht: 685g inkl aller Schnüre und Gebimmel. 
Außenzelt ohne Linelocs und Schnüre: 217g
Mit allem Gebimmel, Schnüren etc: 298g
Zeltboden alleine: 239g

Aufbauzeit alleine, ohne übertriebene Eile: 1:40 min  (cool!)

Erst mal ein paar Eindrücke vom fertigen Zelt:

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Für normales (Mist-) Wetter reicht der normale Aufbau mit super Aussicht beim Einschlafen (solange der Regen nicht waagrecht fliegt). Wenn es mal ganz mies wird, gibt es noch eine Tür zum Einhängen in den Dom und die Abspannpunkte (habe ich noch leicht modifiziert, aber vergessen Bilder zu machen). Zur Belüftung kann man das untere Ende weiter hoch oder runter spannen:

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Wie wurde es also gemacht:

Grundsätzlich: die Verarbeitung vom 36er Silnylon ist die Pest. Mit ein Paar Kniffen geht es aber.

Als erstes der Zuschnitt: Alleine das Anzeichnen auf Silnylon ist schon nicht lustig, was sich als gut herausgestellt hat, waren “fettige” Kinderbunstifte zum Malen auf diesen kleinen Tafeln. Die halten super und lassen sich einfach mit nem feuchten Tuch wieder abwischen.

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 Catcut-Schablone für insgesamt 5cm Catcut inkl Nahtzugabe auf 220m Länge.

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Die Nähte:

Das 36er Silnylon ist schon ziemlich dünn, daher wollte ich auf jeden Fall mehrlagige Nähte haben. Daher habe ich alle Nähte zuerst mit Elastosil geklebt, dann vernäht, nach folgendem Prinzip:

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Auf diese Art sind alle Nähte komfortabel 4-Lagig und ausreichend stabil, ohne, dass sich unter ordentlich Zug die Nahtlöcher aufziehen. Das vorherige Kleben macht das Nähen von dem glitschigen Zeug deutlich angenehmer:

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Alle Verstärkungen an den Abspannpunkten sind (Kreise) aus dem selben 36 Silnylon mit dem Lötkolben ausgeschnitten und aufgeklebt. An den Abspannpunkten habe ich 12mm Einfassband benutzt und die Linelocs von Extex mit 5mm Dyneema Kordel.

 

Die Spitze:

Bei vielen Mids hat mich die “zipfelmützige” Zeltspitze gestört, ich wollte einen möglichst runden Dom haben. Er besteht aus 2 Lagen 90g Zeltboden. Ich habe alle Dreiecke des Außenzeltes bis fast ganz zur Spitze genäht und dann ein ca 8cm Durchmesser Loch hineingeschnitten, auf das mittig der Dom gesetzt wurde. Der Dom ist damit dreilagig: Zeltboden-Außenzelt-Zeltboden.

Die runde Form kommt von diesem Prinzip:

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Das Innere:

Die Wanne ist komfortable 250cm lang, oben und unten 80cm breit, in der Mitte 140cm breit - da kann auch der ganze Rucksack mit rein, wenn es sein muss. Mit einer Höhe von 125cm am Stock kann man sich bequem auch länger darin aufhalten.

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Das darin ist eine X-lite in L (63 x 196 cm)

Die Wanne wird nur von der Saumnaht oben geformt. Ich habe den Korpus nirgends perforiert.

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Die Wanne wird im Zelt mit dünnem Shock Cord an kleinen Loops am Außenzelt aufgezogen, um Spannung vom Mesh zu nehmen.

 

Da das Zelt ja nur einwandig ist, läuft außen herum nur ein Streifen Mesh. Ich habe die Position so gewählt, dass der Streifen auf der Linie verläuft, an der der Innenraum >30cm hoch wird. Alles andere wäre mir zu flach, um es sinnvoll als Innenraum zu nutzen. Der ist ohnehin groß genug. Die Tür aus 3er YKK Reißverschluss ist für Rechtshänder ausgelegt und hat einen “Aufhalter” aus Ripsband und einem T-Stopper:

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Die Tür wird im Dom in einem Clip-Lineloc befestigt und kann von innen verstellt werden:

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Mit Packmaß und Gewicht bin ich recht zufrieden, wenn man den massiven Boden bedenkt.
So ein Paket ist das ganze Zelt geworden:

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So sähe die leichte Version davon aus: Außenzelt 298g und nochmal 92g für die Polycryo-Wanne (im Schneegestöber).

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Absacker:

Prinzipiell bin ich mit dem 36er Silnylon nicht so glücklich. Es funktioniert zwar gut, mir dehnt sich es aber insgesamt zu doll - auch ohne Feuchtigkeit.

Ich arbeite natürlich schon am Karma Mid II  : /
Da werden dann beide Stöcke zum Einsatz kommen.

 

So far. Ein größerer Test kommt erst im Herbst, wenn ich ein paar Wochen damit loskann.
Bisher hatte ich nur 2 Wochenender, auch mit Regen, aber nicht ernsthaft schlechtem Wetter oder größerem Sturm.

 

Schönes Wochenende, 

Paule

 

 

bearbeitet von LesPaul

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Klar, die Schnittmuster reiche ich demnächst nach, muss ich erst noch wieder finden.

Verbraucht habe ich etwa 10 lfm Silnylon, 4m Boden, 4m Mesh, 3m Ripsband, 3m Kordel, 8 Linelocs, einen Clip-Lineloc und einen T-Stopper.
Mehr ist eigentlich nicht dran =)

Hat mich alles zusammen etc. etwa 200€ gekostet, würde ich sagen, ist aber eher großzügig gerechnet.

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mega schick das teil! mir gefällt es wirklich sehr!

vor einer Stunde schrieb LesPaul:

Klar, die Schnittmuster reiche ich demnächst nach, muss ich erst noch wieder finden.

klasse! ich bin direkt in versuchung das mal aus cuben zusammenzukleben!

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Toll! Man sieht, da ist ein Perfektionist am Werk ;)

Die Methode mit Kleben + Nähen ist natürlich elegant. Allerdings braucht man auch echt gut viel Geduld und Nerven, um so viele Nähte sauber mit Elastosil zu kleben.

Wieso hast du dich gegen einen ganz gewöhnlichen Reißverschluss und stattdessen für das Sturmpanel ala Tramplite entschieden? No frills?

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Und hier die Maße, der Schnitt:

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Die Spitze ist 125cm hoch.

Verschiedene Aufbauhöhen sind zwar möglich, bringen aber nix. Am besten steht alles bei dieser Stockhöhe.

 

Der Boden:

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Das ganze dann als 8cm hohe Wanne, Das hab ich jetzt nicht einzeln alles aufgeschrieben, aber das bekommt ja jeder hin.

 

Nur die Maße von den Meshteilen (ausgerechnet) finde ich nicht mehr  =(
Gerade die waren aber ein bisschen tricky..

LG

bearbeitet von LesPaul

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vor 21 Minuten schrieb Lightlix:

Die Methode mit Kleben + Nähen ist natürlich elegant. Allerdings braucht man auch echt gut viel Geduld und Nerven, um so viele Nähte sauber mit Elastosil zu kleben.

Wieso hast du dich gegen einen ganz gewöhnlichen Reißverschluss und stattdessen für das Sturmpanel ala Tramplite entschieden? No frills?

Naja kleben geht sogar. Das fand ich war noch eine der angenehmeren Arbeiten mit dem Stoff aus der Hölle..

Tramplite-Tür: Weil ich das Ding meistens gar nicht brauche und auf Overnightern oder kürzeren Ausflügen kann ich das Ding komplett zu Hause lassen (100g mit Schnüren).. Aber für den Dauergebrauch muss es sich erst noch beweisen - das Handling ist natürlich aufwändiger als mit RV-Türen. Vielleicht ergänze ich die aber noch, wenn mir die Extratür auf den Senkel geht. Kann man ja vorne einfach drannähen, sonst ändert sich ja nix..

 

bearbeitet von LesPaul

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vor 16 Stunden schrieb Lightlix:

Wieso hast du dich gegen einen ganz gewöhnlichen Reißverschluss und stattdessen für das Sturmpanel ala Tramplite entschieden? No frills?

Ganz vergessen:

Einer der Hauptgründe für die Extratür ist die vermeintlich bessere Belüftung - da sich oben zwischen Tür und Zelt ein großzügiger,  regengeschützter Spalt befindet, also an einer recht hohen Stelle im Zelt. Auch das muss sich aber erst noch beweisen.

Da ich sonst keinerlei Lüfter verbaut habe, erhalte ich mit "dichten" RV-Türen natürlich eine schöne Dunstglocke...

 

 

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vor 2 Stunden schrieb LesPaul:

Einer der Hauptgründe für die Extratür ist die vermeintlich bessere Belüftung - da sich oben zwischen Tür und Zelt ein großzügiger,  regengeschützter Spalt befindet, also an einer recht hohen Stelle im Zelt. Auch das muss sich aber erst noch beweisen.

Dafür ist das tatsächlich eine ganz elegante Lösung. Ich bin noch am Überlegen, ob ich lieber einen Reißer quasi bis 3/4 der Höhe einnähe oder auch eine extra Tür wie bei dir nutze. Einen Lüfter will ich auf keinen Fall. Meine Überlegung zum Reißer ist, dass man für die meisten Wetterlagen mit dem Beak und offener Tür ja gut genug gerüstet ist, und die Tür nur schließen müsste, wenn es wirklich arg stürmt. Und dann vermute ich, ist so ein Toplüfter sowieso nicht mehr in der Lage, Kondens zu verhindern, weil es so feucht ist. Aber das ist auch erstmal nur ne Vermutung.

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vor 22 Stunden schrieb Lightlix:

Und dann vermute ich, ist so ein Toplüfter sowieso nicht mehr in der Lage, Kondens zu verhindern, weil es so feucht ist. Aber das ist auch erstmal nur ne Vermutung.

Also da ich auch in trockenen Nächten schon immer gut Kondens innen habe, habe ich da mittlerweile auch so meine Zweifel, ob das dann überhaupt noch viel bringt... Auch die Extratür.. 

 

Ich war gestern nochmal draußen:

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Alles gut funktioniert, aber morgens feucht einpacken lässt sich bei der Konstruktion einfach nicht wirklich vermeiden, wenn man nicht warten will bis die Sonne rauskommt..

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bearbeitet von LesPaul

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Am 14.7.2017 at 18:47 schrieb A+P:

klasse! ich bin direkt in versuchung das mal aus cuben zusammenzukleben!

Geilo! Bericht bitte! Das Zeug ist ja gerade superteuer... Ich denke da kratzen die Materialkosten alleine schon gut an der 400€-Marke..

Deswegen werde ich erst noch das Karma Mid II bauen und dann das für besser befundene aus Cuben bauen. Da wird der zweite Stock für einen höheren Innenraum sorgen und es wird eine deutlich besser Belüftung in Bodenhöhe geben..

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Hallo Paule,

danke für den Bericht, tolle Arbeit! Als Mid-Fan gefällt mir sowas natürlich (ich hatte im Prinzip schon alle der o. g. Mischung, Lunar Solo, Solomid, Hexamid)

Aus jahrelanger Erfahrung kann ich übrigens bestätigen: Die Wirkung eines Lüfters oben im Mid wird überschätzt (und Lüfter im Allgemeinen auch).

Gruß!

 

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vor 54 Minuten schrieb Ledertramp:

Die glatte oder die raue?

Die eine Seite ist ja "gummig" (denke das meinst du mit rauh?), die andere glatt. Die gummige ist die beschichtete Seite. Die würde ich zwecks längerer Lebensdauer nach oben machen. Der Stoff saugt sich nicht wirklich voll, also kein Problem, wenn die unbeschichtete Seite unten ist.

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vor 2 Minuten schrieb Ledertramp:

Tatsächlich meine ich mit rau die unbeschichtete ;) Also beschichtet nach innen. Das bleibt dann wasserdicht?

Das will ich doch hoffen! Ich hab es jedenfalls so gemacht =)
Ich denke die Beschichtung hält ohne direkten Bodenkontakt einfach länger..

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vor 1 Stunde schrieb Ledertramp:

Also beschichtet nach innen. Das bleibt dann wasserdicht?

Das bleibt definitiv wasserdicht. Ich nutzte lange ein Bivi mit dem 90g Zeltboden unten, die glatte, beschichtete Seite nach innen. Absolut durchstichfest und dicht. Und die Matte, eine EVA, rutscht auf der Beschichtung absolut nicht.

 

Am 14.7.2017 at 16:58 schrieb LesPaul:

 Endlich fertig: Das Karma Mid I

Das Teil ist richtig klasse geworden und die Naht richtig gerade :-)
Wie auf dem einen Bild gezeigt mit dem Kondens innen gezeigt sehe ich das als echten Nachteil wenn das Inner fest am Outer verbunden ist. Dann ist beim zusammenpacken automatisch der Boden der Wanne nass und man muss abends sein Zeug ins nasse legen. Ein aushängbares Inner fände ich besser, klar wiegt mehr wegen des Mehrs an Netz. Aber vielleicht gleichst Du das beider nächsten Version aus indem Du als Boden nicht den 90g Zeltboden sondern das 70g TPU verwendest. Habe das bei meinem aktuelle Bivi als Boden verwendet, bisher zwei Touren damit gemacht. Ich finde es ist locker genug durchstichfest, bisher erst zwei nasse Nächte drin verbracht unterm Tarp, war von unten absolut dicht.

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vor 12 Stunden schrieb TappsiTörtel:

Ein aushängbares Inner fände ich besser, klar wiegt mehr wegen des Mehrs an Netz

Ja, das habe ich zu Gunsten des Auf- und Abbaukomforts einwandig gemacht - der ist so ziemlich unschlagbar... 

Mal sehen, wie störend die Feuchtigkeit innen tatsächlich ist. Bisher habe ich das Zelt immer am nächsten Tag noch ohne Probleme wieder trocken bekommen, hatte aber noch keine längere Schlechtwettertour damit.

Geht das 70g TPU auch komplett ohne Groundsheet?

In dieser Version habe ich nur ein ganz kleines Stück Polycryo dabei, um etwas in der Apsis trocken zu lagern..

 

vor 12 Stunden schrieb TappsiTörtel:

Und die Matte, eine EVA, rutscht auf der Beschichtung absolut nicht.

Das würde ich so unterschreiben. Auch eine X-lite pappt förmlich am Boden... 

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Gerade angemeldet und schon die erste Frage...

Erstmal muss ich dir sagen, dass das Zelt einfach klasse geworden ist!

Ich habe mit meinen 1,96m immer wieder das Problem, dass die Zelte im UL-Bereich zu kurz für mich sind bzw. im Fuß- und Kopfbereich zu flach werden... dein Schnitt passt dagegen sowohl von der Form als auch der Größe. Ich habe also vor es nachzubauen (mal sehen, was das wird 8-)).

Jetzt meine Fragen:

Hast du noch die Maße für das Sturmpanel?

Die Maße vom Mesh, sagtest du ja, findest du nicht mehr. Meinst du, du könntest nochmal grob nachmessen?

 

Tausend Dank,

Daniel

 

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Hi erst mal.

vor 21 Stunden schrieb Daniel_110:

ch habe mit meinen 1,96m immer wieder das Problem

Da wirst du leider auch hier (zumindest beim Einstieg) Probleme haben, zumindest wenn du es 1:1 so machst wie hier. Der Einstieg auf der einen Seite am Stock vorbei (mit gut 1m Höhe an der Tür) wird bei deiner Größe wahrscheinlich schon zum Problem - dabei kommst du dann immer recht doll gegen die Außenwand (Feuchtigkeit) - würde ich vermuten.

Sonst - die Innenlänge und -Höhe sollte auch für dich reichen.

vor 21 Stunden schrieb Daniel_110:

Hast du noch die Maße für das Sturmpanel?

Die Maße vom Mesh, sagtest du ja, findest du nicht mehr. Meinst du, du könntest nochmal g

Kann ich gerne nochmal nachmessen, aber erst wenn das Zelt wieder irgendwo aufgebaut steht. 

Der Trick bei den Meshteilen ist vor allem die Kurve oben am Mesh-Frontpanel (das muss ja schon die Form der gebogenen Flächen des Außenzelts im aufgebauten Zustand haben).. Und die Einhaltung der richtigen Dehnungsrichtung des Meshs.

LG

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Danke für deine Einschätzung!

 

vor 28 Minuten schrieb LesPaul:

Da wirst du leider auch hier (zumindest beim Einstieg) Probleme haben, zumindest wenn du es 1:1 so machst wie hier. Der Einstieg auf der einen Seite am Stock vorbei (mit gut 1m Höhe an der Tür) wird bei deiner Größe wahrscheinlich schon zum Problem - dabei kommst du dann immer recht doll gegen die Außenwand (Feuchtigkeit) - würde ich vermuten.

Sonst - die Innenlänge und -Höhe sollte auch für dich reichen.

Das mit dem Ein- und Ausstieg werde ich probieren müssen. Einstiege über die Stirnseite finde ich bei meiner Länge fast noch problematischer. Wobei ich von meiner Statur auch eher die Gräte bin.

vor 32 Minuten schrieb LesPaul:

Kann ich gerne nochmal nachmessen, aber erst wenn das Zelt wieder irgendwo aufgebaut steht. 

Der Trick bei den Meshteilen ist vor allem die Kurve oben am Mesh-Frontpanel (das muss ja schon die Form der gebogenen Flächen des Außenzelts im aufgebauten Zustand haben).. Und die Einhaltung der richtigen Dehnungsrichtung des Meshs.

LG

Bei der Front könnte ich doch theoretisch die Schablone für den Catcut anlegen und den etwas weniger stark ausschneiden, oder?!

In welche Richtung sollte sich das Mesh idealerweise denn dehnen? Horizontal oder vertikal?

Falls ich gar nicht zurande komme, werde ich wohl das Zelt aufstellen und dann die Bodenwanne mit Mesh einlegen und anzeichnen/ abstecken.

Aber mit Maßen wäre es natürlich noch einfacher.

Gerade beim Sturmpanel wäre es wohl eher Trail&Error... 

Noch eine Frage zur Bodenwanne: Du schreibst oben, dass die Wanne an Kopf- und Fußteil 80cm und in der Mitte 140cm breit ist.

In der bemaßten Zeichnung für die Wanne hast du die kurzen Seiten mit 100cm angegeben und die Mitte wieder mit 140cm.

Die Außenstoffbahn hat an dieser Stelle ja nur 100cm Breite von Naht zu Naht (197x215x100). Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Wanne an diesen Stellen nur 80cm breit ist und die 100cm die Stoffbreite inkl. des hochgeschlagenen Wannenrandes meinen?

Die Breite der Bodenwanne in der Mitte im fertigen Zustand werde ich definitiv nicht auf 140cm bringen. Ich werde das 70g TPU als Boden verwenden und das ist nur 147cm breit. Selbst mit nur 8cm Rand bleiben dann nur 130cm Breite.

TPU hätte zwar die Möglichkeit, dass man es verschweißt, aber ich trau mir das nicht so recht zu. Schließlich ist die Stelle ziemlichen Belastungen durch Reibung und Druck ausgesetzt.

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      Bild 1: Schnittmuster
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      Go - „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ (frei nach E.Honecker)
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      In den Bildern 4, 5 und 6 ist an Mustern zu sehen, wie ich letztendlich eine Klebeverbindung, Außenseite auf Außenseite, hergestellt habe.
      Zuerst habe ich die Außenseite (grau-weiß) in der Breite des DCF-Transferklebebandes (10 mm) in Richtung der Innenseite (weiß) gefaltet. Das DCF-Transferklebeband habe ich dann sozusagen auf einer gefalteten Außenseite aufgebracht und mit der anderen, ebenfalls gefalteten, Außenseite verklebt. Auf der Innenseite des DCF-Musters entsteht dann ein Steg, wie er im Bild 4 zu sehen ist.

      Bild 4: Klebeverbindung 1
      Diesen Steg lege ich dann in eine bestimmte Richtung um. In welche Richtung ich das mache, erkläre ich in einem späteren Bild. Im Bild 5 ist dieser teilweise umgelegte Steg zu sehen.

      Bild 5: Klebeverbindung 2
      Zum Abschluss einer Klebeverbindung überklebe ich den umgelegten Steg mit DCF-Reparaturklebeband (Dyneema® Composite Fabric (ehem. Cuben Fiber), Reparaturklebeband, 25mm). Das ist im Bild 6 zu sehen. Bei einer Breite des Steges von 10 mm (, wenn ich genau klebe, was mir nicht immer durchgehend gelungen ist) und einer Breite von 25 mm des DCF-Reparaturklebebandes, überlappt das DCF-Reparaturklebeband den Steg auf beiden Seiten mit 7-8 mm. Dadurch geht das DCF-Reparaturklebeband nicht nur eine Verbindung mit dem Steg ein, sondern auch mit der Innenseite des DCF-Materials. Der „glänzende“ Bereich im Bild 6 ist das DCF-Reparaturklebeband. Man sieht schön, wie es über der Verklebung liegt und auch noch rechts und links von der Verklebung Kontakt mit der Innenseite des DCF-Materials hat.

      Bild 6: Klebeverbindung 3
      Alle Stege auf der Innenseite habe ich zusätzlich mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Das hat das Gewicht der Regenjacke gehörig in die Höhe geschraubt. Am Schluss meines Berichts gehe ich noch auf das Gewicht der Regenjacke ein und welche Rolle das „reichlich“ verklebte DCF-Reparaturklebeband dabei gespielt hat.
      Warum habe ich das getan?
      Der erste Grund ist das negative Ergebnis eines Zugtests der Klebeverbindung.
      Bei Zugtests der Verklebung ohne DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite konnte ich die Verklebung unter mäßiger Kraftanstrengung lösen. Das ist mir auch mehrere Tage später gelungen. Dann habe ich den Steg auf der Innenseite umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Bei dem sofort anschließenden Zugtest ist es mir trotz äußerster Kraftanstrengung nicht mehr gelungen die Klebeverbindung zu lösen. Das DCF-Reparaturklebeband hat offenbar für eine Zugentlastung des Stegs gesorgt.
      Bleibt die Frage, ob solche extremen Zugbelastungen, wie ich sie simuliert habe, bei einer Regenjacke auftreten können.
      Den zweiten Grund für die Benutzung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite des DCF-Materials erkläre ich etwas später.
      Zuerst habe ich die Schulterpasse (Teil 3) mit dem Rückenteil (Teil 2) verklebt. Das war kein Problem, weil die zu verklebenden Seitenkanten gerade waren. Anschließend habe ich das Vorderteil (Teil 1) an die Schulterpasse angeklebt. Alle Stege auf der Innenseite habe ich umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt.
      Jetzt habe ich mich an das erste „Kurventeil“, den rechten Arm, herangewagt. An den einzelnen Teilen sind Markierungen (Pfeile), die ich vom Schnittmuster auf das DCF-Material übertragen habe. Im Bild 7 ist ein solcher Pfeil zu sehen. Der Arm, das Teil unten im Bild 7, muss mit dem Teil oben genau an der Pfeilposition angeklebt werden.

      Bild 7: Markierungen
       
      Zusätzlich habe ich in regelmäßigen Abständen das gefaltete DCF-Material eingeschnitten, damit ich besser um die „Kurve“ komme. Die Einschnitte habe ich nur an dem Teil gemacht, das ich vorher aus den Teilen 1 (=Vorderteil), 2 (=Rückenteil) und 3 (=Schulterpasse) zusammengeklebt hatte.  
      Die Bilder 8, 9 und 10 zeigen das Kleben eines solchen „eingeschnittenen“ Teiles.
      Bild 8 zeigt das aufgebrachte DCF-Transferklebeband.

      Bild 8: Einschnitt mit DCF-Transferklebeband
      Bild 9 zeigt den Beginn des Ablösens der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband. Genau an dieser Stelle sollte die Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband abgezogen werden. Macht man das an einer anderen Stelle, richtet sich die umgeknickte Kante wieder auf und kann nur unter großen Schwierigkeiten verklebt werden. Im Notfall muss man den Kleber mit den Finger berühren und die umgeknickte Kante wieder „flachlegen“ (Ha, der Ausdruck gefällt mir).

      Bild 9: Ablösen der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband
      Bild 10 zeigt den verklebten Steg an dieser Stelle.

      Bild 10: Verklebter Steg mit Markierungen
      Bild 11 zeigt einen Steg, der einige Falten enthält. Diese Falten entstehen,
      -wenn nicht sauber geklebt wird oder
      -wenn die Einschnitte zu weit auseinanderliegen oder
      -wenn es „krass“ um die Kurve geht.
      Die Abstände zwischen den Einschnitten habe ich aber absichtlich etwas größer gewählt, weil ich keine 1 cm- oder 2 cm-Stücke kleben wollte. Da wäre ich zwar besser um die „Kurven“ gekommen, aber das war mir zu viel „Fummel“-Arbeit. Nach dem Verkleben der Arme habe ich besonders faltige Stellen an den Stegen mit etwas Kraftaufwand „glattgezogen“.  
      Das mit den Falten hat mich aber weniger gestört, weil die meisten Falten innen liegen. Die Optik des DCF-Materials geht nach längerer Nutzung eh in einen „Knitterlook“ über, der angeblich die Eigenschaften von DCF nicht beeinträchtigen soll. Ich habe einige Ausrüstungsgegenstände aus DCF, die durch die jahrelange Nutzung genau diesen Knitterlook aufweisen. Einen Verlust von bestimmten Eigenschaften (zB Wasserdichtheit) konnte ich noch nicht feststellen.

      Bild 11: Verklebter Steg mit Falten
      Bild 12 zeigt ein weiteres Problem, ein kleines Loch, das entstehen kann,
      -wenn unsauber eingeschnitten wird oder
      -wenn die Einschnitte unsauber verklebt werden.

      Bild 12: Verklebter Steg mit Loch
      Genau dieses Loch ist der zweite Grund für die Verwendung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite der Regenjacke. Um die Regenjacke an dieser Stelle trotz unsauberen Arbeitens dicht zu bekommen, lege ich den Steg einfach in Richtung des eingeschnittenen Teils um (siehe Bild 13 und 14) und überklebe ihn mit dem DCF-Reparaturklebeband.

      Bild 13: Umgelegter Steg

      Bild 14: Verklebter Steg wird mit DCF-Reparaturklebeband überklebt
      Mit dem 2.Arm bin ich ebenso verfahren.
      Das Ergebnis der für mich sehr komplizierten „Armoperation“ ist im Bild 15 zu sehen.

      Bild 15: Die Arme sind endlich dran
      Die Ärmel sind angeklebt, aber noch nicht geschlossen. Bevor ich die Arme schließen und das Vorderteil mit dem Rückenteil verbinden konnte, musste ich mir überlegen, was ich mit den Ärmelabschlüssen machen wollte.
      Ein Gedanke war eine elastische Kordel einzuziehen, wie es an vielen Regenjacken zu sehen ist. Ein anderer Gedanke war das Annähen eines Klettbandes, was auch oft Verwendung findet. Beide Varianten würden mir einen variablen und einigermaßen wasserdichten Abschluss gewähren.
      Da ich auch bei Minusgraden keine Handschuhe trage, die unter die Ärmel passen müssten, war ein variabler Ärmelabschluss eigentlich nicht unbedingt erforderlich. Deshalb habe ich mich entschieden für den Ärmelabschluss einfache Kam-Snaps zu verwenden. Das war für mich die einfachste Variante mit dem geringsten Aufwand.
      In den Bildern 16 und 17 ist zu sehen, wie ich den Ärmelabschluss einmal umklappe und verklebe und anschließend dann mit DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite verstärke.

      Bild 16: Armabschluss mit DCF-Transferklebeband

      Bild 17: Armabschluss mit DCF-Reparaturklebeband verstärkt
      In den Bildern 18 und 19 ist zu sehen, wie die Kam-Snaps angebracht werden.

      Bild 18: Armbund mit geöffneten Kam-Snaps

      Bild 19: Armbund mit geschlossenen Kam-Snaps
      Die Position der Kam-Snaps an den Ärmelabschlüssen habe ich durch ausprobieren bestimmt, so dass noch etwas „Luft“ zwischen Arm und Ärmel vorhanden ist.
      Jetzt habe ich das Vorderteil mit dem Hinterteil verklebt und gleichzeitig auch den dazugehörenden Arm. Auf der anderen Seite habe ich das auch getan. Das Ergebnis ist im Bild 20 zu sehen.

      Bild 20: Regenjacke nach Armverschluss
      Das Bild 21 zeigt im Gegenlicht die Verklebungen in der Breite (ca. 10 mm) des DCF-Transferklebebandes.

      Bild 21: Klebestellen im Gegenlichtbild
      Jetzt war die Kapuze an der Reihe. Bei der Kapuze habe ich mir überlegt, wie ich bei Regen und starken Winden einen festen Halt erreichen wollte. Bei meinen anderen Regenjacken wird das immer durch einen elastischen Kordelzug bewerkstelligt. Aber erstmal musste ich die 3 Teile der Kapuze verkleben. Dabei habe ich die Techniken verwendet, wie bei den anderen Teilen. In „Kurven“ habe ich das Seitenteil (Teil 10) eingeschnitten, wie bei den Armen, und dann das Seitenteil mit dem Mittelteil (Teil 11) verklebt. Mit dem anderen Seitenteil habe ich das ebenso gemacht.
      Jetzt habe ich im Vorderteil der Kapuze die Kante zweimal umgeklappt und verklebt. So ist ein Kanal für einen späteren Kordelzug entstanden. Leider habe ich von diesem Vorgang keine Bilder angefertigt.
      Zum Abschluss habe ich die Kapuze an den Torso der Regenjacke angeklebt. Dabei war es wichtig auf die Markierungen zu achten, damit die Kapuze genau in die Regenjacke eingepasst werden kann.
      Das Bild 22 zeigt die Regenjacke im fertig geklebten Zustand ohne den Reißverschluss.

      Bild 22: Regenjacke mit Kapuze und ohne Reißverschlss
      Jetzt war der Reißverschluss an der Reihe. Dafür habe ich mir Meterware (YKK AQUAGUARD 3C, Meterware, graphitgrau) nebst einem passenden Schieber von extremtextil besorgt. Den Reißverschluss habe ich auf die passende Länge zugeschnitten und oben und unten mit Metall-Endstücken versehen.
      Jetzt war die Frage: Wie befestige ich den Reißverschluss?
      Hier im Forum war die Meinung, dass es besser wäre den Reißverschluss wegen der zu erwartenden Schälbelastungen anzunähen.
      Also doch nähen.
      Dann habe wir, meine Frau und ich, versucht Probestücke des DCF-Materials mit einer einfachen Naht zu nähen. Nach ca. 1 Stunde haben wir entnervt aufgegeben. Es ist uns einfach nicht gelungen. Hier im Forum habe ich dann nach Problemen in MYOG-Nähprojekten gesucht und bin auf eine Menge von Kommentaren gestoßen, wo die unterschiedlichsten Probleme behandelt wurden. Einige habe ich auch bei unseren erfolglosen Versuchen vorgefunden, aber trotzdem habe ich das mit dem Nähen erstmal zur Seite gelegt.
      Dann habe ich mir überlegt, dass ich den Reißverschluss einfach mal einkleben könnte. Selbst wenn die Verklebung nicht richtig halten sollte, würde mir das später beim Nähen helfen, weil ich dadurch der provisorischen Befestigung des Reißverschlusses mit Stecknadeln aus dem Weg gehen würde.
      Also habe ich den Reißverschluss mit DCF-Transferklebeband eingeklebt. Schon bei der Verklebung habe ich festgestellt, dass die Klebeverbindung des Reißverschlusses mit dem DCF-Material erstaunlich stabil war. Zusätzlich habe ich auf der Innenseite den Reißverschluss mit dem DCF-Reparaturklebeband fixiert. Ein vorsichtiger Zugtest, den ich dann langsam immer weiter verstärkt habe, ergab die Erkenntnis, dass der Reißverschluss „bombenfest“ mit dem DCF-Material verbunden war. Ich war total überrascht.
      Das Bild 23 zeigt den „vorerst“ nur eingeklebten Reißverschluss.

      Bild 23: Regenjacke mit Reißverschluss
      Als letzte Arbeit habe ich das elastische Kordelband in die Kapuze eingefädelt, was im Bild 24 zu sehen ist.

      Bild 24: Regenjacke mit Kordelzug an der Kapuze
      Das Bild 25 zeigt das Endergebnis nach einem ersten Test in leichtem Regen.

      Bild 25: Das Kunstwerk ist fertig
      Gewicht
      Ich hatte ja schon angedeutet, dass das DCF-Reparaturklebeband das Gesamtgewicht der Regenjacke entscheidend beeinflusst hat. Hätte ich es nicht verwendet, würde die Regenjacke weniger als 100 g wiegen.
      DCF-Material (Stoff)                     75 g
      DCF-Reparaturklebeband und
      DCF-Transferkleber                      37 g
      Reißverschluss + Kordel             20 g
      Gesamt                                       132 g
      Das DCF-Material und den Reißverschluss habe ich exakt gewogen. Den Rest, das DCF-Reparaturklebeband und den DCF-Transferkleber (ohne Schutzschicht!!!), habe ich aus dem Gesamtgewicht der Regenjacke „herausgerechnet“. Dabei wird das Gewicht des DCF-Reparaturklebebandes den eigentlichen DCF-Transferkleber deutlich übersteigen.
      Fazit
      Den ersten Test im Regen und unter der Dusche hat die Regenjacke mit Bravour bestanden. Jetzt muss ich noch weitere Tests durchführen und prüfen, wie sich die Regenjacke im täglichen Alltag schlägt.
      Die Regenjacke macht wegen des DCF-Materials einen sehr „gebrechlichen“ Eindruck. Deshalb werde ich Tests mit dem Rucksack sehr vorsichtig angehen.
      Wenn das Problem mit dem Nähen des DCF-Materials gelöst ist, werde ich den Reißverschluss aus Sicherheitsgründen noch annähen. Man weiß ja nie…
      Ob ich das atmungsaktive DCF-Material nochmal verwenden würde?
      Ich kann es nicht genau sagen. Da bin ich zwiegespalten. Unschlagbar leicht ist es ja, wie in der obigen Rechnung zu sehen ist.
      Die nächsten Wochen müssen zeigen, was die Regenjacke kann…
       
    • Von einar46
      Ich denke darüber nach mir aus diesem Stoff eine Regenjacke zu machen. Der Reißverschluss soll ca. 25 cm lang werden. Das bedeutet, dass ich die Regenjacke über den Kopf anziehen muss. Den Stoff habe ich bereits.
      Jetzt meine Frage an die MYOG-Profis hier im Forum.
      Welchen Reißverschluss kann ich verwenden?
      Bei extremtextil habe ich mir die Reißverschlüsse angesehen. So richtig schlau werde ich aus den angebotenen Reißverschlüssen und den ganzen Bezeichnungen (3C, Spirale, YKK usw) nicht. Aber ich kann ungefähr formulieren, welche Eigenschaften der Reißverschluss haben sollte:
      wasserdicht weiß oder grau (wie der Stoff) Reißverschluss soll nicht überdimensioniert sein, d.h. muss zum Stoff "passen" Ich möchte die Regenjacke kleben. Das sollte auch mit dem Reißverschluss gehen oder bin ich da auf dem "falschen Dampfer" und der Reißverschluss muss angenäht werden? Danke für Eure Hilfe.
      Gruß Reinhard
    • Von hiker
      Ich nutze seit knapp 3 Jahren das Tarptent Bowfin 1. Gewicht ca 1000g.
      Ich bin damit sehr zufrieden. Da ich normalerweise keine Stöcke dabei habe ist das Zelt so wie es ist - mit Gestängebogen und zwei Eingängen - optimal für mich. Relativ viel Platz und dennoch leicht.
      https://www.tarptent.com/product/bowfin-1s/#tab-id-2
      (ich habe die alte/erste Version, da lässt sich der Himmel nicht so öffnen - es hat dafür andere Vorteile)
      Nun erwäge ich für die Peaks of the Balkans -Tour ein neues Zelt anzuschaffen. Da werde ich Wanderstöcke mitnehmen.
      Frage: Meint Ihr, das macht Sinn? Ich denke da an Six Moon Designs Skyscape Trekker. Es wiegt 810g, hat ebenfalls zwei Eingänge (das gefällt mir einfach) und kann dann mit zwei Stöcken aufgebaut werden.
      https://www.trekking-lite-store.com/six-moon-designs-skyscape-trekker.html
      Kennt jemand dieses Zelt? Wie ist denn da das Raumgefühl? Da es oben eine Spitze statt ner Rundung hat wirkt es sicher viel kleiner?
      'Lohnt' sich der Aufwand für knapp 200g? Ist vielleicht ne blöde Frage... falls es weniger Raum bietet würde ich wohl eher das Bowfin nehmen. Ist ja auch irgendwie verrückt für jede Tour ein extra Zelt zu haben...
      Das SMD Lunar solo wirkt irgendwie kleiner, die Spitze ist mittig, ist vermutlich 'enger' vom Raum...
      https://www.trekking-lite-store.com/six-moon-designs-lunar-solo-2019.html
       
      Mit einem Tarp kann ich mich bisher nicht anfreunden. Bei gutem Wetter schlafe ich sowieso draußen. Nur bei Kälte, Wind, Regen/viel Tau nutze ich das Zelt.
      Meint Ihr, daß eines der Zelte wintertauglich ist? Dem Bowfin traue ich Winter im Mittelgebirge zu.
      Über Meinungen und Anregungen freue ich mich.
      LG Hiker
       
       
       
       
    • Von hmpf
      Je besser die Werkzeuge, desto besser das Ergebnis, daher soll hier eine kleine Sammlung von Hilfsmitteln für MYOG Projekte an der Nähmaschine entstehen.
      1           Planung
      1.1         Software zum Erstellen eigener Schnittmuster
      Zwar habe ich 13 Jahre lang Mathe-Unterricht genossen aber dennoch gehören Algebra und Geometrie nicht zu meinen Stärken. Deswegen bin ich auch Geisteswissenschaftler :D. Zum Glück gibt es Software, mit der man dieses Defizit ausgleichen kann.
      Leider kann ich für die Erstellung von Schnittmustern nur kostenpflichtige Software empfehlen, weil ich mit anderen Programmen keine Erfahrung habe und diese auf den Rechner im Digilab der Bibliothek verfügbar sind.
      Zunächst ist da SketchUp von Google. Dieses Programm ist übersichtlich und bietet sich für den Einstieg an. Es lassen sich einfache geometrische Formen einfügen, Längen und Winkel bestimmen. Es ist für MYOG Projekte mit geraden Linien vollkommen ausreichend und die erstellten Modelle lassen sich auch maßstabsgetreu ausdrucken.
      Wesentlich komplexer und daher auch mit mehr Möglichkeiten ausgestattet ist Rhino 3D. Auf dieses Programm hat mich @Andreas K. gebracht und bin ich nachhaltig beeindruckt. Es erfordert m.E. eine intensivere Einarbeitung, dafür lassen sich aber auf professionelle Ergebnisse erzielen.
      1.2         Software zum Skalieren von Vorlagen
      Für viele Projekte liegen Anleitungen mitsamt Schnittmuster vor, die man getrost übernehmen kann. Der große Vorteil hierbei ist, dass bereits alles durchdacht ist und Denkfehler und Schwierigkeiten dokumentiert sind. Weiterhin hat man mit Glück jemanden zum Ansprechen bei Problemen mit der Umsetzung.
      Gerade bei Kleidung und Schlafsystemen gibt es unterschiedliche Größen und es lohnt sich die Vorlage zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein hilfreiches kostenfreies Programm dazu ist Poste Razor Link zu Chip. Hiermit lassen sich Bilder in beliebiger Größe ausdrucken und eine Vorlage auf mehrere Blätter verteilen, die im Anschluss nur noch zusammengeklebt und beschnitten werden müssen.
      1.3         Papiermodelle und Schnittvorlagen
      Nicht immer gelingt es, von einem Bild auf dem platten Bildschirm auf das fertige Projekt in 3D zu schließen. Gerade, wenn nur ein Schnittmuster vorliegt lohnt es sich Papiermodelle im Maßstab von 1:10 anzufertigen. Auf die Idee bin ich durch den Blog von @HAL23562 (Link zu plünnenkreuzer) gekommen.
      Ist der Schnitt dann optimiert bietet es sich an, eine Schablone herzustellen. Zum einen lässt sich schwieriges Material wie dünnes, silikonisiertes Nylon wesentlich besser schneiden und zum anderen geht die Herstellung eines zweiten Modells schneller.
      Wenn die Projekte etwas größer sind, wird dementsprechend mehr Pappe benötigt (falls man nicht wie @Southern Flyer alte Seekarten oder wie @wilbo 150 x 5000 cm Backpapier am Start hat). Anfangs habe ich aus runtergerockten Umzugskartons eine Patch-Work Pappe zusammengebastelt. Inzwischen gehe ich aber zum Fahrradladen um die Ecke, der hat immer riesige Versand Kartons parat und ist froh, wenn er nicht immer die Altpapiertonne stopfen muss. Alternativ war ich auch schon mal beim Möbel-Laden an den Containern und hatte ebenfalls eine riesige Auswahl.
      2           Abmessung und Anzeichnen
      2.1         Gerade Linien
      Damit die Linien auch wirklich gerade werden lohnt sich ein Besuch im Baumarkt, um folgendes zu kaufen:
      Trapez-Kartätsche: wird eigentlich zum Verputzen benutzt und hat eine abgeflache Kante, an der man wunderbar den Stift, den Rollschneider und den Heißschneider entlangführen kann. Ich selbst habe eine 2m lange aus Alu von Obi für 25€ und würde beim nächsten mal auch 2,50m kaufen, da gerade die Schnittkanten bei Tarps so lang sein können.
      Kreuzlinien-Laser: Am Anfang ein Strich und am Ende, dann den Laser angelegt und die Linie nachgezeichnet, das wars. Super praktisch. Kostenpunkt sind 10-25 €. Gibt es manchmal auch beim Discounter.
      Winkel: Alternativ zum Laser gibt es im Baumarkt auch zahlreiche Winkel, in verschiedenen Größen und Materialien, von denen sollte auch einer in den Einkaufswagen
      Neben dem unerlässlichen Zollstock komnmen weitere Messwerkzeuge hinzu: Messschieber (nützlich, um die Nähbreite abzumessen), Geo-Dreieck, 360Grad Winkelmaß (hab ich eigentlich noch nie gebraucht) , extra breiter Messschieber (damit lässt sich gut die Nahtzugabe einzeichen). 
      2.2         Kurven
      Erneut gebührt der Dank @HAL23562 der eine einfache Methode zur Anfertigung von catenary cuts veröffentlicht hat (Link zu plünnenkreuzer). Voraussetzung dafür ist eine vorhandene originalgetreue Schablone. Dazu werden noch Bleischnur, eine Wasserwaage und ein paar Pinnwand – Nadeln benötigt.
      2.3         Anzeichnen
      Für das Anzeichnen selbst sind auch verschiedene Hilfsmittel nötig, da nicht überall die Universal Schneiderkreide (Stichwort für den Onlineshop: Schneiderkreidestift oder Kreidestift, Kosten: 3- 5 €) deutlich zu sehen ist. Gerade bei beschichteten Stoffen muss man nur einmal darüberwischen(wie es bspw. @doman bei der Anfertigung seines Kältebrücken freien Schlafsacks passiert ist) und schon ist nichts mehr zu sehen.
      Für kurze Linien hat sich beim mir ein Stück Seife bewährt, was mit dem Messer angespitzt auch sehr fein malt. Leider ist der Abrieb sehr hoch und die Seife wird schnell unpräzise.
      Wenn die Striche hinterher eh in der Naht verborgen sind, geht auch ein schmaler Edding, der hat bisher auf jeder Beschichtung gehalten.
      Für unbeschichtete Stoffe habe ich in verschiedenen Farben Magic Marker (Kosten: 2 -5 € pro Stück), dessen Füllung an der Luft oxidiert und damit nach einiger Zeit verschwindet. Daher sind diese nicht dafür geeignet, wenn auf die Anzeichnung nicht unmittelbar der Zuschnitt folgt. 
      Für meinen letzten Rucksack habe ich Cordura und Nylon mit PU Beschichtung verwendet, hierbei haben sich Buntstifte aus dem Grundschul-Etui absolut bewährt. 

      Damit der Stoff beim Anzeichen nicht verrutscht, sollte er beschwert werden. Dazu eignet sich alles Mögliche: Reissäcke, Dosen, Kissen, Einmachgläser, Unterlegscheiben M6 (Tipp von @ThomasK), 10 Kg Gewichte vom Flohmarkt (wie @wilbo sie verwendet).
      3           Zuschnitt
      Eine der nervigsten Eigenschafften von dünnem Nylon ist das Ausfransen der Ränder (Hier sieht man, was bei unversiegelten Nähten passieren kann). Gerade, wenn der Stoff noch mehrfach verschoben oder nach dem Zuschnitt noch gelagert wird, lösen sich die Ränder auf und die Schnittkante ist nicht mehr einheitlich gerade. Der Versuch mit dem Feuerzeug, die Kanten zu versiegeln ist bei mir stets gescheitert. Wesentlich besser lässt sich mit einem einfachen Lötkolben arbeiten (gibt es auch oft im Discounter oder massenhaft auf Ebaykleinanzeigen: 10-15 €). Einfach an der Trapezkartätsche entlanggeführt ist die Kante gerade und versiegelt.

       
      Präziser und professioneller aber auch teurer ist ein Heißschneider (70-90 €) mit spezieller  (20 - 30 €) Schneidespitze. Damit lässt sich auch Gurtband sehr gut versiegeln. Damit die Spitze nicht wegen der Unterlage abstumpft und die Hitze verlustfreier übertragen wird, empfiehlt sich ein spezieller Schneidefuß, der entweder für 30 Euro erworben oder mit einem U-Profil aus dem Baumarkt für 5 Euro nachgebaut werden kann (Der Dank geht für dieses Idee geht an @doman von crosshammock.com).

       
      Sofern ohne Schneidefuß gearbeitet wird, sollte eine möglichst flache Ebene untergelegt werden. Bei mir sind es einfach zwei Laminatteile vom Sperrmüll. Von @kra kam aber auch noch der Tipp Linoleum-Bodenbelag vom Bodenleger aus dem Restelager zu besorgen.
      Eine weitere Alternative, die @khyal im Nähkoffer hat (aber hauptsächlich Seile damit schneidet), ist eine Lötpistole mit entsprechender Seilschneidespitze. Dieses Set liegt im Preisbereich von 20-30€ und bietet gegenüber dem einfachen Lötkolben den Vorteil, Hitze auf Knopfdruck zu liefern und ergonomisch besser in der Hand zu liegen. (Ein klassischer Brennpeter wird quasi wie ein Stift geführt)
      Für alle anderen Stoffe lohnt sich die Anschaffung einer ordentlichen Schneider-Schere  (> 20€) und eines Rollschneiders (15 -25 €)Gerade mit dem Rollschneider lassen sich Rundungen besser schneiden. Das ist zumindest mein Empfinden. Was besser geeignet ist, hängt eigentlich nur von den Skills und den Vorlieben ab. Damit die Rollschneider-Klinge scharf und das Parkett makellos bleibt, bietet sich eine Schneidematte an (ab 20 €), sonst macht das Schneiden keinen Spaß. Es sollte eine Matte mit mehrere Schichten sein, diese schont die Klinge und die Nerven.

      4           Nähen
      4.1         Fixierung
      Nachdem nun alle Teile natürlich fein säuberlich zugeschnitten sind, kommt die nächste Herausforderung: das eigentliche Nähen. Doch bevor die Nadel den Stoff durchlöchern darf müssen die einzelnen Teile aufeinander fixiert werden.
      Stecknadeln und Wonder Clips: Über lange Zeit haben sich Stecknadeln zum Abstecken bewährt. Sie sind günstig und universal und wenn sie exakt im 90 Grad Winkel zur Naht stecken,  lässt sich auch direkt darüber nähen (auch wenn ich das nicht empfehle, da die Nähmaschine Nadel dadurch Schaden nimmt). Ein gewichtiger Nachteil ist, dass die Nadeln weitere Löcher verursachen und den Stoff unnötig schwächen, deshalb gibt es als Alternative sogenannte Wonder Clips. Mit ihnen lässt sich alles, was am Rand liegt mühelos fixieren ohne den Stoff zu beschädigt. Stecknadeln und Clips sollten in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, für einen Quilt habe ich bspw. 50 Clips (15 €) benötigt, damit auch ja nichts verrutscht.

      Klebe– Stift, wenn’s mal rutschig wird: Bei glatten, rutschigen Stoffen hilft es sie vor oder beim Abstecken zusätzlich mit einem Klebestift zu fixieren. Dadurch können beide Stofflagen nicht so einfach gegeneinander verrutschen und die Maschine hat es leichter mit dem Transport. Etwas aufwendiger, dafür genauer hat auch @ULgeher einen Tramplite Klon angefertigt und eine bebilderte Anleitung geliefert.
      Vielfach wird bei der Buffle-Herstellung eines Daunenquilts Maler-Klebeband verwendet, um die Moskitonetz Streifen auf Position zu halten. Beispiele dazu:
      03.2016 Karo Step von @Raeuberin, 02.2018 Querkammern von @bergziege, 01.2018 Karo Step von @Southern Flyer,  06.2019 Karo Step @Jonathan,  11.2019 Schlafsack mit Querkammern von @doman Deshalb sollte auch Maler Klebeband in keinem MYOG-Nähkoffer fehlen.
      4.2         Maschine
      Nadel und Garn: Die richtige Kombination von Nadel, Faden, Stoff und Maschine ist essentiell und eine Wissenschaft für sich. Daher soll an dieser Stelle kein Ratgeber für die richtige Auswahl stehen, sondern nur auf die in diesem Forum geläufigsten Garne eingegangen werden. Als Nadeln wird stets die Microtex Variante (ab 4€ für ein 5er Paket)empfohlen (wie hier von @micha90 in seiner grandiosen Anleitung für einen Kunstfaser Quilt), da diese mit ihrer dünnen Spitze dem Stoff am wenigstens schaden.

       
      Und als Garn gibt es die Wahl zwischen einem Polyester Garn von Alterfil  (4€) und einem Polyester Garn mit Baumwollkern, beim Hersteller Rasant bekannt unter dem Namen Corespun. Dieses empfiehlt der Profi Waldschneider @Andreas K. in seinen zahlrreichen, detaillierten Anleitungen zur Rucksackherstellung, weil bei Nässe der Kern aufquillt und die Nahtlöcher abdichtet.
      Die Anleitungen von @Andreas K. in chronologischer Reihenfolge: 
      08.15 Ein Rucksack mit Rollverschluss,  12.2015 Ein robuster Rucksack für Wintertouren, 07.2016 und noch ein Rucksack, 07.2016 Und noch ein Rucksack... UPDATE, 09.2016 Ein Rucksack mit Frontöffnung, 01.2018 Ein robuster großvolumiger Rucksack für Wintertouren, 01.2018 Ein Rucksack mit Frontöffnung - Finale Version Wenn man mehrere Garne zur Auswahl hat und diese sortieren will, kann man einfach wie @ThomasK (Link zum Beitrag) und @ALF (Link zum Beitrag) Nägel auf ein Brett schlagen und die Spulen daraufstecken. @doman empfiehlt, das Garn nicht offen zu lagern, um Verschmutzungen, die die Funktion einschränken zu vermeiden. 
      Einfädler und Fadenschere: um den Faden durch das Nadelöhr zu führen braucht es eine ruhige Hand oder eine Einfädel-Hilfe. Einige Maschinen haben solch ein Teil integriert, ansonsten gibt es Nadeleinfädler, die man im Multiuse auch zum Zeckenentfernen nutzen kann, falls man mal eine Nähmaschine samt Zubehör mit auf Tour nimmt :D.
      Eine scharfe Fadenschere macht richtig Spaß, am Anfang habe ich entweder den integrierten Faden Abschneider oder eine Nagelschere benutzt. Seitdem ich eine Fadenschere habe, freue ich mich auf jedes Nahtende. Wichtig ist dabei, entweder eine mit ab montierbaren Klingen zum Schärfen zu kaufen oder mehrere parat zu haben. Eine stumpfe Schere macht weder beim Stoff, noch beim Faden Spaß. (Die weiße Schere war schnell stumpf und quietscht, die schwarze hält schon länger und lässt sich schleifen) 

      Nahtauftrenner: Ebenfalls unerlässlich ist ein Nahtauftrenner, am besten gleich mehrere, denn ein stumpfer Trenner richtet mehr Schaden an, als er behebt.

      Nähfüße: Grundsätzlich lässt sich alles mit dem Universalfuß der Nähmaschine bewerkstelligen. Welcher Fuß eine sinnvolle Ergänzung ist und arbeitserleichternd wirkt ist abhängig von der Maschine und vom Fuß selber. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kapper für meine Pfaff 90 gemacht (Hier ein Video zur Funktion von Bernina). Immer wieder kommt die die Frage auf (wie jüngst in diesem Thread) ob ein Obertransportfuß sinnvoll ist. Dies ist eine gute Lösung, wenn kein Geld für eine teurere Maschine mit nativen Obertransport ausgegeben werden soll. Allerdings ist es auch umständlicher damit zu arbeiten, weil er laut rattert, das Sichtfeld auf die fertige Naht versperrt und nur vorwärts nähen kann.

      Stichplatte: Für richtig dünne Stoffe (10D abwärts) kann sich auch eine Geradstichplatte für die Nähmaschine lohnen. Das Loch in der Platte ist genau auf den Geradstich angepasst und der Stoff wird nicht mehr in das Unterfadengehäuße hineingezogen. Leider gibt es diese nicht für jedes Modell, deswegen verweise ich erneut auf die Quilt Anleitung von @micha90, wo jene Platte empfohlen wird.
      Anschiebetisch: Bei langen Nähten, wie sie beim Tarp-, Rucksack- und Quiltbau des Öfteren vorkommen sollen, ist Anschiebetisch sehr nervenschonend. Hierzu benötigt es eigentlich nur eine Stichsäge und ein rechteckiges, ebenes Stück Holz vom Sperrmüll und irgendwas als Füße.


      Weiteres Zubehör für die Maschine: Wenn die Naht exakt werden soll kann man auch einen Seitenanschlag zur Hilfe nehmen, an dem die Stoffkante gleichmäßig entlanggeführt wird. Bei meiner Maschine ist ein Anschlag zum anschrauben mit dabei, es gibt aber auch magnetische Hilfen, die sich auf mechanischen (keine computergesteuerten) Maschinen befestigen lassen.
       
      Reinigung und Wartung: Mit der Zeit sammeln sich allerhand Flusen und Fadenreste an und verstopfen die Mechanik der Maschine, daher sollte sie regelmäßig mit einem Pinsel gereinigt werden. Dazu schraube ich mit einem passenden Schraubendreher oder einer passenden Geldmünze die Stichplatte ab und pinsele alles weg, wo ich rankomme, danach puste ich mit einem Blasebalg, der früher der Objektivreinigung diente hinterher (das mit der Druckluft ist allerdings ein umstrittenes Thema und wird oft abgeraten).
      Bei mechanischen Maschinen darf alle paar Nähstunden ein Tropfen Nähmaschinen Öl nicht fehlen.

      Einige Stoffe lassen sich auch komplett Kleben, dazu wird dann noch ein Tapetenroller oder eine Andrückrolle, sowie ein Spatel zum Verteilen des Klebers benötigt. Tipps zum Kleben von silikonisierten Stoffen finden sich hier im Forum und bei Plünnenkreuzer, für Dyneema gibt es hier im Forum auch einen Thread.
      Welche der gezeigten Helferlein findet ihr überflüssig und was fehlt noch in meinem Nähkoffer? 
    • Von Thilo_DH
      Hallo und frohen dritten Advent 
      Ich Plane gerade einen Kunstfaser Quilt als mein erstes Myog Projekt, welcher in erster Linie auf einer zwei Monatigen Radtour im (ende April bis ende Juni) durch die Alpen und Karpaten eingesetzt werden soll.
      Daher vermute ich, dass ich einen Quilt mit einem Komfortbereich von minus 5 bis minus 7° Celsius  benötigen werde. Als Isomatte wird eine Thermarest NeoAir verwendet.
      Welche Isolationsdicke und welche Stoffe (Sowohl Isolation als auch Außenstoffe) würdet ihr dafür empfehlen 
      Lg Thilo 
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