Jump to content
Ultraleicht Trekking
Jan el mochilero

Von Heimat zu Heimat, eine Bikepacking Tour durch Deutschland

Empfohlene Beiträge

 

Die kalten Finger und Zehen beim Fahrrad fahren, die der hereinbrechende Winter mir gerade beschert, lassen mich zurück an den nicht lange zurückliegenden Oktober denken, der dieses Jahr so besonders warm und schön war.

Schon lange hatte ich den Plan, die Strecke zwischen meinen beiden Heimatsorten, nicht nur mit dem Bus oder Zug, sondern mit dem Fahrrad zu überwinden. Für gewöhnlich braucht man zwischen fünf oder sieben Stunden um von Berlin nach Aalen, ein Städtchen in Süddeutschland, zu gelangen,; Je nachdem welches Transportmittel man wählt. Auf nur zwei Rädern sollte es diesmal um einiges langsamer gehen, dafür aber um ein vielfaches spannender werden als eine Flixbusfahrt auf der Autobahn.

 

Mit dem Kartenprogramm Kommot, plante ich eine Route, die viel Natur mit einschließt, Dörfer und Städte meidet und aus möglichst viel nicht asphaltiertem Untergrund besteht. Mit einem Abstecher durch den Harz sowie nach Würzburg, kommt die Strecke auf insgesamt 700km, die ich an sechs Tagen abfahren wollte.

https://www.komoot.de/tour/46619585?ref=wtd

Die Reise war für Fahrrad, Equipment und mich eine Premiere in Sachen Bikepacking. Bislang hatte ich nur kleinere, ein bis zwei Tagestouren unternommen. Dementsprechend aufgeregt war ich, als ich mit Profilreifen und für sechs Tagen Proviant in den selbstgenähten Taschen, mich früh morgens auf mein Gravelbike schwang. Bei strahlendem Sonnenschein rollte ich auf bekannten Wegen durch den Grunewald in Richtung Süden.

 

Ich hatte versucht mir die Strecke der ersten Tagesetappe so gut wie möglich ins Gedächtnis zu prägen, denn die Herausforderung dieser Tour würde dieses Mal nicht das Unbekannte eines fernen Landes sein, sondern eher mein Smartphone immer mit genügend Strom versorgt zu wissen. Ich hatte mir nur eine grobe Übersichtskarte ausgedruckt. Diese sollte mich davor bewahren nicht völlig zu verzweifeln sollte mein Handy dann doch unerwartet den Geist aufgeben.

 

large.DSC04130.jpg.5e0ccdd4aad59b9ef1b339b5fc512156.jpg

 

Schnell musste ich feststellen, dass das Vorankommen stark vom Untergrund abhängig ist. Ich liebe Kiefernwälder. Jedoch bedeuten Kiefern auch meist sandigen Boden und so quälte ich mich in weiten Teilen Brandenburgs entweder im kleinsten Gang oder zu Fuß über kerzengerade Forstwege. Mir war nicht bewusst dass man trotz null Prozent Steigung und ohne Gegenwind so langsam sein kann !
Als die Sonne unterzugehen begann und ich den Hilferufe meiner Oberschenkel endlich Beachtung schenken musste, baute ich mein Lager auf einer kleinen Waldlichtung auf uns ließ es für heute gut sein.

 

large.DSC04090.jpg.59f5d2f8ba19a73e80d02d881a5cf392.jpg

 

 

Meine Tagesetappe hatte ich zwar nicht ganz erreicht, was den grandiosen Sonnenuntergang aber in keinster Weise unatraktiver machte. Die Bäume zogen lange Schatten in der violetten Abendluft und im abnehmenden Kreis der Sonne zogen die Silhouetten zweier Reiter vorbei.

In den darauffolgenden Tagen sollte ich an jeden Morgen und Abend in den Genuss eines nahezu perfekten Sonnenauf-, beziehungsweise Untergang kommen.

In der Frühe noch in Handschuhe, Balaklava und Schichtsystem gehüllt, fuhr ich weiter bis ich mittags trotz kurzer Hose und Trikot, schwitzend, eine Pause einlegte und mit dem Kopf, gut gebettet auf einem Packsack, ein Schläfchen machte. Was kann man sich schöneres vorstellen, als durchs Land zu ziehen,  wann immer man will die Seele baumeln zu lassen oder es auf Singeltrails ordentlich krachen zu lassen und in die wunderschöne Herbstlandschaft einzutauchen. Kurzum, ich kam mir vor wie ein Landstreicher aus alten Tagen.

 

 

large.DSC04114.jpg.72947ba212bd68a2465d9e0406cc7273.jpg

 

large.DSC04118.jpg.779f5a892a677c3f5d37f6f138b8895f.jpg

 

 

Die Pausen hatte ich allerdings auch nötig. Meine penible Streckenplanung stellte sich dann doch als ungenügend heraus, da mich die Route oft auf Waldarbeiterwegen führte die wahrscheinlich zuletzt vor zwanzig Jahren benutzt wurden. Ultraleicht macht auf jeden Fall auch im Fahrradtourenbereich Sinn, im Gegensatz zu vielen Meinungen; zumindest wenn man vor hat oder gezwungen ist sein Bike des öfteren zu schieben.

Feldwege sind nicht gleich Feldwege, zumindest in Deutschland nicht. Die Größe der Steine, die den Belag darstellen, nehmen in südlicher Richtung stetig zu. Die tiefen sandigen Wege in Berlin und Brandenburg weichen allmählich den Geröllstraßen Sachsen-Anhalts und werden in Thüringen zu Mondoberflächen ähnlichen Passagen. Erleichterung bringen dann die in Bayern und Baden-Württemberg vorwiegenden fest komprimierten Schotterpisten, über die sich es so herrlich rasen lässt.

 

 

large.DSC04122.jpg.bd8e08dabd59656965355f47cf4f95eb.jpg

 

 

In welchen Bundesland ich mich gerade befand gab mir nicht nur meine Beobachtungen über den Bodenbelag Auskunft, sondern auch Ihre Bewohner selbst. Wechselnde Akzente und Begrüßungsfloskeln verrieten mir schnell wo ich mich gerade befand. Als ich nur noch statt "servus" das mir vertraute "Grüß Gottle" vernahm, wusste ich, dass mein Ziel nicht mehr weit sein konnte.

Dennoch entschied ich mich dafür noch eine Nacht im freien zu verbringen anstatt erschöpft und im Dunkeln zu Hause anzukommen. Ein weiteres mal den Biwaksack ausrollen, den Spiritusbrenner anzünden und die harten Muskeln dehnen.

 

 

large.DSC04138.jpg.1cb8509a85eae9b28bf8a8915b2ad559.jpg

 

 

In wenigen Minuten hatte ich meine Freezerbagnudeln vertilgt und zufrieden schaute ich dem Landwirt zu, wie er auf seiner riesigen Maschine, wie auf einem Tron sitzend, seine ernte einholte. Am nächsten Morgen ging es auf abermals bekannten Wegen Richtung Heimat und mein kleines Abenteuer damit zu Ende.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Am 2.12.2018 um 10:55 schrieb Schildkröt:

Danke für den schönen Bericht! Magst Du vielleicht noch etwas zu Deiner Ausrüstung etc. schreiben?

Gerne: Also viel hatte ich nicht dabei und selbst das war fast schon zu viel. Obwohl der Wetterbericht so tolles Wetter verheißen hatte, traute ich dem Segen nicht ganz und hab noch zusätzlich zum Tarp einen Biwaksack, Regenhose und wasserdichte Schuhüberzieher  eingepackt. Alle drei wurden nie benutzt und an der Hälfte der Abende hab ich mir sogar das Aufbauen vom Tarp selbst gespart. 

Geschlafen habe ich im Null Grad Dauenschlafsack, auch wenn mein "As Tucas" Quillt wahrscheinlich ausgereicht hätte.
Die abendlichen Nudelnschlachten wurden auf einem Dosenkocher mit Spiritus ausgetragen und der schwerste Luxus den ich mir gegönnt habe, war ein Buch von Bukowski. 

Werkzeug hatte ich nur ein Minitool, Luftpumpe und Schlauchflicken dabei. In Würzburg hab ich mir noch einen Ersatzschlauch nachgekauft weil ich den anfangs nicht für nötig hielt. Ein Durchschlag hatte mich dann aber schnell meiner zwei Flicken entledigt und so hätte ich bei ner weiteren Panne wohl schieben müssen.

Die Lenkerrolle, die Rahmentasche sowie die "Cockpit"-Tasche sind Marke Eigenbau und hatten wie gesagt Premiere. Die Satteltasche ist von Alpkit ( Koala 13l). Ich war erstaunt wie stark die Reibung auf Stoff und Rahmen gewirkt hat. Schon nach ein paar Tagen haben die Trinkflaschen ein Loch in die Rahmentasche gescheuert. Beim nächsten Projekt kommen an solche Stellen dann Verstärkungen.  

Die Fotos habe ich mit einer Sony Cyber-shot DSC RX100 III geschossen. 

Hier ist noch meine Packliste:
https://www.geargrams.com/list?id=50790

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Am 30.11.2018 um 12:48 schrieb Roiber:

Vielen Dank, hat Spaß gemacht, das zu lesen - noch dazu garniert mit den hübschen Fotos!

700 km an 6 Tagen auf - so zumindest mein Eindruck - mehrheitlich unbefestigten Wegen scheint mir ein ganz ordentliches Pensum zu sein.

Stimmt ! und ich hatte mir auch zu viel vorgenommen bzw, hatte ich die Steigung und das Terrain ganz schön unterschätzt und bin an meine Grenzen gekommen (=  Schlussendlich sind es dann auch 6,5 tage geworden. Hier ein Auszug aus meinem Reisetagebuch:

  1. Tag 101,64km
    Geschw.15,79
    Zeit 6.27 h
  2. Tag 122,9km
    Geschw. 18,41
    Zeit 6.40h
  3. Tag 130.55km
    Geschw. 18.54
    Zeit 7,02h
  4. Tag ca. 105km
    Geschw. 15.5
    Zeit 6,18h
  5. Tag ca 122.73km
    Geschw. 20
    Zeit 6,08h
  6. Tag 117.49km
    Geschw. 17,02
    Zeit 6,54hh
  7. Tag 45km
    Geschw. 16.69
    Zeit 2,44h

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.


  • Gleiche Inhalte

    • Von Lowtec
      Nach dem aus der Reise zum Pamirhighway im letzten Sommer nichts wurde sollte es dafür im Winter nach Mexico auf den Baja Divide Biketrail gehen. Reichlich Informationen dazu gibt es z.B. unter bajadivide.com. Der Flug nach La Paz war schnell gebucht, am 27.12 sollte es los gehen. Der Trail ist über 2700 km lang, daher war vorher schon klar, dass ich ihn nicht komplett fahren konnte, da ich nur ca. 10 Radtage zur Verfügung hatte. Ich entschied mich dazu dem Trail von La Paz aus in entgegengesetzter Richtung nach Norden zu folgen und dann ggf. den einen oder anderen Schlenker ab zu kürzen und dann am Ende mit dem Bus wieder nach La Paz zu fahren.
       
      Die Flüge verliefen problemlos und ich kam dank der Zeitverschiebung am nächsten Vormittag recht gur ausgeschlafen am Interationalen Airport von La Paz an.(Bei dem Namen hätte ich ihn mir deutlich größer vorgestellt). Leider war mein Hinterbau vom Transport verbogen, so dass ich Mühe hatte das Hinterrad einzubauen, aber letztlich habe ich doch alles zusammen geschraubt bekommen.
      Beim Autovermieter deponierte ich meine Fahrradtasche. Nach der langen Anreise hatte ich keine Lust auf Stadtbesichtigung und wollte gleich los legen. La Paz ließ ich daher links liegen. Auf staubigen Pisten ging es durch Buschland zur MEX 1. Roadrunner hieß mich in seinem Land willkommen, das ging schon mal gut los. Auf der MEX 1 hielt sich der Verkehr auch in Grenzen und ich kam gut voran. Die Polizeipatrolien mit MG irritierten mich anfangs ein wenig. Leider bekam ich in keinem Laden eine passende Gaskatusche, aber noch war ich frohen Mutes, dass ich die noch finden würde. Der Track biegt dann bald von der Haubtstraße ab und führt zunächst auf Asphalt, dann auf Schotter an der Küste entlang. Cool fand ich die riesgen Kakteen und die Geier die über mir kreisten. Auch Pelikane waren im Formationsflug unterwegs.

      An einem kleinen Laden füllte ich meine Wasserflaschen auf, hätte ich gewust, wie spärlich die Versorgungslage später ist, dann wäre mein Einkauf größer ausgefallen. Gaskatuschen gab es wieder nicht. Nachmittags wurde es richtig heiß und die Wasservorräte schwanden dahin. Am späten Nachmittag kam ich dann durch den „Ort“ Punta Coyote (Drei Hütten und eine Kirche), hier sollte es laut Beschreibung einen Laden geben, ich fand nichts und fuhr weiter. Einen km später traf ich dann einen Italiener, der den Trail nach Süden fuhr und auch Spanisch konnte, der half mir bei der Suche nach dem Laden. Glück gehabt! Ein kurzes Stück fuhr ich noch weiter bis ich diesen schönen Platz, direkt am Meer zum Zelten fand.
    • Von QuasiNitro
      Tach auch,

      da hier auch Bikepacker unterwegs sind - biete also eine Specialized Burra Burra Drypack 23L Lenkertasche / Rolle fürs Bikepacking an. Den Burra Burra Drypack habe ich ich im Dezember 2017 bei BIKE24 (de) für 44,90€ gekauft (Rechnungen ist vorhanden). Der Drypack kam aber erstmals dieses Jahr und auch nur für 10 Tage zum Einsatz. Der Zustand ist entsprechend gut ohne irgend welche Beschädigungen dergleichen (siehe Fotos) und absolut dicht bei voller Funktion! Auf der Frontseite ist ein praktischer Zipper angebracht und über die durch den doppelten Boden vorhandene Extratasche läßt sich einiges an Kleinkram oder größere und flache Sachen, wie zum Beispiel eine zusammen gefaltete Zeltunterlage verstauen. Über die Druckknöpfe an den Rollverschlüßen kann man den Drybag mal schnell verschließen, wenn man ihn später wieder befüllen und per Rollverschluß richtig zu rollen möchte. Sehr durchdacht und gut in der Handhabung! Mir ist er allerdings etwas zu groß, weswegen ich ihn hier anbiete.

      Preis: 28€ incl. kostenlosem Versand in D per DHL Großbrief. Den Preis halte ich für absolut fair - bitte keine Verhandlungsangebote!

    • Von Lowtec
      Ende Juli war ich zum Bikepacken für ca. zwei Wochen auf Island. Zur Vorbereitung hatte ich mich in diesem Faden von euch Beraten lassen:(
       
      Gefahren bin ich letztendlich mit diesen Setup: (Den megaschweren und zurecht kritisierten Exped Rucksack habe ich vorsichtshalber nicht mit auf dem Bild)

      Geplant hatte ich von Keflavik aus südlich entlang der Halbinsel Reykanes in Richtung Selfoss zu fahren und von da aus in Richtung Geysir Gullfoss auf der 35 und dann später auf der F35 (Köjurroute) ins Hochland zu fahren, dort einen Abstecher zum Keringijaföl zu machen und dann weiter durch das Hochland in den Norden zu fahren. Auf der Ringstraße wollte ich dann weiter nach Osten auf der Ringstraße nach Akureri fahren. Von da aus dann weiter nach Husavik zum Walewatching und dann zurück auf die Ringstraße und zum Myvatn, von da aus wollte ich dann auf der 88 zur Askia. Ab da war der Weg noch nicht weiter geplant, entweder sollte es wieder zurück zur Ringstraße gehen und dann über die Ringstraße zum Jarkusalon (den wollte ich unbedingt sehen) oder die schwere Piste 910 zur Sprengisandur und dann durchs Hochland zu Landmanalaugar und von da aus die 208 zur Ringstraße und zum Jarkusaljon.- Soweit der Plan, gefahren bin ich dann doch etwas anders.
       
      Mit etwas Verspätung bin ich am 16.6 um 1:15 in Keflavik gelandet. Der Flug war für mich, der seit der Schulzeit nicht mehr geflogen ist schon spannend.Dank zweier Kinder, die auf dem Flug neben mir saßen konnte ich auf dem Flug kaum schlafen, so dass ich ziemlich müde war und mir nur mein Gepäck geschnappt habe und mir eine ruhige Ecke zum schlafen suchte. Hr bin ich dann aufgestanden. Erstmal wollte ich mein Rad zusammenbauen, dafür habe ich mich in den Vorraum des Flughafens gestellt. Als ich das Rad halb zusammengebaut hatte kam ein freundlicher Mitarbeiter des Flughafens und wies mich darauf hin, dass ich mein Rad dort nicht aufbauen dürfe.
      Super, jetzt musste ich erst einmal mein in dem Raum verteiltes Gepäck und Werkzeug zusammensammeln und draußen im Nieselregen mein Rad fertig montieren. Im Internet Hatte ich gelesen, dass es auf dem Flughafen Schließfächer gibt, hier wollte ich meine Radtasche einschließen. Nach dem ich mehrmals im Flughafen auf und ab gegangen war habe ich an der Info nachgefragt, wo ich denn mein Gepäck lassen könne. Sie wies mir den Weg zum BikePit, wo ich mein Rad wunderbar hätte zusammenbauen können, aber Schließfächer waren auch hier keine zu finden. Nach weiterer ergebnisloser Suche am und im Flughafen habe ich mich dazu durchgerungen meine Tasche unter dem BikePit zwischen den Fahrradkartons zu verstecken und darauf zu hoffen dass die Tasche auch in zwei Wochen noch da wäre.
      Dann ging es endlich los. Im großen Bogen um den Flughafen, dann auf die Hauptstraße nach Reykjavik, der ich nur kurz folgte um dann auf eine Nebenstraße nach Süden abzubiegen. Hier bekam ich einen ersten Eindruck von der Weite Islands, die Rauchfahnen der Blauen Lagune konnte ich schon von weitem sehen, es dauerte jedoch noch eine ganze Weile, biss ich dort war.
       
      Erste Bilder von Island

       

       
      Weiter ging es nach Grindavik und dann nach Eyrarbakki, wo ich die Erste Pause beim Bäcker machte. Zwar wusste ich vorher, dass die Preise in Island hoch sind, aber staunen musste ich trotzdem(aber refill macht es erträglicher).
      Ein kurzer Blick auf die Karte und weiter nach Selfos. Vorbei an blühenden Wiesen fahrend, mit leichtem Rückenwind kamen die ersten Ausläufer des Hochlandes ins Blickfeld.
       
      In Selfos habe ich dann etwas Proviant eingekauft (nochmals wundern über die Preise). Das kleine Stück Ringstraße zur 35 war ernüchternd, viel Verkehr und Lärm (Wie zuhause) die 35 war auch nicht viel besser, egal, ich wollte es heute noch zum Geysir schaffen und habe stoisch weiter getreten. Irgendwann sah ich dann von Ferne den Stokkur spucken, das hat mir für die letzten Kilometer dann noch einmal etwas Schwung gegeben. Am Geysir war Highlife angesagt, Busladungen von Touristen stapften die Wege entlang, ein Hotel, Schwimmbad und Campingplatz gibt es dort. Trotz der Menschenmassen war ich schwer beeindruckt von dem allgegenwärtigem Brodeln, dem Schwefelgeruch und natürlich vom Stokkur, des in unregelmäßigen Abständen ausbricht. Übernachtet habe ich auf dem wirklich schönem Campingplatz. Nach Dusche, Plausch mit anderen Radfahrern und Nudeln mit Tunfisch fing es an zu tröpfeln und ich habe mich ins Zelt verkrochen, wo ich dank Oropax schnell einschlief.
       
       

      Am nächsten Morgen machte ich mich gegen halb Acht auf in Richtung Gullfos, natürlich machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Stokkur. Es war jetzt deutlich ruhiger aber etliche Fotografen waren schon auf der Lauer. Das Wetter war trocken, meine Wetterapp kündigte jedoch Regen und Wind für den Vormittag an. Ich ärgerte mich ein klein wenig, dass ich nicht früher los gekommen bin, aber im Urlaub stelle ich mir keinen Wecker. Nach 10 Kilometern erreichte ich den Gullfos, noch war ich fast ganz alleine am Wasserfall, man sieht aber an dem Parklatz und den Souvenirläden, dass das nicht immer so ist.

       
       
      Nachdem ich ordentlich Fotos geschossen hatte, ging es auf der 35 weiter nach Norden. Irgendwie kam ich heute nicht richtig in die Gänge. Als die 35 zu F 35 wurde, kamen immer wieder mal Schauer herunter und der Wind hatte merklich aufgefrischt. Der Wind kam zwar schräg von Hinten, jedoch so stark von der Seite, dass er nicht wirklich eine Hilfe war. Kurz vor der ersten Brücke machte ich eine Pause, kochte mir im Schutz eines Felsens einen Tee und verdrückte einen ganzen abgepackten Kuchen. Das hatte mir gefehlt. Mit neuer Energie ging es weiter hinein ins Hochland. Des Wetter wurde zunehmend schlechter, der Regen kam jetzt teilweise von der Seite, die Schotterstraße hatte etliche Schlaglöcher und die Steigungen wurden steiler. Beeindruckt war ich von den smaragdgrünen Moos streifen entlang der Bachläufe. Beim Anstieg aus dem zweiten Flusstal wurde mir aus einem überholendem Superjeep „Good luck“ zugerufen. Nach dem Anstieg gab ein Berggipfel Windschutz und ich kam besser voran. Ab und an schlich sich aber eine Böe um den Berg und ich musste von den höchsten Gängen in die kleinsten Gänge schalten. Die Landschaft gefiel mir jetzt ausgesprochen gut, es ging stetig bergab und ich hatte mich auch langsam an das Wetter gewöhnt. An einer Hütte am Hvitarvatn gönnte ich mir eines Kaffee und ein Stück Kuchen. Beim bezahlen fragte mich die Hüttenwirtin, ob ich den Wetterbericht gelesen hätte. „Klar, es soll recht kräftig regnen und etwas windig werden.“ meinte ich, schließlich hatte das meine Wetterapp morgens am Geysier so gesagt. „A storm is rising up.“ gab sie mir noch mit auf den Weg. Na ja, mit Wind und Regen komme ich als Norddeutscher schon zurecht, dachte ich mir. Der Weg stieg nun kontinuierlich an und die Landschaft wurde weiter, trotz der schlechten Sicht konnte ich die Gletscher Langjökull und Hofsjökull sehen. Der Wind wurde immer heftiger. Wenn die Straße einen Knick zur Windrichtung machte, war nur noch schiebend voran zu kommen. Auch sonst war das fahren schwierig. An der Kreuzung zum Kerlinarfjöll traf der Wind die Entscheidung. Zum Kerlinarfjöll zu fahren hätte 10 km gegen den Wind bergauf schieben bedeutet. Also weiter auf der 35 zum Hotpot Hveravellir. Was zumindest zeitweise Rückenwind bedeutete. (Warum Islandfahrer immer Floskeln wie „das Wetter trifft die Entscheidung“ oder „das hängt vom Wind ab“ verwenden zeigt sich hier). Der Wind wurde immer stärker, selbst den Isländern schien es jetzt zu bunt zu werden, der Verkehr wurde immer weniger. (Die Straße soll wohl teilweise gesperrt gewesen sein, sagte man mir am nächsten morgen) Das Vorankommen wurde immer schwieriger, zwar kam der Wind weiterhin schräg von hinten, ich musste jedoch immer einen Punkt neben der Straße anpeilen um das seitliche Driften auf dem losen Schotter auszugleichen. Kam der Wind wirklich mal von der Seite oder von vorne, war schieben angesagt. Manchmal hoben dann sogar die Räder ab und ich konnte mein Rad wie eine Flagge im Wind halten... Wenn der Wind richtig von hinten kam, dann bin ich mit 40 oder 50 Sachen über die Wellblechpiste gefegt, wohlgemerkt ohne zu treten. Ziemlich fertig erreichte ich dann Hveravellir, wo ich mir wieder einmal einen Kaffee gönnte. Mit etwas mulmigem Gefühl stellte ich mein Zelt auf dem Campingplatz auf. Auch wenn das Zelt ganz ordentlich flattert, war ich doch erstaunt, wie angenehm es drinnen war. Die obligatorische Nudelsuppe mit Tunfisch und Parmesan war schnell gekocht. Dann ging es die Sehenswürdigkeiten angucken (ein ständig fauchender Schlot und etliche blubbernde heiße Quellen) und ab in den Hotpot. Einfach unglaublich, nach einem harten Tag, mitten im nirgendwo, in einem heiße Pool, vor sich hin zu garen, um einen herum grüne Wiesen, Schafe, den Wind im Gesicht und das röhren der vulkanischen Quelle im Hintergrund.

       
    • Von jos
      bin nicht ganz sicher, ob dies die richtige Forumsecke ist, falls nicht bitte verschieben.
      ich möchte gerne eine kleine tour in der nähe von Berlin machen. Zweck ist es einen netten Ausflug zu machen und gleichzeitig ein wenig Gear zu testen. Also Anreise mit Auto oder ÖPNV, ein paar stunden durch nette Landschaft gehen, irgendwo ein Zelt aufschlagen, am nächsten morgen zurück (oder die runde vervollständigen).
      Die Sächsische Schweiz wäre ein interessantes Ziel, allerdings habe ich gelesen, dass dort Wildcampen streng kontrolliert wird. Hat jemand Erfahrungen bzw. einen Vorschlag für eine solche Tour? 
    • Von MIRRORbroken
      Ich biete einen für die TrailRunning Seite Racing The Planet sonderangefertigten und nur in limitierter Auflage erschienen Rucksack mit zugehöriger anklippbarer Brusttasche an. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und der Rucksack für Trekking, Wandern, (Trail)Running, Fahrradfahren (Bikepacking z.b.) und Alltag durch seine vielseitig nutzbare Aus-Stattung ideal.
      Trotz der vielen durchdachten Detaillösungen beläuft sich das Gewicht bei nur etwa 600 Gramm für den Rucksack und etwa 200 Gramm für die optional anklippbare Brusttasche (mit etwa 4 bis 5 Liter Gesamtvolumen)
       
      Das Volumen des Rucksack schätze ich auf 30 Liter, komprimiert sollten es 20 Liter sein.
      Eine Isomatte und anderes leichtes läßt sich Kompreßionsgummis gut außen befestigen.
      Rückenlänge beträgt etwa +-45 cm (meße ich nochmal genau)
      Sollte also auch für Menschen* mit 42cm Rückenlänge komfortabel zu tragen sein.
      Für mich (und vorallem mein Hohlkreuz) ist das leider zu kurz sodaß der Rucksack nur Probegetragen wurde und somit in sehr guten Zustand ist.
      Bei Trailrunning werden Rucksäcke meistens höher am Rücken getragen, deshalb die relativ kurze Rückenlänge. Viele Menschen* mögen es aber auch beim Wandern und Biken gerne wenn der Rucksack nicht den ganzen Rücken abdeckt. Komfortansprüche sind da also wie bei vielen anderen Dingen relativ individuell.
       
       
      Mein Preis ist 55e (versicherter Paketversand schon enthalten)
      Zusätzliche Infos gibt es bei nächsten vier Bildern zu lesen, falls es danach noch fragen gibt gerne fragen
      Genaues nachwiegen und meßen manche in nächsten Tagen
       
       
       
      Im unteren Teil des Rucksack befinden sich drei Einschubtaschen
      am oberen Teil befindet sich ein kleines Reißverschlußfach, sowie ein Haken (= leichter Handschuhhaken) davor welcher z.b. für trocknende Kleidung welche nicht nur durch orangenen Kompreßionsriemen gesichert werden soll von Vorteil ist

       
       
       
       
       
      Unkomprimierte Seitenansicht
      mit Blick aufs Hauptfach und dahinterliegende kleine Fach wo unter anderem eine Trinkblase oder anderes leicht Platz finden kann. Eine sehr leichte, dünnfe und effektive Rückenplatte verhindert unangenehmes Durchdrücken des Waßers oder der vielleicht doch mal nicht so sorgfältig gepackten Ausrüstung. Das kann auch beim Fahrradfahren von Vorteil sein. Nicht nur zu Fuß und das Gewicht bleibt trotzdeßen sehr nah am Rücken.
      Kleine Hüftgurttaschen können für Snacks oder ähnliches genutzt werden.
      Halterungen für Trekkingpoles, Regenschirm oder ähnliches gibt es ebenfalls

      Das kleine schwarze Dreieck ist der Beginn des robusten Cordurabodens (ebenfalls im ersten Bild erkennbar)
      also kein Leichtrucksack bei dem sich Sorgen ums auf Fels abstellen oder sonstigen rauen Untergrund gemacht werden braucht
       
       
       
       
      Ultraleichte Lastenkontrollriemen auf der Rückseite und ein leicht gepolsterter mit Mesh ausgestatter Rücken verzeihen auch mal unbedachtes Packen. Bequeme Schultergurte leiten Schweiß schnell ab und verteilen komfortabel das Gewicht.
      Eine im übernächsten Bild zu sehende Brusttasche kann an Schultergurt und zusätzlich seitlich eingeklippt werden (Riemen ganz rechts im Bild, ist ebenso links zu finden)

       
       
       
       
      Anklippbare Vordertasche mit Kartenhalterung, Getränkehalterungen für Flaschen bis 0,5 Liter, offen zugängliches Fach für z.b. Regenkleidung, ein Reißverschlußfach und andere Verstaumöglichkeiten ermöglichen es das gesamte Gepäck für den Tag vorne zu verstauen. Durch ultraleichte Kompreßionsriemen ist es möglich die verpackten Sachen schön klein zu packen.
      Um Schweiß beßer weiterzuleiten ist Mesh auf der Rückseite der Tasche verarbeitet

  • Benutzer online   41 Benutzer, 5 anonyme Benutzer, 120 Gäste (Gesamte Liste anzeigen)

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.