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Ultraleicht Trekking

Packraft - Paddel gesucht & Diskussion über Packrafts


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Wie viele Packrafter haben wir eigentlich hier?

Mein 2er Packraft steht in den Startlöchern, nun fehlen noch zwei Doppelpaddel.

Habt ihr einen Tipp für etwas halbwegs leichtes und klein zerlegbares, was nicht sofort ein Vermögen kostet?

Ich denke, um ideale Länge und Bauform. etc. zu beurteilen, macht es Sinn, erst mal etwas Erfahrungen zu sammeln.

Danke!

Bearbeitet von SouthWest
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vor 2 Stunden schrieb questor:

Habt ihr einen Tipp für etwas halbwegs leichtes und klein zerlegbares, was nicht sofort ein Vermögen kostet?

Da wirst du kaum was anderes als im Packrafting-Store finden. Generell gibt es wenig drei- oder vierteilige (das les ich aus "klein zerlegbar" mal raus) Paddel und der Packrafting-Store hat schon eine gute, günstige Auswahl. Es gibt noch die Paddel von Nortik, die sind aber in jedem Fall teurer (und nehmen es mit dem Gewicht nicht ganz so genau <_< ).

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vor 7 Stunden schrieb hrXXLight:

Schau doch mal im Packrafting Store. Die haben da 4-teilige Einsteigermodelle für nen akzeptable Preis.

https://www.packrafting-store.de/Paddel/Doppelpaddel/Anfibio-Basic-4p::630.html?MODsid=9014247ac44f7d3c241b375c491d387e

Lasst bloß die Finger von den anfibio Paddel. Mal davon abgesehen, dass sie völlig überteuert und schlecht verarbeitet sind, laufen sie voll Wasser und gehen unter! Ein absolutes nogo und das noch bei diesem Wucherpreis. Habe ich selbst schon live bei mehreren dieser Paddel gesehen und mir ist es auch schon passiert.

vor 4 Stunden schrieb wilbo:

Etwas weniger Gewicht und optional mehr Länge:
https://www.globetrotter.de/shop/moll-playa-4-teilig-220790-rot/
 

Das ist ein super Paddel. Liegt deutlich besser in der Hand und paddelt sich besser als das olle Anfibio Ding.

vor 5 Stunden schrieb Ziz:

Da wirst du kaum was anderes als im Packrafting-Store finden. Generell gibt es wenig drei- oder vierteilige (das les ich aus "klein zerlegbar" mal raus) Paddel 

Generell wird dir fast jeder Hersteller auf Anfrage ohne weiteres ein Paddel in 3,4 oder 5 Teilen fertigen. Aber richtig, im Laden sind sie eher selten zu finden, da Packrafts noch nicht so verbreitet sind.

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vor 7 Stunden schrieb questor:

Ich denke, um ideale Länge und Bauform. etc. zu beurteilen, macht es Sinn, erst mal etwas Erfahrungen zu sammeln. 

Danke! 

Bei der Bootsgröße würde ich min. 220cm nehmen. Und Wildwasser habt ihr ja damit auch nicht vor. Also dann vielleicht sogar 230cm.

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vor 16 Stunden schrieb questor:

Ich denke, um ideale Länge und Bauform. etc. zu beurteilen, macht es Sinn, erst mal etwas Erfahrungen zu sammeln.

Bei Sea Kayaking Scotland gibt es die alten Lendal Paddel unter der neuen Firmierung "Celtic Paddles":
http://www.sea-kayaking-scotland.co.uk/lendal-paddle-shop/
Die Paddel sind zwar eher im mittleren bis oberen Preissegment angesiedelt, aber genial gebaut.
Es ist ein modulares System, bei dem man die Paddelblätter bei Bedarf austauschen kann. Die Fixierung der Segmente ist wirklich Bombenfest und hat Null Spiel.
Ich habe mir damals ein vierteiliges Paddel mit carbon Schaft und kleinen nylon Blättern zusammen gestellt. Nach 15 Jahren sind die Paddelblätter zwar etwas mitgenommen, aber der Schaft ist immer noch 1a.

Ach ja, die sind Paddel natürlich schwimmfähig. ;)

Bearbeitet von wilbo
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vor 8 Stunden schrieb mawi:

Generell wird dir fast jeder Hersteller auf Anfrage ohne weiteres ein Paddel in 3,4 oder 5 Teilen fertigen. Aber richtig, im Laden sind sie eher selten zu finden, da Packrafts noch nicht so verbreitet sind. 

Hab ich auch schon gehört und finde ich auch Klasse! ^_^

Aber sucht der TO nicht was günstiges? :lol:

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vor 5 Stunden schrieb Ziz:

Hab ich auch schon gehört und finde ich auch Klasse! ^_^

Aber sucht der TO nicht was günstiges? :lol:

War ja eher als allgemeine Info zu sehen. Habe ja davor meine Zustimmung zu dem Moll-Paddel gegeben. Für den Preis ist das echt super.

@questor Ich habe ein einfaches Anfibio Paddel in glaub 220cm und ein verstellbares Karbon-Paddel 200-210cm. Der @Roiber hat das Moll glaub in 220cm. Da kannst du dich ja mal durchprobieren. Ggf. noch das Supai olo  von @Omorotschka :mrgreen:

vor 5 Stunden schrieb questor:

Ich fand es ja bei den kürzeren, die ich von euch im kleinen Scout getestet hatte einfacher, den Geradeauslauf zu halten, da ich durch kürzeren Hebel automatisch einen weniger starken Paddelschlag hatte. 

Auch da natürlich die Frage, wie sich das im langen Gnu auswirkt, müsste man testen.

Das Scout ist ja in den Fahreigenschaften zum GNU nicht vergleichbar. Das Scout eiert ja nur vor sich hin, wohingegen das Gnu durch seine Länge einen ganz guten geradeaus Lauf hat. Frag doch mal @doman, was er für ein Paddel mit seinem Gnu nutzt.

 

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Wow, danke! Da kommen ja doch einige Stimmen zusammen, toll!

Welche Länge haben denn die Segmente des Moll?

Und - kann mir jemand sagen, was den fast dreifachen Preis des Vertex rechtfertigt bei fast vernachlässigbarer Gewichtseinsparung? Übersehe ich etwas? Und vor allem - läuft das auch voll und säuft ab?

Danke!

 

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vor 22 Stunden schrieb mawi:

Lasst bloß die Finger von den anfibio Paddel. Mal davon abgesehen, dass sie völlig überteuert und schlecht verarbeitet sind, laufen sie voll Wasser und gehen unter! Ein absolutes nogo und das noch bei diesem Wucherpreis. Habe ich selbst schon live bei mehreren dieser Paddel gesehen und mir ist es auch schon passiert.

Das ist ein super Paddel. Liegt deutlich besser in der Hand und paddelt sich besser als das olle Anfibio Ding.

Generell wird dir fast jeder Hersteller auf Anfrage ohne weiteres ein Paddel in 3,4 oder 5 Teilen fertigen. Aber richtig, im Laden sind sie eher selten zu finden, da Packrafts noch nicht so verbreitet sind.

Deine Aussage wundert mich jetzt ein bisschen, da Du ja selber das Anfibio Basic hast und das Moll vermutlich schon in der Hand hattest.

Die Paddel sind bis auf die Farbe des Blattes identisch, ich weiss natuerlich nicht, was evtl mal frueher mit alten Modellen war....meine sind beide von 2018...

Mein Anfibio geht auch nicht unter...siehe Beweissfoto :mrgreen:

Was nun das Thema voellig ueberteuert betrifft, beim packrafting-store kostet es 59, bei Globi 57,95, also 1,05 € Unterschied, weniger als 2%, dafuer haben sie beim Packrafting-Store richtig Ahnung, sind sehr engagiert und habe eine nette Bootauswahl und viel Zubehoer..

Die Blaetter wiegen auch dasselbe, ich habe sie gerade beide nacheinander auf die Waage gelegt, rechtes Blatt jeweils 345 g.
Rohre selben Innen-Durchmesser, kannst auch die Paddel ueberkreuz kombinieren.

Das Spiel der Druckknoepfe bzw Bohrungen im Alu ist gleich (das ist ja auch einer der Knackpunkte bei den preiswerten Alupaddeln, dass Du eben beim Paddeln das Spiel darin spuerst und das im Laufe der Zeit mehr wird).

Was das Gewicht betrifft, ist die Angabe von Globi Bullshit, schau mal auf die Website, die haben angeblichen das 2teilige 220er, das 4teilige 220 und das 4teilige 230er alle mit 990 g gewogen. Das kann der P-Store besser...

Gut, ist ja auch nicht einfach ein langes Doppelpaddel richtig zu wiegen, ich habe sie jetzt mal zerlegt und alle Teile nacheinander auf eine genaue Waage gelegt.

Das trockene 230 Moll Blaetter 345 + 348, Mittelteile 189+185 = 1067 g

Das feuchte (Wasser abgeschleudert und grob mit dem Handtuch getrocknet, aber da kann schon noch der ein oder andere Tropfen im Rohr sein, kann ich nach 2 Tagen trocknen nochmal kontrollieren) 220 Anfibio 346+359 Mittelteile 179+174=1058 g
Wie zu erwarten war, durch 10 cm weniger Alurohr kleinen Tick leichter...

Ich habe mir zuerst mit meinem Anfibio Sigma das vom P-Store mitbestellt.
Da ich ja das trockene Paddeln mit dem Stechpaddel vom Ally gewoehnt bin, nervte mich das nasse Paddeln mit dem Doppelpaddel, wobei sich das (bzw ich mich :mrgreen:) schon verbessert hat.
Aber ich wollte halt gerne noch ausprobieren, ob ich nicht evtl mit einem 230er besser (evtl auch Tick trockener) zurande komme und da ich eh noch einen kleinen Globi-Gutschein verballern musste, habe ich mir da das 230 geholt, Einkuerzen ist ja kein Problem.

Was nun die GFK bzw Carbon-Paddel betrifft...habe sie imho weniger Spiel in den Verbindungen, da paddelt sich angenehmer (kommt aber auch drauf an, wie empfindlich man ist, ich sehr, da ich durch die Holz-Stechpaddel da verwoehnt bin...), zum Anderen fuehlt sich Alu im Winter auch kaelter an ((kommt wieder drauf an, wie empfindlich man ist, ich ueberhaupt nicht...)

Ich habe damals beim Canadier auch laenger gebraucht, bis ich wusste, was fuer mich das perfekte Paddel ist, deswegen habe ich mir gedacht, ich fange mal mit dem Preiswerten an und wenn ich mir spaeter ein Anderes holen will, werde ich dass dann schon los z.B. hier :mrgreen: oder behalte es als Backup...
Dazu kommt, dass ich meine Paddel nicht gerade mit Samt-Handschuhen anpacke, da wollte ich erstmal was Robustes, bis ich das beim Packraft richtig einschaetzen kann...

@questor
Du bist ja auch beim Wintertreffen, ich kann gerne die beiden Paddel, wenn ich sie dann noch beide habe, was anzunehmen ist, mitbringen, dass Du sie im Vergleich befingern kannst, wenn Du willst...

Wir koennen ja auch mal checken, vielleicht sind ja noch mehr Packrafter beim Wintertreffen, wenn es nicht zu stressig wird, koennte man ja vielleicht auch Sa eine kleine Tour auf der Werra machen, um die Zeit muesste sie auf der Hoehe genuegend Wasser haben.

Falls Dich das interessiert, kann ich auch die Aufblas-Weste von Anfibio mitbringen, ist halt leichter und deutlich kleiner im Packmass, als alle Feststoff-Teile. Btw im Gegensatz zum Canadier, wo ich den meisten Kleinkram vor mich an eine Querstrebe haengen bzw oben auf das Gepaeck davor legen kann, fliegt ja so etwas, gerade im offenen Packraft, auf dem (nassen) Boden rum, da sind die Netztaschen in der Weste natuerlich praktisch. Ich kombinieren dass dann noch mit dem sehr gut wassergeschuetzten Multipack von Zpack, den ich mir dann, etwas niedriger als die Hoehe der Aufblas-Ventile, vor die Schwimmweste haenge und nach unten an den Bauchgurt der Weste klicke, kann ich bei Interesse natuerlich auch mitbringen.

 
So jetzt noch 2 Bilder von den beiden Paddeln im Vergleich und zu dem Thema dass das Anfibio untergehen wuerde, noch kurz ein Beweissfoto aus der Duschtasse, dass das nicht so ist :mrgreen:

large.pr-paddel1.jpg.fa36c018ca7930f6454

large.pr-paddel2.jpg.ca8ecb2b3663d939f18

large.pr-paddel3.jpg.5e5b64b3424f3902b62

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vor 5 Minuten schrieb hikedev:

Mir ist das Anfibio Paddel auch schon abgesoffen war gar nicht so einfach im 2 meter tiefen Wildwasser wieder hoch zu bekommen. 

Bei der montage wurden die Schwimmkörper vergessen, das ist warscheinlich bei einem kleinen Anteil der Paddel so.

Klar dann geht es unter, aber das kann Dir dann bei dem Globi-Teil genauso passieren, da die beiden Teile identisch sind.

Was das aber mal wieder zeigt, ist, dass man sich besser auf nix verlassen und alles nachkontrollieren sollte. :mrgreen:
OT: (haette ich das schon viel frueher getan, waere ich z.B. nicht mal beinahe auf der AB ueber den Jordan gegangen, weil eine Marken-Werkstatt richtig dicken Mist an der Bremsanlage gebaut hatte)

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vor 10 Stunden schrieb hikedev:

Mir ist das Anfibio Paddel auch schon abgesoffen war gar nicht so einfach im 2 meter tiefen Wildwasser wieder hoch zu bekommen. 

Bei der montage wurden die Schwimmkörper vergessen, das ist warscheinlich bei einem kleinen Anteil der Paddel so.

Da sind einfach keine drin. Zumindest bei den drei Paddeln die ich bisher gesehen habe ( 2x Vertex (das habe ich auch) und das aus Carbon, das Basic kenne ich nicht). Da ist nur so eine kleine Schaumstoffscheibe drin, die leicht heraus fällt. Deine ist sehr wahrscheinlich schon herausgefallen (falls ud das Vertex oder Carbon hast). Man könnte versuchen das Rohr mit einem Korkstopfen zu verschießen.
Ich habe bisher noch von keinem anderen Paddel gehört, dass unter geht. Heißt damit aber nicht, dass es das so etwas nicht gibt.

@khyal Ich wusste von dem Problem nicht, als ich meins gebraucht kaufte. Ich möchte es mit dem Wissen nicht weiter verkaufen und behalte es als Paddel für das zweite Packraft, falls ich mal zu zweit ins Umland fahre. Leicht fließende Gewässer sind kein Problem. Wildwasser ist halt kritisch, da da die Strömung so stark ist und das Wasser ins Paddel drückt.
Ich hatte die Situation, dass es mich mal an nem Korkenzieher zerlegt hat. Es war sehr tief und die Strömung stark. Da wollte ich das Paddel auf keinen Fall loslassen. Trotz richtiger Rettungsweste hatte mich das Paddel unter Wasser gezogen, da es voll Wasser gelaufen war. Ich musste wirklich kämpfen wie ein Tier um nicht abzusaufen und ins Kehrwasser zu kommen. Im Zweifel hätte ich es natürlich losgelassen, bevor ich abgesoffen wäre, dann wäre es weg gewesen ...

vor 11 Stunden schrieb khyal:

Was nun das Thema voellig ueberteuert betrifft, beim packrafting-store kostet es 59, bei Globi 57,95, also 1,05 € Unterschied, weniger als 2%, dafuer haben sie beim Packrafting-Store richtig Ahnung, sind sehr engagiert und habe eine nette Bootauswahl und viel Zubehoer

Oki, ich bin von dem Vertex ausgegangen, was 200€ kostet. Wie oben schon geschrieben, ich empfinde es schlechter als das besagte von Moll.

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vor 41 Minuten schrieb mawi:

Da sind einfach keine drin. Zumindest bei den drei Paddeln die ich bisher gesehen habe ( 2x Vertex (das habe ich auch) und das aus Carbon, das Basic kenne ich nicht). Da ist nur so eine kleine Schaumstoffscheibe drin, die leicht heraus fällt. Deine ist sehr wahrscheinlich schon herausgefallen (falls ud das Vertex oder Carbon hast). Man könnte versuchen das Rohr mit einem Korkstopfen zu verschießen.
Ich habe bisher noch von keinem anderen Paddel gehört, dass unter geht. Heißt damit aber nicht, dass es das so etwas nicht gibt.

 

Ich selber habe ein Smash und habe dann von einem Freund das Vertex mal innen angeschaut dort sind Schaumstoff Schwimmkörper verbaut, diese Schaumstoffscheiben sind hinter dem Paddelsteck Mechanismus eingeklemmt. Ich kann mir nicht vorstellen wie die herausfallen sollen, bevor du die Scheiben verlierst fliegt dir das Paddel auseinander. Der Packrafting Store hatte mir angeboten mein Smash mit Schwimmkörper zu füllen. Ich hatte aber keine Lust mein Paddel einzuschicken und habe es dann mit Resten von einer Schwimmhilfe gefüllt. Ein funktionierendes Paddel sollte nicht mit Wasser voll laufen und absaufen. Wenn du ein Werner Paddel ins Wasser legst dann siehste du da meines wissens nach keine Luftblassen. 

Bearbeitet von hikedev
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vor 2 Minuten schrieb questor:

noch mal zum Vertex - was rechtfertigt da den Preis?

Wenn du schon bereit bist 200€ für ein Paddel auszugeben, dann würde ich gleich ein paar Euro drauf legen und mir ein Karbon Paddel von Werner oder gleichwertiges holen. Ich behaupte aber mal, dass beim Wanderpaddeln ein Moll/Anfibio Basic vollkommen ausreichend ist und der Unterschied zum hochwertigen Karbon-Paddel vernachlässigbar ist, insbesondere bei dem Preisunterschied.

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    • Von doman
      Ich hoffe, ihr haltet mich nicht für einen Zyniker oder Ignoranten, wenn ich hier von einer Wassersportaktivität berichte, während Teile Deutschlands unter Wasser stehen und viele Leute anderes zu tun haben, als Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Immerhin kann ich zur meiner Entlastung anführen, dass ich diese Tour lange geplant habe und mir den Zeitpunkt leider nicht aussuchen konnte. Und den Umständen geschuldet ist dann auch, dass ich die Tour nicht wie geplant zu Ende durchführen konnte.
      Wie in einem anderen Faden berichtet, habe ich kürzlich Bikepackingtaschen für mein neues Gravelbike hergestellt. Der erste Praxis-Einsatz sollte auf eben dieser Tour auf dem Lech stattfinden. Von unserem Urlaubsort im Allgäu bei Füssen wollte ich - so der Plan - mit einer kompletten Wildwasserausrüstung (Packraft, Wildwasserpaddel, Helm, Schwimmweste, Trocki) nebst Übernachtungsequipment (Tarp, Hängematte, Schlafsack, Kocher) zum Oberlauf des Lech radeln um dann mit dem Boot von Steeg bis Weißenbach zu raften. Am ersten Tag wollte ich bis Steeg radeln, um dann am zweiten Tag morgens mit dem Boot einzusetzen und nachmittags in Weißenbach anzukommen. Anschließend sollte es mit dem Rad zurück Richtung Füssen gehen.
      Hier zeige ich zunächst, wie ich die Sachen am Rad untergebracht habe. Als Bedingung stand für mich von vornherein fest, dass nahezu das gesamte Equipment am Rad festgemacht werden soll. Einen kleinen Rucksack wollte ich nur für den Fall mitführen, dass irgendetwas unterwegs kaputt geht, bzw. die Befestigung nicht so klappt wie geplant.

      Das Hauptproblem dabei ist, wie man die Paddel unterbringt, ohne sie quer am Lenker oder im Rucksack zu verstauen, weil das - meiner Meinung nach - dem ganzen Rad seine Beweglichkeit und Agilität nimmt. Bei mir passen die Paddelblätter komplett in die Rahmentasche und die Paddelschäfte stecken daneben und werden am Unterrohr entlanggeführt. Sie ragen neben dem Gabelschaft aus der Tasche, aber beeinträchtigen das Lenkverhalten in keiner Weise - eine wie ich finde perfekte Lösung. Die Rahmentasche hat außerdem noch Platz für jede Menge Ausrüstungsteile, vom Tarp, über das Werkzeug, die Wechselklamotten bis zum Erste-Hilfe-Set. Das Packraft kommt hinter den Sattel, und auch diese Befestigung hat einwandfrei gehalten. Eine Oberrohrtasche habe ich in letzter Minute noch vor dem Urlaub geklebt. Sie enthält Lebensmittel.

      Mein gesamtes Übernachtungsequipment und auch der Trocki steckt in den Gabeltaschen, links eine TAR-Isomatte (600 g) und eine Cross Hammock aus Cloud 71 (150 g, incl. Aufhängung), rechts mein MYOG-Quilt (400 g) und der MYOG-Trocki (340 g). Alles Übrige, das heißt 2 Liter Wasser, Kocher, Schwimmweste zum Aufblasen, Luftpumpe, weiteres Werkzeug und die Verpflegung wurde in der Lenkertasche verpackt. Die neue Halterung von Ortlieb ist spitze, weil sie ohne nervige Gegenstücke am Lenker auskommt. Aber die Tasche selbst halte ich für eine Fehlkonstruktion, weil sie viel zu schmal für meinen 42-cm-Lenker ausfällt, unten rund ist, sich nicht während der Fahrt öffnen lässt und mit einem nicht dicht schließenden Rollverschluss ausgerüstet wurde. Da werde ich mir in Kürze was Besseres um den Halter herum bauen.

      Als ich kurz hinter Weißenbach auf den Lech traf, war mir schon klar, dass ich wohl kaum so weit herunter fahren würde, weil "Der blaue Lech"

      sich durch die Regenfälle der letzten Zeit in einen schlammigen, zum Teil mehrere hundert Meter breiten Strom verwandelt hatte, auf dem man sich im Packraft wahrscheinlich ziemlich verloren vorkäme. Ich füge hinzu, dass es auch während des ersten Tages der Tour nahezu ununterbrochen geregnet hat.

      Der Pegel selbst war innerhalb von drei Tagen um knapp 40 cm gestiegen.

      Und diese 40 cm haben dem Charakter des Wildwassers (2+ bis 3) einiges an Wucht dazugegeben. Als ich am Abend des ersten Tages kurz unterhalb von Steeg angekommen war, habe ich - glücklicherweise in einer Regenpause - meine Hängematte direkt am Ufer aufgehängt und bin nach 70 km Gravelstrecke schnell eingeschlafen.

      Der nächste Tag begann ohne Niederschlag, was ich als gutes Zeichen nahm, obwohl er Pegel noch mal weiter gestiegen war. Nach einem Frühstück habe ich das Gepäck im Boot (Alpacka Gnu) und das Rad auf dem Boot verstaut und hatte zunächst einen ganz guten Eindruck. 

      An Stelle des Sattel vom Gnu, auf dem man eine sehr gute Kontrolle über das Boot hat, habe ich den Sitz meines MYOG-UL-Packrafts mitgenommen. Und der schlackert im Boot und hat mir keine gute Kontrolle über das Boot verschafft. Ein typischer Fall von Stupid Light - wie ich jetzt weiß.

      Nach dem Einsetzen ging es sofort extrem heftig zur Sache. Das Fahrrad allerdings saß bombenfest und hat das Boot eindeutig stabilisiert. 

      In kürzester Zeit wurde mir klar, dass ich die Befahrung unter diesen Bedingungen nicht sehr lange durchhalten würde, weil die Kentergefahr extrem hoch war und ich keinen guten, stabilen Sitz hatte. Nach etwa 3 Kilometern habe ich - der Vernunft folgend - mich in ein Kehrwasser am Ufer gerettet und habe das Bikerafting abgebrochen.

      Ich hatte dann noch eine sehr entspannte Graveltour zurück zum Ausgangsort.

      Weil der Wildwasserhelm keinen guten Sitz zum Radfahren hatte, habe ich ihn noch hinten draufgeschnallt und bin nach anderthalb Tagen wieder bei Füssen gelandet. Mein Fazit: Bikeraften hat bei mir mit Sicherheit noch eine Zukunft, aber ich werde mir etwas zahmere Flüsse aussuchen und keine UL-Experimente mit dem Sitz mehr veranstalten.
    • Von doman
      Nach den Projekten des Trockis und des Zeltes stand noch ein weiteres Unternehmen auf meiner Liste - und das habe ich in den letzten Tagen realisiert. Den Bausatz für das UL-Packraft hatte ich bereits vor ein paar Monaten gekauft - zum Glück, denn inzwischen ist der nicht mehr lieferbar. Nachdem ich meine inneren Zweifel überwunden hatte, ob ich das hinkriegen werde, habe ich mich Anfang der Woche an die Arbeit gemacht. Fast sah es so aus, als könnte ich gleich wieder einpacken, denn mein Ali-Bügeleisen gab nach einem kurzen Probebetrieb seinen Geist auf:

      Die Leiterbahn am rechten Rand der Platine brannte nach 5 Minuten durch und mein Versuch, die Strecke mit einem angelöteten Kabel zu überbrücken schlug fehl. Zum Glück half mir @questoraus, sodass ich doch noch starten konnte. Vielen Dank! Mit einigem Probieren habe ich die richtige Temperatur herausgefunden

      Das Anbügeln der fertig zugeschnittenen Schlauchteile an den Boden klappte recht gut. Man sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall der Versuchung widerstehen, auch noch die letzten Luftblasen rausgebügelt zu bekommen, sonst läuft man Gefahr, Löcher in den hauchdünnen Stoff zu brennen (ist mir an einer Stelle passiert und wurde mit Seamgrip repariert).

      Die eigentliche Herausforderung kommt erst beim Schließen der letzten Naht; bei mir war das entgegen dem Rat von Anbieter Matt der Bug. Das Holzteil, das man sich fürs Verbinden der Schläuche anfertigen muss, ist in den beiden Schnauzenkurven nicht das adäquate Werkzeug.

      Ich habe diese Stellen nur mit einer Glaskugel zugebügelt bekommen.

      Kurz darauf muss man den Holzklotz rausholen und kann dann die letzten 30 cm nur noch gegen einen eingelegten Pappstreifen bügeln, den man ganz am Schluss aus dem Ventil rausfummelt.

      Vorher muss man noch die zuletzt geschlossene Naht durch den verbleibenden Schlitz nach außen drehen und mit Seamgrip abdichten. Trotz des Einsatzes von Puder ließ es sich nicht vermeiden, dass die mit Seamgrip behandelten Stellen beim Wenden andere innere Teile berührten und dort Flecken zurückließen, die man auf dem letzten Bild sieht.

      Nach dem ersten Aufblasen stellte sich raus, dass anscheinend nur eine einzige Stelle - wo nämlich die vordere Schnauze mit dem Boden verbunden wird (oben links von meinem Daumen) - undicht ist. Mittlerweile ist das Boot aber komplett dicht.

      Vom gezeigten Gewicht kann man noch mal 5 Gramm für den Pappstreifen abziehen, der sich zu der Zeit noch im Boot befand.
      Ich bin insgesamt von diesem Ultraleichtboot sehr angetan. Das kann ich wirklich immer dabei haben, und ich werde auch ausprobieren, ob da auch noch das Rad draufpasst.
      Man sollte bei der Bewertung bedenken, dass es sich hier um keinen Schwimmring mit Boden handelt, wie sie oft als UL-Boot angeboten werden, und auch um kein Stummelpackraft für Pygmäen, sondern um ein ausgewachsenes 2,70 m langes Boot, in dem auch ich mit 1,87 m genügend Platz habe - bei voll ausgestreckten Beinen!
      Test folgt.
       
       
    • Von yoggoyo
      Hi, 
      Ich verkaufe meinen Anfibio ZipSuit in Größe L. Hals-und Handmanschetten sind aus Neopren, Füßlinge aus Latex. 
      Ich habe den Anzug vor einem halben Jahr gebraucht von LandWater Adventures für 340€ gekauft. Es handelt sich um einen der Leihanzüge, die aber coronabedingt dort nur wenig verliehen wurden. Ich selbst hatte den Anzug noch für ca. 5 Tage in Gebrauch. 
      Der Zustand ist gut, man sieht aber einige Flecken und das Neopren hat ein paar kleinere Druckstellen, die die Funktion nicht beeinflussen. An den Handmanschetten löst sich die kleine Abdeckungleiste. Auch das stört nicht, ich habe den Anzug so bekommen und war zu faul die Abdeckungen wieder anzukleben. 
      Die Füßlinge sind locker groß genug bis Größe 45. Mir passt der Anzug mit 1,78cm gut, etwas größer könnte man aber auch noch sein. 
      Der Grund für den Verkauf ist, dass die Halsmanschette an meinem schmalen Hals nicht richtig abdichtet. 
      Ich empfehle den Anzug für alles außer regelmäßigen WW-Einsatz, was aber aufgrund der Konstruktion und der Neoprenmanschetten klar sein sollte. 
      Neu kostet der Anzug so aktuell 484€, bezahlt habe ich 340€. 
      Ich biete Ihn hier für VB 280€ an
      Grüße Konrad 








    • Von Herr Froschler
      Im Prinzip gibt es zwei Methoden ein Schlauchboot zu bauen:
      - man baut sich eine luftdichte Hülle aus stabilem Material (TPU Gewebe, PVC Gewebe, Gummi-Gewebe). Beispiele sind Packrafts, Beiboote aus PVC Plane. 
      - man nimmt eine luftdichte Blase aus einem weniger stabilen Material (TPU Folie, PVC Folie, Gummischlauch) und steckt sie in eine stabile Außenhülle. Die Hülle muß daher nicht luftdicht sein und kann auf verschiedene Weisen realisiert werden. Dieses Prinzip findet man oft bei günstigen Kajaks (Itiwit, Sevylor) und ausserhalb der Schlauchboot Welt bei Luftzelten, Kites, Fahrradreifen.
      Für den MYOG Freund hat die erste Methode den Nachteil dass der Grad der Luftdichtigkeit erst am Ende des Bauprozesses bestimmt wird und in der Regel umfangreiche Nacharbeiten nötig sind um Lecks zu dichten.
      TPU Folie wäre eine Möglichkeit Blasen zu realisieren, die sehr hart aufgeblasen werden können (Kites, Luftzelte), Folie gibts im Kite Bedarf, hat seinen Preis.  Die PVC Folie der Schlauchbootblasen ist sehr schwer, muß verschweißt werden und Bezugsquellen kenne ich nicht - das scheidet also aus. 
      Interessanterweise wird oder wurde im Kite Bereich auch PE Folie für Blasen verwendet. Die Vorteile von PE Folie sind Gewicht, Preis und Verfügbarkeit in vielen Dicken und Formaten u.a. als Schlauchfolie.
      Deshalb hab ich folgenden Versuch gemacht:
      - PE Baufolie in 0.1mm Dicke (die lag gerade rum) mit einem Balkenschweissgerät zu einem Kissen geschweißt 
      - vorher noch ein Loch reingeschnitten und ein SUP Ventil reingeschraubt mit einem Stück PVC Plane zur besseren Dichtheit und zur besseren Einpassung in die Außenhülle. Für die SUP Ventile gibts die abgebildeten Adapter so dass man mit einem Bag, einer Doppelhubpumpe oder Fahrradpumpe aufpumpen oder nachpumpen kann. 
      - das Kissen war beim ersten Versuch dicht, hält die Luft über Wochen und hält ordentliche Belastungen aus!
      - Das PE Kissen hab ich dann in eine Hülle aus PVC Plane gesteckt und wieder aufgeblasen
      PE Schlauchfolie gibts auf ebay bis 80cm Breite (D=51cm) und bis 0,2mm Dicke. 
      Um ein Packraft zu realisieren würde man wohl am besten so vorgehen: aus seinem Lieblingsmaterial eine Außenhülle kleben, nähen oder schweissen. Am Heck einen Wickelverschluss anbringen. 2 Blasen anfertigen, durch den offenen Wickelverschluss einbringen und positionieren. Wickelverschluss schliessen, aufpumpen, fertig. Da die Außenhülle nicht luftdicht ausgeführt werden muss kann man sie zügig realisieren.
      Eine Sache habe ich allerdings nicht komplett verstanden. Bei den meisten Packrafts ist der Durchmesser der Hülle nicht konstant über die Länge. Wenn die Mittelsektion sagen wir mal einen Durchmesser von 28 cm hat und die größte Ausdehnung in Bug oder Heck 90 cm sind, dann wird eine Blase aus Schlauchfolie mit einem Durchmesser von 50cm Bug oder Heck nicht ausfüllen (PE ist nicht sehr elastisch), dh die zwei Blasen müßten sich dort überlappen. Wird das klappen?
      Falls jemand hier schon mal was ähnliches probiert hat oder was beitragen kann, bitte schreiben.
       
    • Von skullmonkey
      Ich bin im Juli 2020 alleine erst durch den Lemmenjoki National Park gewandert und danach 80 km mit dem Packraft - nem Anfibio Rebel 2K - erst ein kurzes Stück den Repojoki und dann den Ivalojoki runtergepaddelt. Erstmal ein Video für diejenigen die gerne in Ruhe sowas sehen, aber es folgen auch noch Text, Tips und Fotos =) 
      Der Ivalojoki verläuft durch die Hammastunturi Wildnis, ein Goldgräber Gebiet, in dem auch heute noch nach Gold gesucht wird. Neben dem Ivalojoki sieht man aber wenig davon, das findet mehr an den kleinen Flüsschen rechts und links statt. Das schöne am Ivalojoki ist das er nicht sehr schwierig ist, was Ihn auch für Anfänger sehr geeignet macht. Auch der Repojoki, an dem ich rein bin, ist einfach.

      Wer nicht auf Mücken und Bremsen steht, nimmt am Besten auch ein Mückennetz für den Kopf mit  
       

      Am ersten Tag paddeln auf dem Ivalojoki habe ich knapp 28 km zurückgelegt, und einen absolut HERRLICHEN Campingplatz gefunden, auf einer Sandbank, in einem Kieferwald. Es gab schon einige Feuerstellen und auch trockenes, totes Holz lag bereit - da habe ich mich natürlich nicht lange bitten lassen, und ein Feuer gemacht!

      Am zweiten Tag auf dem Fluss bin ich dann recht bald an Kuttura vorbeigekommen - das ist der Ort an dem 95% aller Paddler reingehen. Wer mag kann recht einfach von Saariselkä aus durch die Hammastunturi Wildnis bis Kuttura oder Ivalojoen Kultala wandern und dann anfangen zu paddeln, oder bei Polar Creek schauen ob Sie einen von Ivalo/ Saariselkä aus nach Kuttura mitnehmen. Wer eher auf Kajaks und Kanus steht, kann die da auch ausleihen.
      Auf der Outdoors.fi Webseite gibt es eine sehr gute Flussbeschreibung der Strecke, alle Stromschnellen sind ausführlich beschrieben und ich habe mir das ganze aufs iPhone in die Notes App kopiert, um es auch offline lesen zu können. Passend dazu ist ein Blick auf den Wasserstand hier. 
       Die Flussbeschreibung hat empfohlen sich Saarnaköngäs anzusehen, und da habe ich diesen kleinen Kollegen getroffen. 

      Ich habe mir Saarnaköngäs gut angesehen, und dann war die Stromschnelle auch einfach zu fahren (ich schreibe dies aus der Perspektive von jemanden der 10 Jahre Paddelerfahrung hat, da ich alleine unterwegs war war ich aber recht vorsichtig - trotzdem denke ich das auch Anfänger die Stromschnelle sicher fahren können). 

      Es gab einige schöne, einfache Stromschnellen, aber ich war auch relativ happy als es langsam gen Ivalojoen Kultala ging. Korhosenkoski, kurz vor dem Ziel, hat mir dann bei der letzten Welle den Schoss voll mit Wasser gemacht - Beine anwinkeln und Problem gelöst  Das war der einzige "Kritische" Augenblick, aber alles gut. Und dann sah ich auch schon die Hängebrücke. 
       

      Die Saunakoski Stromschnelle darunter wurde vorbildlich gemeistert, und dann ging es an Land. Die Hängebrücke war (ist?) unter Reparatur, und so war ich ganz alleine im Ivalojoen Kultala Museum Dörfchen. Das ist echt ein herrlicher Platz, und da ich ganz alleine war habe ich in der Hütte geschlafen. Auf der anderen Seite des Ufers war eine junge Frau mit Ihren beiden Hunden am campen, das waren die einzigste Person die ich den ganzen Tag gesehen habe.
      Am nächsten Tag ging es bei herrlichstem Sonnenschein und Temperaturen nahe der 30°C weiter. Bei den Ritakoski Stromschnellen + Hütten habe ich ne Pause gemacht und die ersten Angler gesehen, und dann ging es weiter. Nach Ritakoski wird es eher "langweilig" da der Fluss breiter und ruhiger wird, und es nur noch einige kleine Stromschnellen gibt. Es gab aber einen enormen Zuwachs an Mücken und Bremsen je weiter ich den Fluss runtergepaddelt bin. 

      Es gab wieder einige herrliche Sandbänke, und sogar vom Packraft aus habe ich Pfade und Feuerringe gesehen. Aber ich wollte noch ein Stück weiter. Ich hatte gedacht bei der Louhioja Hütte zu übernachten - doch da traf ich jedoch die ersten Paddler. Ne Gruppe von sechs freundlichen Finnen waren schon in der Hütte, und auch waren die Mücken hier so zahlreich das ich dann doch noch weiter bin. 
      Kurz darauf habe ich eine herrliche Sandbank angefahren und erklommen, aber das war eine wahre Mückenhölle da ein kleiner See neban an war. Also wieder weiter. 

      Am Ende habe ich auf einer Kiesinsel mein Camp aufgebaut. Das habe ich oft bei Japanischen Wanderern gesehen, und wollte es mal selbst ausprobieren. Und was soll ich sagen? Es war gemütlich und ich habe sehr komfortabel geschlafen (im Video oben sieht man recht ausführlich wie ich alles aufgebaut habe, fängt so ab Minute 21:30 an). Leider wurden es auch immer mehr Mücken, die mich gefunden haben, und so bin ich dann in den bivy und quilt geschlüpft und bin gut eingeschlafen (bin kurz nach Mitternacht von nem Motorboot kurz aufgeweckt worden - ein paar Angler waren noch zu später Stunde unterwegs). 
      Am nächsten Tag lagen dann noch knapp 9 km paddeln vor mir, und mit Toloskoski die zweite Stromschnelle die man sich ansehen sollte laut Flussbeschreibung. Habe ich gemacht, bin fast von den Mücken aufgesaugt worden, bin schnell wieder zurück und dann einfach runtergefahren. Den die Sache ist, den unteren Teil der Stromschnelle kann man eh nicht von oben sehen, und das war der wildere Teil. Da das Wasser relativ niedrig war bin ich am letzten Stein kurz aufgesessen, konnte mich aber im Nu befreien und bin dann fröhlich weitergepaddelt. 

      Und paddeln muss man nun. Nach Tolosjoki wird der Fluss ruhig und breit, Sommerhäuser und Felder säumen das Ufer. Ich bin dann bei Tolonen (kurz oberhalb der Lappispola Stromschnelle) raus, und bin recht einfach & schnell bis nach Ivalo per Anhalter mitgenommen worden. 
      Im Fazit kann ich den Ivalojoki fürs Packraften sehr empfehlen. Man kann die Strecke nach oben und unten hinaus beliebig verlängern, ich denke ich bin den für mich am schönsten und besten Abschnitt gefahren, mit den meisten Stromschnellen, tollen Möglichkeiten zum wild campen und auch interessanten historischen Plätzen mit Ritakoski und Ivalojoen Kultala. Wer schon einen WW Kurs gemacht hat und gerne im Norden mehr Erfahrung sammeln möchte, ist hier richtig. Aber am Besten mit mindestens einer weiteren Person paddeln gehen, und nicht so wie ich alleine  
      Kurz zur Ausrüstung: Ich hatte das Anfibio Rebel 2K mit den TubeBags, das war fantastisch da nix vorne aufm Packraft war - da war nur der DeckPack. Ich bin mit dem Anfibio Wave Paddel gepaddelt, da das auch perfekt als "Zeltstange" für mein MLD TrailStar funktioniert hat. Getragen habe ich alles im Lemmenjoki National Park in dem HMG SouthWest 3400 Rucksack - ich hatte nämlich Essen für 9 Tage dabei, da ich dachte das paddeln würde langsamer gehen. Realistisch kann man in zwei Tagen von Kuttura nach Tolonen paddeln, das sind knapp 50 km, ohne viel Anstrengung. Erheblich langsamer, mit Pausentagen und kleinen Wanderungen, geht natürlich auch! Und wer von Saariselkä aus reinwandert und bis Ivalo paddelt, ist locker ne Woche unterwegs.
      Zeitlich wurde mir vor Mittsommer und der Herbst empfohlen: Dann gibt es wenig oder gar keine Mücken, und das Wasser ist höher. Wer also jetzt im Herbst noch nach einer Tour sucht  ! 
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