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Ultraleicht Trekking
Maarten

PCT SOBO 2018 - Meine Erfahrungen/Tipps

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Kurz zur Vorstellung: Ich bin 2018 den PCT SOBO gewandert und bin am 7.Juli gestartet und habe meine Wanderung am 18ten November am südlichen Terminus des PCT beendet. Ich hatte keine Wandererfahrung und habe den Trail direkt nach meinem Abitur im Alter von 19 Jahren gestartet. Vorab: Ich schreibe hier über meine Erfahrungen. Das heißt nicht, dass sie für euch gleich sein werden. Jede Wanderung ist unterschiedlich.

SOBO Vor-/Nachteile

Die Vorteile eines SOBO Hikes im Gegensatz eines NOBO Hikes liegen für mich nun klar auf der Hand. Vor meiner Wanderung habe ich stark an meinem SOBO attempt gezweifelt, da NOBO einfach um einiges populärer ist. Diesen Punkt kann ich jetzt absolut nicht mehr verstehen.

Vorteile

  • Das Wetter. Ich habe 2 Tage wirklichen Regen gehabt und der Rest lässt sich auf 10 Minuten Nieselregen oder extreme Luftfeuchtigkeit begrenzen, die ab und zu sogar wilkommenen waren. Während man als NOBO Hiker Washington so gegen Ende August/September antrifft, wandert man Washington als SOBO im Juli/Anfang August. Daraus folgt, dass die Chancen auf gutes Wetter um einiges höher sind und man die Aussichten vollends genießen kann aufgrund des klaren Himmels. Dagegen stehen für NOBOs jeden 2ten Tag Regen, bewölkter Himmel und falls man wirklich Pech hat, Schnee an der Tagesordnung. Desweiteren ist Südkalifornien bereits ein wenig abgekühlt, wenn ihr es im Oktober/November durchquert.
  • Das Permit. Ein SOBO-Permit für den PCT ist einfach um einiges einfacher zu bekommen als ein NOBO permit. Ich habe mein Permit gegen Ende des Januars beantragt und hatte freie Wahl an welchem Tag ich starten möchte.
  • Weniger Menschen. Ich habe dieses Jahr wohl ein hoch-frequentiertes SOBO Jahr erwischt und ich war volkommen zufrieden. Man traf eine angenehme Zahl von Menschen in Trailtowns, die nicht volkommen überlaufen waren. Man hatte die Möglichkeit alleine zu wandern, aber es war auch durchaus möglich in einer Gruppe zu wandern, wie ich es auf der 2ten hälfte des Trails getan habe. Außerdem kommt es mir so vor als wären die Bindungen zu den Trail Bekanntschaften enger, da es eben nicht so viele Wanderer gibt und man sich besser kennen lernt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich so gut wie immer seine Camping Plätze aussuchen kann, außer wenn man die NOBO Bubble in Oregon passiert.
  • Mücken. In Washington kann man als SOBO schon ganz schöne Probleme bekommen, aber meiner Meinung nach kann man das einfach nicht damit vergleichen, was NOBOs durchmachen müssen. Oregon kann zur Qual werden und vorallendingen in den Sierras scheint es wohl eine Menge Mücken gegeben zu haben. Ich war allerdings auch etwas spät dran als SOBO und könnte somit immer genau nach der Mücken-Saison besagte Gebiete durchquert haben.
  • The Sierras. Die Sierras scheinen um einiges entspannter zu sein als SOBO. Ich hatte eine "Flussdurchquerung" (Das Wasser reichte mir bis zu den Fußknöcheln....), während NOBOs sich in acht nehmen müssen, da manche Überquerungen nicht ohne gewesen zu scheinen. Desweiteren hatte ich absolut keinen Schnee in den Sierras. Einzig und allein auf Glen Pass hatte ich etwas Eis. Das könnte aber auch wieder an meinem späten Timing liegen.

Nachteile

  • Einen engeren Zeitplan. Als NOBO sollte man seine Wanderung spätestens gegen Anfang Oktober beenden, allerdings fängt ein NOBO im Optimalfall auch bereits im April seine Wanderung an. Ein SOBO hingegen kann erst in der Cascade Range Washingtons beginnen sobald der Schnee geschmolzen ist, was in der Regel anfang Juli der Fall ist. Gleichzeitig sollte man Forester Pass (Der höchste Punkt des PCTs) vor dem 1.Oktober passieren. Das erfordert, dass man von Anfang an fit ist. Man hat weniger Zeit die Meilen progessiv aufzubauen wie es ein NOBO tuen kann. Ohne Zeroes müsstet ihr mit dem Startdatum des ersten Juli ungefähr 21 Meilen pro Tag laufen, was nicht zu unterschätzen ist.
  • Weniger Trail Magic. Für mich persönlich war das kein Problem, aber man erfährt aufgrund der geringeren Popularität einer SOBO Wanderung weniger Trail Magic. Ich habe aber in Trailtowns soviel Hilfe bekommen und es scheint mir auch so als ob man mehr mit Locals in Kontakt kommt, da anstelle von 40 NOBOs nur 5 SOBOs in der Stadt sind.

Conclusio: Die Vorteile wiegen meiner Meinung nach deutlich schwerer als die Nachteile. Letztenendes habe ich Forester Pass erst am 18.Oktober passiert und habe es trotzdem geschafft. Da war allerdings eine Menge Portion Glück bei und das heißt nicht, dass es bei euch funktioniert. Es war schon ziemlich kalt und ich habe einen Sturm miterlebt.

Zum nördlichen Terminus gelangen

Es ist als SOBO um einiges schwerer zum Startpunkt des Trails zu gelangen, als es das als NOBO ist. Ihr werdet am Harts pass starten müssen und von dort aus 30 Meilen Richtung Norden laufen um an den nördlichen Terminus zu gelangen. Dann fangt ihr eure SOBO Wanderung sozusagen "richtig" an. Ich würde es jederzeit wieder zu machen und empfehle nicht diese Meilen zu skippen. Einerseits machen 30 Meilen bei 2650 Meilen auch nicht mehr viel aus, andererseits bestärkt man dadurch das Gefühl, dass man tatsächlich den ganzen Trail gewandert ist und nichts geskippt hat. Es gestaltet sich schwierig mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Harts Pass zu kommen, aber ich habe Leute getroffen, die es gemacht haben. Das funktioniert allerdings nicht ohne Trampen. Ich bin der PCT SOBO 2018 Facebook Gruppe beigetreten und hatte mir extra dafür einen Facebook Account erstellt. Ich habe Ausschau nach Fahrten zu Harts Pass gehalten und habe dann auch Trail Angel gefunden, die mich zum Harts Pass mit anderen gebracht haben. Achja, warum könnt ihr nicht einfach an der amerikanisch/kanadischen Grenze starten? Es ist illegal die Grenze auf diesem Wege zu passieren.

Resupply

Auch der Resupply gestaltet sich anfänglich etwas schwieriger im Gegensatz zu einer NOBO Wanderung. Washington ist nicht stark besiedelt und sehr entlegen. Ich habe von Seattle aus Boxen nach Stehekin, Skykomisch, Snoqualmie Pass, White Pass Kracker Barrel und Trout Lake gesendet. Das ist am Anfang erstmal ein ganz schöner Aufwand, aber ich würde immer noch sagen, dass es für diese Trail towns leider nötig war. Die Preise waren entweder exorbitant hoch oder die Auswahl ließ zu wünschen übrig oder beides. Die Einkaufsläden ähnelten Tankstellen, die aber durchaus auf Wanderer eingestellt waren. Meiner Meinung nach kauft man sich vorallendingen in Washington durch die Boxen erstmal Zeit. Es wäre vielleicht möglich ohne die Boxen, aber ihr müsstet zu einer weiter entfernten Stadt hitchen usw...
Als ich dann die Washinton/Oregon Grenze erreicht habe, habe ich aus Cascade Locks Boxen nach Oregon gesendet. Alternativ könntet ihr aus Portland Boxen senden, was aber weiter weg liegt als Cascade Locks. Ich habe Boxen zu Big Lake Youth Camp, Shelter Cove und Crater Lake National Park gesendet und würde es wieder so machen. Nach Oregon habe ich Boxen zu Nordkalifornien versandt. Das würde ich auf keinen Fall wieder tuen. Meiner Meinung nach kommt ihr in Kalifornien komplett ohne Boxen aus.
Seid euch im klaren was ihr gerne esst, sodass ihr euch auf euer Paket freuty, bringt Abwechslung rein und weniger ist mehr...

Ich belasse es einfach mal hierbei, damit das ganze nicht zu lang wird. Bei Fragen einfach nachfragen.

Meine Gear Liste

Für Fotos einfach mal auf meinem Instagram-Account vorbeischauen, ihr dürftet auch keinen Account brauchen.

bearbeitet von Maarten

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Vielen Dank für den Bericht. Das bestätigt mich in meiner Idee es auch als SOBO zu versuchen, falls ich hoffentlich irgendwann mal die Zeit finde mir ein halbes Jahr frei zu nehmen.

Viele Grüße Knie

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vor 25 Minuten schrieb Maarten:

Vorteile

[...]

Klingt alles sehr überzeugend und ich würds sofort machen wollen, aber Juli bis November ist dann doch ein eher ungünstiger Zeitraum im Vergleich zu April bis September. Danke für den Bericht! Über ein paar Fotos würde sich bestimmt keiner ärgern ;-)

bearbeitet von SouthWest

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vor einer Stunde schrieb Lightlix:

[...] aber Juli bis November ist dann doch ein eher ungünstiger Zeitraum im Vergleich zu April bis September. Danke für den Bericht! Über ein paar Fotos würde sich bestimmt keiner ärgern ;-)

Warum ist April-September eine bessere Zeit für dich als Juli-Oktober/November? Einfach berufstechnisch? Dadurch, dass man wahrscheinlich Anfang November fertig ist, hat man meiner Meinung nach noch den Vorteil, dass man im warmen kalifornischen Klima ist, während es hier in Deutschland schon kalt/regnerisch ist.
Habe mal einen Link zu meinem Instagram Account hinzugefügt, falls jemand ein paar Fotos sehen möchte.

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Mal blöd gefragt, ist es nicht nervig wenn einem so viele Leute entgegenkommen? NOBO schwimmt man ja mit. So viele Leute kriegt man dann ja gar nicht mit weil man sie entweder gar nie einholt oder die einen wiederum nie einholen. SOBO begegnest du ja wirklich im Schnitt ~50 (minus der drop outs) pro Tag. 

PS: Ich hatte letztes Jahr dank meiner Ahnungslosigkeit das große Vergnügen am Kungsleden dem Fjällräven Classic reinzulaufen. War so „naja“. 

bearbeitet von zeank

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vor 4 Stunden schrieb zeank:

SOBO begegnest du ja wirklich im Schnitt ~50 (minus der drop outs) pro Tag

Genau das habe ich auch gedacht. Zumal sich die Entgegenkommenden ja auch nicht gleichmäßig über den gesamten Zeitraum verteilen. Kurz nach dem Start im Norden werden ja kaum Leute schon so weit gekommen sein und wenn man dann selbst in der Wüste angekommen ist, startet ja niemand mehr. Also konzentriert sich der Großteil der Begegnungen mit den Nobo WandererInnen doch auf ein paar Wochen, oder nicht? 

 

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Danke für den Erfahrungsbericht!
Könntest du mal was zu deinen Erfahrungen mit dem Cumulus Quilt 450 schreiben?
Ich überlege mir ebenfalls einen zu holen und es wäre super, wenn ich den in ein paar Jahren auch für einen Thruhike nutzen könnte.

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vor 13 Stunden schrieb Maarten:

Warum ist April-September eine bessere Zeit für dich als Juli-Oktober/November? Einfach berufstechnisch?

Wenn man das Glück hat, Student zu sein, passt ein Nobo Hike halt genau in ein frei gemachtes Sommersemester (1.4.-1.10.). Ein sobo würde leider zu weit ins folgende Wintersemester reichen. 

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vor 13 Stunden schrieb zeank:

Mal blöd gefragt, ist es nicht nervig wenn einem so viele Leute entgegenkommen? NOBO schwimmt man ja mit. So viele Leute kriegt man dann ja gar nicht mit weil man sie entweder gar nie einholt oder die einen wiederum nie einholen. SOBO begegnest du ja wirklich im Schnitt ~50 (minus der drop outs) pro Tag.

Naja als NOBO sammelt man sich in Trailtowns dann wieder an. Klar ist natürlich, dass sich ein NOBO, den ich morgens treffe und einen den ich abends treffe innerhalb einer Section vermutlich nicht treffen werden. In Süd-Washington beginnst du den ersten NOBOs zu begegnen und es ist eigentlich ganz nett mal ein bisschen zu plaudern. In Nord-Oregon wirst du allerdings teilweise 50 NOBOs am Tag zu Gesicht bekommen und es ist klar, dass du nicht mit jedem reden kannst, weshalb wir SOBOs manchmal als "grumpy" angesehen wurden, weil wir manchmal eben einfach an den Personen vorbeilaufen. Spätestens in Nordkalifornien begegnest du so gut wie keinem NOBO mehr und auch in Süd-Oregon dünnt es schon sehr aus. Der Zeitraum ist also nicht allzu lang in dem du soviele NOBOs passierst.

vor 8 Stunden schrieb Kridde:

[...]Also konzentriert sich der Großteil der Begegnungen mit den Nobo WandererInnen doch auf ein paar Wochen, oder nicht? 

 

Korrekt! So schlimm fande ichs dann aber ehrlich gesagt auch nicht. Das ganze macht vielleicht 1-2 Wochen aus.

vor 4 Stunden schrieb Fabian.:

[...] Könntest du mal was zu deinen Erfahrungen mit dem Cumulus Quilt 450 schreiben?

Der Cumulus Quilt 450 war einer meiner absoluten lieblings Ausrüstungsgegenstände! Ich bin froh gewesen, dass ich nicht den 350er genommen habe, da ich ab Oregon sogut wie jede Nacht gecowboycamped habe und ein warmer Quilt da einfach vorteilhaft ist. Auch in den Sierras war der Quilt sehr vorteilhaft. Ich war sogut wie keine Nacht wirklich kalt, was ich bei anderen schon miterlebt habe. Der Loft schien mir teilweise auch gigantisch im gegensatz zu anderen Schlafsäcken. Auch das Außenmaterial des Quilts hat sich als viel robuster rausgestellt als ich es aufgrund der Materialdicke erwartet hatte. Teilweise ist am morgen mein Tyvek verrutscht und der Quilt lag auf dem Boden. Es ist immer gut gegangen. Ich hatte allerdings die alte Version mit der Fußbox und war vorallendingen in den Sierras durchaus froh, dass ich sie hatte, allerdings kann ich es wegen mangelnder Erfahrung auch nicht mit einem Quilt ohne Fußbox vergleichen. Von mir klare Empfehlung!

vor 2 Stunden schrieb Lightlix:

Wenn man das Glück hat, Student zu sein, passt ein Nobo Hike halt genau in ein frei gemachtes Sommersemester (1.4.-1.10.). Ein sobo würde leider zu weit ins folgende Wintersemester reichen. 

Hm fange nächstes Wintersemester auch an zu studieren und da hast du natürlich Recht. Allerdings merke ich nocheinmal an, dass ich tatsächlich einen Studenten aus Deutschland getroffen habe, der den PCT in ungefähr 100 Tagen gethruhiked hat und im Juli begonnen hat und im Oktober fertig war. Wie er das angestellt hat, weiß ich allerdings auch nicht. Er hatte kein Urlaubssemester.

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vor 4 Stunden schrieb Maarten:

Hm fange nächstes Wintersemester auch an zu studieren und da hast du natürlich Recht. Allerdings merke ich nocheinmal an, dass ich tatsächlich einen Studenten aus Deutschland getroffen habe, der den PCT in ungefähr 100 Tagen gethruhiked hat und im Juli begonnen hat und im Oktober fertig war. Wie er das angestellt hat, weiß ich allerdings auch nicht. Er hatte kein Urlaubssemester.

Naja, das passt schon ganz gut: meistens endet das Sommersemester ja Mitte Juli, und das Wintersemester fängt erst in der 2. Oktoberhälfte an. Wenn man dann noch ein paar klug gewählte Fehltermine nutzt bzw. klug Veranstaltungen belegt kann man das ggf. noch etwas ausdehnen.

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Schöne Zusammenfassung, den PCT mal noch SoBo zu sehen würde mich auch noch reizen..

Als kleiner Ausgleich, meine Sicht als NoBo:

  • Das Wetter war in meinem Jahr (2014) bis zuletzt gut, ich hatte an drei Tagen Regen (immer nur relativ kurz, nie ein ganzer Tag) und in WA noch ein paar Tage Niesel. Wetter ist aber natürlich auch immer ein Stück weit Glück.
  • Mücken: In den Sierras gab es ein paar, aber die haben tagsüber kaum gestört und sich nachts aufgrund der tiefen Temperaturen mit Sonnenuntergang sofort verzogen. In OR hatte ich gelegentlich mal fiese Mücken, aber alles nicht wild.
  • Ansonsten würde ich zustimmen: Die Menge an Menschen muss sich vervielfacht haben (ich hatte das letzte Jahr bevor "Wild" in die Kinos kam erwischt) und man sollte schon zügig durch kommen. Man hört ja immer wieder, dass Thru-hiker bis in den Oktober noch weiterlaufen - eine ziemlich dumme Idee ohne ordentliche Winterausrüstung und Schneeerfahrung.
  • Auch ich hatte damals den 450er Quilt und war super zufrieden damit und als einer der wenigen Hiker noch bis zum Schluss ordentlich Loft in der Tüte!
  • Pakete hatte ich bei meinem ersten Thruhike auch viel zu viele geschickt. Stehekin ist tatsächlich sinnvoll, die anderen nur wenn man zwingend Zeit sparen will oder noch zu pingelig mit dem Essen ist ;)

 

Edit: Ein doch nicht unerheblicher Nachteil bei SoBo-Thruhikes, von dem es mich fast wundert, dass @Maarten nichts erwähnt hat ist das Tageslicht! In der Regel startet man um die Sommersonnenwende, was bedeutet, dass man quasi mit Null Fitness die längsten Tage hat und gegen Ende, wenn man problemlos Meilen reißen könnte hat man nur Sonne von 8-18 Uhr. Gerade für die Wüste würde ich eine deutlich bessere Lampe empfehlen, als die übliche Funzel, die auf NoBo-Hikes in der Regel völlig ausreicht.

schöne Grüße
Micha

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Ich kann dir soweit in sogut wie jedem Punkt zustimmen @micha90! Zum Wetter kann ich nur sagen, dass es natürlich von Jahr zu Jahr varriert. Ich würde sagen, dass man mit einem "schnellen" NOBO Hike die ähnliche Effekte erzielen kann, wie mit einem SOBO Hike. Man wird nicht in der Bubble mitschwimmen und somit von weniger Menschen umgeben sein und gleichzeitig sollte das Wetter auch besser mitspielen. Die NOBOs, die ich bereits im Juli in Washington angetroffen habe, hatten natürlich genauso gutes Wetter, wie ich es erfahren habe.
 

Bei den Paketen würde ich es jedenfalls in Washington wieder so tun auch wenn es natürlich ohne ginge. Man muss als SOBO bedenken, dass man nicht so stark von Hiker-Boxen profitieren kann, wie es einem NOBO möglich ist. In Oregon möchte ich sagen, dass man dort wirklich ohne Boxen auskommen kann. Ich bin aber anstatt beispielsweise nach Bend/Sisters zu gehen nach Big Lake Youth Camp gegangen und würde dort auch wieder eine Box vorraus senden. Sie haben dort 2018 eine Art Hiker-Haus gebaut, inklusive 2 Duschen, 2 Toiletten, Hiker-Box, Küche und Paket Empfangsstation. Drei Mahlzeiten am Tag inklusive. Alles ist auf Spenden basiert. Einer meiner besten Stopps!

Ich glaube mit der größte Nachteil, den ich vergessen habe, ist tatsächlich das schwindende Sonnenlicht. In der Wüste wären 40 Meilen Tage mit Sonnenlicht wie man es in Washington hatte durchaus möglich gewesen, aber das immer kürzer andauernde Tageslicht macht es kaum möglich. Man ist am Ende immer im Kampf mit dem Tageslicht. Nachtwandern lässt sich kaum vermeiden zum Ende hin. Meine Black Diamond Spot hatte für den ganzen Trail genug Power, ist aber wahrscheinlich hier für manche hier zu schwer. Wenn du magst @micha90 werde ich das schwindende Tageslicht in die Nachteile-Liste reineditieren.

Am 4.1.2019 um 16:46 schrieb Matthias:

Es heißt allerdings nur "Sierra" und nicht "Sierras" wie man oft fälschlicherweise hört und liest.

Danke. Das werde ich bald auch ändern.

vor 21 Stunden schrieb Maximilian:

Aber andererseits gehört Schnee in den Sierra doch irgendwie dazu.

Es hat in der Sierra einmal geschneit. Habe davon noch ein hübsches Bildchen auf meinem Instagram-Account, wenn es dich interessiert.

bearbeitet von Maarten

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Ich finde der Community Aspekt eines NoBo ist ein deutliches Plus und kein Kontra. Die nervöse Energie am Anfang eines Trails, die kindliche Neugier der Erstlinge, in einer Trail Town in die Kneipe gehen und einfach andere Gleichgesinnte treffen, das alles bereichert für mich das Erlebnis eines Thruhikes.
Ich fand der PCT war eigentlich nie zu voll und spätestens ab Kennedy Meadows dünnt sich alles aus. 2017 war aber auch so verrückt das ich ab Southlake Tahoe bis Cascade Locks nur zwei handvoll andere Thruhiker getroffen habe. Das war einsamer als der CDT :D .

Zum Thema resupply boxes:
Mein erste Thru, der AT, habe ich komplett ohne Pakete oder bouncebox gemacht und es war super. Richtig stressfrei.
Auf dem PCT habe ich mir 6 Pakete vom Trail aus selber geschickt, davon 4 für Washington.
Ich werde langsam immer größerer Fan von Fresspaketen, am liebsten schon vor der Reise geplant und gepackt. Ich kann einfach den Nero/Zero in der Stadt besser genießen wenn ich nicht noch einkaufen, planen, organisieren, umpacken, verschicken muss.
Allerdings muss man schon wissen was einem schmeckt, auch noch nach 3 Monaten auf Tour. Erstlinge wissen das in der Regel leider nicht.

 

bearbeitet von PeeWee

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      Aufstellstange: Die meiste Zeit habe ich tatsächlich einen Trekkingstock mit mir herum getragen. Meine Easton Alu Aufstellstange war viel zu flexibel um das Tarp bei Wind in Form zu halten. Alternativ wäre eine Carbon Stange von MLD eine gute Wahl gewesen (die hatte ich bestellt, dann aber doch nicht genutzt, da ich für den Gila-River den Trekkingstock behalten wollte und es mir zu doof war für die Paar Tage noch meine Ausrüstung zu ändern)
      Heringe: Für den Hauptabspannpunkt nutzte ich einen Easton Nano (der kurze mit ca 15cm). Die Easton Heringe sind deutlich stabiler als die klassischen V-Profile (daovn habe ich schon meherere verboben) und wiegen auch noch weniger. Für die anderen Punkte waren es 8 Titanheringe (3mm dick, ca 15cm lang) wovon einer als Backup gedacht war und bei Wind dazu diente meinen Schirm ebenfalls zu fixieren. In den ersten Wochen habe ich tatsächlich zwei oder drei verloren, so dass ich guten Gewissens den einen Extrahering mit herum trug.
      Würde ich genau so wieder nehmen.
      Unterlage: Klassisches Polycro. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht ganz genau erinnern ob ich zwei oder drei durchgelegen habe. Etwa zwei Wochen vor Schluss musste ich nochmal ein frisches aus der Bouncebox holen, da jemand mein (noch gutes) Poloycro für Müll gehalten und entsorgt hatte...
      Würde ich wieder nehmen, außer in New Mexico (hier wäre Tyvek oder sowas praktischer)
      Mückenschutz: Eigentlich nur ein riesiges Kopfnetz, dass sich auch über den Regenschirm spannen lässt. mit ca 100g durchaus tragbar, wurde nur für Montana genutzt. Die Mücken waren eigentlich echt moderat, bis auf einen Abschnitt (Leadore -> Lima) wo wir zwei oder drei Tage von beißenden Fliegen heimgesucht wurden. Das war der einzige Abschnitt, in dem das Mückennetz auch beim laufen genutzt wurde (und mich definitiv vor dem Wahnsinn gerettet hat!). Das Gute Stück wurde nach kurzer Zeit "BugDome" getauft.

      links: überraschender Schneesturm über Nacht; rechts: der BugDome im Einsatz
      Schlafen:
      Quilt: Custom Cumulus auf Basis des 450. Extralang und mit 30g Overfill in der Beingegend wiegt das Teil geschlagene 720g, wobei ich aber kein Gramm Daune missen wollte (Insgesamt sind es ca 510g Daune!). Die Nächte waren deutlich öfter kalt und definitiv auch kälter als auf dem PCT. In Colorado hatte ich einige Nächte in denen es ganz schön frisch war und ich trotz voller Bekleidung ein wenig frieren musste. Genaue Temperaturen kann ich nicht nennen, geschätzt aber minimal -10°C.
      Isomatte: Das leidige Thema für mich, denn ein Optimum habe ich noch nicht gefunden. Losgezogen bin ich mit einer 5mm EVA (120cm lang, 124g) die an sich OK ist, aber von der Isolationsleistung einfach bald an ihre Grenzen stößt. Nach einiger Zeit wurde diese gegen eine Nunataak Schaummatte ausgetauscht, die zumindest von den Daten & Optik identisch mit der GG Nightlight zu sein scheint, aber im Gegensatz dazu in voller Länge zu kaufen war (die GG ist mir mit 78cm zu kurz, ich bin 1,88cm groß). Gekürzt auf ca 90cm war sie ausreichend lang, musste allerdings als Burrito gepackt werden. Leider ist der Schaum wesentlich schlechter als der von GG, so dass die Matte im Laufe der Tour sehr stark komprimierte. Ab Pie Town hatte ich dann wieder meine 5mm EVA.
      Die EVA würde ich wieder nehmen und nur für Colorado was wärmeres (zB eine Ridgerest). Hier habe ich noch keine Optimallösung gefunden..
      Kissen: meine 11g Kissenhülle erfüllte Ihren Zweck und hielt tagsüber meine Sachen als Packbeutel-Ersatz zusammen.
      Würde beim nächsten mal zu Hause bleiben (siehe Bekleidung).

      Rucksack: Natürlich ein MYOG Pack! Seit Anfang 2016 auch bei mir mit Rolltop, was sich sehr bewährt hat. Ursprünglich hatte ich insgesamt drei Rucksäcke dabei (zwei in der Bouncebox) um zu testen, wie das Materialmäßig hin haut: Der erste aus billigem 50g/m² TPU Nylon und 90g/m² Zeltboden machte eigentlich einen recht fragilen Eindruck, besonders das TPU Nylon hatte ich noch nicht zuvor getestet und habe nicht viel davon erwartet. Die anderen beiden waren einmal komplett DxG bzw X-Pac. Zu meiner eigenen Überraschung hielt der Nylon Pack jedoch den kompletten Trail ohne irgendwelche Defekte durch (Ok zwei Tage vorm Schluss bin ich an einem Stacheldrahtzaun hängen geblieben und riss mir eine 5x5mm Dreiangel in den Boden..). Das TPU Nylon delaminierte sichtbar am Rollverschluss, aber die Beschichtung ist noch nicht abgebröselt.
      Gefunden! Das Geweih konnte ich nicht einfach liegen lassen.. sau schwer aber ziemlich cool
      Küche:
      Ansich nicht vorhanden, ich war den kompletten Weg "no cook" Unterwegs (sprich kein Kocher oder Gefäß zum rehydrieren/ "cold-soaking"). Das ging wunderbar und wurde nur am aller ersten Abend vermisst, danach lief es super!
      Würde ich definitiv wieder so machen!
      Wasser: Die meiste Zeit hatte ich zwei ganz billige 0,5L Plastikflaschen, für New Mexico dann eine 0,7L und eine 0,6L Flasche für mehr Volumen. Zudem eine 2L Platypus (in die eigentlich eher 2,3L passen..). Maximales Volumen waren somit etwas ca 3,6L, was nur wenige Male komplett genutzt wurde.
      Beutel für Essen: einfacher Beutel mit Zugschnur aus Gleitschirmnylon. Tat seinen Zweck, ist noch gut in Schuss. (Der ZPacks Cubenbeutel meines Mitwanderers fiel am Ende dagegen völlig auseinander..)
      Löffel: Titanlöffel von Toaks. Alu versuche ich zu vermeiden und mit einem Plastiklöffel ist es echt kein Spaß sich durch Eiscreme zu arbeiten. Super Teil, ich bin nach wie vor zufrieden damit.
      Am Körper getragenes:
      Schuhe: Los ging es mit meinen geliebten Merrell Trail Gloves. Gute Schuhe, halten ca 900-1000mi/ 1500-1600km bei mir. In Breckenridge hatte ich noch ein Paar Saucony Peregrine liegen, die bei mir allerdings für ziemlich üble Fußschmerzen gesorgt haben! Da es sowieso in Richtung New Mexico ging wurden kurzerhand ein Paar Luna "Leadville Pacer" bestellt, in denen ich zufrieden die letzten 850mi/ 1370km zurück gelegt habe. Für Touren in wärmeren Gefilden werde ich absolut wieder in Lunas gehen, ansonsten bleibe ich den Trail Gloves treu. Lediglich bei Matsch sind die Luna Sandalen nervig.
      Trekkingstock: Fizan Compakt, mit GG Griff. Beim Wechsel der Griffe sollte man die neuen definitiv ankleben, da diese ansonsten langsam runter Rutschen und das Rohr irgendwann oben durchsticht. Als das bei mir passierte zog ich den Griff komplett ab um ihn mit Sekundenkleber wieder anzubringen: Leider wurde der Kleber fest, bevor ich den Griff komplett drauf stecken konnte, so dass ich das überstehende Stück kurzerhand abgeschnitten hatte. Der Griff war weiterhin super ergonomisch und machte keine Mucken mehr! Tatsächlich gelaufen bin ich nicht all zu viel mit dem Stock, bei sehr steilen Passagen war er praktisch, und im Gila River absolut Gold wert. Ansonsten auch öfter mal im Rucksack gelandet.
      Für Colorado und den Gila gut, ansonsten eben nur als Tarpstange.
      Hemd: Kurzarm Synthetikhemd zum Knöpfen. Ich war super zufrieden damit! Solange kein Elasthan im Materialmix ist stinken auch Synthetiksachen nicht so schlimm (aus irgendeinem Grund scheint flexibler/ stretchiger Stoff Gestank zu binden). Das Material trocknet wesentlich schneller als meine Merinoshirts und hielt den kompletten Thruhike durch! Einziger Defekt sind ein paar kleine Löcher (2-3mm) die sich am Rücken gebildet haben, wo der Rucksack über der Hüfte aufsetzt.
      Werde ich auf jeden Fall weiter nutzen!
      Shorts: Klassische kurze Laufshorts, Liner entfernt. Gibt es nichts dran auszusetzen, nach 1,5 Thruhikes sind die langsam durchgescheuert, aber das ist auch ok (Das sind immerhin ca 6000km)
      Socken: Darn Tough sind wie üblich super, ich habe ab und zu zwischen DT und Injinji Run gewechselt, einfach um den Füßen mal was anderes zu gönnen. Die Injinji bekommen relativ schnell löcher, aber sind ansonten auch ganz gut. Später dann Barfuß in den Sandalen und die Injinji waren nur als Backup für besonders kalte morgende noch dabei.
      45Meilen/  72km für einen Milchshake
      Zusätzliche Bekleidung:
      Warme Schicht: Los ging es mit einem Cumulus Climalite Pullover, der allerdings an der ersten Station in die Bouncebox wanderte. Ohne Kapuze und Taschen ist das Teil für mich wertlos, das sind die einzigen beiden Features, die ich Abends im Camp haben möchte! Zum Laufen sind Puffy Jacken mMn ungeeignet, da man zu schnell anfängt zu schwitzen, die Jacke ausziehen muss und dann doch wieder friert.. Zwischenlösung war für mich dann die Kombination aus einem Patagonia Cap4 Hoody und einer Decathlon Daunenweste. Das funktionierte eigentlich ganz gut so, die Weste hat Taschen, in dem Fleeceteil kann man laufen ohne sofort zu überhitzen. In Wyoming hatte ich nur das Patagonia Teil, es war nicht all zu kalt.
      Als ich dann jedoch durch Leadville, CO kam, konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir ein Melanzana Microgrid Hoodie, welcher von da an meine einzige Isoschicht war. Insgesamt natürlich nicht ganz so warm wie eine Puffy, aber wesentlich flexibler. Ich kann darin noch laufen ohne zu überhitzen, in Kombination mit meiner Windjacke war die Temperatur super zu regulieren. Außerdem ist das Ding einfach tausendmal kuscheliger und gemütlicher als eine Puffy. Bonusfeature: in den Nächten, in denen es nicht all zu kalt ist, ist die Fleecejacke das beste Kissen überhaupt!
      Nächstesmal von Anfang an den Fleecepullover, evtl für Colorado noch die Daunenweste zusätzlich. Außerdem den Fleecepulli ein wenig anpassen und nochmal 30g sparen (ist vom Werk relativ weit..)
      Regenjacke: Driducks! Die billigste Variante, die bisher am besten für mich funktioniert hat. In allen Membranjacken ist es irgendwie schwitzig und der Plastikartige Stoff klebt an der Haut.. Für nur 20$ kann die Driducks da mehr! Innnenseite ist fleeceartig, scheint unglaublich atmungsaktiv zu sein und wiegt sehr wenig. Einzige Nachteile: Passform (extrem kurz und weit geschnitten) die sich aber leicht ändern lässt. Ich hatte eine XXL gekauft und einfach schmaler genäht. Außerdem sind die Jacken nicht all zu robust, so dass man in Gestrüpp etc aufpassen muss; lassen sich aber super mit Duct Tape flicken. Und ganz ehrlich: Welche Jacke sieht nach einem kompletten Thruhike noch gut aus?
      Windjacke: Ebenfalls aus Zeitmangel (wie beim Shelter) wurde eine eigentlich nicht dafür angedachte Jacke eingepackt, aus dem ExTex 27g/m² Stöffchen (ursprünglich wollte ich noch eine aus 35g/m² Pertex machen). Die Jacke hielt aber erstaunlich gut und hat trotz intensiver Nutzung kein einziges Loch und sieht noch fast aus wie neu! Kein Kleidungsteil habe ich so oft tagsüber an- und ausgezogen, die Wärmeregulierung damit ist einfach zu praktisch und man kann sie aufgrund des Packmaßes (ca so groß wie eine Mandarine) immer griffbereit in der Außentasche haben. Auf dem CDT, der häufig sehr ausgesetzt über der Baumgrenze verläuft würde ich das Teil nicht missen wollen!
      Windhose: Ich bin ebenfalls sehr zufrieden damit. Die Wärmeleistung ist erstaunlich gut, dabei ist aber das Packmaß und Gewicht wesentlich besser als eine ähnlich warme lange Unterhose. Gerade an frostigen Morgen war es doch ganz nett die erste halbe Stunde noch was an den Beinen zu haben... Kommt auf Touren mit kühleren Temperaturen auf jeden Fall wieder mit.
      Buff: Tolles Multifunktionsteil, wärmt den Hals, den Kopf und bedeckt Nase und Mund beim Schlafen, wenn es zu kalt wird nachts. Gelegentlich auch um die Hände gewickelt wenn ich meinen Schirm gehalten habe.
      Fleecemütze: mag für manch einen redundant scheinen, aber ich hatte genügend Nächte in denen ich Buff, Fleecemütze und Kapuze an hatte und nichts davon missen wollen würde. Die Fleecemütze war aus dem Fahrradbereich (eigentlich für unter den Helm) aus winddichtem Material auf dem Kopf, aber nicht an den Ohren (so dass man noch gut hört). Sieht bescheuert aus, aber funktionierte prima.
       
      Verschiedenes:
      Schirm: Das war mein erster langer Trail mit Schirm und ich muss sagen, er ist jedes Gramm für mich wert. Bei Regen hat man den Kopf frei, der ganze Oberkörper und der größte Teil des Rucksacks bleibt trocken, bei Hitze läuft man die ganze Zeit im Schatten (so dass sich das Gewicht des Schirms innerhalb weniger Kilometer durch das zu tragende Wasser amortisiert).
      Lampe: Thrunite TI3. Tolle Lampe, ich bin absolut zufrieden damit. Lediglich für das südlichste Stück des CDTs wäre irgend ein dicker Scheinwerfer praktischer gewesen, da es um 18:00 bereits dunkel wurde und kein Trail vorhanden war, ansonsten war die TI3 perfekt.
      Taschentuch: Eigentlich nur ein Stück eines alten Seideninletts, ca 15x15cm, 4g. Ich hatte öfters mal Nasenbluten und finde es ganz angenehm die Nase mal schnäuzen zu können. Reiner Luxusartikel, aber bei dem Gewicht durchaus tragbar.
      Handy: LG G4. Sehr gutes Handy! Die GPS Ortung geht schnell, das Display ist gut lesbar und die Kamera ordentlich. Super praktisch war der auswechselbare Akku, wodurch man sich die Powerbank (und den damit einhergehenden Verlust) spart. Der Akkuwechsel dauert vielleicht eine Minute und man hat wieder volle 100%. Nächstes mal nehme ich nur das Handy mit und lasse die Kamera ganz zu Hause. Für den CDT wollte ich aber auf jeden Fall Fotos von einer richtigen Kamera und habe es auch nicht bereut (Sony RX100, machte geniale Bilder)
       
      Das wars schon! Im Anhang ist noch die komplette Liste (vom Ende) mit Gewichten etc. Falls noch Fragen aufkommen, immer her damit.
      Schöne Grüße
      Micha

      Gearliste CDT 16.pdf
    • Von micha90
      So liebe Leute,
       
      nachdem ich die letzten Monate kräftig die die Staaten gelatscht bin, hat sich mein ganzes Setup doch ein wenig geändert. Auf lange Sicht hat sich doch die ein oder andere Sache als weniger praxistauglich herausgestellt, als in der Theorie und bei meinen Test-Overnightern gedacht. Man lernt eben dazu. Über meine Erfahrungen wollte ich euch deshalb gerne berichten:
       
       
      Shelter:
       
      Los gings mit meinem Eureka Ponchotarp 210gr. Bei leichtem Regen von oben tut es was es soll, sowohl als Poncho als auch als Tarp. Sobald es jedoch windiger wird, macht beides wenig Spaß, da der Poncho durch die Gegend weht (trotz Schnur um den Bauch) und für meine 1,90 als Tarp etwas zu kurz ist.
       
      Für die Sierras dachte ich ein Zelt zu brauchen und hatte mein TT Contrail 760gr aufgelesen, was mir jedoch schon nach kürzester Zeit aufgrund des Packmaßes und unnötigen Gewichts auf den Keks ging. Aufbauen musste ich es auch nur ein einziges mal, das hat mir schon gereicht. Beim testen zuvor fand ich das Contrail super, auf dem Trail in weniger guten Bedingungen ziemlicher Mist..
       
      Also wurde bei ZPacks bestellt und zwar ein gewöhnliches Rectangular Cuben Fiber Tarp ~140gr . Damit war ich bei fiesem Regen gut geschützt und bin auch weitgehend zufrieden. Einziger Nachteil ist die Lautstärke! Mir war zuvor nicht bewusst wie laut Cuben im Wind ist, oder wenn der Regen darauf prasselt. man gewöhnt sich jedoch recht schnell daran. Die Aufbauzeit war meist schneller als jedes Zelt. Sieht auch besser aus.
       
       
      Schlafen:
       
      Mein Cumulus Quilt 480 (750gr, weil extralang) hat hervorragende Dienste geleistet. Im Nachhinein wäre weniger Daune besser gewesen, aber man kann ja vorher nicht wissen wie kalt es letzten Endes wird. Bei -8°C hatte ich noch nicht mal meine Puffy an, so kalt wurde es aber selten mal. Meine Bedenken, dass Daune zusammenfällt, sobald es feucht wird waren auch nicht wirklich begründet. Eis am Morgen
       
      Als Isomatte waren 6 Teile Z-Lite ausreichend. Meine erste war recht schnell durchgelegen, so dass sie nach ca einem Monat gegen eine kurze Ridgerest getauscht hatte, welche zwar wärmer und bequemer war, aber das Packmaß war schrecklich. Also wieder 6 Wochen Später (da wurde die Ridgerest auch schon dünner) gabs ne neue Z-Rest und dazu ne Gossamer Gear 3mm EVA-Matte zur Ergänzung und als Sitzmatte. Das ist wohl noch nicht das Optimum, aber für mich schon recht nah dran.
       
      Mein MYOG Tyvek Biwaksack mit 135gr stellte sich nach kurzem als unnütz herraus, da er nicht atmungsaktiv genug war und mein Schlafsack auch ohne mehr als warm genug war. Auch mit Wind hatte ich weniger Probleme im Quilt als befürchtet. Gutes Beispiel für "don't pack your fears"! Wurde kurzerhand aussortiert.
       
      Das 27gr Thermarest Kissen war wunderbar: im Prinzip nur ne Kissenhülle mit den Laufklamotten, Essen, Mosquitonetz oder was eben zur Verfügung war befüllt. Die Leute, die morgens mit dem Gesicht auf ihren Cuben oder Silnylon Säcken klebten waren neidisch!
       
      Rucksäcke:
       
      Los ging es mit dem SMD Swift mit Hüftgurt (520gr). Am Anfang war er gut, hatte genügend Volumen und lies sich auch vollgepackt noch halbwegs gut tragen. Nach gut zwei Monaten wurde er mir jedoch zu groß und die Schultergurte waren durch, so dass er recht unbquem wurde. Ansonsten guter, scheinbar bodenloser Rucksack!
       
      Da ich der Qual der Wahl nicht gerecht werden wollte, habe ich mir kurzerhand einen ÜLA CDT bestellt und einen Gossamer Gear Murmur Hyperlight gleich dazu. Der ÜLA stellte sich als völlig unbequem herraus (scheint an meinem Rücken zu liegen, die meisten anderen Leute auf dem Trail fanden ihn super!). Für mich wurde es also der Murmur! Mit seinen 28L war er groß genug für bis zu 4 Tage und ist einfach superbequem. Lediglich kleine Details sind nicht perfekt, unter anderem, dass ich die Leute von Gossamer Gear bei Traildays getroffen haben und es wirklich unfreundliche Typen waren. Der Murmur ist aber sehr nahe am Perfekten Rucksack für mich. ganz links, lustigerweise neben einem CDT
       
      Mein Ortlieb "Ultralight" (71gr) Drybag wurde erst gegen einen 20gr Cuben Beutel getauscht, dann jedoch ganz weggelassen. Don't pack your fears! Ging auch ohne wunderbar, besonders, nachdem der Müllsackliner gegen einen von GG ausgetauscht wurde: die Gossamer Gear Müllsackliner sind super und wirken unkaputtbar.(der hielt über 1000 Meilen und ist immer noch lochfrei)
       
       
      Küche:
       
      Eine 400ml Evernew Tasse aus dem TLS mit selbstgemachtem Deckel und darunter ein 4g Dosenkocher (der Migros-kocher, ist irgendwo im Dosenkocher Thread schon drin) hat sich als Optimal herausgestellt. Ergänzt mit Alufolien Windscreen und ner kleinen Bodenplatte um den Untergrund nicht anzusengen und Hitze hoch zu reflektieren. Die 400ml waren eigentlich ziemlich immer genug für jede Mahlzeit, natürlich im Freezerbag rehydriert.
      Zwischendurch bin ich auch Testweise auf meinen an sich geliebten Bushbuddy umgestiegen, aber nach sehr kurzer Zeit war klar, dass der beim Camping besser aufgehoben ist. nach 35 Meilen hab ich kein Bock mehr Holz suchen zu gehen und immer neben meinem Kocher zu sitzen und ihn mit Stöckchen zu füttern. Dank deutscher Eiche geht das hier zu Lande wesentlich besser, mit einer Handvoll Holz ist schnell gekocht. Auf dem PCT wachsen aber nur Nadelhölzer, die haben wesentlich schlechteren Brennwert und rußen dazu noch stark. Außerdem erfordert der BB einen 900ml Topf zum Transport und ist damit zu schwer und vor allem zu Sperrig!
       
      Sea to Summit Alpha light Löffel: Super Teil, hielt den Gesamten Trail. Schmilzt nicht, bricht nicht (selbst harte Eiscreme wird in kürzester Zeit zerlegt). Wesentlich bessere Haptik, als die langen Löffel, die bescheuerter Weise immer ne eckige Schaufel haben! Wurde zur Not auch schon als Hering verwendet.
       
      Sawyer Mini: Trailname "Sawyer Clog"! Zum in die Tonne Kloppen! So ziemlich jeder hat mit diesem kleinen Filter den Trail gestartet, so dass zu Beginn kaum auffiel wie scheiße es ist. Die Durchlaufgeschwindigkeit ist nach kürzester Zeit trotz Backflush unter aller Sau. In konkreten Zahlen: nach 2-3 Wochen Dauernutzung ca 8-10min pro Liter!
      Der "schwere" Sawyer ist um Welten schneller, benötigt weniger Kraftaufwand und verstopft nicht so schnell, sodass viele Hiker auf den alten umgestiegen sind.
      Mein Mini flog nach knapp 700 Meilen raus und aus Frust habe ich angefangen mein Wasser ungefiltert zu trinken. Ging zum Glück auch ohne Erkrankung, aber immer mit gewissen Risiko.
       
      TLS Faltflaschen 2,5L: schienen ein guter günstiger Ersatz für teure Platypus Tüten und dazu noch leichter! Leider gingen alle drei innerhalb der ersten 3 Wochen kaputt. Ersetzt wurde dann durch eine Platypus 2,5L, die bis jetzt noch kein Loch hat.
       
      am Körper:
       
      Fizan Compact Trekking Stöcker: hielten den gesamten Trail stand, über Stock und Stein, Sand und Eis und Wasser. Wenn alles nass war (vom Schnee oder Flussquerungen) sind sie schwer fest zu zuschrauben, auch mit kalten Händen ist es schwieriger. Original Spitzen hielten nur ca 650 Meilen, die Black Diamond Spitzen hielten dann so 800-900Meilen. Gegen Ende des Trips hat sich ein Segment immer wieder zusammengeschoben und der Rest sich so festgefressen, dass ich eine zweite Person zum öffnen brauchte, aber nach 2000Meilen ist das ok.
      Werde ich ohne zu zögern wieder kaufen.
       
      DirtyGirl Gaiters: absolut geil, wenn auch schwankende Haltbarkeit. Erstes Paar ca 1300Meilen bis zu den ersten Löchern. Das Zweite fiel nach 300Meilen auseinander, das Dritte hatte kleine Löcher, hielt aber auch noch 1000Meilen.
       
      Sonnenbrille von Uvex: Super. 30€ die sehr gut Investiert waren. Habe ich die ersten zwei Monate nur zum Schlafen abgesetzt. Es gibt RIESEN Unterschiede zwischen billo Brillen und Markenqualität! Leider habe ich die Brille verloren.
       
      Darn Tough Socken: machen ihrem Namen alle Ehre. Angefangen mit Ulvang, Smartwool etc hielt nichts länger als ein paar Tage, bis ich mein erstes Paar Darn Toughs hatte. Super Socken, stinken nicht (Merino) fühlen sich extrem gut an und halten einfach sooooo viel länger. Falls sie dann doch mal kaputt gehen, kann man sie einfach im nächsten Outdoorladen umtauschen! Ich kann kaum abwarten, bis Darn Tough in Deutschland Fuß fasst!
       
      sonstige Kleidung:
       
      Arc'teryx Nuclei: Leider eine Fehlinvestition. Die Jacke an sich war gut und hielt bis zu letzt warm, aber ich hätte gut 100gr sparen können, wenn ich einfach der Daune mehr zugetraut hätte. Zudem ist das Packmaß auch nur so lala. Die Perfekte Daunenjacke habe ich allerdings noch nicht gefunden. (evtl die Ghost Whisperer mit Kapuze, die ist nahe dran)
       
      billiges 100er Fleece: bei McTrek für 15€ gekauft und etwas zurecht geschneidert. mit nur 250gr für die meiste Zeit warm genug, ist leichter, beim Laufen schwitzt man darin auch nicht so bzw hat nicht so einen Hitzestau und fühlt sich einfach 1000 Mal besser/ kuscheliger an als ne Puffy... aber nur leider ohne Kaputze und auch nicht ganz so warm.
       
      Vaude Windjacke: mit 100gr eines meiner lieblings Bekleidungsteile. Super atmungsaktiv und mit Kapuze einfach perfekt. Musste Später leider der Regenjacke weichen, um Redundanz zu vermeiden. Sah natürlich vorallem gut aus!
       
      Patagonia Regenjacke: ca 220gr, leider weiß ich das Modell nicht. Wurde gegen Ende des Trips bei nem Patagonia Sale erworben. Die Jacke ist simpel (nur eine Brusttasche, sonst nix) die Kapuze ist in Ordnung und wasserdicht war sie auch. Bei länger anhaltendem Mistwetter und wenn es eben mal nicht nur von oben, sondern von der Seite oder auch von schräg unten regnet (ja das kommt vor) ist eine Jacke doch besser als der Poncho, dessen Tarpfunktion ohnehin nicht mehr benötigt hat.
       
      MYOG Tyvek Regenrock 35g: hat sich als unnütz gezeigt. Das Tyvek hat sich komischerweise vollgesaugt, es kam Wasser auf die Beine, der Rock rutschte hoch oder klebte an den Beinen, so dass er sich gelöst hat. Test bei leichtem Regen in der Stadt war super, bei richtigem Regen und bergauf laufen sah es doch schon ganz anders aus. Das Material war außerdem suboptimal.
       
      Merino Buff 50gr unverzichtbar. etwas schwerer als die polyester Version, aber eben auch angenehmer. in den kältesten Nächten einfach übers Gesich gezogen und durchgeatmet, ansonsten schön um den Hals warm zu halten oder die Lücke zw Jacke und Hals zu schließen.
       
      Anderes Zeug:
       
      Kamera Nikon P330: gute Knipse, schlug zwar mit gut 200gr zu buche, aber die Fotos lohnen sich. Der Akku hielt zudem 3-4 Wochen bei durchschnittlichen 10 Bildern/ Tag.
       
      Messer: der "Brieföffner" der Swisscard in MYOG Scheide. incl Pinzette 5g. Tat alles, was ein Messer auf dem Trail muss: Salami schneiden, Paket aufmachen, Sprießel aus dem Finger pulen oder Zehennägel sauber machen. Habe auf keinen Fall was größeres vermisst.
       
      Stirnlampe Mammut S-Flex 47g war in Ordnung. Für im Camp wunderbar, leicht zu bedienen und frisst nur eine AA Batterie. Zum Nachtwandern ging es so, war da aber nicht gerade der Brüller. Für die Wüste hätte ich deshalb evtl auf was helleres umsteigen sollen.
       
      Sea to Summit Mosquito Netz, mit nur 11gr kompakt und leicht und genauso gut wie jedes andere, das ich gesehen habe.
       
       
      Edit:
      Fast vergessen: das Mosquito Zelt! Simblissity Inner Peace: mit 138g incl Packsack ein wunderbares Teil für Tarpnutzer! Lässt sich alleine aufbauen oder ins Tarp hängen. Meine erste Wahl (aus Gewichtsgründen) war das Gossamer Gear Bugnet, allerdings war das ausverkauft und ich bin letztenendes SEHR froh darüber mir stattdessen das Inner Peace gekauft zu haben. Nur 50$ /38€ und wirklich zufriedenstellend!
       
      Wenn noch irgendwelche Fragen über Ausrüstung oder Trail da sind, immer her damit.
       
      schöne Grüße
      Micha
    • Von JoSt
      Hallo,
      ich bin derzeit in den Vorbereitungen für meinen PCT Thruhike 2018.
      Losgehen soll es vsl. ende April.
      Das Visum ist erteilt und der Urlaub ist bereits genehmigt.
      PCT Permit, Flugticket, Krankenversicherung und andere Dinge sind noch offen.
      Die nächste Baustelle, die ich angehen möchte ist die Packliste. Einige Ausrüstungsgegenstände sind bereits vorhanden, andere müssen noch beschafft und getestet werden. Daher bin ich bei vielen noch flexibel und offen für Anregungen oder Vorschläge.
      Beim Quilt hatte ich einen Cumulus 450 (ggf. mit etwas Overfill) angedacht, bin allerdings aufgrund der aktuellen Diskussion über die Qualität der Verarbeitung etwas verunsichert. Allerdings kenne ich auch keine in D oder EU verfügbaren Alternativen.
      Die Kategorie Kleidung ist noch nicht sehr ausgereift. Hier muß noch vieles beschafft werden, allerdings möchte ich hiermit noch eine Konfektionsgröße warten. Daher sind viele Gewichtsangaben eher Schätzungen oder nur Vermutungen. Da dies die Kategorie mit einem hohen Gewichtsanteil ist, bin ich auf eure Ideen und Empfehlungen gespannt.
      Zur Vermeidung von Sonnenbränden möchte ich hier gerne auf ein langärmeliges Hemd und eine lange Hose setzen. Kann das funktionieren?
      https://lighterpack.com/r/6110ut
      JoSt
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