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Ultraleicht Trekking
Chris2901

Was macht eine Cottage zu einer Cottage?

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Tach zusammen,

Scheisswetter und Verpflichtung zu Ruhe, da meine Frau Nachtdienst hat, lassen einen ja immer ein wenig tumb durch die Gegend denken.:D

Allerdings finde ich die oben genannte Frage recht interessant:

Wann bezeichnet man/Ihr einen Betrieb noch als Cottage und was macht diese glaubwürdiger/sympathischer als ein Großunternehmen?

Was mich zu dieser Frage führt ist ein UL-fremder Artikel aus einem Fahrradmagazin ,den ich bei einem Rahmenbauer fand und der mir doch in weiten Teilen übertragbar scheint:

http://www.rahmenbau-krautscheid.de/index2.html

 

Jetzt gibt es ja Fakten, die für oder gegen Cottageprodukte sprechen:

Pro:

Direkter und persönlicher Kontakt zum Hersteller (?)

Meist mehr Auswahl bei Farben und Materialien

UL ist bei Mainstreamherstellern zwar oft auf dem Label, aber nicht in der Verpackung

Custom-Bestellungen häufig möglich

...tbc...

 

Contra:

Häufig sehr lange Wartezeiten

Zum Teil große Qualitätsschwankungen/Defizite

Import aus Nicht-EU-Ländern teuer und aufwändig, dementsprechend Reklamationen auch trotz Entgegenkommens der Hersteller

Postweg fragiler, Rechtslage oft kundenunfreundlicher...

..tbc...

 

Als Beispiel:

 ZPacks.Wird allgemein wohl als Cottage gesehen, hat aber lt eines Interviews mittlerweile 83 Angestellte, was ja schon ne Hausnummer ist.Cottage ja oder nein und warum?

Mountain Laurel Designs dürfte in derselben Liga spielen.

Tarptent entwickelt in Kalifornien und lässt in Washington herstellen.Ist "Outsourcing" cottage-kompatibel?

Gossamer Gear entwickelt in den USA und lässt in Asien fertigen wie viele Großfirmen auch. Dasselbe bei Six Moon Designs.

 

Da hier im Forum die Glaubwürdigkeit einer Cottage oftmals höher ist als eines Großherstellers ,stellt sich ja die Frage, woher diese kommt.Weil der Chef die Emails persönlich beantwortet statt einer Angestellten? Weil die Stückzahlen kleiner sind? Spielt das Argument in o.g. Artikel eine Rolle?

 

Würde mich über eine offene, nicht an einem Endergebnis interessierte Diskussion freuen.:)

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Hallo Chris,

meine Frau schläft nicht, denke ich zumindest, sondern ihr Betrieb hat heute Inventur, so bis 20-21:00 Uhr. Also Zeit dir zu antworten!

Für mich ist es mehr ein Gefühl, als Fakten. Der Mensch unterstützt/hilft gerne "Kleineren". Dafür, weil wir es uns aber auch leisten können, geben wir gerne etwas mehr Geld aus, z.B. auch Biolebensmittel. Dies trifft aber kurioserweise nur auf ein Teil unserer Käufe zu. Bei z.B. Hifi-Anlagen kommt schon wieder Qualitätsdenken hinzu. Und beim Neukauf eines PKW´s würde ich nicht ein Auto aus Indien für 3.000,-€ kaufen, mal davon abgesehen dass dies hier keine Zulassung bekommt. Warum kaufen wir überhaupt alle die Dinge ein, die wir nicht zum Überleben brauchen? Die Erklärung ist ganz einfach. Emotionen! Wir kaufen ein um Glücksgefühle zu bekommen. Und je höher die Emotion, je besser fühlen wir uns. Ich habe einen Gegenstand gekauft UND dabei auch noch etwas Gutes getan. Toll. Die Abgrenzung ob ein Betrieb klein ode groß ist findet bis zu einem gewissen Teil also in deinem Kopf statt und durch Unwissenheit. Zum Beispiel Globi, kaufe ich recht gerne ein, preislich mal davon abgesehen. Warum? Weil ich mich dort wohl fühle. Und weil Globi keine große Kette ist, eher ein Fachhändler. Das vermittelt uns Globi zumindest. Und das machen die sehr gut. Was hat aber Globi mit Fällräven, sowie den Outdoorhändler Naturkompaniet, Partioaitta und Friluftsland zu tun? Alle und noch viel mehr gehören zur Fenix Outdoor AG. Vielleicht war eben Globi noch eher klein, jetzt sind sie es plötzlich nicht mehr. Also trägt auch Wissen einen Teil dazu bei. Ich denke dieser Übergang ist sehr schwimmend. Außerdem ist kaufen bei "Großen" auch nichts schlimmes, siehe Ikea, da ist die Akzeptanz einfach da. Und dann gibt es noch die Unternehmen die förmlich verpönt werden, z.B. Mc Donalds. Da geht keiner hin. Komisch ist in Deutschland der umsatzstärkste Fast-Food-Laden.

LG - Kermit 

  

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@Mittagsfrost: Danke für den Link,sehr interessant.Ich möchte meine Fragen in dem Sinne gar nicht beantwortet bekommen, sondern die Meinungen der Nutzer hier hören. Für mich soll es da auch keine "Definition" geben.

@Kermit: Das geht ja schon sehr in die Tiefe.Subjektives Glücksempfinden ist nun...sehr subjektiv.:mrgreen: Das hält bei mir z.B. durch Konsum nicht lange vor...

"Wohlfühlen" ist bei den meisten Cottages schwierig, weil nicht in Reichweite. Unprofessionelle Homepages sind ja auch nicht darauf ausgelegt,den Kunden mit optischen Reizen zu verwöhnen ,sondern zeugen ja eher von einer "Do-it-yourself"-Mentalität, mit der vermutlich Geld gespart wurde. Wenn ich mal mit einem Cottage-Hersteller in Kontakt bin, freue ich mich natürlich über die Kompetenz bei der Beratung, die ich mit etwas Glück auch in einem Fachgeschäft bekommen kann. Allerdings bin ich da auch recht leidenschaftslos,wenn ich (wie schon öfter vorgekommen) mindere Qualität geliefert bekomme.Da kann der Jeff, Joe, John oder sonstwer noch so nett gewesen sein,ich will für das teure Produkt auch einen Gegenwert bekommen, der sein Geld wert ist.Trotzdem kaufe ich gerne bei den Kleinen, vielleicht aus einem Gefühl heraus ,etwas exklusiver zu sein als das Gros der Menschen, die man dann auf einem Trail trifft.

Globetrotter ist ein sehr schönes Beispiel für einen Imageniedergang durch Zuwendung an den Mainstream.Was war das Handbuch für ein kultiges Teil,der Versand fand aus Hamburg statt und alles war auch ein bisschen chaotisch. Diesen Charme hat das Unternehmen durch Professionalisierungsmassnahmen natürlich massiv eingebüßt, zumindest bei "richtigen" Outdoorern...Inwieweit die Vorbesitzer zum Verkauf genötigt waren, wissen wohl nur Insider.

Was das Gefühl angeht,Gutes zu tun, in dem man die "Kleinen" unterstützt ,nun das wird schwieriger.Ist Zpacks noch ein "Kleiner" oder dann doch lieber Yama Mountain Gear oder gramxpert mit seinen 2-3 Männeken? Sind Gossamer Gear und Six Moon Designs nicht die Bösen, weil sie statt lokale Arbeitsplätze zu  schaffen lieber  anonymen Asiatinnen regelmässige Nahrungsaufnahme ermöglichen (genau wie Tatonka oder The North Face etc.)? Ethische Fragen ,die wohl jeder nur für sich selbst beantworten kann.

@dennisdraussen hat noch einen ihm wichtigen Aspekt genannt: Die Möglichkeit, in einer Cottage ein Custom-Produkt zu bekommen. As Tucas und Zpacks haben das radikal eingestampft,um effektiver zu werden, MLD und HMG haben es mWn nie angeboten.

 

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"Cottage" - da schwingt für mich immer der Charme einer Hinterhofwerkstatt mit, die mit kleinen Teams an ihren (innovativen) Spezialprodukten tüfteln. Für mich fängt mit dem Auslagern der Produktion der Wandel zum klassischen Unternehmen an. Gleiches gilt, wenn die eigene Produktion eine Größenordnung erreicht, die nicht mehr in die Hinterhofwerkstatt passt und man in immer größere Produktionsräumlichkeiten umziehen muss (ich sag mal ab ~30 Leuten).

"Glaubwürdiger" sind "Cottages" im Falle des UL-Trekkings insofern, als dass viele ihre (ursprünglichen) Produkte speziell auf bzw. für die bekannten Long Distance Trails entwickelt haben.

Zpacks wird in meinen Augen immer mehr zum klassischen Anbieter von (leichter) Ausrüstung, was ich nicht zuletzt daran festmache, dass (S)UL Klassiker wie der "Zero"mit 100g Eigengewicht oder das Hexamid sukzessive (ersatzlos) aus dem Portfolio verschwinden. Sie scheinen einen ähnlichen Weg zu nehmen wie Gossamer Gear.

Gründe bei "Cottages" einzukaufen sind aus meiner Sicht in erster Linie deren Spezial Produkte, die es bei den Großen nicht gibt. Custom Anfertigungen fallen auch in diese Rubrik. Die Qualität sehe ich weniger problematisch - es gibt auch dort Hersteller mit hohen Qualitätsstandards.

Edit: Ein weiterer Grund wäre die Unterstützung der Innovatoren und nicht der Kopierer aus Fernost - wobei natürlich auch fernöstliche Innovationen unterstützenswert sind.

bearbeitet von backpackersimon
ergänzt

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Falls wer eine "Cottage" übernehmen möchte:

www.oookworks.com

Klingt zwar nicht sehr motivierend, aber naja vielleicht interessiert es ja jemanden. 

Das trifft es aber gerade irgendwie auf den Punkt, der Markt scheint mittlerweile zu groß um klein zu bleiben und dann muss man irgendwann eine Entscheidung treffen, hobby oder vollgas voraus. 

 

bearbeitet von Matthias

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vor 3 Minuten schrieb Matthias:

Falls wer eine "Cottage" übernehmen möchte:

www.oookworks.com

Klingt zwar nicht sehr motivierend, aber naja vielleicht interessiert es ja jemanden. 

Das trifft es aber gerade irgendwie auf den Punkt, der Markt scheint mittlerweile zu groß um klein zu bleiben und dann muss man irgendwann eine Entscheidung treffen, hobby oder vollgas voraus. 

 

OT: Sean hatte aber  langwierige,andere Probleme. Das hat für sein (voraussichichtliches)Scheitern trotz hervorragender  Qualität der Produkte leider sein Scherflein beigetragen.

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Den größten Vorteil von Cottages sehe ich darin, daß sie Produkte entwickeln und produzieren, die perfekt für den eigenen Bedarf passen. Für die alteingesessenen Firmen (die Industrie) lohnt es sich nicht, Ressourcen in Nischenprodukte zu stecken.

Welcher Durchschnittswanderer braucht schon einen 200 Gramm leichten Rucksack, der nur mit spezieller Packtechnik bequem zu tragen ist? Welcher Verandaschaukler kommt auf die Idee, im Winter in einer Hängematte zu übernachten? Welcher Koch kocht Suppe in einer Tasse aus Titan, und das noch bei Windböen und im Freien?

Den wenigen Verrückten, die so ausgefallene Produkte benötigen, bleibt dann nur das Selbermachen. Oder sie kennen einen Gleichgesinnten, der schon mal selber gemacht hat und bereit ist, in seiner Garage noch ein paar Stück davon herzustellen.

Manch einer der Hobbybastler beläßt es bei kleinen Stückzahlen und bleibt ein Gleichgesinnter (eine Cottage-Firma eben). Andere hingegen wachsen und sind irgendwann den Gesetzen des Kapitalismus unterworfen. Geld, Geld, Geld! Also Rationalisierung, Sortimentsbereinigung, Produktionsauslagerung in Billiglohnländer, Orientierung am Massenmarkt usw. Und weil sie dann am Nischenbedarf vorbei produzieren, bleibt den Verrückten wieder nur das Selbermachen. So beginnt eine neue Spirale.

bearbeitet von Mittagsfrost

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vor 1 Minute schrieb Mittagsfrost:

Andere hingegen wachsen und sind irgendwann den Gesetzen des Kapitalismus unterworfen. Geld, Geld, Geld! Also Rationalisierung, Sortimentsbeteinigung, Produktionsauslagerung in Billiglohnländer, Orientierung am Massenmarkt usw. Und weil sie dann am Nischenbedarf vorbei produzieren, bleibt den Verrückten wieder nur das Selbermachen. So beginnt eine neue Spirale.

Siehe Golite :-(

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Gerade eben schrieb Chris2901:

Was war mit Golite? Sind die an ihrem Wachstum gescheitert?

Ja, kann man sagen. Die haben sich zusehends am Massenmarkt orientiert. Die Produkte wurden schwerer, wodurch die ursprüngliche Käuferschaft weggebrochen ist. Die Produkte selbst waren dann aber nicht mehr innovativ genug und das Marketing zu schlecht um gegen die Marktriesen zu bestehen

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vor 6 Minuten schrieb Chris2901:

@Mittagsfrost: Also ist eine Cottage von Privilegierten für Privilegierte? Frage ist ernst gemeint!

Privilegierte im Sinne von bessere Menschen? Nein.

Privilegierte im Sinne von Leuten mit besonderen Ansprüchen, Kenntnissen und Fähigkeiten? Ja. Ich sehe übrigens eine gewisse Parallele zwischen unserem Hobby und Wissenschaftlern. Wir benötigen eine 120-Gramm-Isomatte, die bis -20°C isoliert und der Wissenschaftler vielleicht eine Melkanlage für koreanische Zwergspitzmäuse. Beides innovative Produkte, die erst noch entwickelt werden müssen. Beides unverschämt teuer, aber "dringend erforderlich". ;-)

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Priviligierte finde ich passt nicht so ganz. Denn Priviligierten wird eine Sonderstellung, ein Vorrecht eingeräumt. Eher sind dies doch m.E. innovative Fachleute. Und dann kommt es wie Matthias bereits geschrieben hat. Ist die Idee oder sind die Ideen so gut das die Chancen auf finanziellen Erfolg gut stehen, hast du nur die Chance weiter klein zu bleiben, bis ein "Großer" deine Idee "marktgerecht" umsetzt und du dich in die absolute Bedeutungslosigkeit begibst. Oder du wirst halt selbst größer. Dies ist ja auch nichts schlimmes. Oft meint man dann, dass der kleine Betrieb nicht mehr so ist wie früher. Liefert plötzlich binnen 7 Tagen, Reklamationen werden nicht mehr vom Chef persönlich bearbeitet, etc. Und wir vermissen dann das tägliche Chaos was dort herrschte. Was uns schon 100x genervt hat, wird dann zum unverkennbaren CI hochstilisiert. Sobald ein Markt größer wird, wird er halt für Größere interessant. Ich bin ja schon etwas älter. Jetzt komme ich wieder zu den Bio-Lebensmittel. Diese gab es früher nur in Bioläden. Heute gibt es diese Tante Emma Bioläden kaum noch. Heute gibt es Denns und Alnatura mit jeweils über 3.000 Mitarbeitern. Aldi, Rewe und Co. haben das Sortiment auch für sich entdeckt, weil der Markt dies verlangte. Als Cottage hast du m.E. nur eine Chance wenn du im Service besser bist als die Großen oder der Markt klein genug bleibt.

LG - Kermit

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vor 9 Stunden schrieb Chris2901:

Scheisswetter und Verpflichtung zu Ruhe, da meine Frau Nachtdienst hat, lassen einen ja immer ein wenig tumb durch die Gegend denken.

Hey Chris,

ich habe wieder geschrieben da ich wieder Zeit habe. Meine Frau kam von der Arbeit, total geschafft und schläft jetzt den Schlaf den sie verdient hat.

Schönen Sonntag - LG - Kermit

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