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Ultraleicht Trekking
el zoido

Essenstagesrationen/Kalorienbedarf

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Moin zusammen,

Wie viel nehmt ihr mit, um an einem Tag beim Wandern zu essen?

Was nehmt ihr mit?

Hintergrund:

Bei der Internetrecherche kam ich auf einen Tageskalorienbedarf von mehr als 6000 kcal - passt das zu euren Essgewohnheiten beim Wandern? Mir kommt das sehr viel vor, allerdings erklärt es, warum ich in 11 Tagen Wandern 5 kg abgenommen habe :)

Viele Grüße,

Jonas

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Also ich bin 1,92 bei 75kg (groß und schlank), habe aber eine sehr fitte Verdauung und einen sehr großen Appetit. Brauch ca. 0,8 bis 1 kg Futter pro Tag. D.h. natürlich dehydratisierte Mahlzeiten, Riegel, Salami, Öl, Trockenobst, Beef Jerky, Müsli (lecker find ich Vitalis Knusper Müsli Schoko, aber davon die "Knusper"-Dinger), Nüsse, Kekse, also alles wenig Wasser und ohne großen Aufwand zu beschaffen. Müsli sind bei mir ca. 125 Gramm pro Mahlzeit (inkl. Milchpulver), eine Packung travellunch "pur" reicht mir Abends nicht, ich strecke die dann mit Salami (abbeißen und reinspucken erspart das Messer), Scheibenkäse (billig, sättigend und warm haltbar) und Olivenöl. Alternativ zu travellunch nehm ich 2x "Vewong" A-One Instant Nudelsuppen (85 Gramm, asiatisches Zeuch, in der Tüte) für billiges Geld. Tagsüber pro Tag 3-4 Müsliriegel (Snickers), ab und zu Nüsse (Macadamia), ggf. Kekse (Prinzenrolle). Das sind so meine Faustformeln, geht alles schnell zu besorgen. Ab und zu ein Pudding "Süßer Moment" direkt aus der Tüte gefuttert.

Kalorien hab ich noch nie berechnet oder gezählt, ich bilde einfach den Durchschnitt vom Gewicht des Essens. Ich bin da eher spartanisch - einfach, schnell und billig muss es gehen. Das o.g. Zeugs kann man mit einem Supermarkt-Besuch einkaufen. Allerdings bin ich auch noch nicht monatelang unterwegs gewesen, da sollte man dann auf jeden Fall mehr Abwechslung sicherstellen (gibt es ja unzählige super Blogs und Websites drüber).

Evtl. nimm erstmal 3 Riegel und 1x Frühstück + Abendessen mehr mit, nur zum Testen - bei der nächsten Tour tastest du dich dann ran. Oder man kauft unterwegs ein (was ich ungern mache).

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Hallo Jonas,

ich beantworte Dir die Frage mal aus der Perspektive des Langstreckenwanderers, da ich in der Regel monatelang am Stück unterwegs bin.

Zunächst mal musste ich feststellen, dass sich der Körper im Laufe einer langen Tour drastisch umstellt. In den ersten 2 - 3 Wochen komme ich mit normalen Portionen aus und habe relativ normal Hunger. Ganz offensichtlich nimmt der Körper die Wanderung zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz "ernst" und greift auf das körpereigene Fettdepot zurück. Das erklärt wahrscheinlich auch Deinen drastischen Gewichtsverlust.

Nach diesen ca. 2 - 3 Wochen stellt sich der Körper komplett um und erkennt, dass das Wandern kein vorübergehender Zustand ist, sondern normal. Er greift nun nicht mehr auf Fettdepots zurück, sondern versucht Dir durch Heisshunger zu vermitteln, möglichst viel zu essen, um den Energiebedarf komplett durch die aufgenommene Nahrung decken zu können. Diese Umstellung hat bei Frauen dann oft zur Folge, dass die Menstruation komplett ausbleibt, denn im "Fluchtmodus" hat der weibliche Körper keine Reserven um Kinder auszutragen.

Mit diesem Heisshunger oder "hiker hunger" kannst Du plötzlich Unmengen von Kalorien am Stück vertilgen, ohne dass Dir schlecht wird. Thruhiker essen oft, bis sie vor Schmerzen nicht mehr können. Dabei spielt es so gut wie gar keine Rolle, was Du nun isst. Auf einigen Foren werden dann ausgeklügelte Ernährungskonzepte diskutiert, die sich allerdings in der Praxis einfach nicht umsetzen lassen - und bei Heisshunger ist es Dir eh egal, was Du dann isst. Wie thrush schon sagte: Hauptsache, es ist einfach erhältlich und zuzubereiten und hat ausreichend Kalorien.

Genau wie Thrush kalkuliere ich ca. 0,9 -1,0 kg Proviant pro Tag. Im Hiker hunger modus sind das dann 250 gr Müsli am Morgen, 400 gr Snacks über den Tag verteilt und je eine Tütenmahlzeit a la Maggi Pasta Snack oder Hüttenschmaus oder wie auch immer das Zeug heisst am Mittag und Abend. Bei den Tütenmahlzeiten kaufen Langstreckenwanderer fast immer das ganz gewöhnliche Supermarktzeug. Spezielle Backpackermahlzeiten sind auf Dauer einfach zu teuer. Die meisten Kalorien kommen über die Snacks und die sind in der Regel Schokolade, da die das beste Verhältnis von Kalorien zu Gewicht hat. Ich persönlich esse pro Tag ca. 300 gr Schokolade auf Tour!!

Bin ich in zivilisationsnah unterwegs wie z.B. in Deutschland, kann man das Essen sehr gut aufbessern und mittags Brot und Käse/Käse essen oder sich auch mal den einen oder anderen Luxus wie frisches Obst, Joghurt und dergleichen mitnehmen.

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Das ist eine komplexe Sache, wo auch ganz viele individuelle Aspekte reinspielen.

Gewichtsverlust auf Tour hängt u.a. auch davon ab, wie dein Gewicht/BMI/Trainingszustand vorher waren und vom Wasserverlust. Kalorienbedarf ist nicht nur aktivitäts- sondern auch stoffwechsel-, alters- und genderabhängig.

Das musst du für dich selber rausfinden - Kalorienbedarfsberechnung kann einen Anhaltspunkt liefern.

Mein Bedarf wäre z.B. rein rechnerisch bei weiblich, 46kg, BMI 17,5 und sehr schwerer Arbeit 2500 Kalorien - verdoppelter Grundumsatz, bin also relativ einfach zu erhalten ;). Das macht unterm Strich um die 500-700g, Gewichtsverlust unterwegs nach 4 Wochen (700km, 30.000HM) minimal - 1-3kg.

Was die Zusammensetzung auf Tour anlangt, ist die Kombination von leichtverdaulichen Kohlenhydraten (Nudeln, Müsli) mit noch leichter verdaulichen Kohlenhydraten (Zucker = Schokolade) das sicherste Rezept und die direkte Autobahn zum Heisshunger.

Das kann funktionieren, wenn man dem Körper regelmässig Nachschub liefern kann, weil man das alles mitträgt - effektiv ist was anderes. Kann man mit einem Strohfeuer vergleichen - fluscht schnell hoch, gibt aber keine Wärme.

Wenn man richtig einheizen möchte nimmt man doch besser ein Buchen- oder Birkenscheit. In der Ernährung wären das komplexe Kohlenhydrate und für die Ausdauerleistung vor allem FETT. Ein deutliches Mehr an Leistung erhält man auf Dauer nicht durch Unmengen an Futter sondern durch eine Umstellung und Ergänzung durch Fett.

Fett ist das leichteste Lebensmittel - es enthält mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiss. Hochwertiges Fett wie Olivenöl kann man in grossen Mengen essen - 2El Olivenöl (20-24g) ins Abendessen machen gleich 200 Kalorien plus und da schaut so eine Portion noch nicht einmal fettig aus.

Praktisch gesehen hängt die Essensration davon ab, wo und wie lange deine Touren dauern, ob und wie oft sie Anbindung an die Zivilisation haben oder in der Wildnis stattfinden, welche Lebensmittel lokal verfügbar sind und ob du die magst. Darüber hinaus noch, wo deine persönlichen Prioritäten liegen - billig oder hochwertig, mit Fleisch oder vegetarisch, vegan, diverse Unverträglichkeiten, Geschmack, etc. Der Geschmack ändert sich oft unterwegs!

Ich bin vergleichsweise anspruchsvoll - manche würden vielleicht Gourmet dazu sagen - und bevorzuge hochwertiges Ausgangsmaterial, billig ist mir für Lebensmittel gar kein Kriterium, dafür aber möglichst kein synthetischer Industrie-Einheitsgeschmack aus Convenienceprodukten, ausserdem muss ich noch einige Unverträglichkeiten berücksichtigen.

Ich baue meine Futterrationen üblicherweise aus einem Kohlenhydratträger wie Brot, Getreideflocken, Nudeln, Polenta, Couscous, Bulgur, Quinoa, Pürree mit Fett (Olivenöl, Nüsse) und einem Gewürz (Trockenpesto, Muskat, Brühe etc.) zusammen. Eiweiss kommt aus Haferflocken und Quinoa ganz gut und dann noch aus selbstgemachtem BeefJerky oder Käse (Parmigiano oder Grana), Nüsse aller Art, Linsen, Bohnen, Avocado.

Um diese Basis gibt es dann noch eine kleine Garnitur aus Komfortfutter wie Chips, Cracker, Marzipan, Schoko, Trockenfrüchte, Weingummi, Pudding, Blaubeersuppe.

@Zyklusverlust: ein so massiver Gewichtsverlust unterwegs, dass es zum Aussetzen der Regel kommt ist medizinisch sehr bedenklich und eigentlich ein Zeichen, dass da ernährungstechnisch einiges im Argen liegt. Wenn man als Frau noch einmal Wert auf Fruchtbarkeit legt, dann ist ein solcher Körperfettabbau kein gute Idee - kann im schlimmsten Fall auch einmal endgültig sein und der Zyklus springt nicht mehr an ...

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da unsere touren bisher immer in mehr oder weniger zivilisations-nahen gegenden verliefen, haben wir uns noch nie allzugrosse sorgen gemacht/machen müssen.

einzig für unsere pyrenäen-tour vor zwei jahren habe wir ein wort-case-scenario ausgearbeitet, dass wir maximal 6 tage ohne nachschubmöglichkeiten sein könnten:

pro person pro tag rechneten wir mit:

5 x frühstück 125g müsli (inkl. trockenmilch)

+ 5 x abendessen 250g teigwaren inkl. trockengemüse, gewürze und öl (sehr wichtig, da das wohl beste gewicht/kalorien-verhältnis überhaupt

+ snacks. wobei wir tagsüber eigentlich recht wenig assen.

schlussendlich war das aber der komplette over-kill, da wir mindestens alle 1-2 tage an einem gasthof oder einen einkaufsladen vorbeikamen, wo wir die lokalen köstlichkeiten ausprobieren und auch frisches obst und gemüse kaufen konnten.

langer rede kurzer sinn: jede tour ist anders. erst mal planen, wo's lang geht respektive wo die nächste einkaufs/verpflegungsmöglichkeit ist.

am schluss habe ich dann aber trotzdem ca. 5kg in drei wochen abgenommen, was aber durchaus nicht unwillkommen war ... :o ...

***

letztes jahr nahmen wir dann nur noch verpflegung für 2 tage mit d.h. je 1 frühstück + 1 abendessen + snacks.

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Da ich gerne abseits der Zivilisation meine Touren durchführe, schleppe ich für Wochen Essen mit. Pro Tag 1 kg geht bei 20+ Tagen Tour (ich spreche nicht von 3 Wochen Ferien, sondern effektiv 20 Tage im zivilisationsfernen Gelände) nicht. Ich lande ohne Brennstoff bei 500 - 600 g Nahrung. Ein grosser Teil sind Fette - auch in der Höhe. Die Assimilation braucht zwar mehr Energie, aber man kann den Körper auch im Vorfeld der Tour bereits auf eine bessere Fettverdauung einstellen. Div. Getreide, Mehl, Schokolade, Olivenöl, Gewürze, Trockenfleisch, Hartkäse und Tüten bilden den Grundstock. Bei langen Touren setze ich am Körper Fettreserven an. Hungern muß ich nicht, aber zweimal am Tag gibt’s schon einen Heisshungerangriff nach einigen Tourentagen, oder –wochen. Der Gewichtsverlust ist kaum zu vermeiden. Es gibt schliesslich auch die Möglichkeit mehr Kalorien zu verbrennen als der Körper aufnehmen kann ;)

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hab bei meiner lapplandtour erstmals im vorfeld die kalorien gezählt, da ich früher gegen ende der tour immer heisshungerattacken gekriegt hab, bei grob geschätzt 1800 kcal/tag bei ner 10-12 tagetour im winter; mit 2300 kcal /tag, null schoki und sonstige sweets, bin ich diesmal super klar gekommen, waren ziemlich exakt 6 kg proviant bei 196cm und 86 kg.

In kiruna gabs dann noch ne fastfood- und lakritzorgie, zu hause hatte ich dann mein startgewicht bereits wieder.

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...

pro person pro tag rechneten wir mit:

5 x frühstück 125g müsli (inkl. trockenmilch)

+ 5 x abendessen 250g teigwaren inkl. trockengemüse, gewürze und öl (sehr wichtig, da das wohl beste gewicht/kalorien-verhältnis überhaupt

+ snacks. wobei wir tagsüber eigentlich recht wenig assen.

...

korrigenda: hab da wohl was durcheinandergebracht, sorry, das abendessen war 250g für zwei (2) personen.

somit pro person ca. 125g frühstück, 125g abendessen, womit wir bei ca. 250g snacks wären.

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Hallo zusammen,

auch wenn hier schon einige Zeit Ruhe herrscht, möchte ich dieses Thema noch einmal aufgreifen. Auf meinen Recherchen bezüglich der Ernährung unter Last (täglicher schwerer Arbeit, wozu vermutlich das Weitwandern zählt) bin ich auch oft auf Werte von 3000 bis zu 6000 Kalorien pro Tag gestoßen. Aber das ist alles andere als Ultraleicht. 

Einen der wenigen Gegensätze dazu habe ich in dem Buch "Wir fressen uns zu Tode" von Galina Schatalowa gefunden. Sie schreibt von einem täglichen Ruhebedarf (eines gesunden Menschen) von 400 bis 600 und Lastbedarf von 800 bis 1200 Kalorien. Zur Untermauerung Ihres Systems hat Sie unter anderem eine Wüstenwanderung von 500 km durchgeführt. Die tägliche Versorgung bestand aus 250g (Buchweizen und Datteln) und einem Liter Wasser (die ursprüngliche Frage dieser Unternehmung war der tägliche Wasserbedarf).

Wenn an diesem System etwas dran ist, ist also bei der Ernährung auch noch viel Potential, Gewicht einzusparen...

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Ich habe tendenziell auch immer zu wenig essen dabei. Bin immer so bei 2500kal, das geht für 3 Tage schon mal, ginge in Australien auch zwei Wochen, da sind aber die Heißhungerattacken nicht weit.

Mein künftiger Plan ist so pro Tag 2800kal und das Defizit dann alle paar Tage in den Ortschaften die meistens vorhanden sind zu stopfen.

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vor 2 Stunden schrieb Huxley:

Hallo zusammen,

auch wenn hier schon einige Zeit Ruhe herrscht, möchte ich dieses Thema noch einmal aufgreifen. Auf meinen Recherchen bezüglich der Ernährung unter Last (täglicher schwerer Arbeit, wozu vermutlich das Weitwandern zählt) bin ich auch oft auf Werte von 3000 bis zu 6000 Kalorien pro Tag gestoßen. Aber das ist alles andere als Ultraleicht. 

Einen der wenigen Gegensätze dazu habe ich in dem Buch "Wir fressen uns zu Tode" von Galina Schatalowa gefunden. Sie schreibt von einem täglichen Ruhebedarf (eines gesunden Menschen) von 400 bis 600 und Lastbedarf von 800 bis 1200 Kalorien. Zur Untermauerung Ihres Systems hat Sie unter anderem eine Wüstenwanderung von 500 km durchgeführt. Die tägliche Versorgung bestand aus 250g (Buchweizen und Datteln) und einem Liter Wasser (die ursprüngliche Frage dieser Unternehmung war der tägliche Wasserbedarf).

Wenn an diesem System etwas dran ist, ist also bei der Ernährung auch noch viel Potential, Gewicht einzusparen...

Ein Liter Wasser pro Tag? Das mag für sie speziell funktioniert haben in diesem eng gesteckten Rahmen. Anspruch auf Allgemeingültigkeit würde ich daraus jetzt nicht erheben.

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vor 2 Stunden schrieb Huxley:

Sie schreibt von einem täglichen Ruhebedarf (eines gesunden Menschen) von 400 bis 600 und Lastbedarf von 800 bis 1200 Kalorien.

Das klingt aber sehr esoterisch. Der Grundbedarf einer "normal" fitten Frau liegt ja schon mal bei mindestens 1200cal, also ohne jegliche Aktivität. Plus die Last einer Tour, also garantiert nicht unter 2000cal pro Tag ... ohne das man dabei abnehmen will oder weils nur wenige Tage sind.

Ich messe den Energiebedarf, Energieverbrauch, Grundumsatz, etc. in unserem Damenfitnessstudio häufig mit einem speziellen Messgerät (SenseWear), daher weiß ich das genau !

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vor 2 Stunden schrieb Huxley:

Einen der wenigen Gegensätze dazu habe ich in dem Buch "Wir fressen uns zu Tode" von Galina Schatalowa gefunden. Sie schreibt von einem täglichen Ruhebedarf (eines gesunden Menschen) von 400 bis 600 und Lastbedarf von 800 bis 1200 Kalorien. Zur Untermauerung Ihres Systems hat Sie unter anderem eine Wüstenwanderung von 500 km durchgeführt. Die tägliche Versorgung bestand aus 250g (Buchweizen und Datteln) und einem Liter Wasser (die ursprüngliche Frage dieser Unternehmung war der tägliche Wasserbedarf).

Das halte ich, mit Verlaub, für blanken Unsinn. Das kann bis 500km funktionieren (sportliche 12 Tage), solange man noch genug Körperfett gespeichert hat. Danach wirds dünn, im doppelten Sinne, und tausende Langstreckenhiker wiederlegen die These.

Und nur ein Liter Wasser in der Wüste halte ich für fahrlässig.

Richtig ist jedoch, dass theoretisch bei Essen und Wasser die größten Gewichtseinsparpotentiale liegen, wenn man bei der Ausrüstung fertig ist. Praktisch sind uns hier aber von Biologie und Physik recht harte Grenzen gesetzt. Auch die Weltraumforschung hat mit viel Geld noch kein UL-Superfood für ihre Astronauten entwickelt, oder gar Leichtwasser... ;-)

 

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vor 1 Stunde schrieb ChristianS:

Auch die Weltraumforschung hat mit viel Geld noch kein UL-Superfood für ihre Astronauten entwickelt, oder gar Leichtwasser... ;-)

Aber es gibt doch Instantwasser und aufblasbare Trockenkekse ... sorry, das mußte ich jetzt ganz einfach schreiben :-)

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Bei kurzen Wochenendtouren hab ich aus Neugier mal meine Sportuhr (Schritte, Herzfrequenz usw.) mitlaufen lassen, die zeigte abends in der Regel 5000-6000 kcal an, ist natürlich kein medizinisches Präzisionsmessgerät, aber als grober Anhalt schon mal brauchbar. 

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An den Kalorien zu sparen sehe ich auch ehr kritisch. Ist auch eine These der Autorin und beruht nicht wirklich auf Wissenschaftlichen Daten oder Studien.

Wie oben schon erwähnt lieber auf Fett statt Zucker als Kalorienlieferant setzen (Doppelt so viel Energie) Wobei bei mir auch immer noch die süßen Riegel im Rucksack sind :-D

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Ich mache ja momentan nur kurze Touren. Damit ich weder hungere noch Nahrungsmittel wieder nach Hause schleppe wiege ich die Nahrung. Ich brauche knapp 700g pro Tag bei 60kg Körpergewicht und mäßiger Wanderleistung von 20km pro Tag: Schokolade, Trockenobst, Trockengemüse (oder frisch aus der Natur), Haferflocken, Kartoffelpüree, Nüsse, Brot, Butter, Käse, Schinken, Dosenfisch oder etwas Fleisch. 

bearbeitet von ALF

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Ich rechne mit 2500 kcal bei 1-2 Wochen Touren. Bei regelmäigem Zivilisationskontakt ist das zu viel. Als first guess gehe ich davona us das weniger als 700g Trockenfutter/Tag zu wenig ist. Ist es weniger muss man definitiv in die Zusammenstellung schauen (Ibex ist glaub ich mit Butterwürfeln oder Literweise Olvenöl unterwegs) 

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Ich habe draußen stets einen unstillbaren Hunger (vermutlich eher: Appetit), obwohl ich seeehr gemütlich wandere.

Wenn Gewicht keine Rolle spielen würde, käme ich locker auf 1.5kg Nahrung/Tag - was aber bei meiner wenig sportlichen Art zu viel ist.

So mind. 750g/Tag an Trockennahrung mit der Zusammenstellung wie oben bei ibex zu lesen rechen ich aktuell - in der warmen Jahreszeit. Im Winter bei unter Null °C eher Richtung 900g. Alles Trockennahrung, selbst gedörrt bzw. trockene Grundnahrungsmittel. Darin sind zwar auch schnell-verfügbare Kohlenhydrate ( Zucker) enthalten, aber nicht diese (US-?)typischen süßen Riegel aller Art. Mein Pemmikan ist süß, es gibt heiße Trinkschokolade statt Kaffee und im Müsli ist auch Kakao. Ansonsten gilt bei mir: herzhaft, Protein-reich und Fett (Butterreinfett) + Öl (neutrales Rapsöl) muß sein.

Morgens warmes Müsli mit Kakao oder Tee. Tagsüber ein Kalorien-aufgepepptes Nudelsüppchen und zwischendurch Pemmikan/Rosinen/...und abends eine Kohlenhydratgrundlage (Nudeln/Buchweizen/Kartoffelpüree) mit Trockenfleisch und Hartkäse und luftgetrockneter Salami als one-pot-meal. Dazu heißen Früchtetee und vor dem Schlafengehen noch einen heißen Kakao.

Gereon

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Am 29.3.2017 at 16:10 schrieb Huxley:

"Wir fressen uns zu Tode" von Galina Schatalowa

wirklich sehr amüsant was man zu dem thema alles im net findet. nur leider keinerlei (wissenschaftlich) überprüfte fakten. denn trotz der überall propagierten anscheinend imensen popularität der autorin liegt keine ihrer studie in einer englisch übersetzung vor, noch wurde eine studie von einem peer-review-journal publiziert.

solange gilt hier wohl: "extraordinary claims require extraordinary evidence." (carl sagan)

bearbeitet von dani

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Ich handhabe das folgendermassen:

Frühstück: 150 gr Müesli mit Milch (aus Milchpulver) + einen grossen Kaffee

Zwischendurch/ Mittagessen: 2-3 Riegel (Mars, Getreideriegel o.ä), Trockenfrüchte-Mix (Trailmix von Seeberger), Apfelchips, was Salziges (ohne Gewicht) - Erfahrungswerte.

Abendessen: ca. 150-200 gr (Nudeln, Stocki, Couscous) oder was ich Lust habe. Tee oder heisse Schokolade als Dessert mit einem "Schoggistängeli" (wie heisst das in Deutschland?:-D)

Unter dem Strich spare ich beim Essen nicht und ich wiege das jeweils mehr aus Interesse, als das ich etwas zu Hause lassen würde. Wenn ich Hunger habe, kriege ich verdammt schlechte Laune und ausserdem esse ich einfach gerne und gut. 

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Am 29.3.2017 at 18:42 schrieb TappsiTörtel:

Das klingt aber sehr esoterisch. Der Grundbedarf einer "normal" fitten Frau liegt ja schon mal bei mindestens 1200cal, also ohne jegliche Aktivität. Plus die Last einer Tour, also garantiert nicht unter 2000cal pro Tag ... ohne das man dabei abnehmen will oder weils nur wenige Tage sind.

Ich messe den Energiebedarf, Energieverbrauch, Grundumsatz, etc. in unserem Damenfitnessstudio häufig mit einem speziellen Messgerät (SenseWear), daher weiß ich das genau !

Das Problem dabei ist, dass der physiologische Brennwert von Nahrung eigentlich ziemlicher Unfug ist, da bei der Ermittlung so viel Ungewissheitsfaktoren mit reinspielen, dass man es eigentlich auch komplett sein lassen kann mit der Kalorienzählerei.

Ich zitiere nur mal kurz aus Wikipedia:
"Zur Bestimmung des thermodynamischen Brennwerts wird [...] Nahrungsmittel zu Asche verbrannt [...]"
- Ja, so macht das mein Verdauungstrakt auch :shock:


" Für den physiologischen Brennwert wird vom Ergebnis der geschätzte [sic!] Brennwert der verdauten Überreste abgezogen."
-Ich schätze mal das passt schon.


" Eine durchschnittliche Verdauung bei durchschnittlicher Ernährungsweise wird als Basis angenommen, dann wird der Teil der Exkremente, der von einem bestimmten Nahrungsmittel stammt, geschätzt."
-Gut wenn man eine durchschnittliche Verdauung und eine durchschnittliche Ernährungsweise hat - ach ja, und dann wird wieder geschätzt - schön!

"Der physiologische Brennwert ist nur ein grober Richtwert für Menschen."
-So so.

"Es spielt das individuelle Verdauungssystem eine Rolle."
-Wie jetzt? Ich brauche eine durchschnittliche Verdauung, aber dann spiel das individuelle System auch noch eine Rolle!?

"Auch für einen einzelnen Menschen gelten keine allgemeinen Werte"
-Ich schätze jetzt auch mal die Aussagekraft von Brennwerten von Nahrung - dünn, sehr dünn!

Man könnte jetzt noch munter weiter aus dem Artikel zitieren, aber das könnt Ihr auch gerne selber nachlesen.

 

Aber eins muss ich noch, das ist einfach zu schön!
"Ein extremes Beispiel zum Unterschied von thermischem und physiologischem Brennwert wäre der Verzehr eines Steinkohlebriketts, das im Bombenkalorimeter einen sehr hohen Brennwert hat, das aber aus dem menschlichen Körper unverdaut ausgeschieden wird."
-Schade aber auch, wäre doch die perfekte UL-Nahrung ;-)

 

Unterm Strich kann man sich also die Mühe (und Energie) des Kalorienzählens komplett sparen. Statt dessen isst man halt einfach so viel das man fit bleibt. Wie viel (Gramm / Tag) das konkret ist, kann man wohl nur individuell herausfinden.

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vor 10 Stunden schrieb leichtwanderer:

Wie viel (Gramm / Tag) das konkret ist, kann man wohl nur individuell herausfinden.

...oder einfach mit Erfahrungswerten arbeiten, und da stimme ich German Tourist voll zu. Auf längeren Touren sind etwa 1kg/Tag ein sehr guter Richtwert, außer man bewegt sich in der Kälte und/oder stark hüegligem/alpinem Gelände, denn dann braucht man mehr.

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Erfahrungswerte ist das Stichwort. Jeder wandert anders und auch jeder Körper reagiert anders. Ich weiß, dass ich im Mittelgebirge oder auch in Lappland locker mit 550g am Tag über die Runden komme. Im Winter dann vielleicht 650g. Aber ich mache auch keine so langen Strecken pro Tag wie @German Tourist oder so viele Höhenmeter wie @Jever. Daher brauche ich auch weniger Energie. Probieren geht also über studieren ;-) 

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