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Ultraleicht Trekking

Empfohlene Beiträge

Je besser die Werkzeuge, desto besser das Ergebnis, daher soll hier eine kleine Sammlung von Hilfsmitteln für MYOG Projekte an der Nähmaschine entstehen.

1           Planung

1.1         Software zum Erstellen eigener Schnittmuster

Zwar habe ich 13 Jahre lang Mathe-Unterricht genossen aber dennoch gehören Algebra und Geometrie nicht zu meinen Stärken. Deswegen bin ich auch Geisteswissenschaftler :D. Zum Glück gibt es Software, mit der man dieses Defizit ausgleichen kann.

Leider kann ich für die Erstellung von Schnittmustern nur kostenpflichtige Software empfehlen, weil ich mit anderen Programmen keine Erfahrung habe und diese auf den Rechner im Digilab der Bibliothek verfügbar sind.

Zunächst ist da SketchUp von Google. Dieses Programm ist übersichtlich und bietet sich für den Einstieg an. Es lassen sich einfache geometrische Formen einfügen, Längen und Winkel bestimmen. Es ist für MYOG Projekte mit geraden Linien vollkommen ausreichend und die erstellten Modelle lassen sich auch maßstabsgetreu ausdrucken.

Wesentlich komplexer und daher auch mit mehr Möglichkeiten ausgestattet ist Rhino 3D. Auf dieses Programm hat mich @Andreas K. gebracht und bin ich nachhaltig beeindruckt. Es erfordert m.E. eine intensivere Einarbeitung, dafür lassen sich aber auf professionelle Ergebnisse erzielen.

1.2         Software zum Skalieren von Vorlagen

Für viele Projekte liegen Anleitungen mitsamt Schnittmuster vor, die man getrost übernehmen kann. Der große Vorteil hierbei ist, dass bereits alles durchdacht ist und Denkfehler und Schwierigkeiten dokumentiert sind. Weiterhin hat man mit Glück jemanden zum Ansprechen bei Problemen mit der Umsetzung.

Gerade bei Kleidung und Schlafsystemen gibt es unterschiedliche Größen und es lohnt sich die Vorlage zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein hilfreiches kostenfreies Programm dazu ist Poste Razor Link zu Chip. Hiermit lassen sich Bilder in beliebiger Größe ausdrucken und eine Vorlage auf mehrere Blätter verteilen, die im Anschluss nur noch zusammengeklebt und beschnitten werden müssen.

1.3         Papiermodelle und Schnittvorlagen

Nicht immer gelingt es, von einem Bild auf dem platten Bildschirm auf das fertige Projekt in 3D zu schließen. Gerade, wenn nur ein Schnittmuster vorliegt lohnt es sich Papiermodelle im Maßstab von 1:10 anzufertigen. Auf die Idee bin ich durch den Blog von @HAL23562 (Link zu plünnenkreuzer) gekommen.

Ist der Schnitt dann optimiert bietet es sich an, eine Schablone herzustellen. Zum einen lässt sich schwieriges Material wie dünnes, silikonisiertes Nylon wesentlich besser schneiden und zum anderen geht die Herstellung eines zweiten Modells schneller.

Wenn die Projekte etwas größer sind, wird dementsprechend mehr Pappe benötigt (falls man nicht wie @Southern Flyer alte Seekarten oder wie @wilbo 150 x 5000 cm Backpapier am Start hat). Anfangs habe ich aus runtergerockten Umzugskartons eine Patch-Work Pappe zusammengebastelt. Inzwischen gehe ich aber zum Fahrradladen um die Ecke, der hat immer riesige Versand Kartons parat und ist froh, wenn er nicht immer die Altpapiertonne stopfen muss. Alternativ war ich auch schon mal beim Möbel-Laden an den Containern und hatte ebenfalls eine riesige Auswahl.

2           Abmessung und Anzeichnen

2.1         Gerade Linien

Damit die Linien auch wirklich gerade werden lohnt sich ein Besuch im Baumarkt, um folgendes zu kaufen:

  • Trapez-Kartätsche: wird eigentlich zum Verputzen benutzt und hat eine abgeflache Kante, an der man wunderbar den Stift, den Rollschneider und den Heißschneider entlangführen kann. Ich selbst habe eine 2m lange aus Alu von Obi für 25€ und würde beim nächsten mal auch 2,50m kaufen, da gerade die Schnittkanten bei Tarps so lang sein können.

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  • Kreuzlinien-Laser: Am Anfang ein Strich und am Ende, dann den Laser angelegt und die Linie nachgezeichnet, das wars. Super praktisch. Kostenpunkt sind 10-25 €. Gibt es manchmal auch beim Discounter.

Kreuzlinien Laser

  • Winkel: Alternativ zum Laser gibt es im Baumarkt auch zahlreiche Winkel, in verschiedenen Größen und Materialien, von denen sollte auch einer in den Einkaufswagen

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Neben dem unerlässlichen Zollstock komnmen weitere Messwerkzeuge hinzu: Messschieber (nützlich, um die Nähbreite abzumessen), Geo-Dreieck, 360Grad Winkelmaß (hab ich eigentlich noch nie gebraucht) , extra breiter Messschieber (damit lässt sich gut die Nahtzugabe einzeichen). 

2.2         Kurven

Erneut gebührt der Dank @HAL23562 der eine einfache Methode zur Anfertigung von catenary cuts veröffentlicht hat (Link zu plünnenkreuzer). Voraussetzung dafür ist eine vorhandene originalgetreue Schablone. Dazu werden noch Bleischnur, eine Wasserwaage und ein paar Pinnwand – Nadeln benötigt.

2.3         Anzeichnen

Für das Anzeichnen selbst sind auch verschiedene Hilfsmittel nötig, da nicht überall die Universal Schneiderkreide (Stichwort für den Onlineshop: Schneiderkreidestift oder Kreidestift, Kosten: 3- 5 €) deutlich zu sehen ist. Gerade bei beschichteten Stoffen muss man nur einmal darüberwischen(wie es bspw. @doman bei der Anfertigung seines Kältebrücken freien Schlafsacks passiert ist) und schon ist nichts mehr zu sehen.

Für kurze Linien hat sich beim mir ein Stück Seife bewährt, was mit dem Messer angespitzt auch sehr fein malt. Leider ist der Abrieb sehr hoch und die Seife wird schnell unpräzise.

Wenn die Striche hinterher eh in der Naht verborgen sind, geht auch ein schmaler Edding, der hat bisher auf jeder Beschichtung gehalten.

Für unbeschichtete Stoffe habe ich in verschiedenen Farben Magic Marker (Kosten: 2 -5 € pro Stück), dessen Füllung an der Luft oxidiert und damit nach einiger Zeit verschwindet. Daher sind diese nicht dafür geeignet, wenn auf die Anzeichnung nicht unmittelbar der Zuschnitt folgt. 

Für meinen letzten Rucksack habe ich Cordura und Nylon mit PU Beschichtung verwendet, hierbei haben sich Buntstifte aus dem Grundschul-Etui absolut bewährt. 

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Damit der Stoff beim Anzeichen nicht verrutscht, sollte er beschwert werden. Dazu eignet sich alles Mögliche: Reissäcke, Dosen, Kissen, Einmachgläser, Unterlegscheiben M6 (Tipp von @ThomasK), 10 Kg Gewichte vom Flohmarkt (wie @wilbo sie verwendet).

3           Zuschnitt

Eine der nervigsten Eigenschafften von dünnem Nylon ist das Ausfransen der Ränder (Hier sieht man, was bei unversiegelten Nähten passieren kann). Gerade, wenn der Stoff noch mehrfach verschoben oder nach dem Zuschnitt noch gelagert wird, lösen sich die Ränder auf und die Schnittkante ist nicht mehr einheitlich gerade. Der Versuch mit dem Feuerzeug, die Kanten zu versiegeln ist bei mir stets gescheitert. Wesentlich besser lässt sich mit einem einfachen Lötkolben arbeiten (gibt es auch oft im Discounter oder massenhaft auf Ebaykleinanzeigen: 10-15 €). Einfach an der Trapezkartätsche entlanggeführt ist die Kante gerade und versiegelt.

Lötkolbenspitze

 

Präziser und professioneller aber auch teurer ist ein Heißschneider (70-90 €) mit spezieller  (20 - 30 €) Schneidespitze. Damit lässt sich auch Gurtband sehr gut versiegeln. Damit die Spitze nicht wegen der Unterlage abstumpft und die Hitze verlustfreier übertragen wird, empfiehlt sich ein spezieller Schneidefuß, der entweder für 30 Euro erworben oder mit einem U-Profil aus dem Baumarkt für 5 Euro nachgebaut werden kann (Der Dank geht für dieses Idee geht an @doman von crosshammock.com).

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Sofern ohne Schneidefuß gearbeitet wird, sollte eine möglichst flache Ebene untergelegt werden. Bei mir sind es einfach zwei Laminatteile vom Sperrmüll. Von @kra kam aber auch noch der Tipp Linoleum-Bodenbelag vom Bodenleger aus dem Restelager zu besorgen.

Eine weitere Alternative, die @khyal im Nähkoffer hat (aber hauptsächlich Seile damit schneidet), ist eine Lötpistole mit entsprechender Seilschneidespitze. Dieses Set liegt im Preisbereich von 20-30€ und bietet gegenüber dem einfachen Lötkolben den Vorteil, Hitze auf Knopfdruck zu liefern und ergonomisch besser in der Hand zu liegen. (Ein klassischer Brennpeter wird quasi wie ein Stift geführt)

Für alle anderen Stoffe lohnt sich die Anschaffung einer ordentlichen Schneider-Schere  (> 20€) und eines Rollschneiders (15 -25 €)Gerade mit dem Rollschneider lassen sich Rundungen besser schneiden. Das ist zumindest mein Empfinden. Was besser geeignet ist, hängt eigentlich nur von den Skills und den Vorlieben ab. Damit die Rollschneider-Klinge scharf und das Parkett makellos bleibt, bietet sich eine Schneidematte an (ab 20 €), sonst macht das Schneiden keinen Spaß. Es sollte eine Matte mit mehrere Schichten sein, diese schont die Klinge und die Nerven.

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4           Nähen

4.1         Fixierung

Nachdem nun alle Teile natürlich fein säuberlich zugeschnitten sind, kommt die nächste Herausforderung: das eigentliche Nähen. Doch bevor die Nadel den Stoff durchlöchern darf müssen die einzelnen Teile aufeinander fixiert werden.

Stecknadeln und Wonder Clips: Über lange Zeit haben sich Stecknadeln zum Abstecken bewährt. Sie sind günstig und universal und wenn sie exakt im 90 Grad Winkel zur Naht stecken,  lässt sich auch direkt darüber nähen (auch wenn ich das nicht empfehle, da die Nähmaschine Nadel dadurch Schaden nimmt). Ein gewichtiger Nachteil ist, dass die Nadeln weitere Löcher verursachen und den Stoff unnötig schwächen, deshalb gibt es als Alternative sogenannte Wonder Clips. Mit ihnen lässt sich alles, was am Rand liegt mühelos fixieren ohne den Stoff zu beschädigt. Stecknadeln und Clips sollten in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, für einen Quilt habe ich bspw. 50 Clips (15 €) benötigt, damit auch ja nichts verrutscht.

Wonder Clips

Klebe– Stift, wenn’s mal rutschig wird: Bei glatten, rutschigen Stoffen hilft es sie vor oder beim Abstecken zusätzlich mit einem Klebestift zu fixieren. Dadurch können beide Stofflagen nicht so einfach gegeneinander verrutschen und die Maschine hat es leichter mit dem Transport. Etwas aufwendiger, dafür genauer hat auch @ULgeher einen Tramplite Klon angefertigt und eine bebilderte Anleitung geliefert.

Vielfach wird bei der Buffle-Herstellung eines Daunenquilts Maler-Klebeband verwendet, um die Moskitonetz Streifen auf Position zu halten. Beispiele dazu:

  1. 03.2016 Karo Step von @Raeuberin,
  2. 02.2018 Querkammern von @bergziege,
  3. 01.2018 Karo Step von @Southern Flyer, 
  4. 06.2019 Karo Step @Jonathan
  5. 11.2019 Schlafsack mit Querkammern von @doman

Deshalb sollte auch Maler Klebeband in keinem MYOG-Nähkoffer fehlen.

4.2         Maschine

Nadel und Garn: Die richtige Kombination von Nadel, Faden, Stoff und Maschine ist essentiell und eine Wissenschaft für sich. Daher soll an dieser Stelle kein Ratgeber für die richtige Auswahl stehen, sondern nur auf die in diesem Forum geläufigsten Garne eingegangen werden. Als Nadeln wird stets die Microtex Variante (ab 4€ für ein 5er Paket)empfohlen (wie hier von @micha90 in seiner grandiosen Anleitung für einen Kunstfaser Quilt), da diese mit ihrer dünnen Spitze dem Stoff am wenigstens schaden.

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Und als Garn gibt es die Wahl zwischen einem Polyester Garn von Alterfil  (4€) und einem Polyester Garn mit Baumwollkern, beim Hersteller Rasant bekannt unter dem Namen Corespun. Dieses empfiehlt der Profi Waldschneider @Andreas K. in seinen zahlrreichen, detaillierten Anleitungen zur Rucksackherstellung, weil bei Nässe der Kern aufquillt und die Nahtlöcher abdichtet.

Die Anleitungen von @Andreas K. in chronologischer Reihenfolge: 

  1. 08.15 Ein Rucksack mit Rollverschluss
  2. 12.2015 Ein robuster Rucksack für Wintertouren,
  3. 07.2016 und noch ein Rucksack,
  4. 07.2016 Und noch ein Rucksack... UPDATE,
  5. 09.2016 Ein Rucksack mit Frontöffnung,
  6. 01.2018 Ein robuster großvolumiger Rucksack für Wintertouren,
  7. 01.2018 Ein Rucksack mit Frontöffnung - Finale Version

Wenn man mehrere Garne zur Auswahl hat und diese sortieren will, kann man einfach wie @ThomasK (Link zum Beitrag) und @ALF (Link zum Beitrag) Nägel auf ein Brett schlagen und die Spulen daraufstecken. @doman empfiehlt, das Garn nicht offen zu lagern, um Verschmutzungen, die die Funktion einschränken zu vermeiden. 

Einfädler und Fadenschere: um den Faden durch das Nadelöhr zu führen braucht es eine ruhige Hand oder eine Einfädel-Hilfe. Einige Maschinen haben solch ein Teil integriert, ansonsten gibt es Nadeleinfädler, die man im Multiuse auch zum Zeckenentfernen nutzen kann, falls man mal eine Nähmaschine samt Zubehör mit auf Tour nimmt :D.

Eine scharfe Fadenschere macht richtig Spaß, am Anfang habe ich entweder den integrierten Faden Abschneider oder eine Nagelschere benutzt. Seitdem ich eine Fadenschere habe, freue ich mich auf jedes Nahtende. Wichtig ist dabei, entweder eine mit ab montierbaren Klingen zum Schärfen zu kaufen oder mehrere parat zu haben. Eine stumpfe Schere macht weder beim Stoff, noch beim Faden Spaß. (Die weiße Schere war schnell stumpf und quietscht, die schwarze hält schon länger und lässt sich schleifen) 

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Nahtauftrenner: Ebenfalls unerlässlich ist ein Nahtauftrenner, am besten gleich mehrere, denn ein stumpfer Trenner richtet mehr Schaden an, als er behebt.

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Nähfüße: Grundsätzlich lässt sich alles mit dem Universalfuß der Nähmaschine bewerkstelligen. Welcher Fuß eine sinnvolle Ergänzung ist und arbeitserleichternd wirkt ist abhängig von der Maschine und vom Fuß selber. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kapper für meine Pfaff 90 gemacht (Hier ein Video zur Funktion von Bernina). Immer wieder kommt die die Frage auf (wie jüngst in diesem Thread) ob ein Obertransportfuß sinnvoll ist. Dies ist eine gute Lösung, wenn kein Geld für eine teurere Maschine mit nativen Obertransport ausgegeben werden soll. Allerdings ist es auch umständlicher damit zu arbeiten, weil er laut rattert, das Sichtfeld auf die fertige Naht versperrt und nur vorwärts nähen kann.

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Stichplatte: Für richtig dünne Stoffe (10D abwärts) kann sich auch eine Geradstichplatte für die Nähmaschine lohnen. Das Loch in der Platte ist genau auf den Geradstich angepasst und der Stoff wird nicht mehr in das Unterfadengehäuße hineingezogen. Leider gibt es diese nicht für jedes Modell, deswegen verweise ich erneut auf die Quilt Anleitung von @micha90, wo jene Platte empfohlen wird.

Anschiebetisch: Bei langen Nähten, wie sie beim Tarp-, Rucksack- und Quiltbau des Öfteren vorkommen sollen, ist Anschiebetisch sehr nervenschonend. Hierzu benötigt es eigentlich nur eine Stichsäge und ein rechteckiges, ebenes Stück Holz vom Sperrmüll und irgendwas als Füße.

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Weiteres Zubehör für die Maschine: Wenn die Naht exakt werden soll kann man auch einen Seitenanschlag zur Hilfe nehmen, an dem die Stoffkante gleichmäßig entlanggeführt wird. Bei meiner Maschine ist ein Anschlag zum anschrauben mit dabei, es gibt aber auch magnetische Hilfen, die sich auf mechanischen (keine computergesteuerten) Maschinen befestigen lassen.

 

Reinigung und Wartung: Mit der Zeit sammeln sich allerhand Flusen und Fadenreste an und verstopfen die Mechanik der Maschine, daher sollte sie regelmäßig mit einem Pinsel gereinigt werden. Dazu schraube ich mit einem passenden Schraubendreher oder einer passenden Geldmünze die Stichplatte ab und pinsele alles weg, wo ich rankomme, danach puste ich mit einem Blasebalg, der früher der Objektivreinigung diente hinterher (das mit der Druckluft ist allerdings ein umstrittenes Thema und wird oft abgeraten).

Bei mechanischen Maschinen darf alle paar Nähstunden ein Tropfen Nähmaschinen Öl nicht fehlen.

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Einige Stoffe lassen sich auch komplett Klebendazu wird dann noch ein Tapetenroller oder eine Andrückrolle, sowie ein Spatel zum Verteilen des Klebers benötigt. Tipps zum Kleben von silikonisierten Stoffen finden sich hier im Forum und bei Plünnenkreuzer, für Dyneema gibt es hier im Forum auch einen Thread.

Welche der gezeigten Helferlein findet ihr überflüssig und was fehlt noch in meinem Nähkoffer? 

bearbeitet von hmpf
Alle Bilder sind von mir.

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Krass!!

Da komme ich mir mit meinen Bastelutensilien wie ein Neandertaler vor! (Vorallem mit meiner Handnähmaschine :D )

Toller Beitrag..hier kann man noch was lernen! Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich die verlinkten Beiträge lesen...

SouthWest hat diesen Beitrag moderiert:

Bildrechte beachten bitte.

bearbeitet von SouthWest
Bild durch link ersetzt. Mod box

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vor 10 Stunden schrieb Dean:

Geiler Beitrag, muss ich mir mal durchlesen wenn Ich mehr Zeit habe.

Etwas was aber auf fast allen Bildern zu sehen ist, aber nicht erwähnt wird, ist doch eine Schneideunterlage oder?!

Ja aber die taugt nur als Hintergrund :D. Es ist eine einlagige Plastikmatte auf der stumpft die Klinge genauso ab, wie auf Laminat und sie ist auch sehr rutschig, das ist eher kontraproduktiv.

Besser sind welche mit mehreren Schichten, da ist die Oberfläche weich, selbstheilend und schadet der Klinge nicht. Je größer die Matte ist, desto besser unter A2 würde ich mir keine Matte anschaffen. Da ich selbst eher auf dem Boden mit Heißschneider arbeite, war eine Matte noch nicht nötig. Richtig lohnt sie sich erst beim Nähen von Kleidung, da dort oft Kurven zu schneiden sind und die Teile auch an einem Stück auf die Matte passen. 

Kennt jemand vielleicht eine Möglichkeit, so eine Matte in Wunschgröße kostengünstig selbst zu bauen? 

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Ein klasse Material für ne Schneidmatte ist ein Stück Linoleumbodenbelag. Unverwüstlich, schnittfest, nicht ganz glatt und beim Bodenleger für einen schmalen Betrag als Restposten erhältlich. Und dick genug, um bei Bedarf den Stoff vor dem anzeichnen/schneiden darauf festzupinnen.

Und wenn nötig in (fast) allen Größen...

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Wow, schöne Sammlung. Wer dazu noch Tipps hat, wo man das ein oder andere günstig bekommt, wäre das auch sicher hilfreich.

Viel kann ich da kaum beisteuern, bin wohl auch eher näh-neandertaler.

Für mich haben sich diese Stoffklammern bewährt, vor allem bei dünnem Stoff, den man nicht gleich beim abstecken Durchlöchern will. Gibt's günstig aus fernost.

https://i.ebayimg.com/00/s/MTAwMFgxMDAw/z/WigAAOSwvFhaiN1O/$_3.JPG

Und - als näh-neandertaler gerade erst neu entdeckt, ein nahttrenner - für die ganzen falsch gesetzten Nähte :???: Gold wert! Auch für ~n Euro aus fernost.

Und - jetzt nicht so direkt näh spezifisch, aber das Stromkabel meiner Nähmaschine war recht kurz - und ich dadurch immer an eine etwas bescheidene Position in Steckdosennähe gebunden. Ein 2,5m Stromkabel im Austausch kostet nicht die Welt und garantiert ungeahnte Freiheiten.

bearbeitet von SouthWest
Bild in link geändert

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Toller Beitrag. Danke für die Mühe.

Bewährt haben sich bei mir noch

Unterlegscheiben M16 (!!!), zum Fixieren des Stoffes beim Schneiden

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https://www.amazon.de/gp/product/B0088ID8OQ/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

 

und ein Brett, mit gekappten Schraubenköfen (Bolzenschneider), um etwas Ordnung und Überblick in das Garnchaos zu bekommen.

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Beim Anschiebetisch bin ich gerade in der Planung: Maschine vor die Tischkante tiefer setzen und Anschiebetisch vor der Maschine irgendwie klappbar.

 

bearbeitet von ThomasK

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Sehe gerade den Beitrag zu Klammern:

Habe mit den linken schmalen

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und den rechten, aus dem Baumarkt .

auch gute Erfahrungen gemacht.

Die linken breiten von Ali halten nicht.

bearbeitet von ThomasK
Bildrechte

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Ich nutze zum fixieren normale Stecknadeln. Man kann ja so abstecken das die Löcher gerade auf Höhe der Naht und in der Nahtzugabe liegen. Wichtig ist das man die Stecknadeln quer zum Nahtverlauf anbringt, dann kann man einfach drüber nähen.

vor 53 Minuten schrieb kra:

Ein klasse Material für ne Schneidmatte ist ein Stück Linoleumbodenbelag.

Irgendwie haben sich unsere Posts überschnitten. Danke für die Info. Toll wäre eins schmales 3m Stück. Dann könnte man lange Schnitte am Tarp in einem Rutsch machen. Heißschneider habe ich auch noch nicht probiert. Bisher ging es immer so luschig mit der Schere und dem Auge so drüber gepeilt, ideal war das aber nicht.

LG, Christian

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Am 3.1.2020 um 22:17 schrieb hmpf:

Präziser und professioneller aber auch teurer ist ein Heißschneider (70-90 €) mit spezieller  (20 - 30 €) Schneidespitze. Damit lässt sich auch Gurtband sehr gut versiegeln.

Sehr schoene Zusammenfassung...danke fuer die Muehe...muss man ja nicht alles benutzen...

Was den Heisschneider betrifft (ich benutze die Teile vor allem zum Zuschneiden von Seil/Reepschnur/Gurtband) geht das auch billiger mit einer entsprechenden Loetpistole und Seilschneidespitze, ist man z.B. bei Conrad.de mit insgesamt ca 20 € dabei.

Edit : Die Info hat hmpf inzwischen im TO eingearbeitet (nur damit sich keiner wundert, warum ich das hier nochmal erwaehnt habe)

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vor 6 Stunden schrieb questor:

Wow, schöne Sammlung. Wer dazu noch Tipps hat, wo man das ein oder andere günstig bekommt, wäre das auch sicher hilfreich.

Habe oben spärlich Produkt Links verwendet, da diese nur eine kurze Lebensspanne haben. Aber hier sind einige zu den Tools oben:

-          Trapez - Kartätsche 2m von Obi für 22 Euro

-          70 cm Maurer Winkel von Obi für 19 €

-          Kreuzlinien Laser von ebay für 10 €

-          Schneiderkreide von ebay für 4€ (langer Versand) 

-          Magic Marker von aliexpress für 60 ct (2 Stück)

-          Wonder Clips 50 Stück für 1,43€ von aliexpress -> keine Garantie, dass die halten. Die breiten laut @ThomasK halten wohl nicht.

-          Nadel Einfädler von Aliexpress für 50 ct für 50 Stück

-          Nadel Einfädler für 60 ct von Aliexpress

-          Kurzer Winkel (21,5cm) für 2,20€ von Aliexpress

-          Blasebalg 0,87ct von Aliexpress

-          Reinigungspinsel für 72 ct von Aliexpress

-          Magnetischer Seitenanschlag für 1,32€ von Aliexpress

-         Andrückrolle von Extex für 40 Euro

-        Andrückrolle von Aliexpress für 10 Euro

vor 6 Stunden schrieb Christian Wagner:

Fettes Setup! Meine MYOG Ausrüstung passt in einen Bananenkarton (incl. Nähmaschine).

Oh nein, bring mich nicht auf die Idee alles zu wiegen und packmaßmäßig zu optimieren :D.

vor 6 Stunden schrieb Christian Wagner:

Was benutzt du als Unterlage für deinen Heißschneider?

Laminat vom Sperrmüll. Meistens nutze ich ihn aber mit der gezeigten Aluschiene, dafür braucht es keine Unterlage, da die Spitze weit genug vom Boden entfernt ist.

vor 6 Stunden schrieb ThomasK:

und natürlich eine WAAGE

Oha, wie konnte ich das vergessen! Wobei ..... im Supermarkt gibt es ja auch eine, die sogar noch viel genauer ist als die Küchenwaage :D.

bearbeitet von hmpf

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Als Untergrund zum Heißschneiden nehme ich MDF, HDF und 1 m dünnes Alublech.

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Der Ali Heißscheinder:
https://de.aliexpress.com/item/32672505213.html?spm=a2g0s.9042311.0.0.27424c4dzDskYP

_DSC5922.thumb.jpg.6d4a818eb4d975a9bb6e5e80717ddabc.jpg

HDF Platten findet man in der richtigen Länge als Schrankrückwände. ;) Die verwende ich gerne als Auflagefixierung beim Kleben.

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Für einen rechten Winkel hole ich meine (inzwischen neue) Ikea* Bodenmatte raus. Da kann ich prima ein langes Lineal anlegen und gleich schneiden. Dabei sind die 10 kg Gewichte vom Flohmarkt übrigens Gold wert!

*Aufgrund einer rutschhemmenden Seite liegt die Fläche selbst auf Silnylon gut fixiert, ohne zu verrutschen.

_DSC0646.thumb.jpg.984b5b13749b5411e0cde6581cc5a0d0.jpg

Zum Kleben von Nylon eine Tapetenrolle. Für DCF braucht man aber was Festeres.

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Und ein begrenztes Maß an kreativem Chaos ...

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... was aber leider schnell umkippen kann. :rolleyes:

VG. -wilbo-

 

bearbeitet von wilbo

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vor 15 Stunden schrieb hmpf:

Trapez-Kartätsche: wird eigentlich zum Verputzen benutzt und hat eine abgeflache Kante, an der man wunderbar den Stift, den Rollschneider und den Heißschneider entlangführen kann. Ich selbst habe eine 2m lange aus Alu von Obi für 25€ und würde beim nächsten mal auch 2,50m kaufen, da gerade die Schnittkanten bei Tarps so lang sein können.

ich habe mir im Baumarkt einfach mal eine beschichtete Spanplatte in 220x15cm zuschneiden lassen. Das ist dann auch gerade und hat fast nichts gekostet ;)

Ich bin gerade noch am Lesen... deshalb sorry, falls es Dopplungen gibt. Auf jeden Fall ein sehr guter Thread.

Vielleicht kannst du die Ergänzungen in deinem Anfangspost mit einarbeiten oder das ganze ins Wiki/Magazin überführen, dass eine gute und übersichtliche Sammlung entsteht?

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Sehr coole Zusammenfassung! 

Mich wundert fast, dass noch niemand (oder hab ichs überlesen?) die Alternative zu einem Obertransportfuß genannt hat - für Leute mit der geerbten Nähmaschine :): ein dünnes Vlies (idealerweise Stickvlies oder Stoffwindelvlies) auf den Stoff legen und mit vernähen. Das funktioniert natürlich nicht so gut wie mit obertransport, aber besser als gar nichts! Nachher kann man es einfach abreißen :) zewa geht auch (nur sieht man dann halt nichts) oder ggf butterbrotpapier.

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Danke, das sind in der Tat viele wertvolle Tipps - und das ist eine Menge Arbeit, die du dir mit der Zusammenstellung gemacht hast. Was mir in der Auflistung noch fehlt, sind eigentlich nur noch Nahttrenner - wohlweislich im Plural angegeben, denn das sind Verschleißteile, die man öfter mal auswechseln sollte. Nichts ist nerviger als die (ohnehin ärgerliche, aber eben auch unvermeidliche) Auftrennarbeit mit einem stumpfen Werkzeug zu erledigen. Ich habe mir gerade wieder 50 Stück geleistet. Einen Tipp hätte ich für @ALF und @ThomasK: Überlegt euch, ob ihr euer Garn wirklich offen lagern wollt. Garn ist ein Staubfänger par excellence und alle anhaftenden Partikel finden bei Benutzung unweigerlich den Weg ins Innere der Maschine. Ein wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Garnqualität ist, wie gut es entstaubt ist. Da hat Gütermann die Nase ganz weit vorn.

bearbeitet von doman

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Zitat

Einen Tipp hätte ich für @ALF und @ThomasK: Überlegt euch, ob ihr euer Garn wirklich offen lagern wollt.

Wieviele Meter sind wohl von nachhaltig, nach dem Pusten, auf der äusseren Lage betroffen und wieviele Meter auf der Spule nicht? Da entscheide ich mich sofort für Ordnung und Überblick.

Zitat

wohlweislich im Plural angegeben, denn das sind Verschleißteile, das man öfter mal auswechseln sollte

Eigentor? So what!

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  • Gleiche Inhalte

    • Von einar46
      @wilbo: Interessantes Projekt, bitte berichte!
      So hat es ein Forumsteilnehmer in einem anderen Thread geäußert, wo ich nach geeigneten Reißverschlüssen für eine MYOG-Regenjacke gefragt habe.
      Idee
      Da meine Regenjacke von zpacks (Vertice Rain Jacket) nach 2 Jahren intensiver Nutzung und mehrmaliger Imprägnierung nicht mehr richtig dicht ist, habe ich lange überlegt, ob ich mich nicht einmal an einer Regenjacke (MYOG-Projekt 3) versuchen sollte.
      Angestachelt durch die vielen hervorragenden MYOG-Projekte hier im Forum, bin ich dann  zur Tat geschritten.
      Vorbereitung
      Durch Zufall bin ich auf der Internet-Seite von extremtextil über ein Projekt gestolpert, in dem eine Regenjacke aus DCF (Cuben) nur durch kleben angefertigt wurde. Sofort war ich „angefixt“. Durch das Kleben konnte ich das Nähen weitestgehend vermeiden. So war der Plan.
      Ein zweiter Zufall hier im Forum hat mich über einen Thread stolpern lassen, wo ein bestimmtes atmungsaktives DCF-Gewebe (Dyneema® Composite Fabric, atmungsaktiv m. ePTFE-Membran, CTB1B3-1.0/H2 I, 40g/qm) eine Rolle gespielt hat. Obwohl ich die Atmungsaktivität von Materialien kritisch sehe, schien mir das Material für eine Regenjacke geeignet zu sein.
      Jetzt hatte ich die Art der Verarbeitung und das Material geklärt.
      Weil ich nicht sofort mit dem teuren DCF-Material loslegen wollte, habe ich mir noch „billigeres“ DCF von extremtextil besorgt. Mit diesem Material habe ich DCF-Beutel (MYOG-Projekt 1) verschiedener Größen angefertigt. Ich verstaue zusammengehörende Ausrüstungsgegenstände (Quilt, Kleidung, Hygiene, Medizin usw) gerne in Beuteln. Dadurch habe ich sehr schnell Zugriff auf bestimmte Ausrüstungsgegenstände und muss nicht ewig im Rucksack rumsuchen. Diese Beutel waren bisher aus einem Netzgewebe (zB Cocoon). Nach und nach habe ich alle Netzbeutel durch leichtere DCF-Beutel ersetzt. Bei der „Massenproduktion“ der einfachen DCF-Beutel habe ich viel über den Umgang mit dem DCF-Transferklebeband gelernt.
      Dann habe ich mich an ein filigraneres Projekt herangetastet. Ich habe mir eine DCF-Geldbörse (MYOG-Projekt 2) für Karten, Scheine und Münzen angefertigt. In diesem Projekt kam es vor allem auf eine saubere Klebetechnik auf kleinstem Raum an. Die Geldbörse (19 g) hatte ich schon im Oktober/November 2019 auf meiner 1200-km-Tour auf dem Jakobsweg Camino de Levante in Spanien im Einsatz. Dort hat sie sich sehr gut bewährt. Alles hat gehalten, nichts ist kaputt gegangen.
      Jetzt hatte ich eine ganze Menge an Erfahrung in der Verarbeitungstechnik (Klebetechnik) gesammelt.
      Es fehlte nur noch ein Schnittmuster. Dann konnte es losgehen.
      Als Schnittmuster habe ich mich nach einer intensiven Recherche im Internet für die Herrenjacke „Fehmarn“ von Farbenmix entschieden (siehe Bild 1).

      Bild 1: Schnittmuster
      Dabei wollte ich zusätzlich auf die Ärmelbündchen, die Taschen und den durchgehenden Reißverschluss verzichten.
      Um mir ein Bild von den Größenverhältnissen zu machen und um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich meine 3 Kleidungsschichten (1=T-Shirt (Merino), 2=dünner langärmliger Pullover (Merino), 3=dicker langärmliger Cumulus Climalite KuFa-Pullover) im Extremfall unter einer Regenjacke der Größe XXL (selber trage ich in der Regel XL) „machen“, habe ich mir ein „Vorserienmodell“ aus stabilen Plastiksäcken aus dem Baumarkt gebastelt. Das Modell habe ich ohne Ärmel angefertigt und nur grob mit einem Tacker „zusammengetackert“.
      Beim Test hatte ich alle Kleidungsschichten an. Überrascht musste ich feststellen, dass es trotz des XXL-Modells relativ eng in der Test-Regenjacke zuging. Die Bewegungsfreiheit war nicht berauschend. Dann habe ich mich entschieden trotzdem das XXL-Modell zu nehmen, mehr war in dem Schnittmuster eh nicht abgebildet. Aber statt der Nahtzugabe von 1 cm, habe ich eine Nahtzugabe von 2 cm zu gewählt. Was das schneidertechnisch für Auswirkungen haben könnte, war mir nicht klar. Auch meine Frau konnte mir da nicht weiterhelfen. Ich habe mir dadurch einfach etwas mehr Bewegungsfreiheit versprochen.
      Die Vorbereitungen waren jetzt abgeschlossen. Der Plan war in groben Zügen klar. Irgendwo habe ich dann noch eine Fotoanleitung (PDF-Datei) aufgetrieben, wo für mich als absoluten Schneider-Laien zu erkennen war, wie ich anfangen muss.
      Go - „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ (frei nach E.Honecker)
      Dann habe ich das Schnittmuster hergenommen und dass XXL-Modell ausgeschnitten. Die von mir verwendeten Teile sind im Bild 2 zu sehen.

      Bild 2: Einzelteile in Position
      In dem Bild habe ich die Einzelteile so positioniert, wie sie ungefähr zusammengefügt werden müssen.
      1   = eine Hälfte des Vorderteils
      2   = eine Hälfte des Rückenteils
      3   = eine Hälfte der Schulterpasse
      6   = ein Arm
      10 = eine Seite der Kapuze
      11 = Mittelstreifen der Kapuze
      Schei.e! Als ich die ausgelegten Teile des Schnittmusters von oben betrachtet habe, wurde mir mit einem Schlag bewusst, was mir bevorstand. Kurven, teilweise schlimmer als bei der Alpenetappe der Tour de France hoch nach Alp d’Huez. Kurzfristig habe ich daran gedacht das Projekt zu den Akten zu legen. Kurven über Kurven, speziell die Armanschlüsse, schienen für mich auf den ersten Blick in der Klebevariante nicht vernünftig lösbar zu sein.
      Erstmal habe ich das Projekt zur Seite gelegt und überlegt, was ich mache. Nach ein paar Tagen des Grübelns und nach der Aufmunterung durch meine Frau war mein Ehrgeiz wieder erwacht.
      Dann habe ich die Teile mit der Nahtzugabe von 2 cm angezeichnet und ausgeschnitten. Bei den Teilen 1(=Vorderteil), 2(=Rückenteil), 3(=Schulterpasse), 6(=Arm) und 10(=Kapuze) habe ich das DCF-Material doppelt gelegt, weil diese Teile symmetrisch sind.
      Im Bild 3 ist zu sehen, dass ich die Ärmel ab der Mitte etwas breiter habe auslaufen lassen. Zusätzlich habe ich die Länge der Ärmelbündchen dazugegeben. Die wollte ich ja nicht haben.

      Bild 3: Arm verlaengert und verbreitert
      Ich habe lange überlegt und auch getestet, wie ich eine stabile Klebeverbindung herstellen kann. Dass es gehen muss, hat das MYOG-Projekt auf der Internetseite von extremtextil gezeigt. „Normales“ DCF hat einen etwas anderen Aufbau als das atmungsaktive DCF-Material. Bei Klebeversuchen habe ich festgestellt, dass die „weiße“ Membran-Innenseite, nicht besonders stabil ist. Die Klebeverbindung, Außenseite auf Innenseite und umgekehrt, ließ sich relativ leicht lösen. Das kannte ich von „normalem“ DCF aus meinen Test-MYOG-Projekten 1 und 2 so nicht. Mit der Außenseite, der „grau-weißen“ Seite, also Außenseite auf Außenseite, war die Klebeverbindung stabiler, aber für meine Begriffe auch nicht optimal (siehe Zugtest weiter unten).
      In den Bildern 4, 5 und 6 ist an Mustern zu sehen, wie ich letztendlich eine Klebeverbindung, Außenseite auf Außenseite, hergestellt habe.
      Zuerst habe ich die Außenseite (grau-weiß) in der Breite des DCF-Transferklebebandes (10 mm) in Richtung der Innenseite (weiß) gefaltet. Das DCF-Transferklebeband habe ich dann sozusagen auf einer gefalteten Außenseite aufgebracht und mit der anderen, ebenfalls gefalteten, Außenseite verklebt. Auf der Innenseite des DCF-Musters entsteht dann ein Steg, wie er im Bild 4 zu sehen ist.

      Bild 4: Klebeverbindung 1
      Diesen Steg lege ich dann in eine bestimmte Richtung um. In welche Richtung ich das mache, erkläre ich in einem späteren Bild. Im Bild 5 ist dieser teilweise umgelegte Steg zu sehen.

      Bild 5: Klebeverbindung 2
      Zum Abschluss einer Klebeverbindung überklebe ich den umgelegten Steg mit DCF-Reparaturklebeband (Dyneema® Composite Fabric (ehem. Cuben Fiber), Reparaturklebeband, 25mm). Das ist im Bild 6 zu sehen. Bei einer Breite des Steges von 10 mm (, wenn ich genau klebe, was mir nicht immer durchgehend gelungen ist) und einer Breite von 25 mm des DCF-Reparaturklebebandes, überlappt das DCF-Reparaturklebeband den Steg auf beiden Seiten mit 7-8 mm. Dadurch geht das DCF-Reparaturklebeband nicht nur eine Verbindung mit dem Steg ein, sondern auch mit der Innenseite des DCF-Materials. Der „glänzende“ Bereich im Bild 6 ist das DCF-Reparaturklebeband. Man sieht schön, wie es über der Verklebung liegt und auch noch rechts und links von der Verklebung Kontakt mit der Innenseite des DCF-Materials hat.

      Bild 6: Klebeverbindung 3
      Alle Stege auf der Innenseite habe ich zusätzlich mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Das hat das Gewicht der Regenjacke gehörig in die Höhe geschraubt. Am Schluss meines Berichts gehe ich noch auf das Gewicht der Regenjacke ein und welche Rolle das „reichlich“ verklebte DCF-Reparaturklebeband dabei gespielt hat.
      Warum habe ich das getan?
      Der erste Grund ist das negative Ergebnis eines Zugtests der Klebeverbindung.
      Bei Zugtests der Verklebung ohne DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite konnte ich die Verklebung unter mäßiger Kraftanstrengung lösen. Das ist mir auch mehrere Tage später gelungen. Dann habe ich den Steg auf der Innenseite umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Bei dem sofort anschließenden Zugtest ist es mir trotz äußerster Kraftanstrengung nicht mehr gelungen die Klebeverbindung zu lösen. Das DCF-Reparaturklebeband hat offenbar für eine Zugentlastung des Stegs gesorgt.
      Bleibt die Frage, ob solche extremen Zugbelastungen, wie ich sie simuliert habe, bei einer Regenjacke auftreten können.
      Den zweiten Grund für die Benutzung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite des DCF-Materials erkläre ich etwas später.
      Zuerst habe ich die Schulterpasse (Teil 3) mit dem Rückenteil (Teil 2) verklebt. Das war kein Problem, weil die zu verklebenden Seitenkanten gerade waren. Anschließend habe ich das Vorderteil (Teil 1) an die Schulterpasse angeklebt. Alle Stege auf der Innenseite habe ich umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt.
      Jetzt habe ich mich an das erste „Kurventeil“, den rechten Arm, herangewagt. An den einzelnen Teilen sind Markierungen (Pfeile), die ich vom Schnittmuster auf das DCF-Material übertragen habe. Im Bild 7 ist ein solcher Pfeil zu sehen. Der Arm, das Teil unten im Bild 7, muss mit dem Teil oben genau an der Pfeilposition angeklebt werden.

      Bild 7: Markierungen
       
      Zusätzlich habe ich in regelmäßigen Abständen das gefaltete DCF-Material eingeschnitten, damit ich besser um die „Kurve“ komme. Die Einschnitte habe ich nur an dem Teil gemacht, das ich vorher aus den Teilen 1 (=Vorderteil), 2 (=Rückenteil) und 3 (=Schulterpasse) zusammengeklebt hatte.  
      Die Bilder 8, 9 und 10 zeigen das Kleben eines solchen „eingeschnittenen“ Teiles.
      Bild 8 zeigt das aufgebrachte DCF-Transferklebeband.

      Bild 8: Einschnitt mit DCF-Transferklebeband
      Bild 9 zeigt den Beginn des Ablösens der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband. Genau an dieser Stelle sollte die Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband abgezogen werden. Macht man das an einer anderen Stelle, richtet sich die umgeknickte Kante wieder auf und kann nur unter großen Schwierigkeiten verklebt werden. Im Notfall muss man den Kleber mit den Finger berühren und die umgeknickte Kante wieder „flachlegen“ (Ha, der Ausdruck gefällt mir).

      Bild 9: Ablösen der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband
      Bild 10 zeigt den verklebten Steg an dieser Stelle.

      Bild 10: Verklebter Steg mit Markierungen
      Bild 11 zeigt einen Steg, der einige Falten enthält. Diese Falten entstehen,
      -wenn nicht sauber geklebt wird oder
      -wenn die Einschnitte zu weit auseinanderliegen oder
      -wenn es „krass“ um die Kurve geht.
      Die Abstände zwischen den Einschnitten habe ich aber absichtlich etwas größer gewählt, weil ich keine 1 cm- oder 2 cm-Stücke kleben wollte. Da wäre ich zwar besser um die „Kurven“ gekommen, aber das war mir zu viel „Fummel“-Arbeit. Nach dem Verkleben der Arme habe ich besonders faltige Stellen an den Stegen mit etwas Kraftaufwand „glattgezogen“.  
      Das mit den Falten hat mich aber weniger gestört, weil die meisten Falten innen liegen. Die Optik des DCF-Materials geht nach längerer Nutzung eh in einen „Knitterlook“ über, der angeblich die Eigenschaften von DCF nicht beeinträchtigen soll. Ich habe einige Ausrüstungsgegenstände aus DCF, die durch die jahrelange Nutzung genau diesen Knitterlook aufweisen. Einen Verlust von bestimmten Eigenschaften (zB Wasserdichtheit) konnte ich noch nicht feststellen.

      Bild 11: Verklebter Steg mit Falten
      Bild 12 zeigt ein weiteres Problem, ein kleines Loch, das entstehen kann,
      -wenn unsauber eingeschnitten wird oder
      -wenn die Einschnitte unsauber verklebt werden.

      Bild 12: Verklebter Steg mit Loch
      Genau dieses Loch ist der zweite Grund für die Verwendung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite der Regenjacke. Um die Regenjacke an dieser Stelle trotz unsauberen Arbeitens dicht zu bekommen, lege ich den Steg einfach in Richtung des eingeschnittenen Teils um (siehe Bild 13 und 14) und überklebe ihn mit dem DCF-Reparaturklebeband.

      Bild 13: Umgelegter Steg

      Bild 14: Verklebter Steg wird mit DCF-Reparaturklebeband überklebt
      Mit dem 2.Arm bin ich ebenso verfahren.
      Das Ergebnis der für mich sehr komplizierten „Armoperation“ ist im Bild 15 zu sehen.

      Bild 15: Die Arme sind endlich dran
      Die Ärmel sind angeklebt, aber noch nicht geschlossen. Bevor ich die Arme schließen und das Vorderteil mit dem Rückenteil verbinden konnte, musste ich mir überlegen, was ich mit den Ärmelabschlüssen machen wollte.
      Ein Gedanke war eine elastische Kordel einzuziehen, wie es an vielen Regenjacken zu sehen ist. Ein anderer Gedanke war das Annähen eines Klettbandes, was auch oft Verwendung findet. Beide Varianten würden mir einen variablen und einigermaßen wasserdichten Abschluss gewähren.
      Da ich auch bei Minusgraden keine Handschuhe trage, die unter die Ärmel passen müssten, war ein variabler Ärmelabschluss eigentlich nicht unbedingt erforderlich. Deshalb habe ich mich entschieden für den Ärmelabschluss einfache Kam-Snaps zu verwenden. Das war für mich die einfachste Variante mit dem geringsten Aufwand.
      In den Bildern 16 und 17 ist zu sehen, wie ich den Ärmelabschluss einmal umklappe und verklebe und anschließend dann mit DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite verstärke.

      Bild 16: Armabschluss mit DCF-Transferklebeband

      Bild 17: Armabschluss mit DCF-Reparaturklebeband verstärkt
      In den Bildern 18 und 19 ist zu sehen, wie die Kam-Snaps angebracht werden.

      Bild 18: Armbund mit geöffneten Kam-Snaps

      Bild 19: Armbund mit geschlossenen Kam-Snaps
      Die Position der Kam-Snaps an den Ärmelabschlüssen habe ich durch ausprobieren bestimmt, so dass noch etwas „Luft“ zwischen Arm und Ärmel vorhanden ist.
      Jetzt habe ich das Vorderteil mit dem Hinterteil verklebt und gleichzeitig auch den dazugehörenden Arm. Auf der anderen Seite habe ich das auch getan. Das Ergebnis ist im Bild 20 zu sehen.

      Bild 20: Regenjacke nach Armverschluss
      Das Bild 21 zeigt im Gegenlicht die Verklebungen in der Breite (ca. 10 mm) des DCF-Transferklebebandes.

      Bild 21: Klebestellen im Gegenlichtbild
      Jetzt war die Kapuze an der Reihe. Bei der Kapuze habe ich mir überlegt, wie ich bei Regen und starken Winden einen festen Halt erreichen wollte. Bei meinen anderen Regenjacken wird das immer durch einen elastischen Kordelzug bewerkstelligt. Aber erstmal musste ich die 3 Teile der Kapuze verkleben. Dabei habe ich die Techniken verwendet, wie bei den anderen Teilen. In „Kurven“ habe ich das Seitenteil (Teil 10) eingeschnitten, wie bei den Armen, und dann das Seitenteil mit dem Mittelteil (Teil 11) verklebt. Mit dem anderen Seitenteil habe ich das ebenso gemacht.
      Jetzt habe ich im Vorderteil der Kapuze die Kante zweimal umgeklappt und verklebt. So ist ein Kanal für einen späteren Kordelzug entstanden. Leider habe ich von diesem Vorgang keine Bilder angefertigt.
      Zum Abschluss habe ich die Kapuze an den Torso der Regenjacke angeklebt. Dabei war es wichtig auf die Markierungen zu achten, damit die Kapuze genau in die Regenjacke eingepasst werden kann.
      Das Bild 22 zeigt die Regenjacke im fertig geklebten Zustand ohne den Reißverschluss.

      Bild 22: Regenjacke mit Kapuze und ohne Reißverschlss
      Jetzt war der Reißverschluss an der Reihe. Dafür habe ich mir Meterware (YKK AQUAGUARD 3C, Meterware, graphitgrau) nebst einem passenden Schieber von extremtextil besorgt. Den Reißverschluss habe ich auf die passende Länge zugeschnitten und oben und unten mit Metall-Endstücken versehen.
      Jetzt war die Frage: Wie befestige ich den Reißverschluss?
      Hier im Forum war die Meinung, dass es besser wäre den Reißverschluss wegen der zu erwartenden Schälbelastungen anzunähen.
      Also doch nähen.
      Dann habe wir, meine Frau und ich, versucht Probestücke des DCF-Materials mit einer einfachen Naht zu nähen. Nach ca. 1 Stunde haben wir entnervt aufgegeben. Es ist uns einfach nicht gelungen. Hier im Forum habe ich dann nach Problemen in MYOG-Nähprojekten gesucht und bin auf eine Menge von Kommentaren gestoßen, wo die unterschiedlichsten Probleme behandelt wurden. Einige habe ich auch bei unseren erfolglosen Versuchen vorgefunden, aber trotzdem habe ich das mit dem Nähen erstmal zur Seite gelegt.
      Dann habe ich mir überlegt, dass ich den Reißverschluss einfach mal einkleben könnte. Selbst wenn die Verklebung nicht richtig halten sollte, würde mir das später beim Nähen helfen, weil ich dadurch der provisorischen Befestigung des Reißverschlusses mit Stecknadeln aus dem Weg gehen würde.
      Also habe ich den Reißverschluss mit DCF-Transferklebeband eingeklebt. Schon bei der Verklebung habe ich festgestellt, dass die Klebeverbindung des Reißverschlusses mit dem DCF-Material erstaunlich stabil war. Zusätzlich habe ich auf der Innenseite den Reißverschluss mit dem DCF-Reparaturklebeband fixiert. Ein vorsichtiger Zugtest, den ich dann langsam immer weiter verstärkt habe, ergab die Erkenntnis, dass der Reißverschluss „bombenfest“ mit dem DCF-Material verbunden war. Ich war total überrascht.
      Das Bild 23 zeigt den „vorerst“ nur eingeklebten Reißverschluss.

      Bild 23: Regenjacke mit Reißverschluss
      Als letzte Arbeit habe ich das elastische Kordelband in die Kapuze eingefädelt, was im Bild 24 zu sehen ist.

      Bild 24: Regenjacke mit Kordelzug an der Kapuze
      Das Bild 25 zeigt das Endergebnis nach einem ersten Test in leichtem Regen.

      Bild 25: Das Kunstwerk ist fertig
      Gewicht
      Ich hatte ja schon angedeutet, dass das DCF-Reparaturklebeband das Gesamtgewicht der Regenjacke entscheidend beeinflusst hat. Hätte ich es nicht verwendet, würde die Regenjacke weniger als 100 g wiegen.
      DCF-Material (Stoff)                     75 g
      DCF-Reparaturklebeband und
      DCF-Transferkleber                      37 g
      Reißverschluss + Kordel             20 g
      Gesamt                                       132 g
      Das DCF-Material und den Reißverschluss habe ich exakt gewogen. Den Rest, das DCF-Reparaturklebeband und den DCF-Transferkleber (ohne Schutzschicht!!!), habe ich aus dem Gesamtgewicht der Regenjacke „herausgerechnet“. Dabei wird das Gewicht des DCF-Reparaturklebebandes den eigentlichen DCF-Transferkleber deutlich übersteigen.
      Fazit
      Den ersten Test im Regen und unter der Dusche hat die Regenjacke mit Bravour bestanden. Jetzt muss ich noch weitere Tests durchführen und prüfen, wie sich die Regenjacke im täglichen Alltag schlägt.
      Die Regenjacke macht wegen des DCF-Materials einen sehr „gebrechlichen“ Eindruck. Deshalb werde ich Tests mit dem Rucksack sehr vorsichtig angehen.
      Wenn das Problem mit dem Nähen des DCF-Materials gelöst ist, werde ich den Reißverschluss aus Sicherheitsgründen noch annähen. Man weiß ja nie…
      Ob ich das atmungsaktive DCF-Material nochmal verwenden würde?
      Ich kann es nicht genau sagen. Da bin ich zwiegespalten. Unschlagbar leicht ist es ja, wie in der obigen Rechnung zu sehen ist.
      Die nächsten Wochen müssen zeigen, was die Regenjacke kann…
       
    • Von einar46
      Ich denke darüber nach mir aus diesem Stoff eine Regenjacke zu machen. Der Reißverschluss soll ca. 25 cm lang werden. Das bedeutet, dass ich die Regenjacke über den Kopf anziehen muss. Den Stoff habe ich bereits.
      Jetzt meine Frage an die MYOG-Profis hier im Forum.
      Welchen Reißverschluss kann ich verwenden?
      Bei extremtextil habe ich mir die Reißverschlüsse angesehen. So richtig schlau werde ich aus den angebotenen Reißverschlüssen und den ganzen Bezeichnungen (3C, Spirale, YKK usw) nicht. Aber ich kann ungefähr formulieren, welche Eigenschaften der Reißverschluss haben sollte:
      wasserdicht weiß oder grau (wie der Stoff) Reißverschluss soll nicht überdimensioniert sein, d.h. muss zum Stoff "passen" Ich möchte die Regenjacke kleben. Das sollte auch mit dem Reißverschluss gehen oder bin ich da auf dem "falschen Dampfer" und der Reißverschluss muss angenäht werden? Danke für Eure Hilfe.
      Gruß Reinhard
    • Von ThomasK
      Hallo alle Näherfahrene,
      hat jemand von euch Erfahrungen mit Obertransportfüssen, wie z. B. für Bernina:
      Insbesondere interessiert mich,
      ob der Kunststofftransporter tatsächlich (so schnell) verschleisst, bei welchen Stoffarten der Einsatz sinnvoll ist (dehnbares Moskitonetz auf unelastischem Stoff), ob man ihn auch für 2 unelastische Stoffe immer drauf lassen kann oder immer wechseln muss, ob er 150 € wert ist, alles weitere Wichtige, das ich aus Unwissenheit nicht fragen kann. Danke für Eure Inputs.
    • Von Thilo_DH
      Hallo und frohen dritten Advent 
      Ich Plane gerade einen Kunstfaser Quilt als mein erstes Myog Projekt, welcher in erster Linie auf einer zwei Monatigen Radtour im (ende April bis ende Juni) durch die Alpen und Karpaten eingesetzt werden soll.
      Daher vermute ich, dass ich einen Quilt mit einem Komfortbereich von minus 5 bis minus 7° Celsius  benötigen werde. Als Isomatte wird eine Thermarest NeoAir verwendet.
      Welche Isolationsdicke und welche Stoffe (Sowohl Isolation als auch Außenstoffe) würdet ihr dafür empfehlen 
      Lg Thilo 
    • Von Lugovoi
      Hallo Leute,
      ich möchte euch einen MYOG-Prototypen vorstellen. Ich habe das Ding Space-Quilt getauft und mittlerweile relativ umfangreich getestet. Nach einem Bivy-Projekt ist es mein zweites MYOG-Ergebnis.
      Kleine Vorgeschichte: auf einer Tour auf dem GR11, noch vor meiner Ultralight-Infektion, hatte ich einen nicht ganz ausreichenden Daunenschlafsack dabei und darüber hinaus, als Notfallausrüstung, eine klassische Mylar-Silber-Gold-Folie. Des Nachts frierend versuchte ich mir mit der Rettungsdecke über dem Schlafsack zu behelfen. Aha, das wärmt ja doch ganz gut, dachte ich. Des morgens: Aha, mein Schlafsack ist durch die zwangsläufige Kondensbildung unter der Folie ziemlich klamm bis nass geworden. Nicht nochmal!
      Ein paar Jahre später habe ich nochmal über die Kombination aus Schlafsack/Quilt und Rettungsfolie nachgedacht und überlegt ob beides nicht doch kombinierbar ist. Die Qualitäten von hauchdünnen Metallic-Folien sind ja spätestens seit der Thermarest X-lite bekannt.
       
      Das vorläufige Ergebnis: der Space-Quilt.
       
      Das Prinzip ist denkbar einfach. Der normale Quilt besteht aus Außenstoff, Isolation und Innenstoff. Beim Space-Quilt legt sich zwischen Außenstoff und Isolation noch eine weitere Schicht, die besagte Goldfolie (2Euro Rettungsdecke). Um die Dampfdichtheit zu unterbinden ist diese allerdings perforiert. Die Isolation bleibt so (recht gut) erhalten, gleichzeitig bleibt der Quilt (recht gut) atmungsaktiv.
      Der von mir konzipierte Quilt sollte noch ein weiteres Material und seine Eigenschaften nutzbar machen: das weithin bekannte Tyvek softstructure. Das Tyvek als Außenmaterial (mit dem ich im Bivy-Bereich gute Erfahrungen gemacht hatte) sollte dem Quilt noch ein paar Bivy-Fähigkeiten spendieren: absolute Winddichtigkeit und sehr gute Spritzwasser bzw. feuchte Zelt/Tarpwand-Festigkeit. (Man muss dazu sagen dass ich eine Art Tyvek-Fetish entwickelt habe ich finde das Material einfach genial...)
      Also die Materialien in dieser Reihenfolge beginnend außen: Tyvek, perforierte Goldfolie, 100gr Apex, 20d Ripstop-Nylon (plus Reißverschluss, Bungeecord, Elastikband, Camsnaps).
       
      Ich hatte mir erhofft mit diesem Prinzip eine deutliche Isloations-Steigerung zu erreichen (5 bis 8Grad, oder anders gesagt: mit einer 100er Apexfüllung die Werte einer 167er zu erreichen) und das bei minimalem Gewichtszuwachs gegenüber einem Standard-Quilt.
       
      Das Ergebnis: es scheint recht gut zu funktionieren.
       
      Der erste Test fand in der Eifel statt. Abends in den Quilt gestiegen und sofort ein wohliges Wärmegefühl gespürt (mehr als gewohnt). Nachts runter auf 7 Grad und ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit. Geschlafen in T-Shirt und Daunen-Schühchen (bei allem unter 15 Grad brauche ich Schlafschuhe – kalte Füße-Syndrom). Ich muss dazu sagen: ich bin das was man „cold sleeper“ nennt. Auf angegebene Komforttemperaturen muss ich konsequent 5 Grad drauf rechnen. Angenommen eine 100er Apex Füllung ist Komfort 8-10 Grad (vergleiche As Tucas, Gramxpert), so bedeutet ein 100er Apex für mich vielleicht 12-15 Grad Komforttemperatur. In diesem Sinne ging der Space-Quilt für mich auf, die Goldfolie hat sicher 5 Grad rausgeholt.
       
      Zweiter Test: 14 Tage Jotunheimen Norwegen im September, Nachttemperaturen zwischen 5 und -2 Grad. Hier habe ich den Space-Quilt allerdings als Overquilt mit einem um 60 Gramm Daune aufgemotzen Windhard-Quilt verwendet. Diese Kombi hat sich voll bewährt, warm, und der Daunenquilt immer schön trocken. Der bewusst weite Schnitt des Overquilts tat hier gute Dienste.
       
      Fazit: das Konzept ist zumindest eine Überlegung wert. Im Grundsatz lässt sich die Isolationsleistung eines Quilts damit deutlich steigern. Ich bin aber noch vorsichtig. Die Testphase ist noch nicht abgeschlossen. Es ist schon ziemlich nerdy, und eine vermeintlich geniale Idee stellt sich am Ende gerne mal doch als suboptimal heraus. Ich halte das Konzept nicht unbedingt für mehrheitsfähig. Man muss z.B. akzeptieren dass ein Space-Quilt ziemlich knistert aufgrund der Metallicfolie, was ich persönlich eher interessant als nervig empfinde. Rascheln von unten (x-lite) geht jetzt auch von oben;) - eine zweite Person im Zelt könnte sich daran stören.
      Das zentrale Parameter an dem man experimentieren muss ist die Perforation der Folie. Wo hier das richtige Maß an „Lochung“ liegt habe ich noch nicht endgültig feststellen können. Zu viel Luftdurchlass mindert die Isolation, zu wenig sorgt für Kondensation die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt. Möglicherweise baue ich nochmal einen zweiten Prototyp mit ein paar Änderungen.
       
      Ihr könnt die Idee ja mal auf euch wirken lassen und ein bisschen „thinking outside the box“ betreiben. Beste Grüße. L
       





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