Zum Inhalt springen
Ultraleicht Trekking

Overnighter zum Test des VBL-Prinzips


Empfohlene Beiträge

vor 5 Stunden schrieb Christian Wagner:

...und du kannst mir einfach glauben das die Technik keinen spürbaren Effekt hat;-). Wir können das ewig so weiterspinnen. Ohne harte Labortests ist das alles nur Spekulation. Meiner Erfahrung nach bringt eine Rettungsdecke, bzw. eine reflektierende Beschichtung z. B. eines Biwaksackes nix.

Doch.  Habe ich vor zwei Wochen selbst Outdoor getestet.  Apex 133 DIY Quilt, kein extra Inner, dafür aber den Quilt Außen mit einer gut gelochten Rettungsdecke "umhüllt".  Geschlafen bei -2...-3.  Im Bivitent.  Normalerweise muss ich bei den Temps ein Inner aus mehreren Lagen PP-Vlies (~100g) haben um einigermaßen zu überleben.  Bin dieses mal mit heißen Füßen Morgens gut ausgeruht aufgewacht.

Zum Thema "nix":  das "nix" in Thermarestmatten ist das was "viel" bringt  ;)
Und genauso bei Thermoskannen.. Ohne das "nix" wären die auch nicht so effektiv. Vakuum ist nicht alles (bzw. das ist wirklich "nix" :? ).

Bearbeitet von AlphaRay
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 3 Stunden schrieb AlphaRay:

Apex 133 DIY Quilt, kein extra Inner, dafür aber den Quilt Außen mit einer gut gelochten Rettungsdecke "umhüllt". 

War der Außenstoff vom quilt Morgens feucht oder knochentrocken?
Gibt es ein Foto vom Abstand der Löcher?

VG. -wilbo-

Bearbeitet von wilbo
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 27 Minuten schrieb wilbo:

War der Außenstoff vom quilt Morgens feucht oder knochentrocken?
Gibt es ein Foto vom Abstand der Löcher?

VG. -wilbo-

Alles furztrocken....im geschlossenen Bivitent aus Softtyvek

Besser noch - hab nen Foto im Einsatz:

20200314_201207.thumb.jpg.2f0fc34b085d9fac930e89dab394705b.jpg

Bearbeitet von AlphaRay
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bei meinen Recherchen zu VBL´s vor längerer Zeit diese Seite gefunden.
Ich finde sie erklärt den Einsatzzweck und das Schlafsackverhalten (zusammenbrechen des Lofts bei längeren Touren um/unter 0°C) recht gut.
Vielleicht ist die Seite für die VBL-Neulinge (wie ich auch) hilfreich.

www.winterfjell.de/vapour-barrier-liner-sind-kein-wundermittel/

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 16 Minuten schrieb mosven:

@AlphaRay, das ist ja eine coole Idee!! :ph34r:

Kommt nicht von mir..hat jemand hier im Form vor paar Wochen iwann vorgestellt ;) Ich hatte vor drei Jahren glaube hier eine Idee mit versetzen, leicht überlagernden Quer-Streifen aus Rettungsdecke vorgestellt - aber hier ist die Wahrscheinlichkeit von Rissen halt hoch...

Ich werde aber im Gegensatz zu dem Einbau im Quilt dies aber so lassen. Natürlich etwas abgeklebt und abgekürzt (hier volle größe einer Rettungsdecke).  Vorteil:  Skalierbarkeit.   Ich bin ab Wochenende eine Woche im Harz unterwegs...nach vier Wochen Zuhause endlich raus...!   Das Wetter schwankt schon innerhalb dieser Woche nachts zw. 0 und 10 Grad.   Mit Folie im Quilt eingebaut dürfte man ab 10° in dem Quilt sich zu tode schwitzen...

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 1 Stunde schrieb wilbo:

Moin!
Wie vorsichtig muss man im Umgang mit der Folie sein? Reißen die Löcher nicht leicht ein und dann weiter ...

VG. -wilbo-

Ich habe jetzt zwei mal so übernachtet.  Aktuell nix kaputt. Habe aber schon immer ne kleine original Tesa Rolle dabei, falls irgendwas kaputt geht.
Werde für die Längere Tour das Teil ja schon "Vorformen" und mit doppelseitigem Klebeband/Packband fixieren und Ränder sowie "Ripstop" Streifen aus Tesafilm anbringen.

Hängt glaube sehr vom Locher ab. Meiner ist kaum gebraucht. Falls man nen Stumpfen hat der die Löcher eher einreißt statt zu stanzen, dann sieht das schlecht aus...

Meine erste Idee war ja mit einer heißen (dicken Stopf)Nadel die Löcher zu machen. Dabei aber leider vergessen, dass ja die Schichten untereinander verschmelzen... war das ne Sauerei :?  Das würde aber funktionieren, wenn die Folie ausgebreitet ist.  Nadel, Feuerzeug/Mini-Gasbrenner und ne Stunde oder zwei mit viel Langeweile. Folie aufgespannt hinhängen und loslöchern. Nach ein/zwei Löchern Nadel immer wieder erhitzen.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 2 Stunden schrieb truxx:

Oder lochen und dann mit einer Flamme drüber streichen. Sollte ebenfalls reichen. 

Viel Spass...sind grob 200 - 300 Löcher  :shock::-D

Das Lochen machst du ja noch im fast vollständig gefaltetem Zustand über viele Schichten...da kannst du ja nicht mit Feuerzeug drüber, sonst verschmelzen die ganzen Schichten untereinander.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 4 Stunden schrieb einar46:

Interessaante Sache, das mit der Rettungsdecke.

@AlphaRayWürde es Sinn machen die Rettungsdecke gelocht in eine Stoffhülle zu stecken, zB in eine Hülle, die auch für Schlafsäcke verwendet wird?

Klar  :) Ich plane aktuell meinen Sommerschlafsack:  

Von Innen nach Außen:

- 25g/m Fliegengitter  (habe ich bei meinem Quilt seit zwei Jahren so im Einsatz ohne Probleme)
- gelochte rettungsdecke  (also hier von Innen)
- 67er Apex  (Fußbox doppelte Lage)
- 37..38g Winddichter Stoff

Erhoffe mir damit 133er Apex nicht mehr schleppen zu müssen.

 

Habe den Link zum Originalthread gefunden - @Lugovoi war das mit der gelochten Rettungsdecke  ;)
Er hatte auch einen Quilt bzw. Bivi gebastelt:

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 7 Stunden schrieb AlphaRay:

Viel Spass...sind grob 200 - 300 Löcher  :shock::-D

Das Lochen machst du ja noch im fast vollständig gefaltetem Zustand über viele Schichten...da kannst du ja nicht mit Feuerzeug drüber, sonst verschmelzen die ganzen Schichten untereinander.

Ohne das jemals gemacht zu haben und nur aus der Erfahrung mit verschweißen von Abdichtungen heraus bin ich immer noch überzeugt davon, dass das einfacher gehen müsste als die ganzen Löcher einzeln einzubrennen. Ich würde so ein Gerät zum flambieren nehmen und damit auf der ausgebreiteten Folie drüber streichen. Probier doch mal:mrgreen:.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

https://www.racelite.de/de/myau-shop/sea-to-summit-thermolite-reactor-extreme.html

Thermolite Reactor Extreme ist ein Schlafsackinlett das die Wärmeleistung des Schlafsacks um ca. 15°C erhöht (Angabe des Herstellers) und hält den Schlafsack sauber. Die Thermolite Faser ist geruchsresistent, atmungsaktiv, extrem leicht und sehr wärmend. Der Innenschlafsack von Sea to Summit ist in Mumienform gefertigt, das Kopfteil des Schlafsack-Inletts ist mit einem Tunnelzug versehen und verringt so den Wärmeverlust am Kopf. Im Lieferumfang ist ein Ultra-Sil Packsack enthalten. In der Waschmaschine waschbar.

- Material: Thermolite Faser110g/m2 (100% Polyester)
- Wärmeleistung: erhöht die Wärmeleistung des Schlafsacks um ca. 15° C
- Größe: 210x90 cm
- Form: Mumie
- Gewicht: 399 g

 

Hat es damit schon mal wer versucht?

 

Gruss

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor einer Stunde schrieb zopiclon:

https://www.racelite.de/de/myau-shop/sea-to-summit-thermolite-reactor-extreme.html

Thermolite Reactor Extreme ist ein Schlafsackinlett das die Wärmeleistung des Schlafsacks um ca. 15°C erhöht (Angabe des Herstellers) und hält den Schlafsack sauber. Die Thermolite Faser ist geruchsresistent, atmungsaktiv, extrem leicht und sehr wärmend. Der Innenschlafsack von Sea to Summit ist in Mumienform gefertigt, das Kopfteil des Schlafsack-Inletts ist mit einem Tunnelzug versehen und verringt so den Wärmeverlust am Kopf. Im Lieferumfang ist ein Ultra-Sil Packsack enthalten. In der Waschmaschine waschbar.

- Material: Thermolite Faser110g/m2 (100% Polyester)
- Wärmeleistung: erhöht die Wärmeleistung des Schlafsacks um ca. 15° C
- Größe: 210x90 cm
- Form: Mumie
- Gewicht: 399 g

 

Hat es damit schon mal wer versucht?

 

Gruss

Ich hatte diesen Liner noch nie in der Hand, aber würde wetten, dass es wärmer ist, wenn man einen Daunenschlafsack des gleichen Gewichtes in den Hauptschlafsack packt. Wobei das natürlich nicht nur Vorteile hat, Waschen und Packmaß zB. 



Noch einmal zur Foliendebatte: Die Therm-A-Rest NeoAir Xlite und Xtherm sind in den Kammern ebenfalls mit wärmereflektierender Folie ausgestattet. Gerüchte besagen, dass das der Grund des Raschelns wäre.

Screenshot_2.png.dba612f846519d8e50af433b2361f3da.png

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Moin!

vor 1 Stunde schrieb zopiclon:

Thermolite Reactor Extreme ist ein Schlafsackinlett das die Wärmeleistung des Schlafsacks um ca. 15°C erhöht ...

Trotz meiner Bedenken, dass so ein Effekt physikalisch schwer zu erklären ist, habe ich das Teil einmal ausprobiert und danach umgehend wieder verkauft.

400 g Daune wärmt deutlich mehr!

VG- -wilbo-


 

Bearbeitet von wilbo
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wir waren Anfang Januar an der dänischen Westküste (Thy) unterwegs und brauchten in der letzten Nacht unsere als Temperaturreserve gedachte "Zusatzschlafsäcke". Unsere Hauptschlafsäcke waren vergleichbar. Mein Kumpel hat den besagten Thermolite Reactor Extreme genutzt, ich einen Yeti Passion One (125 gr Daune 800 cuin, 320 gr). Meine Nacht war prima, der Reactor hingegen war vom Effekt her eher enttäuschend und hat mit Sicherheit keinen Temperaturgewinn von 15 °C gebracht. Die Aussage von wilbo, dass 400 gr Daune besser wärmen als der Thermolite Reactor Extreme, könnte ich somit in jedem Fall bestätigen.

 

Gruß

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
  • 2 Wochen später...
Am 8.4.2020 um 19:29 schrieb truxx:

Ohne das jemals gemacht zu haben und nur aus der Erfahrung mit verschweißen von Abdichtungen heraus bin ich immer noch überzeugt davon, dass das einfacher gehen müsste als die ganzen Löcher einzeln einzubrennen. Ich würde so ein Gerät zum flambieren nehmen und damit auf der ausgebreiteten Folie drüber streichen. Probier doch mal:mrgreen:.

Problem beim "Brennen"  von Kunststoff:   es wird Hart.   D.h. wenn man jetzt so Löcher Brennt und die Temperatur zu hoch ist bzw. zu lange Kontakt da ist, entsteht eine "Wulst" - und die ist fest. D.h. die reißt irgendwann.  Jetzt vom Tacker aus gesehen bzw. größere Löcher.
Kleine Löcher mit ner Nadel "einbrennen" dürfte unproblematischer sein, da es ja dann halt mehr ein dickerer Kunststoffring mit winzigem Loch ist, was eher einer "Miniatur-Kunstofföse" entspricht. Das Loch kann da nicht einfach mal einreißen.

@wilbo   Hatte Anfang letzte Woche Urlaub und nen kleinen Thruhike im Harz gemacht mit vier ziemlich kalten Übernachtungen. D.h. jeden Tag die Folie genutzt.  Rolle Tesa mitschleppen war eine sehr gute Idee - nach der dritten Nacht - also nach insg. fünf Nutzungen - riss die Folie an ca. 10 Löchern leicht an.  An einer Stelle an der ich am Abend gezuppelt habe hatte ich zwei > 10 cm lange Risse.

Hatte aber den Morgen die Folie in Rucksack "Gestopft" statt rollen/falten..  Eingebaut im Quilt sollte die Folie besser geschützt sein.

Feuchtigkeit:   Jaa...gab es an zwei Nächten.  Ganz leicht... aber in der einen hatte ich meine Quetscha-Regenjacke über den Füßen (Mittwoch Nacht waren es bereits unter -2 gegen 23 Uhr) und in der anderen hatte ich meine Hängematte über das ganze gelegt (unbeschichteter Fallschirmstoff).  Hier gabs nur an einer Stelle oben wo der Oberstoff vom Quilt doppelt lag leichte Feuchtigkeit.

 

 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Am 7.4.2020 um 23:23 schrieb AlphaRay:

Kommt nicht von mir..hat jemand hier im Form vor paar Wochen iwann vorgestellt ;)

Freut mich dass es mit dem gelochten Rettungsdeckenbivy mal noch jemand probiert hat.

Ich hatte mein Exemplar ursprünglich auch als Außenhülle über einem Quilt geplant.  @AlphaRay: deine Erfahrungen geben dem Konzept ja auch recht. 

Ich habe es selber am Ende doch anders angewendet, nämlich als gelochten Liner innerhalb des Quilts.

Vorteil: es wirkt dann nach meiner Erfahrung wie ein Hybrid aus VBL-Liner und normalem Liner. Das Material wirkt wie ein leichter Kondensfang und lässt trotzdem noch genug Dampf durch dass es in der Folie trocken bis fast trocken bleibt. Effekt: die Daune/das Apex bleibt nach meiner Erfahrung selbst bei feuchten Bedingungen deutlich trockener bzw. was Körperdampf angeht komplett trocken.

Ich will es mal unwissenschaftlich schätzen:

Ein reines Rettungsdeckenfolien-Bivy ohne Lochung/Perforierung leistet (für sich alleinstehend) 100% Wärmesteigerung und 0% Atmungsaktivität.

Ein gelochtes Rettungsfolien-Bivy leistet hingegen bis zu 80% Wärmesteigerung und dabei trotzdem +-20% Atmungsaktivität. Und letztere reicht sowohl für ein trockenes Schlafen als auch eine trockene Isloation über der Folie.

Innen oder Außen. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Weitere Erfahrungsberichte würden da helfen. Ob das Folien-Bivy im Quilt besser als außenrum vor Beschädigungen geschützt ist kann ich nicht sagen. Nach 6 Nächten auf Madeira Anfang Februar, wo das Innen-Konzept für mich sehr gut funktioniert hat (plus ca. 5 Grad Wärmezuwachs, Trockene Isolation) , hatte ich auch ein paar eingerissene Löcher. Nichts wildes. Zu Hause mit Tesa geflickt und jetzt wieder genauso einsatzbereit. Aktuell für mich ein fester Ausrüstungsbestandteil.

Ich kann nur Interessierten empfehlen: probiert es mal aus. für 1Euro und 50-60 Gramm ein Temperaturgewinn von ca. 5Grad und Option auf trockenere Isolation von Quilt/Schlafsack. Dazu modular einsetzbar.

 

 

Bearbeitet von Lugovoi
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@AlphaRay Die von dir gewählte Lochfrequenz ist mit meiner ziemlich identisch. Nach meinen überschaubaren Tests eine gute Taktung. Es bleibt genug Wärme zurück bei gleichzeitig guter Belüftung.

Noch ein Tipp: ich würde darüber nachdenken im Fußbereich ein wenig mehr zu Lochen. Wenn sich bei mir etwas Feuchtigkeit gesammelt hat, dann in der unteren Fußbox.

Der Locher sollte scharf genug sein um absolut glatte Ränder zu stechen. Reflexmylar ist bei einem perfekten Loch sehr reißfest. Dabei wohl umso mehr je größer der Radius ist. Kleine Nadellöcher wären nach meiner Einschätzung und Erfahrung das Falscheste was man machen könnte.

20191201_165301.jpg

Bearbeitet von Lugovoi
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 9 Stunden schrieb Lugovoi:

@AlphaRay Die von dir gewählte Lochfrequenz ist mit meiner ziemlich identisch. Nach meinen überschaubaren Tests eine gute Taktung. Es bleibt genug Wärme zurück bei gleichzeitig guter Belüftung.

Noch ein Tipp: ich würde darüber nachdenken im Fußbereich ein wenig mehr zu Lochen. Wenn sich bei mir etwas Feuchtigkeit gesammelt hat, dann in der unteren Fußbox.

Der Locher sollte scharf genug sein um absolut glatte Ränder zu stechen. Reflexmylar ist bei einem perfekten Loch sehr reißfest. Dabei wohl umso mehr je größer der Radius ist. Kleine Nadellöcher wären nach meiner Einschätzung und Erfahrung das Falscheste was man machen könnte.

 

Im Fusbereich habe ich sogar die Ecken verknotet und doppelt um die Füße gelegt ;) Ist ja bei Apex egal - das soll ja über 90% der Wärmeleistung erhalten wenn es durchfeuchtet ist.

Habe ich mir auch schon gedacht. Ultrascharf war meiner nicht, obwohl es sogar ein ziemlich guter war und nicht wirklich viel benutzt die Jahre...

Nadelloch war natürlich mit heißer Nadel gemacht. Also nicht Loch stechen sondern Nadelfeines Loch einschmelzen. Quasi ne Makro-Version einer dampfdurchlässigen Membrane  :D

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@AlphaRay

Klar, bei Apex ist Kondens-Toleranz natürlich größer. In meinem Fall war es in Nutzung mit einem Daunenquilt, da ist jedes Weniger an Kondensat natürlich wichtiger.

Was meinst du mit zugeknotet? Mein Rettungsdeckenbivy hat eine richtige geklebte Footbox.

Zu den Löchern bleibe ich bei meiner These. Je kleiner die Löcher desto reissanfälliger. Wiederum größer als mit einem Locher macht auch wenig Sinn, dann ist der Gasaustausch zu stark.

P.s. Wir sind hier noch im Reiseberichtsbereich, wir sollten uns nicht in Technik verzetteln. Vielleicht machen wir da mal besser extra was für auf.

Liebe Grüße

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
  • 4 Wochen später...

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

  • Gleiche Inhalte

    • Von Madame_Anne
      Moin!
      Da ich mich in der Gegend hier noch nicht so gut auskenne, wollte ich mal im Forum rumfragen: Hat jemand einen Tipp für eine Wochenendtour/Overnighter um Schwerin in MV oder SH? Dürfen ruhig zwei lange Tagesmärsche sein mit guter Übernachtungsmöglichkeit im Zelt. Optimalerweise Rundtour oder gute An-/Abreise mit Bus und Bahn.
      Beste Grüße
    • Von Rapapongi
      Hallo Leute
      Auf der Suche nach möglichen Overnighter Touren in der Gegen rund um Karlsruhe (Pfalz) habe ich westwärts des Rheins folgende Homepage gefunden:
      https://www.trekking-pfalz.de/de/trekking-plaetze/
      Kennt jemand ostwärts des Rheins auch ähnliches oder hat nette Tips?!
      Danke schon jetzt!
       
    • Von TappsiTörtel
      Für den Winter brauche ich einen VBL, was meint Ihr welches Material dazu am besten geeignet ist:
      Cuben 12g Cuben 18g Cuben 34g Silnylon 34g Gleitschirmnylon 34g Oder was ganz anderes ?
      Natürlich muss es absolut Dampfdicht sein, das spricht für Cuben (mal abgesehen vom Preis), ist Silnylon wohl auch und raschelt weniger, Gleitschirmnylon kenne ich gar nicht ... was meint ihr ?
    • Von Pip
      OT: Diesen Tourenbericht habe ich aus meiner Anfänger-Perspektive verfasst und all meine Gedanken und Erfahrungen zum Trekking im Allgemeinen und zum Ultraleicht-Trekking im Besonderen hinein gepackt. Die Profis unter euch wird das wahrscheinlich eher langweilen - aber vielleicht findet sich doch jemand, den es interessiert?
       
      08:00 VERSCHLAFEN! Mist. Eigentlich wollte ich jetzt gerade das Haus verlassen und zum Bahnhof düsen. Naja, nehmen wir halt den Zug eine Stunde später Als ich dann tatsächlich abmarschbereit bin, noch schnell ein Foto von mir mit Rucksack und auf zur Bushaltestelle.

      09:30 Ich stehe am Hauptbahnhof und ziehe erst mal die Windjacke drüber. Ganz schön frisch heute morgen, der Herbstnebel hängt noch in der Luft und von der Sonne ist nichts zu sehen. Soll sich aber ändern bis zum Mittag, sagt der Wetter-Heini im Radio.
      Jedenfalls freue ich mich auf die Tour und ganz besonders darüber, nicht nach München zu müssen wie die geschätzten 183.829 Leute, die sich am Bahnsteig gegenüber tummeln: Es ist Wiesn-Zeit…
       
      09:58 Endlich kommt der Zug! Ich hab extra einen Bus früher genommen, um noch genug Zeit zum Geld Abheben und Fahrkarte Kaufen zu haben, aber ne Viertel Stunde später loszufahren wär auch locker möglich gewesen.
      Langsam schwindet die Morgenmüdigkeit und die Aufregung nimmt überhand: Dies hier ist nicht nur die erste Testtour für meinen MYOG-Rucksack, sondern auch für meinen neuen Schlafsack, die neue Therm-A-Rest, den neuen Biwacksack, den neuen Catstove… Und es wird das erste Mal sein, dass ich im Wald biwakiere. Mutterseelenallein! Hui - Klein Pip auf großer Abenteuerfahrt!
       
      10:34 Bahnhof Donauwörth - endlich! Ganz schön spät geworden. Also nix wie los! Ich folge den Wegmarkierungen in die entgegengesetzte Richtung bis zum offiziellen „nullten Kilometer“. Also bin ich auf den ersten Kilometern tatsächlich auf dem Süd- statt auf dem Nordrandweg unterwegs. Fast verlaufe ich mich gleich am Anfang einmal - gut, dass ich aus den Augenwinkeln noch den roten Pfeil am gegenüberliegenden Straßenrand gesehen habe! Am Rathaus das obligatorische Startfoto

      und dann bin ich tatsächlich unterwegs auf dem Albsteig! Die erste halbe Stunde geht es auf asphaltierten Spazierwegen durch einen Park, einen ehemaligen Eisenbahntunnel und an einem Supermarkt vorbei bis zu einer Pferdekoppel, auf der ein falsches Zebra steht.

      Danach geht es weiter auf einem ebenen Schotterweg in Sichtweite der Wörnitz zusammen mit etlichen Feiertags-Spaziergängern und auch einigen Radfahrern. Niemand hat einen Wanderrucksack dabei. Okay, es ist schon Anfang Oktober, aber angesichts der schier unfassbaren Anzahl an Fernwanderwegen, die sich diese Strecke teilen (Nordrandweg, Main-Donau-Weg, Romantische Straße, Bayerisch-Schwäbischer Jakobuspilgerweg, Frankenweg), hätte ich doch den einen oder anderen Kollegen erwartet. Wahrscheinlich bin ich einfach zu spät dran. Egal, ich freue mich jedenfalls, endlich wieder zu Fuß unterwegs zu sein. Seit dem Jakobsweg vor einem Jahr hab ich kaum noch Bewegung gehabt.
       
      Hinter Felsheim bietet ein Maisfeld den perfekten Sichtschutz „für kleine Ultraleichttrekker“ und ich muss auch meine kleine 0,5l-Flasche schon aus dem großen Wasserbeutel im Rucksack nachfüllen, nach gerade mal 6km. Immerhin ist die Sonne mittlerweile herausgekommen und ich setze gleich mal das Visor-Buff auf: Will mir nicht die vorderen Dreadlock-Ansätze verbrennen, das gibt immer so ein doofes rotes Schachbrettmuster auf der Kopfhaut.
      Der Rucksack sitzt übrigens sehr bequem und ich komme sogar, ohne ihn abzusetzen mit einer Hand an die seitlichen Netztaschen, in denen die Karte bzw. die Flasche stecken, ein Umstand, den ich bei gekauften Rucksäcken bisher immer vermisst habe.
       
      Hinter Wörnitzstein beobachte ich vier Milane, die die Thermik über dem sonnenbeschienen Hang genießen, und dann beginnt die Alb: Die erste Strecke im Wald und auch der erste nennenswerte Anstieg. Doch bevor man so richtig ins Schnaufen kommt, ist man auch schon oben. Alle paar Meter steht hier ein Hochsitz, einmal komme ich sogar direkt an einer Anfütterungsstelle vorbei. Scheint, als würde der Weg tatsächlich nicht sehr viel begangen, sonst müsste man die wohl etwas weiter abseits aufbauen? Die goldene Oktobersonne malt tolle Effekte auf die Waldkulisse.

      Auf dem Eichbühl haben die hiesigen Wanderfreunde einen tollen Rastplatz installiert: Es gibt Getränke zum Selbstbedienen, ein Wanderbuch, in das ich mich natürlich gleich eintrage - bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass heute genau eine Person vor mir hier vorbei gekommen ist, die auch auf dem HW1 Nordrandweg unterwegs ist - etliche Rastbänke, einen Mülleimer (ich leere meine Taschen und freue mich, dass ich die rotzigen Tempos und leeren Müsliriegelpapierl nicht heute Abend in den mitgenommenen Müllsack stopfen muss) und eine Mahnung an alle Wanderer.

      Belustigt über diesen drolligen Rastplatz marschiere ich weiter und mampfe unterwegs immer wieder aus meiner Snacktüte. Die ist schon ganz schön geschrumpft seit dem Start. Ich glaube, ich hätte mehr frühstücken sollen. Die eine Apfeltasche hat leider nicht sehr lange vorgehalten, sonst wären noch mehr M&Ms und Studentenfutter in der Tüte
      Irgendwann führt der Weg aus dem Wald raus, auf Asphalt durch einen kleinen Weiler hindurch und dann wieder durch einen Wald, wo man den Weg auf keinen Fall verlassen darf, sagt ein Warnschild, um nicht von den Steinbrucharbeiten erschlagen zu werden. Dann geht es auf einem Wiesenweg am Waldrand entlang. Genauer gesagt ist das einfach nur ein breiter Streifen Gras, auf dem man läuft, was das Gehen ganz schön anstrengend macht. Vor allem die Trekkingstöcke verheddern sich dauernd in den Halmen. Also klemme ich sie mir unter den Arm und marschiere ungestützt weiter. Bisschen mühsam, das.
       
      Anschließend geht es auf einem breiten Schotterweg über sanfte Grashügel in Richtung Harburg. Laut Karte müsste ich demnächst an einem kleinen Bachlauf vorbei kommen, der ganz in der Nähe entspringt. Ich halte angestrengt danach Ausschau, da meine Wasservorräte langsam aufgebraucht sind und ich außerdem den Sawyer Wasserfilter testen möchte. Aber Fehlanzeige: kein Bach weit und breit. Entweder ist der zu dieser Jahreszeit ausgetrocknet oder so von Pflanzen zugewuchert, dass man ihn nicht findet. Plätschern höre ich es jedenfalls nirgends. Also laufe ich weiter bis zum Rand des Harburger Ortsteils Stadelhof, wo ich eine nette Dame, die auf ihrer Terrasse die Sonne genießt, ganz lieb frage, ob sie mir wohl meine Flaschen auffüllen könnte. Das macht sie tatsächlich gerne und erzählt mir von einem Aussichtspunkt kurz hinter Harburg, von dem man einen tollen Blick über das Ries haben soll. Ich bedanke mich und bin gespannt, ob ich die Stelle finde.
       
      Doch zunächst verlaufe ich mich erst mal: Laut meiner Karte - die mich bis dahin wirklich sehr gut gelotst hat - muss ich am Fuße der Burg entlang den Hügel hinunter bis zur Hauptstraße. Unten angekommen ist aber  nirgendwo mehr eine Wegmarkierung zu sehen und die Wegbeschreibung, die ich mir heute morgen noch schnell ausgedruckt habe, verrät mir, dass die Streckenführung vor kurzem geändert wurde. Also den Hügel wieder rauf. Bei der Gelegenheit biege ich schnell noch in den Burghof ab und benutze das dortige Besucherklo. Hier hätte ich auch eine Möglichkeit zum Flaschenauffüllen gehabt - zu spät
       
      Auf einem asphaltierten Wiesenweg geht es den nächsten Hügel hinauf, wo sich unter einem Kastanienbaum eine Bank befindet. Ich beschließe, hier etwas zu essen zu kochen. Immerhin ist es schon kurz vor 18 Uhr und mein Snackbeutel schon eine ganze Weile leer, weswegen ich im Moment in einem kleinen Energieloch stecke. Und dann des Umweges, den mir die nicht mehr aktuelle Karte beschert hat, auch in einem Motivationsloch. Also Catstove ausgepackt, befüllt angefeuert und den Topf mit Wasser aufgesetzt. Leider ist es hier auf dem Hügel ganz schön windig, sodass die Flamme gleich mal erlischt und ich mich nach dem erneuten Anzünden in den Wind setze, um meinem Kocher als zusätzlicher, lebender Windschutz zu dienen. Danach funktioniert alles super: Als das Wasser kocht, rühre ich es in den Beutel, in den ich die beiden 5-Minuten-Terrinen umgefüllt habe und genieße kurz darauf Kartoffelbrei mit Erbsen und Möhren.

      Kein Gourmet-Menü, aber wenn man Hunger hat, gar nicht so schlecht. Von der Bank aus habe ich nicht nur einen tollen Blick zurück auf die Harburg, die in der Abendsonne regelrecht leuchtet,

      sondern kann auch eine Schafsherde beobachten, die gemächlich daran vorüber zieht. Outdoor-Fernsehen vom Feinsten

      Nach dem Essen packe ich meine sieben Sachen wieder in den Rucksack zurück und marschiere über die nächste Hügelkuppe - das Energietief habe ich hinter mir gelassen! - und erhasche einen ersten Blick auf das Gipfelkreuz des Bockbergs. Naja, die Bezeichnung „Berg“ ist bei 570m ü.N.N. ein bisschen übertrieben, aber er ist immerhin die höchste Erhebung hier in der Gegend und man hat eine tolle Aussicht über das Ries. Ob das die Stelle ist, von der die Dame vorhin gesprochen hat?

      Die Sonne ist mittlerweile hinterm Horizont verschwunden und es wird nicht nur merklich kühler, sondern auch sehr schnell dunkler. Obwohl es erst kurz nach Sieben ist, beschließe ich, mich auf die Suche nach einem Lagerplatz zu machen und finde ihn, als ich den Bocks“hügel" zu etwa einem Drittel umrundet habe in einem kleinen Wäldchen außer Sichtweite vom Weg. Ich packe den Bivi, die Them-A-Rest und den Schlafsack aus, ziehe Fleecepulli und Mütze über, wechsle von meiner Wanderhose, die unten an den Beinen etwas schmuddelig geworden ist, in die Unterzieh-Leggins und tausche die schwitzigen Wandersocken gegen Omas handgestrickte. Das alles geschieht nahezu ohne Licht. Irgendwie traue ich mich nicht, die Stirnlampe anzuschalten aus Angst vom Jäger oder sonst wem entdeckt zu werden. Zwar sind nirgendwo Hochstände oder ähnliches zu sehen, aber man weiß ja nie… Ich bilde mir ein, von irgendwo her leise Stimmen zu hören und einmal fährt oben auf dem Waldweg sogar ein Auto vorbei. Aber wahrscheinlich spielen mir meine Nerven einen Streich und es kann mich hier überhaupt niemand sehen oder hören. 
       
      Jedenfalls ist es wirklich stockdunkel, als ich um 20:11 eine Sms nach Hause schicke, dass es mir gut geht, und so krieche ich vollständig in den Biwaksack, schließe das Moskitonetz und lausche in die Dunkelheit. Es dauert über zwei Stunden, bis ich einschlafen kann, was zum einen daran liegt, dass ich mir immer wieder einbilde, menschliche Geräusche in der Nähe zu hören - vor Tieren habe ich im Moment irgendwie gar keine Angst - und zum anderen daran, dass ich bald dringend auf’s Klo muss. Also Stirnlampe nun doch angeschaltet, aus dem warmen Schlafsack gekrochen und ein paar Meter weiter ein stilles Örtchen gesucht. Ganz schön kalt mittlerweile! Merkt man gar nicht, wenn man unter 300g Daunen liegt. Anschließend lausche ich wieder in die Nacht.
       
      Ich glaube, meine Einschlafprobleme rühren vor allem daher, dass nach über zwei Monaten Semesterferien mein Schlafrhythmus ein wenig durcheinander geraten ist, und für meinen Kopf noch überhaupt keine Schlafenszeit ist. Mein Körper könnte die Ruhe übrigens ganz gut gebrauchen, ich spüre die Tageskilometer ziemlich in den Beinen, auch wenn es gar nicht soooo viele waren, jedenfalls nicht, wenn man sie mit den anderen Tourenberichten hier im Forum vergleicht. Wie viele es genau waren, kann ich gar nicht sagen: Die Wanderkarte behauptet, es wären etwa 18, das GPS (das ich allerdings zuhause gelassen habe) hat mir für die Route 23 angezeigt. 23 klingt besser Für mich ist das aber mehr als genug, bin ich doch von Natur aus etwas kurz geraten und habe entsprechend eine kürzere Schrittlänge, außerdem bin ich ziemlich unsportlich und hab mich schon länger nicht mehr ausreichend bewegt… Irgendwann schlafe ich dann doch ein.
       
      Um kurz nach Eins schrecke ich hoch: Vom gegenüberliegenden Waldrand, etwa 200m entfernt, höre ich immer wieder etwas knacken und rascheln. Schleicht da ein Tier entlang? Irgendwie scheint das immer näher zu kommen. Eine Weile ist es wieder still, dann, plötzlich, knackt es ziemlich laut ganz bei mir in der Nähe. Ich fahre wie von der Tarantel gestochen in die Höhe und schalte meine Stirnlampe an. Nichts zu sehen, aber anscheinend habe ich irgend etwas genau so erschreckt wie es mich, denn ich höre ein lautes Fauchen, nur einen Steinwurf von mir entfernt und etwas trappelt davon. Aus einiger Entfernung kann ich kurz darauf das gleiche Fauchen noch einmal hören, dann ist wieder Ruhe. War das ein Fuchs? Kann sein. Vielleicht wollte der nachsehen, was sich da so einfach in seinem Revier einquartiert hat? Jedenfalls stehe ich so unter Adrenalin, dass an Einschlafen erst einmal nicht zu denken ist. Über eine Stunde liege ich hellwach im Schlafsack, lausche auf jedes noch so kleine Geräusch und versuche, mein Herzklopfen wieder etwas unter Kontrolle zu bringen. Stell dich nicht so an, Mensch, Füchse fressen Mäuse, keine Pips! Irgendwann traue ich mich, mein Lager zu verlassen, da ich noch mal pieseln muss, und als mein Hintern anschließend wieder einigermaßen aufgewärmt ist, schaffe ich es tatsächlich, wieder einzuschlummern. Einmal wache ich noch auf in dieser Nacht, entdecke eine Nacktschnecke unmittelbar neben dem Kopfteil des Biwaksacks (igitt!), schnippe sie mit einem Stöckchen weg und schlafe schnell wieder ein.
       
      Als ich das nächste Mal aufwache, ist es bereits 06:45 Uhr und das Morgengrauen hat längst eingesetzt. Offizieller Sonnenaufgang ist laut meinem Kalender um 07:20, also krabble ich aus meinem Lager, ziehe die Wanderhose wieder an, außerdem noch die Handschuhe, denn es ist verdammt kalt heute morgen. Ich denke dran, noch ein Erinnerungsfoto vom Lager zu schießen,

      bevor ich alles einpacke und mich auf den Rückweg mache. Bei Tageslicht ist der Trampelpfad auf den Gipfel des Bocksberg, über den auch der Albsteig führt, sehr einfach zu finden. Oben angekommen gibt es das obligatorische Gipfel-Beweisfoto mit Rucksack und Wanderstöcken drauf,

      dann suche ich mir ein windgeschütztes Plätzchen, mache Wasser heiß und frühstücke erst mal: Porridge mit Äpfeln, Rosinen und Zimt. Jummy! Die Stimmung hier oben ist wirklich magisch: Auf der einen Seite die Morgensonne, die sich mühsam einen Weg durch den Nebel bahnt,

      auf der anderen ein dicker Nebelteppich im Ries, aus dem nur die Hügel und eine einsame Kirchturmspitze herausragen (letztere ist auf dem Foto leider nicht zu sehen).

      Außer mir ist noch niemand zu sehen. Erst als ich mich weit nach acht Uhr auf den Rückweg zur Harburg bzw. zum Bahnhof mache, kommen mir die ersten Gassigeher entgegen. Beim Abstieg vom Burgberg in den Ort hinunter zickt mein linkes Knie etwas herum. Letztes Jahr hatte ich dort eine Verletzung - so wie es aussieht, ist das Knie seither eine Schwachstelle in meinem Körper. Eine von vielen. Was soll’s: immer schön weiter gehen. Gut, dass es mir nicht pressiert.
       
      Der Harburger Bahnhof liegt zwischen den Gebäuden der Merker-Werke, die u.a. den steinbruch betreiben, an dem ich gestern vorbei gekommen bin. Das Bahnhofsgebäude ist mindestens genauso hässlich wie die Umgebung, in der es liegt, sodass es mir kein Foto wert ist. Ich löse eine Fahrkarte, setze mich etwas abseits auf einen gefällten Baumstamm und telefoniere mit meinen Eltern: Ja, es geht mir gut, ich habe einigermaßen schlafen können und hatte nur ein ganz, ganz kleines bisschen Angst in der Nacht.
       
      Um 10:34 kommt dann endlich der Zug (der leider nicht nur nach Augsburg, sondern noch weiter Richtung München fährt), ich zwänge mich zwischen die ganzen feierwütigen Wiesn-Fahrer und stopfe mir meinen Ipod in die Ohren. Am liebsten hätte ich mir auch noch irgendwas in die Nase gestopft, denn manch einer hat bereits eine ordentliche Bierfahne. Ich hoffe, mein durchgeschwitztes T-Shirt stinkt ebenbürtig zurück!
       
      In Gedanken bin ich immer noch auf dem Weg, in all den magischen Momenten, die ich erleben durfte. Mir fällt auf, dass zwischen meiner Ankunft in Donauwörth und meiner Abfahrt in Harburg ziemlich exakt 24 Stunden liegen. Was man in dieser Zeit nicht alles erleben kann!
  • Benutzer online   5 Benutzer, 0 Anonym, 39 Gäste (Gesamte Liste anzeigen)







×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.