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amadeus

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    amadeus hat eine Reaktion von piucore erhalten in Heftige Reaktionen auf UL-Themen   
    das ist natürlich, wie du sagst, schwachsinn. Aber das Umgekehrte stimmt eben auch nicht: "In den Alpen braucht man Bergstiefel, Turnschuhe reichen nicht".
    Erstens hängts mal davon ab, was wir unter turnschuhen verstehen. Ich verstehe darunter Berglaufschuhe. Mit was anderem geh ich nicht in die Berge.
    Zweitens sind die Alpen landschaftlich recht vielfältig. und in den alpen findet man gegenden, wo man im Handstand wandern kann, und gegenden, wo man eine 11- die felswand hochklettern muss. Auch der 'Fleischwolf' der Alpen ist je nach gegend unterschiedlich scharf geartet. Ich hab jedenfalls in den 21 jahren zu hause nie solche unwetter erlebt wie in dem einen jahr in norwegen. und auch aus diesen bin ich ohne Bergstiefel risikofrei wieder rausgekommen.
    wie dem auch sei, wenn man sich für eine allgemeine empfehlung entscheiden muss, wie zum Beispiel der SAC, wenn er auf der Homepage ausrüstungsvorschläge macht, dann ist die empfehlung für feste Bergstiefel sicher besser, als die Empfehlung für Laufschuhe. schließlich kennt man ja, wie du sagst, den gegenüber in diesem fall nicht. Solange ich kann, würde ich aber garkeine empfehlung geben.
    Dass sich tatsächlich mehr leute in 'Turnschuhen' verletzen, als in Bergschuhen, mag mit deiner erfahrung übereinstimmen. aber schonmal was von selektiver wahrnehmung gehört? Würde mich sehr interessieren, ob sich das wissenschaftlich auch bestätigen ließe. Ich bezweifle es jedenfalls - egal wie viele beispiele man mir zeigen mag.
  2. Gefällt mir!
    amadeus hat eine Reaktion von piucore erhalten in Heftige Reaktionen auf UL-Themen   
    ach ja
    @becks: übrigens brechen sich leute auch auf der straße ihre knöchel, auf 0m Meereshöhe, ohne Matsch. Ich hab sogar mal so einen fußgänger, garnicht mal so alt, mit Unterschenkelbruch und starker fehlstellung in's krankenhaus gebracht. Deswegen würde ich aber nicht generell allen fußgängern dazu raten, mit bergstiefeln rumzulaufen (wenn ich dich richtig verstehe, setzt du dich dafür ein, dass beim wandern alle am besten stiefel tragen sollten). Laut einem mir bekannten Artz sind übrigens Knöchelbrüche, die beim tragen von wanderschuhen entstehen, üblicherweise sehr viel komplizierter als herkömmliche knöchelbrüche, und brauchen oft eine Operation. Außerdem werden die Knie und der rücken bei versteiftem Sprunggelenk um ein vielfaches mehr belastet als sonst. Noch dazu kommen faktoren wie zum beispiel die stack height vom schuh, also die dicke von der schuhsohle+innensohle. Je höher diese ist, desto größer ist die Hebelwirkung, und desto einfacher knickt man um. Die stack height von Bergschuhen ist üblicherweise so hoch, dass sie ohne knöchelschutz tatsächlich ungeeignet wären. ich selbst trage selten schuhe mit mehr als 1cm zwischen meinen füßen und dem boden - sonst ist mir die gefahr zu groß, umzuknicken.
    die sache ist eben nicht so simpel und eine allgemeingültige antwort gibt's wohl nicht. wer das gefühl hat, er braucht kiloschwere schuhe, um gehen zu können, soll das tun! viele sind glücklich damit und wollen nichts anderes, warum denen auch was aufschatzen? meine schuhe wiegen weniger als 200gramm und sind für mich mehr als genug, auch wenn das wetter dreimal umschlägt und es schneien kommt. da kann mir niemand einreden, dass ich gefahr laufe, mir die knöchel zu brechen. dafür habe ich einfach schon zu viele kilometer hinter mir, ohne überhaupt jemals umzuknicken.
    das ganze ist schon wieder ein bisschen off-topic. aber da haben wir's ja. konflikte entstehen, wenn man dem im anderen bot vorsagt, was gut und was schlecht ist. schuhe sind da ein gutes beispiel. schon so OFT hab ich von unerfahrenen milchtüten und auch (aber seltener) von bergführern gesagt gekriegt, dass das, was ich da trage, vielleicht für den stadtpark reicht, aber nicht für einen Berg. Ich denke, es geht vielen UL-leuten so, dass sie vorgesagt kriegen, ihre ausrüstung würde nichts taugen. Daher kommt vielleicht auch der Missionarsgeist. Wenn alle rundherum komplett anders denken, kann man ja kaum anders, als überzeugen zu wollen. Nur sollte man nicht den gleichen fehler selbst machen, und den anderen wiederum reinreden. eben leben und leben lassen. Wem 20kg auf dem rücken nichts ausmacht, viel wert auf komfort am lager legt und sein Zelt auch am Nordpol aufstellen können will, der soll die entsprechende ausrüstung tragen. und wer nicht trekken geht, sondern motorradfahren, segeln, bergsteigen, oder seinen acker bebauen, hat mit sicherheit ohnehin eine ganz andere vorstellung von UL, da hat man als außenstehender nichts mitzureden.
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    amadeus hat eine Reaktion von piucore erhalten in Heftige Reaktionen auf UL-Themen   
    ich habe keine generellen aussage gemacht, genau das gegenteil. als allheilmittel habe ich garnichts bezeichnet - nichtmal gedacht habe ich das. ich habe wiederholt betont, dass das einfache 3000er sind, und ich rate niemandem dazu, einfach mal seine schuhe auszuziehen und barfuß auf den nächsten berg zu laufen, bzw. in turnschuhen. drum die bemerkung mit den muskeln usw....
    Verletzungen gibts mit und ohne festen schuhen - ich habe mir jedenfalls noch nie welche barfuß zugezogen, wohl aber in schuhen.
    PS: steile, schlammige wege sind eine natürliche grenze von baren füßen, aber nicht von laufschuhen, ich bin nie ohne gut profilierte rückendeckung am berg. klar brechen sich leute ihre füße, übrigens auch in bergschuhen. ich seh das in erster linie als ein problem vom persönlichen zugang, und ein mangel an können. die leute gehen spazieren, schauen sich die landschaft an, tratschen dabei, und schauen nicht auf den boden. da sind verletzungen in allen arten von schuhwerk vorprogrammiert. anstatt die verletzungen auf die schuhe zu schieben, würde ich das den leuten meist selbst zuschreiben. Genau deswegen empfehle ich auch nicht einfach mal jemandem, in Turnschuhen oder barfuß wandern zu gehen. das ganze braucht jahrelange übung, und ohne diese ist die verletzungsgefahr hoch. aber für mich (und vielleicht nur für mich und für niemand anderen) sind laufschuhe in den meisten (allen?) fällen sicherer als bergschuhe. (jetzt mal abgesehen von gletscher&klettertouren)
    Hier in Norwegen sehe ich übrigens einen etwas anderen Zugang zu der Sache. Orientierungslauf ist hier sehr beliebt, und der findet meist in gelände statt, dass zumal weglos ist und sich an technischer schwierigkeit definitiv mit den Bergen messen kann, die ich kenne. Auf frischem schnee, auf blankem eis, durch sümpfe, die matschigsten hänge runter, die ich je gesehen habe... Die Leute sind extrem schnell (>12km/h), in leichtem schuhwerk unterwegs (oft inov-8) und verletzen sich kaum.

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