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Ultraleicht Trekking

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Beliebte Inhalte

Showing content with the highest reputation since 24.05.2019 in allen Bereichen

  1. 40 points
    LAUFBURSCHE

    Laufbursche - Genesungswünsche

    Servus Folks, Es gibt viel zu tun, es gilt mit vielen Baustellen gleichzeitig zu jonglieren aber wir kommen gut voran. Uns/mir geht es trotz des enormen Arbeitspensums im Zuge des Relaunches gut und wir freuen uns auf den Restart. Mit unseren besten Grüßen, Mateusz und Andrea picture by hrxxl
  2. 27 points
    Jonathan

    MYOG 3-Jahreszeiten Daunenquilt

    Hallo liebe UL-Community, dank eures geballten Wissens habe ich mich nach einigen Inlets, Packsäcken und schließlich Rucksäcken an ein finanziell aufwendigeres Produkt herangetraut: einen ultraleichten 3-Jahreszeiten Daunenquilt. Die grundsätzlichen Anforderungen an den Quilt waren, meinen im leider davongeflogenen Cumulus LiteLine 400 (780 gr. 2°C bis -4°C) zu ersetzen, dabei aber leichter und ein bisschen wärmer zu sein Aufgrund der einfacheren Befüllung und der Möglichkeit, Daunen nachträglich ein wenig verschieben zu können, habe ich mich für ein Karo-Baffle-Design entschieden. Als Anleitung wurde die von @Southern Flyer aus diesem Forum (Vielen Dank dafür !!!!!), sowie Youtube Tutorials von Dubber und Joe Brewer zu Rate gezogen Um ein ungewolltes Verrutschen der Daunen zu verhindern, habe ich wie @Southern Flyer 5 x 7 Karos genäht und für den Abstand zwischen diesen im Gegensatz zu @Southern Flyer (12cm) lediglich 8cm gewählt, sodass die Daunen tatsächlich nur schwer zu verschieben sind, genau wie ich es mir gewünscht hatte. Das Befüllen wurde dadurch jedoch auch deutlich schwieriger. Es war nicht möglich, die Daunen von Hand in alle Bereich zu stopfen. Stattdessen habe ich einen großen Müllsack mit den Daunen befüllt und diesen mittels eines Föns aufgeblasen, sodass die Daunen mit dem Luftstrom über ein an dem Müllsack festgeklebtes Papprohr direkt in den Quilt geleitet wurden. Durch den Luftstrom hat sich der Quilt extrem aufgeblasen, sodass die Kammeröffnungen maximiert wurden und die Daunen nach einiger Zeit überall hingeströmt sind. Die Inspiration dafür stammt ebenfalls aus diesem Forum, leider weiß ich gerade nicht mehr von wem, danke ihm/ihr aber für diese großartige Idee! Die Maße habe ich auf meine Größe (175 cm, 65 kg) angepasst und bin bei folgendem Design gelandet Als Materialien habe ich mich für das daunendichte 27g/qm Ripstop Nylon in dunkelgraublau (außen) und schwarz (innen) von ExTex als Hülle des Quilts, sowie das 25g/qm Polyamid Moskitonetz mit 155 Maschen/qcm von Extex entschieden Da ich, wenn ich schon den MYOG Aufwand betreibe, auch das bestmögliche Ergebnis erhalten will, habe ich die 860 cuin Daune von ExTex gekauft (2 x 250gr. Packung) Als Bafflehöhe habe ich 6,5cm (Naht zu Naht) gewählt, um einen Temperatur Bereich von Komfort -1°C bis Limit -7°C anzupeilen. Inkl. Nahtzugabe schnitt ich 9cm hohe Baffles aus, da ich bei jedem Baffle alle 4 Seiten einmal umschlug und vernähte, um sicherzustellen, dass diese niemals ausfransen werden. Um den Nahtabstand von 6,5 cm perfekt einhalten zu können, bog ich mir eine Büroklammer zurecht, die ich am Nähfuß befestigen konnte und die mir so immer den perfekten Abstand anzeigte Um ca. 20% Overfill zu erhalten verwendete ich genau 400gr. Daunen (860 cuin) Als Garn habe ich den schwarzen Alterfil 100 und den blauen Gütermann Allesnähgarn Farbe 68 verwendet. Wenn ich den dunkelgraublauen und schwarzen Stoff miteinander vernäht habe, habe ich entsprechend auch den schwarzen und blauen Garn als Unter bzw. Oberfaden verwendet, sodass jede Seite des Stoffes ihre passende Garnfarbe erhalten hat. Damit das Ergebnis dabei ansehnlich wurde, musste die Fadenspannung sehr genau eingestellt werden, was aber sowieso meine Absicht war. Dazu habe ich spaßeshalber einige Teststücke mit verschiedenen Fadenspannungen unter dem Mikroskop betrachtet und konnte so genau erkennen, bei welcher Spannung sich die Verschlingung der beiden Garne am mittigsten positioniert. Dies ist aber keineswegs notwendig und führt wahrscheinich auch nur zu marginalen Verbesserungen Die Fußbox gestaltete ich mit 3 von 7 Baffles relativ lang, da mir ein möglichst gutes Wärme-Gewichtsverhältnis wichtiger als die Bewegungsfreiheit/Flesxibilität war Zur Befestigung des Quilts auf meiner TAR XLite mittels @Stromfahrers Knopflochgummi-Methode nähte ich auf jeder Seite des Rückenbereichs 3 kleine Gummibänder von ExTex mit entsprechenden T-Stoppern an. Die Enden der Bänder nähte ich dabei nicht direkt aufeinander, sondern V-förmig nebeneinander um die Zubelastung auf die doppelte Nahtlänge in dem dünnen Stoff zu verteilen Am Fußende nähte ich ein unelastisches Band als Schlaufe zum Aufhängen ein. Dies platzierte ich dort, wo die Fußbox zusammengenäht wurde, da dort 12(!) Stofflagen (4 jeweils doppelt umgeschlagene Stoffkanten) übereinander sind. Diese "Fußboxverbindungslinie" ist somit sehr stabil und überträgt die Zugkraft gleichmäßig in die restliche Hülle. Dort, wo die Fußbox endet, ist ein elastisches Dreieck (aus 50mm breitem elastischen Band von ExTex ausgeschnitten) eingenäht, um diese Stelle zu entlasten Am Kopfende nähte ich einen Kanal für eine elastische Gummischnur mit 3mm Durchmesser von ExTex ein, den ich am Ende offen lies (die Schnur wurde dort mittels Knoten gesichert), um die Schnur bei Bedarf austauschen zu können. Für die Position des Tankas berücksichtigte ich @Southern Flyers Tipp, diesen nicht mittig sondern etwa bei 1/4 der Breite anzubringen, damit er nicht im Gesicht herumhängt Für den Verschluss am Kopfende wählte ich einen Druckknopf, damit der Quilt am Verschluss überlappt und keine Lücke bleibt. Die Knopfkomponenten wurden dort eingepresst, wo der Stoff durch die Umsäumung und den Kordelkanal 8-lagig ist, um ein ausreißen zu verhindern. Aus dem selben Grund wurde der Knopf mit leichter Haftkraft (von ExTex) gewählt. Das Gesamtgewicht beträgt 606 Gramm. Dabei entfallen 206 Gramm auf die Hülle inkl. Befestigung, Gummikordel am Hals und Aufhängeband am Fußende Der Loft der 400gr. 860 cuin Daune ist wirklich beeindruckend! Auch der Aufbewahrungssack des Cumulus LiteLine 400 wird merkbar stärker ausgefüllt als durch den Cumulus, der ebenfalls 400 gr. Daune (850 cuin) hatte Genäht habe ich den Quilt mit meiner Pfaff IDT 1209 mit Obertransport, ohne den mir die Verarbeitung des dünnen Stoffes so nicht möglich gewesen wäre Ich habe bereits zwei Probenächte in dem Quilt bei einer Außentemperatur von 0 bis 2°C im Garten bei Sternenklarer Nacht ohne Shelter verbracht. In der ersten Nacht habe ich einiges an Zugluft reinbekommen, da ich die Befestigung an der Isomatte noch nicht hatte und bin deswegen vorzeitig reingegangen. In der zweiten Nacht mit Isomatten Befestigung lies es sich bis etwa 3 Uhr in Unterwäsche in einem Nylon Inlet gut schlafen. Dann bin ich jedoch aufgewacht, da alles ziemlich klatsch nass und teilweise eine Eisschicht auf dem Quilt war In dieser Nacht war mir bis zum Feststellen der Feuchtigkeit nicht kalt, jedoch fand ich, dass der Halsbereich nicht perfekt abschließt: Dort habe ich schon mal ein wenig kalte Luft gespürt und überlege deswegen, noch einen "oversized" Wärmekragen anzunähen. Geplant ist ein Schlauch von 10-12 cm Durchmesser am oberen Ende anzuähen, der mit etwa 30 bis 40 gr. von der restlichen Daune befüllt werden soll und so etwa 50 gr. mehr Gewicht bedeuten würde. Was meint ihr zu dieser Idee?
  3. 18 points
    Guten morgen, da mein kurzentschlossener spontan Overnighter bei mir um die Hausecke komplett anders lief wie geplant dachte ich mir, ich lass euch teilhaben! Ich dachte mir gestern, ne nochmal so schwitzen im Bett bei der Hitze des mach ich heute nicht nochmal....ich geh nen paar Meter und suche mir ein tolles Outdoorplätzchen mit Aussicht auf mein beschauliches Dorf. Gesagt getan! In 5min waren die Sachen gepackt...Uberlite, Groundsheet, 150er Quilt und meine heiß geliebte Penntüte den guten Helium Bivi von OR. Nen paar Heringe und Kleinkram....lets do it! Warum den bivi bei so nem Wetter? Keine Ahnung...ich lieb ihn einfach irgendwie. Ich mag es drin zu pennen. Es wird ja eh nicht regnen, aber ich hatte Bock drauf..also nahm ich ihn mit! Ich suchte also mir ein beschauliches Plätzchen keine 1km Luftlinie von meinem eigentlichen Schlafzimmer entfernt auf einer Anhöhe. Wunderbar? Hier durfte ich noch schnell die doch sehr schräge Fläche noch etwas begradigen. Es war sehr heiß, mir lief der Saft hinten runter..es sollte eine beschauliche ruhige und warme Nacht werden ohne besondere Vorkommnisse. Oder? Also alles fertig in die Penntüte reingestopft, die Isomatte aufgepumpt legte ich mich um 22:30h nach Lektüre des Spiegels in meine Falle und sah ganz in der Ferne tolle Blitzformationen in den Wolken, die mich so langsam in den Schlaf wiegten. Kann es besser sein mit Blick auf sein Dorf, bei bestem Wetter zum einschlafen ein Gewitter aus der Ferne anzusehen? Friedlich und zufrieden atmetete ich die frische Luft ein und schwang mich ins Lummerland. Das Gewitter zog von dannen...dachte ich! Was war jetzt los? Augen auf....ich lag im Bivi...klar offen und es regnete! Aber wie! Das waren keine Tropfen, das waren kleine Wasserbomben die da auf mich herabfielen!! Was? Regen? Heute? Naja wegen mir...zum Glück hatte ich den Bivi....ich sendete ein Dankesgebet gen Himmel.... Also Bivi zu 60% leicht zugemacht...ist nur nen Schauer.....reichte aber nicht...es wurde mehr und mehr und heftiger und die Suppe lief so heftig am den Bivi runter. Okayyy.... ALTAAA!!! WTF? Über mir entlud sich eine Wolke....die hatte es anscheinend bitter nötig...es schiffte wie aus Eimern! Ein Platzregen von allererster Güte entlud sich über mir! Also Bivi komplett zu...arghhhh...was nun schon wieder? Der Reißverschluß klemmte so heftig, dass ich mich nachts aufsetzen musste (es schiffte übrigens noch immer heftig, sagte ich das? ) , die Stirnlampe rauskramen musste (die schön verpackt im Rucksack zu meinen Füßen lag ) um den Reißverschluß zu befreien...also während dem Regen rausgekrabbelt, Rucksack irgendwie schnell hervorgekramt, Stirnlampe rausgefriemelt, Rucksack wieder zu und wieder ans Fußende reingestopft ....diese Aktion sorgte dafür das ich nun prima wach war. So war das aber nicht geplant! Wirklich nun? Im Ernst Leben? JA! Es war mir jedoch egal. Ich wusste: In dem Bivi kann die Welt untergehen, ich bleibe trocken und warm. Mir doch egal! 10k Wassersäule, Ohrstöpsel und meine MYOG Augenklappe ließen mich mit diesem Gedanken friedlich weiterschlummern. Ich erwachte gegen 6h. Bekam aber nachts beim umdrehen immer wieder mit...es war kein Platzregen sondern es regnetet heftig wirklich nun seit Stunden. Von wegen alles still und ruhig und so...ihr erinnert euch? Ich machte den Bivi auf, drehte mich und bekam gleich ein HAllO WACH! Es hatte sich bedingt durch eine komplette Nacht im vollständig geschlossenem Bivi so extrem viel Kondenswasser gebildet das ich dies als erste Dusche direkt in mein Gesicht bekam. Prima! So kann der Tag starten! Es war alles nass innendrin vom Kondenswasser! Nicht feucht nein NASS, vor mir im Atembereich war eine regelrechte Pfütze in der meine Powerbank lag. Läuft bei mir! Aber das wusste ich vorher und war mir auch klar. Das Ding ist nix für Touren bei denen man auf sein Material angewiesen ist. Ich hatte es warm und trocken. Der Quilt war durch das Kondenswasser nur noch ein Schatten seiner selbst. Loftverlust mindestens 50% im oberen Bereich. Die gesamte Oberfläche war klatschnass! Es war schlimmer als das Bild erahnen lässt. Ich lag mit dem Bivi im eigenen Saft: Der Blick auf mein Dorf war Wolkenverhangen: So sah das ganze dann morgends aus: Das zusammenpacken war dann nochmal ein Abenteuer für sich, aber ich nahm es mit Humor, Bivi umgedreht damit das Wasser rauslaufen kann (es war als ob man eine Wasserflasche entleert!) alles Zeug inkl. in den Bivi gestopft, Bivi zugemacht und unterm Arm das gesamte Pack inkl. Quilt 1km nach Hause getragen. Sah bestimmt lustig aus! War es auch! Das Groundsheet und der Quilt dürfen nun im Heizungskeller bisserl entspannen: Jedoch war es eine absolut geile Erfahrung mal wieder! Bin ja bekennender Schlechtwetterfanatiker, aber hätte ich gewusst das das Leben so abhaust in der Nacht hätte ich natürlich das Tarp genommen. Es ist einfach geil, wenn das Wetter so richtig abhaust draußen zu schlafen und zu wissen...es ist einfach egal was passiert...man bleibt warm und trocken! Da die Stelle absolut unberührt ist an der ich nächtigte gibts das jetzt öfter! Getreu nach dem Motto: Raus und machen! Schönen Sonntag euch allen!
  4. 18 points
    rentoo

    Soonwaldsteig - 5 Tage im Hunsrück

    Ende Mai, Anfang Juni 2019 bin ich den Soonwaldsteig mit einem Freund gegangen. Die ca. 85 km sind wir in 5 Etappen, mit 4 Übernachtungen gegangen. Da es offizielle Übernachtungsplätze gibt, die erste Nacht sogar auf einer prächtigen Burgruine, gab es absolut keinen Grund für Stealth Camping, zumal ich den Trend, offizielle Trekkingplätze zur Verfügung zu stellen, absolut unterstütze. Ich bin sehr glücklich, den Hunsrück, dessen Landschaftsbild stets zwischen schroffer und liebreizender Schönheit wechselt, kenngelernt zu haben. Auf- und Abstiege können teilweise ganz schön heftig sein, aber wie so oft, wird jede Anstrengung mit bezaubernder Landschaft und Aussichten belohnt. Viel Spaß beim Lesen dieses Reiseberichts. Lieber Gruß Rentoo Anreise Nach der Anreise mit dem Auto, das in Bingen am Rhein geparkt wurde, ging es mit der Bahn nach Kirn, wo der Startpunkt liegt. Die Zugfahrt dauert eine gute Stunde. Da es mittlerweile bereits gegen Nachmittag ging, sind wir nicht sofort auf den Trail gegangen, sondern haben in Kirn auf einem Campingplatz übernachtet, der ca. 3 km vom Beginn der ersten Etappe entfernt liegt. 1. Etappe Frisch gestärkt und bestens gelaunt konnten wir uns auf die erste Etappe stürzen. Da alle Übernachtungsplätze vorab gebucht und bestätigt waren, hatten wir keinen zeitlichen Spielraum und mussten uns an die vorgegebenen Etappen halten. Dies war aber selbstverständlich kein Problem, da die Tagesetappen bei der 5-Tages-Variante so zwischen 15 und 20 km liegen. Leider hat man bei der ersten Etappe noch nicht so richtig das Gefühl in der Natur zu sein, da man immer wieder Zivilisationsgeräusche, meist Motorräder und Autos wahrnimmt. Dennoch gibt es selbstverständlich sehr schöne Ecken. Das Tages-Highlight für mich war allerdings die Übernachtung auf der Schmidtburg. Dort hat übrigens auch der Schinderhannes gelebt. Den Übernachtungsplatz muss man gesondert von den Trekkingplätzen buchen. Der Burgvogt, ein netter älterer Herr verlangt 2,50 Euro pro Person. Mehrere Toiletten und Wasserstellen sind auf der Burg verteilt. Übrigens habe ich so einige nette Menschen dort kennengelernt. 2. Etappe Der 2. Tag auf dem Steig hat mich dann wieder richtig versöhnt. Endlich hatte ich das Gefühl so mitten in der Natur und ganz weit weg von der Zivilisation zu sein. Interessant ist, dass man auf dieser Etappe längere Strecken über Wege läuft, auf denen unzählige Steinbrocken liegen. Auch einige Geröllfelder sind zu überqueren. Der Tag hat echt Spaß gemacht. Ich weiß nicht, welche Hormone da bei mir ausgeschüttet wurden, aber ich hätte vor Begeisterung platzen können, so großartig war der Weg. Am Trekkingplatz angekommen, wurde aufgebaut und dann haben wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen. 3. Etappe Am 3. Tag wechselte die Landschaft von ihrer schroffen Schönheit in eine doch eher sanfte und liebreizende Seite. Ich habe mich mit dem Filmen und Fotografieren kaum bremsen können. Hier stelle ich einen typischen Trekkingplatz vor. Gut versteckt findet man ihn nur durch Zufall, oder wenn man ihn gebucht und gezahlt hat, denn dann erhält man die Koordinaten. Selbst Trail Magic gab es. Auf beiden Plätzen hatten die Verantwortlichen Wasserflaschen bereitgestellt, die man für einen Euro pro Flasche kaufen konnte. Da Wasser wirklich Mangelware ist, haben wir uns doch sehr darüber gefreut. 4. Etappe Der 4. Tag der Etappe war ziemlich darauf ausgelegt, Strecke zu machen. Selbstverständlich sind wir auch an diesem Tag durch eine atemberaubende Landschaft gegangen, doch leider waren große Teile davon mit Windrädern „verschandelt“. Nicht dass hier der Eindruck entsteht, dass ich nicht auf alternative Energiegewinnung stehe, aber Windräder zeigen einem eindeutig, dass die Zivilisation nicht weit entfernt ist. Die letzte Übernachtung fand nicht auf einem Trekkingplatz statt, sondern an der Lauschhütte, einem bewirtschafteten Wald-Ausflugslokal mit Klettergarten, Bogenschießen und einem Zeltplatz. 5. Etappe Die nun letzte Etappe führte uns wieder nach Bingen am Rhein. Zuerst dachte ich, dass hier die Landschaft in den Hintergrund tritt und stattdessen Strecke machen angesagt ist, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Denn noch bevor man den Rhein zum ersten Mal sieht erinnert der Soonwaldsteig noch einmal ganz deutlich daran, dass es sich lohnt, ihn zu laufen. Da ausgerechnet an diesem Tag Vatertag war, waren selbstverständlich viele Menschen unterwegs. So einige Einladungen auf ein Bier konnte ich nicht ablehnen, was dazu führte, dass ich die letzten Kilometer bis zum Bahnhof ziemlich getorkelt bin. Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich. Fazit Ich bin richtig glücklich, den Soonwaldsteig gegangen zu sein. Der Mangel an natürlichen Wasserstellen wird durch das Netz offener Wasserhähne ausgeglichen. Wer plant, den Steig zu gehen sollte sich unbedingt auch die GPX-Datei mit den angebotenen Wasserstellen herunterladen. Ich empfehle dafür zu sorgen, dass man mindestens immer 3 liter Wasser dabei hat. Alle Infos zum Steig findet man unter www.soonwaldsteig.de. LG rentoo
  5. 18 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    Mi 22.05.2019: Von San Demetrio ne'Vestini nach Carporciano 500/320m, 4h15 (laut Buch) Nach ca. 26 Stunden komme ich in L'Aquila an. Der Nachtzug hat nur 75 Minuten Verspätung. Ich habe von meinen mitreisenden Damen - eine deutsche Studentin, die in Perugia studiert und eine ältere Dame, die auch häufiger den Nightjet München - Rom nutzt, gehört, dass das ganz normal sei. Umgekehrt sind es meist 2 - 3 Stunden. “Nutzt man die italienischen Nachtzüge, kann man fast umsonst fahren”, erzählt die Studentin, “man kriegt aufgrund der Verspätung meist so viel Geld wieder… Aber sonst ist die italienische Bahn sehr pünktlich." Na gut, dass wir das geklärt hätten. Wie dem auch sei, ich muss einen späteren Flixbus nehmen und als ich in L'Aquila etwas außerhalb ankomme, stelle ich fest, dass ich den angepeilten Bus nach San Demetri nicht kriegen werde, außerdem ist der Weg zum Busbahnhof relativ weit. Ich entscheide mich schnell für ein Taxi. Will endlich laufen und heut noch bis Caporciano kommen. Habe im Agriturismo 4a reserviert, das Essen klang einfach zu gut im Wanderbuch. In San Demetrio angekommen, kaufe ich mir noch nen kleinen Snack (2 Stück Pizza auf die Hand) und lasse den Pizzabäcker mal im Glauben, dass ich für ein Pärchen einkaufe... Hatte ich gestern noch befürchtet, ich könnte frieren, so hab ich mir heute so schnell wie möglich so viele Klamotten wie möglich vom Leib gerissen. Wetterbericht sagte was von 17/18 Grad, aber in der Sonne ist es erstaunlich warm. Ein Mix aus Sonne und Wolken, "nicht ganz echt", wie man in meiner Ursprungsregion sagen würde, was so viel heißt, wie, "da könnte noch was kommen" (Regen...). Aber ich mache mir keine Gedanken. Erstmal ist alles gut. Ich bin happy, bald in schöner, ruhiger Natur zu sein. Kurz nach San Giovanni geht es auch schon auf eine tolle Hochebene mit schönen Ausblicken zur einen wie zur anderen Seite, unter anderem kann man die Berge des Gran Sasso Massivs sehen. Dort hat es im Mai wohl noch ordentlich geschneit. Es geht weiter auf der “Tratturo Magno” Richtung Peltuinum (Überreste einer bedeutenden antiken Provinzstadt). Mitte September zogen früher die Schäfer mit den Tieren nach Apulien oder in die römische Campagna um dort zu überwintern. Erst im Mai, wenn die Weiden schneefrei waren, kamen sie zurück. Da die meisten Männer mit den Schafen unterwegs waren, waren die Bergdörfer in dieser Zeit stark von der weiblichen Bevölkerung geprägt. Problematisch wurde es, wenn Kinder in nicht “legitimen” Zeiten geboren wurden... Diese "Schäferautobahn" fand ich erst ganz schön zu gehen, irgendwann muss ich dem Autor des Wanderbuchs jedoch zustimmen, dass kleine Pfade, die nach Kurven überraschen, etwas anderes sind. Hat mir aber trotzdem gefallen. Schäfer und Schafe gibts an diesem Tag übrigens auch zu sehen. Trinkpause beim alten römischen Theater, dann geht's irgendwann Richtung Bominaco und weiter nach Caporciano. Heute schlafe ich im Agriturismo 4a benannt nach den 4 Kindern Antonio, Antonella, Andrea und Annalisa. Ich bin der einzige Gast. Der offene Kamin knistert zur Abendbrotzeit und ich bekomme unglaublich viele leckere Antipasti, eine Pasta mit Safranblüten, irgendein Fleisch mit den Montepulciano der Abruzzen zubereitet und mindestens drei dolci. Nicht zu vergessen, einen Kräuterschnaps nach den Antipasti und eine Schnapsauswahl hinterher... Das Schönste: Antonio der (Vice?)-Bügermeister (87!) leistet mir Gesellschaft. Er ist nach dem Krieg nachts mit Schleppern über die Berge nach Frankreich gegangen, um dort Arbeit zu finden. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat er im Kohlebergwerk gearbeitet und auch andere Jobs gemacht (Brückenbau?). Ein ganz netter alter Mann. Die Familie (Kinder, Enkel) lebt in Frankreich. Ich freue mich sehr, ein bisschen mit Antonio plaudern zu können. Und er freut sich anscheinend, zuzusehen, wie ich alles hemmungslos aufesse, weil alles wahnsinnig lecker ist und ich großen Hunger habe. Natürlich fragt mich Antonio (wie das meist in Italien der Fall ist), warum ich alleine wandere, er hat aber schnell sinngemäß hinterhergeschoben: besser gut allein, als in schlechter Begleitung (“Meglio soli che male accompagnati”). Sehr schön. Muss ich mir merken. Wir plaudern auch über die seltenen Bären (orsi) oder die häufigeren lupi (Wölfe), die wohl im Winter hier auch dicht ans Dorf kommen, weil das Essen hier so gut ist (naja oder das Futter im Wald dann mau), aber die Leute sind da sehr entspannt. Danach gehe ich tiefenentspannt in mein rosa Zimmer... und mein viel zu weiches Bett - im Gegenteil zu der harten Nightjet-Pritsche... aber nach den ersten paar Stunden auf den Beinen, dem guten Essen, dem Rosso und dem ein oder anderen Kräuterschnaps kann ich überall gut schlafen.
  6. 16 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 1 Die Nacht war sau kalt. Und früh zu Ende – und um es vorwegzunehmen, das sollte mich die nächsten Wochen begleiten. Es nieselt, es ist grau, es ist kalt, lets start a thruhike! Vorher noch einen Abstecher zu Dänemarks kleinsten Grenzübergang. - Wie sich zeigt, als in dem traurigen Dead-End im Wald stehe als Trailhead sehr viel besser eigenen würde (wie gesagt das foto zeigt nicht den trail head ) Also wieder zurück nach Flensburg. Nett hier. Durch Gewerbegebiet. Dann viel viel Asphalt. Knicks und Redder (In Hecken eingefasste Wege) ein paar Hügelgräber bei Oeversee mein erster See. Füsse rein saukalt. Die Ersten Moore und der erste Regen. Nach 38km ca. bei Idstedt ne Hütte gefunden- in der zogs wie Hechtsuppe... doch kein Pennplatz also weiter. Idstedter See auch nicht so gut, irgendwo im Wald hinter einem alten Bundeswehr Depot schöne Stelle, schnell aufgebaut, müde keinen Bock mehr. Naja hat die Nacht geregnet, ich hab loosy aufgebaut, also ich nass und kaum geschlafen. Tag 2 Nach Schleswig rein. Im Schlosspark frühstücken und Klamotten trockenen. Schönes Schloss. Um die Schlei Richtung Haithabu gelaufen- voll schön das Hadeby-Noor. Wilde Wolken jagen über den Himmel. Ins Selker Noor stelle ich meine Füsse und komme mir wie der erste Mensch vor. Danach: Knicks und Redder- also von den Rapsfeldern in voller Blüte sehe ich nicht immer was... Viel Feldwege mit Beton, Radwege...bei Brekendorf sowas wie Hügel! Schön ich assoziere direkt wild und denke Odenwald!. Am Rammsee einem Toteisloch aus der letzten Eiszeit schlage ich einer Hütte mein Nachtlager auf. Ich Nutze ja meine Waterbladder als Kopfkissen: die Nacht wird durch ein nasskaltes gefühl am Ohr unterbrochen - Bladder undicht. Alles was als Bezug drumgewickelt war (Puffy und Hose) nass... hachja lustig ist das thruhikende Dasein... Tag 3 Bis Osterby niks besonderes: Knicks und Redder, viel Asphalt, die Hügel um Brekendorf habe ich im Morgennebel hinter mir gelassen. In Osterbey ist der Besitzer des Edeka so nett und macht trotz Mittagspause wieder auf, schenkt mir noch überreife Bananen – Trail Magic! Eckernförde kündigt sich durch das Windeby-Noor an... wenn das irgendwas mit Wind zu tun hat, dann machts dem Namen alle Ehre. Resupply in Eckernförde. Epische Strandphotos gemacht kruz aufs Wasser geguckt. Tief Durchgeatmet. Mein erstes Mal an der Ostsee. Weiter raus und dann in der güldenen Abendsonne die Steilküste entlang- epic! Auf der suche nach einem Pennplatz irgendwann fündig geworden – direkt am Wasser ging nicht: Viel zu windig.
  7. 14 points
    TappsiTörtel

    Wind- und Bugbivi

    Für die Tour über Pfingsten mal noch ein Bivi gehäkelt, soll aber generell für alle Jahreszeiten gegen Wind und Mücken dienen in Kombi mit dem Tarp. Vom Messen, Zuschneiden bis zum fertigen Teils hats dann doch zwei halbe Tage gestern und heute gebraucht. Bin aber zufrieden. Material Boden: 60g Zeltboden ExTex Material oben: 40g kalandriertes Nylon ExTex, franselt ein wenig, am besten die Schnittflächen abflammen mit Feuerzeug Moskitonetz, das festere engste Extex 120cm endlos Zipper, Dynemaschnur, 2 Minikarabiner Breite Kopfende: 80cm Breite Fußende: 60cm Höhe Kopfende: 55cm Höhe Fußende: 40cm Länge: 210cm Gewicht: 344g incl. Schnüre und Karabiner Hatte auf knapp um 300g gehofft, bei der Geräumigkeit aber ok, sollen auch im Winter mal die Schuhe etc. mit rein ... Den RV kann man natürlich von außen und innen öffnen, am Kopfende kann das Bivi von innen mit Schnur und Tanke runtergelassen und hochgezogen werden.
  8. 13 points
    Wenn du deinen Schlafplatz bei mir in der Gegend so hinterlässt lassen Sie dir noch die Wahl ob du die Kugel in das Gesicht oder in den Hinterkopf möchtest.... nimmst du eine Schaufel mit?
  9. 13 points
    Mars

    5 Tage auf dem Jura Crest Trail (Schweiz)

    Der Jura Crest Trail ist eine von «Schweiz Mobil» ausgeschilderte Route (Nummer 5). Sie führt von Zürich nach Genf und ist 320 km lang. Die Route beginnt entweder in Nyon am Genfer See oder im absoluten Wanderhotspot Dielsdorf in der Nähe von Zürich. Um es etwas banaler auszudrücken: Die landschaftliche Schönheit der Route von Dielsdorf bis nach Hauenstein hält sich in sehr engen Grenzen. Wer unbedingt Meilen fressen will, kann das machen, aber es ist ungefähr so spektakulär wie die letzten 3 Meilen des PCT. Niemand würde diese Meilen gehen, wenn nicht das Monument oder das Ende des offiziellen PCT nach diesen drei Meilen verortet wäre. Ich bin also am 29. Mai 2019 in Hauenstein gestartet – ich habe den ganzen Trail schon letztes Jahr und zuvor durchwandert. Militärhistorisch interessierte finden am Wegesrand Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Diese Bunker haben glücklicherweise niemals eine Schlacht erlebt und objektiv gesehen, wären sie wohl ziemlich nutzlos gewesen. Frankreich hatte schon vor der Entstehung dieser Bunker gewaltige Anlagen gebaut, die sogenannte Maginot-Linie. Die Wehrmacht umging diese Anlagen durch Nachbarländer und eroberte in der Folge Teile Frankreichs. Es gibt zwar mehrere Tausend dieser Bunker in der ganzen Schweiz, aber sie hatten eben allenfalls psychologische Wirkung. Die Route führt ab Hauenstein auch über eine während dem ersten Weltkrieg von der Armee erbaute Strasse, damals beschloss die Schweizer Regierung die Grenzen zu besetzen. Glücklicherweise wurde die Schweiz auch während dem ersten Weltkrieg von kriegerischen Handlungen verschont, jedoch starben viele Soldaten während dieser Besetzung an der Spanischen Grippe. Die Schweizer Armee ist nicht unbedingt die schnellste Truppe, als die Nutzlosigkeit der Maginot-Linie längst feststand, bauten die wackeren Schweizer z.B. Bunker mit Drehtürmen auf dem Gotthard, die dann 20 km weit feuern konnten. Panzersperren, hierzulande liebevoll Toblerone genannt, begegnen einem denn auch auf der ganzen Route. Grundsätzlich gibt es zu allen Panzersperren immer auch Bunker. Es ist ein netter Zeitvertreib, diese Bunker im Gelände zu suchen. Bei schönem Wetter kann tatsächlich atemberaubende Aussicht in die Schweizer Alpen genossen werden. Das Panorama ist wunderschön und natürlich gibt es immer wieder Panoramatafeln, damit man diese Gipfel dort auseinanderhalten kann. Der Weg verläuft ungefähr zwischen 1000 und 1400 m über Meer und die Landschaft ist ziemlich offen. Typische Juraweiden eben. Unter der Woche trifft mensch dort oben keine Sau, obwohl das Schweizer Mittelland nur einen Steinwurf entfernt ist. Dafür schon mal ganze Familien von Gämsen. Diese sind sich Wanderer gewohnt und je nach Situation heben sie nicht mal den Kopf. Es hat Füchse und Rehe, jedoch im Jura keine Murmeltiere. Der Boden ist ab und an aufgegraben, so wie dies nur Wildschweine tun können. Diese Spuren können auch aussehen wie vor fünf Minuten angelegt. Wildschweine sind jedoch einem hohen Jagddruck ausgesetzt und entsprechend scheu. Die Begeisterung der Bauern ob den Wildschweinen hält sich ebenfalls in Grenzen. Falls man in der Nacht unterwegs ist, lohnt sich allenfalls die Anschaffung einer sehr starken Stirnlampe (über 750 Lumen). Damit habe ich schon Luchse gesehen. Unter Wanderern hält sich dafür die Begeisterung ab den vielen Kühen ggf. in Grenzen. Die Wanderwege verlaufen oftmals durch die Kuhweiden. Schweizer Bauern sind keine Freunde der Traurigkeit, sie neigen dazu ihre Kühe auch bei regnerischem Wetter auf den Weiden zu lassen. Entsprechend sieht die Weide danach aus. Es gibt durchaus ein paar Stellen, wo der geneigte Wanderer durch einen Kuhsumpf wandern darf. Aus Kostengründen werden die Kühe übrigens nicht auf «Leave No Trace» trainiert und sie hinterlassen ihren Dung halt da wo sie gerade sind oder auch während dem Schreiten. In der Schweiz ist die Mutterkuhhaltung populär geworden. Aus Tierschutz-technischer Sicht klar begrüssenswert, jedoch gab es dadurch auch schon tödliche Unfälle. Mutterkühe verteidigen ihren Nachwuchs, es kann eine sehr dumme Idee sein, ein schnuckliges Kälblein streicheln zu wollen. Kühe trampeln und sind über eine halbe Tonne schwer. Am ersten Tag bin ich also ungefähr 30 Meilen weit gewandert und danach aus Temperatur-Gründen ein wenig Richtung Tal gegangen. Übernachtet habe ich mit Hilfe eines Tarps mit dem klingenden Namen «Starlight two» der englischen Unternehmung Lightwave. Dieses Tarp hat Ösen aus Metall (nicht wirklich leicht) und wird mittlerweile zu Mondpreisen angeboten. Aus purem Sadismus ist die ohnehin wilde Form nicht symmetrisch. Dies hebt die Stimmung nach einem langen Wandertag ungemein und ist auch in der Dunkelheit sehr praktisch, da man fast eine App benötigt, um dieses Teil sinnvoll aufzuspannen. Dazu habe ich den Enlightened Equipment Bivaksack verwendet. Schlafsack kam von Yeti aus Deutschland. Zwecks Hebung des Komforts in nie dagewesene Höhen habe ich zudem eine 4 mm Schaumstoffmatte von Expeed verwendet (die ich mir zurecht geschnipselt habe). Damit schlafe ich das ganze Jahr, Zuhause aus ästhetischen Gründen mit einem weisen Leintuch darüber. In der ersten Nacht wurden diese leider etwas feucht und die Kälte drückte ein wenig durch. Es gibt schlimmeres. So machen wir das in der Schweiz: Die Antenne auf dem Berg unter den Wolken ist der Chasseral. Am zweiten Tag standen erneut 30 Meilen auf dem Programm, vom Grenchenberg ging es über den Chasseral und danach durch eine Schlucht hinunter ins Tal. Diesmal war es trocken, zur Sicherheit habe ich aber trotzdem zwei grosse Plastiksäcke unter meine Komfortmatte gelegt. Schon besser. Am dritten Tag stand der Vue des Alpes und der Creux du Van auf dem Programm, diesmal waren es 37 Meilen. Der Creux du Van ist eine grosse Touristenatraktion, selbst ungeübte Wanderer erreichen diese halbkreisförmige, 160 m hohe Felswand von einem nahegelegenen Bahnhof aus oder sie können sogar mit dem Wagen bis auf einen Kilometer nahe heranfahren, es gibt ein Restaurant. Während meines Aufstiegs sah ich durch die Bäume einen Helikopter der Rettungsflugwacht REGA. An diesem Ort bedeutet dies leider überhaupt nichts Gutes. Jemand hatte ein Selfie von sich machen wollen und war ausgeglitten. Jede Hilfe kam zu spät. Am Creux du Van lebt auch eine Kolonie von Steinböcken, sie zeigen sich jedoch nur bei einigermassen ruhigen Verhältnissen. Nach dem Creux du Van folgte eine längere Strassenwanderung, ich kam an einer Rolle mit schwarzer Plastikfolie vorbei. Du sollst nicht stehlen, jedoch fand ich abends beim Aufbau meines Nachtlagers ein zweckmässiges Stück von ebenfalls schwarzer Plastikfolie in meinem Atompacks Rucksack. Ich bitte um Verständnis, dass ich mich nicht genau an jede Begebenheit erinnern kann. Am nächsten Tag ging es dann durch das malerische St. Croix und das nicht minder malerische Valorbe zu meinem letzten Camping in der Nähe von Le Pont am Lac de Joux, wieder 30 Meilen. Während diesem kurzen Hike habe ich auch andere Wanderer mit Zelten gesehen. Leider waren alle aus meiner Sicht ziemlich überladen. Wandern mit mehr als 20 kg am Rücken würde mir jedenfalls keinen Spass bereiten. Dazu kamen immer sehr schwere Wanderschuhe, welche vernünftiges Vorankommen verunmöglichen. Ja, der Weg ist steinig und nicht immer sehr flach aber mit diesen Schuhen legt man seine Fussgelenke mehr oder weniger still. Dadurch verzichtet man auf die Möglichkeit, Schläge und Druck auf mehr Gelenke zu verteilen. Aus Angst vor Misstritten überlädt man so seine Knie. Dazu kommt der offenbar seltsame Humor gewisser Schweizer. Hilleberg gilt als non-plus-ultra, aber nicht etwa die immer noch viel zu schweren Einpersonen Zelte, sondern die schweren, sechspfündigen Tunnelzelte. Es gibt tatsächlich Leute, die müsste man im Interesse der Allgemeinheit vor sich selber schützen. Knieoperationen sind kostspielig. Wichtig: Wasser. Ich empfehle ständig 2.5 Liter dabei zu haben. Es gibt immer weniger Kuhweiden und damit immer weniger Möglichkeiten an Wasser zu kommen. Es gibt nur noch ganz wenige offene Brunnen, da die Bauern auch Wasser sparen müssen, meist sind es nur noch Tröge mit Pumpen. Diese schalten sich aus, wenn der Trog voll ist. Falls einem das Wasser ausgeht, muss man also Wasser aus diesen Trögen nehmen und dies sollte man dann wirklich filtern, weil die Kuh steht dann daneben. Auch wichtig: Bargeld. Es gibt zahllose kleine Restaurants, die aber nur Bargeld wollen. Vermutlich ist auch deren Bereitschaft, Euros zu akzeptieren begrenzt.
  10. 12 points
    Martin von Dannen

    Zwei Personen Silnylon Zelt

    Hallo Leute, ich habe mir im Frühjahr ein Zelt genäht. Die Maße entsprechen ziemlich dem Zpacks Duplex. Die Wanne ist weniger hoch und der Cat-Cut im Giebel ist weniger steil. Außerdem habe ich meine Reißverschlüsse nicht als Rainbow sondern in L-Form eingenäht. Das Material kommt von Extremtextil und hat zusammen etwa 200€ gekostet. Zuerst habe ich die Wanne gemacht, danach das Netz angebracht und das Dach angenäht. Die Türen kamen zum Schluss. Es war mein erstes Nähprojekt und ich habe keine Schnittmuster verwendet. Im wesentlichen habe ich den Stoff mit einem Zollstock ausgemessen und dann ungefähr in Form geschnitten. Die graden Kanten sind erst beim Nähen entstanden. Würde ich nicht mehr so machen. Ich empfehle auch niemandem als erstes Nähprojekt gleich ein Zelt zu wählen. Ich habe nervenaufreibende Situationen erlebt. Als Tisch musste die Tischtennisplatte herhalten. Meine Nähmaschine ist die billigste, die ich bei Ebay-Kleinanzeigen finden konnte - ich kann sie nicht empfehlen. Der Vorbesitzer hatte sie beim Lidl gekauft und sie ist wirklich nicht so toll. Zu schwach, komische Dynamik, blockiert schnell. Man sieht nicht, wenn der Unterfaden zur Neige geht. Das Zelt ist aus grünem Ripstop-Nylon (silikonbesch., 20den, 36g/qm), der Boden 40den Ripstop-Nylon (TPU-beschichtet, 70g/qm), das Netz ist aus Polyamid (155 Maschen/qcm, 25g/qm). Das fertige Zelt wiegt 815g. Trotz der Schwierigkeiten bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der ersten Touren habe ich mit den Zelt bereits unternommen und es funktioniert super. Fragen gerne hier rein. Beste Grüße Martin
  11. 11 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Eine Tour von der Länge in einen Reisebericht zu packen finde ich dann doch ziemlich schwer, aber ich stelle ich mich der Herausforderung mal häppchenweise... ich fang mal mit Schleswig-Holstein an. Tag 0 Ich fahre mit der Bahn erstmal nach Hamburg. Steige um in die Regio nach Flensburg. Noch nicht auf Trail schon die erste nette Bekannschaft. Hamburgerin im Vorruhestand, die im Sommer für 2 Monate nach Meran geht. Toll da war ich auch schon. Die 2,5h vergehen wie im Flug. Am Bf in Flensburg quatscht mich ein Typ an“Sag ma wanderst du?“ ich so: „Ja bis an den Bodensee“. Er so: „Boah krass. Gib ma Flosse!“ Netter Schnack noch im Bus und ich fange mich an zu fragen vorher das Vorurteil der unterkühlten Nordeutschen so kommt. In Krusau angekommen checke ich den Campingplatz- sieht blöde aus. Was nun? Ah ein weißes X, sind da eben nicht eh Leute mit großen Packs rein, irgendwas von Europäischen Fernwanderweg steht da auch, tendenziell Richtung Süden – das passt schon. In den Kollund rein, schöner Wald. Als ich an der Flensburger Förde stehe und auf Wassersleben blicke und meine Markierung weg davon zeigt wird mir klar, dass ist nicht dass weiße Kreuz von meinem Weg – klar ist auch der E6 nach Stockholm. Auch schön, nicht mein Ziel. Aber irgendwas Schlafplatzmäßiges ist ausgeschildert. Also hinterher. Ein Traum was ich fand: Dazu noch nette Menschen, ein Feuer und Gegrilltes – so kanns gerne weitergehn. oooh... ich muss die bilder kleiner machen... okay appetizer schonmal
  12. 11 points
    masui_

    Heidschnuckenweg 30.5.-6.6.2019

    Heidschnuckenweg 30.5.-6.6.2019 Auf Wunsch von @Wanderfisch ein kleiner Tourenbericht. Ich habe unterwegs ganz klassisch mit Papier Tagebuch geführt und fürs Forum jetzt noch ergänzt. Bis ich herausgefunden hab, wie ich hier gescheit Fotos einbinden kann ohne die 10 MB Grenze zu sprengen, nur ein Foto... Der Weg verläuft von Hamburg-Fischbek nach Celle über 223 Km. Vor der Tour wollte ich unbedingt noch Gewicht reduzieren und erwarb mir kurzfristig ein Lunar Solo. Leider war ich beim Probeaufbau/Nähte versiegeln etwas zu ungestüm, was mit einem kaputten Reißverschluss endete und das 4 Tage vor Beginn. Ne Reparatur bekam ich in der kurzen Zeit nicht mehr organisiert, also musste mein Vango F10 Helium Ul 1 mit. Ein tolles Zelt aber mit 1117 Gramm deutlich schwerer und durch das Solid Inner eher nicht für Sommertouren gedacht. Der Wetterbericht sagte in der ersten Nacht 5 Grad voraus. Bei kühleren Temperaturen komme ich in Quilts als unruhiger Seitenschläfer nicht klar, egal welche Befestigungsmethode ich verwende. Blieb mir am Ende mein Deuter-Schlafsack. Über ein Kilo für das Ding und wie sich herausstellte völlig umsonst mitgenommen. Naja. Ich landete bei 5,7 Kilo Baseweight. Tag 1 Los gings 5:44 mit dem Zug nach Berlin. Durchs frühe buchen für 30 Euro von Dresden nach Hamburg. Also das passte. In Berlin fiel direkt mein Anschlusszug aus und überall stand „IC/ICE kann nicht als Ersatz genutzt werden.“ Ich also direkt im Panikmodus. Muss ich jetzt mit der Bimmelbahn fahren? Komm ich gegen Mittag an und kann noch ein paar Kilometer laufen oder schlaf ich direkt in der Bahnhofsmission? Die Nachfrage im Reisezentrum gab Entwarnung und eine Stunde später nahm mich der Zug freundlicherweise auf. In Hamburg angekommen lief ich planlos auf der Suche nach der S3 umher. Endlich gefunden und Tickets organisiert blieb das Gefährt nach dem ersten Halt stehen und alle stiegen aus. Neeeiiin. Was denn nun schon wieder? Ersatzverkehr... Irgendwie bin ich dann doch in Neugraben angekommen. Noch ein paar Meter von der S-Bahn zum Trail und gegen 13 Uhr betrat ich heiliges Land. So kam es mir zumindest vor. Wie im Bilderbuch begann der Weg. Schmale, sandige Pfade, weite Ebenen mit Wacholder, alten Kiefern und Birken wechselten sich mit Wald ab. Wunderschön. Gefühlt hatte ich auf den ersten 20 Km schon die Hälfte der eigentlich ausgeschriebenen Höhenmeter für den ganzen Weg erlaufen. War es im Norden nicht viel flacher? Nach 20 Km wurde es langsam Zeit fürs Abendessen. Wo ist denn mein neuer, völlig ungenutzter StS-Aluminium-Löffel hin? Nicht doch! Bei mir ist Cold Soaking angesagt, aber ohne Löffel ungeil und auf improvisieren oder schnitzen hat ich nun gar keine Lust. Musste eben eine Gaststätte in Dibbersen herhalten, wo ich neben der Nahrungsaufnahme nach Klagen von meinem Löffelleid auch einen selbigen erhielt. Das war nicht Ul, aber dafür sehr nett. Gesättigt musste ich nur noch einen Schlafplatz finden. Meine Hüfte meldete sich auch schon schmerzhaft, aber das kannte ich bereits von anderen Touren Tag 2 Mein Schlafplatz war ganz hervorragend. Unter einer Buche im Laub und die angesprochenen 5 Grad wollten sich einfach nicht einstellen. Bereits da ahnte ich von meinem unnötigen Schlafsack-Balast. Gut geschlafen und wieder auf dem Weg sah ich die ersten Rehe auf ner Wiese frühstücken. Ich war verwundert, ob ihres so gar nicht vorhandenen Fluchtverhaltens. Sie schienen eher neugierig zu sein. Nunja. Mein Frühstück hatte ich ja dabei...Ein paar Kilometer später traf ich M. und C. Zwei nette Typen mit denen ich quatschend und Bierdeckel zählend (Wer wirft nur seinen Müll im Wald weg?) nach Handeloh zog. Dort stand der letzte Supermarkt vor dem Wochenende und ich konnte mich nochmal gut mit Lebensmitteln eindecken. Hauptsächlich Instantnudeln mit Fertigsoßen, Makrelen in Dosen und Müsliriegel (Ich habe zusätzlich Vitamin- und Calciumtabletten dabei gehabt.) Die schmalen Wege bis dahin mochte ich sehr. Kein Vergleich zum Beispiel mit dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland, den ich letztes Jahr lief und der mit Forstautobahnen vollgestopft war. Ich traf noch zwei weitere Mitstreiter, welche sich erstaunlich gut mit Ul-Ausrüstung auskannten. Endlich mal jemand mit dem ich darüber reden konnte. Leider liefen sie eine Alternativroute, sodass wir uns alsbald trennen mussten. Während ich auf dem Kammweg 300 Km allein lief schien hier doch etwas mehr los zu sein. Die Schlafplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger, als den Tag davor. Letztlich fand ich dann nach ca. 36 gelaufenen Kilometer etwas gescheites, wenn auch zivilisationsnah. Mit Vogelgezwitscher schlief ich ein. Tag 3 Der Marsch startete kurz vor Undeloh durch prachtvolle, weite Heide. Erstaunlich, dass es Pferde gibt, die dieses trockene Zeug futtern. Wer's mag...Ich aß mein Standardfrühstück: Haferflocken, Trockenobst, Nüsse und drei Löffel Proteinpulver mit Beerengeschmack *-* Sehr zu empfehlen für alle, die mit Milchpulver nicht klarkommen. Nach „Aufstieg“ (169 m) und toller Aussicht vom Wilseder Berg führte ein grandioser Weg durchs Heidetal. Ich nutzte die Gelegenheit um an einem Bach Wasser fürs Wäsche waschen zu holen. Mit nasser Unterwäsche (lass ich wohl beim nächsten Mal daheim) am Rucksack traf ich wieder auf C. und M. Wir liefen wieder ein Stück zusammen. Der Wald duftete herrlichst. In Bispingen sprach mich ein älterer Herr, dem ich hin und wieder vorher schon begegnete, an. Ein netter Kerl, der mir gleich seinen Lebenslauf und die Angewohnheiten seines Hundes mitteilte. Mit 75 Jahren möchte ich auch noch so fit sein und über 200 Km laufen können. Respekt. Er hatte eine Unterkunft und ich nicht, da trennten sich unsere Wege und ich sah ihn auch nicht wieder. Ich lief und lief ohne einen gescheiten Schlafplatz zu finden. Nach 34 Km und einsetzender Dämmerung musste ich wohl oder übel an einem Abenteuerspielplatz nächtigen. Natürlich spielten noch Kinder dort...Ich bin müde! Geht bitte endlich! Sollte wohl hier mein ansonsten völlig sinnloses Pfefferspray zum Einsatz kommen? Das Spray kam nicht zum Einsatz (und war zum letzten Mal dabei. 69 völlig überflüssige Gramm), denn ich konnte mein Zelt kurz darauf aufbauen. Tag 4 Die Nacht war warm und unruhig und über meinem linken Knöchel eine dicke Schwellung. Ich traf zum letzten Mal auf M. und C. Ihre Reise endete in Soltau. An die 30 Grad heute, puuuhh. Die Schmerzen am Knöchel bewegten mich dazu bereits gegen Mittag einen Zeltplatz kurz vor Soltau aufzusuchen. Wie bitte? 16,80 Euro + Duschgebühren für ne Übernachtung, wo ich meine Unterkunft auch noch selbst mitbringe? Man gönnt sich ja sonst nix. Es ist stinkelangweilig. Meine Freundin fehlt mir und ich schreibe ihr eine Postkarte. Ich vertreibe mir die Zeit mit Rumlümmeln, Duschen und dem Beobachten einer wilden Elster-Gang, die ihr Unwesen auf dem Zeltplatz treibt. Wenigstens war das Essen gut. Pizza, großer Salat, Eis und ein Liter Apfelschorle. Weltklasse! Tag 5 Der Morgen und die ersten Kilometer waren sehr schön. Hasen, Rehe und duftender Wald. Ständig raschelte es am Wegesrand. Flitzend kreuzten Mäuse den Pfad. Mein Frühstück am Teich mit schnatternden Enten war toll. In Soltau (eine schöne Stadt wie ich finde) fiel ich in die erstbeste Apotheke ein, um mir eine Schmerzsalbe zu kaufen. Ich fragte natürlich nach der kleinstmöglichen Tube. TEOD (Topf Equipment of the Day): Schirm. Vor der Tour gegen Poncho getauscht. Zum Glück, denn es prasselte nun auf mich nieder, ohne das ich nennenswert nass wurde. In Verbindung mit dem ganzen Geblitze und Gedonnere reifte in mir der Gedanke heran vielleicht doch heute eine feste Unterkunft aufzusuchen. Die fand ich auch für 60 Euro die Nacht. Das ist wohl einer der Nachtteile dieser Premiumwanderwege. Auf Tourismus ausgelegt und entsprechend teuer. Trotzdem bin ich froh ein Zimmer zu haben, denn draußen ging die Welt unter und ich konnte duschen. Die ansässige Einkaufsmöglichkeit nutzte ich noch für ein pompöses Abendessen vor dem Fernseher. Tag 6 Der Morgen nach dem Unwetter gestaltete sich wieder herrlichst. Es roch wundervoll nach Nebel und Nadeln. Der Boden war schön weich und ich sah ein Reh. Am besten fand ich heute den Walderlebnispfad nach Müden an der Ötze entlang. Ein schmaler Weg an einem kleinen Fluss. Teilweise zugewuchert, sodass ein wenig Dschungelfeeling aufkam. Nach Soltau mehrte sich zunehmend der Asphalt- und Forstweganteil. Es blieb aber im Rahmen. Ich lief durch Faßberg, was durch Bundeswehr mitgeprägt ist. Die südliche Heide ist durch entfernte Explosionen, Schüsse und Soldaten von der nördlichen gut zu unterscheiden. Das sollte man wissen, wenn man diesen Weg läuft. Nach Faßberg und einem super Weg durch einen kleinen Wacholderwald hatte ich etwa 27 km in den Beinen und noch Zeit für Schlafplatzsuche. Ich bin auch mit dem Schmerz im linken Fuß durch häufigere Pausen und dem Einreiben besser klargekommen. Schön ist aber was anderes. Der Termin beim Orthopäden steht bereits. Obwohl ich nur 27 Km laufen wollte, sind es wieder über 30 Km geworden, aber dafür hatte ich einen schönen Übernachtungsplatz. Allerdings war es nach 20 Uhr noch so unerträglich heiß, dass ich neben meinem Zelt nur in Unterwäsche auf nem Baumstamm saß und vor mich hinschwitzte. Immerhin: Besser als Unwetter. Nebenbei konnte ich schön beobachten, was so alles im Wald an Kleinstlebewesen rumspaziert. Tag 7 Am Morgen nahm ich mir vor gemütliche 24 Km zu laufen. Am Ende des Tages waren es 35 km und ich in Dehningshof. Dabei war bis Kilometer 23 bei Weesen noch alles in Butter. Ich hatte keine Schmerzen und bis auf die Hitze und den einen oder anderen Weg war es echt schön. In Weesen angekommen bin ich direkt zu einer Familie an den Garten getreten, um mir Wasser auffüllen zu lassen. Ich musste gar nichts sagen. Die Mutter einfach nur: „Wasser?“ und bat mich ins angenehm kühle Haus. Nach dem Auffüllen gab sie mir noch den Tipp im Weeser Bach die Beine reinzuhalten. Gesagt, getan und es war himmlich! Ich konnte mal den Dreck abspülen, während das Wasser so vor sich hinmurmelte. Ein paar Kilometer davor gab es ein ähnliches Erlebnis in Lutterloh. Ein winziger Ort, in welchem vielleicht eine Kuh lebt. Ich - völlig durchgeschwitzt (könnte der Titel von einem neuen Animationsfilm werden, find ich) sehe an einer Ecke ne Tafel mit der Aufschrift: „SB-Laden“ an einem Geschäft nicht größer, als eine Bushaltestelle, gehe hinein und erblicke einen Kühlschrank mit Getränken und daneben eine Eistruhe. Ich war völlig fertig. Verdammte 30 Grad da draußen und dann treff ich auf sowas? Gibts das denn? Eine blühende Oase inmitten staubiger Wege? Oh ja! Nach Weesen dann wollt ich mir nach 2-3 Kilometer eine Stelle zum Schlafen suchen. Pustekuchen. Ich lief zwar noch durch grandiose Heidelandschaft, wurde dann aber von dunklen Wolken und Grollen hinter mir auf Trab gehalten. Gewitter im Wald? Bloß nicht! Schlafplätze? Fehlanzeige! Also weiter 13 Km bis Dehningshof, wo sich dann stark mein linker Fuß bemerkbar machte. Zum Glück war noch ein Zimmer frei. Diesmal „nur“ 49 Euro. Es würde also schon am nächsten Tag bis Celle gehen. Wer hätte das gedacht? Tag 8 Die letzten Kilometer nach Celle waren langatmig. Schnurgerade Waldwege und wenig Abwechslung. An einer Schutzhütte traf ich noch auf Bundeswehrsolden mit Tarnschminke und in voller Montur. Sah nach einer Übung aus, deswegen zog ich gleich weiter. TEOD: Wieder die Windjacke, denn es war frisch und bewölkt an diesem Tag. Etwas sentimental in Celle eingetroffen, suchte ich gleich die Touristeninformation auf, den ich wollte mein Andenken, den Heidschnuckenwegpin, abholen. Es war vollbracht! Ich hatte ein paar neue Ausrüstungsgegenstände auf der Tour dabei, die sich bewährten. Die mehrfach angesprochene Windjacke. So praktisch. Trekkingstock (ja, nur einer) Dr. Bronner ( Zahnpasta, Deo, Seife, genial) Schirm StS Ether Light XT Insulated Women (die erste Matte, auf der ich gut schlafen kann) TLD Polyground StS Pillow Auf jeden Fall fliegen beim nächsten Mal raus: Pfefferspray, Wasserfilter (in Deutschland kaum nutzbar), Unterwäsche, Zelt und Schlafsack Und ich denke es wird endlich Zeit auf Tarp umzustellen und auch mal Touren zu laufen, wo nicht an jedem Baum ein Wegweiser ist. Ich hoffe mein Bericht konnte etwas Anklang finden. Fragen und Anregungen sind willkommen.
  13. 10 points
    Matthias

    Impressionen von Touren

    Cape Wrath Trail
  14. 9 points
    Wanderfisch

    Zpacks Nero - kleines Review

    Hallo zusammen, ich habe gerade die Gelegenheit, mal den Zpacks Nero auszutesten. Keine Ahnung, ob dieser schon mal aus weiblicher Sicht beurteilt wurde (bei der Suche wurde ich diesbezüglich nicht fündig), daher schreibe ich mal meinen persönlichen Eindruck vom Nero nieder: Qualität und Verarbeitung ok, Präzision der Nähte könnte etwas besser sein. Es handelt sich um einen rahmenlosen Rucksack, aber das kenne ich ja bereits von meinem Hyberg Attila. Im Lieferumfang war ein (minderwertig anmutendes) Z-Pad, welches ich mal direkt gegen meine Therm-a-Rest Sitzmatte austauschen musste. Statt es mit den vorhandenen Strippen zu fixieren, habe ich allerdings die Matte innen zur Stabilisierung angebracht. Es gibt nur einen großen Innenraum ohne Vorrichtung zum Anbringen einer Trinkblase (zumindest hat sich mir hier nichts erschlossen). Die Seitentaschen sind groß und man kann die Wasserflasche bequem herausnehmen, während der Rucksack auf dem Rücken bleibt. Der Tragekomfort ist gefühlt schlechter als beim Hyberg. Die Schulterriemen wirken steifer, aber der Rucksack ist neu, vielleicht gibt sich das im Laufe der Nutzung? Für verschiedene Rückenlängen kann der dünne Hüftgurt in drei Positionen auf die benötigte Idealhöhe gebracht werden. Aber das Material scheint im Lauf durch Reibung auf der Kleidung Spuren zu hinterlassen, ähnlich eines Pilling-Effekts. Das habe ich bisher noch bei keinem meiner Rucksäcke erlebt. Ich war überrascht, was alles in das 25l Hauptfach passt. Ich habe meine komplette Sommer-Ausrüstung hinein bekommen und es war immer noch richtig viel Platz. Die Öffnung ist mit Klett versehen, dann wird “die Tüte” aufgerollt und mit seitlichen Zurrgurten befestigt. Mir wäre hier recht gewesen, wenn es quer auch noch einmal einen Zurrgurt gegeben hätte, um evtl. noch mal etwas oben rauf zu schnallen, auch auf der Unterseite gibt es keine Option zum Anbringen zusätzlicher Ausrüstung, wie z.B. eine Isomatte größeren Packmaßes. Stattdessen kann man wahrscheinlich alles in die äußere elastische Netztasche packen, die ist nämlich riesig. Ich war mit ca. 4,2kg baseweight unterwegs. Da der Hüftgurt wenig Stützfunktion aufweist, zogen die Schultergurte erst einmal und sorgten bei mir für Nackenverspannungen, daran muss sich Frau erst einmal gewöhnen. Natürlich war ich durch den anliegenden Rucksack entsprechend durchgeschwitzt, es hinterließ auch kein unangenehmes Gefühl (wie beim Hyberg). Die Feuchtigkeit blieb außen und trocknete auch wieder schnell ab. Was mich total genervt hat, waren die permanenten Knistergeräusche des Sacks bei jedem Schritt. Anschleichen kann man sich damit nicht... Vielleicht wird das Material geschmeidiger (und geräuscharmer) wenn es länger im Einsatz ist?!? Mein Fazit: Leicht ist er. Extrem leicht. Bei mir würde er auf Tagestouren oder kurzen Etappen-Wanderungen sowie spontanen Overnightern zum Einsatz kommen. Auch auf dem Camino kann ich ihn mir auch gut vorstellen, da man ja hauptsächlich in Herbergen übernachtet. Was mir hier fehlt, wäre eine extra Tasche im Rucksack für die sichere Aufbewahrung von Wertgegenständen, aber dafür kann man auch einen Hüftgürtel benutzen. Irgendwie mag ich den Nero, aber es ist keine Liebe auf den ersten Blick.
  15. 9 points
    MarcG

    Impressionen von Touren

    Gestern Abend auf dem Lahnhöhenweg
  16. 8 points
    Lowtec

    Baja California Biketrail

    Nach dem aus der Reise zum Pamirhighway im letzten Sommer nichts wurde sollte es dafür im Winter nach Mexico auf den Baja Divide Biketrail gehen. Reichlich Informationen dazu gibt es z.B. unter bajadivide.com. Der Flug nach La Paz war schnell gebucht, am 27.12 sollte es los gehen. Der Trail ist über 2700 km lang, daher war vorher schon klar, dass ich ihn nicht komplett fahren konnte, da ich nur ca. 10 Radtage zur Verfügung hatte. Ich entschied mich dazu dem Trail von La Paz aus in entgegengesetzter Richtung nach Norden zu folgen und dann ggf. den einen oder anderen Schlenker ab zu kürzen und dann am Ende mit dem Bus wieder nach La Paz zu fahren. Die Flüge verliefen problemlos und ich kam dank der Zeitverschiebung am nächsten Vormittag recht gur ausgeschlafen am Interationalen Airport von La Paz an.(Bei dem Namen hätte ich ihn mir deutlich größer vorgestellt). Leider war mein Hinterbau vom Transport verbogen, so dass ich Mühe hatte das Hinterrad einzubauen, aber letztlich habe ich doch alles zusammen geschraubt bekommen. Beim Autovermieter deponierte ich meine Fahrradtasche. Nach der langen Anreise hatte ich keine Lust auf Stadtbesichtigung und wollte gleich los legen. La Paz ließ ich daher links liegen. Auf staubigen Pisten ging es durch Buschland zur MEX 1. Roadrunner hieß mich in seinem Land willkommen, das ging schon mal gut los. Auf der MEX 1 hielt sich der Verkehr auch in Grenzen und ich kam gut voran. Die Polizeipatrolien mit MG irritierten mich anfangs ein wenig. Leider bekam ich in keinem Laden eine passende Gaskatusche, aber noch war ich frohen Mutes, dass ich die noch finden würde. Der Track biegt dann bald von der Haubtstraße ab und führt zunächst auf Asphalt, dann auf Schotter an der Küste entlang. Cool fand ich die riesgen Kakteen und die Geier die über mir kreisten. Auch Pelikane waren im Formationsflug unterwegs. An einem kleinen Laden füllte ich meine Wasserflaschen auf, hätte ich gewust, wie spärlich die Versorgungslage später ist, dann wäre mein Einkauf größer ausgefallen. Gaskatuschen gab es wieder nicht. Nachmittags wurde es richtig heiß und die Wasservorräte schwanden dahin. Am späten Nachmittag kam ich dann durch den „Ort“ Punta Coyote (Drei Hütten und eine Kirche), hier sollte es laut Beschreibung einen Laden geben, ich fand nichts und fuhr weiter. Einen km später traf ich dann einen Italiener, der den Trail nach Süden fuhr und auch Spanisch konnte, der half mir bei der Suche nach dem Laden. Glück gehabt! Ein kurzes Stück fuhr ich noch weiter bis ich diesen schönen Platz, direkt am Meer zum Zelten fand.
  17. 8 points
    Fabian.

    Impressionen von Touren

    Kleine SUL Tour (meinerseits) um einem guten Freund das Übernachten in der Natur schmackhaft zu machen. Deutschland kann echt schön sein! Und ein kleines Video: Leider nur in 360p, da er das für Instagram genutzt hat. Fotos sind von mir, Video von ihm.
  18. 8 points
    BitPoet

    Ich bin dann mal weg ...

    Morgen kurz nach 4 geht es los nach Berchtesgaden, dann 3 Wochen über die Alpen nach Triest. 4,9kg Base Weight inkl. Eisaxt + Kochutensilien. Ob ich die Schneeschuhe mitnehme entscheide ich erst beim Frühstück Viel Spaß hier und bis dann!
  19. 8 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    Ich komme gerade von meiner Abruzzen-Tour wieder. Die Idee war, im Hügelland um L’Aquila zu starten, genauer gesagt in San Demetrio ne’Vestini. Ab Scanno sollte es dann in den alten Nationalpark gehen oder alternativ: ich bleibe auf der “Frühjahrs-Variante”... (beschrieben: “Wilde Wege, stille Dörfer” von Christoph Hennig, Rotpunktverlag). Außerdem wollte ich zum ersten mal ein Zelt mitnehmen, ich dachte, die Gegend könnte ganz gut funktionieren, um es hin und wieder mal auszuprobieren. Di 21.05.2019: Anreise mit den Nightjet nach Rom. Tatsächlich kommt der Zug in München pünktlich an und ich beschließe, mir am Hauptbahnhof die Wartezeit zu vertreiben und ein "Helles" zu trinken und gleichzeitig den "Kontroletti" irgendwo zu parken (bin mächtig aufgeregt). Wetteraussichten suboptimal. Fast jeden Tag Gewitter angesagt. Ich wollte doch das erste mal zelten. Gewitter hin oder her. Erste Zeltnacht ja oder nein.. ach, wird sich alles zeigen. Außerdem, muss es ja niemandem erzählen, wenn ich doch ins Albergo gehe Das "Helle" schmeckt mir sehr gut, tut was es soll und in der “Kulinarik-Galerie” des Hauptbahnhofs ist es schön warm. Als ich nämlich aus dem Zug steige, ist mir in meinem Merino T-Shirt und Fleece echt kalt. Aber hey, hab ja noch ne Regenjacke im Rucksack... Ich ertappe mich trotzdem, wie ich an der Wärmeleistung meiner Kleidung für die kommenden Tage zweifle, aber stopp, du fährst nach I t a l i e n! Ich mache mich auf den Weg zum Ostbahnhof, wo mein Nightjet nach Rom einfahren wird. "Den Römer fahren" - so wird die Strecke wohl von den Zugbegleitern im Nachtzug beschrieben oder genannt... Ich teile mir mein Liegewagen-Abteil mit 4 weiteren Frauen. Auf meiner Pritsche liegend, genieße ich es, die Landschaft an mir vorüber ziehen zu sehen. Langsam geht es über die. Alpen...
  20. 8 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 12 Morgenstimmung am Schmalsee. Schön. Ich nehm den Schwarzsee mit, ein kleiner Schlenker ist dass. Der Schwarzsee ist ein See der im Übergang zu einem Hochmoor ist. Sieht schön aus – aber dann doch irgendwie wie ein See. Aber Wild ist er dennoch... und ich habe ihn für meine kleine Pause für mich ganz alleine In Güster freue ich mich auf eine ausdehnte Mittagspause – aus der niks wird weil ich irgendwie dann doch mir niks dort zugesagt hat. Am Ende saß ich an einer Steckdose am Ortsausgang, fütterte Insta, mich mit Chips und mein Gemüt mit dem Umstand dass ich mich am gefühlt heißesten Tag seit Tourbeginn mit meinem Wassermanagement verschätzt habe...naja weiter. Richtung Wotersen. Kennt jemand noch das Erbe der Guldenburgs, dieser Vorabendtrash aus den 1980ern? Gut Wotersen, da ists gedreht worden. Hier wollte ich eigentlich einen späten Kaffee, da ich aber von einem vollkommen überforderten Personal eine ½ Std. ignoriert worden bin, hab ichs beim Auffüllen meiner Wasservorräte krachen lassen und bin weiter. Aber ist diese Lindenallee nicht beeindruckend -ein Foto kann das gar nicht einfangen. Knorrige Baumriesen bis zu 400 Jahre alt. Erfurcht. Irgendwo hinter Basthorst im wirklich letzten Waldfitzelchen das es auf den ganzen Feldern gab, hab ich mein Tarp aufgebaut... war nur in der Nähe einer Zufütterungsstelle- war saumäßig was los die Nacht. Oropaxtime! ... ich bin morgen in Hamburg. Krass! Mit dem erreichen von Witzhaven habe ich über 417km gemacht – in say whaaat 12,5 Tagen! Ich falle tot um und schlafe ein. Tag 13 Echt jetzt? meine Matte hat ein Loch! Wirklich. Die Nacht vorher dachte ich noch Ventil nicht richtig zu. Aber ja. Am Schmalsee stand ich morgens auf einem kleinen niedlichen Brombeersprößling den ich Abends übersehen hab und der zumindest es schaffte durch Grioundsheet (Polycro) und Socken zu pieksen -reicht das für ein Loch? Keine Ahnung, ist auch egal. Ich hab eins und weiß schon wie ich meinen Zero gestalten kann... Der Sachsenwald, den ich mir im Vorfeld als letzte Draußenpennmöglichkeit vor Hamburg mit einem dicken Ausrufezeichen versehen habe, habe ich mir als großstädtische Naherholungswüste imaginiert. Ist gar nicht so, ist voll schön vor allem das Billetal. Auch sie darf hier an vielen Stellen noch so wie Flüsse würden wenn mensch sie lassen würden. Da mich dies in S.H. Sehr häufig begleitet hat, habe ich die dazugehörigen Biotope vor allem dem Bruchwald als Landschaftsform sehr zu schätzen gelernt... unzählige Bruchwaldfotos auf meinem Fon sprechen Bände - ich habe euch verschont. Um 11.04 erreiche ich Witzhave und habe somit offiziell die S.H. Section beendet. Okay. 417km. An Tag 13. Nicht schlecht. Hier loest sich auch eines der größten Trailraetsel: Bei Kücknitz verschwindet der Trail unter der Trave und keine Infos- wie wo ich drüberkomme. Lösung: Shuttlebus drunter durch- ein Tunnel! Aha. So einfach kanns manchmal sein. Ich laufe weiter und verliere irgendwo in Hamburg-Bergedorf am Schloss die Trailmarkierung, nach mehreren Versuchen und der Feststellung, dass ich für die Hamburg Alternativroute die GPS Daten gelöscht habe, gebe ich es am Bhf endgültig auf. Und setze mich in die Bahn nach Hbf. von hier aus will ich weiter nach Bremen – einen Zero bei meiner besten und ältesten Freundin machen. Tag 14 ...so ungefähr sah mein zero dann in bremen aus stimmt nicht ganz. Loch in der Matte geflickt. Meine Klamotten gewaschen. Seit Pönitz wieder geduscht... das was an Zeros eben so gemacht wird... S.H. Fazit Schleswig-Holstein hat mich positiv überrascht. Ich kannte bisher nur den marschlandigen Westen und war wirklich überrascht wie vielfältig der Osten S.H.'s ist- im schnellen Durchlauf fand ich auch Flensburg und Kiel sehr nice. Am Wirklich tollsten,besten und würde ich sofert nochma hin: Schleswig mit Schlei und den beiden Nooren, Steilküste zwischen Eckernförde und Kiel. Schwentine und die Holsteinische Schweiz – nach den Rundweg Holsteinische Schweiz habe ich quasi btw gethruhiked... war sehr schön da oben. Gerne wieder... beste trailmarkierung der holzstapel im hintergrund wurde einfach auf den wegeinsteig gelegt - machte total Sinn... als mir klar wurde was es bedeuten solle... ...next steps... ich gehe morgen bäck on trail. fahre mit dem zug nach Siegen und -tada- laufe zurück nach Ffm. Da werde ich wahrscheinlich nur noch einen zero machen und direkt weiter gen Odenwald und Schwarzwald... ich bin so gut in der Zeit, dass ich schon auf die Schweiz ausgedehnt habe also bis nach Lugano laufen werde. Und als Back up bin ich noch dabei die Daten bis Genua rauszusuchen - weil irgendwie finde ich das Bild vom Meer zum Meer zu laufen... ich guck einfach mal. Am 11.8. werde ich in Konstanz eingesammelt und mache dann noch ne Woche Füsse hochlegen... also für alle die Lust auf mehr haben - sry. das wird vor September niks mehr
  21. 8 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 4 War eiskalt die Nacht und früh vorbei. Dafür Sonnenaufgang über der Aschauer Lagune. Mystisch und Wunderschön. Ein langer Strandspaziergang kommt nun und ich denke mir – barfuss? Ging nicht lange gut, weil dann doch wieder zu viel Steine. Aber schöner Strandabschnitt zu laufen bis Noer. Dort kurz auf dem Camping Katzenwäsche. Oh was ist das? Zecke in der Schulter! Toll. Wollte sich nicht ziehen lassen, ich also raus und die Leute von der Tauchschule angequatscht ob sie mir das Vieh ziehen können, der mit dem Hund sagt ja. Naja das Tier hatte wohl keine Lust zu gehen. Als er es endlich draussen hatte, blieb ein großer roter Fleck und der Kopf von der Zecke drin – Borreliose-Panik. Wie weit ists bis Kiel? Etwas mehr als 30 km. Es ist früher Vormittag. Panik und die wunderbare Steilküste treiben mich an! Ist das schön hier. Die Ostsee in verschiedensten Farben Karibikassoziationen in 10Grad Wassertemperatur. Am Leuchtturm Pause und rein in die Kieler Bucht. Ich will ne Apotheke. Irgendwer soll mal auf den Zeckenbiss gucken. In Strande werde ich fündig. Hier wird mir Krankenhaus geraten. Puuh. Okay. Da lauf ich hin. Abkürzung: Sperrgebiet der Marine in Friedrichort. Boah. Okay. Keinen Bock. Bushalte und downtown mit den Öffis. DJH klar gemacht. Und direkt in die Notaufnahme. Antiobiotikaprophylaxe wurde mir angeraten wenn der rote Fleck nicht bis morgen weg sei. Es ist unklar ob es nun eine Borreliose-Indikation ist oder weil das Vieh so nah am Schulterriemen saß ob es eine mechanische Belastung sei. Puuuh. Jugendherberge. Vorher noch zwei Bier. Es ist Tag 4. Ich hatte keine einizige Nacht bisher die sowas wie normal war, bin ca. 130km gelaufen und hab Borreliose-Verdacht. Das schreit eigentlich nach noch mehr Bier! Tag 5 Zero in Kiel. Das Antibiotikum organisiert mir den Beipackzettel druchgelesen und abgewogen... Das Zeug nehmen heißt Tourabbruch, weil 14-21 Tage Sonne meiden und Thru-hike verträgt sich nicht so... weiter abwägen... also nochma zur Notaufnahme. Motto: So lange zu medizinischem Fachpersonla bis mir die Diagnose besser gefällt. Hat geklappt. Zur feier des Tages zwei Bier und Dürüm! Tag 6 Mit einer Bootsfahrt über die Bucht nach Wellingsdorf und direkt rein ins Schwentinetal. Oh voll schön! Weiter nach Preetz durch die wunderschöne Klosteranlage. Dann der Lanker See. Beinah Wild erschien hier der Weg (die Markierungen schwächelten hier auch). Die Schwentine präsentierte sich hier irgendwas zwischen pittoreskes Flüsschen und Riesenstrom. Ist das schon die Holsteinische Schweiz? Japp ist es. Kurz vor Plön finde ich einen guten Platz zum Pennen. Mit Blick über Schwentine mit Blick auf Plön- erstere ist im Strommodus oder ists der kleien Plönsee oder der Trammersee und Plön sieht nett aus... Tag 7 Riesenfrühstück in Plön am Markplatz. Frisch gestärkt geht’s... an Seen entlang. Zuerst am Großen Plönsee, Behlersee, Dieksee... super schöne Wege direkt am Wasser, herrlich wenig los. Das Wasserunglaublich klar – wunderschön. Rein Nach Bad Malente. Nexter See: Kellersee. Einmal drumherum und ich bin in Eutin. Ganz schön. Ich habe aber Hunger und falle in den nächsten Supermarkt ein. Am Strand am Seepark esse ich und denke ich würde rund um den großen Eutiner See was finden... hmja, falsch. Ich weiß gar nicht mehr warum ich im Wald niks gefunden hab- wahrscheinlich hatte ich noch Bock zu laufen. Hab aber vorher nicht auf die Karte geguckt, weil nach dem Wald kam landwirtschaftliche Monokultur und hier ging gar niks. Schön noch durch Stendorf gelaufen- wie ein Freilichtmuseum und so langsam gegen 22h stellte ich die Erkenntnis ein, das wird ganz ganz bitter heute... dann fand ich hinter einer Scheune vor einem Rapsfeld was. Passt.
  22. 8 points
    effwee

    E1 Flensburg - Konstanz Mai-August

    ahoi, ich habe ein paar Zeros in ffm und kann nach 32 tagen auf die ersten 1097km zurückblicken. ich tue das erstmaligst in form eines kurzes Gear reviews kann eh noch keine Fotos hochladen. ein paar zahlen: 1097km in 32 tagen,ca. 38km am tag druchschnitt, max. tag 50km, min tag 23km. 2 Zeros, 2 Neros, 5 nachte indoor, 2 nachte Camping, 8 IBUs, 2 Rothirsche gesehen, 3 wildschweine, 37 Nazisticker abgerissen... Pack: @micha90 der shout out geht an dich klasse teil. sitzt perfekt, trägt sich ungemein angenehm. bestes teil! niks aber auch so wirklich nies dran auszusetzen zwei Plastik tüten: einmal für den schlafi und die Klamotten. nach ein paar tagen ging mir das lose essen im pack so auf die nerven, das ich mir noch eine tüte gegönnt habe ditty. hab ich mir gegönnt für den Kleinkram shelter/sleep/rain protection: iso (TAR neoair xlite reg) hat seit der zweiten Woche ein Loch dass ich nicht finde - ich muss eh nachts raus immer für pipi, puste ich dann noch ma auf- das geht so ´. ich mag sie einfach. ist bequem und im handling selbst mit dem täglichen aufpusten das passt. groundsheet (polycro): ich glaube das wiegt mittlerweile 10gr mehr wg der ganzen Gaffaflicken, aber es tut seinen Job. bin dennoch am überlegen ob ich gegen ein 55er tyvek tausche - dann doch etwas durchstichsicherer tarp (sts nanoponchotarp): handling ist easy. war bisher vornehmlich als Tarp im Einsatz und weniger als Poncho. ich bin am überlegen ob ich mir noch zusätzliche guylines einpacke. ich Arbeit bisher vor allem mit zwei abspannpunkten... schirm (Euroswing trek light): als Beak, Sonnenschutz und Regenschirm im Einsatz. geiles teil. ziemlich robust. einzig ich glaube der überlebt die tour nicht, weil sich an den aufspanngelenken schon der Stoff anfängt durchzuscheuern. schlafi (cumulus quilt 250) zu kalt die meiste zeit. weil es auch wirklich nicht warm werden wollte. mit Rettungsdecke und wirklich allen Klamotten gings okay. ich sag ma von 28 nachten draussen habe ich 20 gefroren und 3 davon waren so kalt dass ich um 5h die nacht beendet hab... stupid light oder schlechtes Wetter? egal jetzt sind die Prognosen so dass ich bei dem bleibe. ich habs wohl ausgesessen. stakes (msr groundhogs): stanni. bin zufrieden. hab mir nach zwei Wochen noch einen weiteren Expedition v-peg dazu geholt um das tarp besser abspannen zu können. Klamotten Berghaus fasthike stretch: klasse teil. ein bisschen winddicht, super angenehm zu tragen. TemperaturRegulierung über die knöpfe top. ich habs in hellgrau und eine nr größer gekauft, damit ein luftiger Sonnenschutz ist. bestes Feature ist der Kragen, der aufstellbar und zuknöpfbar ist. trocken schnell. pilling da wo ich s in die Hose stecke. ansonsten alles gut. hose (nike shorts): die läuft und läuft und läuft... unkaputtbar. Hosenklima ist ab 25 plus nicht mehr das beste. aber handelbar U-Hose (decathlon): geiles teil. ungemein bequem zu tragen. stinkt nicht soo schnell und wenn hält es sich in grenzen. topp pick! sox (darn toughs mid): super socken. habe nur bei dem einen paar sich das schon hier angesprochene Problem der Verfilzung. ansonsten topp pick Schuhe (altra lone peak 4.0) die haben jetzt über 1100km runter tragen sich noch immer angenehm. ich find das sind klasse Schuhe. grip ist topp. trocknen irre schnell. Schuhklima ist ein traum. der Schuh trägt sich angenehm weich. die breite Zehenbox ist ein traum und die Dämpfung wie Watte. trotzdem hab ich ein gutes "bodengefühl"... einzig. die Drainagelöcher vorne im Zehenschutz funktionieren auch umgekehrt... dirty girls: tun das was sie sollen - sehen geil aus- und halten mir den dreck aus den Schuhen windbreaker: montane featherlight 7: ich liebe sie. eines der wichtigsten teile bisher, weil egal wo windig wars immer. sie tut ihren Job - zuverlässig und bestens bei minimalstem Gewicht. trocken schnell. ist super robust die hat jetzt auch schon sicherlich 2000km drauf und zeigt keine Abnutzungserscheinungen fleece: mammut eiswand. das ding ist mein fleece der ersten stunde seit 2015 im Einsatz hat es fast jede tour seit dem mitgemacht. unglaublich weich bequem, mit dem Zipper gutes Klimamanagement und scheinbar unkaputtbar. super wichtig gerade nachts. weil ja saukalt puffy: cumulus minilite: unverzichtbar zum schlafen. grade an den 2 grad morgenden das einizige warme was der kälte effektiv Paroli bieten konnte. die besten 140gr die ich dabei hab buff: gleich 1,5 dabei. als Ohrenschützer, Handtuch, Kopftuch, Sonnenschutz, Waschlappen, Putzlappen, Halstuch, Armband, Schweißtuch, Augenbinde... was vergessen? einfach für alles... cap: cap halt. kommt raus gegen Sonnenhut, weil mal den neuen testen Küche mein cold soaking Behälter hab ich in hameln kaputt gemacht. in Detmold hatte ich dann einen neuen und 650gr Gummizeugs. ist ein 750ml Behältnis. fuers cold soaking eigentlich zu groß, da ich aber auch viel frisch kram verarbeitet genau richtig opinel no 5 am Steinhuder Meer verloren und gegen ein billo kneipchen ersetzt... ich wüsste nicht warum ich eigentlich das austauschen sollte, es ist leicht, hat ne große klinge kolzhriff und kostet 2 eus..s so what Löffel: mein 2 gr Asia Löffel habe ich in kiel gegen einen sts poly spork getrauscht ist besser im handling misc mein 1st aid habe ich noch einmal ausgemistet. hab in der hydration die mircopurs rausgeschmissen, hab ich die ersten 1000km nicht gebraucht, dann brauch ich sie die letzten 1000 auch nicht. headnet raus. habs nicht gebraucht. Sekundenkleber hab wieder rein, weil mir die bladder kaputte gegangen ist und damit konnte ich sie So lala flicken (schlussendlich musste meine platt dann doch gegen eine neue Getrauscht werden) trekking poles: hab sie erst ab trailkm 730 angefangen wirklich zum laufen zu brauchen... würde auch ganz gut ohne gehen... electronic: mit der Nummer in jeder Kaffeepause o.ä. zu fragen komme ich bis zu 14 tagen ohne volle aufladung durch- manchmal liebäugle ich dennoch mit einer größeren powerbank um flexibler zu sein - zumindest rede ich mir das ein und ich vermute, dass es eigentlich letzteres ist mehr kommt wenn ich zurück bin bg *f
  23. 7 points
    Hallo zusammen, hier mal wieder eine Bauanleitung, vielleicht hat ja der/die ein oder andere schon mal mit einem Zeltbau geliebäugelt ……. Nach dem X-Pac 37+9L Rucksack und dem Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox ging es im letzten Winter an die dritte MYOG-Großbaustelle: dem Zelt. Da sich die beiden ersten Projekte durchaus sehen lassen konnten, war ich guter Dinge, dies auch bei einem Zeltbau entsprechend umsetzen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass das erste selbstgenähte Zelt in der Regel für die Tonne ist, machte ich mich an die Planung und schrieb dazu im Vorfeld eine detaillierte Bauanleitung (s. unten). Zudem machte ich zu den Zeichnungen der einzelnen Baugruppen noch Zeichnungen der wichtigsten Nähte (alle letztendlich als Kappnähte ausgeführt), um später während des Zuschnitts und des Nähens den Überblick zu behalten, auch wegen der vielen unterschiedlichen Nahtzugaben. Der Entwurf ist als ‚single piece - single wall - A-frame‘ ausgelegt und orientiert sich an bewährten Zelttypen. Die Bauanleitung habe ich dann Schritt für Schritt abgearbeitet, was ausgesprochen gut funktioniert hat. Als Stoff kam das sehr dehnungsarme Chikara zum Einsatz. Das Chikara ließ sich sehr gut nähen (80er Microtex Nadel, Rasant 75 Garn) und erinnert in Haptik und Geräuschentwicklung am ehesten an Backpapier, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war. Die wichtigsten Daten: 2-Personen Zelt mit Platz für 2 TAR NeoAir Xlite (Regular) Isomatten 2 Eingänge, 2 Apsiden alle Dachnähte abgedichtet Trapez-Bodenwanne: 110/90cm Breite , 220cm Länge, Höhe 12 cm First: Höhe mittig 120cm, Breite mittig 120cm, Höhe im Kopf-/Fußbereich >38cm Material: Chikara 41g/m², Mosquitonetz 25g/m², 200den Diamond Ripstop 120g/m², Reißverschluß YKK 3C Catenary cut: 2cm/m Packmaß: Ø 14cm x 40cm (6L) Materialkosten: ca. 190€ Gesamtgewicht: 716 g (incl. sämtlicher Abspannleinen) Vorbereiten der Baugruppen Für alle Stoffstücke habe ich im Vorfeld Pappschablonen (1:1) angefertigt, da die meisten Kanten einen Catenary cut haben. Das hat sich für das Anzeichnen auf den Stoffen später als sehr hilfreich erwiesen. Eine sehr gute Catenary cut-Anleitung findet man hier. Bei den kürzeren Mesh-Dachkanten (155cm) ist darauf zu achten, dass der Cat cut vom Dach (175cm) genommen wird, da sie später eine gemeinsame Naht bilden und somit die längere Naht den Cat cut vorgibt (die tiefste Stelle des Mesh-Cat cut ist daher leicht asymmetrisch versetzt). Für die Ecken der Bodenwanne sollte man sich vorher mal aus einem DIN A4 Blatt ein Papiermodell machen, um die einzelnen Bauschritte zu verstehen. Hintergrund für die etwas aufwendigere Eckkonstruktion ist die Tatsache, dass ich die Bodenwanne bis zu einer Höhe von mindestens 3 cm nahtfrei bauen wollte. Somit müssen die Ecknähte nicht versiegelt werden und man hat zudem saubere und stabile Stofffahnen, an denen die D-Ringe für die elastische Kordel angebracht werden können. Es geht natürlich auch anders …… Mesh-Giebelseiten (2x) ausschneiden mit 3cm (unten) bzw. 2,5cm (Giebel/Traufe) Nahtzugabe Spitzenverstärkung einschließlich Saumzugabe von außen auf die Giebelspitze aufnähen. Radius ca. 15cm. Alle Spitzen-/Eckverstärkungen sind aus 200den Diamond Ripstop Reststücken, es geht aber auch Zeltbodenstoff o.ä. Vorderkante der Ecktasche einfassen, dann Ecktasche einschließlich Saumzugabe von innen aufnähen Reißverschluss auf Länge kürzen, Schieber einsetzen, und an den Enden mit kurzen Stofffahnen versehen. Auf die Laufrichtung des Schiebers achten (unten zu, oben auf)! RV von innen aufnähen (2mm vom Rand), dann mittig das Mesh auftrennen, einfach nach innen umschlagen und vernähen. Beim RV habe mich für die L-Form entschieden, da ich den Sinn und Zweck der Rainbow-Form nicht verstehe solang das Zelt mit Trekkingstöcken aufgebaut wird und das Mesh beim kompletten Öffnen zudem immer auf den (dreckigen) Boden fällt untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen Dachschrägen nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen. elastische Kordel (für die T-Stopper) mit Hilfsfahne (die verschwindet nachher in der Nahtzugabe) versehen und auf der RV-Seite von innen an der Giebelseite in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen, (s. re.Bild) Traufseite nach innen doppelt versäumen Mesh-Traufseiten (2x) ausschneiden mit 2,5cm (oben, Seiten) bzw. 3cm (untern) Nahtzugabe Traufoberkante nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen. untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen Seitenkanten nach außen doppelt versäumen Dach ausschneiden mit 1,5cm (schmale Dachhälfte) bzw. 2,5cm (breite Dachhälfte) Nahtzugabe am First, 2,5cm an den Seiten und 2cm unten Dachhälften am First links auf links (knapp) zusammen nähen, dann rechts auf rechts (auch rel. knapp) zur französischen Naht Schlaufen auf der franz. Naht mittig bei 5(7,5)cm, 60(62,5)cm, und115(117,5)cm annähen (an den Schlaufen kann man später eine Schnur befestigen zum Aufhängen von Sachen im Zelt). Franz. Naht zur Kappnaht umnähen, Naht von außen mit 25mm breitem DCF Tape + Chikara versiegeln (s. Bild) rechts auf rechts Traufsäume (1cm) abnähen Mesh-Traufseiten mit deren Oberkanten auf die Innenseite der Traufsäume nähen Saum zur Mitte hin umklappen und als Kappnaht vernähen (s. li. oben Bild), Naht von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara) 2 Abspannpunkte (Radius 5cm) erstellen und jeweils in Dachflächenmitte mit DCF Tape von außen aufkleben Doppel-Türen (Apsiden) (2x) ausschneiden (4x) mit 1cm (Giebelseiten), 2cm (Mittenkanten; unten) Nahtzugabe Türen an den unteren Mittenecken mit Verstärkungen versehen Verstärkung in 2 der 4 Giebelspitzen auf den Innenseiten einnähen (s. li. Bild). Radius 12-15cm. Mittenkanten doppelt umsäumen die jeweils anderen Flügel im Giebelspitzenbereich auf die Außenseiten auf der Nahtzugabe annähen, auch über die Verstärkung (s. mi. Bild) LineLoc mit 15mm Gurtband von außen mittig auf die verstärkte Giebelspitze aufnähen Mittenkanten in ca. 1/3 Höhe mit Druckknöpfe versehen (Stoff vorher verstärken, s. re. Bild) Elastische Kordel (für die T-Stopper) von außen an den Giebelseiten mit Hilfsfahne in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen) Boden Boden ausschneiden mit 2cm Nahtzugabe nach außen einmal (1cm) umsäumen Seiten hoch klappen und in den Ecken in das nach außen stehende Dreieck von oben 9cm nach unten eine Naht setzen. Diese doppelt verriegeln, von 1-2cm, von 2-3cm und von 8-9cm. in einem Abstand von 2cm parallel dazu von oben einen 2cm-Schnitt machen parallel zur Oberkante die obersten 2cm der Ecke abschneiden die 2x2cm Stofffahne zur Seite umschlagen und an den Saum annähen in 5cm Abstand parallel zur ‚9cm Naht‘ die Dreiecksspitze abschneiden den Stoff nach innen einstülpen und entlang der Innen- und Außenkante je eine Naht setzen (innen nicht länger als die ‚9cm-Naht‘) Stoff auch oben einstülpen, dazu Spitze nach innen umklappen und vernähen 15mm Gurtband mit D-Ring mittig leicht schräg nach unten zeigend an die Eckfahnen annähen (s. Bild) Zusammennähen von Dach mit Türen und Mesh-Giebelseiten Giebelnähte (von Dach u. Türen) erst links auf links knapp zusammen nähen, dann rechts auf rechts (franz. Naht) T-Stopper von innen an den Saum annähen Saum der Mesh-Giebelseiten von innen mittig an den Dach-/Türsaum nähen, dann Saum nach innen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen alle 4 Eckverstärkungen annähen alle Bodenkanten von Dach und Türen (vorher ev. angleichen) doppelt umsäumen Dachnähte von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara) LineLocs (Ecken) bzw. D-Ring (Mittenecken) mit 15mm Gurtband an die Verstärkungen annähen (s. re. Bild) alle Mesh-Trauf-Seitensäume miteinander vernähen (s. li. Bild) Zusammennähen mit der Bodenwanne Mesh-Saum von außen auf den Saum der Bodenwanne (mittig) aufnähen. Vorher die beiden Reißverschlüsse aufmachen, denn je mehr Naht vernäht ist, desto mehr steht die Nähmaschine im Zelt (ein riesiger Stoffwust von insgesamt 14m², aber es geht) nach außen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen (wieder Stoffwust) abschließend für’s Abspannen alle Schnüre und elastische Kordeln anbringen FERTIG! (50 Arbeitsstunden später) Fazit Da das Endergebnis einen brauchbaren Eindruck macht, sollte man mit dieser detaillierten Bauanleitung in der Lage sein, schon beim ersten Zeltbauversuch relativ erfolgreich zu sein. Ich hoffe, es ist alles halbwegs verständlich beschrieben und gezeichnet. Im März ging es mit dem Zelt dann gleich auf den GR221. Dank ‚single-piece‘ geht der Aufbau mit Trekkingstöcken innerhalb von 1-2 Minuten. Unterschätzt habe ich zunächst die extreme Dehnungsarmut vom Chikara, aber nach 3-4 Aufbauversuchen hatte ich den Dreh raus, das Zelt annähernd faltenfrei aufgestellt zu bekommen (leider kommen in dem Moment, wo ein Apsidenflügel geöffnet wird, an irgend einer Stelle doch wieder leichte Falten rein). Steht es stramm und faltenfrei entwickelt es auch bei kräftigem Wind kaum Geräusche. Durch die zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten war Kondenzbildung trotz kalter Nächte in den Bergen mit wenigen Grad über Null kein Thema. Bewährt bei dem steinig-felsigem Untergrund haben sich auch die MSR Groundhook Mini (6 Stück, 57g). Natürlich ist das Zelt mit seinen 716 g nicht wirklich ultraleicht, man bekommt dafür aber ein richtiges Zelt. Soll es leichter sein, muss man schon auf Cuben Fibre zurück greifen, erkauft sich dann aber jedes Gramm Gewichtsersparnis mit mehr als einem Euro (Materialkosten dann ca. 430 €). Für das erste Zeltprojekt war das Chikara daher ein guter Kompromiss aus Dehnungsarmut, Handling, Gewicht und Preis. Natürlich geht es auch mit Silpoly oder Silnylon, mit den bekannten Vor- und Nachteilen. Viel Spaß beim Nachbauen!!
  24. 7 points
    martinfarrent

    Wie andere auf Ultralight reagieren....

    Mein Cuben-Solomid neulich auf einem Campingplatz: "Kostet ja wohl nicht allzu viel, das Plastikteil."
  25. 7 points
    hans im glueck

    Impressionen von Touren

    wegen dem späten schnee wollten wir erst mal ein stück gr 10 laufen hatten das aber schon ne stunde später vergessen und folgten dem gestrichelten pfad am wasser es wurde dann etwas blockiger und im nachhinein stellten wir fest, dass der pfad und der gestrichelte weg auf der karte nicht deckungsgleich waren. mit dem foto ist mir mal wieder ein prima urlaubsportrait von meiner freundin gelungen, für das ich viel lob von ihr ernten werde (eher unten eher mittig). aber: ganz nach hinten zurückgeblickt ein harmloses wölkchen: das wölkchen war ne blockige halbe stunde später plötzlich ganz nah ohne dass es gewindet hätte: wir müssen noch schnell klären, ob rechts oder links hoch (von den beiden hügeln und der mittelmoräne). gefühl spricht für links, schneefeld. der bachlauf spricht für rechts (wir wollen ja zum nächsten see). die karte hilft irgendwie nicht. rechts ist noch ne wiese vor den felsen, aber leider auch keine spur, also mal wasser holen, teatime: und stealth-camping. was nach neun klarts noch mal kurz etwas auf nächsten morgen oben seitlich aufs blockunterlagerte schneefeld: und schwupp sind wir wieder auf dem gestrichelten weg. von see zu see col de l'albe, die letzten 20 meter sehen von unten steiler aus als sie sind und runter zu den juclar-seen: (merens-les-vals - etang vidal - ref. juclar in 2 tagen statt an einem).
  26. 7 points
    wilbo

    Spontaner Heimatovernighter mit ungeahnten Folgen ;)

    ... schicke Badewanne hast Du Dir da gebaut! VG. -wilbo-
  27. 7 points
    Lowtec

    Baja California Biketrail

    Meine Versuche über dem Lagerfeuer mein Essen zuzubereiten scheiterten kläglich. Deshalb gab es kalten Kartoffelbrei mit Tunfisch, war eher mäßig lecker... Am nächsten Morgen war ich um vier wach – Jedlag, Ich packte meine Sachen zusammen, zum Früchstück gab es kalt angerührtes Porridge, das ging einigermaßen. Es war noch stockdunkel als ich los fuhr. Die Piste wurde immer schlechter, immer wieder mußte ich Bachläufe mit Schwemmsand überqueren. Als es dann ins ins Inland ging wurde es richtig anstrengend, teilweise ging es nur noch schiebend vorran, so steil sind die Berge. Meine Wasservorräte gingen langsam wieder zu Ende. Zum Glück konnte ich bei einem Amerikaner im Campingmobil Wasser nachtanken, das war super nett. Es ging weiter durch tolle Berglandschaften, ab und an tauchten Oasen auf, die an den Palmen zu erkennen sind. Es blieb weiter anstrengend, so dass ich am Abend , trotz der langen Fahrzeit nicht ein mal 100 km auf dem Tacho stehen hatte. Nach der Klettertour vom Vortag ging es am nächsten Tag erst einmal tendentiell bergab. Immer wieder kreuzten freilaufende Rinder meinen Weg. Beim Anblick der Missionskirche San Luis (achzehntes Jahrhundert) musste ich mich fragen, was um alles in der Welt den Prister wohl dazu veranlasst haben könnte grade hier an diesem abgelegenen Ort eine Kirche zu bauen. Später wurde das Fahren zunemend meditativer... Kurz vor Ciudad Constitucion geht es kilometerweit durch eine Müllkippe, der Müll wird hier einfach in die Landschaft gekippt, es stinkt, wilde Hunde laufen rum und bellen einen an, Menschen mit dreckigen Klarmotten laufen über die Müllberge und suchen nach etwas verwertbarem, ich hatte ein richtig mulmiges Gefühl und habe mich beeilt durch zu kommen. Noch beeinflusst von den Eindrücken auf der Müllkippe fuhr ich in die Stadt. Ich war erstaunt, hier war jeder dritte Wagen ein neuer Hummer oder sonst eine teure Karre, nur ab und an fuhr mal ein rostiger, verbeuelter Pickup herum, so wie ich es die letzten Tage nur gesehen hatte. Aus jedem Auto drönt laute Musik und vor jedem noch so kleinem Laden steht ein großer Lautsprecher. Einfach irre. Ich habe mich in einem kleinen Hotel für die Nacht eingemietet und mich dann um das Auffüllen meiner Vorräte gekümmert. Zum Abendbrot gab es dann natürlich Taccos vom Straßenimbiss.
  28. 7 points
    Mittagsfrost

    Schnäppchen

    Na ja, „geben“ ist leicht übertrieben. Warte schon 2 Wochen auf meine Bestellung und habe heute mal bei Larca angerufen. „Jo, de Beschdellung uns Geld sinn eigange. Warde noch uff de Lieferung vom Herschdeller. Wann dosch is kannich Enna net sage.“
  29. 7 points
    Um mal etwas anderes ins Spiel zu bringen als die üblichen Verdächtigen (GR20, GR 11, GTA ..): Kom Emine Trail in Bulgarien https://christine-on-big-trip.blogspot.com/search/label/Kom Emine Das ist einer der längsten ununterbrochenen alpinen Wanderwege Europas (650 Kilometer), fast zu 100% Trail, kaum Asphalt, immer oben auf dem Bergkamm. Maximale Höhe im Balkangebirge ist der Botev mit knapp 2400 Metern. Du kannst sogar von Hütte zu Hütte wandern. Anreise ganz einfach über Sofia. Es gibt sogar einen englischsprachigen Wanderführer. https://www.freytagberndt.com/shop/9786199041543-zivko-momcev-kom-emine/ Für mich einer der schönsten Bergwanderwege Europas!
  30. 7 points
    fettewalze

    Impressionen von Touren

    Gezwungenermaßen Ende März nur mit Handgepäck nochmals auf dem GR221/Mallorca unterwegs, da der für die Einführung ins Wandern vorgesehene Begleiter sich kurzfristig schwer am Bein verletzt hatte. 4 Nächte unter freiem Himmel bei sehr gutem, aber kaltem Wetter verbracht und viele neue Alternativ-Routen ausprobiert. Relevant gear: GG G4, Biwaksack, 20 Jahre alter Yeti-DaunenSs +5°, Salomon XA Enduro W, kaltes Essen Bilder sind unbearbeitet und stammen von einem "Knipser". Definitiv sollte man auf dem Weg von Lluc nach Pollenca von der Standardroute abweichen und den Weg über den Puig Tomir einschlagen. Wahnsinnig schöne Blicke bis Cap Formentor vom Gipfel und dann einem Hochplateau sind weitaus angenehmer als stures durch den Wald und Vorstadtgelaufe.
  31. 6 points
    RosiRastlos

    Wie andere auf Ultralight reagieren....

    Pfingsten auf dem Hermannsweg..... Ich lief Richtung Bielefeld durch den Teutoburger Wald als ein Päärchen entgegen kam. Sie: Guten Tag (das sagt man da so ) Ich: Moin (es war noch Vormittag) Sie: Kommen sie aus Hamburg? Ich: Nein, in Oldenburg sagt man auch Moin Sie: Achso... , darf ich noch ne Frage stellen? Ich: Na klar Sie: Von wo sind sie losgelaufen? Etwa ganz aus OL? Übernachten sie in Pensionen? Was habe sie alles dabei? Ich: Nein, von Bad Iburg, nein im Zelt. Sie: Waaaaaaaaaassss???? Ganz allein im Zelt als Frau???? Das ist aber mutig Wo sind denn ihre ganzen Sachen, doch nicht alle in dem Rucksack? Ich: Doch alles drin (es waren ca. 7,5kg inkl. Wasser + Futter) Sie: Das gibts ja gar nicht, darf ich den mal aufsetzen? usw usw.... wir standen sicher ne halbe Stunde im Wald und waren am schnacken. Sehr sympathisch und nett war das und Beide konnten sich nicht vorstellen, dass man SO komfortabel unterwegs sein kann. UND DAS AUCH NOCH ALS FRAU!!!! ich fands gut
  32. 6 points
    itisjustgear

    Hilleberg Anaris

    Gerade gesehen, Hilleberg möchte jetzt auch mitspielen und baut die Zelte von 3F nach... https://docs.hilleberg.net/news/Hilleberg2020-NewsFlyer-Anaris.pdf und Scheint insgesamt etwas größer zu sein als die Zelte aus Asien...
  33. 6 points
    Lowtec

    Baja California Biketrail

    Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Norden, Hier gab es bewässetes Farmland mit Orangenplantagen, alles schön flach, ich kam schnell vorran. Immer wieder kamen mir heute Radler entgegen, die gemeinsam in Mulege gestartet waren. Die kurzen Unterhaltungen waren eine nette Uterbrechung. Nach Ley Federal de Aguas No. 1, wo ich noch einmal nachtanken konnte ging es in einem Flusstal stetig bergauf. Es war schön einsam, aber durch den vielen Sand und die groben Kieselfelder wurde es jetzt richtig anstrengend, dazu wurde es immer heißer. In den höheren Regionen tauchten dann immer mehr wilde Palmen auf und bald fand ich auch eine Wasserstelle, wo ich Wasser schöpfen konnte Ein bisschen weiter fuhr ich noch, bis ich mich in die Büsche schlug und mein Zelt in der Dämmerung aufbaute. Zur Feier des Tages (es war ja schließlich Silvester) gab es wieder ein kleines Lagerfeuer.
  34. 6 points
    Leave no trace und so
  35. 6 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 10 Frühstück an der Lübecker Bucht. Und irgendwie den falschen Weg genommen und dann doch durch das Lübecker Suburbia geirrt und am Ende durch Kleingartensiedlungen an der Wakenitz. Die war echt nett, manchmal sah sie sogar wild aus. Schlussendlich war ich dennoch froh als ich wieder drauszen war. In Groß Grönau hikertrash mäßig essen auf dem Supermarktparkplatz und dann weiter – und wieder hatte ich mit akuter Bocklosigkeit zu kämpfen. In Klempau hatte ich dann ein Einsehen. Hab was nettes gefunden im Wald und um 19.30 bin ich eingeschlafen. Tag 11 Fresh und erholt. Klar ich war einfach ausgelaugt. Ich bin in effektiv 8,5 Tagen über 300km gelaufen und wundere mich weshalb ich fertig bin- stupid me. Ich hab 12h geschlafen. Ich starte und laufe lange lange gerade am Elbe-Lübeck-Kanal lang. Gerade. Auf einem Damm. An einem Gewässer das wie ein Strich in der Landschaft liegt... die Sonne scheint. Sonnenschirm. Mir geht’s gut. Netter Schnack mit einem Hundebesitzer. Ich laufe bis nach Mölln. Ich merke aber das aus der S.H.-Section für mich so ein bisschen die Luft raus ist. Es kommt jetzt der Schlenker rein nach Hamburg auf die nächsten 100km. Landschaftlich erwarte ich nicht mehr viel und das schlägt alles aufs Mindset. Okay vorher noch Ratzeburg- der Ratzeburger See ist schön... aber ich hatte ja auch schon viele - dafür beste Haltestelle: Auf dem Weg Wald, der im Licht schönes macht und nach würzig nach Macchia duftet. Mölln finde ich pittoresk- sehr schöne Altstadt. Am Schmalsee gestaltet sich die Schlafplatzsuche schwierig, viele Menschen wenig Spots aber weiter kann und will ich nicht mehr. Finde was. Sofort schlafen! ...Endspurt... nicht mehr weit bis Hamburg!
  36. 6 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 8 Sowas von verdammt kalt wars, dass ich um 5 ein einsehen hatte und einfach aufgestanden bin. Solche Morgende haben ja den Vorteil, dass die Ausblicke schön sind. Ja sind sie! Ich wickel mich in meinen Quilt und ziehe alles an was ich hab... meine Finger fallen mir gefühlt ab ich leide! Trotz der in Kiel gekaufen Rettungsdecke- achja alles ist dann auch noch klamm. Egal, in den Himmel gucken. Ist schön... Ich krabbelte um somit schon um 7h auf den Bungsberg – yäy dem höchsten Berg S.H.'s (168m) wow! Moor- und Feuchtwiesen begleiten mich immer wieder... und wenn sie dann auch noch wild aussehen... Noch durch weitere herrschaftliche Residuen der Feudalherrschaft gelaufen auf Neustadt zu. Im NSG Neustädter Binnengewässer extra Schlenker durch den Naturwald auf der Burginsel gemacht- hier darf der Wald seit 80 Jahren machen wie er so möchte – Wild! Oh wieder Ostsee. Lübecker Bucht bei Neustadt. - ist doch so oder? Von hieraus noch nach Pönitz gelaufen und mir Camping gegönnt. Tag 9 Die Nacht war...okay. Den Regen hab ich auf dem Camping noch ausgesessen und bin erst gegen 13h losgelaufen. Unprickelnd wars: Schwartautal ganz nett. Auf den letzten Metern viel Landwirtschaft und demnach Pennplatzprobleme. Letzer Wald vor Kücknitz und da Tarp aufgebaut... bezeichnenderweise kann ich mich trotz Foto- und Trailrecherche nicht mehr wirklich erinnern wo ich genau gepennt hab... (Zeit für ein setup Foto ) War nicht so mein Tag. Ich war einfach nur froh als er rum war.
  37. 6 points
    Allen Zeckenphobikern empfehle ich wärmstens folgenden "Dokumentarfilm": https://de.m.wikipedia.org/wiki/C2_–_Killerinsekt
  38. 6 points
    rentoo

    12 Overnighter im Jahr 2019

    Overnighter #03 Mit einem lieben Freund bin ich eine kleine 23 km-Runde im Schwäbisch-Fränkischen Wald gegangen. Ich bin doch immer wieder überrascht, wie toll und anders es vor der Haustüre sein kann. Ich glaube, ich fahre nicht mehr weg. Ich finde es einfach zu schön daheim Grüße an Alle rentoo
  39. 6 points
  40. 6 points
    Omorotschka

    Impressionen von Touren

    Heute war ich paddeln und hab zufällig zwei Packrafter mit ihren Titanrädern getroffen. @astarte hatte ihr 5 teiliges Paddel dabei. Echt super! Das wird demnächst bestimmt wieder ein spannendes Berliner Treffen Kurz darauf habe ich meine Hängematte aufgehängt und hab mir dafür eine prima Stelle am Ufer ausgesucht. Beim Tarpsetup kam dann diese Ente dazu und immer wenn ich nicht hinsah, nagte sie am Baum. Wohl um an das schicke neue Camotarp zu kommen und es zu entwenden... ist das dann Steal(th)camping? @mawi leider muss ich dir mitteilen, dass mir das Tarp ziemlich gut gefällt (ob der Baum hält?) Grüße, Martin
  41. 6 points
    JoeDoe

    Impressionen von Touren

    IIrgendwo Ostsee
  42. 6 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    Di 28.5.2019: Sulmona - Hochtal hinter Castrovalva ca. 820/200m, 7h Heute scheint endlich wieder die Sonne, es soll tatsächlich trocken bleiben Tags wie nachts und ich kann weiterlaufen. Nachdem ich die Stadt verlassen habe, führt mich der Weg heute in das Tal des Sagittarios. Ich laufe eine Zeit am Fluss entlang, als ich eine Frau mit Wanderrucksack sehe. Ich bin erstaunt. Das ist die erste Person, die mir auf dem Weg begegnet. Die Frau stapft in der Wiese herum, als ob sie etwas sucht. Aber was? Ich komme näher und spreche sie an. Es stellt sich heraus, dass sie Österreicherin ist. Sie war schon mehrmals hier zum Wandern und dieses Jahr wird sie eine kleine Gruppe begleiten, die am Donnerstag anreist. Der Grund für das Zick-Zack-Gestapfe in der Wiese wird mir bei Ankunft sofort klar. Der Weg ist durch den vielen Regen überflutet, man muss auf die Wiese ausweichen. Doch auch hier staut sich das Wasser und wir suchen nach einem trockenen Tritt, um vorwärtszukommen. Wir gehen noch ein Stück zusammen und plaudern ein wenig, dann verabschieden wir uns. Ich gehe weiter auf einem wieder fast zugewachsenen Weg durch hohe Wiesen, Jutta macht es sich auf irgendwo gemütlich. Wir sehen uns aber in dem schönen Dorf Anversa degli Abruzzi noch einmal wieder. Ich habe meinen Café in der Bar allerdings schon getrunken, als ich sie treffe und will nicht so lange in dem Ort bleiben, denn ich habe heute relativ viel vor. Mein Plan ist, die eigentliche Etappe, die bis Castrovalva geht, um eine Stunde zu verlängern und noch einmal für die Nacht mein Zelt aufzustellen. Von Anversa aus sieht man das kleine Castrovalva oben am Berg kleben. Sieht noch relativ weit aus, aber der Anstieg durch einen sehr schönen Wald macht Spass. Oben angekommen fühle ich mich eigentlich auch noch recht fit. Der Tag ist gut gelaufen, ich bin auch noch gut in der Zeit. Ich esse nur kurz etwas und suche den Weg der nächsten Etappe. Der Einstieg ist für mich etwas verwirrend, weil ein Weg gesperrt ist, aber wohl nicht für die Wanderer. Ich sehe hinter der Straße eine Art Spielplatz mit Wiese und denke, naja, wenn ich keinen passenden Platz zum Zelten finde, könnte ich hierher zurückgehen. Wobei mir das nicht so gut gefällt so dicht an der Straße. Ich müsste bald auf eine Hochebene kommen bzw. nach einer Stunde einen Sattel erreichen. Dort hoffe ich auf ein schönes Plätzchen für die Nacht. Auf dem Weg verfranze ich mich leider an einer Wegkreuzung an einem Bach. Ein weißer Hütehund, den ich auf der anderen Seite des Baches gesehen habe, hat mich möglicherweise abgelenkt. Ich gehe also eine Weile auf der falschen Seite des Baches entlang, der Himmel sieht nicht so gut aus. Immer mal wieder schwarze Wolken und kurzzeitig ein starker Wind. Ich werde unruhig. Ich will jetzt nicht in schlechtes Wetter kommen. Schnell also einen Platz finden. Ich habe aber auch ziemlich Hunger und bin nun nicht mehr sehr fit. Ich gehe zurück auf den richtigen Weg und weiter Richtung Sattel. Ich komme durch eine wunderschöne Hochebene. Leider kann ich angesichts des nicht so vertrauenserweckenden Himmels die Landschaft nicht so richtig genießen, zwischendurch hat es auch mal etwas getröpfelt. Da ich mittlerweile echt unterzuckert bin, komme ich nur sehr mühsam vorwärts. Irgendwann sehe ich ein Plätzchen, wo ich denke, ja zur Not geht es hier, so richtig gut ist es nicht (zu nah am Weg), hm gehe also noch ein Stück weiter. Plötzlich ist da in einiger Entfernung wieder dieser blöde, weiße Hütehund, der mich und das ganze Tal zusammen bellt. Dabei gibts hier im Moment gar nichts zu hüten. Er will wohl überhaupt nicht, dass ich näher komme. Auch das noch. Was mache ich jetzt. Ich ziehe mich wieder etwas zurück gehe eher an den Rand und will mal unter den Bäumen schauen. Hier ist es aber ganz schön steinig. Zum Glück zieht jetzt der Hund wieder Richtung Dorf vorbei und ich kann weitergehen. Irgendwann will ich einfach nicht mehr und entscheide mich für einen mir relativ eben erscheinenden Platz in dieser sanft hügeligen Landschaft. Das Zelt wird aufgebaut. Diesmal gibt es Wind und es fällt mir leichter, es richtig auszurichten. Als ich drin liege, merke ich nur leider, dass der Untergrund wieder abschüssig ist und zur Zeltwand hin abfällt. Oh je, wenn ich jetzt wieder feuchte Wände habe und so dicht auf die Wand rutsche, der Schlafsack feucht wird, nicht mehr so gut wärmt…. Ich bin irgendwie fix und foxi. Obwohl ich tierischen Hunger habe, mag ich nix essen. Dieses trockene Weißbrot mit Käse mag ich nicht mehr sehen. Habe zwar noch Müsli und Couscous im Rucksack, aber keine Lust, mir was zu machen. Eigentlich will ich nur noch schlafen. Stattdessen grüble und zweifle ich noch ne Runde vor mich hin. Hab ich mich mit dem Zelten etwas übernommen? Eine Erfolgsgeschichte ist diese Nacht auch wieder nicht. Oder lag es an meinem Stresslevel bzw. mangelnde Erfahrung? Eigentlich wollte ich doch... etc. etc. Ich beschließe, erstmal etwas Zeit vergehen zu lassen und das Ganze mit etwas Abstand zu betrachten. Die Schräglage gleiche ich aus, indem auf dem Bauch liegend, eine Körperhälfte (bzw. das linke Bein) neben die Isomatte lege. Die Neoair ist nicht so prall aufgeblasen. Man muss sich nur zu helfen wissen . Im Lauf der Nacht merke ich, dass diesmal die Wände trocken bleiben und es nicht so schlimm ist, wenn ich Richtung Zeltwand rutsche. Somit gibt es noch ein paar Stunden tiefen Schlaf. Heute weiß ich, der hauptsächliche Fehler war, nicht rechtzeitig für Nahrungsaufnahme zu gesorgt zu haben. Und wer weiß, ob es bei den “Profis” auch immer alles so easy ist - auch wenn ich mir einen solchen an jenem Abend herbeigewünscht habe . Am nächsten Morgen mache ich endlich ein Foto von meinem Camp, auch wenn alles nicht so ideal war, gefällt mir das Bild.
  43. 6 points
    sambucus

    20 Gramm Stativ für's Smartphone

    Beim Fahrradfahren hatte ich immer diese Smartphonehalterung am Lenker. Da Dachte ich mir, dass ich die doch auch beim Wandern nutzen kann. Nur anders... Einfach um den Trekkingstock fädeln, Smartphone rein, Trekkingstock in die Erde und fertig ist das Stativ. Das hält echt richtig gut - nichts wackelt und die Höhe ist durch den Trekkingstock vorgegeben. Mit einer RX100 Mark 1 geht es bei mir auch, nur muss man da auf's Display aufpassen und man sieht halt nicht genau, was auf dem Bild ist, da der Stock ja vor dem Bildschirm ist... Bei den späteren Modellen wird dadurch natürlich die Touchscreenfunktion beeinträchtigt. Trekkingstock und Finn - Mehr ist nicht nötig
  44. 6 points
    Kalteicher

    Daunenschlafsack trocknen

    Wenn dein Daunenschlafsack naß wird und du ihn nicht trocken kannst, hast du wohl ein Problem. Die Lösung des Problems möchtest du aber nicht diskutiert haben. Ich hätte da gerne ein Problem. Gruß, Christian
  45. 6 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    Fr 24.5.2019: Forca di Penne - Torre de'Passeri Die Nacht war.. also fangen wir mit dem Positiven an. Ich hatte die Front meines Zeltes (Lunar Solo) offen, durch das Mesh hatte ich wie schon erwähnt, einen schönen Blick auf den Sternenhimmel. Nachdem die Vögel still waren, war es richtig still (bis auf besagtes Auto hin und wieder), aber auch das legte sich. Ich hätte nie gedacht, dass ich so lässig die erste Nacht in der Pampa in meinem Zelt liegen würde. Leicht störend war nur, dass es leicht abschüssig war und ich konnte irgendwie nicht recht einschlafen. So entging es mir leider nicht, dass das schöne Zelt nach und nach von innen nass würde. Kondens. Ich denke darüber nach, was ich falsch gemacht habe. Aber so richtig will mir nix einfallen. Habe versucht es richtig zum Wind zu stellen (war jedoch windstill). Da es ja häufig Westwind gibt, müsste ich es zumindest der Statistik nach richtig gemacht haben. Hoch aufbauen. Hmm, zumindest versucht. Das Mesh unten sah relativ ok aus (mittlerweile hab ich in einem Video gesehen, dass ich den Stock noch höher hätte stellen könnte). Vielleicht lag es aber auch an der Waschküchen-Luft. Nach dem Gewitter war es nämlich kurz warm und das ganze Wasser stieg wieder nach oben. Das beeinflusst natürlich meinen Schlaf erheblich. Bewege mich so vorsichtig wie möglich, da die Zeltwand bedrohlich näher kommt. Rutsche mit der Matte immer wieder nach oben und möglich nahe an das Mesh... nur das ist gegen morgen auch tropfnass... Echt anstrengend, aber jeder fängt mal klein an... Bekomme aber später per Mail die Nachricht, es sei bei den Bedingungen normal, dass die Wände feucht werden. Feucht... naja..., aber bin irgendwie ziemlich erleichtert Und idealerweise geht ja irgendwann die Sonne auf und - große Freude, wenigstens das habe ich richtig gemacht . Sie scheint mir fröhlich in das Gesicht und auf die nassen Zeltwände! Ich schlafe nochmal tief und fest ein, in der Gewissheit, dass alles trocknet. Vor lauter Trödelei komme ich wieder spät los. Hab nicht so recht nen Plan, wie weit ich gehen will. Bis Torre de Passeri gehen, dann mit dem Bus bis Musellaro, dann noch 3h zu Fuß bis Caramanico Terme. Aber dafür bin ich zu spät, die Hitze (eigentlich nur 20 grad und ich mag Hitze... aber wenn man permanent in der prallen Sonne läuft…) schwülwarm, außerdem habe ich zu wenig gegessen. In Pescosansonesco Vecchio angekommen, bin ich völlig fertig, obwohl nur 3h unterwegs (allerdings auf einem fürchterlichen Schlammpiste, zugegeben mit schöner Aussicht. Ich gehe weiter nach Torre de Passeri und entscheide ich mich hierzubleiben , in der einzigen Unterkunft im Ort. Mit der Hilfe der Angestellten aus dem benachbarten Sportstudio wird die Betreiberin des "affitare camere" herbei telefoniert und sie verkauft mir eine Nacht in ihrem Etablissement, ich bin wieder der einzige Gast. Nach einer Dusche mache ich mich auf den Weg in DIE Pizzeria des Ortes. Aber, ich ahne es schon (ich habe eine Lautsprecherdurchsage eines Autos Stunden vorher mitbekommen), es gibt eine politische Veranstaltung in der Pizzeria. Die Leute stehen schon auf der Straße (Europawahl?). Ein Pärchen klärt mich auf und schickt mich zu dem zweiten Ort in der Stadt, wo man etwas essbares zu sich nehmen kann. Ich hätte zu gerne zugehört, was den Leuten erzählt wird. Aber es war voll, ich hatte Hunger und ob ich da so erwünscht gewesen wäre??? Der andere Laden ist klein, Neonlicht, Fernseher, Kids aus dem Ort.... auch gut. Und das Bier schmeckt mir heute so gut. Haut aber auch ganz schön rein, weiß auch nicht, warum.. So geht der Tag zu Ende. Plane morgen, nach Caramanico Terme zu gehen. Und wie es aussieht bei strömendem Regen über den Passo San Leonardo am Sonntag, hier sollte eigentlich mein zweiter Zeltversuch stattfinden. Oder ein Pausentag in Caramanico, oder... will doch aber noch in den Alten Nationalpark. Weniger planen, hab's mir doch vorgenommen. Buona notte. Ach ja, ich mag Torre de Passeri. Es ist ein unspektakulären kleines Städtchen, das nicht wirklich soo viel will und kann, fühle mich aber wohl hier.
  46. 6 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    Do 23.05.2019: Caporciano - kurz vor Forca di Penne 850/800m 6:00h (laut Buch) Ich komme relativ spät los, da ich nach der Nacht im Zug halbwegs ausschlafen wollte. Das Frühstück ist ebenso liebevoll zubereitet wie das Abendessen. Ein Obstkorb mit Kirschen, Aprikosen, Nektarinen... ein Schälchen mit Erdbeeren, Joghurt (sicher selbstgemacht, Milch von den eigenen mucche = Kühe, Brot, Butter und mindestens 10 verschiedene selbstgemachte Marmeladen... Ich kaufe noch ein Mitbringsel UL (heimischer Safrano), naja fast UL, da in einem Glasfläschen verpackt. Dieses fasst jedoch höchstens 5 oder 10ml, andernfalls hätte er die Tour auch nur als Brösel überlebt. Der Safran ist das Thema der heutigen Etappe. Auf der Hochebene von Navelli soll der beste Safran Italiens gedeihen. Allerdings sieht man die Blüte nicht, da sie in aller Morgenfrühe geerntet werden. Dafür sieht man aber jede Menge blühenden Mohn und Ginster (erstes Bild). Um 9:30h komme ich los. Der Wetterbericht verspricht eine kommende Nacht ohne Gewitter, höchstens nachmittags könnte es leicht krachen. Heute habe ich wirklich Lust auf nen ruhigen Abend im Zelt. Mal sehen, ob es klappt. Auf dem Weg nach Civitaretenga durchquere ich eine große Wiese querfeldein (was auf der Tour nicht das einzige mal ist). Ziemlich ungewohnt fühlt sich das für mich an. Wenn mich jemand sehen würde, würde er sich sicher wundern, denke ich. Aber weit und breit ist niemand. Dann gehts nach Navelli. Der alte Ortsteil von Navelli hat kaum noch bewohnte Häuser. Hier suche ich auch vergeblich eine Bar. Diese finde ich erst in Capestrano. Auf dem Weg nach Capodacqua sehe ich das Gewitter aufziehen. Ich müsste jedoch rechtzeitig ankommen, um mich gegebenenfalls unterzustellen. Das klappt auch und ich finde einen zauberhaften Unterstand. Durch die Warterei ist es schon etwas spät, aber ich mache mich doch nochmal auf und entscheide mich gegen ein mögliches B&B in der Nähe des Ortes. Zur Not kann ich mir ja vielleicht auch schon früher als geplant ein Plätzchen suchen. Aber da war ich ziemlich anfänger-naiv. Es ging nämlich ordentlich den Berg rauf, links und rechts Wald, da hätte ich keine Chance gehabt. Ich hatte im Vorfeld der Tour ein paar hilfreiche Tipps von @SouthWest bekommen (danke dafür nochmal), wo ich geeignete Stellen finden könnte. In diesem Fall sollte das kurz vor der höchsten Stelle der Etappe sein. Ich schleppe mich an diesem zweiten Wandertag ganz schön den Berg hoch. Die Luft ist extrem feucht und warm, ich habe nicht so viel gegessen (dieses Problem wird sich in den nächsten Tagen immer wieder zeigen ) und ich könnte literweise trinken. Kurz bevor ich oben bin, sehe ich rechts ne Wiese. Hier könnte ich mal schauen. Ich gehe aber noch ganz rauf, da kommt allerdings ne Autostrasse. Die Wiese ist hier zwar schön eben, aber ich will natürlich nicht direkt an der Autostrasse schlafen - auch wenn kaum was los ist. Außerdem liegt relativ viel Müll rum. Es gibt jede Menge Zettel in Klarsichthüllen an den Bäumen, dass Müll verteilen verboten und das Gebiet videoüberwacht sei. Hm, sehe keine Kameras, sehr seltsam, wie soll das denn gehen? Scheint zudem nicht viel zu bringen... Ich gehe wieder ein Stück zurück und hoffe, dass da keine Kameras sind . Ich schaue mich auf der Wiese um und finde es nicht leicht, ein ebenes Stück zu finden. Und wenn, dann ist es ne echte Buckelpiste. Schade, mein “erstes Mal” sollte mit einem tolles Erinnerungsfoto dokumentiert werden. Nun ist mir aber alles egal, bin ziemlich müde und will schnell das Zelt aufbauen, auch wenn der Platz vielleicht nicht ideal ist. Es dauert etwa, bis ich alles zurechtgerückt hab, esse noch ein bisschen Brot, Käse und meine Neuentdeckung: Kokos-Chiapudding ("Chia-Cup") der Firma Davert. Muss man nur mit lauwarmem Wasser quellen lassen und schmeckt super (man kann damit auch prima das Müsli pimpen). Naja hab nur kaltes Wasser und keine Lust, den Kocher anzuschmeißen. Funktioniert so aber auch. Ein Foto ums Eck mache ich jedoch noch, denn man hat hier schon eine schöne Ausblicke auf die dampfende Natur. Es wird langsam kalt und ich schaue, dass ich schnell unter den Quilt komme. In größeren Abständen höre ich ein Auto, aber hey, so what... “When too perfect, lieber Gott böse”. Ich liege im Schlafsack, bin noch etwas gestresst von der ganzen Aktion und unsicher, ob ich das alles richtig hingekriegt habe. Aber vielleicht war ich ja auch gar nicht so schlecht. Erstaunlicherweise grusel ich mich überhaupt nicht. Ich hatte aber auch bisher keine Zeit darüber nachzudenken… Jetzt versuche ich mal zu schlafen. Das Vorzelt lasse ich offen, finde es irgendwie angenehmer, alles im Blick zu haben. Siehe da, es gibt Sterne und ich kann den Ausblick auf den Himmel und den kleinen Berg da drüben tatsächlich genießen, auch wenn ich merke, dass mein Schlafplatz doch nicht wirklich eben ist. Bin gespannt, wie die erste Nacht im Zelt sein wird...
  47. 5 points
    Cyco2

    Neue Ultraleicht-Ausrüstung

    Nächsten Monat gibt es was neues von 3F. Ein Singlewall Lanshan 2 mit 850g. Angeblich soll auch das Material verbessert worden sein: "Yes, this double-sides silicone fabric is stronger. I have already post the tent fabric test video in 3F ulgear homepage. You can check the news of 3f ulgear community or 3f homepage update." Das Video finde ich leider nicht - findet es einer von euch? https://imgur.com/a/FOLWKVe Fabebook page Reddit: https://www.reddit.com/r/Ultralight/comments/c39z65/single_wall_lanshan_2_coming_in_the_next_month/
  48. 5 points
    Paula 123

    Wie andere auf Ultralight reagieren....

    Bei mir war es umgekehrt. 2016 war ich in Lappland mit 15 kg Baseweight unterwegs + viel zu viel Essen und Wasser (meine 1. Tour jemals). Nach ein paar Tagen traf ich den ersten UL-Hiker meines Lebens. Und ganz ehrlich: Ich dachte, dass er entweder lügt oder dass er wahnsinnig lebensmüde ist. Ich konnte nicht glauben, wie man mit so wenig Kilos (sicher) unterwegs sein kann. Inzwischen, fast drei Jahre später, nach viiiiel Recherchen hier im Forum und im Internet, bin ich selber süchtig. Süchtig nach immer-mehr-Gramm-sparen, süchtig nach Packlisten und süchtig nach immer neuen Ideen, noch mehr Gramm einzusparen. Und inzwischen bin ich diejenige, die ungläubig "bewundert" wird, wie man - trotz Sicherheit - leicht unterwegs sein kann
  49. 5 points
    Waldfrau

    Fahrtenmesser für einen jungen Pfadfinder

    Zum Schnitzen (inbesondere für Kinder) würde ich von einem Messer, das keine feste oder feststellbare Klinge hat abraten. Das kann tatsächlich schief gehen. 11 Jährige sind grundsätzlich gut in der Lage auch mit "gefährlichen" Dingen umzugehen. Und es ist gut, Kinder solche Dinge lernen zu lassen, wenn sie noch in einem Alter sind in dem sie sich was sagen lassen. Ich finde es weit gefährlicher 15-16 Jährige erste Erfahrungen machen zu lassen- da ist dann oft keiner mehr dabei und in dem Alter weiß man alles besser. Ich habe schon mit beiden Altersgruppen gearbeitet- die kleinen warwn bedeutend einfacher wenn es ums Schnitzen ging. Und je stumpfer das Messer, desto größer die Gefahr des Abrutschens. Das nur als kleiner Hinweis von einer Wildnispädagogin. Wichtig sind nur die Regeln, aber wenn er eine Messerprüfung hat, wird er die einschlägigen Grundsätze kennen. Vielleicht wäre dieses Buch eine schöne Ergänzung, ich habe es aber noch nicht in der Hand gehabt: https://natur-instinkte.de/selbstgeschnitzt-natur-instinkte/
  50. 5 points
    sja

    [IT] Durch die Abruzzen im Frühjahr 2019

    So 26.5.2019: Caramanico Terme Gestern noch so motiviert, heute soo müde aufgewacht. Der Wetterbericht verspricht nichts Gutes. Regen, Regen, Regen. Ursprünglich wollte ich heute auf den Passo San Leonardo und dort mein Zelt aufbauen oder weiter bis Pacentro und da übernachten. Nach etwas Grübelei entscheide ich mich, trotzdem loszulaufen. Hm so schlimm ist wird es schon nicht sein, eigentlich tröpfelt es nur und war bisher immer nicht so schlimm, wie vorhergesagt... Nun denn, als ich aus dem Ort rauslaufe und etwas ansteige ist alles in dichten Nebel gehüllt. Es fängt nun richtig an zu regnen. Ich merke bald, es macht keinen Sinn. Alles so nass, dann querfeldein, wenn das noch mehrere Stunden so weiter geht… kehre wieder um, checke in ein anderes Albergo ein und verbringe den Nachmittag in meinen Quilt auf dem Bett, schreibe, schlafe, esse... Die Terme ist leider noch geschlossen. Von Caramanico Terme, ein Ort, der eigentlich sehr nett sein soll, bekomme ich nicht viel mit, denn es regnet wirklich Bindfäden. Zwischendurch bin ich etwas gefrustet, doch das Abendessen in dem altmodischen familiengeführten Hotel bringt mich auf andere Gedanken. Als ich runterkomme, sehe ich im Speisesaal eine große Tafel, besser gesagt die Überreste eines Festschmauses. Es kommt mir eine Signora mit ihrer Tochter im weißen Tüllrock entgegen (offenbar die Hauptperson des Festes). Man erklärt mir, es gab ein cenone (großes Essen), ich möge mich noch 10 min gedulden. No problema. Wenig später stellen Sie mir einfach einen Tisch ins Foyer (bin wieder der einzige Gast am Abend), und erklären mir das Menü. Ich frage, ob ich auch was vegetarisches als Antipasto bekommen kann und sie zaubern mir daraufhin eine Auswahl verschiedener Käsesorten und sehr leckere Bällchen aus Ei und Käse in einer Tomatensauce. Als Primo gibt es Gnocchi aus lila Kartoffeln mit Spargel. Da sie wohl davon ausgehen, dass ich auch als Secondo kein Fleisch mag, kriege ich noch ein zweites Primo - äußert köstliche Ravioli mit Ricotta und Trüffelbutter. Unterhalten werde ich von italienischer Diskomukke aus dem obligatorischen Fernseher. Immer mal wieder kommt die Patrona vorbei und ich komme mit ihr ins Gespräch. Eine ganz humorvolle Frau. Auch sie hat Verwandte in Deutschland und an der französischen Grenze. Sie kann auch ganz gut Deutsch. Sie lernt Deutsch, weil sie die Sprache so schön findet, wow. Nach meiner kurzen Trübsal auf dem Zimmer bin ich nun wieder sehr heiter, zugegeben der mezzo litro vino rosso, den Sie mir gebracht haben, mag dazu beigetragen haben (hatte eigentlich nur ein Viertel bestellt, aber so what... angesichts der Wassermassen, die draußen vom Himmel kommen und des dichten Nebels..). Da die Aussichten für den nächsten Tag nicht besser sind, entscheide ich mich schweren Herzens, statt zu Fuß über den Pass zu gehen, mit dem Bus nach Sulmona zu fahren. Ich will nicht noch einen Tag hier abwarten.
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