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Ultraleicht Trekking

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Beliebte Inhalte

Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 30.06.2021 in allen Bereichen

  1. mawi

    Projekt "West"

    31. Tag Der Wegweiser zeigt Richtung Seenplatte. Ui, Seenplatte. Ich denk da gleich an die große mecklenburgische Seenplatte. Ich schaue auf die Karte und bin enttäuscht. Es sind nur vier kleine Seen. Aber trotzdem nett. An einem netten Campingplatz am See mache ich Frühstück. Ich hole mir nen Kaffee und geb mein Telefon zum Laden ab. Die Sonne lacht und es ist eine sehr angenehme Temperatur. Der Kaffee ist sehr lecker, also hole ich noch einen. Nach ca. einer halben Stunde hole ich wieder mein Telefon ab. QC4 ist schon ne feine Sache. In in rund dreißig Minuten von 35 auf 90% geladen. Der Weg führt um den See. Da erspähe ich ein Ei. Hmm, sieht groß aus für ein Vogelei aus dem Baumnest. Es hat die Größe von einem Hühnerei. Ich frage mich, von welchem Vogel das sein könnte. Da quilt auch schon was raus. Interessiert inspiziere ich es. Ich stochere mit nem Stock an dem Ei rum. Oki, es ist nur ein Osterplastikei ... Da hinten stehen interessante Bullen mit riesigen Hörnern. Ich schätze die Hörner haben gute zwei Meter Spannweite. Beim knipsen vom See komme ich auf den Knopf zum Umschalten auf die Selfiecam. Die hatte ich ganz vergessen, weil die beim alten Telefon schon ewig kaputt war. Leider bin ich heute nicht frontal tauglich. Obwohl ich eigentlich gut und lange geschlafen habe, habe ich unglaublich dicke Augen. Kein Wunder, dass ich erst zwei Kaffee brauchte. Der Weg ist nicht mega spannend, läuft sich aber gut weg. Ich komme durch Maxsain. Der Name hat nicht nur einen französischen Touch für mich, sondern auch einige Häuser in dem Ort. Und ich habe mich schon immer gefragt, wie die Schnecken auf das Tarp kommen. Die klettern wohl tatsächlich die 1,5 mm Schnur hoch. In Staudt spricht mich begeistert ein Mann an. "Mensch, du siehst so gut gelaunt aus und siehst wie ein Wanderer aus. Wo kommst die denn her?!" Wir schnacken ein wenig und er möchte mich auf einen Kaffee einladen. Ich hatte aber leider eben in Wirges sehr reichlich gegessen und war noch extrem satt. Ich sage, dass ich aber immer für ein Eis zu haben sei Er hat aber leider keins da. Plötzlich meint er, dass er mich nicht länger aufhalten will. Ich hätte doch noch so einen langen Weg vor mir. Ich so, joa, heute werd ich sicherlich nicht mehr zum Bodensee laufen. Trotzdem ... Ich habe das Gefühl, dass er mich loswerden will. Vielleicht hat er Angst, dass ich noch nach anderen Dingen Frage, wie Abendbrot oder ein Schlafplatz Ich weiter nach Montabaur. Das Schloss ist schon von weiten zu sehen. Aber aus allen Richtungen immer mit Werbetafeln davor. Im Zentrum bekomme ich es noch einmal in Groß drauf. Hier gönne ich mir erst mal ein Eis. Das ist der erste Einladen auf der Tour, der richtiges dunkles Schokoladeneis hat. Leider ist es nur mittelmäßig Am Abend macht die Sonne ein ganz nettes Licht im Wald. An sich ein angenehmer Tag heute, da es nicht so warm war, aber trotzdem die Sonne schien. Das rechte Bein war heut weitestgehend okay. Ich denk mal das ist jetzt gegessen. Allerdings tat mir heute ab der zweiten Tageshälfte die Sehne am linken Schienbein weh. Nicht so sehr wie damals am rechten, aber schon etwas besorgniserregend. Ich schaue mal wie es morgen früh läuft. Wenn es nicht besser wird klebe ich das Kinesio-Tape drauf. Habe vorhin noch einmal ordentlich gedehnt und massiert. Fühlt sich erst mal gut an. Hier schwirren gerade wieder viele Glühwürmchen umher. Hab mal versucht die Flugspuren fotografisch festzuhalten, aber ohne Stativ gar nicht so einfach Bekomme leider immer nur zwei drauf, obwohl hier alles voll von denen ist
    24 Punkte
  2. mawi

    Projekt "West"

    29. Tag Ich konnte gestern Abend lange nicht einschlafen. Hatte wohl zu viel Kaffee am Morgen. Dementsprechend kurz war die Nacht und zerknautscht bin ich jetzt. Obwohl ich früh aufgestanden bin, komme ich erst gegen halb zehn los. Siegen ist übrigens ganz hübsch. Ich dachte immer das ist so ne Ghettostadt. Is aba nich. Weit komme ich nicht. Ich stoße auf riesige Erdbeerflächen voll mit super reifen Erdbeeren. Die fallen schon ab, wenn man die berührt. Ich hab bestimmt sechs Hände voll gemampft. Es gab so viele, da hätte man Körbe raus schleppen können. Obwohl die Wetterapp kein Regen heute angezeigt, beginnt es zu schütten und ich muss den Poncho raus holen. Der Weg ist ganz nett. Nichts außergewöhnliches, durch den Wald halt aber nett. Und es ist wieder mal keiner außer mir unterwegs. Halt Stopp! Da kommt einer angeschlendert. Als er mich bemerkt beginnt er zu joggen. Aha! Erwischt! Cheater! Während der Mittagspause checke ich kurz die Wetterapp. Kein Regen heute. Ich ziehe los. Fünf Minuten später beginnt es für mehrere Stunden zu schütten. Ich habe die letzte Zeit eh nicht mehr drauf geschaut. Bringt eh nix, da die Vorhersagen fast nie stimmen. Hatte mir im Hotel ne neue App installiert, die auch Unwetterwarnungen ausgibt. Aber das scheint auch für'n Arsch zu sein. Gestern zog gegen halb sieben ein Gewitter mit starkem Regen auf. Dreiviertel sieben sagt die App, das in ca 15 Minuten ein Gewitter und heftiger Regen kommt. Aber da war das Gewitter schon vorbei, es regnete nur noch. Und 15 Minuten vor einem Gewitter zu warnen ist auch sinnlos. Da sieht man es ja schon selbst aufziehen ... Apropos gestern, da hatte ich mir beim Möhrchen schnibbeln in den Finger geschnitten. Mimimimimi ... Nicht sonderlich schlimm, nur blutet es ständig. Eben beim Tarp-Aufbau hat es richtig gesuppt. Es lief wie aus dem Hahn. Hab dann zwei Stripes drauf geklebt, da Pflaster nicht halten. Zusätzlich habe ich noch Pflaster und Panzertape zur Stabilisierung drauf gemacht. Hoffe dass es nun hält. Mittlerweile bin ich im Westerwald. Die Dörfer, zumindest das hier, sind ganz hübsch. Bisher war die Markierung ganz gut. Ab hier wird es verwirrend. Ich glaube da ziehen jedes Jahr die Pfadfinder los, jeder mit fünfzig Markierungen ausgestattet und wer am Ende des Tages alle angebracht hat bekommt ein Wegmarkierabzeichen. Ui, ein Basaltkegel von einem Unterwasser Vulkan und später wohl Opfer und Ritualstein. Iiiih, irgendwie hab ich keine Lust den Wald zu verlassen und in dieser Richtung zu laufen Endlich, nach Stunden lässt der Regen nach. In Hersdorf ist irgendwie die Zeit stehen geblieben. Interessant ist auch, das es hier auf der Ecke mal vier Fleischer gab. Sind jetzt aber alle pleite, wie fast alle anderen Geschäfte. Nur bei Dirks Schnitzel Boutique scheint es gut zu laufen (ist nicht auf dem Bild). Das Haus hier passt irgendwie hat nicht zwischen die anderen (da so aufgehübscht), zumal es auch so Englisch wirkt. Im Wald hab ich den Turm hier gefunden, Stand aber keine Tafel mit was das Mal war. Ich hatte gestern das Kinesio-Tape am Bein entfernt, da es sich zu lösen begann. Ich hatte kein neues drauf gemacht, da es wieder gut zu sein scheint. Nach der Hälfte der Strecke heute hatte ich bei einem längeren bergab Abschnitt wieder ein Stechen im Schienbein. Es verschwand dann wieder. Scheint erst mal okay zu sein. Ich werde es weiter beobachten und im Zweifel das Tape wieder aufkleben. Es ist schon dunkel. Beim Schreiben eben umschwirren mich Glühwürmchen. Ist voll nett
    24 Punkte
  3. Letztes Wochenende 3 Tage Lechtaler Alpen. Hoffentlich motivieren Euch die Bilder. Die Lechtaler sind zwar schwerer erreichbar als die Allgäuer Alpen, dafür rauher, ursprünglicher und menschenleer, wenn man den E5 meidet.
    23 Punkte
  4. Ich weiß nicht, ob das die richtig Rubrik ist, ansonsten bitte verschieben. Hallo zusammen, heute vor fünf Jahren habe ich den Entschluss gefasst, doch mal 1 Jahr draußen zu schlafen. Hat mit toll gefallen. Nachdem das Jahr um war, bin ich wieder von Sonntag bis Donnerstag ins Schlafzimmer gezogen. Der Kater fand das gar nicht witzig, von seinem angestammten Schlafplatz verschwinden zu müsssen. Am diesem Freitag bin ich dann wieder in die Hängematte, weil ja Wochenende war. Am Samstagmorgen am Frühstückstisch stellte ich fest, dass draußen schlafen doch viel schöner ist und beschloss, solange draußen zu schlafen, wie mir das gefällt. Soll ja kein Zwang sein. Nun sind schon 1784 Tage , plus allerdings 41 Tage die ich wegen Krankheit, Hotel oder ähnlichem, leider in einem Bett schlafen musste. Es waren teilweise wilde Nächte mit Sturm und Regen, dann wieder große Kälte. Alles hat auf seine Art Spass gemacht. Mal schauen, wie weit es noch geht. Gruss Konrad
    23 Punkte
  5. mawi

    Projekt "West"

    32. Tag Die ersten Kilometer laufen sich gut weg. Dann macht sich das linke Schienbein wieder bemerkbar. In einem kleinen Lebensmittelladen hole ich mir frisches Obst. Der Inhaber ruft durch den Laden, dass hier ein Wanderer ist und erzählt jedem meine Geschichte. Es kommen immer mehr Leute in den Laden. Hat der die angerufen? Ich bin der "Star" in einer Meute von Senioren. Der Laden ist unangenehm voll, also stehle ich mich davon. Beim Bäcker hole ich noch nen Kaffee. Beim Fleischer steht nen lange Schlange, die wollen wohl alle heute grillen Ich suche mir ein ruhiges Plätzchen neben dem Sportplatz. Und da kommt auch schon die Pausenbespaßung; eine Fitnessgruppe, die direkt vor mir ihren Kurs macht während ich genüsslich denen was voresse Nach dem Essen klebe ich noch das Kinesio-Tape auf mein Schienbein. Ich laufe los. Wow, keine Ahnung wie das funktioniert, aber der Typ der das erfunden hat sollte dafür einen Nobelpreis bekommen. Das Ziehen ist zwar nicht vollständig weg, aber es ist eine deutliche Linderung spürbar. Hätte ich es schon mal gestern drauf geklebt. Der Weg ist bisher nicht so berauschend. Hauptsächlich Straße und befestigte Forstwege. Dazu beginnt mir schon die Suppe den Rücken herunter zu laufen. Das spannendste bisher ist dieses eingewachsene Schild Oh, was ist da los? Die Pferde drehen völlig durch. Als ich näher komme sehe ich, dass es sich um Pferdewrestling handelt. Es kämpfen gerade die Zwillinge Las Chicas del Muerto gegen El Fantastico Endlich etwas Weitsicht: Blick auf Nassau. Ein älteres Ehepaar sitzt hier und wundert sich, warum kein Mensch hier oben ist und diese herrliche Aussicht bestaunt. Ich kann es ihnen sagen: Man kann hier nicht direkt mit dem Auto ran fahren und der Berg ist wohl selbst den e-Radlern zu steil Es ist wirklich wunderschön hier oben. Nur muss ich erst einmal einkaufen, um Pause machen zu können. Gesagt getan, in Nassau fülle ich meine Vorräte auf, es war mittlerweile fast alles aufgebraucht. Uff, jetzt ist der Rucksack wieder voll schwer Ich kaufe auch Ananassaft, da @questor meinte, es sei gut bei Entzündungen. Na mal gucken ob's hilft. Lecker ist es jedenfalls An der Lahn mache ich Pause. Danach gibt es noch ein Eis auf die Hand. Die Lahn: Der Weg an der Lahn entlang ist jetzt nicht so der Bringer. Es ist laut (die dröhnenden Motorräder auf der Straße), die vielen Radfahrer und teilweise Motorradfahrer auf dem Weg und man sieht nichts vom Fluss Von hinten kommt ein Paar mit E-Bikes. Er so "Boah, heute schon 18 km gefahren! Und fünf haben wir noch vor uns. Heftig ...." Das lässt mich etwas schmunzeln. Zum einen war das früher beinah mein Weg zur Arbeit und zurück und zum anderen bin ich gestern das doppelte gelaufen ... Ui! HIMBEEREN!!!!! Der ganze Hang voll!!! Schnell in Sicherheit bringen, bevor sie jemand anderes stibizt. Naja, sie werden wohl eher vergammeln. Ein Radfahrer ruft fragend "Brombeeren?" und ich aufgeregt zurück "Viel besser, Himbeeren!!! An einer Ecke entdecke ich einen schönen Platz, von wo aus man etwas von der Umgebung sehen kann. Die Radfahrer düsen alle vorbei und bemerken den Ausblick gar nicht. Zum Glück, dann bin ich alleine. Das linke Bein macht sich bisher ganz gut, außer bergab, da tut es ziemlich weh. Mal gucken, ich werde es weiterhin beobachten. Zum Abend wird der Weg richtig schön. Ein schmaler Pfad windet sich durch den Wald. Und so wie es aussieht, läuft hier nur selten jemand lang. Kann ich überhaupt nicht verstehen. Dabei gibt es zudem auch noch schöne Aussichtsspots. Hier im Wald umzingeln mich die Mücken. Die sind mega penetrant! Obwohl ich mich reichlich eingesprüht habe belagern sie mich und Stechen in alle kleinen Stellen, die ich nicht eingerieben habe, wie zum Bsp. am Rücken. Die Mistviecher stechen sogar ins Kinesio-Tape, das juckt fies (vor allem schwer zu kratzen). Ahhh, ich habe eine Stelle an den Knöcheln vergessen. Es juckt überall wie Sau .... An einem kleinen Wasserlauf erfrische ich mich ein wenig, in dem ich meinen Kopf und die Gliedmaßen nass mache. Dabei rutscht mir das Telefon aus der Tasche. Ich hatte sie vorhin nicht zugemacht, will ich noch was gucken wollte.... Das Telefon schlittert den Bach hinnunter. Ich springe sofort hinterher, es geht aber steil nach unten und ich bin langsamer als mir lieb ist. Da ich ja darüber schreibe, heißt dass, das es zum Glück keinen Schaden genommen hat. Wobei, die Panzerglasscheibe hat einen Riss oder Kratzer. Aber dafür ist die ja da und das Display hat nix abbekommen. Puh, mal wieder mehr Glück als Verstand gehabt ... Ein altes Kloster: Der Ausblick hier ist ganz nett. Ich sitze hier eine Weile und mampfe was. Eigentlich wollte ich noch ein Stück weiter, aber ich entscheide mich hier zu bleiben. Es umsummt mich ein Schwarm an Mücken. Ich hoffe ich kann schlafen. Die Glühwürmchen sind auch wieder da und in der Nähe zerkloppt jemand eine Flasche. Ich hoffe, die kommen nicht hier her ...
    21 Punkte
  6. mawi

    Projekt "West"

    30. Tag Die Nacht war wieder viel zu kurz. Ich pelle mich nur widerwillig aus dem Quilt. Es ist ziemlich frisch heute und dazu Nieselregen. Sieht zwar etwas mystisch aus, aber es ist ziemlich ungemütlich. Etwas später laufe ich durch ein Wintersportgebiet mit Loipen. Es gibt sogar einen Schlepplift für Alpin. Dabei ist es hat nicht so hoch. Kann mir nicht vorstellen, dass hier die letzten Jahre Schnee lag (außer vielleicht dieses Jahr). Ich bemerke gerade, dass das kein Schlepplift sondern die Leitanlage vom Regionalflughafen ist Hier treffe ich sogar wieder auf den Rothaarsteig. Wusste gar nicht, dass der so weit geht (ist ja nicht mal mehr das Rothaargebirge hier). Wohooo! Ich muss eben durch einen Quantentunnel gelaufen sein. Bin gleich in Salzburg Wobei das auch Schade wäre, denn dann hätte ich den Schwarzwald und die Voralpen verpasst So, hier ist aber wirklich ein Lift und ich muss den überwucherten Hang hoch. Das Gras reicht bis zur Brust. Ich bin bis zum Bauch klitsch-nass. Jetzt ist es mir richtig arschkalt. Ich schaffe es nicht mal mich warm zu laufen, da der Wind so unangenehm pfeift. Erst jetzt sehe ich auf der Karte, das ich heute den ganzen Tag ungefähr auf 500 bis 600 m Höhe laufe. Da kann das mit dem Wintersport Sinn machen. Da es so flach wirkt und nicht hoch und runter geht, dachte ich, ich bin bei 100 bis 200 m ... @danobaja hol das Eis raus, ich bin gleich da! Der Supermarkt in Hof hat Mittagspause. Das es sowas noch gibt. Mir ist immer noch kalt, wenn auch die Sachen langsam trocknen. Im Windschatten einer Scheune haue ich mir nen Wrap mit Schoki, Marmelade, Erdnussmus und Nüssen rein. In Bad Marienberg hole ich mir im Rewe XL Kartoffelpuffer, Kräuterquark und nen Paprikaaufstrich. Lecker! Ich finde den Markt jetzt hat nicht so XL, da war ich schon in größeren und die Auswahl war irgendwie eingeschränkt. Naja, ich halte mich ziemlich lange drin auf, um mich etwas aufzuwärmen und Zeit tot zu schlagen. Da der Weg heute fast nur eben verlief, habe ich die 40 schon am Nachmittag voll. Also geh ich noch zu DM und hol da neues Pflaster und ne neue Zahnbürste. Dann schländere noch durch nen Baumarkt. Oki, jetzt in den Aldi? Ach nee. Ich beschliee dann halt 45km zu laufen und ziehe weiter. Eine Temperaturanzeige bei ner Apotheke zeigt 12°C an. Brrrrrrrr. Es gibt hier ne Aussichtsplattform auf einem Funkmast. Nur leider war heute zu
    21 Punkte
  7. Als ich meinen ersten Thru-Hike auf dem PCT gestartet habe, bin ich durch Zufall mit einem anderen Deutschen gestartet, der den PCT das zweite mal startete und auch sonst enorm viel wandert. Habe einige Angewohnheiten von Ihm übernommen und eigene mit hinzugefügt: gerade am Anfang jede Stunde (wirklich auf die Uhr schauen) eine Pause machen. Dabei Schuhe und Socken ausziehen und lüften, eine Kleinigkeit essen. Am besten richtig ausstrecken. Die ersten 2-3 Wochen reichen 15 Meilen (ca. 22km) darf auch gern etwas weniger sein. Viel Trinken! Immer. gleiches gilt fürs Essen. Vor allem wenn es mal in die Stadt geht. Magnesium. Die ersten drei Wochen. Nicht mit Zeros geizen Immer schön leicht unterwegs sein lange Hose und Shirt. spart Sonnencreme und schützt. Habe auch einmal gegen diese Regeln verstoßen. Beim Frustwandern auf dem Kungsleden. Bin ich mit zu schwerem Gepäck auf den Kebnekaise hoch. Ohne Pausen weiter. Nach zwei Wochen waren die Füße hin. Sehnenscheidentzündung. Seit dem halte ich mich wieder recht eisern an mein Regelwerk.
    20 Punkte
  8. Ich hoffe, ihr haltet mich nicht für einen Zyniker oder Ignoranten, wenn ich hier von einer Wassersportaktivität berichte, während Teile Deutschlands unter Wasser stehen und viele Leute anderes zu tun haben, als Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Immerhin kann ich zur meiner Entlastung anführen, dass ich diese Tour lange geplant habe und mir den Zeitpunkt leider nicht aussuchen konnte. Und den Umständen geschuldet ist dann auch, dass ich die Tour nicht wie geplant zu Ende durchführen konnte. Wie in einem anderen Faden berichtet, habe ich kürzlich Bikepackingtaschen für mein neues Gravelbike hergestellt. Der erste Praxis-Einsatz sollte auf eben dieser Tour auf dem Lech stattfinden. Von unserem Urlaubsort im Allgäu bei Füssen wollte ich - so der Plan - mit einer kompletten Wildwasserausrüstung (Packraft, Wildwasserpaddel, Helm, Schwimmweste, Trocki) nebst Übernachtungsequipment (Tarp, Hängematte, Schlafsack, Kocher) zum Oberlauf des Lech radeln um dann mit dem Boot von Steeg bis Weißenbach zu raften. Am ersten Tag wollte ich bis Steeg radeln, um dann am zweiten Tag morgens mit dem Boot einzusetzen und nachmittags in Weißenbach anzukommen. Anschließend sollte es mit dem Rad zurück Richtung Füssen gehen. Hier zeige ich zunächst, wie ich die Sachen am Rad untergebracht habe. Als Bedingung stand für mich von vornherein fest, dass nahezu das gesamte Equipment am Rad festgemacht werden soll. Einen kleinen Rucksack wollte ich nur für den Fall mitführen, dass irgendetwas unterwegs kaputt geht, bzw. die Befestigung nicht so klappt wie geplant. Das Hauptproblem dabei ist, wie man die Paddel unterbringt, ohne sie quer am Lenker oder im Rucksack zu verstauen, weil das - meiner Meinung nach - dem ganzen Rad seine Beweglichkeit und Agilität nimmt. Bei mir passen die Paddelblätter komplett in die Rahmentasche und die Paddelschäfte stecken daneben und werden am Unterrohr entlanggeführt. Sie ragen neben dem Gabelschaft aus der Tasche, aber beeinträchtigen das Lenkverhalten in keiner Weise - eine wie ich finde perfekte Lösung. Die Rahmentasche hat außerdem noch Platz für jede Menge Ausrüstungsteile, vom Tarp, über das Werkzeug, die Wechselklamotten bis zum Erste-Hilfe-Set. Das Packraft kommt hinter den Sattel, und auch diese Befestigung hat einwandfrei gehalten. Eine Oberrohrtasche habe ich in letzter Minute noch vor dem Urlaub geklebt. Sie enthält Lebensmittel. Mein gesamtes Übernachtungsequipment und auch der Trocki steckt in den Gabeltaschen, links eine TAR-Isomatte (600 g) und eine Cross Hammock aus Cloud 71 (150 g, incl. Aufhängung), rechts mein MYOG-Quilt (400 g) und der MYOG-Trocki (340 g). Alles Übrige, das heißt 2 Liter Wasser, Kocher, Schwimmweste zum Aufblasen, Luftpumpe, weiteres Werkzeug und die Verpflegung wurde in der Lenkertasche verpackt. Die neue Halterung von Ortlieb ist spitze, weil sie ohne nervige Gegenstücke am Lenker auskommt. Aber die Tasche selbst halte ich für eine Fehlkonstruktion, weil sie viel zu schmal für meinen 42-cm-Lenker ausfällt, unten rund ist, sich nicht während der Fahrt öffnen lässt und mit einem nicht dicht schließenden Rollverschluss ausgerüstet wurde. Da werde ich mir in Kürze was Besseres um den Halter herum bauen. Als ich kurz hinter Weißenbach auf den Lech traf, war mir schon klar, dass ich wohl kaum so weit herunter fahren würde, weil "Der blaue Lech" sich durch die Regenfälle der letzten Zeit in einen schlammigen, zum Teil mehrere hundert Meter breiten Strom verwandelt hatte, auf dem man sich im Packraft wahrscheinlich ziemlich verloren vorkäme. Ich füge hinzu, dass es auch während des ersten Tages der Tour nahezu ununterbrochen geregnet hat. Der Pegel selbst war innerhalb von drei Tagen um knapp 40 cm gestiegen. Und diese 40 cm haben dem Charakter des Wildwassers (2+ bis 3) einiges an Wucht dazugegeben. Als ich am Abend des ersten Tages kurz unterhalb von Steeg angekommen war, habe ich - glücklicherweise in einer Regenpause - meine Hängematte direkt am Ufer aufgehängt und bin nach 70 km Gravelstrecke schnell eingeschlafen. Der nächste Tag begann ohne Niederschlag, was ich als gutes Zeichen nahm, obwohl er Pegel noch mal weiter gestiegen war. Nach einem Frühstück habe ich das Gepäck im Boot (Alpacka Gnu) und das Rad auf dem Boot verstaut und hatte zunächst einen ganz guten Eindruck. An Stelle des Sattel vom Gnu, auf dem man eine sehr gute Kontrolle über das Boot hat, habe ich den Sitz meines MYOG-UL-Packrafts mitgenommen. Und der schlackert im Boot und hat mir keine gute Kontrolle über das Boot verschafft. Ein typischer Fall von Stupid Light - wie ich jetzt weiß. Nach dem Einsetzen ging es sofort extrem heftig zur Sache. Das Fahrrad allerdings saß bombenfest und hat das Boot eindeutig stabilisiert. In kürzester Zeit wurde mir klar, dass ich die Befahrung unter diesen Bedingungen nicht sehr lange durchhalten würde, weil die Kentergefahr extrem hoch war und ich keinen guten, stabilen Sitz hatte. Nach etwa 3 Kilometern habe ich - der Vernunft folgend - mich in ein Kehrwasser am Ufer gerettet und habe das Bikerafting abgebrochen. Ich hatte dann noch eine sehr entspannte Graveltour zurück zum Ausgangsort. Weil der Wildwasserhelm keinen guten Sitz zum Radfahren hatte, habe ich ihn noch hinten draufgeschnallt und bin nach anderthalb Tagen wieder bei Füssen gelandet. Mein Fazit: Bikeraften hat bei mir mit Sicherheit noch eine Zukunft, aber ich werde mir etwas zahmere Flüsse aussuchen und keine UL-Experimente mit dem Sitz mehr veranstalten.
    19 Punkte
  9. Soulboy

    NordSüdTrail

    Es ist mal wieder so weit, liebe Foristen. Der nächste Teil meiner Dokumentation ist Online und wie immer wünsche ich viel Spaß beim Schauen. Natürlich wie immer Werbefrei und aus Spaß an der Freud....
    18 Punkte
  10. "Das sieht aber gemütlich aus." "Hast du mal eine Nadel dabei?" "Hey, du kannst dich doch nicht dein Leben lang treiben lassen" Um Punkt 9 Uhr auf dem Rheinsberger Rhin starten zu können, sind wir schon am Abend vorher die 1 1/2 Std. mit dem Zug angereist und haben irgendwo am See genächtigt. Wir waren nicht die einzigen, ist ja klar. Ich war auch sicher schonmal hier. Im Rz85, im Aerius... aber noch nie war's so gemütlich. Ja, in letzter Zeit paddel ich gerne liegend Der Rhin hat den ganzen Tag in Anspruch genommen. Abends waren wir dann auf dem Biwak auf "der Insel". @mawi und L. Danke, dass ihr Einfluss auf meine bescheidenen Wanderpläne genommen habt. Hat mir viel Spaß gemacht. Kipp, kipp, hurra!
    18 Punkte
  11. Ich bin vor zwei Wochen nach Marktredwitz gereist, um den 420 km langen Goldsteig zu laufen. Durch ein paar Umwege sind daraus ungefähr 450 km geworden. Ich bin die Nordroute gelaufen, im Nationalpark bin ich zweimal vom offiziellen Goldsteig abgewichen und habe andere Wege gewählt. (In OpenStreetMap kann man nachschlagen, ob und wann welche Wege begangen werden dürfen. Da in OpenStreetMap auch Weg verzeichnet sind, die nicht mehr betreten werden dürfen, bitte eine App/Anwendung/Webseite bei der Planung verwenden, die die Zutrittsbeschränkungen von OSM auch auswertet!) Auch an anderen Stellen bin ich vom Originalweg abgewichen, z. B. im Naturschutzgebiet "Waldnaabtal" gibt es einen wunderschönen Pfad mit dem Namen "Uferpfad" (während der Goldsteig auf der anderen Uferseite auf Schotter verläuft). An der Blockhütte einfach nicht das Ufer wechseln. Im Prackendorfer und Kulzer Moos empfehle ich auch, dass man nicht den Originalweg läuft, sondern auf den weiter östlichen Pfad ausweicht (langweiliger Schotterweg vs. Bohlenpfad). Gleich am ersten Tag nach vermutlich nicht mal einer Stunde traf ich einen anderen Fernwanderer, der ein ähnliches Tempo und Etappenlänge läuft; so hat es sich ergeben, dass wir den ganzen Goldsteig gelaufen sind. Wir waren 14 Tage unterwegs; wenn An- und Abreise abgezogen werden, dann kommen wir auf 13 Tage. Das Wetter war anfangs oft regnerisch, in der zweiten Woche wurde das Wetter deutliche besser. Insgesamt war der Goldsteig sehr matschig; das soll aber wohl nur dieses Jahr so sein. Ich würde den Weg in vier Teil teilen: 1) Zwischen Marktredwitz und Waldmünchen ist der Weg durchschnittlich bis gut. Es gibt immer mal wieder schöne Pfade, leider geht es öfter man durch kleine Dörfer und damit auch über Asphalt. Die Pfade wechseln sich öfter mal mit Schotterwegen ab. Insgesamt aber mehr Pfade als auf so manch anderem Wanderweg! Highlights waren das Prackendorfer und Kulzer Moos (mit eigener "Umleitung") sowie Waldnaab (mit "Uferpfad"). Die Seenlandschaft bei Wiesau ist auch schön. Der Perlsee ist ein dieser Seen: 2) Ab Waldmünchen wurde der Weg viel schöner: Langsam kamen die Steigungen, es wurde bergiger und pfadiger. Erste Highlights kamen zwischen Althütte und Furth im Wald: Der Schlenker nach Tschechien und zum Kreuzfelsen waren sehr schön. Nach Furth im Wald wurde erneut bergiger, es ging auf die "8 Tausender", die Gipfel wurden immer höher, bis man auf dem Großen Arber steht. Zum Großen Arber kann ich persönlich nur sagen, schnell sein Gipfelbild machen und weg Der Kleine Arber und die Gipfel davor sind m. E. viel schöner. Auch der Mühlriegel (1080 m) ist sehr schön (der Aufstieg aber nur okay). Der Rauchröhren ist einer der "8 Tausender": 3) Aus übernachtungstechnischen Gründen sind wir den Nationalpark an zwei Tagen gelaufen: mehr als 80 km, ca. 2700 hm und ca 2780 hm Abstieg. Leider darf man nicht in den Unterständen übernachten. Aber auf tschechischer Seite gibt es Notübernachtungsplätze: Eine Nacht darf man dort übernachten (unabhängig davon, ob es ein "Notfall" ist oder nicht). Weitere Regeln bitte selber nachlesen Wir haben auf dem Poledník übernachtet (erreichbar über einen Umweg von insgesamt 8 km, also Hin- und Rückweg jeweils ca 4 km). Der Nationalpark ist sehr schön! Viele Pfade, teilweise sogar sehr lange Pfade ohne Unterbrechung durch andere Wege! Felsiger Boden erfordert mehr Aufmerksamkeit (besonders, wenn man so lange Etappen läuft). Den Großen Rachel war gut; ich fand die Aussicht nicht so schön und der Gipfel deshalb "nur" ok. Den Aufstieg zum Lusen fand ich "Banane": Wer einen Aufstieg in einem Zug erwartet, wird enttäuscht. Der Aufstieg wird zweimal "unterbrochen" und eine Unterbrechung ist dann sogar ein Schotterweg bis zur Himmelsleiter. Die Himmelsleiter geht dann auch nur gerade den Berg hoch und wirkt künstlich (ob die Himmelsleiter künstlich angelegt wurde, weiß ich nicht). Den Gipfel selber fand ich sehr schön. Insgesamt war der Nationalpark sehr schön, sehr idyllisch und abenteuerlich; jedenfalls habe ich es so empfunden. 4) Den Abschnitt von Mauth bis Passau war eher schlecht. Es gab zwar noch schöne Passagen, z. B. der Aufstieg und der Abstieg vom Dreisessel (ich empfehle aber dringend den Umweg zum Hochstein zu machen, viel schöner als der Dreisessel). Insgesamt war es aber sehr viele Kilometer auf Wirtschaftswegen! Gelegentlich gab es mal einen Pfad, diese waren dann oft kurz und dann war wieder "Wirtschaftsweg für x Kilometer" angesagt. Dafür sieht man gut die ländliche Seite Bayerns... Bis zum Nationalpark war das Übernachten in Schutzhütten oder Ähnlichem i. d. R. gut möglich. Im Nationalpark hat nicht, da muss man sich im Vorfeld schon überlegen, wie man seine Etappen legt. Wie oben gesagt, sind wir den Nationalpark in zwei Etappen gelaufen; wenn die Kondition nicht vorhanden ist oder das Wetter schlecht ist, kann das dann etwas unschön werden. Nach dem Nationalpark war es bis Passau auch eher schwer, gute Schlafmöglichkeiten zu finden, da es kaum Unterstände oder Schutzhütten gibt. Mein Fazit: Insgesamt sehr schöner Weg mit vielen schönen Pfaden, aber am Anfang gelegentlich auch mal Wirtschaftswege, am Ende des Goldsteigs fast ausschließlich. Das Ende zeigt aber gut, die ländliche Seite Bayerns. Ich würde den Weg weiterempfehlen, da ich ihn sehr schön finde. Nur die Übernachtungen müssen teilweise gut geplant werden! PS: Bei meiner Bewertung beziehe ich mich überwiegend auf Wegbeschaffenheit, da mir das am wichtigsten ist. Der erste Teil z. B. hat auch viele Burgen; der Burgenweg verläuft bis Waldmünchen parallel zum Goldsteig.
    17 Punkte
  12. Seitdem ich bei Adventurexpert das erste mal über das vielversprechende 6D WPB 3L Material gestolpert bin, wollte ich daraus etwas fertigen, doch leider war es lange nicht lieferbar und auch für die Nahtabdichtung fehlte mir immer eine gute und vor allem auch leichte Lösung. Nach mehreren anderen Projekten und einer ohnehin nötigen Bestellung ergab es sich dann und ich konnte mir 2lfm des ersehnten Materials sichern. Zudem konnte ich im Gespräch mit Kajo von AX die Feinheiten im Design vorantreiben/lösen. Insofern kann ich euch nun meine erste Montmolar 6D WPB 3L Regenjacke inkl. SeamSealing & PitZips vorstellen. Das Wichtigste zuerst: 108.5g für eine Größe M! Das Design orientiert sich grundsätzlich an meiner bereits bekannten minimalistischen Windjacke. Für die Nahtabdichtung habe ich das UL 15mm Tape von AX genutzt (Tipp zur Verarbeitung: Direkt! mit dem Bügeleisen drüber gehen, Backpapier verhindert eine ausreichende Erwärmung). Das funktionierte ganz gut - einzig der Bereich um Logo und Aufhänger zeigte beim Test (>1h Dauerregen) Undichtigkeiten. Für die PitZips kamen die von meinen Packs bekannten YKK 0EF Zipper zum Einsatz, welche ich (genau wie den wasserdichten 5C Hauptzipper) mit einem Dyneema Pulley versehen habe. Grundlegend bin ich mit Schnitt und Passung zufrieden. Genauso auch mit der Atmungsaktivität (MVTR ~50k), auch wenn meine TNF Hyperair Shakedry (MVTR ~88k!) doch noch mal deutlich besser lüftet. Bezüglich WetOut habe ich jedoch leichte Bedenken, denn das Material fühlte sich nach oben erwähntem >1h Test doch leicht klamm an und war wohl auch leicht mit Wasser beladen (dezente Verdunklung im Material ersichtlich).
    16 Punkte
  13. mawi

    Projekt "West"

    33. Tag Das ist was von meinen Vorräten übrig geblieben ist, Kaffee und ein paar Nüsse. Ich fülle noch schnell meine Vorräte wieder auf und dann geht's mit dem Zug zurück nach Laurenburg. Ich hatte überlegt von Frankfurt aus weiter zu laufen und den Taunus zu überspringen. Aber ich glaube, dass ich mich im Nachhinein darüber ärgern würde. Und würde bestimmt auch nicht noch einmal zurückkommen, um das Stück nachzuholen. Der Zug ist ziemlich leer. Es scheinen sich aber alle direkt um mich herum zu platzieren, was mich leicht nervt. Der Weg ab Laurenburg schlängelt sich ganz nett durch den Wald. Ich fühle mich irgendwie müde und schlapp. Zudem ist irgendwie meine Kondition abhanden gekommen und ich schwitze wie ein Schwein. Bei jeder Steigung komme ich außer Atem und merke deutlich den Puls pochen. Ich komme an einem Wunschdings vorbei. Fast alle Wünsche drehen sich um Corona und der Sehnsucht nach Lockerungen. Mal gucken ob meiner in Erfüllung geht. Ich komme an der Schaumburg vorbei und mache zu ihrem Fuße Rast. Oh Mann, hier realisiere ich, das ich erst 8km gelaufen bin und dafür 3 Stunden benötigt habe. Dabei hatte ich nicht den Eindruck, das ich langsam unterwegs war Hier scheint ein Scherzbold zu wohnen. An seinem gesamten Grundstück stehen dutzende solcher "lustigen" Sachen: (Wer hier wohl das Dürreopfer war? Das Bier?) Der Weg wird langsam uriger. An sich nett, bedeutet aber auch Zecken, Mücken, Brennesseln, Dornen und Matsch. Ich bin leicht genervt. Völlig zerstochen und zerkratzt falle ich aus dem Wald. Jetzt flutschen plötzlich die Kilometer, ohne dass ich schneller laufe. Merkwürdig... Jetzt merke ich zunehmend das linke Schienbein. Ich leg noch ne Pause ein. Es wird aber nicht besser, im Gegenteil. Puh, was tun. Bin erst 15 km gelaufen, 20 waren geplant. Die Schmerzen werden langsam unausstehlich. Okay, ich mache nach 15 km Schluss und kriech völlig fertig in meinen Quilt. Ich hoffe auf ein Wunder für morgen ....
    16 Punkte
  14. cozy

    München - Nordkap 2021

    7 Tage Abstand sind eindeutig zu viel um es auf dem Handy zu tippen https://www.landstreicher.blog/blog/halbzeit
    16 Punkte
  15. mawi

    Projekt "West" zu Wasser

    Start auf der Fulda Mit dem Zug geht es nach Fulda. Ich komme am frühen Abend an. Am Bahnhof snacke ich eine Kleinigkeit. Oh Mann, und ich dachte immer Berlin sei das Sammelbecken für abgefuckte Leute, aber hier rennen auch viele schräge Leute zum. Die Stadt ist ziemlich hässlich, Kleinstadt mit Shopping-Meile halt. Je weiter ich mich dem Fluss nähere, um so netter wird die Stadt. Am Ende offenbart sich eine richtig schnieke Altstadt. Eine Einsatzstelle ist schnell gefunden. Während ich das Boot aufbaue düsen die ganze Zeit ein paar Paddler den Fluss hoch und runter, immer wieder. Oki, es geht los: Es kommen immer wieder die Paddler an mir vorbei gedüst. Dabei erzeugen sie so krasse Wellen, wie ich es bisher nur von Motorbooten kannte. Krass! Schon nach vielleicht einem Kilometer muss ich umtragen. Der Fluss teilt sich hier. Ich weiss nicht welchen Lauf ich folgen soll. Ich entscheide mich für den Rechten. Nach ein paar Metern scheint ein Wehr vor mir aufzutauchen. Es ist aber nicht auf meiner Karte. Zu nah will ich nicht ran, da die Strömung ordentlich zunimmt. Aussteigen und gucken geht auch nicht. Da sehe ich Leute im Garten. Ich frage, ob das ein Wehr ist. Die meinen, dass es da ordentlich runter geht und ich das mit meinem Bötchen nicht fahren könne. Also drehe ich um. Ich trage direkt vom Rechten Lauf in den Linken durch dichte Brennnesseln um. Die Stelle war suboptimal, 5 m weiter muss ich treideln. Danach ist ordentlich Strömung. Ich passiere das "Wehr" vom Rechten Lauf. Ich denke nur "Na toll! Da hätte ich problemlos runter fahren können". Es waren vielleicht nur 30 cm mit wenig Rückkauf. Außerdem ist es eh recht flach. Gut dass es diesen Sommer so feucht ist, ansonsten wird es schwierig mit paddeln hier. Der Flussverlauf ist die ganze Zeit voll nett. Immer wieder kleine mini Stromschnellen und ein paar Bäume die quer liegen. Ui, eine Blockade. Ich will hier rechts umtragen, entscheide mich aber spontan doch für die linke Seite. Schlechte Entscheidung. Wieder Brennesseln, Mücken und auf der anderen Seite geht es steil runter. Die andere Seite sieht besser aus. Aber ich bin offensichtlich nicht der erste, der hier umträgt. Jetzt kommen noch ein paar fetzige Stromschnellen (max WWK I, wenn überhaupt, aber trotzdem nett). Und dann bin ich auch schon an meinem Ziel für heute angekommen. Als ich das Boot aus dem Wasser ziehe bemerke ich sofort das die Finne fehlt. So ein Mist! Ich hatte sie mit einer Schnur gesichert, aber der Schlüsselring hat sich aufgebogen. Scheiße! Ich ärgere mich. Ich wollte sie zwischendurch auch schon Mal abnehmen, da es stellenweise so flach war und um die Wendigkeit zu erhöhen. Scheiße. Und ich hatte es bemerkt, dass das Boot wendiger ist und nicht mehr so stark mit der Strömung geht. Grummel! Ich komme einfach nicht drüber weg. Da es noch recht früh ist, entscheide ich mich zurück zu laufen. Sie kann sich ja eigentlich nur an den Umtragestellen gelöst haben. Also gehe ich zurück. Zum Glück bin ich heute nicht weit gefahren. An der letzten Stelle finde ich nichts. Bin also umsonst durch das Brennnesselfeld. Ich gehe weiter zu der Stelle, wo sich der Fluss teilt. Da sehe ich, das ich links hätte fahren können. Wäre spaßig gewesen ... Bei der ersten Umtragestelle finde ich nichts. Ich gehe noch zu der Treidelstelle. Jetzt wo ich die Stellen sehe, bin ich mir sicher, das sich die Finne hier gelöst hat und später sich irgendwo verhangen hat. Pfff, ich überlege, ob ich den Fluss ablaufe. Vielleicht hängt sie irgendwo. Oder ich hole das Boot.... Hmmm, schwimmt die überhaupt? Ich gehe verärgert zurück. Irgendwie drückt es die Stimmung. An sich ist es eigentlich auch kein Drama. Aktuell brauch ich sie nicht. Auf der Weser wäre sie bestimmt nett, aber definitiv nicht notwendig. Bin ja schließlich schon die Oder mit dem Yak bei 50km/h Gegenwind gefahren. Ging auch ... Trotzdem wurmt es mich. Ich könnte mir eine neue bestellen, aber die sind erst wieder ab September lieferbar. Zurück am Boot werfe ich mir erst einmal einen Snack ein. Ich schaue bei Kleinanzeigen, ob jemand eine Finne anbietet. Nichts. Ich gucke beim Packrafting-Store. Wohooo, die sind wieder verfügbar! Letzte Woche stand da noch ab September. Und Klick eine bestellt und schwupps ist meine Laune wieder ganz oben Beim Zurücklaufen hatte ich gesehen, dass auf der Wiese sich gefühlt tausende Nacktschnecken tummeln. Da ein Tarp aufzubauen würde um Schneckgedon eben. Deshalb baue ich es unten am Fluss auf. Aber hier sind Mücken die mich auffressen. Aber besser als Schnecken. Mal abgesehen von der verloren gegangen Finne, meiner abgerissenen Sitzlehnenstraffung/Einstellung die ich gebastelt hatte und meinen von den Brennnesseln und Mücken total geschundenen Beinen, war es ein toller Einstieg. Ich freu mich schon sehr auf morgen.
    15 Punkte
  16. Im Forum findet man bisher nicht besonders viel zum Nordalpenweg. Deswegen erlaube ich mir ein Fazit, basierend auf meiner letzten Weitwanderung, hier zu posten. Der Bericht ist eine Kopie meines Berichts von meinem Blog: https://www.wegalsziel.at/nordalpenweg-2021/ Wer mag findet dort auch noch die genaue GPS-Aufzeichnung meiner Route. Unterwegs war ich von Perchtoldsdorf (bei Wien) bis Kufstein zwischen 4- und 15. Juli 2021. Unterwegs habe ich zufällig auch Mr. Hiking Bear getroffen der gerade von Aachen über Österreich bis Richtung Via Adriatica unterwegs ist. Ansonsten habe ich unterwegs nur eine andere Weitwanderin (Sophie von www.weitwanderin.de) getroffen. Den Rest des Nordalpenweges bzw. ein Lückenschluss zwischen Kufstein und meinem Heimatbundesland ist für die kommenden Wochen angedacht (sofern es Zeit, Muse und andere Faktoren hergeben). Sollte es Fragen zum Nordalpenweg generell bzw. im speziellen zu meiner Tour geben, immer gerne her damit. Meine Weitwanderung entlang des Nordalpenweges Mein Vorhaben Die Begehung des Nordalpenweges war in mehrerlei Hinsicht eine logische Wahl. Der Nordalpenweg verbindet einerseits meine Geburtsstadt und derzeitigen Wohnsitz (Bregenz) mit meinem langjährigen und liebgewonnenen Herzenswohnsitz (Wien). Andererseits lässt sich durch die Begehung des Nordalpenweges über kurz oder lang eine konsequente Route von Wien bis ans Mittelmeer verwirklichen. Den Entschluss irgendwann eine durchgängige Linie über die Alpen erwandert zu haben, habe ich zum Ende meiner letztjährigen Alpenüberquerung in Frankreich gefasst. Aktuell konnte bzw. wollte ich mir nur maximal zwei Wochen Zeit für das Projekt Nordalpenweg geben. Eine komplette Begehung des Nordalpenweges über 1.000 Kilometer bzw. die rund 50 offiziellen Etappen in dieser Zeit war unrealistisch. Als starker Geher habe ich mir deswegen das realistische Ziel Kufstein, mit Start ab Perchtoldsdorf, gesetzt. Je nach Routenvariante sollte das einer Strecke von 550 bis 600 Kilometern entsprechen. Der Nordalpenweg ist in einigen Abschnitten durchaus etwas anspruchsvoller. Speziell die Gebiete um den Dachstein, den Hochkönig oder die Zugspitze sind solche. Meistens gibt es einfachere Varianten zur Umgehung der schweren Abschnitte. Bei kritischer Selbsteinschätzung bin ich kein Weitwanderer, der die größten technischen Schwierigkeiten sucht. Mein persönlicher Fokus liegt auf fast & light. Also schnell gehen, weit wandern, mit möglichst geringem Gewicht im Rucksack. Um möglichst wenig Risiken einzugehen erlaube ich mir durchaus auf die einfacheren Varianten zurückzugreifen. Außerdem halte ich mich nicht starr an die vorgegebene Wegführung. Trotzdem hat sich meine Weitwanderung überwiegend am Nordalpenweg orientiert. The Good & The Bad Der Nordalpenweg bietet auf dem Papier viele Eigenschaften welche ich für meine Weitwanderungen bevorzuge. Bergiges Gelände, tolle Panoramen, abwechslungsreiche Abschnitte. Dazu kommt eine einfache An- und Abreise. Eine gute Versorgungssituation entlang des Weges. Möglichkeiten eines vorzeitigen Abbruchs (z.B. bei Verletzung o.ä.) gibt es ebenfalls genügend. Einige für mich wichtige Punkte erfüllt der Nordalpenweg allerdings nicht. Die Möglichkeiten zu biwakieren bzw. über Nacht zu campieren sind stark eingeschränkt. Einerseits ist die rechtliche Situation in Österreich eine sehr strenge. Andererseits war die Platzsuche, mit Ausnahme über der Baumgrenze, schwerer als von mir erwartet. Besiedelte Flächen, bewirtschaftete Almen und undurchdringliche, zugewucherte oder verwüstete, unebene Forste wechseln sich häufig ab. Hier haben sich meine Befürchtungen leider Bewahrheitet und meine Vorurteile gegenüber dem Weitwandern in Österreich erfüllt. Im Endeffekt blieben lediglich zwei Nächte die ich wild campiert habe, eine Nacht am Campingplatz und eine Nacht in einem kleinen, geschlossenen Unterschlupf. Zwei Nächte verbrachte ich in günstigen Gästehäusern und die restlichen Nächte in bewirtschafteten Hütten. Campieren am Nordalpenweg ist nicht immer leicht. Eine Möglichkeit zu schlafen habe ich immer ohne langes Vorbuchen gefunden. Trotzdem sei erwähnt, dass insbesondere an Wochenenden und vorallem in der Hauptsaison beliebte Hütten teilweise lange im Vorhinein ausgebucht sind. Die aktuellen Regeln um Corona (begrenzte Schlafplätze, etc.) verschärfen die Situation. Wer kommunikativ und freundlich ist, findet vermutlich auch Personen am Weg die einen z.B. im Garten oder hinter der Hütte schlafen lassen würden. Da ich den ganzen Tag über gehe und somit wenig in Kontakt mit Personen am Weg komme, hat sich für mich diese Situation allerdings nie ergeben. Hütten und Almen bieten sich für Nächtigungen an. Wie hier alleine im Lager auf der Rotsohlalm am Fuße der Hohen Veitsch. Retrospektiv hat sich für mich auch bewahrheitet, dass Österreich ein dicht besiedeltes Land ist und intakte Natur (entgegen vieler Werbeslogans) selten geworden ist. Bewirtschaftete Forste und verwüstete Wälder sind keine Seltenheit entlang des Weges. Größere Menschenmengen an schönen Tagen bzw. vor allem an Wochenenden und an Hotspots sind vorprogrammiert. Der Alpentourismus kann nicht verleugnet werden. Österreich verfügt über ein schier endloses Netz an Forststraßen. Der Nordalpenweg bedient sich auch großzügig an diesen. Mit Forststraßen und gar längeren Asphaltabschnitten muss man umgehen können. Österreich ist dicht besiedelt. Z.B. auch hier in der Gegend rund um Saalfelden am Steinernen Meer. Forststraßen sind keine Seltenheit in Österreich. Manchmal bieten sie wenigstens auch nette Aussichten, wie hier auf dem Weg nach Radmer an der Stuben. Vermutlich sind einige Abschnitte entlang der originalen Routenführung lohnenswerter als die Varianten die ich gegangen bin. Das kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Positiv überrascht war ich insbesondere von der östlichen, ersten Hälfte meiner Weitwanderung entlang des Nordalpenweges. Die Gebirgsmassive werden Richtung Westen höher, felsiger, karger und imposanter. Im Osten herrschte (zumindest in meinem Fall) jedoch mehr Ruhe und Abgeschiedenheit. Nicht umsonst sind die Verpflegungsmöglichkeiten im östlichsten Teilabschnitt am seltensten bzw. die Distanzen zwischen Supermärkten am größten. So war ich durchaus positiv angetan von Schneeberg, Rax, Veitsch und Hochschwab. Insbesondere die Rax und das Hochschwab haben mir gut gefallen. An einem sonnigen Sommerwochenende kann die Ruhe aber sicher auch schnell verschwunden sein. Auch die Überschreitung des Toten Gebirge (in einer eigenen Variante) hat mir gut gefallen (lediglich das Verbindungsstück zurück zur Originalroute hätte ich besser ausarbeiten müssen). Im Hochschwab, ein Highlight der Tour. Ebenfalls im Hochschwab. Die Durchquerung des Toten Gebirges. Ein Highlight auf einer eigenen Variante entlang des Nordalpenwegs. Wildbach am Hochkönig-Massiv. Abstieg vom Rax-Plateau. Wunderbarer Pfad im Hochschwab. Markierungen und Wegfindung Wanderwege in Österreich sind ausnahmslos hervorragend markiert. An Kreuzungspunkten geben Tafeln ausreichend Hinweise. Meist gibt es auch einen direkten Hinweis auf den Verlauf des Nordalpenwegs, in dem die jeweilige Nummer 01 angeführt ist. Je nach Bundesland kann auch mal eine Zahl vorgestellt sein (z.B. 401). Wer die groben Wegpunkte kennt (z.B. nächste Hütte entlang des Weges), kann sich eigentlich nicht verlaufen. Wegweiser am Nordalpenweg Zur Navigation habe ich wie gewohnt mein Smartphone inkl. Offline-Karten verwendet. Zusätzlich habe diesmal auch die GPS-Tracks auf meine GPS-Uhr geladen und zur Navigation verwendet. Das hat sich als überaus praktisch herausgestellt. Eine ständige Kontrolle am Smartphone erübrigt sich und ein Blick auf das Handgelenk genügt. Wetter Mit dem Wetter hatte ich absolut Glück. Während es im Westen Österreichs überwiegend kühl und nass war, war der Osten geprägt von warmen Temperaturen. An den meisten Tagen war es warm bis heiß. Schutz vor der Sonne und ausreichende Flüssigkeitszufuhr hatten also Priorität. Erst gegen Ende meiner Tour hat sich das Wetter verschlechtert. Am vorletzten Tag durfte ich ab Nachmittag in dichten Wolken und starkem Regen wandern. Der letzte Tag hat dann nochmals den ein oder anderen Schauer mit sich gebracht. Jedenfalls bin ich pünktlich zu Beginn einer ausgedehnten Schlechtwetterperiode ins Ziel gelaufen. Schlechtwetter am Nordalpenweg Verpflegung und Ortschaften Die dichte an Ortschaften entlang des Nordalpenweges ist hoch. Da ich autark unterwegs bin, sind Supermärkte zur Selbstversorung ein Maß für die Verpflegungssituation. Die längsten Abschnitte zwischen potentiellen Einkaufsmöglichkeiten finden sich im östlichsten Abschnitt meiner Route. Maximal rund 90 Kilometer liegen zwischen zwei Supermärkten. Einer der zahlreichen Supermärkte am Nordalpenweg (hier in Gosau) Unterwegs gibt es immer wieder andere Möglichkeiten sich zu verpflegen. Gasthäuser, bewirtete Hütten oder Almen. Wer auf dem Nordalpenweg verhungert, dem kann nicht geholfen werden. Ich habe mich vorwiegend selbst versorgt. In Hütten konsumiert habe ich lediglich im Zuge meiner Übernachtungen auf diesen (Abendessen). Aufgrund meines frühen Tagesbeginns (Abmarsch um 5:45) hatte ich nie Frühstück auf den Hütten. Goiserer Hütte am Nordalpenweg Etwas überrascht hat mich die Wassersituation im östlichen Teil. Wenig Brunnen, kaum Rinnsale. Wo ich mir eigentlich in den Alpen nie Gedanken um die nächste Wasserquelle mache, bin ich doch das ein oder anderemal froh gewesen eine Wasserquelle zu finden. Selbst in den Dörfern gab es selten öffentliche Brunnen. Bei der Hitze waren die Gärten meist leer und ich konnte kaum jemanden um Wasser bitten. Wasser am Nordalpenweg – Der Osten ist trocken, Brunnen eher selten. Fazit Die 560 Kilometer entlang des Nordalpenwegs von Perchtoldsdorf nach Kufstein waren eine tolle Erfahrung. Das eigene Land besser kennenzulernen ist eine interessante Sache. Bereits die Umrundung meines Heimatbundeslandes Vorarlberg im letzten Jahr hat mich einige Dinge mit anderen Augen sehen lassen. Mein Körper und Geist haben trotz intensiver Belastung hervorragend mitgespielt. Das viele Training und die Jahre des Weitwanderns haben sich auch auf dieser Tour bewährt. Viele Anstiege sind lang und steil. Hier eine sehr steile Passage am Gosaukamm. Jede Weitwanderung ist eine Erfahrung und ein Erlebnis für sich. Trotzdem messen wir mit unserem eigenen Maßstab. Der Nordalpenweg muss sich dementsprechend auch an meinen vergangenen Touren messen. Meine Erwartungshaltung war vielleicht etwas zu hoch gesteckt. Szenerie, Landschaft, Abgeschiedenheit, Naturerlebnis und weitere Faktoren reichen nicht an vergangene Erfahrungen heran. Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau. Der Osten ist ruhiger und einsamer, hier z.B. in der Steiermark. Würde ich den Nordalpenweg von Perchtoldsdorf nach Kufstein ein zweites Mal gehen? Nein. Einmal ist in diesem Fall genug für mich. Eher würde ich einzelne Bereiche auswählen und diese z.B. in einem Kurzurlaub genauer erkunden (z.B. Totes Gebirge, Hochschwab, Hochkönig bzw. Steinernes Meer). Trotzdem bereue ich es natürlich nicht mich für diese Wanderung entschieden zu haben. Viele Regionen, wie hier z.B. das Tennengebirge, eignen sich zum weiteren Erkunden. Eines steht jedenfalls fest. Ich werde auch noch die Lücke zwischen Kufstein und Vorarlberg schließen. Ob zwingend am Nordalpenweg oder in einer eigenen Variante bzw. auf einem Mix aus existierenden Weitwanderwegen sei dahingestellt. Ich werde nun ein bisschen entspannen, ehe es in den nächsten Wochen auf weitere Abenteuer geht. Statistiken für die gesamte Strecke zwischen Perchtoldsdorf und Kufstein Distanz: 560 Kilometer Höhenmeter im Aufstieg: 24.500 hm+ Dauer: 11 Tage, 6 Stunden, 24 Minuten Tageskilometer im Durchschnitt: 46,7 Kilometer Durchschnittliche Höhenmeter im Aufstieg pro Tag: 2.040 hm+ Längster Tag: 54 Kilometer Kürzester Tag: 33 Kilometer Pausentage: 0 Tatsächlich zurückgelegte Strecke (aus eigener GPS-Aufzeichnung) siehe: https://www.wegalsziel.at/nordalpenweg-2021/
    15 Punkte
  17. Crusher

    Impressionen von Touren

    Letzten Sonntag bin ich für 2 1/2 Tage die "westfällische" Schleife des Diemeltaler Schmetterlingssteigs gewandert. Der Steig ist relativ neu, ist quasi meine Hausstrecke und wird z. Z. hier überall gehypt und beworben. Ich wohne quasi in der Mitte des 152 km langen Rundweges und machte micht letzen Sonntag von meiner Haustür aus 6 km zum Schmetterlingssteig auf, den ich zwischen Zwergen und Friedrichsdorf Richtung Warburg/Westfalen dann enterte. Die andere Richtung des Weges ist mir gut bekannt und ich bin fast alle Bereiche des Steigs in die andere (die "hessische") Richtung in irgendeiner Form schon gelaufen. Man durchläuft herrliche Ecken Nordhessens wie den Ecopfad Muschelkalk bei Ostheim, die Eberschützer Klippen, Kalkmagerrasengebiete bei Eberschütz, Sielen, Deisel, Langental, Klippenweg bei Bad Karlshafen, der Weser-Skywalk, die Dingel bei Hümme oder die Eberschützer Klippen. Alles tolle Ecken und sehr zu empfehlen. Sonntag ging es also kurz vor Zwergen am Warmberg in die Spur und es ging für knapp 20 km über Zwergen, Haueda, Herlinghausen, Dalheim bis nach Warbug auf dem Campingplatz. Der Weg bis dort hin war wegetechnisch abwechslungsreich, mit einigen Pfaden, wenigen Asphaltpassagen und etlichen Forststraßen. Das ganze immer wieder gespickt mit ein paar schönen Aussichten. Morgens ging es dann von Warburg aus Richtung Ossendorf über den landschaftlich wirklich sehr, sehr schönen Heimberg (ca. 1 km) bis zum Quast, einem ehemaligen Raketenstandort und - wie sich etwas später herausstellte - nicht nur dem geographischen Wendepunkt des Weges. Hier ein paar Bilder bis dorthin: Der Weg verlief nun um den Quast, um mich nun auf der anderen Diemelseite zurück nach Warburg zu führen. Den Wald am Quast verlassend führte der Diemeltaler Schmetterlingssteig ab da an tatsächlich auf knapp 13 km ausschließlich auf Asphalt bis nach Warburg zurück (es gab noch eine etwa 200 m Wegquerung in Wormeln und kurz vor Warburg ging es nochmal auf ca. 500 auf einem Grasweg an Gärten entlang - nur für´s Protokoll ;-)) Das Elend verlief stückweise auf befahrenen Straßen, was hinter Straßenkuppen und/oder in unübersichtlichen Kurven, versteckt hinter 2 m hohen Maisfeldern nicht gerade zu einem entspanntem Wandern beitrug. Alles in allem hat mir dieses Teilstück ordentlich auf die Stimmung gedrückt, weil mir auch der Grund für eine derartige Planung nicht im geringsten erschließt. Ein paar traurige Impressionen des 13 km langen Elends: Nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz in Warburg ging es dann für mich noch knapp 20 km bis nach Hause, welche ich komplett durchdonnerte, damit ich Mittags zu Hause essen konnte Das Teilstück Warburg bis Warburg würde ich somit niemandem empfehlen, dafür gibt es hier in der Gegend einfach zu viele lohnenswertere Ecken und Wege. Den gesamten (hessischen) Rest würde ich aber jedem ans Herz legen, diesen einmal zu erlaufen. Das Ganze von Haueda aus bis eben wieder dorthin. Wer allerdings mal einen schönen Wanderweg sucht, um ihn mit einem Zwillings-Kinderwagen und gar mit dem Skateboard zu befahren, der ist auf der Westfalenschleife des Diemeltaler Schmetterlingssteigs gut aufgehoben (der Teil von Warburg über Ossendorf bis Quast ist aber allemal sehenswert, macht aber insgesamt den negativen Anteil dieses Abschnitts nicht weg!) Grüße aus Nordhessen
    15 Punkte
  18. Danke für euere Resonanz, die viele meiner Überlegungen aufgegriffen hat. Als ich über einen Forumskollegen aus dem Hängemattenforum letzten November von diesem Bike erfuhr, war mir klar, dass ich darauf verzichten würde, mir ein Rad komplett selber aufzubauen. Der Titanrahmen "made in Europe" mit allen Ausstattungsmerkmalen, die ich mir gewünscht habe, ließ mich über die etwas zusammengewürfelte Gruppe und die relativ billigen Teile Sattelstütze, Sattel, Vorbau hinwegsehen. Ein paar Stunden nach meiner Bestellung war das Bike komplett ausverkauft. Zum Material kann ich nur soviel sagen, dass es meiner Ansicht nach keinen besseren Stoff für diese Anwendung gibt. Stylische Gründe spielen bei mir keine besondere Rolle. Wie so oft in unserm Hobby ist es so, dass man von den drei entscheidenden Kriterien Robustheit, Gewicht und Preis nur zwei optimieren kann. Vor dem Hintergrund habe ich mich mit dem gesalzenen Preis für DCF abgefunden. Die Trinkflaschen kann ich auch so in die Rahmentasche stecken. Voraussetzung dafür ist, dass man den Zipper auch während der Fahrt leicht öffnen kann. Und das ist ein Punkt, der bei den meisten käuflichen wasserdichten Rahmentaschen nicht gegeben ist. Ortlieb z.B. verbaut Tizips, was ich für absoluten Overkill halte. Mal ehrlich: wer taucht seine Fahrradtaschen komplett ins Wasser und braucht eine absolute Dichtigkeit? Ich jedenfalls nicht. Durch die Verarbeitung eines ganz normalen YKK 10c Zipper habe ich die Möglichkeit, das Fach mit einer Hand ganz leicht zu öffnen - auch während der Fahrt. Alternativ kann ich das Wasser in den Taschen verstauen, die ich euch jetzt vorstelle, nämlich die Gabeltaschen mit Fidlock-Befestigung Dafür braucht es neben zwei eingeschraubten Magneten keinerlei Halterung am Rad. Die Fidlock-Gegenstücke werden zunächst auf einer Polyethylen-Platte befestigt, die danach ihrerseits auf dem DCF-Material verklebt und festgeschraubt wird. Danach habe ich die Taschen - wie schon die Teile der Rahmentasche - von innen verklebt. So sieht das fertige Ergebnis aus.Das Gewicht ist auch in Ordnung. In die Taschen passen entweder ein Schlafsack oder Quilt, eine Querhängematte mit DCF-Tarp, eine 2 Liter Clean Kanteen Wasserflasche, eine TAR-Isomatte oder mein Trocki nebst Kochset hinein. Mir gefällt die aufgeräumte Optik an dieser Befestigungslösung und dass sich die Taschen mit einem Klick montieren und einem kleinen gegenläufigen Dreh zur Neigung lösen lassen. Die Seiten sind allerdings nicht vertauschbar, weil sonst das Gewicht der Taschen Richtung Öffnung zieht. Kennt jemand von euch eine schlankere Befestigungslösung?
    15 Punkte
  19. Ich bin 2017 mit meinem Vater und meinem Sohn mal zwei Tage auf dem Altmühltal Panoramaweg von Treuchtlingen nach Dollnstein gelaufen. Nachdem mich dieses Jahr im April eine schwere Covid Lungenentzündung für zwei Wochen ins Krankenhaus gebracht hat, hab ich für dieses Jahr im Juli eine kleine Eingehtour gesucht, auch als Fitness-Test. Also hab ich letzte Woche mal den Rucksack gepackt und bin von Dollnstein über Eichstätt und Kipfenberg nach Kinding gewandert. Es ging zum Glück relativ gut. Klar, zum letzten Jahr fehlen mir noch so ca. 10% an Fitness, das kann aber auch daran liegen, dass ich einen Monat im Bett und auf dem Sofa verbracht habe. Auf jeden Fall eine schöne Ecke und ich gehe den Weg, wenn nichts dazwischen kommt, noch zu Ende. Oder vielleicht sogar nochmal komplett am Stück.
    14 Punkte
  20. Als ich *auf* dem PCT unterwegs war, habe ich mir zwei Ziele gesetzt, und zwar zwingend priorisiert: Ziel 1 war, wundervolle 5 Monate auf dem Trail zu haben. Ziel 2 war, in Kanada anzukommen - aber nur, wenn ich das schaffen kann, ohne Ziel 1 zu gefährden. Entsprechend habe ich immer widersprochen, wenn jemand sagte ich liefe den PCT, sondern immer verbessert in "auf dem PCT". Ziel 1 habe ich hervorragend erreicht, ich bin von Ende März bis Anfang Oktober auf dem Trail gewesen (mit einer Woche Unterbrechung am Strand in Costa Rica, als alles Nicht-Gelaufene noch im Tiefschnee lag), Kanada (noch) nicht. Ob ich oben angekommen wäre, hätte ich meine Ziele sportlich ambitionierter definiert - keine Ahnung. Für mich wars richtig so. Ich bin erst auf dem Trail fit geworden, habe mich aber auch am Anfang entsprechend zurückgehalten. Im Süden hörte man ständig die Phrasen "hurts so much" im Zusammenhang mit "joints" und "blisters", es gab schon nach kurzer Zeit, so 200 oder 300 Meilen, mehrere Schienenbeinkantensyndrome, (shin splints), stress fractures, eine rausgesprungene Kniescheibe (?). Praktisch alles bei Leuten, die meinten, sie müssten unbedingt schon dort viele Meilen laufen, während ich in den ersten Wochen eigentlich nur zugesehen habe, nicht zum "one digit miles club" zu gehören. Ergebnis: Nicht eine Blase auf dem Trail, und nur einmal (direkt nach der Strandpause) für 3 Tage aussetzen, weil der Knöchel weh tat. Und ja, ich hab jeden Tag, wenn auch nicht jede Minute genossen. Washington werde ich irgendwann in der Huckleberry-Zeit nachholen. Mit kurzen Tagesetappen, ich fang ja wieder von vorne an, körperzustandsmäßig.
    14 Punkte
  21. Mir ist beim Nachdenken über das Thema noch ein Modell eingefallen, dass zwar aus der Gerontologie kommt, aber vielleicht auch zu dem Thema "Verletzungsgreie Touren" passt: Das Modell heißt SOK-Modell (Selektion, Optimierung, Kompensation) und wurde von Baltes und Baltes vor dem Hintergrund der Erklärung entwickelt, welche Strategien dazu beitragen, dass viele alte Menschen trotz ihrer abnehmenden körperlichen und psychischen Ressourcen ein zufriedenenes Leben führen. Kurz gesagt: Selektion beschreibt die Auswahl und Priorisierung von Zielen, die zu den eigenen Vorstellupngen, aber auch zu den aktuell vorhandenen Ressourcen passen Optimierung beschreibt den Einsatz und das Training bzw. den Neuerwerb zielrelevanter Ressourcen (z. B. Zeit investieren, Fertigkeiten trainieren bzw. erlernen). Kompensation beschreibt vor allem den Einsatz von Hilfsmitteln oder die Inanspruchnahme der Unterstützung durch andere. Es hat sich in der empirischen Forschung zu den drei Strategien als wichtig herausgestellt, dass sie gemeinsam angewendet werden. OT: Ein Beispiel wäre eine ältere Frauar z. B. früher alles für ihren Garten gegeben hat, jetzt aber nicht mehr so viele Kräfte hat. Sie entscheidet sich aktiv dafür, ihren Balkon mit Pflanzen auszustatten (Selektion). Sie trainiert mit der Pflege der Pflanzen ihre Feinmotorik und übt zur Information über solche Pflanzen das Nutzen von Smartphones (Optimierung). Sie fragt Bekannte um Hilfe beim Tragen von Pflanzenerde und schafft sich einen Rollator an, um Pflanzen zu kaufen (Kompensation). Ich dachte nun, dass diese Strategien auch dazu beitragen können, zufrieden und verletzungsfrei (oder zumindest -arm) längere Touren zu machen. Man sucht sich im Vorfeld solche Vorhaben aus, die zum eigenen körperlichen und psychischen Zustand und zur vorhandenen Zeit passen. Vielleicht nimmt man sich dann weniger km am Tag vor oder denkt gar nicht an km sondern "nur" an die Freude am Trail. Und man beherzigt die Tipps von oben mit den Pausen zwischendrin und den Zeros. (Selektion). Dann versucht man im Vorfeld bewusst durch viel Gehen (wie vorher erwähnt wurde) und Trainingstouren an den WE davor, den Körper vorzubereiten. Und man informiert sich möglichst gut, was man auch dem Trail vielleicht noch gebrauchen könnte und wo man es bekommt (Optimierung). Und dann überlegt man, was und wer einem helfen könnte. Stöcke sind da vielleicht wichtig, aber möglicherweise auch Menschen, bei denen man Pausen einlegen kann. Das ist wahrscheinlich alles sehr individuell. Aber zumindest bei mir hat es funktioniert, nachdem ich mir bei der ersten Tour tatsächlich durch Überlastung eine Verletzung zugezogen hatte. Mit den drei Strategien (unbewusst angewendet, aber ich kenne und schätze dieses Modell seit langem im Beruflichen) konnte ich im letzen Sommer tatsächlich noch zwei mehrtägige Touren und einen Overnighter allein mit Zelt (mein Mann mag nicht zelten) machen. Und das ist bei mir schon irgendwie speziell. Denn ich leben seit vielen Jahren mit MS und bin nicht hundertpro ok, was Koordination und Feinmotorik angeht. Aber immerhin konnte ich meinen Traum vom Touren mit den richtigen Etappen, guter Vorbereitung und Stöcken unternehmen, ohne das ich erneut Probleme bekommen hab. OT: Ich kenne einige MSler, die schon seit Jahren einen Rollator ablehnen, weil der doof aussieht. Irgendwie erinnert mich das hier an die Diskussion mit den Stöcken
    13 Punkte
  22. mawi

    Projekt "West"

    Pause Die Nacht war ruhig, es kam auch keiner vorbei. Es nieselt leicht. Ich bleibe noch liegen und döse bis es aufhört ( und noch ein wenig länger ). Bei herrlicher Aussicht gibt es erstmal Frühstück. Ich grübele. Okay, was machen wir mit dem Bein ... *Seufz* Das bisschen umherlaufen eben war okay. Aber wie wird es nach fünf oder zwanzig Kilometern aussehen? Noch ca. zwei bis drei Tage bis Frankfurt. Da habe ich sowieso geplant wieder einen Pausentag einzulegen. Hmmm. Ich blicke auf die Karte ... Tjaaaaa, was tun. Nach weiteren quälenden Minuten entscheide ich mich bis einschließlich Mittwoch Pause zu machen, um das Bein zu schonen und Möglichkeit zur Regeneration zu geben. Es ist also quasi beschlossen. Hier oben habe ich aber kein Internet um zu schauen, ob und wie ich nach Frankfurt komme und was ein Hotel kostet. Also geht's erstmal zum Bahnhof. Der ist nur 3 km entfernt. Die Zugverbindung ist gut und ich finde ein gutes Angebot für ein Zimmer in Frankfurt. Bis hier her ging es zwar ganz gut, aber ein bisschen Schonung ist sicherlich sinnvoll. Besser als mit Schmerzen durchs Land zu ziehen, da bleibt der Spass auf der Strecke. Also auf geht's. Die Zugfahrt ist ganz nett. Es geht direkt an der Lahn entlang. Es ist leider nur sehr kalt im Zug, so dass ich sogar die Fleecejacke anziehe. In Limburg muss ich umsteigen. Im zweiten Zug, der doppelt so lang unterwegs ist wie der erstere, ist es brennend heiß. Ich kann es kaum erwarten wieder aussteigen zu können. Mein Hemd ist klitsch-nass. Schnell noch ein Test gemacht, ein paar Snacks gekauft und während ich auf das Ergebnis warte schlecke ich ein Eis Blick vom Hotelbalkon:
    13 Punkte
  23. Wer von euch mal in den Bergen (in Deutschland und Österreich) unterwegs war kennt diese Schilder, auf denen die Zeit für eine gewisse Strecke z.B. auf den Gipfel angegeben wird. Quelle: rofangebirge.com Mich hat es interessiert, wie diese Zeiten berechnet werden, um diese Formel auch für meine selbst zusammengestellten Routen nutzen zu können, damit ich in etwa abschätzen kann, wie lange ich für eine gewisse Route benötige. Da ich fast jedes Wochenende in den bayerischen Voralpen / Alpen unterwegs bin, habe ich gemerkt, dass ich diese Zeitangaben mit meiner durchschnittlichen Kondition und inkl. Pausen fast immer unterbiete. Könnte ich also diese Zeit mit der entsprechenden Formel ausrechnen, hätte ich eine verlässliche Angabe, wie lange ich bei „normalem“ Terrain (ohne Kletterstellen etc.) selbst bei widrigen Bedienungen (Regen, Hitze usw.) für eine gewisse Wegstrecke benötige und dies auch für nicht-bergiges Terrain anwenden. Zwar geben Navi-Apps wie komoot usw. auch die Zeiten an, aber ähnlich wie navigieren mit Kompass wären das gute Basics, die man brauchen kann. Nach etwas Recherche hat sich herausgestellt, dass jene Zeiten (auf den Schildern) in Deutschland und Österreich identisch berechnet werden und in Deutschland (wie soll es auch anders sein) einer DIN Norm unterliegen (DIN 33466). Laut DAV ist die Formel dabei so ausgelegt, dass auch ungeübtere Person die Strecke in der Zeit schaffen können um zu verhindern, dass Menschen in der Dunkelheit vom Berg absteigen müssen etc.. Für die Schweiz gibt es eine kompliziertere Berechnung. Und jetzt zur Formel: - Für 300 Höhenmeter bergauf werden 1h gerechnet - Für 500 Höhenmeter bergab werden 1h gerechnet - Für 4km Strecke (pauschal) werden 1h gerechnet 1. Aus den Angaben der Höhenmetern (in h) wird eine Summe gebildet. 2. Aus den Angaben zur Strecke (in h) wird eine Summe gebildet. 3. Der kleinere der beiden Werte wird ermittelt und halbiert. 4. Der größere der beiden Werte wird mit dem halbierten kleineren Wert addiert 5. Wegzeit fertig berechnet Beispiel: Tagestour mit 24km und 600m Aufstieg und 1000m Abstieg im Mittelgebirge Höhenmeterzeit: 2h (2x300m = 600m) + 2h (2x500m = 1000m) = 4h Streckenzeit: 6h (6x4km) = 6h -> kleinere Wert = 4h -> 4h/2 = 2h 2h + 6h = 8h inkl. (kleinere) Pausen
    12 Punkte
  24. Tag 3: Hochweißsteinhaus - Obstansersee Hütte Die Nacht verlief unruhig, da mein Lagernachbar anscheinend zu viel Bier getrunken hatte und gefühlt jede halbe Stunde auf die Toilette lief und dabei immer direkt mit seiner Kopflampe in Richtung meines Schlafplatzes scheinen musste (Rotlicht war ihm natürlich auch kein Begriff). Noch vor dem Morgengrauen verließ ich das Lager und machte mich auf den Weg Richtung Porzehütte. Beim Verlassen der Hütte sah ich dann zum ersten Mal das Außmaß des gestrigen Sturms, der auch noch bis tief in die Nacht gewütetet hatte: Tische und Stühle lagen verstreut auf der Terasse rum und selbst den Brunnen, der am gestrigen Tag noch eifrig vor sich hin gesprudelt hat, hatte es erwischt. Dann doch lieber eine Scheißnacht im Lager als unterm Tarp. Da ein Teil des originalen Wegs aufgrund von Altschneefeldern und Geröll gesperrt war, musste ich zunächst wieder absteigen und etwa 20 Minuten auf dem gestrigen Weg zurücklaufen. Danach begann ein mühsamer Aufstieg zum Luggauer Törl, der mich durch nasses Gestrüpp manövrierte. Nach wenigen Minuten waren meine Schuhe, Socken und Füße klitschnass. Als ich den Pass erreichte, trafen die ersten Sonnenstrahlen die Spitzen der umliegenden Berge. Ich musste einige Altschneefelder überqueren bis ich den karnischen Hauptkamm erreichte, auf dem ich die nächsten Stunden verbringen würde. Vom Kamm aus war ich in der Lage im Süden die Dolomiten, inklusive der Drei Zinnen, zu be wundern während im Nordern die schneebedeckten Gipfel der Venedigergruppe schimmerten. Die Etappe zwischen Hochweißsteinhaus und Porzehütte gilt auf dem karnischen Höhenweg, der zu dieser Jahreszeit besonders gut besucht ist, als Königsetappe, und das aus gutem Grund: Ständig geht es rauf und runter, teilweise gibt es ausgesetzte Stellen und man ist dort oben dem Wetter schutzlos ausgeliefert. Aufgrund meines frühen Starts war ich stundenlang alleine auf dem Grad und konnte nicht aufhören vor Freude zu grinsen. Womöglich war dies einer der besten Tage, die ich je auf einem Trail hatte. Gegen 8 Uhr war ich nur noch eine Stunde von der Porzehütte entfernt und allmählich kam mir eine Kolonne von Wanderern entgegen, die sich auf den Weg in Richtung Hochweißsteinhaus machten. An der Porzehütte angekommen, nahm ich einen Kaffee zu mir und füllte mein Wasser auf. Im Anschluss ging es gleich weiter in Richtung Filmoorhütte. Meine Müdigkeit verflog allmählich und die vielen Höhenmeter fielen mir erstaunlich leicht. Auf der Filmoorhütte legte ich eine ausgiebige Mittagspause ein, bevor ich mich in Richtung Obstanserseehütte aufmachte. Der letzte Abschnitt des Tages war wiederum ein absolutes Highlight. Ich folgte weiterhin dem Gebirgsgrad, erklomm letztendlich die Pfannspitze (2678m) und rutschte erneut auf einem Schneefeld in Richtung Tagesziel.
    12 Punkte
  25. Eigentlich hatte ich ja geplant, den Albsteig/HW1 weitestgehend komplett von Donauwörth nach Tuttlingen zu wandern, aber eine Mischung aus Pech mit dem Wetter, fehlenden Skills, umständlichen Corona-Regeln und allgemeiner Genervtheit haben die Tour dann rapide gekürzt. Der kleine Campingplatz vom Kanu-Club Donauwörth ist auf alle Fälle eine Empfehlung wert. Geniale Lage an der Wörnitz, der Ausblick vorm Zelt sagt alles: Nach Monaten Sport- und Anstrengungsverbot ist mein Rücken etwas lädiert, deshalb habe ich das UL-Baseweight mit 900g Zusatzgewicht kaputt gemacht und mich fürs Glamping entschieden. Am Tarp sieht man auch die neu angebrachten Abspannungen für die halben Beaks: Ich war vor 10 schon selig entschlafen, entsprechend früh auch wieder auf. Gemütliches Frühstück in der Dämmerung mit Blick auf Enten und einen Fischreiher, und dann gings genauso gemütlich los zum Startpunkt in Donauwörth. Der Weg führt am Anfang viel durch Wiesen und am Waldrand entlang. Das meiste davon sind normale Feldwege, erst mit zunehmender Entfernung von Donauwörth kam auch der ein oder andere kurze Single Trail dazu. Es lief eigentlich wie am Schnürchen, entgegen aller Befürchtungen ob der langen Untätigkeit. Pünktlich zum Mittagessen hatte ich schon Haarburg hinter mir gelassen und gönnte mir in der Waldschänke einen Sauerbraten mit Spätzle und Kartoffelknödel. Hier fielen dann auch schon die ersten Regentropfen als Vorbote des kommenden. Bis Mönchsdeggingen hat sich das Wetter aber erst mal wieder beruhigt, so dass ich frohen Mutes weiter lief, den Fokus auch auf dem Wasserstand in meinen Flaschen, der genauso niedrig wurde wie der Netzempfang am Smartphone. In der Nähe des "Ursprung" gabs dann einen Bach, an dem mein Micro Squeeze zum Einsatz kam, und als der Weg mal kurz aus dem Wald raus führte, habe ich die Gelegenheit für eine Kaffeepause genutzt. Es trieben zwar immer wieder Fetzen von dunkleren Wolken vorbei, aber es sah eigentlich alles ganz gut aus für einen langen Wandertag. Erst kurz vor Christgarten änderte sich das mit einem Schlag, und ich schaffte es gerade noch bis zu den Bäumen beim geschlossenen Gasthaus dort um mich unterzustellen, bevor die Schleusen richtig aufgingen und es so richtig gewitterte. Zum ersten Mal dachte ich darüber nach, mein Tarp aufzustellen, aber eine geeignete Stelle war dort nicht zu finden. Also habe ich das Gewitter abgewartet und mich wieder auf die Socken gemacht. Kurz hinter Christgarten ging es dann durch ein Wildschweingehege. Dass es mehrere Kilometer im Wald hoch auf einen großen Hügel und dann wieder runter gehen würde hatte ich so nicht auf dem Radar. Kurz vor der Hälfte fing dann der Regen wieder so richtig an, so dass der Dreck vom Boden wieder 20cm hoch spritzte. Schon nach kurzer Zeit boten auch die Bäume keinen Schutz mehr, so dass Rumstehen keine Option war. Also weiter durch den Matsch. Nach ein paar Minuten wäre ich fast von einer Rotte Schweine umgerannt worden, die kreuzten meinen Weg 3m vor mit im Gallopp, machten eine Vollbremsung, starrten mich kurz an und schossen dann grunzend um so schneller weiter in eine Gruppe junger Fichten. Das war zumindest ein Highlight in einer relativ unangenehmen Situation. So gegen 18:00 war ich dann endlich durch das Gehege durch, und der Regen wurde nicht leichter. Ich hielt Ausschau nach einen passenden Platz fürs Tarp, aber hier im Wald war irgendwie nichts, was mir passend erschien. Alles war ziemlich ausgedünnt und von Maschinen zerfurcht, uneben und mit Wurzeln durchzogen, und an den höheren Bäumen waren mir viel zu viele dürre Äste. Kurz vor Schweindorf führte der Weg wieder aus dem Wald und am Rand entlang. Hungrig und langsam etwas Müde hatte ich dann keine Lust, durch das einen Meter hohe, ungemähte Gras zu stapfen. Weit und breit was aber nichts wirklich gemähtes zu finden, und der Wind blies jetzt schon ziemlich mies. In etwa einem Kilometer habe ich dann eine Hecke erspäht, die Windschutz bieten würde, und mich dorthin aufgemacht. Vor dem vorderen Zipfel war eine Wiese, die vergleichsweise kurz war (30cm), und ich war mir nicht sicher, ob sich etwas besseres finden würde. Hohes Gras frisst Innenraum beim Tarp-Aufbau als Halbpyramide, das war mir so nicht bewusst. Es gewitterte wieder leicht, als ich endlich alles so weit aufgebaut hatte und mir eine Portion Nudeln kochte. Handyempfang hatte ich hier nur marginal, also gab es nicht viel, das ich tun konnte. Um 9 kroch ich ins Bivvy, und der Regen prasselte aufs Tarp. Ich wurde nachts wach weil es so leise war. Tatsächlich hatte der Regen aufgehört. Ich freute mich kurz, machte die Lampe an um zu schauen ob alles noch richtig steht, da verflüchtigte sich die Freude. Überall waren Schnecken. Überall. Auf der Außenseite des Tarps genau wie auf der Innenseite. Auf dem Bivvy. Auf den Schuhen, die ich aufgehängt hatte. Auf den Abspannschnüren waren Schnecken, und der Rucksach klebte voll davon. Es war mein persönliches Armaschneckon. So verbrachte ich eine Stunde damit, Schnecken mit meine Plastiklöffel zu entfernen und weit weg zu werfen bevor ich halbwegs beruhigt wieder ins Bivy und unter den Quilt kroch. Danach folgten wirre Träume von aggressiven Schnecken, die mir die Bänder am Rucksack durchgefressen haben. Um 4:30 fing es an zu dämmern, und ich wachte auf um die zweite braune Welle von meinen Habseligkeiten zu klauben. Es gab an dem Morgen kein Müsli, nur ein Snickers. Kaffee ja, den konnte ich mit dem Stiel des Löffels umrühren. Es regnete noch immer leicht, und es hatte auf etwas über 10°C abgekühlt. Und meine Zusatzabspannungen waren ausgerissen, was im Nachhinein nicht so überraschend ist. So ganz kann ich trotzdem noch nicht erklären, wie es zuging, dass ich beim Versuch reinzukriechen das ganze Tarp genau so kippte, dass die Nässe schön gleichmäßig ins geöffnete Bivy und auf den Quilt tropfte. Örks. Zumindest dachte ich daran, vor dem Anziehen in die Schuhe zu schauen und konnte das Mistvieh von Schnecke noch rausschütteln bevor ich meinen Fuß rein steckte. Es half aber nix. Einpacken musste sein, jetzt mit deutlich feuchtem Quilt, den ich heute irgendwie würde trocknen müssen. Ich stapfte zurück zum Trail und durchs hüfthohe Gras am Waldrand entlang. Immerhin ging es dann irgendwann in den Wald und der Regen flaute ganz ab. Die eigentlich schönen Pfade waren durch Maschinen gut durchpflügt, und ich patschte und schlitterte durch den Matsch, hoch auf den Ohrengipfel, auf dem mal vor langer Zeit eine Aussichtsplattform stand von der man das Ries überbliecken konnte, die aber leider nicht wuchs, die Bäume drum herum aber schon, so dass die einzige Aussicht bald die Baumgipfel waren. Ohne Regen legte ich dann die letzten Kilometer nach Bopfingen zurück. Bei eine Stück Erdbeerkuchen mit Sahne und einem Cappucchino überlegte ich, wie es weiter gehen sollte. Der Wetterbericht stimmte nicht wirklich optimistisch, und die Langzeitprognose der NOAA noch weniger. Regen und Gewitter, und die Zugrichtung des Tiefs sollte über Tage perfekt ab Albtraum entlang führen. Der Quilt musste getrocknet werden, also brauchte ich einen geschützten Platz, am besten eine Pension. Das wäre in nicht-Corona-Zeiten einigermaßen unkompliziert gewesen, heute war aber alles unheimlich kompliziert. Testangebote haben oft nur noch Stundenweise offen und sind zehn Kilometer entfernt, und erschwingliche Zimmer waren nicht gerade üppig gesäht. Und da war ja noch der Schneckenschleim auf allen meinen Sachen. Nach einer Stunde, und als der Regen wieder anfing, hatte ich dann die Nase voll. Der Bahnhof war nicht weit. Erst mal nach Hause, das Zeug trocknen und waschen, und nebenbei einen neuen Plan schmieden, das fühlte sich nach der besten Option an. Am ersten Tag bin ich ca. 44km gewandert, am zweiten noch 15, und das ohne Muskelkater oder schmerzende Füße. Dank Hirschtalg war auch die Nässe kein Problem für das Gehwerk. Ich hätte doch meinem ersten Instinkt folgen und das Duplex mitnehmen sollen, dann wäre ich vermutlich am Abend schon bei Aalen gewesen. Aber was solls. Ich habe wieder ein paar Sachen dazu gelernt, so gesehen war es kein kompletter Fail, und manche Abschnitte waren echt schön. Der Wetterbericht ist optimistisch, dass das Tief überwiegend nördlich der Alpen vorbei zieht, deshalb gehts jetzt für eine Nacht nach Saalfelden und dann für mehre Tage hoch auf eine Hütte am Steinernen Meer, wo ich mir die Zeit mit Touren auf die vielen kleineren Gipfel vertreibe, auf denen ich noch nicht war. Dann gehts vermutlich etwas südlicher weiter, aber die Details buche ich, wenn die Wettervorhersage etwas sicherer ist. Immerhin gelte ich ab Freitag in Österreich als geimpft (22. Tag nach Erstimpfung), und mein Test gilt 48 Stunden, nicht nur 24 wie hier, was das Reisen unheimlich entspannt. Auf den deutschen Hütten sind gerade alles elendiglich kompliziert und eine Buchung für Einzelpersonen teilweise unmöglich.
    12 Punkte
  26. mawi

    Projekt "West"

    Pausenupdate Ausgestattet mit ausreichend Verpflegung und IBUs habe ich mich fast vier Tage nicht aus dem Zimmer bzw Bett bewegt. (Da sind auch noch Sachen im Kühlschrank ) Damit habe ich es ganz gut auskuriert (hoffe ich). Gestern Nachmittag habe ich mich mit @effwee getroffen, was sehr nett war. @effwee,danke für das schöne Treffen und die Abwechslung! Außerdem habe ich auch meine Trekkingstöcke von der Packstation abgeholt, die mir netterweise meine Freundin von zu Hause geschickt hatte Ich habe die seit dem Sarek nicht mehr benutzt, da ich es voll peinlich finde damit durch die Gegend zu laufen ( ist ja quasi die Vorstufe vom Rollator ). Sie entlasten aber etwas die Beine, vor allem bergab, wo besonders viel Kraft auf die Schienbeinsehnen und Muskeln wirken. Habe auch gelesen, das Schuhe mit Sprengung, bzw. der daraus resultierende Hackenlauf, das Schienbeinkantensyndrom begünstigen (da hier wie bergab die Hauptkraft im Schienbein ausgenommen wird). Na toll, und da hatte ich extra Schuhe mit 8 mm Sprengung genommen, in dem Gedanken was Gutes zu tun ... (Wobei 8mm jetzt nicht soo viel sind.) Jedenfalls geht es morgen weiter - klack, klack, klack, klack ...
    12 Punkte
  27. Der Bivy ist bis Geldeingang reserviert. Für die Kiste war @Krokodilallizwar der erste (und hat dann zugunsten verzichtet. Danke, mega nett!), aber ich habe eine Anfrage von einem Forenmitglied bekommen, dass ich aus der Zeit in der es @HUCKEPACKS nicht so besonders ging, noch als so herzlich und hilfbereit mit zig Aktionen in Erinnerung habe, dass ich @schwyzi die Kiste als kleines Dankeschön gerne schenken möchte. Also das Ding ist wech! Viel Spaß Bein Trashcraften Und solltest du das olle Tarp nicht benötigen, vielleicht hat @Krokodilallija Spaß daran.
    12 Punkte
  28. Da die „Bitte“ ja schon im Raume steht … wenn genug „Bedürftige“ zusammenkämen, könnte ich mir eine Kleinstserie eines BIKEbeiPACK vorstellen. z.B.: X-PAC VX 21 Daisy-Chain auf der Rückseite Herausnehmbare HDPE-Platte zur Versteifung des BbP Shock Cord inkl. Minitanka und Haken an den beiden unteren Gear Loops und bei Bedarf die Tasche zur Gabel hin abzuspannen, um ein „Hüpfen“ zu reduzieren. Wenn Ihr Euch auf Farbe, Material und Features einigt, könnte man mal drüber reden. @hans im glueckHans kann ja einen Extra-Fred aufmachen. Beste Grüße, LaBu
    11 Punkte
  29. Ich bin gerade auf dem PCT unterwegs (inzwischen etwas über die Hälfte) und hatte Gelegenheit die eine oder andere Trail Verletzung zu beobachten... Gerade am Anfang: - falsches Schuhwerk d.h. entweder zu schwer oder zu klein führt zu Blasen - Zero Drop ist nicht für jeden. Nach ca 300 Meilen sind reihenweise Altra Träger auf der Strecke geblieben da die Füße gestreikt haben. - zu schnell zu viel gewollt sprich klassische Überlastung - trotz Schmerzen weiter auf Ibuprofen Eine kleine Auswahl der Verletzungen: Bandscheibenvorfall (Ursache vermutlich starke Gewichtsverlagerung nach einer Knieverletzung - Da wären ein paar Zeros vermutlich sinnvoll gewesen statt weiter zu laufen), Shin Splints, Blasen, alle Arten von Sehnenscheidenentzündungen, Ermüdungsbruch und ein paar nicht näher zu ergründende Fußverletzungen die aufgrund fehlender Krankenversicherung nicht vom Arzt untersucht wurden. Generell wäre meine Empfehlung: Schuhwerk passend zur Tour und den eigenen körperlichen Voraussetzungen zu wählen. Auf die „Marke“ pfeifen. Im Laden anprobieren. Anschwellen der Füße berücksichtigen. Flexibel bleiben - irgendwann braucht man ein neues Paar Schuhe, nicht immer ist alles verfügbar. Es langsam angehen lassen! Zeros nehmen bevor man das Gefühl hat einen zu brauchen. On Trail Zeros einplanen für lohnende Locations. Leichte Dehnübungen in den Wanderalltag einbauen. Tagsüber gelegentlich Pausieren. In der Mittagspause die Schuhe und Socken ausziehen. Stöcke - ich nutze welche bin aber kein uneingeschränkter Fan. Bergab ganz gut für die Gelenke. Sonst verleiten sie gerne dazu schneller zu gehen als manchmal gut wäre. Beeinträchtigen außerdem den Gleichgewichtssinn. Ich hab meist beide in einer Hand und erwäge einen heim zu schicken... Ich lauf ein paar Meilen pro Tag in meinen Sandalen (hätte nie gedacht dass ich ein zweites Paar Schuhe mal mit mir schleppen würde)
    11 Punkte
  30. vorher: - regelmäßiges Fuß-und Beintraining, Balancierübungen - in den Monaten davor 2 oder 3 Freitag-bis-Sonntag-Wanderungen mit mehr km, als man sie in der Anfangszeit laufen möchte, danach aber richtiges körperliches Ausruhen - groß und weit genuge Schuhe besorgen - gutes, fesselndes Buch aussuchen dabei: - Glück haben. - demütig anfangen: man meint gern, dass man an der Etappenlänge anknüpfen kann, die man im letzten Jahr / bei der letzten langen Tour am Schluss locker gehen konnte. Das geht leicht schief... - sich nicht von irgendjemandem unter Druck setzen lassen, toxische Wettbewerbe vermeiden (auch mit sich selber) - das eigene Tempo finden - auf den Körper hören. Wenn etwas im Schuh drückt, absolutes Mimöschen sein. Wenn die selbe Stelle am Fuß oder Bein längere Zeit weh tut, der Schmerz stärker wird oder am nächsten Tag immer noch da ist: Pause machen. Bäche zum Kühlen nutzen. Pferdesalbe (oder das Mittel deiner Wahl) am Abend auf die Gelenke. Dehnübungen, dabei aber nichts erzwingen, und vor allem dann nicht, wenn schon was gereizt ist. - zum Pausenmachen hilft das Buch. Oder eine Raupe beobachten.
    11 Punkte
  31. Hello, Bin Zurück. Ob und wann ein Reisebericht folgt weiss ich nicht. Verweise hier auf insta im footer. 48 Trail Tage, 1400ish km.
    11 Punkte
  32. BitPoet

    Ich bin dann mal weg ...

    Damit der Thread hier nicht in Vergessenheit gerät: In einer Stunde geht es los in Richtung HW1 (Albsteig) von Donauwörth nach Tuttlingen. Mal schaun, ob ich in 12 Tagen komplett durch komme. Da ich den größten Teil der letzten Monate ein absolutes Sportverbot hatte, ist es schwer einzuschätzen, wie gut die Beine mitspielen. Immerhin sind die ersten Etappen eher flach. Nach den Gewittern der letzten Wochen war ich am Überlegen, ob ich nicht doch das Duplex einpacke, aber nach langem hin und her habe ich mein Tarp ein wenig modifiziert, etwas nach Innen gerückt eine Verstärkung für den Stockgriff aufgeklebt und zwei zusätzliche Abspannpunkte angebracht, so dass ich für die Halbpyramide einen leichten Beak kriege.
    11 Punkte
  33. mawi

    Projekt "West" zu Wasser

    Nachdem ich ja mein Projekt "West" verletzungsbedingt abbrechen musste und den Sommer nicht vergammeln möchte, führe ich das Projekt "West", wie in dem alten Faden bereits angekündigt, auf dem Wasserweg fort. Der Weg folgt natürlich nicht der Route des ursprünglichen Projektes, aber der Philosophie den Westen unserer Republik kennenzulernen bleibt bestehen - diesmal halt vom Wasser aus. Der grobe Plan ist wie folgt: Ich plane in Fulda zu starten und dem gleichnamigen Fluss bis Hann zu folgen. Da vereinen sich die Fulda und die Werra zur Weser. Von hier aus will ich auf der Weser weiter bis nach Bremen. Ob ich auch die Unterweser und Außenweser bis zur Nordsee fahre weiß ich noch nicht. Falls noch Zeit ist, fahre ich noch die Ems. Mitte August soll es dann zum Bodensee gehen. Von da aus möchte ich mit meiner Freundin den Rhein entlang paddeln. Hier ist die Packliste: https://lighterpack.com/r/17ov24 Bedingt durch das Boot, das entsprechende Zubehör und das Unterwegssein auf Wasser liegt das Basisgewicht bei rund 16,3kg. Davon sind aber schon alleine das Boot und das Zubehör rund 9,6 kg. Dazu kommt die robuste Regenjacke und Ersatzkleidung wie z.B. ein zweites Fleece usw. mit zusammen rund 800g. Wegen dem Boot brauche ich einen entsprechenden Rucksack, der wiederum mit geschätzten 1,5 kg zu Buche schlägt. Und dann habe ich noch ein Solarpanel dabei. Ich möchte Mal testen, wie gut das mit Solar unterwegs geht und ob das vielleicht eine Option für den Winter sein könnte. Zieht man all diese Sachen ab, liegt das Basisgewicht bei rund 3,9 kg. Im Unterschied zur Packliste beim Ursprungsprojekt (und den oben erwähnten Dingen) unterscheidet sich diese eigentlich nur in der Isomatte und dem Tarp. Bei der Isomatte setze ich jetzt auf Komfort (also meine TAR XTherm) und da ich die Regenjacke habe nehme ich unser großes Tarp statt dem Ponchotarp mit (auch für den Fall, dass meine Freundin zwischendurch dazu stößt). Und um die Isomatte zu schützen, wandert noch unser 2 Personen Unterlage aus Tyvek mit in den Rucksack (statt der Polycro-Unterlage). Ansonsten hat sich glaube nichts weiter geändert. Hmmm, nochmal checken ... Ah ja, ich nehme noch die große 4l Trinkblase mit, damit ich entspannter paddeln kann und mich nicht ständig um Wasser kümmern muss. D.h. aber nicht, dass ich die immer mit 4l fülle (wird sehr wahrscheinlich sehr selten bis gar nicht passieren). Ach ja, was nicht in der Packliste ist, dass sind ein paar Meter Schnur und ein paar Karabiner (zusammen vielleicht 50g???), da das Boot neu ist und ich es mir sozusagen noch einrichten muss. Ich hoffe, dass die Schultern durchhalten Ansonsten muss ich auf ein Liegerad umsatteln. Danach gehen mir aber langsam die Ideen für Fortbewegungsmöglichkeiten aus.
    10 Punkte
  34. mawi

    Projekt "West" zu Wasser

    1.Tag (Fulda) Ich komme heute nur schwer aus den Quilt. Das Rauschen vom Fluss hat mich irgendwie nicht schlafen lassen. Immerhin wurde ich weitestgehend von den Mücken und Schnecken verschont. Ich habe aber eine neue Entdeckung gemacht. Es scheint so. Dass die Schnecken voll auf stinkende Schuhe abfahren. Ich hatte mehrmals welche in der Nacht von den Schuhen gesammelt. Auch jetzt eben. Aber sonst waren keine auf den anderen Sachen unterwegs. Diesmal standen die Schuhe auf der Unterlage. Sonst stelle ich die immer drunter. Vielleicht riechen die Schnecken die Schuhe, peilen aber nicht, dass sie unter der Unterlage sind und irren dann oben rum. Ich werde es Mal weiter beobachten. Offensichtlich mögen sie auch mein Boot. Ich sammle mindestens 20 von den Bierstern vom Boot. Die sitzen in all erdenklichen Ecken und Ritzen. Bis ich startklar bin ist es kurz vor 11 Ich überlege noch kurz, ob ich mit dem Boot zurück gehe und das Stück von gestern noch Mal fahre, wegen der Finne. Ich denke aber, dass es zu großes Glück Bedarf, um sie zu finden. Der Flussverlauf ist weiterhin sehr schön und abwechslungsreich. Plötzlich sehe ich im Augenwinkel ein recht grosses Tier hektisch ins Wasser springen. Ich erschrecke - ein Wildschwein! Ach nee, ein Biber. Er steuert genau auf mich zu. Was hat er vor? Mein Boot umkippen? Ein Loch hinein beißen? Er taucht unters Boot und auf der anderen Seite sehe ich dann kurz den Schwanz an der Wasseroberfläche. Puh, Glück gehabt, so wie der auf mich zu ist weiss man ja nie Ein Stück weiter ist der Fluss wieder versperrt. Ich frage mich, wie viel davon vom Hochwasser angespült wurde und was davon die Biber angehäuft haben Ich steige aus um die Passiermöglichkeiten auszuloten. Das einfachste ist wohl einfach drüber. Wild geht es weiter. Das Umtragen ist immer sehr müßig. Da wünsche ich mir immer ein Alpacka Scout oder ähnliches Meist ist der Fluss ziemlich tief und bereit, aber immer wieder gibt es sehr flache Stellen, wo man aufsitzt. Gegen 12 ist erst mal Frühstück angesagt Nach der Pause fängt es an zu regnen. Eine gute Möglichkeit mal die Spritzdecke zu nutzen. Ich fahre nur ein paar Meter und es kommt ein Wehr. Na toll, eben habe ich die Spritzdecke angelegt. Also wieder raus. Plötzlich hört es auf mit regnen. Als ich auf der anderen Seite wieder eingesetzt habe, fängt es plötzlich wieder an. Na da meinte es der Wettermann wohl gut mit mir. Ab Kämmerzell wird die Fulda deutlich tiefer und breiter. Bis hier hin war es teils mit dem Baracuda kritisch. Ein kleineres Boot hätte auf jeden noch mehr Spaß gebracht. Trotzdem gibt es ab Kämmerzell hin und wieder auch sehr flache Stellen. Wie zum Beispiel hier, eine Wanderfurt. Für die Wanderer sicherlich toll, aber für die Paddler ... Vor wenigen Metern war eine Kanuverleihstation. Und bereits hier weißt ein Schild Bier 2€ und Schnaps 1€ aus. Gut dass heute nicht Wochenende ist ... Am Abend mache ich an einem Wasserwanderparkplatz halt. Ich fülle mein Wasser auf und esse einen Wrap. Noch kurzer Besuch auf dem Dixie. Plötzlich wird es draußen dunkel und es fängt an zu gießen. Ich sitze den kurzen Schauer auf dem Dixie ab. Als ich losfahre scheint wieder die Sonne und es ihr ist windstill. Zuvor war es heute ziemlich windig. Zum Glück kam der Wind meist aus Richtung Süden und hat ordentlich geschoben Jetzt ist das Wasser glatt wie ein Spiegel. Nur mein Boot durchzieht es mit kleinen Wellen. Eh, was macht ihr für einen Schweinskram auf meinen Boot?!? Summa summarum war es trotz Mücken und Brennnesseln beim Umtragen ein toller Tag. Ach ja, mich nervt es, dass die Canua-App manchmal die Position nicht richtig angezeigt. Oft liegt sie hunderte Meter daneben, aber die Position ist immer auf dem Fluss. Man muss also immer mit einer anderen App gegen prüfen.... Ansonsten merkt man auch an anderen Stellen, dass die noch Beta ist. Aber die Infos zu den Wehren usw. sind sehr praktisch.
    10 Punkte
  35. ...wenn du gemütlich in der Hängematte liegst und dir überlegst ob sich die Rüpel auf dem Partyfloß mit der abgesägten Zahnbürste zur Strecke bringen lassen. ...wenn du es aber doch bleiben lässt, weil du dann dein Tarp neu abspannen müsstest.
    10 Punkte
  36. Nachdem ich hier vor einigen Wochen bereits einen Post zur Tourenvorbereitung abgesetzt habe, würde ich gerne meine bisherigen Erlebnisse auf dem Austria Skyline Trail teilen. Zuerst einmal: Danke an alle, die meine Stupid-Light Packliste auseinander genommen haben und mir zu wärmerer Kleidung geraten haben. Das war Gold wert. Nun zu der Tour an sich. Ich wollte eigentlich den ganzen Loop in einem Rutsch laufen, bin dann aber aus privaten Gründen nach den ersten zwei Etappen von Sillian aus wieder nach Hause gefahren. Am vergangenen Donnerstag ging es dann wieder mit dem ersten Zug nach Nikolsdorf, um den Rest des Trail Eastbound abzuschließen. Der Tag endete nicht so erfreulich, da ich beim Abstieg ausgerutscht bin und auf meinem unteren Rücken landete. An Weitermachen war danach erst einmal nicht zu denken. Glücklicherweise war ich in der Nähe einer Ortschaft, die überraschender Weise eine Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn nach Salzburg ermöglichte. Ich werde mich jetzt einige Wochen ausruhen und dann hoffentlich den Rest des Trails im August abschließen. Tag1: Nikolsdorf - Karlsbader Hütte Da der Trail ein Loop ist, kann man theoretisch an jedem x-beliebigen Punkt einsteigen. Ich entschied mich für den offiziellen Startpunkt am Bahnhof in Nikolsdorf. Als ich gegen 9:30 die besagte Haltestelle erreichte, scheinte die Sonne und ich freute mich nach langer Zeit mal wieder mehrere Tage am Stück in der Natur zu verbringen. Da es keinen Terminus, und leider auch kein Schild in Bezug auf den 360° gibt, musste ich direkt erstmal mein GPS checken, um den richtigen Weg zu finden. Nach einigen Minuten tauchte aber schon der erste gelbe Wegweiser auf, der mich zum ersten Zwischenziel des Tages verwies: das Hochstadelhaus. Der Aufstieg verlief zunächst relativ unspektakulär. Ich genoss den Schatten im Wald und arbeitete mich langsam nach oben vor. Nach einiger Zeit wurde der Trail deutlich ruppiger und es kamen Steighilfen und Stahlseile hinzu, die den Aufstieg etwas aufregender machten. Danach folgten weitreichende Ausblicke in das Tal, die mich immer mal wieder zum Stehenbleiben anregten. Nach zwei Stunden erreichte ich das Hochstadelhaus und wurde direkt vom Pfeifen der Murmeltiere begrüßt. Ich füllte mein Wasser an der Hütte auf und zog direkt weiter. Vor mir warteten über 1200 weitere Höhenmeter Aufstieg und 10km Laufstrecke bis zur Karlsbaderhütte. Der Trail war an diesem Tag menschenleer und ich genoss die Einsamkeit und Stille, die in der mittlerweile alpinen Landschaft herrschten. Die Aussicht war phenomenal und ich konnte einige Gipfel der Glocknergruppe erspähen. Nach einigen Stunden auf dem Gebirgsgrad ging es wieder bergab. Ich musste zwei weitere Pässe überwinden, um zur Karlsbader Hütte zu gelanden. Als ich in das erste Tal abstieg, staunte ich nicht schlecht: Es lag tatsächlich noch ein guter Batzen Altschnee herum. Zum Glück hatte ich Pickel und Spikes dabei und konnte die nachfolgenden Schneefelder ohne Komplikationen überwinden. Als ich den zweiten Pass erreichte, konnte ich die Karlsbader Hütte bereits sehen. Ich entschied mich dafür das Schneefeld runterzurutschen anstatt den von geröll übersähten Trail zu nutzen und streifte kurzer Hand meine Regenhose über, um meine Beine zu schützen. Die Rutschpartie war ein Heidenspaß und ich nahm so viel Geschwindigkeit auf, sodass ich zwei oder drei Mal eine Bremsung mit dem Pickel einleiten musste. Dies war eine hervorragende Gelegenheit, um nochmal den korrekten Einsatz des Pickels zu üben. Nachdem die kurze Rutscheinlage ihr Ende fand, trottete ich noch einige hundert Meter zur Hütte, wo ich auch die erste Nacht verbrachte.
    10 Punkte
  37. Samstag Der Wetterbericht hat Kaiserwetter angesagt, und genau so kommt es auch. Ich schnappe mir schon vor der offiziellen Frühstückszeit einen Kaffee, ratsche mit der Hüttenwirtin und genieße die Aussicht auf die glühenden 3000er im Süden während sich der Nebel im Tal langsam auflöst. Es verspricht ein warmer Tag zu werden, heute zeigt das Thermometer an der Hauswand vor 6:00 Uhr schon 18°C an, also brauche ich nicht zu viele Klamotten mitzunehmen. Eigentlich fungiert der Rucksack heute nur als Halterung für die Wasserflaschen, das Handy und die Kamera. Besser könnte das Wetter für eine Gratwanderung nicht sein. Es geht hoch auf das Persailhorn und von dort weiter aufs Mitterhorn auf dem Saalfeldener Höhenweg, und dort zweige ich dann nach Norden und folge dem Kamm bis zur schon bekannten Weißbachscharte. Vier offizielle Gipfel liegen dabei auf dem Weg, das Persailhorn mit 2347m der Hausberg der Hütte, dahinter das Mitterhorn mit 2491m, und nördlich davon das Ahlhorn 2467m und der Schartenkopf mit 2308m. Zuerst geht es ein Stück hoch durch Latschenfelder, über denen schroff und imposant das Persailhorn thront. Es gibt drei Wege hinauf, im Norden der Wildentagsteig und im Süden der Südwandsteig sind offizielle Sportklettersteige im Schwierigkeitsgrad C (offiziell B/C), entsprechend trifft man viele Wanderer mit Helm und Set. Ich wollte das Gewicht nicht herum schleppen und nehme den Normalweg, was aber keinesfalls bedeutet, dass ich nicht Hand an den Fels legen darf. Etwas links vom Einsteig geht es steil über geneigte Bänder und hohe Stufen. Auch hier sichern Stahlseile die ein oder andere bei Feuchtigkeit knifflige Stelle, so mancher Schritt ist nur mit Reibung zu meistern, und es macht durchaus Sinn den Hintern nah am Hang zu halten. Ein paar Bergdohlen kreisen über mir und kommentieren meine Bemühungen. Nichts bringt einen mehr ins Hier und Jetzt als solche Touren, auf denen jeder Schritt sitzen muss, jeder Handgriff erst mal prüfen muss, ob der Fels auch hält. Links und rechts geht es fast senkrecht hunderte Meter hinab, so dass ausrutschen das letzte wäre, was man macht. Ab und an erhasche ich Blicke in einen der Klettersteige, wo sich andere mit viel Kraft an den Seilen hochziehen. Auf der Normalroute bin ich fast allein unterwegs und brauche mir keine Gedanken darüber zu machen, ob ich mir unter dem Stahlseil die Finger einklemme. Die Sonne strahlt, der Blick wandert immer mal wieder, und meine Mundwinkel schmerzen fast vor lauter Grinsen. Freiheit intravenös. Hier sind nur der Fels und ich, alle anderen Gedanken perlen von mir ab, und ich merke wie ich tiefer atme, stärker rieche, schärfer sehe. Viel zu bald schon zweigt der Südwandklettersteig wieder auf den Grat und es sind nur noch wenige Meter bis ich punkt 10 Uhr am Gipfel mit seiner oft fotografierten Madonna ankomme, die über Saalfelden wacht. Von hier kann das Auge weit schweifen und alle prominenten Gipfel der Berchtesgadener und Salzburger Alpen erspähen, vom Hundstod und Watzmann bis zum Hochkönig, dazwischen die Königsseer Bekannten wie Schneibstein und Feuerpalfen, sowie Funetenseetauern und die Schönfeldspitze, mit der ich wetterbedingt noch immer eine Rechnung offen habe. Es geht nur knapp hundert Höhenmeter hinunter bevor mich die Markierungen zum Mitterhorn hoch führen. Der Wind frischt jetzt etwas auf, und wieder dürfen die Hände an den Fels. Fast durchgängig geht es auf dem kantigen Grat hoch, und die Zeit vergeht wie im Flug. Ich zweige Richtung Scharte ab und gehe und klettere weiter auf und ab. Kurze, grasige Flächen laden zu einer kurzen Rast ein, dann geht es wieder auf und ab über schroffe Türme aus Fels. Immer wieder öffnet sich der Blick weit über das Steinerne Meer. Ich blicke zurück vom Ahlhorn und mache eine ausgedehnte Mittagspause mit Banane und Duplo, lasse mir die Sonne auf den kaum noch vorhandenen Pelz scheinen und genieße mit allen Sinnen. Etwas unter mir zischt ein Segelflugzeug auf der Suche nach Thermik ein paar mal vorbei, findet aber kaum welche und dreht dann in Richtung Leogang ab, wo die Aufwinde besser zu sein scheinen. Meine Mundwinkel fangen tatsächlich an zu schmerzen. Hier oben zu sein, nur durch eigene Muskelkraft an diesen perfekten Platz gehoben, ist ein unbezahlbares Privileg, und für einen Augenblick treibt es mir Tränen in die Augen. So viel Anspannung, die ich schon gar nicht mehr gespürt habe, fällt von mir ab, Zukunftsängste und Druck, meine Ziele zu erreichen, sind plötzlich auf einen Schlag weg und machen Platz für intensive Momente. Nur widerwillig raffe ich mich wieder auf, aber schnell bin ich wieder im Fluss, ziehe mich hoch, genieße die zwei oder drei Stellen, an denen ich mich sogar dynamisch über senkrechte Stufen nach oben schwingen darf während Schwebfliegen neugierig mein rotes Shirt untersuchen. Immer wieder sieht es so aus, als ob ich bald das Ende des Grats erreicht habe, aber zum Glück kommt noch ein Türmchen, und noch eins, bis ich die letzte markierte Erhebung erreiche. Vom Schartenkopf sind es nur noch drei kleinere Türmchen, und dann bin ich tatsächlich am Wegweiser angekommen und es geht nur noch bergab zurück zur Hütte. Ich fliege zurück, meine Fußsohlen jetzt so viel sicherer als noch am Tag zuvor, und bin vor 15:30 schon wieder zurück, trotz vieler Pausen um die Aussicht zu genießen. Auf der Terrasse bin ich bald in Diskussionen um Touren und Schwierigkeiten vertieft, und die Zeit vergeht auch hier wie im Flug. Nach einer wunderbaren Dusche und einer fantastischen Lasagne plane ich die nächsten Tage. Ich werde definitiv noch zwei Nächte dran hängen. Ab Dienstag Abend soll das Wetter ziemlich unangenehm werden, aber die Zeit bis dahin will ich noch bis zum letzten Moment auskosten.
    10 Punkte
  38. Die Alterantivtour Ich mache jetzt keinen neuen Thread auf, schließlich ist meine Bergtour ja die logische Fortsetzung meines Albsteig-Versuchs. Am Mittwoch fahre ich noch schnell testen, dann gondle ich mit der Bahn über Salzburg nach Saalfelden und gehe gemütlich zu meiner etwas außerhalb in Ramseiden gelegenen Pension Hartl. Das Zimmer ist super sauber, hat einen Balkon und ein kleines aber blitzblankes Bad. Die Pensionswirtin ist etwas überrascht, als ich ihr Angebot ausschlage, dass sie mir eine Touristenkarte für die kostenlose Bus-Benutzung ausstellt, aber ich bin an dem Tag erst 13000 Schritte gegangen, und ich bin ja im Wanderurlaub. Ich gehe nochmal zurück nach Saalfelden, kaufe mir eine Packung Duplo als Gipfelschoki und Notfallreserve, eine neue Landkarte vom Steinernen Meer (meine alte von 1998 hat Saalfelden ausgespart und der Legende geopfert) sowie 2 Schnelltests für den Fall, dass ich auf deutschen Hütten nachweispflichtig werde, und lege mich kurz vor Sonnenuntergang schlafen. Draußen geht ein unangenehmer Wind, und es ist ein Gewitter angesagt. Das kommt dann auch, aber ich kriege schon nichts mehr davon mit. Donnerstag Als ich um 5:15 Uhr aufwache ist alles nass, die Sonne scheint und der Dampf steigt von den Wiesen auf. Ein sehr leckeres Frühstück und einen viel zu langen Ratsch mit den anderen Pensionsgästen später habe ich bezahlt, gepackt und mache mich auf den Weg zur Peter-Wiechenthaler-Hütte. Aus grauer Vorzeit erinnere ich mich noch an einen Weg, der knapp innerhalb des Waldes an den Bergen entlang nach Nordosten bis Bachwinkl führt, und meine alte Karte hatte den auch noch drin. Trotz Wegweiser zum Weg und altem Drehkreuz finde ich mich aber auf einer weglosen Kuhweide wieder. Da das Milchvieh sehr entspannt herumliegt, stapfe ich eine Weile auf und ab und halte Aussschau nach dem Weg. Irgendwann glaube ich, dass ich ihn gefunden habe, und folge ihm. Leider wird der Weg immer sumpfiger und die Huftritte immer tiefer. Nach 20 Minuten muss ich mir eingestehen, dass hier nichts zu holen ist, und dann empfiehlt mir auch noch ein Schild vom Österreichischen Militär ganz nachdrücklich, die Wiesen hier nicht zu betreten. Ich steige zum Weidezaun ab und quäle mich noch mal 10 Minuten durch tiefen Matsch, bis ich etwas unter mir eine Aussichtsbank samt zugehörigem Pfad zurück in die Zivilisation erspähe. Ich folge dann dem Radweg weiter bis zum Parkplatz Bachwinkl, wo endlich der Aufstieg zur Hütte losgeht. Die Wolken über mir werden schon wieder dichter und es ist ziemlich schwül, aber der Weg ist angenehm zu gehen und gut in Schuss. Die Höhenmeter schießen nur so nach oben, und obwohl ich ausgiebig Pausen mache, bin ich kurz vor Mittag schon oben. Die letzten 5 Minuten gehe ich tatsächlich noch im warmen Sommerregen. Auf der Hütte werde ich von der Wirtin Christiane freundlich empfangen und bin flugs eingeschekt. Ich bin allein im 2er-Zimmer und soll es auch bleiben. Ich gönne mir eine leckere Speckknödelsuppe während draußen die Schleusen aufgehen und die nach mir ankommenden fast wieder den Berg herunterspülen. Die Hütte ist vor 2 Jahren toll renoviert, mit einem lauschigen, modernen Gastraum als Anbau mit Panorama-Fenstern nach Süden und Westen so dass man weit auf den Alpenhauptkamm mit seinen vergletscherten Nordhängen und näher auf die östlichen Tiroler Alpen schauen kann. Für eine Tour am Nachmittag ist es zu schmuddelig, deshalb verbringe ich viel Zeit auf der Terrasse unter dem Vordach, studiere den Wetterbericht und überlege mir, wie es die nächsten Tage weiter geht. Auch bei schlechtem Wetter ist die Aussicht hier famos. In der Nacht gewittert es wieder, aber ich bekomme davon nichts mit. Mein 13°C-Schlafsack und mein geliebtes S2S-Kissen sind perfekt für die Hütte, und die Matratze ist fest. Freitag Die Nachwirkungen des vielen Regens hängen heute noch in der Luft und auf dem Boden. Gleich auf der anderen Seite des Alpenrands, nur 50km Luftlinie, ist wohl fast die Welt untergegangen, aber hier war es ein normales, intensives Sommergewitter. Für Ausflüge in schwieriges Terrain ist es trotzdem noch zu nass, deshalb beschließe ich beim Frühstück, durchs Steinerne Meer zum Kärlingerhaus am Funtensee zu gehen. Dort bin ich seit gefühlten Ewigkeiten einmal im Jahr, so dass es schon fast ein Ritual ist, dort vorbei zu schaun. Natürlich verratsche ich mich noch viel zu lange, so dass es schon nach 9 ist als ich endlich los komme. Von der Hütte aus geht es erst einmal eher flach unterhalb des Persailhorn und Ahlhorn am Hang entlang, bevor der Weg zunehmend steiler zur Weißbachscharte bis auf 2261 hoch führt. Fast steige ich auf einen Salamander, der regungslos in einer kleinen Nische in einer Stufe posiert. Der Weg hier hat ein rotes Pünktchen, ist also als mittelschwer eingestuft. Ich muss ein wenig schmunzeln, denn es hat einige Seilversicherungen an ausgesetzten Stellen, Geröll und nicht ganz einfache felsige Stufen. Näher am touristischen Wahnsinn des Königssees wäre er tiefschwarz. Nach einer kurzen Pause auf der Scharte um die Aussicht zu genießen geht es dann zackig wieder 100hm über Geröll und fein drapiertes Blockwerk runter zum Praterstern, dem Wegkreuz, an dem zu den 3 Hütten im Steinernen Meer verzweigt wird: dem Ingolstädter Haus, dem Riemannhaus und dem Kärlingerhaus. Letzteres liegt gerade voraus, und der Weg führt quer durch die Karstwüste. Rund herum liegen gefrorene Wellen aus Kalkstein, und in langen Jahrtausenden hat das Wasser tiefe Furchen hinein geschnitten. Dazwischen finden sich noch Reste des Winters, aber Sonne und Regen macht ihnen jetzt langsam den Garaus. Dort wo Gras und Blumen wachsen ist die Humusschicht nur dünn, und eine Herde genügsamer Schafe tut ihres dazu diese Mondlandschaft zu erhalten. Ihr Blöken ist über Kilometer zu hören. Mein Weg windet sich angenehm über den rund geschliffenen Fels dahin. Es braucht gute Sohlen, dann fliegen die Füße über den Untergrund und finden nur durch Reibung ihren Halt. Zwischendurch muss ich einen kleinen Umweg über den Schrofenhang machen, weil auf dem Steig eine Schafmama ihren zwei oder drei Tage alten Nachwuchs bewacht und mich das mit nachdrücklichem Huf-Klopfen und tiefem Mähen wissen lässt. In langsam Auf und Ab durch bizzarre Felsen und vereinzelte, knorrige Überreste von Bäumen geht es langsam tiefer, bis ich mich nach einer knappen Stunde dem Hirschtörl nähere, wo ich auf den Weg vom Hundstodgatterl einschwenke, der ins Wimbachgries, das wieder eine ganz andere Art von Wüste ist, hinüber führt. Ich gehe weiter durch lichten Wald und lege die letzten 200hm über einen schlüpfrigen Steig zurück. Kaum verlasse ich die Bäume, füllt sich die Luft mit dem Pfeifen der Murmeltiere. Die regenreichen Wochen haben ihnen gut getan. So wohlgenährt sehen sie in anderen Jahren erst im August aus. Wohlgenährt fühle ich mich auch nach einer guten Portion Bratkartoffeln mit Spiegelei und einem hochgradig isotonischen Radler. Die Sonne ist mir heute leider nicht wohl gesonnen und lässt den Funtensee im Schatten liegen. Trotzdem ist es ein Postkarten-Motiv. Nach ein wenig Fachsimpelei über die verschiedenen Wege und Berge in dieser Ecke mit einem anderen "Wiederholungstäter", und gestärkt und etwas leicht im Kopf von einem leckeren Stammgästeschnapps (vielen Dank, Marion!) mache ich mich wieder auf die Socken. Es ist schon 14:30, und um 17:50 wartet ein Schnitzel auf mich. Die offizielle Gehtzeit sind 3:30, und ich bin ja im Moment nicht gerade fit. Zum Glück fallen mir mangels Training nur die Aufstiege etwas schwerer. Zurück sind es etwa 800m davon, und 700m wieder runter. Trotzdem muss ich zwischendurch nochmal etwas mit den Schafen plaudern. Denen geht Corona z.B. komplett am Fell vorbei, und von Maskenfplicht haben sie noch nie etwas gehört. Zwei weiße Lämmer hüpfen wild im Kreis umeinander von Fels zu Fels und haben eine riesen Gaudi dabei während Mama Schaf versucht, die beiden weiter vom Weg weg zu locken. Warum nur muss ich gerade an meine beiden kleinen Neffen denken? Die letzten Meter hoch zur Scharte muss ich dann ein wenig schnaufen, und als ich oben bin, kommt auch die Sonne raus. Trotzdem lasse ich die Füße laufen so gut es geht und komme auch mit fast 15 Minuten Puffer an der Hütte an. Das erste Radler verdunstet auf dem Weg vom Glas in den Mund, und die zwei Schnitzel sind super lecker. Für die Nachspeise, ein Eis mit Himbeeren, habe ich leider keinen Platz mehr, aber ein Espresso geht immer. Nach einer lohnenswerten Investition von 3€ in eine Duschmarke bin ich dann auch wieder olfaktorisch präsentabel. Ich plausche noch mit anderen Gästen, schaue mir den Sonnenuntergang bei einem leckeren Glas Wein an und krabble als es dunkel wird glücklich und müde in meinen Schlafsack. Ich hatte ursprünglich 3 Nächte hier gebucht, aber es wäre kein Problem, auch etwas länger zu bleiben. Während ich langsam in den Schlaf sinke, steigt die Überzeugung, dass ich das tun sollte. Seit Jahren bin ich eigentlich immer auf Tour von Hütte zu Hütte, oder von einem Platz fürs Zelt zum nächsten. Am selben Ort zu bleiben und Abends wieder dorthin zurück zu kommen fühlt sich schon fast fremd an, aber hier taugt es mir. Die Hütte, das Team dort, und die Gäste, das ganze Paket stimmt, und vielleicht ist ja gerade jetzt ein guter Zeitpunkt auch mal symbolisch zu entschleunigen. Fortsetzung folgt.
    10 Punkte
  39. einar46

    Das Grüne Band (DE)

    Nach 28 Tagen und ca. 800 km habe ich meine Wandertour (in Geisa, Point Alpha) vorsichtshalber abgebrochen (aufkommende Knieprobleme, Zahnprobleme (Wurzelentzündung?)). Die Zahnentzündung musste mit Antibiotika behandelt werden. Die Knieprobleme klingen gerade langsam ab. Den Rest der Wandertour (ca. 400 km) werde ich aller Voraussicht ab Ende September nachholen. Nach dem Ende der Wandertour wird es hier einen Bericht geben. Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen stichpunktartig in Kurzform (Wo ist dafür der geeignete Platz hier im Forum?) etwas über den bisherigen Verlauf und meine Erfahrungen mit der Ausrüstung zum Besten geben. Vielleicht ist das für den einen oder anderen Wanderer von Interesse.
    10 Punkte
  40. Ich weiß, das Angebot ist erledigt. Aber das bin ich auch! Regelrecht erschlagen ob des Füllhorns an Geschenken, seht selbst: Der nackte Wahnsinn! Jippieh!
    10 Punkte
  41. schwyzi

    Amtlicher Rucksack

    Ja, ist hier im Forum völlig deplatziert! Aber ich wollte das so gern loswerden... Ich hab bei meinem Supermarkt mal so einen Coupon ausgefüllt, wie er dort fast immer in den Angebotsprospekten dabei ist; sind so Preisausschreiben verschiedener Firmen , mit allen möglichen Preisen mit deren Logo drauf. Diesmal war's ein Rucksack. Und was für einer! Ist n Tatonka Norix, 55 + Liter, mit allem Zipp und Zapp! Gewicht ist jenseits von gut und böse - 1950g. Für mich ist der aber ideal, ich bin ja häufig bushcraftmäßig unterwegs, mehr so lagern, z. B.auf ner Weserinsel. Weil man da durch die Flut vom Resupply abgeschnitten ist, muss da für'n WE immer immens viel Wasser mit. Dafür ist der Klasse! Ich werd ihn natürlich nur mit leichten Sachen füllen, so das Sub 500g Tarptent, UL Matte, Daunenschlafsack, Titantöpfchen... Ja, passt zumindest in die Unterkategorie "Schwerer als UL" ! Ich hab mich mächtig gefreut, dass ich den gewonnen hab! Und zumindest kann ich ja mit dem Brustton der Überzeugung sagen:" Also, gekauft hätte ich mir den ja nie..."
    9 Punkte
  42. cozy

    München - Nordkap 2021

    Langsam glaube ich das anstrengendste am Fernwandern ist das Bloggen ^^ https://www.landstreicher.blog/blog/fjaell
    9 Punkte
  43. Ernährung auf Tour ist ziemlich wichtig. Jüngere Menschen kommen mit Junkfood wie den berüchtigten Schokoriegeln a la Snickers gut über die Runden. Damit schaffen die normalerweise ihre 2000 Meilen langen, mehrmonatigen Tripps. Für ältere Semester ist jedoch sinnvollere Ernährung fast entscheidend. Männer brauchen je nach gewanderter Strecke am Tag bis zu 6000 Kalorien. Diese vorwiegend mit Zucker aufzunehmen ist eine schlechte Idee. Mensch mutet so dem System noch mehr Arbeit zu als ohnehin vorhanden. Kein Wunder beklagen sich manche nach 6 Wochen fix und fertig zu sein. Grundsätzlich ist es schon schwierig genug, Lebensmittel zu finden, die hohe Kalorienzahlen mit wenig Gewicht kombinieren und die von der Textur her einfach aufzunehmen sind. Natürlich sollten die dann zusätzlich nicht mit Chemie vollgepumpt sein dafür mit Vitaminen, Mineralien etc. Schön wäre auch, wenn die Produzenten auf karzinogene Stoffe wie Titandioxid (als Farbstoff) verzichten könnten. Ziel muss es sein, in Dörfern/Trailtowns statt der fetten Pizza oder den grauslichen Burgern einen "frischen" Salat essen zu können und ein paar Smoothies zu schlürfen. Elitär wie ich nun mal bin, möchte ich ein kleines Stück Kuchen mit einer Dessertgabel ästhetisch einwandfrei geniessen, dazu einen Espresso schlürfen, während die Bubble sich irgendwelche Philadelphia Steaks rein drückt, begleitet von Fritten aus der Mikrowelle . Weniger abgebrühten dürfte dies auch ohne Überhopfung schneller wieder hochkommen als zunächst gedacht. Zumindest in den USA löst Restaurant-Nahrung bei mir auch immer heftiges Heimweh aus. Grund: Es schmeckt nach nichts, aber Cola schon mal nach Chlor, da mit Leitungswasser angerührt. Sogenannte Sportnahrung wie Powerbar etc. ist leider auch nur mässig nützlich. Selbst die "Endurance" Mischungen sind auf einmalige Anstrengungen ausgelegt z.B. Triathlon. Sogar Profis sagen, dass sie dieses Zeug nur während Wettkämpfen fressen (und danach zwei Nächte lang unruhig schlafen, da zu viel Koffein). All jene lustigen Cliff Bars kann zumindest ich nicht länger als zwei Tage am Stück essen. Wenn die Dinge in der Nacht kalt haben, ist die Textur danach auch mit Schuhsolen vergleichbar. Gegenwärtig orientiere ich mich durch die "functional food" Szene und experimentiere z.B. mit Nu3. Die packen natürlich auch massiv Proteine in fast alle ihre Produkte, offenbar wollen viele Menschen immer noch aussehen, als seien sie von Herrn Breker modelliert worden . Wenigstens hält dies den Geldbeutel schlank.
    9 Punkte
  44. @einar46 genau das ist es. Gerade wenn du losläufst und voll eintauchen möchtest in die Wanderung und es mit dem Ehrgeiz “voranzukommen“ direkt übertreibst. Ich habe das gerade auf dem PCT und auch dem CDT sehr häufig gesehen. Die Leute preschen in einer unglaublichen Geschwindigkeit los. Nur um nach ein paar Tagen völlig kaputt zu sein. Zu einer Langstreckenwanderung gehört es vor allem auf sich selbst zu achten. Das ist enorm wichtig. Es fällt natürlich schwer, von dem “normalen Leben“ umzudenken. Im Alltag ist immer und für alles zu wenig Zeit. Man ist immer in Eile. Mir hat es da geholfen den Tag tatsächlich mal in Zahlen zu erfassen. Auf dem Trail wache ich meist um 5 Uhr auf. Um 6 Uhr setzte ich quasi den ersten Fuß auf den Trail Jede Stunde ca. 15 min Pause bis ich um 12 Mittag mache, habe ich also 4,5 Stunden Laufzeit 1,5 Std Mittagspause von 13:30 Uhr bis 18 Uhr sind wieder 3,5 Std Laufzeit Macht am Tag also insgesamt 8 Std reine Laufzeit. Wenn man jetzt mal “nur“ 4km/h annimmt sind das 32 Kilometer Bei der Geschwindigkeit und der Pausenmenge spielen Höhenmeter zwar noch mit rein, sind aber bei weitem nicht so ausschlaggebend. Ein Tag ist beim Wandern ganz schön lang (von den Stunden her). Im Alltag hat das ganz andere Dimensionen und das macht die Umgewöhnung so schwierig.
    9 Punkte
  45. Krokodilalli

    Projekt "West"

    OT: Also: - Schnecken mögen Moos nicht als Nahrung, ist sogar teilweise giftig für sie, aber zum durchlaufen und befeuchten finden sie es anscheinend sehr toll (das habe ich mir schnell in einem Schneckenforum zsm gelesen, also gefährliches Halbwissen) weshalb Schnecken aber nicht in Fichtenforsten vorkommen sollte ich hinbekommen: - Fichten lassen zwar mehr Licht durch als zum Beispiel Buche, aber es gibt kaum Stammabfluss und Kronendurchlass (wieviel Wasser die Vegetation auf den Boden kommen lässt egal ob Regen oder Schnee) ist auch wenig - Fichten lieben jetzt nicht unbedingt sauren Boden (allgemein "liebt" eigentlich jeder Baum so ne schöne Braunerde oder Schwarzerde, aber es kommt halt auf die Konkurrenz an, Kiefer zum Beispiel hat eine ihrer ökologische Nischen im sauren Bereich, heißt nicht, dass sie nicht gerne auf schön basischem Boden wachsen würde, aber hat eben gegen z.B Buche keine Chance), aber die Fichtennadeln versauern den Boden -> saurer Boden heißt schlechte Humifizierung, schlechte Humifizierung heißt schlecht Wasserspeicherkapzität -> schlecht Wasserkapazität in oberen Schichten, plus saurer Boden (schlechte Nährstoffverfügabrkeit), plus ganzjährige Kronenschluss (bei Buchenbeständen sieht man ja grad im Frühjahr wenn die Blätter noch nicht da sind viele Frühblüher ala Bärlauch etc) führt zu wenig Bodenbewuchs (Moose bilden hier eben die Ausnahme, da sie das Wasser nicht ausm Boden brauchen sondern einfach selbst speichern können) -> wenig Bodenbewuchs -> schnecken haben nix zu fressen und dann wirds halt schwierig
    9 Punkte
  46. Völlig falsche Frage, denn...es ist schließlich DCF!
    8 Punkte
  47. schrenz

    Hilfe zur Selbsthilfe

    Ich bin beeindruckt, dass manche ein halbes Kreiskrankenhaus mit sich rumschleppen . Das wichtigste ist doch, um was für eine Tour es sich handelt, der Schwarzwald ist nicht unbedingt der Südsudan. Ich hab auf mitteleuropäischen Wanderwegen ein bisschen Tape, einen Verband, ein paar Ibus und zwei Imodiums dabei, alles andere dann im Anwendungsfall aus der Apotheke.
    8 Punkte
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