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Ultraleicht Trekking

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Showing content with the highest reputation since 27.08.2020 in allen Bereichen

  1. 24 points
    BitPoet

    Westweg und ein wenig Mittelweg - August 2020

    Der Schwarzwald ist wohl definitiv nicht der PCT, aber nachdem Plan A im März für gescheitert erklärt wurde und Pläne B, C, D und E ebenfalls nicht mit der Corona-Lage zusammenpassen wollten, war klar, dass mein diesjähriges Urlaubsziel in Deutschland liegen wird. Nach vielem hin und her zwischen diversen Regionen ist meine Entscheidung auch dank der vielen positiven Berichte hier im Forum auf den Westweg gefallen. Das Konzept mit den Schutzhütten und dem mehr oder weniger legalen (zumindest wohlwollend tolerierten) Zelten daneben war einer der ausschlaggebenden Gründe. Mit auf die Tour durfte meine übliche Ausrüstung, nur das Duplex musste zu Hause bleiben. Stattdessen durfte mein frisch gebasteltes DCF-Tarp mitkommen, unterstützt von einem kleinen Lixada Mesh Zelt. Unterm Tarp hatte ich zuvor noch nicht geschlafen, dementsprechend nervös war ich, ob sich das ganze in der Praxis bewähren würde. Am 16.08. geht es los mit dem Zug. Knapp 6 Stunden dauert die Fahrt nach Pforzheim - auch mit Maske ist die Bahn nicht schneller - wo ich mir noch einmal ein Hotelbett gönne bevor es auf die Lufti geht. Ohne Frühstück, Check-Out ab 6:30 Uhr. Mein Rucksack quengelt zwar rum dass er gleich auf den Trail möchte, aber ich sperre ihn im Hotelzimmer und gönne mir bei herrlichem Sommerwetter einen leckeren Burger im Biergarten vonHänsel und Gretel oder so ähnlich. Irgendeins von Grimms Märchen halt. Tag 1: Montag - Pforzheim bis Kreuzlehütte, 38km Den Schwarzwald kenne ich nur von der Autobahn aus und flüchtigen Blicken bei beruflichen Terminen. Wald und Hügel ist was ich im Kopf habe, und dementsprechend erwarte ich als Alpenwanderer keine besonderen Herausforderungen. Pünktlich um 6:30 tausche ich an der Rezeption meinen Zimmerschlüssel gegen die Rechnung, hole mir in der Bäckerei gleich daneben ein Schokocroissant und eine Latte Macchiato sowie ein nicht ganz definierbares Gebäckteil mit Speck und Zwiebeln und mache mich auf den Weg zur Goldenen Pforte. Das dauert länger als geplant, denn ein Einheimischer beim Gassigehen mit dem Hund identifiziert mich sofort als Westweg-Wanderer und erzählt mir Schwänke von Touren aus seiner Jugendzeit. So ist es dann schon halb acht bis ich mein Beweis-Selfie an der Pforte fotografiere und den steinigen Waldpfad betrete. Leider ist nur das erste Stück so wild, schnell lande ich dann auf einem Forstweg. Dann geht es aber auch schon wieder zum Wasser runter. Das ist perfekt zum Einlaufen, denn die paar Steigungen sind kurz und moderat, es ist noch angenehm kühl am Morgen, es riecht nach Wald und es gibt immer wieder etwas zu sehen. Genauen Etappenplan habe ich keinen, und so sinniere ich nebenbei darüber, wie weit es heute gehen könnte und erschrecke mich mindestens genauso wie das Reh, das plötzlich kurz vor mir auf dem Weg steht. Ein paar Tage später werde ich erfahren, dass das Reh auch am Nachmittag auf dem Weg steht und wieder genauso erschrickt. Als ich Richtung Neuenbürg komme gibt es zum ersten Mal so etwas wie den Ansatz von Aussicht zu erhaschen. Dann führt der Weg über eine asphaltierte Treppe in den Ort hinunter, wo ich zum ersten Mal genauer schauen muss, um die rote Raute nicht aus den Augen zu verlieren. Nach dem Ort gibt es wieder Wasser zu sehen. Ich habe noch etwas im Hinterkopf von einer kuriosen Brücke, und tatsächlich, da ist sie auch schon. Was ich langsam merke ist, dass es immer mehr auf und ab geht. Ein längerer Anstieg führt mich hoch zur Ruine einer alten Burg mit Efeu-überrankten Mauern und praktischerweise auch einem Brunnen, an dem ich mein lauwarmes Wasser gegen frisches, kühles tausche. Auf dem weiteren Weg gibt es allerlei kurioses am Wegesrand zu sehen. Corona scheint viele inspiriert zu haben, ihre eigene Form der Ermunterung auszudrücken, und so gibt es immer wieder Schilder und bemalte Steine zu bewundern. Entgegen meiner Erwartungen sind deshalb auch die breiten Waldwege erstaunlich kurzweilig, und bevor ich mich versehe ist es 13:00 Uhr und ich trudle voller Erwartung auf ein leckeres Mittagessen in Dobel ein. Nun, die traurige Wahrheit ist, am Montag hat Dobel Ruhetag. Selbst der Bäcker und der Metzger. Die Hotels und Gaststätten, die keinen Ruhetag haben, haben Betriebsurlaub oder generell wegen Corona geschlossen. Mein Speck-Zwiebel-Irgendwas rettet mich aber, und in der Kurhaus-Toilette fülle ich mein Wasser auf. Immerhin, es geht jetzt höher hinauf und andere Schwarzwald-Erhebungen werden sichtbar. Der Himmel ist blau und mit dekorativen Wolken gespickt. Es ist warm, aber nicht zu heiß, eigentlich perfekt. Ich bin froh um die Gamaschen (Via Sock-It), die keinen Sand oder anderes Kleinzeug in die Schuhe lassen, und die Beine laufen willig dahin. Meine Mundwinkel werden unwillkürlich nach oben gezogen. Ich komme in den Flow. Langsam nähert sich der Abend, und ich sollte mir eine Unterkunft suchen. In der Kompass-Klappkarte sind Hütten markiert, und im heruntergeladenen GPS-Track sollten auch alle verzeichnet sein. Also habe ich keine Eile, schlendere gemütlich weiter und halte die Augen offen. So einfach ist es, stelle ich dann fest, aber doch nicht. Die erste Hütte ist verrammelt, die zweite auch, der einzige gerade Flecken Boden unter der Traufkante. Ein Blick in den Wetterbericht kündigt für die Nacht ein Gewitter an. Was tun? Ich komme gegen 19:00 Uhr an der Kreuzlehütte an. Die ist auch komplett verschlossen, aber nach ein wenig Überlegen entscheide ich mich, hier zu bleiben. Der Platz ist super schön, es gibt Bänke und Tische, die Hütte sollte das meiste an Wind abschirmen und es findet sich ein wunderbar ebener und etwas erhöhter und so hoffentlich trockener Platz vor der Tür für das Tarp. Es gibt Abendessen, Hiker Style, Kartoffelpürree mit Röstzwiebeln und Croutons mit Cabanossi. Der Sonnenuntergang ist es wert, beobachtet zu werden, und die Wolken erzählen schon vorsichtig von dem nahenden Gewitter. Ich baue mein Tarp als A-Frame auf, montiere das Mesh Inner darunter, das wie hier im Forum schon zu lesen war einen durchaus körpernahen Schnitt hat, experimentiere noch ein wenig mit der CNOG als Gravity Filter herum bis es dunkel ist und kuschle mich dann rechtschaffend müde in den zu warmen Schlafsack. Fortsetzung folgt.
  2. 22 points
    wilbo

    Impressionen von Touren

    Tageswanderung in der Heide. Den beiden Jungs wurde die Navigation überlassen. Unser Navi: Das Navi spinnt! Pause. Wo sind wir? Noch soweit bis zu den Pommes!! Erste Ermüdungserscheinungen. Sinnvolle Bänke ... Schöne Heide ... ... oder doch nicht? Architektur! Olifanten-Bäume. Der Vater mogelt bei der Navigation und googelt die Pommes ... Regenschauer ... Endspurt, in den letzten Zügen! VG. - wilbo & Henrike (Fotos) & Welf & Frido -
  3. 18 points
    ThomasK

    Impressionen von Touren

    Wie gewohnt reine Impressionen, ohne Text, von einer schon sehr herbstlichen 5 Tages Radtour im Allgäu zwischen Oy und Lindau:. Gute Erinnerungen beim Betrachten der Bild wünscht Thomas.
  4. 18 points
    skullmonkey

    Impressionen von Touren

    Mit den Kindern wandern & zelten letztes Wochenende: Und mehr Fotos und text auf dem Blog
  5. 17 points
    Gearlexicon

    Ausrüstungs Wikipedia / Gearlexicon.com

    Hey, durch die Quarantäne hatte ich etwas Zeit und habe eine Wiki angefangen für Ausrüstung im Ultraleicht/Leicht Bereich. Hatte oft beim neuen Ausrüstung aussuchen den Wunsch das da etwas wie eine komplett Übersicht ist über das was es auf dem Markt gibt an Ausrüstung. Habe angefangen die Website mit Daten zu füllen, ordentliche Filter eingefügt und werde täglich erweitern. Ich würde mich über Feedback freuen und natürlich auch wenn jemandem die Seite gefällt. Noch ist der Inhalt etwas spärlich, wird aber jeden Tag mehr. Beste Grüße
  6. 16 points
    Hier kommt unser Sub Zero Project (So nennt sich unsere UL Gruppe ) Tourbericht über unsere große Sommertour im Bayrischen Wald: 13.—16.08.2020 (Eines vorweg, ich habe keine Ahnung wie man Bilder von der Größe her kleiner macht und ich kann ja nur 10mb hochladen, deshalb findet ihr alle Bilder hier): https://1drv.ms/u/s!AgyL8knOsctDjrwXb9x-iHa5cRgcow?e=WCBHbJ Das war unsere Strecke. Geil! Mitte August, ein Donnerstagmorgen, kurz vor neun, irgendwo in der Oberpfalz—und es gibt erstmal richtig guten Kaffee bei @Painhunter. Inkl. Latte Art. So lässt sich eine Ultraleicht-Wandertour durch den Bayrischen Wald sehr gut beginnen. Als quasi Ausgleichs-Tour zur ersten Begegnung in der Sächsischen Schweiz Sächsische Schweiz Tourbericht, war es endlich mal wieder soweit: Wald, Wandern, Wadenzwicken mit @bieber1 alias Michael @Painhunter alias Alexander sowie diesmal @waldgefrickel alias Steffen ‘zu Besuch’. Der Kofferraum ist trotz vollbepackter Rücksäcke (inkl. Essen für 3-4 Tage) fast leer, (und das liegt auch am großen Kofferraum )—denn es ist Sommer und da kann man ja eigentlich alles zu Hause lassen, oder? Nach ca. 2h Autofahrt durch Alexander bis zum Ausgangspunkt des geplanten Wanderweges geht es dann endlich los! Und wie könnte es anders sein: natürlich erstmal stramm bergan. Aber richtig knackig! Ja genau, da auf dem Foto..da ging es hoch... Pünktlich zur Mittagszeit, die Sonne am Zenit und gefühlt 32 Grad (OK, realistisch waren es 25), zack: nach ner halben Stunde waren wir alle komplett durchgeschwitzt. Aber wie immer lohnt sich so ein ruppiger Anstieg und dann stehen plötzlich drei Männer mit nacktem Oberkörper auf dem Kreuzfelsen und genießen die Aussicht und den aufkommenden Wind. Herrlich, vor allem weil jetzt schon klar ist, dass das nächste Radler nur ein paar Minuten weit weg ist! Und es gab so einige Radler. Radler? HIER!! Wasser aufgefüllt, denn so viel wie man bei dem Wetter rausschwitzt, da lieber nicht an Gewicht sparen! Über wunderschöne Singletrails ging es zwischen Felsen und endlosen Heidelbeersträuchern entlang zu den Rauchröhren—eine kleine Kraxelei, juchei! Da wurde es dem Alexander etwas mulmig...aber dank dem Support von @bieber1 der den Chickenway gefunden hat war das auch kein Thema! Und endlich ziehen auch ein paar Wolken auf, so dass zumindest ‘der Lange’ nicht mehr alles transpiriert, was an Radler und Wasser konsumiert wurde. Die Wolken werden allerdings schnell mehr, und nachdem das lustige Dreiergespann nochmal einen Ausblick vom Kleinen Riedelstein mitgenommen hat, geht es auch schon los mit so nem richtig schönen, deftigen Sommergewitter. Und damit ist das Motto vom Rest der Tour gesetzt: der Weg ist das, was wie ein Bach den Berg runterfließt. Denn es hört einfach nicht auf zu regnen, ja richtig...Mitte August und es sollte 3 Tage fast durchschiffen! Es sollte nicht regnen, damit habe ich kein Problem, nein es schiffte was es nur geht! 3 fucking lange Tage! Der eine kleine Unterstand im Wald war leider schon besetzt, und damit heiß das erstmal—weiter, Abstieg nach Eck. Mittlerweile war ich so lumpert nass wie wenn man einen Putzlumpen ausm Dreckwasser zieht!! Ist ja Sommer, ist ja warm, trocknet ja alles schnell: wenn es aufhört zu regnen. Tat es aber halt einfach nicht, weshalb eine offene Scheune ein willkommenes Örtchen für eine ausgiebige Naja-Warten-Wir-mal-den-Schauer-ab-Pause wurde. Und es goß in Strömen!! Unglaublich. Die Pfützen in der Scheune wurden immer größer, die Fröschlein finden die gut, das Gespann aus dem Größeren, dem Kleineren und dem Älteren allerdings nicht unbedingt. Frisch wirds auch, also weiter—im Regen, versteht sich. Sagte ich das ich wir mittlerweile alle nasse Füße hatten? Also nicht feucht sondern so nass das Michael einfach durch die Pfützen hindurchspazierte weils wurscht war. Ich HASSE NASSE FÜßE!!! Meine Laune war DEUTLICH im Keller, der einzigste der das ganze stoisch ertrug war wieder einmal unser Ruhepol-Michael alias @bieber1. Ich bewundere dich! Ich war kurz vorm ausrasten! August, wochenlang geplant und es schiffte-IMMER!! Mittlerweile war alles an mir nass. Sagte ich das ich nasse Füße HASSE? Naja...hilft ja nix...also stapfte ich weiter... Doch so langsam wird es Zeit für Abendessen und die Schlafplatzsuche. Painhunter mit Tarp, Steffen auch mit Tarp, und Michael hatte seine Hängematte eingepackt. Ich war froh als ich auf meiner Isomatte lag ganz ehrlich, aber die Erlebnisse, die absolut genialen Trails und die vielen Gespräche und vor allem die lustige und immer wieder aufmunternde Art von Michael ließen mich zufrieden einschlafen. Erwähnte ich das wir die Schlafplatzsuche im kniehohen nassen Gras machten? Ihr wisst was jetzt kommt. Gibt es ne Steigerung von vollkommen durchnässten Schuhen? Ja gibt es...die dadurch bedingte um den Faktor Dreimilliarden erhöhte Reibung machte mir nun zu schaffen und die ersten aufgeriebenen Stellen zeigten sich an meinen Füßen bei der morgendlichen Inspektion. Aber ich habe ja genug Tape eingepackt, dachte ich! In mir schlummerte es: Ich bräuchte ein ganzes Krankenhaus voller Tapes um das hier zu überstehen...und so kam es auch. Über Nacht hat es aufgeklart, und die ersten Stunden des Tages dürfen die Herren bei Trockenheit und Sonnenschein begehen. DURCH KNIEHOHE NASSE WIESEN Aber der zweite Tag beginnt mit einem absoluten Highlight: Dem wirklich sehr urwaldigen Urwald-Steig: ein wirklich wunderschöner Streckenabschnitt, so wie Wald sein sollte: wild, mit Bach, und einem ausgiebigen Heidelbeer/Brombeer-Buffet wo sich vor allem Michael immer wieder dran laabte. Danach ist Wachwerden angesagt: denn wenn die auf der Karte eigentlich eingezeichneten Wege nicht auffindbar sind, dann heißt es mal wieder: Hallo kalt-nasse Füße, auf ‘Abkürzungen’ oder überwucherten Trails. Hier verabschiedete ich mich von dem Gedanken jemals wieder in meinem Leben trockene Füße haben zu werden. Ich brauchte eine neue Strategie dafür. Diese sollte ich mir hart und schmerzlich erarbeiten...Die Waldarbeiter sind auch unterwegs, und auch wenn die Versuchung groß war, deren Warnschilder und Banderolen für die eigene Schlafplatz-Absperrung mitzunehmen, (was haben wir gelacht!) waren wir brav und haben den Umweg zum ersten Radler des Tages genommen. In der Sonne! Also klammes Zeug vom Vortag raus ausm Rucksack und erst einmal Mittagspause und ein ganz kurzes Nickerchen. Gut so, denn der nächste ruppige Anstieg Richtung Kleiner Arber steht an! Auf dem Kamm angekommen: noch mehr Heidelbeeren, felderweise und die Pfade sind einfach traumhaft schön. Keine Waldautobahnen, schmal und wurzelig/steinig—herrlich. Wie heißt es so schön: “The Trail provides”. Der Himmel zieht schon wieder zu, und das lustige Regenjacken/Schirm an-aus-an-Spiel geht los, aber trotz Gerumpel und Gewinde bleibt es trocken. Umso mehr ein Grund noch eine Radlerpause zu machen! Gut im Zeitplan nach einem steilen Abstieg in der Seehütte am kleinen Arbersee—erstmal Blasen verarzten- und nein Michael und Steffen bei den war ja alles gut...ich jedoch hatte mittlerweile an beiden Füßen solche Druck-Scheuer und-Reibestellen, dass ein großes Unikrankenhaus gerade so damit fertig werden würde, also schnorrte ich mir jeden Fetzen Tape und Pflaster meiner Kollegen. Jungs...ich danke euch dafür! Nun ging es wieder schmerzfrei. Wie meine Füße das ganze bis Tag 4 überstehen sollten...daran wollte ich nicht denken. Erfrischt wieder bergan, einmal um den Großen Arber drumrum fängt es natürlich wieder an zu regnen, und es beginnt die Schlafplatzsuche. Im Regen, an Hängen neben Skipisten garnicht so einfach, und so hat man schnell mehr Kilometer und Höhenmeter als geplant aufm Tacho Ein wenig erschöpft findet dann doch jeder ein halbwegs gutes Nest, und nach einem kurzen Schnack und Abendessen und Podcastempfehlungen durch @Painhunterwird es dann auch schon dunkel. Endlich darf ich meine Schlafsocken anziehen, und genieße meine trockenen und warmen Füße im Schlafsack. Meine Zehensocken...ach lassen wir das...da muss ich ja morgen wieder rein...FUCK! Regen? Reichlich! Klar! Hatten wir ja noch nicht...Guten Morgen! Tag drei beginnt wie Tag zwei aufgehört hat: nass. Die Socken fangen an lustig zu riechen, und die Lust diese anzuziehen ist bei uns allen sehr gering. Deshalb erstmal Kaffee und Kuchen, bzw. Currywurst und Johannisbeerschorle beim Alexander zum Frühstück. Ich brauche einfach etwas was mich moralisch aufrichtet..und wenns ne Currywurst mit Pommes morgends um 11h ist. Ich sags euch...es hat geholfen! Trockene Füße gehen durch den Magen. Die Blicke der Tagestouristen (die mit größeren Rucksäcken unterwegs sind als wir drei zusammen!) als wir morgens im Arberseehaus einkehren sind köstlich. Liegts am Regenrock oder am Geruch? Draußen ergoß sich ein wahrer Wolkenbruch....Ein wenig getrocknet und gesättigt, war ich aufm Klo verschwunden nachdem ich jeden erdenklichen Fetzen Tape, Verband etc an mich gerissen habe um irgendwie weiter machen zu können. Sagte ich schon Danke? Danke Jungs! Nach dem Sanatorium gings weiter bergan in kleinen Bächen, hoch zum Mittagsplatzl—Legenden behaupten, es gibt hier eine wunderschöne Aussicht. War leider Fail. Wolkenverhangene Sicht: 10m direkt auf dicken undurchdringlichen Nebel! Auch wenn es gerade nicht mehr regnet: die Wolken sind weiterhin zahlreich vorhanden und schieben sich gekonnt ins Bild—Panorama: NADA! Die Wege und Pfade der Route allerdings, die @Painhunter geplant hat, sind aber wunderschön und entschädigen für alles. Auch für nasse Füße! Der ganze Wald war saftig-nass, Nebel/Wolken zwischen den Bäumen und insgesamt sehr mystisch—und vor allem: bei dem Wetter ist niemand sonst unterwegs. Und plötzlich wieder: Sonne! Also Pause, trocknen, ein wenig Equipment-Pflege denn steffen musste auch noch seine Nähkünste auspacken um eine eingerissene Schlafsackhalterung zu flicken. Es begann..klar zu regnen, und weiter. Immer weiter. Hinauf zum Kleinen Arber, und tatsächlich: Aussicht. Die erste. Nun wusste ich auch wieder warum ich den ganzen Mist über mich ergehen lasse! Danke Leben, das du mich nicht vergessen hast! Das Handy wird immer voller mit lauter Fotos bei Steffen, der freundlicherweise alle Fotos gemacht hat. Danke. Allerdings auch hier: Wege, die es nicht gibt—also kurz umgeplant und dann mit einer echten Abkürzung auf den traumhaften Goldsteig. Mit geradezu perfektem Timing am perfekten Ort einen grandiosen Schlafplatz finden: check. Ohne Regen abends noch zusammensitzen über Ausrüstung, Wandern und überhaupt alles an sich quatschen: hach—warum eigentlich nicht jeden Tag so? Ein Blick auf meine Füße...sieht nicht gut aus..aber komm, den Tag schaffe ich auch noch! Egal wie! Der letzte Tag startet mit einem malerischen Sonnenaufgang im Wald. Und das gehen zurück auf den Trail durch klatschnasse Wiesen. Boahhh ey.... Die Vögel schreien “Tach! Uffjestanden!” und der Morgentau liegt noch auf den Heidelbeeren. Klingt nach einem gelungenem Abschied, und nach dem ersten (na wer erräts?): knackigen Aufstieg (!) gibt es die Entlohnung schlechthin: Aussicht. So weit das Auge reicht, das Tal noch in weiche Wolken gepackt—das entschädigt für jeden Regentropfen. OK, vielleicht bis auf die, die die Schuhe so aufgeweicht haben, dass jeder Fetzen Blasenpflaster und Tape bereits aufgebraucht sind. Aussicht an Aussicht, Amateur-Funker auf Hügeln mit mehr Baseweight als die gesamte Reisegruppe zusammen, und Sonne, Sonne, Sonne. ENDLICH! Ein wenig wehmütig geht es weiter, denn jeder Schritt bedeutet nun: das Ende der Reise rückt näher. Aber mit fast keinem Futter mehr im Rucksack und dem sicheren Radler als Zwischenziel stören einen dann auch die entgegenkommenden Schönwetterwanderer kein bisschen. “Sachma, hatten wir das Auto wirklich so weit weg geparkt?"—und zack: vorbei. Darf ich erwähnen, das Steffen und Michael ihre Schuhe ausziehen konnten auf der Heimreise? Klar....ich als Fahrer musste ja die Schuhe anlassen. Wieder nix. Jetzt isses auch schon egal. 3 Tage Regen auf einer 3,5-Tage-Wandertour im Sommer sind zwar unerwartet, aber: Challenge accepted und durchgestanden. Danke jungs das ihr mein gemeckere übers Wetter und meine Füße ertragen habt. Ihr wart mir ne große Hilfe! Vielen vielen Dank, vor allem an @Painhunter für Routenplanung und Navigation und @bieber1für die zahlreichen neuen Bastelideen, und überhaupt—es war grandios! P.S: Ich hatte erwähnt das ich ne andere Strategie im Kopf brauche für meine nassen Füße. Und ich habe sie gefunden. Notgedrungen und hart erlernt. Ab sofort rechne ich einfach bei JEDER Tour mit nassen Füßen. Nasse Füße gehören dazu. Das ist so. Nicht zu ändern und nicht verhandelbar. Es gibt nasse Füße. Ich habe meinen Frieden mit Ihnen geschlossen. Nasse Füße? Kein Problem! (Nach diesen Gedanken stieg ich aus der Badewanne raus und bin extrem glücklich).
  7. 16 points
    derray

    derray's Schlafsack (Prototyp)

    Wenn es ums Schlafen geht, geht im Ultraleicht-Trekking-Bereich eigentlich kein Weg an Quilts vorbei. Dachte ich… Quilts sind quasi Decken, die man am Fußende schließen und unter sich an der Isomatte befestigen kann. (Aber das brauche ich hier bestimmt niemandem erklären! ) Dadurch spart man natürlich Gewicht, denn es gibt keinen Reißverschluß, keine Abdeckleiste, keine Kapuze und keinen Wärmekragen, wie bei einem normalen Schlafsack. Ich habe mir schon vor Jahren einen Quilt genäht und immer wieder benutzt. Aber richtig glücklich wurde ich damit nicht. Egal wie ich den Quilt unter mir geschlossen oder auf der Matte befestigt habe, es kam bei jeder Bewegung kalte Luft hinein. Also überlegte ich, wie man dieses Problem umgehen kann. Und dann fiel mir ein, dass ich auch bei einem herkömmlichen Schlafsack den Reißverschluss fast nie genutzt habe, da er immer klemmte und ich viel zu viel warme Luft verlor, wenn ich den ganzen Schlafsack geöffnet habe. Also entwarf ich einen Schlafsack, der an den gleichen Stellen Gewicht spart, wie ein Quilt, aber nur mit einer Öffnung am Kopfende. So bin ich leicht unterwegs und beim Schlafen rundherum geschützt vor kalten Luftzügen. Der Außenstoff und die Synthetikfüllung wurden in regelmäßigen Abständen kältebrückenarm vernäht. Der Sack hat eine rechteckige Fußbox mit zwei Gurtbandschlaufen außen und innen. So kann man den Sack auf rechts und auf links einfach zum Lüften aufhängen. Am Kopfende befindet sich ein Kordelkanal mit zwei seperaten Kordeln. Hiermit kann man das Ende rechts oder links von sich um den Hals schließen, je nachdem in welche Richtung man sich gerne dreht. Den Schlafsack habe ich nun schon etliche Male benutzt, auch um zu sehen, wo es Verbesserungspotential gibt. Mit dem Konzept an sich bin ich sehr zufrieden. Nur den Schnitt habe ich beim Nachfolgemodell etwas angepasst. Mehr dazu in Kürze… Stoff: 10D kalandriertes Ripstopnylon Füllung: 133g/m² Apex Climashield Limit-Temperatur: 5°C Gewicht: 690g Mehr über die Vorteile und Verwendung solcher Tüten findet ihr auch hier. mfg der Ray
  8. 15 points
    Tipple

    Impressionen von Touren

    Die Welt ist echt ein Dorf. Da läuftste mit nem Kumpel den Harzer Hexenstieg und wen trifft man? Second Chance Hiker und Little Bee, PCT Class 2019. Seit gestern sind wir also zu viert unterwegs. In Dieser Nacht hat es mal wieder geschüttet wie aus Eimern. Ein Potpourri an Rucksäcken. Füße lüften vor der Hermannshöhle. Hiker halt. Unter Tage. Fischbrötchen und Bier an der Wendefurth Talsperre. Morgen sind wir leider schon fertig mit dem Trail. Ich denke wir gehen im Anschluss noch 2 Tage die Gegend um Thale erkunden. Corey und ich. LG Tipple
  9. 14 points
    realholgi

    Impressionen von Touren

    Ich war vorletzte Woche auf der Via Alta Valle Maggia 7 Tage von Hütte zu Hütte unterwegs. Impressionen: Start in Sonogno und Aufstieg zum Rifugio Barone Baden im Lago di Barone. Sehr "erfrischend", aber klasse! Am nächsten Tag unterwegs zum Rifugio di Tomeo Über Stein mit Stock. Rückblickend Dann ganz alleine im Capanna Spluga Haarige Kraxelei. Dann mal im Zelt auf dem Rifugio Masnée, da uns zu voll war... Meine Packliste, falls interessiert: https://lighterpack.com/r/dw8syf So long, /holgi.
  10. 14 points
    hbfire

    Impressionen von Touren

    War mit einem Freund Mitte September für 4 Tage in den Ötztaler Alpen unterwegs. Hier ein paar Impressionen.....
  11. 14 points
    zweirad

    [IT] Pazzos beinahe UL Genusswanderung auf der GTA

    Liebes Forum Ich hoffe das neben dem sehr schön und kurzweilig geschriebenen Reisebericht von @sja zur GTA noch ein weiterer Bericht darüber hier Platz hat. Ich war zwischen dem 10. August und dem 16. September vom Passo della Novena bis Sambuco auf der GTA unterwegs. In der Route habe ich mich grösstenteils an den Rother gehalten, wobei ich aber insbesondere ab dem Passo della Preja bis Alagna, Piamprato bis Ronco und zwischen Susa und Saltertrand davon abgewichen bin. Vielleicht einführend eine kurze Erklärung zum Titel. - Pazzo ist der Trailname, welchen mir @sja schon vor der Reise verpasst hat. Die Bedeutung dieses italienischen Wortes darf bitte jeder selber nachschlagen. Ich bin aber überzeugt (oder hoffe es zumindest) das sie dies im positiven Sinne meint. - beinahe UL, da ich mit meinem Basisgewicht von 5033 Gramm die 5 kg Marke minimal verpasst habe Unterwegs sind mir aber einige Dinge aufgefallen/ klar geworden, sodass ich nun durch weglassen von einigen Dingen auf ein Basisgewicht von unter 5 kg kommen würde. Jaja, würde, könnte, hätte. Übrigens: Aus Neugier habe ich nach der Wanderung einige Gegenstände erneut gewogen und insbesondere bei den Kleidern oder Dingen die regelmässig am Körper waren fiel mir auf, dass sie einiges schwerer geworden sind (Fleecepuli = + 10 Gramm). Natürlich gäbe es gerade bei der Elektronik noch viel Einsparpotential aber für diese Gegenstände habe ich meine Gründe (Hobbys). Bei Interesse kann ich am Schluss gerne was zu meiner Packliste und den einzelnen Gegenstände und meine Erfahrungen damit schreiben. Falls gewünscht auch zum InReach welches ich dabeihatte/ mitnehmen ‚musste‘ - Genusswanderung ist eigentlich selbsterklärend. Einerseits wegen der hervorragenden, frischen (und leider teilweise auch schweren) Lebensmittel dies unterwegs immer mal wieder einzukaufen resp. zu Essen/ Trinken gab und weil ichs mir einfach hab gut gehen lassen und jeweils genau so lang und weit lief wie ich Lust hatte. So kam es dann auch dazu, dass ich häufiger als ursprünglich vorgesehen in irgendwelchen Herbergen übernachtet habe, aber dazu später mehr. So genug drumherum, euch interessieren vermutlich eher die Bilder und was ich so erlebt habe als grosse Erklärungen drumherum. 1. Tag - 10.8.2020 oder wenigstens am ersten Tag will ich trockenes Wetter Das trockene Wetter war so quasi Voraussetzung für die Festlegung des ersten Tourtages. Dies nachdem ich Anfang Juli definitiv entscheiden habe, die GTA als diesjähriges Projekt anzugehen. Leider war lange nicht klar wie sich COVID-19 auf Auslandreisen auswirkt, weshalb ich noch einen Plan B in der Schweiz auf Lager hatte. Nachdem sich meine Partnerin und ich ein schönes Wochenende in der Region Grimselpass gemacht hatten, brachte sie mich am späten Vormittag zum Startpunkt unterhalb des Griessees. Der Abschied fiel mir extrem schwer und auch die eine oder andere Träne floss. Irgendwann musste ich einfach umdrehen und loslaufen, wäre ich andernfalls nie weggekommen. Doch nach wenigen hundert Metern war der Weg bereits wegen Steinschlages gesperrt. Ja das fängt ja gut an Nachdem ich es dann endlich auf die andere Seite geschafft hatte, erblickte ich den mir bestens bekannten Griessee. Aufgrund dieser Wegsperrung würde ich für den Start wie vom Rother empfohlen die andere Passseite, sprich Cruina empfehlen. Trotz des eher hohen Startgewichts (viel Essen für die ersten Tage bis Varzo), welches noch etwas ungewohnt war, kam ich gut voran und fand bald mein Tempo. So erreichte ich bald den Griespass und somit für mich Neuland. Ohne im Rother nachzulesen folgte ich einfach dem Track auf meinem GPS und somit in Richtung Rif. Città di Busto. Natürlich wurde mein Kriterium, zumindest trocken durch den ersten Tag zu kommen schon nach der Abzweigung aufs Bättelmatthorn über den Haufen geworfen. Erst zog lediglich der Himmel etwas zu und alsbald setzte Regen und leichter Hagel ein. Das fängt ja wirklich gut an. (Spoiler: ich hatte danach nur sehr selten Regen). Hilft ja alles nichts und so lief ich mit Regenausrüstung dem Rif. entgegen und ohne Pause gleich ins Valle di Morasco. Etwas oberhalb des gleichnamigen Stausees, der Regen hatte wieder aufgehört, legte ich eine kurze Pause ein und merkte erst jetzt, dass ich die (wie mir später gesagt wurde schönere) Alternative gewählt habe. Auch entdeckte ich gleich neben mir einige Edelweiss was ohnehin immer eine Freude ist. Später auf der Kiesstrasse neben dem Stausee in Richtung Morasco zeigte sich sogar ab und an wieder kurz die Sonne. Da ich den Im Rother beschreiben Pfad nach dem Stausee nicht finden konnte und mich die Signalisation in Richtung der Fahrstrasse wies, folgte ich ebendieser. Etwas oberhalb legte ich eine gemütliche, sehr späte Mittagspause mit Sicht auf den See ein und verfolgte das emsige Treiben (es stieg gerade eine Busladung Pfadfinder aus einem Car) in Morasco. Ich folgte weiter der Alpstrasse an einem interessanten, scheinbar ins nichts verlaufenden Tunnel samt einer alten Industrieruine vorbei zur verlassenen Alpe Nefelgiù, wo ich beschloss es für heute gut sein zu lassen. Hatte ich mir doch fest vorgenommen es gemütlich anzugehen um nicht schon am dritten Tag wegen einer vermeidbaren Verletzung oder dergleichen abbrechen zu müssen. Ich richtete es mir gemütlich ein, wusch mich am, nennen wir es erfrischend kühlen Bach und kochte mir mein Abendessen. Die sich später dazu gesellenden und sehr an meinem Essen und Rucksack interessierten Rinder vermochten leider wenig daran zu ändern, dass ich mich an diesem Abend extrem einsam fühlte. Wenig später erschien zu meiner grossen Überraschung noch eine weitere Wanderin. Sie schien ab dem Wegverlauf etwas unschlüssig (wie ich wegen der Beschreibung im Rother im übrigen auch), sodass ich ihr mit der Beschreibung aus dem Rother weiterhalf. Wie sie mir Morgen in Crampiolo mitteilen und ich auch selber erfahren werde, war diese leider falsch. Wie ich Morgen erfuhr übernachtete sie zwischen Passo di Nefelgiù und dem Rif. Margaroli im Zelt. Nach dem Campingplatz auf der Alpe Devero sah ich sie aber nicht mehr. Für die erste Nacht unterwegs schlief ich überraschend gut und auch die Rinder verzogen sich sukzessive wieder und suchten anderweitig nach Nahrung. 17.4 km, 852 Höhenmeter, 6 h 20 Minuten. Die negativen Höhenmeter habe ich mir meistens nicht notiert. Solltet ihr irgendeine spezifische Frage haben, oder euch noch etwas im besonderen interessieren dann immer her damit. Bin gespannt auf eure Rückmeldungen, ist nämlich mein erster richtiger Reisebericht hier. Tag 2 folgt sobald ich Zeit finde...
  12. 14 points
    danobaja

    danobaja´s kurztouren und overnighter

    anlass: 2! erstmal mein gemotze weil hier manchmal mehr flomarkt als outdoor ist. der zweite: ich muss manchmal einfach raaaauuuss! so hab ich am freitag abend um halb 10 noch schnell den jolly jumper gesattelt. auf grund meiner wohnlage gehts fast überall bergab und so bin ich mit defektem, stroboskopartigem licht noch schnell 2,5km den wald hinunter und hinein. auf dem grasbewachsenen letzten stück waldweg werden meine schuhe komplett nass, aber macht nix. hinschmeissen tu´ich mich nur unter ein paar fichten. kranken. die schauen am kopf aus wie ich, aber bei mir ists das alter ( hihi, seit ich 26 bin geht das schon, vielleicht haben die fichten ja auch noch paar jahre drin...). der rucksack burrito mit den 40l ohne schaummatte steht grob gepackt eh im eck, ich schmeiss noch die neoair dazu, den quilt und daunenjacke, den bivvisack, das fotozeug und die tasse mit dem kocher. mit dem halbaufgeblasenen kopfkissen steife ich ihn aus. stuhl und stativ aufs rad geschnallt und mit ungefähr 6 kilo ist beides deutlich schwerer wie der rucksack. mit den hirschen auf der wiese wars wohl nix. die saubären sind einfach zu scheu und wissen immer ganz genau wo ich liege wenn ich unterwegs bin, zeigen mir regelmässig den stinkefinger. wenn ich wirklich was sehen will ist es besser erst in der früh dorthin zu gehen. aber macht nix. ich wollt nur raus, projekt geglückt. in der früh wart ich noch auf die sonne, trink nen kaffee und pedale mit einem selbstmordversuch den berg hoch. ich schaffe es gerade noch vom rad zu kommen bevors mich umhaut. zu steil, zu schnell, zu schwach. zu pump, zu schnauf, zu fertig. schwindelig und aus dem letzten loch pfeifend (haldir: Der Zwerg atmet so laut, wir hätten ihn im Dunkeln erschießen können!...) bin ich nichtmal in der lage ein alibifoto zu schiessen, bin froh dass mich der pfeil in der brust nicht umbringt und komme nach ner ganzen weile wieder zu atem. schieben, zu steil zum anfahren, zu alles zum anfahren. bin soo froh, dass nach 200m ein aussichtspunkt kommt und ich endlich ein alibifoto machen kann. und bissl hinsetzen dazu. interessant, wie das waldsterben von heute einfach borkenkäfer genannt wird. erschreckend, in 2 jahren steht hier kein baum mehr. aus dem thüringer schiefergebirge wird das thüringer-ex-wald hochplateau.
  13. 14 points
    Jones

    Impressionen von Touren

    Wir sind Anfang August den österreichischen Teil des E5 mit Alternativroute auf dem Mainzer Höhenweg (knapp 1000Hm oberhalb der regulären Route) gelaufen. Ne kleine Auswahl... Blick auf die Memminger Hütte
  14. 14 points
    Mo.17.08.2020: Il Trucco - Susa (10 rauf / 1220 runter) Letzte Etappe… Letzte Etappe. Bevor der Abstieg richtig losgeht, nochmal ein Blick von oben ins Tal. Dann geht es Kehren durch den Wald. Gerade in der ersten Hälfte kann man deutlich Spuren eines Waldbrandes sehen. Ich bin schon gegen Mittag in Susa und muss noch Zeit vertrödeln, bis ich in meiner Unterkunft einchecken kann. In dem entspannten Städtchen Susa werde ich diesen und den nächsten Tag verbringen. Am Abend bin ich mit dem Wanderweb-Pärchen zum Aperitivo und zum Essen verabredet. Es wird ein toller Abend und ich glaube, wir genießen es alle, nochmal von unseren Erlebnissen zu erzählen. Mittwoch gehts dann mit dem Zug nach Mailand. Ich steige wieder in den Nachtzug. Friedlich schlummernd rolle ich nach München. Damit das Ankommen etwas geschmeidiger wird (und die Zugreise nicht zu lange), besuche ich noch Leute in Süddeutschland, um dann am Samstag tatsächlich wieder im Norden anzukommen. Zum Schluss... Es war wieder mal eine superschöne Tour. Trotz Corona hat alles gut geklappt. Es bleibt nun noch ein gutes Stück GTA im Norden und ein Stück ganz im Süden und glücklicherweise kann man immer auch nochmal die ein oder andere Variante gehen, auf den Rocciamelone hoch und und und... Es hat Spass gemacht, in den letzten Tagen nochmal alles zu durchleben, vielen Dank für die Herzchen und Euer Dabei sein. Ich werde mich bestimmt hin und wieder gedanklich zurück beamen, zu den ichschaffdasichschaffdasichschaffdas-Momenten, zu den grandiosen Ausblicken auf die vergletscherten Bergketten, die einem das Staunen ins Gesicht schreiben. Zu den herzlichen Begegnungen mit den Leuten in den Posto Tappas und den schönen und lustigen Abenden mit den anderen GTAlern. Ich weiß seit diesem Sommer, dass Francesco Totti ausschließlich beim AS Rom gekickt hat und dass man in Italien dem Busfahrer sagen kann, dass er mal eben anhalten soll, wenn man den verlorengegangene Schuh am Straßenrand entdeckt...
  15. 14 points
    gregoreasy

    Impressionen von Touren

    Da es ja zu gefallen scheint, hier noch der weniger spektuläre, aber auch sehr schöne Anfang durch das Baskenland:
  16. 13 points
    heff07

    HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES

    da schau, wie verzweifelt ich schon bin........
  17. 13 points
    DickGischt

    Impressionen von Touren

    Der Weg hat gemischt Gefühle hinterlassen. Es gibt viele Sehenswürdigkeite, tolle naturbelassene Wege und wenn der Burgensteig nach Osten verläuft ist er auch nicht so nah an dem Krach der Rheinebene. Aber leider hat der Burgensteig auf viele Waldautobahnen und Asphalttiere Wege. Ich hatte meinen Spaß und eine tolle Zeit.
  18. 12 points
    burarum

    Impressionen von Touren

    ein paar Eindrücke aus dem Norden vom August/September.. mein UL Kamera Stativ und gleichzeitig Wasserspender/Waschsalon Nach 8 Jahren auch mal wieder den herrlichen Ausblick genossen...
  19. 12 points
    wilbo

    Angst alleine zu campen

    Zu den rationalen Ängsten wurde ja schon einiges gesagt. Mich beunruhigen aber viel mehr die komplett Irrationalen. Letzten Sommer habe ich es endlich einmal geschafft ohne Zelt und Tarp, einfach so im Wald zu schlafen. Vorher war es mir nicht möglich, ganz alleine so offen zu schlafen. Ich habe mir im Dunklen meinen Schlafplatz gesucht und mich dort eingerichtet. Nach ein, zwei Stunden bin ich dann endlich eingeschlafen, hatte aber gegen Morgen etwas seltsame Träume. Irgendwelche freche Gremmlins hüpften hinterrücks, mit Anlauf über meinen Schlafplatz. In meiner Jugend hatte ich eine recht romantische Vorstellung vom Cowboy Camping. Also bin ich einfach mal am Wochenende mit Isomatte und Wolldecke während der Dämmerung in den Wald gewandert. Um meine Nachtsicht zu bewahren, habe ich bewusst auf eine Taschenlampe, eine Laterne oder ein Feuer verzichtet. Als es später immer dunkler wurde, hätte ich nur zu gerne meine Entscheidung revidiert. Nach Einrichten meines Lagerplatzes kam ich einfach nicht zur Ruhe. Die Geräusche der Kleinstlebewesen um mich herum machten extrem hellhörig und dadurch wurde ich in ständiger Alarmbereitschaft gehalten. An schlafen war in dem Zustand überhaupt nicht zu denken. Mäuschen machten Riesen Specktakel, ein Igel einen Höllen-Lärm und als sich mir auch noch ein Reh näherte, war ich mit den Nerven so gut wie fertig. Es wurde später und später, und ich immer wacher und wacher. Gegen 2 Uhr habe ich dann mein Experiment als gescheitert erklärt und mich erleichtert auf den Heimweg gemacht. Ich war die ganze Zeit vollgepumpt mit Adrenalin. Im Nachhinein fand ich mein Erlebnis nur zu verständlich. Wir sind erdgeschichtlich eine sehr junge Spezies. Gerade noch mussten wir uns, mit unserer Steinzeit-Sippe vor den Unbilden der Natur schützen und nun sitzen wir tagtäglich, etwas entfremdet in unseren Steinhäusern und Büros. Dass dann, alleine im Wald, ein gesunder Atavismus hochkommt, ist eigentlich nur zu verständlich. Um ein Gefühl der Ruhe und Sicherheit entwickeln zu können, sehnte ich mich nach der Gesellschaft anderer oder wünschte mir wenigstens einen schützenden Raum um mich herum. Wenn ich mir die steinzeitlichen Parameter für einen behüteten Ort vergegenwärtige, dann komme ich heute für mich zu einem einfachen Setup: Ich brauche einen Schlafplatz, der mir Deckung im Rücken bietet. Das kann eine geografische Gegebenheit oder nur ein Tarp sein. Ein kleines Feuer schützt die offene Front, gibt Wärme und reduziert für mich die Hellhörigkeit auf ein gesundes Maß. Bin ich alleine unterwegs, ist mir das Feuer ein wichtiger Trost und hilft über die fehlende Gesellschaft hinweg. Ich kann daran mein Essen zubereiten und mir was Warmes zu trinken gönnen. Das Feuer zu unterhalten hält mich auf Trab und lenkt meine Gedanken in andere Richtungen. So kann ich langsam anfangen diese ausgesetzte Situation zu genießen… Wenn ich ganz unauffällig sein möchte, esse ich kurz vorm Lagern, baue in der Abenddämmerung auf und im Morgengrauen wieder ab. In der Regel sieht mich Nachts kein Mensch. VG. -wilbo-
  20. 12 points
    BitPoet

    Westweg und ein wenig Mittelweg - August 2020

    Tag 3 - Mittwoch, Ochsenstall bis Hildahütte, 30km Der Nachteil gemauerter Unterkünfte ist immer, dass es viel zu spät Frühstück gibt. So trödeln die Wanderin, der Radfahrer und ich schon unruhig im Gastraum auf und ab bis endlich kurz nach 7 die Rollos an der Theke hoch gehen und die erlösende Frage gestellt wird. "Kaffee?" "Ja. Viel." Da sind wir uns einig. Hektisch werden Brötchen und Brote geschmiert, Müsli gemischt, Kaffeetassen gefüllt und alles auf der taufeuchten Bank draußen in den Bauch integriert. Man hätte sich Zeit lassen und es genießen können, aber der Berg ruft. Auch im Schwarzwald. Nach einem schnellen Abschied machen wir uns getrennt auf den Weg. Die ersten paar Höhenmeter nach dem Frühstück gehen immer ganz entspannt, aber schon als ich mich nach einer knappen Stunde dem Gipfel der Hornisgrinde nähere, wird klar, dass es heute verdammt warm werden wird. Da kann auch der Wind nicht drüber hinweg täuschen. Eines lerne ich schön langsam: was dem Alpengipfel sein Kreuz, das ist dem Schwarzwaldhügel sein Windrad. Ein Sendemast darf natürlich auch nicht fehlen. Was es wirklich verdammt viel gibt sind Türme. Runde Türme, eckige Türme, hohe Türme und niedrige Türme. Ein eher kleinerer hier gehörte dem Herrn Bismarck, den wir alle aus den Geschichtsbüchern kennen, aber höher und optisch ansprechender ist der Hornisgrindeturm, den der Schwarzwaldverein 1910 gebaut hat. Übrigens habe ich keine Hornissen gesehen. Die Begriffe "Hornis" und "Grinde" sind relativ verbreitet, ersteres bedeutet aber wohl "Bergrücken," letzteres ist ein alter Begriff für Moorgebiete. Im Altbayerischen findet sich das Wort "Grint" für Schmutz und Matsch, und wenn etwas oder jemand sehr schmutzig ist, dann kann man auch schon mal das Adjektiv "grintig" verwenden. Ich finde das immer interessant, solche alten Wörter ein wenig zu zerlegen und die Entwicklung unserer Sprache und Dialekte etwas greifbarer zu erleben. Jetzt geht es wieder ein Stück bergab, und als der Mummelsee so langsam in Sicht kommt, unterhalte ich mich ein wenig mit einem anderen Wanderer. M. [Name von der Redaktion gekürzt ] ist ebenfalls leicht unterwegs und läuft längere Etappen. Wir ratschen ein wenig über Ausrüstung und Etappenplanung, aber am Mummelsee macht er einen kurzen Einkehrschwung, während ich den radfahrenden Bekannten vom Ochsenstall wieder treffe, der sich ein paar Mal verfranst hat und auch noch nicht weiter gekommen ist. Die Gegend um die Hornisgrinde und den Mummelsee ist überwiegend ein Skilanglaufrevier. Entsprechend sind die meisten Wege dort breit und gut befestigt. Ich mache schnell ein Foto vom Westweg-Tor, dann gehe ich weiter. Nach der Kreuzung wird gerade ein neuer Parkplatz für die Wintersportler gebaut, und es ist nicht so ganz klar, wo zwischen den ganzen Absperrbarken und umgepflügten Wegen mit "Zugang gesperrt" Schildern denn nun der Westweg lang läuft. Ein Paar das ein paar Etappen des Westwegs läuft steht etwas ratlos am letzten Hinweisschild, der Radfahrer steht auch wieder hier, und weder das Navi noch die Karte sind eine große Hilfe. Es muss auf alle Fälle da hoch gehen. Das Paar war schon mal 150hm hoch gelaufen, ohne Navi und passende Wegweiser dann aber wieder umgekehrt. Ich biete an, uns schon alle zusammen wieder auf den Weg zu bringen und so laufen wir zu dritt hoch. Der Pfad durch den Wald stellt sich doch als der falsche heraus, aber das ist nicht tragisch. Wo das Paar zuvor noch einem gelb markierten Weg ein paar Meter gefolgt ist, biegen wir auf die Bundesstraße ab. Nach 500m erreichen wir dann auch den kleinen Parkplatz, an dem der korrekte Weg hoch führt und biegen in Richtung des Skilifts ab. Die Sonne heizt jetzt kurz vor halb elf schon enorm, und ich bin heilfroh, als es nach der Piste wieder in den Wald geht. Das ganze Auf und Ab der Badener Höhe wird im Höhenprofil des Rother Wanderführers nicht deutlich, aber ich spüre es schon. Kurz vor dem Schliffkopf falle ich in ein kleines Hungerloch und vernichte zum ersten Mal ein paar handvoll Trailmix. Hier oben sind die Spuren der Orkane der letzten Jahrzehnte, allen voran Kyrill, noch deutlich zu sehen, ein Bild, das ich auch aus dem Bayerischen Wald und Böhmerwald sehr gut kenne. Nur ganz, ganz langsam erkämpft sich neues Baumwerk seinen Platz zwischen den Magerpflanzen auf den vom Wind geschliffenen Kuppen. Die Wege hier sind noch immer breiter als unbedingt nötig, und es fehlt ein wenig Schatten. Ich mache öfter kurze Pausen wenn ein solcher tatsächlich mal hergeht, und so komme ich schon relativ spät verglichen mit meiner Planung, gegen 15:00 Uhr, an der Alexanderschanze und damit dem Ziel der offiziellen Etappe 4 an. Das Hotel mit Gasthaus ist zu verlockend um weiter zu gehen, und auch wenn der Garten relativ voll ist und nichts schnell geht, muss hier ein großer (und empfehlenswerter) Salat mit Putenstreifen in meinem Bauch. Auch wenn der Weg jetzt flacher dahingeht komme ich nicht mehr so richtig vorwärts. Ich habe an der Schanze kein Wasser mehr aufgefüllt, dachte ich doch beim Blick in die Karte, dass am Weg noch mehrere Möglichkeiten zum Auffüllen kommen werden. Dem ist aber nicht so. Die Bäche sind alle ausgetrocknet, die zwei Quellen nicht zu finden. Ich mache Abstecher links und rechts und muss mich doch mit meinem knappen halben Liter begnügen. An der romantisch mitten im Wald gelegenen Hildahütte erkläre ich den Tag für beendet, rüste mich für ein (fast) Dry Camp und baue mein Setup in der Hütte auf, spanne das Mesh Tent an einem Balken und einem hinter die Bank geklemmten Wanderstock und plane die Etappe für morgen. Erst mal sammle ich aber Müll. Einen Sack voll deponiere ich hinter der Hütte, wo schon ein gefüllter gelber Sack liegt, einen halben werde ich noch mit meinem eigenen Müll ergänzen und am nächsten Mülleimer entsorgen. Ein Auto fährt plötzlich an die Hütte, und ich werde etwas ruppig durchs offene Fenster gefragt, was ich hier mache. "Übernachten." Der Fahrer schaut mich kritisch an. Ich frage, ob das ein Problem sei, und mir wird erklärt, er wolle in der Nähe "Ansitzen". Ach so. Ich werde ohnehin leise sein und mich nicht mehr weit von der Hütte entfernen, versichere ich, und er fährt einen kleinen Seitenweg hinunter und parkt dort. Komischer Zeitgenosse. Ich wäge gerade ab, ob ich noch Wasser für den Kaffee aufspare oder nicht, als M., mit dem ich mich zum Mummelsee runter unterhalten habe, zur Hütte kommt. Er will es auch für heute gut sein lassen, und noch besser, er hat nach seiner Einschätzung viel zu viel Wasser dabei! The Trail provides! Er hat einen dankbaren Abnehmer gefunden. Noch eine Wanderin biegt zur Hütte ab und stellt ihr Zelt auf. M. hat ein Lunar Solo, das mir gut gefällt und dessen Vor- und Nachteile passenderweise gerade hier im Forum diskutiert werden. Wir köcheln unser Abendessen als auch noch ein Vater-Sohn-Gespann zu uns stößt und ein großes UH-Zelt errichtet. Es scheppert plötzlich in der Hütte. "Eine Maus!" proklamiert die Wanderin. Ich schaue nach ob die etwa Schabernack mit meinen offen herumliegenden Sachen macht, aber was gescheppert hat war ein leerer Becher, mit dem das Tier von einem Balken gefallen ist, und das Tier ist definitiv keine Maus. Es dauert eine Sekunde, bis ich die Zuordnung im Kopf finde. Es ist ein Siebenschläfer, mit riesigen Glubschaugen, der mich völlig verwirrt von der Bank aus ansieht. Ich teile meine Erkenntnis, und der kleine klettert hastig einen Balken hoch und turnt in die Ecke. Ich versuche ein Foto zu schießen, aber er ist zu schnell und verschwindet in einem Winkel. Von draußen höre ich verzückte Rufe, dass es sogar zwei sind. Tatsächlich spitzen zwei Paar Glubschaugen aus einem Loch unter dem Vordach. Die Tiere sind absolut putzig, und wirklich scheu ist etwas anderes. Mit Abendessen, Trail Talk und SIebenschläfer-Beobachtung vergeht die Zeit bis es dunkel wird wie im Flug, und pünktlich zur Hiker Midnight schlafen alle wie verrückt. Die Mischung aus Beton, Silnylon-Boden und Uberlight passt nicht gut zusammen. Die Matte knarzt wie verrückt auf dem Nylon, und das ganze hallt viel zu laut, so dass ich mich selbst immer wieder aufwecke. Ich schlafe aber auch immer wieder ein, bis um halb fünf, denn da beschließen die Siebenschläfer fangen zu spielen und füllen die Hütte mit Getrappel und lautem Fiepen. Böse sein kann man ihnen natürlich beim besten Willen nicht. Wie immer: Fortsetzung folgt...
  21. 12 points
    Freierfall

    Impressionen von Touren

    Bike packend / Radreisend auf dem D4 quer durch Deutschland, irgendwo in Hessen
  22. 12 points
    BitPoet

    Westweg und ein wenig Mittelweg - August 2020

    Tag 2 - Dienstag, Kreuzlehütte bis Ochsenstall, 33km Ich war letzte Nacht gerade ein wenig eingedöst - kurz nach Mitternacht, das heißt natürlich Hiker Midnight um 22:00 Uhr - als ein Auto vor die Hütte fuhr, jemand ausstieg, eine Runde um die Hütte lief, an den Klinken zog und dann noch wortlos einen Blick unter mein Tarp warf. Bevor ich richtig wach war, rollte das Auto auch schon wieder davon. Vermutlich nur eine Kontrolle, ob alles abgeschlossen war. Eine Stunde später bin ich dann mit einem Schlag hell wach als ein lauter Donner die Stille zerreißt. Das angekündigte Gewitter ist da, erst mit leichtem Tröpfeln und Blitzen in sechs Kilometer Entfernung, dann mit einem richtigen Regenguss. Es schüttet, es plätschert wie verrückt von den Regenrinnen, und ein paar Windböhen fangen sich an der Kante des Tarps und blasen feinen Sprühregen bis zum Mesh und in mein Gesicht. Ich schäle mich aus meinem Kokon und prüfe schlaftrunken die Lage, dann stelle ich die Schnüre des Mesh neu ein und rutsche das Inner 10cm weiter nach hinten. So bleibe ich von beiden Seiten trocken, zur Sicherheit klemme ich aber noch die 2 Segmente Z-Lite, die ich als Sitz- und Kniekissen dabei habe als Windabweiser vor den Stock. 10 Minuten später hören die Blitze auf und der leichte, konstante Regen lullt mich in einen wunderbar tiefen Schlaf. Meine erste Tarp-Nacht war erfolgreich. Ich wache ausgeruht auf, die Luft ist klar und die Nebelschwaden über den Wiesen im Sonnenaufgang sind die schönste Kulisse, die man zu einem entspannten Frühstück nur haben kann. Die erste Stunde vergeht wie im Flug, und dann bin ich auch schon am Holohsee, einem malerischen Moorsee auf fast 1000m Höhe. Auf einem hölzernen Steg geht es um den See herum. Infotafeln erläutern die Flora in einem nährstoffarmen Hochmoor und ich lerne das ein oder andere dazu. Dann erreiche ich das erste prominente Wahrzeichen der Tour, den Hohlohturm. Ein paar Tagestouristen haben schon den Weg hinauf gefunden, vermutlich vom gar nicht so weit gelegenen Parkplatz aus. Ich knabbere ein wenig Trailmix und genieße die Aussicht. Dann mache ich mich auf den langen Abstieg nach Forbach. Hier geht es wieder weg von den breiten Wegen und auf angenehm federnde, weiche Waldpfade. Um kurz nach 11 in Forbach angekommen stocke ich gleich meine Vorräte beim Netto neben dem Bahnhof auf. Natürlich kann ich der Versuchung nicht widerstehen und muss mir einen Cappuccino und eine Nussecke im dazugehörigen Bäckerei-Cafe gönnen. Nach den Erfahrungen in Dobel habe ich beschlossen, Nahrungsquellen nicht mehr leichtfertig auszulassen. Die Holzbrücke in Forbach sieht genau so urig aus wie auf dem Bild im Rother Wanderführer. Die ganzen Höhenmeter, die ich in den letzten 2 Stunden verloren habe, geht es jetzt wieder hinauf zur Badener Höhe. Ich hatte die An- und Abstiege im Vorfeld nicht so richtig ernst genommen, aber aus Forbach raus geht es gleich ganz schön zur Sache. Erst auf Kopfsteinpflaster, dann auf Asphalt geht es gleich relativ steil bergauf, und es wird heiß und schwül durch den Regen der Nacht. Schatten ist um die Uhrzeit natürlich Fehlanzeige. Immerhin haben die Anwohner dort Humor und lenken mich mit lustigen Bildern und Skulpturen am Wegesrand ein wenig ab. Ich komme unbeschadet an der Vampirkatze vorbei und atme erleichtert auf, als der Weg dann endlich Richtung Schwarzenbachtalsperre wieder waldiger und weicher wird. Ich erreichte die Badener Höhe mit dem Friedrichsturm und kann ernsthaft durchatmen. Jetzt geht es erst einmal eine Weile bergab, und ich kann meine Beine etwas ausschütteln. Die Wolken verdichten sich jetzt über mir, und so langsam gibt es keinen Zweifel mehr, dass es bald feucht wird. In einer kurzen Pause stecke ich die Regenjacke obenauf in die Netztasche und bin dann gerüstet, als es beim Weg über den Hochkopf auf 1036m tatsächlich zu regnen beginnt. In Unterstmatt stelle ich mich eine halbe Stunde unter als es wie aus Kübeln schüttet, dann hört es so schnell wieder auf wie es angefangen hat und ich mache mich an den Aufstieg in Richtung Hornisgrinde. Das Wanderheim Ochsenstall hat jeden Tag geöffnet, anders als der Rother Führer behauptet, der für heute einen Ruhetag drin stehen hat, weshalb ich noch nicht ganz sicher war, wie meine Nachtplanung aussehen wird. Über einen wunderschönen Steig geht es über Waldboden, Steine und Wurzeln hoch, und als ich die Tische und Bänke sehe, beschließe ich, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und frage nach einem Bett. Der Frage wird erst mal mit Verwirrung begegnet, aber dann ist man total nett und hilfsbereit. Die Wandersaison hat hier wohl noch nicht richtig begonnen, so dass man gar nicht mit spontanen Gästen rechnet, aber ich bekomme ein Bett allein im Vierer-Zimmer. 32€ mit Frühstück und Dusche und eine Steckdose neben dem Fensterbrett, was will man mehr. Bei einer riesigen und günstigen Portionen super leckerer Spaghetti Bolognese komme ich mit einer anderen (nicht UL) Westweg-Wanderin und einem, der die Fahrrad-Variante fährt ins Gespräch, und wir verbringen einen netten Abend draussen vor der Hütte, wobei ich immer wieder zu meiner Ausrüstung gelöchert werde und wohl die ein oder andere Inspiration hinterlasse, um in Zukunft leichter unterwegs zu sein. Der Tag hatte um die 1300m Aufstieg dabei, und meine Füße freuen sich tierisch darüber, als ich endlich frisch geduscht in der Horizontalen bin. Fortsetzung folgt natürlich.
  23. 12 points
    Mi 12.8.2020: Pialpetta - Balme (1670 rauf - 1230 runter) Mein längster Aufstieg... 6:10h geht, nach einem gut gemeinten, aber leider kalten Kaffee aus der Thermoskanne los. Es wird gerade hell. Schon kurz nachdem ich aus dem Posto Tappa raus bin, sehe ich schon wieder einen Trail Runner. Kurzer Blick zurück zum Haus - oben ist noch Licht, sind die anderen noch in der Unterkunft oder auch schon unterwegs? 8 Stunden netto stehen heute auf dem Programm. 1600 m hoch, 1150 runter. Gewitterrisiko ab 15h. Ich merke den gestrigen Tag in den Knochen, aber es geht schon. Zuerst läuft es ganz gut. Je höher ich komme, desto mehr Wolken. Mir ist klar, da kommt noch was. Die letzten 300 (?) Hm kurz vor dem Pass wird mir etwas mulmig. Erst ein Abschnitt mit nassen Steinen, der Weg sehr schmal links und rechts Erlengebüsch. Gut, dass mir niemand entgegenkommt. Dann ganz schön steil durch Blockgelände, die Felsen sind nass und es geht ganz schön runter... Ab und zu Herzklopfen, als es um die Kurve geht. Ich versuche mich zu fokussieren und bin erleichtert, als ich den letzten Anstieg und das Herzklopfen hinter mir habe. Vor mir sehe ich einen der beiden Typen mit den großen, heavy Packs, denen ich schon ab und an begegnet bin. Oben auf dem Pass sage ich zu ihm: "Puh, den Anstieg mit dem schweren Rucksack", er: "Das spürt man mit der Zeit nicht mehr". Ich ahnte schon, dass ich oben nix sehen werde. Der Blick auf die andere Seite ist nicht sonderlich attraktiv, dichter Nebel. Nützt nichts, ich halte mich nicht lange auf und mache mich zeitnah an den Abstieg. Etwas weiter unten sehe ich, wie die Jungs ihren Krempel auspacken, vermutlich wollen die kochen - und auch da Zelten? Hm ich gehe weiter. Als ich bei den ersten Bäumen ankomme, fängt es an zu tröpfeln und zu grummeln. Leider ist der Weg gerade hier nicht optimal markiert. Verwirrende Viehpfade, wie es in der Wegbeschreibung immer so schön heißt..., das kostet wieder etwas Zeit, aber ich finde den Weg. Bis ich in Balme ankomme dauert es noch ein Weilchen, was wiederum bedeutet, es bleibt nicht aus, dass ich irgendwann auch richtig im Regen laufe. Mit der Aussicht auf eine heiße Dusche finde ich das aber nicht sonderlich dramatisch. Als ich um 16:15h ankomme, bin ich einigermaßen kaputt, schaffe es noch nichtmal, einer Freundin auf ihre Nachricht zu antworten, weil ich so müde bin. Ich freue mich aber über mein großes, schönes Zimmer, eine tolle, heiße Dusche und den Pausentag morgen, diesmal ohne irgendwelche Ausflüge. Der Wetterbericht verspricht eh einen Regentag.. Ein Blick aus dem Fenster sagt mir, dass die Jungs mit den schweren Rucksäcken scheinbar im B&bB nebenan einchecken. Da oben wär’s heut sicher nicht gemütlich. Beim Abendessen mit der 3er-Seilschaft, sitzen sie am Nachbartisch und erzählen von ihren Section Hikes auf dem PCT. Zu dem Zeitpunkt gehe ich noch davon aus, dass sie die gesamte GTA laufen... Keine Ahnung warum. Sie sagen, das meiste oder ein großer Teil im Rucksack sei Proviant... Ach ja, abends checke ich meine mails und habe eine Nachricht von S. und ihrem Mann. Sie haben die langen Etappen von Ceresole mit dem Bus umfahren und man glaubt es kaum: S. hat ihren zweiten blauen Trailrunner wieder! Als sie im Bus sitzend die Tal-Straße lang fährt, sieht sie den Schuh am Straßenrand liegen. Ohne italienisch zu können, schafft sie es irgendwie, dem Busfahrer in 30 Sekunden zu erklären, warum er jetzt anhalten und kurz auf sie warten soll, während sie wahrscheinlich einen halben Kilometer die Straße entlangläuft und ihren Schuh einsammelt.
  24. 12 points
    Mia im Zelt

    Deneck- ein Pyramidenzelt für zwei Personen

    Mein Deneck aus Silnylon ist nun fertig. Im Endeffekt finde ich, ist es mir ganz gut gelungen. Das Gewicht liegt bei 309g. Hier ein paar Impressionen. Am Wochenende werde ich es zum ersten Mal ausprobieren.
  25. 12 points
    So 09.08.2020: Noasca - Ceresole Reale (980 rauf / 550 runter) Die gemütliche Wanderung… Trotz geringerer Höhendifferenz war der Tag gestern durchaus auch ein kleines Abenteuer. Heute erwartet mich „Eine gemütliche Wanderung…“. So beginnt jedenfalls die Etappenbeschreibung. Nach den letzten 6000 (?) Höhenmetern hätte ich nichts dagegen. Let’s see. Das Höhenprofil sieht zumindest etwas angenehmer aus und 4:30h - eigentlich ein Klacks. Ziel der Etappe ist das „smiling valley“, wie ein Alpinist von anno 1859 es nannte. Wir sind gespannt. Der erste Anstieg führt auf einen alten, steilen Saumweg durch den Wald. Alles prima. Man kommt an mehreren hübschen, verlassenen Weilern vorbei. In dem Ruinendorf „Maison“ auf 1567m beispielsweise gibt es ein altes museales Schulhaus, mit hergerichteten Schulzimmer, im Geisterdorf Capelle sieht man noch an einem sehr alten halb verfallenen Haus ein Wandgemälde. Weiler auf dem Weg Vecchia Scuola di Maison Ein nachgestelltes Klassenzimmer Geisterdorf Capelle herzallerliebst... Nach dem "Museum" (Vecchia Scuola di Maison) geht der Weg höhenlinienparallel weiter. Ab und an hat man einen schönen Blick. Dann geht es noch eimal steil den Hang hinauf auf einen Sattel. Ich komme am höchsten Punkt dieser Etappe an, der Alpe Prà del Cres auf 2002m. Kapelle von Borgo Vecchio. Es geht nochmal hinauf S. nebst Gatte und ich wechseln uns heute immer mal wieder ab. Mal laufen sie voraus, mal treffen wir uns, gehen ein Stück zusammen, machen Pause, mal bin ich vorne. Das funktioniert ganz schön. Bevor es an den Abstieg geht, kurz vor der Alp Casa Bianca hätten wir uns beinahe noch mal verfranzt. Wir sind der rot weißen Markierungen gefolgt und wären beinah wieder aufgestiegen. S. war so geistesgegenwärtig, dass ihr auffiel, dass es eigentlich nicht mehr hoch gehen kann. Und mein Navi bestätigte, dass wir falsch sind. Abstieg nach Ceresole Der Abstieg war dann ganz okay und zum ersten Mal bin ich nicht fix und fertig angekommen. Im Rifugio Fonte Minerali habe ich Glück mit dem Zimmer. Ich werde in die Casa del Bosco geschickt. Es ist ein kleines Hexenhäuschen hinter dem eigentlichen Refugio auf einer kleinen Anhöhe. Eigentlich ist es ein kleines Ferienhäuschen, unten Küche und winziges „Wohnzimmer“, oben ein Mehrbettzimmer und ein Dreibett-Zimmer. Sehr hübsch. Ich habe Glück und bin allein in dem Mehrbett-Zimmer. Viele junge Leute arbeiten im Rifugio. Das liegt wohl daran, dass die Gegend auch Klettergebiet ist. Mein Zimmer für die nächsten zwei Nächte.. Mal sehen was die kommende Woche bringt. Die tief eingeschnittenen Lanzo-Täler stehen an. Das Wetteraussichten sind so naja - viele Gewitter, aber ich versuche mich nicht verrückt zu machen und nicht zu viel zu grübeln, warten wir mal morgen ab. Ich bleibe wie angekündigt, 2 Nächte hier. Mittlerweile ist ein neues Dreigespann auf dem Trail… erste Kontaktaufnahme hat bereits stattgefunden.
  26. 12 points
    Fr 07.08.2020: Talosio - San Lorenzo (1370 rauf / 1550 runter) Vom Ankommen... Heute hab ich gedacht, ich breche ab. Bin halbwegs früh losgekommen, brauchte ja nicht auf Frühstückszeiten zu achten... um genau zu sein um 7:10h. Ich dachte, ich sei nur 30 min von Talosio bzw. von dem Kloster davor entfernt (vielleicht hab ich es mir gestern Abend auch eingeredet, weil ich nicht mehr weiter wollte). Nee, der Wegweiser sagt 1h. 1h zusätzlich zu den 7:30h, die Rother für die Etappe angibt (Bätzing sogar 7:50h). Puh. Zumal die Zeitangaben auf den Wegweisern nicht wirklich immer realistisch sind, zumindest für mich. Zu den 1550 Höhenmeter im Abstieg kommen ja auch noch einige weitere dazu. "Gut markiert, größtenteils wenig ausgeprägter Weg, steinige Passagen, mehrere Gegenanstiege (2 Pässe), mürbe machende Endabstieg.." Naja irgendwie wird’s schon gehen. Vielleicht hat mein Körper ja auch schon gelernt, dass er lange An- und Abstiege bewältigen muss. Ich will heut Abend in dem Posto Tappa der Trattoria San Lorenzo übernachten, dort kann ich auch, wenn es voll ist, das Zelt aufbauen und die Dusche nutzen. Mit den Leuten dort hatte ich im Vorfeld schonmal gemailt und gefragt, wie die Situation vor Ort so ist, coronatechnisch. Allora, Der Aufstieg geht eigentlich, denke ich.., aber das war noch nicht der Pass. Oben gehts ein wenig hin und her, dann stehe ich irgendwann auf dem namenlosen Pass und warte nun auf besagten Gegenanstieg. "Warten" ist vielleicht nicht das richtige Wort... ich erwarte ihn... erhoffe ihn bald zu erklimmen. Erstmal gehts runter zum Stausee. Dann irgendwann wieder rauf... Vom Stausee aus ginge nochmal über einen Pass Der Gegenanstieg kommt erst viel später. Und ja es zieht sich (hm, das schreibe ich bei jedem Pass, fällt mir grad auf). Und ganz eindeutig fand ich die Wegführung auch nicht. Mittlerweile war es schon später Nachmittag. Ich fange an mich mächtig zu beeilen. Auf dem Colle di Colla habe ich noch nicht mal Fotos gemacht. Versuche mich nochmal im Posto Tappa in San Lorenzo anzukündigen. Der Wirt antwortet, er hätte schon einige Gäste, er müsse erst die anderen fragen, ob ich noch mit aufs Zimmer kann. Naja, ich kann ja sonst im Garten zelten. Aber ein Bett wäre mir heute schon sehr recht. Wer weiß, wann ich ankomme. Da mir aufgefallen ist, dass das Wochenende ansteht, habe ich am Vorabend auch schon für den nächsten Tag versucht zu reservieren. Als ich zwischendurch Netz habe, wird die Anfrage abgewiesen. Seltsam. In dem Posto Tappa gibt es eigentlich viele Betten und es ist doch kaum jemand unterwegs. Als ich die Rückmeldung bekomme bin ich eh schon erschöpfungsmäßig weit unten, die Nachricht demoralisiert mich zusätzlich. Während es weitergeht, überlege ich, was tun. 1 Nacht länger in San Lorenzo - Pause täte gut... oder irgendwie mit Bus nach Ceresole und eine Etappe überspringen... ob das geht? Zelten? Auf Noasca (das wäre der nächste Ort) hab ich grad kein Bock mehr. Die waren so unfreundlich. Ich renne förmlich den Berg runter und bin nicht wirklich guter Stimmung, denn es ist schon wirklich spät. Ich will es noch zum Abendessen schaffen. Die Uhr ist gegen mich. Endloser Abstieg. Nich soo schwierig, abgesehen von den steilen Grashängen mit unklarer Wegführung. Aber das geht schon. Um 20:30h komme ich erschöpft an. Ich sehe durch das Fenster der sehr sympathischen, einfachen Trattoria schon Gäste an einem langen Tisch beim Abendessen sitzen, darunter scheinbar auch GTA-ler? Der Anblick dieser Szenerie macht mich wirklich sehr glücklich. Der Wirt kommt mir an der Tür entgegen und reagiert sehr freundlich auf meine Entschuldigung, dass ich so spät bin. Meine Frage nach einem Bett wird mit „Si“ beantwortet. Ein deutsches Wander-Paar hat nix dagegen, dass ich im gleichen Mehrbettzimmer schlafe. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Die Welt ist wieder ein bissl in Ordnung. Durch die Garage gehts in einen Keller zum Hinterhauseingang raus und die Außentreppe des Nachbarhauses rauf, den "Balkon" entlang, dann gibts im 2. Stock zwei Mehrbett-Zimmer und ein Gemeinschafts-Bad. Typisch GTA. Gefällt mir. Einfach, aber mit Charme. Kurze Katzenwäsche. Schnell zum Essen, Höllen-Hunger, geduscht wird später. Beim Essen komme ich schnell ins Gespräch mit den anderen sehr netten GTA-lern: ein Paar, mit denen ich das Zimmer teile und drei junge Mädels, wovon eine ebenfalls solo unterwegs ist. Die Mädels waren sicher schon seit Stunden hier, seufz. Das Paar kam heute mit dem Bus an. Ich erzähle, dass ich in Noasca kein Bett bekommen habe, worauf die anderen ganz entspannt erwidern, „ach, lass mal den Wirt reservieren“. Als dieser fragt, für wen er für morgen ein Bett reservieren soll, hebe ich mitgerissen von der Gruppendynamik einfach meine Hand und schwupps habe ich ein Bett für den nächsten Tag in Noasca. Nix abbrechen..., keine Pause. Ok geben wir der Tour noch ne Chance ;). Irgendwie bin ich aber auch froh, dass ich weitergehe. In Ceresole dann aber wirklich Pause! Mit schmerzen Muskeln und auch leicht zuckelnder Hüfte gehe ich ins Bett. Heute bin ich definitiv an meine Grenze gekommen.
  27. 12 points
    Mi 05.08.2020: Piamprato - Campiglia Soana (1000 hoch / 1200 runter) Manchmal lohnt es sich einen Schlenker zu machen... Heute folge ich einem Tipp aus dem Rother. In 6h soll es von Piamprato über den Colle della Borra ins Valle di Campiglia gehen, man soll einen traumhaften Einblick in einen noch recht unbekannten Teil des Gran Paradiso Nationalparks bekommen. Die Rother-Authoren sollten Recht behalten. Bei traumhaftem Wetter komme ich erst um 8:30h los. Nach dem anstrengenden Tag gestern, lasse ich es entspannt angehen. Ich muss beim Frühstück etwas improvisieren, da ich meinen Glöffel zu Hause vergessen hatte. Abhilfe schafft der Griff meiner Zahnbürste (als hätte ich es geahnt, habe ich das klappbare Hinterteil vorher nicht abgemacht, e voià double-use…). Nicht ideal, aber muss meinen Porridge somit nicht mit den Händen "löffeln". Auch heute zieht sich der Anstieg etwas. Dafür ist der Ausblick von dem 2548m hohen Colle della Borra ist heute umwerfend - wow! Ich sehe einen Italiener, der mich zwischendurch überholt hat, lasse mich auf einem etwas nicht eindeutigen gerölligen Stück von ihm ablenken und gehe in seine Richtung. Als ich oben bin, merke ich, dass ich vom Weg abgekommen bin und nicht auf dem Pass stehe sondern noch weiter oben. Ich brauche einen Moment, bis ich mich orientiert habe, finde dann aber den Weg zum Pass. Der Abstieg ist wieder sehr lang, der Weg ist etwas kaputt, viele Steinstufen machen das Gehen mühsam, aber insgesamt besser als gestern. Die Sonne bruzelt und bruzelt, kein Schatten durchweg auf der ganzen Etappe. Ich bin aber eigentlich ganz froh darüber. Besser als Gewitter, zumal die Sicht einfach genial ist. Sonnencreme wird wohl nicht ganz dagegen ankommen, fürchte ich. Campiglia ist ein nettes Örtchen. Die ersten Schilder weißen mich darauf hin, dass ich im Gran Paradiso bin und gewisse Regeln zu beachten habe. Ich bin die einzige Wandererin in dem Posto Tappa Phoenix, das erst im zweiten Jahr besteht. Zuvor hätte man die Etappe bis Ronco gehen müssen, was die Etappe deutlich verlängert hätte. Zum Posto Tappa gehört eine kleine Trattoria, wo ich abends wieder gut versorgt werde und ich mich sehr wohl fühle. Der Chef bietet mir an, mich morgen mit dem Auto nicht nur nach Valprato sondern direkt nach Ronco zu bringen, da der Bus aufgrund von Corona nicht wie von mir recherchiert von Campiglia nach Valprato bzw. Ronco fährt. - Prima, das erspart mir sehr viel Asphalt und die Strecke morgen ist lang genug. Er will zwar nicht so früh los, aber der Bus wäre auch nicht so früh gefahren und zu Fuss wäre ich auch ne Weile unterwegs und das auf Asphalt. Habe ich schon erwähnt, das ich einen Monster-Muskelkater habe? Hoffentlich stellt sich bis morgen ein Trainingseffekt ein, wenn ich sehe, was an Höhenmetern die nächsten Tage auf mich zukommt....Glaub in Ceresole braucht’s n Ruhetag ohne Ausflug. Auch wenn mein Plan war, von da aus hoch zu einem See aufzusteigen und dort zu zelten… Aber bis dahin sind ja erstmal noch der ein oder andere Pass zu bewältigen.
  28. 11 points
    MarcG

    Impressionen von Touren

    Samstag/Sonntag auf dem Medebacher Bergweg. Mehrfotos (Google Photos Album)
  29. 11 points
    Emm

    Westweg mit Wintereinbruch (2019)

    Teil 1 - Den Suff noch in den Knochen Nachdem ich zuvor circa 2,5 Monate auf dem GR7/E4 ungefähr 1700 Kilometer von Tarifa in Südspanien in Richtung Andorra gewandert war, blieb von meinem Sabbath-Halbjahr noch genügend Zeit, um in Deutschland auf Wanderschaft zu gehen. In der ersten Woche meiner Rückkehr beschließen mein Cousin Tim und ich also kurzerhand, den Westweg in Angriff zu nehmen. Eine Woche später machen wir uns auf den Weg. Aus Potsdam beziehungsweise Köln kommend, treffen wir uns am 28.3. in Stuttgart, um am Folgetag gemeinsam von Pforzheim aus zu starten. Wir wählen Stuttgart als Treffpunkt, weil die Verbindungen nach dort günstiger waren und Tim die Stadt kennenlernen wollte. Nach einer feuchtfröhlichen Nacht in einer Spelunke unweit unseres AirBnB, fahren wir am nächsten Morgen nach Pforzheim. Wir durchschreiten die goldene Pforte am frühen Abend gegen 17:45. [ Ich und Tim vor der Goldenen Pforte Pforzheim. Wir tragen beide die Haglöfs Alder Hood. ] Doch nicht etwa, weil wir aufgrund des nächtlichen Exzesses zu spät aus Stuttgart losgekommen waren - vielmehr machten wir in Pforzheim die Bekanntschaft einer sehr netten jungen Dame namens Ve, welche uns freundlicherweise zu Fuss zu unserem Ausgangspunkt gebracht hatte, nachdem wir mit dem Bus einige Stationen zu weit gefahren waren. Sie kam dann im Bus auf uns zu und fragte, ob sie helfen könnte. Das wiederum lag wohl eindeutig an der bereits erwähnten durchzechten Nacht. So kam es also, dass einige Stunden vergingen, zumal wir auch noch mit Ve im Restaurant direkt neben der Goldenen Pforte zu (Nach)mittag aßen. Ferner löschten wir unseren Brand noch mit je zwei Hefeweizen. Ideale Voraussetzungen also für den Start einer Fernwanderung. Tag 1 - Die ersten Kilometer Die ersten Kilometer führen nach einer Steigung in einem Waldstück unweit der Straße, meist in Straßennähe durch den Wald oder durch besiedeltes Gebiet. Sie sind weder besonders spannend, noch sind sie berichtenswert. Später geht es durch Waldgebiet immer entlang der Enz. Wir schlagen unser Lager nach Einbruch der Dämmerung neben dem Fluss auf. Die Mägen noch gut gefüllt, begeben wir uns nach einem Schluck Whiskey aus dem Flachmann sowie einem Bier in unsere Nachtlager. Weit haben wir es heute nicht geschafft. [ Unser erster Lagerplatz direkt an der Enz. Dieses Foto entstand am nächsten Morgen. ] Nachfolgend liste ich unsere Schlaf-Setups mitsamt Rucksäcken auf: Tim: Schlafsack: Nordisk Oskar (-2*) Isomatte: Therm-a-Rest NeoAir XLite Biwacksack: North Face Assault Groundsheet: Polyceo (SMD) Rucksack: GramXpert 42+10 Matthias: Quilt: Cumulus 250 (0*) Isomatte: Mountain Equipment Aerostrat Down 7 Zelt: SMD Scyscape Scout Groundsheet: Polycro (SMD) Heringe SMD (6) Trekkingstöcke: ALpin Loaker Carbon Pro (2) Rucksack: Weitläufer Agilist (Ende 2018) [ Meine fast komplette Ausrüstung. Es fehlen mein Spork, meine Titanium-Tasse mit Deckel (400ml) sowie meine Wollmütze und die Haglöfs Fleecejacke. Auch das Lonsleeve, welches ich trage, sieht man auf dem Bild nicht. ] Tag 2 - Auf nach Dobel Am nächsten Morgen brechen wir nach einer angenehmen Nacht sowie einem Kaffee und einem Riegel gegen 8 Uhr auf. Unser Ziel ist die Eberhart Essich Hütte, auf welcher wir fürstlich frühstücken würden. Rührei mit Speck, dazu Brot und warmen Kaffee. Für die ersten zwei Tage der Tour waren wir reichlich eingedeckt mit allerlei leckerem Essen. Gesättigt und zufrieden geht es für uns weiter. Nach einem bewölkten Start in den Tag, kommt die Sonne am frühen Nachmittag heraus. Nachdem wir das Dorf Neuenbürg durchqueren, führt der Weg an Schwann vorbei zum ersten Mal tiefer in den Wald hinein. Hier macht das Wandern Spaß. Herrlich. In Dobel sollten wir uns noch ein Hefeweizen gönnen, bevor es für uns weiter ging in Richtung der Hütte außerhalb des Ortes. [ Hier macht das Wandern Spaß! ] Wir hatten uns diese geschlossene Hütte als Nachtlager ausgesucht, da sie ein Vordach sowie Sitzgelegenheiten bietet. Unterwegs bietet uns eine Frau, die mit ihrem Hund spaziert, einen Platz auf ihrer Wiese an. Zudem warnt sie augenzwinkernd vor den Wölfen. Wir lehnen dankend ab, schließlich sind wir nicht zum Spaß hier Nachdem kurz vor Sonnenuntergang noch einige Gruppen Spaziergänger/innen an uns vorbei liefen, bauen wir unser Lager abermals mit Einbruch der Dunkelheit auf. Anschließend gibt es Steak mit getrockneten Steinpilzen, Bratensoße und Reis - dazu ein Tässchen des Rotweins, den wir in Dobel gekauft hatten (0,25 l). Bon Appetit! [ Am nächsten Morgen lüften wir unsere Schlafsäcke etc. Tim trinkt Kaffee, die Sonne blitzt hervor. ] Gut gesättigt geht es nach einem schönen Restabend in die Horizontale. Tim schläft unter dem Vordach der verschlossenen Hütte, ich in meinem Zelt. Die Nacht ist ruhig und so starten wir mit Kaffee und Porridge gut gestärkt in den Tag. Die Feuerstelle nutzen wir nicht. Tag 3 - Dobel bis Forbach Abermals meint es das Wetter gut mit uns. Die Sonne scheint und der kommende Tag entpuppt sich als schönster der Tour. Die Landschaft ist schön, ich fühle mich jedoch noch nicht im Gebirge angekommen, wenngleich es schon Hügel zu sehen und Höhe zu überwinden gibt. [ Das Wetter ermöglicht uns die Aussicht auf erste Hügel. ] Weiter in Richtung Forbach voranschreitend, stoßen wir bald darauf auf die ersten Altschneereste. Durch den Sonnenschein ist es jedoch nicht kalt und die Wanderung macht Spaß. [ Erste Altschnee-Felder gesellen sich zu uns. ] Später führt uns der Weg noch durch eine Moorlandschaft, welche über einem Steg durchquert wird. Dort wachsen allerlei Pflanzen. Moore sind interessante Orte. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte sich die Dokumentation „Die Macht der Moore“ ansehen. Gegen 18 Uhr durchschreiten wir bei leicht bewölktem Himmel die Pforte kurz vor Forbach. Der Abstieg nach Forbach zieht sich in die Länge, ist jedoch schön anzuschauen. Nach einem schönen Wandertag haben wir anständigen Hunger und gönnen uns beim Italiener am Bahnhof Schnitzel mit Pommes, Salat sowie ein Hefeweizen. Da es nach Forbach zum ersten Mal anständig bergauf geht und wir angesichts des noch immer in den Knochen steckenden Katers ziemlich K.O. sind, beschließen wir kurzerhand, uns eine Pension zu nehmen. Wir wurden direkt hinter der Forbacher Brücke von einer Frau aufgenommen, die Toni hieß und deren Gastfreundschaft ich hier hervorheben möchte. Die heiße Dusche und das Frühstück am nächsten Morgen waren fantastisch. Wir nahmen also jeder eine Dusche, wuschen Kleidungsstücke und gingen dann noch zur Tankstelle, um, na klar, ein Bier zu kaufen. Nachdem wir eine Weile in Tonis Garten saßen, ging es gegen 23 Uhr ins Bett. [ Erste Anzeichen des Frühlings. ] Tag 4 – Forbach bis Unterstmatt Nachdem wir gefrühstückt, ein nettes Gespräch mit Toni und ihrem Mann geführt sowie einige Lebensmittel gekauft hatten, ging es von Forbach in Richtung Unterstmatt. Wie vorher bereits erwähnt, folgt nun ein knackiger Anstieg, welcher Tim das ein oder andere Mal fluchen lässt. Mich störte er nicht, war ich doch gut trainiert. Die Natur hier ist sehr schön und es ist trotz der Steigung eine herrliche Wanderstrecke. Allerdings war auch ich dann froh, als wir oben ankamen und an der Wegscheid Hütte unser zweites Frühstück zu uns nahmen. Die Hütte hat eine Feuerstelle sowie eine zweite Etage, auf welcher geschlafen werden kann. Eine gute Gelegenheit also, hier sein Nachtlager aufzuschlagen. Wir hingegen laufen weiter, passieren die Jägerhütte und laufen vorbei an einer Talsperre. Alsbald geht es bergan in Richtung der Badener Höhe (1002 m). Wir machen eine Mittagsrast und schauen uns um. Es sind viele Tageswanderer vor Ort, wir unterhalten uns mit einigen. Nach der Badener Höhe geht es bergab in Richtung Sand. Dort sowie auf dem Weg dorthin gibt es einige Gasthöfe, sodass wir uns eine warme Mahlzeit erhoffen, um anschließend Unterstmatt hinter uns lassen zu können und Strecke zu machen. Zwar hatten wir genügend Zeit zur Verfügung, doch fühlten wir uns ein wenig hinter dem Zeitplan. [ Der Anstieg aus Forbach kommend hat es in sich. ] [ Der Turm auf der Badener Höhe. ] Dieser Plan schlägt fehl, da alles zu hat. Ein wenig Frust macht sich breit, sodass wir leicht mürrisch weiter in Richtung Unterstmatt ziehen. Wir passieren einen weiteren Skilift. In Unterstmatt angekommen, essen wir im Biker-Gasthof ausgiebig zu Abend (Schnitzel) und unterhalten uns mit einer netten älteren Dame, die Waldtraud heißt und so ziemlich alles über Vögel weiß, was es zu wissen gibt. Wir reservieren ein üppiges Frühstück für den nächsten Morgen und ziehen uns oberhalb von Unterstmatt etwa einen Kilometer in den Wald zurück. Dort bauen wir in der Dämmerung unsere Setups auf und schlafen kurz darauf, begleitet von Uhu-Rufen und allerlei anderen Geräuschen. Heute Nacht ist es schon merklich kälter als die Tage zuvor. [ Unser Nachtlager. Das Foto entstand am nächsten Morgen.] Bei einer Temperatur von -1 trage ich in meinem Quilt X-warm Tights von Odlo, Thermosocken, ein Merino-Longsleeve, meine Haglöfs Fleecejacke sowie eine Wollmütze. Ich friere nicht, aber es ist nicht wohlig warm. So ziehe ich kurz danach meine Fleecejacke aus und die Daunenjacke an. Nun ist es schön warm. Tag 5 - Unterstmatt bis Alexanderschanze Nach dem leckeren Frühstücksbuffet, bei welchem wir uns selbstredend auch Verpflegung für unterwegs zusammengestellt hatten, ging es zunächst quer einer Skipiste entlang und danach steil nach oben in Richtung der Hornisgrinde. Bald befinden wir uns in einer Schneelandschaft. Wunderschön. Als Stadtmensch sieht man den Winter viel zu selten. Waltraud, die wir in den ersten Tagen des Westwegs immer wieder treffen, hat sichtlich Probleme, durch den hohen und nicht verdichteten Schnee zu stapfen, sodass ich ihr einen meiner Wanderstöcke anbiete. Sie kann ihn mir später zurückgeben. Dankend nimmt sie an, wir stapfen weiter den Berg hinauf. Der Aufstieg gestaltet sich aufgrund des Schnees als mühsam. Als wir gegen 10 Uhr an der Grindehütte ankommen, pfeift der Wind und wir beschließen, uns einen warmen Kaffee sowie ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zu genehmigen. Eigentlich hat die Hütte noch geschlossen, doch man ist dort sichtlich imponiert, dass wir den Westweg um diese Jahreszeit gehen und bedient uns freundlicherweise. „Der Westweg im Winter? Ich fall’ vom Glauben ab“, raunt die Kellnerin uns entgegen, als wir nach einem kurzen Plausch mit ihr Platz nehmen. Der Abstieg zum Mummelsee gestaltet sich als ebenfalls nicht so einfach. Wir stapfen durch sehr hohen Neuschnee und sinken bei jedem Schritt um die 50-70 cm ein. Über meiner kurzen Hose, welche ich für gewöhnlich zum wandern trage, trage ich aufgrund des Schnees meine lange Unterhose sowie eine Regenhose. Tim tut es mir gleich. Als Schutz vor dem Schnee haben wir unsere Füße mit 1. Dünnen Socken, 2. Plastiktüten und 3. Wärmenden Socken umhüllt. [ Der wunderschöne Mummelsee. Letzen Winter verbrachte ich dort 3 Tage mit meiner Freundin im Hotel direkt am See. Sehr empfehlenswert. ] Am nunmehr fast schneefreien und wunderschönen Mummelsee angekommen, umrunden wir diesen und machen eine kleine Rast am Steg. Kurz darauf durchschreiten wir die nächste Pforte und wandern in Richtung der Skipiste Seiblesecke. Dort genehmigen uns Wiener Würstchen sowie je ein Pils und unterhalten uns mit einem älteren Herren, welcher sich zu uns gesellt. Dieser war Mitglied des Schwarzwaldvereins und erzählte uns Wissenswertes über den Westweg. Im Verlauf des Gespräches sollte sich herausstellen, dass Tim seinen Ausweis vergessen hatte. Der Mann riet uns davon ab, unter diesen Umständen bis nach Basel zu gehen, da mit einer empfindlichen Strafe zu rechnen sei, würde man in der Schweiz ohne Ausweis erwischt. Forstarbeiten und Naturschutz führen dazu, dass der Westweg kurz nach der Seiblesecke gesperrt ist. Nach kurzer Überlegung entschließen wir uns dazu, die Skipiste hochzulaufen, um dann anschließend über den Bergkamm den Weg in Richtung der Darmstätter Hütte zu nehmen. Wir stapfen durch beinahe mediterrane Flora und Fauna, bis es am Ende des Kamms wieder bergab geht. Doch auch hier sollte der Schnee dermaßen tief sein, dass wir gefühlt metertief einsinken sollten. An der Darmstätter Hütte angekommen, machen wir eine Rast und essen etwas. Natürlich hatte auch diese geschlossen. Im Laufe des Westwegs kamen wir zu unserem Leidwesen an vielen verschlossenen Hütten vorbei. Die Saison war seit knapp einer Woche vorbei, wie sich später herausstellen sollte. Viele Gaststätten befanden sich im wohlverdienten Urlaub. Die Wanderung führt uns nun durch den Wald weiter in Richtung des Skilifts Ruhestein, wo wir gegen 16 Uhr eintrudeln und uns ein Schnitzel nebst Hefeweizen genehmigen. [ Auf dem Westweg habe ich eigentlich immer, wenn wir essen waren, ein Schnitzel gegessen ] Anschließend geht es gut gestärkt wieder hinauf in Richtung des Schliffkopfes, wo wir abseits des Westweges an einer Schutzhütte unser Lager aufschlagen. Der Tag war anstrengend und so liegen wir in etwa gegen 20:30 in unseren Schlafgemächern. Tag 6 – Schnee und Kälte Am nächsten Morgen ist es kalt und windig, sodass zum ersten Mal die Hardshell angezogen wird. Nach einem kleinen Frühstück mit Kaffee und Riegel geht es für uns weiter. Später stehen wir abermals vor einem geschlossenen Gasthof und treffen dort einen weiteren Wanderer, der zu dieser Jahreszeit unterwegs ist. Wir quatschen kurz und laufen wir nun in Richtung Kniebis. An einer Kreuzung steht ein Gebäude der Nationalpark-Verwaltung. Wir klingeln und fragen nach einem Kaffee, den wir auch netterweise bekommen. Wir verlassen den Westweg, um Vorräte zu kaufen und etwas warmes in den Magen zu bekommen. Da eine weitere Pforte vor dem Gasthaus am Kniebis steht, kommt in uns der Gedanke hoch, dass unsere GPS-Daten so nicht stimmen können, führen sie doch einige Kilometer am Kniebis vorbei. [ Irgendwie hatten wir diese Pforte nicht auf dem Schirm. Möglicherweise lag es an der kurzen Vorbereitungszeit. ] Wir erreichen den Gasthof gegen 11.15, genehmigen uns einen Kaffee sowie ein Hefeweizen und warten darauf, dass die Küche öffnet. Wir unterhalten uns sehr nett mit dem Barkeeper, der selber leidenschaftlicher Wanderer ist. In der warmen Stube sitzend, lässt es sich aushalten. Nach einer ausgiebigen Rast und mit vollem Magen geht es noch ein wenig die Straße runter zu einer Tankstelle, um Vorräte zu kaufen, bevor es wieder zurück auf den Westweg geht. Das Wetter wird immer schlechter. Es ist bitterkalt und der Nebel versperrt uns im tiefen Schwarzwald die Aussicht. Gespenstisch mutet er auf diesem Abschnitt an, der Westweg. Trotz einiger Hütten auf dem Weg entschließen wir uns dazu, noch weiter zu gehen, da sich am Freiersberger Tor ebenfalls eine Schutzhütte befindet. [ Aufkommender Nebel verschlechtert zusehends unsere Sicht. ] Als wir die Schutzhütte endlich erreichen, ist es fast dunkel und schneit bereits seit Stunden, mittlerweile sehr stark. Die Sicht beträgt fast 0. Zunächst schleicht sich nun ein wenig Frust bei uns beiden ein, da alle Türen verschlossen zu sein scheinen. Daher nehmen wir also unter dem Vordach der großen Hütte Platz und überlegen, was nun zu tun ist. Tim vernimmt den Ruf der Natur und so kommt es, dass er um die Hütte schleicht und nach einem geeigneten Ort sucht, sich zu erleichtern. Ich rauche eine Zigarette und überlege schon, ob wir zu zweit unter dem Vordach in meinem Zelt schlafen sollen, als Tim zurück kommt. Er hatte den Eingang zur Hütte gefunden. Dieser befindet sich auf der Straßenseite. Zu unserer Überraschung chillt der Wanderer, den wir am Vormittag trafen, ebenfalls da. Wir hegen sofort große Sympathie füreinander und so kam es, dass wir uns nach einem leckeren Abendmal aus Zutaten von uns dreien, dazu entschließen, den Rest des Weges gemeinsam zu gehen. Sein Name ist Chris und er sollte anschließend noch bis nach Kroatien wandern – mit einem Gepäck von schätzungsweise 20+ Kilo. Tag 7 – Freiersberger Tor bis Hasemann-Hütte Nach einem geselligen Abend mit allerlei Wander-Philosophie und einer ruhigen Nacht, bestätige ein Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen meine Befürchtungen. Überall lag Schnee und somit war klar, dass die heutige Etappe in den höheren Lagen anstrengend werden würde. Nichtsdestotrotz machen wir drei uns gut gelaunt und gestärkt vom Frühstück auf den Weg. Es geht auf und ab. Unterwegs sehen wir noch zwei Hütten, eine davon mit Ofen. Mist, denke ich, das wäre doch was Feines gewesen! [ Der wunderschöne Winterwald ist ein Genuss. ] Gegen 11 Uhr erreichen wir den Haakhof, eine Vesperstube. Zuvor passieren wir die bekannten riesigen Stühle. Da es recht frisch ist und wir drei mit unseren Trailrunnern durchaus schon kalte Füße haben, beschließen wir, eine Rast zu machen. Es gibt Rührei mit Speck und Brot sowie ein Pils. Aufgewärmt, gewaschen und gut gestärkt geht es weiter in Richtung Hausach. Es macht trotz der Kälte Spaß zu wandern. Gegen 15 Uhr passieren wir eine weitere Schutzhütte, die Hohenlochhütte. Wir hören Geräusche und just als wir die Hütte inspizieren wollen, entdecken wir zwei ältere Herren, die dort Arbeiten verrichten. Nach einer netten Begrüßung sowie einem kurzen Gespräch bitten sie uns in die warme Hütte und spendieren uns Kaffee, Kuchen und Schnaps. Die Herren sind Mitglieder des Schwarzwaldvereins Wolfach und äußerst freundlich. Wir essen jeder zwei Stück Kuchen, trinken je zwei Kaffee und je zwei Klare, bevor wir Geld in die Spendenbox stecken und uns verabschieden. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir Hausach, welches nicht näher kommen will. Die Beschilderung hier erlaubt sich einen Scherz in Bezug auf die noch verbleibenden Kilometer und so manches Mal zweifle ich an meinem eigenen Verstand. Endlich angekommen, machen wir uns auf die Suche nach neuem Gas für Tim‘s Kocher. Unser Behälter ist leer. Nachdem wir sämtliche Tankstellen, Eisenwaren- und Gemischtwarenhändler abgeklappert haben, müssen wir frustriert feststellen, dass unser Plan Gas auf dem Weg nachzukaufen, gescheitert ist. Unser Ziel heißt nun Hasemann-Hütte und es sind noch etliche Höhenmeter zu überwinden, um die 400 in etwa. Steil geht es aus Hausach raus, höher und höher hinauf. Ein nicht endender Aufstieg, der im Schnee anstrengend ist. Wir kommen nicht gut voran. Die Sicht ist schlecht, der Wind bläst. Es fängt an zu schneien und wir haben immer noch rund einen Kilometer vor uns. Tim ist erschöpft. Ich eile voraus um zu schauen, ob die Hütte geöffnet ist und um notfalls mein Zelt aufbauen zu können, sodass wir dort zu dritt zumindest sitzen könnten. Es wird langsam dunkel. Oben angekommen gibt es Grund zur Freude. Die Hütte ist geöffnet. Ich schaue mich um, lege meine Sachen ab, rufe den beiden anderen entgegen, dass die Hütte geöffnet sei. Ich sammele Feuerholz. Tim erreicht die Hasemann-Hütte völlig erschöpft und musste die letzten Meter von Chris gestützt werden. Eine anstrengende Etappe. Wir entzünden den Hobokocher, den Chris mit sich führt und kochen Tee und braten Würstchen. Wir essen eine deftige Brotzeit und legen unsere Isomatten auf die Bänke im unteren Bereich der Hütte, da es im oberen Schlafbereich zieht. Nach einem Feierabendbier schlafen wir erschöpft ein. ENDE TEIL 1 Da ich leider keine Bilder mehr hochladen kann, ist an dieser Stelle Schluss. Teil 2 folgt in Kürze.
  30. 11 points
    andreköln

    Impressionen von Touren

    Hier noch ein paar Eindrücke aus Norwegen, wo wir Anfang August eine große Runde um den Hardangerjökull gelaufen sind. Perfektes Wetter, wenig Mücken, herrliche Landschaften.
  31. 11 points
    BitPoet

    Westweg und ein wenig Mittelweg - August 2020

    Tag 4 - Donnerstag, Hildahütte nach Hausach, 29km plus X Um 4:30 Uhr wache ich auf, lausche den hyperaktiven Siebenschläfern und knabbere Erdnuss-M&Ms, die ich mir als Belohnung für die ersten 100km gegönnt habe. Nach und nach stecken auch M. und die Mitwanderin den Kopf aus dem Zelt, das Vater-Sohn-Duo hat gestern schon angekündigt, ausschlafen zu wollen. So versuche wir, beim Frühstück leise zu sein - das macht angesichts der Siebenschläfer nur begrenzt Sinn, aber was solls. Wir brechen zeitversetzt auf. Nach ein paar Kilometern auf breitem Forstweg kommen dann auch die ersten Brunnen, aber es tröpfelt nur spärlich bis gar nicht. Es ist etwas frischer als die letzten Tage, so kann ich die Beine laufen lassen ohne dass es mir zu warm wird. Es geht am Seeblick vorbei, und mir schwant, dass es etwas feucht werden könnte. Gerade als ich an der Lettstädter Hütte ankomme fängt es an zu tröpfeln. Meine Mitwanderin von der Hildahütte, die ich zwischendurch überholt habe, kommt kurz nach mir an. Wir schaffen es noch, unsere Flaschen am Brunnen aufzufüllen, dann fängt es an zu gießen. Vor der Hütte parkt ein Auto mit einem schlafendem Pärchen. Ein Radfahrer kommt auch noch an, M. trudelt ein wenig später ein, und wir knabbern eine halbe Stunde Trailmix und machen Smalltalk unter dem Dach während sich die Schleusen über uns richtig öffnen. M. und ich stellen fest, dass wir so ziemlich das selbe Tempo laufen und fachsimpeln über leichte Ausrüstung und Wanderziele. An den berühmten Stühlen vor dem Harkhof sind wir wieder zu dritt. M. und ich beschließen, da wir ja gut in der Zeit liegen (es ist ein paar Minuten vor 11) im Harkhof ein zweites Frühstück einzuläuten. Mit Rührei mit Speck und anderen Leckereien lassen wir es uns eine Stunde gut gehen, bevor wir nichtsahnend die Etappe des Grauens betreten. Das erste Stück durch den Wald ist noch ganz angenehm, und witzige Motorsägenakrobatik am Wegesrand lullt uns ein. Dann aber wird es wild. Plötzlich finden wir uns auf breiten, hart planierten Waldautobahnen. Riesige Lastwagen rasen vorbei und wirbeln kilometerlange Staubwolken auf. Es werden Windräder gebaut. Und wir schauen das erste Mal auf die Wegweiser und reiben uns die Augen. Vor dem Harkhof waren es 14,5km bis Hausach. Beim nächsten Wegweiser 13,5km. Jetzt, 2km weiter, sind es wieder 13,5km. Zu unserem Unglück ist heute auch noch der heißeste Tag des Jahres. Die Temperatur ist auf Mittag hin auf 36°C hochgeklettert, und der Regen vom Morgen hängt wie feuchtes Blei in der Luft. Wir gehen und gehen. Hausach 12,5km. Ja. Nein. Hausach wieder 13,5km. Es wird und wird nicht weniger. Wir hatten unabhängig voneinander davon geträumt, um 15:30 in Hausach zu sein, uns in ein Cafe zu setzen und entspannt einen Cappuccino zu schlürfen. Hausach wieder 12,5km. Ich schaue immer wieder, dass ich definitiv nicht die Variante über den Brandenkopf nehme. Irgenwann, nach Stunden, komme ich zur Hohenlochenhütte. Die kurze Rast im Schatten auf der Bank wird mir von Schwärmen von Wespen verwehrt, die Hütte selbst ist wegen Corona geschlossen, wie man lesen kann, aber immerhin gibt es endlich kaltes Wasser an der Quelle unterhalb der Hütte, und auf dem Wegweiser steht (ich sollte es doch jetzt besser wissen) Hausach 6,5km. Habe ich erwähnt dass es heiß ist? Ich mache nach wenigen Kilometern eine ausgedehnte Abkühlpause am Waldrand und versuche herauszufinden, wo ich gerade bin. Der Punkt liegt tatsächlich auf der Route, da sind sich der Track aus dem Internet und meine Kompass-Karte einig, aber die Entfernung, die ich tatsächlich seit der Hohenlochenhütte gelaufen bin, ist viel zu lang. Es geht natürlich so weiter. Hausauch, 4,5km. Hausach, 6,5km. Gibt es Hausach wirklich? Wenn jetzt auf einem Wegweiser was von Bielefeld steht, dann gehe ich keinen Schritt mehr weiter. Immerhin, der Spitzfelsen gehört zum Weg. Kurz nach dem Spitzfelsen muss ich, trotz tausendmaliger Bemühung von GPS und Karte, einen falschen Abzweig erwischt haben. Es geht beschwingt bergab, bergab. Es wird 16:30, und die Luft kocht um mich herum. Meine Füße fangen an, zu protestieren. Aber es ist ja nur noch ein Kilometer bis Hausach. 500 Meter. Ich komme aus dem Wald raus und möchte Heulen. Ich bin auf halbem Weg zwischen Hausach und Wolfach gelandet, an der Bundesstraße. Der einzige Weg nach Hausach sind 2,5km Radweg ohne Schatten. Nächstes Mal kommt das InReach wieder mit, da funktioniert das GPS zumindest. Ich mache eine kurze Pause im spärlichen Schatten eines Strauches gleich neben der Straße, so bekomme ich wenigstens den Fahrtwind der Autos ab. Dann schleppe ich mich die letzte halbe Stunde nach Hausach, schwenke kurz zum DM um meinen Geruch mit einem Deo in Reisegröße halbwegs Gasthoftauglich zu machen, trinke eine Bio-Apfelschorle auf Ex und gehe die letzten Meter zum Gasthaus Blume. Nie war eine Dusche schöner als nach 29 (38?) Kilometern nach Hausach. M. ist in der Eiche abgestiegen und gar nicht so lange vor mit angekommen. Auch er bekommt einen schmerzhaften Ausdruck wenn das Thema auf diese Etappe und die ganzen falschen Wegweiser und Extra-Kilometer kommt. Frisch geduscht und nach einer Stärkung im Biergarten füllen wir noch unsere Vorräte auf - wir zahlen an verschiedenen Kassen, so wirkt es nicht ganz so komisch dass zwei heruntergekommene Gestalten jeweils Nescafe 3-in-1 und 5-Minuten-Terrine in der Sahnesoße-Variante und als Gulaschtopf kaufen. Beim Abendessen in der Blume unterhalte ich mich mit J., einem Wiederholungstäter auf dem Westweg, der aber solche Dinge wie draußen schlafen oder 30km und mehr am Tag laufen völlig verrückt findet, was er regelmäßig betont. Gleichzeitig schwärmt er mir vor, dass Jörg Scheiderbauer den Westweg diesen Mai in unter 48 Stunden gelaufen ist... Vollgestopft schleppe ich mich noch ein zweites Mal unter die Dusche, krame im Bett noch den (ja, ich gestehe, unnötiger Luxus pur) Kindle raus und schaffe es noch nicht mal, ein Buch auszuwählen bevor ich einschlafe. Fortsetzung folgt...
  32. 11 points
    Sa 15.8.2020: Usseglio - Rifugio Vulpot Ferragosto Ich frühstücke ganz gemütlich und verabschiede mich von der Seilschaft. Um 9:30h gehts erst los, denn ich habe nur 3h auf der Uhr. Die Wegbeschreibung verspricht nichts Aufregendes. Umso mehr bin ich überrascht, als ich in das schöne kleine Tal laufe. Zuerst gehts entspannt einen Bach entlang, dann steil durch den Wald, bevor ich in bezaubernde Hochtal mit den Larghi Falin komme. Kurz nach Margone gemütlich am Bach entlang... Laghi Falin Durch das schöne Tal Im Rifugio Vulpot, das an dem Stausee Lago di Malciaussia liegt, bin ich schon um die Mittagszeit. Hier ist mächtig was los. Es ist Ferragosto, DER italienischer Feier- und Ausflugstag, außerdem Wochenende - und man kann zum Rifugio mit dem Auto fahren. Es gibt sogar einen freien Campsite nähe Rifugio und Stausee. Rifugio Vulpot Ferragosto Ich treffe die "Astronauten" (die 3er-Clique hat die beiden Wanderer mit den großen Packs so genannt. Warum, würde jetzt zu weit führen…). Die beiden sitzen in der Sonne und nehmen ihr Mittagessen ein, bevor es für sie weitergeht. Ich unterhalte mich kurz mit ihnen und erfahre, dass sie nur 10 Tage unterwegs sind (bislang waren sie eher in „Männergespräche“ mit dem männlichen Vertreter der Seilschaft vertieft…). Ich bin ziemlich überrascht, irgendwie nahm ich an, sie würden die ganze GTA gehen... Der Schwabe berichtet von seiner Erkenntnis in den letzten Tagen, dass man die Art und Weise, wie man seine Tour angeht, dem Weg, dem Land und den Gegebenheiten anpassen sollte. Sie wollten eigentlich dieses Jahr wieder in die USA, aber Corona hat sie probeweise auf der GTA gebracht. Er gab selbstkritisch zu, es mache nicht so viel Sinn, alles genauso zu machen wie da drüber. Das sei hier einfach was anderes. Auch die beiden haben die netten Menschen und das gute Essen schätzen gelernt und seien immer mal wieder hin- und hergerissen, zwischen draußen schlafen und der Gastfreundschaft der Leute hier. Ich glaube, die relative guten Einkaufsmöglichkeiten auf diesem Abschnitt hatten sie auch nicht so recht auf dem Schirm. Nicht so angetan schienen sie von den langen An- und Abstiegen. Aber das ist halt GTA. Es ist schon manchmal anstrengend und zumal auch zermürbend, stundenlang bergauf, stundenlang bergab zu gehen. Dafür kriegt man aber auch was von den Dörfern in den Tälern mit und wie sich die Natur Von Tal zu Tal ändert. So krass wie auf diesem Abschnitt ist es jedoch nicht überall. Erinnerungen an die ein oder andere Etappe... Nach meiner kurzen Unterhaltung checke ich ein und bekomme eine nette, kleine, einfache Kammer für mich allein. Ich verbrauche mein restliches Proviant und brutzel mein Couscous am See, während die Italiener:innen das mit sich und ihrem Fleisch auf dem Grill tun. Anschließend ein Cappuccino, ab 15:30h verdünnisiert sich das Ausflugspublikum. Es wird leer, den der Himmel zieht sich zu und klart während des Abendessens wieder auf. Ich entdecke ich ein italienisches Pärchen mit einem italienischen GTA-Rother (Rother ist sogar ins Italienische übersetzt worden), spreche sie kurz an. Bevor es zum Abendessen geht, muss ich jedoch zuerst mein Wunschessen aussuchen. Ich darf zwischen Polenta, Rissotto und Pasta al Ragout wählen. Ich nehme Polenta und ernte damit große Freude beim Gestore. „Morgen wird das Wetter gut. Die Deutschen wollen sonst nie Polenta.“ Hope so. Ehrlich gesagt, habe ich das gewählt, weil ich nicht wusste, ob es eine Vorspeise gibt und ich schon wieder so doll Hunger habe. Es gibt aber eine Vorspeise. Und ein Dolce natürlich auch. Ich esse draußen und beobachte, wie sich die Wolken wieder verziehen und den Rocciamelone freigeben. Was für ein Panorama. Lago di Malciaussia Der Rocciamelone zeigt sich bei Sonnenuntergang Ich will sicherheitshalber morgen wieder in aller Frühe los und bekomme (wie in Pialpetta) heut Abend eine Thermosflasche und ein Körbchen mit aufs Zimmer.
  33. 11 points
    Fr 14.08.2020: Balme - Usseglio (1120 rauf / 1350 runter) Der dritte große Übergang... Heute steht die letzte, heftige Etappe der Lanzo-Täler an. Ich soll nicht zu sehr im Aufstieg bummeln, der steile Abstieg benötige Konzentration. Alles klar. Der fast senkrechte Pfad ist wenig ausgetreten und bei Nässe arg rutschig. Hm, ja, okay... Ich komme erst um 8 Uhr los. Der Anstieg klappt wunderbar und ist superschön. Das erste Ziel und Highlight des Tages sind die Laghi Verdi. Die 3er-Seilschaft hat sich schon beim Frühstück vorgenommen, dort einen Badestopp einzulegen, ich hingegen denke in diesem Moment noch an den senkrechten Abstieg... Es ist ihr letzter Tag, morgen reisen sie ab. Der erste der "grünen Seen" Und tatsächlich, als ich zu den Seen komme, sehe ich, wie sich zwei von Ihnen wieder auf den Felsen aufwärmen. Man spürt, dass sie ihren letzten Wandertag genießen - als könnten sie durch die ausgiebige Rast das Ankommen in Usseglio und damit das Ende der Tour hinauszögern. Ich hingegen schiebe den anspruchsvollen Abstieg als Ausrede vor, um meinem Körper die eisigen Wassertemperaturen nicht zumuten zu müssen. Lieber weiter. Es ziehen schon wiede Wolken auf, die mir womöglich die Sicht vermasseln. Also besser nicht so spät oben sein. Kurz vor dem Passo Paschiet auf (2435) lasse ich den Blick immer wieder schweifen. Ich will heute eines der Tierchen besagter Steinbock-Population sehen. Und zack, links am Hang sehe ich tatsächlich ein gehörntes Tier. Kann aber zu dem Zeitpunkt noch nicht sagen, ob es ein Steinbock ist. Zu weit weg. Beeindruckt bin ich aber in jedem Fall. Leider wieder Wolken in Richtung Pass Ein gehörntes Tier Hier ging wieder runter? Oben türmen sich wieder die Wolken. Erst ein wenig runter, dann wenig später folgt ein Gegenanstieg zum Colle Costa Fiorita (2465 m). Der Abstieg ist im ersten Moment nicht ganz eindeutig, aber ich finde - nicht sofort, aber schnell auf den richtigen Weg. Kurz nach dem Colle Teina soll dann der senkrecht absteigende Pfad kommen. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was damit gemeint ist. Fast senkrecht geht es hier meiner Ansicht nach nirgendwo runter. Ich bin nicht unglücklich darüber. Allerdings ist der Weg zwischen dem Colle Teina und dem Beginn des Waldes sehr schmal, verläuft an steilen Grashängen, ist teilweise abgerutscht und ziemlich verwachsen. Ich muss sagen, eigentlich erfordert der gesamte Abstieg viel Konzentration. Man muss mal wieder sehr aufpassen, wo man hintritt, aber ist dieses Jahr ja nicht das erste mal. Und das hört auch eigentlich nicht auf, als ich in den Wald komme und dann den steilen Abstieg in Serpentinen ins Bachbett Rio di Venaus gehe. Sehr wild und verwachsen ist dieses Tal. Das wilde, zugewucherte Tal Mein Ziel ist der Weiler Villaretto, ein Kilometer hinter Usseglio. Dort werde ich auf der Wiese hinter dem Albergo Furnas zelten. Aufgrund der Badepause bin ich heute sogar vor der Seilschaft im Albergo, Weit hinter mir sind sie jedoch nicht. Als ich zum Bach absteige, kann ich ihnen zuwinken. Nach Vilaretto Bevor ich das Zelt aufbauen kann, muss ich erstmal den Grund von ein paar Dieseln befreien und möglichst eine brennesselfreie Zone finden. Hätte ich im Umfeld nach einem Plätzchen gesucht, hätte ich vielleicht was Schöneres gefunden, ein letztes gemeinsames Abendessen mit den Dreien ist aber auch nett und der "wilde" Abstieg sowie die Wassertemperatur des Lago Verde wird beim Essen natürlich ausgiebig diskutiert.
  34. 11 points
    Di 11.8.2020: Ceresole - Pialpetta (1170 rauf / 1610 runter) Gibt es eigentlich auch sowas wie den 'Hikers High'? In den nächsten Tagen warten drei Täler auf mich, die sogenannten Lanzo-Täler. Man stelle sich den in Nod-Süd-Richtung verlaufende Grenzkamm mit einer Höhe von 3000 - 3600 m vor, davon im rechten Winkel abgehend das Val Grande, Val di Ala und das Valle di Viù. Alle drei vereinen sich dann in der Kleinstadt Lanzo, daher der Name Lanzo-Täler. Turin ist nicht mehr weit. Was sie ausmacht, ist unter anderem, dass sie tiiiief eingeschnitten sind (was das für das Tagespensum bedeutet ist klar...) und einen tollen Blick zum vergletscherten Alpenhauptkamm, zumindest bei guter Sicht, bieten. Höhepunkt könnte anschließend die Besteigung des Rocciamelones sein, mit seinen 3538 m. 6:35 h Abmarsch und ein Porridge-Päckchen leichter. Die anderen, die im Haupthaus übernachtet haben, mussten auf trickreiche Weise zu ihrem Frühstück durchdringen. Angeblich sollte alles zur Selbstversorgung bereit stehen. Offiziell gibt es erst ab 7:30h Frühstück, aber auch im Haupthaus bsteht der Wunsch, wegen der Gewittergefahr früh los zu gehen. Schöne Idee mit der Selbstversorgung, nur leider war wohl die Tür verschlossen, so das die Truppe sich etwas einfallen lassen musste. Die Lösung des Problems war, einfach durchs Fenster einzusteigen - was sonst. Die jugendliche Mannschaft des Refugios war ist sehr nett, aber auch ganz schön verspielt und der Informationsfluss etwas lückenhaft. Bevor ich in den Wald gehe, noch einen Blick auf den Stausee und den ein oder andern Berg, der von der frühmorgendlichen Sonne zauberhaft angestrahlt wird. Begleitet werde ich heute morgen in geringem Abstand von zwei jugendlichen Halbstarken mit Hund (welcher aber überraschend lieb ist). So ganz geheuer sind mir die beiden nicht, was machen die so früh im Wald, warum tun sie sich den anstrengenden Weg um die Uhrzeit an, so nach Wandern sehen die nicht aus. Irgendwann treffe ich auf eine Schafherde und verstehe, was die Jungs vorhaben. Sie kümmern sich doch tatsächlich um die Schafe, wer hätte das gedacht. Zwei halbstarke Hirten. Die Aussicht bleibt den ganzen Anstieg über grandios. Ich muss mich ständig umdrehen, um die tolle Bergkulisse zu genießen. Irgendwann hole ich die Seilschaft ein, sie macht in einem Hochtal Pause und übergibt mir quasi nach einem kurzen Schwätzchen den Platz für das zweite Frühstück und gehen weiter. Ich bin gar nicht so schlecht mit meinem Tempo! Ich schraube mich den Berg von Alpterrasse zu Alpterrasse nach oben. Heute flutscht es ganz gut. Ab dem Piano dei Monti dann Blockgestein. Aber alles super markiert. So finde ich relativ entspannt und noch mit echt guten Kräften auf den Pass. Die anderen erwarten mich oben, winken mir zu und mir entweicht ein mehrfaches Jauchzen. Wenn ich wüsste, dass es das gäbe, würde ich sogar sagen, ich hatte einen kleinen 'Hikers High'. Naja ich habe 1200m Anstieg hinter mir und bin relativ flüssig hochgelaufen und bin einfach richtig happy. Der Gran Paradiso ist von ein paar Wölkchen verhangen, so dass er nicht mehr ganz so gut zu sehen ist, aber die gesamte Bergkette auf beiden Seiten des Passes ist phantasisch. Ich bleibe nicht lang oben, überlasse den beiden betagten, aber topfitten Italienern, die von der anderen Seite kommen, den Pass und mache mich lieber schnell an den langen Abstieg. 1500 m geht es runter die Gewitterwahrscheinlichkeit bleibt, aber das Wetter ist eigentlich noch recht schön. Um 15:00 Uhr komme ich im Albergo Setugrino in Pialpetta an, die Damen der Seilschaft sitzen auf der Terrasse und begrüßen mich herzlich. Ich setze mich mit bester Laune dazu, heute hatte ich echt nen Flow. Bestelle mir ein leckeres Bier. Der Chef des Albergos ist ganz entspannt, begrüßt mich mit meinem Namen, ich fühle mich sofort sehr willkommen. Auf meinem Zimmer versuche ich etwas zu dösen aber richtig schlafen kann ich nicht. Bei einem Blick auf die Etappenbeschreibung der nächsten Tage fällt mir ein, dass ich dringend meine Unterkünfte fürs Wochenende reservieren sollte. Am 15. August ist Ferragosto (DER italienische Feier- und Ausflugstag). In Balme klappt's gerade noch so und in Usseglio ist alles dicht, aber als ich frage, ob ich hinterm Haus zelten kann, kam ein selbstverständliches "Si certo" (ja, sicher). So kann ich mit den anderen noch einmal gemeinsam den Abend verbringen, bevor sie abreisen. Das Abendessen hier im Setugrino ist vorzüglich, es gibt wieder Pasta und viele, viele Gänge, zum Nachtisch leckeren Apfelstrudel wer hätte das gedacht. Der Wirt packt uns für morgen früh ein Frühstücks-Paket samt Kaffee in der Thermoskanne fürs Zimmer. Auch morgen wollen wir wieder so früh wie möglich los. Es wird ein langer Tag mit vielen Höhenmetern. Nach der Mammut-Etappe werde ich in Balme nochmal einen Pausenta machen. Heute lief es aber echt gut. 6:38h - 15h. Geht doch.
  35. 11 points
    Mo 10.8.2020 Mit den Bus in den "Cuore del Parco"… Heute ist ein Ruhetag angesagt. Ursprünglich wollte ich eine kleine Tour zum Lago del Dres machen, dort zelten und am nächsten Tag von da aus auf die Etappe, aber brauche etwas Ruhe und es soll auch schlechtes Wetter geben. Ich könnte gut den halben Tag im Bett verbringen, lasse mich aber von den anderen mitreißen und fahre mit dem Bus hoch zum Colle del Nivolet auf 2612m (ins Herz des Nationalparks). Der Touri-Ausflug verspricht beeindruckende Blicke auf den Gran Paradiso und viele vergletscherte 3000er. Leider stimmt der uns ausgehändigte Busfahrplan nicht und wir müssen im Ort etwas ausharren, aber Ich bin ganz entspannt, um 9h hätte ich heute nicht an einer Bushaltestelle stehen mögen und so ein bissl in der Sonne abhängen find ich ganz schön. Um 11:30h Uhr gehts also hoch, die Fahrt dauert knapp 1 Stunde und ist schon extrem beeindruckend. Wir fahren auf der Pass-Straße mitten durch den Grand Paradiso Nationalpark und es ist wirklich verwunderlich, dass diese so hoch hinauf führt. Wir vermuten, dass der Stausee der Grund dafür ist, aber es gibt noch wesentlich weiter hinauf. Leider wird das Wetter immer schlechter, je höher wir kommen. Beim Rifugio Savoia steigen wir aus. Wie zu erwarten, ist es sehr trubelig, obwohl noch nicht mal Wochenende. Die Sicht ist nicht besonders. Wir kommen auch nicht sehr weit zu Fuß, es fängt an zu regnen und in der Ferne grummelt es ordentlich, d.h. wieder Rückzug. Mittlerweile ist der Regen stärker geworden und es bleibt uns nichts weiter übrig, als unter einem Vorsprung der Hütte Schutz zu suchen. Auch wenn die Landschaft bei gutem Wetter vielversprechend ist, ist mir deutlich zu viel los, ich spüre akuten Schlafmangel und sehne mich in meine Kammer im Tal zurück. Weil das Wetter so schlecht ist, ist der Bus um 15:00 Uhr proppenvoll. G. macht die Luken oben auf, aber nach kurzer Zeit werden sie von einem Fahrgast schon wieder geschlossen. Anscheinend weiß dieser nichts von guter Durchlüftung gegen COVID-19, wir hoffen das Beste. Das erste Mal auf der Reise, dass mir coronatechnisch etwas mulmig ist. Im Dorf steige ich aus, um noch etwas Geld abzuheben und esse ein zweites Pannini in einer Bar. Der Regen hört auf, die Sonne scheint wieder und auf einem sehr schönen Spazierweg am Stausee entlang gehe ich weiter zum Rifugio. In der Unterkunft angekommen wasche ich mal meine Hose, die wirklich Wasser und Seife nötig hat (zum Abendessen muss ich dann mit Long Johns und Regenrock gehen, so what) und lege mich ein halbes Stündchen aufs Ohr. Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind wie schon erwähnt, nicht so doll. Ich hab schon die letzten 24 Stunden intensiv überlegt, was ich denn tun könnte und beschließe, die morgige Etappe trotzdem zu gehen. Zum Pass sind es nur 3h, selbst wenn es ein Gewitter gibt, müsste ich dann schon einigermaßen weit unten sein, wenn ich bei Sonnenaufgang starte - auch bei langer Etappe. Danach sieht man weiter. Die anschließende Etappe nach Balme (8h, 1670 rauf, 1230 runter) wollte ich eigentlich in 2 Tagen gehen und oben zelten. Aber bei hoher Gewitterwahrscheinlichkeit muss ich das nicht haben. Ich gebe zu, das Gewitterthema in Kombination mit der Etappe übermorgen nach Balme macht mir etwas Sorge, auch wenn ich eigentlich weiß, dass die Gewitter auch oft nicht kommen und - wie eine Freundin immer so schön sagt - die Statistik auf meiner Seite ist. Nach dem Abendessen tausche ich mit der neuen 3er-Seilschaft Telefonnummern und verabrede, falls ich es nicht schaffe und morgen doch zelte, rufe ich an. Die nette Geste meiner neuen Mit-Wanderer und das Wissen, dass sie auch losgehen, hilft. Zwei Neuankömmlinge bleiben wegen der Wetteraussichten hier und machen Tagestouren. Schauen wir wie’s weitergeht. Vielleicht bin ich auch gut ausgeruht und alles flutscht. Ach ja, die Neuankömmlinge haben den blauen Schuh nicht gefunden, S. und ihr Mann umfahren morgen die langen Etappen mit dem Bus.
  36. 11 points
    Do 06.08.2020: Ronco - Talosio (1170 rauf / 890 runter) Niemals spät aufbrechen! Der Wirt fährt mich am Morgen die Straßenkilometer von Campiglia nach Ronco, allerdings erst um 9:30h. Dort angekommen will ich noch etwas Proviant einkaufen und stelle mich in die bei den kleinen Läden übliche Schlange, denn auch in Italien dürfen sich in die Alimentari meist nur 2 Leute gleichzeitig aufhalten. Der Plan ist heute, ein Stück nach Talosio ein Plätzchen für das Zelt zu suchen. Das Posto Tappa in der alten Schule soll nicht so attraktiv sein und ich könnte die Etappe danach etwas abkürzen. Alimentari in Ronco: Andra tutto bene - alles wird gut. Es ist also schon recht spät, als ich loslaufe. Dummerweise passe ich nicht richtig auf und die rot/weiße Markierung leitet mich auf die falsch Seite des Baches und ich handle mir damit 45 Minute extra Weg ein. Hätte ich die Wegbeschreibung richtig gelesen wäre das nicht passiert. Egal. Mitunter ist der Weg nicht ganz eindeutig, aufgrund verwirrende Kuhpfade, aber es geht schon. Meter um Meter nähere ich mich dem Pass Colle del Crest. Der Abstieg ist heute angenehmer, aber irgendwie merke ich die letzten Tage in den Knochen und dass ich ganz schön k.o bin. Ich habe mich ziemlich bemüht im Vorfeld, Kondition aufzubauen. Aber im Flachland... Berge sind dann doch was anderes. Glaub, da hat man keine Chance. Aufgrund der sich anzeigenden Erschöpfung denke ich, wenn ich unterhalb an der nächsten Alpe Wasser kriege, zelte ich vielleicht doch vor Talosio? Ein Stück oberhalb des Kloster (schätze 30min oberhalb) finde ich dann was, nicht ganz eben, aber egal. Da es schon recht spät ist, entscheide ich mich, hier zu bleiben. Mag einfach nicht mehr. Werde das morgen schon hinkriegen, auch wenn die Etappe morgen auf 7:30h angesetzt ist. Ob das klug war, wird sich morgen zeigen. Beim Aufbau des Zeltes achte ich immerhin darauf, dass der Kopf erhöht liegt. Immerhin. Einen Löffel habe ich mittlerweile aus dem Posto Tappa in Campiglia, da gabs ne Gemeinschaftsküche, in der Einmalbesteck rumlag. Couscous mit selbst getrocknetem Gemüse, Parmesan und Walnüssen...
  37. 10 points
    zweirad

    [IT] Pazzos beinahe UL Genusswanderung auf der GTA

    1. Tag - 11.8.2020 oder Wandern auf altbekannten Pfaden. Alpe Nefelgiù bis Alpe Devero mit vielen schönen Fotos Und wie sich die gelohnt haben. Ich habe noch dran rumstudiert nur mit dem Handy loszuziehen und ich bin echt froh hatte ich die RX100 dabei. Die Bilder sind einfach besser, vorallem wenn die Lichtverhältnisse etwas schlechter werden. Die zweite Speicherkarte hat sich übrigens auch gelohnt. Nach 700 Fotos war nämlich Schluss auf der ersten und am Schluss bin ich mit 1300 Bildern nach Hause gekommen. Ich hab jedoch noch nicht wahnsinnig viel aussortiert. Das hatten wir doch schon sja. Von Pazzo was abgucken. Willst du dich umbringen? Durch das erste Tageslicht geweckt erwachte ich zeitig. Da ich noch keinen Hunger verspürte, machte ich mich auf den Weg. Überhaupt habe ich die ersten Tage recht wenig gegessen was mir anfänglich doch ein klein wenig Sorgen bereitete. Aber der Hunger sollte schon noch kommen Wie im Rother beschrieben folgte ich nicht dem ausgeprägten, markieren Pfad über den Bach und linksseitig bergwärts, sondern wie mir geheissen am rechten Bachufer was sich wie bereits erwähnt als ungünstig herausstellte. Glücklicherweise führte der Bach wenig Wasser und die spätere Querung war somit absolut kein Problem. Ich empfehle gleich nach der Hütte den Bach über die kleine Holzbrücke zu queren und dem Pfad zu folgen. Beide Varianten führen aber im oberen Bereich zusammen, wobei nur die Variante über die Holzbrücke markiert ist. Der Passo di Nefelgiù soll angeblich dafür bekannt sein, dass der Schnee lange liegen bleibt. Bei meiner Begehung lagen aber keinen nennenswerten Schneereste, sodass die Passüberquerung absolut problemlos war. Das Rif. Margaroli liess ich links liegen und machte erst später beim Biv. Ettore Conti Pause. Dabei stiessen noch zwei Zweiergruppen dazu, welche die GTA bereits beendet haben und nun einige Highlights daraus nochmals begehen wollten. Die Gelegenheit für mich einige Frage zu stellen und Infos zu bekommen. Dabei übergab mir der eine einen Fahrplanausdruck und schlug mir Ghigo di Prali als möglichen Endpunkt vor. Klingt soweit ganz realistisch, aber der Plan für die letzte Etappe wurde in den folgenden Wochen noch einige Male umgestellt Nachdem ich wieder alleine war, wars Zeit für ein spätes, aber nicht minder ausgiebiges Frühstück. Der Abstieg führte mich dann an einem wunderschönen, aber wohl namenlosen See mit enorm viel Wollgras vorbei. Was für eine schöne Pflanze und so konnte ich natürlich nicht ohne das eine oder andere Foto weitergehen. Zur Alpe Forno inferiore wars dann nicht mehr weit und die steile Alpstrasse führte mich dann immer näher an mir wieder bekanntes Gebiet. Die Wanderung vom Binntal (Wallis/ CH) über den Geisspfadpass nach Crampiolo, zum Lago Devero und über den Albrunpass zurück ins Binntal habe ich nämlich vor vielen Jahren schon zwei Mal gemacht. Einmal mit Zelt als gemütliche Zweitagestour und einmal etwas sportlicher. Eine empfehlenswerte Tour. Es sollte aber noch eine Weile dauern bis ich den See wieder erblickte. Aber auch wenn ich diesen bereits kannte, liess ich es mir nicht nehmen die eine oder andere Pause zum bestaunen des schönen Gewässers einzulegen. Gerne hätte ich gleich am See übernachtet was aber (leider) nicht erlaubt ist. So blieb es bei einigen gemütlichen Pausen. In Crampiolo war dann deutlich mehr Betrieb und insbesondere die kleine Molkerei schien den Umsatz schlechthin zu machen. Mir war hier jedoch etwas zu viel Trubel und so zog ich ohne Gelati weiter zur Alpe Devero, welche ich bisher noch nie besucht (und meiner Meinung nach auch nicht viel verpasst habe). Da Naturschutzgebiet blieb mir und meinem Tarp leider nichts anderes übrig als der Campingplatz. Nach meiner kritischen Meinung ist der aber mit 20 Euro für die gebotene Leistung doch etwas zu teuer. Da es im unteren Bereich recht laut war, verzog ich mich in die minimal ruhigere, obere Ecke. Naja halt ein typischer Campingplatz in einem Naturschutzgebiet. Da die Leute ohnehin kommen muss man sich nicht allzu sehr ins Zeug legen. Sanitäranlagen waren aber ganz ok, Dusche kostet extra (1 Euro). Nach dem Abendessen tigerte ich noch etwas barfuss durch die Alpe Devero und bestaunte die grosse Hotelruine am Ortsrand. Mehr aus Neugier suchte ich das im Rother bezeichnete Alimentari. Campingplatz, Fehlanzeige. Im Ort steht ein entsprechendes Hinweisschild, welches mich aber ins nirgendwo führte. Da ich nicht wirklich etwas brauchte, habe ich meine Suche dann eingestellt und mich in meine komfortable Unterkunft zurückgezogen Ohne die zahlreichen einheimischen Camper wäre der Platz wohl praktisch leer gewesen. Die heutige, gemütliche Tagesleistung: 21.1 Kilometer, 1068 Höhenmeter rauf und einige runter, 8 Stunden 15 Minuten Wanderzeit.
  38. 10 points
    Ollympus

    Impressionen von Touren

    Nachbereitung der Weinwanderung... Irgendwo nach Jena:
  39. 10 points
    Wie jedes mal, wenn ich unterwegs bin denke ich, aaach… diesmal schreibe ich keinen Bericht, denn es ist alles nicht so profi-checker-mäßig, könnte alles viel doller, krasser mit Zelt und überhaupt… Nach und nach wird mir dann bewusst, wie viel ich erlebe, intensive Gefühlszustände (das „auf" wie auch das „ab"), die Freude, nette und besondere Menschen zu begegnen, den Stolz, meine persönlichen Herausforderungen mehr oder weniger richtig dosiert und diese letztendlich auch bewältigt zu haben. In diesem speziellen Corona-Jahr kommt darüber hinaus noch eine große Dankbarkeit hinzu, dass ich das alles erleben darf. Mir wird deutlicher als sonst bewusst, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Also doch ein Bericht, eine schöne Möglichkeit alles nochmal zu durchleben, zu verlängern und festzuhalten. Ob es so entspannt werden würde? GTA? Für alle die die GTA nicht kennen: Es handelt sich um einen Fernwanderweg (Grande Traversata delle Alpi), der in Italien quasi eine Art Pendant zum GR 5 in Frankreich ist. Er erstreckt sich über den gesamten Westalpenbogen. Grob gesagt führt die GTA von der Grenze Schweiz/Italien durch Italien bis nach Ventimiglia ans Meer. Die Etappen führen in der Regel über einen Pass und enden in kleinen Dörfern/Weilern in den Tälern. Dort übernachtet man in Albergos oder sogenannten Posto Tappas (Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer, die an Albergos oder Trattorien gekoppelt sind), manchmal steigt man nicht ganz so weit ab und schläft weiter oben in Hütten, den Refugios (welche ich aber nie überlaufen und voll erlebt habe). Man geht also von Tal zu Tal. Die Idee ist, dass die Einnahmen den Einheimischen direkt, d.h. den Unterkünfte, Restaurants, Tante-Emma-Läden oder Käsereien zugute kommen und die Alpentäler, die stark von Abwanderung betroffen sind, unterstützt werden. GTA: Von Tal zu Tal Wo soll es hingehen? Nachdem ich zwei Teilstücke aus dem Süden schon gemacht habe (unter anderem vor zwei Jahren vom Valle Maira bis ins Valle Gesso in den Seealpen), ist dieses Jahr der Norden dran. Allerdings soll das angepeilte Teilstück die „schwierigste“ Etappe der GTA beinhalten, irgendjemand bezeichnete sie auch als „Knchenbrecher-Etappe“ - ich bezeichne sie als meine persönliche „Angst-Etappe“. Es sollte sich im Laufe der zwei Wochen jedoch herausstellen, dass andere Leute unterwegs andere Etappen ebenfalls mit „soll die schwierigste Etappe der GTA sein“ betiteln. Hm. Dazu muss ich sagen, dass ich Bewohnerin der norddeutschen Ebene bin, nicht gerade diejenige, die Mutproben magisch anziehen, "seilversicherte" oder "ausgesetzte" Stellen nicht zu meine Lieblingsvokabeln gehören und anderen die entsprechende Etappen-Beschreibeung sicher kein Kopfzerbrechen bereitet, quasi ein Klacks ist. Wie auch immer, nachdem ich das ganze Web hinsichtlich Beschreibungen dieser Angst-Etappe durchforstet, viele Leute per mail ausgefragt habe und mittels YouTube-Videos den Weg in Slow-Motion abgegangen bin, habe mich trotzdem und nach viel hin und her für diesen Abschnitt, also nördlich von Susa entschieden. Gute 2 Wanderwochen reine Wanderzeit stehen zur Verfügung, dazu Zeit für An- und Abreise mit dem Zug. Statt in Quincinetto (typischer Einstieg für diesen Bereich) steige ich etwas später von Traversella zur GTA auf. Von Traversella nach Susa Zelt oder nicht Zelt? Ursprünglich wollte ich kein Zelt mitnehmen. Insbesondere nach 5 Monaten Home-Office habe ich Lust auf Begegnung mit anderen GTA-lern am Abend. Zumal ich weiß, dass es nie viele sind, es nie überlaufen ist und ich in der Vergangenheit so schon sehr schöne Abende verlebt habe. Ganz zu schweigen von dem vorzüglichen Essen. Egal wo man hin kommt, es gibt immer mindestens 3 Gänge, manchmal zusätzlich diverse Antipasti. Da in diesem Jahr unklar war, wie die Mehrbettzimmer belegt würden, ob alle Posto Tappas offen sein würden, ich nicht alles durchtakten wollte mit frühzeitigen Reservierungen und es auch eine sehr lange Etappe gab, habe ich dann doch entschieden, zu Gunsten der Flexibilität, das Zelt mitzunehmen - auch wenn ich noch ziemlich unsicher und unerfahren bin, was das Finden eines ebenen Platzes in den Bergen angeht. Zelt also ja, aber eher als Zusatzoption.
  40. 10 points
    So 16.08.2020: Rifugio Vulpot - Il Trucco (820 rauf / 930 runter) Bye bye Roccia... Ok @SouthWest jetzt müssen wohl die Karten auf den Tisch. Nix Rocciamelone.… Ich hatte es fest vor. Dann wär es heute erstmal zum Rifugio Ca d'Asti gegangen und am nächsten Tag hoch. Aber ehrlicherweise muss ich sagen, ich hab ich schon vor zwei, drei Tagen beschlossen, dass mir eine weiter Herausforderung am Ende zu viel wird .. Die Wetteraussichten sind seit ein paar Tagen auch nicht mehr soo gut. Um es vorwegzunehmen, heute habe ich schon am 9:30h fast keine Sicht mehr. Also Tja, was soll ich sagen… ¯\_(ツ)_/¯etwas schade, aber ich hab so viel Schönes gesehen. Und der Berg läuft ja nicht weg. Irgendwann will ich noch hoch... Heute gehts also nicht zum Rifugio Ca d’Asti sondern zum Rifugio Il Trucco. Nach dem kalten Kaffee aus der hübschen Thermoskanne, gehts wieder bei Sonnenaufgang los. Die Wegbeschreibung verspricht viel Panorama, so dass ich so früh wie möglich auf dem Pass sein will. Lago di Malciaussia, Blick auf Rifugio hinten links Während des frühen Aufstiegs verziehen sich die morgendlichen Wolken und geben bei schönem Licht schon mal ein paar schicke Aussichten preis. Der gepflasterte Saumweg ist quasi ein Premiumweg und so war ich schon zwischen 9:30h und 10h auf dem Pass Colle Croce di Ferro auf 2558m. Leider zog auf der anderen Seite wieder Dunst und Nebel sekündlich hoch. Ich mache mich wieder relativ schnell an den Abstieg und lasse den Café in der Hütte knapp unterhalb des Passes ausfallen. Hin und wieder lichtet sich das Wetter etwas, aber nicht wirklich. Berge sehe ich heute keine mehr. Leider. Gegen 13:30h komme ich im Refugio an. Es ist heiss, aber dunstig, es wird sicher noch Regen geben. Der Wirt hat noch gut damit zu tun, die italienische Familien mit Mittagessen zu versorgen, zwei braungebrannte Italiener sehen aus, als wären sie gerade vom Gipfel gekommen, bisher aber keine weiteren Übernachtungsgäste. Ich esse eine einfache Pasta al sugo und mache ein Nickerchen. Danach bin total matschig in der Birne. Schwaches Netz hier, bekomme aber eine Mail von dem Pärchen, mit denen ich im wanderweb-Forum kommuniziert hatte und die mich schon in Succinto haben grüßen lassen. Sie haben mittlerweile die Dame mit den blauen Trailrunnern nebst Gatten getroffen (die beiden hatten zwei Etappen mit dem Bus umfahren) und darüber meine e-mail-Adresse bekommen. Die vier kennen sich aus dem vergangen Jahr. Das Wanderweb-Pärchen ist bereits in Susa und bleibt da noch 2 Tage. Sie schlagen vor, dass wir uns dort treffen. Wie nett, wir verabreden uns unbekannterweise zum Essen. Ein schöner Abschluss. Sohn des Hauses mit quakendem Dino... Später kommt noch das italienische Pärchen von gestern an und eine junge Belgierin, die auf den Rocciamelone will und danach noch 2 oder 3 Etappen nordwärts. Wie immer, als die Tagesausflügler weg sind, zeigt das Rifugio seinen eigentlichen Charme. Der versprochene, heftige Regen kommt während des Abendessen, doch wir sitzen gemütlich in der guten Stube. Ich vermute, morgen früh wird es sicher auch nicht soo dolle sein und auf dem Rocciamelone hätte ich sicher keine Sicht gehabt - versuche ich mir einzureden. Morgen letzte Etappe.
  41. 10 points
    lampenschirm

    HW7 / Querweg Bodensee - Freiburg

    Tag 3, 28.7., 33,5km, Aufstieg 393hm, Abstieg 503hm Auch heute laufe ich gut gelaunt los, erst nach Justingen, wo ich auf dem Friedhof meine Wasserflaschen auffülle. Weiter geht es nach Hütten, ein steiler Abstieg ins Dorf rein und kurz dahinter treffe ich auf den HW2 und habe damit wohl offiziell die Schwäbische Alb überquert. Nun bin ich in Oberschwaben. Weiter durch den Wald nach oben, durch Felder steil runter, bevor es nochmal kurz nach oben nach Weilersteusslingen, wo es Wasser und Pause geben soll. Unten im Tal laufe ich an der geschlossenen Albvereinshütte Farrenstall vorbei und bemerke einen Kühlschrank mit Getränken! Trail Magic existiert auch in Deutschland. Kurzerhand wird die Pause vorverlegt und der Kühlschrank ausgiebig benutzt. Leider liegt die Hütte nicht sehr schön direkt an der Landstraße, und so laufe ich recht bald weiter. Das Stück bis Altsteusslingen zieht sich ziemlich, das erste Mal, dass es nicht gut vorwärts geht auf dieser Tour. Normalerweise ist das immer der zweite Tag, an dem es nicht so will, dieses Mal scheint es der dritte zu sein. Und leider geht es auch so weiter... Eigentlich will ich erst in Altsteusslingen wieder Pause machen, aber ein paar Kilometer vorher kommt ein Brunnen, eine Bank und eine wunderschöne Stelle, und auch hier wird die Pause wieder vorverlegt. Dann geht es recht schnell und ich bin in Altsteusslingen. Ich folge der Markierung, die bisher ausgezeichnet war, und komme in einen Wald. Nach kurzer Zeit bringen ich die Markierung nicht mehr mit der Karte überein und krame das Handy aus dem Rucksack. Tatsächlich! Ich bin nicht mehr auf dem Track, den ich wenige Tage vorher von der Website des Albvereins runtergeladen hatte, obwohl ich direkt neben einer Markierung stehe. Der eigentliche Weg ist laut GPS nur etwa 100 Meter entfernt. Ich laufe dorthin und finde auch dort eine Markierung. Ich schaue ein letztes Mal aufs Handy, nun scheint alles zu stimmen. Ich folge also weiter der Markierung, bis mir nur wenig später das gleiche wieder passiert! Auch hier schaue ich aufs Handy, gleiches Problem wie beim letzten Mal! Mir ist das völlig rätselhaft, meine Laune schwindet rapide, weil es durch die ständigen Orientierungsprobleme einfach nicht vorwärts geht. Zudem ist es heiß und meine Wasservorräte schwinden. Ich will und muss zügig nach Mundingen kommen. Auf halber Strecke, und nachdem ich der Markierung folgend so weit vom Track abgekommen bin, dass ich gar nicht erst versuche, wieder zurückzulaufen, begreife ich: Offensichtlich wurde der Wegverlauf auf der kompletten Strecke zwischen Altsteusslingen und Mundingen, etwa 10km, geändert, allerdings nur die Markierung und nicht die Karte und der Track. Stinksauer laufe ich in Höchsttempo nach Mundingen. Dort gibt es eine längere Pause. Das für heute angedachte Tagesziel Rechtenstein scheint außer Reichweite, und ich beschließe, nur noch bis zum Hochberg oberhalb von Obermarchtal zu laufen. Durch das heute schon zweite Bärental geht es also weiter, vor dem Aufstieg wird noch abend gegessen und endlich bin ich oben. Ein wunderschöner Ausblick auf Ober- und Untermarchtal, die Donau und Oberschwaben erwartet mich. Das Wetter ist wie schon die ganze Woche heiß und sonnig, und ich beschließe, dass ich heute das Zelt nicht aufbauen werde. Durch den wirklich schönen Weg über die letzten Kilometer und den wirklich fantastischen Schlafplatz findet der Tag nun doch ein versöhnliches Ende.
  42. 10 points
    Willi

    Impressionen von Touren

    Kleine Tour durch den Pfälzer Wald. Übernachtungen auf den wirklich schönen Trekkingplätzen (Kalmit & Eußerthal). Erste Tour mit dem Tarptent Stratospire Li. Hervorragendes Design. Ein kleiner Palast für zwei. Fast schon wie Glamping. Fast... Zwei Generationen von Laufbursche bzw. @HUCKEPACKS Rucksäcken. Huckepäckchen und Phoenix Lite. Ersterer macht auch nach ich weiß nicht wie vielen Jahren immer noch eine super Figur (Material ist VX07). Und der zweite (aus DCF woven) erweist sich nach nun zwei Touren ebenfalls als ein sehr guter Pack, an dem wir sicher genauso lange Freude haben werden. Schön war’s.
  43. 9 points
    flughasenstrafe

    Overnight Rucksack für Grundschulkinder

    Meine Kinder sind nun 6 und 8 Jahre alt, ich hatte mir immer gesagt, wenn ich sie mit auf Biwak-Touren oder mit zum Boofen nehme, dann müssen die Beiden zumindest ihre Schlafzeug (Isomatte und Schlafsack, Kuscheltuch und -tier) über die gesamte Strecke tragen können. Damit habe ich immer noch Wasser, Lebensmittel, Kochzeug, etc. für Drei auf dem Rücken. Von der Stange habe ich keinen Rucksack gefunden der für Rücken von 120cm bzw. 140cm Menschen passt, deutlich weniger als 1kg wiegt, Platz für Isomatte und Schlafsack hat und wasserdicht ist. Zum Glück bin ich über die außerordentlich gute Anleitung von "Reza Covi" gestolpert: http://gear.rezacovi.cz/backpack_mk3/instructions.html Da ich sowieso schon faltbare Isomatten für die Kids habe (TREK 100 von Decathlon 370g) hat sich ein Rucksack der die Isomatte als Rückenteil nimmt angeboten. Ich habe also Rezas Entwurf um verstellbare Schultergurte erweitert. In der kleinen Variante passt der Rucksack den Kindern, in der großen knapp mir (193 cm). Rucksack und Drybag wiegen zusammen 370g. Das macht insgesamt 1,7kg für Rucksack, Matte, Schlafsack. Hier ein paar Bilder
  44. 9 points
    skullmonkey

    HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES

    Nach einem Jahr im Gebrauch ist mein Testbericht online: https://hikinginfinland.com/2020/09/huckepacks-phoenix-lite-review.html Und das Video dazu:
  45. 9 points
    Verläuferin

    Vorstellungsthread

    Hi, ich lese hier schon lange still mit. 37, eigentlich nie wandern gewesen, bis ich aus heiterem Himmel beschlossen habe, den Israel Trail zu laufen. Damals mit halb geliehenem Zeug und einem kräftigen Decathloneinkauf... Seitdem immer wieder für 1-2 Wochen draußen unterwegs und Stück für Stück dabei, meine Ausrüstung auszubessern. Sobald ein Jobwechsel ansteht, kommt dann auch wieder eine lange Tour. Die Wunschliste ist groß!
  46. 9 points
    Noch nicht fündig geworden?! Ruf uns doch mal morgen an. Vielleicht können wir Dir leihweise einen Pack zur Verfügung stellen. Brauch der Pack einen Hüftgurt? Grüße, HuPa
  47. 9 points
    Sa 08.08.2020: San Lorenzo - Noasca (810 rauf / 790 runter) Die Geschichte mit dem blauen Schuh beginnt... Bevor ich heute aufbreche, noch ein Eintrag ins Gästebuch und einen Gruß an @zweirad, (der ihn, wie ich seit gestern weiß ja dann auch gefunden hat, wie schön). Die Wirtin erklärt uns noch, dass der offizielle Weg oder Abstieg (?) teilweise zugewachsen ist. Wir sollen den Pilgerweg kurz nach der Kapelle ins Tal nehmen. Dem Aufstieg folgt ein entspannter Abschnitt entlang der Höhenlinie bis zu besagter Kapelle. Zwischendurch kann ich tatsächlich mal eine ausgedehnte Mittagspause machen und einfach auf der Wiese in der Sonne liegen. An dem kleinen pittoresken Kirchlein treffe ich meine Mitbewohner und gehe mit ihnen ab hier zusammen. Wir entscheiden uns, den empfohlenen Weg ins Tal zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich die Hoffnung, unten eine Brücke über den Bach zu nehmen und den auf meiner Wanderkarte eingezeichneten Weg jenseits des Bauches gehen zu können. Das würde bedeuten, keine Autostraße. Der Abstieg durch einen hübschen Wald lässt sich gut gehen. Unten angekommen sehen wir gleich die angedachte Holzbrücke. Also, auf die andere Seite, bis wir wieder auf die GTA treffen. Eine Frau, die aus einem der Fenster der Häuser jenseits des Baches schaut, sieht unser Vorhaben etwas kritisch und meint, der Weg sei kaputt, aber wenn wir gute Wanderer seien, könnten wir es ja versuchen. Hm, was sind „gute Wanderer“? Wir geben auf jeden Fall wirklich unser Bestes, müssen aber irgendwann feststellen, dass es einfach nicht weitergeht bzw. es keinen Weg mehr gibt. Die nächsten Stunden nur noch durchs Unterholz kämpfen - muss nicht sein. Also alles wieder zurück, zur Straße und dieser folgen. Die Straße ist leider sehr eng wir müssen echt aufpassen angesichts des Verkehrs. Die Lage bessert sich etwas, weil die Straße breiter wird, aber wir kommen nur langsam voran und es macht wenig Laune. Ab Prà, wo wir wieder auf die GTA treffen würden, sind es immer noch 1 Stunde bergan. Und bis Prà ist es noch ein ganzes Stück. Durch die Sucherei auf der anderen Bachseite haben wir viel Zeit und Energie verloren. Es ist spät, wir sind müde und nicht mehr so motiviert. Sollte die Bushaltestelle weiterhelfen? In Corona-Zeiten ist das mit den Bussen so eine Sache..., es kommt kein Bus, der kommen könnte und sollte. Wir überlegen, ob wir trampen, aber auch hier... zu Corona-Zeiten erfolgsversprechend? Wir beschließen, drei Autos eine Chance zu geben, klappts nicht - dann laufen wir weiter. Das erste Auto, ein Camper, hält nicht, das zweite Auto fährt langsam aus einer drei Häuser Siedlung in der Nähe der Bushaltestelle… ich versuche mein freundlichstes Lächeln aufzusetzen und siehe da, das Auto hält (also, ich will jetzt damit nicht sagen, dass es an meinem Lächeln gelegen hätte...). Die Stimmung steigt wieder. Ein ganz netter Mann nimmt uns mit. Ich sitze vorne und versuche mich im Smalltalk auf Italienisch und freue mich irre, dass das klappt. Er lässt uns in Noasca auf dem Dorfplatz raus. Wir bekommen im Posto Tappa Gran Paradiso ein Zimmer - nach etwas anfänglichen Schwierigkeiten, denn der Angestellte scheint nicht wirklich zu wissen, was Sache ist. Aber egal. Als wir auf dem Zimmer sind, stellt S. fest, dass ihr zweiter (ehemals am Rucksack befestigter) Trailrunning Schuh fehlt (sie hat zwei Paar Schuhe mit, da sie beim Auf- und Abstieg mit unterschiedlichen Schuhen unterwegs ist). Wir überlegen, wo sie ihn wohl verloren hat und vermuten, dass es beim Ein- oder Ausladen des Gepäcks in das Auto passiert ist. Als wir beim Abendessen sitzen, sieht S. plötzlich, wie draußen der Fahrer von eben sitzt. Sie flitzt hinaus, ich hinterher (sie kann kein italienisch), und wir schauen alle gemeinsam nochmal im Kofferraum des Wagens nach. Nichts. Am Abend rufe ich auf Wunsch meiner "Mitbewohnerin" in San Lorenzo an und bitte die Wirtin , die nächsten Wanderer zu instruieren, dass sie nach einem zweiten blauen Salomon-Schuh Ausschau halten sollen und ihn mit nach Noasca, besser noch bis nach Ceresole (wo die beiden morgen für zwei Nächte sind) mitbringen. Sie versteht mich sogar einigermaßen und stimmt zu. Aber ob die den Schuh finden werden? Ich bin skeptisch. Das Abendessen ist zwar lecker, aber es wird alles komplett in Einweg-Geschirr serviert. In einem ganz normalen Ristorante: Pappteller, Plastikgläser, Plastikbesteck, selbst der Kaffee im Pappbecher. Man stelle sich den Müllberg an jedem Abend vor.
  48. 9 points
    Di 4.8.2030: Succinto - Piamprato (1400 hoch / 1000 runter) Die Angst- Etappe Heute die angeblich schwierigste Etappe - und meine erste „richtig“ des diesjährigen GTA-Abschnitts. Vom Valchiusella gehts an den Rand des Parco Nazionale del Gran Paradiso. Dieser wird mich dann die nächsten Tage noch begleiten. Zuvor jedoch, beim Frühstück grüßt mich Giuliana von einem Martin aus dem Internet… ich weiß erst nicht genau, wen sie meint, aber dann ahne ich, dass ich mit ihm über wanderweb.ch (das Forum des Rotpunkt-Verlag - hier gibt es aktuelle Informationen zu zugewachsenen Wegen, geschlossenen Unterkünften etc.) ausgetauscht habe. Wir wollten uns eigentlich in Ceresole treffen, aber da ich noch einen Schlenker gehen will, klappt das nicht. Er ist 1 - 2 Tage weiter als ich. Allerdings - wer weiß ob sich unsere Wege nicht doch noch kreuzen… Bei der Gelegenheit lasse ich ebenfalls schöne Grüße an @zweirad ausrichten, der möglicherweise in 2 - 3 Wochen hier vorbeikommen könnte. Wir hatten uns quasi per PN auf die Tour gefreut, ausgetauscht und vorbereitet (er ist grad auf dem gesamten Nordteil und vielleicht noch weiter unterwegs…). Ok, also Rother sagt „Langer Aufstieg, Beste Trittsicherheit benötigt der Abstieg, da Bodenlöcher von der Vegetation verdeckt sind und es ein paar schräge, bei Nässe rutschige Felsplatten zu überwinden gilt. Die Sicherungsketten sind nicht immer logisch angebracht." Schauen wir mal bei Herrn Bätzing. Er sagt: „Diese Etappe ist sehr lang und enthält beim Abstieg vom Pass ein ausgesetztes Wegstück, das Erfahrung und Schwindelfreiheit erfordert.“ In der Wegbeschreibung stehen dann noch so Sachen wie „danach gibt es noch einige schwierige Stellen mit glatten Felsen, die teilweise mit Gras durchsetzt sind und nicht mit Seilen gesichert sind, bei denen es gleich neben dem schmalen Pfad fast senkrecht in die Schlucht geht“. So weit, so gut. Durch den netten Abend war ich eigentlich gut abgelenkt, das Wetter ist sehr gut und naja, habe Respekt, aber wird schon gehen. Mulattiera Valchiusella Es fängt tatsächlich gemütlich an. Erstmal gehts ja nach Fondo und von da auf einer Mulattiera weiter entlang der „Chiusella“. Der Weg zum Pass ist dann aber sooo lang. Vor allem das Stück von einer Alp, einem Sockel bis zum Pass geht nur noch im absoluten Schneckentempo. intuitiv fange ich an mit mir selbst zu sprechen, und was bleibt mir anderes übrig, mir gut zuzureden, weiter ins Detail gehe ich hier nicht. Aber das letzte Stück scheint ja immer nie Enden zu wollen. Hier besonders. Aber irgendwann bin ich oben und habe einen grandiosen Ausblick. Immer wieder eine schöne Alp Ist das schon der Gran Paradiso Nationalpark? Blick bis zur Poebene Dann kommt der Abstieg. Ein kurzes Stück nach dem Pass kommt mir ein junger Italiener entgegengespurtet. Er fragt nach der Schwierigkeit des Weges auf der anderen Seite. Ich umgekehrt natürlich auch. Er meint, ein paar Löcher im Boden, aber nichts dolles. Naja, besagte Löcher, relativ steile Steinstufen stellen sich als sehr anstrengend heraus. Man muss einfach bei jedem Schritt konzentriert sein. Seilversicherte Stelle mit den schrägen Bodenplatten gingen sogar einigermaßen, aber bin trotzdem mit dem Hintern so halb runtergerutscht, vielleicht aber auch eher, weil ich im Kopf hatte, dass die so heikel sein sollen… Die ausgesetzte Stellen werden mit Herzklopfen gemeistert, Schritt für Schritt. Der italienische Trailrunner (nicht wirklich rennend, aber sehr flott unterwegs) mit orangenem T-Shirt und viel krausem Haar überholt mich zwischendurch wieder und scheint sich etwas um mich zu sorgen, mein Gesichtsausdruck muss was auch immer erzählen, dabei bin ich doch einfach nur fokussiert. Er fragt jedenfalls zweimal ob alles ok ist. Klar sage ich und hoffe, dass ich bald wieder alleine, ungesehen mit welchem Gesichtsausdruck auch immer den Berg runter schleichen kann…., einmal wartet er sogar 2 Minuten und fragt, ob er helfen kann… Dann gibt er auf und joggt davon. Durch die Schlucht noch weiter... Ich komme irgendwann an, irgendwann ist man ja immer oben oder unten... das ist zumindest meine Idee. Als ich ankomme, sitzen Totti und seine Gang schon beim Bier auf der Terrasse und begrüßen mich mit freudigem „Hallo". Meine größte Sorge ist, dass sie schon seit 13h hier sitzen (nicht wirklich, aber ein bissl) - es ist 17:30h, ich bin um 7:10h gestartet. Angesetzt für die Etappe sind 7:15h netto. Aber angeblich sitzen sie erst eine Bierlänge (haben allerdings ne Badepause gemacht). So what, ich hab’s geschafft und exe eine Cola und genieße noch ein wenig in der Sonne. Dann sagt doch tatsächlich die Frau neben mir, es gäbe noch nen fieseren Abstieg auf der Etappe nach Noasca. Ihr Nachbar sei Bergführer und wär die GTA schon mal gegangen. Heavens! Kurz darauf baue ich zum ersten Mal mein Zelt auf (hinter der Locanda Acquila Bianca gibts eine Zeltwiese). Ich bin die einzige Bewohnerin, dieser Zelt-/Camperwiese und habe Zugang zu WC und luxeriöser Dusche. Freu mich richtig auf die Zeltnacht. Im Posto Tappa wärs auch eng geworden, gibt zwar 2 dreistöckige Betten aber im obersten Stockwerk hätte man platztechnisch nahezu Probleme, sich umzudrehen, ohne an die Decke zu stoßen.. Insofern hat sich alles gut gefügt. Nochmal Abendessen mit Totti & co in der Locanda. Die vier fahren morgen mit dem Bus ein kurzes Straßenstück nach Roncò, um nach Talosio zu laufen. Ich mach die Schlenker-Etappe über den Colle della Borra in einen wohl unbekannten Teil des Gran-Paradiso-Nationalparks. Was für ein anstrengender Tag. Ich kann jetzt gar nicht sagen, ob die besagten Stellen so schlimm waren. Ich war einfach vom Aufstieg erschöpft und dann fokussiert, angestrengt, konzentriert und mit ein wenig Herzklopfen ging’s dann. I did it! Am Ende happy.
  49. 8 points
    BitPoet

    Westweg und ein wenig Mittelweg - August 2020

    Tag 5 - Freitag, Hausach bis Brend, 32km So schön es ist, nach dem Aufstehen zu duschen, so sehr juckt es mich in den Füßen. Die innere Uhr hat mich um halb sechs aus dem Bett gescheucht, und ich vertrete mir etwas die Füße während ich darauf warte, dass es Frühstück gibt - da bin ich dann auch pünktlich der erste. Ich beschränke mich auf leckere Marmelade, Käse, etwas Obst und Müsli, auch wenn noch das ein oder andere am Buffet liegt, das mich verlocken könnte - wenn da nicht die Zeit wäre. Es wird wieder ein heißer Tag, und ich will auch ein paar Kilometer machen. Etwas nach halb acht komme ich los und laufe durch ein gerade erwachendes Hausach, und es wird schon warm. Schnell schieße ich das obligatorische Selfie am Kinzigtaltor, tausche am Brunnen noch mein Leitungswasser gegen frisches Quellwasser und dann geht es bergauf. Schon nach ein paar Metern erreiche ich die dekorative Ruine der Burg Husen. Es geht teilweise steil hinauf durch den Wald, und der Weg ist kurzweilig. Philosophisches und lustiges am Wegesrand lenkt mich von den Höhenmetern ab. Ich habe nicht erfahren, was Xenia und Oli genau vorhatten und wie es ihnen ergangen ist. Ob sie vorhatten so schnell oder weit zu laufen oder ob ihre Rucksäcke so schwer waren... Am Farrenkopf angekommen gibt es eine verdiente Trinkpause. Auf den letzten Metern ist es schon wieder drückend schwül geworden. Aber der erste lange Anstieg ist geschafft. Zwei jüngere Burschen gönnen sich zwei Nächte und einen entspannten Tag in der dortigen Hasemann-Hütte, und ab hier laufen @Manu84 und ich wieder zusammen weiter. An der Büchereck-Hütte vorbei geht es in Richtung Karlstein. Dort war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ein Vierländereck zwischen Baden, Württemberg, Fürstenberg und Vorderösterreich. Die Aussicht ist nicht wirklich spektakulär, weshalb wir nicht lange oben bleiben, aber von unten hat der Stein durchaus etwas fotogenes. Kurz vor fünf sind wir am Ziel der offiziellen Etappe, der Wilhelmshöhe. Ganz langsam wird es wieder kühler. Während wir am Blindensee vorbei laufen beraten wir über die möglichen Nachtlager, und nach etwas Studium der Karten scheint der Brend eine gute Option zu sein. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Kolmenhof vorbei, und der Hunger treibt uns natürlich hinein. Es ist rappelvoll, aber wir bekommen sogar einen Platz im freien - und merken schnell, warum. Neben uns herrscht reger Flugbetrieb von tausenden von Wespen. Aber was solls. Das leckere Essen verteidigen wir hartnäckig und erfolgreich, auch wenn die gestreiften Diebe zu gerne etwas von unserem Fleisch abbekommen oder unser Cola schlürfen würden. Direkt neben dem Kolmenhof führt ein Wegweiser zur mehr oder weniger - nach Ansicht von Wikipedia eher weniger - offiziellen Donauquelle. Ich mache gleich mental einen Haken in meiner Liste von Flußquellen, die ich schon (überwiegend nichtsahnend) erwandert habe, und nachdem wir natürlich viel zu lange gesessen sind, machen wir uns auf die letzten Kilometer in Richtung Brend. Es fängt schon an zu dämmern, als wir den Brend erreichen. Am Turm ist noch etwas los, und am Grillplatz stehen ein paar Zelte, Jugendliche (man verzeihe mir, wenn ich den Ausdruck auch für junge Menschen mit Autoführerschein verwende - ich bin über 40, ich darf das) haben hörbar Spaß und Autos kommen an und fahren wieder weg. Wir bauen unsere Schlafplätze lieber auf der Wiese oberhalb auf um dem Trubel fern zu bleiben. Bis unsere Behausungen stehen ist es dunkel, und es dauert nicht lange, bis wir uns in unsere Schlafsäcke verkriechen. Um 23:00 Uhr verlässt der Großteil der Jugend den Grillplatz und es wird ruhig. Wie immer: Fortsetzung folgt...
  50. 8 points
    Matzo

    3 Tage Val Grande

    In Cicogna habe ich im örtlichen Restaurant lecker Salat/Käse/Kaffee getankt und bin der „Strada Sutermeister“ gefolgt. Mit zunehmender Nachmittagshitze habe ich dann auch die eine oder andere Abkühlung wahrgenommen. Mein Tagesziel war die Alpe Pian di Boit, was sich irgendwie arg hin zog. Auf der Wiese des kleinen Ortes lagerten auch schon ein paar andere Wanderer und das immer noch angekündigte Gewitter tröpfelte nachts als Nieselregen runter. Am Donnerstag hatte ich beschlossen, keine weiteren Schlenker zu gehen. Die Hitze des Vortages und die Aussicht auf ein Gewitter in einer Gradquerung waren gute Argumente gegen Schlenker. Das Gewitter hing dann auch an der letzten Anhöhe fest und schickte mir nur Regen hinterher. Auf dicken Laubschichten durch Buchenwald ging es bis Finero und nach einem Besuch in der Minibar weiter nach Re. In Re gab es ein Zimmer und lecker regionale Köstlichkeiten in der Trattoria Ristorante Bar Gargino. Die Fahrt nach Domodossola wurde mittels historischem Schienenfahrzeug bewältigt und mit dem Hochgeschwindigkeitszug Richtung Frankfurt beendet. Das Val Grande ist ein vielseitiges Wandergebiet mit historischen, geologischen und biologischen Schätzen. Die Infrastruktur mit unbewirteten Hütten bzw. die aktuelle Möglichkeit legal zu Zelten verbunden mit dem dichten Netz an Maultierwegen und Trampelpfaden würde für die Trekking-Urlaube der nächsten Jahre reichen. Vielleicht nicht unbedingt im Hochsommer, Herbst und sogar Winter sind auch Optionen.
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