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Ultraleicht Trekking

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  1. 23 points
    Prolog... Den Rheinsteig komplettieren steht noch auf meiner Agenda.Bis St.Goarshausen kenne ich den Weg bereits über Section- und Dayhikes, somit ist das Minimalziel klar, weil ich aber Freund des Groß-Denkens bin, will ich natürlich – wenn ich schon dabei bin – das komplette Mittelrheintal mitnehmen, 243.5 km oder so. Und weil man ja bekanntlich an seinen Herausforderungen wächst und mögliches Scheitern sich immer auch an den Maximalzielen bemisst... blabal egal: ich habe dafür nur 5 einhalb Tage Zeit. Passt doch. Damit ist dem sportlichen Aspekt genüge getan, wer gibt sich aber damit schon zufrieden? Also steht noch auf der Agenda, quasi by the way, auszutesten wie sich das neuerworbene Zelt – ein Zpacks Duplex - so im Trailalltag schlägt; sowie meine vorläufige, beinah endgültige Packliste für den Israel National Trail den ich gemeinsam mit meiner Freundin ab dem 25.12. laufen werde. Somit bin ich freichlich auch so schwer wie seit beinah 2 Jahren nicht mehr unterwegs – 3845gr sagt das BW... mindestens 300gr über meinem persönlichen Wohlfühlgewicht. Aber so ist das im Herbst/ Winter. Mehr Speck um den Bauch, mehr BW aufm Rücken oder so ähnlich... Das Wetter war so gnädig mir ungefähr das zu präsentieren was der Norden Israels laut Wetterdaten bereithalten könnte - viel Regen, durchwachsen irgendwas zwischen 16 und 8 Grad und Nächte durch ausmal unter 4 Grad - , das hört sich nach perfekten Laborbedingungen an. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich hätte fast jedes andere Wetter auch genommen. Aus unterschiedlichen – namentlich - beruflichen, familiären und sonst welchen Diesdas-Befindlichkeiten, habe ich meine Rheinsteigpläne von Anfang Oktober bereits auf Anfang November legen müssen und folglich kribbelte es langsam wieder in den Fußsohlen... Und noch ein by the way: Ich habe das Ganze mit einem Besuch bei meinem Cousin in Köln verbunden. Wir haben uns lange nicht gesehen. Es gab viel zu erzählen, viel zu trinken und die Nächte waren dementsprechend kurz – oder lang, je nach Standpunkt. Beste Startbedingungen. Los geht’s Ich wollte nachdem wir uns drei Jahre nicht gesehen hatten, nicht so unverschämt sein und das Wochenende am Sonntagmorgen bereits beenden und gen Bonn aufbrechen, somit stand erstmal lange Katerfrührstück mit meinem Cousin auf dem Plan – und ganz ehrlich(er): ich hab es überhaupt gar nicht in Erwägung gezogen. Fakt ist als ich um 15h in Bonn am Marktplatz loslaufe bin ich ziemlich müde, etwas verschallert und der Kopf ist nicht der leichteste. Zum Glück ist das Wetter so wie es. Grau. Und ein ziemlicher Wind pustet mir die Müdigkeit und den letzten Promille aus dem Schädel. Ziel für den heutigen Tag, damit das Unterfagen überhaupt klappt. Königswinter. Mindestens 20-25 Kilometer. Das heißt auch Nachtwandern. Ist sowieso die Zeitreserve – durchaus nach Einbruch der Dunkelheit mal weiterlaufen (erschwert zwar die Pennplatzsuche – Kilometer haben aber die oberste Priorität). Ambitioniert, aber packbar. Ergo in Bonn erst mal Rheinpromenade entlang, ein paar Fotos geknipst und langsames eingrooven. Durch die Stadtteile Limperich und Ramersdorf um schließlich scharf links abzubiegen und recht direkt in den Naturpark Siebengebirge reinzulaufen. Erste leichte Steigung. Und schon stehe ich im Wald. Sonntagnachmittagsstimmung im Naherholungsgebiet. Es ist voll. Ich laufe diese Klippen/ Abbruchkante oberhalb von Oberkassel entlang. Ganz nette Aussichten. Viele Hügel. Die muss ich wahrscheinlich alle rauf und runter. Ich freu mich drauf. Ein paar Fotos und genervte Eltern und quengelige Kinder auf Sonntagsausflug belächelt und weiter. Kloster Heisterbach erreiche ich bei Einbruch der Dunkelheit. Organisiere mir hier Wasser für die Nacht und laufe in der Dunkelheit weiter. Ich muss mich erstmal wieder dran gewöhnen – Gänsehaut jagt in Wellen über meinen Körper. Es fängt an zu regnen. Macht den Nachtlauf nicht angenehmer. Petersberg umlaufen. Es hört wieder auf zu regnen. Ich erreiche die L331, lärmig. Eine halbwegs trockene Bank. Abendessen? Irgendwie nicht. Ich laufe weiter bis zu einer Brücke mit der ich ebenjene Straße überquere, es regnet sich ein. Eine Hütte, die Brückenhütte. Also doch Abendessen. Im Feierabendverkehr. Ich bin Großstädter. Landflucht gelungen, denke ich mir und baue mein Kochsetup auf. Aber was ist das? Mein Feuerzeug ist leer... ! Küche kalt? Och nö. Ach ja und weil das Credo ist jedes Gram zählt: 1gr gespart, weil meine Backup-Matches bewusst zu Hause gelassen. Stupid light oder einfach nur stupid? Als ich schon beinah keinen Bock mehr habe, mit dem letzten Lebenshauch meines MiniBics bekomme ich eine Flamme. Yumyums schmecken warm schon besser. Es regnet sich während dessen ein. Hier werde ich keinen Regen aussitzen, vor allem es nicht drauf anlegen hier zu nächtigen. Die Hütte ist dreckig. Es ist laut. Und wirklich viel gelaufen bin ich auch nicht. Also: FroggToggs Hose an, Schirm raus, Daunenjacke an und los geht’s. Habe ich das mit der Gänsehaut schon erwähnt? Wird nicht besser als ich in den Wald leuchte und mich aufeinmal zwei metallisch schimmernde Augen anfunkeln – Huch. Ein Fuchs wahrscheinlich. Ich bekommen dennoch einen schrecken. Das Tier wahrscheinlich auch. Kurz unterhalb vom Geisberg finde ich eine Schutzhütte. Groß genug um drin zu pennen. Ich könnte auch mein Zelt aufschlagen. Ist Naturschutzgebiet und ich fühle mich besser dann in einer Hütte zu nächtigen – warum auch immer, für die nachtaktiven Tiere die ich durch meine Anwesenheit störe macht es keinen Unterschied (wahrscheinlich aber für die Rechtslage). Mit einem latent schlechten Gewissen bereite ich mein Nachtlager vor. Tja kein Groundsheet. Warum auch hab ja ein Zelt dabei. Und jetzt? Thermarest auf den blanken Boden zu risky. Klar: das wohl teuerste und schwerste Groundsheet der Welt. 610 gr und 614 US-Dollar + Shipping + Zoll + Steuern und Gebühren. Ich schlafe die Nacht nicht in meinem Zpacks, sondern auf meinem Zpacks. Und das nicht schlecht. Bewusstlos durchs Siebengebirge und Untere Mittelrheintal Am nächsten morgen werde ich mit der Dämmerung wach. Packe mein Zeug. Stelle fest, dass ein kleines Nagetier eine meiner Porridgebags angenagt hat. Guten Appetit.. Nextes Mal wieder alles sicherer verstauen. Ich muss mich wieder dran gewöhnen Wald heißt Nahrungskonkurrent*innen. Auf dem Geisberg gibt es eine Hütte mit einer grandiosen Aussicht. Ärgere ich mich, dass ich nicht weitergelaufen bin? Nicht wirklich. Ich bin so schlecht vorbereitet, ich hätte es eh nicht gewusst. Also dort frühstücke ich, es gibt eine ganz grandiose Aussicht, ein buntes Meer aus Wald, die Sonne bricht durch den bleigrauen Himmel und der Rhein funkelt silbern in seinem Tal... das wars aber auch schon gefühlt für mich an rheinromantischen Wallungen, ich laufe los. Ziemlich straight. Ziemliches pace. Auf dem Drachenfels näxter epischer Ausblick bunt bewaldete Hügel, zersiedeltes Tal, Rhein, schöner Himmel. Ein paar Fotos. Und Gucken. Weiter. Es ist 9.30. Erste Pause, also hinsetzten Essen und trinken gibt um ca. 12h am Auge Gottes. Ich bin seit 7.30h unterwegs. Eigentlich nichts ungewöhliches. Ich merke aber, dass ich fokusiert am durchrushen bin. Viel bekomme ich vom drumherum nicht mit. Es fängt an zu nieseln. Mir wird kalt. Jacke an und warten oder weiter? Letzteres. Ich erreiche Unkel. Wasserfall. Aha. Lese, naja überfliege, die Infotafel. Es geht wieder auf die Höhen. Achterbahn Rheinsteig. Orsberg, Kasbach, Ockefels nehme ich nicht wirklich wahr. Linz aber. Discounter. Hiker Hunger. Oh. Kontokarte fubktioniert nicht. Planung ist alles. Bargeld und Geld von meinen unterschiedlichsten Konten von A nach B verschieben, nebenbei so viel und so schnell wie möglich Essen in mich stopfen. Pinkes MiniBic im Kiosk gekauft weiter. Schöner Marktplatz und ein schreiendes Kind, das wohl keinen großen Bock auf Opa hat. Linz. Hoch auf den Kaiserberg. Aussicht. Nett. Dattenberg, Leubsdorf. Keine Ahnung. Auf den Höhen oberhalb Leubsdorfs geht die Sonne unter. Wunderschön. In Ariendorf sprech ich noch jemanden wegen Wasser an, sonst hätte ich diesen Ort auch gar nicht auf meiner inneren Landkarte gehabt. Es fängt anzuregen und es ist stockdunkel. In den Weinbergen oberhalb von Bad Hönnigen eine Hütte. Laut. Aber mit dem Lichtermeer Bad Hönningens und Bad Breisigs unter mir. Abendessen. Ich rekapituliere. Seit gestern 15h 68 km. Hybris? Hah! Wer bist du? Mir tut so einiges am Körper weh. Und ich bin im Westerwald. Bin ich eigentlich über die Ahr drüber oder gibt es keinen Fluss zwischen Siebengebirge und Westerwald... ich weiß es nicht. Nicht geographisch und weil ich es beim laufen nicht mitgeschnitten habe. Peinlich und symptomatisch. Oberhalb von Rheinbrohl eines meiner ersten wirklichen landschaftlichen Highlights. Direkt auf der Bruchkante von Westerwald zum Rhein hin auf einem schmalen Pfad mit Blick über die Eifelhöhen, der immer noch tiefstehenden Sonne über Hammerstein und einem majestätisch funkelnden Rhein. Hinab in das verwunschene Tal des Hammerstein Bachs und durch Hammerstein. Warum ich durch Rebstöcke neben der B42 laufen soll, ist mir schleierhaft. Ich mache es aber. Auf dem Ottersburg Weg Richtung Leutesdorf bekomme ich Roadmovie Assoziationen. Rebstöcke, Strommasten und das Tal das sich wieder Richtung Neuwieder Becken öffnet. Seelig esse ich meine zweite Sandwichhälfte von gestern... Um Leutesdorf macht der Rheinsteig, dass womit ich ihn verbinde. Auf Singeltrails durch Weinberge, mal steil, mal sanft, mal auf breiten Wirtschaftswegen. Aber durch viel Weinanbau mit grandiosen Aussichten ins Rheintal. Meine Glückseeligkeit hält bis zu den Vororten von Neuwied. Und ich weiß wieder, dass die ersten 140 Kilometer bis Lahnstein im Endeffekt durch die Naherholungszonen der rheinländischen Peripherie verlaufen. Das Tal zersiedelt und die Wegführung sichtlich bemüht es trotzdem so schön wie möglich zu machen. Auf den Höhen ober halb von Neuwied, auf den Streuobstwiesen und Ackern und Feldern find ichs dann auch wieder recht schön. Gefällig. Mich schaue auf die Karte und mir wird gewahr, dass ich das Neuwieder Becken in einem schier endlosen Bogen umlaufe. Zen und tief durchatmen. Ich erreiche Altwied an der Wied und mir mir fallen die ganzen Wortschöpfungen erst auf... ich fühle mich erhellt. Altwied könnte ich Wasser zapfen. Laumühle heißt, 2 km 2kg leichter. Tja Laumühle hat Montags und Dienstags Ruhetag. Kein Wasser. Weiter nach Renhgsdorf. Mich überkommt auf dem Weg dorthin die umglaubliche Lust auf was deftiges. Meine Trailsnacks sind ausschließlich süß. Ich lass mich in die Tristesse des Ortes saugen und lande schließlich bei einem mittelprächtigen Döner. Es fängt an wie aus Eimern zu gießen. Ich mache mich regenfest „Ist hart jetzt wieder raus zu gehen“ begeleiten mich die Worte des Gastronomen nach draußen „Ja ist es...“. Ich um laufe Rengsdorf und bestaune sein Freibad und seine Kläranlage um schlussendlich an einem Schild zustehen, dass mir als Alternative empfohlen hätte einfach beim Dönerladen grade aus weiter zu laufen... ich komme mir verarscht vor, denke mir aber, wahrscheinlich habe ich das Schild auf der Gegenseite nicht gesehen... Es dämmert, die Wolken hängen tief und machen Stimmung. Ich bin sehr nah an der Stadt dran, die Wildschweine kommen auch sehr nach an die Stadt ran. Am Stadtrand höre ich den geschäftigen Lärm kleinstädischen Feierabends und aus dem Wald die Wildschweine quiken. Es ist laut. Beides. Ich bin latent genervt. Der Trail verläuft tendenziell in steilerer Hanglage. Entweder lauf ich jetzt noch weiter und finde hoffentlich was oder – hier ist was flaches, in einer Senke. Die Straße in Hörweite, die Schweine auch, die Lichter der letzten Häuser im Blick... egal. Ich bin über 42 km gelaufen. ...und ich kann mein Zelt aufstellen. Let's go. Vor lauter Euphorie habe ich nicht so sauber gecheckt, ob der Untergrund wirklich gerade ist. Leichter Rechtsdrall – und dass in diesen politisch angespannten Zeiten. Mein Nacken tut weh als ich morgens aufstehe. 5.22h Ich habe genug geschlafen. Ergo. Aufbrechen. Ich packe mein Zeug und wandere im morgentlichen Dunkel des Waldes. Mal was anderes. Nachdem es hell genug geworden ist, finde ich eine Hütte und mache mir Frühstück. Ich reiße stumpf Kilometer runter bis Sayn und seiner gleichnamigen Burg. Danach fehlt mir ein gutes Stück. Die Ausläufer Bendorfs deprimieren mich, Vallendar, Urbar und die restlichen Kilometer bis zur Festung Ehrenbreitstein sind Äcker und Frust. Matsch und Regen. Landschaftlich nicht der Reißer und ich bin hinter meinem Zeitplan etwas hinterher... so zwei Stunden. 138km- stimmungsbild: Um 13.30 bin ich auf der Festung bzw. der Aussichtsplattform. Selfie, Instastorie, einmal selber feiern. 138 km in 70 Stunden. Die Hybris bekommt kratzer. Und jetzt nochmal in der gleichen Zeit, die 105 km... klar... kann... gehen... Ich laufe runter in den zugehörigen koblenzer Stadtteil. Discounter. Freßflash! In kürzester Zeit schiebe ich soviel Essen in mich hinein wie geht – Genußwandern ist das nicht. Ich habe bisher im übrigen über ein halbes Kilo meiner Nuss-Schoko-heißer-Scheiß-Mischung gefuttert, die eigentlich bis nach Rüdesheim reichen sollte... Nja, es ist schon auch Megaanstrengend. Fakt ist, es ist 10 Stunden hell, wenn ich jeden Tag 40 Kilometer Plus machen will, dann sind 10h schon knapp bzw. nur mit einem hohen Tempo machbar. Weil im Dunkeeln bin ich automatisch langsamer. D.h. Ich verzichte weitestgehend auf Pausen und tja... der Rheinsteig ist nun mal auch viel auf und ab. Mit vollem Magen trotte ich den Rhein entlang. Durch das Bienhorntal geht’s langsam wieder auf die Höhen. Ich freue mich schon, weil das Mittelrheintal anfängt. Zwischen Wachecker Kopf und Wingertskopf laufe ich Hörweite der B49. Ich bin latent genervt. Wahrscheinlich aber eher, weil ich auch nicht so gut voran komme wie gedacht. Es zieht sich. Richtung Lichter Kopf wird’s schön und ruhiger. Ich schnalle nur, dass ich mich gar nicht um Wasser gekümmert habe. Planungsfehler. Also fange ich an Ausschau zu halten: Quellen, Pfützen, Enwässerungsgräben, Suhlen, Bäche, Teiche... niks. Es regnet und es gibt keine einzige Pfütze. Ixch lasse viele, viele wirklich schöne Pennspots links liegen, weil ich kein Wasser hab. Ich komme ober halb von Friedland an. Sehe einfach nur Hänge voller Traubeneiche und denke mir kein Wasser. Das ist doch scheiße. Ich setzte auf die Rupertsklamm. Ich laufe bis zur Ruppertsklammhütte fülle mir da Wasser ab und laufe dann zurück zu Uhuslay – weil ganz ehrlich, die Ruppertsklammhütte ist creepy. Die Hybris und das Obere Mittelrheintal Ich erwache kurz bevor es dämmert. Frühstücke, gucke ins Tal und sehe ein erstes rotes glühen des Sonnenaufgangs. Schön. Dennoch verweile ich nicht, sondern laufe wieder zur Ruppertsklamm. Es ist heute morgen empfindlich kalt. Bis zur Klamm bin ich noch nicht warmgelaufen. Die Klamm ist total schön. Schade, dass es noch so dunkel ist – okay muss ich eben mehr den Augenblick genießen als denn Fotos machen. Ich finde sie atemberaubend schön und wild. Versicherte Steige, direkt durchs Bachbett, matschige und nasse Füße garantiert. Ich laufe sie nochmal, da freue ich mich schon drauf (der Lahnwanderweg ist noch auf meiner Bucketlist). Ziemlich gefällig geht’s über die Höhen nach Braubach. Es ist Donnerstag, ich gehe seit vier Tagen vollspeed, aber die dauerhafte Anstrengung zollen ihren Tribut. Oberhalb von Braubach. Mach ich eine kurze Pause gucke auf die Marksburg und denke nicht schon wieder runter und wieder rauf... ich bin langsam erschöpft. Also runter. In Braubach – was ich ganz pittoresk finde – in der Obst- und Gemüsehändlung Mandarinen gekauft, in der Metzgerei zwei Kümmelbeißer. All das hat nicht mal bis zum ersten großen Anstieg geschafft, schon wars ins mir. Auf der Marksburg angekommen, Fotos, gucken. Pause. Luft ist raus. Wasser auffüllen. Die restliche Wurst aus den Zahnzwischenräumen flosken, Messenger-Videos an die Freundin, mit dem Kind chatten, ich merke ich schinde Zeit... ich raffe mich auf. Eine ganze Busladung chinesischer Tourist*innen ist gerade angekarrt worden. Ich gehe. Runter. Wohin sonst. Um unten im Ortsteil mit dem schönen Namen An der Alten Burg wieder hoch zu laufen. Aber wie... So wie ich dachte dass ganz ganz viel der ersten 140 Kilometer sind -und es doch einfach enttäuschend wenige waren: Singletrail oberhalb der Flusses durch alte verwilderte Weinberge, direkt an den Trockensteinmauern entlang und vor mir der Blick in das enge Tal des Rheins. Schön ist das. Herrlich ist das. Scheißeanstrengend ist das. Oben angekommen epische Aussichten und bis Osterspai geht’s in einem beständigen Wechsel in ruhige Seitentäler, meist in gelb leuchtender Traubeneiche und schroffen Schiefer. Oder in den Hängen oberhalb des Rheins entlang. Ich nähere mich dem Stück zwischen Osterspai und Filsen, welches ich persönlich vom draufgucken von der anderen Seite schon sehr schön finde. Kirschbäume. Der Blick auf Boppard ist auch nicht zu verachten. Ich bin auch wenn ich den Weg unabsichtlich abkürze und direkt durch die Obstwiesen laufe glücklich. Der Wind frischt auf und es fängt mal wieder an zu schauern. Und ab der Marienkapelle unterhalb des Filsener Lays laufe ich direkt an der Bruchkante direkt auf der Hangkrone zuerst durch knallgelbe Traubeneichen und später durch verbuschte und offene Flächen alter Kulturlandschaft, dazu Nieselregen und kleinere Schauer, böig auffrischender Wind der an mir zerrt, einem matschigen Schmierseifen-Singeltrail, bleigrauem Himmel und diesem grandiosen Tal unter mir... ich bin superhappy. Wind und Regen rissen auch den Himmel auf und so konnten sich die feindlichen Brüder, die Burgen Liebenstein und Sperrenberg von der Wilhelmshöhe aus betrachtet im besten Licht präsentieren. Natürlich musste ich dann wieder runter um auf der anderen Seite wieder hoch zu laufen. Hikers Fate. Ich verbummel etwas umschlüssig Zeit auf der Burg Liebenstein. Ich ziehe dann doch weiter. Haben mich ernsthaft Kuchen und Kaffee angelacht... oder nur die Ausrede nicht wieder zu müssen. Halb gar laufe ich weiter Richtung Lykershausen. Als ich aus dem Wald trete liegt breit und weit der Taunus vor mir. Ich bilde mir ein den Hochtaunus und sogar den Feldberg zu erkennen (ob das von hier überhaupt möglich ist... weiß ich gar nicht). Die Taunushöhen verschwimmen im dunkeln Dunst, ein bleischwerer Himmel liegt drüber, vom Hunsrück ist der Himmel aufgebrochen und das in einer Senke hinter Lykershausen liegende Parth wird gülden illuminiert. Links von mir bunt gelb, hellgrün leuchtende alte Buchenwälder mit feuchtschwarz glänzenden Stämmen, rechts von mir tiefbraune Ackerflächen, flankiert von gelb-grün-rot-orangen Laubwäldern Richtung Rheintal. Wohl einer der eindrücklichsten Erfahrungen auf dem Trail bisher. Ich betretet Lykershausen in der festen Absicht mir Wasser zu organisieren. Ich stinke, ich bin ziemlich vermatscht, vollbärtiger Hiker-Trash mit Daypack... ich muss bei einem etwaigen Klibgeln mit meinen inneren Werten überzeugen... Im Ortkern stehe ich aber vor einem Häuschen, an dem fett Kiosk steht, mit Blibg-Bling-Leuchtreklame sogar die verkündet dass offen ist. Problem gelöst. Ich klingel wie mir geheißen und vor mir steht ein beachtlich großer Typ mit großen weißen Rauschebart, gefühlt einem halben Kopf größer als ich – und ich bin schon 1.86 – einem Holzfällerhemd, das über einem großen Bauch gespannt in die schwarze Jeans gesteckt ist. Ich denke Seebär und deshalb kann ich nicht mehr sagen ob die Kapitänsmütze meiner Phantasie entspringt oder ob er sie real aufhatte und ich erst deshalb an einen Seebär denken musste. „Kann ich dir was Gutes tun. Komm rein. Hast Du Angst vor Hunden“ ehe ich es mich versehe, sitze ich im wohlig warmen Wohnzimmer, einer der Hunde leckt mir den Dreck vom Bein und ich werde von dem Herren ins Bilde gesetzt, was es mit dem Kiosk so auf sich hat, was die weiteren Pläne sind, wie sich das Dorf generell so entwickelt, was es alles in Ober-Kestert gibt und so weiter. Das Landei in mir jubiliert. Es gibt einfach Dinge auf dem Dorf die ändern sich nicht. Seine Frau kommt nach Hause „Du hast aber die Hitze“ kommentierte sie meine Anwesenheit in Laufshorts – ich sagte ja Hiker Trash und dann balanciert sie 30 Kg frisches Taunus-Weiderindfleisch aus eigener Schlachtung vom Bauern umme Ecke mit ihren Mann an drei Hunden vorbei. No risk, no fun. Ich wünsche den beiden allen Erfolg mit ihren Projekten mit dem Haus. Und gehe weiter. Ich sehe noch einen Regenbogen, gucke auf die Uhr, gucke auf meinen Shedule und denke mir: Die Hybris, die Hybris. 37Km heute. Gleich wird’s schon Dunkel. Ich will auch nicht mehr weiter ich kann nicht mehr, noch schlimmer ich hab keinen Lust mehr. Der Kopf will nicht mehr. Ich suche mir einen Platz finde bei dem Aussichtpunkt Hindenburghöhe was. Es ist noch hell. Fotoshooting mit dem Zelt. Essen und dann pennen. Ich habe – ganz darauf versessen aus meinem Model das beste rauszuholen, nicht beachtet ob ich das Zelt bezüglich Wind und so gut bestellt habe. So habe ich ein schön inszeniertes Zelt gehabt, die Nacht war aber ziemlich zugig. Ich habe mir eingebildet nicht gut geschlafen zu haben – stzimmt aber nicht... wie ein Baby und ziemlich viel. 11 Stunden. Bis kurz vor 7... (abendstimmung an der hindenburghöhe) Grande Finale der Lustlosigkeit Ich habe den Abend zuvor noch genutzt um zu planen wie es morgen weiter geht. Fakt ist ich muss um 16ish in Bingen sein, weil ich mit meiner Tochter zum Kaffee trinken verabredet bin. Realistisch ist also, ich sollte irgendwie gegen 14Uhr-ish in einen Zug nach Rüdesheim steigen. Schaff ich dass nach Kaub noch. 36 km in mas o menos 7 Stunden, kann gehen. Ich stehe auf, packe schnell und breche ohne Frühstück auf. Schnell durch Ober-Kestert. Und irgendwo zwischen Pulsbachklamm und dem Abstieg nach Wellmich merke ich so langsam das ich eigentlich keinen Bock mehr hab. Zumindest keinen Bock mehr hab mir den Stress zu geben mich nach St.Goarshausen noch schnell nach Kaub zu hetzen... Ich nehme auf den Höhen vor St. Goarshausen das Tempo raus und es fühlt sich alles sehr viel entspannter an. Ich tauche ein in das weiße Nichts des heutigen Nebels und je weiter ich vom Tal weg bin werde nicht nur ich, die Landschaft, sondern auch der Lärm des Tals verschluckt. Auf halber Strecke zwischen Wellmich und St.Goarshausen finde ich eine Hütte und frühstücke erstma lecker Twix-Porridge und einen Ingwer-Tee. Zwischenzeitlich schafft es die Sonne den Nebel langsam wegzuschmelzen und sowas ähnliches wie Weitsicht entsteht. Ich bummel weiter zum Rabenack-Steig und entscheide mich, da ich nun alle Zeit der Welt habe, noch eine Runde auf den Klettersteig zu machen... aufgeweichter Boden, nassglitischige Felsen und schmierige Tritte geben dem ganzen noch etwas mehr Würze. Ich male mir dennoch schon aus, was ich beim örtlichen Rewe mir alles für das Zweitfrühstück hole. Als ich auf dem Rabenack stehe, sehe ich unten einen meiner möglichen Züge wegfahren – na eine Stunde Zeit für den Abstieg und das Frühstück... für die zahlen-nerds: 198 km vom 3.11. 15h bis 8.11. 12h; bw 3845gr; 740gr nuss-schokomische, 300gr partyknabberbox, 700gr porrdige, 4x yumyum, 1x döner, 1 baguette, 6 brötchen,1x sesamkringel, 1x brezel, 4 tomaten, 2x banane, 2 mandarinen, 1 ltr. buttermilch, 200gr hummus, ca 400gr käse, 100gr schinken, 2x kümmelbeißer, 3x hafervoll, 6x diverse schokoriegel – alle angaben ohne gewähr
  2. 19 points
    Wie angekündigt möchte ich hier meine Schlafsack- und Quiltprojekte vorstellen, von denen ich im Lauf der Jahre sechs verschiedene Modelle hergestellt habe. Über das erste Exemplar kann ich hier nicht mehr viel sagen, denn den habe ich schon vor 32 Jahren weiterverkauft. Nur so viel: Der Schlafsack bestand aus blauem Baumwoll-Inlettstoff, enthielt ein knappes Kilo Daune (1984 in Elsterwerda direkt auf der Gänsefarm erworben), hatte einen 2,40 m langen YKK-Reißverschluss, den mir eine Freundin aus dem Westen besorgt hatte und wog in H-Kammerkonstruktion etwas über 2 Kilo. Seit 1986 selbst im Westen habe ich dann über 20 Jahre einen Salewadaunenschlafsack genutzt, der mir erst auf auf einer Sarekdurchquerung 2008 auseinanderzufallen begann - soviel zur Haltbarkeit von Daunenschlafsäcken. Bereits 2007 hatte ich mir für eine Kilimanjarobesteigung einen Mountain Equipment Classic 750 gekauft, der heute noch gefertigt wird. UL waren diese Modelle beide nicht. Was mich aber am meisten gestört hat, waren bestimmte Ausstattungsmerkmale, die so ziemlich alle Daunenschlafsäcke aufweisen, die es bis heute zu kaufen gibt. Das sind 1. der Reißverschluss und 2. der Wärmekragen - für mich völlig nutzlose Ausstattungsdetails, die den Komfort und die Wärmeleistung vermindern und gewichtstechnisch kontraproduktiv sind. Aus diesen Erfahrungen entstand der Entschluss, einen Schlafsack zu entwerfen, der diesen Ballast nicht hat und dafür besser isoliert. Etwas Kopfzerbrechen bereitete mir zunächst der Gedanke an den Differentialschnitt, den moderne Daunenschlafsäcke haben und den ich mir ohne Versuchsballon nicht zugetraut habe. Ich habe einfach darauf verzichtet - und glaube, damit gut gefahren zu sein (dazu später mehr). 2015 habe ich mir schließlich von Extex je 3 m 27g-Material für außen und 22 g-Material für innen besorgt, die es beide heute noch gibt - und natürlich 300 g polnische Gänsedaune. Die Konstruktion ist folgende: Der Stoff wird in eckiger Mumienform zugeschnitten und dann werden die Baffles auf den Außenstoff aufgenäht. Anschließend wird die Röhre zugenäht und die Baffle-Ringe werden an den Schmalseiten geschlossen. Das identisch geschnittene Innenteil wird (auf links gedreht) mit einer Moskitonetz-Baffle mit dem Außenteil am Fußende vernäht.Ein Stück bleibt offen, denn durch diesen Spalt muss die Daune eingefüllt werden. Dann wartet man bis die Familie im Bett ist, bugsiert die Nähmaschine ins Bad und dann geht die Sauerei los. Kammer für Kammer werden die Baffles mit dem Innenstoff vernäht und jedesmal kurz bevor eine Kammer geschlossen ist, werden die abgewogenen Daunen von Hand eingefüllt. Der Schlafsack wächst also vom Fußende zum Kopfende und erst mit der letzten Naht wird er oben geschlossen. So sieht das gute Stück am Ende aus. Leider sind etliche der 15 Kammern ungleich groß, weil ich bei der Fertigung die angezeichneten Kreidestriche ausgewischt habe, aber das macht nichts. Entstanden ist ein Schlafsack, der keine Kältebrücke aufweist, keine Kapuze hat und auch keinen Wärmekragen besitzt, sodass man nachts nicht aufwacht, weil man mal wieder auf dessen Tankaverschluss zu liegen kam. Nach ähnlichem Schema habe ich mir im Frühjahr 2017 noch einen Quilt genäht, der aus Argon 67 besteht und 200g Daune enthält. Der Loft fällt auch bei dem 200 g - Modell nicht schlecht aus. Mir war aber klar, dass ich für Winterübernachtungen noch einen weiteren Schlafsack brauche, den ich mit 750 g Daune füllen wollte. Die Daune dafür habe ich mir aus China bestellt. Die Hülle dieses Modells vom Herbst 2017 bestand außen aus Argon 90 und innen wieder aus Argon 67 und wurde auf gleiche Weise mit Baffles versehen. Diesmal habe ich auch eine Kapuze integriert und kann wenn es sein muss bis zur Nasenspitze drin verschwinden. Die Wärmeleistung ist fulminant - bis -15 Grad bleibt man darin kuschelwarm und hat wie gesagt keine einzige Kältebrücke. Der Schlafsack wiegt knapp über 900 Gramm und ich fragte mich heute, wieso er im Vergleich zu den anderen so leicht ist. Bis mir einfiel: Ich habe hier extrem dünnes Moskitonetz für die Baffles verarbeitet, und das macht im Vergleich zum 25g-Extexnetz eben was aus. Im letzten Sommer habe ich noch zwei weitere Quilts für Freunde genäht, die es ganz leicht haben wollten. Deshalb habe ich das dünnste Material benutzt, das man derzeit kaufen kann. Drin sind wieder 200 g China-Daune, aber das Gesamtgewicht ist noch einmal deutlich geringer. Und auch das Packmaß kann sich sehen lassen. Ob sich das ganz dünne Material bewährt, muss die Zeit zeigen. Für die anderen Materialien kann ich bestätigen, dass sie sehr robust sind, sowohl die Extex- als auch die Dutch-Stoffe. Bei der Daune bin ich von dem China-Produkt angenehm überrascht. Die Daunenherzen sind zwar kleiner als bei der polnischen Extexdaune, aber der Loft ist mindestens genauso gut, weil es kaum Federkiele darin gibt, von denen man in der Extex-Cumulus-Daune doch einige findet. Und was den Differentialschnitt angeht, bin ich mir inzwischen sicher, dass der zwar wünschenswert sein mag, in der Praxis isolationstechnisch aber doch kaum ins Gewicht fällt. Möglicherweise hat man bei meinen Modellen sogar einen Robustheitsvorteil, denn wenn man sich mal drin räkelt, belastet man immer Innen- und Außenmaterial, sodass nur geringe Gefahr besteht, dass man sich den Schlafsack zerreißt. Das Rein- und Rausschlüpfen empfinde ich viel angenehmer als beim Reißverschlusseinstieg. Den habe ich bei meinen gekauften Modellen kaum genutzt - und bin so ja auch erst auf die Idee gekommen, ihn ganz wegzulassen. Was den Einsatz angeht, benutze ich die Schlafsäcke in der kühleren oder kalten Jahreszeit und den Quilt im Sommer. Was haltet ihr von dieser Lösung? Zum Schluss noch zwei Bilder:
  3. 8 points
    Tipple

    Impressionen von Touren

    @Fabian. Wie versprochen ein paar Eindrücke vom letzten Gotland Trip. Nach unspektakulärem Flug von Tegel nach Visby geht es immer erstmal ins Basecamp. So ein Haus auf Gotland hat was. Von dort starten wir dann unsere Touren. Dieses Jahr sind wir zuerst ein bisschen an der "Stenkusten" entlang zum Naturreservat Horsan gelaufen, da hatten wir im Vorfeld eins unserer Autos abgestellt. Da man dort auf einer einzigen Steinplatte hockt ist das aufbauen von Zelten und Tarps so eine Sache, aber nach viel gefrickel ging auch das. Nach einer tollen Nacht am Lagerfeuer haben wir dann verlagert auf die Halbinsel Furillen, auf der übrigens der bekannte Schriftsteller Hakan Nesser ein Häuschen hat. Es gibt dort auch militärische Einrichtungen an denen filmen und fotografieren streng verboten ist. Der Strand ist ein Traum! Erster Abend am Strand. Stenkusten Camp an der Stenkusten Fischerhütte im Naturreservat Horsan Blick vom Steg auf den See. Mein Pack Auf den Furillen Na, welches historische Ereignis wird hier nachgestellt? Was schrieb @HUCKEPACKS auf Instagram noch mal zu zu diesem Bild? "Four friends and one companion." Leider geht die Zeit immer viel zu schnell rum und wir sind ja immer nur eine Woche da. Die Nacht auf den Furillen war unsere letzte gemeinsame Unternehmung bevor es wieder nach Hause ging. Hier noch das Video zur Tour. Wie immer herrlich unperfekt, genau wie ich es mag und bin. Gruß, Tipple
  4. 6 points
    German Tourist

    Christine Thürmer bei Serdar zu Gast

    Er hat wirklich ziemlich verdutzt aus der Wäsche gekuckt ....
  5. 5 points
    Chaski

    Christine Thürmer bei Serdar zu Gast

    Unter allen Interviews mit Christine, die ich in den letzten Jahren gehört oder gesehen habe, ist dies mit Abstand das beste, finde ich. »Oberflächlich« wird so ein Fragespiel ja dann, wenn auf vorgefertigte und erwartbare Fragen vorgefertigte Antworten gegeben werden, die man genauso gut auch in den Büchern nachlesen könnte. Das war hier nur teilweise der Fall, und persönlich bemerke ich den Unterschied daran, dass mich die aufgeworfenen Fragen nachher noch eine Weile beschäftigt haben. Es könnte einem einerseits zu denken geben, dass schon der Romantiker Seume auf dem Weg nach Syrakus im Rahmen seiner technologischen Möglichkeiten ähnlich unterwegs war wie Christine, also mit einem festen Ziel, connecting footsteps (soweit ich weiß), dezidiertem Ausrüstungskonzept und dergleichen. Andererseits kann man natürlich jederzeit die Frage aufwerfen, ob Fernwandern auch anders ginge, und die kulturgeschichtliche Standardantwort darauf kann nur sein: Ja klar, es geht immer auch anders und ist auch anders gemacht worden. Um überhaupt irgendwie voranzukommen und den Begriff des Fernwanderns zu erfüllen, bedarf es natürlich irgendwelcher Arten von Disziplin. Aber vieles daran bleibt kontingent, könnte also so oder anders gemacht werden. Der geographische End- und Zielpunkt muss zum Beispiel nicht präzise definiert sein, man könnte etwa irgendwo in Nordfrankreich aus dem Zug aussteigen, nach den ersten Etappen Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchqueren und dann nach Südfrankreich weiterlaufen, bis man irgendwo das Mittelmeer erreicht. Auch Linearität ist nicht schlechthin geboten. Das Vorhaben als ganzes muss nur irgendeine Form und insoweit auch gewisse Regeln haben, aber viel mehr darüber zu sagen, könnte auf eine unzweckmäßige Verallgemeinerung der jeweils eigenen Praxis hinauslaufen. Wenn die meisten real existierenden Fernwanderer und Fernwanderinnen das anders sehen und zum Beispiel enge Konzepte von Challenge, Accomplishment und dergleichen verfolgen, dann kann das auch daran liegen, dass die Vorstellung davon, was ein Vorhaben ist, in gewisser Weise jeweils zeittypischen Handlungsmustern folgt, die zum Beispiel der Arbeitswelt entnommen sein können. Von daher macht es auch Sinn, dass Christine ihre Wanderpraxis als eine Art Berufstätigkeit erläutert, und die Sinnfrage ist damit entweder beantwortet oder erst recht aufgeworfen. Jedenfalls stellt sie sich hier im Grunde nicht dringender als bei anderen Berufstätigkeiten. Christine könnte also sagen: Das ist einfach mein derzeitiger Beruf, und der hat gewisse befriedigende Eigenschaften, so dass ich einstweilen an ihm festhalte. Das ist nämlich eigentlich eine Selbstzweckdimension des Lebens. Christine hat allerdings im Interview noch etwas anderes – wiederum Zeittypisches – getan, indem sie nämlich versucht hat, die befriedigenden Eigenschaften ihrer Berufstätigkeit als ein gutes Training des Selbstvertrauens (und des glücksrelevanten Bedürfnisminimalismus) zu erklären. Das klingt ein bisschen so, als wäre es anstößig, das Wandern als Selbstzweck zu deklarieren, und als müsste jede Tätigkeit, die man intensiv betreibt, zumindest irgendeine Dimension der Selbstoptimierung oder der Persönlichkeitsentwicklung haben. Tatsächlich ist es unvermeidlich, dass beim Fernwandern auch Kompetenzen entstehen, aber es wäre ja denkbar, dass die eigentlich nur ein Nebeneffekt sind. Die Sinnfrage ließe sich eben mit etwas Ironie auch so beantworten, dass für ein endliches Lebewesen, das physisch zum Gehen disponiert ist, das Weitwandern als »Gehen und Sehen« ein ebenso würdiger Selbstzweck sein kann wie viele andere »müßige«, z.B. künstlerische Tätigkeiten auch. (Chaski heiße ich natürlich deshalb, weil ich selbst immer nur 15 bis 25 Kilometer wandere und mich dann ausruhe.)
  6. 5 points
    Wanderfisch

    Christine Thürmer bei Serdar zu Gast

    Ich hatte den Eindruck, dass Serdar aus der Position heraus moderiert hat, die fast jede*r hat, der/die sich nicht viel mit dem Thema Wandern beschäftigt und denke, für Christine waren die Fragen nichts Neues. Für mich passen diese Punkte ganz besonders: 1. Dass man nicht gleich um die halbe Welt reisen muss, um Abenteuer zu erleben. 2. Das man nicht wie ein super fittes Outdoor-Modell in Markenklamotten aussehen und herumlaufen muss und trotzdem (Langstrecken-)Wandern kann
  7. 5 points
    Ich finde aber auch, dass wir Gäste etwas flexibel sein müssen. Ich finde nicht, dass man von einem Wirt in einer kleinen Hütte, die vielleicht nur zu Fuß oder per Esel beliefert wird verlangen kann, dass er x verschiedene Menüvarianten vorhalten kann - Fleisch, vegetarisch, vegan, halal, koscher und natürlich gluten- und laktosefrei....das mag auf den großen Hütten des Alpenvereins in D/Ö anders sein, die eine richtige Gastronomie vorhalten und auch viele Tagestouristen haben, aber die versuche ich eigentlich zu umgehen....
  8. 4 points
    Freierfall

    Christine Thürmer bei Serdar zu Gast

    OT: wenn wir gerda bei Podcasts mit Christine sind; ich kann den Weltwach Podcasts sehr weiterempfehlen. Wir sollten mal einen Thread über unsere lieblingspodcasts machen, hören ja sicher auch andere viel beim Wandern und auch so
  9. 4 points
    Super hatte die ganze Zeit schon hin und her überlegt. Aber gebraucht hätte ich ihn nicht wirklich daher freue ich mich das er in bessere Hände kommt.
  10. 4 points
    khyal

    Saudoof ist...

    Das erinnert mich daran, wie ich mal in der Caldera von La Palma beim Zelten ein Paerchen getroffen habe, die nur mit dem Innenzelt von einem Nallo unterwegs waren (La Palma ist rel feucht). Ich fragte sie dann, dass ich diese Entscheidung rel interessant faende, nur Aussenzelt aus Gewichtsgruenden, ok, wer es mag....aber nur Innenzelt, wie sie zu der Entscheidung gekommen waeren. Darauf sie mit einem sauren Blick zu ihm "Genau, nur Aussenzelt hatten wir auch geplant" Jetzt noch ein Aktueller von mir : Saudoof ist, wenn man sich prima bis ins Detail mit vielen speziellen Sachen u.A. einer guten neuen, gebrauchten Outdoor-Kamera auf eine Multifluss-Packrafting-Tour in A vorbereitet hat und man dann auf dem Fluss in einer Schnelle das Packraft zur Schonung an einem Fels umdreht und vom Wasser aus weiter mit der Gopro filmt und man dann anschliessend beim Trocken legen am Ufer feststellt, dass man leider nach Entnahme der Gopro aus dem umhaengten Multipack vergessen hat, den Reissverschluss wieder zu schliessen und deswegen nun die Fische Selbstportraits schiessen koennen. Aber das Gute daran war, dass dann genau, als ich nach der Tour Ersatz kaufen wollte, in meinem Stamm-Fotoladen sozusagen meine Traum-Outdoorkamera gebraucht fuer einen verdammt guten Preis bekommen habe und die deutlich geiler ist
  11. 3 points
    bikefritzel

    Tyvek Jacke und Hose (Raidlight)

    Hallo in die Runde, ich bin ja normalerweise nur sehr aktiver Leser. Heute möchte ich euch mal zwei Neuzugänge in meiner Ausrüstung vorstellen, da ich vor dem Kauf einfach nichts brauchbares darüber gefunden hatte. Vllt. interessiert es ja potentielle Nachkäufer. 1x Jacke Raidlight Tyvek Waterproof WR - 83gr selbstgewogen in Grösse S 1x Hose Raidlight Tyvek - 65gr selbstgewogen in Grösse S Ich bin zufällig über sie gestolpert und da sie jeweils unter 20€ Kosten war es mir den Versuch wert. Ich hatte bisher noch nie etwas aus Tyvek (bis auf Briefumschläge) und nur viel davon gelesen. Meine bisherigen Einsätze: Joggen und Berglauf für die Jacke, (schnelles) Wandern und stationäres rumsitzen in Camp, Zug oder sonstwo nach Radtouren mit der Hose. Fazit: Die Hose begeistert mich jedes Mal aufs neue. Fühlt sich federleicht an, klebt, zumindest an haarigen, Beinen nicht an. Wärmt für ihr Gewicht erstaunlich gut. Winddicht. Packmass finde ich für die Lesitung absolut in Ordnung (Auf dem Foto links). So Nylonzeug wäre vllt. noch kleiner, klebt aber am Bein (bei mir zumindest) Die Jacke kann alles was die Hose kann, aaaber: diese nutze ich ja gerne auch für Sport, bei dem ich viel schwitze. Eine Zeit lang geht das sehr gut, wehe aber wenn sich die Feuchtigkeit mal ins Tyvek vorgearbeitet hat...dann wirds klebrig und feucht. Das dauert bei mir ca. 1Std laufen, aber so lange trage ich sie meistens nicht am Stück. Ist also i.O. für lange Läufe packe ich aber trotzdem wieder meine Nylonwindjacke ein. Die ist zwar ca. 30gr schwerer, aber deutlich kleiner im Packmass und einen Tick atmungsaktiver. Optik: Wer beides in Kombi trägt, kann sich auf jedenfall auf den ein oder anderen Blick gefasst machen. Ich trage sie eh selten in Kombi und deshalb war das für mich kein Argument. Wie sind eure Erfahrungen mit Tyvekklamotten? Im Forum lese ich viel über alle möglichen Tyvek Einsatzbereiche aber zu Hosen zb. habe ich nichts gefunden. Uli
  12. 3 points
    Madame_Anne

    GR5 Genf-Nizza vs. italienische GTA

    Es waren ca. 650 km und etwas über 30.000 Höhenmeter (Aufstieg). An 2 Tagen musste ich aufgrund von Gewittern den Gipfel umgehen und Landstraße laufen. Man hätte auch den Bus nehmen können...aber da mein Projekt hieß "zu Fuß über die Alpen", kam das für mich nicht in Frage... Die Etappen im Cicerone sind anspruchsvoll - aber wenn man fit ist machbar. Ich mach generell viel Sport und bin in den Wochen vorher regelmäßig mit befülltem Rucksack aufs Laufband oder den Stepper. Da ich in Hamburg lebe, ist ein Bergtraining anders leider nicht möglich. Allerdings war ich den ersten Tagen schon an meinen Grenzen. Nach der ersten Woche wurde ich aber schneller als der Führer und konnte dank des Trainings auch Etappen zusammenfassen. Verpflegung ist kein größeres Problem. Spätestens alle 3 Tage kommt man in einen Ort mit Einkaufsmöglichkeiten (kleinere Supermärkte oder Epiceries). Ich hatte eigentlich immer nur meinen Müslisack mit Milchpulver und Riegel als Reserve dabei und habe dann immer alle 2 Tage nachgekauft. Allerdings bin ich da auch relativ anspruchslos und habe auch mal Müsli zum Abendessen gegessen und war am Ende doch ein paar Kilo leichter. Aber man kommt auch regelmäßig an frische Lebensmittel. Allerdings kann es natürlich im September mit den Öffnungszeiten der Geschäfte manchmal schwieriger werden, da dann die Hauptsaison dann vorbei ist. Ich würde dann vielleicht ein ganz bisschen mehr Reserven einplanen.
  13. 3 points
    @krahat es auf den Punkt gebracht: Ein GPS-Uhr macht aufgrund ihres winzigen Displays nur dann Sinn, wenn Du sklavisch genau einem exakt vorgefertigtem gpx-Track folgen kannst. Wenn Du einfach nur mal so los gehst, wirst Du mindestens ein Smartphone mit großem Display brauchen, um die Route unterwegs planen zu können. Beides dazu noch von einer Powerbank laden zu lassen, ist potentiell russisches Roulette. Wenn dann die Powerbank die Grätsche macht, kannst Du keines Deiner Navigationsmittel mehr aufladen. Der ideale Kompromiss ist ein GPS-Gerät, das man zur ständigen Navigation einfach um den Hals hängt. Mit einem Satz Batterien kommt bei gleichzeitigem Tracken um die vier Tage aus. Als Back-up verwende ich dann ein Smartphone, dass ich aber aufgrund der größeren Defektanfälligkeit (Wasserschaden, Displaybruch bei Sturz) nicht zur ständigen Navigation verwenden würde.
  14. 3 points
    Vee

    Zelt mit Schornstein-Durchführung

    Inpunkto Preis-Leistung und Gewicht wäre hier Luxe Outdoor zu nennen. Einmal das Minipeak XL für 250 Euro mit Innenzelt und aber eher für 2 Personen ausgelegt (zu dritt wird es eng), Aufstellstange muss zusätzlich gekauft werden https://luxeoutdoor.de/de/Minipeak-XL.html Oder das wesentlich größere Sil Octapeak F8 für 300 Euro das Außenzelt für 4 Personen ausgelegt, Stange und Innenzelt nach Geschmack müssen zusätzlich gekauft werden (auf ebay kleinanzeigen verkauft gerade jemand die Zelthaut für 200 Euro mit der Angabe nur einmal benutzt). https://luxeoutdoor.de/de/Sil-Octapeak-F8e.html https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/luxe-outdoor-octapeak-f8e-winter-zelt-lavvu/1242294397-230-3537 Du findest für beide Zelte gute Videos auf Youtube
  15. 3 points
    Mir scheint es so zu sein, dass sich mit dem Gewicht gleichzeitig vor allem der Einsatzbereich verringert. Mit dem Gurt Petzl Altitude würde ich nicht zum Sportklettern gehen, mit einem klassischen Gurt kann ich alles machen. Ein zwölfzackiges Steigeisen ist universeller als ein zehnzackiges. Das Seil Petzl Rad Line hat auch einen eher eingeschränkten Einsatzbereich. Entsprechend wird der Ausrüstungsschrank mit ultraleichter Alpinismus-Ausrüstung voller. Aber auf der konkreten Tour selbst sehe ich keine bis kaum Nachteile für leichte Ausrüstung. Man muss dann natürlich wissen, bei welcher Tour welche Ausrüstung für einen selbst Sinn macht. Und da vielleicht auch eher konservativ bewerten. Dann noch der Unterschied Aluminium vs. Stahl bei Steigeisen und Pickeln: Mit Ersterem sollte man Felskontakt vermeiden, mit Zweiterem muss man das nicht unbedingt. Gerade bei den Steigeisen kann einem Stahl also Mühe und Zeit sparen. Ich habe dieses Jahr meine ersten beiden Hochtouren gemacht (beide mit "wenig schwierig" bewertet) und habe da einen Kompromiss für mich gefunden: Vom Aufbau klassische, aber relativ leichte Hochtourenstiefel, ein zwölfzackiges Stahlsteigeisen, Pickel aus Alu, die Gletscherausrüstung von der Anzahl der Karabiner etc. nach Lehrmeinung, aber von allem das Leichteste genommen. Sah dann so aus: Packliste (Seil hatte ich nicht dabei, weil ich mich bei einer anderen Seilschaft reinschnorren wollte. Hat nicht funktioniert.)
  16. 3 points
    methwurst

    Saudoof ist...

    ...wenn man sich klaren Schnaps für den abendlichen Grog in eine Plastikflasche umfüllt und diese beim Kochen mit der Wasserflasche verwechselt. Damit war das Abendessen gelaufen
  17. 2 points
    Schwede

    Bewegte Bilder

    Hej hej @Trekkerling Sag mir rechtzeitig bescheid, dass ich genug Fleisch da habe und der Grilll heiss ist. *winks* Ted
  18. 2 points
    danobaja

    Impressionen von Touren

    napoleon pinkelt gegen den wind? schönde bilder!
  19. 2 points
    BitPoet

    Ich bin dann mal weg ...

    Mich ziehts mal wieder für ein paar Tage in den Böhmerwald, mal schaun was die Ausrüstung unter 0°C so hergibt.
  20. 2 points
    JanF

    Kaufberatung: Rucksack 50+ Liter, extrem leicht

    Hier sieht man ab 4:25, wie Ueli Steck die Eiger-Nordwand in Rekordzeit erklettert, ohne ausreichende Bewegungsfreiheit im Schulterbereich zu haben.
  21. 2 points
    ALF

    Lanshan 1

    Ich habe mal mein Winter-Innenzelt (https://de.aliexpress.com/item/4000127835327.html) getestet: Ebenso wie beim Moskitonetz-Innenzelt bietet auch das Stoff-Innenzelt für kleine Leute (ich bin 170cm klein) gerade noch genug Platz, sofern man eine dünne Isomatte verwendet. Das beste an dem Winter-Innenzelt sind die T-Reißverschlüsse, die es ermöglichen, die Front komplett zu öffnen. Bei geschlossenem Innen- und Außenzelt und ca 7°C Außentemperatur auf einem Hügel war morgens im Innenzelt keine Kondensfeuchte feststellbar, auf der Innenseite des Außenzeltes aber reichlich Kondenswasser-Tropfen.
  22. 2 points
    bieber1

    MYOG Immer-dabei-Tasche Muster? Stoff?

    Ein Problem bei diesen "Teilen " sind die Trageriemen. ich habe durch einen kleinen Schnitt innen am Trageriemen Schaumstoff eingeführt. So bleiben sie Stabil / flach , und erhöhen den Trage Komfort enorm. Lieder geht hierbei die minimale Verpackbarkeit flöten.
  23. 2 points
    Ich kann @DonCamino in fast allen Punkten nur zustimmen. Das Leben auf den Caminos findet in den Herbergen statt. Dort triffst Du Menschen aus allen Ländern. Einen Punkt würde ich mir aber genau überlegen. Das ist die „Notunterkunft auf dem Rücken“, wie es @DonCamino so schön formuliert hat. Ohne Notunterkunft bist Du gezwungen von Herberge zu Herberge zu laufen. Wenn das Herbergsnetz dicht ist, stellt das kein Problem dar. Wie das auf dem Portuguese mit den Herbergen aussieht kann ich aber nicht beurteilen. Zu bestimmten Jahreszeiten sind die Herbergen gern mal sehr voll, so dass Du evtl. auf Matratzen auf dem Boden schlafen musst. Und wenn Du das Pech hast zwischen eine größere Reisegruppe (zB koreanische Pilgergruppen) zu geraten, wie es mir jetzt im November!!! auf dem Frances in Astorga passiert ist, dann werden Pilger, die zu spät kommen, gern mal abgewiesen. In großen Städten ist das kein Problem, dann gehst Du einfach zur nächsten Herberge, auch wenn die etwas teurer ist als die öffentlichen Herbergen. Dieses Problem gilt es jedenfalls genau zu bedenken.
  24. 2 points
    Mein Liebste und ich sind den im Mai 2018 von Porto bis zur spanischen Grenze gegangen. Die ersten 35km am Meer, was wunderschön war und dann ging es ins Landesinnere, weil man ab da nur noch zwischen Häuser langläuft und kaum noch Meer sieht. Plätze zum WIldcampen sind schwierig zu finden, weil die Küste zugebaut ist. Mal ein Campingplatz und sonst viele Herbergen. Die mag ich vor allem wegen der Menschen die man dann trifft. Mein Tipp: Casa Fernanda. aber da musst du sehr früh sein, weil die nur 13 Plätze hat. Aber wenn man sagt, dass man draußen schläft, hat sie meistens noch ein Plätzchen. Es gibt auf YT einen der hat die Route gelaufen und man kann sich die Strecken die er gelaufen ist als 3D Flug anschauen. Das hat mir für die Planung sehr geholfen. Portugal ist ein tolles Land und nicht das letzte Mal, dass ich da wandern war. Gruss Konrad
  25. 2 points
    Hi nochmals @Wanderfisch, ich werfe Dich jetzt hoffentlich nicht tot mit Lesematerial, wünsche Dir jedoch einen schönen Winter in Vorfreude mit ein paar Seiten: http://www.hirschler.at/portugal/#4aa4fbf9d94ac2155 https://www.pilgrimagetraveler.com/camino-portugues.html https://www.caminodesantiago.me/community/resources/all-places-to-sleep-in-one-pdf-route-portugues-route-monacal-coastal.404/ http://www.jakobus-info.de/jakobuspilger/96-spain-portugal.htm Bom Caminho DonCamino
  26. 2 points
    ThomasK

    Minimalschuhe Winter

    Mit Neoprensocken 2mm habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Nach 30 min habe ich immer nasse Füße, -von innen halt. Deswegen lass ich es wieder sein und red mir ein, dass nasse Füße einfach leider dazugehören. Wenn es ganz übel wird nehm ich meinen Gefrierbeutel über ggf. einen Socken.
  27. 2 points
    questor

    Hemd gesucht

    Kleiner kamsnaps hack am craghoppers kiwi um den verlängerten Kragen oben zu halten bei eine oder Sonne
  28. 2 points
    HUCKEPACKS

    HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES

    Hi, diesbezüglich würde ich Dich bitten, uns eine Mail zu schreiben, da das Forum nicht der geeignete Ort ist, um diese Art von Fragen zu besprechen. Beste Grüße, Mateusz
  29. 2 points
    Vielen Dank für die Antworten. Tatsächlich habe ich außer acht gelassen, dass wenn mein Handy ausfällt, jegliche Navigation gestrichen ist. Werde dementsprechend also auf ein GPS Handgerät zurückgreifen. Danke für die Erleuchtung. Und um Irritationen ein wenig aufzuheben: Natürlich wird einiges im Voraus geplant und in Erfahrung gebracht (wie z.B. ob sich eine GPS Uhr gelohnt hätte...), ich vergaß jedoch, dass ich im Internet unterwegs bin und jegliche Aussage zuerst auf die Goldwaage gelegt werden muss In diesem Sinne, nochmals danke. Geht vorwärts.
  30. 2 points
    Verstärker Boden ist unnötig, wenn man "richtig" packt. Standardmäßig kommt unten weiches, komprimierbares. Rest "weitet" sich. Ich habe das Gefühl, dass der Boden die geringste Belastung des ganzen Rucksacks abbekommt. Wichtiger sind da die Nähte, die den Komrimierten Inhalt aushalten müssen - die Hauptbelastung liegt an den Seiten, wenn man den Rucksack gut stopft und mit Riemen komprimiert (! -> da rutscht dann auch nichts zum Boden). Und natürlich auch an den Schultergurten. Wenn man einen Ruckack zum Transport von Wasserflaschen & Co nutzt, dann ist das ja was ganz anderes. Beim Trekking meine ich wird der Boden am wenigsten belastet, wenn Rucksack wirklich voll und mit Gurten komprimiert. Verstärkter Rücken ist da wichtiger.
  31. 2 points
    Freierfall

    3 Season Ausrüstung im Winter..

    1 kommt auf den quilt an. Glaube nicht dass da viel rauszuholen ist, insb da ein quilt bei Minusgraden extra zeugs benötigt (Wärme Mütze, gesichtswärmer, extra daunenkaputze...). Ausser du willst generell auf einen quilt umsteigen, trotzdem ist der bei so ner Kälte suboptimal. Inlet ist Käse, halte ich für Geldverschwendung. Mit der matte dürftest du hinkommen... Wie verfroren bist du? 3.kommt sehr auf das Zelt an. Gerade in dem Bereich der gut belüfteten nicht winterzelte glaube ich das nicht. Zudem erhöht sich dadurch die Luftfeuchtigkeit, man verliert loft und dadurch ist die temperaturdifferenz dahin. 3. Nein. Und - 5c ist auch noch durchaus im 3 season Bereich anzusiedeln. Winterzelte haben halt Features um mit Schnee besser klarzukommen und oft weniger mesh gegen den Wind und für extra wärmeruckhalt. Ich würde einen dicken pulli, daunenjacke, Daunen footies /füsslinge, evt ne wärmehose (addidas terrex) oder skihose mitnehmen. Und ne feste Flasche als Wärmflasche. Solle. Es wirklich nur - 5werden reicht das.
  32. 2 points
    grmbl

    Update Thermarest Neoair Matten?

    Ja da gibt's 2020 wohl ein neues Modell, daher vermutlich der aktuelle Preisverfall. Hab ich hier schon mal angebracht: Hier steht netterweise schon was über die Spezifikationen: 10g leichter, neues Ventil, Lieferung mit Pumpsack sowie neue Größen. Und R von 4.2 angeblich, das wäre natürlich ziemlich beeindruckend! https://www.schneeschuhe.com/isomatten/thermarest-neoair-xlite-2020-aultraleichte-aufblasbare-isomatte-erhaeltlich-ab-anfang-2020_400898_10028
  33. 2 points
    noodles

    Was lest Ihr gerade?

    Es gibt Bücher, die hätte ich zu Hause wahrscheinlich nie gelesen, die ich mir aber auf Tour mit viel Gewinn als Hörbuch angehört habe, wie z.B. (u.a. auf einer Tour in Italien): Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 oder Berlin - Moskau. Eine Reise zu Fuss. Sehr schön fand ich auch die Bücher von Christine Thürmer ( @German Tourist ) vor allem das Zweite Wandern. Radeln. Paddeln.: 12000 Kilometer Abenteuer in Europa Auf meinem Nachttisch liegt derzeit Robert Walser: "Wälder"
  34. 2 points
    Ja, diese Reihenfolge stimmt. Und der Versand ist schon immer ein Batzen. Als ich den teuren 17 g Stoff von Ripstop zum Einführungspreis (-20%) gekauft habe, hatte ich allerdings Glück. Die 9 yd wurden im Briefumschlag für 5 $ verschickt und sind bei der Auslieferung unterm Zoll durchgetaucht... Was mir noch zur Frage Quilt oder Schlafsack einfällt. Mir gehts genau wie dir: Zunächst war ich von der Quilt Idee begeistert. Zumal auch UL-Pioniere wie Ray Jardine damit sogar in der Arktis übernachtet haben wollen. In der winterlichen Praxis führt auch meiner Meinung nach nichts am Schlafsack vorbei. Der von dir genannte Zugluftaspekt ist schlechterdings entscheidend.
  35. 2 points
    hmpf

    Traue ich mich ran?!? Daypack

    Kann mich deiner Erfahrung aber anschließen @schwyzi. Habe aus dem Material Bikepacking Taschen, die richtig leiden mussten, weil sie am Gepäckträger gescheuert haben. Der Gepäckträger zeigt aber mehr Abnutzungserscheinungen als die Taschen. Und einen Rucksack habe ich auch daraus, der wiegt 250 Gramm bei geschätzten 50 Litern und hat schon einige Touren durch. Was relativ schnell passiert ist, dass sich das Gewebe lockert und mehr Lücken zwischen den einzelnen "Fäden" sind. Aber wasserdicht ist das Material ja eh nicht von daher ist das auch nicht schlimm. Sowas kann man nähen? Hast du davon mal ein Bild?
  36. 2 points
    khyal

    Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread

    Das mit dem V haben ja die Zelthersteller bzw die, die sich selber was gebastelt haben, von den Pfadies kopiert, klassische Kohten-Aufbauweise... Dadurch wird die Stange aber auch auf Biegung belastet und muss deutlich stabiler sein. Was die noetige Laenge betrifft, hast Du das mal in der Schule gelernt, Satz des Pythagoras -> a² + b² = c², wobei a und b die Zelthoehe bzw halbe Breite / Radius sind und c die noetige Stangelaenge ist. also z.B. Ultamid 2 - V Stangen innen - SQR von 162² cm + 105² cm = 193 cm
  37. 2 points
    Omorotschka

    Zelt mit Schornstein-Durchführung

    @Andreas K. Unbedingt Hier gibt es viele Beiträge zum Thema Auf dem Herbsttreffen hat mir die Konstruktion für offenes Feuer aus 2 Tarps von @wilbo sehr gut gefallen.
  38. 2 points
    roli

    Wo bin ich?

    Schwarzwald? Steht ja "Liebe Grüße aus dem (Schwarz)Wald" ;)
  39. 2 points
    dr-nic

    Impressionen von Touren

    Grüße vom Hochrhöner. Alle Bilder hab ich selbst gemacht.
  40. 1 point
    Carsten010

    HUCKEPACKS IST ONLINE .......YEEEES

    Ich brauch nicht mehr sagen, oder? https://www.huckepacks.de/ Wenn ihr was dazu auf FB/IG/TWitter etc sieht, dann schadet es sicher nicht, den Teilen-Button zu drücken. Und schaut euch bitte auch Hendriks INterview mit Mateusz an:
  41. 1 point
    pielinen

    Christine Thürmer bei Serdar zu Gast

    Wenn man immer wieder mit Menschen zu tun hat, die ihren Weg gehen, die das tuen was sie wollen, was immer es auch ist, dann muss man sich nicht technisch mit weitwandern auskennen. Da ist die Frage der Motivation der interviewten Person das Interessanteste, vorallem wenn man bis dato noch nie etwas vom Thema gehört hat. Bekanntermaßen trifft man ja selbst hier in diesem Forum (und bei den Nachbarn ODS) auf die unterschiedlichsten Ansichten und Herangehensweisen.
  42. 1 point
    Stoker

    Iterationen einer Solarpanel-Powerbank-Lösung

    Prinzipiell dürfte das Zelldesign mit 4 Stück unzerschnittenen Sunpowerzellen das bestmögliche sein, das man derzeit realistisch kaufen kann. Viele kleinere, zerschnittene Zellen sind prinzipiell besser geeignet für ein outdoor Panel, da diese nicht so leicht brechen und wenn doch, dann ist die im Zweifel isolierte Fläche, also die Zellfläche, die von den Busbars isoliert ist, kleiner. Somit auch der Leistungsverlust, der durch Brüche (Verinselung, Brüche an den Zellrändern außerhalb von Busbars / Rückkontaktierung) entsteht. Es kommt aber auch darauf an, wie die Zellen kontaktiert sind, je mehr Kontaktpunkte /Busbars desto besser. (Die Solbian Zellen sind rückkontaktierte Zellen, daher sind keine Busbars zu sehen.) Gerade für unsere Anwendung im Outdoorbereich ist Zellbruch ein großes Thema, wenn man die Panels in den Rucksack stopft. Ein weiterer Vorteil von kleineren Zellen ist der geringere Innenwiderstand, das ist auch der Grund, warum man heute bei großen Panels oft Halb- oder Viertel-Zellen verwendet. Gibt 2-3% mehr Leistung in der Praxis. blockquote Steuerelement
  43. 1 point
    slayerilen

    Infos zu Georgien gesucht

    Die einheimischen haben dem Wasser getraut in den Bergen und haben mehrfach die tolle Qualität gepriesen. Wir haben dennoch alles mit dem Sawyer Mini gefiltert. Wir haben aber viele Wanderer getroffen, die das Wasser so getrunken haben.
  44. 1 point
    Stromfahrer

    Schuhe auf dem Kungsleden

    Ich weiß nicht recht, was Deine Frage ist. Was Du tragen kannst weißt nur Du. Ich trage die Merrell Bare Access Flex E-Mesh als mehr oder weniger einzigen Schuh ständig und bei beinahe allen Aktivitäten außerhalb des Hauses, auch auf Tour, allerdings hat mein Pack dabei eben auch UL-Gewicht. Es sind aber keine Trailrunner, eher ein straßennahes Mixed-Profil. Mir passen die Merrells halt, ich mag die 0-Sprengung. Ich habe zuvor andere Merrells mit weniger Dämpfung benutzt, bin aber zur höheren Dämpfung (hier: 10 mm) zurückgekehrt, weil sich eine geringe Dämpfung schnell plattläuft und ich kein reiner Vorderfußläufer bin. Die genannten Schuhe sind mit der höheren Dämpfung geeignet für Einsteiger bei Minimalschuhen. Die fehlende Sprengung verändert aber die Muskel-/Sehnenbelastung und erfordert Training/Gewöhnung. Zur generellen Frage von Sprengung, Stabilität, der Bedeutung der Gewöhnung von Muskeln und Sehnen an reduzierte oder minimalistische Schuhe gibt es im Forum bereits einige Quellen und Hunderte YT-Videos zum Thema.
  45. 1 point
    Schwefelfell

    Schuhgröße bei Trailrunning Schuhen

    Ich würde die gleiche Größe anprobieren wie in den Stiefeln. Bei Laufschuhen wird auch empfohlen 1 bis 1,5 Größen mehr zu nehmen. Aber wie du schon sagst, sind die Schwankungen z.T. erheblich. (Altra und Hoka fallen z.B. sehr kurz aus.)
  46. 1 point
    H4nnes

    Ausrüstungs-Vorfreude-Thread

    Mit 9? Stabil! Aber auch sehr geil, dass du ihm das ermöglichst. Daumen hoch!
  47. 1 point
    Konradsky

    Ausrüstung vor Tieren schützen

    An den Trekkingplätzen in der Pfalz ist nichts sicher. Da wissen die Tiere, dass, wenn Menschen da sind, es auch was zu fressen gibt und knabbern selbst auf Bäumen gesamtes Trekkingzeugs an. Tipple hat seinen Ruckssack als Kopfkissen genommen und das hat die gemeine Harzmaus nicht interessiert und die Meshtasche zerbissen um an die Nüsse zu kommen. In Amiland kann man auch Foodbeutel aus Metallgeflecht kaufen, aber ich möchte nicht wissen, was das wiegt. Ich hänge alles Essbare in die Äste von Bäumen und bin bisher verschont geblieben. Habe keine Lust, dass mir mein Zeugs kaputt gemacht wird. Gruss Konrad
  48. 1 point
    Stoker

    Packraft Tragesysteme

    Berichte mal nach deiner ersten Tour, bin gespannt ob du ähnliche Probleme hast. Hoffe natürlich dass es bei dir besser funktioniert.
  49. 1 point
    Loom

    Neue Ultraleicht-Ausrüstung

    Juhuuu, es kommt die V2.0 der legendären Nitecore Tube. https://www.candlepowerforums.com/vb/showthread.php?461923-New-Product-Announcement-NITECORE-TUBE-V2-0-55-Lumen-Rechargeable-Keychain-Light
  50. 1 point
    Tomaselli

    Te Araroa 2018/19

    Ich bin den Te Araroa mit meiner Frau von Mitte Jan bis Ende Mai 2019 von Süden nach Norden gegangen. Wir haben für die Südinsel brutto 10 Wochen benötigt. Das Wetter war zu 95% der Zeit hervorragend. Man muss ein paarmal raus aus dem Te Araroa um Essen einzukaufen, oder man macht mal einen Tag relaxen z.B. In Hanmer Springs - muss man aber auch nicht... Der Zeitbedarf orientiert sich halt immer auch an seiner eigenen Ziel- und Vorstellungen. Wir haben über die Dauer des Tracks im Tag im Schnitt 25km gemacht und uns viel mit Leuten unterhalten und Pausen gemacht. Wir haben einen Wanderer getroffen, der hat im Schnitt 40km gemacht und lief halt auch ab und zu bis Mitternacht. Im Schlussspurt geht so mancher dann auch mal 100km (zweimal erlebt...), als Selbsterfahrung oder einfach nur um fertig zu werden. So gehts auch. Durch anhaltend schlechtes Wetter mit Starkregen kommt man manchmal aber tagelang nicht weiter, da Flussüberquerungen dann sehr gefährlich sind. So manch einer geht dann halt trotzdem durch - oft klappt das, manchmal aber auch nicht (ist die häufigste Unfallursache beim Te Araroa). Wenn Dein Ziel ist den Te Araroa auf der Südinsel in 6 Wochen oder schneller zu laufen - da bist Du nicht der erste, der das schafft. Alles nur eine Frage der Zielstellung und auch der Risikobereitschafft, und der Frage was man nebenher so auslässt. Liebe Grüsse und viel Spass auf dem Te Araroa, Thomas www.segeln-und-klettern.de
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