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Ultraleicht Trekking

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Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 01.03.2025 in allen Bereichen

  1. Hallo zusammen Letztes Jahr habe ich hier meine erste selbstgebaute Pyramide aus DCF vorgestellt – jetzt kommt Version 2: Noch leichter, deutlich minimalistischer und in Richtung shaped Tarp gedacht. Ideal für Fastpacking, kurze Trips mit leichtem Gepäck oder einfach als ultraleichter Wetterschutz beim Cowboycamping. Eckdaten: Material: DCF (Dyneema Composite Fabric) 25 g/m² Gewicht: – 240 g inkl. Schnüre – ca. 220 g ohne Masse (aufgebaut): – Länge: 280 cm – Breite: 110 cm – Höhe: ca. 140 cm Aufbau: 5 Heringe reichen (hinten gibts optional noch eine Schlaufe für einen sechsten – brauche ich aber kaum) Packmass: sehr kompakt – lässt sich stark komprimieren (siehe Foto mit Innenzelt & Packsack) Design & Details: Form: geformtes Tarp mit catenary Cut für straffen Stand Spitze: verstärkt und auf den Trekkingstock-Griff zugeschnitten (siehe Detailfoto) Konstruktion: geklebte Nähte (Abspannpunkte verstärkt) Packsack ist ebenfalls MYOG Einsatzzweck: Das Ganze ist kein Shelter für tagelange Schlechtwetter-Touren in Skandinavien, sondern eher: eine Backup-Option beim Cowboycamping ein leichter Schutz bei gutem Wetterfenster für SUL-Wochenenden und Fastpacking Ein Innenzelt kann eingehängt werden, ist aber optional. Fotos: Gesamtansicht vom Aufbau Verstärkte Spitze Detailaufnahmen der Ecken & Abspannpunkte Rückseite mit optionalem Hering Packsack + Innenzelt (für Grössenvergleich) Freue mich wie immer über Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Falls ihr Fragen habt – einfach melden!
    25 Punkte
  2. Habe gerade Bilder von meiner Tour im letzten Jahr rund um Kebnekaise sortiert und gedacht, ich teile mal ein paar Bilder, da sie wirklich schön geworden sind und direkt wieder Lust auf den hohen Norden machen. Der Blick auf Alesjaure aus den Ausläufen des Unna Visttasvággi. Ausblick kurz vor der Nallostuga mit Blick ins Stuor Reaiddávágge auf den Gipfel des Nallu. Das Visttasvággi von Süden mit Blick auf Kugghskammen und Siehtagas mit dem Stuor Reaiddávággi links und Unna Visttasvággi und der Fortsetzung des Visttasvággi. Ausblick vom Tjäkjapass Richtung Süden, also Richtung Sälkastugan. Die Ruhe nach dem Sturm. Nach 2 Tagen und Nächten mit Böen bis zu gemessenen 97 km/h war der Morgen danach unweit der Alesjaurestugan alles friedlich, als wäre nie was gewesen. Ein Ausblick, den ich sicher nie müde werde. Nach einem langen Tag mit Hund einfach den Blicks schweifen lassen.
    20 Punkte
  3. khyal

    Ein schönes neues Jahr

    Ich wünsch Euch Allen ein schönes neues Jahr. Ich hoffe, daß es weiterhin so friedlich, freundschaftlich im Forum bleibt, daß viele interessante Threads mit interessanten Fragen / Antworten entstehen und werde mich als Betreiber bemühen, diesen tollen Schatz mit ca 250.000 Beiträgen möglichst gut zu bewahren / unterstützen. Uns allen wünsche ich tolle Touren, tolle Begegnungen mit netten Menschen, frei nach dem alten Spruch „Ein Fremder ist ein Freund, den Du noch nicht kennengelernt hast“ und lasst Euch nicht zu sehr vom Alltag und seinen Herausforderungen „auffressen“.
    19 Punkte
  4. nivi

    Kuppelzelt 2P aus Silpoly

    Der Vollständigkeit halber möchte ich auch hier mein neustes myog Kuppelzelt vorstellen. Diesmal für zwei Personen und aus Silpoly. Die beiden vorherigen Versionen findet ihr hier und hier 🙂 Da Materialkosten und Wohnlichkeit auch eine Rolle gespielt haben, ist das Zelt ein großer Kompromiss (und auch nicht ultraleicht) geworden. Letztes Jahr hatten mich Freunde gefragt, ob ich ihnen ein Zelt nähen würde. Das passte mir ganz gut, da ich mal wieder Lust auf ein größeres Projekt hatte und ich mich gerne mit Clipsystemen beschäftigen wollte. Ein erster Aufbau im Garten war leider sehr ernüchternd. Der Saum hatte gar keine Spannung und die Gestängetaschen auch nicht. Also bin ich wieder zurück zu Gestängekanälen gewechselt. Und ich muss zugeben: Gestängekanäle sehen auch einfach viel besser aus! 🙂 Materialien und Maße: 45g/m² - 30d Silpoly für das Außenzelt 50g/m² - 30d 6.6 Silnylon für die Gestängekanäle und die Verstärkungen 112g/m² - Ultra 100 X für die Gestängeenden und weitere Verstärkungen 5c Zipper (wasserabweisend) 1,8mm Polyester Kordel für die Abspannungen 25g/m² - Moskitonetz 32g/m² - 20d Innenzeltstoff 47g/m² - Sil/PU Polyester für die Bodenwanne 3c Zipper für die Innenzelttür 9,3mm DAC NFL Gestänge Außenzelt: 265cm x 170cm x 110cm Bodenwanne: 240cm x 130cm x 10cm Silpoly ist ein tolles Material für Kuppelzelte und das 30d Silpoly von Extremtextil empfinde ich als ausreichend robust (und die Farbe ist wunderschön). Details: Die Verstärkungen auf dem Zeltstoff sind zum Großteil nur aufgeklebt, da bin ich sehr gespannt, wie das langfristig hält. Die Abspannpunkte in der Mitte der Seiten habe zusätzlich noch eine kleine Verstärkung aus Ultra, damit man da ordentlich Zug drauf geben kann. Bei meiner Solokuppel habe ich gemerkt, dass es besser ist, wenn der Reißverschluss direkt am Gestängekanal entlangführt, so lässt er sich immer super easy öffnen. Dieses Zelt hat zwei Eingänge, was ich für ein 2P Zelt sehr komfortabel finde. Die Apsis auf jeder Seite ist so 20-30cm tief und bietet Platz für diversen Kram, aber ist natürlich nicht zum Kochen geeignet. Gepäck kann ansonsten auch einfach mit ins Innenzelt. Das Gesamtgewicht beträgt: 759g (Außenzelt + Schnüre) + 452g (Innenzelt) + 388g (Gestänge) = 1599g ... und setzt sich wie folgt zusammen: Außenzelt 406g Silpoly (ca. 9,1m²) 98g Reißverschluss (ca. 4m) 24g Reißverschluss Schieber (4 Stk) 47g Gestängekanäle (ca. 1m²) 38g Gestängeaufnahme (davon ca. 0,3m² Ultra und etwas Gurtband) 24g O-Ringe (30 Stk) 6g Reißverschlussabdeckung 11g Verstärkungen (ca. 0,2m²) 6g Gurtband (ca. 3m verschiedene Bänder) 4g Leiterschnallen (2 Stk) 9g Line-Loks (12 Stk) 82g Schnüre (ca. 38m) Innenzelt 183g Zeltboden (ca. 3,9m²) 85g Moskitonetz (ca. 3,4m²) 77g Innenzeltstoff (ca. 2,4m²) 65g Reißverschluss (ca. 6,6m) 6g Reißverschluss Schieber (4 Stk) 19g T-Bars (32 Stk) 12g Elastisches Band (ca. 2m) 2g Innenzelttaschen (aus Moskitonetz) 4g Handschuhhaken (4 Stk) Gewichtsmäßig liegt es zwischen X-Dome 2 und ArcDome 2, was ich für diese Art von Zelt okay finde. Mit leichteren Materialien könnte noch etwas Gewicht gespart werden, aber ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Materialmix. Ich denke, dass das Zelt so ein ganz guter Allrounder für viele Touren ist 🙂
    19 Punkte
  5. Wenn man denkt, man ist schon perfekt ausgerüstet… geht man durch Edeka und findet das hier…
    16 Punkte
  6. Tag 1 – Stockholm - Hemavan Vorab: Wenn ihr nicht vorhabt komplett die ganze Zeit wild zu zelten, kauft euch den 1 Jahres STF-Membership. Ich hab’s viel zu spät gemacht, erst in Saltoluokta. Die Mitgliedschaft hat dieses Jahr 375 Kronen gekostet, ca. 35 Euro, aber wenn Du zum Beispiel bei schlechtem Wetter die Einrichtungen der Hütten benutzen möchtest (kein Gasverbrauch, geschützt, teilweise Trockenraum und Saunanutzung), dann zahlst Du als STF Mitglied für das Aufstellen des Zeltes statt 300 Kronen nur noch 200 Kronen. Als ich im Flughafen von Stockholm ankomme muss ich erstmal die 400 gr. Dose Milchpulver in einen Ziplockbeutel umfüllen. Ja, es gab nur 400 gr. als Minimum. Aber bei gefühlten zusätzlichen 500gr. Würfelzucker und ner Menge English Breakfast Teebeuteln macht das dann auch fast keinen Unterschied mehr. Beim umpacken fällt mir in dem Bereich ein großer Löke auf, der auch einen Rucksack dabeihat, da es hier nur der Bereich war wo es nach Hemavan ging war klar, dass es ein anderer Hiker sein muss. Kurz mit ihm ins Gespräch gekommen, es stellte sich heraus, dass es ein Schwede war, der auch in die Richtung wollte wie ich. Schön dachte ich, bin ich zu mindestens nicht der einzige NOBO. Enthusiastisch wie ich war sagte ich ihm noch, dass ich nach Ankunft um ca. 16.00 noch wandern wollte, ca. 12 km. Das Flugzeug kam pünktlich und wir mussten vor Hemavan noch einen Zwischenstopp in Lycksele machen und kamen dann auch um 16.00 in Hemavan an. Kleiner Flughafen, man geht dann zu Fuß durch ein Gebäude und wartet davor auf dem Parkplatz, dass das Gepäck dann rausgefahren wird und man sein eigenes dann einsammeln kann. Dort habe ich dann noch 2 andere Hiker getroffen, Hans oder auch Hasse genannt und Schwede und Mattesch aus Polen. Hasse wollte nur nach Amarnäs und Mattesch hatte wohl nur 2 Wochen und hatte daher vor, jeden Tag 30km zu wandern. Vielleicht war ich etwas naiv oder verwöhnt von anderen Wanderungen, dachte ich doch tatsächlich, dass hier Schilder wären, wo es zur STF Fjällstation geht, oder woher ich mein Gas herbekomme. Aber man kann ja auch einfach mit Menschen reden. Gesagt, getan, ca. 500-750m vom Flughafen gab es dann eine Tankstelle, die aber in 30 Minuten dicht macht, also dort hingestratzt, nach Gas zum Kochen gefragt, was zur allgemeinen Erheiterung des Verkäufers und der umstehenden Personen geführt hat. Und noch ein Feuerzeug gekauft. Gegenüber der Tankstelle gab es noch einen Supermarkt, also dorthin, 2 andere etwas abgerockte Hiker getroffen, die ihre Tour von Abisko aus gerade beendet hatten und an der Steckdose außen am Pfosten fürs Unterdach in ca. 3m Höhe ihre elektrischen Geräte wieder aufgeladen haben und auf ihren Bus gewartet hatten. Kurz miteinander geschnackt, dann in den Supermarkt und erstmal reichlich kalte, zuckerinfusionierte Getränke gekauft, sprich Cola und eine Packung Pringles Sour Cream fürs Frühstück. Achja, ich vergas vielleicht einen nicht ganz unwichtigen Aspekt zu erwähnen, es war ausgesprochen warm in Schweden und ganz ungewöhnlich gerade im Nordteil von Schweden. Für mich, viel zu warm zum Wandern. Da es in Deutschland vorher eine längere Regenperiode gab, bin ich also von kühlerem Wetter zur wärmeren gewechselt. Ich weiß nicht wie spät es mittlerweile war, irgendwas zwischen 17.00 und 18.00 und mir wurde klar, dass das mit dem heute noch Wandern nichts mehr bei mir wird. Wenn ich wirklich früh aufstehe (automatisch), gehe ich teilweise schon um 18.00 ins Zelt, höre noch Hörbuch und penne dann irgendwann. Also Plan B, die STF Hütte finden, war am Ende nicht besonders schwer, die ist direkt am Weg zum Start/Ende des Kungsleden. Dann zur Rezeption, eine Nacht für ein Zelt gebucht, bin da nochmal duschen gegangen, versucht strategisch einen günstigen Schattenplatz zu finden, was nur bedingt geglückt ist, Sonnenuntergang, bzw. tiefer stehende Sonne irgendwas um 23.00 und Aufgang dann wieder 3.00 noch was. Egal, rein ins Zelt, versucht zu schlafen. Tag 2 – Hemavan – Viterskalet Wildzelten Ich bin dann wie immer recht früh wach, ca. 5.00, hab Sachen gepackt, meine zweite Cola getrunken, Wasserflaschen gefüllt, an der analogen Waage außen meinen Rucksack gewogen, ca. 16kg, ich weiß, gibt Schnappatmung bei manchen und bin dann langsam los. Geht zum Start etwas bergauf, aber slow and steady erstmal losgelegt, mich gleich kurz verlaufen, aber den Irrtum schnell bemerkt und dann den richtigen Einstieg/Start gefunden. Da ich wegen vorheriger Faulheit noch nicht fit und es viel zu warm war, wurde es ein recht kurzer Tag. Ich bin in Viterskalet bei der Hütte angekommen, habe gefragt ob Sie Getränke verkaufen, was glücklicherweise der Fall war, in der Regel ist es dann immer Bier und Cola, gefragt ob diese auch gekühlt seien, was bejaht wurde und mir ein inneres Lächeln auf meine Lippen zauberte, um dann festzustellen, dass gekühlt nicht unbedingt Kühlschrank meint, sondern auch ein Eimer mit Wasser aus dem Fluss, wo dann die Dosen drin stimmen. Aber mir war das wumpe, die Cola war auf jeden Fall kühler als außen und daher wunderbar. Dann nachgefragt ob ich hier in der Umgebung zelten dürfe ohne was zu bezahlen, was verneint wurde, weil man die Zeltplätze in der Nähe für die vorhalten wollte die dann auch die Einrichtungen nutzen und dafür zahlen, dann mitgeteilt, dass ich drüber nachdenke was ich mache und weiter Pause gemacht bis dahin. Der Tag war noch recht jung, bin ja um 6.00 ca. los, waren erst 11km und ich habe mich dann entschieden noch ein Stück weiter zu gehen, als Dankeschön für mich habe ich dann noch eine dritte Cola getrunken, sind 330ml Dosen die jeweils 40 Kronen kosten, also irgendwas um 3,80€ schätze ich pro Dose. Günstig war es nicht. 😊 Die Hüttenwirtin hat mir nach meiner Entscheidung mitgeteilt, dass es ca. 1 km weiter schöne Wildzeltplätze in der Nähe einer Hängebrücke geben würde, das war ganz nach meinem Sinne, ich also los zu diesem Ort für meine nächste Übernachtung. Irgendwann dann auch den Platz gefunden, schon einige Zelte dort gesehen in einem Bereich von ca. 750 m verteilt. Ich habe dann erfahren, dass viele auf den dort naheliegenden Berg Storfjället wollen und am Fuße des Berges übernachten um dann früh morgens dort hochzugehen. Übrigens, gehört hat man ja schon davon, ich war etwas naiv, aber zum falschen Zeitpunkt sind die Mücken und Brooms oder Bruums eine äußerst nervige Angelegenheit, und ja, der Zeitpunkt war definitiv falsch. Mücken kennt man, aber die Brooms sind Pferdefliegen auf Steroiden und beißen, auch durch Stoff. Das war eine weitere Erkenntnis, am besten nichts eng Anliegendes anhaben, was natürlich mit meinem Longsleeve Hoodie der Fall war. Unten rum hatte ich nur eine kurze Hose, dementsprechend sahen meine Beine am Abend auch aus wie ein Streuselkuchen. Aber auch da war ich selbst schuld, hatte mir in Stockholm noch eine Antimückensalbe gekauft, aber nicht drauf gemacht. Ich muss aber rückblickend sagen, dass die Lernkurve steil war und ich mein Verhalten in unterschiedlichster Weise später angepasst habe. Achja, bevor ich es vergesse, die Markierungen. Anfangs war ich etwas verwundert und dachte das wäre vielleicht eine schwedische Besonderheit. Häufig stecken 2-3m hohe Holzpfosten in der Erde die am oberen Ende dann häufig ein rotes X, ebenfalls aus Holz haben. Nach meiner Sozialisierung heißt das eigentlich, Stop, hier nicht lang, aber da es keine Alternativen gab, bin ich einfach hinterhergelaufen, habe allerdings anfangs noch aufs Handy geschaut um zu überprüfen ob ich richtig bin. Im Laufe meiner Wanderung hat sich dann das Rätsel gelöst. Es gibt 2 Kungsledenwege, einmal für den Sommer und einmal für den Winter. Manchmal können die auch überlappend sein, wieder was gelernt. Da es warm war, kein Schatten vorhanden, bin ich dann runter zum Fluß um meine Füße einfach bis zu den Knien in das kühle köstliche Nass zu tauchen, mich auf den Rücken zu legen und einfach für kurze Zeit die Erfrischung zu genießen und die Körpertemperatur dadurch abzusenken. Irgendwann dann wieder hoch, ab ins Zelt und ne Runde poofen. tbc...
    16 Punkte
  7. Hallo zusammen, ich möchte euch hier mein letztes Projekt vorstellen und damit dem Forum sowie denjenigen danken, deren Beiträge mich dazu inspiriert haben – und gleichzeitig ein bisschen etwas zurückgeben. Da ich überhaupt erst seit September 2025 nähe und MYOG-Projekte umsetze, bin ich jederzeit offen für Verbesserungen und Tipps, um die Verarbeitungsqualität weiter zu verbessern, vorallem im Bezug auf die Haltbarkeit. Mein erstes Projekt in diesem Jahr war ein Daunenquilt, der einen ähnlichen Schnitt wie mein Cumulus 250 haben sollte, jedoch mit etwas mehr Loft und aus leichterem Material gefertigt ist. Verwendete Materialien: 22 g/m² 10D Taft von AdventureExpert in Blau und Schwarz 250 g 900 cuin Daune von ExTex 25 g/m² Moskitonetz von ExTex 2,5 m 2 mm elastische Kordel mit 4 Kordelstoppern von AdventureExpert 3 × 15 mm Flachverschlüsse von ExTex Alterfil S150 mit Microtex-70-Nadeln Die Form des Quilts ähnelt vielen gängigen Modellen und wurde – wie erwähnt – vom Cumulus 250 inspiriert. Es handelt sich also um einen eckigen Quilt, der im Fußbereich (ca. 80 cm) zu einem Trapez zusammenläuft. Die Maße betragen 140 cm oben, 110 cm unten bei einer Länge von 190 cm. Als Änderung gegenüber dem Cumulus habe ich einen versetzten Kordelkanal am Halsbereich eingearbeitet, um eine Art Wärmekragen zu erzeugen. Nach einiger Recherche und vielen Überlegungen habe ich mich von @Capere inspirieren lassen und mich für Unterbrechungen in den Baffle-Kanälen entschieden. Die Bafflestücke sind 5 × 4 cm groß (+2cm Nahtzugabe), und mit einem Overfill von 15 % wollte ich eine Komforttemperatur von etwa 0 °C erreichen. Die Lücken zwischen den Bafflestücken sind jeweils 5 cm breit. Die finalen Maße des Quilts stimmen auf ± 1 cm. Der Loft beträgt im Durchschnitt etwa 6,5 cm, was rechnerisch einer Komforttemperatur von knapp –5 °C entspricht, wenn ich es richtig verstanden habe. Das muss natürlich noch in der Praxis getestet werden! Für Interessierte: Die Arbeitszeit (ohne Planung etc.) betrug rund 12 Stunden. Der fertige Quilt wiegt mit 250 g 900cuin Daune beeindruckende 399 g und ist somit ca. 140 g leichter als mein Cumulus-Quilt – bei etwa doppeltem Loft! Hier der fertige Quilt und nochmal neben seinem Vorbild - Cumulus 250. Zum Schluss habe ich noch eine Frage an die erfahrenen Leute hier im Forum: Der untere Teil (80 cm) des Quilts ist noch nicht geschlossen, da ich zwischen zwei Optionen schwanke: Einen 3 mm-Reißverschluss (80 cm) einnähen und den Quilt so optional auch als Decke nutzbar machen – gerade bei Touren, bei denen die Temperaturen stärker schwanken und auch wärmere Nächte dabei sind. Die 80 cm vernähen und den Quilt unten dauerhaft schließen. Dabei bliebe er zwar die Kopfseite offen, ließe sich aber per Kordelzug schließen, hätte also zugleich eine kleine Lüftungsoption. Welche Variante bevorzugt ihr – und was spricht eurer Meinung nach dafür beziehungsweise dagegen? Beste Grüße Joschua
    15 Punkte
  8. Országos Kéktúra in Ungarn Ich möchte an dieser Stelle mal etwas „Werbung“ für das Wandern in Ungarn machen. ;-) Wir waren jetzt insgesamt drei Mal im Urlaub für jeweils zwei Wochen zum Wandern auf dem Kéktúra („Országos Kéktúra“ = Nationale Blaue Tour) und wir sind einfach begeistert. Die Inspiration dazu kam von Christine Thürmer – sie hat den Weg als „anfängertauglich“ beschrieben, und das ist er meiner Meinung nach auch: Der Weg selbst hat so gut wie keine technischen Schwierigkeiten, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser ist sehr einfach. Das Klima ist ähnlich wie bei uns und damit gut einschätzbar. Die Ungarn selbst empfehlen April und Oktober als beste Wanderzeit, weil es tendetiell trocken und von den Temperaturen moderat ist. Der September ist meiner Meinung nach auch empfehlenswert. Überall gibt es Thermalbäder zum Entspannen der müden Muskeln und fantastische Burgen und Schlösser zum besichtigen. Es gibt bis auf den Nordosten keine gefährlichen Tiere (dort soll es ein paar Bären geben) – und das Beste: Wildzelten ist legal! Bei Bedarf findet man auch zahlreiche, teilweise noch sehr günstige Unterkünfte. Bei unseren drei Touren war es auf dem Weg meist recht einsam – es ist also kein Social Trail. Lediglich am Wochenende kann es auf manchen beliebten Abschnitten mal etwas voller sein (die Ungarn sind hauptsächlich Wochenendwanderer). Teil 1: Írott-Kő bis Zirc (345km) Wenn man den Weg von West nach Ost geht, hat man den Vorteil, dass er sich seinem Anspruch nach stetig leicht steigert. Am Anfang ist es sehr flach und es wird dann immer bergiger, mit den Höhepunkten im Mátra- und Bükk-Gebirge. Wir haben den Weg im September 2021 begonnen. Man startet mit einer Art „Prolog“ auf dem 882m hohen Berg Írott-Kő (Geschriebenstein) direkt an der Grenze zu Österreich. Durch die letzten hügeligen Ausläufer der Alpen geht es in das wunderschöne Städtchen Kőszeg (alle Städtchen in Ungarn sind wunderschön…). Danach wandert man ca 4 Tage durch die kleine Ungarische Tiefebene. Hier gibt es viele Wälder und sehr viel Weite, kleine Dörfer und Einsamkeit… ich mochte es sehr, hier zu wandern! In Sárvár gibt es ein Schloß zu besichtigen und ein erstes Thermalbad. Nach Sümeg (tolle Burg) erreicht man das Balaton-Bergland (Bakony). Highlight hier: der Thermalsee von Hévíz! Ein einzigartiges Erlebnis sind auch die Vulkanberge des Tapolca-Beckens (Tapolca: Besichtigung der Seehöhle mit Bootstour einplanen). Man wandert weiter durch das Bakony und besteigt immer wieder höhere Berge mit fantastischer Aussicht (ich hatte noch nicht erwähnt: in Ungarn liebt man Aussichtstürme!). Zirc ist berühmt für seine Zisterzienserabtei. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es auf dieser Tour auch einige „Killer-Strecken“ gab – das waren insgesamt vier mehrere Kilometer lange Asphaltstücke, einmal an einer Hauptverkehrsstraße ohne Seitenstreifen. Aber das gehört halt auch zum Weg. Freunde von Forstautobahnen kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Insgesamt überwiegen aber angenehm zu gehende Wege. Teil 2: Zirc bis Nógrad (325km) Hier waren wir Ende August/Anfang September 2023 unterwegs. Zunächst ging es weiter durch das Bakony Bergland, dann durch andere kleinere Mittelgebirge, die teilweise beachtliche Steigungen aufweisen. Unterwegs lernt man viel über Geschichte, wie z.B. die deutsche Vergangenheit – und Gegenwart – vieler Dörfer, die nach der Vertreibung der Osmanen von deutschen Siedlern wieder aufgebaut wurden. Die „Budapest-Schleife“ führt den Weg höchst elegant durch die Budaer Berge quasi durch die Stadt durch, ohne dass man viel davon merkt. Der 699m hohe Dobogó-kő bietet Aussicht auf die Donau und ist Ausgangspunkt für eine wunderschöne, bergige Etappe nach Visegrád (Burg, Schloss, Donauknie). Nächstes Highlight: man überquert die Donau auf einer Fähre! Anschließend durchwandert man das einsame, wilde Börzsöny-Gebirge – das Gebirge besteht aus den Überresten eines früheren Riesenvulkanes. Man steigt bis auf 938m hoch. Da die Ungarn das Wandern und auch das Skifahren lieben, gibt es hier sogar eine Berghütte („Turistaház“). Teil 3: Nógrad bis Aggtelek (295km) Diesen Teil sind wir jetzt im August 2025 gewandert – hier schon gleich mal der Disclaimer: macht das nicht nach, plant keine Wandertouren in Ungarn im Juli oder August, da Temperaturen jenseits der 35 Grad zu erwarten sind! Wir hatten riesiges Glück, dass wir nur einen Tag mit 35 Grad hatten – im Wald lässt sich das gut aushalten, aber natürlich läuft man genau an diesem Tag in der Mittagszeit mehrere Kilometer über Asphalt durch eine Stadt oder über Felder… wir haben dann eine ausgiebige Pause in einem gemütlichen Café gemacht. Insgesamt war es schon die ganze Zeit sehr warm und schwitzig, aber die anderen Tage eigentlich gut aushaltbar. Von Nógrad wandert man ca 4 Tage durch das Cserhát Bergland – viele Wälder, viel Einsamkeit und die Höhenmeter werden langsam mehr (ca 1000 Hm pro Tag!). Als „Bonus“ durchwandert man das UNESCO-Welterbedorf Hollókő (sehr hübsch – und mal eine noch nicht überlaufende Welterbestätte). Die „Hand Gottes“ ist eine ganz besondere Skulptur mit wunderbarer Aussicht. Noch etwas anstrengender wird es anschließend, wenn man in ca 2 Tagen das Mátra-Gebirge durchwandert. Hier besteigt man den 964 Meter hohen Galya-Tető und den mit 1014m höchsten Berg Ungarns, den Kékés-Tető. Im Mátra gibt es keine Supermärkte, wohl aber touristische Orte mit Restaurants und Imbissen. Nach dem Kékés gibt es für ca 20km keine Siedlungen, kein Wasser und keine touristischen Einrichtungen mehr. Der Weg führt auf einem „Dragonsback“ auf schmalen, alpinen Pfaden über viele spitze Hügel. Sicherlich der technisch anspruchsvollste Teil des Kéktúras. Vom idyllischen Dorf Sámszonháza kann man mit dem Bus in 20 Minuten nach Eger fahren – die Stadt mit der zweitgrößten Kirche des Landes sollte man sich nicht entgehen lassen: es gibt eine riesige Burg, ein freistehendes Minarett (besteigbar!) aus der Türkenzeit, und das einzige noch erhaltene Türkische Bad außerhalb von Budapest (mit speziellem Thermalwasser, das besonders gut für müde Muskeln ist!). Anschließend ist man wieder gut erholt für die Überquerung des Bükk-Gebirges. Das ist Nationalpark und neben dem anschließenden Lázbérci-See das einzige Gebiet, in dem man tatsächlich nicht zelten darf. Da in den letzten Jahren dort vermehrt Bären aus der nahen Slowakei unterwegs waren, empfiehlt sich das für den Rest des Weges ab dort sowieso leider nicht mehr. Wir haben unsere Wanderung dieses Jahr dann in Aggtelek beendet und noch einen Tag damit verbracht, das riesige Höhlensystem dort zu besichtigen (ebenfalls Welterbe und nicht überlaufen!). Wir waren mehr als beeindruckt – ich habe schon einige tolle Höhlen gesehen, aber noch nie so viele so riesige Tropfsteine! Weitere Informationen: https://www.termeszetjaro.hu/de/tour/wanderung/die-blaue-landestour-okt-/23265051/ - der offizielle Wanderführer, auch als App. https://www.kektura.click.hu – sehr gute englischsprachige Informationen von einem Ungarn https://www.kektura.hu/ - die offizielle Webseite mit aktuellen Wegänderungen (auch deutsch und englisch)
    15 Punkte
  9. Guten Tag allesamt, … gerade mal ein bissel im Müritz-Nationalpark und der Rheinsberger-/ Fürstenberger Seenplatte rumgelascht. Kamen über 300 km zusammen… Fazit: Es müssen nicht immer die Berge sein, um seine Zeit zu verplämmpern… 😀 Der Müritz-Nationalpark-Weg (GPX-Datei vorhanden) erstreckt sich über 175 km und erschließt alle Landschaftsformen des Parkes: Seen, Moore, Buchenwald, Wiesen, Hügel… aber auch Kiefern-(fast) Monokulturen. Eine reichhaltige Tierwelt ist zu beobachten, sofern man sich entsprechend verhält: Fischadler, Kranich, Widerhopf, Weihen, Große Rohrdommel (nur zu hören), Unken, Frösche, Ringelnatter, spielende Rehkitze… Ein Tier ist sogar gut zu erspüren: Die gemeine Stechmücke… Die Pflanzenwelt ist auf Wiesen, den Wegesrand und den Mooren (auf einem Moorsteg) aus nächster Nähe zu erkunden… Einen Wermutstropfen gibt es: Die ‚i-Beik-Behinderten-Seuche‘ hat sich auch hierhin ausgebreitet… 🫣 Im Seengebiet um Rheinsberg und Fürstenberg ist es bezüglich der Naturraumaustattung nicht anders. Besonders eindrucksvoll immer wieder für mich der Große Stechlinsee (NSG wie alles drumherum auch)… Die Wasserversorgung ist meist durch kleine Friedhöfe gesichert, die oft in der Karte (1:50.000) gar nicht eingezeichnet sind. Versorgung mit Lebensmitteln in den größeren Orten wie Waren, Neutsrelitz, Röbel, Rheinsberg, Fürstenberg. Vorrat für ca. 3 Tage sinnvoll. Es wird im Bundesland Meck-Pomm und Brandenburg gelatscht... Unten ein paar wenige Fotos. Dennoch, ich bin lieber anwesend, als beim Fotografieren… Erlebnisreiche Wandertage wünscht Ein.Plattfüssler
    14 Punkte
  10. Mit Kamm auf Tour Ich gebe zu, ich hatte einen Kamm dabei. Satte 11,2 g Ultraleicht-Übergewicht !!! Aber so bestand die Chance nicht als Auerochse angesehen zu werden, auch wenn man nach ein paar Tagen schon genau so stinkt… Den anderen Kamm hab ich eher nicht gesehen. Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland ist nämlich kein Kammweg, sondern eine Erfindung der örtlichen Tourismusbranche zur Erhöhung des Bruttosozialproduktes von Wirten und Gastgebern. Dafür gibt es dann für den Wanderer aber auch was: Er geht in der Länge von ca. 285 km mit ca. 8.000 (!) Höhenmetern gehörig auf und ab. Für einen Kammweg eher untypisch. Der ‚historische’ Kammweg liegt vorwiegend in Böhmen. Ortschaften sind dort wegen der geschichtlichen Ereignisse ziemliche Mangelware. Somit ist also die Versorgung von Fußlatschern nicht gesichert, wie ich sogar auf einer Tour per Fahrrad feststellen durfte. Landschaftlich erlebte ich den Kammweg recht abwechslungsreich. Zu erleben sind Laub-, Nadel- und Mischforste, Felder, blühende Wiesen, Weiden, verschwiegene Moore, murmelnde Bäche, Talsperren, im Wald versteckte Teiche, markante Felsen… und natürlich so mancher Berg. Sowie die Zeugnisse des Bergbaus, des Instrumentenbaus und für Eisenbahnfans die Schmalspurbahnen… Somit ist der Kammweg weit abwechslungsreicher als sein thüringer Verwandter, der Rennsteig… Ich renne ungern auf’m Steig, also nix Rennsteig sondern Kammweg. Mein Gehstil ist das Schleichen. Da seh ich mehr (und kann besser Schnaufen). Anreise nach Geising per Bahn. Für mich nur ein Katzensprung… Aussteigen… Und die Tour beginnt direkt am Bahnhof. Und noch besser, dort befindet sich ein Supermarkt. Kuchen und Cola-Tankstelle also… Es geht auch gleich zur Sache. Hinauf auf den Geising. Schwitzen sogleich garantiert… Auf dem Geising ein Schild mit der Vorschrift: Eigener Proviant bleibt im Rucksack ! So, so… Ist ja ein ganz netter Kneiper hier oben... Und nicht mal was zu sehen außer Bäume, Buschwerk und Picknickbänken. Ob es vom 18 m hohen Aussichtsturm für eine Rundsicht reicht, ist ungewiß. Grünzeug wächst ja mancherorts in den Himmel. Eine Euro Aufstiegsgebühr gespart an diesem für mich doch eher ungastlich empfundenen Ort… Ein paar Meter unterhalb des Gipfels steht (m)eine Bank. Mitgebrachten Proviant raus und futtern. Etwas Blick durch die Bäume als Zugabe... Abstieg nach Altenberg. Am Fuße der Sommerrodelbahn eine Quelle. Ein Einheimischer tankt dort auf. Somit auch ich. Etwas weiter am Weg eine weitere, stark sprudelnde, gefaßte Quelle. Auf dem Kammweg sollte man die Möglichkeiten zum Wasser fassen stets nutzen. Die Möglichkeiten dazu sind unregelmäßig verteilt. Nicht alle in der Karte eingezeichnete Wasserläufe, Quellen führen im Sommer zuverlässig Wasser. Ich mußte deshalb einmal stark eisenhaltiges Wasser für den Morgenkaffee nutzen. Dabei fiel zumindest dessen Färbung nicht auf… Auf dem 905 m hohem Kahleberg mit Moos und Flechten bewachsene Blockfelder. Das Heidekraut beginnt zu blühen, Glockenblume und Co. Blühen noch. Die Bäume schon fast alpin mit reichlich Flechten besetzt und im Zwergenwuchs. Alpin auch der Charakter des Pfades. Und das auf gerade mal 905 m… Dummerweise bleibt der Weg nicht da oben. Der Hirschbach fließt im Tale entlang der Grenze zu Tschechien. Bergab geht’s… Munteres Geplätscher... In dieser bergigen Gegend ist’s nicht ganz leicht einen ebenen Platz für das Lager zu finden. Etwas Klebstoff auf und unter der Isomatte wär nicht schlecht. Aber das Moos ist weich und der Schleicher müde. Und gleich neben dem Bach braucht’s doch keinen Klebstoff… Am Morgen wird nach dem Packen weiter geschlichen. Am Bach oder hinauf und hinunter. Hinter Rechenberg führt der Weg über eine historische Bogenbrücke. Sie ist Teil des Naturdenkmals Floßgrabensystem. Unsere Vorfahren haben ganz schön viel gebuddelt, um das Holz aus dem Wald zu kriegen... Wer will, kann in Neuhausen (Friedhof) einiges besichtigen: Schloß Purschenstein, Nussknackermuseum. In Seiffen (Friedhof) nicht anders (Spielzeugmuseum). Vorher die Aussicht vom Schwartenberg (787 m). Die Bergbaude ist geschlossen, Urlaub… Ich latsche vom Wind gepustet weiter… In Olbernhau wird ein Einkauf fällig. Wer vorher den Weg mit seinem hier irrsinnigen Anstieg am Ortseingang abkürzen will, sollte anfangs kurz auf den stillgelegten Bahngleisen wandeln. Später Fußweg vorhanden… Nach der Saigerhütte (Museum Buntmetallurgie) gehts entlang der Natschung und deren Tal beständig nach oben zum Aussichtspunkt Stößerfelsen. So mancher Fels ist zu sehen… Kaffepause mit Blick ins Tal. Das Frühstück am Supermarkt war mit Kuchen und Cola dann doch nicht ganz so gehaltvoll… Nach Umgehung von Rübenau mache ich am Lehmheider Teich Kochpause. Nudeln, was sonst. Es schmeckt dennoch. Schokolade als Nachtisch, der Energie wegen… Hier am Teich gibt’s eine Bademöglichkeit. Die Enten nutzen die auch… Ich bleibe Beobachter... Auf nach Kühnhaide, dem (oft) kältesten Ort im Erzgebirge. Vorher weist ein massives Schild des Staatsbetriebes Sachsenforst auf die Sperrung des Weges hin. Nichts zu hören, nichts zu sehen. Holz wurde bereits abgefahren. Schnittflächen der restlichen verbliebenen Stämme sind schon einiges alt. Solche Sperrungen sollten noch öfter, nämlich sechsmal folgen. Nur einmal waren Forstarbeiten zu bemerken. Und da hatten die Forstarbeiter das Absperrbanner sogar selbst zur Seite gelegt. Nahe am Weg waren keine Arbeiten im Gange. Kein Murren der von mir gegrüßten Forstarbeiter, als ich vorbeilief… Bei Kühnhaide ist der Grüne Graben recht interessant. Hier entlang schlängelt sich ein mit Holzplanken eingefasster Wasserlauf mit leichtem Gefälle für den ehemaligen Bergbau. Wie viel Mühe kostete wohl der Bau so ohne Bagger & Co … An Kühnhaide vorbei betrete ich einen Moorlehrpfad. Das Moor befindet sich in der Phase der Regeneration. Bis Anfang der neunziger Jahre wurde hier Torf abgebaut… In Schmalzgrube biege ich ins Tal des Schwarzwassers ein. Hier schnauft die von einem Verein betriebene Preßnitztalbahn entlang. Zumindest an Wochenenden. Heute also leider nicht. Als Überraschung entdecke ich hier aber dafür so etwas wie Trailmagic: Einen mit Balkonplumen geschmückten Rastplatz mit Wasseranschluß. Über eine Holzleitung wird quellnahes Bachwasser in einen Holztrog geleitet. Das Wasserrad ist leider außer Betrieb. Nix mit Telefon aufladen… Eine Gießkanne ist auch da. Wer will, kann also auch duschen… Wundervoll das alles. Hier gibt es Menschen, denen Wanderer nicht gleichgültig sind. Ich sollte solch blumengeschmückte Rastplätze noch mehrfach finden… Danke ! Am nächsten Morgen klettere ich rauf zum Bärenstein. Hier oben fläzen sich Menschen, die mit Behindertengestellen aufgetiegen sind, auf den Bänken rum. Allgenmein nicht viel zu sehen, es sei denn man nutzt den Aussichtsturm. Nach Westen hin, kann man kurz vor dem Gipfel auf die Talsperre Cranzahl sehen. Zu der geht es nun hinunter. Über die Sperrmauer und schon ist wieder Ruhe vor Zweirädern… An der Toscabank (Fels) hat eine Gruppe von Wanderen alle verfügbaren Plätze besetzt. Zur Seite gerutscht wird nicht. Wer zuerst kommt, sitzt zuerst. Ich verlasse diesen lauten, unfreundlichen Ort gleich wieder… Bald komme ich zum Kreuzbrückfelsen, auf gesperrten völlig von Holzerntemaschinen zerrammelten Forstweg. Hochklettern, nur in eine Richtung Schneisenblick... Weiter und runter und rauf. Als nächstes auf den Fichtelberg. Heute wohl nicht mehr zu schaffen. Kurze Pause, etwas futtern. Und dann noch die ersten Meter hoch. Der Weg zum Gipfel schleicht sich mit moderater Steigung diesem von Norden her an. Da es bereits dämmert, suche ich mir einen Lagerplatz. Zwischen einigen halbwüchsigen Fichten eine halbwegs ebene Fläche. Reicht gerade zum Cowboy-Camping. Da sich die abendlich obligatorische Mücke sirrend anschleicht, spanne ich mal lieber das Netz auf. Schon ist die Mücke entschwunden... Am Morgen sogleich eine gefasste Quelle… und etliche ebene Lagerplätze weiter oben... Oben am Gipfel (1215 m) ist so früh am Morgen noch wenig los. Einige Hotelgäste steigen in ihre Autos. Die erste Schwebebahn schwebt aus dem Tal herauf. Viel Interessantes gibt es hier oben aber nicht zu sehen. Vielleicht die Friedensglocke, mit viel Stacheldraht ringsum auch am Klöppel gesichert. Wundersam solch Frieden… Gegenüber schon in Tschechien der Keilberg (1244 m)… Kurz unterhalb des Gipfels eine sonnige Picknickgarnitur mit Aussicht gen Westen. Da mach ich doch glatt Frühstück: Müsli und Kaffee. Kraft auf den weiteren Weg oder besser der Skiloipe. Da ist mehr weiches Gras als auf dem parallel verlaufenden Weg. Treffe hier auf eine tolle Schutzhütte... Nun wieder viel Weg bis zum Wettin Brunnen. Wer mag, kann das Besucherbergwerk Fuchslochstollen besuchen… Etwas weiter soll der Himmelsstein zu sehen sein. Ein hier niedergegangener Meteorit. Nichts wie hin… Doch den hat wohl jemand geklaut. An Ort und Stelle steht nur noch eine Hinweistafel mit viel aufgedrucktem Wissen über den Klumpen… Der bald folgende Aufstieg zur Himmelswiese macht deren Namen alle Ehre. So steil und lang der Anstieg; da kann diese Wiese tatsächlich nur im Himmel liegen. Dazu hat der Staatsbetrieb Sachsenforst (nicht nur) diesen Forstweg (im Staatsforst) reichlich dick mit losem (!) Schotter frisch belegt. Steuergelder kann man m.E. auch sinnvoller verschwenden, oder ? Daher hier mal ein Wort zu Wegebeschaffenheit: Für den Geschmack eines Weitwanderers, wie mich, gibt es auf dem Kammweg zu viele Forststraßen und Forstautobahnen. Das mag zur Zeit der Einweihung des Weges anders gewesen sein. Aber der Wahnsinn des Staatsbetriebes Sachsenforst, Forstwege zu Forstautobahnen auszubauen, scheint unbegrenzt. Das durfte ich auf dem Kammweg mehrfach beobachten. Damit könnte der Kammweg Erzgebirge-Vogtland als Weitwanderweg bald tot sein… Schade… Leider ist die Himmelswiese mit ihrem wertvollen Bestand an Blühpflanzen bei meinem Eintreffen schon gemäht. Es ist ja bereits fortgeschrittener Sommer… Eine Bank für die Pause und für’s Zubereiten des Mittagsmahls steht aber noch... In Johanngeorgenstadt ist ein Schaubergwerk und ein Pferdegöpel zu bestaunen. Ich gehe lieber Lebensmittel tanken… und schon bald schlafen... Über die Sauschwemme latsche ich auf den Auersberg mit Aussichtsturm hoch. So früh am Morgen ist das Drehkreuz am Eingang des Turmes (Eintritt) noch nicht in Betrieb. Ich bleibe dennoch am Boden. Als Frühstücksplatz ist es mir hier aber zu zugig… In Sepentinen runter nach Wildenthal. Am Weg oberhalb findet sich eine Bank mit Sonne, Aussicht und Wasseranschluß eines kleinen Baches. Perfekt… Nach dem Kaffee bin ich nach der zu kurzen Nacht gut munter. Ab jetzt mal wieder viel Weg: Vorbei an Weitersglashütte, Carlsfeld. Morgenröthe wird gestreift, der Pyratalweg unter die Sohlen genommen. Dort wieder ein künstliches Fließ für den ehemaligen Bergbau. Hinter Mühlleithen befindet sich das ND Arnikawiese. Blühen tut die Arnika derzeit nicht mehr. Am Wegesrand dagegen reichlich der Alant… und die Phantasie eines wohl Jägers. Der warnt per Plakaten vor dem Wolf. Dabei ist doch allgemein bekannt, dass der Wolf nur Großmütter (bin ich nicht), Mädchen mit roten Kappen (hab ich nicht) und bevorzugt Jäger (bin Rumlatscher) frisst, tzzzz… Der Topasfelsen Schneckenstein ist leider eingezäunt. Er ist Objekt wissenschaftlichenr Forschung, nur mittels Führung begehbar. Das Besucherbergwerk ebenso. Den Schneckenstein selbst finde ich nicht. Wohl falsch abgebogen. Verwirrende Ausschilderung hier. Auf der ersten Halde der Wismut AG ist keine Aussicht mehr gegeben. Zugewachsen mit vielerlei Laubgehölzen. Die Däämerung schreitet voran. Da besteige ich die zweite Halde besteige dann nicht mehr. Finde aber die Beschilderung am Weg wieder… Zum Abend hin, komme ich an die Talsperre Muldenberg. Wie alle Talsperren der Tour eine für Trinkwasser. Hier wird also kein als geklärt deklariertes Abwasser eingeleitet. Dieser Hinweis für Wanderer, die auf dem Trockenen sitzen… Am nächsten Morgen ist mal wieder ein Einkauf fällig. Schöneck bietet die Möglichkeit dazu (Friedhof vorhanden). Der ‚Alte Söll‘ als markanter Aussichtspunkt direkt im Ort ist leider wegen Bauarbeiten abgesperrt. Also wieder auf den Weg. Adorf durchquere ich nur. Am Weg als Abwechslung ein Teich. Hier ist Leben. Blüten am Teichrand. Die Libellen sausen durch die Luft, es platscht und quakt mal… Auf dem Platzerberg (629 m) kommt bei mir kein Gipfelgefühl auf. Der Berg ist als solcher kaum erkennbar. Überall um mich herum gemischte dichte Bestockung und kaum eine Erhöhung zu erkennen… In Bobenneukirchen erreiche ich die nächste Talsperre. Allzuviel los ist auf so einer Talsperre ja nicht. Das Wasser glatt, kaum Vögel… Mein Wasservorrat ist nicht allzu reichlich. Tanke daher ein Liter Talsperrenwasser, was ich später aber nicht nutzen muß… Auf dem Burgstein stehen die Ruinen zweier Kirchen. Hier konnten sich die hier mal Herrschenden nicht einigen, in welchem Herrschaftsgebiet die erste Kirche stand. Also baute man eine zweite daneben. Heute sind beide Ruinen Orte mit friedlicher Ausstrahlung. Gut für eine Pause... Bei Gutenfürst schon wieder eine Pause. Dieses Mal am Forstteich… Am in Drei-Staaten-Stein umbenannten Drei-Fürsten-Stein laufe ich vorbei. Also nochmal rückwärts... Heute geht es dann noch, dem Verlauf der jetzt innerdeutschen Grenze sich wieder nähernd, durch Gerbersreuth. Am nächsten frühen Vormittag ist sie erreicht, die ehemalige Staatsgrenze. Das Deutsch-Deutsche-Freilicht-Museum (Eintritt) lasse ich (örtlich) links liegen und gehe dann auf dem ehemaligen Kolonnenweg weiter gen West. Hier auf dem Grünen Band wächst und wuchert die Natur nach ihren eigenen Gesetzen. Darüber staunend, verpasse ich das nach rechts Abbiegen. Bin aber baldigst wieder auf dem von rechts einbiegenden Kammweg. Ein landschaftlich nettes Wiesental am Tannbach folgt und ehe ich mich versehe, stehe ich an der Saale, der Sächsischen. Schattiger Mittagspausenplatz direkt am Ufer. Es fließt… Ich bleibe an der Saale, passiere dabei Hirschberg, um nach Sparnberg zu kommen. Hier die Saale zu überschreiten, scheitert. Die Bayern haben die Grenze dicht gemacht… Also die Straße nach Pottiga als Alternative… Nach diesem anstrengenden Umweg ruhe ich mich auf der Saalebank aus. Bei dreißig Metern Länge ist neben mir noch für weitere 69 Wanderer Platz. Doch nach wie vor sind keine dieser Spezies zu sehen... Immer etwas oberhalb der Saale entlang, wäre Blankenberg bald erreicht. Ich wähle jedoch den Weg direkt an der Saale neben den Gleisen der (fast stillgelegten) Schmalspurbahn der ehemaligen Papierfabrik. In die Höhe gelatscht, bin ich ja nun schon reichlich… So treffe ich am Nachmittag in Blankenstein ein. Der Weg endet praktischerweise sehr nah an einem Supermarkt. So steht der Siegesfeier mit Sekt und Kavier nichts mehr im Wege… Wo der Rennsteig beginnt und zwei andere (fränkische) Wege beginnen, endet der Kammweg Erzgebirge-Vogtland… Fazit: Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland ist ein landschaftlich und kulturhistorisch abwechslungsreicher Weg ohne dabei ungemein spektakulär zu sein. Durch die vielen Höhenmeter ist er durchaus ansruchsvoll. Wasser- und Lebensmittelversorgung stellen i.d.R. kein Problem dar. Die Ausschilderung/ Markierung insbesondere im Vogtland ist an wenigen Stellen lückenhaft. Manche Markierungen sind deutlich verblasst. Augen auf ! Eine (Streifen-) Karte empfehlenswert (vom Dr.-Barthel-Verlag oder puplicpress Leporello Wanderkarte) Selbstverständlich gibt es auch eine GPX-Datei vom Weg (z.B. im Netz bei ich-geh-wandern). Auf längere oder häufigere kurze Abschnitte auf Forststraßen (gut zu laufender, gebundenen Feinsplitt) der sogar Forstautobahnen (loser Schotter jeder Größe) sollte man sich vor der Reise einstellen… DENNOCH: Der Kannweg Erzgebirge-Vogtland ist (noch) des Gehens wert ! Viel Freude drann ! PS: Ich laufe von Blankenstein weiter an der Saale entlang, bis Saalfeld erreicht ist. Wahlweise auf dem Saale-Orla-Weg, dem EB, dem E3, den Hohenwarte-Stausee-Weg. Die gelatschten und geschlichenen Gesamtkilometer dieser Tour summieren sich dadurch auf ca. 400 km und 10.000 Hm… Diese Verlängerung des Weges kann ich jedoch nicht empfehlen. Ständiges (steiles) Bergauf und Bergab mit nur sehr wenigen lohnenden Aussichten auf Saale und deren (Hochwasser-) Talsperren, mit nur kurzen Abschnitten direkt an der Ufer der Saale… Freude am durch die Gegend Latschen wünscht Ein.Plattfüssler
    14 Punkte
  11. Verpflegung: Wasserquellen gibt es genug, Brunnen und Wasserläufe, habe nie gefiltert, 2*0,75L Flaschen reichen locker aus. Es gibt im Charmonix Tal genug Supermärkte, in Italien dann in Courmayeur und in der Schweiz in La Fouly und Champex. Eigentlich müssten man daher nur für 2-3 Tage essen schleppen. Ich wollte den Test machen und habe für 7 Tage essen mitgenommen. Wenn man eine GPX auf dem Handy hat wird man feststellen, dass es einige Varianten des Weges gibt. Viele kürzen die Route durch zwei Pässe ab. Einmal über den Col des fours anstatt runter nach Les Chapieux zu laufen, und einmal in der Schweiz über den Fenetre d'Arpette anstatt die nördliche Schleife. Beides ist nur bei gutem Wetter zu empfehlen. Der Abstieg vom Col des fours ins Tal war wirklich eine Augenweide, es war aber auch Top Wetter. Ich kann den Weg durchweg als ungefährlich beschreiben, da ich selbst keine blauen Wege gehe, kann ich das so auch schreiben. Einige wenige Stellen waren auf der schweizer Seite verseilt, aber es war gut machbar. Als Genusswanderer würde ich bei entsprechender Fitness 7 Wandertage für diese Tour veranschlagen, offiziell sind es 11.
    14 Punkte
  12. nitram

    Impressionen von Touren

    Nationalpark Thy, Dänemark Ydby bis Sjorring 01.01. – 05.01.2026 Mittlerweile im sechsten Jahr machen Stephan und ich uns gemeinsam in den Morgenstunden des Neujahrstages in Richtung Bahnhof auf, um das beginnende Jahr mit einer Mehrtageswanderung zu begrüßen. Die Zugfahrt ist fest eingeplant zum Schlafnachholen und Ausnüchtern nach der jeweils abgefeierten Silvestersause. Dieses Mal haben wir uns den Nationalpark Thy in Dänemark herausgesucht, wo 2020 alles seinen Anfang nahm. Nach 1,5 Stunden Schlaf ging der Zug um 6:37 Richtung Norden wo wir gegen 19:30 unser Ziel Ydby erreich haben. Nach den ersten 500 Metern in die falsche Richtung hat dann alles mit der Navigation perfekt geklappt (Danke Stephan!), sodass wir nach ca. einer Stunde bei Schneefall und kühler Prise unseren ersten Shelterplatz erreichet haben. Schön geschützt in einem Wäldchen gelegen mit überdachtem Unterstand, einer Schlafhütte (wohl eher als Picknickhütte gedacht) und einem Toilettenhäuschen. Nach kurzem Abendessen aus der Tüte und warmem Tee haben wir eine erholsame Nacht verbracht. Der Wetterbericht hatte Temperaturen unter Null, Schneefall und starken Wind für die kommenden Tage vorhergesagt und Recht behalten. Der Wind blies uns immer schön von Norden heftig ins Gesicht und unsere kälteste Nacht lag bei-5 Grad. Wir waren vorbereitet und kamen gut zurecht. Der zweite Tag ging nach Hurup, wo wir eine kurze Buspassage ans Meer nach Agger eingelegt haben und ja, wir waren die einzigen Fahrgäste. Von hier, begleitet vom besagten Wind, sind wir teils am Strand teils in den Dünen Richtung Lyngby mit einer kurzen Pause am Lodbjerg Leuchtturm gewandert, um dort im Redningshus, einem umgenutzten Gebäude, in welchem früher das Rettungsboot gelagert wurde, zu nächtigen. Dort finden sich neben Tisch und Stühlen 4 Doppelstockbetten und ein Elektrokocher zum Wasserkochen. Wer sich das gemütlich und wohlig vorstellt, liegt falsch, es war saukalt. Als Zuckerle allerdings gibt es einen Waschraum mit Toilette und kleiner Elektroheizung. Der folgende Tag, nach einer echt kalten Nacht, hat uns nach Norre Vorupor geführt, wo wir zur Abenddämmerung gegen 16:00 Uhr eintrafen, um uns geplanter Weise in der einzig geöffneten Gastronomie, dem Vesterhavscafeen, die Zeit tot- und die Bäuche vollzuschlagen, begleitet von einem zunehmend mulmigen Gefühl bei Anblick des zunehmenden Schneefalls und Windes. Schnell recherchiert man da nochmal den Windchilleffekt bei vorausgesagten -5 Grad. Gegen 19:00 ging es dann gut eingepackt und mit einer nötigen Prise Humor raus in die Elemente und die etwa eine Stunde dauernde Wanderung zum nächsten Shelter war herrlich, teils mit Stirnlampen, teils ohne durch schöne Natur zu einem tollen Übernachtungsplatz, wo wir die Nacht gut geschützt verbringen konnten. Die nächste Etappe hat uns nach Klitmöller geführt, bekannt auch als Cold Hawai, da hier offensichtlich schöne Wellen zum surfen zu finden sind. Wir haben vier Surfer, mit dicken Neoprens ausgestattet, gesehen, was uns großen Respekt eingeflößt hat. Kleineren orthopädischen Unpässlichkeiten und dem Umstand, dass wir in Klitmöller keine gemütliche Gastronomie finden konnten, wo wir die Zeit abhängen hätten können, geschuldet, haben wir uns spontan gegen eine letzte Nacht draußen und für eine Nacht in einer günstigen und entspannten Unterkunft entschieden. Selten hat warm duschen so gut getan. Der letzte Tag hat uns bei schönem Wetter (kalt war’s trotzdem) zu unserem Ziel Sjorring geführt, von wo aus wir mit dem Zug nach Fredericia gefahren sind, um nach einer weiteren Hotelübernachtung am 06.01.26 wieder über Hamburg zurück nach Karlsruhe zu reisen. Das sechste Mal in Folge und dann noch an einem schon bekannten Ort, ist das nicht langweilig? Sowas von Nein!
    13 Punkte
  13. Wir waren auf der Suche nach einem Wanderweg über 100 Km, den man im April/Mai bei schönem Wetter laufen kann. Nach ein paar Recherchen sprang uns der relativ neue Via Apsyrtides ins Auge - der erste Eindruck war perfekt. Meer, Berge und gutes Essen. Was will man mehr. https://viaapsyrtides.hr/ Die Anreise mit dem Zug aus dem Ruhrgebiet hat reibungslos geklappt, hat allerdings auch einige Stunden gebraucht. Quer durch Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien ging es dann mit dem Boot aus Rijeka nach Cres. Der Start der Reise stand unter keinem guten Stern, da wir beide kurz vorher krank geworden sind und wir deswegen die Wanderung etwas verschieben mussten. So hatten wir erstmal zwei Tage in der Stadt Cres, die abseits der Touristenmassen in den Sommermonaten wirklich eine kleine, schöne Stadt ist in der man es gut aushalten konnte. Erste Etappe: Beli - Cres der offizielle Startpunkt der Wanderung ist Cape Jablanac, der ist aber leider sehr schwer zu erreichen. Man kann aus Cres mit dem Bus nach Beli fahren und dort in den Pension Tramuntana das Personal nach einem Shuttle fragen. Da wir beide aber eh noch etwas krank waren, haben wir uns dazu entschieden einfach aus Beli loszulaufen und dann die ersten beiden Etappen zusammen zu legen und wieder bis nach Cres zu laufen. Wie sich später herausstellte, war das nicht die beste Idee. Beli ist ein sehr schöner Ort mit einem richtig tollen Strand an dem man ruhig einen Tag verbringen kann. Von da aus konnten wir auch die ersten spannenden tierischen Entdeckungen machen. Die ersten Gänsegeier kreisten über uns und auf dem Weg zum Strand konnten wir auch ein paar Delfine entdecken! Auch die Pension Tramuntana war sehr gemütlich und hatte ein tolles Personal und gutes Essen. Die ersten Meter vielen uns merklich schwer, da es (wie gefühlt immer am Anfang ein Tour!) erstmal steil bergauf ging. Die Etappe an sich war aber landschaftlich sehr schön, viele Wälder, der höchste Gipfel der Tour (knappe 600Meter), ein richtig schöner Pausenplatz in PREDOŠĆICA, Hänge voller Salbei die in der Sonne wahnsinnig gut gerochen haben. Mit dem zweiten Teil der Etappe haben wir uns aufgrund der Gesundheit etwas übernommen. An sich war der Weg sehr schön, aber der Abstieg nach Cres durch lichte Wälder und Olivenhainen ging leider voll durch die Mittagssonne auf langen Schotterwegen bergab und wir wurden ordentlich gegrillt. In Kombi mit einer Erkältung eine fiese Mischung und wir kamen richtig platt in Cres an und mussten erstmal in den Supermarkt und eine kalte Cola trinken. Wir haben uns dann auch für eine Nacht auf dem Campingplatz entscheiden, der leider wirklich nicht schön ist und wir hatten eine eher unruhige Nacht. Fortsetzung folgt ...
    13 Punkte
  14. Ein paar Impressionen aus der Gegham-Mountain-Range in Armenien. Eine vulkanische Hochlandsteppe zwischen 2000 und 3600 Metern Höhe. Beeindruckende Weite, und, wenn ich auch nur kurz im Lande war, ein sehr positiver Eindruck von Armenien und seinen Leuten, in der Mehrzahl sehr entspannt und äußerst hilfsbereit. Man kommt auch ohne jedwede Sprachkenntnisse gut durch.
    13 Punkte
  15. Ich habe da gerade etwas entdeckt. Velind Destiliertes Wasser 2L (gekauft letztes Jahr in einem Rossmann Drogeriemarkt) als Ersatz fuer einen 2L Hydrapak Beutel. Das Gewinde ist nicht ganz exakt gleich, aber so passend, dass sich der Befree aufschrauben laesst. Um das dicht zu bekommen muss allerdings ganz schoen fest angeschraubt werden. Ich habe mir ein passendes Gummiband raus gesucht .. und habe es damit absolut dicht bekommen, auch bei moderatem Geschraube. Die Flasche wirkt robust und wiegt ohne den Deckel 56g. Link zum Hersteller https://www.velind-aerosol.de/Destilliertes-Wasser-2-l/31354
    13 Punkte
  16. HEB

    Impressionen von Touren

    waren am Wochenende zwei Nächte im Sauerland. Tiefsttemperaturen rund -16 Grad. Musste schon alles anplünnen, um ruhig zu schlafen An meiner äußersten Schicht ist beim Wandern sogar der Schweiß gefroren^^ Temperaturmanagement kann ganz schön anstrengend sein. Kennt ihr die Sticker, die die Temperatur am Topf anzeigen? Finde ich recht praktisch. So kann man etwas Gas sparen, wenn man nur Tee oder Kaffee machen will.
    12 Punkte
  17. SWCP Minehead bis Boscastele 16.08.-23.08.25 Letztes Jahr bin ich über Pfingsten die Strecke Falmouth bis St. Ives des SWCP gelaufen. Es hat mir so gut gefallen, so dass ich dieses Jah spontan entschieden habe, von Minehead gegen den Uhrzeigersinn ein weiteres Stück zu laufen, soweit ich eben komme. Das Stück Croyde bis Appledore habe ich mit dem Bus überbrückt, es schien mir weniger attraktiv zu sein. Nach ca. 190km und 5.000 Hm bin ich von Boscastle wieder die Heimreise angetreten. Eigentlich war ich mir sicher, von meiner letztjährigen SWCP-Tour einen Reisebericht geschrieben zu haben und wollte nun diesen Teil hinzufügen, aber siehe da, meine Erinnerung hat mir einen Streich gespielt und ich hatte seinerzeit gar nichts ins ULTF gestellt. Da @izi einen tollen, detailreichen und sehr schön bebilderten Bericht verfasst hat, werde ich mich neben ein paar wenigen Informationen auf einige Fotos beschränken. Übernachtet habe ich im Zelt, nie wild, immer auf campsites, die meist, mit einigen Höhenmetern verbunden, abseits der Küste lagen. Der Reihe nach waren das nach meiner Anreise mit dem Zug über Paris und London in Minehead der Moor Wood Campsite, in Lynton der Sunny Lyn Campsite, der Watermouth Valley Camping Park, der Freshwell Camping in Croyde, bei Clovelly Roeys Retreat Campite (hat mir am wenigsten gefallen), bei Hartland Quay der Barton Stoke Campsite (mein Favorit!), Hotelübernachtung in Bude, bei Crackington Haven der Hallagather Campsite und bei Boscastle der Trebylla Campsite. Bezahlt habe ich meist zwischen 10 und 15 Pfund, einmal auch 25 Pfund. Bank Holiday, genau an meinem letzten Wochenende und dem darauffolgenden Montag. Ich habe das erst ein paar Tage vorab unterwegs erfahren und plötzlich tauchten da Schreckgespenster auf, wie keine Plätze mehr auf Campsites, keine Busverbindungen, alles geschlossen, alles überfüllt … Tatsächlich gab es einige ausgebuchte Plätze, aber auf den abseits gelegenen gab es auch spontan massig Platz, die Geschäfte waren weitestgehend geöffnet, nur bei Transport for Cornwall war nicht klar recherchierbar, ob die Busse montags nun verkehren oder nicht. Da ich bereits für Dienstag die Zugverbindung von London über Brüssel nach Karlsruhe zurück gebucht hatte, bin ich bereits sonntags nach London gereist und habe mir noch eine tolle Ausstellung in der Tate Modern angesehen.
    12 Punkte
  18. Paar Eindrücke vom Camino dos Faros, ein toller Küstenwanderweg (typischerweise 8 Etappen) entlang der "Küste des Todes" bis zum "Ende der Welt" (Spanien, Galizien: Malpica bis Fisterra, entlang der Costa da Morte). Lange Hose empfehlenswert, da Stachelgebüsch teils sehr eng steht. Fantastische Wegverläufe, Landschaften, Strände, Eukalyptus- und andere -wälder.
    12 Punkte
  19. HEB

    Impressionen von Touren

    Folgend unsere Übernachtungen auf der TMB 2023. 2 Nächte haben wir auf Campingplätzen verbracht. Einmal in Italien und einmal in der Schweiz.
    12 Punkte
  20. Moin! Ich habe festgestellt, dass je mehr ich gesellschaftlich eingespannt bin, mir mein gesundes Körpergefühl abhandenkommt. Zum Beispiel sammelte sich ab einem bestimmten Alter mehr Gewicht an, als ich es bisher für möglich gehalten hätte. immer etwas essen zu können, nur weil es an der Zeit war, ist ja eigentlich nicht normal. Ich habe nicht mehr gewartet, bis der Magen knurrt, sondern schon vorab meinen Körper überversorgt. (Inzwischen bin ich mit Intervallfasten sehr zufrieden). So ähnlich sehe ich es mit der Selbstdiagnostik bei Infekten. Es ist nicht einfach, die gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen hintenan zustellen und stattdessen auf die innere Stimme zu hören. Aber meistens bekommt man vom Körper genügend Signale, die nur ernst genommen werden sollten. Um anderes handeln zu können als ich es von mir erwarte, hilft die Frage, für wen ich gerade versuche eine bestimmte Tätigkeit weiterzuführen und ob ich in dieser Funktion wirklich zeitgebunden unersetzlich bin. Meist kann ich das „notwendige“ terminlich umstrukturieren und das Leben geht auch ohne mich seinen Gang und es kommt, wider Erwarten nicht zu Katastrophen. Anderes Beispiel. Kurz nachdem ich eine sehr lange autarke Wanderung begonnen hatte, bin ich schlagartig in ein Motivationsloch gefallen. Beim besten Willen hatte ich keine Lust mehr mich mit diesem Monstergewicht von Rucksack auseinanderzusetzen und dachte schon übers Abbrechen nach. Nach einem Pausentag wurde mir schlagartig klar, dass ich dort in dieser wundervollen Landschaft genauso gut weiter sitzen bleiben und meinen Rucksack leer futtern könnte. Nach einem weiteren Tag machte ich schon wieder Pläne, stellte meine Tour etwas um und schraubte damit das Tagesziel auf ein gesundes Maß zurück. Es wurde eine andere, aber sehr schöne Tour. VG. -wilbo-
    11 Punkte
  21. realholgi

    Impressionen von Touren

    Hier ein paar Eindrücke vom GR54 - Tour de Ecrins im Juli:
    11 Punkte
  22. Immer wenn ich irgendwo bin, wo mich andere "stören" - dann werde ich mir zuerst bewusst, dass ich auch Teil des Problems bin. Ich nämlich genauso Tourist wie viele der anderen.
    11 Punkte
  23. TheRebel

    Impressionen von Touren

    Meine kleine spanien Reise ist schon wieder vorbei… bin heute die letzten Trail-km zum Bus nach Cazorla gelaufen, jetzt geht’s nach Málaga noch 2 Tage in der Sonne liegen und dann wieder zurück nach Deutschland insgesamt waren es 463,4km in 22 Tagen, 4 davon waren “Ruhetage, es ging 15898m bergauf, das Ende lag 500m höher dementsprechend 500m weniger bergab und las Banderillas war mit knapp unter 2000m der höchste Punkt der Tour. Gestartet bin ich in Cieza, von dort aus ging es westlich Richtung Sierra de segura, cazorla y sevillas orientiert habe ich mich grob am e4 bin ihm aber nicht exakt gefolgt, fand mich aber häufiger ungeplant auf dem Camino de la Cruz de caravaca wieder. im Nationalpark bin ich dann teils auf dem GR247 Bosques del Sur und teils auf anderen Pfaden eine Art Kreis gelaufen. Ursprünglich war der Plan in Orcera zu enden, ich hatte aber nicht gesehen das von dort die Busse Richtung Granada frühs um 6:40 abfahren, weshalb ich stattdessen erneut nach Cazorla gelaufen bin (wo ich vorher schon 2 Tage Pause gemacht hatte) Wettermässig war von im T-shirt und kurzer Hose in der Sonne sitzen über stürmisches Regenwetter, schnee und Hagel von allem was dabei. bis auf 2 Tage waren es tagsüber immer plusgrade und das kälteste was ich nachts im Zelt messen konnte waren -7°C vermute mal draußen wird’s noch ein bisschen frischer gewesen sein Die Landschaft war der absolute Traum! Ich war bis auf vereinzelte Waldarbeiter, Jäger und Trailrunner der einzige in den Bergen. Es gibt Unmengen von Geiern aber auch Bergziegen, Schafe, Rehe und Füchse konnte ich fast täglich beobachten. meine absolute Lieblingsstrecke war zwischen Refugio las bonderillas und refugio c.f. Fuente Acero!! malerische Landschaft, anspruchsvoller Trail (ich hatte sogar zweimal sicherheitshalber die eisaxt in der Hand) und ein paar der beeindruckendsten Felsformationen der gesamten Tour Gecampt habe ich außerhalb der Nationalparks wild und zweimal auf offiziellen Campingplätzen (10€ pro Nacht). besonders hervorzuheben ist Nuevo camping los viveros! Ich war einer von 5 Gästen (der einzige mit Zelt) und das große Bad war auf traumhafte 25°C geheizt… der nette Herr von der Rezeption meinte sofort falls es mir im Zelt zu kalt werde soll ich einfach im Bad schlafen . habe trotzdem im Zelt geschlafen aber die heiße Dusche und das trocknen sämtlicher Ausrüstung war eine Wohltat!!! ausserdem habe ich in Pedro Andres eine Nacht im Hostel Taibilla geschlafen (30€ für’s Einzelzimmer inkl. eigenem Bad und frühstück) und 3 Nächte im Casa Teo in Cazorla (35€ pro Nacht für eine ganze Ferienwohnung mit Küche, Kamin und Badewanne) innerhalb des Nationalparks habe ich mich auf Refugios und die ausgeschriebene Freien Campingplätze beschränkt Achtung: Wildcampen ist in spanien nicht erlaubt!! Ich achte immer darauf mein Camp weit abseits von Häusern und offiziellen übernachtungs möglichkeiten (Hotels, Campingplätzen etc) aufzustellen außerdem baue ich frühestens bei Dämmerung auf und auch spätestens bei Sonnenaufgang wieder ab… hinterlassen von Müll oder Feuermachen ist selbstverständlich tabu! ich hatte noch nie Probleme ich empfehle trotzdem niemandem das nachzumachen! Ps Landessprache einigermaßen fließend beherrschen ist bei so etwas mMn. Pflicht Achtung: die acampada libres und area recreativas müssen (eigentlich) vorher reserviert werden!! Die Refugios sind für Wanderer immer offen ich hab glücklicherweise in den ersten Tagen einen Park Ranger getroffen der mir (weil off-season) ein generelles ok für die Campingplätze gegeben hat. insgesamt war es eine tolle Tour sehr schöne gegend und ich komme bestimmt wieder! Gerade die off-season kann ich empfehlen, die Restaurants und Unterkünfte freuen sich tatsächlich auf Besuch und sind nicht völlig überrannt, in den Bergen ist man für sich und alles ist deutlich günstiger als in der Hauptsaison. Die Schneemengen hielten sich in Grenzen und falls es doch mal mehr sein sollte kann man Problemlos auf niedrigere Routen ausweichen anbei ein paar Fotos Auf Anfrage kann ich auch GPX Dateien teilen OT: ich speichere seit einiger Zeit auf meinen Touren alle Wasserquellen an denen ich vorbeikomme. macht das sonst noch wer? Gibt es einen Ort wo man diese wegpunkte für alle zugänglich sammelt/sammeln könnte? Schließlich habe ich schon unzählige Male Wasser für lange Strecken (bergauf) geschleppt nur um kurz vorm Ziel auf einen nicht verzeichneten bachlauf oder ähnliches zu stoßen das könnte dann wenigstens dem nächsten erspart werden
    11 Punkte
  24. Neuerdings gibt es ja die Nitecore NB10000 in der Version 4, bis jetzt gibt es nur „Reviews“, die imho überwiegend nur ein Unpacking und Runterleiern der Features, die auf der Hersteller-Website stehen, sind, ausser mal kurz ein USB-Meter dran hängen, wobei noch das Wichtigste übersehen wurde, gab es zumindest zu meinem Zeitpunkt des Checken nix – naja wie halt 98% von YT sind... Ich beschränke mich hier auf die Facts und erspare auch beiden Seiten x Hersteller-Pics oder Aufnahmen aus allen Winkeln, die kann man sich auch bei den Händler-Angeboten bzw der Hersteller-Website anschauen, mir sind die meßtechnischen Facts wichtig... Da zu meiner Überraschung das Teil Fr schon bei Sack & Pack aufgeschlagen war, habe ich sie mitgenommen, um sie mal eben durch´s Meßlabor zu jagen. Fangen wir mit dem Äusserlichen an : Volumen In mancher Pseudo-Review wurde lobend geäussert, daß die 4er vom Volumen deutlich kleiner wäre, ich weiß nicht, mit was die gemessen haben, oder ob überhaupt und ob sie noch wußten, wie Multiplikation geht, aber ich komme nicht zum selben Ergebnis... V4 → 4,67 cm * 1,46 cm * 11,72 cm = 79,91 cm³ V2 → 5,94 cm *1,07 cm * 12,17 cm = 77,35 cm³ Fazit → nein die V4 ist nicht kleiner, sie hat annähernd dasselbe Volumen bzw wenn man korithenkakerisch sein will, hat sie 3,3% mehr Volumen, aber es gibt ja auch Messtoleranzen... Gewicht Da hat sich tatsächlich ein bisschen, vermutlich durch das Wechseln der Akku-Technologie getan : V2 154,66 g, V4 145,17 g, also ca 9,5 g bzw 6,1 % leichter Manche mögen das neue kurze Flachkabel mit den Magneten toll finden, sieht ja nett / ordentlich aus, ich habe lieber möglichst wenig Magneten an der Ausrüstung, mag auch damit zu tun haben, daß ich Sachen bei habe, die auf Magneten empfindlich reagieren, wie Kompaß oder Karten mit Datenstreifen, da hat jeder seine Vorlieben. Kommen wir dann mal zu den Meßergebnissen : angegeben ist sie mit 6,800mAh 5V (TYP 3A) 34 Wh 7,200mAh 5V (TYP 1A) 36 Wh USB-C (OUT1) / (OUT2): 5V⎓3A / 9V⎓2.22A / 12V⎓1.87A (22.5W MAX) Bei 3 A Entladen habe ich 35,074 Wh gemessen, also ca 3,2 % mehr, als angeben Bei 1 A Entladen habe ich 36,260 Wh gemessen, also ca 0,7 % mehr, als angeben Bei Nutzung von einem Ausgang habe ich eine max Entladung von 22,8 W gemessen, also 1,3 % mehr, als angegeben. Beim Nachladen waren es 44,878 Wh, also ein Wirkungsgrad von ca 80,8 %, was auch ein guter Wert ist, aber natürlich eh nur für User eine Rolle spielt, die via Panel und nicht Steckdose reloaden. Kommen wir zur Load through Funktion, mal vorab, übliche Solarpanels haben eh 2 Ausgänge und wenn man schnell an der Steckdose nachladen will, hat man eh ein USB-Netzteil mit 2 Ausgängen mit den zu ladenden Geräten angemessener Leistung, ich finde die Funktion also rel sinnbefreit, ausser vielleicht für „Zimmerschläfer“. Wie bei sehr vielen PBs, wenn man sich nicht auf die Hersteller-Angaben verläßt, sondern nachmisst, schwächelt auch hier die Funktion aus meiner Sicht als Elektroniker, sobald man während des Ladens der PB einen Verbraucher an den freien Ausgang der PB anschließt, wird die Ladeleistung der PB auf den Wert des angehängten Verbrauchers reduziert, auch wenn diese deutlich niedriger ist, als die 22,8 W Ladeleistung der PB d.h. Es wird der an die PB angehängte Verbraucher geladen, aber nicht gleichzeitig die PB. Dazu kommt, daß dabei auf dem Ladeausgang die Spannung rel stark einknickt bei 3 A auf ca 4,5 V Ladeleistung Ausgänge / Parallel Verbraucher laden über die beiden USB-C Ports : Das habe ich mir messtechnisch näher angeschaut, da die 2 USB-C Ausgänge bei der V4 in meinen Augen gegenüber der V2 (wo es noch ein USB-A & ein USB-C waren) das Kabel-Wirrwar auf reine USB-C-Kabel zu reduzieren. Bei Nutzung von nur einem Port funktioniert auch PD, ich konnte z.B. meine V2 an der V4 mit 9 V laden. Bei 3 A liefert sie bei USB noch 4,92 V, was mehr als ausreichend ist. Bei Nutzung von beiden Ausgängen ist logischerweise PD in der Praxis nicht mehr möglich, das ist auch bei anderen PBs so. Einen weiteren Unterschied (neben USB-C statt A auf dem 2. Ausgang) gibt es : Bei der V2 wurden die Ausgänge, wenn man sie in die Überlast gefahren hat (mit z.B. mehr als 3 A) abgeschaltet, bei der V4 wird dann die Spannung entsprechend runter gefahren, daß keine Leistungs-Überlast auftritt, erinnert mich an den Power Boost bei den Ecoflow PS was bleibt noch... Die imho unsinnige Knock-Funktion, die die meiste Zeit eh nicht funktioniert und zu Glück abschaltbar ist. Was daran so großartig sein soll, wenn jetzt kurzfristig bunt leuchtende Ringe um die Ports sind, kann ich auch nicht nachvollziehen, aber das geht ja fix von selber aus. Die Umschaltung auf 1 A Ladestrom für Verbraucher zugunsten einer höheren Ladeenergie bzw Kapazität habe ich nicht weitergetestet, da ja nach meinen Meßergebnissen bei 1 A statt 3 A nur 3,3 % mehr Wh möglich sind (da die Wh bei 3 A 3,2 % mehr sind, als vom Hersteller angegeben). Im Gegensatz zu den vorherigen Modellen ist ein 9 V Si-Carb-Akku verbaut, wie in manchen Smartphones. Fazit : Wer gerade eine neue Powerbank sucht, kann ich die V4 echt empfehlen, in fast sämtlichen Messdaten übertrifft sie die Herstellerangaben etwas, hat in beide Richtungen 20% mehr Ladeleistung, ist 9,5 g bzw gut 6 % leichter und daß jetzt 2 USB-C Ausgänge statt 1* USB-A & 1* USB-C zur Verfügung stehen. Mir wären die Vorteile nicht das Geld wert, um von der V2 zu wechseln, das mag natürlicher mancher Grammjäger anders sehen..
    10 Punkte
  25. Vorbenerkung: Den VPW bin ich im letzten Jahr gegangen. Den Reisebericht aber nicht fertiggestellt. Hier nun einen ersten Teil… Ggf. folgt ein weiterer… Sofern ich meine Faulheit überwinden kann… oder ich beabsichtige euch zu nerven... VPW – Vogtland Panorama Weg Gestern ist Jesus in den Himmel gefahren. Ich fahre heute ins Vogtland. Vogtland ? Was’n das ? Weißer Fleck ! Also nichts wie hin ! Der Zug rollt pünktlich in Reichenbach am oberen Bahnhof ein. Kaum bin ich raus, düst er wieder ab. Tzzz… halt nicht die Deutsche Bahn… Hinter dem verlassenen großen Bahnhofsgebäude wird ein Supermatkt sichtbar. Das späte Mittagessen mit Cola und Kuchen ist also gesichert. Dann geht’s richtig los. Zum VPW, dem Vogland Panorama Weg… Reichenbach geht in Mylau über. Dort nach rechts zum Friedhof abgebogen. Er hat mich… – der VPW… Und der offeriert gleich mal eines seiner Merkmale: Es geht immer bergan ! Weiteres später… Die Höhe habe ich auf einem schmalen Trampelpfad erklommen. Der Weg führt durch Feldhecken hindurch zum zweiten Merkmal: Es gibt jede Menge Aussichten ! Auf Hügel (oder sind das schon (Mittelgebirgs-) Berge ?), auf Täler, auf Dörfer, auch mal auf ein Flüsschen… Eine Bank steht da. Draufsetzen und die restliche Cola reinschütten. Das dritte Merkmal des VPW offenbart sich: Es geht immer bergab ! Wenn es nicht bergan geht ! Weiter zwischen piepsenden und trällernden Feldhecken. Auf halber Höhe öffnen diese sich. Ein knallgelbes Rapsfeld unter knallblauen Himmel mit einigen Haufen an Wolken rückt ins Sichtfeld. Kitschig wie manche Postkarten, sofern mensch die noch kennt… Ich biege, ganz besoffen von soviel Idylle, nach rechts ab. Falsch ! Bemerke es. Aber auch ein anderer Wanderer tut das. Wie peinlich ! Schnell kaschiert mittels fingierter Fotoknipserei… Das vierte Merkmal des VPW: Er ist deutlich markiert ! Ausser für von Idylle Besoffene… Der schmale Weg schlängelt sich in Richtung in der Landschaft herumstehender Bäume. Schon bald gibt’s dennoch einen ersten Blick auf die ‚Göltzschtalbrücke‘. Ein geradezu irrwitziges und monumentales Bauwerk nur aus Ziegelsteinen und Mörtel in unzähligen übereinander stehenden Rundbögen. Und noch heute fahren Züge da drüber. Kann der Wanderer auch, sofern er mal kurz in die Vogtlandbahn hüpft. Die ist übrigens häufig mehr oder weniger wegbegleitend verfügbar. Zum Füsse ausruhen, Blasen abheilen lassen, Schneestürme und Orkane aussitzen… Der Weg lässt mich unter der ‚Göltzschtalbrücke’ hindurch. Auch der Blick von unten hinauf ist beeindruckend. Die riesige Brücke und das schmale Göltz-Flüsschen, ein Kontrast. Das Tal aber ist weit und so die Brücke daher lang und riesig… und haltbar, wie es scheint... Nun geht’s auf schmalen Pfaden auf halber Höhe an baumbestockten Hängen und Felsen entlang. Das fünfte Merkmal des VPW: Die (Trink-) Wasserversorgung aus kleinen Rinnsalen und Bächen ist eher kein Problem. Ein Blick auf die Karte ist dennoch immer hilfreich… An den Felsen treffe ich auf Kletterer. Da entlang in die Höhe würde mich keiner bringen. Bröckliges Schiefergestein ist eher was für Todessüchtige, oder ? Bei Göltzhammer begrüße ich die ‚Weiße Elster’, deren Verlauf ich nun ebenso wie dem der Vogtlandbahn folgen werde. Ich erst mal in der Höhe, die Bahn eher im Tal außer Sicht- und Hörweite. Bin nun auf etwa 350 m in der Höhe. Der Abend rückt heran, der Magen meldet sich. Der Kuchen ist verdaut. Am Ende einer Gartenanlage steht eine Bank in der Abendsonne. Und schon sitze ich drauf. Müsli mischen, Apfel schnippeln, mampfen, mit Wasser nachspülen… Schokalade … Auf der Karte entdecke ich eine grüne Fläche. Da müßte doch ein Schlafplatz zu finden sein… Denke ich… An der grünen Fläche angekommen, denke ich: Wird schwierig werden. Lichte Gehölze, der Boden in Schräglage, viele Wege. Nach dem Abklappern einiger potentieller Ecken ist die Wahl gefallen. Eigentlich für mich ein wenig nah am Gehölzrand, aber eben, ohne Hochstand eines Jägers in der Nähe. Ich mag niemanden in der Wahrnehmung seiner Interessein stören, egal ob Mensch, Tier, Pflanze und was es sonst noch geben mag… Ein Bauer lärmt noch mit Trekker und Stapler oder sonst was auf seinen Acker… Bei Dämmerung wage ich den Aufbau… Als es dunkel ist, wackelt ein Irrlicht über einen nahen Weg. Undefinierbar, was da geschieht… Irgendwann taucht es Richtung Tal ab… Ruhe… bis zum Morgen. Falsch gedacht ! Die Vogtländer sind echte Knaller. Der Grund der Ballerei bleibt mir verborgen. Soweit ich weiß, gilt auch im Vogtland der mitteleuropäische Kalender. Morgens bei beginnender Dämmerung dann die Brüllerei der Gefiederten. Ziemlich durcheinander das Morgenkonzert… In der Nacht gelernt. Sechstes Merkmal des VPW: Biwakplätze fallen nicht vom Himmel, sind aber ziemlich nahe, wollen dennoch sorgfältig ausgesucht sein… Praktisches am Morgen, da steht doch am Wegesrand gleich eine Bank. Frühstück, selten so früh. Habe noch etwas Zeit bis zum notwendigen Einkauf. Den Supermarkt wecken wohl keine Vögel... Bereiten des Morgenkaffees. Dazu wieder Müsli… Abstieg nach Elsterberg. Praktisch so ein schlaues graues Kästchen mit dem kleinen Bildschirm. Das weiß immer, wo es was zu futtern gibt… Kuchen und Cola als zweites Frühstück… Wandern ist echt super... Danach wieder hoch in den Hang, um gleich mal wieder runter zu gehen. Vorher noch einen Blick vom ‚Kriebelstein‘. Viel Landschaft, ein Blick ins Tal… Unten angekommen, begrüßt mich die ‚Weiße Elster‘. So nah, ist ein Kennenlernen möglich. Hier darf sie doch tatsächlich natürlich fließen. Im Flußbett liegen abgestürzte Felbrocken, links und rechts erheben sich Felsen. Munter plätschert, strömt und gurgelt es. Um die Felsbrocken mit bizarr aber natürlich geformten ‚Holzskulpturen‘. Ich höre, auf einer Bank sitzend, gerne zu… An den Ufern, neben dem Pfad blühen wilde Stauden und Kräuter. Hin und wieder kommt was vorbeigesummt und gebrummt. Manchmal kreuzt auch die begleitende Vogtlandbahn den Fluß. Störend ist die nicht… Weiter geht’s. Die Elstertalbrücke hat ein eisernes Korsett. Hier wird instandgehalten. Weg gesperrt… Aber doch nicht für mich ! Die Bahn fährt ja auch drunter durch, tzzz… Ich komme trotz der am Wochenende laufenden Arbeiten ungeschoren durch. Doch leider auf der verkehrten Flußseite. Hier hgeht’s als Abstecher zur Talsperre Pöhl. Keine Lust auf ein Bad. Also zurück. Neuer Anlauf und zum dritten Mal durch die Bögen der Brücke… geschafft. Niemand hat mich aufhalten wollen. Nichts ist mir auf die Birne gefallen. Glück muß mensch haben. Die Bahn pfeift drauf… Schmaler Pfad, steiler felsiger Aufstieg und ich bin im Nymphental. Hier plätschert ein Bach und es stehen Bänke. Sogar ein Papierkorb aus Waschbeton (Nostalgie ?) ist vorhanden. Mittagsrast. Nudeln, wie (fast) immer. Dieses Mal yum-yum mit ostasiatischem Geschmack. Als Nachtisch dazu etwas Schokolade. Was sonst... An der Pfaffenmühle zweigt eine Weg-Alternative zur Syrauer Drachenhöhle, zur einzigen Holländermühle des Vogtlandes, zur Schaudestillation und Absinth-Ausstellung (was es nicht alles so gibt ! Prost !) ab. Der Weg liegt in praller Soone, birgt viel Aspahlt und Bebauung. Die Höhle kenne ich aus Kindheitstagen und der Drache ist sowieso längst ausgezogen. Alkohol bei der Hitze ist auch nicht anzuraten. Die Mühle wird mich ohne Wind auch nicht kühlen. Also geht’s die Hauptroute in Richtung Stadtrand Plauen weiter… Der Plauener Stadtwald ist am Sonntag Nachmittag recht gut besucht. Es wird lauter. Hört sich an wie eine Horde Urzeitlicher auf’m Kriegspfad. Doch gefehlt, im Sportpark spielt irgendwer gegen irgendwen Fußball. Nicht gerade leise... Bis Zwoschwitz dann Asphalt. Die Sonne knallt noch immer vom Himmel. Dann steht auch noch ein Bus eines nach Selbstaussage freundlichem Reisebusunternehmen vor dem briefmarkengroßen wegweisenden VPW-Aufkleber an der Laterne und ich laufe in praller Sonne einen Umweg. Egal, Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Fehler bemerkt und zurück. Über einen schattenlosen fußtraktierenden Geröllweg geht’s zum ‚Neuteich‘. Viel Betrieb, eine schattenwerfende Hecke. Ufff… erst mal hinstrecken… trinken, futtern… Auf zum NSG Großer Weidenteich. Es knallt schon wieder, am hellichten Tag, im Wald. Räuber ? Da mache ich doch gern einen Bogen drum. Trete ein in ein Meer aus Gelb. Der Ginster ist auf riesigen Flächen in voller Blüte. Darin bade ich doch gern… und verlaufe mich… wegen der Idylle (siehe viertes Merkmal des VPW)… Da mache ich gleich mal ein abendliches idyllisches Picknick… und verlaufe mich schon wieder. Links wäre die rechte Wahl. Geradeaus ist’s auch nicht schlecht… Immerhin komme ich so an der einzigen gastronomischen Versorgungsmöglichkeit weit und breit vorbei: ein Imbisswagen, geöffnet an späten Nachmittag, fast Abend !!! Abend ist das Stichwort. Schlafplatzsuche angesagt.Hinterm nächsten Ort geht es stramm beran. Die lang schon sichtbare querende Strasse ist leergedegt. Keine Fahrzeuge. Gequert. Hier müßte ich doch fündig werden. Ein Bestand an jungen Laubhölzern bietet sich an. Doch der steht an einer Wegkreuzung und davor steht eine einsame Bank… Egal, hier ist ‚tote Hose‘. Also rein da, ein paar Meter hinter der Bank… Tote Hose ? Mitten im Aufbau kommt ein Auto aus Richtung Wald, fährt vorbei. Ist sicherlich die Ausnahme. Wenig später ein Auto aus Richtung Straße. Hält an der Wegkreuzung, Türen klappen mehrfach, dreht um, Türen klappen, fährt von dannen. Uff, Aufatmen. Das war’s hoffentlich… Irren ist menschlich. Aufbau fertig, da höre ich Stimmen. Spinne ich ? War’s zuviel Sonne heute ? Keinesfalls, da Kommen Fußgänger. Es ist schon dunkel, im Wald. Und setzen sich auf die Bank. Ohje, was jetzt ? Sehen können sie mich nicht. Lampe brauche ich nicht. Hören auch nicht. Ich mache keinen Lärm… Abwarten ? Ich entscheide Abzubauen… Bin fertig. Da erheben sich die Personen und ziehen weiter… Ich auch. Ein paar Meter weiter in den Busch. Doch viel ist’s nicht. Mit Brombeeren stehe ich auf Kriegsfuß… Immerhin schlafen heute all die Knaller schon… Heute morgen geht’s mit den Liedern der Gefiederten Richtung Oelsnitz. Mal in der Höhe, mal an der Weißen Elster, durch die auch recht imposante Autobahnbrücke Pirk. Eine Bank wäre jetzt nett. Nicht’s Neues. Wenn man solche haben möchte, ist kilometerlang keine in Sicht. Ein umgetürzter Baum tut es auch. Etwas Kulinarisches, kreiert von Chefkoch Knorr, in den Topf rühren (Überraschung: Nudeln, mit Spinat !), Blubbern, Ziehen, Abkühlen lassen, Futtern… Die Beine lang machen. Da kommen doch tatsächlich zwei (noch ältere) Wanderer mit Rucksack daher. Sind einige Tagesetappen auf dem VPW unterwegs, von Pension zu Pension. Auch mal zurück mit der Bahn in die vorherige Unterkunft… Sie haben den VPW umgetauft In VHW – Vogtland Hunger Weg. Gaststätten, zumindest vor dem Abend geöffnete, mit Speisenangebot sind wohl Mangelware… Tzzz, da liebe ich doch meine Nudeln !!! Nach der Siesta treffe ich nicht nur die beiden Wanderer wieder, sondern vorher drei Bänke im Abstand von wenigen Metern. Die beiden Herrschaften, wollen nach Oelsnitz. Ich nehme eine abkürzende Variante und sitze bald an einem kleinem Weiher unter einem uralten Baum, auf einer Bank (!) und lass es mir gutgehen… Irgendwann ist auch völlig unaufregend ein Lagerplatz gefunden. Auch mal nett… Hase und Fuchs haben mir nicht ‚Gute Nacht‘ gewünscht. Aber ‚Guten Morgen‘. Der Hase mümmelt seine Frühstückskräuter, der Fuchs versucht sich im Mäusefangen. Der Wind hat stark aufgefrischt. Schwierig einen ruhigen Platz für meinen Frühstückskaffee und Müsli zu finden. Der Platz hier am Waldrand ist schön sonnig. Ich befürchte nur, das mir der den Kaffe aus der Tasse gepustet wird. Es gelingt mir mit Deckel drauf, den Kaffee doch allein zu trinken… Der nächste Einkauf steht an. Bad Elster. Königliches Kurbad. Kurbetrieb noch heute… der nächste Supermarkt aber knapp vier Kilometer entfernt (!). Doch siehe da, es gibt noch ein ‚nah und gut‘ o.s.ä., wo es alles für mich Rumtrampler für ein morgendliches Dinner gibt. Ein Kinderspielplatz mit viel Spielzeug, aber ohne Kinder und einer Bank. Ideal zum Futtern und stören werde ich wohl niemanden. Die Kinder sind bestimmt in ihren Gärten oder in der Schule. Höchst amüsant, wie ein gewerblicher Rasenmäher viele viele Male mähend über ein briefmarkengroßes Rasenstück düst… Ich gehe weiter. Bestaune die Königliche Bäderarchitektur. Schön anzusehen. Viel Schnörkel, viel weiß. Viel Tourismuskram… (Vielleicht gibt’s eine Fortführung….)
    10 Punkte
  26. Hallo Zusammen, ich habe über die Suche nicht wirklich was Grundlegendes zum Bonfus Altus 38 l (bis auf ein paar Querverweise und den Faden zum Vest Strap) gefunden und dachte, ich mache mal eine etwas ausführlichere Vorstellung des Rucksacks. Zunächst einmal einen ersten Eindruck. Ein Test auf dem Trail folgt später. Motivation Eigentlich bin ich mit meinen beiden Hauptrucksäcken Weitläufer Agilist 54 l und Hyberg Aguila 37 l sehr zufrieden und sie decken alle Szenarien ab bei mir. Da meine Frau bislang aber noch keinen UL-Rucksack hatte, sind wir die letzten Touren mit meinen beiden Rucksäcken gelaufen, ich mit dem Weitläufer und sie mit dem Hyberg. Da meine Sommerausrüstung für den Weitläufer aber inzwischen zu „klein“ ist, hab ich den Rucksack nicht wirklich komfortabel packen können. Meine Frau kam mit den breiten Schultergurten vom Weiläufer nicht zurecht, weshalb es keine Option war, dass sie ihn trägt. Außerdem hat der Hyberg meiner Frau auf Anhieb super gefallen und auch der Tragekomfort war perfekt für sie. Insofern hat sie den Hyberg übernommen und ich habe mich nach einer Alternative für mich umgesehen. Da der Hyberg bislang super passte für mich und ich nicht wirklich Kritik an dem Rucksack äußern kann (Verarbeitung tadellos, Gewicht in der X-Pack Variante unter 450 g, Hüftgurt abnehmbar), wäre es auch fast wieder der gleiche Rucksack geworden. Dann habe ich aber ein wenig recherchiert und bis auf den Bonfus Altus 38 gestoßen. Die Marke kannte ich schon, weil ich deren DCF-Foodbag habe, hatte mir aber noch keinen Rucksack dort angesehen. Bestellung/Lieferung Der Altus ist das Rucksackmodell von Bonfus, bei dem man zwischen 3 Größen (28, 38, 48 l) wählen und div. Optionen der individuellen Gestaltung nutzen kann: Farbe, Material und Anzahl der externen Taschen und der Schultergurtaschen, Bodentasche, Front- und Rückenschnürung, Art des Hüft- und Schultergurts, Art des oberen Befestigungsgurtes. Bei jeder Option wird man informiert, ob und wieviel sich das Gesamtgewicht nach oben oder unten bewegt. Bestellt habe ich den Rucksack dann in Ultra200 weiß, 38 l, Standard Schultergurte, Front- und Bodentasche in Standardmesh, Einteiliger oberer Gurt, Front- und Rückenschnürung, Seitentaschen in UltraGrid, kein Eisaxt-Loop, eine fest vernähte Schultergurttasche und eine abnehmbare Schultergurttasche. So, wie der Rucksack auf den Fotos zu sehen ist (incl. aller Taschen und Schnüre) wiegt er 409 g. Bestellt habe ich am 14.07.2025 mit avisiertem Lieferdatum am 14.08.2025, erhalten habe ich ihn dann am 21.08.2025. https://bonfus.com/product/altus-custom-pack/ Verarbeitung Vergleichen kann ich den Bonfus nur mit den beiden schon genannten Weitläufer und Hyberg. Die Verarbeitung vom Bonfus ist aus meiner Sicht tadellos und auf dem gleichen Niveau wie bei Weitläufer und Hyberg. Alle Nähte sauber ausgeführt, die Nähte außerdem komplett getapt. Alles macht einen durchdachten und hochwertigen Eindruck. Hinsichtlich der technischen Verarbeitung kann ich nichts finden, wo ich selbst etwas aussetzen müsste. Vielleicht noch was zur Farbe: Für die Fotos ist der Rucksack mit Kissen 😊 gepackt. Durch das weiße Ultra200 sieht man das Muster der Kissen durchschimmern. Das wird bei der schwarzen Option nicht passieren. Wer ihn in weiß bestellt, sollte diese halbtransparente Optik aber mögen, bzw. sie sollte keine Rolle spielen. Veränderungen / Verbesserungsvorschläge Den gelieferten Hüftgurt habe ich entfernt, da ich bei meinem Basisgewicht bisher immer ohne Hüftgurt ausgekommen bin und ihn eher als störend empfinde. Die Frontschnürung habe ich entfernt. Dass ich das vorhabe, wusste ich allerdings schon bei der Bestellung. Mir ging es darum, dass man die sechs kleinen Aufnahmen für die Gummikordel nur mit der Frontschnürungsoption bekommt. Da ich diese kleinen Aufnahmen sehr gerne haben wollte (weil ich sie zumindest teilweise für einen anderen Zweck nutzen will), habe ich also die Frontschnürung zwar bestellt, dann aber die Gummikordel entfernt. Die beiden Seitenschnürungen waren aus einer starren Kordel (kein Gummi). Schon beim Testpacken fiel auf, dass ich mit diesen Kordeln nicht ausreichend Druck auf meine Zeltstangen oder andere lange Gegenstände aufbringen kann und sich die Kordeln immer wieder gelockert hatten. Ich habe sie daher gegen eine 3 mm Gummikordel ersetzt, mit der dieses Problem nicht auftritt. Sobald ich 2 mm Gummikordel bestellt habe, tausche ich die 3 mm Kordel aber wieder aus. Aktuell hatte ich halt nur die 3 mm Kordel daheim. Die Seitentaschen sind für meinen Geschmack etwas zu knapp geschnitten. Ich bekomme zwar alle Dinge rein, die auch schon im Hyberg mit dabei waren, aber die Taschen vom Hyberg gefallen mir einen Ticken besser, weil sie merklich großzügiger sind. Außerdem haben die Seitentaschen beim Hyberg unten kleine Löcher, wo Wasser abfließen kann. Das hat der Bonfus leider nicht. Ob ich das selbst abändere, muss ich sehen. Erstmal bleibt es so. Packen Mein Basisgewicht für den Hyberg lag je nach Tour zwischen 3,5 und 4,2 kg und hat incl. Essen für 2 bis max. 3 Tage bequem in den Hyberg gepasst und incl. Essen war immer noch Luft im Hauptfach, so dass ich den Rolltop nie komplett ausgenutzt habe. Das selbe Setup passt genauso problemlos in den Bonfus. Auf den Fotos ist der Rucksack mit Kissen gepackt. Hier ist der Rolltop 5 mal gefaltet. Die Beladung entspricht ca. der „echten“ Beladung. Zwischenfazit Ich bin noch nicht mit dem Rucksack gelaufen, aber nach ein paar Mal Testpacken bin ich aktuell schon sehr happy mit dem Teil. Der Hyberg mit 37 l und der Bonfus mit 38 l spielen für mich aufgrund der gleichen Größe und der perfekten Verarbeitung in der gleichen Liga und hätte ich den Hyberg nicht meiner Frau gegeben, hätte ich keine Veranlassung gehabt, mir was neues zu suchen. Wie geht’s weiter? Ich bin in der nächsten Woche mit dem Bonfus Wandern und werde nach der Tour berichten, wie sich der Rucksack auf dem Trail geschlagen hat, wie der Tragekomfort ist, usw.. Dann würde ich auch ein paar Fotos des mit dem echten Setup beladenen Rucksacks hinzufügen. Vielleicht ist das ja von Interesse. Ich hoffe, für den/die ein oder andere/n waren ein paar nützliche Infos dabei. Nach dem Test in der nächsten Woche melde ich mich wieder mit ersten Eindrücken vom Trail. Bis dahin Blickpunkt
    10 Punkte
  27. waldhummel

    Rothaarsteig 2025

    Der Rothaarsteig hat ja einen gewissen Ruf als selbsternannter "TopTrail of Germany" und viele hier im Forum sind ihn wahrscheinlich auch schon gelaufen - als der Wald noch da war! Da ich in Nordrhein-Westfalen wohne, stand er auch für mich schon lange auf dem Programm. Dieses Jahr sollte es also endlich soweit sein - mein Mann und ich haben uns vor zwei Wochen auf den Weg gemacht und ich möchte Euch nun über unsere Erfahrungen berichten: Wir starten unsere Tour in Marsberg, weil wir dort im letzten Jahr die Hermannshöhen (unbedingte Empfehlung!) beendet haben. Ein knackiger Anstieg führt uns zunächst hinauf ins historische Obermarsberg. Anschließend folgen wir der Waldroute zum Diemelsee. Das lässt sich ebenfalls recht sportlich an, denn die Waldroute nimmt jeden Hügel im direkten Anstieg mit! Nachdem wir die imposante Staumauer des Diemelsees bewundert haben, folgen wir Doppelbalken nach Brilon. Das ist leider überwiegend Asphalt, aber immerhin recht direkt. Die ersten Kilometer nach Brilon sind gute bevölkert, denn es ist Wochenende. Es geht auch schon gleich ansprechend los mit einigen schönen Pfaden und viel Grün. So richtig begeistern uns die fast alpinen Pfade über den "Ginsterkopf-Kamm". Die Bruchhauser Steine schaffen wir leider nicht, da wir aufgrund von Gewittergefahr den Campingplatz in Bruchhausen erreichen wollen. Der Aufstieg auf den Langenberg weiß durch schöne Pfade und Nebel zu begeistern. Endlich sind wir auf dem höchsten Gipfel von NRW! Wunderbar ist auch der Weg über den Clemensberg, durch die Hochheide und über den Hillekopf. Kurz vor Winterberg überrascht uns die kleine aber feine Schlucht, die wir bislang nicht kannten. Der Aufstieg auf den Kahlen Asten ist angenehm und oben bewundern wir wieder die Heide. Der anschließende Weg nach Langewiese ist trotz Asphalt ganz schön, teilweise kann man neben der Straße gehen. Ein Kneippbecken erfrischt unsere Füße. Nach Langewiese weiter Asphalt und die ersten unangenehmen Kilometer auf Schotterpiste an den Weihnachtsbaumplantagen vorbei. Nach dem Heidenstock wird der Weg wieder etwas naturnaher und nach einer weiteren Forstautobahn erreichen wir den langezogenen Bergrücken der Kammvariante (Großer Kopf). Hier gibt es auch noch recht viel Wald. Nach der Millionenbank erreichen wir Jagdhaus, wo der Weg eine alberne Schleife drum rum macht (man läuft dabei mehr Asphalt als wenn man den winzigen Ort direkt durchquert hätte!). Nach Jagdhaus folgt großflächiger Kahlschlag (insgesamt ca 10 km am Stück), der sich bis zum Margarethenstein zieht. Hier auch schon mal ein Wort zu den Forstautobahnen: ich konnte es mir ja im Vorfeld nicht vorstellen, wie schlimm das ist. Ich dachte mir: naja, auf Schotter kommt man doch gut voran und wenn die Umgebung schön ist, dann macht das ja nix. Allerdings sind die Schotterwege hier im Rothaargebirge erstens brandneu (nach den großflächigen Abholungen der letzten Jahre mussten natürlich auch die zerstörten Wege - für die Forstwirtschaft! - wieder hergestellt werden), und zweitens mit wirklich riesigen, spitzen Schottersteinen versehen. Gut für die schweren Forstmaschinen, wirklich schlimm zu Wandern. Und es werden noch viele, viele Kilometer darauf folgen... Zwischen Margarethenstein und Rhein-Weser-Turm keimt Hoffnung auf, es gibt Wald und Naturpfade. Danach folgt der Anstieg ins Schwarzwassertal. Was sich idyllisch anhört könnte langweiler nicht sein. Ein kurzes Highlight ist die Überquerung des Bachs, in dem man prima wieder die Füße erfrischen kann. Weiter geht es auf Forstautobahnen, dann wieder durch Kahlschlag am Dreiherrnstein vorbei, bis wir an der Ferndorfquelle wieder Wald und Schatten erreichen. Die Ginsburg lassen wir aus Zeitgründen aus, der Gillerturm bietet schöne Aussicht. Auch ins Edertal führt eine Schotterpiste, hier immerhin etwas feinerer Schotter, der besser zu gehen ist. Richtig schön wird es im Ederbruch. Die Strecke bis zum Lahnhof führt an weiteren Quellen vorbei und endlich gibt es wieder Pfade und auch einiges an Wald! Nach dem Lahnhof wird es dann richtig schlimm, da hilft auch die grüne Oase an der Ilsequelle nix. Fast nur Kahlschlag auf Forstautobahnen in praller Sonne bis man die Tiefenrother Höhe erreicht! Das sind gut 25km!! Ab der Tiefenrother Höhe gibt es wieder Wald und Pfade. Man hat auch den Weg umgelegt, so dass er nicht mehr über den Radweg am Forsthaus Steinbach vorbei führt, sondern angenehm durch den Wald. Die letzten 12km nach Dillenburg haben es dann nochmal in sich: nach zwei Hügeln geht es noch ein drittes Mal dann so richtig fies und lang bergauf, bis man am Bismarcktempel vorbei endlich nach Brilon absteigt. Im Hofgarten von Dillenburg gibt es eine große Holz-Stele, an der man ein Abschlussfoto machen kann. Achtung: sie steht etwas versteckt hinter dem Biergarten. Mein Fazit des Rothaarsteigs: Bis zum Kahlen Asten finde ich den Weg geradezu großartig. Danach hat er seine Momente, aber auch mit Wald sind die Forstautobahnen einfach eine Zumutung. Mir ist ein Rätsel, wie der Rothaarsteig so einen guten Ruf erwerben konnte. Der Weg war unglaublich einsam, wir haben auf der gesamten Tour nur eine Handvoll Tageswanderer und einiges an E-Bikern (alle sehr entspannt) gesehen. Wann wanderen denn die vermuteten vielen anderen Leute den Weg?! Die zahlreichen Quellen sind ein Hit - allerdings sind sie vor allem im zweiten, nicht so schönen Teil zu finden. Nutzbar waren für uns: Ruhrquelle, Lennequelle (beide aber nur kleine Rinnsaale), Sombornquelle, Ferndorfquelle, Siegquelle, die heilige Ilsequelle und die Dillquelle.
    10 Punkte
  28. Hallo, ich stelle hier mein Zelt vor, das ich vor zwei Jahren genäht habe. Das Zelt ist mein bisher kompliziertes Nähprojekt, obwohl es auf den ersten Blick relativ einfach erscheint. Ich habe es aber doch am Ende geschafft. Es hat eine ganze Woche gedauert, von Zuschnitt der Muster bis Abschluss. Danach noch ein paar Stunden beschäftigt mit dem Abdichten der Nähte usw. Ich stelle es hier vor, um den Unentschlossenen Mut zu machen, anzufangen, auch wenn das Vorhaben überwältigend erscheint. Ich bin keineswegs ein Profi in Nähen. Es ist ein Firstzelt für zwei Personen. Ich finde es ist eher kuschelig für zwei Personen. Wenn man sich gern ja, dann geht es gut. Das Muster habe ich online gekauft. Es war relativ gut verständlich. Für die Öffnungen habe ich aus einem Stück Aluminium dieses kleine Teil gebastelt, das es bei anderen Herstellern auch gibt. Es hat nichts gekostet und war schneller als der Versand gedauert hätte, fertig. Die Nähte sind wie gesagt abgedichtet. Das hat sich auch bei Dauerregen bewährt. Ich habe nicht auf das leichteste Material gesetzt und wollte das P/L Verhältnis für mein Budget beibehalten. Unten seht ihr die Gewichte. Ich bin zufrieden, auch wenn es nicht super ultraleicht geworden ist. Ich denke bei der Größe und Budget wäre es nicht viel leichter werden können. Es kann aber sein, dass ich mich täusche Dazu habe ich ein paar Carbon Rohre und Alu-Rohrklemmen bestellt und ein paar Kleinteile aus Kunststoff in der Werkstatt angefertigt. Die Klemmen könnte noch ein paar Gramm verlieren, aber dafür hatte ich glaube ich keine Geduld mehr, als es dann soweit war. Daraus sind die Stöckchen geworden: Inkl. STS Big River Packsack und Heringe und Schnüre: Ich finde klein packbar: Danke für eure Aufmerksamkeit :)
    10 Punkte
  29. Ich habe über den 1. Mai-Brückentag meine Variante des Pfälzer Waldpfades gemacht. Meine Empfehlung; meist schöne einsame Wege und viele Einkehrmöglichkeiten. Hier ein paar Eindrücke:
    10 Punkte
  30. 0 Einleitung Hallo an die Community, ich möchte euch heute eine knapp 190 Kilometer lange Trekkingtour vorstellen, welche ich selbst ausgearbeitet habe und im Oktober 2025 Solo in dieser Form innerhalb von 8,5 Tagen mutmaßlich „erstbegangen“ bin. Ich hoffe, dass dieser Bericht den ein oder anderen hier anspricht und dazu inspiriert, auch mal solch ein (Planungs-)Abenteuer oder vielleicht meine Route zu wagen. Ich entschuldige mich vorab schonmal für die Länge der Posts, neben dem Wandern ist mein zweitliebstes Hobby das Schreiben. Ich teile diesen Routenvorschlag so ausführlich, weil es mich selbst bei meinen Recherchen oft extrem nervt, wenn man sich alle Infos aus gefühlt 349 verschiedenen Quellen ziehen muss und dann doch nicht weiß, ob die Reise nachher aufgeht. Daher hier eine hoffentlich ganzheitliche Zusammenfassung für jeden, der das auch mal machen möchte. Ich hoffe, euch ein wenig Fernweh machen zu können und würde mich dabei über jede Art der Rückmeldung freuen. Den zugehörigen GPX-Track habe ich bei Outdooractive unter folgendem Link veröffentlicht: https://www.outdooractive.com/de/track/lemnos-inseltrekking/334117623/ 1 Schnelle Infos - Ziel: Lemnos, nördliche Ägäis, Griechenland - Stil: Inseltrekking von Küste zu Küste - Routenlänge: ca. 190 Kilometer, davon 180 per GPS geplant plus ungefähr 10 Serpentinen- und Kamerastativ-Aufschlag - Dauer: 8,5 Tage - Durchschnittliche Tageskilometerlänge: ca. 22km, letzte Rauslaufetappe allerdings nur 10km - Gelaufene positive Höhenmeter: ca. 4.500 nach GPS-Tracking, 800 mehr als per Tool berechnet - Planung: Per Hand und Luftbildkarte, als Quellen lediglich WikiVoyage und ein Computerspiel - Navigation und Tracking: Garmin Epix 2 am Handgelenk, Garmin Explore App auf dem Telefon und inReach mini am Rucksack, allesamt bespielt mit OSM-Kartenmaterial Ziel: Meine Wanderung führte mich auf die achtgrößte griechische Insel namens Lemnos, welche in der nördlichen Ägäis vor der türkischen Küste und der Einfahrt zu den Dardanellen liegt. Falls sie überhaupt jemand kennt, dürfte einigen von euch diese genauso wie mir lediglich aus einem böhmischen Computerspiel aus dem Jahr 2013 bekannt sein, wo sie in einer um den Faktor 25 verkleinerten Version namens Altis komplett digital 1 zu 1 nachgebaut und für einen zukunftsfiktiven Militärkonflikt missbraucht wurde. Kurzer sprachlicher Einschub: Die deutsche Schreibweise ist Limnos, da man aber direkt nach dem ersten Tag vor Ort selbst nur noch die griechische Schreibweise Lemnos benutzen wird, bleibe ich auch hier im Reisebericht dabei. Die echte Lemnos ist knapp 500 Quadratkilometer groß und misst in ihren Ausmaßen knapp 30 x 35 Kilometer, wobei die Insel aufgrund ihres bereits sehr weit erodierten Vulkancharakters eine sehr differenzierte Landschaftsform mit etlichen Stränden, tief eingeschnittenen Buchten und einem relativ weich gezeichnetem Hügelrelief besitzt. In der Vergangenheit wurde das Aussehen der Insel als „im ägäischen Meer schlafender Schmetterling, der seinen Kopf unter Wasser hält“ beschrieben – wer auf die Karte schaut wird merken, dass diese Beschreibung recht passend ist. Warum die Wanderung auch bei entspannt geschwungener Oberfläche – der höchste Berg Vigla ist lediglich 430 Meter hoch – anspruchsvoll und herausfordernd bleibt, die Insel aus meiner Sicht gerade für Individualtrekker ein Paradies ist, man während der Wanderung mit Blick auf die Landschaft manchmal Vergleiche mit Schottland, Südafrika, Jordanien und den Falkland-Inseln zieht, man fast jeden Abend im Meer baden kann, man von der wunderbaren Tierwelt und der ältesten Besiedlungsgeschichte Europas im Hinblick auf die zahlreichen archäologischen Stätten begeistert sein und als Weitwanderer quasi von allen Einwohnern herzlich empfangen wird – und manchmal auch umarmt – das erkläre ich im Weiteren. Und wie unfassbar gut wilder Thymian duften kann. 2 Hinweise zur Schwierigkeit, den persönlichen Anforderungen und Rechtliches zum Wege- und Campingrecht Vorab: Es handelt sich ausdrücklich NICHT um eine existente, NICHT um eine offizielle und erst recht NICHT um eine ausgeschilderte Route! Den von mir gelaufenen Trail gibt es so nur in meiner GPS-Version! Verlauf und Markierungen: Es gibt auf Lemnos keinen markierten Weitwanderweg – überhaupt gibt es so gut wie keine markierten Wege auf der Insel! Insgesamt bin ich nur an zwei Touristen-Hotspots auf zusammengenommen vielleicht 800 Metern über sowas wie markierte Routen gelaufen, die dabei über sehr ausgesetzten Felsen verliefen und nur deshalb markiert wurden. Ich habe diese Route tatsächlich relativ spontan innerhalb von einer Woche per Luftbild und GPS-Routentool geplant, mehr dazu unter Punkt 8. Die Route ist in dieser Version also ausdrücklich nur mit GPS ablaufbar. Wegbeschaffenheit: Ich habe so wenig Teerstraße wie möglich verplant. Viele Abschnitte führen über Schotterstraßen, welche auch mit Abstand den größten Teil des Straßen- und Wegenetzes der Insel darstellen. Ein weiterer Teil führt lediglich über inoffizielle Wege und teilweise vorbei an oder sogar über Privatgelände wie zum Beispiel Weizenfelder oder Schafwiesen und in drei Fällen auch unmittelbar über Bauernhöfe. Und einige Kilometer sind tatsächlich lediglich Durschlageübungen querfeldein, welche größtenteils aus vorgetretenen Trails von Ziegen und Schafen bestehen, in kurzen Abschnitten aber tatsächlich nur durch das zugewucherte Buschwerk führen! Ich habe es mal grob ohne Berücksichtigung von Serpentinen überschlagen, dabei teilen sich die 180 Kilometer der GPS-Route auf in ca.: - 50% Schotterstraßen und Feldwege, - 15% Asphalt- oder Betonstraßen sowie gepflasterte Wege in und um Ortschaften, - 35% Querfeldein-Abschnitte, auf denen größtenteils die genannten Trampelpfade der Ziegen genutzt werden können und damit problemlos ein Single-Trail-Eindruck entsteht – wenngleich es auch einige kurze Abschnitte ohne jeden Weg durch die Botanik gibt, mehr dazu im zweiten Post mit den Etappenbeschreibungen. Schwierigkeit: Wegbeschaffenheit: Einfach Gesamtschwierigkeit: Eher schwer. Warum das? Zu zwei Dritteln sind die Wegbeschaffenheit und die Höhenmeter wie oben beschrieben eher einfach bis mittelschwer und technisch leicht einzuordnen. Nichtsdestotrotz würde ich die Gesamtschwierigkeit als eher schwer bezeichnen, da: 1. Der Trek in dieser Form nur als GPS-Route existiert, 2. die genannten Querfeldein-Abschnitte steil bergauf und -ab, über ausgesetzte Felspassagen, über Sanddünen und über stacheliges Buschwerk führen, und 3. Erfahrungen im Management mit Wasser und Nahrungsmitteln, also das Rucksackgewicht betreffend, aufgrund des Fehlens von Nachschubquellen unerlässlich sind. Trinkwasser und Nahrungsnachschub: Pumpfilter ist Pflicht! Nahrungsnachkauf ist bei einem teilweise recht eingeschränkten Sortiment und unsicheren Öffnungszeiten möglich. Weiteres unter Punkt 9 bzw. im zweiten Post. Unterkünfte: Es handelt sich ausdrücklich um eine reine Zeltroute! Es gibt praktisch keine buchbaren Schlafmöglichkeiten auf der Route. Jedermannsrecht: Es gibt in Griechenland kein Jedermannsrecht, im Gegenteil, die Freiheiten im Hinblick auf Camping und Zelten sind in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden. Dies gilt aus meiner Erfahrung allerdings nur für das Festland und nicht für Lemnos. Beinah die ganze Insel wird als Weidefläche für Schafe und Ziegen genutzt, weshalb es etliche Weidezäune aus lediglich aufrecht gestellten Stahlmatten gibt, die sich kilometerweit über die gesamte Insel ziehen. Fast alle Sehenswürdigkeiten der Insel lassen sich jedoch nur erreichen, wenn man diese Zäune an Toren bzw. offenen Stellen durchschreitet oder die Zäune einfach übersteigt. Daher gibt es so etwas wie ein erweitertes Wegerecht, was durch jeden Anwohner toleriert wird. Ich habe auf der Wanderung ca. 60 Zäune überstiegen und mindestens genauso viele offene oder verschlossene Tore überwunden, häufig wurden mir diese auch durch Schäfer auf deren Höfe geöffnet, welche ich teilweise über deren Privatgrund und Ackerflächen begangen habe. Dies hat nie ein Problem dargestellt, im Gegenteil, ich wurde stets freundlich empfangen und es schien, als sei dies einfach normal bei ihnen. Wichtig ist hierbei nur, den Zaun so zu hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Militäranlagen: Die Route verläuft teilweise unmittelbar an geschützten Militäranlagen vorbei, welche in Griechenland zur kritischen Infrastruktur gehören und an denen besondere Regeln gelten, insbesondere im Hinblick auf das Fotografieren und Filmen derselben. Ich hatte dort absolut keine Probleme, habe meine Routenwahl aber daran angepasst. Näheres siehe unter 13 und im zweiten Post. In der Gesamtschau aller Punkte kann ich die Route daher nur Wanderern empfehlen, die nicht davor scheuen, einen Trek lediglich querfeldein per GPS abzulaufen, die bereits Erfahrungen in eher wasserarmen Regionen haben, die kein Problem darin sehen, vom Rucksackgewicht ohne Nachkauf gegen sich zu gehen und die damit klarkommen, auch mal Privatgrund sowie Zäune überschreiten zu müssen und daher auch zwingend mit Einheimischen in Kontakt kommen werden! Mein Vergleich: Wer in seiner Trekkingkarriere bislang nur ausgeschilderte Pilgerpfade mit Tagesrucksack und allabendlicher Unterbringung in einem Hotel mit Vollverpflegung beschritten hat, sollte diesen Trek besser sein lassen. Wer schonmal den Arctic Circle Trail in Eigenverantwortung gelaufen ist: Feuer frei! 3 Warum Lemnos? Als ich dieses Computerspiel damals spielte, hatte ich direkt den Drang, irgendwann mal das echte Vorbild zu besuchen und mir einen Eindruck davon zu machen, ob die Landschaft eben nicht nur als Bühnenbild für einen fiktiven militärischen Konflikt in mittelfristiger Zukunft herhalten kann, sondern vielleicht auch als erfüllendes Wanderziel dienen könnte. Nachdem ich jetzt selbst da war, habe ich den unweigerlichen Eindruck, dass Lemnos aus meiner Sicht das perfekte Reiseziel für Individualtrekker ist. Warum? 1. Optimales Wetter mit angenehmen Tages- und Nachttemperaturen insbesondere auch in der Nebensaison. 2. Ein ausreichend hohes, aber sehr differenziertes Relief - man sieht von fast jedem hohen Punkt auf der Wanderung, wo man schon war oder wo es noch hingeht. 3. Geringe Reisekosten in Bezug auf so gut wie alle Posten: An- und Abreise, Unterkünfte, Herumkommen, Essen und Trinken, Eintrittspreise und Mietwagen. 4. Große Dichte an antiken Sehenswürdigkeiten im Kontext der griechischen und europäischen Geschichte. 5. Reiche Artendiversität insbesondere bei der Fauna, mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch eher seltene Arten in direkter Nähe zu sehen. 6. Trekkingtechnisch absolute Abgeschiedenheit mit Wildnis-Charakter bei durchaus ausreichender Versorgungsstruktur – sofern dies gemäß Individualurlaub-Ethos gelebt wird. 4 Warum kennt man Lemnos nicht? Und warum sollte man das ändern? Gute Frage. Warum kennen die meisten Westeuropäer (meiner 90er-Generation) Lemnos nur aus einem Computerspiel? Weil die Insel touristisch bislang vollkommen am Leben vorbeigelaufen ist. Lemnos wird in den wenigen Reiseführern, die sie thematisieren, als verschlafene griechische Perle beschrieben. Trotz ihrer Größe hat die Insel nur knapp 16.000 Einwohner, aber ungefähr fünfmal so viele Schafe und Ziegen. Große, ausgebaute Ferienkomplexe für Pauschalurlaube gibt es überhaupt nicht, sondern nur einige kleine, aber mit hohem Standard geführte Familienhotels. Die meisten Urlauber sind selbst Griechen, welche Lemnos aufgrund ihrer über 200 Sandstrände in den Sommermonaten zur griechischen Ferienzeit besuchen und die Zeit mit Baden und Partys an den etlichen kleinen Strandbars verbringen. Dazu gesellt sich eine kleinere Anzahl von Touristen aus Osteuropa sowie per Fähre übergesetzte Camper – tatsächlich auch aus Deutschland! – welche die hier im Vergleich sehr günstigen Preise schätzen. Denn auf Lemnos läuft das Leben tatsächlich noch so ab, wie es sich in den ländlichen griechischen Regionen in den letzten 150 Jahren eingependelt hat. Die meisten Einheimischen leben entweder vom Fischfang, der Viehhaltung oder dem Anbau von Hartweizen. Die Vulkanerde auf Lemnos hat nämlich nicht nur eine in den Sagen über Odysseus überlieferte heilende Wirkungen, sondern sorgt auch für eine große landwirtschaftliche Fruchtbarkeit, welche sich dem Urlauber vor allem durch den charakteristischen zitrusartigen Geschmack des auf Lemnos gekelterten Weines erschließen dürfte. Ich bin froh, Lemnos kennengelernt zu haben. Und das bei mir ausnahmsweise mal nicht nur wandertechnisch, sondern auch in dieser sehr charmant verschlafenen, griechischen Glückseligkeit, die das Einfach-so-vor-sich-hinplätschern mit sich bringt. Wer nach der Wanderung alles in Myrina gesehen hat und bei einem Tag ohne Programm einfach mal bei einem oder mehreren Gläsern Lemnoswein 3 Stunden lang am Strand in den beginnenden Sonnenuntergang glotzt, wird verstehen, was ich damit meine. 5 Warum teile ich diese Route? Ich habe tatsächlich etwas länger überlegt, ob ich diesen Trek wirklich teilen soll, da ich von dem einzigartig verschlafenen Charakter der Insel bei der gleichzeitig grandiosen Landschaft einfach begeistert war. Dieser Umstand rührt vermutlich nur genau daher, weil kaum jemand diese Insel kennt und dort wandern geht. Und genau deswegen hat mich der Spirit dort auch so sehr abgeholt. Ich habe bei meiner Internetrecherche im Voraus überhaupt keinen Bericht darüber gefunden, dass jemand dort schonmal auf diese Art wandern war. Falls das irgendwer liest und das in der Vergangenheit schonmal gemacht hat: Meldet euch bitte hier! Der Umstand der vermeintlichen Erstbegehung hat mich in meiner Planung und Umsetzung auf jeden Fall nochmal mehr motiviert. Im ausgelegten Feedback-Buch im Amphitheater haben Menschen aus etlichen Ländern dieser Erde bescheinigt, dass Lemnos der vermutlich friedlichste Ort auf diesem Planeten ist, dass jemand dort wandern war, hat aber niemand verewigt. Zum Teilen der Route hier habe ich mich aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen der einheimischen Bevölkerung während meiner Wanderung entschieden. Der ein oder andere wird diese Gefühle kennen, wenn man als Trekker Länder bereist, in denen irgendwie alle ehrlich froh sind, dass man in ihrem Land wandern geht. Den häufigsten Kontakt hatte ich aufgrund der Abgeschiedenheit der Route mit lokalen Bauern, die selbst größtenteils noch in alten Steinhäusern leben und von denen kaum jemand Englisch spricht. Per Übersetzungs-App und mit Händen und Füßen habe ich aber ausnahmslos positive Rückmeldungen zu meinem Projekt erhalten. Irgendwie waren alle Menschen, die ich dort getroffen haben, wirklich glücklich darüber, dass es Menschen wie uns Wanderer gibt, welche ihre Heimat und ihre Lebensweise auf die grundlegendste aller Arten kennenlernen wollen. Bei meiner stinkenden, aber glückseligen Rückkehr nach 9 Tagen Wanderung in mein erstes Hotel in Myrina hat mich meine Hotelmama trotz der Umstände umarmt und ich musste ihr vor dem Duschen erstmal eine halbe Stunde lang Fotos von der Wanderung auf meinem Mobiltelefon präsentieren, wobei sie sich teilweise gefreut hat wie ein kleines Kind, weil sie seit Jahren nicht mehr an den tollen Orten gewesen ist, die ich auf dieser Wanderung sehen durfte. Ohne mein Zutun sagte sie von selbst, dass ich das irgendwo in Deutschland veröffentlichen solle, damit mehr Menschen die Schönheit ihrer Heimat kennen lernen können. Was soll ich sagen, den Bericht lest ihr jetzt gerade. Daher kurzer Einschub: Ich empfehle das Arxontiko Hotel in Myrina! Gute Preise, wunderbare Inhaberin! 6 Anforderungen an mein Ziel und den Routenverlauf Die Ideen für diesen Urlaub: - Routenlänge zwischen 150 und 200 Kilometern - machbar in zwei Wochen, wobei Puffertage für organisatorische und genusstechnische Erlebnisse vor und danach möglich sein müssen - An- und Abreise per vergleichbar günstigem Flug - möglichst homogener Verlauf durch alle wichtigen Naturregionen, wobei man im besten Fall alle wichtigen touristischen Highlights mitnimmt Dieses Jahr war ich planungsfaul und hatte mir lange Zeit keine Gedanken zu meinem Herbsttrekking gemacht. Alle meine bisherigen Wanderpartner waren in anderen Verpflichtungen gebunden, womit eine Solo-Tour anstand, deren Planung mich nur für mich selbst verantwortlich machte und meine Motivation nochmal schmälerte. Vier Wochen vor dem Urlaub musste dann irgendein Ziel her, weshalb ich mir Lemnos von der Löffelliste gefischt habe und siehe da, die Flüge waren vergleichsweise günstig. Daher habe ich, ohne groß über die Konsequenz nachzudenken, die An- und Abreise vor der Planung gebucht, was mich in den nötigen Zugzwang versetzte. Die Planung gestaltete sich dann aufgrund fehlender Quellen tatsächlich recht schwierig, ich habe lange gesucht, aber einfach nichts zu Trekkingreisen auf Lemnos gefunden. Ich habe daher etwas gemacht, was ich zuvor noch nie getan habe, nämlich mir die spannendsten Sehenswürdigkeiten der Insel aus der englischen WikiVoyage rausgesucht und per Hand über eine GPX-Anwendung eine vermeintliche Route in einem Luftbild zusammengestrickt. Erstaunlicherweise kam ich auf die ungefähr gewünschte Routenlänge, die im GPX-Trek 180 Kilometer lang war. Da ich hierbei keinen Serpentinenzuschlag oder das Zurücklaufen von Kamerastativen mit eingerechnet habe, konnte ich aus Erfahrung von knapp 3 bis 8% zusätzlicher Strecke ausgehen. Dies ist auch so aufgegangen, am Ende hatte ich getrackte 190 Kilometer auf dem Tacho. Die von mir vorgeplante Route nimmt die aus meiner Sicht sechs wichtigsten und höchsten Berge, alle eingerichteten Naturschutzgebiete sowie alle geologisch und archäologisch interessantesten Sehenswürdigkeiten mit, wobei sie so verläuft, dass man bis auf zwei Ausnahmen eigentlich jeden Abend im Meer schwimmen kann. Zusätzlich habe ich versucht, nach Möglichkeit besondere Zeltplätze in die Route einzuweben. Was für mich am Erstaunlichsten ist: Obwohl die Route nur per Luftbild geplant war, ist sie fast ohne Abweichungen genauso und damit gefühlt perfekt aufgegangen. Ich habe sie vor Ort lediglich in Abschnitten angepasst, wenn bestimmte Relieflinien oder Felder einfacher zu begehen gewesen sind. Was auf der Route fehlt: Die mutmaßlich interessanten Zentralbereiche rund um den alten Vulkankegel von Vouni bei Katalakko sowie die grünen Hügel von Agios Dimitrios. Die haben schlicht und ergreifend nicht in die Routenvoraussetzungen gepasst. Man kann sie auf der fünften Etappe von den Höhen sehen, wer sie aber wirklich erleben will, dem empfehle ich den Besuch nach der Wanderung per Mietwagen. 7 Reisezeit und Wetter Meine persönlichen Präferenzen sind entspannte Tagestemperaturen ohne großartiges Geschwitze bei moderaten Nachttemperaturen, welche eine leichte Ausrüstung ermöglichen. Aufgrund meiner beruflich vorgeplanten Urlaubszeit hatte ich keine andere Wahl als den Zeitraum in den letzten beiden Oktoberwochen. Auf der Insel wurde mir von allen Einheimischen tatsächlich die Haupturlaubszeit zwischen August und September empfohlen – ich sollte dann nochmal wieder kommen, weil dann so richtig was los sei auf der Insel. Spätsommerliche Temperaturen über 30 Grad und überfüllte Strände brauche ich aber nicht, der Osram von oben hat mir auch so schon gereicht. In meinen zwei Wochen Ende Oktober hatte ich entspannte Tagestemperaturen von 22 Grad, welche sich in der Nacht auf minimal 13 Grad abkühlten. Bei neun Tagen Wanderung hat mittags viermal die Sonne ohne Wolken auf mich runtergebrannt – da habe ich insbesondere in den Aufstiegen gut geschwitzt und dementsprechend viel aus der Trinkblase getrunken. Weitere vier Tage hatte ich eine dankbare Wolkendecke. Auf der siebten Etappe hatte ich kurzfristig für knapp eine Stunde richtig Platzregen am Strand von Keros, wobei dann wirklich regentechnisch einmalig die Welt untergegangen ist. Denn ab Ende Oktober beginnt die Regenzeit auf Lemnos. Der kurzzeitige Starkregen an Tag 7 war der Einzige während der Wanderung, wobei es in weiteren drei Nächten leichten Nieselregen während der Nachtstunden gab, allerdings immer erst spät, als ich schon im Zelt lag. Davon hat man aber tagsüber nichts mehr wahrgenommen, das Zelt war beim Aufstehen immer trocken. Wichtiger Hinweis: Trotzdem wird die von mir vorgeplante GPS-Route so nur vom Beginn des Sommers im Juli bis zum dauerhaften Eintritt der Regenzeit Anfang November funktionieren. Das liegt daran, dass ich einige Abschnitte verplant habe, in denen man entweder a) nur in der Trockenzeit durch Bachtäler schreiten kann oder b) über so spät im Jahr nicht mehr bestellte Felder laufen muss. 8 Hin- und herumkommen Schnelle Preisliste: - Flug von und nach Deutschland: ca. 350 Euro - Taxifahrten: Flughafen nach Myrina ca. 28 Euro, Fahrt über die komplette Insel von Plaka nach Myrina ca. 55 Euro - Mietwagen: Je nach Saison 20 bis 40 Euro pro Tag (deutscher Kartenführerschein in Verbindung mit Personalausweis reicht aus, Umschreibung auf EU-Führerschein ist nicht nötig) Flüge: Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht. Da ich in der Nebensaison da war, gab es auch nicht so viele Tagesflüge vom griechischen Festland wie sonst. Ich bin ab Frankfurt mittags mit Lufthansa nach Athen und von dort zwei Stunden später mit Olympic nach Limnos geflogen, Ankunft dort war um 20:45 Uhr Ortszeit. Durch die späten Rückflüge hatte ich auf der Rückreise eine Nacht von 22 Uhr bis 6:45 Uhr Stopover am Flughafen Athen. Der Flugpreis betrug inklusive 23kg Aufgabegepäck für Hin- und Rückflug insgesamt 350 Euro, in der Hauptsaison dann vermutlich dementsprechend teurer. Busfahrplan: Ein zusammenhängendes Bussystem mit Linien gibt es auf der Insel nicht. Oft fährt ein Bus morgens früh mit den Schulkindern aus dem jeweiligen Dorf in die Hauptstadt Myrina und von dort am Nachmittag wieder zurück. Ich habe keinen davon genommen und mir wurde bei meinen Rückfragen in den Ortskernen auch immer mitgeteilt, dass es eigentlich keinen festen Fahrplan gibt, sondern man mal so, und dann auch mal so fährt. Taxis: Besser klappt es mit den Taxis. Es gibt ein offizielles System per Taxameter, wobei man erwartungsgemäß zu Fahrtbeginn vom Fahrer immer nach einem schwarzen Festpreis gefragt wird. Für die erste Nachtfahrt vom Flughafen nach Myrina habe ich den Festpreis von 30 Euro genommen, bei meiner Rückfahrt mit Taxameter von Plaka hätte die Strecke vom Flughafen dann 28,50 Euro gekostet. Hab allerdings bei der zweiten Fahrt die Anfahrt nach Plaka nicht berechnet bekommen, da ich den gleichen Taxifahrer angerufen habe… Muss jeder für sich selbst entscheiden. 9 Details zu Nachschub und Quellen Wasser: Lemnos verfügt nur über eine Handvoll natürlicher Süßwasserquellen, welche insbesondere außerhalb der Regensaison häufig in nicht erreichbaren Lagen entspringen und nur selten am Ende das Meer auch erreichen. Als Erstbegeher der Route ohne genaue Kenntnisse über Quellen oder Bachläufe ergab sich daher für mich die Besonderheit, immer mit dem Unbekannten und damit mit Wasserknappheit rechnen zu müssen. Ich bin leider jemand, der durch Transpiration sehr viel Wasser verliert und dementsprechend intensiv ist mein Durst und damit Wasserverbrauch. Daher habe ich zu Beginn jedes zweiten Tages die Wassermenge von zwei Tagen geschleppt, das waren in der Regel so zwischen 5 und 6 Litern. Nach dem Trek kann ich sagen: Wer einen gescheiten Wasserfilter mitführt, kann fast an jedem Tag irgendwo Wasser zapfen oder kaufen! Fast. Ausnahmen: Lediglich für Etappe 2 (Fako-Halbinsel) und Etappe 8 (Überführung vom Salzsee Richtung Plaka) sollte man für zwei Tage Wasser mitschleppen. Die genauen Details zu den jeweiligen Wasserquellen sind den Etappenbeschreibungen im nachfolgenden Post zu entnehmen. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass das Leitungswasser in Myrina ausdrücklich nicht zum Trinken geeignet ist, da es aufgrund der alten Leitungen mit Chlor versetzt wird. Alle anderen Ortschaften auf dem Trek nutzen eigens angebohrte Grundwasserreservoirs, weshalb die Wasseraufnahme an den jeweiligen Hähnen auch ohne Filter kein Problem darstellt. Ich habe auch an den Tiertränken – sofern das Wasser nicht mit Kot verunreinigt sein konnte und frei floss! – teilweise ohne Filter getankt und hatte keinerlei Probleme, näheres siehe im zweiten Post. Nahrung: In Bezug auf den Nahrungsnachschub sieht der Trek leider relativ mau aus. Da ich in der Nebensaison gelaufen bin, hatten eigentlich alle Strandbars und die außerhalb gelegenen Restaurants bereits geschlossen. Ein zielführender Nahrungsmittelnachkauf während des Treks ergab sich bei mir daher nur auf folgenden Etappen an folgenden Stellen: - Etappe 3 in Kontias: Im Ortskern gibt es die Sariklis-Bäckerei. Der Inhaber Teo war einer der wenigen Kontakte auf der Wanderung, der perfektes Englisch sprach und mir, nachdem ich ihm von meinem Projekt erzählt habe, die komplette Getränkerechnung erlassen hat… Neben allerlei superleckeren griechischen Backwaren – unbedingt die gefüllten Blätterteigrollen mit Philadelphia-Frischkäse mitnehmen! – gibt es auch ein kleines Supermarktsortiment mit allerlei Säften, Bieren, Sprudeln, Nüssen, Keksen, Knabbersachen und sogar Tiefkühlware. Die Öffnungszeiten haben sich mir nicht so ganz erschlossen, er hat mir aber seine Mailadresse gegeben – fragt also im Zweifel unter teosariklis@gmail.com nach, ob er offen hat bzw. falls nicht, für euren Ankunftstag ein Carepaket bereithalten kann. - Etappe 4 an der Hauptstraße hinter Therma: Hier könnte man zum Trinkwasser- und Nahrungsmittelkauf ein paar hundert Meter auf der Hauptstraße Richtung Myrina laufen, dort befinden sich mehrere Tankstellen und ein Supermarkt, wobei man dann über Umwege wieder (auf eigener Routenfindung!) auf den Trek gelangen müsste. - Etappe 6: Am Ziel in Moudros, der zweitgrößten Stadt auf der Insel, gibt es eine Handvoll Supermärkte und Bäckereien, wo sich eigentlich so gut wie alles kaufen lässt. Abseits davon gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten. Da ich seit jeher mit Tütennahrung arbeite, hatte ich keine grundsätzlichen Probleme, habe mich aber an jeder verfügbaren Bäckerei mit Backwaren eingedeckt. Ich bin selbst noch nie nahrungstechnisch komplett „blank“ gewandert, glaube aber, dass Hardcore-Ultralightpacker auch mit dem kleinen Sortiment in diesen Läden klarkommen werden. Blöd wäre nur, wenn die zuhaben… Ruft also besser vorher an bzw. schreibt eine Mail. Und daher ebenfalls nice to know: Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind an die Entspanntheit auf der Insel angepasst. Die meisten Läden öffnen morgens um 9 Uhr und schließen zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr wieder, um dann gegen Abend um 18 Uhr nochmal bis ca. 21 Uhr zu öffnen. In der Zwischenzeit haben nur die großen Supermärkte in Myrina (LIDL, etc.) oder die wirklich kleinen Kioske, in denen man nur Getränke oder Süßigkeiten bekommt, offen. 10 Gaskartusche, Kartenmaterial und Ausrüstung Gaskartusche: Egal ob zum Stechen oder Schrauben, diese bekommt man direkt in Myrina tatsächlich relativ einfach. Fast jeder kleine Mini-Markt in der Altstadt führt ein großes Sortiment. Ich habe zwar am ersten Morgen etwas suchen müssen, werde euch aber auf der folgenden Karte zwei Märkte markieren, die definitiv beide Typen in verschiedenen Größen führen. Der Preis für meine 500 Gramm Schraubgaskartusche lag bei 4,80 Euro. Markt Nr. 1 liegt unmittelbar neben dem kleinen Marktplatz im griechischen (nördlichen) Altstadtviertel, Markt Nr. 2 am Ende der einspurigen Ampelregelung im türkischen (südlichen) Altstadtviertel. Kartenmaterial: Ich habe insgesamt vier ausprobiert und kann nun ausnahmslos die Karte vom Verlag Anavasi aus Athen empfehlen, diese lässt sich auch in Deutschland bestellen. Mal abgesehen vom schönen Werbslogan „Waterproof & Tearproof“ ist dies die aktuellste Karte, Stand bei mir war Ende 2024. Außerdem lässt sich diese wohl in einer App nutzen, die ich allerdings selbst nicht getestet habe. Hinweis: Trotzdem enthält die Karte nur alle offiziellen Straßen und Wege, die Querfeldeinabschnitte sind wie erwähnt nur per GPS machbar. Ausrüstung: Auf die persönliche Ausrüstung möchte ich nicht intensiv eingehen, jeder hat da seine eigenen Präferenzen. Ich habe aufgrund der Wettervorhersage eine Basisausrüstung im Komfortbereich von 10 Grad Schlaftemperatur ausgewählt, damit bin ich sehr gut gefahren. Ich hatte einmalig an Tag 7 eine Stunde tagsüber richtig starken Regen, wo mir die Regenjacke gute Dienste geleistet hat. Nachts hat es mehrfach geregnet, weshalb die Mitnahme des Außenzeltes die richtige Entscheidung gewesen ist. Aufgrund der Bodenbotanik empfehle ich allerdings dringend vernünftige Wanderschuhe mit Schaft sowie das Mitführen eines Wanderstocks für die steilen Abschnitte. Und leichte Aquaschuhe haben mir beim Baden sehr gute Dienste erwiesen, insbesondere im Hinblick auf die vorhandenen Seeigel. Zu beidem mehr im Post mit den Etappenbeschreibungen. 11 Kontakt mit den Einheimischen – Mobilfunkempfang - Naturschutzgebiete Kontakt mit Einheimischen: Auf dieser Route wird man aufgrund der örtlichen Begebenheiten unweigerlich insbesondere mit den örtlichen Bauern in Kontakt kommen. Ich habe, wie bereits teilweise beschrieben, ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht. Mir wurden alle Tore geöffnet und immer wurde gefragt, was ich mache und warum es ausgerechnet ihre Heimat Lemnos zum Wandern geworden ist. Oft wurde lachend mit dem Kopf geschüttelt, mehr als einmal hat man mich als Helden bezeichnet oder mich umarmt. Am ersten Abend habe ich mich tatsächlich kurz etwas unwohl gefühlt, weil zwei Jäger – die Vogeljagd ist auf der Insel noch weit verbreitet – vor der Dämmerung mit ihren Flinten und ihren Jagdhunden im Bereich meines Zeltes unterwegs waren und diese mich auch definitiv gesehen haben mussten. Sie kamen gegen ca. 19 Uhr Ortszeit, also bereits im Dunklen, zurück und leuchteten erneut mit einem großen Scheinwerfer ihres Pickups die Brackwasserlagune ab. Einen direkten Kontakt gab es nicht, mein Unwohlsein war im Nachhinein unbegründet. Im Gegenteil hatte ich keinerlei negative Erfahrungen. Mehrfach bin ich direkt über Höfe und privates Besitztum gelatscht, aber das gehört wie erwähnt bei der lokalen Bevölkerung einfach dazu. Man hat mich dabei sogar mehrmals gefragt, ob man mich mitnehmen oder mir anderweitig helfen könne. Die Hilfsbereitschaft hat mich ehrlich begeistert. Verständigung: Außerhalb von Myrina kann auf Lemnos eigentlich niemand Englisch sprechen. Daher empfehle ich, vorab die griechischen Sprachpakete einer Übersetzungsapp auf das eigene Telefon zu laden, um immer kommunizieren zu können. Mobilfunkempfang: Der ist grundsätzlich fast überall vorhanden, aber eben nur fast. Auf der Fako-Halbinsel und dem kompletten nordwestlichen Inselbereich gibt es einige blinde Flecken, in denen man keinerlei Verbindung hat. Ich habe standardmäßig ein InReach-Gerät mitgeführt und würde dieses zumindest für Solobegehungen insbesondere für etwaige Notfälle in diesen Bereichen empfehlen. Ansonsten findet man ein Mobilfunknetz ohne Probleme jederzeit innerhalb einer Halbtagesetappe. Naturschutz: Die Halbinsel von Fako, Teile rund um den höchsten Berg Vigla, die Dünen und der geologische Park an der Nordküste und auch die Salzseen an der Ostküste sind teilweise als Naturschutzgebiete gemäß den Habitat-Richtlinien „Natura 2000“ der europäischen Union ausgewiesen. Das sieht man auf etlichen, auch aktuellen Wanderkarten wie von Anavasi leider nicht. Zur Erklärung: Diese EU-Naturschutzgebiete werden zwar als für Vögel und Flora besonders schützenswert ausgewiesen, unterscheiden sich aber in ihrer Beschaffenheit extrem, oft ist ein generelles Betreten durch den Menschen erlaubt, auch querfeldein. Eine gemeinsame Nutzung von Natur und Mensch schließt sich also nicht grundsätzlich aus, Betretungsverbote sind eher die Ausnahme. So ist es auch auf Lemnos. Die genannten Orte sind zwar als Naturschutzgebiete ausgewiesen, werden hier aber sehr intensiv mit Ziegen und Schafen beweidet und daher auch mit deren Trails belaufen. Jeder sollte das für sich selbst entscheiden, wie er mit der Natur umgeht. Die von mir hier bereitgestellte Tour führt durch den Lebensraum von seltenen Pflanzen, Tieren, durch Dünenlandschaften und über einen der letzten Salzseen Europas. Ich selbst folge dem Eindrücke-Fußspuren-Kodex und hatte damit auf dieser Wanderung wunderbare Begegnungen mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt – mit griechischen Landschildkröten, Gottesanbeterinnen, Fledermäusen, der ein oder anderen Schlange und mehreren Scheltopusiken (ja, den kannte ich vorher auch noch nicht, sucht selbst nach dem Begriff, mehr dazu unter Punkt 14). Und von dem Duft des wilden Thymians will ich gar nicht sprechen – wer aber damit Probleme hat, durch den Lebensraum dieser Tiere und Pflanzen zu laufen, sollte die Route vielleicht besser bleiben lassen. Es besteht übrigens auf jeder Etappe die Möglichkeit, den selbst verursachten und mitgetragenen Müll in Sammelbehältern zu entsorgen. Es gibt nämlich an den Straßen stehende Sammelmülltonnen, die in regelmäßigen Abständen geleert werden. 12 Militäranlagen Aufgrund ihrer Lage nahe der türkischen Küste verfügt Lemnos über mehrere militärische Anlagen und Stützpunkte, welche insbesondere eine Infrastruktur für die griechische Luftwaffe bereitstellen. Es ist in Griechenland unter Strafe verboten, Fotos von militärischen Anlagen zu machen oder diese im umzäunten Sicherheitsbereich zu betreten. Im Gespräch mit der örtlichen Polizei wurde mir bestätigt, dass insbesondere von Touristen angefertigte unberechtigte Fotos alle Jubeljahre mal vorkommen, die Strafen reichen dabei von Geld- bis hin zu tatsächlichen Gefängnisstrafen. Die Polizei und auch die Wachsoldaten sind berechtigt, bei der Kontrolle von Personen die mitgeführten Mobiltelefone und sonstigen Kameras anzusehen und diese auf unberechtigte Fotos zu durchsuchen. Nach meiner Recherche wurde das in der Vergangenheit auch tatsächlich gemacht. Auf Etappe 1 (Stützpunkt unmittelbar hinter dem Ortsausgang von Myrina), Etappe 4 (Überschreitung des höchsten Berges Vigla), Etappe 5 (Stützpunkt vor Moudros) und Etappe 9 (Nordostkap) hat man auf dieser Route unweigerlich Berührungspunkte mit dem Militär. An allen Stützpunkten sind bereits ca. 200 Meter vorher große Schilder aufgestellt, die Fotos und Drohnenflüge untersagen. Aus meiner Sicht am kritischsten ist hierbei die Überschreitung des höchsten Berges Vigla bei Etappe 4, da auf diesem die Radardome für die Luftraumüberwachung der nördlichen Ägäis liegen und der eigentliche Gipfelbereich damit hinter dem Zaun militärisches Sperrgebiet ist. Zusätzlich erreicht man den Gipfel querfeldein und läuft unmittelbar an der Straße bzw. dem Einfahrtstor zum Stützpunkt vorbei, wo normalerweise niemals ein Tourist einen Fuß hin verliert. Ich bin da ehrlich gesagt einfach dran vorbei gelatscht, bis auf drei zivile Autos innerhalb der Umzäunung habe ich keinerlei Aktivitäten geschweige denn Wachsoldaten gesehen. Von mir hat auch trotz der dort installierten Kameras offensichtlich niemand Notiz genommen, wie auch auf dem Rest der Wanderung nicht. Im Gespräch mit der örtlichen Polizei wurde mir gesagt, dass man sich im Falle einer Kontrolle einfach kooperativ verhalten und seine Wanderabsichten äußern soll. Im Zweifel soll man das Mobiltelefon oder die Kamera vorzeigen und beweisen, dass man keine direkten Aufnahmen der Anlagen gemacht hat. Ich hatte keinerlei Kontakt mit Wachsoldaten, habe mich aber an die Regeln gehalten und niemals direkte Aufnahmen der Militäranlagen gemacht. In der Gesamtschau war dieser Punkt sehr entspannt. Nichtsdestotrotz möchte ich dies erwähnen, da ich nach meiner vorhergehenden Internetrecherche etwas Bammel hatte, der im Nachhinein aber völlig unbegründet gewesen ist. Macht euch also nicht unnötig Stress mit den Gedanken darüber. Und dazu noch historisches Nice-to-know: Unabhängig davon hat Lemnos militärisch gesehen eine sehr lange und aus meiner Sicht interessante Geschichte durch ihre besondere Lage vor den Dardanellen. Man sieht auf der Wanderung immer wieder Bunkeranlagen und Küstenbefestigungen aus den beiden Weltkriegen, teilweise nebeneinanderstehend sowohl aus dem britischen Gallipoli-Feldzug im ersten als auch von der Besatzung durch Nazi-Deutschland im zweiten Weltkrieg. Ein oder zwei meiner Zeltplätze liegen auch unmittelbar an alten Küstenbunkern oder Strandbatterien. 13 Was euch vom Trek abhalten könnte Kurz und schmerzvoll: 1. Dornige Birbanelle und andere Stachelpflanzen: Die komplette Insel ist in den Querfeldeinabschnitten von diesem kleinen, äußerst stacheligen Busch und anderem Kraut überwuchert, welches durch das konsequente Wachstum von Stacheln versucht, dass wenig vorhandene Wasser gegen Fressfeinde zu verteidigen. Obwohl ich die Büsche nicht verzehren möchte, gelangen die Stacheln ohne zu fragen problemlos durch jede Hose, sodass ich bereits nach zwei Tagen den Kampf aufgegeben und einfach mit kurzen Beinen weitergelaufen bin. Die Schienbeine sahen jeden Abend aus, als hätte man ein Jugend-forscht-Projekt im Hauptfach Akupunktur an mir durchgeführt. Die Stacheln nerven, tun aber nicht wirklich stark weh. Ich empfehle, vernünftige Schaftschuhe auf der Wanderung anzuziehen, damit man die Büsche in den Bereichen platttreten kann, in denen man die Ziegentrails verliert. 2. Der Geruch von Schaf- und Ziegenexkrementen: Die gesamte Insel wird intensiv für die Beweidung mit den genannten Tieren genutzt, welche dementsprechend häufig ihre Köttel in die Landschaft ablassen. Mich persönlich hat das nicht gestört, aus Erfahrung mit unserer damaligen Jordanien-Planung weiß ich aber, dass es Wanderer gibt, die sich explizit daran stören. 14 Was euch für den Trek motivieren könnte 1. Das Einlassen auf das Abenteuer. Mal wirklich ein ganzheitliches Abenteuer ohne bestehende Route. Was aber trotzdem wunderbar klappen wird. 2. Völlige Abgeschiedenheit auf einem Wanderweg, den es so nicht gibt. Niemand geht einem auf den Senkel, man kann tun und lassen, was die persönliche Auseinandersetzung mit der Natur hergibt. 3. Intensive Begegnungen mit der örtlichen Fauna. Man fängt plötzlich völlig sinnbefreit an, mit Schildkröten zu sprechen und fragt sich dauerhaft, was sich die Evolution bei der Entwicklung von Scheltopusiken da eigentlich so gedacht hat. Der Moment, wenn die Gottesanbeterin mit ihren beiden Fangarmen in deine Richtung argumentiert und sich offensichtlich darüber beschwert, dass du ihr die Sonne genommen hast. Und der Moment, wenn am Ende von Tag 5 bei Faraklos beim Abendessen tatsächlich Delfine in der Bucht herumhüpfen. 4. Der Genuss einer wunderbaren Landschaft, die einen als Beobachter in Ruhe lässt. Einer Landschaft, die eigentlich völlig flach und gleichzeitig ziemlich anstrengend ist. Und bei der einem aber trotzdem ständig die Kinnlade runterfällt, wenn man doch mal in die Ferne schaut. 5 Die für mich neue Möglichkeit, beinahe jeden Abend im Meer schwimmen gehen zu können. Gegen diese Form des Waschens kommt keine auch noch so intensive Deo-Dusche an. 5. Die ehrliche Dankbarkeit der auf Lemnos lebenden Bevölkerung. Das kann ich nicht beschreiben, dass muss man vor Ort selbst erleben.
    9 Punkte
  31. Ich habe @Lolaine Satz mit dem spekulieren anders verstanden, eher in dem Sinne "Man kann nicht wissen, was dort passiert ist". Eine Aufforderung zum Spekulieren habe ich daraus nicht vernommen. Frage: Wieso ist es respektlos über die Dinge zu reden, die dort am Berg falsch gelaufen sein könnten? Wir müssen den Beteiligten ja nicht Straftaten oder Versagen andichten. Jedoch wirft diese tragische Geschichte direkt mehrere Themen auf, die wir hier im Forum meiner Meinung nach besprechen sollten: - Risiko- und Gefahreneinschätzung bzw. generelles Verhalten am Berg: Da kann man gar nicht genug informieren. Bin selbst in jungen Jahren mangels Wissen, mangels geeigneter Ausrüstung und durch falsche Entscheidungen nach einer Hochtour in den Alpen im Krankenhaus gelandet. Das hätte auch übler enden können. - Die rechtliche Komponente, zu der schon @khyal und @icefreak was gesagt haben: War mir nicht bekannt, dass ich, wenn ich ne Wandertour für meine Freunde oder meinem Ü80 Vater aussuche, direkt rechtlich verantwortlich für meine Mitwanderer bin. Gut das @Lolaine auf das Thema hingewiesen hat. Da werde ich in Zukunft Touren dann vielleicht etwas konservativer aussuchen. - Das Verhalten unter Extremsituationen und unter Schock: Leider auch schon selbst erlebt, dass man selbst oder andere in Extremsituationen oder unter Schock irrationale Entscheidungen treffen und eben nicht das machen, was sinnvoll und nötig wäre. Auch darüber kann und sollte man hier im Forum sprechen, wie man damit umgehen oder das richtige Verhalten trainieren kann. @Biker2Hiker ich gebe dir in dem Punkt recht, wir sollten nicht wie Klatsch- und Tratschtanten über den Tathergang beim Großglockner-Fall spekulieren. Das wäre pietätlos. Jedoch ergeben sich aus den bekannten Fakten Fragen und Themen, die man schon hier im Forum besprechen sollte (vielleicht in neuen Fäden). Damit in Zukunft Wir und andere Menschen, die über das Forum hier stolpern, besser vorbereitet auf Tour gehen und Gefahrensituationen vermeiden oder bewältigen können.
    9 Punkte
  32. Etwas zum Nähen und den Features: Die Träger wurden aus mehreren Lagen genäht: 300den RS Cordura 5mm Evazote (aus Isomatte gewonnen) 5mm offener Schaumstoff (aufgrund Mindestbestellmenge habe ich jetzt einen Vorrat fürs Leben) festes Netzgewebe (Eyelet? Müsste mal alte extex Rechnunge rauskramen) Die Träger wurden, teils durch Teppichklebeband fixiert, am Rand zunächst mit Zickzackstich geheftet und dann wurde 20mm Ripsband angesteppt. So kann ich optimal alle Schlaufen anbringen und erhalte mein gewünschtes flaches Design. Ein sehr spezielles Feature sollte ein absolutes Low-Profile Band sein, für Reflektoren oder Blinkies. Habe ich mir irgendwo abgeschaut, natürlich. Die Verstärkung mit Schrumpfschlauch erforderte eine spezielle Methodik: man schrumpft ein passende Stahlmaß mit ein, dann schrumpft es nicht zu klein. Man könnte auch ein passenderes Material mit der korrekten Endgröße verwenden, aber das hatte ich nicht. Bei den Schlitzen ist Präzision vonnöten. Abgesteppt dann mit schmaler Raupe AKA Bartack: Anschließend mit einer übriggebliebenen Tube Reparaturkleber rückwärtig versiegelt. Hoffentlich hält das Zeug, ich hatte leider keinen Seamsealer da, war wieder mal alle. Das Innenleben, das muss vor allem hell sein, die Augen werden ja auch nicht besser: Ja, ist ein spürbarer Mehraufwand, aber extra für Euch habe ich mal den Taschenrechner gequält: bei ca. 0,7m² Inlinerfläche mit 70g/m² Flächengewicht kommt man auf rund 49g. Und es ist sehr wasserfest sowie extrem handlich, man spart sich die Hantiererei mit Müllsack-Inlinern, die nach einiger Zeit dann selber Müll sind. Nach der Tour hatte ich dann Zeit, die innere Befestigung am Wandermädelrucksack vorzunehmen. Dazu verwende ich ein festes planenartige Material von extex, das ist auch teilweise als Verstärkung im Hohlsaum drin. Das ist definitiv nicht auf meinem Mist gewachsen, wollte ich aber mal als sehr schlanke Lösung probieren. Man wickelt tatsächlich einen sehr kompakten, faltenfreien Falz, scheint zu funktionieren. Aber ich hatte wieder mal etwas ELEMENTAR wichtiges vergessen! Dann suche ich jedesmal nach einer Fläche, wo ich das da noch rantackern kann, ohne „Dichtflächen“ zu lochen. Das ist nur ein Spaßetikett, ich nähe im Grunde nur für mich (und das Wandermädel): Verwendete Garne und Nadeln: belastete Stellen 60er Aman Serafil / Seraton und 100er Jeansnadel mit „Titan“beschichtung unbelastete Stellen, vor allem der Liner: 60er Microtex-Nadel und Corespun (müsste 75er sein) Warum die 60er Microtex? Die 70er habe ich alle beim Tarp Nähen verbraucht, da bleiben die 60er über. Maschinen: Gritzner Tippmatic 1035 mit DFT Schließnähte mit der guten alten Veritas 8014/2 aus den 50ern
    9 Punkte
  33. Ich weiß ja nicht ob es an mir liegt, aber Platypusflaschen oder die Beutel für den Sawyer in Bächen oder Seen zu füllen, um danach das Wasser zu filtern ist ultra nervig und dauert ewig. Deshalb habe ich das Prinzip der CNOC Wasserbeutel in leichter und billiger kopiert. Mit Schere und Turbo-Clip. Man kann den Beutel nun also durch die große Öffnung flott befüllen. Hatte das Konstrukt auf Tour mit dem kleinen Sawyer Wasserbeutel erfolgreich im Einsatz und diesen nun durch einen 2l Beutel ersetzt. Wiegt 31g.
    9 Punkte
  34. J_P

    Impressionen von Touren

    Neulich auf dem Peaks of the Balkan. 22.08.25 - 04.09.25..
    9 Punkte
  35. Dingle Peninsula, Irland. Paar Eindrücke von neulich (auch zur Sommersonnenwende dort gewesen). Sehr schöne Landschaften, sehr wechselhaftes Wetter, v.a. in den "hills" oben kann es mit fast null Sicht (GPS halte ich für notwendig!) und/oder stürmischem Regen sehr fies sein, dazu kommt, dass in höheren Lagen nur wenige bzw. keine klaren Wege vorhanden sind und man quer durch moorig-nasses Gelände geht, waten muss, Morast immer wieder umgehen muss usw. (dürfte vergleichbar zu schottischen Touren sein, etwa Cape Wrath Trail, war aber noch nicht dort). - Vorsicht bei der Routenplanung, man läuft sonst womöglich viel direkt auf Straßen, z.B. viele Abschnitte des Dingle Way! Aussichten sind fast immer schön, aber Asphalt-Getippel mit durchaus ordentlich Verkehr immer wieder und kaum Grünstreifen am Rand machen wenig Laune.
    9 Punkte
  36. Gestern Abend (Sommersonnenwende) auf dem Hexatrek: Sonnenuntergang auf dem Petit Brézouard.
    9 Punkte
  37. Dune

    Norwegen Zelt?

    Wahre Worte. Meine persönlichen Gründe zum aktuellen Zeitpunkt. Leute sehen das mitunter anders und auch ich werde das möglicherweise irgendwann anders sehen Unna: Für das, was sie kann, ist sie einfach zu schwer. Damals hatte ich noch nie von UL gehört. Portal 2: Für 2 Personen schon eher eng, für alleine für mich zu klein und zu schwer, dünner Boden 20D mit PU braucht zusätzlich ein Groundsheet (noch schwerer), Aufbau Inner first bei Regen, Wind, Sturm ungünstig. Für sehr windige Regionen braucht es eigentlich das stabilerer Gestänge (noch schwerer), Fly sehr hoch geschnitten und super dünnes empfindliches Material 10D. Double Rainbow DW: Durch das Innenzelt weniger Platz als beim Single Wall Double Rainbow. Für zwei auch schon eher eng. Der Gestängebogen ließ sich nicht ordentlich zentrieren und wich immer von der Mittellinie ab (andere Führung als beim Single Wall). Top Strut nicht frei (wie beim Single Wall), sondern zentral fixiert. Mehr Stress bei Wind, überhaupt dieser Strut. Beim Lösen rutschte die Kappe ab. Beim wieder Einfädeln brach sie dann ab. Zum Glück nicht auf Tour passiert. Stress auf den Fly Reißverschlüssen relativ hoch. Nur ein YKK 3. Das 20D Nano Ripstop Silpoly (immerhin ohne PU) ist empfindlich (siehe hier). X-Mid Solid: Große Grundfläche, der einen ebenen Stellplatz braucht. Musste häufig ungewollt Extrakilometer einlegen, um das Ding zu Pitchen, weil kein Platz taugte. Das Material ist mir zu empfindlich. Das 20D Nano Ripstop Silpoly mit PU. Auch für den Boden ergibt für mich null Sinn. Das neue normale X-Mid 1 und der X-Dome haben 15D PU Silpoly. Nach den Tests von @wilbo ist mir das nicht geheuer. Zwei Apsiden sind nett, aber ich hätte eher lieber mehr Platz im Inneren gehabt. Das soll jetzt nicht heißen, dass mir nicht auch Dinge an den Zelten gefallen haben. Einiges fand ich super, aber letztlich ist es eine Abwägung, was einem wichtiger ist. Warum jetzt das Enan: Ich suchte EIN Zelt, das sturmfest, langlebig, einfach und unabhängig von Stöcken ist, weil ich es auch für's Bikepacking nutzen möchte, fast alles wegsteckt, egal, ob nun Gebirge oder 100 km/h Wind in Lappland und dabei noch leicht genug ist, um es zum Wandern zu nutzen. Kompromisse in Sachen Gewicht und Lüftung war ich bereit einzugehen. 20D Nylon Fly, 70 D Boden (kein Groundsheet), starke Reißverschlüsse YKK 5 Dual Pull, mit 2 Heringen steht, mit 8 Heringen ein Bunker. Flaches Profil für weniger Wind, alles dran, was ich brauche (nichts mit selber Nähte abdichten und Abspannleinen anfügen müssen). Hilleberg macht mit dem Enan vieles richtig. Für mich in der Theorie ein solides Gesamtpaket, das natürlich nicht perfekt ist. Ich mag, dass HB (genauso wie Tipik aus Frankreich) sich treu bleibt in Sachen Qualität und Langlebigkeit, während andere irrsinnig filigrane Materialstärken verwenden nur um noch leichter zu sein. Natürlich ist leichter durchaus eine Option (auch ich habe eine imaginäre Liste mit 4kg Basisgewicht), aber aktuell hab ich lieber Ausrüstung, die ein breites Einsatzspektrum abdeckt und wegsteckt, ohne mich dabei in die Knie zu zwingen. Um die 6kg ist da ein guter Kompromiss für mich, der es mir trotzdem erlaubt viele Kilometer am Tag mit einem Lächeln zurückzulegen. 😊
    9 Punkte
  38. J_P

    Impressionen von Touren

    Neulich im Mai 2025 auf dem Spessartweg II .. (sehr empfehlenswerter Weg für ein Wochenende):
    9 Punkte
  39. HerrBert

    Vorstellungsthread

    Moin, eine lange Vorstellung erspare ich mir, da ich meist nur still mitlese und selten das Bedürfnis habe, meinen Senf dazu zu geben. Meine Erfahrungen erwerbe ich am liebsten autodidaktisch, wurde aber vom Forum bereits mit einigen interessanten und hilfreichen Informationen beschenkt, die sich bewährt haben. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann auch mal was zurück geben... Bin Ü50, komme aus Franken und bin sehr gerne in gebirgigen Terrain unterwegs, früher schwer, heute leicht. Am liebsten im Zelt oder unter freiem Himmel, da ich selten jeden Meter vorher plane und lieber spontan und unabhängig über den Wegverauf entscheide. Highlight waren bisher letztes Jahr knapp 2000 km in 3 Monaten am Stück durch/über die Alpen. Liebe Grüße, HerrBert
    9 Punkte
  40. Winterflucht mit Handgepäck - das war der Plan. Wandern, aber in festen Quartieren übernachten mit einigermaßen leichtem Gepäck kompatibel zu den Vorschriften des irischen Billigfliegers führten zu einem speziellen Design eines „AirPacks”: Das Konstruktionsprinzip entspricht in etwa dem Design von Ray Jardin. Folgende Überlegungen und Randbedingungen standen am Anfang: Maximal Größe (konstruiert) 40cm x 30cm x 20cm entsprechend den Vorschriften für kostenloses Handgepäck. klares Design für sicheres Handling beim Transport robuste, stabile Außenhülle um Flixbus und Co. gewachsen zu sein hohes Maß an Wasserfestigkeit trinkblasenkompatibel verstaubare Schulterträger und ggf. Hüftband unauffällige Erweiterungsmöglichkeiten komfortable Kontaktflächen So entstand ein Entwurf mit folgende Features: kubisches Design 300den RS Cordura außen leichtes RS Nylon als Futter und für den Rollverschluß komplett separat eingehängter Inliner aus dünnem, hellen RS-Material mehrlagige Schulterträger mit verstellbarem Brustgurt und Schlauchführung große RV-Tasche an der Front (Innenmaß 25x25cm) separates Rückenfach für Trinkblase und ggf. Sitzmatte pro Pack insg. 12 kleine Schlaufen für optionale Bekordelung (Wanderstöcke anbringen usw.) stabile Befestigung für Reflektorband oder Blinklicht auffällige Greifschlaufe aus Mantel von gebrauchtem Kletterseil Reflektorschlaufen am Schulterträger Da diesmal ein Wandermädel mit am Start war, wurden zwei Exemplare gefertigt. Das Wandermädel bekam exklusiv ein 25mm Hüftband, ich hingegen meine 38mm MOTASY-Schnittstelle zur Handybefestigung mittels SP Connect Adapters und taktischer Schnalle (im Bild unten am linken Träger zu sehen). MOTASY heißt „Modulares Taschensystem“ und ist meine hauseigene Schnittstelle an allen meinen Backpacks, um eine einheitliche Befestigung von Zubehör zu gewährleisten. Zusammen mit den Brustgurten und dem Gummikordel-Gebamsel konnte ich so Dinge aus dem Bestand nachnutzen. Ein weiterer Unterschied betraf leicht eingekürzte Schulterträger beim Wandermädel, aufgrund der sehr kleinen Rumpfgröße. Ansonsten passt der AirPack mit seinen konstruierten Außenmaßen von 38x28x17cm gerade für kleine Menschen hervorragend. Im Flieger Nach problemloser Sicherheitskontrolle und Boarding passten die AirPacks einwandfrei unter den Sitz vom Vordermann. Da ist sogar noch Luft! Ich schätzte dann die Breite, anhand der auf dem Rückflug mitgenommenen (vor Ort erworbenen) Wanderstöcke, auf 48cm. Da kann man also noch was unter den Rolltopverschluß packen. Auf dem Trail Wir waren 2 Tage auf dem GR 221 unterwegs und die AirPacks haben sich auf Anhieb bewährt. Die wurden nur einmal probe getragen, ich bin mit meinem Exemplar Getränke und Snacks holen gegangen, kurz vor der Abreise. Auch bei starkem Regen drang kein Wasser ein, das Volumen war für eine Art „Hüttentour” mit ca. 20l mehr aus ausreichend und die Kontaktflächen aus einer Art Netzmaterial und 5mm offenem Schaumstoff erwiesen sich als sehr bequem. Was nicht so gut funktionierte: Beide Trinkblasen waren mit meinem gedachten Aufhängemechanismus nicht wirklich kompatibel (hier ohne Trinkblase) Während beim Wandermädel die Sirex Sitzmatte auf den Millimeter genau hineinpasse, hatte der steife und dicke Plastehaken der Camelbag-Kopie keine Chance, an dem G-Haken oder den Schlaufen Platz zu finden. Ein Stück Schnur, zur Schlaufe geknotet, schaffte dann Abhilfe. Meine Schnallen am Schulterträger, waren mangels Neuteile irgendwelchen gebrauchten und das recht dünne extex 20-mm-Band rutschte gerade lastfrei recht schnell durch. Das blaue RS-Außenmaterial war in punkto Wasserfestigkeit leider ein Fehlgriff, aber die innere (teurere) Polyestervariante hat letztlich das eindringende Wasser abgehalten. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit hatte ich kein System zum „inneren“ Schließen des Rolltopverschlusses. Aber wir bekammen das immer irgendwie wasserfest zusammengerollt. Wenn man die Handgepäckmaße wirklich einhalten möchte, gestaltet sich das formgerechte Packen sehr anspruchsvoll. Mit Trinkblase beult der Rücken schon deutlich aus. Sonst hängt bei meinen MYOG Rucksäcken die Blase hinter der eingerollten Isomatte, da ist die Form viel stabiler. Hier kann man nur möglichst locker Packen, damit sich das von selber zurechtzurrt, sobald man damit wandert. Das wichtigste - die Waage! Mein Airpack wiegt nackig 327g, die Wandermädel-Edition 340g (nun ein paar Gramm mehr, dazu später). Noch ein paar Detailfotos: Das verstaubare Hüftband der Wandermädel-Edition (hier ganz faul nur außen zusammengezurrt): Detail am Träger: Rolltopverschluß (die Schnalle hat eine geniale Klemmwirkung!): Die RV-Tasche: Abnehmbare Gummikordel: BTW, wenn man den Stopper lange am selben Platz lässt, bricht der Gummi regelrecht durch. Stopper immer ans Ende schieben beim Lagern, ist nun meine Devise, und einige Zentimeter Reserve einplanen. Mitten im Tramuntana-Gebirge: Die Jacke hinten zu befestigen hat sich nicht bewährt, ungünstiger Hebel. Aber wir konnten an dem Kordelzeug letztlich die Stöcke seitlich gut befestigen und sind auf der Rückreise so auch unbehelligt in den Flieger eingestiegen, obwohl die Stöcke deutlich länger als 40cm waren. Fazit: auch wenn das nicht das klassische UL-Setup ist, haben sich die UL-Prinzipien hier auch bewährt: an die Situation angepasst, mit den nötigen Features eine individuelle Lösung zu finden. Wir waren sehr zufrieden mit den AirPacks und werden die vielleicht sogar mal für eine extrem leichtgewichtige Übernachtung mir Tarp in klassischer UL-Manier nutzen.
    8 Punkte
  41. Es ist mal wieder Zeit für ein bisschen Trekking. Die letzte richtige Trekkingreise liegt schon mehr als ein Jahr zurück und wir hatten auch nicht so wirklich viel Spaß bei den letzten Trail Wettkämpfen. Also ging es ab in den Balkan. Ausrüstung Bevor man den Peaks of the Balkan wandert, muss eine grundlegende Entscheidung getroffen werden. Zelt oder Guesthouses? Die wichtigste Entscheidung vor dem Start war: Zelt oder Guesthouses? Wir entschieden uns, die 2–3 kg zu sparen und setzten auf Guesthouses. Im Nachhinein können wir sagen, dass dies die absolut richtige Wahl war, da die Unterkünfte sehr regelmäßig am Weg lagen. Einige davon sind sogar noch nicht auf Google Maps oder Mapy.com verzeichnet – man kann aber davon ausgehen, dass fast in jedem Dorf ein Guesthouse zu finden ist. Einen Teil davon kann man auch über Booking.com „buchen”. In Anführungsstrichen, weil, soweit ich das mitbekommen habe, scheinen viele dort nicht regelmäßig reinzuschauen und das jeweilige Zimmer zu reservieren. Im Folgenden noch ein paar interessante Ausrüstungsgegenstände: Beim Rucksack habe ich mich diesmal für das Modell Aonijie 30L Fastpack (FH2530) entschieden und es etwas modifiziert. Die zwei größten Veränderungen sind, dass ich den schmalen Gurt am Bauch durch einen Gossamer Gear Fastbelt ersetzt und vorne an der Brust eine Brusttasche angeschnallt habe. Die Brusttasche ist eine günstige Tasche aus China, die ich um zwei kleine Karabiner erweitert habe, damit sie sich vernünftig am Rucksack befestigen lässt und nicht mehr herumhüpft, wenn man läuft. Warum? Vor allem für mein Handy, da ich alle anderen Taschen und Möglichkeiten, dieses zu verstauen, bisher eher unpraktisch fand, weil das Handy entweder schwer erreichbar war oder Schweiß abbekam. Wir beide haben Hydrapak Flux 750ml mit einem anderen Mundstück von den Trailrunning Soft Flasks benutzt. Ja, sie sind schwerer als normale Plastikflaschen, aber wir finden Sie deutlich praktischer, weil man diese beim Gehen nicht rausnehmen muss. Diesmal habe ich die Fertig-Mahlzeiten von Huel ausprobiert. Etwas nervig ist, dass es diese nicht mehr in einem großen Sack gibt, sondern nur noch einzeln abgefüllt. Ich persönlich finde 400 kcal pro Tüte etwas wenig und musste daher mehrere Tüten vorher zusammenmixen. Ausprobiert habe ich: Spaghetti Bolognese (sehr gut), Mexican Chili (gut, etwas scharf), Cajun Pasta (gut, etwas scharf) und Chick'n & Mushroom Pasta (essbar, schmeckt mir aber zu mehlig). Alle sind auch vegan. Es gibt eigentlich nur einen Ausrüstungsgegenstand, den wir gerne dabei gehabt hätten. Einen Sun Hoodie. Der steht jetzt auch schon auf unseren Wunschlisten für Weihnachten. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter und deswegen gut gebraten. Wenn man sich nicht perfekt eincremt, holt man sich definitiv einen Sonnenbrand dort. An- & Abreise Hingeflogen sind wir über Tirana und zurück über Podgorica. Ich kann hier nur empfehlen beides über Tirana zu machen. Der Bus von Gusinje/Plav nach Podgorica dauert 3.5h und zieht sich wie die Hölle und ist auch bis auf das letzte Stück super kurvig, wodurch einem irgendwann einfach nur schlecht wird. Da war Tirana nach Shkoder und dann die Komani Lake Ferry doch etwas angenehmer. (Normalerweise würde man direkt von Shkoder nach Theth fahren.) Unsere faltbaren Carbon Wanderstöcke hat niemanden interessiert. Meine Freundin hatte diese sogar außen sichtbar am Rucksack. (Von Wien wussten wir von der Webseite, dass das eigentlich kein Problem sein müsste, aber beim Rückflug waren wir uns unsicher.) Vorab, wir sind den Trail entgegen der Standard Laufrichtung gegangen. Wenn man seine Ruhe haben will, ist das die richtige Wahl, wenn man mit Leute quatschen will, dann sollte man lieber die gängige Richtung wählen. Tagesberichte Tag 1: Ein besonderer Start (40 km • 2850 hm ↑ • 2300 hm ↓• 10:00 h) Früh morgens nahmen wir in Shkodër den Shuttle zum Komani-Stausee. Von dort ging es mit dem kleinen Boot "Dragobia", das fast wie ein Bus funktioniert, bis zur vorletzten Anlegestelle (Markaj). Uns beiden war klar, dass wir Theth nicht mehr im Hellen erreichen würden, aber Tom war definitiv zu optimistisch, was die Dauer der Strecke anging! Nach insgesamt 90 Minuten Busfahrt und zwei Stunden auf dem Boot starteten wir erst relativ spät um 11:30 Uhr. Die ersten, fast flachen Kilometer auf breiten Schotterwegen flogen nur so dahin, doch danach wurde unser Tempo stetig langsamer. In Curraj i Eperm, wo es auch Guesthouses gibt, hatten wir unsere einzige negative Erfahrung mit den Hunden dort: Ein Schäferhund war gar nicht begeistert davon, dass wir an seinem Schaffeld vorbeiliefen. Beim Verlassen des Dorfes hatten wir zum ersten Mal Probleme mit der Navigation. Eingezeichnet sind zwei Wege, einer davon ist angeblich markiert. Irgendwie wurden die Wege jedoch zusammengeführt und der markierte Weg existiert in dieser Form nicht mehr, zumindest ist der Einstieg nicht ausgewiesen. Bis auf die Tatsache, dass der neue Weg eventuell etwas länger ist, war es zum Glück aber nichts Dramatisches. Auf der anderen Seite des Berges bei Qerec-Mulaj ist auch ein Campingplatz ausgeschildert, wo es wahrscheinlich auch Wasser gibt. Ursprünglich war dieser Punkt für das Mittagessen eingeplant, aber ich wollte uns die zusätzlichen Meter und Zeit sparen und hoffte, dass es weiter oben noch eine Wasserstelle gibt. Das nächste Stück führte über eine Stunde durch einen Laubwald stetig bergauf. Wasser war Fehlanzeige. Zum Glück war der Weg zusätzlich zu den Standard-Markierungen mit neon-orangefarbener Farbe gekennzeichnet, was den Aufstieg erträglicher machte, da der Pfad nur stellenweise sichtbar war. Ein genauer GPS-Track ist hier wirklich ein Muss! Als wir endlich aus dem Wald kamen, wurden wir mit einer wunderschönen Aussicht belohnt – allerdings stand die Sonne schon tief. Der Weg war besser sichtbar als im Wald, jedoch stimmte die Route im GPS-Track nicht immer hundertprozentig mit dem markierten Weg überein. Das führte dazu, dass wir mehrfach den Weg verloren, wenn dieser mal nicht deutlich zu erkennen war. Die Dunkelheit, die circa ab drei Viertel der Strecke zum Pass, Joch oder Qafa einsetzte, machte die Sache nicht einfacher. Ich kann jedem, der nicht regelmäßig in den Bergen unterwegs ist und keine vernünftige Lampe dabei hat, nur abraten, den Weg im Dunkeln zu gehen, bzw. die Strecke in jedem Fall auf zwei Tage aufzuteilen. Als wir dann endlich über den Pass waren, wurde der Weg deutlich einfacher zu folgen, was man auch schon bei der Planung sehen konnte (Strava Heatmap empfiehlt sich, wenn man sich bei einem Weg nicht sicher ist, ob und wie viel er begangen wird). Wir beide waren aber mittlerweile so fertig, dass sich der Weg wie Kaugummi zog. Gefühlt war der Weg auch um einiges länger als es die Uhr angab. Ich vermute, dass die vielen nicht eingezeichneten Serpentinen hier eine bedeutende Rolle gespielt haben. Um 21:45 Uhr, nach 40 km statt der geplanten 38 km, erreichten wir endlich das Hotel. Tom hatte vorausschauend schon per WhatsApp mit der Unterkunft kommuniziert, was die späte Ankunft unkompliziert machte. Sogar heißes Wasser für unser lang ersehntes "Mittag-/Abendessen" bekamen wir noch. Tag2: Ein Erholungstag (27 km • 1250 hm ↑ • 1100 hm ↓• 7:00 h) Eigentlich war Plav das Ziel, aber der Marathon-Tag davor steckte uns noch in den Knochen. Daher entschieden wir uns für die entspannte Variante: Bis nach Gusinje wandern und von dort mit dem Bus nach Plav. Keiner von uns wollte schon wieder zehn Stunden unterwegs sein. Ausgeschlafen und nach einem "okay-en" Frühstück brachen wir auf. Der Start war einfach. Ein leicht ansteigender Forstweg, der bald in einen stetig steiler werdenden Singletrail überging. Oben angekommen, waren die meisten Höhenmeter des Tages geschafft, und wir genossen eine fantastische Aussicht zurück ins Theth Tal. Danach ging es nach einem kurzen Ab- und Aufstieg entspannt bergab bis Vusanje. Der schöne Trail wich zwar irgendwann wieder einer Forststraße, aber nach 5 km erreichten wir endlich Vusanje für unsere Mittagspause, wo wir unser Fertigessen zubereiteten. Eigentlich wollten wir den schöneren Wanderweg nach Gusinje nehmen, statt stumpf an der Straße entlangzugehen. Nachdem wir aber die erste Abbiegung verpasst hatten und die Alternativen den Weg nur unnötig verlängert hätten, entschieden wir uns für die Straße. In Gusinje deckten wir uns noch im IDEA Supermarkt (Kartenzahlung möglich!) ein, bevor wir den Bus nach Plav nahmen. Tag 3: Tag 3: Wunderschöne Höhenzüge (37 km • 2300 hm ↑ • 1800 hm ↓• 9:00 h) In Plav starteten wir nach einem schnellen Einkauf von Getränken im IDEA Supermarkt. Wieder führten die ersten Kilometer über einfache Forststraßen, bis der erste große Anstieg begann. Im Gegensatz zum Vortag war dieser zum Glück weniger steil und verlief größtenteils durch den Wald, also wurden wir nicht wie am Vortag in der Sonne gebraten. Oben angekommen folgten wir dem Kamm, was uns atemberaubende Ausblicke in alle Richtungen bescherte. Ein weiteres Highlight erwartete uns dort oben: der kleine Bergsee Hridsko Jezero. Nachdem wir den See umrundet hatten, stiegen wir durch einen Wald ab bis zu einem kleinen Bergdorf, wo wir kurz danach an einer Wasserquelle mit Unterstand unsere Mittagspause einlegten. Wir kamen durch ein weiteres Dorf mit Guesthouses, aber unser Ziel lag noch einige Kilometer vor uns. Vom Tal aus ging es wieder steil bergauf, diesmal kaum beschattet. Doch auch diese Anstrengung wurde gut belohnt: Wir wanderten auf einem weiteren Kamm entlang mit grandiosen Rundumblicken. Der Anstieg zum letzten Pass (Jelenka) war kurz und moderat. Der folgende Abstieg war dann aber knackig. Wir waren echt froh, diesen nicht im Aufstieg bewältigen zu müssen! Dazwischen gab es noch einen kurzen, steilen Aufschwung, der mit einem unnötig dünnen und wackligen Stahlseil gesichert war. Wir passierten auch einen beliebten Campingsee, bei dem wir leider feststellen mussten, dass das "Leave No Trace"-Prinzip nicht überall gelebt wurde. Bald darauf erreichten wir unser Ziel: das Dorf Leqinat und die Unterkunft Guri i Kuq. Unsere Gastgeber schienen überrascht über unsere Ankunft und quartierten uns kurzerhand statt im gebuchten Doppelzimmer in einem Ferienhaus mit acht Betten ein. Tag 4: Ein Tag zum Vergessen (30 km • 1200 hm ↑ • 1700 hm ↓ • 7:30 Stunden) Diesen Abschnitt können wir niemandem empfehlen! Er besteht zur Hälfte aus Asphaltstraße (15 km) und weiteren 10 km Forststraße. Es bleiben nur magere 5 km wirklich schöner Wanderwege, und die Aussicht ist die Mühe nicht wert. Wir raten dazu, vor Leqinat quer in Richtung Milishevc abzubiegen oder notfalls die Straße entlang zu trampen (was allerdings den 1200-Höhenmeter-Abstieg und Wiederaufstieg erfordert). Wenigsten war man relativ schnell unterwegs. Auch hier sind wir wiedermal in einer Unterkunft(Hotel Ruguva Camp) gelandet, die die booking.com Bestätigung sehen wollte, obwohl sie diese ja auch selbst haben müssten. Auch eine Unterkunft die ich absolut nicht empfehlen würde, Müll war nicht entlernt, Klopapier hat gefehlt, die Handtücher waren nicht frisch, der Boden war nur mäßig sauber und das Badezimmer war winzig. Immerhin roch das Bettzeug frisch und sie haben ein großzügiges Lunchpaket gemacht, weil wir früher los wollten um es vor der geforderten Deadline zur nächsten Hütte zu schaffen. Tag 5: Zurück zum Schönen – Die Belohnung wartet (29 km • 2500 hm ↑ • 1600 hm ↓ • 8:30 h) Nach dem wenig inspirierenden "Tag zum Vergessen" waren wir froh, direkt an unserer Unterkunft in den ersten Anstieg starten zu können. Ganze 5 km und 1200 Höhenmeter lagen vor uns, aber das war uns tausendmal lieber als weitere Kilometer auf Asphaltstraßen. Etwa auf halber Höhe, bei den kleinen Häusern, gerieten wir unabsichtlich auf den alten, mittlerweile etwas zugewachsenen Weg. Zum Glück trafen alter und neuer Verlauf nach nur 500 Metern wieder aufeinander. Oben angekommen, wurden wir für die Mühe belohnt: Es eröffnete sich uns ein herrlicher Weitblick über eine riesige Grasfläche. Hier trafen wir auch auf eine Kuhherde, die uns auf ihrem Weg zur Wasserstelle entgegenkam. Von dort ging es hinunter ins Dorf Milishevc und dann zügig über eine Forststraße nach Roshkodol. Die Wegführung hat sich wohl leicht geändert und führt jetzt durch auf der anderen Talseite entlang, aber die alte Route war auch problemlos begehbar. Ab Roshkodol wanderten wir stetig bergauf, das Tal entlang, bis wir im Talschluss einen Linksbogen zum Qafa Roshkoldol nahmen. Dieser obere Teil des Tals ist wirklich atemberaubend schön. Oben am Pass gönnten wir uns unsere wohlverdiente Mittagspause, bevor wir unseren Weg in Richtung Doberdol fortsetzten. Wir folgten größtenteils dem Kamm und entschieden uns spontan für einen kleinen Schlenker über den Berg Tromeđa. Dieser liegt nur etwa 120 Höhenmeter oberhalb des normalen Weges und war die minimale zusätzliche Anstrengung absolut wert. Von dort aus konnten wir endlich unser Tagesziel erblicken: das kleine, abgelegene Bergdorf Doberdol. Wir können einen Stopp in Doberdol nur wärmstens empfehlen! Mit dem Wasser sollte man aber eventuell hier etwas aufpassen, wenn man den Google Bewertungen trauen kann. Grundsätzlich haben wir unser Wasser immer mit unserem Grayl, wahrscheinlich etwas übertrieben, gefiltert. Übernachtung mit Frühstück, Lunchpaket und Abendessen kostet dort nur auch 35€ pro Person. Tag 6: Ein neuer Freund (31 km • 1500 hm ↑ • 2400 hm ↓ • 8:30h) Wir waren die Ersten, die an diesem Morgen Doberdol verließen. Wahrscheinlich war das der Grund, warum uns ein Hund folgte. Anfangs dachten wir, er würde uns nach spätestens 5 Kilometern verlassen. Schnell tauften wir ihn "Doggy 695", nach seinem Schildchen im Ohr. Doch der Hund dachte gar nicht daran, uns zu verlassen! Er folgte uns munter bergauf und bergab, vorbei an anderen Wandergruppen, die er nur kurz beschnüffelte. Der ist uns so brav gefolgt, dass die meisten dachten, dass wäre unser Hund. Die ersten 10 km schlängelte sich der Trail am Berg durch den Wald, mal leicht hoch, mal leicht runter, bis zum Qafë e Vranicës. Immer noch mit Doggy 695 an unserer Seite, wurde der Weg zu einer breiten, sehr staubigen Forststraße, die wegen Bauarbeiten recht befahren war. Zum Glück mussten wir diese nicht den ganzen Weg hinunter nach Cerem nehmen, sondern konnten einem kleinen Singletrail ins Dorf folgen. In Cerem, nach bereits 16 km, füllten wir unsere Getränke auf und gönnten uns zur Feier des Tages jeder eine Softdrink. Und Doggy 695? Er wollte sich immer noch nicht von uns trennen. Von dort ging es ähnlich wie am Vortag langsam bergauf durch das Tal bis zum Qafa Borit. Als hätte Doggy 695 gewusst, dass der vor ihm liegende Weg für ihn unpassierbar werden würde, schloss er sich kurz nach dem Pass einer anderen Wandergruppe an. Der Weg hinauf zum Qafa Presljopit war gespickt mit größeren Stufen, die kurzes zbd leichtes Kraxeln erforderten. Oben angekommen, legten wir eine späte Mittagspause ein. Zur Motivation der Freundin schloss sich beim Abstieg ein neues Gruppenmitglied uns an. Ein Wanderer auf Tagestour. Saskia ist vorne weggelaufen, um den Wanderer abzuschütteln, aber mit wenig Erfolg bis nach Valbone sind wir zusammen gelaufen. In Valbone hatten wir uns den Aufenthalt im "Luxushotel” gegönnt. Jedoch mit mäßigem Glück. Das WLAN funktionierte nicht, der Spa war nur nach Voranmeldung nutzbar, unsere Kühlpacks wurden nur in Eiswürfel gelegt anstatt in den Gefrierschrank, und selbst das Frühstück war bei Öffnung noch nicht komplett fertig. Unser Tipp: Lieber eine einfache Unterkunft nehmen und nur die Hälfte bezahlen. Tag 7: Ein krönender Abschluss (22 km • 1700 hm ↑ • 1700 hm ↓ • 7:00h) Nach dem etwas enttäuschenden "Luxus"-Aufenthalt in Valbone starteten wir in unseren letzten richtigen Wandertag. Als krönenden Abschluss hatten wir uns vorgenommen, noch einen Gipfel zu besteigen. Die Wahl fiel auf den Maja e Rosit mit 2523 Metern – zwar nicht der höchste Berg der Gegend, aber mit einer tollen Prominenz und einem exzellenten Rundumblick. Wir waren beide schon ziemlich müde und begannen den 8 km langen und etwa 1500 Höhenmeter umfassenden Anstieg. Obwohl unsere Rucksäcke mittlerweile deutlich leichter waren, machten sich die fast 30 Kilometer pro Tag der Vorwoche bemerkbar, und wir waren nicht besonders schnell. Ursprünglich hatten wir geplant, beim Abstieg noch einen Bogen über die Bergseen unterhalb des Maja e Jezercës zu machen, aber das stellten wir erstmal hintenan und konzentrierten uns auf den Gipfel. Etwa 500 Höhenmeter unterhalb des Gipfels entdeckten wir eine Gruppe Wanderer vor uns. Das motivierte uns ungemein, das Tempo anzuziehen und vielleicht den einen oder anderen noch zu überholen. Im sehr steilen Schlussstück konnten wir tatsächlich noch ein paar "einfangen"! Oben auf dem Gipfel gab es dann die wohlverdiente Belohnung: Cola, Chips und ein einfach unglaublicher Ausblick. Da wir beide ziemlich fertig waren, entschieden wir uns für die kürzeste ausgewiesene Abstiegs-Variante. Es gab theoretisch zwar noch einen kürzeren Weg, aber der war laut Strava Heatmap komplett unbegangen. Der markierte Weg war, obwohl er durch sehr steiles Gelände (30 % und mehr Gefälle) führte, sehr gut begehbar und markiert. Man sollte hier aber definitiv trittsicher und schwindelfrei sein! Unten, bei einer verfallenden Berghütte, gab es endlich Mittagessen. Gestärkt und mit dem schwierigsten Teil hinter uns, blieb nur noch ein langweiliger Forstweg, den wir schon von Tag 2 kannten, bis zur Unterkunft. Tag 8: Wandern zum Ort + Bus Am letzten Tag sind wir nur noch entspannte 6km von der Unterkunft in Vusanje nach Gusinje gegangen. Fazit Wir wollen wieder in den Balkan, die Mischung zwischen coolen Berge, Abenteuer und kostengünstig, hat uns voll überzeugt. Außerdem fehlen uns noch zwei kleine Abschnitte vom Peaks of Balkan Trail. Noch ein paar Tipps & Infos: Gas Kocher Es gab nur sehr große Gaskartuschen (500gr) oder Stechkartuschen (Es gibt theoretisch einen Adapter auf Schraubkartuschen bei Amazon, aber leicht ist dieser nicht.) als wir da waren, also eventuell auf Alkohol Kocher oder anderes umsteigen. M:tel Esim für 15€ Eine elektronische SIM-Karte die man einfach vorher Online buchen und aktivieren kann Lek Wechselbüro, außerhalb des Sicherheitsbereiches, solange man nicht mehr als ca. 7€/700 LEK Gebühr zahlt. Großteil nimmt Euro, aber mit LEK kriegt man meistens einen besseren Preis. Reisepass Schnellere Aus- & Einreise, wegen automatischer Passkontrolle Personalausweis reicht theoretisch für die Einreise Border Permits über zbulo machenbar (https://zbulo.org/de/border-crossing-permits-peaks-of-the-balkans-via-dinarica/) Hüttenschlafsack Definitiv Hygienischer, aber nicht unbedingt nötig Die Guesthouses in den Bergen haben viel vegetarische Speisen, wegen der fehlenden Kühlinfrastruktur.
    8 Punkte
  42. Tja, eine "kurze Suche im Internet" ist ja geradezu der Garant dafür, eine Entscheidung "basierend auf Fakten" zu treffen. 😏 Da du schon so ein abstruses Raucherbeispiel gebracht hast, schäme ich mich auch nicht, da mitzuhalten. Eine kurze Suche nach Unfällen mit Autos im Internet bringt mich unweigerlich zu der Entscheidung, besser überhaupt nicht mehr am Straßenverkehr teilzunehmen. Stay at Home, if you want to live, wie Arnold sagte. Oder so ähnlich. Alle, die hier lesen und schreiben, sind schon groß. Die können das Folgende: schon ganz allein. Ich muss die weder erziehen noch beschützen. Und ich hab niemanden zu irgendetwas aufgefordert oder an obiger Entscheidungsfindung gehindert. Ich hab lediglich meine Meinung kundgetan.
    8 Punkte
  43. Seit April stand fest: Dieses Jahr nehme ich mir gigantische drei Wochen am Stück Urlaub und reise in aller Ruhe nach Grövelsjön um dort (vielleicht mit Abstechern) auf dem südlichen Kungsleden nach Fjällnäs oder weiter zu laufen. Eine Woche vor der geplanten Abreise geschah dann das, was niemand möchte: Eins meiner Haustiere wurde krank und pflegebedürftig und hinzu kam eine fiese Entzündung am Zahn bei mir selbst, sowie allgemeine Erschöpfung. Nach ein paar Tagen des inneren Ringens beschloss ich, den Aufbruch eine Woche zu verschieben. Dummerweise änderte sich das Wetter in der Zielregion innerhalb dieser Zeit zum Schlechteren: Von trockenen Tagestemperaturen um die 15 Grad zu mehreren auf einander folgenden Regentagen um die 10 Grad. Also nochmal umentschieden: Dieses Jahr wieder keine Rentiere, sondern im südlicheren Schweden bleiben. Also auf den Sörmlandsleden. Etwas weniger ab vom Schuss, aber egal. Die finale Entscheidung darüber wurde einen Tag vor der Abreise getroffen. Egal, es lebe die Spontanität und Flexibilität. An einem schönen Dienstag Mittag ging es mit dem Zug nach Hamburg und von dort nach ein paar Stunden Puffer-Aufenthalt (besser ist das, wenn man mit der Bahn reist) mit dem Nachtzug nach Stockholm. Da ich mit vierbeiniger Begleitung (meiner Hündin Ola) reise, bedeutet das: 12 Stunden im Sechser-Sitzplatzabteil. Liegewagen mit Hund geht eher nicht. Das Glück war mit mir, denn teilen musste ich mir das Abteil nur mit einer Chilenin und deren netten Mops(Mix?), sodass genug Platz zum Ausstrecken auf den freien Sitzen war. Meine Hündin hat die nächtliche Zugfahrt prima gemeistert und nach dem Abendbrot sehr entspannt durchgeschlafen. Die Abteilgenossin und der nette Mops auch. Ich selbst...jo, ein paar Stündchen so einigermaßen. 20250910_070913.mp4 In Stockholm angekommen gab es eine Begrüßungs-Zimtschnecke und dann Hopphopp ab in den Zug nach Mölnbo, von wo aus wir (so gegen 14 Uhr) endlich loslaufen konnten. Tagesziel war eine Schutzhütte am Lilla Horsjön. Infos und Kartenmaterial hatte ich mir im Voraus bzw unterwegs bei sormlandsleden.se gegen eine Jahresbeitrag heruntergeladen. Müsste man nicht, um sich die Routen zu machen, da man den Weg auf Komoot oder Mapy auch so findet, aber ich finde die Sache toll und unterstütze mit meinem Veitrag gerne das Pflegen der tollen Infrastruktur. Vom Bahnhof Mölnbo aus ist man wirklich sehr sehr schnell Waldpfaden unterwegs- ein toller Einstieg! Da ich vor 11 Jahren schonmal dort unterwegs war und die Etapoe damals als letzte gelaufen bin, wusste ich das noch verschwommen und hatte sie bewusst an den Start gesetzt. Schon bald kam die Freude an Wald und Seen auf. Nicht nur bei mir, sondern auch bei Ola, die ein paar ordentliche Urlaubszoomies am See hinlegt. Kurz vor dem Ziel gab es die erste coole Tierbegegnung: Eine das Seeufer entlang schwimmende Ringelnatter. Toll! An der Schutzhütte angekommen haben wir uns sehr gefreut, weil der Ort so schön ist. Ola hat gleich den größten Felsen zum Ausguck erkoren und sich dort positioniert (passionierte Wachhündin). Nach dem selbst gedörrten Abendmahl (Nudeln mit Tomatensauce und Sojahack) ging es früh ins Bett und wir wurden von Regenrauschen auf dem Dach in den Schlaf begleitet.
    8 Punkte
  44. Für Tag zwei war schon klar: Heute gibt es Regen. So ab Mittag. Bis dahin wollte ich also an der nächsten Schutzhütte sein, was kein Problem sein sollte, da es bis dort nicht weit war und ich früh (gegen 8:00) nach einem gemütlichen Frühstück losgelaufen bin. Ach so, noch was zur Länge der Etappen: Sportliche Ambitionen in Sachen Geschwindigkeit oder Etappenlänge hatte ich gar nicht. So drei bis vier Stunden Wanderzeit maximal pro Tag waren angesetzt. Mir ging es im Urlaub ums Draußen sein und Natur und Einfachheit und Ruhe genießen. Rumgucken, mit Hund Spaß haben, Essen, Lesen, Ausruhen. Es war zu Beginn erstaunlich schüler Wetter und ich schnell verschwitzt. Zwischendurch kleine Regenschauer, für die der mitgeführt Schirm angenehm war. Das Mitführen eines Schirmständer war Premiere - im letzten Winter habe ich Schirme schätzen gelernt. Für mich als Brillenträgerin toll, weil klare Sicht erhalten bleibt. Leider regnete es sich etwa eine Stunde vor dem Ziel ein, also kurz den Hund unterm Regenschirm geparkt und die Schlechtwettermontur aus Regenjacke und Regenrock (aka Groundsheet vom Lanshan 1) angelegt und weiter gestapft. Ca. 1km vor der Hütte gab es leider eine Rodung, durch die sich zu kämpfen etwas nervig war, da überall noch Stämme lagen. Dann erschien auch noch ein Maschine zum Einsammeln der Bäume hinter uns und erschreckte den Hund etwas. Im strömenden Regen freuten wir uns sehr über die Schutzhütte, in der wir uns gemütlich einrichteten. Es regnete nicht nur den ganzen Tag weiter, sondern es kam noch Wind dazu, der den Regen bis zur Hälfte in die Hütte trieb und unangenehm zog. Also schnell das Innenzelt in die Hütte gebastelt, in dem wir warm und geschützt waren. Im Wald hörte man den ein oder anderen Ast brechen und sogar zweimal einen Baum in der Umgebung fallen. Große Dankbarkeit für die tolle Trail-Infrastruktur! Der restliche Tag bestand aus Essen, Lesen und Schlafen oder dem Wetter Lauschen. Herrlich!
    8 Punkte
  45. Bei Hochtouren und Alpinismus fühle ich mich direkt angesprochen. Insofern hier ein paar Gedanken/Anregungen dazu: Bei der Bekleidung kann man grundsätzlich eine Menge optimieren. Mein Konzept sieht so aus: Finetrack Elemental Layer (59g) - nur für kalte Tage / Winter MYOG Alpha Direct 60gsm 1/4 Zip Weste (57g) - Aktive Isolation #1 OR Echo 1/4 Zip Hoody (96g) - Sonnenschutz und moderater Windschutz überm Alpha MYOG Alpha Direct 60/90gsm 1/2 Zip Hoody (112g) - Aktive Isolation #2 Gore One WPB ShakeDry Jacke (113g) - Wind- & Regenschutz Mountain Equipment Oreus Jacke (380g) - Isolation, synthetisch -> Damit lässt sich von Zustieg und Sommertouren bis Eisklettern und Skitouren im Winter bisher alles abdecken (jeweils bis max. 5000 - 6000m). Als Hose kann ich die Rab Ascendor Light (255g) für Sommer-Hochtouren und Rab Kinetic 2.0 (280g) für Winter/Eis sehr empfehlen. Handschuhe Alpin sind Showa Temres 282-02 (103g) ein wasserdichter Geheimtipp und sehr zu empfehlen - gerade auch fürs Eisklettern. Ansonsten mag ich auch die Black Diamond Gridtech Storm Hood (55g) sehr. Nagelpflege & Co.: Victorinox Classic SD 22g - mehr braucht es nicht. Als Ditty Bag / Necessaire kommt bei mir auch MYOG zum Einsatz. Im Grunde aber einfach sowas: https://www.outdoorline.sk/en/kemping/accessories/ultralight-wallet-large-ultra Zum Inhalt findest du beispielhaft hier was: https://lighterpack.com/r/drvtux Hüttenschlafsack lässt sich wunderbar einfach aus dem 7d Soft Nylon von AX herstellen - meiner wiegt so nur 60g. Bei den Brillen komme ich selbst mit den kleinen Microfasersäckchen aus... Nutze aber auch nur Sonnenbrillen. PS: So auch wieder letzte Woche Samstag am Biancograt des Piz Bernina genutzt:
    8 Punkte
  46. HEB

    Impressionen von Touren

    Das werde ich mir mal zulegen. Wo ich gerade Elsfleth lese, ich habe so ein Shelter auch bei mir in Lemwerder hingezimmert, falls du mal eine Kurzwanderung machen willst
    8 Punkte
  47. ooslo

    Bin ich zu alt, zu intolerant?

    Ich komme gerade aus den Ligurischen/Seealpen zurück. Eine Gegend dich ich seit langem kenne. Das Refuge des Merveilles liegt in einer faszinierendsten Gegenden. Umgeben von schroffen Gipfeln, kristallklaren Seen und einer Stille, die sich fast heilig anfühlt. Ganz in der Nähe: die prähistorischen Felszeichnungen um den Monte Bego – Zeugen einer 5000 Jahre alten Kultur, die diesen Ort offenbar schon damals als besonders empfand. Doch leider wird genau diese Tiefe heute oft übertönt – von Lautstärke anderer Art: Menschen, die sich selbst inszenieren wollen. Für viele scheint die Landschaft nur noch ein hübscher Hintergrund für Selfies, gestellte Posen und demonstratives Chillen zu sein. Statt Ehrfurcht oder Staunen nur Oberflächlichkeit. Ich will nicht über andere urteilen – jeder reist auf seine Weise. Aber an manchen Orten wünscht man sich mehr Achtsamkeit. Weniger Bühne, mehr Begegnung. Mit der Natur. Mit der Geschichte. Mit dem, was größer ist als wir selbst. Vielleicht war ich einfach nur zuviel abseits (räumlich/zeitlich) jener "Brennpunkte" unterwegs. Für mich war das jedenfalls irgendwie schon ein Schock.
    8 Punkte
  48. Jo1996

    Vorstellungsthread

    Hallo zusammen, Ich bin Johannes und bin 28 Jahre alt. Ich lese schon seit längerer Zeit hier mit und habe auch schon einige Mehrtageswanderungen hinter mir. Aktuell versuche ich mein Set-up aber noch zu verbessern und deswegen habe ich mich auch hier angemeldet. Ich bin auch gerne am Wochenende draußen unterwegs und übernachte draußen.
    8 Punkte
  49. Details Das Zelt macht in vielen Details einen durchdachten und vernünftig ausgestatteten Eindruck. An allen Zippern Schlaufen, zusätzlich zum Geart Loft noch 2 Taschen für Kleinkram unten (wer will sich schon direkt vor dem Pennen nochmal Aufrichten um z.B. Smartphone, Brille o.A. Da oben reinzulegen) und die sind auch nicht wie bei mancher anderen Marke bescheuert mitten im Eingang angebracht, der Innenbereich hat L-förmige Reißverschlüsse und die Taschen sind etwas hinter dem senkrechten Teil vom L, also da, wo die Trennwand auch bei offenen Eingangs-Reißverschluss fest steht. Dadurch erreicht man die Taschen sowohl von innen als auch von außen. gut Abbau Der Abbau, auch in starken Wind, geht genauso fix / unkompliziert wie der Aufbau : Apsiden & die 2 End-Heringe auf der windabgewandten Seite raus Gestängehaken los Stangen auf der windabgewandten Seite aus den Endaufnahmen ziehen Stangen auf der windzugewandten Seite aus den Endaufnahmen ziehen Stangen aus den Schläuchen schieben Stangen zusammenlegen Zelt von der windabgewandten Seite her auf die Hälfte falten Einen weiteren Hering raus Zelt auf Bahnbreite (Gestänge-Packmaß) falten Um das Gestängen rollen in den Beutel fertig ca 2 min Verbesserungsvorschläge : Nicht viel, die haben gute Arbeit geleistet, der Gestänge / Heringssack aussen am Zeltpackbeutel mit 2 Gummi-Gurtbändern gehalten, ist Murks, zu schwer, wenn er zusammen geklappt wird, rutschen die Heringe leicht raus, falls man das Zelt aussen am Rucksack unterbringt, besteht das Risiko, daß der Packsack aus den Gummibändern rutscht und verloren geht. Ich empfehle das Ding direkt auszusortieren, die Gummibänder vom Packsack abzuschneiden und entweder das Zelt so um das Gestänge zusammenzurollen, spart am meisten Gewicht, oder halt dafür einen richtig leichten Packsack zu nehmen. Für die Heringe gibt es schön leichte kleine Beutel, aber notfalls tut es auch ein Ziplock-Beutel, kann man dann prima mit einem evtl Footprint zusammen zum Schluß in den Zelt-Packbeutel schieben. Naja und meine Standard-Empfehlung, die (stabilen) V-Heringe gegen gute Y-Heringe wie die Sonic 7“ oder HB Y-Heringe (nicht die kurzen UL) auszutauschen. Fazit : Ich finde das Orbiter richtig klasse... Sehr schnell auf bzw abzubauen Kleine Stellfläche, aber 2 Eingänge, Apsiden Schon ohne Sturmpannleinen starkwindstabil, 4 Spannleinen an genau den richtigen Punkten für noch mehr Wind angebracht Kleines Packmaß für die Konstruktion Viel Länge und Sitzhöhe bzw Raum oben Ich werde es auf jeden Fall behalten Von mir eine klare Empfehlung, in meinen Augen das beste 1P 3 Jahreszeiten UL-Zelt, wenn man auch bei starkem Wind usw entspannt stehen und einen sehr schnellen Aufbau will. und nochmal ein paar Bilder (OT: dann geht es ab Morgen mit dem Lunar Duo 2024 und dem MesoSpire weiter)
    8 Punkte
  50. khyal

    Tarptent Mesospire 2

    Mal drinnen im Gruppenraum aufgebaut, schon mal auf Stealth umgemodelt usw, schnell 2 Pic "geknipst" Erster Eindruck, viel Raum drinnen, Aufbau, ausser bei den Strats, wie Stratospire (wen wunderts) bei den Strats muß man auch ein bisschen mehr drauf achten, wohin man den Hering setzt, als bei den Doppelstrats vom StratoSpire. Lang, kann auch noch mit 190 gerade drin liegen, kann man sehr weitgehend sehr gut lüften, das AZ an der Ecke komplett bis oberen Rand des senkrechten Teils anheben zu können, sorgt für viel Luft und fast Rundumsicht, zusammen mit den Doppelzippern am AZ-Eingang wird das sehr gut zu belüften sein. Also erster Eindruck gut, in NL wird es sich dann in der Praxis beweisen müssen und ich werde es dann vermutlich gut auf Kondens prüfen können btw wird noch ein 2. neues Zelt einer anderen US-Marke mitgehen, was hoffentlich noch rechtzeitig für mich bei Sack & Pack ankommt, sobald es da ist, verate ich, Welches es ist.. Wenn jemand gerne möchte, daß ich dann in NL von irgendwas am Zelt Detailaufnahmen mache o.A. schon mal schreiben...
    8 Punkte
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