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Ultraleicht Trekking

MarcG

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  1. Der "Kurze Frage, kurze Antwort"-Thread

    Ich nutze welche von Tread Lite Gear. Haben auch Dyneema. https://www.ebay.de/sch/m.html?_nkw=&_armrs=1&_from=&_ssn=stokepa31&rt=nc
  2. SIerra Designs Tensegrity (1 oder 2, FL oder Elite)

    Sierra Designs war übrigens nicht in der Lage mir einen Ersatz für die gebrochene Stange hinten zu liefern. Nach der Bestellung erhielt ich die Stange für die 2-er Version. Geld gab es zwar zurück aber ne andere Lieferung war nicht möglich. Ich wurde dann an einen Dritthersteller verwiesen. Da muss ich noch bestellen. Wären dann 42$ inkl. Versand nach D. (Wenn man bedenkt dass ich für das komplette Zelt 140$ bezahlt habe...). Ich kann das aber in die USA bestellen wenn ich im Herbst da bin, dann sinds nur noch 30$... Habe dadurch in der Zwischenzeit nochmal ne Nacht im Protrail verbracht und die Sitzhöhe schon verdammt arg vermisst.
  3. Schnäppchen

    Kann ich so nicht bestätigen. Ich trage an sich überall L oder XL - und L scheint zu passen. Habe die Berghaus Hypertherm in L und die passt gut. Und ich habe die alte Hyper Regenjacke in XL, die würde es auch in L tun. (XL war nur weil es ein Schnäppchen im lokalen Geschäft war) Bin eher klein aber mein Bauch ist alles andere als Ultralight - vielleicht ist das bei Leuten die schlank und lang sind anders.
  4. Suche gute Allround Hose

    Noch ein Hinweis: Auch bei den Angeboten von Rohan gucken, andere Farben gibts oft reduziert.
  5. Suche gute Allround Hose

    Ha! Die beiden hab ich und wären auch meine Empfehlung. Die Fusions trage ich oft als Alltags- und Reisehose. Trägt sich angenehm, trocknet schnell. Schnitt ist eher weit an den Beinen. Hab mir dann sogar noch die Version als Shorts dazu geholt. Die Escapers hat ähnliche Features, aber ein Material das sich mehr dehnt - die Passform ist auch eng anliegender. Alles ist etwas leichter und luftiger (nicht dass sich die Fusions schwer anfühlen). Und durch den Stretch ist es auch die bessere Hose fürs Wandern. Würde ich nur eine Hose mitnehmen ohne Wandern: Fusions. Mit Wandern: Escapers. Bestellung aus Großbritannien waren immer total schnell hier. Support hat auch schnell auf Anfragen geantwortet. Ich sehe keinen Grund da weniger gern zu bestellen als sonstwo in Deutschland oder Europa.
  6. Daunen Schlafsack für milde Nächte

    Ich hab den auch - super Teil. Aber ich finde die angegebenen Temperaturangaben (12/8/-5) zutreffend. Unter 10°C wird er alleine zu kühl. Da der Threadstarter 5-10° angibt würde ich davon eher abraten. Es sei denn man hat entsprechend Klamotten mit. Ich z.B. hab im Sommer nicht unbedingt eine lange Unterhose dabei die ich dann nachts anziehen könnte.
  7. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 11 Chance Bay - Cappahayden ~ 39km Ich habe mir extra den Wecker früh gestellt, damit ich am letzten Tag ausreichend Zeit für den Rest der Strecke habe. Dass die Nacht nicht gut war hilft dieses Mal beim Aufstehen. Immerhin ist der Sonnenaufgang ansehnlich und das Wetter klart schon wieder auf. Der Rest des Pfades ist eher flach und er bietet ganz gute Aussichten: Ich komme wieder in die nächste Siedlung. Port Kirwan. Es ist noch früh, so ist nicht wirklich viel los. Der Weg ist relativ lang, immer an der Küste entlang. Man kommt wieder kurz an den Highway und hier gibt es eine Tankstelle. Ich kaufe mir wieder was zu trinken, einen Snack und setze mich draußen in die Sonne, wo ich auch den Quilt etwas trocknen lasse. Ich muss ihn allerdings gut festhalten, denn es gibt doch wieder etwas Wind. Es ist Montag, ich versuche die Gesellschaft anzurufen, die einen Shuttle Service zurück nach St. John's bietet. Ich hatte es schon vorher versucht, aber am Wochenende geht da keiner ans Telefon. Zum Glück erreiche ich jemand und kann den Transport zurück am folgenden Tag organisieren! Das klappt also! Sehr gut. Es geht weiter zuerst am Hafen vorbei, dann über eine Schotterpiste zu einer anderen Straße und wieder an einem Ortsteil vorbei bis man zum nächsten Trailhead kommt. Immerhin ist die Sicht während des Roadwalk nicht so schlecht. Randys ECT Thruhike Sheet warnt vor dem nächsten Pfad, er könne sehr anstrengend und feucht sein. Zuerst kann ich das aber gar nicht bestätigen. Es sind eher breite Waldwege und man sieht dass hier eine Nutzung des Waldes stattfindet. Es erinnert mehr an Europa als jeder andere Trail. Mittags setze ich mich auf einer offenen Fläche in die Sonne, packe Zelt und Quilt aus und trockne sie. Ich denke mir wie blöd das nun aussehen würde wenn jemand vorbei kommt. Es kommt natürlich niemand. Man passiert ein modernes Lighthouse bei dem sich bestimmt gut zelten ließe. Der zweite Teil des Pfades ist zwar etwas feuchter, aber so schlimm wie beschrieben "Even after a dry spell, this muddy path can be a death march." ist es wirklich nicht! Vor dem nächsten Ort - Renews - kommt eine weite offene Fläche, so daß man schon lange vorher die Häuser sieht. Es bleibt windig und so sieht man wenig Leute auf der Straße. Der Roadwalk ist leider wieder relativ lang, denn zu der Bucht mit dem Hafen kommt noch das weite Mündungsdelta eines Flußes. Da muss man auch erst einmal dran vorbei. Es gibt einen Laden mit Cafe, aber so sehr ich auch ne Pause und was kaltes zu trinken möchte - ich gehe weiter. Ich muss den Trail ja heute schaffen! Sonne, Wind, langer Tag - das setzt mir wieder zu. Ich hatte morgens extra eine Cola gekauft um abends das Ende zu feiern. Ich fange aber schon nachmittags an Sie zu trinken. Ich brauche den Zucker und die Aufmunterung. Ich komme zum letzten Trailhead! Ein Pfad noch! Der hat es aber leider ziemlich in sich. Es geht wüst auf und ab, nie viel, aber dafür ständig. Der Pfad ist teilweise völlig zugewachsen und vor allem: Matsch! Es ist eine einzige Schlammschlacht. Natürlich nimmt der Trail den einzigen Berg hier voll mit, auch wenn man 0 Aussicht hat. So dankbar ich für die Boardwalks bin - 20 Meter Bretter in mitten von 200 Metern Matsch und Wasser helfen nicht wirklich. Angeblich ist der Pfad "Demoralisierend". Ich bin einfach nur verärgert! Das treibt mich an. Von trockenen Füßen kann ich mich schnell verabschieden. Der Abschnitt an der Küste entlang ist zugegeben sehr schön, aber der Wegzustand.... Nach einem kurzen Abschnitt am Highway geht es moderater weiter. Vor Cappahayden kommt man aus dem Wald und läuft über Wiesen bis in den Ort und den Trailhead. Kurz nach halb 8 abends habe ich es geschafft! Der East Coast Trail ist bezwungen! Es gibt keine Infrastruktur hier. Und das Shuttle fährt erst morgen früh. Damit ich nicht mitten im Ort das Zelt aufschlagen muss, laufe ich ein paar Meter weiter nach Süden wo ich windgeschützt übernachten kann. Der nächste Morgen ist auch wieder freundlich. Ganz im Gegenteil zu dem Hund der von der anderen Straßenseite die ganze Zeit bellt während ich am Highway auf den Rücktransport warte.
  8. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 10 Ferryland - Chance Bay ~25km Vor mir liegen noch ungefähr 60 Kilometer. Leider liegt genau in der Mitte eine Siedlung, so war eine gleichmäßige Aufteilung nicht sinnvoll. Ich entschließe mich daher heute nur 25 Kilometer zu machen und den Rest am Tag danach. Das erlaubt mir auch den Morgen ruhig anzugehen. Ich starte mit einer warmen Dusche und gehe dann zum Frühstück. Ist ja ein Bed & Breakfast! Selbstgemachter Toast, Eier, Pfannkuchen - kann man schonmal machen! Dazu nette Unterhaltung mit den anderen Gästen und Gastgebern. Ich kann das nur empfehlen! Als ich Ferryland verlasse kommt vor dem Trail wieder so ein Denkmal für einen verschollenen Seefahrer bevor der Weg beginnt. Es gibt wieder viel Wald und Küste, aber der Trail schafft es genau die passende Mischung aus einfach und anstregend zu finden. Außerdem führen die Steigungen wirklich zu Aussichtspunkten und so bin ich ganz zufrieden. Das Wetter ist wieder sonnig und der Wind ist nicht so schlimm wie tags zuvor. In der zweiten Hälfte sind dann allerdings wieder sehr viele umgefallene Bäume zu überklettern. Der erste Roadwalk führt mich am Hafen von Aquaforte vorbei der extrem weit landeinwärts reicht. Dort started der nächste Pfad, der sehr kurz ist und eigentlich nur um eine große Flußmündung führt, bevor auf der anderen Seite nahtlos der nächste Pfad beginnt. Warum das alles so komisch aufgeteilt ist? Zunächst ist das Gelände offen, dann geht es mehr in den Wald und hier ist erfreulich dass die Steigungen oft sehr graduell angelegt sind. Ich treffe zwei andere Hiker, die mir entgegen kommen. Sie sind zuerst von Norden nach Süden gewandert, haben dann eine Mitfahrgelegenheit ans südliche Trailende genutzt und wandern nun wieder Richtung Norden. Sie warnen mich "Wenn Du Anti-Insekten Mittel dabei hast, nutz es!" Sie haben Recht. Wenn kein Wind weht, kommen wieder diese Fliegen heraus. Sie sind lästig, aber gehen grade noch. Trotzdem schmiere ich mir etwas Deet auf die Haut. Obwohl an sich alles okay ist, fühle ich mich heute nicht so 100% wohl. Ich bin müde! Das muss von dem dekadenten Frühstück und der heißen Dusche kommen. Wie schnell man doch verweichlicht! Das Highlight des Tages kommt am späten Nachmittag: Der Berry Head Arch! Es geht weiter an der Küste entlang bis ich zu der Stelle komme wo ich campen wollte. Die Beschreibung spricht von etwas Wiese, leider ist die Stelle nicht so richtig eben. Und auch feuchter als erwartet. Egal, viele Alternativen gibt es eh nicht. Die Wettervorhersage sagte es solle etwas Regen kommen. Und so fallen ein paar Tropfen während ich das Zelt aufstelle. Kein Grund zur Unruhe. Ich versuche mein bestes mit dem unebenen Untergrund fertig zu werden, bequem sieht anders aus. Trotzdem falle ich irgendwann in den Schlaf. Doch dann wird das Wetter nachts immer schlimmer, bis ich mitten in einem Gewitter bin. Blitz, Donner, Wind. Irgendwann haut es einen der vorderen Heringe heraus und das Vordach flattert im Wind. Ich kann aber durch die Frontöffnung klettern und den Hering wieder befestigen. In dem Bereich war ja es zum Glück trocken geblieben. Das Gewitter zieht weiter und ich versuche es wieder mit Schlafen. Erholsam war das nicht.
  9. Neue Ultraleicht Ausrüstung

    Bei Decathlon für 7.99€ https://www.decathlon.de/trinkblase-1-liter-id_8325542.html?searchedText=trinkbeutel Hab so einen mit einer Laufweste bekommen, hab ich nur leider kaputt gemacht. War auch zuerst total skeptisch, aber hat immer dicht gehalten, war leichter als meine anderen Trinkblasen und hat als einzige davon keinen fiesen Eigengeschmack gehabt.
  10. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 9 Long Will - Ferryland ~21km Es pustet und bläst und windet die ganze Nacht und den ganzen Morgen. Ich drehe mich mehrfach um in der Hoffnung es könnte ja doch besser werden. Bislang ist das Wetter ja irgendwie immer freundlicher geworden im Laufe des Tages. Ich warte vergeblich bis Mutter Natur mir keine Wahl mehr lässt. Aber zuerst habe ich alles zusammengepackt und bin quasi startbereit als ich das Zelt erstmals verlasse. Außerdem habe ich keine Lust auf den Pfad, habe ich ihn am Tag zuvor doch verflucht. Doch nachdem ich mich auf den Weg gemacht habe wurde alles besser. Der Wind hält die Fliegen ab. Die Wegführung wird besser: Es gibt tatsächlich flache Stellen wo nicht zwanghaft der Küste gefolgt wird und man gut gehen kann. Ich bin angenehm überrascht! Weiter oben lässt auch der Wind nach. Sobald es offener wird spürt man ihn aber doch. Das Windshirt ist ziemlich essentiell. Plötzlich tut sich eine große Wiese auf. Das gabs so auf dem Trail auch noch nicht. Und da steht eine weiße Bank. Ich finde das völlig absurd, weil es an sich 0 Infrastruktur hier gibt. Schutzhütten? Bänke? Fehlanzeige. Gibt es auf dem ganzen Trail nicht. Und hier steht diese Bank! Der Trail wird feuchter je weiter ich komme. Auch hier sind wieder mehr gefällte Bäume. An einer Stelle ist das sogar als Schild verewigt? Dummerweise erwischt es mich irgendwann beim Versuch eine überschwemmte Stelle auf Steinen zu überqueren. Und schwups sitze ich Wasser/Matsch. Yay! Nix passiert, nur naß und schmutzig. Ich fluche mehr als einmal! Der Weg führt über einen Berg und dann auf der anderen Seite zur Küste. Anscheinend hat es hier gebrannt, alles ist abgestorben. Dafür mit grandioser Aussicht auf einen großen Eisberg. Überhaupt: Die Landschaft hier hat schon was! Die Sonne bricht auch wieder durch! Der Wind bleibt aber erhalten! Das bessert meine Laune etwas. Am Ende des Trails geht es zunächst über Schotter, später über asphaltierte Straßen weiter zum Highway. Ich treffe doch einige Menschen die hier zu Fuß unterwegs sind. Mit einigen komme ich sogar ins Gespräch! Viele fragen wie es um den Trail steht. Man kommt nicht umhin den Sturm zu besprechen und sie sagen der hätte etwas weiter auch ein Haus erwischt: Je näher ich dem Highway komme umso spürbarer ist der Wind wieder. Stellenweise muss ich mich schon kräftig nach vorne lehnen um nicht umzufallen. Spaß macht da nicht so wirklich. Es geht etwas an der Hauptstraße entlang bevor es etwas ganz neues gibt: Einen Pfad der parallel zum Highway verläuft. Ist mir recht! Besser als Roadwalking! Man bleibt an Wald und Küste, bis man an den Sportanlagen der Schule vorbei kommt. Der Trail will den Highway kreuzen, aber ich entscheide mich der Straße zu folgen. So sehe ich vielleicht was von Ferryland. Ich merke auch dass ich nicht mehr unbedingt weiterlaufen muss. Es stand vorher ein Schild für ein B&B da, das wird mein nächstes Ziel. Es ist weiter als erwartet, aber liegt direkt an der Straße. Ich klingel und werde sehr freundlich von Maxine begrüßt. Sie hat noch ein freies Zimmer! Nehme ich! Ich bin dreckig und muss aus dem Wind raus! Gestern und heute haben mir doch gut zugesetzt! Ich dusche heiß und fange an meine Sachen von Hand zu waschen. Dann mache ich einen Abstecher in den lokalen Supermarkt bevor ich zurück gehe und die restliche Kleidung wasche. Im Bad wird die Heizung wieder voll aufgedreht und ich nutze das Wlan um ET mäßig nach Hause zu telefonieren. Viel später als sonst gehe ich schlafen.
  11. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 8 Roaring Cove - Long Will Campsite ~ 25km. Die Nacht war deutlich wärmer! Vielleicht sogar zweistellig? Morgens werde ich daher auch erstmalig von einer Horde Fliegen belästigt. Bisher hatte ich noch gar keinen Ärger mit Viecher, aber die hier sind schon nervig. So laufe ich über den Campingplatz während ich mir die Zähne putze. Es gibt auch wieder eine Toilette, leider nicht mit so schönem Ausblick wie die letzte. Von Anfang an ist es sehr warm heute. Die Sonne brennt, natürlich bin ich wieder im Wald, so betrifft es mich nicht zu stark. Man merkt aber deutlich dass das Wetter in den Sommer umgeschaltet hat. Nach ungefähr einer Stunde erreiche ich die erste Siedlung, wo man nur kurz ums Hafenbecken läuft bis es weiter geht. Hier ist auch eine lustige Bank angebracht. Auf den Wegen ist mal wieder kein Mensch zu sehen. Die Mischung aus Hitze und dem Trail macht mir schon zu schaffen. Ein Termometer hab ich nicht, aber gerade in der Sonne ohne Wind sind sicher 25°C. Als ich am Ende des Pfades an die Straße komme, setze ich mich erst einmal hin und brauche eine Pause. Nach dem langen Tag gestern fällt alles besonders schwer. Ich fühle mich schmutzig und schwitzig und merke wie der Bart wächst. Der anschließende Road Walk ist entsprechend auch nicht so wahnsinnig toll. Von der Szenerie geht er sogar, man hat einen guten Blick auf die Bucht und ist geht sogar durch etwas Wald. In Cape Broyle angekommen sieht man wie gerade ein Trupp Touristen von einer Paddel Tour kommt. Eher ungeplant laufe ich an einem Restaurant vorbei. Ich fühle mich zwar schlapp, aber Hunger war an sich kein Problem. Doch dann sehe ich das Schild "Free Wifi" und das bringt mich dazu doch hinein zu gehen. Ich hatte jetzt ein paar Tage kein Signal mehr und fühle mich etwas abgeschnitten vom Rest der Welt. Vielleicht wäre ein Wetterbericht ganz nett? Und auch dem Rest der Welt zeigen dass es mich noch gibt. Und ganz ehrlich: Je mehr Pause umso besser heute! Ich esse eine sehr leckere Portion Pommes, dazu gleich mehrere Colas. Die Bedienung weißt mich sogar extra drauf hin dass das keine free refills sind! Egal, kalter Zucker ist genau das was ich brauche! Ich kann sogar meine Powerbank etwas laden. Länger als nötig verweile ich hier. Nach dem Restaurant ist es nicht weit bis zur Tankstelle, wo auch eine Art Supermarkt ist. Das Angebot ist überschaubar, aber ich brauche auch nur etwas für eine Nacht. Der nächste Trail hat irgenwie keinen richtigen Trailhead. Die Markierungsstangen beginnen einfach untem am Strand. Dann geht es viel durch den Wald. Wie erwähnt gab es im Frühjahr einen starken Sturm und hier hat es ganz besonders viele Bäume erwischt. Ständig muss ich über/unter/neben umgefallenen Bäumen laufen. Teilweise liegen gleich ganze Abschnitte begraben. Und mehrere Male führt auch kein Weg dran vorbei und es bleibt einem nix übrig als aufwendig zu klettern. Das erfodert schon Geschick. Dazu geht die Wegführung mal wieder auf und nieder, runter und rauf. Vielleicht klingt es hier so, als würde ich mich dauernd beschweren wenn es Steigungen gibt, aber man muss es vielleicht gesehen haben. Ich erinnere mich daran dass es z.B. einmal runter geht, dann nach rechts, dann wieder rauf. Bis man fast wieder da rauskommt wo man war. Und nein, an der Stelle war auch nichts was man umsteuern musste. Ich bin ja ohnehin nicht mehr der fitteste, so wirkt das doppelt demotivierend. Irgendwie schaffe ich es auch das GPS abzuschalten. So kann ich gar nicht sagen wie weit es noch ist. Ich erreicht dann doch erschöpft die Campsite. Wieder gibt es Plattformen. Pünktlich zu meinem Eintreffen beginnt auch ein starker Wind zu wehen. Ich suche mir die Plattform die meiner Meinung nach am besten davor geschützt ist. Heute ist der Zeltaufbau schwieriger. Ich tu mein bestes alles fest zu bekommen. Diverse Steine müssen helfen dass die Heringe auch halten und ich habe zum Glück noch etwas extra-Leine um das Heck zu fixieren. Die Nacht wird stürmisch, dann kommt auch Regen dazu. Aber der Wind ist das größere Problem. Zu meinem Erstaunen hält alles, sogar die Heringe auf der Plattform. Gemütlich war die Nacht ehrlich gesagt nicht. Die Böhen waren schon spürbar, und das obwohl ich schon etwas Schutz durch Bäume und einen Hügel hatte.
  12. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 7 Big Cove - Roaring Cove Campsite ~39km Morgens bin ich um 7 wieder unterwegs. Zuerst ist es noch bewölkt, aber im Laufe des Morgens wird das Wetter immer freundlicher, und es dauert nicht lange bis ich in strahlendem Sonnenschein wandere. Als ich mal wieder das Ende der Landzunge umrunde gibt sich der Blick nach Süden frei. Hier gibt es eine Inselkette die ein Vogel-Naturschutzgebiet ist. Außerdem sehe ich die Küste die ich den Rest des Tages abwandern werde. Es folgt der erste längere Roadwalk des Tages. Man passiert ein paar Aussichtspunkte mit Hinweisen zu dem Naturpark. Besonders die Puffins scheinen hier zu brüten. Gesehen hab ich glaub ich aber keinen. Auch wenn ich nicht wirklich Kontakt zu den Einheimischen habe, so scheinen sie aber doch freundlich zu sein: Ab der Hauptstraße gibt es einen kleinen Laden wo ich etwas kaltes zu trinken und ein zweites Frühstück erwerbe, das ich dann im Sonnenschein mit Blick auf die Bucht verzehre. Der Verkäufer erkennt mich als Wanderer und meint er würde den Trail auch machen - allerdings als Dayhikes. Ich breche zum nächsten Pfad auf, leider scheitert der Versuch unterwegs irgendwo gratis Internet zu ergattern. Tausend Netzwerke, aber alle gesichert. Der nächste Pfad trägt den Namen "Beaches Path" und das trifft es ganz gut! Man läuft meist viel näher am Ufer entlang, zwar immernoch im Wald, aber meist mit Sicht aufs Meer. Es ist relativ flach hier und man kommt gut voran. Das Wetter ist angenehm, sonnig und warm, aber nicht zu heiß. Man sieht einige andere Leute hier, bei den Bedingungen ja auch kein Wunder! Der Roadwalk zum nächsten Pfad ist relativ kurz, leider wieder kein Wlan abzustauben. Der Pfad hier ist ähnlich flach und küstennah. Wenn auch nicht mehr ganz so flach. Nach wie vor kommt man sehr schnell vorwärts. Auf einmal bleibe ich irgendwo hängen und schwups fliege ich auf die Fresse! Naja nicht wirklich aufs Gesicht, wird doch mein Oberschenkel von einem Ast/Baumstumpf vorher in Empfang genommen. Ich muss über den Einstieg eines dieser Boardwalks gestolpert sein. Die Haut ist leicht aufgeschabt, aber halb so wild. Ich verstehe das Zeichen und mache kurz danach eine Pause. Dank der Sonne kann ich auch endlich meine Schuhe zu Ende trocknen. Ein Blick aufs Telefon zeigt: Ich hab schon 20 Kilometer hinter mir, und es ist grade mal 13:30 Uhr! Nach einer halben Stunde geht es weiter, mit etwas Ibuprofen für den Oberschenkel, der im weiteren kein Problem mehr war. Vor dem nächsten Trailhead gibt es mal wieder gute Aussichten auf die direkt vorgelagerten kleinen Inseln. Ich denke mir noch so: Das ist doch bestimmt super zur Viehhaltung! Einfach die Viecher auf die Insel und alleine lassen. Und was sag ich? Ich komme am kleinen Hafen vorbei und da sind sie tatsächlich gerade dabei Schafe auf kleine Boote zu verladen. Den Schafen scheint das gar nicht zu gefallen, aber sie haben keine andere Wahl! Es folgt einer der längeren und ungewöhnlicheren Roadwalks. Man läuft zunächt eine kaum passierbare Schotterstraße in die nächste Siedlung, und dann lange an der Straße entlang. Das ist hier auch die einzige Straße. Ich passiere ein Cafe, lasse es aber links liegen. Es geht an einem See vorbei, der wohl auch als Ausflugsziel benutzt wird. Ganz am Ende kommt auf einmal eine Steigung und eine weitere Schotterstraße. Und der Berg hat es ganz schön in sich! Und das nach mehreren Kilometern Straße! Das hatte schon was von Skipiste hochlaufen. Das nächste Stück Pfad ist sehr kurz und relativ gut ausgebaut. Teilweise als Schotterpiste. Find ich gar nicht so toll, gefällt meinen Füßen nicht. Jetzt habe ich ja auch schon 30 Kilometer hinter mir. Am Schluß kommt man zum LaManche Village, einer aufgegebenen Siedlung. Hier gibt es nicht nur eine große Hängebrücke, man sieht auch die Überreste diverser Häuser, wo die Fundamente noch stehen. Ich muss mich entscheiden wie ich weitermachen möchte. Ich kann hier zelten, Platz wäre auch jeden Fall. Es gibt auch einen State Park ungefähr 2 Kilometer von hier. Ein offizieller Zeltplatz mit Dusche? Oder ich kann weiter wandern... Es ist ja auch grade mal 17 Uhr... Ich pausiere und überschlage meine Optionen. Ich entscheide mich fürs weiterlaufen. Es gibt wieder so einen ECTA (East Coast Trail Association) Zeltplatz, 8 Kilometer weiter. Das ist ambitioniert, aber sollte doch zu machen sein. Ich war den ganzen Tag gut unterwegs, warum jetzt aufhören? Der nächste Weg beginnt nahtlos hier. Es bleibt nicht so flach wie zuvor, ganz im Gegenteil, es geht auf und ab im Wald. Runter zur Küste, wieder in den Wald und immer so weiter. Man quert einige Flüsse, es gibt offenes Gelände und dann wieder Wald. Die Strecke ist fordernd, aber sehr schön. Ich bin einerseits schon recht fertig, aber gleichzeitig auch richtig gut im Flow, weiter, immer weiter. Auf den ganzen Pfaden seit mittags habe ich Leute gesehen, hier nun niemanden mehr. Sie Sonne sinkt immer weiter, ich laufe fast nur noch im Schatten. Auf der Karte kann ich ungefähr erahnen wo ich hin muss. Hier noch um die Bucht, dann quer über die Landzunge und dann nach dem nächsten Fluß... Ich erreiche den Campingplatz gegen 20 Uhr. Ein 13 Stunden Tag! Hier gibt es Zelt-Plattformen. Hmm, mal sehen wie ich das Tensegrity da hinstellen kann. Es gibt ja die Idee vom Stromfahrer, die Stöcke einfach senkrecht direkt außem am Zelt einzusetzen. Das passt gut zwischen die Bretter. Hält!
  13. Wie ich meine Kamera zerstörte – offner Story-Thread

    Es gibt eine Seilzugfähre / Floß über diesen See. Ich will ein Foto davon machen und ziehe die Kamera aus der Gürteltasche. Dabei entgleitet sie mir und platsch ab ins Wasser. Ich versucht noch mit den Stöcken etwas zu finden, aber sobald man im Wasser etwas bewegt wird eine Unmenge an Schlamm aufgewirbelt und die Sicht ist 0. Vielleicht wäre was mit Taucherbrille und passender Taschenlampe gegangen.... Lustig auch der GPS Track mit meinen Bergungsversuchen... Immerhin übernimmt die Versicherung den Schaden, das Ding war ganz neu.
  14. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 6 - Miners Point - Big Cove ~ 30km Nachdem es abends relativ spät wurde nehme ich mir etwas mehr Zeit am nächsten Morgen und verlasse die Campsite erst nach 8. Immernoch vor den beiden Kanadierinnen. Ich nutze noch eine Besonderheit des Platzes: Die Freiluft Toilette. Man sitzt dort wie auf einem Thron! Mit etwas Blick sogar! Den ganzen Tag über kann sich das Wetter nicht so richtig entscheiden. Ich gehe genau an der Grenze zwischen Sonne und Nebel. Das wechselt immer und immer wieder. In der Sonne ist es spürbar warm. Unter der Nebelschicht spürbar kühl. Der Trail bleibt anstrengend. Viele kurze Steigungen auf und nieder. Es gibt viele tiefe Einschnitte die den Weg vorgeben. Es gibt auch viel Wasser. Zwischendurch steigt man auch wieder zum Ufer ab. Ich treffe zwei andere Thru-Hiker die mir aus der anderen Richtung entgegen kommen. Sie sind recht langsam unterwegs, mit riesigen Rucksäcken. Eine Dame aus Finnland und ein Kerl aus Vancouver? Sie berichten es gäbe mehr Tiere und weniger Menschen je weiter man nach Süden kommt. Soll mir recht sein! Nach einigen Kilometern kommt die Attraktion des Tages: The Spout. Eine Art Geysir, allerdings von den Wellen angetrieben. Es sind noch ~ 10 Kilometer bis zum Trailhead und es ist anstrengend. Es geht zwischendurch hoch an der Steilküste entlang. Wie gesagt: Der Nebel begleitet mich und stört meine Bilder mal wieder. Am Ende der Landzunge steht wieder ein Leuchtturm. Hier ist die Kennzeichnung des Trails mal wieder ganz "hervorragend" ich muss wirklich auf den GPS Track schauen um zu sehen wo es lang geht. Der Weg macht eine scharfe Kurve, über Steine (also auch nix zu sehen) und es gibt 0 Kennzeichnung. Manchmal frustriert das einen wirklich. Ich komme nach Bay Bulls. Es geht erst nördlich der Bucht an der Straße lang bis in den "Ortskern", dann weiter zur Hauptstraße zum Supermarkt. Vorräte auffrischen. Bester Deal: 6 Croissants für 4$ (2,70€). Die ersten beiden werden noch im Laden gegessen, der Rest wurde Abendessen, Frühstück und nochmal Frühstück iirc. Dann geht es südlich der Bucht entlang auf den nächsten Pfad. Der ist recht unspektakulär im Wald, geht dann mehr an die Küste. Ich finde eine Wiese nur ein paar Meter vom Trail entfernt und schlage da mein Camp auf. Die Nacht wird ruhig.
  15. East Coast Trail (ECT) Neufundland - Juni 2017

    Tag 5 Fortsetzung Petty Harbor sieht ganz nett aus. Hat fast etwas romantisches mit dem Hafenbecken und der Lage in dieser Bucht. Ich kaufe eine Cola und Chips im Convenience Store und mache Pause. Dessen Auswahl ist zwar klein, aber dafür ist die Toilette 1A! Ich habe mir aber vorgenommen etwas am Kilometern zu schaffen heute, war doch der Vortag so mau. Also weiter. Durch den Ort, am nächsten Mural vorbei und dann bergauf auf der anderen Seite. Oben angekommen eröffnet sich ein weiter Ausblick über die vor mir liegende Ebene. Ich habe die Bucht ja umrundet und so sehe ich nun die Eisberge vom Vormittag von der anderen Seite. Das Wetter spielt auch mit: Es klart auf und wird sonnig. Allerdings bleibt es frisch. Der Wind macht die Wirkung der Sonne hinfällig. Ich trage sogar die Berghaus Jacke, weil es im Windshirt zu frisch ist. (allerdings die kältere Seite der Wendejacke) Tatsächlich sind hier einige andere Wanderer unterwegs. Allerdings eher auf dem Rückweg nach Petty Harbor. Ich hingegen mache mich auf den Weg nach Süden. Was folgt ist eines der schönsten Stücke Trail. Weite Ebene, Sonne, Wind, Grässer, Flüße, Steine, Farben. Eine tolle Wanderung! Und so spät am Nachmittag bin ich auch wieder ganz allein. Man hat gute Sicht auf die vor mir liegende Küstenlinie - das hat schon was! Ich lasse mal die Bilder für sich sprechen: Ich habe mir eine der fest installierten Campsites ausgeguckt. Die East Coast Trail Association hat ein paar extra eingerichtete Campingstellen. Und die erste liegt circa 12 Kilometer hinter Petty Harbor. Das ist schon was an Distanz. Zumal der Trail nach der Ebene wieder mehr Steigungen und Gefälle bekommt. Oft in Form von steileren Einschnitten und Furchen die von Wasserläufen geschnitten wurden. Es geht schon merklich auf und ab! Aber in der Summe deutlich nach oben. Das Terrain wird deutlich schwieriger. Und die Tatsache dass ich jetzt schon 11/12 Stunden unterwegs bin hilft nicht dabei. Leider sind die Kilometerangaben nie so ganz verläßlich. Und sie weichen auch oft von meinem GPS ab. Das kann natürlich mehrere Gründe haben, bzw. nichts ist so richtig präzise. Leider heißt das auch, dass ich nicht so genau weiß wie lange es noch dauern wird. Ich will aber ankommen bevor es zu dunkel wird! Also durchhalten. Nach dem Berg geht es wieder runter bis auf Seehöhe und dann nochmal kurz hoch und da ist das Schild: Campsite da lang! Yay! Ich folge dem Pfad und bin erstaunt! Da sind andere Menschen! Und so erschrecke ich zwei junge Damen aus Quebec, die nicht damit gerechnet hatten hier noch jemanden zu sehen! Sie sind in St. John's gestartet und hiken auch hier entlang. Sie haben eine der Campsites belegt, ich gehe erst einmal hoch zur anderen. Schon merkwürdig: Die Stelle die als Campplatz ausgewiesen ist taugt gar nix. Ist weder flach noch eben noch sonstwas. Ich baue trotzdem das Zelt auf. Auch wenn ich am Ende eine große Wurzel unter einem Drittel des Zeltes habe, das meinen Platz doch einschränkt. Ich ziehe mich um, plaudere noch etwas mit den beiden und dann gehts ins Bett. Die Nacht ist kalt. Ich nutze die beiden improvisierten Beinling-Schnüre um den Comforter zu schließen (Multi-use!!!) aber muss doch irgendwann die Jacke anziehen. Wind und Regen lassen mich aber in Ruhe.
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