Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

schwyzi

Members
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf Ulriksson in Vorstellungsthread   
    Habe heute die erste Testfahrt mit meinem Rucksackwagen "Flitzefritz light" erfolgreich absolviert. Natürlich gibt es noch kleine Anpassungen und der Härtedauertest steht noch aus. Gewicht ohne Gürtel mit Karabinerhaken und Trekkingstöcken: 1370 Gramm!Erste Testfaht Flitzefritz light 20261101.MP4
  2. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf Oska in Portugal Fishermanstrail - Sao Torpes nach Lagos   
    Hi,
    so nachdem ich meinen Plan mit Nepal und dem Annapurna Circuit dieses Jahr verworfen hatte, musste ein Plan B her. Schon viel von gehört vom Fischerweg, daher war das dann meine Alternative. Ist ein recht entspannter Weg, man weiß am Anfang läuft man halt durch weichen Sand, später dann ein gefühltes zum nächsten Strand runter, wieder auf, wieder runter und so weiter. Sofern es trocken ist, was bei mir das Fall war, sind auch die steileren Passagen eigentlich kein Problem. Wenns nass ist könnte es allerdings recht rutschig und damit auch nicht ganz ungefährlich werden. Es wird wohl zunehmend touristischer, eine Menge Bauaktivitäten in den Orten gesehen, und im Oktober, wo ich unterwegs war sind auch teilweise noch recht viele Surfer unterwegs. In Carrapateira hat mich das dann für eine Nacht 100€ gekostet, aber da ich nicht vorgebucht hatte und durchgehen wollte, war das halt der Preis dafür. Eigentlich soll es bei den 13 Etappen möglich sein, wenn man die letzte von Salema nach Lago in 2 kurzen Etappen macht, mit 10 mal Campingplätzen zelten können, aber ich habe auf meiner Tour nur 3 davon genutzt. Teilweise liegen die etwas fernab vom Trail und ich war dann einfach zu faul. Es war recht warm, mir eigentlich so 5 Grad zu warm, aber so ist das nunmal in der Natur, wünschen kannst Du dir viel, aber das geht nicht immer in Erfüllung. Obwohl das mit dem Wünschen und nicht in Erfüllung gehen ja irgendwie, zumindest bei meiner subjektiven Wahrnehmung im (un)normalen Leben auch nicht immer so hinhaut.
    Habe dann doch recht häufig in Hostels gepennt, war überrascht, dass es doch recht zivilisiert war und man sogar pennen konnte. Ich habe mir dann nach den 2 Übernachtungen in Lagos noch einen Rede Expressos Bus nach Fatima gegönnt, das war auch so im Vorfeld geplant und habe mir dann den Wallfahrtsort angeschaut und dort noch mit 2 Übernachtungen meine Reise ausklingen lassen, was aus diversen Gründen dann partiell doch etwas emotional war, aber so sollte es auch sein. Ich war relativ schwer bepackt unterwegs, durch die Elektronik und mein Zeltsetup und da man keine sauberen und vorhandenen Flüsse unterwegs hat geht Wasser filtern nicht, also das Wasser jeden Tag mitgeschleppt, so ca. 3 Liter, warm, schwitzen und so weiter. Einmal in Odeixe wäre ich fast mit 5 Litern gestartet, da ich nicht auf dem Schirm hatte beim Einkaufen, dass ich noch genügend Wasser dabei hatte, hab dann morgens irgendwo 1.75l Wasser abgestellt, das war spürbar. Viele Solo Hiker/innen gesehen, viele mit sehr leichtem Gepäck, ok kein Zeltdabei und nicht so viel Elektronik, aber ich habe es eh als kostenloses Workout gesehen, da ich seit Schweden wieder faul war, von daher Win/Win, auch wenn die erste Woche partiell etwas zäh war und ich den Eindruck habe, dass die neuen Altra Lonepeaks nicht mehr dasselbe sind wie früher, ich hatte nach 20km teilweise so platte und schmerzende Fußsohlen. Ich hatte diese Schuhe letztes Jahr in Schweden beim Kungsleden wo ich doppelt so weit gewandert bin und kann mich da nicht dran erinnern.
    Achja, ich laufe mir ja gerne Blutblasen in den Trailrunnern unter den Zehennäglen, vor allem unter den Großen. Tag 3 hatte ich da eine am linken großen Zeh, hat etwas beim Drücken weh getan, aber ansonsten ging es. Plan war also, einfach weiterlaufen und möglichst nicht gegen alles gegentreten was auf dem Boden liegt und zur Prophylaxe diese Zehennägel noch etwas kürzen, damit dann bei einem Stoß von Vorne das nicht alles über den Zehnagel weiter getragen wird. Also Nagelknipser raus und Zehennägel kürzen, dabei aus Versehen die Haut unter dem Zeh zur Blutblase angeschnitten, kam dann halt raus, prinzipiell kein Problem, aber nun war das Ding offen und dadurch potentiell einer Entzündung empfänglich. Es war ja abzusehen, dass das unter dem Zehnagel wahrscheinlich nicht einfach trocknen und ausheilen wird. Ich also, KI befragt was man da am Besten macht. Mir wurde irgendwas mit Hydrochloridsprach empfohlen, das drauf sprühen und dann mit Compeed versiegeln. Dumm nur, Compeed hatte ich nicht mitgenommen, da ich mit normalen Blasen eigentlich weniger Probleme habe und das Hydrochloridspray hatte ich natürlich auch nicht zur Hand, aber es gab eine Apotheke, also dahin, mit Händen und Füßen erklärt worum es geht, das Spray erhalten, naja drauf gesprüht, Compeed gekauft in der XXl Version, draufgemacht und mit Tape dann nochmal fixiert. Ist gut gegangen. Glaube ich, also weh tuts nicht, aber ich sollte jetzt vielleicht mal das Tape abmachen und nachschauen was der große Onkel sagt.
    Achja, noch eine kleine Trailgeschichte, das hatte ich unterschlagen.
    Ich bin ja am Anreisetag nach Sines am Rete Sios in Lissabon gewesen, um dort den Rede Expressos Bus zu nehmen. In der Nähe vom Busbahnhof ist ein LIDL, da war ich dann noch für den ersten Wandertag shoppen, etwas zu trinken und Fingerfood. Dort gab es, wie mittlerweile in jedem größerem Supermarkt so eine Selbstbedienungsbackstation. Ich da durch, mir angeschaut was mich anspricht, 0 Ahnung was das sein soll, waren halt lokale Sachen die es hier nicht gibt, mich dann für 3 verschiedene Sachen entschieden, das ganze dann in meine schwarze Stofftüte gepackt und es ging los.

    Im Bus habe ich dann noch einen anderen Hiker aus Deutschland getroffen und wir hatten dann während der ca. 3 stündigen Fahrt viel zu quatschen, so ging die Zeit gut rum. Da der Bus in Sines, ca. 7 km vor Sao Torpes hält und der Weg dahin durch Industriegebiet bzw. Autobahn geht, habe ich schon für mich entschieden ein Uber dahin zu nehmen, sofern es da eines geben sollte. Gesagt getan, Philipp ist dann kurzerhand mit und für ca. 10€ ging es dann nach Sao Torpes mit Raul :), ein netter Fahrer der viel zu erzählen hatte (moment, das kennen wir doch irgendwoher :D) und schwupps, waren wir am Startpunkt. Achso noch ein Funfakt, die Fahrt mit den Rede Expressos Bussen muss man über eine App buchen, da werden dann Zeitfenster angezeigt und die jeweiligen Preise. Wonach die allerdings berechnet werden hat sich mir nicht erschlossen. Von Lissabon nach Sines, ca. 3 Stunden Busfahrt kostet so ca. 10-12€, was ich recht günstig finde, ich habe in meinem Zeitfenster 2,95€ gezahlt und war mir bis zur Abfahrt nicht sicher, ob ich nur das Gepäck dafür transportieren dürfe oder mich ebenfalls.

    Egal, also dann von Sao Torpes nach Vila nova de Milfontes gegangen, die erste Strecke mit weichem Sand, ca. 10km. Start war ca. gegen 12.30, also in der prallen Mittagshitze. Irgendwann dann an meinen Zielort angekommen und die erste Nacht sollt im Zelt auf einem Campingplatz sein. Alles schön aufgebaut, im Ort gab es einen SPAR, ich brauchte noch Wasser für den nächsten Tag, also meine schwarze Stofftüte leer gemacht, die Papiertüten mit den restlichen Backwaren ins Zelt gelegt. Den Inhalt einer Tüte hatte ich mittlerweile aufgegessen, sahen aus wie dickere Kroketten, irgendwas frittiertes mit einer Fischfüllung, schmeckte ähnlich wie Fischfrikadellen, die anderen Kroketten waren mit einer Fleischpaste gefüllt, da hatte ich von Vieren aber nur Eines bisher gegessen, also nach Adam Riese waren noch 3 übrig.
    Als ich dann vom Einkaufen wieder kam und meine Einkäufe ins Zelt legen wollte und die Apside vom Zpacks Duplex aufgemacht habe sah ich das Unglück, mein Mesh war zerrissen. Ungläubig schaute ich rauf und verstand es erstmal nicht, da war quer ein ca. 15cm Riss mit kleinen weiteren Rissen. Ich schaute dann von dort in das Zelt hinein und sah die Tüte mit den Kroketten und die war aufgerissen und es sah so aus als ob da jemand drauf gestampft wäre. Erst dachte ich, das wäre ein Mensch gewesen, ich hatte meine Kamera und meine DJI im Zelt gelassen, aber Klamotten drüber gelegt und war etwas nervös, dass da jemand einbrechen wollte, wobei ich mich gefragt habe, warum so brachial, man musste ja nur den Reissverschluss an der Seite hochziehen, das machte eigentlich keinen Sinn. Kamera und sonstige Sachen waren noch da, da dämmerte es mir was passiert war. Bevor ich mein Zelt aufgestellt habe ist mir aufgefallen, dass dort viele Katzen rumlaufen, Portugal scheint ein recht katzenfreundliches Land zu sein, bzw. erzählte mir jemand, dass Sie versuchen die Population der freilaufenden Katzen in den Griff zu bekommen und in und um Orten so dreieckige Minisatteldachhäuser als Katzenhotels aufgestellt haben um dann Zugriff zu den Katzen zu haben. Da also das Essen relativ frei und geruchsaromatisch herumlag, konnte die Katzennase dem nicht widerstehen. Das war dann eigene Dummheit. Um meine Trekkingstücke habe ich immer etwas Ducktape aufgerollt und das ist dann hier zum Einsatz gekommen und ich habe von Außen und Innen dann ein jeweils ca. 20cm langes Stück zwischen die Risse geklebt und dann war es provisorisch auch in Ordnung.

    Das Zelt hat bisher nach über 3000km keine größeren Schäden gehabt, aber mir ist auf der Reise aufgefallen, dass es den Zenit der Zeit wohl so langsam überschritten hat, da ich teilweise von Innen durch das Dach kleine Öffnungen sehen konnte, wo das Gewebe auseinander gezogen war, wahrscheinlich durch Zugkräfte bei Wind. Es sind keine großen Öffnungen, ich schätze max. einen halben Millimeter, aber wie dicht das dann noch bei einem Regen ist, möchte ich ungerne bei einer Wanderung ausprobieren. Jetzt ist die Frage ob ich da überall Patches drauf klebe, was das Zelt wieder schwerer macht oder ob ich langfristig das Setup ändere und ein eher etwas schwereres Zelt dann nehme, was langlebiger ist. Ich bin da noch unentschieden.

    Wenn Fragen da sind, fragen, ansonsten lasse ich das in der Tiefe hier mit einem Bericht. Ein paar Impressionen mit Bildern und wenn die Videoschnipsel was taugen gibts auch noch ein Hikervideo später dazu.
    so long - happy hiking
    Oska

  3. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf kraxelmaxel in Regenhose aus 2 Schnittteilen   
    Meine letzte selbstgenähte Regenhose aus 2,5-Lagen-Laminat hat die letzten 7 Jahre gute Dienste geleistet, nun hat sich aber die Membran aufgelöst und entsprechend war es Zeit für ein Nachfolgemodell. Da sich vor allem das Schnittmuster für mich sehr bewährt hat, möchte ich hier das Konzept teilen.
    Mein Anforderungsprofil war Folgendes:
    möglichst wenig Schnickschnack (Zipp etc.)
    möglichst wenige Sollbruchstellen
    Beine weit genug, sodass man direkt mit Wanderschuhen durchsteigen kann (das spart einem besagten Zipp)
    halbwegs wenig Bügel-Arbeit mit dem Nahtband
    günstiger als eine gekaufte Regenhose bei ähnlicher Performance bei der Atmungsaktivität
    Daraus ergab sich ein Schnitt, welcher quasi Vorder- und Hinterseite kombiniert, da er sozusagen auf der üblichen Außennaht einfach verbunden bleibt:

    Der Vorteil: außen am Bein hat man keine Naht, welche undicht werden könnte, die einzig kritischen Stellen sind eigentlich im Schritt - auf den Beininnenseiten kommt grundsätzlich nur noch sehr begrenzt Wasser hin. Ein bisschen erinnert die Idee an den Unismock (ich glaube so hieß das Ding?) von einem Forumsmitglied vor mehreren Jahren, leider habe ich den Beitrag nicht mehr finde können.
    Das fertige Stück schaut soweit unspektakulär aus:

    Da mich bei der letzten Version die weiten Hosenbeine bei den Waden etwas gestört haben, wollte ich diesmal etwas ausprobieren (umso mehr, da ich mir die Prym Universalzange mit diversen Werkzeugen geholt habe): über Cam-Snaps kann man etwas unter der Wade die Weite verengen, sodass die Hosenbeine nicht mehr aneinander schleifen.

    Beim Beinabschluss musste ich mich dann natürlich auch noch erstmalig mit der Prym-Zange und den Ösen spielen (entsprechend diesmal mit dünnerer Gummischnur, ich bin gespannt ob es reicht). Im Nachhinein betrachtet hätte sich eigentlich eine Klett-Weitenregulierung noch besser angeboten, überhaupt in Kombination mit den Cam-Snaps - dann fällt der Stoff direkt schöner.

    Einen neuen, etwas weiteren Packsack hat sie auch bekommen.

    Als Material habe ich ca. 1,5 Meter 40den 115g/qm 3-Lagen-Laminat verwendet. Abgesehen davon braucht es eigentlich nur noch Nahtband zum abdichten, Gummiband für den Bund, Gummikordel für die Beinabschlüsse, und je nachdem noch zwei passende Kordelstopper. Es eignet sich also auch sehr gut für ein Anfängerprojekt (umso mehr, da sich das Laminat sehr angenehm verarbeiten lässt, außerdem sind die Materialkosten überschaubar) - vielleicht lässt sich ja wer inspirieren 🙂

    Inklusive Packsack wiegt die Hose 213g.

  4. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf Ulriksson in Vorstellungsthread   
    Hallo,
    ich heiße Karl, bin 70 Jahre alt und wollte dieses Frühjahr mit einem selbstgebauten Pilgerwagen den Jakobsweg gehen, von zu Hause aus, das ist Ebersbach an der Fils zwischen Stuttgart und Göppingen. Nach 850 km musste ich aus verschiedenen Gründen abbrechen. Ich will den Weg in den nächsten Jahren in Etappen fortsetzen und habe mir jetzt einen leichten Rucksackwagen gebaut. Zunächst einen Prototyp der erst noch ausgiebig getestet werden muss. Er wiegt 1370g, dazu kommen noch Trekkingstöcke, die als Deichsel eingespannt und mit den Schlaufen an 2 Karabinerhaken am Hosengürtel eingehängt werden.

    Meine neue Idee ist eine wasserdichte Windsocke für die Hängematte, so dass ich kein Tarp mitschleppen muss. Auf der Suche nach den geeigneten Materialien bin ich auf euer Forum gestoßen.
    Viele Grüße
    Karl

  5. Witzig!
    schwyzi hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Enlightened Equipment / Defense Mechanisms   
    Off Topic
    Ich freu mich gerade darüber, wie viel weniger moralische Probleme man hat, wenn man eh nix neu kauft.
    Second Hand rulez!
  6. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf Epiphanie in Enlightened Equipment / Defense Mechanisms   
    Im Kern geht es darum, das jemand zwei Firmen hat. Eine mit dessen Zielgruppe man sich wohl gut identifizieren kann, und eine mit der man sich so gar nicht identifizieren kann. Und weil der Typ auch an die Bösen verkauft, haben die Guten beschlossen dort nicht mehr einzukaufen. Wieso handhabt ihr das eigentlich nicht so mit X, Meta & Konsorten? Ah, das sind ja nicht zwei Firmen sondern eine! Und die Alternativen sind rar, oder? Und verzichten, fuuuuu*k....
    Btw.: Da es sich um eine U.S Diskussionen handelt, ist der Fakt, das die zweite Böse Firma Zeug für paramilitärische Waffenfreaks herstellt und verkauft (quasi "Kriegsgerät") völlig egal. Das war wohl auch auch lange jedem bekannt. Was mich so fasziniert ist, dass dieser Fakt auch in der europäischen Diskussion gar nicht auftaucht. Es geht nur um die Wahl der Fotos
  7. Gefällt mir!
    schwyzi reagierte auf RaulDuke in Rucksack Suche   
    Da muss ich dir widersprechen, @khyal .
    Ich habe mir vor ein paar Tagen, einen neuen 40 Liter Atompacks „The Atom“ bestellt. Nicht weil mein alter schwarzer den Geist aufgegeben hätte, sondern weil ich mir einen Custom Rucki gönne, in Blau/Orange. Ich stehe halt auf bunt!
    Der ist Rahmenlos, aber ultra bequem!
    Natürlich nur mit einem maximalen Gesamtgewicht, von 9Kg.
    Ich mache aber auch nur Wanderungen, wo ich für 4 Tage Nahrung schleppen muss, versteht sich.
    Aber warum soll ich 7-800g schleppen, wenn ich nur 525g schleppen muss?
  8. Danke!
    schwyzi reagierte auf Epiphanie in Spice Kits   
    Trotz Fressbeutel Fresserei würde ich nicht auf mein "Spice Kit" verzichten! Mit seinen 19g tuto schlummert es gewöhnlich in seiner 9g Toppits Zipplock Tasche zusammen mit Kaffee, Zucker, OpinelNo5, Mini Big, Müsliriegel, Mikropur etc etc....

    Nachdem die Frage wohl seit Tagen gar so penetrant im Raum steht -- @khyal was hat bitte ein 180g GLAS GEWÜRZSET im METALLKÄSTCHEN in einem ULTRALEICHTFORUM zu suchen? Bekommst Du da Geld für? Ich möchte Dich an den Roten Faden dieses Forums verweisen....
  9. Gefällt mir!
    schwyzi hat eine Reaktion von Epiphanie erhalten in Spice Kits   
    Ich auch nicht. Und schon gar nicht würde ich 23,95€ für 10 kleine Glasbehälter in einer Blechdose ausgeben. Umgerechnet gibt's die Glasdinger für 2,50€ bei Tedi und ne Blechschachtel für 0,89 € bei Ali.
    Und irgendwie , sehe ich gerade, ist der OT-Button beim letzten "relaunch" (oder wie das heißt) verschwunden? 🤔 Ich wollte das so schön als OT kennzeichnen, damit die Gourmets unter den Tourern nicht abgelenkt werden 😁 Sorry. Geht irgendwie nicht.
    Ist OT!
  10. Witzig!
    schwyzi hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Spice Kits   
    Ich auch nicht. Und schon gar nicht würde ich 23,95€ für 10 kleine Glasbehälter in einer Blechdose ausgeben. Umgerechnet gibt's die Glasdinger für 2,50€ bei Tedi und ne Blechschachtel für 0,89 € bei Ali.
    Und irgendwie , sehe ich gerade, ist der OT-Button beim letzten "relaunch" (oder wie das heißt) verschwunden? 🤔 Ich wollte das so schön als OT kennzeichnen, damit die Gourmets unter den Tourern nicht abgelenkt werden 😁 Sorry. Geht irgendwie nicht.
    Ist OT!
  11. Danke!
    schwyzi hat eine Reaktion von doast erhalten in Neue Ultraleicht-Ausrüstung   
    Ach so, nur für den Fall, dass jemand da Bedenken hat - der Vertreiber von den Tidy Gaiters ist hier bekannt unter dem Namen @doast.
    Ich lüg' nicht, wenn ich sage, einer von uns.😉
  12. Danke!
    schwyzi hat eine Reaktion von doast erhalten in Neue Ultraleicht-Ausrüstung   
    Mal einen total subjektivem Eindruck: Tidy Gears werden von Dominik vertrieben, dem Mann, der die Leukämie überwunden hat und mit Partnerin, Bruder und (muskulösem ) Buddy kurz darauf einen wahnsinnig coolen 50 km Run für die Organisation "Geben für Leben" durchgezogen und über 7000€ dafür gesammelthathat ,https://www.wegalsziel.at/spendenaktion-scheckuebergabe/ also " einem von uns" .
    Wer jetzt noch ernsthaft über Alternativen zu einem wirklich gut funktionierenden Produkt nachdenkt... evtl wegen des Preises...😕
    Ich bin nun nicht bekannt dafür, viel Geld für Ausrüstung auszugeben; ich heiße nicht umsonst "trashcrafter", aber ich finde, alles hat eine Grenze. Und Dominiks Produkte werden hier ja in höchsten Tönen gelobt. 
    Da empfinde ich jeden Alternativvorschlag fast schon als Affront...
    Ist nur meine Auffassung. 
    Kann man ander sehen. Ist dann aber kacke.😁
  13. Gefällt mir!
    schwyzi hat eine Reaktion von yoggoyo erhalten in Spice Kits   
    Falls jemand -außer beim Glamping - wirklich auf die Idee kommen sollte. Gewürze in kleinen Glasbehältern mitnehmen zu wollen, das geht auch günstiger:

    Heute bei Tedi entdeckt. Vier kleine Glasbehälter, 1€. Gab auch größere, 2 Stück 1€.
    Ne Blechschaltel gibt’s für Bruchpfennige bei AliExpress. Link schenke ich mir, da nicht erwünscht.
  14. Witzig!
    schwyzi hat eine Reaktion von Epiphanie erhalten in Spice Kits   
    Falls jemand -außer beim Glamping - wirklich auf die Idee kommen sollte. Gewürze in kleinen Glasbehältern mitnehmen zu wollen, das geht auch günstiger:

    Heute bei Tedi entdeckt. Vier kleine Glasbehälter, 1€. Gab auch größere, 2 Stück 1€.
    Ne Blechschaltel gibt’s für Bruchpfennige bei AliExpress. Link schenke ich mir, da nicht erwünscht.
  15. Witzig!
    schwyzi hat eine Reaktion von Frank erhalten in Kurioses am Wegesrand   
    Bank vor einem Tempel in Taiwan

    War oben auf der Sitzfläche angebracht, das Schild
  16. Gefällt mir!
    Tag 3
    Endspurt. Zum Glück mit weniger Höhenmetern als die Tage davor, jedoch merkte ich schon beim ersten kleinen Berg, das meine Beine einfach keine Kraft mehr haben. Also irgendwie über zwei Hügel und einem Ort nach Bödefeld geschleppt.
    Für so einen kleinen Ort wie Brabecke finde ich diesen gut gepflegten Bücherschrank sehr bemerkenswert.
    Gedanklich war ich hier schon am überlegen, ob ich mir nicht einfach ein Taxi rufe, das mich zum Auto fährt, auf noch mehr bergauf hatte ich einfach keinen Bock und keine Kraft mehr. Bödefeld ist ganz hübsch, es war Samstag Mittag und es schien ein bissl was los zu sein im Ort, der anscheinend auch viel Tourismus hat. Mitten im Ort gab es ein hübsches kleines Kaffee, das Tismes, das angenehm besucht und betriebsam war. Bei Zuckerteilchen und Kaffee überlegte ich mir dann, ob es zu Fuß über den Berg oder mit dem Taxi weiter gehen sollte. Tja, ist so eine Sache mit dem Ehrgeiz. Bin eigentlich nicht so der Typ dafür. Jedoch hat hier mein Ehrgeiz entschieden:“Steh auf und wandle! ÜBER den BERG!“. Also, dafür gebetet, dass mich Koffein + Zuckerschock wenigstens ein paar Höhenmeter hochbringen. Spoileralarm: der Koffein + Zuckerschock ist nie gekommen.
    Genauso isses!

    Hinter Bödefeld ging es ganz nett hoch zum Beginn des Kreuzweges des Dorfes. Am Startpunkt gibt es mehrere Heiligenschreine und eine kleine Kapelle. Sehr nett gemacht und Ort einer längeren Pause für mich. Danach ging es dann den Berg hoch entlang des Kreuzweges. Direkt und steil, 200 Höhenmeter am Stück.
    Bänke beim Startpunkt mit Blick auf Bödefeld
    Einer von vielen Schreinen
    Der Kreuzweg: 200 Höhenmeter steil den Berg rauf!
    An der 5. Station „Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen“ hätte ich mir auch einen Simon gewünscht, der meinen Rucksack trägt. An der 8. Station „Jesus begegnet den weinenden Frauen“ hätte ich auch gern geweint. Und an der 9. Station „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ bin auch ich zum dritten mal unter dem Gewicht meines Rucksack zusammen gebrochen. Insgesamt habe ich da mit Pausen für den einen Kilometer eine Stunde gebraucht. Oben an der Kreuzkapelle erst einmal eine weitere lange Pause. Auch wenn es mörderisch anstrengend war, die Kapelle auf dem Berg mit dem Ausblick war für mich schon ein besonderer Ort und ich war froh, dass ich dorthin gelaufen bin.
    Kapelle oben auf dem Berg
    Blick ins Tal
    Ab jetzt gab es laut Navi nur noch kleinere Steigungen. Und tatsächlich, der Rest des Weges hat sogar wieder Spaß gemacht. An der nassen Wiese vorbei ging es flotten Schrittes weiter auf die Hunau.
    Nasse Wiese
    Der Gipfel ist jedoch komplett im Wald, also direkt weiter gelaufen. Kurze Zeit später kam dann das Skigebiet Hunau, und hier gab es die schöne Aussicht, plus Panoramaliege.
    Skigebiet HunauBlick auf den Fernsehturm
    Also lange geruht, was Warmes zu essen gemacht und den Endspurt angetreten. Mit Musik aus dem MP3-Player ging es dann noch langsam wieder zurück ins Tal und nach Holthausen. Und von dort die letzten Meter bis zum Auto, geschafft!
    Ein letzter Weitblick über die Berge und Täler des Sauerlandes

    Die Lehren der Tour…
    ...zu viele Höhenmeter machen mir keinen Spaß
    ...CoMaps als Navi-App ist viel einfacher zu bedienen als OsmAnd, wird jetzt meine neue Standart-Navi-App
    ...auf die OSM Karten ist nicht immer verlass, die nächste Tour plane ich nur auf Strecken von offiziellen Wanderwegen
    ...im Sauerland gibt es echt viele Heiligenschreine, Kapellen und Kreuze
    ...September ist Pilze Zeit
    ...das Tarptent Rainbow ist mir mit Kondens zu nass und mein Rucksack passt dank Rahmen einfach nicht mit ins Zelt
    ...die Zenbivy Flex Air Mattress in Wide XL ist zwar weder leicht noch preiswert, jedoch das bequemste, was ich bis jetzt als Matte hatte zum zelten
  17. Gefällt mir!
    Campingplatz Valmetal
    Beide Daumen hoch für den Campingplatz Valmetal. Nach dem mörderisch anstrengenden Tag war die Aussicht auf eine heiße Dusche das, was mich die letzten Meter weiter getrieben hat. Bis zur Deadline, 18:00 Uhr, hatte ich sogar noch eine Stunde Puffer. Empfang war sehr freundlich, außer dem Schlüssel zum Sanitärgebäude wurde mir direkt ein Hammer für den Zeltplatz angeboten. Das nenne ich aufmerksam. Duschmarken habe ich direkt mehrere mitgenommen, alle die übrig waren, konnte ich am nächsten Tag zurück geben. Auch das sehr vorbildlich für einen Campingplatz.
    Fürs Zelten hatte ich eine ganze Terrasse für mich allein. Das Beste: Die Hütte. Für Zeltgäste steht dort eine kleine Gartenhütte zu Verfügung. Die Einrichtung ist zwar spartanisch (Sitzen, Tisch und Licht), jedoch wäre das bei schlechtem Wetter ein echter Game Changer gewesen. Aufrecht im trockenen Essen, lesen, etc. zu können ist schon Luxus.
    Der Campingplatz ist fest in der Hand von Dauercampern, von denen jedoch so gut wie keine da waren. Insgesamt habe ich nur eine Handvoll Gäste gesehen. Die sanitären Anlagen sind sauber und in Ordnung, die warme Dusche habe ich ausgiebig genossen. Danach Essen, nach Hause telefonieren und dann fielen mir schon die Äuglein zu.
    Am nächsten Morgen wurde ich im Zelt vom allmorgendlichen Tropfen des Kondenswassers begrüßt. Schnell noch eine warme Dusche und dann ging es wieder in die inzwischen stinkigen und schwitzigen Wanderklamotten (mal wieder: „Embrace the Suck“). Bezahlt habe ich übrigens für den Campingplatz inklusive Duschmarken weniger als auf dem Trekkingplatz.
    Die Zelt-Terasse
    Die Hütte
  18. Gefällt mir!
    Tag 2 - Fortsetzung
    Blick vom Ohlenberg - links am Bildrand von den Bäumen verdeckt befindet sich Fort Fun
    Dann kam das zweitschönste nach bergauf. Ich musste den gleichen steilen Weg bergab. Hurra, ohne Trekkingstöcke wären meine Knie wahrscheinlich auseinander gefallen. Angekommen an der Waldautobahn von vorher Blick auf die Navi App. Und wieder Freude über die OSM Karten. Nicht nur, dass ich weiter genau so steil den Berg herunter musste. Zudem hatten Harvester das gesamte Gebiet platt gemacht und der Weg war nicht existent. Kurz nach einer Alternative geschaut, jedoch hätte ich da mehrere Extra-Kilometer laufen müssen. Also, Embrace the Suck, und die hundert Meter einmal durch Harvestergebiet abgestiegen auf die nächste Waldautobahn. Da die Überraschung, der OSM Weg war tatsächlich noch da, wenn auch sehr versteckt. Endlich angekommen Tal mit schmerzenden Knien, ging es ca. 200m durch die Ebene, dann hieß es wieder bergauf.
    Hier soll ein OSM-Weg hergehen
    Der Weg
    Wann hier wohl das letzte mal ein Mensch durch ist?

    Auf zum Wasserfall. Theoretisch läuft dieser Weg an Fort Fun vorbei. Praktisch läuft man Kilometer weit über einen Schotterweg im Wald und sieht nichts außer Wald. Nicht so schön, da es oft bergauf geht. An dem Punkt war ich schon jenseits meiner Leistungsgrenze. Dann eine Gabelung: Ein Weg nach oben in den Ort Wasserfall, der andere Bergab zum richtigen Wasserfall. Kurzer Blick in die NaviApp: Ich muss also Bergab und wieder bergauf um zum Wasserfall zu kommen? Und weil das eine Sackgasse ist, wieder zurück?! Fast hätte ich den Wasserfall links liegen lassen. Fast. Dann wieder der Ehrgeiz und der Gedanke, „die Route führt hierher wegen genau dem Wasserfall“. Also doch den Umweg gemacht.
    Der Platz ist schön, eine kleine Schlucht. Leider war der Wasserfall (der größte natürliche in NRW), genau wie die Quelle am morgen, nahezu trocken. Naja, immerhin war ich jetzt mal da gewesen.
    Suchbild: Wo ist der Wasserfall?
    Weiter ging es mit letzter Kraft den Berg hinauf in den Ort Wasserfall und von da aus dann die letzten Kilometer humpelnd und absolut fertig zu meinem nächsten Ziel, dem Campingplatz Valmetal.
    Letzter Blick zurück, der Gipfel im Bild ist der Ohlenberg, ganz schön weit weg sieht der aus.
  19. Gefällt mir!
    Tag 2
    Heute war der schwierigste Tag mit den meisten Höhenmeter, 900 rauf und 1200 wieder runter. Dazu hatte ich ein Zeitlimit, da ich vor 18 Uhr auf dem Campingplatz sein sollte zum einchecken. Daher früh gestartet. Zuerst wollte ich mein Wasser auffüllen an einer Quelle, die auf den Karten in der Nähe des Trekkingplatzes eingezeichnet war. Vor Ort war da jedoch kein sprudelndes Wasser, noch nicht einmal Pfützen. Da hätte man höchstens die Feuchtigkeit von den Steinen lecken können. Das brachte meine Wasserplanung etwas durcheinander, meine Hoffnung lagen daher auf dem nächsten Ort. Die Sonne schien und es ging nicht bergauf eine ganze Weile, so gings dann sehr beschwingt einen sehr schönen Weg entlang nach Brunskappel.
    Der Weg ins Tal
    Brunskappel selber ist klein, jedoch sehr gepflegt und verfügt sogar über ein kleines Schloss (in privater Hand). Hinter der Kirche gab es einen Zapfhahn für Wasser für den angrenzenden Friedhof, also Flaschen alle aufgefüllt und zur Sicherheit noch überall ne Micropur Forte rein geworfen. Hinter Brunskappel ging es dann erst einmal laaange bergauf. Der Vortag steckte mir noch in den Knochen, ich habe um jeden Höhenmeter gekämpft.
    Tretbecken im Fluß
    Das Schloß in Brunskappel
    Nettes Plätzchen beim verlassen des Dorfes über den Kaiser-Otto-Weg

    Ab einem bestimmten Punkt ging es Kilometer lang nur über Schotterstrassen unter neu gebauten Windrädern her. Nicht schön.
    Windräder soweit das Auge reicht
    Super! Bin eher Typ Angsthase/Hypohonder. Ich freue mich immer, wenn ich neue Gründe für neue Ängste finde...

    Kleiner Lichtblick war dann nach einiger Wanderzeit der erste kleine Gipfel, Birkegge, wo ich dann auch länger Pause gemacht hab.
    Als ich mich den Ohlenberg Gipfel näherte, fiel mir auf, dass die Waldautobahn auf der ich unterwegs war, irgendwie viel zu weit unten war. Tja, meine Freestyle Route führte dann von diesem Weg aus sehr steil den Berg zwischen Büschen hindurch. An der Stelle habe ich zehn Minuten lang überlegt, ob ich den Gipfel sausen lasse, weil ich einfach fertig war und keinen Bock mehr hatte auf bergauf. Dann jedoch doch hoch gegangen, weil für den Gipfel war ich ja hier. Was habe ich den Abschnitt gehasst. Der Gipfel selber ist ganz hübsch + schöne Aussicht und genügend Bänken für Pause, die ich dann auch brauchte.
    Da gehts vorm Waldrand rechts steil den Berg hoch zum Gipfel
    Der Weg

    Der Gipfel
  20. Gefällt mir!
    Trekkingplatz Siedlinghausen
    Für den Trekkingplatz gibt es beide Daumen hoch. Direkt am Weg, doch etwas geschützt durch die Büsche. Saubere neue Toilette, sogar eine Panorama-liege, die sich drehen kann. Einzig und allein ein überdachter Bereich fehlt, dank gutem Wetter ist mir das jedoch egal. Ich hole mein Zelt heraus, breite es aus und muss dann an einen Foreneintrag hier im Forum denken, wo ich meinte, dass ein Zeltaufbau auf den Plattformen easy ist für nicht selbstehende Zelte, mit extra Schnüren oder Plattformheringen geht das schon. An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich weder Plattformheringe noch extra Schnüre dabei habe...hm, clever von mir. Zum Glück hat das Tartptent Rainbow so was wie einen selbststehenden Modus mittels Trekkingstöcken (mehr schlecht als recht) und ich hab noch die Windschnürre dran. Klappt irgendwie.
    Nach dem Aufbau bleibt ein Mountainbiker, ein Mittfünziger stehen, und ruft mir ein freundliches „Weiß das Forstamt, was sie da machen!?!“ zu, ganz in Blockwart Manier. Jedoch ist die Situation schnell entspannt, als ich ihm erkläre, dass man das hier ganz legal buchen kann. Daraus entwickelt sich ein nettes Gespräch und zehn Minuten und eine Lebensgeschichte später wünscht er mir noch eine angenehme Nacht auf der Plattform.
    Essen, nach Hause telefonieren, noch vor neun Uhr bin ich eingeschlafen. Nachts regnet es dann längere Zeit, ich bleib jedoch trocken. Bis zum nächsten Morgen. Das Rainbow kann sich zu einer wahren Tropfsteinhöhle entwickeln und genau das hat es getan. Bis ich aus dem Zelt raus bin, habe ich schon eine gratis Kondenswasserdusche bekommen. Der Morgen ist windig und bewölkt, jedoch soll es heute trocken bleiben. Ich bin schon früh unterwegs, denn heute steht die härteste Etappe an, rauf auf den Ohlenberg.
    Nicht direkt sichtbar, der TrekkingplatzAusblick
    Super sauberes Kompostklo
    Am nächsten Morgen nach dem Regen
  21. Gefällt mir!
    Tag 1 - Fortsetzung
    Weiter geht es durch das Sorpetal, der Rothaarspur folgend. Bei einer Pause mit Blick auf meine Navi-App wird mir klar, dass ich vor einem halben Kilometer schon den Berg hoch gemusst hätte. Also neue Route auf den Berg gesucht und weiter gehts. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich auf dem Höhenkamm gelaufen bin. Der ist leider komplett bewaldet mit Null Sicht. Hier empfehle ich jedem Wanderer im Sorpetal unten zu bleiben bis zum großen Bild.
    Jesus-Schrein neben einem Elfen-Aufhänger an einem Schuppen im Wald, wieso nicht.
    Einziger Lichtblick auf dem Höhenkamm, das kleine Bildchen: Jesus-Bildstock, mehrere Sitzbänke, ein schöner Ausblick, Kühe mit Kälbern direkt nebenan auf der Weide und eine respektable Schutzhütte. Hier habe ich nur zu gerne Pause gemacht.
    Der kleine Bildstock
    Später im Wald kommt mir dann der erste Mensch seit Beginn der Tour entgegen, eine ältere Dame die spazieren geht. Bis jetzt war ich über 3 Stunden unterwegs, ohne einen Menschen gesehen zu haben. Das war wohl auch ihr Gedanke, nach einem freundlichen Hallo spricht sie mich direkt an und meint „Sie sind der erste Mensch den ich hier sehe!“. Das kann ich nur bestätigen, man quatscht kurz ganz nett und wünscht sich einen schönen weiteren Weg.
    Nach dem Parkplatz direkt an der Hauptrasse und dem großen Bildchen geht es in den Wald hinein. Nach einiger Zeit jedoch sehe ich, das meine Freestyle Strecke auf ein mir schon bekanntes OSM-Karten-Problem trifft: Es gibt Wege, die sind in OSM markiert, in der Realität jedoch kaum noch existent. So auch hier. Vor mir ist ein zugewachsener Waldwirtschaftsweg, der schon seit Jahren nicht mehr befahren wurde. Aus der Erfahrung früherer Touren heißt das meistens, Sträucher, die fast brusthoch sind und zum Teil voll mit Zecken sind, oder Gräser, zwischen denen fiese Spinnen ihre Netze Spinnen (Ja, Spinnen sind nützlich, und zuhause werden sie auch mit dem Glas nach Hause gebracht, ekeln tue ich mich trotzdem). Kurzer Blick auf die Karte zeigt mir, dass das der einzige direkte Weg ist, also durch in der Hoffnung, das der Weg besser wird. Wird er nicht. Nach einem Kilometer durchs hohe Gräser und Sträucher ist der Weg so gut wie weg. Keine Ahnung ob ich einem Wildwechsel oder einem Trampelpfad folge, nur ein Salzblock auf einem Baumstamm verrät, dass hier schon mal Menschen waren. Etwas entnervt und erschöpft gelange ich dann wieder auf einen Waldwirtschaftsweg.
    Ganz recht, hier geht laut OSM-Karte ein Weg durch!
    Etwas später höre ich dann auf dem Waldweg ein Auto hinter. Ich bleibe stehen und gucke, das Auto bleibt auch stehen, sobald mich der Fahrer sieht. Okay…? Ich laufe einfach mal weiter. Ein paar Minuten später überholt mich das Auto. Irgendein Pickup, komplett in mattfarben Armee Grün, sieht auch aus wie ein Armee-Fahrzeug. Jedoch mit Niederländischem Kennzeichen und niederländischen Flagge drauf. Okay…? Na gut, die Niederländer sind ein nettes Völkchen, also lächeln und dem Fahrer freundlich zunicken. Und ja, der nette junge Mann in seinem Armee-Tarnanzug hinterm Steuer lächelt zurück und nickt mir zu.
    Inzwischen wird es schon was später und die Strecke und die Höhenmeter spüre ich ganz schön in meinen Knochen. Jedoch ist der nächste Berg der Anstieg zum Bergsee. Die Fotos auf Google Maps waren sehr vielversprechend. Vor Ort dann die Ernüchterung: Der ganze See ist rundherum von steilen Klippen umgeben und die sind mit Meter hohen Bäumen zugewachsen. Null Sicht! Selbst der offizielle Aussichtspunkt lässt den See nur erahnen. Kurz der Gedanke, ob ich an den Klippen entlang laufe, um einen guten Photospot zu finden – jedoch lieber nicht. Laut einer Statistik einer weltweiten Versicherung über Todesfälle bei Selfies, sind die Hauptgruppe der Todeskandidaten Männer (Geschlecht männlich - check), die bei einem Selfie zu Tode stürzen (hohe Klippen – check). Also spare ich mir lieber ein „Killfie“ und laufe dem letzten großen Höhepunkt des heutigen Tages entgegen: Dem Netto in Siedlinghausen.
    Blick auf den Bergsee
    In den Ort zu laufen unter Menschen ist nach Stunden der Einsamkeit erst einmal etwas komisch. Der Netto kann jedoch sämtliche meiner kulinarischen Bedürfnisse erfüllen (Wasser Refill, kalter Kaffee, Chips, etc.). Jetzt muss ich das Zeug nur noch bis zur Trekkingplattform schleppen. Inzwischen habe ich keinen Lust mehr, auch nur einen Höhenmeter zu gehen und will nur noch ankommen, Zelt aufbauen, essen und umfallen. Jedoch weiß ich, dass ich nochmal 200 m Aufstieg habe. Wird wohl nicht so schlimm werden...denkste. Im Wald geht der weg auf einmal steil gerade den Berg hoch. Sehr steil. Es gibt garantiert Klettersteige in den Alpen, die nicht so steil sind. Das ist das erste mal, dass ich die Routenwahl so richtig verfluche. Ich brauche ewig den Berg hoch und muss alle paar Meter Pause machen. Oben auf dem Berg mach ich eine lange Pause auf einer Bank, obwohl es nur noch 10 Minuten bis zum Ziel sind. Hier kommen mir auch ein paar Mountainbiker auf ihrer Abendrunde entgegen. Weiter gings und endlich das Tagesziel, der Trekkingplatz Siedlinghausen!
    Grandioser Abendausblick auf der letzten Bank vorm Trekkingplatz

  22. Gefällt mir!
    Einleitung: Im Sommer war ich mit der Familie in Fort Fun, einem Vergnügungspark im tiefsten Sauerland. Vom Riesenrad aus hat man einen wunderschönen Blick auf die umgebenden Hügel und Berge, da dacht ich mir, hier will ich wandern gehen. Da es keinen existierenden Wanderweg gab, der alle meine gewünschten Ziele ansteuert, hab ich letztendlich Freestyle mit Garmin Base Camp selber eine Route erstellt. Bei den Höhenmetern dachte ich mir, ganz gemäß dem Motto unser Altkanzlerin Merkel, „Wir schaffen das“, gehst halt ein paar Kilometer weniger in der Weite. Das sollte ich noch bereuen...
    Jetzt Mitte September war es dann soweit, Überstunden abbauen und los gings von Donnerstag bis Samstag auf eine Drei-Tages-Tour durch das wilde Sauerland.

    Gesamte Tour: ca. 63.5 km bergauf: 2500m bergab: 2500m
    Tag 1: Wanderparkplatz Holthausen – Skulpturenpark Waldemai – Sorpetal – Großes Bildchen – Himmelskrone -Bergsee - Siedlinghausen Netto – Trekkingplattform Siedlinghausen
    Distanz: ca. 22 km bergauf: 900m bergab: 700m
    Empfehlung: Teilweise – Das Sorpetal mit dem Skulpturenpark ist schön, der Weg nach Siedliengshausen danach war nichts besonderes. Der Trekkingplatz Siedlinghausen ist eine klare Empfehlung!

    Tag 2: Trekkingplattform Siedlinghausen – Brunskappel – Birkegge – Ohlenberg – Plästerlegge/Wasserfall – Campingplatz Valmetal
    Distanz: ca. 22 km bergauf: 900m bergab: 1200m
    Empfehlung: Nein, mit Ausnahme des Campingplatz Valmetal. Der Weg auf den Ohlenberg geht zum größten Teil nur über breite geschotterte Waldege unter Windrädern lang. Der Gipfel ist nett, entschädigt jedoch nicht für den harten Anstieg. Der Wasserfall Plästerlegge ist schön, der Weg dahin nicht. Beide Daumen hoch für den Campingplatz Valmetal.

    Tag 3: Campingplatz Valmetal – Trekkingplatz Sauerland – Brabecke – Bödefeld – Kreuzweg - Kreuzweg Kapelle - Nasse Wiese – Hunau (818m) – Skigebiet Hunau – Holthausen - Wanderparkplatz Holthausen
    Distanz: ca. 19.5 km bergauf: 700m bergab: 600m
    Empfehlung: Ja! Bödefeld ist ganz hübsch, der Weg über den Kreuzweg, die Kapelle zur Hunau und dem Skigebiet sind meiner Meinung nach lohnenswert.

    Tag 1
    Anfahrt mit dem Auto zum Wanderparkplatz Holthausen. Das Wetter war besser als erwartet, blauer Himmel mit Wolken und Sonne, jedoch nicht zu warm. Schon die Anfahrt durchs Sauerland machte Lust auf die Tour. Der Wanderparkplatz ist mit Karten-Tafel, Tischen und sogar einem Mülleimer ausgestattet, was will man mehr. Also Schuhe gewechselt, Rucksack auf und los Richtung Sorpetal.
    Die Maria in diesem Bildstock hat irgendwie einen beunruhigenden Gesichtsausdruck.

    Auf dem ersten Berg dann ein unerwartetes Hindernis. Ein geschlossenes Tor mit Zaun soweit das Auge reicht. Konnte man zum Glück einfach selber öffnen und hindurch, die Aufklärung gab es etwas später: Die Schweinepest. Welche Seite jetzt „drin“ bzw. „draußen“ war, konnte ich nicht feststellen. Jedoch nehmen die Sauerländer es sehr Ernst mit der Schweinepest, der Wald ist Kilometerlang eingezäunt.


    Oben auf dem Berg dann der erste Blick ins Sorpetal und den Skulpturenpark Waldemai. Ich freue mich schon auf diesen Abschnitt. Als ich noch jung war, sind wir hier öfters durchgefahren um Diskotheken bzw. Konzerte zu besuchen. Wenn man im Dunkeln von Schmallenberg ins Sorpetal abbog, hatte man immer das Gefühl, man verlässt die Zivilisation. Der Skulpturenpark ragte dann immer als großes, gut beleuchtetes Anwesen aus der Dunkelheit hervor, ich habe es damals immer das „James-Bond-Anwesen“ genannt, weil es der perfekte Wohnsitz für einen der Bond-Bösewichte gewesen wäre. Unten im Tal vor dem Skulpturenpark dann ein kleiner Dämpfer. Der Park ist aus Altersgründen geschlossen, der Weg durch den Park ist nur noch für Wanderer offen (zum Glück bin ich einer). Über Kunst kann man streiten und es muss nicht jedem alles Gefallen. Jedoch sieht man an dem Skulpturenpark deutlich, das dieser Park das gesamte Lebenswerk eines Künstlers ist. In diesem Sinne ist dies ein besonderer Ort.
    Blick ins SorpetalSkulpturenpark Waldemai


  23. Gefällt mir!
    Übergang Böhmische Schweiz in das Osterzgebirge mit Zeroday in Děcin
    1.-3. September
    54 km

    Nun sitze ich auf meiner Veranda auf dem Kemp in Děcin in der Morgensonne, umhüllt von Autobahnlärm, und genieße meine letzten Nescafé zum Frühstück. Natürlich beobachte ich die deutschen Nachbarinnen gegenüber, offensichtlich deutsche Lehrerinnen mit einer pubertierenden Schulkasse, deren Mitglieder alle ein Gesicht ziehen, wie wenn der 3. Weltkrieg ausgebrochen ist und durch gelangweilte Ignoranz hervorstechen. Ich habe das auf meiner bisherigen Wanderreise auch anders erlebt. Offener, freundlicher, zugänglicher.
    Die Dinge zur Vorbereitung auf den letzten Abschnitt meiner Via Czechia stehen an: Einkaufen. Ob ich mir neue Schuhe leiste, weiß ich noch nicht. Erst 4 Wochen getragen und schon sind unter den Vorfüssen die meisten Stollen seitlich völlig abgelatscht. Gestern hat es mich auf einer glatten Waldrampe hingesetzt. Eigentlich ein Argument für neue Treter. Ich mach's vom Angebot abhängig. Ein Hudy-Sport oder Decathlon gibt's hier nicht.

    Eigentlich schaut's noch nicht so schlimm aus, die knappen 2 Wochen Erzgebirge werden sie bestimmt noch herhalten. (Spoiler: sie sind mittlerweile zu meinen routinemässigen Gravelbike- und MTB-Schuhen mutiert).
    Der Einkauf mit Speicherkarte, Gaskartusche und frischen Fressalien ist ruckzuck erledigt. Ein Einkaufszentrum liegt 10 Gehminuten entfernt. Der Weg dorthin ist abenteuerlich über Treppentürme an der Stadtautobahn entlang, dafür hat man eine passable Aussicht. Ich koche mir erstmal Vollkornspaghetti mit Pesto und Parmesan, dazu ein alkoholfreies Radler und ein anschließend Verdauungschillerchen. Über Mapy.com habe ich mir einen Děcin-Rundgang über die Stationen, die ich sehen will, zurechtgelegt. 5 km, na, das werde ich heute wohl noch schaffen.

    Und es werden weit mehr als 5. Eine begeisternden Runde führt mich erst in den Zoo am Berg, dann ergattere ich noch einen Platz im Ausflugslokal mit unschlagbarer Aussicht auf Elbe und Stadt.

    Dann schlendere ich in den Burghof und begrüße die dort ansässige Pfauenfamilie und zum Schluss schreite ich über eine frühgotische Steinbrücke.


    Es gibt dann wieder Abendessen bei mir auf meiner Veranda, richtig, Vollkornspaghetti mit Pesto und Parmesan. Das war ein richtig schöner Chillingday für mich. Morgen gibt's dann den Rest der Böhmischen Schweiz, und dann kommt das Erzgebirge!

    Ein sonniger Tag beginnt. Ich mag gar nicht gleich aufstehen, wo ich doch zuletzt gut schlummerte. Das war ja gestern Abend noch gar nicht so klar. Erst heulte Musik und ein Sprecher über den Campingplatz, also irgendeine kleine Veranstaltung, dann mischte sich plötzlich um 21 Uhr ein rhythmischer Presslufthammer in das bunte Geräusche-Potpourri nebst der üblichen Autobahnlärmkulisse. Und tatsächlich, da hat man eine Umleitung mit Leuchtpfeilen etabliert und saniert am späten Abend ein Teilstück der Autobahn! Sachen gibt's. Das hat immerhin zur Folge, dass die Musik nicht mehr Spaß macht und die Leute, die zur Veranstaltung gehören, das Kemp verlassen. Also kommen meine bewährten Ohropax in die Ohren und die ganzen Autobahnreparaturen sind mir schnuppe. In Tschechien gibt es nichts, was es nicht gibt.
    Am Morgen wird zusammengepackt, der Container abgeschlossen und los geht's aus dem schönen morgendlichen Děčín über die "Schäferwand" auf zugleich dem E3 in Richtung Schneeberg. Auch die Böhmische Schweiz hat einen solchen, aber als Tafelberg gerade mal 730 m hoch. Der Weg verläuft leicht ansteigend durch den Wald und so dauert es nicht lange und an einer Útulná trifft man auf den Stezka les, dem guten alten "Forststeig", das Wandereldorado für jeden Fernwanderbeginner/in. So auch für mich vor gut 7 Jahren.

    Es steilt sich der Weg steinig auf bis man das langgezogene Gipfelplateau erreicht. Die Aussichten bilden ein Highlight nach dem anderen. Ich mache mit Absicht auf einem Felsplateau meine Mittagspause, hole mir dann etwas zu trinken aus dem Gipfelrestaurant. Am daneben liegendem Bistro muss man für eine Turmbesichtigung 3€ löhnen und die Besitzerin geizt ein wenig mit ihrem Charme bzw. kennt diesen gar nicht.

    Der Obulus ist aber eine gute Investition, wie ich finde, denn die Rundumsicht ist einzigartig.


    Beim Abstieg vom Schneeberg bin ich unkonzentriert, bleibe mit dem Vorfuß hängen und knalle frontal mit Knie und Handfläche auf den abschüssigen steinigen Weg. Die Schürfwunden bluten ziemlich und nach der Notversorgung mit Wasser, Alkoholtupfer und den letzten beiden Pflastern ist mir erstmal blümerant und so bleibe ich 5 min sitzen.

    Das Knie scheint nicht ernsthaft geprellt zu sein, aber ich nehme mir erstmal vor, den Campingplatz in Ostrov oder 1 km weiter den in Tisá in Anspruch zu nehmen. In Ostrov bin ich allerdings viel zu früh, also wandle ich staunend durch die tolle Felsenstadt von Tisá und peile den dortigen Campingplatz an.


    Dieser enttäuscht in ganzer Linie, ziemlich klein, voll von deutschen Vans mit Rentnern, die sicher keine Kletterer sind. Keine Idylle zum Bleiben. Ich fülle mir noch meine Flasche mit Wasser auf und schließe wieder an die Via Czechia an. Bei Rájec, fern der ganzen Felsenlandschaften, schaue ich mich auf einer weitläufigen Hangwiese um und finde dann in einem sonnigen Birkenwäldchen einen einigermaßen ebenen Platz, den man nicht einsehen kann. Da bleibe ich. Da hab ich sogar bissi Aussicht.

    Um 22 Uhr fängt meine Wunde an der Handfläche das schmerzen an. Das ist kein gutes Zeichen. Ich bin hellwach und überlege im Schein der Stirnlampe, was mit meinen begrenzten Möglichkeiten zu tun ist. Ich schnappe mir den vorletzten Alkoholtupfer, öffne das Pflaster ein wenig und säubere mit dem Tupfer die Umgebung und die aufgerissenen Hautteile. Danach verschließe ich den Verband wieder und klebe noch 2 Streifen Tape darüber. Ich brauche morgen unbedingt neues Verbandsmaterial, sonst kann die Tour noch voll in die Hose gehen. Licht aus und das Pochen der Hand hat aufgehört. OK, hat was gebracht. Gegen morgen trabselt etwas an mein Zelt ganz nah und schnüffelt. Eine Wildsau ist es nicht, und ein Reh schleicht auch ganz anders. Wieder ein Fuchs? Gottseidank habe ich meinen Fressialienbeutel fest verschlossen und mitten im Zelt. Später höre ich nichts mehr. Am frühen Morgen könnte ich noch weiter schlummern. Seit September ist, zieht es mich morgens nicht mehr so aus dem Zelt, obwohl die Nässe in dem Einwandzelt auch ohne Regen jetzt zunimmt. Der Hochsommer ist vorbei.

    Ich komme erst um kurz nach 8 Uhr los und wandere durch Wiesengelände nach Petrovice. Im ersten Vietnamesenshop lässt man mich unfreundlich abblitzen, "was will die Frau mit Hut?"
    Im dutyfree-Shop gibt es auch Lebensmittel. Ich kaufe gleich etwas für ein Frühstück ein und erfahre von der tschechischen Verkäuferin, dass es weiter hinten an der Hauptstraße eine Lékárna gibt. Bingo, eine Apotheke, und in der auch noch deutsch gesprochen wird und die gerade aufgemacht hat. Einfacher geht's kaum und so bin ich mit Pflaster und Desinfektionsmittel eingedeckt, was mich gerade mal 8€ gekostet hat.

    Am Flugzeugrestaurant verspeise ich in der Sonne mein Frühstück und die Bedienstete des originellen Restaurants lässt mich mein Handy aufladen.

    Dann kommt ein sehr schöner Wiesenwegabschnitt zum Wandern in Richtung Adolfov.


    Nur 2 Motorradrowdies stören mich insgesamt 3x, ihre Nummernschilder sind hinten mit Lappen abgedeckt, da kennt man sich aus. Ich nehme ihr den Aufstieg zum Špičák vor, da es eine Aussicht auf den weiteren Verlauf gibt.

    Noch ist mir nicht klar, in welche Richtung ich muss. Nach Unterquerung der Dresdner Autobahn geht es kilometerlang weiter auf schönen Wiesenwegen. Es kommt mit ein Wanderpärchen entgegen, er ganz zünftig mit einem Wanderrock.

    Vor lauter Staunen verpasse ich den Abzweig und muss dann 2 km auf der Straße nach Adolfov. Die letzten 200 m stapfe ich auf der Wiese nebenan und ziehe die Aufmerksamkeit zweier Radlerinnen auf sich. Henriette und Gisela aus Pirna haben extra gewartet, um mich auszufragen, von woher ich komme und ich erzähle ihnen meine Story. Sie können es kaum glauben, erst seit dem 4. August unterwegs..... Später auf dem Mückenberg an der Kapelle lese ich es dann rot auf weiß auf einem der seltenen Via Czechia Schilder: 231 km sind übrig, 827 sind absolviert, tatsächlich habe ich noch mehr auf dem Tacho. Ich nehme mir vor, den Rest zu zelebrieren und nicht schon wieder in einer Woche durchzuhetzen.


    Und so suche ich mir schon bei km 28 des heutigen Tages ein Plätzchen und finde prompt eine versteckte Stelle unter Vogelbeerenbäumchen auf einem ehemaligen Bergbaugelände. Hach, wie idyllisch.

    P.S.:
    Ich mache eine Schreibpause, weil ich den Oktober in Südschweden zum Wandern und Packraften unterwegs sein werde. Der Rest der Via Czechia severní kommt im November, versprochen!
  24. Gefällt mir!
    schwyzi hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    Ich hab mich ja noch nicht zu Wort gemeldet - aber ich feier' den Reisebericht mega ab!
    Hab mir die Seite "gemerkt", damit ich ja nix verpasse. Das ist eine toll zu lesende Berichterstattung, macht richtig toll Spaß! ♥️
    Danke dafür! Ich fiebere wirklich mit!
    Ein bisschen traurig bin ich dabei auch - mit koronarer Herzerkrankung, mittlerweile drei Stents, dazu fröhliches Vorhofflimmern und , wie kürzlich festgestellt, COPD, ist sowas für mich leider nicht mehr drin. Nichtsdestotrotz freu' ich mich, zu lesen, wie es anderen so richtig cooler geht. (Alles hat halt seine Zeit. Und meine war schon😁)
  25. Gefällt mir!
    9. Lučice hory und České Švýcarsko bis Děčín
    29.-31. August
    88 km
    Die Regennacht war gar nicht so übel wie befürchtet. Das Gewitter blieb aus, der Sturm war nicht wild und gegen das Pladdern der Regentropfen auf mein Zelt halfen Ohrenstöpsel. Kein Wunder, dass es um 6 Uhr morgens im Schlafsack am gemütlichsten ist.

    Es hilft nix, ich möchte nicht zu spät los, sonst bin ich wieder in einem Trödelmodus, der den ganzen Tag her hält.
    Schon gleich nach 700 m des Weges begeistert mich eine Felsenformation mit Aussicht: Vraní skály, lt. Tafel ein Kletterfels.


    Dann kommt man durch die Ortschaft Petrovice, die keinerlei Einkaufsmöglichkeiten anbietet. Am Ortsrand esse ich auf einer Wiese meine letzten Reste Käse und Wurst und überlege mir eine Versorgungsstrategie. Die nächste Möglichkeit zum Resupply wäre in Hřensko, das ca. 75 km entfernt ist, also 2-3 Tagesmärsche. Hřensko will ich aber eventuell abschneiden, da die Strecke bis dahin seit der Brände 2022 zum Teil umgeleitet wird und ich die Gegend von vor 2022 kenne. Da fällt mir ein, dass ich was von einem quasi 24/7 Selbstbedienungs-Supermarkt in Oybin gelesen habe und so lasse ich die Hochwaldbaude aus und gehe schnurstracks nach Oybin hinunter. Der Weg ist gar nicht schlecht und führt an den sehenswerten Kelchsteinen und anderen Felsriesen vorbei. In dem Tante-M-Laden bekomme ich eigentlich alles, was ich so brauche. Prima, da leiste ich mir doch gleich ein Magnum und ein Radler.

    Nach der Mittagspause gehe ich zurück bis nach Hain, dem Grenzübergang und genieße die Felsenstadt bei Jonsdorf, die ich eigentlich schon kenne, da dort der Oberlausitzer Bergweg entlang führt.




    Ich mache Mittagspause auf einem Aussichtsfelsen mit gleichzeitiger Sicht auf Ještěd und Hochwald/Hovzd. Für den Abend ist die Lausche mein Ziel. Der letzte Anstieg zum Gipfel vergeht schnell und die Mühen haben sich gelohnt. Ein fantastischer Rundumblick!




    In der Ferne sehe ich das Isergebirge, von wo ich hergekommen bin, den Turm des Ještěd, viele Pyramidenkegel, deren Namen ich nicht weiß, bis auf den Jedlová und Studenec, auf die mein Weg hinführen müssten. Und ganz in der Ferne sieht man den Fernsehturm von Děcin, den Ort, wo ich gerne einen Zeroday einlegen möchte. Der ist aber noch ganz schön weit weg. 2 km hinter der Lausche finde ich in einer wilden Wiese ein Kuhle, in der ich mein Zelt platziere. Die Unebenheiten werden mit Packsäcken ausgepolstert. Wird schon gehen für die Nacht. Es gibt schönere Plätze, aber man muss zugreifen, wenn sich etwas einigermaßen Passables ergibt.

    Gerade als ich morgens aufstehen möchte, fängt es das regnen an. Na super, nasses Zelt einpacken. Doch dann geht's im Trockenen los.


    Nach nicht mal 5 km vor dem steilen Aufstieg zum Tolštejn schon wieder Pause an einem Getränkeautomaten. Dort versorge ich mich mit einem Birell und einer Schokowaffel. Vor dem letzten Aufstieg zum Tolštejn mache ich in der Sonne erstmal Frühstückspause und trockne die Schlafsäcke. Schon überlege ich mir, die letzten Höhenmeter auf den Gipfel zu sparen, sehe aber einen einwandfreien Aussichtsturm. So verstecke ich meine Habe und mache mich ohne Rucksack auf den Weg zum Gipfelchen. An dem Tolštejn-Restaurace bekommt man noch umgerechnet 1,80 € für das Drehkreuz zur Aufstiegsleiter abgeknöpft. Das ist mir jetzt auch egal, das sonnige Wetter verspricht eine geniale Sicht. Und so ist es, der Wow-Effekt stellt sich prompt ein.

    15 min später stelle ich fest, dass die Besteigung eine gute Idee war, da der weitere Weg nicht auf den benachbarten Jedlová führt.

    Vorbei an unzähligen Bunkern kommen die Basaltsäulen des Zlatý vrch immer näher. Das ist bereits das dritte Mal, wo ich dort bin und immer wieder bin ich beeindruckt von den Steinformationen.

    Dann aber heißt es nochmals ranhalten, der Aufstieg zum Studenec ist schweißtreibend, aber auch lohnend. Und der Aufstieg auf den Aussichtsturm kostet nichts.

    Es folgt ein elend langer Abstieg nach Studený. Das anvisierte Restaurant ist geschlossen, aber der Imbiss 500 m weiter hat alles, auf was ich Lust habe: gegrilltes Hermelin mit Toast und Pivo. Es schleichen sich etliche Stezka čezkem -Wanderer aus der anderen Richtung vorbei, nicht ohne einen Drink oder ein Softeis zu kaufen.

    Mit dem Ehemann der Imbissbetreiberin komme ich ganz nett ins Gespräch. Er heißt Petr und hatte Verwandtschaft aus meiner Geburtsstadt und der Oberpfalz-Ecke, die ich auch meine nähere Heimat nenne. Ihm gefällt es in Tschechien nicht so gut, tja, die Regierung....ich frage, ob wir zu dritt ein Selfie machen können, ja, machen wir. Seine Frau heißt Jana.
    So gestärkt geht es die letzten Kilometer durch die Kamnitz Schlucht.

    Die kenne ich auch, aber vor 6-7 Jahren lagen da keine abgestorbenen Bäume an den Seiten. Da ich am späten Nachmittag unterwegs bin, ist kein Mensch dort. Das nutze ich aus und steige splitterfasernackt in die Kamnitz für ein kurzes Erfrischungsbad. Es ist wunderschön dort, aber halt Reservace und so steht fest, dass ich den Campingplatz in dem unaussprechlichen Jetřichovice ansteuere. Der ist für tschechische Verhältnisse teuer, aber fest in ostdeutscher Hand von der Kundschaft her. Obwohl, die umgerechnet 15€ inkl. Duschmarke sind gut investiert. Endlich mal wieder mit warmen Wasser Haare waschen, welch ein Luxus. Und morgen nehme ich Kurs nach Děcin, da möchte ich meinen ersten und wahrscheinlich letzten Zeroday machen.

    Der Campingplatz ist im Prinzip empfehlenswert, ein sauberer Platz mit gepflegten Anlagen. Ich schlafe mit meinen Ohrenstöpsel ganz gut. Das Problem ist die Lage an der Kamnitz, das Zelt ist morgens auch ohne Regen vollkommen nass. Einmal durch die Wiese gehen und das Fußbad ist garantiert. Ich bin die erste, die zusammen packt. In einer Stunde gibt's für 2 Stunden Starkregen, ein Regengebiet zieht durch. Also ist der Verlängerungsplan über Mezní Louka hinfällig, ich mag nicht im Regen durch die Felsenstadt der Böhmischen Schweiz die Stiegen auf und ab stapfen und suche mir einen direkteren Weg nach Děcin. Dort habe ich für 2 Nächte so ein "Bungalow" auf dem Campingplatz gebucht. Es soll jetzt mal einen Pausentag für mich geben, evtl. neue Schuhe, eine neue Gaskartusche, eine neue Speicherkarte...

    Durch Zufall stoße ich auf eine große Höhle und durch Zufall fängt es genau da zum Schütten an. Ich mache eine ausgedehnte Frühstückspause und bin fast am Einnicken, als der Regen durch ist. Also geht es wieder auf, der Weg verläuft über die Bunkerlinie und führt am alten Friedhof von Schemmel vorbei.

    Den erkenne ich wieder, da war ich schon mal auf meiner Kammtour vor 7 Jahren und ärgerte mich damals, dass es kein Wasser gab. Wie so oft auf tschechischen Hřbitovs.
    Später geht es steil eine Klamm hinauf und irgendwann stehe ich vor der Entscheidung, den Gipfel des Růžovský vrch, des Rosenbergs, mitzunehmen. Der hat aber keine Aussicht und so lasse ich es und steige lieber auf den viel niedrigeren Pastevní Vrch, der hat wenigstens eine klasse Aussicht ins Elbsandsteingebirge.



    Beim Abstieg komme ich nach Rusová und dort ist ein Restaurant geöffnet. Ich esse gegrilltes Gemüse und einen Salat. Das erste Mal auf der Reise komme ich auf meine 500 g Gemüse. Dann zieht sich der Weg auf dem E3 ziemlich bis Děčín, hat aber doch noch wunderschöne Highlights zu bieten, ein toller Wegverlauf mit immer wieder Aussichten auf die Labe/Elbe.

    Die letzten 2-3 Kilometer durch Děcin sind verkehrsreich und laut und die Lage des dortigen Campingplatzes auch. Obendrüber verlaufen Bahnlinien und ein Autobahnkreuz und die Bungalows sind alle belegt, an meinem tapsen ständig deutsch sprechende junge Damen vorbei. Ich sehe schon, ohne Ohrenstöpsel finde ich da keine Ruhe. Die erste Phase der Pflichten hat schon begonnen: Meine Schlafsäcke und mein Zelt trocknen bereits und die ersten Klamotten sind durchgewaschen. Morgen geht's zum Einkaufen, gegoogelt hab ich schonmal.

    Wenigstens ist das Bett bequem.

Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.