Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

3 Tage Freestyle durchs Sauerland: Sorpetal – Ohlenberg – Valmetal – Hunau

Featured Replies

Geschrieben

Einleitung: Im Sommer war ich mit der Familie in Fort Fun, einem Vergnügungspark im tiefsten Sauerland. Vom Riesenrad aus hat man einen wunderschönen Blick auf die umgebenden Hügel und Berge, da dacht ich mir, hier will ich wandern gehen. Da es keinen existierenden Wanderweg gab, der alle meine gewünschten Ziele ansteuert, hab ich letztendlich Freestyle mit Garmin Base Camp selber eine Route erstellt. Bei den Höhenmetern dachte ich mir, ganz gemäß dem Motto unser Altkanzlerin Merkel, „Wir schaffen das“, gehst halt ein paar Kilometer weniger in der Weite. Das sollte ich noch bereuen...

Jetzt Mitte September war es dann soweit, Überstunden abbauen und los gings von Donnerstag bis Samstag auf eine Drei-Tages-Tour durch das wilde Sauerland.

Gesamte Tour: ca. 63.5 km bergauf: 2500m bergab: 2500m

Tag 1: Wanderparkplatz Holthausen – Skulpturenpark Waldemai – Sorpetal – Großes Bildchen – Himmelskrone -Bergsee - Siedlinghausen Netto – Trekkingplattform Siedlinghausen

Distanz: ca. 22 km bergauf: 900m bergab: 700m

Empfehlung: Teilweise – Das Sorpetal mit dem Skulpturenpark ist schön, der Weg nach Siedliengshausen danach war nichts besonderes. Der Trekkingplatz Siedlinghausen ist eine klare Empfehlung!

Tag 2: Trekkingplattform Siedlinghausen – Brunskappel – Birkegge – Ohlenberg – Plästerlegge/Wasserfall – Campingplatz Valmetal

Distanz: ca. 22 km bergauf: 900m bergab: 1200m

Empfehlung: Nein, mit Ausnahme des Campingplatz Valmetal. Der Weg auf den Ohlenberg geht zum größten Teil nur über breite geschotterte Waldege unter Windrädern lang. Der Gipfel ist nett, entschädigt jedoch nicht für den harten Anstieg. Der Wasserfall Plästerlegge ist schön, der Weg dahin nicht. Beide Daumen hoch für den Campingplatz Valmetal.

Tag 3: Campingplatz Valmetal – Trekkingplatz Sauerland – Brabecke – Bödefeld – Kreuzweg - Kreuzweg Kapelle - Nasse Wiese – Hunau (818m) – Skigebiet Hunau – Holthausen - Wanderparkplatz Holthausen

Distanz: ca. 19.5 km bergauf: 700m bergab: 600m

Empfehlung: Ja! Bödefeld ist ganz hübsch, der Weg über den Kreuzweg, die Kapelle zur Hunau und dem Skigebiet sind meiner Meinung nach lohnenswert.

Tag 1

Anfahrt mit dem Auto zum Wanderparkplatz Holthausen. Das Wetter war besser als erwartet, blauer Himmel mit Wolken und Sonne, jedoch nicht zu warm. Schon die Anfahrt durchs Sauerland machte Lust auf die Tour. Der Wanderparkplatz ist mit Karten-Tafel, Tischen und sogar einem Mülleimer ausgestattet, was will man mehr. Also Schuhe gewechselt, Rucksack auf und los Richtung Sorpetal.IMG_20260917_110544.jpg

IMG_20260917_111844.jpgDie Maria in diesem Bildstock hat irgendwie einen beunruhigenden Gesichtsausdruck.

Auf dem ersten Berg dann ein unerwartetes Hindernis. Ein geschlossenes Tor mit Zaun soweit das Auge reicht. Konnte man zum Glück einfach selber öffnen und hindurch, die Aufklärung gab es etwas später: Die Schweinepest. Welche Seite jetzt „drin“ bzw. „draußen“ war, konnte ich nicht feststellen. Jedoch nehmen die Sauerländer es sehr Ernst mit der Schweinepest, der Wald ist Kilometerlang eingezäunt.

IMG_20260917_132126.jpg

Oben auf dem Berg dann der erste Blick ins Sorpetal und den Skulpturenpark Waldemai. Ich freue mich schon auf diesen Abschnitt. Als ich noch jung war, sind wir hier öfters durchgefahren um Diskotheken bzw. Konzerte zu besuchen. Wenn man im Dunkeln von Schmallenberg ins Sorpetal abbog, hatte man immer das Gefühl, man verlässt die Zivilisation. Der Skulpturenpark ragte dann immer als großes, gut beleuchtetes Anwesen aus der Dunkelheit hervor, ich habe es damals immer das „James-Bond-Anwesen“ genannt, weil es der perfekte Wohnsitz für einen der Bond-Bösewichte gewesen wäre. Unten im Tal vor dem Skulpturenpark dann ein kleiner Dämpfer. Der Park ist aus Altersgründen geschlossen, der Weg durch den Park ist nur noch für Wanderer offen (zum Glück bin ich einer). Über Kunst kann man streiten und es muss nicht jedem alles Gefallen. Jedoch sieht man an dem Skulpturenpark deutlich, das dieser Park das gesamte Lebenswerk eines Künstlers ist. In diesem Sinne ist dies ein besonderer Ort.

IMG_20260917_115237.jpgBlick ins SorpetalIMG_20260917_120647.jpgSkulpturenpark Waldemai

IMG_20260917_120918.jpg

IMG_20260917_121126.jpg

Bearbeitet von Gibbon

Geschrieben
  • Autor

Tag 1 - Fortsetzung

Weiter geht es durch das Sorpetal, der Rothaarspur folgend. Bei einer Pause mit Blick auf meine Navi-App wird mir klar, dass ich vor einem halben Kilometer schon den Berg hoch gemusst hätte. Also neue Route auf den Berg gesucht und weiter gehts. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich auf dem Höhenkamm gelaufen bin. Der ist leider komplett bewaldet mit Null Sicht. Hier empfehle ich jedem Wanderer im Sorpetal unten zu bleiben bis zum großen Bild.

IMG_20260917_124422.jpgJesus-Schrein neben einem Elfen-Aufhänger an einem Schuppen im Wald, wieso nicht.

Einziger Lichtblick auf dem Höhenkamm, das kleine Bildchen: Jesus-Bildstock, mehrere Sitzbänke, ein schöner Ausblick, Kühe mit Kälbern direkt nebenan auf der Weide und eine respektable Schutzhütte. Hier habe ich nur zu gerne Pause gemacht.

IMG_20260917_133951.jpgIMG_20260917_134100.jpgDer kleine Bildstock

Später im Wald kommt mir dann der erste Mensch seit Beginn der Tour entgegen, eine ältere Dame die spazieren geht. Bis jetzt war ich über 3 Stunden unterwegs, ohne einen Menschen gesehen zu haben. Das war wohl auch ihr Gedanke, nach einem freundlichen Hallo spricht sie mich direkt an und meint „Sie sind der erste Mensch den ich hier sehe!“. Das kann ich nur bestätigen, man quatscht kurz ganz nett und wünscht sich einen schönen weiteren Weg.

Nach dem Parkplatz direkt an der Hauptrasse und dem großen Bildchen geht es in den Wald hinein. Nach einiger Zeit jedoch sehe ich, das meine Freestyle Strecke auf ein mir schon bekanntes OSM-Karten-Problem trifft: Es gibt Wege, die sind in OSM markiert, in der Realität jedoch kaum noch existent. So auch hier. Vor mir ist ein zugewachsener Waldwirtschaftsweg, der schon seit Jahren nicht mehr befahren wurde. Aus der Erfahrung früherer Touren heißt das meistens, Sträucher, die fast brusthoch sind und zum Teil voll mit Zecken sind, oder Gräser, zwischen denen fiese Spinnen ihre Netze Spinnen (Ja, Spinnen sind nützlich, und zuhause werden sie auch mit dem Glas nach Hause gebracht, ekeln tue ich mich trotzdem). Kurzer Blick auf die Karte zeigt mir, dass das der einzige direkte Weg ist, also durch in der Hoffnung, das der Weg besser wird. Wird er nicht. Nach einem Kilometer durchs hohe Gräser und Sträucher ist der Weg so gut wie weg. Keine Ahnung ob ich einem Wildwechsel oder einem Trampelpfad folge, nur ein Salzblock auf einem Baumstamm verrät, dass hier schon mal Menschen waren. Etwas entnervt und erschöpft gelange ich dann wieder auf einen Waldwirtschaftsweg.

IMG_20260917_143932.jpgIMG_20260917_145508.jpgGanz recht, hier geht laut OSM-Karte ein Weg durch!

Etwas später höre ich dann auf dem Waldweg ein Auto hinter. Ich bleibe stehen und gucke, das Auto bleibt auch stehen, sobald mich der Fahrer sieht. Okay…? Ich laufe einfach mal weiter. Ein paar Minuten später überholt mich das Auto. Irgendein Pickup, komplett in mattfarben Armee Grün, sieht auch aus wie ein Armee-Fahrzeug. Jedoch mit Niederländischem Kennzeichen und niederländischen Flagge drauf. Okay…? Na gut, die Niederländer sind ein nettes Völkchen, also lächeln und dem Fahrer freundlich zunicken. Und ja, der nette junge Mann in seinem Armee-Tarnanzug hinterm Steuer lächelt zurück und nickt mir zu.

Inzwischen wird es schon was später und die Strecke und die Höhenmeter spüre ich ganz schön in meinen Knochen. Jedoch ist der nächste Berg der Anstieg zum Bergsee. Die Fotos auf Google Maps waren sehr vielversprechend. Vor Ort dann die Ernüchterung: Der ganze See ist rundherum von steilen Klippen umgeben und die sind mit Meter hohen Bäumen zugewachsen. Null Sicht! Selbst der offizielle Aussichtspunkt lässt den See nur erahnen. Kurz der Gedanke, ob ich an den Klippen entlang laufe, um einen guten Photospot zu finden – jedoch lieber nicht. Laut einer Statistik einer weltweiten Versicherung über Todesfälle bei Selfies, sind die Hauptgruppe der Todeskandidaten Männer (Geschlecht männlich - check), die bei einem Selfie zu Tode stürzen (hohe Klippen – check). Also spare ich mir lieber ein „Killfie“ und laufe dem letzten großen Höhepunkt des heutigen Tages entgegen: Dem Netto in Siedlinghausen.

IMG_20260917_163423.jpgBlick auf den Bergsee

In den Ort zu laufen unter Menschen ist nach Stunden der Einsamkeit erst einmal etwas komisch. Der Netto kann jedoch sämtliche meiner kulinarischen Bedürfnisse erfüllen (Wasser Refill, kalter Kaffee, Chips, etc.). Jetzt muss ich das Zeug nur noch bis zur Trekkingplattform schleppen. Inzwischen habe ich keinen Lust mehr, auch nur einen Höhenmeter zu gehen und will nur noch ankommen, Zelt aufbauen, essen und umfallen. Jedoch weiß ich, dass ich nochmal 200 m Aufstieg habe. Wird wohl nicht so schlimm werden...denkste. Im Wald geht der weg auf einmal steil gerade den Berg hoch. Sehr steil. Es gibt garantiert Klettersteige in den Alpen, die nicht so steil sind. Das ist das erste mal, dass ich die Routenwahl so richtig verfluche. Ich brauche ewig den Berg hoch und muss alle paar Meter Pause machen. Oben auf dem Berg mach ich eine lange Pause auf einer Bank, obwohl es nur noch 10 Minuten bis zum Ziel sind. Hier kommen mir auch ein paar Mountainbiker auf ihrer Abendrunde entgegen. Weiter gings und endlich das Tagesziel, der Trekkingplatz Siedlinghausen!

IMG_20260917_175012.jpgGrandioser Abendausblick auf der letzten Bank vorm Trekkingplatz

Bearbeitet von Gibbon

Geschrieben
  • Autor

Trekkingplatz Siedlinghausen

Für den Trekkingplatz gibt es beide Daumen hoch. Direkt am Weg, doch etwas geschützt durch die Büsche. Saubere neue Toilette, sogar eine Panorama-liege, die sich drehen kann. Einzig und allein ein überdachter Bereich fehlt, dank gutem Wetter ist mir das jedoch egal. Ich hole mein Zelt heraus, breite es aus und muss dann an einen Foreneintrag hier im Forum denken, wo ich meinte, dass ein Zeltaufbau auf den Plattformen easy ist für nicht selbstehende Zelte, mit extra Schnüren oder Plattformheringen geht das schon. An dieser Stelle fällt mir auf, dass ich weder Plattformheringe noch extra Schnüre dabei habe...hm, clever von mir. Zum Glück hat das Tartptent Rainbow so was wie einen selbststehenden Modus mittels Trekkingstöcken (mehr schlecht als recht) und ich hab noch die Windschnürre dran. Klappt irgendwie.

Nach dem Aufbau bleibt ein Mountainbiker, ein Mittfünziger stehen, und ruft mir ein freundliches „Weiß das Forstamt, was sie da machen!?!“ zu, ganz in Blockwart Manier. Jedoch ist die Situation schnell entspannt, als ich ihm erkläre, dass man das hier ganz legal buchen kann. Daraus entwickelt sich ein nettes Gespräch und zehn Minuten und eine Lebensgeschichte später wünscht er mir noch eine angenehme Nacht auf der Plattform.

Essen, nach Hause telefonieren, noch vor neun Uhr bin ich eingeschlafen. Nachts regnet es dann längere Zeit, ich bleib jedoch trocken. Bis zum nächsten Morgen. Das Rainbow kann sich zu einer wahren Tropfsteinhöhle entwickeln und genau das hat es getan. Bis ich aus dem Zelt raus bin, habe ich schon eine gratis Kondenswasserdusche bekommen. Der Morgen ist windig und bewölkt, jedoch soll es heute trocken bleiben. Ich bin schon früh unterwegs, denn heute steht die härteste Etappe an, rauf auf den Ohlenberg.

IMG_20260917_181753.jpgNicht direkt sichtbar, der TrekkingplatzIMG_20260917_193048.jpgIMG_20260917_181757.jpgAusblick

IMG_20260917_182304.jpgSuper sauberes Kompostklo

IMG_20260918_074153.jpgAm nächsten Morgen nach dem Regen

Bearbeitet von Gibbon

Geschrieben
  • Autor

Tag 2

Heute war der schwierigste Tag mit den meisten Höhenmeter, 900 rauf und 1200 wieder runter. Dazu hatte ich ein Zeitlimit, da ich vor 18 Uhr auf dem Campingplatz sein sollte zum einchecken. Daher früh gestartet. Zuerst wollte ich mein Wasser auffüllen an einer Quelle, die auf den Karten in der Nähe des Trekkingplatzes eingezeichnet war. Vor Ort war da jedoch kein sprudelndes Wasser, noch nicht einmal Pfützen. Da hätte man höchstens die Feuchtigkeit von den Steinen lecken können. Das brachte meine Wasserplanung etwas durcheinander, meine Hoffnung lagen daher auf dem nächsten Ort. Die Sonne schien und es ging nicht bergauf eine ganze Weile, so gings dann sehr beschwingt einen sehr schönen Weg entlang nach Brunskappel.

IMG_20260918_094635.jpgDer Weg ins Tal

Brunskappel selber ist klein, jedoch sehr gepflegt und verfügt sogar über ein kleines Schloss (in privater Hand). Hinter der Kirche gab es einen Zapfhahn für Wasser für den angrenzenden Friedhof, also Flaschen alle aufgefüllt und zur Sicherheit noch überall ne Micropur Forte rein geworfen. Hinter Brunskappel ging es dann erst einmal laaange bergauf. Der Vortag steckte mir noch in den Knochen, ich habe um jeden Höhenmeter gekämpft.
IMG_20260918_100858.jpgTretbecken im Fluß

IMG_20260918_101246.jpgDas Schloß in Brunskappel

IMG_20260918_103033.jpgNettes Plätzchen beim verlassen des Dorfes über den Kaiser-Otto-Weg

Ab einem bestimmten Punkt ging es Kilometer lang nur über Schotterstrassen unter neu gebauten Windrädern her. Nicht schön.

IMG_20260918_112043.jpgWindräder soweit das Auge reicht

IMG_20260918_111000.jpgSuper! Bin eher Typ Angsthase/Hypohonder. Ich freue mich immer, wenn ich neue Gründe für neue Ängste finde...

IMG_20260918_115157.jpgKleiner Lichtblick war dann nach einiger Wanderzeit der erste kleine Gipfel, Birkegge, wo ich dann auch länger Pause gemacht hab.

Als ich mich den Ohlenberg Gipfel näherte, fiel mir auf, dass die Waldautobahn auf der ich unterwegs war, irgendwie viel zu weit unten war. Tja, meine Freestyle Route führte dann von diesem Weg aus sehr steil den Berg zwischen Büschen hindurch. An der Stelle habe ich zehn Minuten lang überlegt, ob ich den Gipfel sausen lasse, weil ich einfach fertig war und keinen Bock mehr hatte auf bergauf. Dann jedoch doch hoch gegangen, weil für den Gipfel war ich ja hier. Was habe ich den Abschnitt gehasst. Der Gipfel selber ist ganz hübsch + schöne Aussicht und genügend Bänken für Pause, die ich dann auch brauchte.

IMG_20260918_124353.jpgDa gehts vorm Waldrand rechts steil den Berg hoch zum Gipfel

IMG_20260918_124647.jpgDer Weg

IMG_20260918_130353.jpgDer Gipfel

Geschrieben
  • Autor

Tag 2 - Fortsetzung

IMG_20260918_124443.jpgBlick vom Ohlenberg - links am Bildrand von den Bäumen verdeckt befindet sich Fort Fun

Dann kam das zweitschönste nach bergauf. Ich musste den gleichen steilen Weg bergab. Hurra, ohne Trekkingstöcke wären meine Knie wahrscheinlich auseinander gefallen. Angekommen an der Waldautobahn von vorher Blick auf die Navi App. Und wieder Freude über die OSM Karten. Nicht nur, dass ich weiter genau so steil den Berg herunter musste. Zudem hatten Harvester das gesamte Gebiet platt gemacht und der Weg war nicht existent. Kurz nach einer Alternative geschaut, jedoch hätte ich da mehrere Extra-Kilometer laufen müssen. Also, Embrace the Suck, und die hundert Meter einmal durch Harvestergebiet abgestiegen auf die nächste Waldautobahn. Da die Überraschung, der OSM Weg war tatsächlich noch da, wenn auch sehr versteckt. Endlich angekommen Tal mit schmerzenden Knien, ging es ca. 200m durch die Ebene, dann hieß es wieder bergauf.

IMG_20260918_134619.jpgHier soll ein OSM-Weg hergehen

IMG_20260918_135653.jpgDer Weg

IMG_20260918_135804.jpgWann hier wohl das letzte mal ein Mensch durch ist?

Auf zum Wasserfall. Theoretisch läuft dieser Weg an Fort Fun vorbei. Praktisch läuft man Kilometer weit über einen Schotterweg im Wald und sieht nichts außer Wald. Nicht so schön, da es oft bergauf geht. An dem Punkt war ich schon jenseits meiner Leistungsgrenze. Dann eine Gabelung: Ein Weg nach oben in den Ort Wasserfall, der andere Bergab zum richtigen Wasserfall. Kurzer Blick in die NaviApp: Ich muss also Bergab und wieder bergauf um zum Wasserfall zu kommen? Und weil das eine Sackgasse ist, wieder zurück?! Fast hätte ich den Wasserfall links liegen lassen. Fast. Dann wieder der Ehrgeiz und der Gedanke, „die Route führt hierher wegen genau dem Wasserfall“. Also doch den Umweg gemacht.

Der Platz ist schön, eine kleine Schlucht. Leider war der Wasserfall (der größte natürliche in NRW), genau wie die Quelle am morgen, nahezu trocken. Naja, immerhin war ich jetzt mal da gewesen.

IMG_20260918_150535.jpgIMG_20260918_150636.jpgSuchbild: Wo ist der Wasserfall?

Weiter ging es mit letzter Kraft den Berg hinauf in den Ort Wasserfall und von da aus dann die letzten Kilometer humpelnd und absolut fertig zu meinem nächsten Ziel, dem Campingplatz Valmetal.

IMG_20260918_153647.jpgLetzter Blick zurück, der Gipfel im Bild ist der Ohlenberg, ganz schön weit weg sieht der aus.

Geschrieben
  • Autor

Campingplatz Valmetal

Beide Daumen hoch für den Campingplatz Valmetal. Nach dem mörderisch anstrengenden Tag war die Aussicht auf eine heiße Dusche das, was mich die letzten Meter weiter getrieben hat. Bis zur Deadline, 18:00 Uhr, hatte ich sogar noch eine Stunde Puffer. Empfang war sehr freundlich, außer dem Schlüssel zum Sanitärgebäude wurde mir direkt ein Hammer für den Zeltplatz angeboten. Das nenne ich aufmerksam. Duschmarken habe ich direkt mehrere mitgenommen, alle die übrig waren, konnte ich am nächsten Tag zurück geben. Auch das sehr vorbildlich für einen Campingplatz.

Fürs Zelten hatte ich eine ganze Terrasse für mich allein. Das Beste: Die Hütte. Für Zeltgäste steht dort eine kleine Gartenhütte zu Verfügung. Die Einrichtung ist zwar spartanisch (Sitzen, Tisch und Licht), jedoch wäre das bei schlechtem Wetter ein echter Game Changer gewesen. Aufrecht im trockenen Essen, lesen, etc. zu können ist schon Luxus.

Der Campingplatz ist fest in der Hand von Dauercampern, von denen jedoch so gut wie keine da waren. Insgesamt habe ich nur eine Handvoll Gäste gesehen. Die sanitären Anlagen sind sauber und in Ordnung, die warme Dusche habe ich ausgiebig genossen. Danach Essen, nach Hause telefonieren und dann fielen mir schon die Äuglein zu.

Am nächsten Morgen wurde ich im Zelt vom allmorgendlichen Tropfen des Kondenswassers begrüßt. Schnell noch eine warme Dusche und dann ging es wieder in die inzwischen stinkigen und schwitzigen Wanderklamotten (mal wieder: „Embrace the Suck“). Bezahlt habe ich übrigens für den Campingplatz inklusive Duschmarken weniger als auf dem Trekkingplatz.

IMG_20260918_165505.jpgDie Zelt-Terasse

IMG_20260918_165542.jpgDie Hütte

Geschrieben
  • Autor

Tag 3

Endspurt. Zum Glück mit weniger Höhenmetern als die Tage davor, jedoch merkte ich schon beim ersten kleinen Berg, das meine Beine einfach keine Kraft mehr haben. Also irgendwie über zwei Hügel und einem Ort nach Bödefeld geschleppt.

IMG_20260919_110140.jpgFür so einen kleinen Ort wie Brabecke finde ich diesen gut gepflegten Bücherschrank sehr bemerkenswert.

Gedanklich war ich hier schon am überlegen, ob ich mir nicht einfach ein Taxi rufe, das mich zum Auto fährt, auf noch mehr bergauf hatte ich einfach keinen Bock und keine Kraft mehr. Bödefeld ist ganz hübsch, es war Samstag Mittag und es schien ein bissl was los zu sein im Ort, der anscheinend auch viel Tourismus hat. Mitten im Ort gab es ein hübsches kleines Kaffee, das Tismes, das angenehm besucht und betriebsam war. Bei Zuckerteilchen und Kaffee überlegte ich mir dann, ob es zu Fuß über den Berg oder mit dem Taxi weiter gehen sollte. Tja, ist so eine Sache mit dem Ehrgeiz. Bin eigentlich nicht so der Typ dafür. Jedoch hat hier mein Ehrgeiz entschieden:“Steh auf und wandle! ÜBER den BERG!“. Also, dafür gebetet, dass mich Koffein + Zuckerschock wenigstens ein paar Höhenmeter hochbringen. Spoileralarm: der Koffein + Zuckerschock ist nie gekommen.

IMG_20260919_121549.jpgGenauso isses!

Hinter Bödefeld ging es ganz nett hoch zum Beginn des Kreuzweges des Dorfes. Am Startpunkt gibt es mehrere Heiligenschreine und eine kleine Kapelle. Sehr nett gemacht und Ort einer längeren Pause für mich. Danach ging es dann den Berg hoch entlang des Kreuzweges. Direkt und steil, 200 Höhenmeter am Stück.

IMG_20260919_124636.jpgBänke beim Startpunkt mit Blick auf Bödefeld

IMG_20260919_124311.jpgEiner von vielen Schreinen

IMG_20260919_124924.jpgDer Kreuzweg: 200 Höhenmeter steil den Berg rauf!

An der 5. Station „Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen“ hätte ich mir auch einen Simon gewünscht, der meinen Rucksack trägt. An der 8. Station „Jesus begegnet den weinenden Frauen“ hätte ich auch gern geweint. Und an der 9. Station „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ bin auch ich zum dritten mal unter dem Gewicht meines Rucksack zusammen gebrochen. Insgesamt habe ich da mit Pausen für den einen Kilometer eine Stunde gebraucht. Oben an der Kreuzkapelle erst einmal eine weitere lange Pause. Auch wenn es mörderisch anstrengend war, die Kapelle auf dem Berg mit dem Ausblick war für mich schon ein besonderer Ort und ich war froh, dass ich dorthin gelaufen bin.

IMG_20260919_132554.jpgKapelle oben auf dem Berg

IMG_20260919_132627.jpgBlick ins Tal

Ab jetzt gab es laut Navi nur noch kleinere Steigungen. Und tatsächlich, der Rest des Weges hat sogar wieder Spaß gemacht. An der nassen Wiese vorbei ging es flotten Schrittes weiter auf die Hunau.

IMG_20260919_141250.jpgNasse Wiese

Der Gipfel ist jedoch komplett im Wald, also direkt weiter gelaufen. Kurze Zeit später kam dann das Skigebiet Hunau, und hier gab es die schöne Aussicht, plus Panoramaliege.

IMG_20260919_144150.jpgSkigebiet HunauIMG_20260919_154532.jpgBlick auf den Fernsehturm

Also lange geruht, was Warmes zu essen gemacht und den Endspurt angetreten. Mit Musik aus dem MP3-Player ging es dann noch langsam wieder zurück ins Tal und nach Holthausen. Und von dort die letzten Meter bis zum Auto, geschafft!

IMG_20260919_155716.jpgEin letzter Weitblick über die Berge und Täler des Sauerlandes

Die Lehren der Tour…

...zu viele Höhenmeter machen mir keinen Spaß

...CoMaps als Navi-App ist viel einfacher zu bedienen als OsmAnd, wird jetzt meine neue Standart-Navi-App

...auf die OSM Karten ist nicht immer verlass, die nächste Tour plane ich nur auf Strecken von offiziellen Wanderwegen

...im Sauerland gibt es echt viele Heiligenschreine, Kapellen und Kreuze

...September ist Pilze Zeit

...das Tarptent Rainbow ist mir mit Kondens zu nass und mein Rucksack passt dank Rahmen einfach nicht mit ins Zelt

...die Zenbivy Flex Air Mattress in Wide XL ist zwar weder leicht noch preiswert, jedoch das bequemste, was ich bis jetzt als Matte hatte zum zelten

Geschrieben

Hahahahaha, sei froh, dass du ein Rainbow hast.

Ich hatte die Tage, auf der ersten Etappe Hünenweg, das Problem, das ich mit dem Nordisk Lofoten unterwegs war und es eine extrem feuchte Nacht war.

Das ist zwar ein doppelwandiges Zelt, aber ein winzig kleines. Da hatte ich sogar Kondens im Innenzelt, in dem man, der „Größe“ geschuldet, quasi auf zwei drittel der Körperlänge, mit dem Quilt die Außenwand berührt. Mein Quilt war echt nass und den Rest des 2. Tages hätte die Witterung auch nicht erlaubt, ihn oder das Zelt, irgendwie zu trocknen.

Also Abbruch der Tour, ich wohne nur ne gute Stunde von da weg und habe die Nacht in Bramsche geschlafen, wo es sogar einen Bahnhof gibt.

Das Zelt ist eigentlich Spitze, aber nicht für Herbst oder Frühjahr!

Was Einwandzelte angeht, bin ich begeisterter User des Tarptent Protrail Li, auch ne kleine Hundehütte, aber immer noch so geräumig, das ich nirgendwo anstoße.

Ich hatte mich echt geärgert, das ich nicht, wie ich ursprünglich vor hatte, irgendwo im Wald gezeltet habe, denn unter und zwischen Bäumen, ist es nie so feucht, wie auf Rasen oder Wiesen. Ich hatte aber über 1nitetent, bei einem lieben Ehepaar in Bramsche eine Nacht „gebucht“!

Bearbeitet von RaulDuke

Geschrieben

Ja klingt schwer nach Sauerland. Landschaftlich immer nett, aber leider dann doch oft breite Forstwege, Schotter. Immerhin werden die Monokulturen nach und nach abgeholzt.

Ich kenne auch die Situation dass man lange auf dem breiten Weg geht und dann will die Route völlig unvermittelt dass man irgendwo total steil und wild geradeaus den Hang runter soll. War auf der Winterberger Hochtour so, beim Hallenberger Wanderrausch... Die Kreuzwege hatte ich auch bei beiden Trips. Geht ja immer bewusst steil hoch haha.

Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb Gibbon:

Ab einem bestimmten Punkt ging es Kilometer lang nur über Schotterstrassen unter neu gebauten Windrädern her. Nicht schön.

Ja, sowas versaut mir auch regelmäßig den Wandertag. Leider gibt es immer mehr zugebaute Forste und breite Wiesenwege.
Danke für den ausführlichen Bericht.

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.