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Ultraleicht Trekking

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khyal

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    7. Krkonoše (Riesengebirge) mit versehentlicher Königsetappe über die Schneekoppe
    23.-25. August
    90 km
    Die Hotelnacht in dem 10 stöckigen Gebäude in Trutnov war super. Morgens um 6 Uhr kann man vor lauter Nebel gar nichts von der Stadt sehen. Aber ich bin ja erst mit zusammenpacken beschäftigt, den Frühstück gibt es erst um 8 Uhr am Wochenende. In der Hoffnung, schon ein Käffchen vorher zu ergattern, bin ich schon um 20 vor 8 vor dem Frühstücksraum, umsonst. Ist noch abgesperrt. Und dann sind auf einmal 30 bis 40 Frühstücksaspiranten vor der Glastür, und als aufgeschlossen wird, bin ich die 3. am Kaffeeautomaten und warte geduldig lange 5-10 Minuten, bis mein Kaffee aus der Kiste produziert wird. Es gibt heute morgen Speisen, die sonst nie um diese Zeit verzehren würde: Rührei mit Speck, Wiener Würschtl, gebratenes Gemüse und 2 Stück Kuchen mit Blaubeerjoghurt. So gestärkt geht es um 8:30 geht es los aus Trutnov. Ich habe spontan am frühen Morgen etwa 25 km weiter nochmals eine Nacht in einer Baude gebucht, da ich heute spät wegkomme und ich nicht irgendwo auf der Schneekoppe am Abend landen möchte. Keine Lust auf kalte Nacht und Rangerkontrollen.

    Etwas abseits von der Via Czechia lockt die Lysečinská bouda und es klappt mit der Buchung über mapy.com. So mache ich auf ganz gemütlich und schaue mir Mittags erstmal ganz ausführlich die Bunker auf dem Stachelberg an.

    Hitler hat Tschechien bereits weit vor dem 2. Weltkrieg gedroht, was die Tschechen frühzeitig veranlasst hat, mit dem Aufbau der Bunkerlinie zu beginnen. Nur gab es dann schon im September 1938 ein Abkommen, in dem Tschechien Gebiete abtreten musste, und so griffen sich die Nazis die Bunker. Umso verständlicher wird die radikale Vertreibung der Deutschen nach Kriegsende. Alle haben es schon vor Kriegsausbruch gewusst, wie sehr Deutschland als Kriegstreiber fungiert, aber das was uns Nachkommen vermittelt wurde, ist, dass man "ja nichts gewusst hat".

    Die Wege in Richtung Sniězka sind wunderschön und ich genieße die Ruhe der Landschaft.


    Ich komme an drei Unterständen vorbei, die sich zum Übernachten eignen, aber ich freue mich auf meine Berghütte.

    Die erreiche ich dann am mittleren Nachmittag und bin entzückt über das gemütliche Kammerl im 2. Stock. Als Abendessen gönne ich mir Hühnerschnitzel, wohlwissend, dass die letzten 2 Tage eher hyperkalorisch ausgefallen sind. Aber ich habe ja noch 3 Wochen zu wandern!

    Der Plan des heutigen Tages ist folgender: die Baudenübernachtung nutzen, um einen Frühstart hinzulegen. Es ist kein Zelt und Zeugs einzupacken. So früh wie möglich los um die 4 h bis zur Schneekoppe abzusolvieren, bevor der große Gipfelansturm kommt, und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Ich stehe um kurz vor 4 Uhr mit Stirnlampe auf der Asphaltstraße und folge ihr in der Dunkelheit bis Horní Malá Úpa. Komme dadurch rasch vorwärts. Dann geht es bereits in der Morgendämmerung den Grenzsteig entlang.

    Alle Wege im Riesengebirge sind mit Steinen ausgelegt, was es manchmal schwierig macht, vorwärts zu kommen. Ich muss sehr aufpassen, um nicht umzuknicken. Aber die frühmorgendliche Aussicht auf Polen ist großartig. Dann rückt sie auch endlich ins Visier, die Schneekoppe.

    Von ihr hat mir schon mein Großvater erzählt. Der Weg verläuft natürlich nochmals nach unten, um dann wieder anzusteigen.


    An der Bouda Jelenka mache ich um 7 Uhr erstmal Frühstück, um dann die restlichen 3,5 km in Angriff zu nehmen. Da fällt mir das Via Czechia Schild ins Auge, das verheißt, dass es bis zur Labská Bouda (Elbfallbaude) nur mehr 22 km weit ist.

    Warum dort nicht gleich einbuchen? 12 km hab ich schon, noch die 4 km bis zum Gipfel und dann den Rest, pillepalle! Gesagt, getan, gebucht, bezahlt, weil ich habe hier gerade auch Netz.
    Auf den letzten Metern zum Gipfelplateau hüpft mir doch prompt ein junger Baumpieper ins Sichtfeld!

    Allein die Aussicht schon auf dem Anstieg ist großartig, auch wenn die Sonne längst vormittäglich am Himmel steht.

    Dann erreiche ich den Gipfel noch vor neun Uhr, die Seilbahn baggert schon vereinzelt Leute hoch. Das Bistro hat noch zu und im Schlesierhaus am Sattel weiter unten ist noch tote Hose.


    Ich will dem rot-markierten Weg weiter folgen, aber halt, "Ugawa", der ist Einbahnstraße, nur für die Aufsteiger. OK, mapy.com schlägt mir eine Umgehungsschlaufe vor, denn ich bin hier heroben ohne Netz und deswegen wird mir die polnische Topokarte nicht angezeigt, die ich mir vorab nicht zum offline-Gebrauch heruntergeladen hatte. Schwerer Fehler!

    Und so mache ich mich auf den Weg auf einem Umweg auf der tschechischen Seite, erstmal nichts ahnend, dass der erstmal 5 km ganz weit hinunter führt und dann 5 km bis zu einem Talschluss zwar wildromantisch, aber dann verflucht steil wieder bergauf. Es ist bereits Mittag, als ich auf dem Sattel links des Schneekoppegipfels stehe. Mittlerweile werde ich von den Massen von Gipfelstürmern erschlagen. Und dann sehe ich auch noch, dass es doch eine Abkürzung auf der polnischen Rückseite der Schneekoppe gegeben hätte.

    Zu spät, um sich zu ärgern. Ich verlaufe mich kurz auf die polnische Seite und stolpere dann den richtigen Weg weiter bis zur Luční Bouda, wo ich dringend eine Pause brauche für Kofola, polévka, Cappuccino und koláče.



    Dann funktioniere ich wieder besser und stürme ein enggeschnittenes Tal hinunter. Keine Chance zum Wildcampen hier, bin ich froh um die gebuchte Baude. Eigentlich hätte ich der Via Czechia nochmals über einen Kamm mit mehreren 1400er folgen sollen. Ich merke aber, dass ich nach 38 km und 1700 hm ziemlich alle bin. Außerdem habe ich mich schon wieder verlaufen und bin einen Wasserlaufweg an der Bílý Labe (Weiße Elbe) falsch abgebogen. Wunderschön, aber falsche Richtung. Also wieder zurück.

    Dann suche ich mir auf der Karte einen weiter unten liegenden Weg bis zur Labská Bouda, der sich als Höhenweg mit toller Aussicht entpuppt.


    Zum Genießen bin ich ehrlicherweise viel zu platt. Ich muss das morgen wieder im Genussbereich machen, denn die letztlich 45 km und 2200 hm auf meinem Tagestacho sind mir auf Dauer zu viel.

    Die Baude ist mehr oder weniger ein Ski-Hotel aus geschätzt den 90ern, aber das ist mir heute egal. Duschen, Essen, Schlafen und morgen das Frühstück um 8 zelebrieren. Morgen wird ein kurzer Tag, versprochen.

    Heute lasse ich es líný angehen. Nach einer guten Nacht, ich habe zeitweise geschlafen wie ein Stein, bleibe ich bis nach 8 im Bett und trolle mich erst um halb 9 zum Frühstück, in der Hoffnung auf freien Zugang zum Kaffeeautomaten. Und das hat sich gelohnt. Ich ergattere 4x káva lungo und einen Teller voller Rührei mit Wiener Würstchen als ersten Gang. Der zweite wird Kuchen mit Sahnejoghurt-Topping. Das brauche ich auch, weil nach 3 Wochen Wandern sind meine angefutterten 2 Kilo zu viel mittlerweile fast abgeschmolzen, wie ich nach der Nacht feststellte. Um halb 10 geht's erst los für mich, es sind heute tatsächlich nur 16 km bis Harrachov, wo ich mich im Skizentrum vor den Sprungschanzen für einen schmalen Taler eingebucht habe. Ein "Nero-Day" also.

    Der erste Teil der Strecke besteht aus einem absoluten Panoramaweg durch den Rest des Krkonoše mit permanenter Aussicht.


    Am Václav Vrbrata und Bohumil Hanč Denkmal begegne ich 2 Österreichern aus dem Mühlviertel und wir kommen ganz nett ins Gespräch, so dass wir uns zum gemeinsamen Selfie entscheiden.

    Dann geht es aussichtsreich weiter auf der Langlaufmagistrale bis zum Bergkamm, wobei mir immer mehr Leute, überwiegend Polen, entgegen kommen. Später Vormittag/Mittag zertreten sich die Touris insbesondere im Riesengebirge, zumindest im August, das muß man wissen. Ein Stück des Weges verläuft auf polnischen Boden, die Reifträger Baude ist bereits kilometerweit zu sehen, ich aber werde einige hundert Meter davor wieder nach links in die Tschechische Republik abbiegen.

    Da sind dann auch etwas weniger Leute. Der zweite Teil der Strecke verläuft dann sehr idyllisch kilometerweit durch das Mumlava-Tal, zwar auf Asphalt, aber das ist mir fast lieber als die sonst so steinigen Wege. An der Mumlava Bouda mache ich nochmals Halt, damit ich nicht zu früh im Hotel einchecke.

    Und dann geht's auch recht schnell. An den Sprungschanzen steht das Hotel und hat Schullandheimcharakter.

    Ich bin in einem 5-Bettzimmer mit Etagenklo und -dusche. Das Zimmer habe ich aber für mich alleine und für 30€ mit Luxus-Frühstück darf man nicht meckern. Es ist mittlerweile bewölkt und herbstlich kalt geworden, da wäre es auf dem Campingplatz auch nicht idyllisch. Im Potraviny gegenüber hole ich mir Linseneintopf und Birell zum Abendessen und schaue mir noch die diversen Sprungschanzen an.

    Alles lost places mittlerweile, der tschechische Skiverband hat kein Geld mehr und die Sportstätten verfallen und sind überwuchert.

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    Die Kombination Broumovské stěny - Riesengebirge - Isergebirge bis in die Lausitz ist für den Felsliebhaber sehr interessant. Ein Highlight jagt das nächste. Da ist man bis zu 10 Tagen beschäftigt.
    Das Riesengebirge unterscheidet sich - bis auf das Erzgebirge, das auch schon wieder einen eigenen Charakter hat - von den anderen Mittelgebirgen, wie Beskiden, Altvater, Adlergebirge. Das Riesengebirge ist semialpin mit abgeflachten Bergen, aber auch lawinösen Abbrüchen und Schluchten.
    Erzgebirge alleine zieht sich auch, da ist man so ca. eine knappe Woche unterwegs. Ich persönlich hatte da ein kleines bisschen meine "Anpassungsschwierigkeiten", kilometerweise dichteste Nadelwälder mit hügeligen Waldböden, fast unmöglich flache Lagerplätze zu finden. Hochtäler mit großen Wiesen- und Torfflächen, die für Rinder per Elektrozäune abgesperrt sind, sind für das Auge schon reizvolle Landschaften, aber wie gesagt, lagerunfreundlich...ich mag Mischwälder lieber.
    Oder aber Böhmische Schweiz ab Děčín (also von West nach Ost) mit der Lausitz kombinieren. Ein weiteres Filetstück des tschechischen Nordrands.
    Beskiden bis Altvatergebirge fand ich persönlich auch sehr ansprechend, dazwischen halt Agrar-Landschaft im Mährischen Tor, nicht jeder mag das, ich schon, da die Aussichten reichlich waren.
    Kurzum, man kann eigentlich nicht viel falsch machen, es ist eigentlich alles am Nordrand ansprechend...

  3. Danke!
    khyal hat eine Reaktion von Clumsiness erhalten in gramfex - Ultraleicht Ausrüstung Made in Austria - Vorstellung in eigener Sache   
    Eigentlich will ich für so etwas einen extra Bereich schaffen, der kommt auch, aber das dauert noch etwas, zuerst arbeite ich mit Hilfe der neuen OS-Version die alten Versäumnisse ab, da bin ich schon sehr weit 😎 dann muß ich dringend viele neue User aus der Auto-Moderation befreien usw

    Der Beitrag widerspricht so Einigem, was eigentlich Regeln im Forum sind, aber auf der anderen Seite finde ich es zum Kotz**, daß durch bestimmte EU-Regeln / Gesetze (will jetzt nicht (zu) politisch werden) die kleinen Shops / entsprechende selbst produzierende Hersteller in D und angrenzenden Nachbarländern platt gemacht werden, momentan geben ja (fast) jeden Monat welche auf oder schrappen hart an der Insolvenz, woran natürlich dreiste China-Clones und steuervermeidende Großketten einen nicht unbeträchtlichlichen Anteil haben.

    Ich denke da kann das Forum für kleine, gute, faire Shops oder selbstproduzierenden kleinen Herstellern in D oder direkten Nachbarn etwas Support leisten...

    Deswegen habe ich nun den Beitrag schon mal freigeschaltet, @gramfex sorry für die Wartezeit...aber irgendwie war immer zuviel, um mir Gedanken um eine gute Lösung zu machen...

    Falls Andere glauben, daß sie auch unter diese Beschreibung fallen und gerne etwas zu ihren Produkten schreiben würden -> bitte PN

    Bitte in diesem Thread keine Grundsatzdiskussionen o.A., sondern höchtens etwas zu gramfex-Produkten.
  4. Danke!
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    Der Beitrag widerspricht so Einigem, was eigentlich Regeln im Forum sind, aber auf der anderen Seite finde ich es zum Kotz**, daß durch bestimmte EU-Regeln / Gesetze (will jetzt nicht (zu) politisch werden) die kleinen Shops / entsprechende selbst produzierende Hersteller in D und angrenzenden Nachbarländern platt gemacht werden, momentan geben ja (fast) jeden Monat welche auf oder schrappen hart an der Insolvenz, woran natürlich dreiste China-Clones und steuervermeidende Großketten einen nicht unbeträchtlichlichen Anteil haben.

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    khyal hat eine Reaktion von Linnaeus erhalten in Verpflegung im oder ausserhalb des Zelts aufbewahren   
    Was man noch berücksichtigen sollte, daß das Nager bzw Fuchs"Risiko" auch sehr von der Gegend bzw Übernachtungsplatz abhängt.

    Z.B.

    hatte ich bei der Sierra Nevada / SP recht viel Berichte über Füchse gelesen, die nachts die Lebensmittel aus den Apsiden "klauen", damit hatte ich auf dem GR240 überhaupt keine Probleme, aber der GR240 ist halt deutlich weniger begangen als die anderen Routen dort und ich habe an Stellen übernachtet, wo vermnutlich nich keiner mit Zelt übernachtet hat. 

    ich habe schon früher häufiger auf der südlichen "Sandstrandinsel" im Tjeuker Meer übernachtet und hatte nie Probs mit Nagern, als ich das letzte Mal dort mit Zelt übernachtet habe, hatte ich die Lebensmittel wieder in 2 wasserdichten Beuteln in der Apside liegen (da war noch nie "Nageralarm") in der Nacht haben dann Ratten den einem Beutel komplett zerlegt und meinen Müsliriegel / Schoko-Vorrat aufgefressen.
    Im Nachhinein stellte sich dann raus, daß in den Monaten vorher häufig (im Gegensatz zu früher) häufiger Youngster mit dem Boot vom "Festland-Camping" zur Insel gefahren sind, Strandparties gefeiert und ihren Müll dort gelassen haben.


    Fazit

    Wenn man an Plätzen übernachtet, wo sich schon häufiger Leute aufgehalten haben, kann dort ein erhöhtes Nager / Fuchs Risiko bestehen, falls sich die Vorgänger nicht "gut verhalten haben" (z.B. Müll / Essenreste direkt am Campplatz in die Büsche geworfen haben, statt es mitzunehmen, oder z.B. an Kanu-Rastplätzen die dort häufig vorhandenen geschlossenen Mülltonnen zu nutzen.)

    Umgekehrt sollte man selber, wenn man an Plätzen übernachtet, bei denen es sein kann, daß auch mal Andere übernachten (daß man Müll mitnimmt, ist ja eh klar) auch Essenreste nicht in der Nähe des Platzes "entsorgen" sondern zumindest weiter wegtragen.
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    khyal hat eine Reaktion von HEB erhalten in gramfex - Ultraleicht Ausrüstung Made in Austria - Vorstellung in eigener Sache   
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    6. Im Felsenlabyrinth der Broumovské stěny (Braunauer Bergland)
    20.-22.August,
    73 km
    Der scheinbar unidyllische Lagerplatz im Dickicht oberhalb des Friedhofes von Hronov konnte nicht besser gewählt sein. Es kamen in der Nacht gleich 2 Unwetter, und mein Zelt lag war somit nicht exponiert. Der Wind kam gar nicht richtig durch. Und das Gewitter knallte nicht direkt über meinen Übernachtungsplatz. Etwas zögerlich komme ich morgens im Nassen los.

    Aber der Tag ist von vornherein so sonnig, das es gleich wieder Spaß macht, auszuschreiten. Nach 1 Stunde mache ich an einer Hütte halt und lege die klammen Schlafsäcke und das Zelt zum trocknen in die Sonne.

    Nach weiteren 3 km ist das Dorf Machov erreicht, das neben einer Skisprungschanze einen Trinkbrunnen und ein potraviny hat, in letzterem kaufe ich mir mein Frühstück ein. Da sich meine große Powerbank scheinbar einfach so komplett entladen hat, schaue ich mich nach Lademöglichkeiten um und steuere einen Parkplatz mit angeblich WC an, in der Hoffnung, eine Steckdose zu finden. Das WC findet sich nicht, dafür komme ich an einem Van aus Passau vorbei und ich komme mit dem Pärchen sogleich ins Gespräch. Sie hängen derweil mein Handy und die kleine Powerbank an ihre Batterie und nach 15 min gehe ich mit 80% Ladung wieder meinen Weg weiter. Ich komme in das Felsenlabyrinth der Broumovské stěny und durch das stete auf und ab komme ich an diesem Tag fast auf 1000 hm.



    Nach knapp 25 Tageskilometer geht mir heute die Puste aus, ich steige vorzeitig ins Tal hinunter, da auch für den Abend wieder Gewitter gemeldet sind.

    An einem Bachlauf finde ich schöne ebene Flächen unter Buchen neben einer alten Feuerstelle. 2 Jungs, die spät mit ihren Rucksäcken anrücken, trollen sich wieder, als sie mich sehen.

    Morgen werde ich bis Adršpach kommen und für übermorgen habe ich in Trutnov, die größere Stadt am Fuße des Riesengebirges, meine erste Übernachtung während dieser Wanderung in einem Hotel gebucht und bezahlt.
    Mein Lagerplatz mit eigenem "Badezimmer" war super. Ich blieb die Nacht allein und es regnete nicht. Beim Zusammenpacken erkenne ich schon den blauen Himmel und die Morgensonne. Und so geht es frisch über Land, um dann wieder zu den Felsen aufzusteigen.

    Die Teplické skály und später die Adršpacher Felsen liegen heute auf dem Weg. Ein Restaurace würde sich in der Mittagszeit zwar anbieten, ich habe es aber eilig, um noch vor dem angesagten Dauerregen bis morgen früh zu einem Campingplatz in Adršpach zu kommen. Angeblich 28 km und dann noch Felsenlabyrinthe, das wird sportlich.

    Die Teplické skály gefallen mir gut und ich kann sie genießen, da hier noch nicht so viele Leute unterwegs sind.

    Anders ist es dann in der Adršpacher Gegend. Dort sind zwar die Felstürme nochmals mehr beeindruckend, aber gerade in dem Bezahlbereich, durch den die Via Czechia führt, laufen Massen von Polen und etwas weniger Tschechen die engen Stiegen auf und ab. Es hilft nichts, ich muss mich gedulden wie auf einem Klettersteig. Ich glaube eher, ich bin in der Enge des Labyrinths eine unfassbare Zumutung, nach fast 3 Wochen Wildnis müsste doch mein hiker-stink hier alle ins Koma befördern.... Irgendwie nehm ich dann eine blau gestrichelte Route und kürze wahrscheinlich ein oder 2 km ab.

    Der Rest der Strecke ist dann wieder kongruent mit dem Bezahlweg. Ich habe Glück, weil es kontrolliert auch keiner. Der Weg wäre auch nicht sein Eintrittsgeld wert, da die Massen einen daran hindern, die Felstürme zu bewundern. Nur raus aus dem Pulk, heißt die Devise, und es fängt auch noch das Tröpfeln an. Dann endlich der grüne Streifenweg nach links, der mich auch direkt zu dem Campingplatz hinleitet.

    Wahrscheinlich habe ich hier mir nochmals 2 km gespart. So erreiche ich am mittleren Nachmittag mein Ende des Tages. Die Campingplatzbesitzerin ist eine süße alte Lady namens Eva, nimmt umgerechnet 6 €, um mir gleich wieder ein 20 Kronenstück für die Dusche zu schenken. Wahrscheinlich mache ich wirklich so einen erbarmungswürdigen abgeranzten Eindruck. Nachdem mein Zeltchen steht, genieße ich sofort das warme Wasser und spüle mir sämtlichen Wanderstaub aus meinen Poren.

    Die potraviny-Möglichkeiten liegen beide 3 km weg, da verzichte ich gerne auf einen Einkauf und lebe heute Abend von dem, was mein Fressbeutel noch so hergibt.
    In der Nacht hatte meine Plastikbaude zwei große Belastungstests zu überstehen: zum Einen fiel das Gewitter heftiger aus, als ich mir das so vorgestellt hatte, nämlich mit heftigen Sturmböen und Starkregen sowie gefühlt stundenlangen Gewitterblitzen mit sogar Rotstich über der Adrspacher Felsenlandschaft.
    Zum anderen näherte sich ein Dieb und dank meines seichten Schlafes bemerkte ich sofort, dass sich mein Proviantbeutel aus dem Zelt bewegen möchte. Reflektorisch hielt ich im Halbschlaf meinen Fresspouch (mit der duftintensiven Klobása) fest, dann riß irgendwas an der Zeltfront und meine Taschenlampe offenbarte nicht etwa einen tschechischen Geist oder vielleicht einen Waschbären, sondern einen eigentlich putzigen Fuchswelpen, der sich durch mein Zischen endgültig trollte.
    Das Taschenlampenlicht offenbarte aber auch die Misere: Der Moskitonetzeingang hat jetzt einen gut 10 cm langen Querriß, den ich im nächtlichen Regen gleich fummelig mit einem TPU-Tape notdürftig abklebe. Das dürfte halten.

    Mein Müllbeutel mit der Käseverpackung ist am Morgen verschwunden und als ich in den naheliegenden Wald in Richtung Kletterfelsen ein bisschen schaue, sehe ich eine zumindest einen leeren Plastiksack, der meiner gewesen sein könnte.
    Noch scheint die Sonne in Adršpach am Morgen und die Felsen schauen sehr schön aus. Nachdem ich meinen Zelt mit dem Lappen abgewischt habe, beginne ich, meine Sachen zusammen zu packen und auch die tschechischen Jungs aus der Übernachtungsbaude oberhalb sind schon munter. Wir begrüßen uns gegenseitig mit "Dobré ráno" und fragen uns gegenseitig aus, wie die Nacht denn so war, weil das Gewitter war schon heftig. Ich erzähle ihnen von der lustigen Fuchsbegegnung und zeige den Riss im Moskitonetz. In Zukunft verstaue ich meinen nach guter Wurst riechenden Fressbeutel vollständig in meinen Rucksack.

    Nach herzlichem Nashledanou geht's für mich schon los. Ich möchte am frühen Nachmittag nach Trutnov kommen, damit ich etwas von gebuchten Hotelzimmer habe. Weil einen Zeroday möchte ich nicht einlegen. Lieber dann nur 23 bis 25 Schlenderkilometer, die mir mittlerweile sehr leicht fallen.

    Die erste Stunde wandere ich noch in der Sonne aber dann sehe ich, dass sich die dunkle Wolkenwand immer mehr nähert.
    Auf meinem weiteren Weg begegne ich vielen einzelnen Wanderinnen und Wanderer, aber auch so lustige Figuren, wie zum Beispiel einen älteren Herren in einer quietschroten Laufshorts mit blauem T-Shirt, das ich viel zu dürftig bei den kühleren Temperaturen finde. Dann kommt ein weiterer dürrer zahnlückenbehafteter älterer Herr in einer weißen Basketballhose und Regenjacke entgegen. Er fragt mich, ob die Baude, die ich gerade passiert habe, offen hätte und ist glücklich als ich ja gesagt habe. Ich weiß es tatsächlich nicht sicher, er wird schon sehen.

    Dann begegne ich einen etwas festeren jüngeren Mann mit einem feschen Fußballtrikot, der eine Kinderhandtasche mit Comicmuster mit sich trägt, aber so fröhlich sein "dobrý den" singt, dass ich unbesorgt weitergehe.
    In einem winzigen Laden kaufe ich ein und wundere mich, dass mich die Verkäuferin auf Deutsch anspricht ohne den sonst üblichen tschechischen Akzent. Sie erzählt mir, sie sei Nachfahre von da gebliebenen Sudetendeutschen. Ich kaufe ihr ein großes Stück Käse und einen Liter Milch ab. Letzteren trinke ich gleich vor dem Geschäft komplett als Frühstück.
    Das Wetter bleibt so bewölkt und wird regnerisch und deswegen bin ich ganz froh dass ich um die Mittagszeit nur mehr 10 km bis Trutnov habe und ich dort ab 15 Uhr einchecken kann. Dann sind so die nötigen Dinge angesagt wie Wäschewaschen, Duschen, Powerbanks laden, Zelt und anderes trocknen. Weil ich zu früh zum Einchecken dran bin, leiste ich mir in einer Vorstadthospoda ein schönes Schnitzel mit Kraut und Knödel. Eine Kombination, die ich so nicht kenne, aber sie schmeckt hervorragend für umgerechnet 10€. Ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, in Deutschland ist man mindestens um das doppelte ärmer.

    Im Hotel bin ich tatsächlich Punkt 15 Uhr. Kann herrlich entspannt meine Klamotten waschen, die auf dem aussichtsreichen Balkon in Wind und Sonne trocknen.

    Von dort sehe ich schon auf die Schneekoppe!


  10. Gefällt mir!
    Großartiger Bericht und tolle Fotos!
    Bekomme sofort Lust, loszuwandern!
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    5. Im Adlergebirge (Orlické hory)
    17.-19. August
    90 km

    In der schönen Útulná blieb ich natürlich nicht alleine. Um halb acht abends pirscht ein junges Paar durch die Birken und fragt schon mal, ob ich alleine bin. Ja, bin ich. Prima, denken die sich auf tschechisch, es könnte schlimmer sein. Flugs packen sie Chips und Bier aus ihren Rucksäcken und stellen sich als Jonaš und Barbara vor. Er kann etwas Deutsch, ist Skilehrer im Krkonoše und sie studiert irgendwas mit Chemie in Prag. Jonaš versetzt mich mit einem seiner Kartentricks ins Staunen. Dann verraten sie mir Neratov als Camping Geheimtipp bzw. Hiker-Heaven gleich neben dem Kloster mit WC und Pipapo. Es liegt nicht direkt an der Via Czechia, sondern 4 km Richtung polnische Grenze, an der Stezka Čezkem.
    Warum nicht einen Schlenker einbauen? Mich treibt ja nix an und außerdem sind ab spätnachmittags Gewitter angesagt.

    Also los. In Mladko hole ich mir aus dem potraviny ein Kolatscherl, also Kuchenstück zum Frühstück, Wasser habe ich mir aus einer Quelle besorgt. Später stoße ich auf ein Schild, auf dem darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine radioaktive Quelle handelt. Egal, abgefüllt ist abgefüllt.

    Und so schlendere ich weiter, viel auf Landstraße, später im Wald wieder an der Bunkerlinie entlang. So viele Waldlodges alle 100 m! Wie historisch ist dieser Landstrich.
    Auf dem Abzweiger nach Neratov, das in einem engen Talkessel liegt, überfällt mich ein erster Wolkenbruch.

    Kurz davor hatte ich mal Aussicht und vermeinte in der Ferne, einen Blick auf die Schneekoppe zu erhaschen. Kurze Zeit später ist wieder alles in Wolken gehüllt. Dann geht's ins Tal hinunter und um halb drei nach 25 km überragt die große Wallfahrtskirche von Neratov, vormals Bärnwald den engen Talkessel.

    Dahinter gibt's die Zeltwiese und 2 pyramidenartige Chatas, die erste wird gerade durch eine Familie mit Kindern bezogen, die zweite kann ich mir sichern. Halb drei nachmittags ist also nicht zu früh. Das dritte Pärchen stellt sogleich ein Zelt auf und ein tschechischer Mann fragt mich zugleich auf deutsch, wie lange ich in der Hütte bleibe - na, eine Nacht halt- prima, dann schlafe er heute erstmal im Auto und bezieht dann morgen nach meinem Aufbruch mein Chalet.

    Das Beste kommt noch: es gibt nicht nur WC, Ladesteckdosen, sondern auch eine sprcha (Dusche) mit warmen Wasser, umsonst! Mein Glück ist perfekt. Ich verbringe den Restnachmittag wie eine Glucke vor dem Chataeingang, koche Ramennudeln und Tee, während das 2. und 3. heftigere Gewitter vorüberzieht. Ganz dicht ist das Hüttchen beim starken Regen nicht, aber es gibt Schlimmeres. Das Ding ist jedenfalls für heute Abend meins.
    Die Nacht in der Holzpyramide war ein Traum. Ich konnte sie abends noch wild verteidigen, als eine Wanderin im Regen auch da Unterschlupf begehrte. Nun war das Ding sehr intim beengt und duster, und ich wollte nicht schon wieder eine Nacht mit unterschiedlichen Rhythmen anderer Mitübernachter über mich ergehen lassen. Ich erklärte mich dahingehend, dass ich lieber für mich alleine wäre und sie sagte, kein Problem. Am Morgen sehe ich dann, dass sie wie etliche andere an der überdachten Kirchenaußenfassade ein trockenes Schlummerplätzchen gefunden hatte und noch selig poofte, als ich schon längst aufbreche.

    Die Holzhütte war zum richtigen Zeitpunkt. Es kamen am Abend mindestens 3 sintflutartige Unwetter, dass sogar Wasser in das Hüttl tropfte.

    Am frühen Morgen geht's doch gleich über die Stezka čezkem zurück zur Via Czechia, natürlich nicht ohne Verhauer. Zuerst dachte ich, das Adlergebirge ist nicht so ansprechend.

    Eigentlich oft ein grüner Tunnel ohne besondere Aussicht. Aber dann wandere ich kilometerlang auf einem wunderschönen Pfad.

    Über mir fliegen Scharen von Kreuzschnäbeln, und kurz vermeine ich auch, die weißgefleckten Flügel von Wiedehopfen auszumachen. Hier in der Gegend? Und tatsächlich weist eine Tafel darauf hin, dass es welche gibt. An einem Kreuzungspunkt steht die erste Hütte des Weges, dessen Kiosk wohl nur am Wochenende offen ist. Eine Familie hat den Vorbau als Übernachtungsplatz benutzt und ein Lagerfeuer ist am ausglühen. Ob ich Hermelin will, der sei noch übrig. Jetzt weiß ich endlich, das die Tschechen mit Hermelin einen Camembert meinen. Ich freue mich riesig und verspeise sogleich den ersten der beiden.


    Später komme ich mit einem älteren Herrn ins Gespräch. Er erzählt mir mit ein paar Brocken Deutsch, dass er schon in Bozen gearbeitet habe. Wir verabschieden uns mit Handschlag. Keine halbe Stunde später stoße ich auf eine herzliche Frauenpartie aus pensionierten Freundinnen. Eine war Lehrerin, eine Physiotherapeutin, eine gynäkologische Krankenschwester. Die Stimmung ist so prima, dass wir ein Selfie machen.
    Auch der zweite Kiosk des Weges hat geschlossen, und versäumt ein Riesengeschäft, da sich mittlerweile zig Wanderer und Radfahrer wegen des nahen Aussichtsturm versammelt haben. Ich gehe weiter und gerate zur highnoon Zeit an eine große Baude mit Restaurace. Für mein Kofola muss ich mindestens 20 min warten, werde aber dann sehr freundlich vom deutschsprechenden Kellner versorgt. Woher ich denn käme? Die Bayern haben gutes Bier, meint er anerkennend. Ich bin fast peinlich berührt, dass so viele Tschechen ein paar Sätze Deutsch können und wir Deutschen kaum oder gar kein Tschechisch sprechen.

    Dann geht es über einen letzten Aussichtsturm mit unzähligen Kindergruppen so langsam bergab. Ich verlasse allmählich die Orlické hory, kaufe nochmals ein Ramensüppchen in dem potraviny der kleinen Ortschaft und finde zumindest am Rand einer Wiese an einem plätschernden Bächchen einen leidlich ebenen Platz für mein Zelt. Heute Nacht soll es wieder regnen.

    Die Nacht auf der polnischen Wiese in meiner Plastikbaude war trotz Regen ganz famos. Natürlich komme ich dann morgens nicht ganz so schnell in die Pötte, wenn noch alles Nasse von den Bäumen auf das Zeltdach tropft. Dann kurz vor acht stapfe ich über nasses Gras die paar Meter nach Tschechien zurück und wandere wieder auf Asphalt. Tatsächlich kommt mir doch am frühen Morgen eine festere Gestalt entgegen, die sich bei näherem Hinschauen als eine einzelne Wanderin mit dickem Rucksack herausstellt. Nach etwa 5 km erreiche ich den ersten Aussichtsturm des Tages auf dem Šibenik. Da gibt's zwar null Aussicht, aber eine Steckdose und Mülleimer.
    In Nový Hradec um halb 10 gibt's Frühstück aus dem potraviny für mich: ein leckeres süßes Teilchen und einen halben Liter Buttermilch. Später geht es in eine Schlucht mit traumhaften Trails. Am Ende angelangt, stapfen Leute mit Trockenanzug und Kescher durch's Dickicht. Ich erfahre, dass es sich um einen Trupp Biologen handelt, die die kleinen Fische im Waldbach erst per Elektroschock betäuben, um sie zählen zu können. Hier heroben sei noch alles ok, aber weiter unten in der Ebene macht sich die Trockenheit schon bemerkbar.
    Am Ende der Schlucht befindet sich ein netter tschechischer Biergarten, wo ich mir für umgerechnet 1,60 € ein "Bernard" gönne. Wär ich mal lieber alkoholfrei geblieben, denn der folgende Anstieg hat es in sich. Und der Weg bis nach Náchod zieht sich ziemlich.

    Das Städtchen ist größer als gedacht. Den LIDL lasse ich links liegen und verspeise auf einer profanen Bank direkt an einer Kreuzung mein 2. von gestern geschenktes Hermelin. So gestärkt gehe ich die 9 km bis nach Hronov, nicht ohne noch den 2. Aussichtsturm des Tages, dieses Mal mit Aussicht, zu besteigen.

    In Hronov leiste ich mir einen kühlen Liter Milch und eine neue Flasche Mineralwasser.

    Auf dem dortigen öffentlichen WC kann ich nochmal schön die Hände waschen, bevor ich mich hinter dem Friedhof des Ortes auf einer Anhöhe im dichtesten Dickicht ein verschwiegenes Plätzchen ausspähe. Das ist auch gut so, denn im Wald fahren in den Abendstunden noch allerlei motorisierte Vehikel umher.

    Heute Nacht soll es wieder regnen, stürmen und gewittern.
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    Sehr schön, das du so ausführlich berichtest! Ich liebe „unprofessionelle“, von Usern, für User geschriebene Reiseberichte!
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    khyal reagierte auf Ameisenigel in Stoffe (Silnylon, X Pac etc.) und Bastelmaterial   
    @schwyzi
    Ich wünsche alles Gute.
    Mein Vater ist mit koronarer Herzerkrankung, zwei Herzinfarkten und einem Sammelsurium von Stents bisher 98 geworden und immer noch gehfähig. Also Kopf hoch!
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    Ich habe bei Touren irgendwann aufgehört, jedes Gramm einzeln zu optimieren, wenn dafür die Bedienung komplizierter wurde. Ein Teil, das ich müde im Regen ohne Nachdenken benutzen kann, ist mir inzwischen mehr wert.
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    khyal hat eine Reaktion von ulala erhalten in TAR Neoair Xtherm NXT Max - Unterlage/Schutz?   
    Zum Thema Robustheit der Matten :

    Solange man nur auf "Golfrasen" zeltet, die Matte nur im Zelt benutzt, hast Du üblicherweise eine unbenutzbare Matte bei den "großen 3 Marken TAR, Exped, Klymit" eher durch Delamination, wobei ich bei Klymit noch keinen Fall gesehen habe, bei den "Eierkarton-Luftmatten" passiert das auf die Anzahl der Matten gesehen deutlich häufiger, deswegen haben sie manche Läden nicht (mehr) im Programm.
    Dagegen hilft Dir auch eine Schutzunterlage nicht, die Hauptursachen sind vor allem die Grammjäger, da wird halt die neue Matte die 50g leichter ist, total gehyped, naja klar bauen dann die Hersteller mit immer dünneren, leichteren Materialien, wo das dann vermehrt auftritt.
    Die die schon lange draußen unterwegs sind werden sich an die ersten Matten von TAR erinnern, selbstaufblasend, 2,5 cm dick, ca 1 kg schwer, unkaputtbar, hat bei mir fast 10 Jahre gehalten, dann habe ich sie im Freudeskreis weiterverkauft, der hat sie auch 10 Jahre ohne Defekt weiterbenutzt, wahrschinlich lebt die heute noch.
    Heute hast Du halt teilweise Matten die 300g wiegen, ein minimales Packmaß haben, die kriegen halt häufiger ne Delamination, da gibt es ja inzwischen durchaus ein Umdenken bei den Herstellern bzw daß sie Alternativen bieten, wie Exped mit der Dura-Serie oder viele Klymit-Matten.

    Die 2. Ursache für Delamination ist falsche User-Anwendung, also bei kühleren Temps strmm aufgepustet und morgens, tagsüber bei höheren Temps keine Luft abgelassen, oder z.B. morgens zum Trocknen der kondensnassen Unterseite in die Sonne gelegt, irgendwas muß dann nachgeben...
     

    Was nun das Thema Schützen vor "äusseren" Beschädigungen betrifft. 
    Im Verhältnis zum Gewicht hat HS Tyvek den höchsten Durchstichschutz, solange man nicht so einben Blödsinn macht, wie es vor Benutzung in der Waschmaschine zu waschen, damit es weniger knistert, wie es schon mal im Inet oder vereinzelt in Shops empfohlen wird, dann nimmt die Durchstich / Abriebfestigkeit rapid ab.
    SS Tyvek ist nicht geeignet.
    Das Stück sollte bisschen kleiner als die Bodenwanne des Zeltes sein, aber schon annähernd so breit wie das Zelt, da halte ich z.B. einen Tyvek Footprint mit 1 m Breite wie das Liteway, was es in D bei den walkies gibt, für ein 2er Zelt für zu schmal, aber für ein 1er oder für ne Matte unter´m Tarp ausreichend, aber gibt ja andere Möglichkeiten, wie 140 breit von Extremtextil, 122 oder gut 2 m breit von Sack & Pack usw
    Preiswert, nasse Blätter usw lassen sich easy abschlagen, sehr hohe Durchstichfestigkeit, kleines Packmaß, bekommt man eigentlich immer mit in den Zeltbeutel, Schlaufen sind unsinnig bringen bei der Footprint-Nutzung keinen Vorteil und wenn man es multiusing als Tarp einsetzt, würde ich eher das 65 g Zeltbodenmaterial von Extremtextil verwenden. 

    Evazote hat andere Vorteile, nicht besonders durchstichfest,aber durch die Dicke halt doch ein Durchstichschutz für die Matte, super Antirutsch-Unterlegmatte, zusammengelegt Sitzkissen auf scharfkantigem Fels oder sehr kaltem Untergrund, Backup mit druntergelegtem Kram, wenn die Luftmatte die Grätsche macht und klar erhöht die Isolation der Matte etwas.
     
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    4. Hruby Jeseník (Altvatergebirge) und Rychlebske hory (Reichensteiner Gebirge): Am Praděd vorbei auf den Schneeberg
    13.-16. August
    110 km
    Ich liebe Nächte wie diese: unspektakulärer Fichtenwald, weicher Boden, Windrauschen, überwiegend eben. So geht Regeneration.
    Um kurz nach 7 Uhr mache ich mich auf um just nach 600 m an der Chata na Skřítků eine Ladestation zu entdecken. 10 min Handyaufladen muss jetzt auch noch sein. Dann beginnt ein langer schöner Anstieg durch den Wald, auf dem mir 15-20 Tschechen unterschiedlichen Alters mit Rucksäcken entgegen kommen. Offenbar ist der Bergkamm wieder ein Hotspot für Sonnenunter- und aufgangsanbeter. Nach einigen Höhenmeter erwartet mich schon der erste verblockte Gipfel Ztracené kameny, auf dem ein junger Tscheche sein erstes Gipfelbier um kurz nach 8 Uhr hineinschüttet.

    Ich gehe mal besser weiter. Und dann kommt in dieser Morgenstunde der mit Abstand schönste Trail in Richtung Praděd, dem Altvatergipfel mit fast 1500 hm. Aussichten mit 360°-Panorama auf einer riesigen Hochfläche, bei der es klar wird, warum so viele von ihrem Biwak kommen. An der Jelení studánka gibt es reichlich Quellwasser und einen großzügigen Unterstand, in dem viele Leute hineinpassen. Momentan ist hier keiner mehr.

    Ich bin im flow und wandere an Heidekraut vorbei mit permanenter Aussicht.


    Immer auch den Blick auf den Praděd voraus dreht sich der Weg an einem Lift halbkreisartig. Das vorläufige Ziel ist das Skiörtchen Ovčárna, in dessen Restaurace ich meinen Brunch mache. Langsam bekomme ich eine smažený sýr mit hranolky -Vergiftung, aber das ist das einzige Gericht, was ich am besten aussprechen kann. Das WC eignet sich für Catwash und die Dame hinter dem Tresen lässt mich mein Smartphone aufladen.
    Frisch gestärkt geht es auf Teerstraße zum Praděd.

    Es ist Mittag und eine Massenprozession bewegt sich gen Gipfel. Da lasse ich den Altvater doch lieber rechts liegen und spare mir die letzten hm.
    Das nächste Ziel ist eine Hütte in Švýcárna. Ich muss für mein pivo garantiert 20 min anstehen, aber mir macht das nichts. Dann folge ich dem Weg weiter, meist abwärts, dann über Bohlen, dann wieder steinig bergauf. Mit einer älteren Einheimischen komme ich auf Englisch ins Gespräch, es schaltet sich ein älterer Herr dazu, der besser Englisch kann und so fragen sie mich ein wenig aus und wünschen mir eine gute Wanderung. So macht das richtig Spaß, wenn man Kontakt zu den Leuten bekommt.

    Für den Abend suche ich die Vřesová studánka auf, eine Mischung aus Quelle, Kapelle und Unterstandshütte, auf dem Dachboden könnte man nächtigen, aber da ist schon eine Familie mit Kindern. Ich suche mir etwa 50 m weiter oben ein Sonnenplätzchen zwischen Heidelbeeren und Felsen. Über mir fliegen Fichtenkreuzschnäbel. Ich glaube, ich mache heute mal wieder Cowboy Camping.

    Der Biwakplatz war im Grunde nicht schlecht, unauffällige Lage, aber windige Exposition. Ein Biwak hat den Nachteil, viel anzuziehen und sich nicht ausbreiten können. Der Vorteil besteht in den Wachphasen, dass man direkt in einen gigantischen Sternenhimmel guckt und Sternschnuppen zählen kann. Und man versäumt den Sonnenaufgang nicht. Dieser hier ist wieder sagenhaft schön, wenn sich die neon-rosa Scheibe hinter den blauen Bergketten erhebt.


    Ohne Frühstück geht's auch gleich los. Auf dem ersten Gipfel des Tages, dem Keprník vrchol, einem 1400er, bin ich schon nicht mehr alleine. 2 nette Burschen lassen englisch mit sich reden, und so machen wir gegenseitig von uns Gipfelfotos.

    Auf dem Weiterweg nach Ramzová knurrt mir der Magen, kommt jetzt etwa der hiker-Hunger? Und so stolpere ich den sehr steinigen Weg hinab und wundere mich, dass mir immer mehr Touris um diese Zeit schon entgegen kommen. Das Rätsels Lösung ist eine Seilbahn, die alle ein paar hm nach oben schweben lässt. Am späten Vormittag bin ich in Ramzová und kaufe der Minimarket-Frau Wasser und ein paar Snacks ab. Ein gefüllter Krapfen in die Hand muss auch sofort sein. Keine 700 m weiter entdecke ich ein Hüttenresort, dessen Parkplatz mit Laternen bestückt ist, die in den Masten Steckdosen haben. Bis Mittag gibt es also für mich nochmals eine Ladepause. Dann kommt wieder ein Anstieg durch den Wald und auf schönen Trails bis zur polnischen Grenze. Ich mache einen 500 m Abstecher zu einer großen Berghütte, Horská chata Paprsek, wo ich mir Gulaschsuppe und als Nachspeise eine große Heidelbeerdampfnudel gönne. Letztere bereitet mir ein Zuckerkoma, mit dem ganzen Puderzuckertopping und der flüssigen Butter obendrauf.

    Und Aussicht hat man beim Essen direkt auf den Dalimilova rozhledna einige hm weiter unten, ein Aussichtsturm bzw. eine verkleinerte Replik der Sněžník-Aussichtsplattform. Zu dem Sněžník wandere ich aber erst morgen.

    Mit vollem Bauch schlendere ich nach langer Pause wieder an den Grenzsteig und nehme mir nochmals 10 km vor. Allerdings schwächle ich heute nach dem frühen Aufbruch und ungewohnt vollen Magen, so kommt es mir gelegen, bereits schon nach weiteren 8 km ein Waldstück zu entdecken, wo sich ein verschwiegenes Plätzchen auftut. Ich brauche heute wieder eine unspektakuläre Nacht.

    Die Nacht wäre ganz ok, wenn da nicht immer wieder so leichte Raschelgeräusche und ein niedliches Fiepen zu hören wäre. Wahrscheinlich sind Marderchen zu Gange. Ich stecke mir mal Ohrenstöpsel ein und rette si die frühen Morgenstunden für den Schlaf. Um 7 Uhr geht's aber auf, der Sněžník (Glatzer Schneeberg) will heute bestiegen werden, und noch mehr.

    So geht es erstmal die restlichen km bis zum Sattel. In dessen Chata ist um 8 Uhr erst Aufwachstimmung. Der steile Anstieg kommt erst noch nach einem flachen Gehstück. Dann geht's aber zur Sache. Die ersten Biwakierer kommen mir schon entgegen. Mit einem polnischen Männerduett komme ich sehr ausführlich ins Gespräch. Sie sprechen ausgezeichnetes Englisch, der eine, Tom, hat wohl in den USA studiert, der andere, Jan, kann Japanisch. Sie verraten mir, das kurz vor dem Gipfel eine Quelle sprudelt, somit ist mein Tag gemacht. Beide haben oben biwakiert und zeigen mir traumhafte Sonnenaufgangsfotos. Das Zelt haben sie sich nicht benutzen trauen. Wildzelten ist ähnlich wie bei uns verboten, aber Biwakieren sei eine Grauzone. Was will man denn auch schon dagegen machen, wenn z.B. auf der Schneekoppe im Riesengebirge täglich bis zu 500 Leute bei gutem Wetter dort in Schlafsäcken und Matten den Sonnenunter- und -aufgang betrachten....sagen sie.
    OK, d.h. hier besser durchstarten oder eben die 501. sein.

    Dann endlich ist sie da, die Quelle. Ich pumpe mir schon mal einen extra Liter rein und fülle alle Flaschen auf. Das sollte bis morgen reichen.

    Den Aussichtsturmaufstieg spare ich mir, es ist mittlerweile so oder so halb Tschechien und ein Viertel Polen hier oben. Auf dem E3 geht's wieder hinunter durch den Wald. Es kommen mehrere kleine Bäche, den ersten nutze ich gleich mal für eine ausführliche Wäsche. Dann zieht sich der Abstieg. Das Käffchen Králíky, ehemals Grulich, werde ich heute nicht ganz erreichen und hebe ich mir für morgen Vormittag auf. Dort muss ich wieder nach Wasser schauen. Ein paar km davor lädt ein Waldrand mit Aussicht auf ein Kloster zum Bleiben ein. Das Zelt werde ich wohl erst ganz spät aufstellen.


    Heute ist Sonntag, und da lasse ich es etwas langsamer angehen. Der Ausblick von meinem Lagerplatz auf das Kloster Hedeč Hora Matky Boží auf dem Bergerl links neben dem Örtchen Králíky wird mir heute noch genügen, denn nach gut 3 km verweile ich erstmal an dem Kircherl Panna Marie, dessen Friedhof einen funktionierenden Wasseranschluss bietet. Perfekt zum Auffüllen meiner Flaschen und zur Morgendusche, ist ja noch keiner da, um Gräber zu gießen.

    Eine halbe Stunde später gibt es den nächsten verlängerten Stopp. Am Besucherzentrum des Hauptbunkers aus dem 2. Weltkrieg bzw. schon aus der Zeit davor, als die Tschechen ihre Verteidigungslinie aufbauten, kann ich zum einen einen Kaffee trinken und meine Powerbank ein bisschen laden. Am Vortag fand nämlich eine militärische Übung mit sämtlichen tschechischen Organisationen statt und so konnte ich all diese Militärgrößen, die neben mir ihren Morgenkaffee gekrenzt bekommen, beobachten. Nur, dass ich halt leider kein Wort verstehe.

    Nach einer weiteren 3/4 h der nächste Boxenstopp, namens COOP. Der hat auch am Sonntag auf, und so kann ich wieder Proviant nachkaufen und gebe mich auf der Wiese davor einem ausgiebigen Brunch hin. Da es nun schon später Vormittag ist, spar ich mir die Schlaufe zum Kloster und zu einem Aussichtsturm. Beide Lokalitäten liegen auf einem Hügel und tja, mit vollem Rucksack und Bauch in der Mittagshitze....
    Trotzdem blüht mir noch ein Anstieg auf den Suchý Vrch, der knapp unter 1000 m hoch ist. Dahinter liegt ein etwas feineres Restaurant, in dem ich Saláty mit Pute erstehe und mein Handy komplett aufladen kann. Diese 4. Pause zerschießt mein Zeitfenster zum Vorankommen. Egal, ich schalte heute einen Gang zurück und fasse die Útulná U mladkovske školky als Abendziel ins Auge. Wenn die leer sein sollte...immerhin wollte ich ja auch mal in so einer Útulná nächtigen.


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    khyal hat eine Reaktion von Roland von Bremen erhalten in Review Nitecore Powerbank NB10000 V4 - vernünftig durchgemessen :-)   
    Bei meinen 10 & 5 Ah Powerbanks ist auch nach vielen Ladezyklen noch keine Änderung der Kapazität beim Messen erkennbar.

    Was die Ausfallsicherheit betrifft, dadurch daß ich Elektroniker / Meßtechniker bin und häufiger mit Gruppen unterwegs bin, habe ich viele empierische Daten durch Rekla-Begutachtungen, Rep-Anfragen und natürlich durch PB-Ausfälle unterwegs in den Gruppen.

    Meine Erfahrung :
    Viele Nonames sterben wie die Fliegen, Anker PBs hatten eine recht hohe Ausfallquote (ganz im Gegensatz zu den Netzteilen) die Nitecore NB10000, 5000, Air die Niedrigste.
    Ausfallquote bezieht sich auf durch Produktionsfehler, Material verursachte Ausfälle, nicht durch vom User verursachte Ausfälle.
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    Hallo, das Paar was du anziehst einfach separat anlegen und als getragen markieren. Das andere dann mit zwei Stück behalten.

    Danke für das Feedback.
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    khyal reagierte auf cane in Bikepacking - eure Räder   
    Mein erstes Bikepacking Rad, habe 2013 die Revelate Designs Taschen noch selbst aus Alaska importieren müssen:

     
    Das Mountainbike war für lange Etappen nicht gut geeignet, also habe ich mir dann 2014 überlegt das ich ein Rennrad mit breiten reifen bräuchte. Gravelbikes gab es noch nicht, also habe ich einen Cyclocrosser gekauft und umgebaut:

     
    Irgendwann kam dann ein echtes Rennrad dazu, denn mit 32mm kann man auch fast alles fahren. Da das aber filigraner ist verwende ich ein Tailfin Setup fürs Gepäck hinten:
     

     
    Im Winter 2022 habe ich einige Monate in der Werkstatt verbracht, und mir mein erstes Fahrrad selbst gebaut. 
    Wiegt je nach Setup zwischen 8 und 8,5 kg und ist im Sommer mit 35-45mm Slicks und im Winter mit 57mm breiten Conti Raceking in 650B für jedes Terrain geeignet.



     
    Bin erstmal zufrieden.
     
     
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    Nízký Jeseník, "Niederes Gesenke", 10.-12. August, 90 km
    Um kurz nach sechs habe ich alles eingepackt und es geht los im Pullover, denn es hat nur 10° C am Morgen. Kaum vorstellbar, dass es in kurzer Zeit wieder unerträglich heiß sein wird.
    Der grobschottrige Weg rechts des Flüßchens Budišovká wechselt auch mal in schönere Beläge. Ich wandere vorbei an vielen kleinen Zeltlager, aus denen fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. Ich biege vor lauter Begeisterung über die tschechische Mentalität, mit wenig Bespassungsmodalitäten vollkommen zufrieden zu sein, fälschlicherweise in ein anderes Tälchen ab, merke es aber noch rechtzeitig und drehe um.
    Dann führt der Weg hinauf in die mährische Agrar-Landschaft, die durch weitläufige Wiesen mit Heuballen und glücklich grasenden Tieren geprägt ist. In Podlesí hat eine Hospoda geöffnet, an der ich mir ein kaltes Birell - mein neues Kultgetränk - gönne. Dann entlang durch weitere weite Wiesen mit einer immer bombastisch werdender Aussicht. Der kleine Abstecher auf den Červená Hora beschert mir eine gigantische Aussicht bis zum fernen Altvatergebirge, das nächste Ziel in einigen Tagen. Mittlerweile wird die Hitze durch kräftigen Wind etwas erträglicher, wie wenn jemand einen riesigen Fön angestellt hat.

    Vorbei an der Kapelle Sv. Jan Nepomucký bestaune ich zugleich die Cesta Česko-německého porozumění, die tschechisch-deutsche Verständnisstrasse, ein Projekt, bei dem immer noch mit dem Land besonders Verbundene ihre eingravierten Granitplatten hinterlegen können.

    Dann führt der Weg durch eine Windparkanlage mit Siemensrotoren, eine davon scheppert metallisch, was man dann noch kilometerweise hören kann.
    Ein junger Fuchs quert auf der Suche nach etwas für ihn Interessantem die Straße und bemerkt mich erst gar nicht.

    Ich biege nach links ab und mache noch 2 km über lange Wiesenwege, bevor ich in einer kleinen Schneise im höheren Gras einen geeigneten, weil versteckten Lagerplatz entdecke.

    In meinem Zeltlager ist es so kuschelig, dass ich gar nicht so recht aufstehen mag. Ich ködere mich innerlich mit der Vorstellung auf ein Frühstück mit frischen Lebensmitteln in der gut 5 km entfernten Stadt Moravský Beroun, die ich ja schon gestern erreicht haben wollte. Aber das zündet auch nicht so richtig, da ich keinen Kohldampf habe. Also bleibt es beim gemächlichen Aufstehen und Zusammenpacken. Das Städtchen kommt nur langsam näher. Um 8:30 dann taucht der grüne "Tempo potraviny" Markt auf, in dem ich erstmal ausgiebig schauen muss, weil der so gut sortiert ist. Natürlich habe ich wieder mal zu viel im Einkaufskorb, mein Rucksack platzt eh schon bald. Auf dem großen Marktplatz breite ich meine frisch erstandenen Schätze auf einer schattigen Bank aus, und verleibe mir Salami auf Mehrkornsemmel, rote Paprika, Tomaten, Kefir und ein Birell ein. Der Rest wird irgendwie in und an den Rucksack gestopft. Das mit dem Wasser muss noch warten, denn ich komme in weiteren 2 km direkt an der Mineralwasserfabrik Ondrášovka vorbei, wo eine frei zugängliche Quelle sprudelt. Ab da ist der Rucksack wieder maximal schwer und das heißt, ich werde stündlich eine Rückenpause brauchen. Der muckt schon seit dem Vortag.

    Der Weiterweg führt an der Bystřice entlang, die nur sehr wenig Wasser führt. An geeigneter Stelle gibt es für mich die nächste Pause zum ausgiebigen Waschen und Zähneputzen. Das tut gut. Mittags habe ich dann meine knapp 15 km auf dem Tacho, und die nächste verlängerte Mittagspause steht an.

    Ich liebe es, in einer mährischen Wiese im Schatten zu fläzen und nur den Wind, das Fliegengesumse und die Grillen im Hintergrund zu hören.

    Nach der Pause führt mich der Weg kilometerweise durch einen noch sehr jungen Mischwald, offenbar ein Wiederaufforstungsprojekt.
    In der Senke liegt das Dörfchen Husová. Dessen Kirche ist zwar veschlossen, da hier jedoch eine Sanierung durchgeführt wird, die aktuell aber ruht, bin ich entzückt über den Stromkasten, über den ich mein Smartphone wieder zu 90% aufladen kann.
    Das übernächste Dörfchen ist Sovinec, in dem eine Burg thront. Mich interessiert nur das WC für eine schnelle Wäsche. Dann geht es ziemlich lang hinunter in ein Tal, um dann wieder steil durch Buchenhänge aufzusteigen. Nach bereits 30 km halte ich Ausschau und finde prompt eine versteckte ebene Fläche im Wald, ideal zum Übernachten.

    Die Nacht in meinem Buchenwald verläuft schleppend, ich wache oft auf durch das Rascheln der Bäume. Ständig fällt etwas von den Bäumen und im Laub raschelt es öfters. Die Abhilfe kommt durch meine kleinen Ohrenstöpsel. Und am morgen mag ich gar nicht gleich in die Pötte kommen. Ich verzichte wieder auf Frühstück und stapfe als um Viertel nach 7 durchs Laub auf den Wanderweg zurück. Ein paar km noch auf dem Bergkamm, dann ist dieses Řešov erreicht. Von da ab geht ein Weg direkt in eine Schlucht. Es ist erst 8:15, und so nutze ich die Morgenstunde bei nächstbester Gelegenheit für einen Catwash.

    Ein paar Minuten später käme ich nicht mehr dazu, da sich schon die ersten tschechischen Urlauber nach unten bewegen. Denn da wartet das erste Highlight des Tages: Rešovské vodopády, der Wasserfall der Huntava.

    Steil über Holztreppen und Steinblöcken führt der Weg weiter an der Huntava entlang, um sich dann später in einen Weg mit geschnitzten Märchenfiguren am Rande fortzusetzen.
    Es kommen noch ein paar tschechische Dörfer, in denen männliche Einzelpersonen versteckt misstrauisch ein dobrý murmeln. Tschechische Frauen sind vergleichsweise mir gegenüber offener. Nach einem Asphaltstück, das an einem leider nicht mehr in Betrieb genommenen Stromkasten mit Steckdosen entlang geht, biege ich dann links ab und nehme die Höhenmeter zum Rabštejn in Angriff. Dort befinden sich eine Burg, Kletterfelsen und das Beste: ein Restaurace, an dem ich mir ein Huhngericht und 2 Birell genehmige. Eigentlich könnte ich dort für einen schmalen Taler bei den Kletterern zelten, es ist aber erst 14 Uhr, und ein paar km möchte ich noch machen.

    Das nächste Highlight kommt mit den kleinen Felsengipfeln Černé Kamený und Bílý kámen, knapp unter 1000 hm, aber eine fantastische Aussicht zum Altvatergebirge und in der Ferne vermeine ich auch die Schneekoppe zu sehen, ist sie aber noch lange nicht. Erst kommt der "Schneeberg"!

    Dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Ab Skřítek am Sattel würden dann die ganzen hm noch gemacht werden wollen und dann ist man in der absoluten Kernzone. Die einzige Möglichkeit wäre die Útulná Jeleny studánka, die ist zum einen noch ziemlich weit weg und kann dann später am Abend bereits voll belegt sein. Außerdem liegt die auf 1300 hm an einem Aussichtspunkt. Das ist mir zu riskant. Ich bleibe heute einsam in dem ebenen unspektakulären Wald auf 850 hm und nutze die Zeit für eine kleine Näharbeit an meiner Wanderhose.
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    khyal reagierte auf Simon_ in Tour of the Giants (Alta Via Valle d'Aosta 1+2)   
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen).
    Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend.
    Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte.
    Anreise
    Start und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf).
    Resupply
    Ich bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten.
    km0 Courmayeur
    km32 La Thuile
    km117 Cogne
    km175 Donnas
    km235 Gressoney
    km268 Valtournenche
    km365 Courmayeur
    Übernachtungen
    Man kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl.
    Wegbeschaffenheit
    Die Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen.
    Tiere
    Man begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen.
    Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab.































    Tour of the Giants.odt
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    khyal reagierte auf Mia im Zelt in Nähanleitung Daunenrock   
    Hallo,
    da mir insbesondere im Übergang zwischen Hose und Jacke schnell kalt wird, überlegte ich schon länger, mir einen Daunenrock zu nähen. Gestern habe ich den Plan in die Tat umsetzen können. Das Ergebnis: 😃


    Gewicht: 73g bei einer Länge von 40cm. 
    Um ihn möglichst schnell an- und ausziehen zu können, habe ich mich für ein Modell mit Reißverschluss entschieden. Oben habe ich einen Gummizug eingearbeitet, damit er nicht rutscht. Zudem ist es mit Gummizug einfacher, den passenden Umfang zu ermitteln, da man den Stoff sowohl oben als auch unten in der gleichen Breite ausschneiden kann. Um abgesehen vom RV Kältebrücken zu vermeiden, habe ich die einzelnen Kammern mit Moskitonetz voneinander getrennt. Das ist im Vergleich zu einer durchgesteppten Naht bedeutend aufwändiger, kann man aber natürlich auch weglassen. 
    So bin ich vorgegangen: 💡
    1. Mit einem Maßband herausfinden, welches Maß man ungefähr braucht, damit der Rock auch am Po noch passt. 
    2. Anschließend habe ich zwei Rechtecke aus daunendichtem Stoff (diesen habe ich verwendet) ausgeschnitten. Bei mir waren das inkl. sehr großzügiger Nahtzugabe (sehr dünne Stoffe ziehen sich gerne beim nähen etwas zusammen) 44 x 118cm. Dann auf beide Stoffteile die gewünschten Kammern für die Daunen einzeichnen. Ich habe mich für 8 Kammern á 5cm Höhe entschieden. Dafür brauchte ich 7 Stücke Moskitonetz, die ich als 3cm hohe Streifen ausgeschnitten habe. Verwendet habe ich Reste, die ich noch von anderen Projekten übrig hatte. 
    3. Anschließend habe ich alle 7 Streifen Moskitonetz auf einer der Innenseiten angenäht. 
    4. Die Unterseiten von beiden Stoffteilen (1x mit Moskitonetz, 1x ohne) habe ich zusammengenäht, sodass die Naht später innen liegt.
    5. Der nächste Schritt ist es, alle 7 Streifen Moskitonetz nach und nach auf das andere Stück Stoff aufzunähen. Der Abstand soll dabei 1cm betragen.
    6. Eine Seite habe ich mit einer einfachen Naht geschlossen und im Anschluss dort einen teilbaren 40cm langen 3C YKK-Reißverschluss angenäht. Die andere Seite vom Rock bleibt vorerst noch offen, da dort später die Daunen eingefüllt werden sollen.
    7. Für den Gummizug habe ich ein 10mm Elastikband an der Oberseite vom Rock eingenäht. Dazu habe ich einfach die passende Länge abgeschnitten und diese jeweils links und rechts an der Innenseite festgenäht. Anschließend habe ich das obere Ende vom Rock mit einer einfachen Naht geschlossen. 
    8. Nun kommt die Sauerei: Das Einfüllen der Daunen. Verwendet habe ich ca. 36g, die ich nach und nach in jede Kammer geschoben habe. 
    9. Wenn alle Daunen eingefüllt sind, kann die letzte Öffnung geschlossen werden. Danach wird die andere Seite vom Reißverschluss angenäht. 
    10. Die Oberseite habe ich versäubert und oben am Reißverschluss zur Entlastung einen Mini-Blitzverschluss mittels Elastikband angenäht. Fertig!

     
     
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    khyal reagierte auf PhilippPhoenix in Leichtes Kindertragetuch zum Befestigen am Rucksack   
    Hi zusammen,
    neulich hatte ich schon einmal eine einfache Tragehilfe für Kinder vorgestellt. Sie wird über Karabiner unten am Schultergurt des vorhandenen Rucksacks und oben mit Gurtschnallen ebenfalls am Schultergurt eingehängt. Zielgruppe sind Kinder, die nicht mehr dauerhaft in der Kraxe sitzen oder das kleine Geschwisterchen hockt in der Kraxe und das Große braucht auch mal 20 Minuten Tragepause.
    Kommerziell bekommt man das für 70-90 € plus Versand und Zoll aus den USA unter dem Namen Trail Magik Kid Carrier.
    Ganz schön teuer für ein Tuch mit 2 Gurten. Auf Reddit habe ich zwei MYOG-Anleitungen gefunden und selber umgesetzt.
    Link1
    Link2
    Materialien (alle von Extremtextil):
    - Cordura 330den, 1m
    - Gurtband Polyester 15 mm, 4 m
    - Gurtschnallen 15 mm
    - Micro Karabiner, 62 mm, 150 kg
    - Garn: Alterfi S80 Polyester
    - Nähnadel: Jeans 90
    Ohne Nadel und Garn ca. 36 € inkl. Versand.
    Durchführung
    1. Schnitt: Ziel war ein Quadrat-Tuch mit Maßen mit ca. 35x35 cm. Ich habe den Stoff zweilagig gefaltet und an den Seiten jeweils 1 cm Puffer gelassen. Also ein Rechteck von 37 x 72 cm ausgeschnitten.
    2. Oben und unten (an den langen Seiten des Rechtecks) den Stoff mit Zickzack-Stich versäubern. 
    3. Tuch mittig falten und an den zusammengefalteten Seiten zusammennähen. Anschließend einmal umstülpen. Man hat nun eine Röhre genäht bzw. ein zweilagiges Quadrat. 
    4. Als nächstes jeweils 2 m des Gurtbandes rechts und links in der Röhre am Rand doppelt durchführen, sodass sich unten eine Schlaufe bildet mit ca. 15 cm Länge.
    Oben die Gurtschnalle wie auf den Bildern shcon einmal einhängen, um die passende Gurtlänge zu finden (die oben herausschauenden Gurtenden sind unterschiedlich lang, Ein Band endet bei der oberen lila Klammer, das andere wird komplett durch beide Teile der Gurtschnalle geführt. 
    5. Dann oben und unten mit Geradestich die 2 Lagen Gurtband zwischen den 2 Lagen Cordura vernähen. Dazu habe ich ein Rechteck mit einem Kreuz darin zweimal abgenäht. Auch die Schnalle wird auf diese Weise angenäht und das Gurtende zweimal umgeklappt und mit Geradestichen vernäht, sodass es nicht mehr durchrutschen kann.
    6. Unten in der Schlaufe mit Geradestich 3 Nähte setzen, sodass 4 Segmente entstehen, in denen der Karabiner je nach gewünschter Länge eingehängt werden kann. 
    7. Auf beiden Seiten jeweils von oben nach unten mit Geradestich neben dem Gurtband die Corduraseiten vernähen, sodass das Gurtband nun seitlich eingeschlossen ist.
    8. Auch oben und unten vernähe ich nun die beiden Cordura-Lagen mit Geradestich von einer zur anderen Seite.
    9. Dann lege ich an der unteren Seite jeweils 10 cm von der Seite entfernt eine 1 cm breite Falte und nähe dort ebenfalls ein Rechteck mit Diagonalen drauf (im oberen Foto ist das noch nicht vernäht). 
    10. Damit ist der Trail Magik Nachbau fertig aber ich habe noch zwei persönliche Änderungen ergänzt. Zuerst einen kleinen Dinosaurier aufgebügelt (fehlt noch auf den Fotos) und schließlich noch ein ca. 10 cm langes Gurtband zu einer Schlaufe aufgenäht. Diese Schlaufe möchte ich benutzen, um dem Kind das Tuch engegen der eigentlichen Nutzung wie einen Rucksack anzuziehen und im abschüssigen Gelände etwas mehr Sicherheit durch Einhängen einer Reepschnur zu bekommen. Das ist natürlich kein Klettergurt und wird als solcher auch nicht genutzt also steinigt mich bitte nicht. Ich sehe es als Add-On auf Touren, auf denen der Kleine keinen Klettergurt dabei hat nach dem Motto: die beste Absicherung ist die, die man dabei hat. Auf geplanten Klettersteigen, Gletscher, Hochalpines Gelände besser direkt das dafür ausgelegte Equipment nutzen. 
    Erfahrungen zur Nutzung kann ich in Bälde teilen. 
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    Nach 10 Stunden Schlaf fühle ich mich deutlich besser. Aus dem Fenster sehe ich gen Westen sogar ein paar Lücken in der Wolkendecke. Doch auch dieser Tag sollte wieder sehr nass werden. Ich wandere im Trockenen aus Obersteinbach heraus, doch nach wenigen Minuten hat der Regen mich eingeholt. Kein Wunder bei meinem Schneckentempo.

    Mein Puls sagt mir in den wirklich sachten Anstiegen des GR 53, dass ich noch nicht wieder fit bin. Ich beschließe mein Tagesziel, Winterberg mental loszulassen und nach den Windstein Burgen den GR 53 zu verlassen um direkt nach Niederbronn les Baines zu wandern. Da wollte ich eigentlich erst am nächsten Tag mittags eintreffen. 
    Kurz nach Obersteinbach trifft man schon wieder auf die nächsten Burgruinen. Ich vertraue der Empfehlung des Rothers, dass das Chateau de Wittschlössel keine Besichtigung wert ist (sollen nur noch ein paar Steine zu sehen sein) und spare mir ein paar extra Höhenmeter.  Etwas später am “Gipfel” des Lindenkopf drückt der Wind den Regen wieder waagerecht durch die Bäume. Toll hier! 

    Ich steige ab zum Chateau Vieux-Windstein. Die Sandstein-”Treppen” sehen mir für das Wetter zu gefährlich aus, mehr Löcher als Treppe. Nach ein paar verlassenen wirkenden Häusern an einem verlassenen Parkplatz steige ich wieder hoch zu den nächsten Ruinen.

    Am Chateau Mittel-Windstein kann ich nur an ein paar Löchern in den Felsen erkennen, dass hier mal eine Burg gewesen sein könnte. Faszinierend, wie wenig übrig bleiben kann. Das Chateau Nouveau Windstein ist dagegen großartig zu besichtigen. Ich finde einen trockenen Unterschlupf in den Katakomben und mache eine ausgedehnte Mittagspause mit einem mehrgängigen Menü aus Suppe, Gemüsereis und Kaffee mit Keksen. Das Urlaubsfeeling ist wieder sehr zurück. 
    Kurz nach dem Schlösser-Dreigestirn verlasse ich den GR 53 und wechsel über einen regionalen Wanderweg entlang der Maginotlinie im Schwarzbachtal auf den GR 531 (blaues Rechteck) der mich in Talnähe direkt nach Niederbronn führen wird.

    Die Maginotlinie war mir bisher nur aus dem Geschichtsunterricht bekannt, so ganz konkret damit konfrontiert zu werden war auch ein Highlight (der anderen Art) meiner Tour. Die Bunker und Unterkünfte sehen im Herbstregen sehr bedrückend aus. Was für ein Kraftakt, die Grenze zu Deutschland so abzusichern. Und dann kam doch alles anders … 
    Nach dem Dauerregen der letzten Tage stand der Weg entlang des Schwarzbach über längere Strecken unter Wasser. Wo kein Wasser stand, haben Wildschweine den Weg zum Morast umgewandelt. Wildschweine sind doch wirklich sehr liebenswerte Tiere. Ich krempelte die Hose auf, damit diese trocken blieb und spulte stoisch die Kilometer bis zum GR 531 ab. 

    Richtig wehmütig wurde mir dann, als ich aus den Wäldern der Vogesen auftauchte. Ein letzter sehnsüchtiger Blick auf den von Wolken verhüllten Vogesenkamm, dann ging es Richtung Hotel in Niederbronn. 


     
    Den vierten Tag besichtigte ich vormittags Strasbourg, bei strömenden Regen, was sonst. Mittags brachte mich der TGV wieder nach Karlsruhe.
    Vor kurzem wurde mir ein Tweet von Kachelmann Wetter zugespielt: vom 23.Oktober an regnete es an 30 aufeinanderfolgenden Tagen an der Wetterstation Fresse-sur-Moselle in den Vogesen. Und ich war live dabei, als alles anfing. Sagenhaft! 
     
    Zusammenfassung: Mittwoch 25.10.23: von Obersteinbach nach Niederbronn les Bains
    17 km; Aufstieg: +458 m; Abstieg: -514 m; 6h:38min
     
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    Am Morgen bemerkte ich, dass ich Abends einen Fehler gemacht hatte. Ich hatte den Daunenquilt während des Aufloftens mit dem Außenzelt abgedeckt, da die Luftfeuchtigkeit sehr hoch war. Leider hatte ich in der Nacht die Abdeckung in der Dunkelheit nicht vollständig entfernt. Nun war mein Quilt von den Füßen bis zu den Knien von Kondensation durchfeuchtet. Nach einem Tag im Rucksack ist die Nässe dann überall gleich verteilt im Quilt. Na, prima. Ich wollte ja was lernen auf diesem Trip um wieder in Übung zu kommen was Mehrtagestouren angeht. Ich habe am Vorabend schon gelernt, dass man einen Wasserbeutel im Halbdunkeln nicht einfach schnell mit etwas mehr Kraft als gewöhnlich "verschließt". An irgendeinem späteren Zeitpunkt ist man dann außen sehr viel nasser und innen sehr viel durstiger. Man kann die Spuren meiner ungeplanten Dusche noch auf dem Boden des Abris im Foto im ersten Beitrag erkennen.
    Als ich im Morgengrauen aus dem Abri heraus trat, öffnete sich zeitgleich die Tür des über Nacht geparkten Campervan und es stieg eine sich gemütlich streckende Frau aus. Anscheinend hatte sie am Abend zuvor nicht den Schein meiner Stirnlampe in der nach vorne offenen Schutzhütte wahrgenommen. Denn mein Gruß erschreckte sie ziemlich. Als ich auf der anderen Seite des Parkplatzes wieder im nebligen Wald verschwand, überlegte ich amüsiert, wie ich als roter Poncho-Wichtel aus dem nebligen Wald kommend wohl auf die Frau gewirkt habe. 

     
    Um die ersten Burgen anzusehen, verließ ich den GR 53 für einen Umweg und wanderte weiter bergauf zur Burg Loewenstein und Hohenbourg. Allerdings stürmte dort oben der Regen waagrecht durch die Luft. Trotz des wärmenden Anstiegs war mir fröstelig kalt und ich verzichtete auf eine ausführliche Besichtigung und verkrümelte mich wieder in den Wald in Richtung GR 53.

    Am Kaiser Wilhelm Stein, direkt an der Landesgrenze, fand ich Unterschlupf in einem überdachten Unterstand und überlegte meine Optionen. Die 24h Durchfall und die mehrfach unterbrochene Nachtruhe hatten mich merklich ausgelaugt, die Halsschmerzen der gerade auskurierten Erkältung machten sich wieder bemerkbar. Wie war das Motto dieser Tour nochmal? Genau, ist schließlich Urlaub! Also flugs eine Unterkunft buchen, anstatt im klammen Quilt zu nächtigen. Leichter gesagt als getan. Am Anfang der Woche hat fast alles was am Wegesrand liegt zu, ist nicht zu erreichen, schickt Absagen… schwierig. Ich tröste mich damit, dass mein Zelt und die Schlafkleidung trocken sind und ich genügend Gas für eine Wärmflasche zum Quilt antrocknen habe.  
    Nachdem ich meine Gedanken geordnet hatte, kann ich wieder die wunderschönen Herbstwälder und die Burgen des Parc Régional des Vosges du Nord in vollen Zügen genießen. Die Wegführung des GR 53 ist ein Traum! Top markiert und auf Asphalt eigentlich nur in den Orten. Es gibt sogar Pfade, die wurden extra parallel zur Straße angelegt, etwas getrennt durch Hecken oder Bäume, so dass man nie länger als ein paar Meter auf einer Landstraße gehen muss. Ein echtes Wanderparadies! 

    Ich steige viele Höhenmeter bergab, auch hier wieder angenehm gradiert und erreiche das Chateau de Fleckenstein. Auf einmal Menschen, viele Menschen, das kam unerwartet. Es sind mehrere Kindergruppen unterwegs und ein frisch geöffneter Köhlerhaufen qualmt das halbe Areal voll. Mich überfordert das in diesem Moment. Ich beschleunige meinen Schritt und lasse diese Burg unbesichtigt. Das ist übrigens die einzige Burg auf meinem Weg, deren Besichtigung Geld kostet. Es gibt dafür auch ein kleines Besucherzentrum mit Andenkenladen, ein (zu dem Zeitpunkt geschlossenes) Café, überdachte Picknickstellen in einer Streuobstwiese und im Sommer sicherlich jede Menge Trubel. 
    Ich steige ins Tal der Sauer ab. Dort könnte ich am Fluss Wasser fassen. Tue es aber nicht. Und bereue es später. Der Gegenanstieg wird brutal. Ich muss mehrmals stehen bleiben und verschnaufen, der Puls schießt in ungewohnte Höhen. Anmerkung: ich bin jedes Wochenende in den Alpen unterwegs und mein Körper kennt steile Anstiege. Das hier fühlt sich nicht mehr gesund an. Ich mache mir Sorgen und gehe die Unterkunftssuche nochmals an. Weiterhin schwierig, der Empfang ist hier sehr lückenhaft. 
    Am Chateau de Froensbourg schüttet und weht es weiter. Ich bin inzwischen etwas genervt von meiner Situation. Alles ist sehr anstrengend, ich finde keinen geschützten Platz für eine Pause, mich fröstelt es immer wieder. Weiter geht's!
    Um 14:30 Uhr schaffe ich es endlich, mir eine Unterkunft zu sichern. Ich bin sehr erleichtert und zur großen Freude hört der Regen am Chateau du Wasigenstein auf. Ich unterhalte mich kurz mit einem deutschen Paar auf einem Spaziergang, mehr Menschen werde ich heute unterwegs nicht treffen. Diese Einsamkeit gefällt mir sehr gut. Ein Kontrast zu meinen üblichen Wochenendtouren. 

    Auf der Ruine stehend, sehe ich sogar kurz die Sonne. Also wirklich kurz, nach wenigen Minuten regnet es wieder, ach was, es schüttet.

    Bei den Burgruinen existieren minimale Sicherungsanlagen wie Geländer oder Leitern und man kann auf eigene Faust die faszinierenden Bauten erkunden.  Diese Eigenverantwortung finde ich ganz wunderbar. Schade, dass das Wetter nicht an allen Burgen mitgespielt hat, aber so “muss” ich den Weg einfach nochmal bei besserem Wetter und Gesundheitszustand wandern. 


    Der kleine 99g Schirm ist der zweite MVP dieser Tour. Die Windböen steckt der Schirm richtig gut weg. Ich höre dem “dröppeln” auf meinem Regenschirm sehr gerne zu und meine Brille bleibt immer trocken. Ist das UL? Nein, der Poncho hat eine Kapuze und ich trage ein Cap zum wärmen. Jedoch mag ich das Rascheln der Kapuze und die Reibung am Kopf nicht. Und es wird früher und später immer am Kragen oder am RV (dort wo der RV sich durch die Brüste wölbt) durchsiffen. Vor allem bei Wind. Und im Anstieg wird es zu warm unter einer wind-und regendicht festgezurrten Kapuze. Regen finde ich einfach besser zu ertragen mit Schirm. #TeamSchirm

    Da ich noch etwas Zeit habe, bis ich in meine Unterkunft kann, gehe ich in Obersteinberg den Künstlerinnenweg entlang. Von 1896 bis 1918 richtete der Kunstmaler Franz Hein in Obersteinbach eine Sommer-Malschule für junge Damen aus. Den Rundweg zieren auf 10 (?) Stationen Schilder mit Bildern der Kunstschülerinnen und einer zeitgeschichtlichen Einordnung der Motive. Ein sehr kurzweiliger und informativer Wanderweg, der einmal um und durch den Ort und auch an der Petit Arnsburg entlang führt. Noch eine Burg, die auf mich wartet. Diesmal lockt die Unterkunft.
    Ich verzichte wegen etwaiger Bildrechts-Problematiken hier meine Fotos der Aufsteller des Künstlerinnenwegs zu posten. Wer einen Einblick möchte: https://www.komoot.de/highlight/4577914 
    Zusammenfassung: Dienstag 24.10.23 vom Abri du Col du Litschhof bis nach Obersteinbach
    16,9 km; Aufstieg: +684 m; Abstieg: -779 m; 7h:38min
    Habe noch was gelernt: Trotz des vielen Regens von oben, gab es nicht ausreichend Trinkwasser auf der Strecke. Alle kleinen Bäche waren ausgetrocknet, natürliche Quellen waren entweder trocken oder nur noch eine Schlammsuhle der Wildschweine. Das erste Wasser hätte es wahrscheinlich an der Burg Fleckenstein in den Toilettenanlagen gegeben, dort flüchtete ich jedoch vor dem Trubel, ohne groß nachzudenken. Die nächste Gelegenheit war die Überquerung der Sauer. Dort war mir das Ufer zu steil, alles zu nass und zugewachsen und ich wollte nicht nach einer geeigneten Stelle suchen. Das war ein großer Fehler, denn es gab dann gar kein Wasser bis kurz vor Obersteinbach. Dort kreuzt man ein Bächlein, das so aussieht, als ob es auch schnell wieder trocken fällt. Beim Wassermanagement muss ich als “Vieltrinker” echt mehr aufpassen. Ich war so dehydriert, dass ich in meiner Unterkunft abends 3 Liter Tee trinken konnte, ohne in der Nacht einmal austreten zu müssen. 
     

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