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Ultraleicht Trekking

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  1. 42 points
    Hallo zusammen, hier mal wieder eine Bauanleitung, vielleicht hat ja der/die ein oder andere schon mal mit einem Zeltbau geliebäugelt ……. Nach dem X-Pac 37+9L Rucksack und dem Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox ging es im letzten Winter an die dritte MYOG-Großbaustelle: dem Zelt. Da sich die beiden ersten Projekte durchaus sehen lassen konnten, war ich guter Dinge, dies auch bei einem Zeltbau entsprechend umsetzen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass das erste selbstgenähte Zelt in der Regel für die Tonne ist, machte ich mich an die Planung und schrieb dazu im Vorfeld eine detaillierte Bauanleitung (s. unten). Zudem machte ich zu den Zeichnungen der einzelnen Baugruppen noch Zeichnungen der wichtigsten Nähte (alle letztendlich als Kappnähte ausgeführt), um später während des Zuschnitts und des Nähens den Überblick zu behalten, auch wegen der vielen unterschiedlichen Nahtzugaben. Der Entwurf ist als ‚single piece - single wall - A-frame‘ ausgelegt und orientiert sich an bewährten Zelttypen. Die Bauanleitung habe ich dann Schritt für Schritt abgearbeitet, was ausgesprochen gut funktioniert hat. Als Stoff kam das sehr dehnungsarme Chikara zum Einsatz. Das Chikara ließ sich sehr gut nähen (80er Microtex Nadel, Rasant 75 Garn) und erinnert in Haptik und Geräuschentwicklung am ehesten an Backpapier, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war. Die wichtigsten Daten: 2-Personen Zelt mit Platz für 2 TAR NeoAir Xlite (Regular) Isomatten 2 Eingänge, 2 Apsiden alle Dachnähte abgedichtet Trapez-Bodenwanne: 110/90cm Breite , 220cm Länge, Höhe 12 cm First: Höhe mittig 120cm, Breite mittig 120cm, Höhe im Kopf-/Fußbereich >38cm Material: Chikara 41g/m², Mosquitonetz 25g/m², 200den Diamond Ripstop 120g/m², Reißverschluß YKK 3C Catenary cut: 2cm/m Packmaß: Ø 14cm x 40cm (6L) Materialkosten: ca. 190€ Gesamtgewicht: 716 g (incl. sämtlicher Abspannleinen) Vorbereiten der Baugruppen Für alle Stoffstücke habe ich im Vorfeld Pappschablonen (1:1) angefertigt, da die meisten Kanten einen Catenary cut haben. Das hat sich für das Anzeichnen auf den Stoffen später als sehr hilfreich erwiesen. Eine sehr gute Catenary cut-Anleitung findet man hier. Bei den kürzeren Mesh-Dachkanten (155cm) ist darauf zu achten, dass der Cat cut vom Dach (175cm) genommen wird, da sie später eine gemeinsame Naht bilden und somit die längere Naht den Cat cut vorgibt (die tiefste Stelle des Mesh-Cat cut ist daher leicht asymmetrisch versetzt). Für die Ecken der Bodenwanne sollte man sich vorher mal aus einem DIN A4 Blatt ein Papiermodell machen, um die einzelnen Bauschritte zu verstehen. Hintergrund für die etwas aufwendigere Eckkonstruktion ist die Tatsache, dass ich die Bodenwanne bis zu einer Höhe von mindestens 3 cm nahtfrei bauen wollte. Somit müssen die Ecknähte nicht versiegelt werden und man hat zudem saubere und stabile Stofffahnen, an denen die D-Ringe für die elastische Kordel angebracht werden können. Es geht natürlich auch anders …… Mesh-Giebelseiten (2x) ausschneiden mit 3cm (unten) bzw. 2,5cm (Giebel/Traufe) Nahtzugabe Spitzenverstärkung einschließlich Saumzugabe von außen auf die Giebelspitze aufnähen. Radius ca. 15cm. Alle Spitzen-/Eckverstärkungen sind aus 200den Diamond Ripstop Reststücken, es geht aber auch Zeltbodenstoff o.ä. Vorderkante der Ecktasche einfassen, dann Ecktasche einschließlich Saumzugabe von innen aufnähen Reißverschluss auf Länge kürzen, Schieber einsetzen, und an den Enden mit kurzen Stofffahnen versehen. Auf die Laufrichtung des Schiebers achten (unten zu, oben auf)! RV von innen aufnähen (2mm vom Rand), dann mittig das Mesh auftrennen, einfach nach innen umschlagen und vernähen. Beim RV habe mich für die L-Form entschieden, da ich den Sinn und Zweck der Rainbow-Form nicht verstehe solang das Zelt mit Trekkingstöcken aufgebaut wird und das Mesh beim kompletten Öffnen zudem immer auf den (dreckigen) Boden fällt untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen Dachschrägen nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen. elastische Kordel (für die T-Stopper) mit Hilfsfahne (die verschwindet nachher in der Nahtzugabe) versehen und auf der RV-Seite von innen an der Giebelseite in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen, (s. re.Bild) Traufseite nach innen doppelt versäumen Mesh-Traufseiten (2x) ausschneiden mit 2,5cm (oben, Seiten) bzw. 3cm (untern) Nahtzugabe Traufoberkante nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen. untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen Seitenkanten nach außen doppelt versäumen Dach ausschneiden mit 1,5cm (schmale Dachhälfte) bzw. 2,5cm (breite Dachhälfte) Nahtzugabe am First, 2,5cm an den Seiten und 2cm unten Dachhälften am First links auf links (knapp) zusammen nähen, dann rechts auf rechts (auch rel. knapp) zur französischen Naht Schlaufen auf der franz. Naht mittig bei 5(7,5)cm, 60(62,5)cm, und115(117,5)cm annähen (an den Schlaufen kann man später eine Schnur befestigen zum Aufhängen von Sachen im Zelt). Franz. Naht zur Kappnaht umnähen, Naht von außen mit 25mm breitem DCF Tape + Chikara versiegeln (s. Bild) rechts auf rechts Traufsäume (1cm) abnähen Mesh-Traufseiten mit deren Oberkanten auf die Innenseite der Traufsäume nähen Saum zur Mitte hin umklappen und als Kappnaht vernähen (s. li. oben Bild), Naht von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara) 2 Abspannpunkte (Radius 5cm) erstellen und jeweils in Dachflächenmitte mit DCF Tape von außen aufkleben Doppel-Türen (Apsiden) (2x) ausschneiden (4x) mit 1cm (Giebelseiten), 2cm (Mittenkanten; unten) Nahtzugabe Türen an den unteren Mittenecken mit Verstärkungen versehen Verstärkung in 2 der 4 Giebelspitzen auf den Innenseiten einnähen (s. li. Bild). Radius 12-15cm. Mittenkanten doppelt umsäumen die jeweils anderen Flügel im Giebelspitzenbereich auf die Außenseiten auf der Nahtzugabe annähen, auch über die Verstärkung (s. mi. Bild) LineLoc mit 15mm Gurtband von außen mittig auf die verstärkte Giebelspitze aufnähen Mittenkanten in ca. 1/3 Höhe mit Druckknöpfe versehen (Stoff vorher verstärken, s. re. Bild) Elastische Kordel (für die T-Stopper) von außen an den Giebelseiten mit Hilfsfahne in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen) Boden Boden ausschneiden mit 2cm Nahtzugabe nach außen einmal (1cm) umsäumen Seiten hoch klappen und in den Ecken in das nach außen stehende Dreieck von oben 9cm nach unten eine Naht setzen. Diese doppelt verriegeln, von 1-2cm, von 2-3cm und von 8-9cm. in einem Abstand von 2cm parallel dazu von oben einen 2cm-Schnitt machen parallel zur Oberkante die obersten 2cm der Ecke abschneiden die 2x2cm Stofffahne zur Seite umschlagen und an den Saum annähen in 5cm Abstand parallel zur ‚9cm Naht‘ die Dreiecksspitze abschneiden den Stoff nach innen einstülpen und entlang der Innen- und Außenkante je eine Naht setzen (innen nicht länger als die ‚9cm-Naht‘) Stoff auch oben einstülpen, dazu Spitze nach innen umklappen und vernähen 15mm Gurtband mit D-Ring mittig leicht schräg nach unten zeigend an die Eckfahnen annähen (s. Bild) Zusammennähen von Dach mit Türen und Mesh-Giebelseiten Giebelnähte (von Dach u. Türen) erst links auf links knapp zusammen nähen, dann rechts auf rechts (franz. Naht) T-Stopper von innen an den Saum annähen Saum der Mesh-Giebelseiten von innen mittig an den Dach-/Türsaum nähen, dann Saum nach innen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen alle 4 Eckverstärkungen annähen alle Bodenkanten von Dach und Türen (vorher ev. angleichen) doppelt umsäumen Dachnähte von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara) LineLocs (Ecken) bzw. D-Ring (Mittenecken) mit 15mm Gurtband an die Verstärkungen annähen (s. re. Bild) alle Mesh-Trauf-Seitensäume miteinander vernähen (s. li. Bild) Zusammennähen mit der Bodenwanne Mesh-Saum von außen auf den Saum der Bodenwanne (mittig) aufnähen. Vorher die beiden Reißverschlüsse aufmachen, denn je mehr Naht vernäht ist, desto mehr steht die Nähmaschine im Zelt (ein riesiger Stoffwust von insgesamt 14m², aber es geht) nach außen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen (wieder Stoffwust) abschließend für’s Abspannen alle Schnüre und elastische Kordeln anbringen FERTIG! (50 Arbeitsstunden später) Fazit Da das Endergebnis einen brauchbaren Eindruck macht, sollte man mit dieser detaillierten Bauanleitung in der Lage sein, schon beim ersten Zeltbauversuch relativ erfolgreich zu sein. Ich hoffe, es ist alles halbwegs verständlich beschrieben und gezeichnet. Im März ging es mit dem Zelt dann gleich auf den GR221. Dank ‚single-piece‘ geht der Aufbau mit Trekkingstöcken innerhalb von 1-2 Minuten. Unterschätzt habe ich zunächst die extreme Dehnungsarmut vom Chikara, aber nach 3-4 Aufbauversuchen hatte ich den Dreh raus, das Zelt annähernd faltenfrei aufgestellt zu bekommen (leider kommen in dem Moment, wo ein Apsidenflügel geöffnet wird, an irgend einer Stelle doch wieder leichte Falten rein). Steht es stramm und faltenfrei entwickelt es auch bei kräftigem Wind kaum Geräusche. Durch die zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten war Kondenzbildung trotz kalter Nächte in den Bergen mit wenigen Grad über Null kein Thema. Bewährt bei dem steinig-felsigem Untergrund haben sich auch die MSR Groundhook Mini (6 Stück, 57g). Natürlich ist das Zelt mit seinen 716 g nicht wirklich ultraleicht, man bekommt dafür aber ein richtiges Zelt. Soll es leichter sein, muss man schon auf Cuben Fibre zurück greifen, erkauft sich dann aber jedes Gramm Gewichtsersparnis mit mehr als einem Euro (Materialkosten dann ca. 430 €). Für das erste Zeltprojekt war das Chikara daher ein guter Kompromiss aus Dehnungsarmut, Handling, Gewicht und Preis. Natürlich geht es auch mit Silpoly oder Silnylon, mit den bekannten Vor- und Nachteilen. Viel Spaß beim Nachbauen!!
  2. 36 points
    Barbarix

    Tarp - ziemlich nah an meinem Optimum

    Ich konnte vor ein paar Wochen endlich mein neues Tarp (Prototyp) testen. Ich bin mit dem SilNylon-Prototyp so zufrieden, dass ich das Ganze in Cuben verewigen werde. Die Grundidee für die Konstruktion stammt von Micha, vielen Dank dafür! Vorgaben für dieses Tarp: - Ziel-Gewicht um die 300g - No Frills: Kein Reißverschluss der kaputt gehen kann, keine Lüfter… - Konstruktion so einfach wie möglich: Mein letztes Tarp für die Mongolei war toll und super stabil. Allerdings war der Schnitt auch recht kompliziert - Basis sollte ein Rechtecktarp im Pyramidenmodus sein - Rundum geschlossen für guten Wetterschutz ohne zusätzliches Bivvy - möglichst sturmfest, mindestens aber windfest - Moskitodicht ohne Innenzelt, Moskitoschutz durch einen 20cm breiten rundum laufenden Saum - Einknüpfbarer Boden Herausgekommen ist folgendes: Das Gewicht liegt momentan bei 380g inkl. aller Leinen und Heringen. Das nackte Tarp liegt bei ca. 310g. Allerdings fehlt noch das Moskitonetz (geschätzt +50g). Verwendet habe ich das 36g Silnylon von Extremtextil. Wenn ich das 19g Cuben verwende sollte ich ca. 100g sparen können. Dann würde ich inkl. Moskitonetz, Leinen und Heringen bei 330g liegen, also etwas über der Zielvorgabe. Im Elbsandsteingebirge hat sich das Tarp super geschlagen. Es ist für mich recht geräumig. Ich kann darin sitzen und mich bequem umziehen. In der Apside ist genügend Platz für Schuhe, Rucksack und Ausrüstung. Der Aufbau geht recht einfach, die Überlappungsbreite des Eingangs lässt sich mit der Stockhöhe variieren. Dem Wind, den wir in einer Nacht hatten, hatten das Tarp ganz gut standgehalten. Der überlappende Eingang ist eigentlich viel einfacher und unkomplizierter als ein Reissverschluss. Auf den ersten beiden Bildern sieht man 2 Stück 50cm lange CFK-Stangen, die nocheinmal für zusätzliche Kopf- und Fußfreiheit sorgen. Danke Mr. Hardstone für die tolle Idee! Hier das Schnittmuster: Ansichten auf der 1. Seite, Schittmuster auf der 2. Seite, sehr rudimentäre Skizze, aber der Schnitt ist wirklich einfach SilNylon-Proto-Tarp für Grönland 2017.pdf Es werden 3 Zuschnitte benötigt: 1 Trapez und 2 identische Dreiecke mit gekappter Spitze. Tipps, Verbesserungen und Anregungen sind herzlich willkommen!
  3. 35 points
    Andreas K.

    Ein Rucksack mit Rollverschluss

    Teil 1 - Rucksack Präsentation Lange habe ich an einem sinnvollen Schnitt für einen Rucksack getüftelt. Nach einem Prototypen kann ich nun den ausgereiften Rucksack vorzeigen. Aber erst einmal die Details: Der Rucksack zeichnet sich durch ein minimalistisches Design, also eine cleane Optik aus und ist auf wesentliche Merkmale und Funktionen reduziert.Mit einer Rückenlänge von 55 cm ist ein guter Kompromiss gefunden, so dass der Rucksack von mittel- bis hochgewachsenen Personen bequem getragen werden kann.Die Grundfläche des Rucksacks beträgt 28x22 cm.Mittels Rollverschluss lässt sich die Höhe zwischen 55 und 65 cm variieren.Dadurch kann auch das Volumen des Hauptfaches von 38 auf 44 l erweitert werden.Zwei seitliche Außentaschen zu je 4 l und eine auf der Vorderseite befindliche Tasche mit 8 l bieten zusätzlichen Stauraum.Die mit 3mm 3D-Netzt gepolsterten, ergonomisch geschnittenen Trageriemen schmiegen sich perfekt den Körperrundungen des Trägers an.Der einfach gehaltene Brustgurt und der ebenfalls einfache Hüftgurt verhindern effektiv das Hin- und Herwackeln des Rucksacks bei schneller Fortbewegung.Mit Chikara und Nylon Zeltbodenstoff besteht der Rucksack aus einem Mix aus leichten und widerstandsfähigen Materialien.Der Rucksack ist mit Rasant Corespun Garn genäht. Dennoch ist der Rucksack nicht komplett wasserdicht, sondern nur stark wasserabweisend. Das ist den Französischen Nähten geschuldet, mit denen der Hauptsack genäht ist.Das Gesamtgewicht des Rucksacks beträgt 210 g.Und hier ein paar Bilder: Nachdem ich definitiv nicht vor habe Rucksäcke professionell zu fertigen und ich außerdem der Forengemeinschaft etwas für die vielen Anregungen zurückgeben möchte, stelle ich die Bauanleitung für diesen Rucksack in Teil 2 der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  4. 31 points
    ChristianS

    Black Pack - noch ein Rucksack

    Mein Beitrag zur aktuellen Rucksackschwemme hier im MYOG-Bereich : Das nächste Pack ist fertig, im Herbst soll der Praxistest auf dem E6 folgen. Diesmal ganz in Schwarz gehalten ist der Rucksack hauptsächlich vom Pa´lante Simple Pack und Andis Rucksäcken inspiriert. Hauptmaterial ist diesmal das 90g Zeltbodennylon: Schwarz, günstig, robust. Bei meinem letzten Rucksack in der Kombination aus Zeltbodenstoff und 55g Silnylon war ich mit dem Silnylon-Anteil nicht zufrieden, dieser zog sich auf Tour in Schweden an belasteten Nähten etwas auf (Essen für 7 Tage ). Die Maße des Hauptpacks sind 28x23x80cm, also deutlich voluminöser als das Simple Pack. Die Träger sind aus zwei Lagen 3mm 3D-Mesh nach @Andreas K.´s Schnittmuster, ergänzt durch Taschen aus elastischem Netzstoff, in die z.B. eine 0,5l-Flasche, Handy, Fotoapparat, Snacks etc. passen. Die Rückenlänge beträgt ca. 46cm, auf einen Hüftgurt verzichte ich. Netzaußentasche und Gummischnürung schaffen bei Bedarf zusätzlichen Stauraum, z.B. für ein nasses Tarp, zusätzliches Essen, etc. In der Bodennetztasche kann Regen-/Windkleidung und die Tagesverpflegung untergebracht werden. Das Rolltop ermöglicht es bei Bedarf eine Isomatte außen zu befestigen. Insgesamt ist der Rucksack etwas schwerer geworden als erhofft, nämlich genau 300g, wenn ich meiner Waage glauben darf. Dies führe ich auf die vielen Details wie die Träger-Netztaschen, die Gummischnürung, die Bodennetztasche, die Voll-Mesh-Träger und die mit breiten Grosgrain-Band besonders verstärkte Verbindung der Träger zum Sack zurück. Dafür bekomme ich aber einen robusten Rucksack mit vielen Unterbringungsoptionen für die Ausrüstung. Jetzt bin ich gespannt auf die Praxis...!
  5. 29 points
    P4uL0

    Lunar solo cuben Klon.

    Ich habe wochenlang rum überlegt ob ich das jetzt machen soll oder nicht. Zum einen habe ich schon ein Lunar solo und zum anderen ist cuben sehr teuer und die Gefahr des scheiterns groß! Letztendlich habe ich es dann doch gewagt und habe mir folgendes Materiel bestellt: 6,5 lfm 18g cuben (Korpus) 0,3 lfm 26g cuben (Verstärkungen) 3,0 lfm 55g silnylon (Bodenwanne) 20 Meter Transferklebeband 3,0 lfm 25g Moskitonetz Kosten: ca. 300€ Zu Hause hatte ich die übrigen Sachen wie Gurtband und Gummibänder. Ich will nicht großartig ins Detail gehen, aber es war schon recht umfangreich. Zuerst habe ich alle Teile mit Aufmaß fürs kleben und nähen ausgeschnitten, wofür die Rollenbreite gerade so reichte. Als nächstes wurde der Korpus bis auf die Beaks zusammengeklebt und an Korpus und Beaks die Abspannpunkte die ich aus dem 26er cuben gemacht habe aufgeklebt. Hier waren die Knie schon vom stundenlangen knien auf dem Holzboden im Eimer, aber egal am nächsten Tag gehts weiter Jetzt war die Bodenwanne dran. Ich habe als erstes die Netzteile an das Bodenteil genäht und anschließend die Reiser eingenäht. Die Reiser habe ich anders gemacht als beim Original, da ich es trotz zwei Versuchen nicht geschafft habe einen Reiser um die Kurve zu nähen.........also einfach zwei Stück einzeln eingenäht, passt auch!! Jetzt kam das kniffligste: die Hochzeit beider Teile. Zuerst aber noch mit Bleistift Linien auf den Korpus gezeichnet wo der Netzrand angenäht wird. Hier ist mir dann der erste kleine "Fehler" passiert. Dadurch dass das Netz dehnbar ist stimmten die markierten Eckpunkte nicht mehr ganz überein, was sich etwas auf die Optik der Bodenwanne niederschlägt. Dann wurde wieder mal Meter um Meter Klebeband an die Beaks geklebt um diese dann an den Korpus zu kleben. Der Bereich der Spitze brachte mich kurz zur Verzweiflung, das diese ja jeweils 15cm ums Eck auf die andere Seite gehen. Ich wusste ich nicht wie ich das Teil handhaben soll, da das ja jetzt nicht mehr schön flach auf den Boden liegt und mann gleichzeitig die Schutzschicht der Klebebandes abziehen muss, schauen muss das keine Falten entstehen und das mann nicht aus Versehen mit der Klebefläche wo anders festklebt und somit die Kacke am dampfen ist. Vieeeeeeele Schweißausbrüche später war es dann doch geschafft. Jetzt noch alle Kanten außen umsäumen und die Schlaufen der Abspannung aufgenäht Am dritten Tag dann zum aufbauen in den Park gefahren und gleich gemerkt das ich die Gummibänder die die Bodenwanne straff ziehen vergessen habe. Alles wieder zornig eingepackt und zu Hause die Gummis an die Wanne genäht. Wieder im Park dann aufgestellt und die Gummis vorerst mal nur an den Schlaufen der Ecken angeknotet, wird noch vernäht wenn richtige Länge ermittelt wurde. Dann wieder gesehen das ich keine Möglichkeit habe die aufgerollten Beaks zu fixieren, also nochmal Heim und noch Schlaufe und Gummi angenäht.......mann mann mann. Was mir dann noch aufgefallen ist das die Beaks recht steil sind, was so nicht sein sollte. Kurzes nachmessen zeigte das ich wo nen Zahlendrehen hatte, nicht weiter schlimm nur kann ich die Beaks nicht wie geplant an der Hauptschnur befestigen kann und mir was anderes überlegen muss. Auf den Bildern sieht mann (wer das Original kennt) das die "Überhänge" länger sind als beim Original. Das habe ich bewusst so gemacht, da ich schon 3 mal bei starkem Regen mit Wind den Dreck ins Zelt geschleudert bekommen habe. Damit sollte jetzt Schluss sein. Zudem habe ich die Abspannschnur nach außen verlegt, da ich das immer nervig finde da unter der Spitze. Fazit: Am meisten haben ich von der Sache erstmal schmerzende Knie und Ellenbogen, da ich von den 15 Stunden Arbeitszeit locker 12 kniend verbracht habe. Aber im großen und ganzen bin ich echt zufrieden, das einzige was mich stört ist das die Bodenwanne etwas undefiniert im Raum steht. Ich weis aber gar nicht wirklich warum. Ich denke eine Summe aus kleinen Ungenauigkeiten und das beim Original die Dehnung des Silnylons etwas entgegen kommt. Ich werde es mal etwas höher abspannen vielleicht bringt das noch etwas. Gewicht inkl. Cubenpacksack: 420g
  6. 28 points
    wilbo

    Impressionen von Touren

    Kleine Familien Tour auf der Elbe. VG. -wilbo-
  7. 27 points
    Andreas K.

    Ein Rucksack mit Frontöffnung - Finale Version

    Der Rucksack den ich im Folgenden präsentieren werde stellt die wahrscheinlich oberste Evolutionsstufe des bereits im Forum veröffentlichten "Ein Rucksack mit Frontöffnung" dar. Die Entwicklung durchlief mehrere Stadien: Über einem dem Erstlingswerk gleichendem Rucksack mit leicht geänderten Schnitt, mit ein paar weniger Nähten, über eine folgende Version die sich durch zusätzliche Seitentaschen vom Vorgänger unterscheidet, zum aktuellen Rucksack, der neben den Besserungen zuvor auch noch ein praxistauglicheres Volumen, eine an mich angepasste Rückenlänge einen Hüftgurt und einen verstellbaren Brustgurt aufweist. Zudem wurde haltbareres Material verwandt. Doch nun zu den Details: Das Design des Rucksackkorpus' selbst ist relativ schlicht: von Vorne betrachtet eine symmetrische, kastige Form mit geraden parallel oder rechtwinklig zueinander stehenden Kanten und einem abgerundeten Rahmen auf der Vorderseite. Harmonisch fügen sich hierzu die zwei verwendeten farblich aufeinander abgestimmten Stoffe. Dennoch wirkt der Rucksack nicht langweilig - harte Kontraste bilden Bänder, Polster, Reißverschluss und Kleinteile in schwarz. Zusätzlich macht den Rucksack eine aufwändige Schnürung an den Seiten und dem Boden interessant. Die Rückenlänge dieses Rucksacks beträgt 57,5 cm und ist damit hauptsächlich für größere Wanderer geeignet. Der Umfang des Rucksacks beträgt 93,5 cm, bei einer Grundfläche von 28 x 22 cm und einer Höhe von 58 cm. Aus diesen Maßen ergibt sich ein Rucksackvolumen von 34 l. Zwei seitliche Außentaschen zu je 2 l schaffen zusätzlichen Stauraum. Die seitlichen Außentaschen, aus robustem Stoff, bilden zusammen mit den bodennahen Teilen des Hauptsacks eine stabile und abriebfeste Wanne für den Rucksack. Da das Material der Seitentaschen wasserdicht ist, sind in den Taschenfalten Drainageöffnungen versteckt, damit Wasser, dass sich bei Regen eventuell im Inneren der Taschen sammeln könnte ungehindert abfließen kann. Das Öffnen bzw. Schließen des Rucksacks erfolgt durch einen wasserabweisenden Spiralreißverschluss mit 3 mm Laufschiene. Der Reißer verläuft vorderseitig ab dem oberen Abschluss der Bodenwanne über die Rucksackoberseite bis zum Rückenteil hin. Elastische Schnürungen finden sich an den Rucksackseiten und am Rucksackboden. Die Schnürungen wurde durch Laschen geführt und über Kreuz gelegt an Kordelhaken eingehängt. Dadurch lässt sich das "Netz" aus Schnüren leicht öffnen bzw. schließen und es eignet sich somit perfekt als Befestigungsmöglichkeit für z.B. Trekkingstöcke, oder Isomatte. Außerdem ist über die Verkürzung der Schnürung mittels Tankas eine Kompression des Rucksacks möglich. Das Tragesystem besteht aus ergonomisch geformten Schulterträgern, die sich angenehm den Rundungen des Trägers anpassen. Diese Form und die mit 8 cm relativ breiten Schulterträger machen eine Polsterung aus 2-3 mm 3D-Netz ausreichend. Komplettiert wird das Ensemble durch einen höhenverstellbaren Brustgurt und einem einfachen 2,5 cm breiten Hüftgurt zur Stabilisierung. An Materialien wurden nur hochwertige, durchwegs robuste und wenn nötig Stoffe mit wasserabweisenden Eigenschaften verwendet. Auch die verwendeten Bänder und alle Plastikkleinteile sind hochwertig ausgeführt. Hier nur beispielhaft einige Materialien: DxG, 100 DEN Nylon mit PU-Beschichtung, YKK Aquaguard Reißverschluss, Nifco Kordelhaken, usw. Das Gewicht des Rucksack beträgt 330g. Hier ein paar Bilder:
  8. 25 points
    Hülle (ohne Daunenfüllung) Länge: 201cm Breite: 146cm Bafflehöhe: 5,5cm Länge Fußbox: 70cm Durchmesser Fußbox: 33cm Gewicht: 203g Quilt (mit Daunenfüllung) Länge: ~192cm Breite: ~139cm Loft: ~8-8,5cm Füllung: 412g 860cuin Daune Temperaturbereich: -5 bis -7°C (Erfahrungsbericht wird nachgereicht) Arbeitsaufwand: 30 Stunden (sollte ja auch gut aussehen) Gesamtgewicht: 615g Fazit Alles hat besser geklappt als erwartet/befürchtet, trotz des sehr dünnen Stoffes. Mit vielen Detaillösungen bin ich sehr zufrieden. Da es erst mein zweites MYOG Projekt war, ist es also auch durchaus für Anfänger geeignet. Für essentiell halte ich eine gute Vorplanung des Projektes. Da sollte man sich ausreichend Zeit für lassen. Viel Spaß beim myoggen !!
  9. 24 points
    Omorotschka

    Impressionen von Touren

    Hm...einen eigenen thread? Nee, ich mach's mir ultraleicht;) Grüße aus Rumänien und dem doch recht weitem Weg hierher! Im späten Frühjahr bin ich von Berlin über die Neiße zum Elbsandsteingebirge gewandert und mich mit kleinen Schlenkern über die Sudeten, Schlesien, Mala Fatra, Beskiden und die Hohe Tatra weiter Richtung Osten gehalten. Auf den Bieszczady folgte Transkarpatien und nun bin ich in zwischen dem Rodnei und Calimani Nationalpark. Der Winter steht vor der Tür und vielleicht muss ich im nächsten Jahr anknüpfen. Das wär ok, denn 2/3 Mal hab ich in Nacht und Nebel Aktionen in Berlin Sachen ausgetauscht (z.B. Nachtbus von Zakopane, oder Uzhgorod...fast direkt). Bis zum Howerla in der Ukraine nutze ich z.B. Sandalen, Poncho/Flattarp und hab mich in den folgenden Wochen doch über Turnschuhe und Solomid gefreut (vor allem wegen diesen Hütehunden). Die genaue Dauer und Länge der Wanderung ist mir irgendwann nicht mehr so wichtig gewesen und so fehlt mir der Überblick Jedenfalls möchte ich gerne ein paar Fotos teilen.
  10. 23 points
    die zwiebel

    Laufbursche - Genesungswünsche

    Vielleicht wurde das ja schon irgendwo gepostet, ich hab's jedenfalls noch nicht mitbekommen. Deshalb hier ein paar neue Infos von Mateusz! https://www.ilovelaufbursche.de/news/
  11. 23 points
    fettewalze

    Impressionen von Touren

    Mit Sonnenbrand vom Skye Trail, zu Fuß von Uig nach Broadford, zurückgekehrt. Die ersten beiden Tage Regen, Hagel, Sturm, danach größtenteils freundlich, die letzten beiden Etappen Sonne pur, nachts dafür mit Minusgraden. Ich hatte größtenteils das Gefühl der einzige Wanderer auf dem Trail zu sein. Erst gegen Ende sind mir ein paar Wanderer begegnet, die ebenfalls den gesamten Trail laufen wollten. Sonst bin ich nur mit Tageswanderern und Einheimischen in Kontakt gekommen. Ben Nevis mit Weitsicht und City Sightseeing (Inverness, Edingburgh, Glasgow) in Schottland waren zeitlich, auch Dank des guten Wetters, leichten Gepäcks und des Explorer Passes von Citylink, ebenso möglich. Relevant gear: GG Mariposa, Rab Element 2 + Ikea GS, 20 Jahre alter Yeti-DaunenSs +5°, BW Geländeschuhe, Poncho, Handschuhe!, kaltes Essen, keinerlei Wasseraufbereitung Bilder sind unbearbeitet und stammen von einem "Knipser". Ben Nevis: Blick auf Skye:
  12. 22 points
    sja

    [AL, MNE] Peaks of the Balkans Trail 2019

    Der Peaks of the Balkans Trail ist ein Rundweg durch Albanien, Kosovo und Montenegro. Ungefähr 185 km lang erstreckt er sich über 11500 HM. Der Trail wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit lokalen Nichtregierungsorganisationen und dem Deutschen Alpenverein entwickelt und 2011 mehr oder weniger markiert. Ziel ist es u.a, die wirtschaftliche Situation der Grenzregionen zu unterstützen und zur Versöhnung der Bevölkerungsgruppen beizutragen. Man wandert auf bis zu 2200 Metern Höhe im wilden, schroffen Prokleitje-Gebirge, auch als die “verfluchten Berge” bezeichnet. Der Weg ist in 10 Etappen mit unterschiedlichem Charakter aufgeteilt. Es können natürlich auch Varianten eingebaut werden oder die “Peaks” bestiegen werden. Auch sind Abkürzungen auf beispielsweise 1 Woche möglich. Der Einstieg erfolgt wahlweise in Albanien, Montenegro oder dem Kosovo und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Eine Freundin ist den Trail schon vor vielen Jahren gegangen und war sehr begeistert. So stand er lange auf meiner Liste, damals war er aber noch recht schlecht markiert, bzw. die Orientierung nicht ganz einfach… Die Markierung wurde mittlerweile verbessert (wobei es immer noch zu Verwirrungen kommen kann und es im Kosovo etwas schlechter aussieht, wie man mir sagte). Dieses Jahr war er also dran. Es gibt meines Wissens 3 Guidebooks. Das erste erschien im Conrad-Stein Verlag,, dann gibt es mittlerweile eines von Rother mit GPS-Track (+ Varianten und Tagestouren) und einen englischsprachigen von Cicerone (auch als e-Book). Mein Plan war, eine Woche mit einer Freundin unterwegs zu sein und knapp eine Woche alleine. Wir sind in Theth (Albanien) gestartet, haben den Kosovo ausgelassen, damit meine Freundin nach knapp einer Woche in Plav (Montenegro) aussteigen und gut wieder zum Flughafen kommen konnte. Ich hatte dann noch ein paar Tage Zeit für die letzten beiden Etappen zurück nach Theth, Varianten oder Tagestouren. In den Etappenzielen, kleinen Dörfern, Almen kann man in Guesthouses und Home Stays übernachten und bekommt dadurch einen netten Konakt zu den Leuten und einen Einblick, wie sie so leben. Sie bieten Abendessen und Lunchpakete an (durchschnittlich kann man für den Schlafplatz und Essen so ca. 25 Euro pro Nase einplanen, in Theth oder den Städtchen abseits des Trails evtl. etwas mehr). Häufig kann man auch auf der Wiese hinterm Haus zelten. Einkaufsmöglichkeiten gibt es eigentlich nur in Plav (MNE) und Gusinje (MNE), in Theth (AL) gibt es nur einen kleinen Mini-Markt, allerdings hab ich da kein Brot und Käse gesehen. In Vusanje (MNE) gibt es noch einen Kiosk, den habe ich allerdings nicht begutachtet. Auf manchen Etappen gibt es von Einheimischen betriebene kleine Waldbars, wer unterwegs zelten will, kann wohl auch bei den Hirten Käse o.ä. kaufen. Verständigen kann man sich in den Gästehäusern auf englisch, wenn irgendwo kein englisch gesprochen wird, werden die Kinder hinzugezogen. Im Kosovo gibt es wohl auch immer mal wieder Leute, die auch deutsch sprechen. So genug der praktischen Dinge. Nach und nach will ich von dieser Tour berichten und ein paar Bilder zeigen. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich würde gerne nochmal hin fahren und den Kosovo nachholen. Bis auf die trubelige Etappe (Theth - Valbona) war nicht viel los in den Bergen, ich habe tolle Bergpanoramen, die schönsten, unberührtesten Bergwiesen gesehen, bin sehr netten Menschen begegnet und sehr zufrieden wirkende, frei in der Gegend rumlaufende Tiere der Einheimischen (Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, Hühner…). -- alle Bilder meiner Beiträge in diesem Faden sind von mir --
  13. 22 points
    Hitzesommer – oder der etwas andere Tourbericht....... Ich habe überlegt, ob ich diesen Bericht überhaupt einstellen soll, hat er doch kaum etwas mit einer klassischen UL-Tour zu tun. Schließlich wollte ich euch jedoch meine Erfahrungen mit dem Hitzesommer dieses Jahres nicht vorenthalten und stelle mal eine Kurzbeschreibung meiner Erfahrungen und Erlebnisse auf dieser Tour vor. Bereits im letzten Herbst habe ich mit den Vorbereitungen für den Hike des Hauptwanderweges 9 – Heuberg-Allgäu-Weg – des Schwäbischen Albvereins, begonnen. Es soll 185 km von Spaichingen bei Tuttlingen zum Schwarzen Grat bei Kempten im Allgäu gehen. Ich habe Karten beschafft, den GPX-Track heruntergeladen, gefühlte hundert Mal auf Google Earth die Strecke verfolgt, potentielle Übernachtungsplätze festgelegt, an der Ausrüstung gefeilt usw. usw. Im Juni 2018 habe ich ein Zeitfenster ausgemacht, das mir zwei Wochen Urlaub ermöglicht. Die Wetteraussichten kurz vor Tourstart sind grandios (auf den ersten Blick). Temperaturen > 30°, schwül und gegen Abend schwere Gewitter. War schon das Frühjahr viel zu warm, scheint mich eine „heiße Tour“ zu erwarten. Verschieben ist nicht, also bedarf es einen genauen Blick auf die Ausrüstung, die mitgenommen werden soll. Das ist nicht die Ausrüstung, die ich mitgenommen, sondern die Ausrüstung die ich zu Hause gelassen habe ! Also mal sehen. Daunenjacke ? Bei über 30° jeden Tag und Schwüle ? Raus damit ! Windjacke ? Meine FroggToggs-Regenjacke erfüllt den gleichen Zweck. Raus damit ! Handschuhe und Mütze ? Raus damit ! Klymit-Airbeam mit Pumpe für meinen Huckepack ? Ich falte meine EVA und schon habe ich ein Rückenpolster. Also raus damit ! Topf, Gasbrenner, Löffel und Feuerzeug ? Die Tour führt (i.d.R.) durch dicht bewohnte Gegenden und 40 km am Bodensee entlang. Also raus damit ! Schließlich lande ich bei 4600 Gramm Base. Klasse ! Fast UL. Ich grüble weiter über meine Ausrüstung, beschließe, die Sonnenschutzcreme mit LSF 30 gegen Creme mit Lichtschutzfaktor 50+ und genauso meinen Lippenschutz mit einem Stift mit LSF 30 auszutauschen. Dann geht es endlich los. Schon am ersten Tag, erlebe ich einen Vorgeschmack auf die folgenden Tage. Beim Aufstieg auf den Dreifaltigkeitsberg brennt die Sonne schon Morgens glühend heiß vom Himmel. In kürzester Zeit bin ich in Schweiß gebadet. Es geht viele Kilometer auf Schotter- und Teerwegen durch den Wald in praller Sonne. Die gute Nachricht: Das Insektensterben fällt nicht so schlimm aus wie gedacht ! Ich kann beruhigend mitteilen: Es gibt noch genug Bremsen. Auf den Schotter- und Teerwegen wehre ich mich stundenlang gegen Bremsen. Besonders lästig sind die großen Pferdebremsen, die es sich vor dem Anflug auf meinen Körper, auf der grauen Unterseite meines Swing Lite-Flex Schirmes bequem machen und sich zum Angriff sammeln. Die folgenden Tage werden mich diese lästigen Viecher bei jedem Feuchtgebiet, bei jedem Gang durch eine Viehweide (ganz lästig, wenn noch Kühe auf der Weide sind), bei jedem Gang auf sonnenbeschienenen Schotterwegen piesacken. Leider führt der HW 9 nur für sehr kurze Zeit auf naturbelassenen Wegen durch die Gegend. Meistens sind Schotterwege, ja tagelang hauptsächlich Teerwege zu finden. Die Sonneneinstrahlung auf die Wege reflektiert die Hitze zurück an den Körper, so dass auch der Lite-Flex-Schirm an seine Grenzen stößt. Nach wenigen Stunden gehen, bin ich fix und alle. Gottseidank habe ich meine Ausrüstung rigoros abgespeckt. Ich wage es nicht mir auszumalen, was für eine Tortur es wäre, mit 15 oder mehr Kilogramm durch diese Hitze zu schleichen. Also Daumen hoch für UL ! Am ersten Tag, nach 31 Kilometern, erreiche ich, von der Hitze ziemlich zermürbt, meinen Übernachtungsplatz im Wald bei Neuhausen ob Eck. Dachte ich noch auf den letzten Kilometern, dass das Brennen an der Innenseite der Oberschenkel eben vom Schweiß her rührt, werde ich beim Ausziehen meiner Wanderklamotten unangenehm überrascht. Durch die starke Schweißbildung und Reibung hat sich der Stoff meiner Decathlon-Wanderhose im Schritt aufgelöst und auf einem handtellergroßem Stück große Löcher und aufgezwirbelte Fäden gebildet. Es haben sich, trotz eincremen zu Beginn der Tour, an meinen Oberschenkeln blutige Scheuerstellen gebildet, die jetzt wie die Hölle brennen. An eine Reparatur meiner Hose ist nicht zu denken. „Aaargh ! Das ist schon das zweite Mal, dass mich so eine Billighose im Stich lässt. Das war das letzte Mal, dass ich so einen Sch..... kaufe !“ fluche ich vor mich hin. Jetzt wird’s spannend. Tour-Abbruch oder nicht, ist jetzt die Frage. Ich starte mein Smartphone (habe ich je behauptet, dass man so etwas nicht braucht ? hüstel, hüstel ) und suche das nächst gelegene Sportgeschäft. Na Klasse ! 40 Kilometer entfernt in Überlingen, wird der nächste Laden angezeigt. Belämmert sitze ich auf dem Waldboden vor meinem Contrail und überlege, was ich machen soll. „Ich könnte ja die Scheuerstellen abkleben und vorsichtig 20 Kilometer nach Stockach gehen, falls die Hose so lange durchhält. Vielleicht gibt’s dort einen ähnlichen Laden, der Hosen verkauft. Wenn es nicht klappt und die Hose vollends auseinanderfällt, kann ich noch meine Regenhose anziehen und mit dem Bus von Stockach aus nach Hause fahren“ „Nein, das kommt doch überhaupt nicht in Frage ! Ich werde morgen mein Glück versuchen und nach Stockach gehen. Falls es noch reicht, sogar nach Überlingen und mir dort eine neue Hose kaufen“. sage ich zu mir und mache mich für die Nacht fertig. Der Himmel ist bedeckt und es ist unerträglich schwül. Es tröpfelt für ein paar Minuten vor sich hin und schon habe ich das nächste Problem an der Backe. Es ist nicht daran zu denken, die Nachtklamotten anzuziehen. Sobald ich meine lange Seidenunterhose und das Nachtshirt anziehe, rinnt mir der Schweiß in Strömen über den Körper. Im Contrail ist es fast nicht auszuhalten. Bis 02.00 Uhr in der Nacht liege ich wach, nur mit der kurzen Unterhose bekleidet, im Contrail. Erst dann, hat sich die Temperatur soweit abgekühlt, dass ich meine Nachtklamotten anziehen und den Komforter benutzen kann. Ich erwache gegen 06.45 Uhr und bin wie mit Eisenbahnschienen geschlagen. Eine weitere Erkenntnis macht sich breit. Noch ein, zwei solche Nächte im Contrail und ich bin fertig mit der Tour. Entweder ich suche die nächsten Tage jeweils ein Hotel auf, damit ich wenigstens ein paar Stunden ruhig schlafen und meine Kräfte wieder aufladen kann, oder das war´s mit der Tour. Schließlich bin ich 60 Jahre alt und man sollte seine Fertigkeiten realistisch einschätzen. „Was kann jetzt noch passieren ? Vielleicht einen Meteor auf den Kopf ?“ frage ich mich sarkastisch. Müde wie ein Hund, mit schmerzenden Oberschenkeln und kaputter Hose mache ich noch Morgentoilette und mich anschließend auf den Weg nach Stockach. Auf ein Frühstück in einem der nächsten Orte hoffend, trabe ich mit zusammengebissenen Zähnen los. Muss ich noch extra berichten, dass es in keinem einzigen Ort einen Metzger oder Bäcker gibt ? Eine Gastwirtschaft die nicht erst um 17.00 Uhr öffnet ? Ich ernähre mich also tagsüber von steinharten Pfefferwürsten und Wasser, die ich als Notproviant mitführe. Das Weglassen des Kochers usw. war somit ein Griff ins Klo und wehmütig denke ich an einen Topf voll Spaghetti Bolognese. Ich schaffe tatsächlich die 20 Kilometer bis Stockach, ohne die Hose zu verlieren, finde dort keinen passenden Laden und tigere am nächsten Tag, nach einer Übernachtung im Hotel, noch 21 Kilometer nach Überlingen, kaufe mir dort für 90 Euro eine neue Wanderhose und übernachte in einem Hotel im Stil der fünfziger Jahre. Weiter geht’s mindestens 40 Kilometer direkt am Bodensee entlang. Keine Chance, am Bodensee ein ruhiges Fleckchen zu finden. Touristen sind mit E-Bikes, MB und zu Fuß an jedem möglichen und unmöglichen Ort zu finden. Die Einheimischen berichten mir, dass es zu dieser Zeit kaum jemals so einen Andrang gegeben hat. Nicht mal ein erfrischendes Vollbad im See traue ich mir zu, plansche mit hochgerollten Hosenbeinen mit den Füssen im Wasser, schiele jede Sekunde sicherheitshalber nach meinem abgestellten Pack. Man hat wirklich keine ruhige Minute. Nach 24 km übernachte ich im Hotel in Immenstaad und tags darauf nach weiteren 28 Kilometern komplett groggy in Tettnang. Ich brauche unbedingt einen Zero, hat mir doch die Hitze und Schwüle jede Kraft aus den Beinen gezogen. Lustigerweise schickt mir meine Frau jeden Tag Videos von schweren Gewittern und Autos, die in unserer Gegend bis zu den Scheinwerfern im Wasser stehen. Bis dato hat es auf meiner Tour kein einziges Mal gewittert. Abends haben die Wolken zugezogen, aber keinen Tropfen abgeregnet. Die Schwüle ist unerträglich. Gott froh, den Bodensee verlassen zu haben, geht es nach 27 Kilometer nach Wangen (Übernachtung im Hotel) und tags darauf 23 Kilometer nach Isny (Übernachtung im Hotel). Schließlich erreiche ich nach weiteren 10 Kilometern mein Ziel. Den ehemals höchsten Berg von Baden-Württemberg – den Schwarzen Grat ! Ich habe für die 185 km 8,5 Tage (incl. 1 Zero-Tag) gebraucht. Man glaubt es kaum: Bin ich tagelang in größter Hitze und Schwüle gelaufen, fängt es, als ich den Turm des Schwäbischen Albvereins besteige, an zu regnen. Es regnet nicht nur, es schüttet wie aus Kübeln, so dass ich den Abstieg durch den Wald zur Bushaltestelle bei der Reha-Klinik Überruh, in zentimetertiefen Rinnsalen zurücklege. Es regnet den ganzen Tag, bis ich wieder nach stundenlangen Zugfahrten, wieder zu Hause bin. Fazit: Also es war keine angenehme Tour – aber trotzdem eine lehrreiche Erfahrung. Ich möchte deshalb auch keine Bewertung des HW 9 abgeben, wäre diese doch wenig objektiv. Leichte Ausrüstung war das A und O. Übernachtung im Contrail – keine Chance. Ich hätte bei diesen Bedingungen mit Sicherheit nach weiteren ein, zwei Tagen abbrechen müssen. Der Lite-Flex Schirm ein absolutes muss. Mit Sonnenhut alleine, hätte ich nicht diese Strecken zurücklegen können. Teer- und Schotterwege sind bei diesen Wetterbedingungen echt die Hölle und ziehen jede Kraft aus dem Körper. Bei dieser Hitze ist trinken, trinken, trinken angesagt. Falls ich mal zu lange nicht getrunken hatte, setzten bei mir kurz darauf Kopfschmerzen und leichte Benommenheit ein. Ein Highlight möchte ich euch dennoch noch zeigen: Im Ursental war die Welt (und Hose) noch in Ordnung.......
  14. 21 points
    DasBaum

    Impressionen von Touren

    6 Tage GR247 in Andalusien, Bericht folgt Gesendet von meinem F5321 mit Tapatalk
  15. 21 points
    LAUFBURSCHE

    Verlosung Laufbursche-Huckepack

    Leute, Leute! Ich danke euch (vor allem Dir Klaus) für diese tolle Versteigerung und die rege Teilnahme! Ja, es handelt sich wirklich um einen der aller ersten huckePACKs, der jemals entstanden ist. Das muss wohl so im Mai - Juni 2009 gewesen sein. Damals sind Rucksäcke nur an befreundete Leute rausgegangen. So auch an Martin aka Freak. Wenn irgendwann alles in die richtigen Bahnen gelenkt wurde, ich zumindest eine Interimsprothese habe und mit dieser laufen lerne, werde ich versuchen die Werkstatt so langsam wieder anzufahren. Wann das sein wird kann ich nicht sagen. Bis zu diesem Zeitpunkt bestehen einfach noch zu viele Fragezeichen. Aber als eine der allerersten Maßnahmen wird eine kleine Charity Edition sein, die ich dann zugunsten der Kinderkrebshilfe versteigern werde. Liebe Grüße und vielen Dank, Mateusz
  16. 20 points
    micha90

    [Biete] Rucksäcke: grams-gear Kleinserie

    Ein leichtes Hallo zusammen! Es ist endlich so weit. Nach unzähligen Anfragen verschiedenster Leute, hatte ich mich entschlossen eine (sehr) kleine Rucksack Serie zu nähen und zum Verkauf zu stellen. Die entstandenen Rucksäcke beinhalten über 9000km Wandererfahrung und 2 Jahre Entwicklungszeit meinerseits. Bevor sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, dass ich hier im Forum "kommerzielle" Angebote mache, möchte ich klarstellen, dass sich das wohl um eine einmalige Sache handeln wird und von @Dennis abgesegnet wurde. In Zukuft plane ich erstmal keine weiteren Serienproduktionen. Mir ist es nicht all zu leicht gefallen die Rucksäcke so zu erstellen, dass sie auch anderen Leuten, als nur mir selbst, passen und gefallen, es ist einfach noch mal eine ganz andere Angelegenheit Ausrüstung nur für sich selbst zu schneidern. Letzten Endes kam ich darauf zwei Versionen zu erstellen, eine mit kürzerem Rücken (von mir persönlich bevorzugt) und eine mit längerem Rücken, für all diejenigen, die nicht darauf verzichten möchten ihre Matte oder die Sitzmatte außen als Rückenpolster zu nutzen. Das Modell das ihr hier seht ist nahezu identisch mit dem Rucksack den ich auf dem CDT getragen habe. Änderungen sind lediglich das Material (damals noch 55g Nylon & Zeltboden), der Verschluss (einfacher Rolltop, statt Kompressionsrolltop, da einfacher & schneller zu bedienen) und Seitentaschen aus festem Material statt Mesh. Die Rucksäcke wiegen (ohne Bungees, Trekkingstockschlaufen etc) alle ca 255g. linkes Bild: lange vs kurze Variante Die Variante "Lang" hat eine Rückenlänge von 52cm und kleine Schlaufen für Gummizüge um eine Standart Isomatte aufnehmen zu können. Die Variante "Kurz" hat eine Rückenlänge von 45cm und entsprechend keine Schlaufen. (Rückenlänge ist hier die Distanz vom Trägeransatz bis zur Unterkante des Packs) Korpus und Seitentaschen aus DxG Träger aus 3mm 3D-Mesh und DxG Seitentaschen haben kleine Mesheinsätze um ggf Wasser ablaufen lassen zu können Daisychains auf beiden Trägern um zB Kompass, Trinkflaschen oder Brusttaschen zu befestigen Jeder Rucksack hat seitlich (wenn man Ihn trägt links) eine Befestigung um zB Tarpgestänge, Schirm oder andere längere Objekte in der Tasche zu halten auf der Frontseite sind 4 Schlaufen um das Mesh angebracht, die sich optional mit Bungee verbinden lassen um zB eine Isomatte oÄ transportieren zu können ebenfalls optional: Schlaufen für Trekkingstöcke oder Eisäxte (zwei pro Rucksack). Diese lassen sich jederzeit auch entfernen bzw ersetzen. Alle Rucksäcke sind mit einfachem Rolltop ausgestattet 15mm Gurtband über dem Verschluss (lang genug um auch eine Matte oben drauf schnallen zu können, lässt sich natürlich kürzen) Beide Versionen sind vom Volumen identisch: Hauptfach ca 30L + ca 10L im Kragen (grob geschätzt!!) Alle Bungees in den Taschen sind austauschbar und durch Tankas auch während dem Gehen verstellbar. Sollten die Bungees ausleiern kann man jeder Zeit neue einziehen. Schulterträger sind über Linelocs verstelltbar, die Schnur hierzu ist ebenfalls auswechselbar (Egal ob wegen Verschleiß, oder weil man Neongelb geiler findet.. ) Persönliche Empfehlung: Rucksack auf angenehme Höhe bringen, Knoten in die Schnur und den überflüssigen Rest einfach abschneiden Obere Komfortgrenze würde ich mit ca 7-8kg angeben, bis 11kg noch funktionell aber nicht mehr bequem. Tendenziell sind die Träger für normale bis breite Schultern ausgelegt. Es gibt insgesamt 6 Rucksäcke zu kaufen: 3 lange und 3 kurze (wobei ein kurzer die Daisychains aus Gurtband statt Reflexband hat..) Bestellungen bitte per PN an mich. Da der Kauf von Rucksäcken online schwierig ist, biete ich es jedem Käufer an den Rucksack bei nicht gefallen/ passen an mich zurück zu senden. Geld gibts entsprechend natürlich zurück. Wer einen dieser Packs von mir kauft, darf sich im Falle eines Defektes an mich wenden, falls die eigenen Nähskills nicht ausreichen sollten. Alle Einnahmen werden für die Finanzierung weiterer Thruhikes genutzt. Wer weitere Fragen zu den Packs hat, einfach hier posten. Schöne Grüße Micha
  17. 20 points
    yoggoyo

    Solomid Gleitschirmnylon 312g

    Hallo zusammen, nach 3x3 Tarp und SL3-Klon habe ich mein nächstes Projekt über Weihnachten fertiggestellt. Es wurde ein Nachbau des Solomid / Trollhaus 1 aus Gleitschirmnylon. Das Gewicht liegt bei 312g. Ich bin sehr zufrieden, habe allerdings zwei Fehler gemacht: - die Lütferhaube deckt das Mesh nicht zu 100% ab - das Mesh zieht sich bei Verwendung der Türabspannung etwas auf (wie verhindert Ihr das, zu wenig Material verarbeitet ?). Ich habe jetzt in Verlängerung des RV noch einen Steg eingenäht, der oben am Stockschutz fixiert ist und das Mesh entlasten soll (auf dem Bildern noch nicht zu sehen, Aufbau noch nicht getestet). Insgesamt konnte ich wieder feststellen, dass sich das Gleitschirmnylon super verarbeiten lässt und, dass der größte Stress die Schablonen und der Zuschnitt sind. Sorry für die mäßigen Bilder.
  18. 18 points
    Im letzten Winter bin ich in Portugal die Via Algarviana gewandert, dieses Jahr war ich auf der suche nach einer ähnlichen Winterflucht und habe mich entschieden nach der Forum Empfehlung von German Tourist den kompletten GR249 zu laufen. Track Information: Typ: Rundwanderweg Länge: 650 Km Höhenmeter: 23068 m Etappen: 35 Markierungen: Neuwertig 2015 fertiggestellt, Route wird weiterhin verbessert. Offizieller Ratgeber: http://www.gransendademalaga.es/en/4992/topoghraphical-guide-great-malaga-path Hinweise: Essen: Täglich Möglichkeiten, in den meisten kleinen Dörfern ist der Supermarkt über die Mittagszeit geschlossen und öffnet um 17 Uhr wieder. Im Hinterland servieren die Restaurants meist erst ab 20/21 Uhr Abendessen, Tapas gibt es auch vorher. Ich habe die meiste Zeit nur Wurst, Käse, Brot und Donuts gegessen. Koordination: GPS empfohlen, da die Städte oft keinerlei Markierungen oder Hinweise auf den Streckenverlauf bieten. Im Oliven Wald kann man sich auch mal verlaufen, vor allem wenn die Farmer neue Weggablungen anlegen und bestehende Markierungen verschwinden. Von Ojen nach Mijas wurde die Route geändert, diese verläuft nun über Coin. In dem offiziellen Ratgeber und der veralteten gpx Datei die ich hatte bin ich dadurch die alte Route gelaufen was nicht wirklich zu empfehlen ist da diese über eine Motocross Strecke führt. Unterkunft: Wild Zelten ist zu 60 % ausgezeichnet möglich, es gibt aber in dieser Region sehr viel privat Land gekennzeichnet mit einem schwarz/weißen Schild. Am Strand ist es ebenfalls verboten aber man kann sich auf einer der vielen Bänke legen, wenn es nicht regnet, dort gibt es auch Toiletten und Duschen. In den Olivenfeldern war es schwer für mich was zu finden da sehr viele Farmer und Traktoren zu dieser Zeit unterwegs waren, von so einem Traktor will ich nicht versehentlich im Zelt überrollt werden. Unterkünfte sind zu dieser Jahreszeit sehr billig 25-70€, oftmals bekommt man auch ein ganzes Apartment mit Waschmaschine. Der GR7 kreuzt in einigen Dörfern den GR249 und es gab dort günstige Herbergen. Meine NeoAir Lite ohne Thermo Isolierung hat total versagt bei Bodenfrost, ich hätte meine andere Matte mit Isolierung mitnehmen sollen. Bericht: Angereist bin ich in Malaga am 3 Februar der Flug kostet um diese Jahreszeit zwischen 25-60€. Es ist möglich den Trail direkt vom Flughafen zu starten oder mit dem Bus für ca. 3 € am eigentlichen Startpunkt an der Strand Promenade zu beginnen. Leider ist zu Beginn meiner Wanderung eine Kältewelle über Europa weggerollt und es war nachts in Spanien sehr sehr sehr kalt(Bodenfrost). Tagsüber konnte ich mit Shirt und kurzer Hose bei 15-18 Grad laufen. Landschaftlich ist der Weg sehr dramatisch und eingeteilt in Küsten-, Berg- und Agrarkultur. Besonders hervorheben kann ich die Abschnitte von Nerja nach Alcaucin, Campillos nach Ronda, Mijas nach Ahaurin de la Torre, dieses sind auch für Wochen oder Tagestouren sehenswert. Der Weg ist größtenteils gut begehbar mit Trailrunning Schuhe. Es gibt genug Möglichkeiten bei Bedarf Schuhe und Socken in einem Geschäft mal auszutauschen. In manchen Abschnitten habe ich die Kopfhörer mit Musik reingemacht da die bellenden Hunde und vielen Traktoren mir den Seelenfrieden geraubt haben. Wer den Caminito del Rey(Höhenweg) laufen möchte und den GR249 nach El Chorro verkürzen will, ist für den ist dieses am Staudamm beschildert. Wenn man nach rechts geht kommt man in einen kleinen Ort, im Hotel ist es möglich für 11€ oder im Internet 10€ eine Lizenz zu kaufen damit man den Weg wandern darf. Der Caminito del Rey hat eine tägliche maximale Begrenzung an Touristen. In den letzten 2 Wochen meiner Reise hatte ich fast durchgehend Regen und aus ehemals kleinen Flüssen wurden Hindernisse. Meistens waren meine Schuhe schon so Nass das ich einfach durchgelaufen bin. Das Stück von Estepona nach Marbella war ziemlich nerven aufreibend da ich ständig vom Strand in die Innenstadt oder auf die Schnellstraße ausweichen musste da am Strand das Wasser von den Bergen in unüberwindbare Zuflüsse endete. Ich habe während meiner Zeit in Spanien keine anderen langstrecken Wanderer auf dem Gr249 getroffen. Auf zwei bis drei Etappen sieht man auch mal ein paar Tagestouristen. Bei Etappe 34-35 hatte ich nochmal einen belohnenden Blick auf so ziemlich alle Berge die ich überwunden hatte. Abgereist bin ich letztendlich am 10 März 2018. Fazit: Tolle Winterflucht mit abwechslungsreicher Landschaft, schneller Anreise, gutem Essen und bezahlbare Unterkünfte. Ich denke der GR249 wird noch einiges an Popularität über die nächsten Jahre gewinnen. Meine Empfehlung hat er. Mehr Bilder gibt es hier: Bilder Grüße HikeDev
  19. 18 points
    Konradsky

    12 Overnighter im Jahr 2019

    Ich habe dieses Jahr 48 Overnighter hinter mir. Gesamt sind es jetzt 941 hintereinander. Einfach machen. Gruss Konrad
  20. 18 points
    ys76

    Not so quick, but very dirty Lavvu

    Bis jetzt… In der letzten Zeit kamen fuer uns beide nur zwei Unterkuenfte zum Einsatz: Der Laufbursche CubenTanzpalast oder ein 3×3 Tarp. Idee und Planung… Ein Unterschlupf, der ein wenig mehr Privatsphaere/Wetterschutz bietet und vielleicht auch noch ein wenig groesser als der Tanzpalast ist, waere ja auch mal nett, oder? Die ersten Gedanken kreisen um eine asymmetrische Pyramiden-Form (es existieren jetzt schon diverse verschiedene Papiermodelle im Massstab 1:10!), aber irgendwie…. Erst ein Bild eines Zeltes in Tipi/Lavvu-Form bringt unsere Planungen dann ein Stueckchen weiter: Die Suchmaschine unseres Vertrauens spuckt in ihrer Bildersuche dann doch einige huebsche Anschauungsobjekte zum Vorschein. Nach kurzer Diskussion beschliessen wir, das es nen Lavvu wird! Mit Bleistift, Zirkel, Geodreieck und Lineal entsteht dann fix die erste Zeichnung. Aber wie lang sind denn jetzt nun die Seiten???? SYN(), COS() und TAN() sind bei uns beiden doch schon ein paar Jaehrchen her. Wenn das mal kein Grund ist, unsere angestaubten Kenntnisse mal ein wenig aufzufrischen! Die 2m Stangehoehe der Discounter-Tarp-Stange und Ausnutzung fast der gesamten Stoffbreite sind die Grundlagen, anhand derer wir die Abmessungen erraten… Materialauswahl… Zum Glueck finden sich in unserer Grabbelkiste dann so einige „Zutaten“, um einen Prototypen zu wagen, (fast) ohne Material ordern zu muessen. einige laufende Meter SilPoly (90g/qm) ein wenig PU-Zeltboden (120g/qm?) 15mm Gurtband Aquaquard 3C Reissverschluss 2mm PE Schnur Kabelbinder 2 Tankas Stahlstange vom Tarp eines Discounters …and Cut! Benoetigt eine solche Zeltform eigentlich einen Cat-Cut? Sicher sind wir uns nicht, aber versuchen wollen wir es dann doch – kurzerhand dann Pi-mal-Daumen 2cm pro laufenden Meter Stofflaenge (aufgerundet auf den naechsten vollen cm) beschlossen und einen „Schablonenstreifen“ basteltn, um es beim Zuschneiden dann leichter zu haben. Kennt von Euch noch wer die Endlospapierstreifen aus den Nadeldruckern? Hier ist es Papier von einer Rolle – danke Ikea! Nun heisst es, auf dem Boden herumkriechen um die Stoffbahnen anzuzeichnen und auszuschneiden…. Wohl dem, der einen grossen Schneidetisch hat! Die Form der Luefter macht uns noch ein wenig Kopfzerbrechen, aber irgendwann entscheiden wir, das wir zwei gegenueberliegende Bahnen im oberen Bereich gerade abschneiden und die Kante dann um-, sowie breitere Stoffstuecken (die spaeteren Luefter) annaehen. Hat funktioniert, auch wenn es nicht perfekt aussieht… …naehen… oder: Doppelte Kappnaehte? Was ist das? Da wir beide bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung mit dem Naehen von Kappnaehten haben, naehen wir erst mal eine kleine Probenaht auf einem Reststueck…. Sieht doch ganz gut aus, also wagen wir uns an die grossen „Lappen“! So ein Haufen Stoff ist halt doch was anderes als nen handlicher Rucksack – mehr als einmal verirrt sich die Naehnadel auf Stoffstuecke, die eigentlich gar nicht dafuer vorgesehen sind. Besonders als zum Schluss die Verstaerkungen aufgenaeht werden. Und warum sind die beiden zuletzt geschnittenen Bahnen eigentlich auf je einer Seite 12cm zu kurz? Die vielfarbigen Flueche geben wir hier jetzt nicht wieder! Vom Naehen gibt es keine Photos zu sehen – Auch nicht auf Nachfrage! ULTFWT Kurz bevor es zum Wintertreffen des Forums geht, naehen wir noch eben schnell die letzten Verstaerkungen und Abspannpunkte an. Schliesslich soll uns das LavViR als Unterkunft dienen. Im frostigen Kaltenwestheimer Wind dann der Probeaufbau: Mit Muehe und Not klopfen wir rundherum die Heringe in den hartgefrorenen Boden, dann schnell die Stange aufstellen, aber irgendwie will das nicht so richtig, also zupfen wir ein paar Heringe. Zweiter Versuch mit stehender Stange und helfenden Haenden! Irgendwie verhaelt sich unsere Unterkunft in spe aber sehr stoerrisch – der Blick ins Innere gibt Gewissheit: Die Tarpstange der Muelheimer Discounter Brueder praesentiert sich uns stolz in V-Form. Also packen wir alles wieder zusammen, bauen den Tanzpalast wieder auf und verschieben den Aufbau auf spaeter… …steht…. Nach kurzer Recherche im Netz bestellen wir dann 2x 1 Meter 20mm Carbon-Rohr, ein passendes carbon-Stueck als Steckung, der Baumarkt steuert zwei Endstopfen bei… (ein wenig ueberdimensioniert – insgesamt 198g) Fazit Rechnen statt schaetzen! Vorm Schneiden lieber mal nachmessen… 4 Haende sind beim Naehen doch echt von Vorteil Gekaufte Tarpstangen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren dicke Nadeln hinterlassen grosse Löcher im SilPoly! Cat-Cut – an den langen Naehten weniger, an den Unterkanten wenigstens etwas! Die naechste Stoffbestellung geht jetzt raus – das ganze war ja als Prototyp gedacht!
  21. 18 points
    Miss X

    Mantelwechselquilt a la Laufbursche

    Hallo Leute, ich brauchte noch einen Quilt für Neuseeland und nachdem ihr mich überzeugt habt, dass Daune keine gute Idee für einen Thru Hike ist, war klar, dass ich mir den Kufa-Quilt selbst nähen würde. Hatte meinen ersten schließlich auch selbst gemacht und Apex nähen ist echt kein Akt. Da Kufa aber so massiv schwer ist, wollte ich den schweren Quilt nicht den ganzen Tag ungenutzt im Rucksack mitschleppen und ihm eine Doppelfunktion verpassen - so habe ich mir folgende Worte zu Herzen genommen: und mich an dem Mantelwechselquilt vom Laufburschen versucht... Als Quellen diente neben dem entsprechenden Faden hier im Forum auch die Anleitung von Tramplite für seinen Wechselquilt. Folgendes Material habe ich benutzt: Ripstop-Nylon, daunendicht, ultraleicht, 10den, 27g/qm Climashield Apex 200g/qm Kam Snaps Größe 3 - 49 Stück teilbarer Reißverschluss YKK 3C - 70 cm - für die Kopföffnung teilbarer Reißverschluss YKK 3C - 40 cm - für die Fußbox 2mm Dyneemakordel, Minitankas, Blitzverschlüsse, Ripsband, Gurtband, Klettband Der Quilt ist am Ende 1,73m lang und 1,25m / 0,62m breit geworden. Gewicht: Apexlage: 512 Gramm Außenhülle: 185 Gramm Gesamtgewicht: 697 Gramm Für einen Quilt, der im Idealfall bis Null Grad warm hält und die zusätzliche Mitnahme einer Isolationsjacke erspart, ist das ein relativ akzeptabler Wert - ist eben keine Daune... Ich habe alle Nähte als französische Naht ausgeführt und den Innensaum der Naht extra breit gemacht, um dort die Kam Snaps anbringen zu können. Hat super funktioniert und durch die Kopföffnung kann man den Quilt bis zum Schluss immer wieder auf links und rechts wenden und somit auch die vierte Naht vernünftig nähen. Hier nun ein paar Bilder von dem Teil das Apex ist ein bisschen zu groß geworden, hatte es genauso groß geschnitten, wie den Stoff - dadurch faltet es sich im Quilt an einigen Stellen zusammen - sieht nicht perfekt aus, wärmt aber hoffentlich noch mehr innen steckt eine TAR Prolite short, geplant ist die Befestigung auf der Matte mittels Gummibändern, diese fehlen noch Oberseite mit verschlossener Kopföffnung Quilt im Mantel-Modus, ist sauwarm das Teil... OT: und @j o, mein Trailname wird wohl eher was mit Sumo zu tun haben, als mit Blumen und nen Schönheitspreis gibts damit natürlich auch nicht zu gewinnen, aber passt, ist kuschlig und - selbstgemacht Kopföffnung mit offenem Deckel, der Reißverschluss ist teilbar, damit kann über diese Öffnung die Füllung herausgenommen werden. Kopföffnung mit geschlossenem Deckel. Tja, weiß nicht, ob euch noch mehr Fotos oder Details interessieren, habe hier auch gerade ein paar Probleme, die Fotos in der passenden Größe hochzuladen, insofern belasse ich es ersteinmal dabei. Habe noch Detailfotos von der Herstellung, wenn es Fragen dazu gibt, versuche ich sie hochzuladen. Ich bin mit dem Teil jedenfalls zufrieden und freue mich jetzt noch mehr auf den TA - wird Zeit, dass es endlich losgeht Katrin
  22. 17 points
    zeank

    Impressionen von Touren

    Dann will ich auch mal. Inspiriert durch diverse Threads in diesem Forum ging es letzte Woche kurzentschlossen auf Madeira. Gefolgt bin ich so mehr oder weniger folgendem Track: https://www.gpsies.com/mapOnly.do?fileId=escwvebjuxezxmfb&isFullScreenLeave=true. Einziges Manko war das Teilstück vom Camp Frio zum Pico Ruivo. Das war einfach zu viel des Guten. Nach 25 km (zumeist auf der Strasse) dann noch 1000 Hm auf den Gipfel hoch... war nicht so lustig. Würde das nächste Mal die sonst übliche, kürzere Route über den Pico do Ariero wählen. Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/6l5pw4 Hatte das erste Mal meinen MYOG APEX Quilt dabei. Nach kurzer Gewöhnungsphase bin ich richtig richtig begeistert von dem Teil. Alleine ein Schlafsystem aus Synthetic zu haben war bei dem wechselhaften, regnerisch-feuchten Wetter Gold wert. Ausserdem habe ich in der Fussbox eine doppelte Lage APEX. Ich hatte keine kalten Füße wie sonst. Einfach traumhaft. Laber, Rhabarber, hier die Bilder. (Zumindest ein paar)
  23. 17 points
    nats

    Sammlung: Low Budget UL Ausrüstung

    Das kannst Du so nicht sagen - und es in dieser Form gegenüber einem Neumitglied zu tun, erscheint überheblich. Es stößt so auch keine fruchtbare Diskussion an (die durchaus angebracht wäre), sondern provoziert nur Abwehrreaktionen, die man oben ja auch zu sehen bekommt. Wenn Menschen hier ihre (leichten) Fotokameras diskutieren, weil Fotografieren für sie nunmal das Erlebnis erst komplett macht, dann kann das genauso zu UL-Trekking* gehören wie andere (in bezug auf das reine Vorankommen per pedes) "Luxusgegenstände". Wenn es überhaupt wirklich so etwas wie eine Definition gibt, dann macht sich die am Gesamtgewicht der mitgeschleppten Ausrüstung mit; ohne das zu kennen, kannst Du von einem einzelnen Ausrüstungsgegenstand also nie sagen, damit sei irgendwas nicht mehr UL-Trekking. (Es sei denn, der allein macht es schon unmöglich, insgesamt unter 5 kg bzw. 10 lb zu bleiben.) Wenn Altmitglieder in ihren Packlisten dann alles Mögliche und Unmögliche als am Leib getragen nicht zum "base weight" zählen (wie erst neulich wieder vorgekommen), dann zeigt es die Absurdität dieser "Definition". Hilfreicher noch als ein Überschwenken zum "skin-out weight" (da kann man sich nichts mehr in die Hosen- und Jackentaschen schummeln) ist ohnehin ein Ansatz an der Haltung, der Einstellung: alle Ausrüstungsgegenstände ebenso wie alle Dogmen in Frage zu stellen. Dabei ist die Orientierung an Gewichtsgrenzen eine Hilfestellung. Daß für jemanden mit 2 m Körpergröße und Kleidung in XXL die gleiche Beschränkung auf das absolut Notwendige aber zwangsläufig andere Gewichte bedeutet als für jemanden mit 1,55 m und XS, das liegt auf der Hand. Inhaltlich hast Du natürlich Recht, daß man die beiden genannten Ausrüstungsgegenstände in Frage stellen kann und soll. Wenn aber einer ohne Unterhosen läuft, darf deshalb ein anderer hier keine billigen und leichten aufzeigen? Und wenn es Dir um eine Diskussion geht, dann formulier doch bitte anders: Denn UL heißt gerade nicht, ein Dogma durch ein anderes zu ersetzen - sondern Dogmen in Frage zu stellen, um mehr von dem zu genießen, worum es einem selbst eigentlich geht. Und das ist gerade individuell verschieden - weshalb ja z. B. auch Skurka seinen Ausrüstungsratgeber mit einer Typologisierung der Nutzer beginnt. Und ich schätze etwa @Stromfahrers Beiträge auch deshalb so sehr, weil er immer überall herumfeilt und nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht, sich aber von keinem Gewichtsdogma einzwängen läßt - wie man zum Beispiel am "ultraschweren" Tensegrity sieht. Ich glaube, wir haben alle von diesem Forum sehr viel mehr, wenn man zwar alles in Frage stellt, aber das auch ganz wörtlich tut - und nicht anderen seine Überzeugungen aufzuzwingen versucht. Just my two cents, wie man auf Neudeutsch so schön sagt. * "Trekking" ist insofern eh ein wenig hilfreicher Begriff, weil er allein auf den Titel des Dapprich-Buchs zurückgeht und der wiederum auf frühere Modeerscheinungen; inhaltlich hilft der nicht weiter - außer daß es nicht nur um Tageswanderungen geht.
  24. 16 points
    Nachdem ich mir so viele Pläne für ein leichteres Setup gemacht hatte, musste ich nun doch der Tatsache ins Auge sehen, dass manche Sachen einfach nicht so funktionieren wie man es sich so denkt... Nichtsdestotrotz wollten meine Freundin und ich raus. Einfach wieder in der Natur wandern. (Alle Fotos im Beitrag wurden von mir oder meiner Freundin gemacht) So ging die Planung dann auch ganz schnell. Ein Land in dem wir beide noch nicht waren fand sich schnell. Rumänien sollte es sein und natürlich dort in die Berge. Das das Fagaras-Gebirge noch dazu zu den "Transsilvanischen Alpen" (Südkarpaten) gehören machte die Sache schon allein durch den Namen noch einmal interessanter. Aufgrund unserer begrenzten Zeit suchten wir uns schließlich über die bekannten Internetkanäle Anregungen für eine fünftägige Tour über den Kamm des Fagaras-Gebirges vorbei an Negoiu und Moldoveanu (mit 2544m der höchste Berg Rumäniens). Auf eine Packliste verzichte ich aus Scham wegen meiner schlechten Fortschritte. Nur so viel sei gesagt: Ich konnte durch das "weglassen was man nicht braucht"-Prinzip circa 10kg im Vergleich zum letzten Sommer sparen... Tag 1 - Anreise über Frankfurt Hahn nach Sibiu Am späten Nachmittag erreichten wir den Flughafen in Sibiu. Bei der Taxifahrt in die Stadt sollte man auf jeden Fall auf die Nutzung des Taxameters bestehen. Bei uns wurden gesalzene Fantasiepreise verlangt. Wenn man vom Flughafen aus an die Straße geht findet man allerdings auch eine Bushaltestelle. Den ersten Abend verbrachten wir nahe der Innenstadt und verschafften uns einen Überblick über Einkaufsmöglichkeiten und Lage des Bahnhofs etc. Ein herrvorragendes rumänisches Abendessen mit traditioneller Musik bildete einen gelungenen Abschluss für den Abend. Hier zu sehen die charakteristischen "Augen von Herrmannstadt". Das sind diese kleinen Dachfenster mit der geschwungenen Form. Fortsetzung folgt...
  25. 16 points
    derray

    Welchen Synthetik-Schlafsack/Quilt?

    Hallo Feurio! Bei Apex-Quilts/Schlafsäcken ist es ohne Stütznähte ist es wichtig das Teil nicht aus dem Rucksack zu ziehen, sondern eher "auszugraben". Sonst kann es passieren, dass die gesamte Kraft nur am Apex zieht und das dann reist. Genau aus dem Grund hab ich mir eine geschlossene Apextüte genäht. Quasi wie ein Quilt, nur mit geschlossenem Rücken. Wiegt genauso viel, wie kaufbare Apexquilts in "wide". Würde aber beim nächsten noch etwas kontuierter schneiden, dann ist der Gewichtsunterschied zu einem normalen Qulit ziemlich marginal. Die Tüte hat dazu längs vier kältebrückenfreie Stütznähte um das Apexreißen zu verhindern und sie langlebiger zu machen. Zufälliger, zusätzlicher Vorteil: Beim Einschießen pumpt man mit dem Körper Luft in die Tüte, die bläht sich auf und der Loft steht wie eine 1. mfg der Ray
  26. 16 points
    Freierfall

    Und noch ein GR221 Bericht! Mallorca im Mai

    Vorwort Hallo Leute, ich bin ja jetzt ebenfalls auf dem GR221 unterwegs gewesen, relativ spontan, hatte 8 Nächte dafür eingeplant, diese anhand der günstigsten Flüge gebucht, das Gepäck war schnell beisammen (nur ein paar "Experimente" diesmal) und mich nicht groß auf die Wegfindung mittels Führer o.ä. vorbereitet, lediglich ein Paar Tourenberichte gelesen und zur Navigation Vectorkarten von Mallorca mit dem Track von Alpenquerung.info + Map.Solutions Karten 1:33.000 als Backup besorgt. Schon konnte es losgehen. Vielen Dank nochmals insb. an @Lahmeente aber auch @Dr.Matchbox @derray @mrhardstone für die Reiseberichte hier im Forum. Meine Packliste gibt es hier, mit ein paar Änderungen: Prolite 3 -> dünne Eva 190*50cm + Gossamer Gear Nightlight getauscht MLD Bugbivy -> Polycryo Groundsheet Es wurde ein Silnylon Drybag hinzugefügt (Handgepäck für den Flieger & Kleidersack) Da ich solo unterwegs war, mittel fit (zuvor Monate nur rumgesessen wegen Examensvorbereitung) und normalerweise lange Etappentage mache, hätte ich nicht so viel Zeit für den Trail gebraucht. Aber da ich überall die eindrückliche Warnung las, den Trail nicht zu unterschätzen habe ich darauf gehört und die vorsichtige "Zielvorstellung" von 7 Tagen Wandern + 1 Tag Strand / Backup eingeplant. Ich wäre im Nachhinein auch mit erheblich weniger ausgekommen, aber dazu später mehr. Start: Mein Abenteuer begann schon am Vortag, ging mein Flug doch um 5:45 am Morgen, so bin ich also schon am Abend zuvor mit der Bahn zum Flughafen gefahren und konnte dort direkt meine neue Isomatte (Gossamer Gear Nightlight Torsosize) ausprobieren, habe es mir nämlich hinter den Check-In Schaltern bequem gemacht und 3-4h geschlafen. Hat keinen gestört. Beim Aufwachen wurde ich aber halb entsetzt halb interessiert Zeuge eines medizinsch-neurologischen Phänomens, dass man im Studium schon früh lernt, aber ich noch nie gesehen hatte: Auf der Seite, auf der ich geschlafen hatte, hatte ich eine Radialislähmung mit Fallhand entwickelt... habe wohl ungünstig gelegen. Zum Glück verschwand der Spuk so schnell wie er gekommen war. Schnell noch den Rucksack in die Isomatte und den Rest einer Rolle Frischhaltefolie gewickelt, aufgegeben und los gings. Nach einem ereignislosen Flug mit Landung um ca. 8 Uhr konnte ich inklusive Einkauf von etwas Proviant (Salami, Manchego Hartkäse, Obst, Wasser) und Busfahrten schon um 10 Uhr in Port d'Andratx mit dem Wandern beginnen. Nachdem ich den Yachhafen passiert hatte verlief ich mich bereits das erste Mal, worauf mich ein älterer deutscher Wanderer (voll in Khaki) mit Rother Wanderführer hinwies und erstmal ausführlich darüber schimpfte, dass es auf Mallorca nur so schlechte Schilder gäbe. Es fehle dort einfach an einem Deutschen Alpen- oder Sauerländischen Gebirgsverein! Ich lief einige Minuten mit dem Herren die Straßen-Serpentinen hoch, während dieser die minutiöse Wegbeschreibung aus dem Wanderführer rezitierte (nach 286m an einem großen Baum halb rechts abbiegen und der Straße bis zur übernächsten großen Kurve folgen... so in etwa klingt es jedenfalls in meiner Erinnerung), verabschiedete ich mich von dem Herren der mich noch vor den Gefahren des alleinigen Wanderns im Gebirge warnte und kürzte die Straßenserpentinen über ausgelatschte Wege quer den Hang hinauf ab. Dort Begann auch das "Navigations-Elend" von dem ich für die ersten Etappen bereits gelesen hatte, es gab nämlich Trampelpfade und auf diese weisende Steinmännchen in so ziemlich alle Richtungen, sodass ich mich irgendwann nicht mehr darum kümmerte und einfach grob in Richtung "oben" lief. Als ich schließlich am ersten Pass ankam und mit einer tollen Aussicht auf das tiefblaue Mittelmeer belohnt wurde, konnte ich aber irgendwann keinen Weg mehr finden und ließ mich vom Handy-GPS zum "Weg" bzw. nächsten Steinmännchen lotsen, ab jetzt ging es nämlich abwechselnd über einen Wanderpfad und ein verwinkeltes Kalksteinfeld. Da rüberhüpfen machte direkt richtig Spaß Irgendwann traf ich wieder auf einen breiteren Weg (vermutlich hätte man diesem von Anfang an Folgen können, wenn man auf der Straße geblieben wäre), die einen jedoch irgendwann zu einer Sackgasse an einem kleinen "Gipfel" führt. Von dort hatte man zwar einen Tollen Ausblick auf St. Elm und Sa Dragonera, einen weiteren Weg schien es jedoch nicht zu Geben. Und auch das Navi sagte, der Weg wäre einfach nur nach Rechts, dumm nur dass dort überall eine Steile Abbruchkante verlief. Nach einigem Suchen fand ich schließlich den Durchlass durch die Felsen, machte eine Spitzkehre und lief daraufhin direkt unterhalb der Abbruchkante entlang (und stieß prompt auf eine große Rentner-Wandergruppe die dort großes Picknick machte) Der weitere Weg verlief leicht zu finden durch Kiefernwald, immer wieder mit schönen Ausblicken aufs Meer. Als ich irgendwann schließlich an einer Bucht mit Häusern ankam, dachte ich schon am Zwischenziel St. Elm zu sein und genehmigte mir ersteinmal ein Bad im Meer, das Wasser war zwar noch kalt aber für mich in dem Moment genau richtig. Erst dann stellte ich fest dass es nach St. Elm noch ein Paar Kilometer Straße waren. Dort angekommen gönnte ich mir erstmal ein Bocadilla con Jamon (Danke @Lahmeente für den Tipp) und ein Alkoholfreies Bier, eine kleine Mittagspause. Aber der Tag war noch Jung, also brach ich aus St. Elm auf um nach la Trappa zu laufen, dort wollte ich ggf. übernachten. Der Weg dorthin war wieder recht schwer zu finden, nachdem man eine Weile durch Wald aufgestiegen war musste man zunächst leicht kraxeln, um zu einer ausgewiesenen Kletterstelle (mit Seil gesichert) zu kommen, hat mir zum Glück nur leichte Höhenangst bereitet. Als die Kletterpassage überwunden war, kommt man auf einen Bergpfad der dicht am Abgrund verläuft und sieht wieder das Meer direkt unter einem, traumhafte Aussicht! Dort traf ich auch noch etliche weitere Menschen, die ebenfalls nach La Trappa unterwegs waren, allerdings scheinen diese einen besseren Weg durch den Wald gefunden zu haben, trotz schnellem Wandertempo hatte ich zuvor niemanden davon gesehen. Bei der Klosterruine angekommen, die so aussieht als wäre das Projekt "Refugio" dort komplett gestorben (der Traktor der dort steht ist komplett durchgerostet) war es erst 16 Uhr, aber da ich durch die unruhige Nacht noch Schlafmangel hatte, beschloss ich dort zu bleiben. Nach einiger Zeit verschwanden auch sämtliche Tageswanderer, und ich hatte die ganze Ruine für mich alleine! Eine absolute Rarität zu dieser Jahreszeit, wie ich später erfuhr, andere Wanderer hätten dort auf der Plattform wohl keinen Platz mehr zum Zelten gefunden, so voll sei es Zeitweise o____o Ich erkundete erstmal ausführlich die Ruine und suchte nach einem guten Schlafplatz, fand keinen richtig optimalen und entschied mich letztlich doch für die Vorgelagerte Aussichtsplattform. Das Wetter versprach stabil zu bleiben, also gab ich den Anfänglichen Versuch mein Tarp abzuspannen irgendwann auf, da der Boden zu hart für Heringe war und ich des Steinesammelns irgendwann überdrüssig wurde. Cowboy Camping war angesagt. Ich genoss auch einen tollen, einsamen Sonnenuntergang in La Trappa, wachte in der Nacht jedoch durch starken Wind auf. Da man in dem Mondlicht auch deutliche Wolken am Horizont erkennen konnte, befürchtete ich einen Wetterwechsel und verlagerte meine Schlafstätte in die historische Mühle auf dem Klostergelände, dort war ich Wettergeschützt. In der Nacht blieb es jedoch bei Wind und zum Morgen waren die Wolken wieder verzogen.
  27. 16 points
    Jan

    Impressionen von Touren

    Zu zweit zwei Tage im südlichen Schwarzwald auf der Höhe von Freiburg. Mit der Bahn von Freiburg nach Schluchsee Aha, von dort ging es dann um den vereisten Schluchsee rum. Ziel war eine Schutzhütte im Wald oberhalb vom Schluchsee. Dort Übernachtung von Freitag auf Samstag bei -14°C, geil :-)! Am nächsten Morgen erst hoch und dann runter nach Menzenschwand. Dort was leckeres gegessen und dann wieder zurück in den Wald und in den Schnee. Übernachtung auf 1350 hm bei Sturmböen und viel Schneefall. Am nächsten Vormittag dann ein spätes Frühstück in einer bewirteten Hütte. Gulasch und ein leckeres Weizen Mein liebstes Teil auf dieser Tour: die Windmit´n von Camp! 15g leicht und die haben zusammen mit leichten dünnen Patagonia Handschuhen meine Finger warm gehalten Ansonsten habe ich warm in meinem Western Mountaineering Apache Schlafsack genächtigt. Allerdings mit Klamotten natürlich... Getragen habe ich alles im Huckepack von Laufbursche. Zelt TT Stratospire 2, TAR neoair xlite W mit dünner Laufbursche Matte drunter und oben rum hatte ich eigentlich immer die Montane Featherlite Trail Windjacke an, die ist ein super Windblocker. Spirituskocher bei solchen Bedingungen ist etwas zäh... Nächstes mal ist dann bei kalten Temperaturen ein Gaskocher dabei.
  28. 16 points
    SouthWest

    Impressionen von Touren

    Wochenende im französischen Jura hinterm Haus.
  29. 16 points
    LesPaul

    Apex 100 PTX Quantum Jacke

    Soo - nun hat die Jacke ca 1000km wandern und einige Alltagseinsätze hinter sich und hier die ersten Langzeiterfahrungen: Es ist eindeutig eine 3-Season Jacke - und zwar Herbst, Winter und Frühling - für den Sommer ist sie eigentlich zu warm. Shell: Vom PTX Quantum war ich sehr positiv überrascht. Die Jacke hat nach wie vor kein einziges Loch, keinen Riss, keine einzige Naht hat sich aufgezogen, obwohl ich nie zimperlich mir ihr umgegangen wäre. Erstaunlich robust das Zeug! Leichtere Bushwacking-Einsätze hat sie alle tadellos überstanden. Ich habe sie beim Wandern auch öfter direkt auf der Haut (über Tshirt, u.ä.) getragen und sie fühlt sich für so eine Plastiktüte auch ganz angenehm an. Zudem ist es gut schmutzabweisend und lässt sich sehr gut mit etwas Feuchtem abwischen - praktisch unterwegs. Isolierung: APEX 100 hat genau das gemacht, was es sollte. Sehr gute Isolationsleistung. Im Herbst bin ich auch zweimal richtig nass geworden bei ca. 5°C (keine Regenjacke dabei). Da spielt das APEX seine Stärken aus. Sie war irgendwann komplett durchgeweicht und trotz ziemlichem Wind war mir - bei Bewegung - immer warm. Also genau die richtige Wahl für lange Trails, through hikes usw., wo man nur eine Jacke für alle Eventualitäten hat. Komprimierbarkeit: naja. Soll ja angeblich genauso gut sein wie Daune, das kann ich aber nicht unterschreiben. Vor allem hat es ein wesentlich höheres Rückstellvermögen - man bräuchte schon einen ziemlich guten Kompressionssack, um sie überhaupt richtig klein zu bekommen. Hat mich nie gestört, ich habe sie immer so in den Rucksack geworfen zum "Lückenfüllen". Andererseits war genau dieses Rückstellvermögen auch wieder sehr angenehm, wenn ich die Jacke als Kissen verwendet habe - schläft sich fast wie mit einem echten Kissen =) Bisher konnte ich noch praktisch keine Abnahme der Wärmeleistung feststellen - daher freue ich mich auf die nächsten 1000km damit! Der einzige Punkt, den ich ändern würde, wäre der RV. Ich habe im Minimalismuswahn die Abdeckleiste innen hinter dem RV weggelassen. Keine gute Idee, denn da zieht es tatsächlich kalt rein, wenn bei Minusgraden der Wind von vorne kommt. LG Paule
  30. 16 points
    mawi

    Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09

    6. Etappe: Njoatsosvágge bis Kapelle von Alkavare Die gute Nachricht vorweg; das Wetter schien sichtlich besser zu werden. Hin und wieder mal ein kleiner Minischauer, aber auch Sonnenschein. Die grobe Tendenz zum besseren Wetter war deutlich erkennbar. Die schlechte Nachricht; mein rechtes Knie ist steif und schmerzt ordentlich. Auch der rechte Knöchel schmerzt unangenehm, wird aber von den Knieschmerzen überlagert, so dass es nicht störte. So geläutert machte ich mich auf den Weg und erreichte nach kurzer Zeit den See Álggajávrre. Inzwischen waren die Schmerzen im Knie fast weg, dafür wurden aber die Schmerzen im Knöchel präsenter. Um den See passieren zu können, hat die Kirchengemeinde Jokkmokk ein Ruderboot dahinten am Ende des Sees bereitgestellt. Von Weitem konnte man es bereits auf der anderen Seite des Sees sehen. Im ersten Moment herrschte Freude. Jedoch wurde mir schnell klar, dass mir das Boot auf der anderen Seite nix bringt und meckerte vor mich hin, dass es da nicht zwei Boote gibt. An der Anlegestelle angekommen stellte ich mit Freude fest, dass es zwei Boote gibt. Dann wurde mir aber bewusst, dass ich ja dann drei mal fahren muss. Also bin ich weiter um eine mögliche Furtstelle zu suchen. Ich fand auch eine Stelle die machbar aussah, aber die Strömung war so stark, dass es mir fast die Beine wegriss und und ich wieder umkehren musste. Also wieder zurück zum Boot. Da es locker zu ein drittel mit Wasser gefüllt war, musste ich es erst einmal leer schöpfen, was einiges an Zeit gekostet hat. Anfangs hatte ich etwas Bammel, dass die Strömung mich zum Fluss hin mitzieht und dann bis nach Norwegen treibt… Es war aber alles easy und ich war schnell drüben. Dann ging es mit dem anderen Boot wieder zurück. Beim Aufstieg zur Kapelle hatte sich mein rechter Knöchel stark bemerkbar gemacht. Auch das Knie fing wieder an leicht zu schmerzen. Also entschied ich für diesen Tag Schluss zu machen und bei der Kapelle zu nächtigen, um das Bein zu schonen. Oben angekommen nutzte ich die steife Briese um das Zelt durchtrocknen zu lassen. Ich wendete es und schüttelte den Dreck raus. Da sah ich unten auf der anderen Seite des Sees jemanden mit etwas Rotem wedeln. Oh je, hoffentlich denkt der nicht, dass ich Hilfe brauche, weil ich mit dem Zelt gewedelt hatte. Ich hörte auf zu wedeln und warte kurz, aber der andere hörte nicht auf. Also gut, bin ich runter gehumpelt und mit dem Boot rüber. Auf der anderen Seite wartete ein junges Fräulein, welches sich nicht traute mit dem Boot überzusetzen, da sie angst hatte, dass die Strömung sie in den Fluss hineinziehen könnte. Also fragte sie mich, ob ich sie hinüber fahren könnte. Ich lehnte freundlich ab und ruderte zurück. Nein, nein, natürlich nicht. Ich versicherte ihr, dass die Überfahrt ungefährlich ist und lies sie zurückrudern. Nach einem ausgedehnten Schnack ist sie weiter gezogen und ich bin auf die Anhöhe hinter der Kapelle hinauf, da ich gern mal einen Blick dahinter werfen wollte. Der Sattelpunkt wollte und wollte einfach nicht näher kommen, so dass ich rechts zum Alkavare bis zur Geröllgrenze hinauf bin. Ich wäre nur zu gern auf den Alkavare hinauf gestiegen, aber aus Vernunftgründen bin ich wieder runter zur Kapelle. (Beim Abendessen) Da ich bereits fast den ganzen Rucksack in der Kapelle geleert hatte und mich da breit gemacht hatte, entschloss ich mich in der Kapelle zu nächtigen. Insgesamt war es nicht so prickelnd, da es ziemlich stark nach Rauch stank (ich glaub vom Teeren des Daches), es sehr dunkel war und es überall rein pfiff.
  31. 16 points
    Sakima

    Impressionen von Touren

    In der Nacht regnete es viel und hatte sehr kräftige Sturmböen. Geschlafen habe ich durch das Geflattere vom Tarp kaum, eine schöne Tour war es trotzdem! EDIT: Da meine Bilder mit der Beschreibung "sehr kräftige Sturmböen" berechtigter Weise im Nachbarforum zu Diskussionen geführt haben, möchte ich auch hier nochmals Stellung dazu nehmen. Mit meiner Wortwahl "sehr kräftige Sturmböen" war ich zu unbedacht und habe nicht an die Beaufortskala und ihre Definitionen gedacht. Laut Beaufortskala hat es bei sehr kräftigen Sturmböen, Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Selbstverständlich würde von meinen Tarp, abgespannt wie in den Bildern, an solch einer exponierten Stelle, nichts mehr übrig bleiben, keine Frage!!! Es war in dieser Nacht deutlich ungemütlicher als ich es erwartet hatte, aber keine Extremsituation, sonst hätte ich das Tarp in der Nacht noch anders abspannen müssen. Wenn ich in meinem Umfeld, alle outdoor uninteressiert, von sehr starken Windböen spreche, dann war es für meine Freunde einfach nur sehr windig, da hat keiner (genauso wie ich) eine Beaufortskala verinnerlicht. Wenn ich aber in einem Outdoorforum schreibe, dann sollte man sich selbstverständlich präzise ausdrücken, dass ist klar. Ohne solche präzisen Angaben kann man nicht seriös diskutieren. Wie stark der Wind in dieser Nacht war, kann ich nicht sagen, denn ich hatte keinen Windmesser mit. Das einzige was ich sagen kann, ist, dass ich in 12 Monaten je nach Zeit, ca. 60000-90000Hm im Aufstieg absolviere und es deutlich mehr war, als das normale Lüftchen! Ich möchte ausdrücklich nochmals darauf hinweisen, dass ich keineswegs reißerisch wirken bzw. mich als harten Hund hinstellen wollte. Mit meiner Wortwahl "sehr kräftige Sturmböen" war ich in diesem Moment einfach zu gedankenlos. f
  32. 15 points
    Tag 5 - Das Fenster im Gebirge. (~13km, +1000hm, -1000hm) (bearbeitet) (Alle Fotos im Beitrag wurden von mir oder meiner Freundin gemacht) Der folgende Tag brachte weitere Grate und Kletterpartien. Eine sehr lustige Begegnung hatten wir mit einem kleinen wilden Hund, von denen es anscheinend recht viele im Gebirge gibt. Leider haben wir zu wenige Einheimische getroffen um mehr über diese Tiere herauszufinden. Wurden sie schon in der Wildnis geboren, oder sind es entlaufene Haustiere? Wir konnten es leider nicht klären. Eine schöne Szene fanden wir beim "Fenster des Fagaras Gebirges". Das ist ein Felsbogen, der von Wanderern wegen seiner Lage "Fenster" genannt wird. Fortsetzung folgt...
  33. 15 points
    Für mich stand fest, bei diesem tollen Wetter muss ich einfach raus in die Natur. Und passend dazu gab es auch noch die Osterfeiertage. Eigentlich hatte ich mir einen mehrtägigen Premiumweg im Nordschwarzwald auserkoren. Doch dann habe ich mich kurzer Hand umentschieden. Denn folgender Thread: Lange planen oder einfach los? und auch der Wunsch, das Auto einfach zuhause stehen zu lassen, haben mir Lust auf ein Experiment gemacht. Also habe ich mich an den Rechner gesetzt, und nach Naturdenkmälern und sonstigen natürlichen „Highlights“ im 20 km Umkreis, Luftlinie gesucht, habe dann einige von ihnen als Wegpunkte markiert und Komoot hat mir dann einen Track daraus gemacht. Am Ende stand ein Rundweg von 63 km Länge mit großartigen Anlaufpunkten. Den Track habe ich mir auch noch zusätzlich auf ein GPS-Gerät kopiert, der Rucksack war schnell gepackt und dann konnte ich am Karfreitag losziehen. Es war ein herrliches Gefühl, das Auto einfach zuhause stehen zu lassen und zu wissen, dass ich die nächsten Tage trotzdem ganz weit fort sein werde. Selbstverständlich war ich furchtbar neugierig zu erfahren welche Wege Komoots Algorithmus gewählt hatte. Experiment und Abenteuer konnten beginnen. Zu meiner Überraschung hatte Komoot tatsächlich einen schönen Weg gefunden, den ich noch nicht kannte und der mich sehr schnell in die Natur führte. Leider kam ich erst gegen 14:00 Uhr los, deshalb konnte ich nicht genug Strecke machen, aber für knapp 15 km hat es dann doch noch gereicht und ich habe mir ein Übernachtungsplätzchen gesucht Tag 2 Da ich mich im Feiertagsmodus befand, war ich erst so gegen 11 Uhr zum Aufbruch bereit. Das erste anvisierte Ziel war die Krugeiche, eine Eiche, die um 1850 gepflanzt wurde und die mit stolzen 32 Metern schon imposant wirkte, aber ohne Blätter nach nichts aussah. Doch der Mammutbaum, der ein paar Meter entfernt stand, der hat’s mir angetan. Auch die Hüttlenwaldschlucht, die auf dem Weg lag konnte ich mir anschauen. So nach 18 km habe ich mein Lager aufgebaut und das Lagerleben genossen. Tag 3 Heute konnte ich schon so gegen 10:00 aufbrechen und konnte mich in der Tobelschlucht sowie am Hohlen Stein, ein schönes Naturdenkmal herumtreiben. Als ich durch einen kleinen Ort kam, wurde mir sogar Trail Magic zuteil, denn auf meine Bitte nach Leitungswasser wurde ich zu Kaffee und Kuchen eingeladen und befand mich plötzlich inmitten einer sehr netten Familie. Und das war nicht die einzige nette Begegnung, die ich an diesem Tag hatte. Tag 4. Ich dachte eigentlich, dass ich nur noch so um die 15 bis 18 km nach Hause hätte, aber ich habe ganz schnell gemerkt, dass es mehr waren. Wie gut, dass ich heute bereits gegen 09:00 aufgebrochen bin. Zum Glück hatte ich für den letzten Teil keine Highlights mehr auf dem Programm und konnte Gas geben. Mein Fazit: Ich betrachte das Experiment als gelungen. Komoot hat wirklich zum allergrößten Teil sehr gute Wege gewählt. Es gab auf der gesamten Strecke 4 Situationen, wo Komoot mich über „vergessene“ Waldwege geführt hat bzw. führen wollte (ich habe einfach einen Parallelweg genommen) und 1 Mal war es ein Privatweg. Ansonsten bin ich über die gute Streckenführung richtig erstaunt. Was mich allerdings verwundert, ist die Tatsache, dass Komoot eine Strecke von 63 km errechnet hat, ich aber knapp 82 km gegangen bin. Das muss ich beim nächsten Mal eben berücksichtigen. Einen kleinen Nachteil hat es natürlich, denn man muss häufiger auf’s GPS-Gerät schauen. Es war sehr gut, dass ich den Track nicht nur auf dem IPhone hatte sondern auch auf meinem GPS-Gerät, denn so brauchte ich nur auf's GPS-Gerät schauen und musste nicht immer das IPhone herauskramen, entsperren usw. Ich werde mit Sicherheit diese Art von Wegführung öfter wählen, ich fand‘s klasse. Abschließend kann ich sagen; Experiment gelungen, Spaßfaktor enorm hoch. Liebe Grüße rentoo
  34. 15 points
    Ich habe einen Fön 20 Tage durch Nordschweden geschleppt. Schwarzer Fön, schwarzer Rucksackboden. Fiel mir erst auf, als ich wieder Zuhause war. Hatte den wohl nach der vorigen Citytour im Rucksack übersehen und nicht verräumt.
  35. 15 points
    mawi

    Impressionen von Touren

    Da ich leider meinen geplanten Norwegenurlaub mit dem Packraft dieses Jahr ausfallen lassen musste und somit noch Urlaub über hatte, beschloss ich meine Packraftfahrkünste im Rahmen eines Kurses zu erweitern. So kam es, dass ich letzte Woche an einem Packraftkurs auf der Salza in den Wildalpen teilnahm (5 Tage). Vor allem Stand Spaß im Wildwasser auf dem Programm: Aber auch Sicherheitstraining kam nicht kurz: Und immer wieder Spaß in/mit/auf Wellen, Walzen, Korkenzieher usw. Manchmal auch etwas übermütig Ich bin von der Landschaft entlang der Salza sehr begeistert. Ich hätte nicht gedacht, dass es in den Alpen noch solch eine wild wirkende Landschaft gibt und vor allem soooooo dünn besiedelt. Wenn es nur nicht die nervigen Motorradfahrer geben würde ... Es gibt auch Video von dem Kurs: Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht in Norwegen war. Ich wäre vermutlich ertrunken. :S Der Kurs hat mich bezüglich der Gefahren sehr sensibilisiert. Jetzt kann ich besser einschätzen, was ich alleine fahren kann und was eher nicht. Und Kehrwasser Ein- und Ausfahren kann ich jetzt viel besser als vorher, wenn auch noch nicht perfekt.
  36. 15 points
    Vorbereitung Die ganze Vorbereitung der Tour, mit allem drum und dran, findet ihr im Vorbereitungsthread. Der vollständigkeithalber hier noch einmal der Link zur Packliste: https://lighterpack.com/r/3udxtl, nach welcher das Startgewicht des Rucksacks um die, die Zartbesaiteten lieber bitte setzen, 22,5kg betrug. Die Kleidung am Körper (da fehlt noch der base layer): Die Ausrüstung im Rucksack (die ein oder andere Kleinigkeit fehlt, glaube ich. Wie z.B. Kamera und Stativ, das brauchte ich ja zum Fotografieren :) ): Verpflegung für 14 Tage: Insgesamt standen mir 14 Tage reine Laufzeit zur Verfügung und, wie schon im Vorbereitungsthread angekündigt, wollte ich mir diesmal keinen Stress machen und einfach unterwegs entscheiden wo ich lang gehe. Ich erarbeitete mir diverse Optionen, hatte aber trotzdem eine favorisierte Route im Kopf Der Startpunkt sollte Kvikkjokk sein und der Einstieg über den Padjelantaleden.
  37. 15 points
    mawi

    Erste "UL"-Erfahrung im Sarek 2016/09

    Ausrüstungsbewertung: Im Folgenden werde ich rein subjektiv die Ausrüstung bewerten und so gut es die Erinnerung noch hergibt Dabei liegt der Fokus darauf, wie gut sich die Dinge genau auf dieser speziellen Tour geschlagen haben. Einfachheitshalber richte ich mich nach den Kategorien in meiner Packliste: https://www.geargrams.com/list?id=34620 Doku: Ich hatte viel zu wenig Papier mit. Zum Glück bin ich an der Hütte vorbeigekommen und konnte da zwei A4 Blätter mitnehmen. Leider habe ich noch keinen optimalen Stift gefunden. Bleistift ist für unterwegs okay, aber mit der Zeit verblast und verschmiert die Schrift. In Finnland hatte ich wieder einen Filzstift mit. Damit ist die Schrift zu Hause noch gut lesbar. Leider kann der Text unleserlich verschwimmen, wenn Wasser drauf kommt … Elektronik: Über die schrottige Stirnlampe wollen wir mal nicht reden. Erstaunlicherweise hat es sehr gut auch ohne funktioniert. Die 18650iger Akkus haben sich sehr gut bewährt, nur mein selbst gebautes Ladegerät war nicht optimal und robust genug. Am letzten Tag brach ein Kabel ab. In der Zwischenzeit habe ich es gegen eins von AliExpress ausgetauscht. Der DeLorme ist an sich ein tolles Spielzeug, aber im Sarek völliger Luxus, insofern man sich in den Haupttälern/-ebenen bewegt. Ich würde ihn glaub nicht noch einmal mitnehmen. Erste Hilfe: War soweit okay. Da ich unterwegs bisher nur selten Pflaster benötigte, hatte ich bisher immer falsch kalkuliert. Die Kalkulation sah bisher immer in etwa so aus: Anzahl an erwartenden Wunden * 1,5 + ein oder zwei weitere Streifen je nach Bauchgefühl. So hatte ich bei dieser Tour ca. 5 dabei. Ich hatte glaub mit 2 Wunden kalkuliert. Nur berücksichtigt die Kalkulation nicht, dass es ja in der Regel nicht mit einem Pflaster getan ist. Gerade wenn es so nass ist, dann heilt es ja schlechter und man muss ggf. über mehrere Tage ständig neue Pflaster anlegen. Kurzum, es war das erste Mal, dass ich was aus dem Erste Hilfe Set benötigte und mit den Pflastern schnell am Limit war. Das nächste Mal stecke ich ein paar Streifen mehr ein. Foto: Die Entscheidung auf die kleine Sony RX100 zu setzen war spitze. Das war das beste was ich tun konnte. Sie hat sich auch schon auf anderen Touren bewährt und die MFT-Ausrüstung ist schon längst veräußert. Kameratechnisch fühle ich mich seit Jahren endlich angekommen. An dieser Stelle noch einmal Danke, dass ihr damals den Finger ordentlich in die Wunde gelegt hattet und mich zum Wechsel ermutigt hattet. Allerdings ist der Fotoposten immer noch unglaublich schwer. Das liegt vor allem am Stativ. Aber fotografieren ohne Stativ? Dann kann ich die Kamera gleich zu Hause lassen. Für die nächste Tour überlege ich ernsthaft, ob ich die Kamera zu Hause lasse. Aber vermutlich wird das noch nicht passieren, zumindest nicht wenn ich alleine losziehe. Hygiene: Da gibt es nicht viel zu sagen. Das Handtuch könnte durchaus kleiner sein bzw. wahrscheinlich lasse ich es bei der nächsten Tour ganz weg. An Seife hatte ich auch etwas zu viel dabei. Verpflegung: Grundsätzlich war das Verpflegungskonzept nicht schlecht. Bis auf die Schokolade war alles selbst gemacht und dementsprechend lecker. Nur leider habe ich unterwegs keinen Bock aufs Kochen. Außerdem bin ich es nicht gewohnt abends große Portionen zu Essen, dadurch kann ich nicht so gut schlafen. Deshalb werde ich das nächste Mal auf Kochen verzichten und nur Riegel, Pemikan etc. mitnehmen. Außerdem spare ich das Gewicht von dem ganzen Kochgerödel Das die Müsliration vorportioniert war, fand ich sehr gut. Denn so hat man exakt die Menge an Müsli mit, die man benötigt. Nachteil ist, dass man dadurch relativ viel Müll hat. Es war gut, dass ich noch einmal die Esbit-Ration erhöht hatte, denn, wie von euch vorgewarnt, gab es nur wenig brauchbares Holz. Ich hatte glaub nur 2 oder 3 mal mit Holz gekocht. An Esbit habe ich im Schnitt pro Tag 2 bis 3 Stück benötigt. Wenn ich noch einmal unterwegs Kochen würde, dann durchaus mit Esbit. Allerdings würde ich es nicht mehr in einen Beutel tun, da es mir darin zerbröselt ist. Noch ein Wort zum Wasser, hier hatte ich oft zu viel dabei, das war im Sarek unnötig. Ansonsten hatte ich hier auch schon mal was zur Verpflegung geschrieben: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/4541-erste-ul-erfahrung-im-sarek-201609/?do=findComment&comment=65947 und https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/4541-erste-ul-erfahrung-im-sarek-201609/?do=findComment&comment=65996 Kleidung: Kleidungstechnisch war ich super unterwegs und das Gesamtkonzept hat sich gut bewährt. Einzig die Wanderhose würde ich bei der nächsten Tour zu Hause lassen und nur die Regenhose anziehen, die Schuhe gegen ein etwas anderes Modell tauschen, bei den Neoprensocken ein Modell ohne Nähte nehmen, ggf. eine andere Regenjacke nehmen und wahrscheinlich würde ich den Fleecepulli zu Hause lassen. Klingt so, als würde ich alles Tauschen wollen, aber letztlich waren es nur Kleinigkeiten, die mich störten. Hier die Teile im Detail: Regenjacke: Grundsätzlich hat sich die Regenjacke gut bewährt. Nur kann ich mich mit dem eVent-Zeuch nicht richtig anfreunden und das Modell ist etwas kühl, wenn da der kalte Regen drauf plätschert. Ich weiß noch nicht gegen welche ich sie Austauschen soll. Auf jeden Fall würde ich darauf achten, dass sie robust genug ist. Obwohl meine eigentlich einen robusten Eindruck macht, hatte ich mir da am Ärmel einen Dreihaken eingerissen. Regenhose: Die Regenhose hatte sich super bewährt. Es war eine billige Hose (um die 20-30 Euro), die ich schon einige Jahre besitze. Sie ist zwar nicht 100% dicht (lag möglicherweise auch am Alter), aber es war nie so feucht wie bei dem Goretex/eVent-Scheiß. Nur zwei Mal war es wirklich nass, einmal wo irgendwo das Wasser am Nacken hineinlief und einmal als ich kurz ins Wasser plumpste. Da es kein Goretex war, war sie sehr angenehm zu tragen und da sie so günstig war, störte es mich auch nicht, dass sie am Ende der Tour unten am Hosenbein etwas ausgefranst waren. Cumulus Climalite Full Zip: Die Jacke hat sich rund um bewährt und kann nichts schlechtes über sie berichten. Ich würde sie auf jeden Fall wieder mitnehmen. Fleece Pulli: Den Fleece Pulli hatte ich als Reserve mit, falls die Jacke mal nass werden sollte. Zweimal war tatsächlich die Cumulus Jacke so nass, dass ich sie nicht im Quilt anziehen wollte. Aber an diesen beiden Nächten war es so warm, dass ich den Pulli bzw. die Cumulus Jacke nicht benötigte. Da die Jacke auch schnell wieder trocknete, würde ich glaub den Pulli das nächste Mal zu Hause lassen Wanderhose: Wanderhose würde ich in solch einer feuchten Gegend nicht mehr mitnehmen. Lange Unterhose und langes Unterhemd: Beides zu kurz/eng, so dass der untere Rücken ständig beim Schlafen frei lag. Eine Unterhose: Das Konzept von nur einer Unterhose hat eigentlich ganz gut geklappt. Prinzipiell geht es auch ganz ohne, aber mit fühlt es sich besser an. Neoprensocken: Die Neoprensocken haben sich bei den Nassen Bedingungen sehr bewährt. Es gab keinen Tag, wo ich trockene Füße hatte. Es mag nicht jeder Manns Sache sein, da man die ganze Zeit feuchte und aufgequollene Füße hat. Mich hat es jedoch überhaupt nicht gestört. Der Vorteil von den Socken ist, dass sie die Füße ordentlich wärmen. Dumm bei meinen Socken war, dass es Surfsocken waren und somit einige Ziernähte hatten. Diese Nähte haben dann an 2 Stellen die Haut aufgerubbelt und zu Eiterblasen geführt. Beim nächsten Paar würde ich darauf achten, dass sie keine oder möglichst wenige Nähte haben. Schuhe: Die Inov-8 295 sind super bequem und haben ein gutes Profil. Leider waren sie auf den feuchten Steinen etwas rutschig und sie sind einfach nicht für solch ein raues Gelände gemacht. Das nächste Mal würde ich nach aktuellem Stand die Vivobarefoot Primus Trail oder Inov-8 212 probieren. SealSkinz Dragon Eye Gloves: Zum Klettern und im Gestrüb echt super, da sie sehr robust und griffig sind. Ich hatte sie vor allem auch mitgenommen, da sie als absolut wasserfest (fest!, nicht nur abweisend) beworben werden. Leider waren sie bereits am zweiten Tag komplett durch und haben sie richtig mit Wasser vollgesaugt. Sie waren kaum noch trocken zu bekommen. Dahingehend absoluter Schrott und null Weiterempfehlung. Hier werde ich das nächste Mal wieder auf Inliner und wasserfeste Überzieher setzen. Schlafen: Das Grundkonzept fand ich okay, nur die einzelnen Ausrüstungsgegenstände waren nicht optimal. Also sprich Pryramid Tarp/Zelt und Quilt an sich ist super. Manche gehen ja auch nur mit einem Tarp los, aber das wäre mir für da oben nix. Wenn es viele Tage regnet, dann bin ich froh auch mal aufrecht im trocknen sitzen zu können, sich umzuziehenen, zu essen, etc. Enlightened Revelation Quilt 10F: Viele Nächte waren echt frisch, da der Quilt nicht in der Lage war, die Wärme drinnen zu halten. Ich wusste lange nicht so recht woran es lag, also ob es an der 950er Füllung, dem 10D Stoff oder was anderem lag. Ich hatte mir später noch einen Sommerquilt (aus Kufa) mit 20D Außenstoff gekauft und Pfingsten das erste Mal den Quilt bei starkem Wind getestet. Und siehe da, bei dem Sommerquilt kam kein Windhauch durch. Ich gehe davon aus, dass der 10D Stoff in Verbindung mit der 950er Daunenfüllung nicht ausreichend die Wärme im Quilt halten kann. Man kann ja sogar die Daunen durchsehen. Wenn es Windstil ist, wie z.B. im (richtigen) Zelt oder einem winddichten Bivi, dann ist der Quilt echt super. Ansonsten halte ich ihn eher für ungeeignet und tausche deshalb gerade den Quilt gegen einen anderen aus. Cumulus Ultralight Bivi: Vom dem Bivi bin ich auch voll enttäuscht. Am Fußende war er immer durchnässt, weil ich in der Nacht mit dem Fußende das Kondenswasser von der Zeltwand abgewischt hatte. Außerdem half er auch nicht die Wärme zu halten. Ich habe mir in der Zwischenzeit einen Bivi von AsTucas gekauft und war damit zweimal unterwegs. Basierend auf diesen beiden Nächten würde ich sagen, dass der Bivi von AsTucas besser ist. Er ist definitiv winddicht und hält die Wärme drinnen. Zpacks Altaplex: An sich ein sehr schönes Zelt. Für runde 600g (inkl. Stacks, Abspannleinen, etc.) hat man ein schönes Regen- und Mückensicheres Zelt. Das ist nur schwer zu toppen. Auch das lichtdurchlässige Cuben finde ich Klasse. Ich finde, dass es ein wunderschönes 2-3 Jahreszeiten Zelt ist. Nur für diese Zeit bin ich aktuell mit Bivi, Hängematte oder Tarp unterwegs. Was hat mich gestört: Also, da das Zelt ziemlich luftig ist und jede Brise durchgeht (was ja bezüglich der Kondensation nicht schlecht ist), wurde auch die Wärme aus dem Quilt weggeblasen. Ich versuchte es dann teilweise so zu spannen, dass der Eingang so tief wie möglich ist. Dadurch kam auch die etwas eigenartige und bejammerte Form zu Stande. Stellt man es richtig auf, dann sind die Eingangstüren ziemlich hoch und flattern. Bei Regen wird so Wasser herein gespritzt. Außerdem ist es aufwändig richtig straf abzuspannen, da ja Cuben nicht dehnbar ist. Grundsätzlich ist es schon recht stabil. Wie bei wahrscheinlich allen(?) pyramidenähnlichen Zelten/Tarps ist der Hauptschwachpunkt die Abspannleine an den Eingangstüren. Für diese Leine hätte ich einen längeren und stabileren Hering mitnehmen sollen, da der Boden oft zu locker war und so die kleinen Stacks nur wenig halt hatten. Deshalb hatte ich oft diese Leine mit einem großem Stein gesichert. Das Alatplex darf jetzt gehen und ich werde mein Glück mit einem MID von MLD versuchen. ÜLA Ohm 2.0: Der Rucksack hat sich eigentlich ganz gut geschlagen. Er steckt locker Gewicht bis 20kg weg, aber man merkt deutlich, dass er dafür nicht ausgelegt ist. Ansonsten bin ich ein wenig von der Verarbeitung enttäuscht. Schon nach einer Woche hat sich innen die Beschichtung abgelöst und nach dem Sarektrip ist die Naht zw. dem Boden und Rückenteil aufgerissen (so dass man da ein Finger durchstecken kann). Okay, ich hatte ihn mit knapp 20kg über der angegebenen Maximallast befüllt, aber trotzdem ist es irgendwie ärgerlich. Bei dem Volumen sollte man beachten, dass das Hauptfach nur ca. 30 Liter hat und die Außentaschen zusammen ca. 35 Liter (oder so ähnlich). Ach ja, was noch stört ist der Rahmen, der knackst bzw. quietscht nämlich. Ansonsten hatte ich hier auch schon mal was dazu geschrieben: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/3662-rucksackentscheidung-üla-ohm-20-oder-granite-gear-crown-vc-60/?do=findComment&comment=58636 Für die nächste Tour im Sarek würde ich glaub noch leichte Grödel mitnehmen. Denn ist man eher oben unterwegs, dann kommt man stellenweise ohne nicht weit. Ansonsten hat eigentlich nichts gefehlt. Edit: Ach ja, ich würde noch mehr Bargeld mitnehmen, falls man die Route ändert und auf die Boote angewiesen ist. Um die Boote anrufen zu können, würde ich das nächste Mal glaub auch ein Telefon mitnehmen. Des Weiteren würde ich mir das nächste Mal die Gehzeiten für alle Routen aus dem Wanderführer notieren. Das macht es einfacher, wenn man die Route unterwegs umplant. Edit2: Ach ja, mittlerweile nehme ich meist ein Thermometer mit. Das hilft die Ausrüstung besser zu bewerten und interessant isses alle male. Falls ihr noch spezielle Fragen oder Anmerkungen habt, dann einfach hier nachfragen.
  38. 15 points
    eric

    Ein Hauch von Nichts – 62g MYOG Cuben Tarp

    Hallo zusammen, ich hatte in der Zwischenzeit die Möglichkeit mein Tarp auch bei starkem Regen und bei Wind zu testen. Hier ein paar Eindrücke davon: Letzte Woche gab es hier in Berlin ungewöhnliche starke Windböen. Eine gute Gelegenheit also, um das Tarp auf "den Hügeln hinter dem Haus" – in meinem Fall die Anhöhe im Görlitzer Park in Kreuzberg – aufzubauen. Abspannpunkte, Bänder und Material waren auch unter starker und ruckartiger Belastung sehr stabil, die Nähte haben sich an keiner Stelle aufgezogen. Hier sieht man, wie der Wind das Tarp eindrückt. Die Situation von innen bei starkem Wind. Über Ostern war ich dann noch in der Uckermark und hatte das zweifelhafte Glück, mein Tarp bei nächtlichem Dauerregen testen zu können: Bei der Länge des Tarp von 2,70m und meiner Körpergröße von 190cm bleiben vorne und hinten jeweils ca. 30-40cm Abstand. Ich hatte das Tarp hier relativ hoch Aufgebaut, so dass einige Regentropfen/Spray auch in den Innenbereich gefallen sind. Ich habe mich dann mit einer Hälfte der Rettungsdecke, die ich als Bodenunterlage nutze seitlich locker Abgedeckt und blieb so trocken… Abspannpunkt in Regen… Nachdem ich jetzt seperat Erfahrungen mit Windböhen und Dauerregen gesammelt habe, steht noch ein Test in einem richtigen Regensturm aus – kleines Problem wird es dann sein, noch schöne Bilder davon zu machen…
  39. 15 points
    Stromfahrer

    UL-Trekking:mehr was für Egomanen?

    Ist das nicht etwas dünnes Eis? Mit dieser Bemerkung wirfst du das Grundthema des Forums (und damit ungewollt alle User) in einen Topf mit den Sektierern, die du kritisierst. Ja, es ist das UL-Forum und die allseits bekannte Definition von 5 kg Baseweight sollte hier niemanden überraschen. User, die das als MUSS gegenüber anderen auslegen, sind hier m. E. wirklich die Minderheit. Ob jemand 5189 g oder 4873 g Baseweight hat, führt doch nicht zum Urteil über Ausschluss oder Verweilen im Forum. Nach meiner Beobachtung ist hier noch jeder, der sich hier mit 8 kg Baseweight angemeldet hat und seine Packliste zu Diskussion gestellt hat, freundlich unterstützt worden. Aber dass die grundsätzliche Definition des Themas nicht Trekking ist, sondern Trekking mit irgendwas um oder unter 5 kg Baseweight, interpretiere ich in diesem Kontext nicht als Zurechtweisung, sondern eher im Sinne eines „Back to topic“. Darin kann ich keinerlei Sektierertum erkennen. Welchen Sinn hätte dieses Forum, wenn es sein Thema nicht – mitunter leidenschaftlich – pflegen würde?
  40. 15 points
    tomas

    Schulterschluss für Mateusz

    Ich glaube, dass die Standpunkte zu dem Thema klassische versus alternative Medizin nun formuliert wurden und nicht weiter vertieft werden müssen. Außerdem gehört das eher in den thread mit den Genesungswünschen und persönlichen Botschaften, hier sollte es eher um handfeste Unterstützung für die mögliche Rettung der Firma gehen. Das soll bitte nicht unfreundlich klingen, es ist mein bescheidener Versuch, in dieser besonderen Situation ein bisschen Struktur zu erhalten. Vielen Dank für euer Verständnis und eure Beiträge! Tomas P.S.: Ich habe gerade mit Mateusz telefoniert. Die OP am Freitag ist gut gelaufen, nächste Woche geht es mit der Chemo los. Je nach Ergebnis der Gewebeuntersuchung und Ansprechen auf die Medikamente gibt es verschiedene Verlaufsvarianten (wir hoffen natürlich auf das "best outcome"!!!) und das wird Mateusz etwa die nächsten 9 Wochen beschäftigen. Er vertraut in ersten Linie der Schulmedizin, möchte aber unterstützend auch alternative Methoden für sich nutzen. Stundenweise wird Mateusz in dieser Zeit weiterarbeiten, er freut sich über das aktuelle Mehraufkommen an Bestellungen und wird sie alle (vielleicht mit kleiner Verspätung) abarbeiten. Er will sich hin- und wieder im forum und auf seiner website melden und liest auch regelmäßig mit, was wir hier so treiben. Ich würde euch aber auf jeden Fall bitten, sich mit Besuchen und Anrufen zurückzuhalten, auch wenn das sicher gut gemeint ist. Ich hätte Mateusz auch nicht von mir aus angerufen, er hat sich von sich aus gemeldet. Und er klang so ruhig, so gelassen, ich kann es einfach nur bewundern.
  41. 15 points
    hinkelstein

    120g Silnylon Tarp

    Ich habe ein kleines Tarp aus 7den-Silnylon gebastelt; hier erstmal die Maße: 1,5 x 2,8 m, 120g ohne Schnüre mit 8 Abspannpunkten. Das Material: 7den Ripstop Nylon, c.a. 23g/qm, Wasserdicht angeblich 1500mm Wassersäule, c.a. 45 € inkl. Versand. http://www.rockywoods.com/Fabrics-Kits/Ultra-Lightweight-Fabrics/7D-Ultralight-Coated-Ripstop-Nylon-Fabric Ich habe bisher nur einen Test gemacht, auf einem Stück davon einen Lieter Wasser einzufüllen und es an den Ecken hochzuhalten, das hat 20 min gehalten, ohne, dass Tropfen durchgekommen sind - danach hatte ich keine Lust mehr das Teil zu halten. Bin ehrlich gesagt sehr gespannt wie sich das Material in der Praxis macht. Es fühlt sich extrem dünn an, wie Seide. Kann also leider noch nicht sagen, wie stark es sich bei Feuchtigkeit dehnt. Genäht habe ich mit Corespun-Garn. An den Abspannpunkten habe ich kleine Taschen eingenäht, für die Schnur. Da es mein erstes bzw. zweites Nähprojekt ist, sind die Nähte leider nicht so 100% sauber geworden. Ich habe die Stichlänge auf 1mm gesetzt, wahrscheinlich wären etwas mehr besser gewesen (1,5-2mm). Die Schnüre kann ich wohl noch etwas kürzen. Das sind momentan so c.a. 15m Maurerschnur vom Baumarkt, mit Schnüren wiegt es c.a. 135g.
  42. 14 points
    Dr.Matchbox

    Impressionen von Touren

    Über Ostern 100km auf der Lahn bis nach Wetzlar. Bei traumhaftem Wetter und 0 Strömung eine anstrengende Tour die aber mit super Landschaft belohnt wurde. (Den Abschnitt Weilburg bis Diez von vor 3 Jahren habe ich als nciht so schön in Erinnerung.) Der Vorteil im Kanu, man kann auch mal ein bissl Luxuszeugs und auch das ein oder andere Kaltgetränk mitnehmen. Umtragen war kaum notwendig, einzig die Wehre (Die Lahn wird erst kurz vor Wetzlar zur Bundeswasserstraße mit Schleusen, etc.) erforderten manchmal etwas Mühe. Ansonsten ist Wasserwandern eine super Abwechslung zum Trekking und macht wirklich Laune.
  43. 14 points
    Boris

    Impressionen von Touren

    Hier ein paar Impressionen von unserer letzten Wanderung: Routeburn/Caples-Track, NZ.
  44. 14 points
    11. Etappe: Auf Irrwegen In der Nacht schneite und stürmte es ordentlich. Der Wind boxte wild in die Zeltwände und immer wieder wurden die Zeltwände während der Wind etwas aussetzte fast bis nach oben zur Spitze mit Schnee bedeckt, so dass es die Wände ordentlich eindrückte. Außerdem lies der Wind Eis auf meinen Schlafsack spritzen, so dass er noch nasser wurde, als er eh schon war. Am Morgen scheint es noch ein wenig, aber der Wind hat nachgelassen. Beim Abbau nimmt der Wind jedoch wieder schnell an Fahrt auf und ich habe zunehmend mühe alle Sachen beisammen zu halten. Bevor ich losgehe haue ich schnell noch 8 Lagen Wachs auf die Ski, denn gestern wurden sie zum Abend wieder etwas rutschig. Als ich aufbreche stürmt es ziemlich heftig und es haut mich gleich zu beginn zweimal um. Damit ist die Entscheidung klar: ich gehe direkt nach Saltoluokta. Es schneite ja auch die ganze Nacht und damit haben sich Ausflüge auf Berge für diese Tour eh erledigt. Und die Sicht ist auch so mies, dass ich keinen Sinn darin sehe, dass ich hier weiter im „Nichts“ umher irre. Zumal die Vorhersage auch für die kommenden 3 Tage weiterhin Bewölkung und Schneefall angibt. Die Sicht ist mittlerweile ziemlich schlecht, so dass keine Orientierungspunkte mehr erkennbar sind. Ich muss erstmals auf der Tour auf den inReach zurückgreifen, komme aber mit diesem Minidisplay nicht klar. Laufe also grob der Nase nach. Plötzlich realisiere ich, dass ich im Hang unterhalb des Sjuodji stehe. Ach verdammt, genau diese Berggruppe wollte ich eigentlich rechts oder links umlaufen … Ich habe ein verdammt ungutes Gefühl. Zum hinauf gehen bin ich schon zu weit im Hang. Plötzlich geht ein Mark durchdringendes „Wummmm!“ durch meinen Körper. Das Herz rutscht in der Hose. Ich versuche es nach oben, aber der Schnee ist einfach zu locker um nach oben zu kommen. So bleibt mir nichts anderes übrig als vorsichtig schräg zum Hang hinab zu fahren. Zum Glück ist er nicht sehr hoch und ich bin heil froh, als ich sicher unten ankomme. Nach einer kurzen Pause mache ich mich wieder auf den Weg und treffe nach ein paar Metern auf die Nationalparkgrenze. Hier treffe ich auch auf erste Scooterspuren seit Tagen. Einfachheitshalber folge ich der Grenzmarkierung, da sie ja genau zum Sluggá führt. Irgendwann verliere ich sie, laufe aber einfach immer weiter in östliche Richtung. Irgendwann taucht links von mir eine steile Felswand auf. Ich werfe verdutzt einen Blick auf die Karte. Hmmm. Hmmmmmm. Hmmmmmmmmmm. Was ist das?! Kann es sein, dass ich zu weit nach links abgedriftet bin und Richtung Norden laufe? Ich checke das GPS! *Hand an den Kopf klatsch* Oh nein! Ich bin 1h im Kreis gelaufen! Das ist wieder der Berggruppe, wo ich zuvor in den Steilhang geraten war. Wie ärgerlich! Und ich hatte mich kurz vorher noch gefragt, wie es sein kann, dass der Wind hier innerhalb von ein paar Minuten sich um 180° drehen kann Oh Mann, wie dumm von mir! Ich korrigiere meinen Kurs und stoße schon bald auf die kleinen Schluchten, wo sich der Sluggájahka durchschlängelt. Hier bricht heute das erste Mal die Wolkendecke ein wenig auf und lässt den Sluggá in voller Pracht für ein paar Minuten erscheinen. Dann verschwindet er wieder im Nichts. Ich brauche ein wenig Zeit um eine geeignete Stelle für den Abstieg zu finden. Der Fluss liegt über weite Abschnitte frei, kann ihn aber an einer kleinen Schneebrücke queren. Um den Sluggá herum stürmt es ordentlich. Langsam geht mir der Wind auf den Sack. Den ganzen Tag und eigentlich die Tage zuvor auch, bläst er unerbittlich und zerrt und rüttelt und wackelt an mir herum. Es schlaucht langsam. Und außerdem ist dadurch seit Tagen keine Sicht, was mich eigentlich am meisten ärgert. Ich bin doch primär wegen der guten Aussicht hier. Anderseits finde ich das raue und unbequeme Wetter auch irgendwie geil. Umso mehr ich darüber nachdenke, umso besser gefällt mir das Wetter. Ich grinse selbstzufrieden und laufe entspannt weiter. Das Passieren des Sluggás zieht sich ewig. Ich habe das Gefühl, dass ich ihn schon 2 mal umrundet habe. (Ich habe mehrfach versucht das schlechte Wetter und den Wind einzufangen, aber es gelang mir nicht recht. Da hätte ich noch ein wenig mehr experimentieren müssen, aber dafür war es zu ungemütlich.) (Endlich bin ich um den Sluggá rum.) Zum Ende des Tages wird es freundlicher und es reißt sogar kurz auf. Bevor ich jedoch die Kamera gezückt habe, ist es schon wieder zugezogen. (Eben noch großflächig blauer Himmel und im nächsten Moment ist es wieder zugezogen.) Ich suche mir ein geschütztes Plätzchen unterhalb der Steilwand des Giehpes. Beim Zeltaufbau fahre ich aus Versehen mit den Ski über die Schaufel und dabei bricht das Schaufelblatt ab. Es hing aber eh nur noch am seidenen Faden an der gebrochenen Schafhalterung. Da hier Pulverschnee und es der letzte Tag ist, ist es nicht weiter tragisch. Der Schlafsack ist wieder eine gefrorene Kugel, heute gefühlt mehr als die Tage zuvor. Ich mache mir heute zwei Wärmflaschen. Die erste lege ich mir auf die Beine, während ich noch den Schnee für die 2. schmelze. Da bemerkte ich, dass es um den Kocher relativ viel Wasser ist. Hmm, ich bin vorhin an den Kocher gekommen, vielleicht ist da etwas Wasser hinaus geschwappt? Hmm, die Isomatte schwimmt ja regelrecht?! Als ich die Wärmflasche von den Beinen nehme, geht ein Wasserstrahl durch das ganze Zelt. Ach her je! Die Trinkflasche hat ein Loch! Zum Glück hatte ich die Flasche noch nicht in den Schlafsack gelegt, dass hätte blöd ausgehen können. Es scheint ein Materialfehler zu sein. Es hat sich die Verklebung der Folie an dem Öffnungsstück gelöst. (Zu hause, nach der der Tour aufgenommen) Zum Glück ist morgen der letzte Tag, es war die kleine Flasche und die Etappe morgen ist nicht so lang. Ich falle heute irgendwie erschöpft in den Schlafsack. Ich weiß auch nicht, so geschafft war ich noch nie auf der Tour.
  45. 14 points
    Detre5

    Mein erstes UL Nähprojekt

    Wir haben inzwischen weiter an unserer Ausrüstung gebastelt, und haben ein Cuben Tarp und und zwei Bivies gemacht. Zuerst wollte ich ein wasserfestes Bivy, aber Micha hat es in meinen Kopf gesetzt, dass ich das vielleicht doch nicht brauche. So dachte ich mir, ich mache genauso, wie ich es für meine Frau geplant habe. Also was haben wir gemacht. Das Flat Tarp (~270x270 cm) wollte ich ähnlich wie von HMG machen, aber eben aus 18g/qm Cuben. Am Ridgeline haben wir die zwei Teile mit Transfer-Klebeband zusammengeklebt, und danach einer Streifen nochmal drauf als Verstärkung. Die Verstärkung bei der Abspannleinen ist aus 35g/qm Cuben und ist auch nur geklebt, bevor das Gurtband rannäht wurde. Gewicht (ohne Abspannleinen) ist 203g. Die Bivies sind aus 35g/qm Cuben (Badewanne), Moskitonetz und 18g/qm Cuben. Die Idee war, dass nur eine Seite witterungsanfällig sein soll, und diese Seite dann genau Richtung Tarp-mitte zeigt. Cuben zu Cuben ist immer geklebt, und nur das Moskitonetz und der Reißverschluss ist mit doppeltem Gradstich genäht. Wie man sieht, die Bivies sind ziemlich überdimensioniert für Bivies, aber ich mit meiner 2 Meter Länge wollte genug Bewegungsfreiheit haben. Die Leinen muss ich noch überarbeiten. Gewicht (ohne Abspannleinen) sind 177 und 226g. Ich denke das Gewicht, für die Größe und dass ich kein Polycryo brauche, geht noch in Ordnung. Für die, die mit Cuben planen zu arbeiten, es ist wirklich super einfach, nur das Kleben ist sehr zeitintensiv. Wir haben die zu klebenden Flächen immer mit i-Propanol sauber gemacht, dann mit Primer Haftvermittler (3M Primer 94) bemahlt, dann gewartet, bis der getrocknet hat, dann Transfer-Klebeband dran. Dann die andere Cuben Fläche zu reinigen, Primer dran, warten, und erst dann zusammenkleben. Wenn man nicht parallel kleben kann, also eine bestimmte Reihenfolge verfolgt werden soll, dann zieht sich das Ganze in die Länge. Wenn ihr Fragen habt, schießt los! Jetzt brauchen wir noch zwei UL Rucksäcke zu nähen, und dann geht in drei Wochen das GR221 los…
  46. 13 points
    effwee

    E1 Deutschland Thru-Hike Mai-August 2019

    Tag 44 Warum auch immer bin ich früh wach und laufe um 6.30h los. Zwei Stunden später bin ich in Idstein. Supermarkt. Frühstückeinkaufen. Ich habe Kleingeld und kann mir einen Einkaufswagen gönnen. Während ich leicht überfordert ob der Auswahl durch die Regale irre, spricht mich mit Block auf meine Rucksack was ich denn so erwandere. Ich erzähle ihr was ich mache. „Boah, Klasse“, sie guckt auf meinen Rucksack „Und da ist alles drin?“ Ich bejahe „Boah, Klasse“. Sicherlich habe ich ein Handy mit dem ich alles organisieren könne, Unterkünfte und so... „Naja, mein Handy ist schon so Navi, Fotoapparat, Internet und was Telefone sonst noch so machen … aber schlafen tue ich Wald“. Sie guckt auf meinen Rucksack „Und da ist alles drin?“. „Ja, alles was ich dafür brauche“. „Dadrin?“kurze Pause. „Boah! Klasse!“. „Und wie machen sie das mit dem Job?“ (Da das ja etwas komplzierter ist, belasse ich es bei der ½ Wahrheit) „Den habe ich gekündigt“. „Boah, Klasse. Dann hat man ja Zeit. Die muss man ja nutzen – denn wann kommt sie wieder?“. „Ja eben“ entgegne ich. „Lassen sie mich ihr frühstück sponsoren“ sie greift in die Tasche und drückt mir 20 Euro in die Hand „Immer das machen worauf man Lust hat“ sagt sie und geht. Ich bleibe konstaniert zurück und irre verwirrt durch die Regale – war das grade Real? In der Getränkeabteilung begegnen wir uns wieder: „Das muss ich erstmal verdauen, aber vielen, vielen Dank und einen schönen Tag wünsche ich noch“ „Immer weiter machen“ sagt und geht Richtung Kasse. WOW! Ich spolier mal – das war das wirklich abgefahrenste was mir auf der ganzen Tour passiert ist. ...alles was ich jetzt schreibe kommt selbst drei Monate später seltsam banal daher. Der Tag war aber noch nicht zu Ende. Und dieser Tag ist einer der lange noch nachhallen wird... aber weiter. Ich frühstücke berge von Essen und laufe durch die sehr pittoreske Altstadt von Idstein. Auffallend viele Sticker der Identitären (#Hipsternazis) stören das Stadtbild. Ich brauche also länger in Idstein um allen habhaft zu werden – wandern ist eben nicht unpolitisch, ne!! Immer den Feldberg im Blick geht’s in seine Richtung. Abgefahren, der Blick auf den höchsten Taunusgipfel begleitet mich nun seit mehreren Tagen und jetzt ist's greifbar...“Heute stehe ich auf dir“. Vorher aber noch etwas „Heimatkunde“: Hinterm Feldberg gibt’s ein Moor? Das Heftricher Moor. Okay. Und Hausgebirge hin oder her, erst ab Schloßborn komme ich auf Wege die ich schon einmal gelaufen bin. Es folgt ab Glashütten der knackige Aufstieg zum Pass Rotes Kreuz wo ich klatschnass und fluchend ankomme. Ein Radfahrer redet mir gut zu „Bald geschafft“. Sind noch 200 Höhenmeter. Auf dem Feldberg angekommen, fühlt es sich unglaublich an. Ich mag den Feldberg eigentlich nicht. Heute liebe ich ihn! Ich mache Pause blicke zurück auf den Taunus und meinen Weg, versuche Wegmarken zu erkennen. Zu diesig. Ein anderes „Problem“ wird mir gewahr. Ich wollte eigentlich nur bis zum Altkönig heute -meinem persönlichen Hausberg. Das ist aber nur ne Stunde noch zu laufen und es ist halb drei. Bis Frankfurt durch zu laufen, hieße aber noch einmal dass zu laufen, was ich heute schon gemacht habe: noch mal 30km. Summa summarum über 60km an einem Tag!?! Ich bummel weiter zum Fuchstanz, trinke Schorle. Die Idee verfestigt sich. Am ende der Schorle steht's fest. Heute geht’s noch nach Frankfurt. (darf ich vorstellen, der Altkönig. Ist das nicht schön...? Nach ca 1200km durch deutsche Mittelgebirge immer noch der schönste Mittelgebirgsgipfel- knapp vor dem Lippischen Velmerstot ) Ich steige auf den Altkönig- sage ihm kurz Hallo. Da der E1 neuerdings nicht mehr über den Gipfel geht sondern um den Berg läuft, verlaufe ich mich erstmal. Echt! Auf meinem Hausberg! Nehme die Abkürzung nach Oberursel, einen mittlerweile gesperrten Downhill-Trail und mache von dort auf den laaaaangen Weg durch den Frankfurter Speckgürtel. Bei Stierstadt taucht die Skyline vor mir auf, ich bin selig! Musik auf die Ohren und ich schreie vor Glück. 44 Tage und ich bin bis Frankfurt gelaufen! Noch nicht... aber es fühlt sich grade so an. (Blick zurück) Es zieht sich dann doch. Endlich die Stadtgrenze passiert. Nordweststadt. Und absurderweise führt der Weg hier durch die „Nordi“ - die Shoppingmall des Viertels. Römerstadt. Nidda. Hier ist die Wegführung wegen Gleisbauarbeiten doof und da ich Bilder im Kopf habe wie ich im Viertel einlaufe, bleibe ich stur auf dem Weg... die Umleitung machts länger und länger und an der Autobahn entlang... mein Körper macht nicht mehr mit, der Kopf kann nun auch nicht mehr dagegen halten, bei Km 62,irgendwas nehme ich den näxten Short-Cut. Scheiß auf die Bilder im Kopf! Ich schleppe mich nach Bockenheim und gehe Essen und trinke Bier... Da ich ja mein WG-Zimmer untervermietet habe bin ich obdachlos und „wohne“ bei meiner Freundin, sie und ihre ganze WG sind aber alle auf einem Konzert – also warten... ich schreibe ihr ob sie Lust auf einen absacker im Hesseneck hat... kommt niks. Kommt lange niks. Gegen Halb 12 klingelt es bei mir und sie ist leicht verpennt am Telefon „Wie, was, du bist da?“ „Überraschung“... sie hatte nicht auf Mobile geschaut, ist direkt ins Bett... ich hatte mich ja auch erst für morgen angekündigt... so ist das mit diesen Überraschungen. Ein laaaanger Tag endet in einem gemütlichen, warmen Bett! Aua... Tag 45 und 46 Zwei Zeros... am nächsten Tag kann ich mich kaum bewegen...
  47. 13 points
    Miss X

    Forststeig Elbsandsteingebirge

    06.07.2019 Schöna - Taubenteich-Biwak, ca. 16 km Gegen 12:30 Uhr trifft die S-Bahn an dem kleinen Bahnhof Schöna ein und wirft einen Haufen in bunte Funktionssachen gekleidete, unterschiedlich stark bepackte, hoch motivierte Menschen aus. Ich frage mich, wie viele sich gemeinsam mit mir zum Startpunkt des Forststeig begeben werden, aber zu meiner Überraschung streben sie alle der Fähre zu und wollen auf die andere Elbseite übersetzen. Also stapfe ich alleine die gepflasterte Straße zum Startpunkt hinauf und schon die ersten Schritte machen so viel Spaß, ich fühle mich sofort wieder wohl...einfach einen Fuß vor den anderen setzen und die Natur genießen...ich freue mich auf die nächsten Tage. Zunächst schaffe ich es jedoch wieder, den Startpunkt zu verpassen und einfach dran vorbei zu laufen. Nicht, dass ich erst vor zehn Monaten hier war und mich hätte erinnern müssen...also wieder ein Stück zurück und aus dieser Richtung sind der kleine Pfad und der Wegweise dann auch nicht zu verfehlen. Immerhin sorgt der Anlauf dafür, dass eine zweite Wanderin zeitgleich mit mir den Startpunkt erreicht. Sie war offensichtlich im gleichen Zug und ist nur etwas langsamer die Straße hochgelaufen. Kein Wunder bei dem schweren Rucksack, den sie schleppt. Ich frage sie, ob sie auch den Forststeig läuft. „Ja“ antwortet sie „Du auch? Die ganze Strecke? „Ja“ „Oh, da hast Du aber einen kleinen Rucksack mit“ „Ja“ „Aber damit ist es sicherlich einfacher, weil er nicht so schwer ist“ „Ja“ Tja...was soll ich sagen? Wir tauschen uns noch kurz über unsere heutigen Tagesziele aus - sie läuft nur bis zum Zschirnsteinbiwak - und dann verabschiede ich mich und laufe beschwingt los. Es ist zehn vor dreizehn Uhr und ich bin froh, endlich unterwegs zu sein...es sah heute nicht immer so aus, als ob ich es noch auf den Trail schaffen würde. Geplant war, dass ich bereits um halb elf in Schöna ankomme und dann ganz entspannt die 16 km laufe. Mir ist es allerdings gelungen, die Straßenbahn um 06:27 Uhr zu verpassen (weil sie zu früh war!) und damit habe ich auch den Zug am Hauptbahnhof verpasst und der nächste fuhr erst zwei Stunden später wieder. Zur Strafe war der dann auch so dermaßen voll, dass ich (und viele andere) bis nach Dresden stehen musste. Am Wochenende Zug fahren ist was ganz anderes, als in der Woche...und die Strecke Berlin-Prag ist offensichtlich sehr beliebt. Trotzdem gehe ich gutgelaunt und entspannt los, da ich immer noch ausreichend Zeit habe, um das Ziel zu erreichen, es ist ja lange hell und trocken ist es heute auch. Ich starte mit zwei Litern Wasser, auf dem Weg gibt es nach meiner Erinnerung einen Ausflugsimbiss mit Toiletten und ich habe mir vorgenommen, nicht unnötig Wasser mitzuschleppen. So eine Art Phobie-Bekämpfung, da ich immer zu viel Wasser mitnehme. Die Strecke ist so schön, wie ich sie in Erinnerung habe und als ich am Wegesrand sogar ein paar Blaubeeren finde, ist das der perfekte Start in den Urlaub. Sind zwar nicht viele Beeren und auch relativ klein und sauer, aber schmecken sehr gut. Die Kilometer fliegen dahin, ich nutze das GPS gar nicht, weil der Weg sehr gut markiert ist und ich keine genauen Entfernungsangaben benötige und langsam geht es hoch zum Zschirnstein, von welchem es eine schöne Aussicht gibt. Die Sonne steht zwar ungünstig (für Fotos), aber ich mache eine halbe Stunde Pause, klebe die ersten Blasenpflaster auf und esse etwas. Ich hatte die ungewollte Wartezeit in Berlin genutzt, um beim Bäcker zuzuschlagen und ernähre mich heute nur von Zuckerzeug - nicht schön und auch nicht lange sättigend, aber lecker - zumindest für einen kurzen Moment...so richtig schmeckt mir das ganze süße Zeug auch nicht mehr. Nur das Ausflugslokal kam nicht auf dem Weg zum Gipfel...war es auf der anderen Seite beim Abstieg? Aber auch da kommt nichts und mir wird langsam klar, dass mich meine Erinnerung getäuscht hat, das Lokal befindet sich dann wohl am Malerweg und nicht am Forststeig,…heute kommt hier nichts mehr, wo ich Wasser auffüllen könnte. Es ist warm und ich habe nur noch einen halben Liter Wasser und als an dem ersten Biwak der Regenwassertank komplett ausgetrocknet ist, werde ich ganz langsam unruhig...wo bekomme ich jetzt Wasser her? An dem Biwak holen mich zwei Männer ein, die auch zum Taubenteich wollen und zuversichtlich sind, dass noch jede Menge Wasserläufe bis dahin kommen werden. Und sie haben Recht, eine halbe Stunde später sprudelt eine Quelle direkt am Wegesrand aus dem Boden und ich fülle alle Flaschen voll. Mit vier Litern frischem Wasser bin ich wieder tiefenentspannt und kann die letzten Kilometer bis zum Biwakplatz wieder komplett genießen. Kurz nach der ersten Quelle kommt auch die Quelle mit dem Wasserglas, welche ich letztes Jahr schon gefeiert habe und auch hier sprudelt es trotz der langanhaltenden Hitze munter aus dem angebrachten Wasserrohr. Kurz nach 18 Uhr treffe ich am Taubenteich ein, wo sich schon eine buntgemischte Truppe an Wanderern und Radfahrerinnen zusammengefunden hat. Zwei Hunde sind auch am Start. Da ich heute nichts mehr esse, löse ich mir nur eine Magnesiumtablette im Wasser auf und unterhalte mich ein wenig mit den anderen. Wenn ich das richtig verstehe, sind die anderen drei Gruppen/Wanderer nur übers Wochenende unterwegs und kommen alle hier aus der Gegend. Ich baue am Waldrand mein Tarp auf und lege mich gegen halb neun hinein, die anderen machen dann ein Lagerfeuer - trotz absolutem Feuerverbot aufgrund höchster Waldbrandstufe. Sie sind der Meinung, mit einem gefüllten Wassereimer daneben alles im Griff zu haben...ich verstehe immer noch nicht, warum so viele Menschen immer ein Feuer brauchen, wenn sie sich in der Natur aufhalten... Ich hoffe, ich kann trotz der Lautstärke einigermaßen gut einschlafen und bin auf die Nachttemperaturen gespannt...ich habe für eine Sommernacht gepackt...
  48. 13 points
    questor

    Trekking in Japan - Tokai Shizen Hodo

    Anreise: Flug: Alles recht schmerzlos - Flüge sind selbst derart kurzfristig und mit vernünftigen Airlines bezahlbar, wer früher plant oder was Umsteigezeiten oder Abflughäfen angeht leidensfähiger ist, kommt schon um 400€ mal eben nach Japan. Aus der Luft bekommt man gleich einen ganz guten Vorgeschmack, was einen erwarten würde - ziemlich dünn besiedelt, zerklüftet und eher zivilisationsunfreundlich - super! Shuttle: Es gibt mehrere Flughäfen, ich bin in Narita gelandet, ~ 80km und 1-2,5h bis Shinjuku Station im Zentrum. Round Trip mit dem Airport Limousine Bus waren wenn ich nicht irre ~40€, was einem direkt wieder in's Gedächtnis ruft, dass Japan bis auf bezahlbare Flüge keine Billigdestination ist. Und auch die die Zeitangabe deutet auf das nächste - wenig überraschende watchout für Tokyo hin - Verkehr! Oberirdisch per Bus und PKW immer etwas unberechenbar. Ich hatte keinen konkreten Plan, wann ich los auf den Tokaido wollte, aber nach nur wenigen Tagen Tokyo wurde das Bedürfnis nach Abgeschiedenheit doch relativ groß (wobei ich sagen muss, dass Tokyo für eine Megacity erstaunlich ruhig ist - dem japanischen Wesen sei Dank). Vorab hatte ich mir noch eine prepaid-SIM mit Datenvolumen besorgt. So ganz geheuer war es mir immer noch nicht, mich nicht wirklich verständigen zu können und auch keine Schilder entziffern zu können - das kleine Stück Plastik gab da doch enorme Sicherheit. Strecke zum Trail: Da ich zum Wochenende hin gestartet bin, beschloss ich, nicht direkt am Mount Tokao, dem Hausberg Tokyos zu starten, um den Wochenendwanderern, die den Berg vom Hörensagen in Scharen stürmen, zu entgehen und etwas weiter östlich in Fujikawaguchiko zu starten, als Punkt, den man mit ÖPNV gerade noch so erreichen konnte. Unterwegs direkt ein paar schöne Blicke auf den Mt.Fuji (von dessen 'Besteigung' mir im Vorfeld eher abgeraten wurde, schlangestehen und -gehen träfe es wohl eher) und die ersten Reiselfelder - zwei Haken auf der Klischeeliste gesetzt! Japaner sind übrigens hoffnungslose Railway-geeks. Die 25-jährige Partnerschaft mit den ebenso Traingeekigen Schweizern war nur schwer zu ignorieren Angekommen in Fujikawaguchiko noch ein letzter Blick auf den Fuji, und auf die Fuji-Q Highlands - einen Vergnügungspark, der wiederum bei den rollercoaster-geeks höchstes Ansehen genießt - mit der steilsten und zwei ehemals höchsten und schnellsten coastern. Dann noch ein letztes Mal wie ich dachte im Bahnhof Gewichtserleichterung betrieben und den beheizten Toilettensitz und den wohltemperierten, variablen Reinigungsstrahl in diversen Modi genossen und los gehts! Spoiler alert und Lektion eins: Beheizte, saubere und vollausgestattete Toiletten mit warmem Bidetmodus, auch Washlets gennant, gibt es in Japan wirklich in den entlegendsten Winkeln. Der Azzblaster ist überraschenderweise das erste Teil, dass ich für Japan getrost hätte zu Hause lassen können.
  49. 13 points
    Janobert

    PCT '16 Packliste

    Juhu, nach einigem Warten, habe ich nun meine "issued" Long-Distance-Permit. Am 18.4. ist kick-off für mich
  50. 13 points
    Sakima

    Impressionen von Touren

    Die erste Tour mit der Sony RX100 IV und gleich einen Steinbock vor der Linse, nicht schlecht! Faszinierende Tiere die überhaupt keine Scheu zeigen, eher Neugier! Dieses Exemplar folgte uns sogar ein wenig, somit ergaben sich immer neue Blickwinkel. Nur schade, dass es sehr schwierige Lichtverhältnisse waren.
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