Jump to content
Ultraleicht Trekking

German Tourist

Members
  • Gesamte Inhalte

    179
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

4 Benutzer folgen diesem Benutzer

Über German Tourist

  • Rang
    Fliegengewicht

Contact Methods

  • Website URL
    https://www.facebook.com/christinethuermerautorin/

Letzte Besucher des Profils

3.108 Profilaufrufe
  1. Die Radikalität von UL vs Mehrheitsfähigkeit

    @schwyzi: Ich persönlich wollte auf zwei Sachen hinaus: Ich glaube in der momentanen Diskussion mit den "Mainstream"-Wanderern die Tendenz auszumachen, dass ULer versuchen zu beschwichtigen. (Tenor: Wir sind ja gar nicht schlimm, Zahnbürstenabsägen finden wir auch lächerlich, die "selbstreinigenden Kräfte" sorgen schon dafür, dass die polarisierenden Hardliner verstummen ....) Warum müssen wir uns denn alle so lieb haben? Warum nicht zur Radikalität und zum Extrem von UL stehen? UL ist mal für extreme Langstreckentouren konzipiert worden und extreme Touren erfordern auch extreme Maßnahmen. Das ist aber auch keine Widerspruch zum vielbeschworenen HYOH. Ich fürchte, dass durch diese Weichzeichnerei die Hardliner verprellt wurden und werden. Und egal, wie sehr die Puristen manchmal nerven - ich habe von den vielbeschworenen "lächerlichen" Zahnbürstenabsägern und Feinwaagenverwendern mehr gelernt als von den immer alles besser wissenden Bier-Alpinisten, die hier außer einem gewissen Unterhaltungswert inhaltlich für mich nichts Wissenswertes beitragen. Wenn die angeblichen "selbstreinigenden Kräfte der UL-Szene" dazu führen, dass die polarisiernden Stimmen verschwinden und wir hier nur noch über weichgespültes UL (Deine 2,5 kg Fotoausrüstung ist schon ok ...) diskutieren, dann sehe ich die Wissensvermittlung und -weiterentwicklung in diesem Forum echt gefährdet. Ich säge mir nach wie vor die Zahnbürste ab und trenne mir die Etiketten aus den Klamotten. Ich wehre mich nur einfach dagegen, dass im Zuge des "UL ist doch gar nicht so schlimm" diese Praktiken in der "Titanhering und Hüftgold"-Diskussion lächerlich gemacht werden. Warum werden die Puristen hier als angeblich polarisiernde Hardliner runtergezogen und gleichzeitig Leute hofiert, die nach eigener Ausage UL lächerlich finden? Die Weiterentwicklung einer Idee findet in den Extremen statt - auch wenn sie dann später durch die breite Masse adaptiert wird. @SouthWest hat es gut auf den Punkt gebracht: Also sollten wir alles dafür tun, dass dieses "Radikale" oder "Konsequente" in diesem Forum erhalten bleibt und es nicht selbst als lächerlich darstellen.
  2. Die Radikalität von UL vs Mehrheitsfähigkeit

    Das Thema UL scheint nun in der Mitte der Outdoor-Gesellschaft angekommen zu sein. Selbst Globetrotter vermarktet mittlerweile UL-Zelte und das Thema UL wird sogar schon im großen Nachbar-Forum heiß diskutiert. Dort lese ich nun mit Erstaunen von "elitären und ausgrenzungswütigen Idioten", die sich gut zur Karikatur eignen, die nun aber glücklicherweise durch die "selbstreinigenden Kräfte in der UL-Szene" verstummt sind. Wenn dem tatsächlich so wäre - wäre das denn wirklich gut für die Sache "UL"? Ich habe in den letzten Jahren eine Vielzahl von hoffnungsfrohen Langstreckenwanderern beraten, die mir alle hoch und heilig versicherten, sie wollten UL unterwegs sein - mit einem Base Weight von 10 kg ... UL scheint mir immer mehr zum Modebegriff ohne rechten Inhalt zu verkommen und die o.g. Beobachtungen verstärken meinen Eindruck. Opfert da nicht gerade die UL-Szene im Kampf um die Akzeptanz des "Otto-Normal-", sprich "Heavy-"Outdoorers nicht einen der wichtigsten Aspekte des UL-Konzepts, nämlich die Radikalität? UL bedeutet für mich vor allem eines: immer einen Schritt weiter gehen, das Gewicht radikal und gnadenlos konsequent reduzieren - und eben nicht immer eine Entschuldigung hier und eine Befindlichkeit da akzeptieren. Auch ich als wahrscheinlich weitgewandertstes Forumsmitglied muss mich vor jeder Tour immer wieder an die eigene Nase fassen und meine Packliste neu überdenken. Und ja: Dabei liebe ich die heiß diskutierte Gewichtsgrenze von 5 kg - denn egal, ob ich sie packe oder nicht (ich liege meist ein paar Hundert Gramm drüber) - ich bin froh, dass es sie gibt. Sie ist meine Messlatte, an der ich mich immer wieder reiben kann. Für dezidierte Langstreckenwanderer ist UL "state of the art", aber die sind sicherlich eine absolute Minderheit im Outdoorbereich. Und auch wenn einige "Hobby-Wanderer" die Vorzüge von UL genießen, ist die Radikalität von UL sicherlich nichts für jedermann. Das liegt aber in der Natur der Sache, denn der Weg zu UL ist anstrengend. Aber wenn UL nun deshalb von Normal-Outdoorern als elitär und damit negativ betrachtet wird, muss sich die UL-Szene dafür schämen? Muss UL wirklich mehrheitsfähig sein? Müssen sich ULer quasi "anbiedern", sich für Titanheringe und Hüftgold entschuldigen? UL ist ein radikaler Ansatz und wird daher nie mehrheitsfähig sein. Muss er auch nicht, denn die breite Outdoor-Mehrheit hat einfach ganz andere Bedürfnisse und Wünsche, die UL nicht oder nur wenig befriedigt. Also würde ich auch nicht versuchen, UL durch Zugeständnisse und Begriffsaufweichungen den anderen "schmackhaft" machen zu wollen. Auch wenn UL-Hardliner manchmal nerven - ich fände es schade, wenn der UL-Begriff aufgeweicht wird und wir nun alle "ein bisschen UL" sind ....
  3. kleinschreibung

    @khyalOT: Nur mal aus Interesse: Welche Art von Büchern schreibst Du denn?
  4. Nord-Süd-Gefälle?

    Das dachte ich früher auch immer - aber mittlerweile halte ich das für vorgeschoben. In Ungarn z.B. ist Wildzelten ebenfalls legal - aber dorthin gibt es keinen großen Run - ganz im Gegenteil ...
  5. Nord-Süd-Gefälle?

    Auch ich stelle hier - und auch im Nachbarforum - eine starke Tendenz zu den nördlichen Gefilden fest. Ich persönlich glaube, dass dieser Tendenz die Annahme zugrunde liegt, dass man "echte" Abenteuer eben nur in einer "echten" Wildnis erleben kann. Und in Europa gibt es Wildnis-Gebiete eben nur noch in Skandinavien. Daher sicherlich auch der Run der Deutschen auf Alaska und seit neuestem auf Grönland. Oder wie sagte mal ein Ami zu mir: "Wenn Du in Alaska einen Typen mit Bowie-Messer am Gürtel rumrennen siehst, dann ist es unter Garantie ein Deutscher ...." Mich persönlich ärgert dieser Mythos des Abenteuers in der unberührten Natur sehr - denn nachdem Heerscharen von "Abenteurern" da durchgezogen sind, ist die Natur dort definitiv nicht mehr unberührt. Vielmehr vermute ich sogar ein gewisses Statusdenken, denn je extremer oder "härter" eine Tour ist, desto mehr Bewunderung gibt es dafür. Fotos und Videos werden u.a. deshalb auch so hinfotografiert oder gephotoshoppped, dass die Gegend total verlassen und möglichst hart aussieht. Und beim Lesen der Reiseberichte im Nachbarforum habe ich manchmal den Eindruck, dass eine Tour nur dann was taugt, wenn man sich per Helikopter retten lässt oder zumindest seine Verwundungen mit Zahnseide näht ... Ich hingegen habe einen deutlich weitergefassten Abenteuerbegriff und finde, dass man "Abenteuer" in jedem Land erleben kann. Es kommt viel mehr auf die Art der Tour denn auf das Land an. Nur hat Bulgarien halt nicht den Statuswert von Alaska ... (Ich war in beiden Ländern unterwegs und hatte in Bulgarien deutlich spannendere und wildere Erlebnisse ...) Und auch das ist ein interessantes Phänomen, dass Osteuropa (obwohl definitiv sehr wild) bisher noch kaum auf der hiesigen Outdoor-Agenda steht.
  6. Infrastruktur

    Das sehe ich genauso. UL nutzt Infrastruktur genauso viel oder wenig wie traditionelle Wanderer auch. Da ULer ja in der Regel schneller unterwegs sind als "Normal"-Wanderer, gehe ich sogar davon aus, dass der UL die Zivilsation weniger nutzt bzw. nutzen muss. Infrastruktur ist also definitiv kein UL-spezifisches Thema - und was ODS dazu sagt, ist für mich eh irrelevant, denn die dortigen Protagonisten haben keine Erfahrung mit Langstrecke und wissen daher nicht, wovon sie eigentlich reden.
  7. Infrastruktur

    Ich bin ein ziemlich genauer Planer - so dauert die Vorbereitung einer Tour mit eigener Routenwahl bei mir etwa ein Viertel der Zeit, die die Tour dann selbst lang ist. Ich erstelle mir einen sehr detaillierte Logistikliste, in der nicht nur alle Supermärkte und Outdoorläden am Weg aufgeführt sind, sondern auch deren Öffnungszeiten (und bei Outdoorläden sogar deren Telefonnummern ....) Aber dennoch lässt sich eben leider nicht alles vorausplanen. Ich kann nicht vorab recherchieren, ob der Friedhof am Weg wirklich einen allgemein zugänglichen Wasseranschluss hat oder ob die öffentliche Toilette wirklich geöffnet ist. Da sich beides in der Regel in der Zivilisation befindet, ist das kein Problem, denn Du kannst in Häusern immer nach Wasser fragen. Die Gaskartuschenproblematik lässt sich durch vorheriges Anrufen oder Anmailen auch relativ einfach in den Griff bekommen. Am heikelsten ist jedoch die Stromversorgung, denn die lässt sich eben nicht planen - wenn Du nicht von regelmäßigen Hotelaufenthalten ausgehst.
  8. Infrastruktur

    Ich finde das Thema ja sehr interessant, aber die Frage viel zu unspezifisch gestellt. Der Begriff "Infrastruktur für Wanderer" ist auch viel zu weit - und wie die wenigen Antworten zeigen, denken die meisten nur in Richtung Proviant sowie An- und Abreise. Dabei habe ich gelernt, dass ich viel mehr an "zivilisatorischer Infrastruktur" nutze: - Einkaufsmöglichkeiten (Proviant, Ausrüstung, Brennstoff) - An- und Abreise, aber auch Transportmöglichkeiten zu Einkaufsmöglichkeiten während der Tour - Wasserbeschaffung, wenn keine natürlichen Wasserquellen zur Verfügung stehen (Friedhöfe, öffentlichen Toiletten) - Waschmöglichkeiten für Körper und Kleidung (Hotel, Waschsalon) - Postsysteme (Beschaffung von Ausrüstung oder Proviant durch Zusenden) - Stromversorgung: wurde hier überhaupt nicht erwähnt, ist für mich aber neben Proviant eines der größten Herausforderungen in Zeiten von Navigation durch Smartphone und Internet. Und hierbei gilt es extrem kreativ zu sein, wenn man nicht im Hotel Strom zapfen kann oder durch Solarpanel autark ist. - Netzabdeckung für Telefon und Internet: nach Abschaffung der roaming-Gebühren innerhalb der EU kein großes Problem mehr, aber außerhalb der EU recherchiere ich persönlich da sehr genau nach günstigen Anbietern und deren Abdeckung - medizinische Versorgung: was schon damit beginnt, dass ich den passenden Versicherungsschutz für mich recherchieren und abschließen muss. Aber all diese Aspekte sind nicht UL-spezifisch, wie der Eingangspost glauben lässt. Habe ich noch weitere Infrastruktur-Aspekte übersehen?
  9. Komfortverzicht

    Ich möchte in diese Diskussion nach einen weiteren, oftmals vergessenen Aspekt einbringen: Je kürzer eine Tour ist, desto besser kann ich meine Ausrüstung darauf anpassen - und muss nur wenig mitnehmen. Im Idealfall schaue ich mir für einen Kurztour einfach den Wetterbericht an und kann dann optimal ausgerüstet mit minimalem Gepäck unterwegs sein. Ich selbst mache fast nichts unter 1000 Kilometer - meist bin ich mehrere Monate am Stück unterwegs. Damit komme ich nicht nur in verschiedene Klimazonen, sondern auch unterschiedliche Jahreszeiten, was wiederum unterschiedliche Ausrüstung und damit mehr Gewicht erfordert. Und so habe ich vor jeder langen Tour die Qual der Wahl, an welcher Stelle ich den Komfortverzicht erleiden will: Variante 1: Ich ziehe mit minimaler Ausrüstung für eine Klimazone bzw. Jahreszeit los und erleide den Komfortverlust dadurch, dass ich unterwegs logistische Kunststücke vollbringen muss, um unterwegs die Ausrüstung umzustellen. Die amerikanischen thruhiker bewerkstelligen das dann mit bounce box, einem trail manager, der einem Sachen postlagernd zuschickt oder Nachkauf bei REI. In Europa wird das ganze dann schon schwieriger aufgrund unterschiedlicher Postsysteme - und beim Nachkauf gibt es dann womöglich noch einen weiteren Komfortverlust, wenn man nur minderwertige Ausrüstung bekommt. Variante 2: Man erspart sich diesen Stress und nimmt die komplette Ausrüstung für die gesamte Tour mit, schleppt dann aber einige Zeit zuviel mit herum. In der Praxis läuft es meist auf eine Mischung zwischen 1 und 2 hinaus.
  10. Infrastruktur

    Ich verstehe die Fragestellung bzw Zielsetzung deines Posts nicht. Welche Art von Antworten erwartest du?
  11. gardensurfing

    Super Website - erinnert mich ein bisschen an Warmshowers. Ich hoffe, dass das Prinzip bekannter wird und sich noch mehr "Anbieter" finden. Bei den dänischen Naturlagerplätzen gibt es auch oft Gartencampingplätze und da habe ich schon tolle Bekanntschaften mit den "Vermietern" gemacht.
  12. Ein paar Bilder vom Fisherman's Trail und dem Historical Way

    Ich kann die Begeisterung nicht so ganz verstehen: Ich bin den historischen Weg im Februar 2016 gelaufen. Das Wetter war auch da ziemlich gut und Wildzelten kein Problem, allerdings fand ich das ganze landschaftlich nicht so berauschend - denn durch endlose Eukalyptusplantagen zu latschen, ist auf Dauer nicht so toll. Ich fand den Weg zwar ganz ok, finde aber, es gibt in Spanien landschaftlich reizvollere Alternativen für die kalte Jahreszeit, die ebenfalls gut zu erreichen sind: Gran Senda de Malaga oder Bosques del Sur. Auch da kommt man mit dem Billigflieger preiswert hin. Wenn Rota Vicentina, dann würde ich in jedem Fall die Küstenvariante empfehlen und nicht den Inlandsweg. PS: Die Fotos sind aber großartig - und zeigen den Weg von seiner Schokoladenseite!
  13. Ich muss @Tumurbel leider recht geben: Auf Langstrecke hast Du meist einfach keine Wahl! Auf dem AT erkranken schätzungsweise 10% der thruhiker an Borreliose, obwohl die sicher nicht in Laubhaufen schlafen ... Die Dunkelziffer ist da sicher noch höher. Dort sind ganze Landstriche "verseucht" - da hilft auch "Umgehen" nichts mehr. Ich persönlich habe nur zwei Tipps: Ich meide zum Zelten Laubwald - sofern das möglich ist! Und ansonsten "imprägniere" ich meine Socken mit DEET und sprühe mir die Beine damit ein. Außer Chemiekeule habe ich kein anderes Mittel gefunden, was wirklich hilft. Besonders gefährdet ist man, wenn man beim Zelten im Laubwald den Zeltplatz "herrichtet", weil man dann eben ständig im Laub herumtrampelt. Deswegen sträuben sich bei dem Tipp mit dem Schlafen im Laubhaufen auch alle Nackenhaare bei mir. So etwas würde ich nur in allergrößter Not als "Survival-"Maßnahme machen - aber sicherlich nicht einfach so zum Spaß oder Ausprobieren. Und von FSME haben wir dabei noch gar nicht gesprochen ... Aber dagegen kann man sich ja zumindest impfen lassen.
  14. Ohne Dir zu nahe treten zu wollen lässt das für mich persönlich nur zwei Schlüsse zu: Entweder Du hast die Zecken (die ja im Nymphenstadium winzig klein sein können) nicht gesehen - oder es ist mit Deiner Outdoorerfahrung nicht so weit her. Nichts für ungut, aber diese ganzen "Harter-Kerl"-Bushcraft-Abenteuer und drei Zeckenbisse in 40 Jahren - das passt nicht zusammen ....
  15. Ehrlich gesagt finde ich solche "Tipps" schon fast fahrlässig: An Zecken und die damit verbundene Borreliosegefahr erinnerst Du nämlich überhaupt nicht!!!!! Ich bin beim Langstreckenwandern mit umschlossenen Zelt schon in Gebieten unterwegs gewesen, wo ich am Tag 30+ Zecken von mir runtergepuhlt habe - bei einem Durchseuchungsgrad mit Borreliose von 30%! Und das alleine durch einfaches Crosscountry-Wandern im Wald. Wenn ich mich dann noch in einem Laubhaufen lege, kann ich gleich die Antibiotika-Klopper als Borreliose-Kur einwerfen .... Ich würde mir bei solchen "Tipps" ein bisschen mehr Nachdenken über mögliche Gefahren wünschen!
×