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  1. Hitzesommer – oder der etwas andere Tourbericht....... Ich habe überlegt, ob ich diesen Bericht überhaupt einstellen soll, hat er doch kaum etwas mit einer klassischen UL-Tour zu tun. Schließlich wollte ich euch jedoch meine Erfahrungen mit dem Hitzesommer dieses Jahres nicht vorenthalten und stelle mal eine Kurzbeschreibung meiner Erfahrungen und Erlebnisse auf dieser Tour vor. Bereits im letzten Herbst habe ich mit den Vorbereitungen für den Hike des Hauptwanderweges 9 – Heuberg-Allgäu-Weg – des Schwäbischen Albvereins, begonnen. Es soll 185 km von Spaichingen bei Tuttlingen zum Schwarzen Grat bei Kempten im Allgäu gehen. Ich habe Karten beschafft, den GPX-Track heruntergeladen, gefühlte hundert Mal auf Google Earth die Strecke verfolgt, potentielle Übernachtungsplätze festgelegt, an der Ausrüstung gefeilt usw. usw. Im Juni 2018 habe ich ein Zeitfenster ausgemacht, das mir zwei Wochen Urlaub ermöglicht. Die Wetteraussichten kurz vor Tourstart sind grandios (auf den ersten Blick). Temperaturen > 30°, schwül und gegen Abend schwere Gewitter. War schon das Frühjahr viel zu warm, scheint mich eine „heiße Tour“ zu erwarten. Verschieben ist nicht, also bedarf es einen genauen Blick auf die Ausrüstung, die mitgenommen werden soll. Das ist nicht die Ausrüstung, die ich mitgenommen, sondern die Ausrüstung die ich zu Hause gelassen habe ! Also mal sehen. Daunenjacke ? Bei über 30° jeden Tag und Schwüle ? Raus damit ! Windjacke ? Meine FroggToggs-Regenjacke erfüllt den gleichen Zweck. Raus damit ! Handschuhe und Mütze ? Raus damit ! Klymit-Airbeam mit Pumpe für meinen Huckepack ? Ich falte meine EVA und schon habe ich ein Rückenpolster. Also raus damit ! Topf, Gasbrenner, Löffel und Feuerzeug ? Die Tour führt (i.d.R.) durch dicht bewohnte Gegenden und 40 km am Bodensee entlang. Also raus damit ! Schließlich lande ich bei 4600 Gramm Base. Klasse ! Fast UL. Ich grüble weiter über meine Ausrüstung, beschließe, die Sonnenschutzcreme mit LSF 30 gegen Creme mit Lichtschutzfaktor 50+ und genauso meinen Lippenschutz mit einem Stift mit LSF 30 auszutauschen. Dann geht es endlich los. Schon am ersten Tag, erlebe ich einen Vorgeschmack auf die folgenden Tage. Beim Aufstieg auf den Dreifaltigkeitsberg brennt die Sonne schon Morgens glühend heiß vom Himmel. In kürzester Zeit bin ich in Schweiß gebadet. Es geht viele Kilometer auf Schotter- und Teerwegen durch den Wald in praller Sonne. Die gute Nachricht: Das Insektensterben fällt nicht so schlimm aus wie gedacht ! Ich kann beruhigend mitteilen: Es gibt noch genug Bremsen. Auf den Schotter- und Teerwegen wehre ich mich stundenlang gegen Bremsen. Besonders lästig sind die großen Pferdebremsen, die es sich vor dem Anflug auf meinen Körper, auf der grauen Unterseite meines Swing Lite-Flex Schirmes bequem machen und sich zum Angriff sammeln. Die folgenden Tage werden mich diese lästigen Viecher bei jedem Feuchtgebiet, bei jedem Gang durch eine Viehweide (ganz lästig, wenn noch Kühe auf der Weide sind), bei jedem Gang auf sonnenbeschienenen Schotterwegen piesacken. Leider führt der HW 9 nur für sehr kurze Zeit auf naturbelassenen Wegen durch die Gegend. Meistens sind Schotterwege, ja tagelang hauptsächlich Teerwege zu finden. Die Sonneneinstrahlung auf die Wege reflektiert die Hitze zurück an den Körper, so dass auch der Lite-Flex-Schirm an seine Grenzen stößt. Nach wenigen Stunden gehen, bin ich fix und alle. Gottseidank habe ich meine Ausrüstung rigoros abgespeckt. Ich wage es nicht mir auszumalen, was für eine Tortur es wäre, mit 15 oder mehr Kilogramm durch diese Hitze zu schleichen. Also Daumen hoch für UL ! Am ersten Tag, nach 31 Kilometern, erreiche ich, von der Hitze ziemlich zermürbt, meinen Übernachtungsplatz im Wald bei Neuhausen ob Eck. Dachte ich noch auf den letzten Kilometern, dass das Brennen an der Innenseite der Oberschenkel eben vom Schweiß her rührt, werde ich beim Ausziehen meiner Wanderklamotten unangenehm überrascht. Durch die starke Schweißbildung und Reibung hat sich der Stoff meiner Decathlon-Wanderhose im Schritt aufgelöst und auf einem handtellergroßem Stück große Löcher und aufgezwirbelte Fäden gebildet. Es haben sich, trotz eincremen zu Beginn der Tour, an meinen Oberschenkeln blutige Scheuerstellen gebildet, die jetzt wie die Hölle brennen. An eine Reparatur meiner Hose ist nicht zu denken. „Aaargh ! Das ist schon das zweite Mal, dass mich so eine Billighose im Stich lässt. Das war das letzte Mal, dass ich so einen Sch..... kaufe !“ fluche ich vor mich hin. Jetzt wird’s spannend. Tour-Abbruch oder nicht, ist jetzt die Frage. Ich starte mein Smartphone (habe ich je behauptet, dass man so etwas nicht braucht ? hüstel, hüstel ) und suche das nächst gelegene Sportgeschäft. Na Klasse ! 40 Kilometer entfernt in Überlingen, wird der nächste Laden angezeigt. Belämmert sitze ich auf dem Waldboden vor meinem Contrail und überlege, was ich machen soll. „Ich könnte ja die Scheuerstellen abkleben und vorsichtig 20 Kilometer nach Stockach gehen, falls die Hose so lange durchhält. Vielleicht gibt’s dort einen ähnlichen Laden, der Hosen verkauft. Wenn es nicht klappt und die Hose vollends auseinanderfällt, kann ich noch meine Regenhose anziehen und mit dem Bus von Stockach aus nach Hause fahren“ „Nein, das kommt doch überhaupt nicht in Frage ! Ich werde morgen mein Glück versuchen und nach Stockach gehen. Falls es noch reicht, sogar nach Überlingen und mir dort eine neue Hose kaufen“. sage ich zu mir und mache mich für die Nacht fertig. Der Himmel ist bedeckt und es ist unerträglich schwül. Es tröpfelt für ein paar Minuten vor sich hin und schon habe ich das nächste Problem an der Backe. Es ist nicht daran zu denken, die Nachtklamotten anzuziehen. Sobald ich meine lange Seidenunterhose und das Nachtshirt anziehe, rinnt mir der Schweiß in Strömen über den Körper. Im Contrail ist es fast nicht auszuhalten. Bis 02.00 Uhr in der Nacht liege ich wach, nur mit der kurzen Unterhose bekleidet, im Contrail. Erst dann, hat sich die Temperatur soweit abgekühlt, dass ich meine Nachtklamotten anziehen und den Komforter benutzen kann. Ich erwache gegen 06.45 Uhr und bin wie mit Eisenbahnschienen geschlagen. Eine weitere Erkenntnis macht sich breit. Noch ein, zwei solche Nächte im Contrail und ich bin fertig mit der Tour. Entweder ich suche die nächsten Tage jeweils ein Hotel auf, damit ich wenigstens ein paar Stunden ruhig schlafen und meine Kräfte wieder aufladen kann, oder das war´s mit der Tour. Schließlich bin ich 60 Jahre alt und man sollte seine Fertigkeiten realistisch einschätzen. „Was kann jetzt noch passieren ? Vielleicht einen Meteor auf den Kopf ?“ frage ich mich sarkastisch. Müde wie ein Hund, mit schmerzenden Oberschenkeln und kaputter Hose mache ich noch Morgentoilette und mich anschließend auf den Weg nach Stockach. Auf ein Frühstück in einem der nächsten Orte hoffend, trabe ich mit zusammengebissenen Zähnen los. Muss ich noch extra berichten, dass es in keinem einzigen Ort einen Metzger oder Bäcker gibt ? Eine Gastwirtschaft die nicht erst um 17.00 Uhr öffnet ? Ich ernähre mich also tagsüber von steinharten Pfefferwürsten und Wasser, die ich als Notproviant mitführe. Das Weglassen des Kochers usw. war somit ein Griff ins Klo und wehmütig denke ich an einen Topf voll Spaghetti Bolognese. Ich schaffe tatsächlich die 20 Kilometer bis Stockach, ohne die Hose zu verlieren, finde dort keinen passenden Laden und tigere am nächsten Tag, nach einer Übernachtung im Hotel, noch 21 Kilometer nach Überlingen, kaufe mir dort für 90 Euro eine neue Wanderhose und übernachte in einem Hotel im Stil der fünfziger Jahre. Weiter geht’s mindestens 40 Kilometer direkt am Bodensee entlang. Keine Chance, am Bodensee ein ruhiges Fleckchen zu finden. Touristen sind mit E-Bikes, MB und zu Fuß an jedem möglichen und unmöglichen Ort zu finden. Die Einheimischen berichten mir, dass es zu dieser Zeit kaum jemals so einen Andrang gegeben hat. Nicht mal ein erfrischendes Vollbad im See traue ich mir zu, plansche mit hochgerollten Hosenbeinen mit den Füssen im Wasser, schiele jede Sekunde sicherheitshalber nach meinem abgestellten Pack. Man hat wirklich keine ruhige Minute. Nach 24 km übernachte ich im Hotel in Immenstaad und tags darauf nach weiteren 28 Kilometern komplett groggy in Tettnang. Ich brauche unbedingt einen Zero, hat mir doch die Hitze und Schwüle jede Kraft aus den Beinen gezogen. Lustigerweise schickt mir meine Frau jeden Tag Videos von schweren Gewittern und Autos, die in unserer Gegend bis zu den Scheinwerfern im Wasser stehen. Bis dato hat es auf meiner Tour kein einziges Mal gewittert. Abends haben die Wolken zugezogen, aber keinen Tropfen abgeregnet. Die Schwüle ist unerträglich. Gott froh, den Bodensee verlassen zu haben, geht es nach 27 Kilometer nach Wangen (Übernachtung im Hotel) und tags darauf 23 Kilometer nach Isny (Übernachtung im Hotel). Schließlich erreiche ich nach weiteren 10 Kilometern mein Ziel. Den ehemals höchsten Berg von Baden-Württemberg – den Schwarzen Grat ! Ich habe für die 185 km 8,5 Tage (incl. 1 Zero-Tag) gebraucht. Man glaubt es kaum: Bin ich tagelang in größter Hitze und Schwüle gelaufen, fängt es, als ich den Turm des Schwäbischen Albvereins besteige, an zu regnen. Es regnet nicht nur, es schüttet wie aus Kübeln, so dass ich den Abstieg durch den Wald zur Bushaltestelle bei der Reha-Klinik Überruh, in zentimetertiefen Rinnsalen zurücklege. Es regnet den ganzen Tag, bis ich wieder nach stundenlangen Zugfahrten, wieder zu Hause bin. Fazit: Also es war keine angenehme Tour – aber trotzdem eine lehrreiche Erfahrung. Ich möchte deshalb auch keine Bewertung des HW 9 abgeben, wäre diese doch wenig objektiv. Leichte Ausrüstung war das A und O. Übernachtung im Contrail – keine Chance. Ich hätte bei diesen Bedingungen mit Sicherheit nach weiteren ein, zwei Tagen abbrechen müssen. Der Lite-Flex Schirm ein absolutes muss. Mit Sonnenhut alleine, hätte ich nicht diese Strecken zurücklegen können. Teer- und Schotterwege sind bei diesen Wetterbedingungen echt die Hölle und ziehen jede Kraft aus dem Körper. Bei dieser Hitze ist trinken, trinken, trinken angesagt. Falls ich mal zu lange nicht getrunken hatte, setzten bei mir kurz darauf Kopfschmerzen und leichte Benommenheit ein. Ein Highlight möchte ich euch dennoch noch zeigen: Im Ursental war die Welt (und Hose) noch in Ordnung.......
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