Bergtapir
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Bergtapir hat eine Reaktion von SouthWest erhalten in VorstellungsthreadHallo,
ich bin 27 Jahre alt und wohne in Aachen.
Neben einigen 1-oder 2-Tagestouren in der Eifel, im hohen Venn und der Lüneburger Heide, habe ich bisher Wanderurlaube in Schottland, dem Lake District, auf Mallorca und in Norwegen gemacht (Umfang 5 bis 11 Tage).
Ich freue mich sehr auf Tipps und Anregungen für die nächsten Touren
LG, Grit
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 10: Der Schnee ist da
Da wir bereits mit dem nicht-das-Frühstück-buchen bereits in Sandhaug erfolg hatten, brachen wir wieder nach dem Verzehr eines Schokoriegels mit etwas Wasser auf. Es ging noch kurz vorbei am Hotel Finse 1222, da wir zuvor gelesen hätten, dort drin gäbe es eine Einkaufsgelegenheit, wir hatten auf ein Tante-Emma-Artiges Angebot gehofft, um unseren Frühstücksvorrat (war "auf Lücke" mitgenommen worden) aufzustocken. Leider war dem nicht so, bis auf ein paar Souvenirs und etwas Krimskrams gab es nichts, v.a. nichts was als gutes Frühstück getaugt hätte. Wir beschlossen, erstmal mit unseren Vorräten weiterzuwandern; durch die Abendessen in den Hütten hatten wir mitgebrachtes Abendessen übrig.
Da wir bereits zuvor gehört hatten, dass für den Folgetag in Finse Schnee angesagt war, wir am Vortag gefroren haben und es heute nochmal auf 1500hm hochgehen sollte, zogen wir uns von vornherein die Fleecepullis unter und die Regenhosen über. Dass auch 0 bis -2° (in Finse, 1222hm) und Niederschlag angesagt waren, nahmen wir etwas teilnahslos zur Kenntniss. Gestern war uns zwar auch kalt, aber wir waren halt zu spät erst wärmer angezogen und schon nass. Sollte uns heute nicht passieren...
Von Finse aus ging es erstmal nach Norden, sanft aufsteigend ins Halligskarvet-Gebirge, wir wurden begleitet von einigen Tageswanderern.
Als wir allmählich höher stiegen, wurde der Konstante Niesel zu Schnee, der zunächst mal nur die Wanderwegsschilder bedeckte...
Das spätestens jetzt war für eine ganze Weile das letzte Foto das ich machen konnte. Es war kalt und sehr windig, die Handschuhe nass und die Hände dadurch ebenfalls kalt; wir versuchten auf den noch einfachen Wegen Tempo zu machen um warm zu bleiben. Doch wir stiegen höher, und der Schnee blieb liegen.
Bald war der Boden von ca. 15cm Neuschnee bedeckt, auf dem schwarzen Gestein des Gebirges, bei einer Mischung aus Schnee und Nebel war die Weitsicht massiv reduzuiert, auch den Weg konnte man nicht mehr erkennen. Nur so jedes 2-3 Steinmännchen, dass etwas größer war als die anderen, und aus der Landschaft herausragte, ließ sich erahnen; auch wenn wir mehrmals falsch liefen. Man musste sich jetzt sehr konzentrieren wo man hintrat; es gab wiederholt Passagen von glattem, glitschigem Gestein; nur dass es diesmal von 15cm Sülzschnee bedeckt war.
Ich hätte keine Bilder machen können, selbst wenn ich gewollt hätte. Um mal mit einem gephotoshopten Symbolbild zu verdeutlichen, was wir gesehen haben: in etwa so viel: (Wirklich nur leicht übertrieben. Es war noch kein Whiteout, aber kurz davor...)
Die grobe Richtung war klar, immer nach Norden, jeweils zwischen den großeren Gipfeln hindurch. Ab und zu warf ich einen Blick auf die Karte oder das Handy.
An der "Klemsbu" Hütte hatten wir gehofft eine Pause machen zu können und ggf. sogar zu frühstücken, wenn ein Notraum offen wäre; leider gab es an der Hütte nicht mal einen guten Windschutz, etliche Tageswanderer suchten Schutz auf der kleinen, Windabgewandten Seite der Hütte. Wir gingen weiter, stehenbleiben hätte nur weiteres auskühlen bedeutet. Grits und meine Hände waren kaum noch beweglich; aber wir hatten auch schon den höchsten Punkt des Tages erreicht, ca. 1640m, von hier wollten wir so schnell es ging wieder hinunter, in die schneefreie Zone. Immerhin begriffen wir, dass die kalten Hände in den nassen Handschuhen immer weiter dem Schnee und Windchill auszusetzen durch Nutzung der Trekkingstöcke uns in Gefahr bringen würde; wir packten die Stöcke weg. @Bergtapirs Rucksack war von der rechten Seite mit einem dicken Eispanzer überzogen, man konnte darunter weder die Form noch die Farbe des Rucksacks noch erahnen.
Nach der Klemsbu-Hütte wanderten wir in der nähe von zwei schwer beladenen Deutschten, doch diese waren deutlich langsamer als wir unterwegs, also tauschten wir ein Paar Worte aus, erfuhren, dass diese das selbe Etappenziel vor sich hatten wie wir, und ließen sie dann bald hinter uns.
Ohne die stark exponierten Hände war uns an diesen etwas wärmer, es fehlte jedoch an der verbesserten Balance und Trittsicherheit im rutschigen Schneematsch, unter dem man den Boden nicht mehr erkennen konnte. Man musste noch vorsichtiger gehen, doch auch unsere Konzentration begann zu schwinden durch Kälte, Erschöpftheit und zu wenig zu Essen an diesem Tag. Wir hatten ja kein richtiges Frühstück... Nich zum ersten Mal ging mir durch den Kopf, dass wir an der Klemsbu-Hütte hätten umdrehen sollen.
Zweimal stürzte ich; ich zog mir zum Glück aber nur einige blaue Flecken am Bein und der Hüfte zu. Bei einem dieser Stürze verlor ich auch einen meiner beiden Handschuhe, ich hatte die inzwischen triefenden Teile ausgezogen und die Hände so tief in die Ärmel der Jacke eingezogen wie mir nur möglich war. Die Kälte kroch langsam bis in Oberarme und den Oberkörper.
Als wir Schließlich am endgültigen Abstieg ins Tal des Omsvatnet standen, verließ mich kurz der Mut. Steil wand sich der Weg wohl in Serpentinen hinab, nur dass man fast nicht erkennen konnte, wo man gefahrlos laufen konnte; dazwischen war teilweise Blockwerk, in dem man sich leicht mit dem Fuß hätte verklemmen können. Doch da! Weit Vor und unter uns war ein weiterer Wanderer, man winkte sich zu. Ich entdeckte seine Fußabdrücke und folgte nun diesen. Irgendwann konnten wir ihn schließlich einholen, an einem tiefen Einschnitt der Talflanke, die wir entlangliefen war ein ausgedehntes Schneefeld, der offensichtliche Weg über das Schneefeld (Mitte September...), alle Umwege sahen sehr weit und unklar oder gefährlich aus, durch teils langgestreckte Wasserfälle. Zum Glück brachte mich der Niederländer zur Besinnung, das Schneefeld besser zu umgehen. Auch er war erheblich langsamer Unterwegs, ihm gefiel der Schnee, also ließen wir auch ihn hinter uns. Bald verließen wir jedoch auch den von Schnee bedeckten Bereich, ab ca. 1300hm blieb kein Schnee mehr liegen und man konnte wieder erkennen, wohin man trat. Wir konnten uns durch schnelle Schritte, Hampelmänner und hinaufjoggen auf Steigungen wieder etwas auf Betriebstemperatur bringen. G.s Hände machten wir jedoch weiterhin sorgen.
Die heutige Ettappe war im Wanderführer als einfache Wege beschrieben; das waren sie insgesamt (zu unserem Glück) auch, doch die Bachquerungen waren schwieriger als zuvor; es gab kaum Brücken und durch den gefallenen und inzwischen geschmolzenen Schnee und Regen waren die Bäche angeschwollen und hatten teilweise ordentlich Strömung; auch die erneut durchnässten Füße hoben nicht gerade die Stimmung,
Schließlich erreichten wir den Geiteryggvatnet, man sah die nächste DNT-Hütte. Es breitete sich Erleichterung bei uns aus. Ich machte ein belangsloses Foto des Tals, dabei fiel mir auch einmal die Kamera in den Matsch, schien jedoch nicht besonders nass geworden zu sein. Wir erreichten die Hütte, heute gab es dann keine Diskussionen, ob wir zelten würden oder einkehrten.
In der Geiterygghytta wurden wir mit einer Freundlichkeit und Herzlichkeit von der Wirtin begrüßt, die wir so bisdahin noch nicht erlebt hatten. Und auch die Hütte selbst können wir nur sehr empfehlen. Gemütlich, sowohl in den Zimmern (mit Heizung!) als auch den Gemeinschaftsräumen; gute heiße Dusche, sehr leckeres Essen, gut funktionierender Trockenraum. Es waren nur 4 Gäste ausser uns angekündigt, wir waren die ersten. Die Ettappe war im Reiseführer mit 6h angegeben, laut Ut.no mit 5,5h. Wir haben 4,5h gebraucht, wir wollten ankommen und bewegten uns schnell um warm zu bleiben.
Das war das letzte Foto meiner Kamera für diesen Urlaub. Der Akku wurde noch am morgen frisch geladen; nachdem ich die Kamera zum trocknen in der Hütte gelegt hatte, ging sie plötzlich nicht mehr. Die Feuchtigkeit des Herunterfallens oder Kondens durch den Wechsel vom kalte ins warme schienen ihr geschadet zu haben. Die Ärgernis über die scheinbar kaputte RX100 wurde aber noch durch die Erleichterung, den Tag überstanden zu haben überwogen. @Bergtapir hatte jedoch wohl leichtgradige/beginnende Erfrierungen an den Fingern mitgenommen.
Die Beschwerden der Finger verschwanden zu meiner größten Erleichterung in den nächsten Tagen. Und sogar die Kamera hat (nach dem Urlaub...) wieder zu funktionieren begonnen. Die nächsten Tage, bis nach Deutschland, konnte ich leider nur Handybilder machen.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 9: Der kalte Hauch des Gletschers
Nach einer erholsamen Nacht in der Rembesdalseter (wir benutzten übrigens die vorhandenen Betten; breiteten darauf, unaufgeblasen, unsere Isomatten aus und schliefen unter unseren eigenen Quilts; man braucht eigentlich eigene Bettwäsche/Hüttenschlafsäcke (und sollte die wohl auch haben, ich sage nur Bettwanzen und Skabies...) die wir natürlich nicht hatten. Und unsere Quilts sind ja hinten offen...) und einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns noch von Christian (?), tauschten ein paar Tipps über den jeweils vor einem liegenden Weg aus und brachen in einem Fenster von Sonnenschein auf.
Das Innere der Hütte
Es war zunächst fast T-Shirt Wetter! In Baselayer+Windjacke kam ich bald ins schwitzen und musste die Windjacke ausziehen.
Zunächst ging es recht steil ca. 300hm hoch, zum Teil an Wasserfällen und durch herabastürzenden Bächen vorbei (nichts schwieriges bei den guten Bedingungen), dann über eine langgestreckte Passage der uns schon bekannten blanken Granitplatten, diese waren von den nächtlichen Regenfällen zum Glück bereits getrocknet
Ab dann folgte eine lange, weitgehend flache und eifach zu gehende Strecke um den Hardangerjøkulen bzw. seine Nebengipfel herum, immer mal wieder etwas auf- und ab; vorbei an Seen und kleingemahlenem Stein. Es gab kaum noch Vegetation, und kurz darauf nicht mal mehr Moose und Flechten; nur noch schwarzen Stein und Sand.
Leider wurde das Wetter von Moment zu Moment schlechter, gerade als wir nach dem Aufstieg aufs Plateau angekommen waren, erreichten uns die ersten Regentropfen.
Wir zogen die Regenjacken an, da es sich bisher nur um Niesel handelte, fuhren wir ohne Regenhosen etc. fort. Mit dem stetigen Aufstieg wurde es jedoch auch immer kälter und Windiger, und auch der Regen verwandelte sich nach einigem auf- und abschwellen irendwann in Schneeregen und Hagel.
Als es mir noch gut ging und ich vom laufen warm war, bemerkte ich, wie @Bergtapir stark auskühlend wirkte; jedoch auch keine "Pause" machen wollte um sich wärmer anzuziehen; ich musste sie fast schon dazu zwingen, die Fleecejacke und Regenhose anzulegen. Die windabweisenden, jedoch nicht wasserdichten Handschuhe waren völlig vom Schneeregen durchnässt. Sie konnte die Finger nicht mehr genug bewegen um ihren Reissverschluss zu schließen. Danach wärmte ich erstmal ihre eiskalten, bläulich-weissen Hände bei mir unter der Jacke auf; mir war da zum Glück noch gut warm von der Bewegung. Leider habe ich diese Gelegenheit noch nicht genutzt, um mich selbst besser anzukleiden, sodass ich ca 1-2h später ebenfalls grenzwertig auskühlte, ich lief stoisch weiter um einen Windschutz vor dem fast horizontalen Schneeregen/Hagelgemisch zu finden, vorher war an ein Umziehen ohne sich und die Kleidung noch weiter zu durchnässen nicht zu denken; als ich schließlich eine passende Stelle fand, bekam ich mit meinen Händen kaum noch den Rucksack auf. In diesem Moment würde mich das 50er Decathlonfleece auch nicht retten; ich zog direkt die Daunenjacke mit an, um mich erstmal wieder aufzuwärmen. In dieser ganzen Periode war an Fotos machen nicht zu denken.
Zwischenzeitlich ließ der Schneeregen etwas nach bzw. verwandelte sich nur noch in leichten Niesel, sodass wir von unserem "Tunnelblick" des Voranpreschens etwas ablassen und uns die Landschaft um uns herum ansehen konnten. Die einzige zu sehende Farbe, neben unseren bunten Jacken war das blaue Eis des Gletschers.
Eisschollen trieben über die Gletscherseen.
Eis unter einem ins Wasser ragenden Schneefeld
Bald kamen wir an eine unserer "Lieblingsstellen" des Tages, von der uns auch unser Hütten-Compagnon erzählt hatte, ein reissender Gletscherbach, ca. 2-3m breit, konnte nur auf einem ca 20cm breiten Holzbalken ohne Geländer oder Seil überquert werden. Dass der Balken ziemlich glitschig war, muss nicht erwähnt werden. Ich bewegte die Füße immer nur jeweils wenige Centimeter vorwärts, jeweils hintereinander, beide Füße passten nicht gleichzeitig auf diesen Schwebebalken. Und kurz nach diesem kam noch eine Hängebrücke, lang, im Wind schwankend, rutschig und mit tosendem, weiß schäumendem Gletscherfluss darunter.
Zum Glück waren wir diese Brücken schon etwas gewohnt; sonst hätten diese etwas erschwerten Bedingungen uns vor ein ernsthaftes Problem gestellt...
Gerade als das Wetter wieder besser zu werden schien und wir wieder "warmgelaufen" waren; begann schon der Abstieg Richtung Finse.
An einigen Stellen führte der Weg auch mal steil durch die Kaskaden eines Gletscherflusses hindurch, teilweise konnte erneut nicht der Weg gefunden werden; erst im Blick zurück zeigten sich uns die bekannten Markierungen, einfach auf meterhohe glatte Steilwände gepinselt. Sollte wohl "seht zu, wie ihr da hochkommt" heißen. Es ging vorbei an zahlreichen, teils sehr beeindruckenden Altschneefeldern.
Schließlich gelangten wir ans Ufer des Finsevatnet, an dem man noch einige Stunden, teils parallel zu den Bahngleisen entlanglief. Dort holte uns auch der Regen wieder ein.
Nach solch einem anstrengenden Tag wollten wir zunächst an der Finsehyyta fragen, wie es dort mit dem zelten funktioniere, als wir erfuhren, dass die nächste Zeltgelegenheit am anderen Seeufer lag, beschlossen wir, uns doch erneut in der Hütte einzuquartieren, der Weg zu der Dusche wäre zu weit gewesen
Leider empfanden wir beide die Finsehyyta beide als sehr ungemütlich; der große Aufenthalts- und Speisesaal waren OK und das Essen gut, der Schlafsaal jedoch sehr kalt und ungemütlich und die Duschen eine Katastrophe; lauwarm bis kaltes Wasser das nach Knopfdruck nur für ca. 8sek lief und dann einen erneuten Knopfdruck erforderte... wenn jemand primär zum Duschen in die Hütten will, kann ich Finse nicht empfehlen. Das Bier der Hauseigenen Brauerei fanden wir jedoch nicht schlecht. Das "Special" war eine Art malziges IPA mit wenig Alkohol (<5%), eine ungewöhnliche Kombination.
Im Schlafsaal hing über der Tür ein so grell leuchtendes Notausgangsschild, dass man auch bei ausgeschalteter "richtiger" Beleuchtung ein Buch hätte lesen können. Ich schlief diese Nacht mit meinem Buff aus Augenbinde...
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 8:
Wir wachten auf zu einem schönen sonnig-bewölkten, aber kühlen Morgen. Wir konnten weiterhin keinen Campingbetreiber ausfindig machen, weder vor Ort noch telefonisch, also haben wir uns entschlossen abzubauen und es im Nachhinein per Mail zu versuchen. [Ich habe den Betreiber inzwischen angemailt, mit der Bitte nach einer Rechnung für die Übernachtung, mir wurde es aber erlassen. Emailkontakt war nett. Dem aber wahrscheinlich zu aufwändig, sich die paar Kronen überweisen zu lassen aus dem Ausland...].
Der Wetterbericht versprach stabiles Wetter mit nur wenig Regen und Wind, also brachen wir auf in Richtung Hardangerjøkulen. Vom Caming Garen aus gibt es eine "Abkürzung" durch ein Neubaugebiet zur Liseth-Hütte (von außen sehr nett) durch ein Sumpf/Neubaugebiet, dann muss man nicht an der Straße entlang. Da wir durch rumsuchen nach dem CP-Betreiber, dafür extra-nicht-so-früh aufbrechen etc. schon etwas spät dran waren, haben wir uns den Ausflug zum Voringsfossen (einem großen, bekannten Wasserfall) gespart und sind direkt in die Berge gestiegen.
Es geht erst gefühlt ewig hinauf stets auf guten Wegen, wir kamen sogar an einigen Tageswandernden Familien vorbei, teilweise mit Kindern im Vorschulalter. Überhaupt hat uns die Zahl der Wanderer mit kleinen Kindern sehr überrascht. Sehe ich in der Eifel o.ä. nie, erst recht nicht mit Gepäck!
Nach einigen Stunden schließlich erreichten wir ein schönes Bergplateau zwischen Vetle- und Store Ishaug mit einigen kleinen Seen, machten aber nur kurz Rast, durch den Wind war es schon recht kühl.
Auf dem Weg über das Plateau, während man über ausgedehnte flache Granitfelsen lief, fing es an, etwas zu nieseln. Bald erreichten wir den Abstieg vom Plateau/Bergpass zu einer "Talstufe", bevor der Berg steil in das Simdal abstürzte, als wir die Kante nur von weitem Sahen, wurde uns schon ganz anders. Da der Abstieg auf der Nordseite des Berges lag, kamen wir jetzt das erste Mal unmittelbar an Schneefeldern vorbei, die das ganze Jahr überstanden hatten. Der Abstieg gestaltete sich steil und rutschig, entweder war es Schlamm oder aber inzwischen vom Regen nasse, glatte Granitplatten, sodass der Abstieg einiges an Konzentration forderte.
Der Wind und Regen wurde immer stärker; ab jetzt gabs leider für eine Weile keine Fotos mehr...
Hier von Süd nach Nord...
Uns kam ein (wie wir später erfuhren) Niederländischer Mann mit seinen 2 ca. 18-20 jährigen Töchtern (?) entgegen, selbst hochgerüstet mit Bergausrüstung; als er erfuhr wo wir hinwollten, erklärte er, er käme gerade aus der Rembesdalseter Hütte und der Weg sei noch "very long and very hard, you have to go up there, then down, then up, then down and then up and down again", was uns für den Moment etwas entmutigte, dass seine beiden Töchter aber nur mit Einweg-Regenponchos bestückt waren als einigen Regenschutz (?) machte uns dann doch noch die Hoffnung, dass wir zu einer andren Einschätzung kommen würden.
Am Ufer des Skytjedalsvatnet musste man schließlich über einen recht schmalen, wenn auch flach ausgezogenen Grat hinauf zum Storhaugen, es regnete; uns war schon etwas kalt durch den Wind; links ging es 600m in nahezu freiem Fall ins Tal hinab, rechts zum vom Wind gepeitschten See. Und der Aufstieg bestand aus glattpolierten, nassen Granitplatten. G. kam erstaunlich gut auf dem Gestein voran, ich hingegen fand auf mittlerer Höhe erstmal keinen Halt mehr; lag irgendwann bäuchlings auf dem Fels und wusste nicht wohin vor oder zurück; die Schuhe fanden keinen Grip auf der ca. 45° steilen, vllt 2m langen nassen Granitplatte. Nach einem kurzen Anflug von Panik fand ich schließlich Halt mit den Händen an einer Stelle und konnte mich hinaufziehen.
Zum Glück ließ jetzt der Regen etwas nach, wir konnten zumindest davon etwas verschnaufen; und warm war uns nach der Aktion auch geworden. Kurz bevor wir bemerkten, dass der Weg kurz quasi direkt an der Abbruchkante zum Fjördtal verlief, sodass wir uns einen Umweg durch den Hang suchten. Zumindest auf der anderen Seite gab es einen guten, für höhenangst-geplagte angenehmen Ausblick auf das Skytjedal.
Dafür regnete es jetzt wieder...
Ab jetzt wurde leider die Wegfindung das erste Mal zum Problem. Die Sicht war zwar ausreichend; bisher hatten wir Karte und GPS aber kaum gebraucht. Die Wege waren fantastisch markiert, alle 10-20m kam ein T sodass man sich bei schlechter Sicht gut orientieren konnte. Online hatte ich auch bereits gelesen, dass der frühere Abstieg zum Rembesdalsvatnet und der Hütte über den Moldanuten (auf der Karte rechts und dann nach Norden) nicht mehr begehbar sei, da unterhalb der Gleterschzunge der Weg abgerutscht sei, es stand jedoch auch überall, der Umweg sei sehr gut markiert. Auf meinem GPS Track hatte ich lediglich sehr grobe Wegpunkte gesetzt, nur so alle 1-2km einen. Leider fehlten kurz vor der in der Karte eingezeichneten Weggabelung plötzlich die Ts, auch ein Trampfelpfad war nicht mehr zu erkennen, sodass wir eine Weile herumirrten. Nach einigem Herumirren konnten wir schließlich mithilfe des Handys und der GPS Karte den Weg entdecken, und am Skoranuten östlich vorbei hinaufsteigen. Der auf der Karte kurze Abstieg zum Staudamm hingegen war ein Kampf. Eigentlich ein ausreichend breiter Weg, unterbrochen von gelegendlichen Blockfeldern; nur dass der "Weg" hier fast durchgängig von nahezu Knietiefem Schlamm dominiert war; jeder Schritt kostete Kraft und drohte mir die Schuhe auszuziehen. Wir brauchten fast eine Stunde für den Abstieg.
Der Staudamm am Rembesdalsvatnet wirkte extrem unwirklich in der Gebirslandschaft. Alles wirkte Verlassen, sodass wir annahmen, des handele sich um ein Stillgelegtes Kraftwerk. Dass es wohl zum zweitgrößte Pumpspeicherkraftwerk Norwegens gehört, war uns nicht klar, wir hatten eher einen postapokalyptischen Eindruck von der Anlage.
Rechts im Bild de Staudamm, den man überqueren muss. Im Hintergrund die Rembesdalskåka.
Vom Staudamm aus hatten wir tolle Ausblicke auf die Rembesdalskåka, den größten Gletscherausläufer des Hardangerjøkulen. Von da an war der Weg sehr einfach, man musste nur leicht hinauf und den Gletschersee umrunden, um schließlich zur Rembesdalsseter-Hütte zu kommen, wo wir übernachten wollten. (Einer unbemannten, jedoch voll ausgestatteten Hütte mit Proviantlager).
Erschöpft aber Glücklich am Ende des Tages
Kurz vor der Hütte trafen wir noch Christian(?), einen deutschen Kunst-Studium absolventen; der die Hütte nicht fand und schon kurz davor sein Zelt aufbauen wollte; er kam gerade aus Finse. Mit ihm zusammen verbrachten wir noch den Abend auf der Hütte, jeder schaute den anderen an wie jemanden aus einer anderen Galaxie. Er hatte für seine Wanderung von 7 Tagen auch 7 T-Shirts dabei zum wechseln; das erklärte den riesigen Fjällräven-Rucksack den er trug. Und das, wo er kein Wanderneuling war, er sei schon in jedem Skandinavischen Land zu Fuß unterwegs gewesen. Naja, HYOH und so.
In der Hütte war es herrlich gemütlich und warm; wir heizten den Kamin ein, hatten Kerzenschein und leckeres Essen, gönnten uns etwas vom mitgebrachten Whisky - draussen tobte der Wind.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 5:
Der Wetterumschwung sollte andauern. Es hatte sich zugezogen und die ganze nacht geregnet. Dank der guten Abspannung stand das Zelt ruhig auch im starken Wind. Sobald man das Zelt verlassen hatte, war von der Ruhe des Zeltes nichts mehr zu vernehmen... Wir zogen die mitgebrachten Sealskinz Socken an.
Die Landschaft hatte über nacht fast alle Farbe verloren. Wir zogen die Regenjacken enger und den Hut tief ins Gesicht, um vom feinen Sprühregen, der die ganzen Tag vom Wind herangetragen wurde, nicht komplett geblendet zu werden, insb. als Brillenträger. Der Weg entfernte sich nun vom Langesjøen und führte über eine schier endlose graubraune, windgepeitschte Ebene die Vombsflatane.
Der Wandertag verlief für mich wie in einem rausch. Weiterwandern, sonst kühlt man durch den Wind und nieseregen aus. Zu sehen gabs ausser der unendlichen Weite und grauem Gestein sowie grauem Himmel nicht viel.
Als wir schließlich die Sandhaug-Hytta erreichten, beschlossen wir nach einer kurzen Aufwärmpause im inneren kurzentschlossen dort zu bleiben, auch wenn es erst 16:30 war. Draussen gabs in diesem Wetter heute nix mehr zu holen, so beschlossen wir.
Wir teilten uns die sehr gemütliche Hütte neben einem älteren Norwegischen Wandererpaar, welches nicht sehr gesprächig war, mit einer norwegischen Schulklasse aus Oslo. Die waren trotz pubertärem Verhalten aber erstaunlich zivilisiert und diszipliniert. Am nächsten Morgen merkten wir nichteinmal, wie sie frühstückten und sich fertigmachten (sie schliefen im Schlafsaal, wir im Zimmer, da der Schlafsaal für die Klasse gebucht war.)
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 4:
An diesem Tag sollte es eine leichte Änderung der Landschaft, aber eine deutliche Änderung des Wetters geben, den Vorboten dessen, was da noch kam. Nach den zuvor sonnigen Tagen, starteten wir jetzt mit einen nahezu komplett bedecktem Himmel, es war nun auch deutlich frischer und windiger. Dennoch unbeschwert (und nun, nach etwas umpacken und etwas weniger Essen sowie dem wieder daran gewöhnen, nur noch wenig Wasser zu tragen, deutlich besser tragbaren Rucksäcken) starteten wir in den Tag und stiegen hinab zur Heinseter-Hytta, wo wir erstmal unser Frühstück nachholten. Da wo wir (notgedrungen, gab nix besseres) gezeltet hatten, war der nächste Bach zu weit weg und wir zu faul, morgens Wasser zu holen.
Im Hintergrund zusehen die Heinseter Hytta, nachdem wir sie schon passiert hatten.
Auch die Brücken, die wir passieren mussten, wurden zunehmend größer
Es kam sogar zu einigen kurzen Schauern, weswegen wir ein wenig Regenjacke an-aus spielten, meist wenn wir gerade eine pause machen wollten, um etwas Studentenfutter zu essen.
Schließlich kamen wir am Langesjøen an, an dem wir heute Abend unser Lager aufschlagen wollten, passierten jedoch zuvor noch die Rauhelleren turisthytte, die wir uns jedoch nicht allzu genau ansahen; wir wollten ja noch weit genug davon weg & einen Schlafplatz finden.
Gerade, als wir ein halbwegs ebenes Stück Gras fanden, auf dem man das Zelt hätte aufstellen können, trotz des sehr weichen und morastigen Bodens in der Nähe des großen Sees, frischte der Wind stark auf, und man sah auch schon weshalb, am anderen Seeufer zog eine gehörige Regenfront auf, die uns jedoch kurz zuvor noch einen Tollen Regenbogen bescherte.
Rasche wurde ausgeschwärmt um sämtliche losen und nicht-ganz-so-losen Steine in der näheren Umgebung zur Heringssicherung zu organisieren, sogar ein nahegelegener (lose stehender) T Stein wurde zweckentfremdet (keine Sorge, am nächsten Tag selbstverständlich ordnungsgemäß dahin zurückgestellt, wo er herkam)
Das letzte Licht des Tages und das letzte Stückchen blauer Himmel für die nächste Zeit wurden von der Regenfront verschluckt, daraufhin mussten wir schnell endgültig ins Zelt, zu einer unruhigen und stürmischen Nacht.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 3:
Erholt aber immer noch etwas hibbelig, was uns erwarten würde, und so erholt dann doch nicht - ich schlafe nie gut die erste Nacht draußen - starteten wir unsere heutige Wanderung. Es sollte erstmal auf einen Nahen "Gipfel" gehen um ein bisschen einen Überblick zu bekommen, was uns noch so erwarten sollte, also war der Ustetind (1366m) schnell erwandert.
Von da an ging es stets nach Südosten, über flaches Heidekraut, unterbrochen von recht trockener Sumpflandschaft, die gelegentlich mit Stegen und kleinen Brücken, die eigentlich unnötig waren, entschärft waren. Noch waren war ganz aufgeregt über alles neue und machten sogar ein Foto beim überqueren dieser gefährlichen Brücke über den tosenden Fluss.
Es wechselten sich steinige Anstiege und weite Seenlandschaften ab, soweit das Auge reicht, und wir genossen das traumhafte Wetter.
Man kann schon die Eiskappe des Hardangerjøkul am Horizont erahnen, es sollte aber noch dauern, bis wir uns näherten
Auch wenn wir "gelegentlich" fast zu Tode erschreckt wurden von etlichen Familien von Schneehühnern, die wir versehentlich aufscheuchten, was diese mit plötzlichem lautstarken Aufflattern überall um uns herum quittierten - da waren wir dann wenigstens quitt.
Man beachte die Schneehühner rechts und links des Steins.
Zum Abend hin gestaltete sich die Zeltplatzsuche aber als gar nicht so einfach: Entweder dicht mit Heidekraut überzogen, steinig, uneben oder triefend Nass im Sumpf. Gute Zeltplätze: Mangelware. Schließlich fanden wir etwas, etwas Oberhalb der Heinseter-Hytta (derzeit geschlossen)
Der Abend war kalt, bot aber einen tollen Sonnenuntergang mit schier ewigem Abendrot
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Prolog:
Ende des Urlaubs in Schottland, 2016. Meine Freundin G.:"Das nächste Mal möchte ich in irgend eine trockenere Gegend, aber so Skandinavien wäre auch echt cool."
Ende des Urlaubs im Lakedistrict, 2017: G.: "Das nächste Mal trockene Gegend, du warst ja ohne mich auf Mallorca, und jetzt waren wir schon wieder im Nassen. Aber Skandinavien wäre auch mal spanend."
Ende des Urlaubs auf Mallorca 2018: Ich: "Wo solls im Herbst hingehen?" G.: "Wir wollten doch immer mal nach Skandinavien..."
Das ist eigentlich ein Bericht, der besser zu den Outdoorseiten passt (*Da werde ich ihn auch nochmal posten...). Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub nach Deutschland habe ich die aktuellen Packlisten hier so angesehen, Schottland im Oktober mit <4kg und solche Sachen, da wird's mir fast schon peinlich. Meine Urlaubsreisen werden eher immer schwerer. Diesmal hatte ich ein Baseweight das höher war als je zu vor bei mir. Außer vllt bei meiner allerersten Tour in der Eifel... aber man ist ja zu zweit Unterwegs und hat Urlaub. Da ich dabei dennoch zumindest viel mit UL-Ausrüstung hantiere und gerne Reiseberichte schreibe (und das hier "mein Forum ist") könnt ihrs ja trotzdem lesen. Trotz einem BW von ca. 8-9kg (geschätzt nur deshalb, weil unterschiedliche Teile der Ausrüstung mal von mir, mal von G. getragen wurden). Hier gibts ne Packliste, wenn auch nix besonders spannendes: https://lighterpack.com/r/fr4dez OT: - die von G. gibts nicht digital, sie trägt neben dem in der liste "gelb" markiertem einen Berghaus Hyper 37, eine Neoair x-lite Womans; einen EE 20F Quilt sowie einen Satz Wander+Schlafkleidung. Und die ganzen Schokoriegel. Nix besonderes, dürfte am Anfang auch ca. 10kg gewesen sein, BW so im Bereich von 4-5kg oder so.
Es wurde viel überlegt, und schließlich gab der Wanderführer "Traumtreks Norwegen" den Ausschlag, dass es zwei Wochen lang Ost-West durch die Hardangervidda, östlich um den Hardangerjøkulen und dann schließlich durchs Aurlandsdalen bis zum Fjörd gehen sollte, also die Touren 3+4+5 aus dem Buch. Ein Großteil der Planung basierte ebenfalls darauf + auf ut.no, ich gebe zu, die ganze Planungsarbeit macht mir keinen Spaß; ich will laufen und nicht Berichte & Karten wälzen.
OT: Die Anreise war wohl meinem von der vorherigen Jobphase gestresstem und ausgelaugtem Gehirn geschuldet etwas umständlich, Flug Düsseldorf->München->Oslo, Übernachtung dort und von da an mit der Bergen-Bahn nach Geilo wo der Start sein sollte. Rückfahrt ebenfalls mit der Bahn über Oslo -> Frankfurt -> Düsseldorf... habe die Flüge gebucht ohne mir die Umstiege genau anzusehen... Beim nächsten mal würde ich es wohl xx->Bergen->Schiffsfähre machen, da wäre man potentiell am Abend der Abreise schon im Zelt.
Unsere schließlich gelaufene Strecke:
Tag 1, Anreise: Um 4 Uhr klingelte der Wecker und wurde erstmal weggedrückt, draußen noch dunkel, bis G. und mir klar wurde, dass wir uns ja eigentlich beeilen müssen, dürfen unseren Flieger nicht verpassen. Extra 2h+Sicherheitspuffer vor Abflug um 9:30 in Düsseldorf war mächtig früh an einem Sonntag. Dass ich am Tag davor aus einem Nachtdienst völlig gerädert nach Hause gekommen war trug ihr übriges dazu bei, dass das Packen hektisch und unsere Wohnung nach Abflug ein absolutes Chaos war. Wo waren doch gleich nochmal die STS-Klappschalen? Die Kreditkarte?? Die Heringe???
Die weitere Anreise verlief jedoch zum Glück ohne Komplikationen, auch wenn das sehnsuchtsvolle Erwarten des Aufgegebenen Rucksacks nach Flug mit Umstieg jedesmal dermaßen nervenaufreibend ist, dass wir ständig überlegen nur noch mit Handgepäck zu fliegen. Wäre nur diesmal bei dem prallgefüllten ULA OHM mit nun sicher 60l und ca. 16kg Last sowie dem Rucksack meiner Freundin nicht gegangen. Haben schließlich Essen für nahezu die ganze Reise dabei. Aber wie gesagt, keine Komplikationen, konnten uns noch ein bisschen Oslo ansehen und Burger essen, bis es schließlich am Folgetag mit der Bergenbahn nach Geilo ging.
Tag 2: Die Bahnfahrt nach Geilo war angenehm, man konnte die abwechslungsreiche Landschaft aus dem Fenster genießen und sogar Steckdosen an den Sitzen bot unser Abteil. Aber richtig entspannen konnten wir nicht, zu aufgeregt waren wir davor, was uns im Fjell erwarten würde. Um ca. 16 Uhr in Geilo (sprich: "Jeilo") begrüßte uns erstmal herrlicher Sonnenschein, Sommerwetter und ein wunderbar Büllerbü-artiger Ort. Von der Tourismus-Hölle, wie ich mir den Skiort vom lesen vorgestellt hatte, keine Spur. Also erstmal den unangenehm schweren Rucksack geschultert und über schattige Wege vorbei an idyllischen Ferienhäusern dem endlos scheinenden Ustedalsfjörden bis zur Tuftebrui gefolgt, wo schließlich die Wanderwege begannen.
Dann ging es zunächst durch Birken und Dickicht auf steinigem Weg immer höher hinauf auf das Plateau der Hardangervidda, immer dem roten T folgend, dass uns von nun an täglich begleiten sollte.
Schließlich auf dem Hochplateau angelangt, wurden die Bäume zunehmend weniger und wir konnten einen ersten Eindruck von der Weite der Landschaft, in der wir uns in den nächsten Tagen bewegen sollten, erhaschen.
Vor dem Anblick des Harlingskarvets(?*Es könnte auch ein anderer sichtbarer Gebirgszug gewesen sein, bsp. ein Ausläufer des Hardangerjøkul, so sicher waren wir da nicht) schließlich, mit den ersten zu sehenden Schneefeldern, richteten wir unser erstes Lager ein.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 7:
Auch wenn wir am Morgen von starkem Wind und Regenprasseln an unserem Fenster geweckt wurden, und erstmal das Frühstück in die Länge zogen in der warmen Hütte (heute gabs dann Milchreis, den wir eigentlich als "Motivations-Nachtisch" mitgebracht hatten; wir hatten zwar Abendessen für die gesamte Tour aber weniger Frühstück dabei, dies wollten wir nachkaufen, so haben wir einen Frühstücks-Tag dazugewonnen. Und auf dem Herd in der Hütte war der Milchreis gut zuzubereiten.) Die norwegische Gruppe dampfte nach ausführlichem Frühstück zum Glück schnell ab, wir blieben mit einigen anderen Wandern erstmal sitzen, u.a. einigen, die den Harteigen besteigen wollten, jedoch noch auf ein Wetterfenster warteten. Zwei Amerikanerinnen erzählten allen, wie toll sie es in Norwegen fänden; sie müssten sich beim Wandern endlich keine Sorgen mehr um rattlesnakes, mountain lions und grizzlys machen.
Schließlich legte sich der Regen etwas, und wir brachen auf, nun hieß die Hauptwanderrichtung nach Norden! Nach einiger Zeit stieg man auf die Flanke eines Berges hinauf, damit war man zwar weit weg vom Sumpf am Talboden, lief jedoch über spiegelglatte und im nassen äusserst rutschigen Granit, was viel Konzentration und kleine Schritte erforderte. Es wurde aber auch von Tag zu Tag kälter, was man, wenn man kein Tempo machen konnte, stark bemerkte.
Uns beeindruckten heute insb. die zahlreichen, teils hausgroßen Findlinge.
Schließlich war die Tour heute jedoch dem Abstieg gewidmet, das sah man deutlich an der Hedlo-Hütte (schon geschlossen für den Winter), um die herum wir uns durch einen schönen Waldpfad bewegten, umgeben von Pilzen (hauptsächlich Fliegenpilze... :D), Beeren und buntem Gebüsch
Am Kjeshovden konnte man gut einen Blick zurück auf die heute überschrittene Landschaft werfen, insb. den jetzt wieder sehr kleinen und entfernt liegenden Harteigen
Dafür schien vor uns die Erhebung des Hardangerjökulen zum Greifen nahe, man konnte schon das blaue Eis des Gletschers erkennen. Doch nicht umsonst hieß es, Hadlaskard<->Liseth sei eine lange Ettappe; zunächst das Fljotdal und schließlich die Flanke des Fljotdalsfjellets zogen sich ziemlich hin. Als wir die ersten Ferienhütten sahen, wähnten wir uns schon kurz vor dem Ziel, doch dies war weit gefehlt.
Ich erwähnte bereits, dass wir keine großen Fans der Brücken waren? Bei Berastol fanden wir schließlich eine unserer Top 2 most-sketchy Brücken vor. Der Fluss darunter mit starker Strömung, die Brücke selbst bestand nur aus sehr lose aufgelegten "Bretter-Inseln" mit jeweils ca. 50-60cm Abstand dazwischen, sodass man fast schon ein bisschen Schwung brauchte, um rüberzukommen. Man beachte die "auf Kante" stehenden Verbindungshölzer der Bretterinseln auf den Stahlträgern. Bei jedem Schritt drohten die Bretter zu verrutschen und einen ins tosende Wasser zu befördern. Im Nachhinein wären wir glaube ich den Fluss lieber gefurtet; es hat aber am Ende alles gut geklappt.
Schließlich kamen wir am Ort Høl (?) nahe Eiderfjord an, wo auch der Hardangervidda-Nationalpark endete. Nach einer erneuten spannenden Brücke über den tief unter uns liegenden, tosenden Engjafoss endete der Wanderweg ziemlich antiklimaktisch an einer Straßenleitplanke. Wir liefen einige Kilometer auf der Straße zum Campingplatz Garen, wo wir übernachten wollten; schon ziemlich ausgelaugt und es hatte auch wieder zu regnen Begonnen. Am Campingplatz konnten wir keinen Betreiber ausfindig machen; an der an der Rezeption angegebenen Telefonnummer meldete sich nur eine Mailbox, also schlugen wir in Rücksprache mit einigen Norwegern auf dem CP einfach mal unser Zelt auf, um alles weitere am morgen zu klären. Leider war es schon sehr spät, als wir bemerkten, dass wir keine 20 Kronen-Münzen zur Nutzung der Duschen hatten, also musste das Duschen (das Argument, was überhaupt für den CP gesprochen hatte) leider ausfallen.
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Bergtapir hat eine Reaktion von Fabian. erhalten in VorstellungsthreadHallo,
ich bin 27 Jahre alt und wohne in Aachen.
Neben einigen 1-oder 2-Tagestouren in der Eifel, im hohen Venn und der Lüneburger Heide, habe ich bisher Wanderurlaube in Schottland, dem Lake District, auf Mallorca und in Norwegen gemacht (Umfang 5 bis 11 Tage).
Ich freue mich sehr auf Tipps und Anregungen für die nächsten Touren
LG, Grit
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Bergtapir hat eine Reaktion von zeank erhalten in VorstellungsthreadHallo,
ich bin 27 Jahre alt und wohne in Aachen.
Neben einigen 1-oder 2-Tagestouren in der Eifel, im hohen Venn und der Lüneburger Heide, habe ich bisher Wanderurlaube in Schottland, dem Lake District, auf Mallorca und in Norwegen gemacht (Umfang 5 bis 11 Tage).
Ich freue mich sehr auf Tipps und Anregungen für die nächsten Touren
LG, Grit
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Bergtapir hat eine Reaktion von Freierfall erhalten in VorstellungsthreadHallo,
ich bin 27 Jahre alt und wohne in Aachen.
Neben einigen 1-oder 2-Tagestouren in der Eifel, im hohen Venn und der Lüneburger Heide, habe ich bisher Wanderurlaube in Schottland, dem Lake District, auf Mallorca und in Norwegen gemacht (Umfang 5 bis 11 Tage).
Ich freue mich sehr auf Tipps und Anregungen für die nächsten Touren
LG, Grit
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in *Not* The West Highland Way - erstes Leichtwandern in SchottlandTag 7: Fort William - Ben Nevis - Fort William
Inoffizielles Ende vom WHW: Diese Statue. Foto vom Vortag.
Nach einer gemütlichen und fast midgefreien Nacht auf dem Campingplatz (es waren erfrischende 4°C) meldeten wir uns an, duschten und brachen nur mit Tagesgepäck auf zum Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands. Zu dem gibts zwei Zugangswege, den "normalen" Touristenweg und eine Bergroute, wir entschieden uns für ersteres. Bis auf die (sehr vielen) Menschen auf dem Weg ist aber auch der "Touristentrail" hoch zur Spitze sehr schön, teilweise recht Steil und bei schlechtem Wetter definitiv nicht ganz ungefährlich (bei dem Sonnenschein den wir hatten aber mehr oder weniger eine Treppe).
Blick hinab, irgendwo da auf der grünen Wiese ist unser Campingplatz. Der weiter hinten zu sehende See ist im Prinzip schon Atlantik.
Erschreckender Weise waren da aber auch Leute völlig unausgerüstet unterwegs, mit Stöckelschuhen und nur in kurzen Sachen... knapp ab halber Höhe (dort gibt es ein Plateau mit See) war die Spitze des Berges komplett in Wolkennebel gehüllt (wie an über 300 Tagen im Jahr wie wir gehört haben) und es wurde bitter kalt. Da auch die Sicht nur wenige Meter betrug und wir keine Lust hatten nur um mal kurz oben gewesen zu sein dem Pfad zu folgen (nicht mal Type 2 Fun sondern nur ums mal gemacht zu haben...) sind wir wieder abgestiegen, noch etwas am Plateau herumgelaufen und wieder abgestiegen.
Plateau auf halber Höhe zum Ben Nevis.
Nur um als wir wieder unten waren zu merken dass der Gipfel für ca 1/2h aufklarte und von der Sonne beschienen wurde. Naja. Schicksal. Der Weg den Ben Nevis hinauf ist aber eigentlich recht abwechslungsreich zu gehen und bietet eine tolle Aussicht auf die Umgebung, wem also die Bergroute zu anspruchsvoll erscheint (uns z.B.^^) der braucht mMn nicht auf einen Aufstiegsversuch verzichten.
Links neben meinem Knie zu sehen sind noch Leute, dahinter geht der Weg noch Weiter, allerdings hinter einer Nebelwand... hier sind wir dann umgedreht.
Abstieg in Daunenjacke, so kalt war es.
Dafür konnten wir den letzten Wanderabend auf dem Campingplatz mit Ale und Schottischen Leckereien gemütlich ausklingen lassen. Als wir da waren war es schon dunkel, aber auch entschieden wärmer als am Vorabend. Was auch die Midges wieder herausbrachte, meine Freundin hatte die aber völlig vergessen und saß einfach so in der Dämmerung. Und war am nächsten Morgen völlig Zerstochen
Am nächsten Tag (8.) sollte es schon mit der Bahn nach Edinburgh gehen, wo wir uns noch ein wenig die Stadt anschauten und Whiskey tranken um tags darauf nach Deutschland zurück zu fliegen.
Auf dem Campingplatz
Fazit:
Unsere Wanderung war insgesamt wirklich fantastisch. Wir hatten meistens gutes Wetter, nur wenig starken Regen und dass nie den ganzen Tag. Es gab keine größeren Verletzungen o.ä. und die Ausrüstung hat gut mitgespielt. Haben sogar eher zu viel mitgenommen (Regenhose, Regenhandschuhe, Handschuhe, etc.). Die Landschaft war natürlich klasse und das Wandern dort ging super. Wir sind jetzt also auch Schottland-Fans geworden und werden definitiv wiederkommen!
Ende
Und hier ein Bonusbild aus einem Bothy-Book und damit danke fürs Lesen
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in *Not* The West Highland Way - erstes Leichtwandern in SchottlandDa wollte ich sowieso noch was zu schreiben: Im Prinzip ist das Buch ("Not the West Highland Way" von Ronald Turnbull) ein Wanderführer... für den West Highland Way. Alle Originaletappen sind knapp beschrieben. Zusätzlich gibts aber noch 4(?) (Habs grad nicht hier) Kategorien an weiteren Beschreibungen:
Alternativetappen die entweder die selben Starts + Ziele haben bzw. zwischendurch von den Originaletappen abzweigen und idR in die Berge führen (schwieriger als der WHW der sonst für fitte, erfahrene Wanderer nicht besonders fordernd ist) (Das ist IMO der Hauptteil des Buches) Weiter von original WHW Wegführende Wege die aber grob in die selbe Richtung führen und von denen man auf den Originalweg zurück kann (Auch viel davon, unser Abstecher zwischen Kinlochleven und Ft. William war daran angelegt) ein paar "Anfängertouren" für first-time-Backpacker, auf einfache An- und Abreise ausgelegt (Der Weg durchs Glen Nevis wäre so ein Beispiel) Weiterführende Touren-Ideen (nur noch Skiziert) in der Umgebung bzw. von Punkten am WHW ausgehend (man könnte ja einfach weiter nach Norden laufen...) Zusätzlich ein bisschen allgemeines Blabla über Trekking in Schottland und Ausrüstung. Und ein paar Funfacts über die Geschichte der Gegend.
Insgesamt war ich mit der Qualität des Führers, wie eig. aus dem Cicerone Verlag zu erwarten, sehr zufrieden. Es gibt genügen Kartenmaterial, dass zwar stellenweise etwas klein ist, aber meistens ausreichend. Wenn man den Weg nicht findet wie wir manchmal liegt das an der komplett nicht vorhandenen Wegemarkierung in Schottland (den WHW findet man auch nur dadurch dass er so ausgetreten ist und vor Orten ab und zu Mal ein Schild steht). Jemandem der sich überhaupt nicht selbst orientieren kann und ausschließlich auf die Beschilderung (s.o.) und den Text verlässt würde ich die Touren abseits der Hauptroute nicht empfehlen. Auch sind viele der Beschreibungen richtige ernstzunehmende Bergwanderungen, darauf sollte man gefasst sein (der Autor geht davon aus, dass man genau das möchte.)
Stellt sich die Frage, wieso man ausgerechnet diesen Führer nimmt: Man ist trotz der Abstecher nahe am WHW unterwegs, einem der bekanntesten Fernwanderwege überhaupt. Man kann die vorhandene Infrastruktur (Herbergen und Campingplätze) nutzen, wenn einem mal nach einer gemütlichen Etappe ist auf dem original WHW laufen, die Strecke von Milngavie nach Fort William (UL ca. 5 gemütliche Tage) auf das doppelte Strecken und die extrem einfache Ab- und Anreise ausnutzen. Und wenn man schon mal am WHW war viele tolle Dinge rechts und links davon entdecken, in einer Gegend die man vielleicht schon als "kenn' ich ja!" abgestempelt hat.
Das einzige dass mich etwas gestört hat war dass die einzelnen Etappenbeschreibungen nicht so angeordnet waren, dass man sie einfach aus dem Buch raustrennen konnte ohne Extraseiten mitzunehmen. (Ich versuche immer zusammenklebende Seitenpaare auch zusammen zu lassen). So ein Büchlein ist aber auch nicht auf jemanden der es aus Gewichtsgründen zerfleddert ausgelegt.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in *Not* The West Highland Way - erstes Leichtwandern in SchottlandHatte sogar schon was geschrieben, nur keine Zeit gehabt es reinzustellen... Aber freut mich dass der Reisebericht hier auch gelesen wird
Tag 5: Meneach Bothy - Meneach Bothy
Am nächsten Tag waren die beiden Bergsteiger so schnell wieder weg wie sie gekommen waren, erzählten nur kurz sie hatten am Vortag den Ben Nevis bestiegen und dann noch den ganzen Weg zum Bothy zurückgelegt, was eig. nochmal fast ne eigene Tagestour ist o_o. Deshalb wohl auch so spät gekommen...
Im Bothy. Ordnung halten ist nicht unsere Stärke^^
Wir hatten auf der Karte der Umgebung geschaut, wo es noch so alles schön wäre, und uns dazu entschlossen erstmal nach Norden durch ein weiteres Bergtal zu gehen bis wir auf ein weiteres Bothy stoßen würden, dort gäbe es wohl auch eine lohnende Gipfelbesteigung (Infozettel lag im Bothy). Also Sachen gepackt, Bothy in Ordnung gebracht und an einem Flusslauf mit Steilklippen entlang nach Norden den nächsten Hügelkamm überquert. Wirklich sehr schöne Hochebene/Tal, zudem hatten wir auch gutes, trockenes Wetter dass zwar nicht sonnig war aber doch immer wieder aufklarte.
Klippen auf dem Weg nach Norden
Hochebene mit Blick zurück nach Süden
Kurz nach Mittag waren wir dann am nächsten Bothy an, bei starkem Wind stellten wir uns erstmal darin unter und machten Pause. Schönes altes "Häuschen" mit Etagenbetten und einem elaborierten Metallofen mit ausführlicher Anleitung, CO Messgerät und Eindrücklicher Warnung, den Kamin nicht zu befeuern wenn das CO Messgerät eine Warnung ausgäbe. Was es auch prompt bei Aktivierung tat. Also wäre es, abgesehen von der Tageszeit, sowieso unklug hier zu bleiben, so ohne Feuer im kalten Bothy. Aber direkt daneben war ja der Weg hinauf zum Stob Ban, der in unserem ersten Bothy empfohlen wurde. Wir begannen auch einen zunächst angenehmen Aufstieg, der sich jedoch recht schnell zu einem dreifachen Ende kam: Ich bekam verstärkte Knieschmerzen (muckte leider schon seit 2 Tagen...), es begann zu regnen und wir standen an einer Stelle an der man einen fast Senkrechten Grashang hinaufklettern hätte müssen und über die man nicht sicher wieder zurück käme. Da wir beide mit Höhenangst gesegnet waren, drehten wir nun leicht enttäuscht um, das Wetter und mein Knie als Wink des Schicksals deutend. Wieder unten am Bothy entschlossen wir, dem Verlauf des Flusses, der durchs Tal floss Richtung unseres Startpunktes am Morgen zu folgen, ein weiteres Bothy und Loch Treig anzuschauen und entweder beim weiteren Bothy zu bleiben oder zu "unserem" zurück zu kehren.
Wir drehen wieder um, der Aufstieg zum Stob Ban bietet zu ungünstige Bedingungen.
Der Weg verlief zum Teil auf angenehmem Wanderweg, zum Teil auch auf einer Geländewagen-Spur die auch einfach mal mitten im Morast verschwand, ihr zu folgen war nicht ganz einfach. Nasse Füße gabs sowieso
Da am Rande des Flusses aber etliche kleine Bäume standen, wurden wir mit einer ganz anderen "Bedrohung" konfrontiert: Unzählige kleine Krabbeltiere, die wir zuerst für Zecken hielten befielen uns. Schnell wussten wir jedoch, dass es keine Zecken sein konnten, denn: Diese Tiere flogen!! Kleine Sechsbeinige Krabbler, die gezielt auf uns landeten und sich als nahezu unzerstörbar erwiesen, weder Wegschnippen noch zwischen den Händen "zerklatschen" hatte einen großen Effekt. Sie wanden sich etwas, schüttelten sich und machten weiter wie bisher, lediglich die Flügel verloren sie schnell. Wir hatten in den Tagen zuvor schon einige dieser Insekten (v.a. Nachts in unseren Haaren) gefunden, doch an diesem Tag flogen sie stets dann in Scharen auf uns zu wenn wir den Bäumen näher kamen. Erst viel später, im Nachhinein fand ich heraus dass es sich um sog. Keds https://en.wikipedia.org/wiki/Lipoptena_cervi handelte. Leider halfen bei diesen auch unsere Midge-Netze nicht, denn während die Midges beim leisesten Wind weggeweht wurden, blieben die Keds stur festgekrallt und suchten sich stoisch den weiteren Weg unter das Netz. Dabei wussten wir bis dahin noch nichtmal, ob sie wirklich Beissinsekten waren, hatten wir doch keine Stiche aktiv gemerkt. Das Such und Flugverhalten war aber recht eindeutig... und unglaublich ekelig waren die Dinger auch.
So stürzten wir an allen Baumbeständen teilweise fluchtartig vorbei, ohne viel Blick für die Landschaft. Ein wohl ehemaliges Flusstal, dass jetzt vom Fluss umgangen wurde und trocken war blieb uns besonders im Gedächtnis: Es schien wunderschön, aber wir rannten regelrecht hindurch, weil die vielen Bäume und Büsche eine Horde dieser Keds enthielten.
Nur kurzer Fotostop, dann schnell weiter, weg von den Flug&Krabbelviehern!
Erst als wir an den Ausläufern von Loch Treig ankamen wurde es etwas besser, weniger Vegetation und etwas Wind, sodass wir uns entspannen und die Landschaft genießen konnten.
Ich in komischer Pose. Und (Ausläufer) von Loch Treig. Der See ist eigentlich sehr groß.
Da es langsam spät wurde, spurteten wir uns dennoch zum Stoeaig Bothy zu kommen, dass auf unserer Karte als ganz in der Nähe verzeichnet war, gefühlt aber einen noch langen Marsch erforderte. Dafür kam man durch einen sehr schönen kleinen Wald hindurch auf dem Weg (voller Keds...) und auch das Bothy liegt toll an einer Flusskurve auf einer leichten Erhebung: Zwei-Geschossiges Holzhaus mit "Vollausstattung", für uns aber etwas zu groß und leer, wir fühlten uns etwas unwohl in diesem großen Haus im Obergeschoss ("Schlafzimmer"/Empore) zu übernachten, (notfalls ohne "Fluchtweg" o_o). Also beschlossen wir, schon etwas Müde, zum Meneach Bothy zurück zu kehren, in dem wir morgens gestartet waren.... ein Weg der zu großen Teilen durch ein sumpfiges Tal führte, durch den leichten Regen zusätzlich aufgeweicht sodass ich auch mal Knietief im Matsch verschwand und schon um meine Schuhe fürchtete. Aber nach einem scheinbar endlosen Weg kamen wir schließlich müde aber glücklich wieder bei "unserem" Bothy an, und konnten eine erneute erholsame Nacht dort genießen.
Bis auf die beiden Bergsteiger morgens im Bothy und eine gaaanz entfernt erkennbare Person mit Hund haben wir an diesem Tag keine anderen Menschen gesehen.
Tag 6: Meneach Bothy - Fort William
Da wir uns überlegt hatten, am nächsten, letzten Wandertag noch zu versuchen den Ben Nevis zu besteigen mussten wir dort restmal hinkommen. Also packten wir unsere Sachen und verließen schon fast schweren Herzens das Bothy, wir hatten uns da in den zwei Nächten schon ganz gut eingelebt
Bei strahlendem Sonnenschein, nur gelegentlich durch etwas Wolken und Regen unterbrochen machten wir uns auf nach Westen, immer dem Luibeilt bzw. dem "Water of Nevis" folgend. Auf der Karte war ein weg verzeichnet, doch in der Realität nicht wirklich vorhanden, es ging eher viel durch Sumpf, Bogs und über kleinere Hügel die zwar trockener waren jedoch übersät mit unebenen festen "Grasbüscheln" deren Lücken zu einander Vorsicht beim Auftreten erforderten.
Weg durch das Glen Nevis
Nach einigen Kilometern wurde das Tal schmäler und wir kamen nacheinander an zwei tollen Wasserfällen vorbei, vor denen man erstmal ausgiebig Fotos machte. Inzwischen traf man auch einige Tageswanderer aus Fort William.
Die Berühmte Seilbrücke am Wasserfall vor Fort William wollte ich überqueren, musste aufgrund meiner Höhenangst umkehren, darüber habe ich mich anschließend den ganzen Tag noch geärgert...
(Noch) mutig voran
Das letzte Stück des Glen Nevis war wieder wunderschön, tief eingeschnitten vom Wasser zwischen Felsen, dicht bewachsen mit Bäumen und abwechslungsreich vom Gelände und damit interessant zu laufen: sehr zu empfehlen.
Beginn Abstieg vom Glen Nevis
Bizarre Felsformationen durchs Wasser des Nevis geschaffen
Wir sind schon echte Draufgänger
Schließlich hatten wir das Tal jedoch durchquert, folgten noch einige Kilometer der Straße und durch eine Forstwirtschaft um schließlich am frühen Abend gegen 18 Uhr am Campingplatz vor Fort William anzukommen. Da wir Hunger hatten und das Ende der Reise feiern wollten, gingen wir noch nach Fort William, machten die obligatorischen Fotos vom Abschluss des WHW und kehrten noch in einem Restaurant ein. Als wir wieder an der Campsite waren hatte die Rezeption schon geschlossen, also bauten wir einfach so unser Zelt auf und machten uns noch einen ruhigen Abend nach dem strapaziösen vorherigen Tag.
Ein Teil kommt noch
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in *Not* The West Highland Way - erstes Leichtwandern in SchottlandTag 3:
Das ist kein Dreck in den Tassen. Das sind Midges.
Am nächsten Morgen wurden wir von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die einen herrlichen spätsommerlichen Tag versprachen. Nach dem Frühstück, bei dem es Midges als Proteinbeilage gab (alles voll davon!) bauten wir das Camp ab, trockneten etwas unsere Sachen in der Sonne und folgten weiter dem WHW. Der Weg stieg konstant sanft an, das Gehen wurde lediglich etwas durch den Charakter des Weges, der einer alten Militärstraße (mit grobem "Pflaster"?Stein) folgt. Eigentlich hatten wir vor, eine zwei-tägige, etwas anspruchsvollere Route durch den Black Mount zu gehen, Erschöpft und etwas in unserem Mut gemindert durch den Vortag entschieden wir jedoch, heute einen gemütlichen Tag in der Sonne zu machen und unsere Wegstrecke einfach zu halten. Also offizieller WHW.
Etwa um die Mittagszeit passierten wir die höchste Stelle der Hügelkette zwischen dem letzten Tal und dem vor uns liegenden Ranoch Moor bzw. das Glen Etive, auf das mann bereits einen ersten Blick werfen konnte. Im strahlenden Sonnenschein und bei sommerlichen Temperaturen wirkte das Moor nicht besonders bedrohlich. Alsbald kam jedoch auch die wohl bekannteste Gebirgsformation Schottlands in den Blick, der Buachaille Etive Mòr (bei dem wir bis jetzt nicht wissen wie man das eigentlich ausspricht) und konnten uns gar nicht satt sehen, ein wirklich sehr schöner Berg.
Im Kings House Hotel probierten wir lokales Bier (sehr lecker!) und beobachteten Wild, dass sich bis ganz nah an uns heran traute.
Da es erst früher Nachmittag war, beschlossen wir noch weiter zu gehen und zu schauen wo wir übernachten würden, direkt hinter dem Hotel hätte es eine Camping-Möglichkeit gegeben, wir folgten dem Glen Etive jedoch weiter Richtung "Devils Staircase", bei dem sich auch früh herauskristallisierte, dass wir diese "schwierigste Passage des WHW" auch heute noch nehmen würden.
Blick Zurück ins Glen Etive
Plateau am "Devils Staircase", knapp links von der Mitte zu erkennen: der Ben Nevis
Blick zurück nach Süden am Devil's Staircase
Im Nachhinein betrachtet, war das die mit abstand schönste und (IMO) lohnendste Passage des offiziellen WHW, auch wenn ich sie natürlich nur bei Traum-Wetter zu Gesicht bekam, bei starkem Regen hätte sie sicherlich nur wenig spaß gemacht und wäre stellenweise nicht ganz ungefährlich gewesen. Wir waren dennoch sehr sehr dankbar für unser leichtes Gepäck, UH wäre diese Stelle eine Qual. Unterwegs fand ich auch eine Nalgene Everyday Flasche, die ich mitnahm. Zum Wandern wäre sie zu schwer, aber für den Alltag nett, also behielt ich sie. Wir haben zuvor lange niemanden gesehen und auch anschließend niemanden getroffen dem sie gehört haben könnte, ich hoffe der oder diejenige ist deshalb nicht verdurstet.
Waldstück vor Kinlochleven
Auf der anderen Seite des Gebirgszuges trafen wir zwei deutsche, die sich erst versuchten auf englisch mit uns zu unterhalten, und erklärten sie seien aus Kinlochleven gekommen, dort gäbe es aber zu viele Midges, daher suchten sie einen Schlafplatz weiter oben. Na klasse dachten wir, gingen aber trotzdem durch den Wald hinab. Der Abstieg durch einen Wald und vorbei an einem Pumpspeicherkraftwerk war zwar ganz nett, zog sich aber etwas, und unsere Aufnahmekapazität für hübsche Dinge war an diesem Tage sowieso schon erschöpft.
In Kinlochleven trafen wir John & John wieder, die am ersten Campingplatz (direkt am Ortseingang) ihre Zelte aufschlugen, durch die Nähe zum Pumpspeicherkraftwerk war es dort aber recht laut und wir beschlossen, zum zweiten Camping in Kinlochleven weiter zu ziehen, ganz am Ausgang aus dem Ort. Dieser liegt schön an einer "Bucht" und hat ein hübsches Restaurant, zudem ist es dort ruhiger, wenn auch kälter (tiefer gelegen und am Wasser). Leider war der Campingplatz auch voller Midges, sodass wir in einem kleinen Schuppen mit Waschbecken und Waschmachinen unser Abendbrot vertilgten, um nicht völlig ausgesaugt zu werden.
Tag 4:
Am nächsten Tag hieß es, sich entscheiden, wie wir weiterreisen würden. Zum offiziellen Ende des WHW wäre es nur noch eine Tagesettappe, angeblich eine eher langweilige. Also beschlossen wir, wieder eine Alternativroute aus dem Führer zu nehmen, direkt nach Norden, die Mamores streifend Richtung Glen Nevis.
Im Wald von Kinlochleven
Also verließen wir Kinlochleven zunächst nach Osten, stiegen zunächst durch einen schönen Wald einen Hang hinauf und folgten anschließend einem alten, steinernen Rohr immer nach Norden. Zwischenzeitlich gab es dort einige mit rostigen Stahlplatten überdeckte Abgründe, deren Passage nicht wenig Überwindung erforderte.
Blick zurück nach Kinlochleven
Irgendwann kamen wir jedoch an einem kleinen Damm an, und folgten dem dort liegenden Loch Eilde Mor durch ein langes Gebirgstal, immer einer alten Schotterstraße folgend. Die einzigen Menschen, denen wir unterwegs begegneten waren eine Gruppe Jugendlicher, geschätzt ca. 16 die in einem alten Landrover an uns vorbeifuhren. In den Highlands scheint man manches nicht so genau zu nehmen
Straße am Loch Elide Mor
Nach einem langen Marsch vorbei an einigen Ruinen kamen wir schließlich an den Lauf des Flusses Luibeilt, an dessen anderem Ufer ein Bothy (eine Art Schutzhütte) lag, in dem wir übernachten wollten. Zunächst suchten wir das Ufer des Flusses nach einer Möglichkeit, trocken hinüber zu gelangen ab, doch der Fluss war überall zu breit oder wies eine zu schnelle Strömung auf, sodass über steine hopsen uns gefährlich vorkam. Also beschlossen wir den Fluss zu furten, was auch problemlos funktionierte. Meine Begleitung strahle daraufhin, sowas abenteuerliches hatte sie noch nie gemacht
Furten des Luiebilt an einer flachen, langsam fließenden Stelle
Das Bothy erwies sich als in fantastischem Zustand, zwei Räume, beide mit Kamin, einer mit Schlafempore, ein paar Möbel, sogar ein großer Haufen Äste vor der Tür und eine Schubkarre voller trockenen Zunders neben dem Kamin. Wir bedienten uns (ein wenig) am Holz, entfachten ein kleines Kaminfeuer und machten es uns gemütlich. Ich sammelte Wachsreste aus den (runtergebrannten) Kerzen in einem Zimmer und schmolz sie zu zwei Teelichtern ein, die die heimelige Atmosphäre verstärkten. Da es jedoch schon bald dunkel wurde, verkrochen wir uns früh in unsere Quilts. Schön, so in einer kleinen verlassenen Hütte mitten in den Highlands...
Mitten in der Nacht wurde ich plötzlich von meiner verängstigten Freundin geweckt, sie habe draußen laute Geräusche gehört, es sei wohl jemand dort draußen. Alarmiert sprang ich auf, und suchte schon nach der großen Schaufel die ich neben die Tür gestellt hatte, als zwei Berwanderer durch die Tür kamen, und sich entschuldigten uns geweckt zu haben. Sie hätten sich völlig in der Zeit verschätzt. Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass sie 3h lang mit Taschenlampen ihren Weg durch den Morast zum Bothy gesucht hätten.
Sie belegten den anderen Raum und beruhigt konnten wir auch schnell wieder ins Bett, brauchten aber ein wenig, um uns vor dem Schreck zu erholen...
Fortsetzung Folgt.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in *Not* The West Highland Way - erstes Leichtwandern in SchottlandSchottland, auf dem "Not The West Highland Way" oder so.
Für alle die es nicht kennen, "NOT The West Highland Way" ist ein Wanderführer für diejenigen, die zwar die einfache Logistik eines West Highland Way schätzen, aber für nicht (nur) dem "Lemming-Trott" eines solch bekannten Fernwanderweges folgen wollen, insb. wenn rechts und links einige der "schönsten Berge Schottlands" liegen (so der Autor). Da die Tour der erste richtige Mehrtages-Trek meiner Freundin werden sollte, wollte ich gerne etwas mit vorhandener Infrastruktur gehen, um im Fall der Fälle auch mal in einer Pension übernachten zu können.
Also buchten wir vom 15.-24. September Flüge mit Ryanair nach Edinburgh bzw. von da zurück, zur Vorbereitung gabs http://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/2827-schottland-im-september-mit-der-freundin-packliste/ hier einen (konfusen) Thread mit Packliste. Ich hatte ca. 7kg Baseweight, meine Freundin 5. Die Fotos sind mit dem Handy bzw. einer Analogen Wegwerfkamera gemacht, entschuldigt die schlechte Qualität.
Tag 0:
Die Anreise gestaltete sich als völlig problemlos, mein in Müllsäcke eingepackter ULA OHM (1 Gepäckstück aufgegeben, ink. Spiritus und diverser Feuerzeuge im Gepäck) kam unbeschadet an, wir flogen "zu schnell" und konnten sogar trotz Platzreservierung einen Bus früher als geplant Richtung Glasgow nehmen. Dort gingen wir noch etwas in der Altstadt spazieren und konnten uns mit "Avon Skin so Soft" im TISO eindecken OT: Das vermeintlich einzig funktionierende Anti-Midge mittel. Wollte ich haben, nachdem "Midgeforecast" immernoch eine 4/5 auf der "annoyance-skala" für unsere Reisezeit vorhersagte.
Ich nehme es vorweg: Funktioniert gut, die Midges landen, stechen aber nicht. Ist aber so eklig schmierig, dass man danach nix mehr anfassen will (Hände) bzw. läuft in die Augen (Gesicht) sodass wir es kaum verwendet haben.
Von Glasgow aus gings nach Inveranan, ein Bushalt an einem "Ort" der aus einem Hotel und einem Campingplatz besteht, am nördlichen Ende vom Loch Lomond gelegen. Eigentlich hatten wir vor am ersten Abend direkt loszulaufen und uns unterwegs einen Schlafplatz zu suchen, waren aber müde von der Anreise und noch etwas faul, sodass wir doch an der Beinglas Campsite eincheckten, einem sehr schönen Campingplatz mit uriger Kneipe, Shop (am Morgen direkt Bugnets gekauft...) und "Hikershelter" wo man Kochen und Sachen trocknen konnte. Klare empfehlung von mir.
Dort konnten wir auch erste Erfahrungen mit den Midges machen, von denen ich ja eig. gehofft hatte, mitte September weitestgehend verschont zu werden. Pustekuchen! Nach kürzester Zeit waren wir von einem Schwarm umgeben der in sämtliche Körperöffnungen kriecht und dazu noch fies juckende Stiche zurücklässt.
Andere Bewohner des Campingplatzes: Hauptsächlich schwer bepackte Deutsche
Unser SL2 auf dem Campingplatz
Tag 1:
Am nächsten Morgen ging es dann endlich bei bestem Sonnenwetter los mit dem Wandern, wir wollten statt dem WHW zu folgen direkt mit einer Bergbesteigung beginnen, dem Ben Lui, 1130m. Es ging erst sanft hinauf an Kuhweiden vorbei, dann einige Kilometer an einem Aquadukt entlang bis wir schließlich auf einen "normalen schottischen Wanderweg" stießen, einer Auto-Fahrspur durch den Matsch, immer bergauf. Die Stimmung war klasse, ebenso wie die Aussicht, sodass wir uns auch prompt nach einigen Stunden verliefen und erstmal am Hang des Ben Oss, dem "Partnerberg" des Ben Lui, herumkrebsten, immer erfolglos versuchend den Weg wiederzufinden. Als wir dann realisiert hatten, dass wir viel zu hoch am Ben Oss gestiegen waren, wurde es spannend, beide mit Höhenangst gesegnet musssten erstmal einen Geröll/große Steine-Hang herabklettern, wobei ich direkt mal leicht stürzte, zum Glück passierte aber nichts weiter.
Aussicht auf den Weg zurück
Resigniert suchten wir uns den Weg querfeldein zum Pass zwischen Ben Lui und Ben Oss und genossen erstmal etwas Sonne & Aussicht, leider war es aber insg. schon sehr spät geworden und wir fürchteten den Abstieg ins Tal nicht mehr bei Tageslicht zu schaffen, sodass wir schweren Herzens den Aufstieg zur Spitze des Ben Lui aufs nächste Mal verschoben und vom Pass herab einem Bach folgend den Berg verließen. Das sollte einen Trend setzen, in dem wir es in der ganzen Wanderung nur auf auf die "Spitze" eines einzigen Hügels schaffen würden, obwohl wir viele weitere vorhatten
Das Tal durch das wir abstiegen / meine Begleiterin kämpft sich durchs Gras
Im Tal mussten erstmal diverse Kuhweiden passiert werden, bei denen die Schottischen Rinder uns eher misstrauisch beäugten, vielleicht auch als Reaktion auf das Misstrauen, um nicht zu sagen Angst, die meine Begleiterin ihnen entgegenbrachte. Kühe sind groß und sie ist sehr klein
Langsam müde Werdend näherten wir uns Tyndrum, einem Ort am WHW und begannen schon auf einigen besch*** Plätzen "probezuliegen" (Ebenen voller Heidekraut, Schuttböschungen neben Bahngleisen...) weil es einfach keine flachen Grasstücke gab, als wir John & John begegneten, zwei Wanderern auf dem WHW die wir unterwegs immer wieder treffen sollten. Mit ihnen suchten wir die angebliche free Campsite in Tyndrum, die wir aber nicht fanden und so im Camping "By the Way" einkehrten. (Ok aber nichts besonderes)
Der Weg nach Tyndrum. Könnte auch in der Eifel sein.
Tag 2:
Am zweiten Tag hatten wir erneut große Pläne, der führer Schlug eine Besteigung des Beinn Dorian vor, wieder 1000m hoch, doch das Wetter war mäßig und der Berg ab ca. halber Höhe komplett in Wolken gehüllt, daher folgten wir lieber dem WHW durch hübsche Täler, über die Bridge of Orchy und durch malerischen Wald. Schließlich kamen wir zu einem kleinen Aussichtspunkt nur wenige Meter vom Trail, von dem aus ich einen extrem einladenden Weg einen nahen Hügel hinauf entdeckte. Von der Abenteuerlust gepackt, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben, entdeckten wir erst auf halbem Wege hinauf, dass es sich wieder um eine der vorgeschlagenen Touren aus dem "NTWHW" Führer handelte (die wir sogar zu gehen vorhatten.)
Beinn Dorian komplett hinter Wolken + Ich
Auf der Bridge of Orchy. Direkt hinter der Brücke eine gute "wild campsite".
Auf der Hügelkette hatte man eine tolle Aussicht auf den weiterhin vernebelten Beinn Dorian (die Wolken wurden interessant durch den Wind immer um die Bergspitze herum im Kreis bewegt...) und allgemein machte Hügelwanderung über Felsplatten und kurzes Heidekraut hinweg großen Spaß, doch das Wetter wurde allmählich schlechter und es kamen leichter Regen und starker Wind auf.
Der Wind bließ zwar die zuvor verhangenen Berge frei, aber uns auch fast vom Hügel runter.
An dieser Stelle hätten wir, wenn wir schlau gewesen wären, beschlossen einfach dem (nicht vorhandenen bzw schwer zu folgenden) "Weg" zu folgen bzw. diesen ausführlicher zu suchen, doch wir wollten wieder abkürzen . So kraxelten wir irgendwie über einen steilen, mit Heidekraut bewachsenen Hang zu einem Pass mit einem kleinen See hinab und wollten der Zeit und Erschöpfung wegen nicht den nächsten Berg wieder hinauf, obwohl der "Weg" genau dort entlang führte (laut Führer, spuren o.ä. waren längst nicht mehr erkennbar).
Pass mit Quell(?) See, hier hätten wir bleiben sollen...
Wir wollten aber wieder runter ins Tal, (wieso auch immer, dort hätte man wunderbar Zelten können) was einen sehr sehr langen, matschigen, nassen, rutschigen, sagte ich schon matschigen? Abstieg durch ein Bachtal zur folge hatte. Mal konnte man Tierspuren folgen (der hang war übersäht von Wildwechsel-"Schneisen" und wir konnten sogar von weitem eine ganze Herde Hirsche sehen! Ich meinte auch natürlich, an einer Stelle unbedingt direkt durch den Bach waten zu müssen (schien mir der leichteste Weg), doch durch die glitschigen Steine fiel meine Freundin erstmal sehr unsanft auf ihren Allerwertesten sodass dieser noch tagelang Schmerzte Habe mich über diesen Teil der Tour noch lange geärgert, denn auch wenn er (für mich) definitiv Type 2 Fun war, hätte der Sturz im Bach auch übel ausgehen können, da waren 'ne Menge aus dem Wasser ragender spitzer Steinplatten.
Hier sollte man nicht in den Bach fallen. Ups.
Der lange Marsch...
Der "Wanderweg"
Als wir dann endlich ganz unten in der Ebene ankamen, waren wir bis auf die Knochen durchnässt und müde, sodass wir uns direkt an der ersten Gelegenheit (der inoffiziellen Campsite am Inveroran Hotel) niederließen, zusammen mit einigen WHW Wanderern. Direkt an einer Brücke, ganz unten am Fluss gelegen ist das eine sehr schöne Campingstelle, wenn auch etwas feucht. Was wohl passiert wäre, wenn es in der Nacht stark angefangen hätte zu regnen? Vermutlich wäre die Campsite komplett geflutet worden. Naja...
Im Camp war dann erstmal Gelegenheit die Lieblingsdisziplin aller Schlechtwetter-Trekker zu vollziehen, das "wie schaffen wir es mit klammen Händen schnell das SL2 aufzubauen, uns in trockene Sachen umzuziehen, in die Quilts zu kriechen, warm zu werden und was warmes zu essen zu machen ohne das alles nass wird und zu viele Midges ins Zelt fliegen?!" - das hatten wir zuvor *nicht* geübt Hat aber irgendwie geklappt...
Unsere Campsite am nächsten Morgen
Fortsetzung folgt.
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Cumbria Way Juni '17 - Sommer im Lake DistrictCumbria Way - Unterwegs im Lake-District
Als meinen Wanderurlaub mit Partnerin wurde dieses Jahr der Lake District auserkoren. Wegen unterschiedlichen zeitlichen Verpflichtungen konnten wir uns Terminlich nur auf eine Woche(+beide Wochenenden) im Juni einigen. Nach ein bisschen Planung im Süden (Korsika war angedacht) haben wir uns entschieden, doch in den Norden zu fahren, um der lichtempfindlichen Haut der Partnerin keinen allzu großen Schaden zuzufügen. Und wo fährt man Anfang Juni hin? Alpen und Skandinavien zu früh, Mittelmeer etc. zu warm, Zentraleuropäische Mittelgebirge zu langweilig. Also wieder nach Großbritannien, wo wir ja schon in Schottland vor 2 Jahren erfolgreich waren.
Der Flug war schnell gebucht (mit Fly.BE ca. 200€ hin und zurück Düsseldorf-Manchester), ebenso ein Hotel für die letzten beiden Nächte mit Zeit für etwas Sightseeing und Erholung. Dann gings jedoch an die Feinplanung: Geplant war der Cumbria Way, der entsprechende Wanderführer von Cicerone (gut gemacht, aber überflüssig...) ging von 5 Tagen aus. Unsere Anreise im Zielgebiet war aber am frühen Nachmittag. Also wurde vorausgeplant, ein Campingplatz in geschätzter Halbtagesentfernung reserviert und los gings. Dabei hatten wir fast das selbe wie in Schottland, lediglich ich konnte etwas leichter Unterwegs sein, da jetzt meine Freundin das Innenzelt vom Shangri-La 2 nehmen konnte, nachdem sie durch Ersatz der Isomatte durch eine Neoair mehr Platz im Rucksack hatte. Also hatten wir ca. 5kg bzw. ca. 6.5kg BW dabei (wobei ich den Kochkram trug).
Der Flug und die Anreise gestalteten sich nach ein paar Startschwierigkeiten (Unser Zug hatte 1h Verspätung durch "Tiere auf den Gleisen" und dann hatten wir auch noch einen Mitarbeiter am CheckIn von dieser Sorte, hätten fast den Flieger verpasst) denkbar einfach: Flug nach Manchester, von dort direkt vom Flughafen aus mit der Bahn nach Lancester, wenige Minuten Umsteigezeit und schon kam man in Ulverston an, dem offiziellen Startort des Cumbria way. Nachdem wir im Ortskern, in einem Tante-Emma-Laden direkt neben dem Co-Op auch Spiritus kaufen konnten, war es allerdings auch schon fast 5 Uhr, unser Campingplatz ca. 20km entfernt und wir hatten den Besitzern versprochen, spätestens um 21.00 vor Ort zu sein. Also riefen wir kurzentschlossen ein Taxi, um die ersten paar Meilen "Stadt" und Farmland abzukürzen.
Die erste Herausforderung bestand dabei bereits darin, dem Taxifahrer am Handy zu erklären, dass wir gerne nach "Gawthwaite" fahren würden. Jeder darf jetzt einmal raten, wie man das ausspricht.... Der Fahrer jedenfalls hat mich erst nicht verstanden, und dann wollte er es nicht wahrhaben. Er fragte immer wieder, ob wir da wirklich hinwollen, da sei doch nichts. Ob wir eine Ferienwohnung dort hätten? O-Ton: Wie, wir wollten nach Torver **laufen**?! Jetzt noch? Zu Fuß?! Er war sogar noch so nett, uns zu zeigen, welche Haupt-Verkehrsstraße dort am schnellsten hinführt, damit wir auf dieser laufen können. Dem war das Konzept von Wandern irgendwie etwas fremd.... Dabei war das ein junger Typ, und hatte dann auch was vom Cumbria-Way gehört - etwas perplex war er dennoch. Egal, Fahrt hat 15GPB gekostet, und führte durch nett-pittoreske hügelige Landwirtschaft, in er Ferne sahen wir schon die Berge...
In Gawthwaite angekommen, verlief auch der Wanderweg erstmal hauptsächlich über Weiden und an Farmhäusern vorbei und stieg dabei sanft immer weiter an, bis man auf einem der ersten Hochplateaus ankam, von wo man bereits einen tollen Ausblick auf die Berglandschaft der nächsten Tage hatte, und mit dem "Beacon Tarn" bekam man sogar einen der hübschen, Namensgebenden kleinen Seen des Districts zu sehen.
Nach einem angenehmen Tag des "einwanderns" kamen wir schließlich in Torver an, und gingen dort zum "Scar Head Camping", einem kleinen Campingplatz mit Platz für wenige Caravans auf der einen- und noch weniger Zelte auf der anderen Seite, wobei es für die Zelte fast keine ebene Fläche gab sondern v.a. Gefälle in fast jede Richtung. Nach etwas Suchen konnten wir aber etwas finden, waren auch das einzige Zelt da. Und die erste unangenehme Überraschung der Tour ereilte uns sehr schnell: Midges!! Zwar nicht so schlimm wie in Schottland, wir hatten aber auch keine Kopfnetze oder Abwehrmittel dabei. Wurden direkt mal zerstochen. Zum Glück - so viel kann ich verraten - war das aber die einzige Midge-Begegnung der Tour.
Am Nächsten morgen wurde das mitgebrachte Müsli gefrühstückt und bei tollem Wetter aufgebrochen, wir hatten vor, direkt die erste "Mountain Alternative"-Route aus dem Wanderführer zu laufen, und anstatt durch ein Tal die "Coniston Fells" zu begehen, insb. den "Old Man of Coniston". Auf dem Weg dahin sah man, wie überall in der Gegend, vor allem Schafe. Schafe, Schafe, Schafe, Schafe und Schafe. Selbst wo keine Schafe waren, war das ganze Gras voller Wollfetzen, die ganz deutlich machten, was hier für eine Landwirtschaft betrieben wird...
Nach mäßigem aber konstantem Anstieg kamen wir schließlich zum Paß zwischen dem Old Man of Coniston und dem Dow Crag, mit dem düster und schwarz wirkenden "Goats Water" dazwischen. Als wir dort ankamen, brach gerade eine Gruppe Britischer Bergsteiger von Dort auf, um am Dow Crag weglos durch den Steilhang aufzusteigen, wir waren davon durchaus beeindruckt.... Um direkt wieder zu sehen, was unsere Wanderung für Locals für einen Schwierigkeitsgrad hatte: Es kamen uns direkt danach 2 Mädels mit Mini-Hund und in Hotpants oben vom Berg herab entgegen. Die müssen bei dem starken Wind aber auch ziemlich gefroren haben...
Oben am Beginn des Gipfel-Anstieges zum Old Man machten wir erstmal eine Snickerspause, und befragten die offenkundig ortskundigen anderen Wanderer über den weiteren Wegverlauf, die uns auch korrekt sagten, unsere geplante Gratwanderung sei sehr einfach zu gehen. Also stiegen wir zum Old Man auf, und von da über Brimm Fell und Great Carrs. Das war eine wirklich coole Tour über einen meist ca. 5m breiten Grat, lediglich durch den sehr starken Wind war es stellenweise nicht ganz ungefährlich, teilweise wurde man fast umgeblasen und es war recht kalt. Je weiter man vom Old Man weg kam, desto weniger andere Wanderer traf man, sodass wieder ein bisschen "Wildnis Feeling" aufkommen konnte, so fern das in einer Zivilisationsnahen Gegend wie dem LD überhaupt möglich ist. Schließlich brach der Himmel auch immer wieder auf, und wir konnten uns in der Sonne wieder etwas aufwärmen.
Beim Abstieg, fast wieder im Tal dann das nächste Highlight der Tour: Ein kleines Häuschen, vor dem selbstgemachter Kuchen verkauft wurde. Und was für welcher! Ich habe noch nie so weichen, saftigen Karrotenkuchen gegessen wie dort! Allein dafür war die Reise wert
Das Wetter wurde immer besser, wir liefen durch malerische Täler und kleine Waldstücke, die Sonne war dann irgendwann so intensiv dass meine Begleiterin direkt Sonnenbrand bekam... schließlich gelangten wir, nach eine Taltour die sich irgendwann ziemlich in die länge Zog (Bodenbeschaffenheit: kopfgroße "Pflastersteine", rutschig und hart) ins "Great Langsdale", wo wir auf dem "National Trust" Campingplatz unterkamen, welcher wirklich sehr schön war und einen gut ausgestatteten Laden hatte. Mir hats da gefallen. Lediglich der Gedanke an den Folgetag machte etwas sorgen, hatte uns doch der junge Mann an der Rezeption des Campingplatzes auf den Wetterbericht hingewiesen: Für den Folgetag waren massive Regenfälle vorausgesagt, sodass er uns riet, ggf. auf dem CP zu bleiben und uns anderweitig die Zeit zu vertreiben. Aber am 2. Tag bereits stehen bleiben? Wir waren doch gerade erst richtig eingelaufen!
Danach wurde erstmal im "Old Dungeon Ghyll Hotel", offenbar einer "Kultadresse" der Bergszene dort eingekehrt und ein Pie sowie einige lokale Ales verköstigt... ich schlief sehr gut in dieser Nacht
Fortsetzung folgt...
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Bergtapir reagierte auf Freierfall in Vidda, Gletscher und Fjord: Dem Schnee davonlaufen in der Hardangervidda '18Tag 6:
Der heutige Tag begann wie der vorherige endete, mit leichtem Regen und peitschendem Wind. Wir hatten in der Hütte zwar zu Abend gegessen (sehr lecker übrigens, auch und insb. in der vegetarischen Variante von G.!), aber kein Frühstück gebucht, hatten wir doch kiloweise Müsli im Gepäck. Also marschierten wir nach jeweils nur einem Snickers los, in der Hoffnung, bald mal eine Frühstückspause einzulegen. Es ging heute jedoch schier endlos am riesigen Nordmannslagen vorbei, flach und nahezu ohne Windschutz. Die erste geschützte Stelle die wir erreichten war ein größerer Fels, dieser jedoch mit einem jungen Norweger belegt, der dort offenbar gezeltet hatte, wir wollten nicht beim Lagerabbau stören und zogen weiter. Schließlich ließ sich in einem aus grobem Stein gebautem Windschutz / ehemaliger Hütte ein Pausenfleck finden, die Löcher zwischen den Steinen stopften wir mit en Rucksäcken und dem Regenhut aus. Währenddessen zog der junge Norweger von eben an uns vorbei.
Gestärkt passierten wir eine der bis dato längsten Hängebrücken, trotz starkem Wind und leichtem Regen stetig unerschrockener werdend. (Erwähnte ich, dass wir beide bisweilen starke Höhenangst haben?).
Dort überholten wir auch den Norweger, er hatte etwas mit seinem Regenponcho zu kämpfen, den er wohl eher als Segel an diesem Tag hätte verwenden sollen. Er sagte uns aber, er sei ok, und wir passierten ihn, ohne ihn nochmal zu treffen. Wir hatten etwas sorge, wie gut er wohl zurechtkäme.
Die noch am Vortag monton scheinende Landschaft im trüben Wetter hingegen hatte uns nun vollends in ihren Bann gezogen. Im Bereich zwischen dem Sørfjordingsrindane fanden wir eine tolle abwechslungsreiche Moränenlandschaft (?) mit schmalen Landzungen, umgeben von ineinander konfluierenden Seen.
Der Wind kam meist von hinten für uns, und lies uns fast über die Landschaft fliegen, während sich auf den Seen Schaumkronen bildeten und das Wasser mal in die eine, mal in kurzen Windpausen in die andere Richtung in den langgestreckten Seen floss.
Die grandiose Mondlandschaft am Fuße des Store Grananutane schließlich konnte ich nicht adäquat auf Fotos festhalten, lief jedoch spätestens jetzt durchgehend mit einem Dauergrinsen im Gesicht herum und musste oft innehalten um die Natur auf mich wirken zu lassen.
Im Tagesverlauf lichteten sich die Wolken zusehends, der Regen hörte auf und die Welt bekam wieder zunehmend Farben. Wir konnten die ersten Blicke auf den Harteigen werfen, der für uns bedrohlich aussehend, die Landschaft der nächsten Tage dominieren sollte. Mich erinnert er an einen riesigen Grabstein.
Die Welt hat wieder Farben!
Im Tal angekommen, fanden wir schließlich die Hadlaskard-Hütte so gemütlich und anziehend, dass wir beschlossen erneut unter einem festen Dach zu schlafen, weichten in der Küche unser Risotto ein und brachen erstmal zu einem Spaziergang auf, noch hatten wir uns für heute nicht sattgesehen.
Inzwischen freiwilliges passieren von Brücken!
Wanderglück
Die Freude wurde lediglich leicht geschmälert von der großen norwegischen Wandergruppe, die als wir vom Spaziergang zurückkamen wie ein Heuschreckenschwarm über die Hütte fiel, sämtliche Konserven kaufte die sie finden konnten (und später in den Sack für den brennbaren Müll entsorgte, statt diesen zu trennen... ) und fast erfolgreich versuchte, alle 6 verfügbaren Herdplatten in der Hütte zu besetzen.
WIr hatten dennoch einen schönen Abend bei Kerzenschein, Steinpilzrisotto und Whisky.