Da ich krank auf dem Sofa rumliege, kann es hier nun weiter gehen.
Am Morgen von Tag Sechs war die Situation folgende: Den Weg mit der nächsten offiziellen Sörmlandsleden Etappe fort zu setzen, war keine Option, da ich mich wegen des nahenden Endes der Tour nicht viel weiter vom Ausstiegsbahnhof entfernen wollte. Also beschloss ich, zurück zur Skottvångs Gruva zu laufen und dort in der Windschutzhütte, die ich am Vortag bereits inspiziert hatte, zu nächtigen, und an Tag Sieben dort einen Herumlunger-Tag ein zu legen, zumal das Wetter auch wieder regnerisch angekündigt war. Am Abend zuvor hatte ich gemerkt, dass ich gerade ein bisschen genug von dichtem Wald und schmalen Pfaden hatte und beschloss daher, zur Abwechslung mal Schotter-Waldstraße zu laufen. Was in der Regel eher nervt und langweilig ist, fand ich heute mal ganz nett. Am Wegesrand sah ich nicht nur absurd viele Fliegen- und Steinpilze, sondern auch einen offenbar dort entsorgten Haufen alter Äpfel, von denen ich mir einen schönen raussuchte und freudig verspeiste. Endlich mal wieder frisches Obst! Als ich an der angepeilten Windschutzhütte ankam, war es gerade mal später Vormittag, also beschloss ich, noch eine Schleife zum Mellan Mårviken zu laufen. Der Weg dorthin führte vorbei an einem Geflügelhof (das Geflügel war "natürlich" gut weg gesperrt und nur zu hören, aber nicht zu sehen) und ein paar wenigen Wohnhäusern auf großen Grundstücken, netten Gärten und kleinen Nebengebäuden, unter anderem auch einem Bed and Breakfast. Kurz vor dem See bewunderte ich eine kleine Herde Landschaftspflege-Rinder, die das Glück hatten, im Familienverband leben zu dürfen. Ein eher seltener Anblick. Hier ein Bild der durch die Beweidung erhaltenen Landschaft:
Am See angekommen planschten Hund und ich ein wenig herum (waschen musste mal wieder sein...) und suchten uns dann ein sonniges Plätzchen mit schönem Ausblick, um einen Mittags-Snack zu verspeisen. Da ging er hin, der letzte Rest Schokolade. Auf dem Rückweg widmete ich mich der Mission Pilzfotografie. Die Pilzvielfalt gehört zu den Aspekten der Tour, die mich am meisten erfreuen. Festgehalten habe ich davon nur einen Bruchteil. Außerdem führte uns der Weg durch ein kleines Bachtal, in dem Unmengen von riesigem Schachtelhalm wachsen. Es fehlten nur noch die Dinosaurier. Stattdessen traf ich einen Trupp melancholisch flötender Dompfaffen.
Gegen Abend war wieder Regen angesagt, also richtete ich mich gemütlich in der Schutzhütte ein und sammelte einen kleinen Vorrat trockenes Feuerholz. Zum Abendbrot gab es einen kleinen kulinarischen Fail: Nudeln mit Maggi-Fix für Schinken Sahne Gratin. Das Zeug hat eine komische Farbe und schmeckt künstlich nach Schinken. Den echten hatte ich leider zuhause vergessen... Dieses Experiment muss nicht unbedingt wiederholt werden.