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Ultraleicht Trekking

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Old School

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Reputationsaktivitäten

  1. Witzig!
    Old School hat eine Reaktion von Gaeubodenhex erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    hey, das is ja n ding, bin den oktober über mit open end in den november auch in südschweden zum wandern und packraften. so klein ist die welt, vielleicht trifft man sich ja, hehe. wünsche dir viel spass dort 😀
  2. Gefällt mir!
    Übergang Böhmische Schweiz in das Osterzgebirge mit Zeroday in Děcin
    1.-3. September
    54 km

    Nun sitze ich auf meiner Veranda auf dem Kemp in Děcin in der Morgensonne, umhüllt von Autobahnlärm, und genieße meine letzten Nescafé zum Frühstück. Natürlich beobachte ich die deutschen Nachbarinnen gegenüber, offensichtlich deutsche Lehrerinnen mit einer pubertierenden Schulkasse, deren Mitglieder alle ein Gesicht ziehen, wie wenn der 3. Weltkrieg ausgebrochen ist und durch gelangweilte Ignoranz hervorstechen. Ich habe das auf meiner bisherigen Wanderreise auch anders erlebt. Offener, freundlicher, zugänglicher.
    Die Dinge zur Vorbereitung auf den letzten Abschnitt meiner Via Czechia stehen an: Einkaufen. Ob ich mir neue Schuhe leiste, weiß ich noch nicht. Erst 4 Wochen getragen und schon sind unter den Vorfüssen die meisten Stollen seitlich völlig abgelatscht. Gestern hat es mich auf einer glatten Waldrampe hingesetzt. Eigentlich ein Argument für neue Treter. Ich mach's vom Angebot abhängig. Ein Hudy-Sport oder Decathlon gibt's hier nicht.

    Eigentlich schaut's noch nicht so schlimm aus, die knappen 2 Wochen Erzgebirge werden sie bestimmt noch herhalten. (Spoiler: sie sind mittlerweile zu meinen routinemässigen Gravelbike- und MTB-Schuhen mutiert).
    Der Einkauf mit Speicherkarte, Gaskartusche und frischen Fressalien ist ruckzuck erledigt. Ein Einkaufszentrum liegt 10 Gehminuten entfernt. Der Weg dorthin ist abenteuerlich über Treppentürme an der Stadtautobahn entlang, dafür hat man eine passable Aussicht. Ich koche mir erstmal Vollkornspaghetti mit Pesto und Parmesan, dazu ein alkoholfreies Radler und ein anschließend Verdauungschillerchen. Über Mapy.com habe ich mir einen Děcin-Rundgang über die Stationen, die ich sehen will, zurechtgelegt. 5 km, na, das werde ich heute wohl noch schaffen.

    Und es werden weit mehr als 5. Eine begeisternden Runde führt mich erst in den Zoo am Berg, dann ergattere ich noch einen Platz im Ausflugslokal mit unschlagbarer Aussicht auf Elbe und Stadt.

    Dann schlendere ich in den Burghof und begrüße die dort ansässige Pfauenfamilie und zum Schluss schreite ich über eine frühgotische Steinbrücke.


    Es gibt dann wieder Abendessen bei mir auf meiner Veranda, richtig, Vollkornspaghetti mit Pesto und Parmesan. Das war ein richtig schöner Chillingday für mich. Morgen gibt's dann den Rest der Böhmischen Schweiz, und dann kommt das Erzgebirge!

    Ein sonniger Tag beginnt. Ich mag gar nicht gleich aufstehen, wo ich doch zuletzt gut schlummerte. Das war ja gestern Abend noch gar nicht so klar. Erst heulte Musik und ein Sprecher über den Campingplatz, also irgendeine kleine Veranstaltung, dann mischte sich plötzlich um 21 Uhr ein rhythmischer Presslufthammer in das bunte Geräusche-Potpourri nebst der üblichen Autobahnlärmkulisse. Und tatsächlich, da hat man eine Umleitung mit Leuchtpfeilen etabliert und saniert am späten Abend ein Teilstück der Autobahn! Sachen gibt's. Das hat immerhin zur Folge, dass die Musik nicht mehr Spaß macht und die Leute, die zur Veranstaltung gehören, das Kemp verlassen. Also kommen meine bewährten Ohropax in die Ohren und die ganzen Autobahnreparaturen sind mir schnuppe. In Tschechien gibt es nichts, was es nicht gibt.
    Am Morgen wird zusammengepackt, der Container abgeschlossen und los geht's aus dem schönen morgendlichen Děčín über die "Schäferwand" auf zugleich dem E3 in Richtung Schneeberg. Auch die Böhmische Schweiz hat einen solchen, aber als Tafelberg gerade mal 730 m hoch. Der Weg verläuft leicht ansteigend durch den Wald und so dauert es nicht lange und an einer Útulná trifft man auf den Stezka les, dem guten alten "Forststeig", das Wandereldorado für jeden Fernwanderbeginner/in. So auch für mich vor gut 7 Jahren.

    Es steilt sich der Weg steinig auf bis man das langgezogene Gipfelplateau erreicht. Die Aussichten bilden ein Highlight nach dem anderen. Ich mache mit Absicht auf einem Felsplateau meine Mittagspause, hole mir dann etwas zu trinken aus dem Gipfelrestaurant. Am daneben liegendem Bistro muss man für eine Turmbesichtigung 3€ löhnen und die Besitzerin geizt ein wenig mit ihrem Charme bzw. kennt diesen gar nicht.

    Der Obulus ist aber eine gute Investition, wie ich finde, denn die Rundumsicht ist einzigartig.


    Beim Abstieg vom Schneeberg bin ich unkonzentriert, bleibe mit dem Vorfuß hängen und knalle frontal mit Knie und Handfläche auf den abschüssigen steinigen Weg. Die Schürfwunden bluten ziemlich und nach der Notversorgung mit Wasser, Alkoholtupfer und den letzten beiden Pflastern ist mir erstmal blümerant und so bleibe ich 5 min sitzen.

    Das Knie scheint nicht ernsthaft geprellt zu sein, aber ich nehme mir erstmal vor, den Campingplatz in Ostrov oder 1 km weiter den in Tisá in Anspruch zu nehmen. In Ostrov bin ich allerdings viel zu früh, also wandle ich staunend durch die tolle Felsenstadt von Tisá und peile den dortigen Campingplatz an.


    Dieser enttäuscht in ganzer Linie, ziemlich klein, voll von deutschen Vans mit Rentnern, die sicher keine Kletterer sind. Keine Idylle zum Bleiben. Ich fülle mir noch meine Flasche mit Wasser auf und schließe wieder an die Via Czechia an. Bei Rájec, fern der ganzen Felsenlandschaften, schaue ich mich auf einer weitläufigen Hangwiese um und finde dann in einem sonnigen Birkenwäldchen einen einigermaßen ebenen Platz, den man nicht einsehen kann. Da bleibe ich. Da hab ich sogar bissi Aussicht.

    Um 22 Uhr fängt meine Wunde an der Handfläche das schmerzen an. Das ist kein gutes Zeichen. Ich bin hellwach und überlege im Schein der Stirnlampe, was mit meinen begrenzten Möglichkeiten zu tun ist. Ich schnappe mir den vorletzten Alkoholtupfer, öffne das Pflaster ein wenig und säubere mit dem Tupfer die Umgebung und die aufgerissenen Hautteile. Danach verschließe ich den Verband wieder und klebe noch 2 Streifen Tape darüber. Ich brauche morgen unbedingt neues Verbandsmaterial, sonst kann die Tour noch voll in die Hose gehen. Licht aus und das Pochen der Hand hat aufgehört. OK, hat was gebracht. Gegen morgen trabselt etwas an mein Zelt ganz nah und schnüffelt. Eine Wildsau ist es nicht, und ein Reh schleicht auch ganz anders. Wieder ein Fuchs? Gottseidank habe ich meinen Fressialienbeutel fest verschlossen und mitten im Zelt. Später höre ich nichts mehr. Am frühen Morgen könnte ich noch weiter schlummern. Seit September ist, zieht es mich morgens nicht mehr so aus dem Zelt, obwohl die Nässe in dem Einwandzelt auch ohne Regen jetzt zunimmt. Der Hochsommer ist vorbei.

    Ich komme erst um kurz nach 8 Uhr los und wandere durch Wiesengelände nach Petrovice. Im ersten Vietnamesenshop lässt man mich unfreundlich abblitzen, "was will die Frau mit Hut?"
    Im dutyfree-Shop gibt es auch Lebensmittel. Ich kaufe gleich etwas für ein Frühstück ein und erfahre von der tschechischen Verkäuferin, dass es weiter hinten an der Hauptstraße eine Lékárna gibt. Bingo, eine Apotheke, und in der auch noch deutsch gesprochen wird und die gerade aufgemacht hat. Einfacher geht's kaum und so bin ich mit Pflaster und Desinfektionsmittel eingedeckt, was mich gerade mal 8€ gekostet hat.

    Am Flugzeugrestaurant verspeise ich in der Sonne mein Frühstück und die Bedienstete des originellen Restaurants lässt mich mein Handy aufladen.

    Dann kommt ein sehr schöner Wiesenwegabschnitt zum Wandern in Richtung Adolfov.


    Nur 2 Motorradrowdies stören mich insgesamt 3x, ihre Nummernschilder sind hinten mit Lappen abgedeckt, da kennt man sich aus. Ich nehme ihr den Aufstieg zum Špičák vor, da es eine Aussicht auf den weiteren Verlauf gibt.

    Noch ist mir nicht klar, in welche Richtung ich muss. Nach Unterquerung der Dresdner Autobahn geht es kilometerlang weiter auf schönen Wiesenwegen. Es kommt mit ein Wanderpärchen entgegen, er ganz zünftig mit einem Wanderrock.

    Vor lauter Staunen verpasse ich den Abzweig und muss dann 2 km auf der Straße nach Adolfov. Die letzten 200 m stapfe ich auf der Wiese nebenan und ziehe die Aufmerksamkeit zweier Radlerinnen auf sich. Henriette und Gisela aus Pirna haben extra gewartet, um mich auszufragen, von woher ich komme und ich erzähle ihnen meine Story. Sie können es kaum glauben, erst seit dem 4. August unterwegs..... Später auf dem Mückenberg an der Kapelle lese ich es dann rot auf weiß auf einem der seltenen Via Czechia Schilder: 231 km sind übrig, 827 sind absolviert, tatsächlich habe ich noch mehr auf dem Tacho. Ich nehme mir vor, den Rest zu zelebrieren und nicht schon wieder in einer Woche durchzuhetzen.


    Und so suche ich mir schon bei km 28 des heutigen Tages ein Plätzchen und finde prompt eine versteckte Stelle unter Vogelbeerenbäumchen auf einem ehemaligen Bergbaugelände. Hach, wie idyllisch.

    P.S.:
    Ich mache eine Schreibpause, weil ich den Oktober in Südschweden zum Wandern und Packraften unterwegs sein werde. Der Rest der Via Czechia severní kommt im November, versprochen!
  3. Gefällt mir!
    9. Lučice hory und České Švýcarsko bis Děčín
    29.-31. August
    88 km
    Die Regennacht war gar nicht so übel wie befürchtet. Das Gewitter blieb aus, der Sturm war nicht wild und gegen das Pladdern der Regentropfen auf mein Zelt halfen Ohrenstöpsel. Kein Wunder, dass es um 6 Uhr morgens im Schlafsack am gemütlichsten ist.

    Es hilft nix, ich möchte nicht zu spät los, sonst bin ich wieder in einem Trödelmodus, der den ganzen Tag her hält.
    Schon gleich nach 700 m des Weges begeistert mich eine Felsenformation mit Aussicht: Vraní skály, lt. Tafel ein Kletterfels.


    Dann kommt man durch die Ortschaft Petrovice, die keinerlei Einkaufsmöglichkeiten anbietet. Am Ortsrand esse ich auf einer Wiese meine letzten Reste Käse und Wurst und überlege mir eine Versorgungsstrategie. Die nächste Möglichkeit zum Resupply wäre in Hřensko, das ca. 75 km entfernt ist, also 2-3 Tagesmärsche. Hřensko will ich aber eventuell abschneiden, da die Strecke bis dahin seit der Brände 2022 zum Teil umgeleitet wird und ich die Gegend von vor 2022 kenne. Da fällt mir ein, dass ich was von einem quasi 24/7 Selbstbedienungs-Supermarkt in Oybin gelesen habe und so lasse ich die Hochwaldbaude aus und gehe schnurstracks nach Oybin hinunter. Der Weg ist gar nicht schlecht und führt an den sehenswerten Kelchsteinen und anderen Felsriesen vorbei. In dem Tante-M-Laden bekomme ich eigentlich alles, was ich so brauche. Prima, da leiste ich mir doch gleich ein Magnum und ein Radler.

    Nach der Mittagspause gehe ich zurück bis nach Hain, dem Grenzübergang und genieße die Felsenstadt bei Jonsdorf, die ich eigentlich schon kenne, da dort der Oberlausitzer Bergweg entlang führt.




    Ich mache Mittagspause auf einem Aussichtsfelsen mit gleichzeitiger Sicht auf Ještěd und Hochwald/Hovzd. Für den Abend ist die Lausche mein Ziel. Der letzte Anstieg zum Gipfel vergeht schnell und die Mühen haben sich gelohnt. Ein fantastischer Rundumblick!




    In der Ferne sehe ich das Isergebirge, von wo ich hergekommen bin, den Turm des Ještěd, viele Pyramidenkegel, deren Namen ich nicht weiß, bis auf den Jedlová und Studenec, auf die mein Weg hinführen müssten. Und ganz in der Ferne sieht man den Fernsehturm von Děcin, den Ort, wo ich gerne einen Zeroday einlegen möchte. Der ist aber noch ganz schön weit weg. 2 km hinter der Lausche finde ich in einer wilden Wiese ein Kuhle, in der ich mein Zelt platziere. Die Unebenheiten werden mit Packsäcken ausgepolstert. Wird schon gehen für die Nacht. Es gibt schönere Plätze, aber man muss zugreifen, wenn sich etwas einigermaßen Passables ergibt.

    Gerade als ich morgens aufstehen möchte, fängt es das regnen an. Na super, nasses Zelt einpacken. Doch dann geht's im Trockenen los.


    Nach nicht mal 5 km vor dem steilen Aufstieg zum Tolštejn schon wieder Pause an einem Getränkeautomaten. Dort versorge ich mich mit einem Birell und einer Schokowaffel. Vor dem letzten Aufstieg zum Tolštejn mache ich in der Sonne erstmal Frühstückspause und trockne die Schlafsäcke. Schon überlege ich mir, die letzten Höhenmeter auf den Gipfel zu sparen, sehe aber einen einwandfreien Aussichtsturm. So verstecke ich meine Habe und mache mich ohne Rucksack auf den Weg zum Gipfelchen. An dem Tolštejn-Restaurace bekommt man noch umgerechnet 1,80 € für das Drehkreuz zur Aufstiegsleiter abgeknöpft. Das ist mir jetzt auch egal, das sonnige Wetter verspricht eine geniale Sicht. Und so ist es, der Wow-Effekt stellt sich prompt ein.

    15 min später stelle ich fest, dass die Besteigung eine gute Idee war, da der weitere Weg nicht auf den benachbarten Jedlová führt.

    Vorbei an unzähligen Bunkern kommen die Basaltsäulen des Zlatý vrch immer näher. Das ist bereits das dritte Mal, wo ich dort bin und immer wieder bin ich beeindruckt von den Steinformationen.

    Dann aber heißt es nochmals ranhalten, der Aufstieg zum Studenec ist schweißtreibend, aber auch lohnend. Und der Aufstieg auf den Aussichtsturm kostet nichts.

    Es folgt ein elend langer Abstieg nach Studený. Das anvisierte Restaurant ist geschlossen, aber der Imbiss 500 m weiter hat alles, auf was ich Lust habe: gegrilltes Hermelin mit Toast und Pivo. Es schleichen sich etliche Stezka čezkem -Wanderer aus der anderen Richtung vorbei, nicht ohne einen Drink oder ein Softeis zu kaufen.

    Mit dem Ehemann der Imbissbetreiberin komme ich ganz nett ins Gespräch. Er heißt Petr und hatte Verwandtschaft aus meiner Geburtsstadt und der Oberpfalz-Ecke, die ich auch meine nähere Heimat nenne. Ihm gefällt es in Tschechien nicht so gut, tja, die Regierung....ich frage, ob wir zu dritt ein Selfie machen können, ja, machen wir. Seine Frau heißt Jana.
    So gestärkt geht es die letzten Kilometer durch die Kamnitz Schlucht.

    Die kenne ich auch, aber vor 6-7 Jahren lagen da keine abgestorbenen Bäume an den Seiten. Da ich am späten Nachmittag unterwegs bin, ist kein Mensch dort. Das nutze ich aus und steige splitterfasernackt in die Kamnitz für ein kurzes Erfrischungsbad. Es ist wunderschön dort, aber halt Reservace und so steht fest, dass ich den Campingplatz in dem unaussprechlichen Jetřichovice ansteuere. Der ist für tschechische Verhältnisse teuer, aber fest in ostdeutscher Hand von der Kundschaft her. Obwohl, die umgerechnet 15€ inkl. Duschmarke sind gut investiert. Endlich mal wieder mit warmen Wasser Haare waschen, welch ein Luxus. Und morgen nehme ich Kurs nach Děcin, da möchte ich meinen ersten und wahrscheinlich letzten Zeroday machen.

    Der Campingplatz ist im Prinzip empfehlenswert, ein sauberer Platz mit gepflegten Anlagen. Ich schlafe mit meinen Ohrenstöpsel ganz gut. Das Problem ist die Lage an der Kamnitz, das Zelt ist morgens auch ohne Regen vollkommen nass. Einmal durch die Wiese gehen und das Fußbad ist garantiert. Ich bin die erste, die zusammen packt. In einer Stunde gibt's für 2 Stunden Starkregen, ein Regengebiet zieht durch. Also ist der Verlängerungsplan über Mezní Louka hinfällig, ich mag nicht im Regen durch die Felsenstadt der Böhmischen Schweiz die Stiegen auf und ab stapfen und suche mir einen direkteren Weg nach Děcin. Dort habe ich für 2 Nächte so ein "Bungalow" auf dem Campingplatz gebucht. Es soll jetzt mal einen Pausentag für mich geben, evtl. neue Schuhe, eine neue Gaskartusche, eine neue Speicherkarte...

    Durch Zufall stoße ich auf eine große Höhle und durch Zufall fängt es genau da zum Schütten an. Ich mache eine ausgedehnte Frühstückspause und bin fast am Einnicken, als der Regen durch ist. Also geht es wieder auf, der Weg verläuft über die Bunkerlinie und führt am alten Friedhof von Schemmel vorbei.

    Den erkenne ich wieder, da war ich schon mal auf meiner Kammtour vor 7 Jahren und ärgerte mich damals, dass es kein Wasser gab. Wie so oft auf tschechischen Hřbitovs.
    Später geht es steil eine Klamm hinauf und irgendwann stehe ich vor der Entscheidung, den Gipfel des Růžovský vrch, des Rosenbergs, mitzunehmen. Der hat aber keine Aussicht und so lasse ich es und steige lieber auf den viel niedrigeren Pastevní Vrch, der hat wenigstens eine klasse Aussicht ins Elbsandsteingebirge.



    Beim Abstieg komme ich nach Rusová und dort ist ein Restaurant geöffnet. Ich esse gegrilltes Gemüse und einen Salat. Das erste Mal auf der Reise komme ich auf meine 500 g Gemüse. Dann zieht sich der Weg auf dem E3 ziemlich bis Děčín, hat aber doch noch wunderschöne Highlights zu bieten, ein toller Wegverlauf mit immer wieder Aussichten auf die Labe/Elbe.

    Die letzten 2-3 Kilometer durch Děcin sind verkehrsreich und laut und die Lage des dortigen Campingplatzes auch. Obendrüber verlaufen Bahnlinien und ein Autobahnkreuz und die Bungalows sind alle belegt, an meinem tapsen ständig deutsch sprechende junge Damen vorbei. Ich sehe schon, ohne Ohrenstöpsel finde ich da keine Ruhe. Die erste Phase der Pflichten hat schon begonnen: Meine Schlafsäcke und mein Zelt trocknen bereits und die ersten Klamotten sind durchgewaschen. Morgen geht's zum Einkaufen, gegoogelt hab ich schonmal.

    Wenigstens ist das Bett bequem.
  4. Witzig!
    Old School hat eine Reaktion von RaulDuke erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    @Gaeubodenhex keine wohlstandsverwahrlosung? ähm, njaaa 😂
  5. Witzig!
    Old School hat eine Reaktion von Gaeubodenhex erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    @Gaeubodenhex keine wohlstandsverwahrlosung? ähm, njaaa 😂
  6. Gefällt mir!
    Old School hat eine Reaktion von Gaeubodenhex erhalten in Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)   
    unprofessionell ... nee, da geh ich nicht mit ...
  7. Witzig!
    @Old School
    Was solls, ist ja positiv gemeint!
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    4. Hruby Jeseník (Altvatergebirge) und Rychlebske hory (Reichensteiner Gebirge): Am Praděd vorbei auf den Schneeberg
    13.-16. August
    110 km
    Ich liebe Nächte wie diese: unspektakulärer Fichtenwald, weicher Boden, Windrauschen, überwiegend eben. So geht Regeneration.
    Um kurz nach 7 Uhr mache ich mich auf um just nach 600 m an der Chata na Skřítků eine Ladestation zu entdecken. 10 min Handyaufladen muss jetzt auch noch sein. Dann beginnt ein langer schöner Anstieg durch den Wald, auf dem mir 15-20 Tschechen unterschiedlichen Alters mit Rucksäcken entgegen kommen. Offenbar ist der Bergkamm wieder ein Hotspot für Sonnenunter- und aufgangsanbeter. Nach einigen Höhenmeter erwartet mich schon der erste verblockte Gipfel Ztracené kameny, auf dem ein junger Tscheche sein erstes Gipfelbier um kurz nach 8 Uhr hineinschüttet.

    Ich gehe mal besser weiter. Und dann kommt in dieser Morgenstunde der mit Abstand schönste Trail in Richtung Praděd, dem Altvatergipfel mit fast 1500 hm. Aussichten mit 360°-Panorama auf einer riesigen Hochfläche, bei der es klar wird, warum so viele von ihrem Biwak kommen. An der Jelení studánka gibt es reichlich Quellwasser und einen großzügigen Unterstand, in dem viele Leute hineinpassen. Momentan ist hier keiner mehr.

    Ich bin im flow und wandere an Heidekraut vorbei mit permanenter Aussicht.


    Immer auch den Blick auf den Praděd voraus dreht sich der Weg an einem Lift halbkreisartig. Das vorläufige Ziel ist das Skiörtchen Ovčárna, in dessen Restaurace ich meinen Brunch mache. Langsam bekomme ich eine smažený sýr mit hranolky -Vergiftung, aber das ist das einzige Gericht, was ich am besten aussprechen kann. Das WC eignet sich für Catwash und die Dame hinter dem Tresen lässt mich mein Smartphone aufladen.
    Frisch gestärkt geht es auf Teerstraße zum Praděd.

    Es ist Mittag und eine Massenprozession bewegt sich gen Gipfel. Da lasse ich den Altvater doch lieber rechts liegen und spare mir die letzten hm.
    Das nächste Ziel ist eine Hütte in Švýcárna. Ich muss für mein pivo garantiert 20 min anstehen, aber mir macht das nichts. Dann folge ich dem Weg weiter, meist abwärts, dann über Bohlen, dann wieder steinig bergauf. Mit einer älteren Einheimischen komme ich auf Englisch ins Gespräch, es schaltet sich ein älterer Herr dazu, der besser Englisch kann und so fragen sie mich ein wenig aus und wünschen mir eine gute Wanderung. So macht das richtig Spaß, wenn man Kontakt zu den Leuten bekommt.

    Für den Abend suche ich die Vřesová studánka auf, eine Mischung aus Quelle, Kapelle und Unterstandshütte, auf dem Dachboden könnte man nächtigen, aber da ist schon eine Familie mit Kindern. Ich suche mir etwa 50 m weiter oben ein Sonnenplätzchen zwischen Heidelbeeren und Felsen. Über mir fliegen Fichtenkreuzschnäbel. Ich glaube, ich mache heute mal wieder Cowboy Camping.

    Der Biwakplatz war im Grunde nicht schlecht, unauffällige Lage, aber windige Exposition. Ein Biwak hat den Nachteil, viel anzuziehen und sich nicht ausbreiten können. Der Vorteil besteht in den Wachphasen, dass man direkt in einen gigantischen Sternenhimmel guckt und Sternschnuppen zählen kann. Und man versäumt den Sonnenaufgang nicht. Dieser hier ist wieder sagenhaft schön, wenn sich die neon-rosa Scheibe hinter den blauen Bergketten erhebt.


    Ohne Frühstück geht's auch gleich los. Auf dem ersten Gipfel des Tages, dem Keprník vrchol, einem 1400er, bin ich schon nicht mehr alleine. 2 nette Burschen lassen englisch mit sich reden, und so machen wir gegenseitig von uns Gipfelfotos.

    Auf dem Weiterweg nach Ramzová knurrt mir der Magen, kommt jetzt etwa der hiker-Hunger? Und so stolpere ich den sehr steinigen Weg hinab und wundere mich, dass mir immer mehr Touris um diese Zeit schon entgegen kommen. Das Rätsels Lösung ist eine Seilbahn, die alle ein paar hm nach oben schweben lässt. Am späten Vormittag bin ich in Ramzová und kaufe der Minimarket-Frau Wasser und ein paar Snacks ab. Ein gefüllter Krapfen in die Hand muss auch sofort sein. Keine 700 m weiter entdecke ich ein Hüttenresort, dessen Parkplatz mit Laternen bestückt ist, die in den Masten Steckdosen haben. Bis Mittag gibt es also für mich nochmals eine Ladepause. Dann kommt wieder ein Anstieg durch den Wald und auf schönen Trails bis zur polnischen Grenze. Ich mache einen 500 m Abstecher zu einer großen Berghütte, Horská chata Paprsek, wo ich mir Gulaschsuppe und als Nachspeise eine große Heidelbeerdampfnudel gönne. Letztere bereitet mir ein Zuckerkoma, mit dem ganzen Puderzuckertopping und der flüssigen Butter obendrauf.

    Und Aussicht hat man beim Essen direkt auf den Dalimilova rozhledna einige hm weiter unten, ein Aussichtsturm bzw. eine verkleinerte Replik der Sněžník-Aussichtsplattform. Zu dem Sněžník wandere ich aber erst morgen.

    Mit vollem Bauch schlendere ich nach langer Pause wieder an den Grenzsteig und nehme mir nochmals 10 km vor. Allerdings schwächle ich heute nach dem frühen Aufbruch und ungewohnt vollen Magen, so kommt es mir gelegen, bereits schon nach weiteren 8 km ein Waldstück zu entdecken, wo sich ein verschwiegenes Plätzchen auftut. Ich brauche heute wieder eine unspektakuläre Nacht.

    Die Nacht wäre ganz ok, wenn da nicht immer wieder so leichte Raschelgeräusche und ein niedliches Fiepen zu hören wäre. Wahrscheinlich sind Marderchen zu Gange. Ich stecke mir mal Ohrenstöpsel ein und rette si die frühen Morgenstunden für den Schlaf. Um 7 Uhr geht's aber auf, der Sněžník (Glatzer Schneeberg) will heute bestiegen werden, und noch mehr.

    So geht es erstmal die restlichen km bis zum Sattel. In dessen Chata ist um 8 Uhr erst Aufwachstimmung. Der steile Anstieg kommt erst noch nach einem flachen Gehstück. Dann geht's aber zur Sache. Die ersten Biwakierer kommen mir schon entgegen. Mit einem polnischen Männerduett komme ich sehr ausführlich ins Gespräch. Sie sprechen ausgezeichnetes Englisch, der eine, Tom, hat wohl in den USA studiert, der andere, Jan, kann Japanisch. Sie verraten mir, das kurz vor dem Gipfel eine Quelle sprudelt, somit ist mein Tag gemacht. Beide haben oben biwakiert und zeigen mir traumhafte Sonnenaufgangsfotos. Das Zelt haben sie sich nicht benutzen trauen. Wildzelten ist ähnlich wie bei uns verboten, aber Biwakieren sei eine Grauzone. Was will man denn auch schon dagegen machen, wenn z.B. auf der Schneekoppe im Riesengebirge täglich bis zu 500 Leute bei gutem Wetter dort in Schlafsäcken und Matten den Sonnenunter- und -aufgang betrachten....sagen sie.
    OK, d.h. hier besser durchstarten oder eben die 501. sein.

    Dann endlich ist sie da, die Quelle. Ich pumpe mir schon mal einen extra Liter rein und fülle alle Flaschen auf. Das sollte bis morgen reichen.

    Den Aussichtsturmaufstieg spare ich mir, es ist mittlerweile so oder so halb Tschechien und ein Viertel Polen hier oben. Auf dem E3 geht's wieder hinunter durch den Wald. Es kommen mehrere kleine Bäche, den ersten nutze ich gleich mal für eine ausführliche Wäsche. Dann zieht sich der Abstieg. Das Käffchen Králíky, ehemals Grulich, werde ich heute nicht ganz erreichen und hebe ich mir für morgen Vormittag auf. Dort muss ich wieder nach Wasser schauen. Ein paar km davor lädt ein Waldrand mit Aussicht auf ein Kloster zum Bleiben ein. Das Zelt werde ich wohl erst ganz spät aufstellen.


    Heute ist Sonntag, und da lasse ich es etwas langsamer angehen. Der Ausblick von meinem Lagerplatz auf das Kloster Hedeč Hora Matky Boží auf dem Bergerl links neben dem Örtchen Králíky wird mir heute noch genügen, denn nach gut 3 km verweile ich erstmal an dem Kircherl Panna Marie, dessen Friedhof einen funktionierenden Wasseranschluss bietet. Perfekt zum Auffüllen meiner Flaschen und zur Morgendusche, ist ja noch keiner da, um Gräber zu gießen.

    Eine halbe Stunde später gibt es den nächsten verlängerten Stopp. Am Besucherzentrum des Hauptbunkers aus dem 2. Weltkrieg bzw. schon aus der Zeit davor, als die Tschechen ihre Verteidigungslinie aufbauten, kann ich zum einen einen Kaffee trinken und meine Powerbank ein bisschen laden. Am Vortag fand nämlich eine militärische Übung mit sämtlichen tschechischen Organisationen statt und so konnte ich all diese Militärgrößen, die neben mir ihren Morgenkaffee gekrenzt bekommen, beobachten. Nur, dass ich halt leider kein Wort verstehe.

    Nach einer weiteren 3/4 h der nächste Boxenstopp, namens COOP. Der hat auch am Sonntag auf, und so kann ich wieder Proviant nachkaufen und gebe mich auf der Wiese davor einem ausgiebigen Brunch hin. Da es nun schon später Vormittag ist, spar ich mir die Schlaufe zum Kloster und zu einem Aussichtsturm. Beide Lokalitäten liegen auf einem Hügel und tja, mit vollem Rucksack und Bauch in der Mittagshitze....
    Trotzdem blüht mir noch ein Anstieg auf den Suchý Vrch, der knapp unter 1000 m hoch ist. Dahinter liegt ein etwas feineres Restaurant, in dem ich Saláty mit Pute erstehe und mein Handy komplett aufladen kann. Diese 4. Pause zerschießt mein Zeitfenster zum Vorankommen. Egal, ich schalte heute einen Gang zurück und fasse die Útulná U mladkovske školky als Abendziel ins Auge. Wenn die leer sein sollte...immerhin wollte ich ja auch mal in so einer Útulná nächtigen.


  9. Gefällt mir!
    Nízký Jeseník, "Niederes Gesenke", 10.-12. August, 90 km
    Um kurz nach sechs habe ich alles eingepackt und es geht los im Pullover, denn es hat nur 10° C am Morgen. Kaum vorstellbar, dass es in kurzer Zeit wieder unerträglich heiß sein wird.
    Der grobschottrige Weg rechts des Flüßchens Budišovká wechselt auch mal in schönere Beläge. Ich wandere vorbei an vielen kleinen Zeltlager, aus denen fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. Ich biege vor lauter Begeisterung über die tschechische Mentalität, mit wenig Bespassungsmodalitäten vollkommen zufrieden zu sein, fälschlicherweise in ein anderes Tälchen ab, merke es aber noch rechtzeitig und drehe um.
    Dann führt der Weg hinauf in die mährische Agrar-Landschaft, die durch weitläufige Wiesen mit Heuballen und glücklich grasenden Tieren geprägt ist. In Podlesí hat eine Hospoda geöffnet, an der ich mir ein kaltes Birell - mein neues Kultgetränk - gönne. Dann entlang durch weitere weite Wiesen mit einer immer bombastisch werdender Aussicht. Der kleine Abstecher auf den Červená Hora beschert mir eine gigantische Aussicht bis zum fernen Altvatergebirge, das nächste Ziel in einigen Tagen. Mittlerweile wird die Hitze durch kräftigen Wind etwas erträglicher, wie wenn jemand einen riesigen Fön angestellt hat.

    Vorbei an der Kapelle Sv. Jan Nepomucký bestaune ich zugleich die Cesta Česko-německého porozumění, die tschechisch-deutsche Verständnisstrasse, ein Projekt, bei dem immer noch mit dem Land besonders Verbundene ihre eingravierten Granitplatten hinterlegen können.

    Dann führt der Weg durch eine Windparkanlage mit Siemensrotoren, eine davon scheppert metallisch, was man dann noch kilometerweise hören kann.
    Ein junger Fuchs quert auf der Suche nach etwas für ihn Interessantem die Straße und bemerkt mich erst gar nicht.

    Ich biege nach links ab und mache noch 2 km über lange Wiesenwege, bevor ich in einer kleinen Schneise im höheren Gras einen geeigneten, weil versteckten Lagerplatz entdecke.

    In meinem Zeltlager ist es so kuschelig, dass ich gar nicht so recht aufstehen mag. Ich ködere mich innerlich mit der Vorstellung auf ein Frühstück mit frischen Lebensmitteln in der gut 5 km entfernten Stadt Moravský Beroun, die ich ja schon gestern erreicht haben wollte. Aber das zündet auch nicht so richtig, da ich keinen Kohldampf habe. Also bleibt es beim gemächlichen Aufstehen und Zusammenpacken. Das Städtchen kommt nur langsam näher. Um 8:30 dann taucht der grüne "Tempo potraviny" Markt auf, in dem ich erstmal ausgiebig schauen muss, weil der so gut sortiert ist. Natürlich habe ich wieder mal zu viel im Einkaufskorb, mein Rucksack platzt eh schon bald. Auf dem großen Marktplatz breite ich meine frisch erstandenen Schätze auf einer schattigen Bank aus, und verleibe mir Salami auf Mehrkornsemmel, rote Paprika, Tomaten, Kefir und ein Birell ein. Der Rest wird irgendwie in und an den Rucksack gestopft. Das mit dem Wasser muss noch warten, denn ich komme in weiteren 2 km direkt an der Mineralwasserfabrik Ondrášovka vorbei, wo eine frei zugängliche Quelle sprudelt. Ab da ist der Rucksack wieder maximal schwer und das heißt, ich werde stündlich eine Rückenpause brauchen. Der muckt schon seit dem Vortag.

    Der Weiterweg führt an der Bystřice entlang, die nur sehr wenig Wasser führt. An geeigneter Stelle gibt es für mich die nächste Pause zum ausgiebigen Waschen und Zähneputzen. Das tut gut. Mittags habe ich dann meine knapp 15 km auf dem Tacho, und die nächste verlängerte Mittagspause steht an.

    Ich liebe es, in einer mährischen Wiese im Schatten zu fläzen und nur den Wind, das Fliegengesumse und die Grillen im Hintergrund zu hören.

    Nach der Pause führt mich der Weg kilometerweise durch einen noch sehr jungen Mischwald, offenbar ein Wiederaufforstungsprojekt.
    In der Senke liegt das Dörfchen Husová. Dessen Kirche ist zwar veschlossen, da hier jedoch eine Sanierung durchgeführt wird, die aktuell aber ruht, bin ich entzückt über den Stromkasten, über den ich mein Smartphone wieder zu 90% aufladen kann.
    Das übernächste Dörfchen ist Sovinec, in dem eine Burg thront. Mich interessiert nur das WC für eine schnelle Wäsche. Dann geht es ziemlich lang hinunter in ein Tal, um dann wieder steil durch Buchenhänge aufzusteigen. Nach bereits 30 km halte ich Ausschau und finde prompt eine versteckte ebene Fläche im Wald, ideal zum Übernachten.

    Die Nacht in meinem Buchenwald verläuft schleppend, ich wache oft auf durch das Rascheln der Bäume. Ständig fällt etwas von den Bäumen und im Laub raschelt es öfters. Die Abhilfe kommt durch meine kleinen Ohrenstöpsel. Und am morgen mag ich gar nicht gleich in die Pötte kommen. Ich verzichte wieder auf Frühstück und stapfe als um Viertel nach 7 durchs Laub auf den Wanderweg zurück. Ein paar km noch auf dem Bergkamm, dann ist dieses Řešov erreicht. Von da ab geht ein Weg direkt in eine Schlucht. Es ist erst 8:15, und so nutze ich die Morgenstunde bei nächstbester Gelegenheit für einen Catwash.

    Ein paar Minuten später käme ich nicht mehr dazu, da sich schon die ersten tschechischen Urlauber nach unten bewegen. Denn da wartet das erste Highlight des Tages: Rešovské vodopády, der Wasserfall der Huntava.

    Steil über Holztreppen und Steinblöcken führt der Weg weiter an der Huntava entlang, um sich dann später in einen Weg mit geschnitzten Märchenfiguren am Rande fortzusetzen.
    Es kommen noch ein paar tschechische Dörfer, in denen männliche Einzelpersonen versteckt misstrauisch ein dobrý murmeln. Tschechische Frauen sind vergleichsweise mir gegenüber offener. Nach einem Asphaltstück, das an einem leider nicht mehr in Betrieb genommenen Stromkasten mit Steckdosen entlang geht, biege ich dann links ab und nehme die Höhenmeter zum Rabštejn in Angriff. Dort befinden sich eine Burg, Kletterfelsen und das Beste: ein Restaurace, an dem ich mir ein Huhngericht und 2 Birell genehmige. Eigentlich könnte ich dort für einen schmalen Taler bei den Kletterern zelten, es ist aber erst 14 Uhr, und ein paar km möchte ich noch machen.

    Das nächste Highlight kommt mit den kleinen Felsengipfeln Černé Kamený und Bílý kámen, knapp unter 1000 hm, aber eine fantastische Aussicht zum Altvatergebirge und in der Ferne vermeine ich auch die Schneekoppe zu sehen, ist sie aber noch lange nicht. Erst kommt der "Schneeberg"!

    Dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Ab Skřítek am Sattel würden dann die ganzen hm noch gemacht werden wollen und dann ist man in der absoluten Kernzone. Die einzige Möglichkeit wäre die Útulná Jeleny studánka, die ist zum einen noch ziemlich weit weg und kann dann später am Abend bereits voll belegt sein. Außerdem liegt die auf 1300 hm an einem Aussichtspunkt. Das ist mir zu riskant. Ich bleibe heute einsam in dem ebenen unspektakulären Wald auf 850 hm und nutze die Zeit für eine kleine Näharbeit an meiner Wanderhose.
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    Servus Moravskoslezské Beskydy, ahoj Moravská brána a Podbeskydská pahorkatina (Mährisches Tor)
    8.-9. August, 59 km

    Heute heißt es Abschied nehmen von den Beskiden, der herrliche Kammweg führt hinab nach Hodslavice. Am Bahnhof leiste ich mir 2 Birell und salzige Chips, mir war danach bei literweise Quellwasser. Dann geht es durch mehrere tschechische Käffer, viel auf Straße, allerdings wartet schon das nächste Highlight mit dem Svinec als Aussichtsberg in alle Richtungen.

    Ein sehnsüchtiger Blick zurück in die Berge der Beskiden, ganz weit hinten kann man den Lysá Hora ausmachen. Vor mir Starý Jičín und die gleichnamige Burg (Hrad) auf dem Bergerl daneben.

    Ich spar mir den Aufstieg und wandere rechts des Burgberges über's Land. Eine Storchengruppe grast ein Feld nach etwas Essbaren ab. In Bernatice nad odra lädt ein Restaurant zum 3. Birell des Tages und zum Aufladen des Smartphones ein. Anschließend geht es ein paar wunderschöne Kilometer durch die Oderauen. Am Ende der Auen angelangt suche ich mir in einem verschwiegenen Waldstück ein weiches Plätzchen. Heute ist Cowboy Camping angesagt.

    Die Cowboy Camping Nacht war nicht ganz so flowig, wie gedacht. Die anrauschenden Züge von und in den nicht allzuweit liegenden Bahnhof von Suchdol können erfolgreich mittels Ohrenstöpsel gedämpft werden. Mehr zu schaffen macht mir die nächtliche Kriechfeuchte, die sich auf alles legt, was ich ausgebreitet habe, inkl. Schlafsäcke. Trotz fehlendem Zeltabbau komme ich erst nach 7 Uhr los, um exakt in einem guten km im großartigen Bahnhofsgebäude von Suchdol zu landen. Und das ist feudal. Mit 10 Kč bekomme ich alles fürs Hikerglück: ungestörten Klogang, Kurzwäsche mit warmen Wasser, Wasser zum Mitnehmen, Seife, eine Haarwäsche und Papierhandtücher. Perfekte Einrichtung.

    Der weitere Hadsch wird ein Asphalthadsch durch das tschechische Örtchen, ein Coop hätte sogar offen, ich brauche noch nix. Dann geht es über abgemähte Wiesen beschaulich durchs mährische Land. Ich nutze die mittlerweile 10 Uhr Sonne zum Frühstück mit Klobása und zum Schlafsacktrocknen. Um 11 Uhr ist Fulnek erreicht.

    Das hat eine große Dreifaltigkeitskirche, die mir eine Zwichenaufladung von Handy und Powerbank ermöglicht. Ich bestaune als einzige Besucherin zwischenzeitlich die Fresken und bedanke mich mit einem kleinen Kronenobulus.

    Am Marktplatz hat ein Vietnamesen-potraviny offen, wo ich mir 2 Dosen Birell und Cracker besorge. Die Dosen werden sofort auf einer Bank am Marktplatz geleert.
    Dann kommt für mich die anstrengendste Tageszeit. Temperaturen bis 28°C. Es überwiegt das Agrarland und die Feldwege gehen gefühlt meist bergauf und haben groben Schotter. Kein Kindergeburtstag. Die Zwischensnacks aus Minipflaumen schmecken, aber Hunger habe ich in der Hitze keinen. Dafür gibt's grandiose Aussichten zurück nach Fulnek auf das Kloster und dahinter die Beskidenbergkette.

    Komischerweise kommen mir mind. 4 Motorräder auf dem Wanderweg entgegen, mit den Straßenmaschinen ist es schon fast eine Kunst, die Teile hinunter zu manövrieren. Eine Horde Kühe ist am obersten Punkt hier Zuhause. Deren Fliegenmakrobiom wechselt die Besitzer und begleitet mich fortan kilometerweise als sirrende Wolke bis zum nächsten Wald.

    Dann gibt's noch paar Straßenkilometer, bis ich mich dazu entschließe, mal auf einem der wenigen auf dem Weg liegenden Camping Plätze nieder zu lassen. Es sind natürlich Ferien und der Platz ist zu 2/3 gefüllt mit Schülergruppen unterschiedlichen Alters. Mir heute egal, ich habe Ohrenstöpsel und gebe mir heute Abend die Powerbombe aus Syr, hranolky und pivo
    .
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    Mährisch-Schlesische Beskiden, 4.-8. August, ca. 115 km



    Beginn natürlich in der Gluthitze der Mittagszeit. Der Anfang oder auch Endpunkt der Strecke liegt idyllisch in einem kleinen Waldstück. Weiter unten daneben plätschert ein Bach. Das geht es wirklich los über steile Wiesen und Landsträßchen. Bergauf heißt schweißgebadet und vergleichsweise langsam.
    Eine Útulná mit Schlafdachboden kommt viel zu früh.

    4-5 l Wasser werden heute verkonsumiert.
    Da kommen funktionierende Quellen gerade recht.

    Auf dem Höhenweg suche ich mir ein ruhiges Plätzchen im Wald für die erste Nacht, nicht ganz einfach zu finden, aber es gelingt.
    Auch am 2. Tag eine schwierige Strecke mit viel hm in einer Gluthitze, auch in den Höhenlagen. Die Beskiden sind mit ihren tiefen Tälern und vergleichsweise hohen hm-Differenzen bekannt. Wunderschöne Abschnitte, die an den Bayerischen Wald erinnern. Ein Teil der Strecke verläuft an der Grenze Tschechien/Slowakei. Ich komme an einem Brunnen vorbei, an dem viele Tschechen Wildcampen.
    Die Krönung ist ein brutaler Anstieg am Nachmittag auf den Lysá hora, den Kahlberg. Da lerne ich Micha mit ihrer Hündin Myja kennen. Wir stützen uns mental gegenseitig bei der Bewältigung der ganzen Höhenmeter. Das soll der Grundstein für einen super Abend an der dortigen Hütte werden. Wir verständigen uns in Englisch.
    Auf der Hüttenterasse wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt und kann ausgiebig Durst und Hunger stillen. Ich zeige Micha Fichtenkreuzschnäbel und sie übt das Wort in Deutsch auszusprechen, bis sie es perfekt kann.

    Die dahinter liegende Biwakwiese ist am Abend brechend voll. In Tschechien ist es ein Hype, an schönen Ferientagen Cowboy Camping zu betreiben, um die Sonnenuntergänge und -aufgänge zu bewundern. Micha biwakiert und ich stelle meine Amiplaste auf. Ohrenstöpsel rein und dann eine gute Nacht! Dobrou noc!

    Zig Tschechen kommen flashmobartig auf den Lysá Hora zum Cowboy Camping um den 2 minütigen Sonnenaufgang zu bestaunen. Der ist aber auch sowas von schön.

    Ich nutze den frühen Morgen und mache mich auf den Abstieg zum Trinkwasserspeicher, um dann wieder zum Smrk, den zweithöchsten Gipfel der Beskiden, aufzusteigen. In der Bullenhitze wieder eine Herausforderung. Ein Ranger begegnet mir und bedeutet mir auf tschechisch, dass ich hier nicht zelten darf. Habe ich eh nicht vor. Ich stibitze mir ein paar Heidelbeeren von den unzähligen Sträuchern und schlendere nach einer Mittagspause weiter.

    Mein Wasserverbrauch liegt wieder über 4 l, nur gut, dass gelegentlich eine Quelle noch sprudelt. Noch ein Nachmittagsaufstieg und dann finde ich außerhalb vom Nationalpark einen verschwiegenen Platz, unter dem mind. eine Stunde wahrscheinlich eine Wildsau trabselt und raschelt. Es zieht ein Gewitter auf.

    In der Nacht gab es Gewitter und regnete bis zum Morgen. In einer Regenpause wird das Zelt verstaut. Auf wunderschönen Trails geht es nach Pustelvni, einem Skiort, an dem ich an einem Kiosk einen Cappuccino erstehe. Mittlerweile gießt es aus allen Eimern von oben. Das schöne Hotel Radegast liegt leider vollkommen im Nebel.

    Die Kapelle Cyril a Metoděj ist zum einen sehenswert und zum anderen eine super Ladestelle für mein Smartphone. Ich werfe dafür ein paar Kronen in den Opferstock.

    Der Abstieg nach Rožnov zieht sich, dafür kommt die Sonne raus. Am Ortseingang leiste ich mir beim erstbesten Kiosk Fastfood, die hranolky werden sofort verspeist, der Doppelhamburger soll als Abendessen herhalten.

    Der Durchmarsch durch die Stadt zieht sich ziemlich, dafür ist der Stadtpark sehenswert. Und dann geht's wieder bergauf in die für mich letzte Bergkette der Beskiden. Ähnliche Gegend wie der Bayerische Wald, vielleicht noch fernere Aussichten.

    An einer fast versiegten Quelle finde ich meinen Nachtplatz auf 700 m Höhe.


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    Handel ich hier erstmal die Anreise und Abreise ab:
    Hinfahrt am 3. August mit 2 Flixbusse, erst bis Prag, dann bis Ostrava. Mit der Tram zum Bahnhof (hatte dann in der Hitze einen technischen Defekt), also noch 1,5 km zum Bahnhof laufen. Dann mit dem Zug (Verspätung, aber Info über die App "mju Vlak") nach Navsi (bei Jablunkov), dann 3,5 km zum gebuchten Hotel in Jablunkov.
    Am nächsten Morgen weiter mit dem Bus die letzten 9 km, dann 3,5 km hin wandern zum eigentlichen Start im äußersten Osten.
    Start am 4.8.
    Heimfahrt: easy für mich, vom äußersten Westen 6 km zu Fuß nach Rehau und mit dem Bayern-Ticket nach Hause.
  13. Witzig!
    Gäuhex ist korrekt 🤗
    Ja, kommt alles noch. Ich werde euch aber nicht jeden Tag Tagebucheintrag präsentieren, da lest ihr euch einen Wolf, sondern versuchen, die Tour in Regionen zusammen zu fassen. Also kleines bissi Arbeit😂

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    Zur Planung:
    Man braucht sich nicht das Hirn zermartern. Erster Schritt ist die Festlegung auf das Projekt mit Auswahl der Jahreszeit und des Zeitrahmens. Natürlich gibt's wunderbare (auf tschechisch) Bildbände von Jan Hocek, die einem die Vorfreude potenzieren. Es gibt auch Papierkarten über den gesamten Trail. Das Entscheidende aber ist die richtige gute App Mapy.com, in der man sich die Regionen vorab runterlädt und die Einzeletappen darauf legt. Dort ist alles zu finden, von Quelle bis Útulná (Unterstandshütte), Unterkünfte sind teils mit booking.com vernüpft, jedes Potraviny (Lebensmittelgeschäft) mit Öffnungszeiten, so auch die Restaurants oder Imbisse. Eigentlich muss man nicht viel planen. Vielleicht gelegentlich vorher checken, wann die Abschnitte kommen, wo es mal für eine knappe Woche keine potravinys gibt. Selbst Unterkünfte buchen ist spontan ein Kinderspiel und ist für einzelne Regionen, in denen Wildcampen ein No-Go ist, wie z.B. im Riesengebirge, wichtig.
    Ich entschied mich für August bis Mitte September, wohl wissend, das in Tschechien und Polen Ferienzeit ist und stellte mich für August auf die Höhe Besucherfrequenz in den Mittelgebirgen ein. D.h. aber auch, auf die schönen Útulnás kann man nicht zählen, die sind immer belegt. Wildcampen ist genauso wie bei uns formal nicht erlaubt, was aber toleriert wird ist Cowboy Camping. An warmen Sommerabenden erscheinen zig bis Hunderte Tschechen flashmobartig auf den namhaften Gipfeln und Biwakieren, um die paar Minuten Sonnenunter- und -aufgang zu zelebrieren. So auch ich.
    Ein paar Campingplätze liegen günstig, und auch die nutzte ich gelegentlich, um warm zu duschen und Powerbank aufzuladen, auch wenn im Sommer viele Jugendgruppen anzutreffen sind.
    Einen Zeroday gönnte ich mir nach 4 Wochen in Děcin in einer Campingplatzhütte, um paar Sachen zu erledigen, aber auch da kam ich vor lauter Sightseeing auf 10 km. Ansonsten taten es zur Erholung 3-4 "Uzwa's", unter 20 km, zum Schürfwunden pflegen oder wegen eines leichten grippalen Infekts.
    Nach einem einzigen Gewaltritt mit 45 km und 2200 hm über die Schneekoppe merkte ich schnell, das mein Genusstagespensum so bei 27-32 km im Schnitt liegt. Da fehlt sich nix.
    Die Tour insgesamt ist kein Spaziergang. Ich kam auf 1100 km (kleine Abwandlungen der Strecke waren auch mal drin) und 32000 hm. Dessen soll man sich bewusst sein. Und die dicken hm hatte ich speziell in den ersten 2/3.
    Die Temperaturen lagen zwischen 38° bis weit in den einstelligen Bereich hinein. Ich hatte eine Mischung aus ultraleicht und mini-Luxus, z.b. die Kombi Sommerschlafsack mit Sommerquilt (sehr gute Kombi), leichte Daunenjacke, 3 Powerbanks (eine zuviel, obwohl die große 20000er mal versagte), den Agilität von Weitläufer (eigentlich ein toller Rucksack, der mir aber bis zum Schluss "Rücken" bescherte und das Plex Solo Lite von Zpacks, eine schöne Behausung. Meine Trailerinnungsschuhe von La Sportiva haben die 1100 km ausgehalten, ein Regenschirm war Gold wert, die Regenhose habe ich nicht gebraucht (weiß man's vorher?) und die lange Montura-Hose war im Riesengebirge angenehm. Kocher mit dem Rocket von Msr bissi schwer, dafür sparsam im Gasverbrauch. Kartuschen Nachkauf erst nach 4 Wochen. Nun, die TR NXT mit Pumpsack, eine 0,3 mm Evazote, das Ultralightbivi von Cumulus. Das sind so die wichtigsten Eckdaten. Anfangs war der Rucksack knallschwer, weil ich bei der Hitze bis zu 3 l mit schleppte. Im September war das Wassergewicht kein Problem.
    Essen muß man je nach Gelegenheit. Ramensuppen in Hülle und Fülle. Ich nahm immer Käse und Wurst (Hermelin und Klobása) und diese tschechischen Brötchen mit, hatte unzählige Waffelsnacks und Nescafé 3 in 1 dabei. Und natürlich futtern und trinken, was sich unterwegs so bietet, smažený sýr mit hranolky, Klobása, Hamburger, Birell, Kefir, Milch oder ein Pivo vom Fass. Alles viel günstiger als bei uns daheim.
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    Es gibt in Tschechien wunderschöne Wanderwege durch Landstriche, die wilder erscheinen als bei uns. Etwa zeitgleich um 2020 wurden 2 in weiten Teilen ähnliche Wanderwege kreiert, die das Land umrunden: die Stezka Čezkem und die Via Czechia. Es heißt, Stezka Čezkem sei noch mehr abseits der Zivilisation, und viele wanderlustige Tschechen sind eher auf diesem Trail unterwegs. Ich jedoch wählte die Via Czechia severní, also die Nordroute, und zwar von Ost nach West.
    Vorab, 40 Tage Primetimewandern (und An- und Abreisetag) in einem Land, das man unbedingt gerade noch als einen Geheimtipp für den natur- und landschaftsliebenden Wanderer bezeichnen darf.
    Für den Interessierten werde ich gerne in Etappen über die durchwanderten Regionen berichten. Und auch über bestimmte Teilaspekte wie Ausrüstung, Planung, Übernachtung, "Resupply"....







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    Old School hat eine Reaktion von khyal erhalten in [BIETE] DAC Pressfit, 11,1mm Zeltgestänge   
    DAC Pressfit 11,1mm Zeltgestänge, plus Zubehör, NEU, von extremtextil.
    Wollte damit eigentlich ein Winterzelt (deshalb die dickere Ausführung), einen Tunnel nähen, ich bin aber einfach kein Tunnel- oder Kuppeltyp ... und bevor es hier rumliegt, vielleicht hat jemand für den nächsten Winter ein solches Projekt oim Kopf.
    Enthalten sind
    16 x DAC Pressfit Segment, mit Stift, 45cm, 11.1mm
    3 x DAC Pressfit Segment, ohne Stift, 45cm, 11.1mm
    8 x DAC Reparaturhülse, 13.2mm, passent für 11.1mm Stangen
    6 x DAC Pressfit Rundkappen, 11.2mm
    2 x Zelthaken
    4 x DAC Swivel Gestängeverbinder für 9,5 bis 11,1mm Stangen
    genügend dünnes weißes Gummiband zur Verbindung der Stangen (nicht auf dem Bild)
    Die Stangensegmente und Rundkappen haben einen Neupreis von 112€ (der Rest ist Beigabe)
    Mein Preis incl. Versand: 85€
    Bezahlung mit Paypal Friends & Family
    Privatverkauf, kein Umtausch, kein Rückversand

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    Old School hat eine Reaktion von wilbo erhalten in Die Innenkehr, das Leben in Integrität - Longevity   
    Igitt, nur ein relativ neuer Begriff mit der die Industrie "neues" Zeuch verkaufen will, vom Supplement über die spezielle Morgenroutine bis hin zu gentechnischen Eingriffen ... und die Leutz fahrn drauf ab, neuer Name, gleicher Scheiß. Auf der Suche nach dem nächsten dubiosen Biohack, vorgestellt vom Youtubespezialisten, ne Megadosis Vitamin A ist natürlich Grundvoraussetzung zur Aufnahme in den Club
    Ganz einfach:
    All die tollen Trends für ein tolles Leben (mit derem Couching andere Kohle machen), die neuen Gadgets (vom Thermomix über Fitnesstracker bis immer neusten Medienkrempel), Social Medias ignorieren (eh alles KI Lügen und Werbung), die schicken Klamotten, Auto, Statusschrott, etc. etc. aus dem "HabenWillKopfbereich" raus hauen ... weil, wenn ich das alles "brauche" muss ich dafür arbeiten, das kostet viel Zeit, Nerven, also Lebensqualität und Lebenszeit.
    Auf Karriere und Anerkennung  sch...en ...
    Bei allem und jedem nach dem Motte "Mach dir nur kein Kopp" leben
    Einfach nur zufrieden leben mit minimalsten Ansprüchen an Besitz aber maximalen Ansprüchen an Freiheit, Lebensgenuss, Ehrichkeit, Loyalität, ... ohne grpß drüber Nachzudenken mit all den woken, neumodischen Gedanken an Nachhaltigkeit, Achtsamkeit, alles nur Bewegungen die Sehnsüchte schüren für die uns "die Industrie" etwas verkaufen will um es zu erreichen, nee, machen, dafür brauchts nämlich nix!!
    Beispiel mein Papa. Gerade 91 geworden, seit 67 Jahren glücklich mit Mama verheiratet, immer glücklich und hervorragend um Kinder, Familie gekümmert, Genügsamkeit, Glück und all die Sachen von oben vorgelebt, immer Zeit auchfür sich gehabt ... und jetzt, mit 91 fit wien Turnschuh, kann knapp 30 richtig gute Liegestützen machen, wandert am Tag problemlos 40km, kann beim Queren eines Baches elastisch vom Stein zu Stein hüpfen ... macht das einfach ohne drüber nachzudenken, kennt die ganze woke Achtsamkeitssabbelei eher gar nicht
     
  18. Witzig!
    Old School hat eine Reaktion von wiederfrei erhalten in Vergesslichkeit ist Mist   
    Nun, mein Papa würde da sagen, Junge, jetzt reiß dich mal zusammen, wo hastn du dein Kopp!? Recht hat er!
    Das ist mir leider schon zweimal mit der Sonnenbrille passiert. Seitdem sieht meine Aufbruchroutine so aus:
    Von oben auf'n Kopp hauen (sitzt die Kapp), von vorne auf die Stirn (Sonnenbrille), auf'n Bauch (Bauchtasche), mit beiden Händen rechts und links auf die Beintaschen (Inhalt fühlen), beide Hände checken (Stöcke drin) ... und go ... also jedes Mal nervöse Zuckungen 
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    Old School hat eine Reaktion von Epiphanie erhalten in Vergesslichkeit ist Mist   
    Nun, mein Papa würde da sagen, Junge, jetzt reiß dich mal zusammen, wo hastn du dein Kopp!? Recht hat er!
    Das ist mir leider schon zweimal mit der Sonnenbrille passiert. Seitdem sieht meine Aufbruchroutine so aus:
    Von oben auf'n Kopp hauen (sitzt die Kapp), von vorne auf die Stirn (Sonnenbrille), auf'n Bauch (Bauchtasche), mit beiden Händen rechts und links auf die Beintaschen (Inhalt fühlen), beide Hände checken (Stöcke drin) ... und go ... also jedes Mal nervöse Zuckungen 
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    Nun, wenn ich's richtig verstanden habe sollen ja dann nur noch Apps laufen die von seiner Gnaden Google "zertifiziert" sind, wenn nicht, sind sie standardmäßig nicht installierbar, d.h. wenn alle App-Ersteller zu Fdroid wechseln, dann machen sie das um ihre App eben nicht zertifizieren zu lassen (sie könnten es natürlich trotzdem), die App würde also nicht mehr installiert werden können.
    Abgesehen davon haben kommerzielle Anbieter gar kein Bedürfnis zu Fdroid zu wechseln, die wollen ja gerne verkaufen, das ist ja auch völlig ok für gute Software UND möchten oft zusätzlich noch Nutzerdaten sammeln und diese evtl. auch zu Geld machen.
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    Vor allem ist für mich von Interesse wie und ob es dann mit den mehr oder weniger "entgoogelten" Androids wie z.B. murena oder GraphenOS weiter gehen kann. Ohne Open Source ist es dann zumindest deutlich schwieriger neue Versionen zu verwenden bzw. Sicherheitspatches auszurollen. Lichtblick ist ab 2027 die Kooperation von Graphen  mit Motorola, die wollen dann einige Modelle hardwareseitig graphenkompatibel machen, nur, was nützt das wenn man keine Apps mehr über Fdroid kriegt, Emailclient, DavX5, ... bleibt dann nur noch Aurorastore, Aptoid. Auf jeden Fall wird ein "alternatives" Android dann schwieriger zu handeln!?
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    Old School hat eine Reaktion von wilbo erhalten in Schnell viele Meter Si-Nylon usw schneiden...meine Bastellösung :-)   
    Das kann man so sicher gut machen, bequem im stehen, man muss nicht auf den Boden runter.
    Ich mach's einfacher: Stoff auf den Boden, Zimmer ist 5m lang, mit Büchern beschweren damit er straff liegen bleibt, Stirnlampe auf, so sind die Ripstopfäden sichtbar (zeichne mir aber auch mal mit weißem Buntstift die Schnittlinie), am Start anschneiden ... und dann kann ich die Schere ganz locker durch den Stoff schieben. Ok, muss ich auf die Knie runter aber sooo alt bin ich ja noch nicht 
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    Da ich momentan mal wieder ein größeres Tarp mit Seitenteilen nähen will, muß ich viele m leichten Si-Nylon-Stoff bzw Stoffkanten zuschneiden.
    Bei unbeschichteten Stoffen klappt ja häufig anschneiden, dann reißen, das geht bei beschichteten Stoffen logischerweise nicht.

    Mit Rollenschneider bzw Stoffschere ging mir zu langsam für die vielen m.
    Da ich bei schweren Stoffen auch die Nummer kannte, mit der offenen Schere dran entlang zu "Ratschen", was aber bei leichtem Si-Nylon nicht so klappt, habe ich es anders aufgebaut :

    Kleiner Schraubstock, halboffene Schere drin eingespannt, Led-Laterne davor gelegt, damit ich in Durchlicht die Ripstop-Fäden gut sehe, um "gerade" zu Ratschen.

    Nach den ersten 20 m kann ich sagen, klappt prima & schnell.

    OT: Mir ist klar, daß man z.B. mit dem EC-Cutter für 175 € oder begrenzt bei manchen Cuts, auch direkt mit der Overlock arbeiten kann, aber ich will nicht das Geld für den Cutter ausgeben und nicht jeder hat eine Overlock und beim reinen Stoff schneiden ist die ja eh nicht so geeignet 


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    Old School hat eine Reaktion von Fußgänger erhalten in Verhältnis: Körpergewicht vs. Rucksackgesamtgewicht   
    Da vergisst du einen entscheidenden Punkt: die Fitness, Trainiertheit der Person und deren Muskelanteil am Körpergewicht. Für die 100 Kilo Couchpotato ist 10 Kilo ne Belastung, für eine 50 Kilo Kraft-Ausdauer trainierte Person sind 10 Kilo "kaum spürbar" 😁
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    Old School hat eine Reaktion von EldenStars erhalten in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread   
    Ich habe nur Erfahrung mit den "Anorak". Diese habe ich schon in verschiedene Stoffe eingedrückt mit der Zange, dünnes Leder, festeren Baumwolle/Polyesterstoff bei Jacke und Hose, Zeltbodenstoff 90g. Das hat überall problemlos und dauerhaft funktioniert. Das Loch stanzen ist z.T. fuzzelig,da hab ich auch mal mit ner Nagelschere nachgeholfen.

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