Hi in die Runde,
seit Jahren stiller Mitleser, nun aber doch mal angemeldet, genau mein Thema :)
Also: beruflich bedingt bin ich jahrelang auch mit dem ganzen Canon Vollformat Geraffel unterwegs gewesen, 5D Mk2 / Mk3 und diverse L- oder Sigma Art Linsen. Ab und zu auch ein Body beim Wandern dabei gehabt, lange bevor ich wusste, dass es den Begriff "UL" überhaupt gibt :) Dann anno 2013 die erste Sony Rx100 gekauft, welch eine Erleichterung! Für Privatspaß absolut ausreichend, wenn man mit den RAWs umzugehen weiß. Paar Jahre später die Rx100 gegen die Rx100 IV ersetzt. 2017 dann aus purer Neugier die Fuji x100f gekauft, weil ich Fotografie nur noch bedingt als Standbein betreiben konnte, und seitdem vom "Fuji-Bug" gebissen worden.
2018 habe ich dann das gesamte Canon Sortiment für gutes Geld verkauft bekommen (zum Glück viele Film-Foto-Leute im Freundeskreis, die gut erhaltene Optiken zu schätzen wissen) und war dann erstmal happy nur mit der Fuji x100f, da beim Wandern immer in kleiner Tasche am Gürtel, und die Fuji JPGs das beste sind, was ein Kamerahersteller je fabriziert hat.
Ein Jahr später ging es aber für ca. 6 Wochen auf Roadtrip nach Norwegen, also juckte es mich in den Fingern, und die x100f bekam als großen Bruder noch die XT3 dazu, dann aber schnell gemerkt, wenn man sich im Objektivdschungel bewegt, was man wieder alles haben möchte, um sämtliche Bereiche abzudecken. Ergo habe ich alles Geld, was ich für die Canon mitsamt Optiken bekommen habe, wieder in Fuji investiert - dazu muss man aber sagen, dass man weitaus mehr Objektive bekommt, und so etwas wie das 100-400 (auf Vollformat ca. 250-600mm) wäre für mich bei Canon nicht lohnenswert gewesen. Dann geht natürlich auch wieder das Thema des Thread Eröffners los: wie zum Henker trage ich die Kamera beim Wandern? Mit der x100f war das kein Problem, die hatte dann aber immer meine Freundin am Rucksack oder in der Hand, also musste ich mir für die Xt3 was einfallen lassen. Diverse Peak Design Gurte, Peak Design Clip,Taschen von F-Stop, Rucksack von F-Stop, Handschlaufen, Tenba Inserts im Wanderrucksack, etc... irgendwie war ich nie happy damit, denn die "instant" Griffbereitschaft der x100f war einfach nicht gegeben. Hängt natürlich auch mit der Art der Fotografie zusammen, ich bin nicht der Typ, der 4 Stunden auf einen Sonnenuntergang wartet, dokumentiere eher unsere Reisen / Wanderungen / Touren.
Letztes Jahr ging bei mir (kniebedingt) die Fahrradfahrerei wieder los, mit Ziel Bikepacking und gemütliche Touren, wo ich auch gerne knipsen möchte. Also das Thema wieder aufgerollt: wie zum Henker transportiere ich die Kamera am Fahrrad??
Klar, mit der x100f kein Problem, die passt in diverse Lenker- oder Rahmentaschen. Die XT3 hat durch den Sucher in der Mitte aber einen ungünstigen Formfaktor. Also kam dieses Jahr noch die Xpro3 dazu, und um die Geschichte nun ein wenig abzukürzen:
mit der Xpro3 und 18mm f2 oder 35mm f2 habe ich jetzt ein Setup, was sowohl für Wandern als auch Fahrradfahren wunderbar funktioniert, zusammen mit einer kompakten Mindschift Lens Switch Tasche Gürteltauglich, oder mit Peak Design Strap & Stabilizer sowie ggf. F-Stop Navin Tasche beim Radeln auf dem Rücken transportierbar (selbiges Setup geht auch gut für's Wandern, muss man dann aber unter dem Rucksack Schultergurt tragen und leicht seitlich hängen, ggf. mit Karabiner am Hüftgurt stabilisieren)
Fuji ist ganz klar eine Welt für sich, wer von Canon oder Nikon kommt, ist erstmal bisschen verloren mit den ganzen Knöppen, aber einmal dort zu Hause, will man nicht mehr weg - kein anderer Hersteller hat so kompakte Optiken im APSC Sektor, die durch die Bank weg auch noch gut bezahlbar sind (verglichen mit FF), und um ehrlich zu sein: ich vermisse Vollformat nicht die Bohne.
Bei mir war zu Vollformat Zeiten auch immer das Gefühl im Kopf, jetzt wo ich die dicke Bertha schon mitschleppe, MUSS ich ja wohl auch ein Foto machen. Mittlerweile lege ich mehr wert auf leichte Rucksäcke (UL-Tendenz) und knieschonender unterwegs zu sein, und wenn es nichts zu knipsen gibt, geht die Welt nicht unter. Dieser Übergang im Kopf hat aber einige Jahre gedauert, das Genießen ist definitiv ein anderes geworden.
Ich weiß nicht, ob das dem ein oder anderen jetzt weiterhilft, und sorry für den langen ersten Post, aber vielleicht sind ja ein paar Gedankengänge mit dabei, die der Sache hier dienlich sind :)
LG,
Peter