Glaube es kommt stark auf den eigenen Wissensstand und die Fähigkeit/den Willen, Dinge autodidaktisch zu lernen, an. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass jede Person, die ein paar autarke Mehrtagestouren unternommen, Online-Recherche betrieben und hier und da mal erfolgreich ein Lagerfeuer gemacht hat, sich bei solchen Kursen eher langweilt. Durch die begrenzte Zeit & Vorerfahrung der Teilnehmenden bedingt, kann da ja auch gar nichts intensiv geübt werden. Dass man nach so einem Kurs z.B. Feuerbohren kann, halte ich für absurd; Das schaffen oft nichtmal Profis, die das seit Jahren trainieren, unter Real-Bedingungen. Was reines Basiswissen angeht, z.B. 'Verhalten bei Gewitter' so recherchiere ich das sowieso lieber in aller Ruhe und Ausführlichkeit, als dass ich mir das von irgendwem, der das vor 10 Jahren in einer 4-Wöchigen-Wildnis-Coach Ausbildung mal gelernt hat, erzählen lasse. (#nooffence)
Mein Ansatz wäre einfach weiter Touren zu machen und zu versuchen, die eigene Komfortzone jedes Mal (im vernünftigen Maße) herauszufordern. Zudem würde ich prüfen, welche Defizite ich habe und diese dann konkret üben. Bei mir waren das z.B. Orientierung im weglosen Gelände (ohne elektronische Hilfsmittel), Overnighter bei widrigen Bedingungen mit verschiedenen Shelter-Setups, Flussdurchquerungen, Bewegen/Kraxeln im ausgesetzen Gelände (habe aus diesem Grund damals mit Bouldern & Klettern angefangen).
Wenn du wirklich Lust auf so einen Kurs hast würde ich schauen, ob es vllt Alternativen im Ausland gibt, die mehr als "Lagerfeuer und Laubhütte" im deutschen Wirtschaftswald bieten. In den USA gibt es ja z.B. verschiedene Wildnis-Trekking-Kurse von der Legende Andrew Skurka, die sehr gut sein sollen (ist mir aber zu weit weg und zu teuer). In Skandinavien habe ich mal eine Art Kurs gesehen, wo unter kontrollierten Bedingungen geübt wurde, sich nach einem Einbruch in einen gefrorenen See selber zu retten.