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  1. Hallo Allerseits, in den letzten Jahren habe ich jeweils in den bayrischen Herbstferien schon Teile des HW1 gemacht: 2017 Donauwörth-Unterkochen und 2018 Unterkochen-Bad Urach. Die Wanderungen waren mein Einstieg in Mehrtageswanderungen und der Weg zum Ultraleicht-Trekking. Machte ich den Teil 2017 noch mit einem Rucksack-Gewicht von 16kg inklusive der Vorräte, so konnte ich 2018 schon auf 11kg abspecken. jetzt war ich mit ca. 8kg unterwegs. Meine Packliste findet ihr hier. Ich habe während der Tour alles gebraucht bis auf die kurze Regenhose (unpraktisch) und die Ersatzunterhose, da ich zwischendrin waschen konnte. Das fliegt beim nächsten Mal also raus... Alle Bilder sind übrigens von mir selbst mit dem iPhone 5c gemacht. 26.10.2019 (5km - Bad Urach bis Rohrauer-Hütte): Los ging's am Samstag Mittag von München nach Bad Urach mit der Bahn. Das Wetter ist schön und draußen vor dem Zugfenster ziehen die Weinberge vorbei. Wenn ich jetzt schon gewusst hätte, wie das Wetter in den nächsten Tagen wird, wäre ich wahrscheinlich nach einem Overnighter umgekehrt... Nachmittag in Bad Urach - Wasserfall, ich "betrüge" ein bisschen und gehe nicht den HW1, sondern den Zubringer (blaues Dreieck), der von unten an den Wasserfall heranführt: Schon sieht man die charakteristischen Felsen des Albtraufs. Hier stürzt sich der Wasserfall sehr schön herunter und verzweigt sich in unzählige Rinnsale im Moos des Waldes. gegenüber leuchten im Licht der untergehenden Sonne die Felsen über Bad Urach Der Weg zieht sich an einer Felswand vorbei bis zu deren oberen Kante, wo der kleine Bach über eine Felsnase hinabfällt, die er sich mit den Jahrhunderten durch Ablagerung von Kalk selbst "baut". Ich erreiche im Dunkeln die Rohrauer-Hütte und ergattere dort mit Glück sogar einen Übernachtungsplatz. Nach einem netten Schwatz gehe ich früh ins Bett, weil ich am nächsten Morgen früh los will. 27.10.2019 (25km - Rohrauer-Hütte bis Nebelhöhle): Am Sonntag mache ich mich schon um 07:15 auf den Weg, ich will das schöne Wetter nutzen und bis zur Nebelhöhle kommen... Die Sonne ist gerade aufgegangen und leuchtet schön in den Wald Im Wald sind sinnige Sprüche und Erklärungen zur mittelalterlichen Waldnutzung aufgestellt: Ich komme gut voran, am Außenposten des Landesgestüts Marbach vorbei dem Obersee des Pumpspeicherkraftwerks Einiger Weide und immer wieder eröffnen sich tolle Ausblicke, für die dieser Weg bekannt ist: Hier sehe ich sogar zum ersten Mal eine mir bisher völlig unbekannte Sportart: Discgolf. Ziel ist es, wie beim Golf, vom Abschlag aus ein Frisbee in den Fangkorb zu werfen: Ich nähere mich Schloss Liechtenstein, hier sind einige besonders schöne Felsformationen. Der Weg führt immer oben an der Kante entlang, aber es gibt auch eine Variante am Fuß der Felsen. Hier schaut es noch schön aus, aber aus der anderen Richtung ziehen schon Wolken auf, das Wetter wird umschwingen, aber ich mache mir keine großen Sorgen, schließlich soll es nur die eine Nacht leicht regnen und schließlich habe ich ja mein Tarp dabei... Das Schloss sitzt ganz pittoresk auf einem Felsen. Es wurde erst 1840 inspiriert von Wilhelm Hauffs Rittersagen gebaut: Hier sind natürlich Massen von Leuten, ein starker Kontrast zum restlichen Albsteig, wo ich manchmal den ganzen Tag niemand anderen gesehen habe. Ich gönne mir einen Windbeutel und einen großen Milchkaffee, die mir aber so auf die Verdauung schlagen, dass ich im weiteren Verlauf der Wanderung mehrfach "ins Gebüsch" entfliehen muss. Nasses Laub ergibt prima Toilettenpapier; skills... Ich erreiche die Nebelhöhle bei Einbruch der Dunkelheit kurz nach 18:00 Uhr, nur um festzustellen, dass es dort keine Schutzhütte gibt. Auch hat sowohl die Höhle, als auch der berühmte Maultaschenwirt bereits zu. Ich traue mich nicht, mich einfach unter das große Vordach des Eingangs oder unter die Überdachung des Freisitzes des Maultaschenwirts zu legen, aber das ist ja kein Problem, schließlich habe ich ja mein Tarp ... Selbiges baue ich im Licht des berühmten "Mundlämpchens" bei Dunkelheit in einer Ecke des riesigen Parkplatzes der Nebelhöhle auf und lege mich gerade mit einsetzendem Regen darunter. "Natürlich" steht es nicht so toll, wie daheim im Garten (siehe https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/7509-12-overnighter-im-jahr-2019/?do=findComment&comment=139498 ) und aus Furcht vor Wind und Nässe spanne ich es auch ganz tief ab. Der extra kurze Stock will erst nicht halten, steht aber schließlich und endlich doch. Ganz schön kurz, ganz schön niedrig, und viel weniger Raumgefühl als beim Test... skills?! Ich mache mir erst mal was zu essen und lege mich schlafen. In der Nacht wache ich auf, weil jeder Regentropfen, der von außen auf's Tarp fällt, innen 5 Tropfen Konsens auf mich niederregnen lässt. Um 02:00 Uhr baue ich alles ab und laufe zurück zur Schutzhütte am Goldloch Kalkofen (eine kleine Höhle, die aber nicht zum Übernachten taugt, weil sie uneben und nass-lehmig ist). Hier liege ich um 03:00 wieder im Schlafsack... 28.10.2019 (25km - Kalkofen bis Dreifürstenstein) Das Tarp ist in der Nacht getrocknet, der Schlafsack lüftet noch aus, jetzt gibt's erst mal ein gutes Frühstück aus Porridge und Instant-Kaffee... In den nächsten Tagen kann man nur noch unterscheiden zwischen hellem und dunklem Nebel, Sprühregen oder Landregen und kaltem bzw. weniger kaltem Wind... Nichtsdestotrotz ist der Weg oft von einer verwunschenen Schönheit und "wilde Tiere" gibt es auch zu sehen: Am Felsrutsch vom Hirschkopf (bei Talheim) sieht man, wie ganze Felsschollen langsam abrutschen und am Albrand tiefe Klüfte bilden: Schließlich erreiche ich mein Zuhause für eine Nacht, die Schutzhütte am Dreifürstenstein. Sauber, trocken und windgeschützt möchte ich hier am liebsten bleiben... 29.10.2019 (25km - Dreifürstenstein bis Burgfelden): Das Wetter ist besser: Es regnet nicht mehr, sondern tropft nur noch von den Bäumen, weil die Wolken, die die Albkante heraufsteigen am Laub kondensieren... Der berühmte Blick auf Burg Hohenzollern bleibt aus, weil sie sich in den Wolken verbirgt. Aber der Einfallsreichtum der Jäger lässt einen doch manchmal wundern: Am "Hangenden Stein" sind die Klüfte so tief, wie andernorts die Gletscherspalten... Über Hochwälder erreiche ich schließlich den Böllat und Burgfelden. Es ist nur 3°C "warm" und mir hängt das Wetter zum Halse raus, weshalb ich mich in einem kleinen Hotel einmiete, was eigentlich geschlossen hat. Aber ich bin im Trockenen, kann meine Siebensachen trocknen und gefriergetrocknete Gerichte schmecken schließlich auch mit warmen Wasser aus dem Wasserhahn... nein, eher nicht 30.10.2019 (32km - Burgfelden bis Gosheim): Heute kommt die "Königsetappe" über drei "1000er" der Schwäbischen Alb. Mit 32km ist das die längste Strecke, die ich bei dem Wetter auf der Alb zurücklege. Der Albsteig heißt nicht nur so, er ist auch ein Steig. Zwar gibt es auch längere Stücke breiter "Forstautobahnen", zumeist ist es aber nur ein Trampelpfad, der sich direkt am Albtrauf hängend an der Kante entlangwindet. Der Pfad "hängt" oft und im nassen Herbst bildet sich mit dem nassen Laub, nassen Wurzeln und Steinen und dem seifigen Lehm ein Steig, den ich nur langsam bewältige. Mein Durchschnittstempo liegt inklusive kleiner Pausen bei 3km/h. Wohlgemerkt nur kleiner Pausen: Ich mache keine Mittagsrast, sondern kaufe mir beim ersten Bäcker, den ich finde Proviant für den Tag, der in kleinen 5 Minuten-Pausen im Abstand von zwei Stunden vertilgt wird. Ich kann mich glücklich schätzen in den Albdörfern überhaupt noch einen Bäcker zu finden. In den meisten hat Alles schon lange zu. Auch Leuten bin ich kaum begegnet, viele scheinen in den größeren Orten zu arbeiten. Aufgrund der kurzen Tageslänge (07:00-17:00) hat man nur zehn Stunden Zeit zu wandern. Ohne Tageslicht ist der Steig oft zu gefährlich. Über den schmalen "Grat" geht es zunächst zur Schalksburg, der Ausblick vom Turm ist aber eher mau: Durch wunderschöne Hochheide-Landschaft geht es über den Lochenstein Hier wachsen Flechten an den windzerzausten Büschen Am Plettenberg gibt es einen riesigen Steinbruch, den man nur vom Wanderweg aus sieht. Das Gestein wird zertrümmert und mit einer Gondelbahn in das gigantische Zementwerk im Tal gebracht: Über die neue Hängebrücke erreiche ich den Lemberg, den höchsten Berg der Schwäbischen Alb. Allerdings ist die Schutzhütte bei dem Wetter nicht sehr einladend, ich mache mich auf den Abstieg nach Gosheim. Leider muss ich feststellen, dass der einzige Gasthof in Gosheim mittwochs Ruhetag hat und auch Keiner ans Telefon geht, um einen müden kaputten Wanderer eventuell doch noch aufzunehmen Ich setze mich erst mal in den ortsansässigen Dönerladen und esse und trinke gut, während ich auf dem iPhone nach Hotels in der Umgebung suche. In Aldingen am Fuß der Alb werde ich fündig. Ich lasse mir gerade noch rechtzeitig mein restliches Essen in Alufolie einpacken und erreiche den Bus ins Tal. Der nette Busfahrer zeigt mir noch den Weg zum Hotel... welcher leider völlig falsch ist, was ich erst eine Viertelstunde später merke Das Hotel ist zur Ehrenrettung des Busfahrers ganz neu. Es liegt direkt neben der Bushaltestelle am Bahnhof Aldingen, ist modern und schön und die Wirtin hat meine wetterbedingte Laune und tagesstreckenbedingte Fertigkeit genau richtig eingeschätzt und mir im Zimmer ein kühles Bier bereitgestellt... Auf dem Weg nach oben kann ich die Füße kaum noch heben und falle erst mal mit meinem ganzen Geraffel die Treppe hoch... soll ja Glück bringen. 31.10.2019 (23km - Spaichingen bis Tuttlingen) Am nächsten Morgen genieße ich erst mal ein ausgiebiges und sehr gutes Frühstück. Ich habe super geschlafen und will die letzte Etappe heute angehen. Die Hotelwirtin ist sichtlich erstaunt, als ich pünktlich um 06:45 Uhr zum Frühstück erscheine. Das Buffet ist sogar ganz süß passend zu Halloween dekoriert Ich habe keine Lust nach Gosheim zurückzufahren und nehme die Hohenzollernbahn in den Nachbarort Spaichingen. Hier geht es via Dreifaltigkeitsberg nach Tuttlingen Am Wegesrand liegen zwei kleine Höhlen, der Bettelmannskeller und die Nonnenhöhle, die sogar einen guten Übernachtungsplatz abgäbe Auf einer Tafel sieht man, was man sehen kann, wenn man etwas sehen kann... Schließlich erreiche ich Tuttlingen, Hier ist die Donau noch ganz klein. Auf der anderen Seite des Rathaussteges muss er sein, der "Terminus" Leider finde ich ihn nicht. Eigentlich sollte hier eine Gedenktafel, ähnlich der am Rathaus in Donauwörth, stehen, die den Endpunkt des HW1 und den Startpunkt des HW2, des Südrandweges, bezeichnet. Allein, ich finde sie nicht. Auch die freundlichen Mitarbeiter des Rathauses können mir nicht weiterhelfen. Ich fühle mich seltsam "unfertig" und mache mich auf zum Bahnhof, wo ich gerade noch einen Zug Richtung Heimat erwische. Fazit: Der Albrandweg ist eine abwechslungsreiche landschaftliche schöne Strecke, die ich aber lieber bei schönem Wetter gehen würde. Ende Oktober ist zu spät im Jahr. Ich muss noch an meinen Tarp-Aufstell-Skills arbeiten. Speziell im Dunklen und bei schlechtem Wetter... Oder die Gewichtminimierung nicht gar so weit treiben und ein kleines Zelt mitnehmen... Ich habe fast alles benutzt, was ich dabei hatte (siehe oben) und mich mit meiner Ausrüstung recht wohlgefühlt: Das Tarp ist mir wie oben beschrieben etwas zu klein und der Schlafsack ging in der kalten Nacht am Dreifürstenstein nur mit zusätzlichen Schlafklamotten. mosven
  2. Armin

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  19. Armin

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    © Armin D.

  20. Motiviert von Hofnarr´s "Maultaschenjagd" und auch von dem Reisebericht von "German Tourist" über den Hauptwanderweg 1, hatte ich mich bereits vor einem Jahr entschlossen, den Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins von Donauwörth nach Tuttlingen in einem Rutsch zu durchwandern. Nachdem mein Chef mich letztes Jahr 3 Tage vor Abreise telefonisch davon überzeugt hatte, dass es am Arbeitsplatz schöner sei, als bei einer profanen Wanderung des HW 1, hatte ich dieses Mal keinen Hehl daraus gemacht, dass dieses Jahr das Ding durchgezogen wird, egal was da komme. Nachstehend mal eine kleine Übersicht der Dinge, die ich auf meinem Thru-Hike des HW 1 vom 29.5.-12.6.2015, mitgenommen habe: Auf dem Bild nicht benannt: Neben dem Handy noch ein Ziplock mit kleinem MYOG-Tyvek-Geldbeutel für Karten und Scheine (25 Gr.) und die schwarze Pumpe für die Klymit Airbeam (27 Gr.), eine kleine Schraubkartusche Gas und ein Microfaser-Tuch. Nicht im Bild: Einer der Hauptakteure – der Laufbursche Huckepack von 2014 mit Klymit Airbeam und die gekürzte Version der Laufbursche EVA-Matte. Die ZE-Tasche gehört nicht dazu. Dann noch ein paar Bilder was in den kleinen Ziplocks alles dabei war: Zeltheringen und Zeltstange Das alles mal ein bischen in einem Sheet aufbereitet mit Gewichtsangaben: Hoffe, ich habe nichts vergessen. Den Tour-Report werde ich mal so nach und nach einstellen, sobald ich wieder der Zivilisation angepaßt bin Grüße Tumurbel
  21. Zum Jahresausklang 2016 wollte ich noch einen der letzten schönen Tage dazu verwenden, auf dem HW 1 zum Dreifürstenstein bei Hechingen zu bummeln. Immer schön an der Südseite des Killertales entlang, auf der Traufkante 10 km zum Dreifürstenstein und die gleiche Strecke wieder zurück. Es war noch wunderbar warm und schließlich erreichte ich gegen Mittag die Hütte auf dem Dreifürstenstein. Es war eine Menge los. Viele Wanderer und Mountainbiker nutzen die Gunst der Stunde um noch einen schönen Blick auf die Burg Hohenzollern zu werfen. Ich zog mich vor dem Trubel an meinen Lieblingsplatz, einen kleinen, ebenen Fleck am Fuße einer Buche zurück, die etwas zurückversetzt am Rande des Platzes steht. Meine EVA ausgerollt und wohlig den Rücken an den Baumstamm gelehnt, betrachtete ich das Getümmel. Irgendwann packte ich meinen EOE aus um einen Schluck Kakao zu kochen. Mein Interesse wurde plötzlich von einer Dreiergruppe geweckt, die vom Wanderweg „Dreifürstensteig“ heraufkamen. Die Wanderer hielten direkt auf die in meiner Nähe befindliche Grillstelle zu. Zuerst nichts böses dabei denkend, kochte ich weiter auf meinem kleinen Gasbrenner mein Wasser auf, um dann plötzlich ein paar Worte von einem der Wanderer zu erhaschen. „Ein gutes Grillfleisch erhält man nur mit dem richtigen Brennmaterial“ dozierte der etwa 35jährige Mann mit gewichtiger Stimme, seinen beiden Mitwanderern gegenüber, setzte seinen Rucksack ab und förderte einen Sack Eierkohlen (!) aus dem Pack. Ich vergaß meinen köchelnden EOE und schaute mit offenem Mund zu, wie die Mitwanderer Pappteller, Plastiksektgläser und Grillgut auf die Bank vor der gemauerten Grillstelle auftürmten. Der Oberkoch drapierte währenddessen Papier und kleine Aststücke unter die Eierkohlen und zündete das Ganze an. Zweifelnd, ob das Papier und die kleinen Aststücke ausreichen würden, zeitnah die Kohlen zum Glühen zu bringen, schaute ich weiter gebannt zu – wie auch die beiden Mitwanderer, die zwischenzeitlich den Mittagstisch um Servietten und diverse Saucen erweitert hatten. „Fehlt nur noch der Stehgeiger“ dachte ich spöttisch. Der Koch war zwischenzeitlich dazu übergegangen, mit einem Pappteller die Sauerstoffzufuhr zu erhöhen und wedelte mal hier und mal da, um die Grillstelle herum. Ich erinnerte mich an mein brodelndes Wasser, gab meinen Kakao dazu und rührte genüsslich das Pulver in das Wasser. Einer der Mitwanderer blickte zwischenzeitlich immer mal wieder zu meiner Kochstelle und stellte sich wohl insgeheim vor, dass meine Art zu kochen, wohl auch nicht die Schlechteste sei, war doch der Koch dazu übergegangen auf die Grillstelle zu klettern und mit gespreizten Beinen auf dem Rand jonglierend, wild seinen Pappteller schwingend, dem Feuer Beine zu machen. Schließlich stellte er sich im eher leichten Kohlenrauch prustend, je mit einem Bein links und rechts über die Kohlen und versuchte von oben, wenig erfolgversprechend, das Feuer anzufachen. Der Geruch des Kohlenrauchs weckte Kindheitserinnerungen in mir, waren doch Eierkohlen ein bevorzugtes Wurfgeschoss aller Kinder, wenn die Kohlenzüge an unserem Bahnhof Halt machten. Dezente Hinweise des anderen Mitwanderers, dass man wohl auch mit dürrem Holz ein brauchbares Grillfeuer erhalten könne, wies der Koch empört zurück und dozierte weiter die Vorzüge seiner Eierkohlen. Ich konnte mir darüber ein Grinsen nicht verbergen und die Mitwanderer warteten ergeben weiter das Ergebnis seiner Bemühungen ab. Nachdem ich meinen Kakao in Ruhe getrunken hatte, wusch ich meine Topf mit etwas Wasser aus, baute meinen EOE zusammen, schaute mich noch ein wenig um und schulterte schließlich meinen Huckepack. Mein Blick glitt nochmals zurück zur Grillstelle, wo ein kleinerer weißer Rauchfaden die recht erfolglosen Bemühungen des Eierkohlen-Kochs, das Feuer nennenswert in Gang zu bringen, zeigten. Die Mitwanderer zeigten mit einem resignierten Lächeln in meine Richtung, dass sie mein ungläubiges Kopfschütteln, richtig interpretiert hatten und ich machte mich zurück an die Traufkante. Noch heute gleitet mein Blick unvermittelt nach rechts oben zum Dreifürstenstein, wenn ich mit dem Wagen Richtung Hechingen fahre, ob vielleicht immer noch feine weiße Rauchschwaden über der Kante stehen und die erfolglosen Versuche mit Eierkohlen ein Grillfeuer zu entfachen, anzeigen....
  22. Tumurbel

    Köhlberghütte Im Oktober

    Vom Album Hauptwanderweg 1 - Albsteig

    Köhlberghütte im Oktober

    © Tumurbel

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