atair1972
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atair1972 reagierte auf waldradler in Gaiters mal wieder (Prototyp)Danke für die "Maßangaben"! Ich habe für meine Quadratlatschen (US14) dann mal oben und unten je 1 cm zugegeben (d.h. insgesamt je 2 cm). Am Bein war es dann doch etwas locker, aber man kann die Dinger ja ohne Probleme wieder enger machen (anders herum wäre schwieriger...). Herausgekommen sind zwei ganz nette Gamaschen:
Gewicht: 29 g das Paar. Da habe ich die Dirty Girls wohl geschlagen
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atair1972 hat eine Reaktion von Joe_McEntire erhalten in PCT 2023Konnte ein Langzeitarbeitskonto einrichten und habe in 1,5 Jahre zwei Drittel des Gehalts bekommen. Ich bekomme dann für sechs Monate die zwei Drittel weiter und danach geht's wieder auf 100%.
Da meine Partnerin zu Hause bleibt läuft alles andere weiter.
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atair1972 reagierte auf BibbulBear in PCT 2023Wir sind letztes Jahr am 21.4. gestartet und haben nur sehr wenige Hiker mit Schirm gesehen. Es laufen sehr viele mit langen hoodys, Du bist also in guter Gesellschaft.
Gruß
Michael
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Mir geht es ähnlich. Habe einen gehörigen Respekt vor der Aufgabe und den aktuellen Verhältnissen, aber diese kann ich ja doch nicht ändern. Fliege am 11.4 nach San Diego und wollte mich noch zwei Tage vor Ort um Resupply kümmern. In Campo abends zelten und dann früh starten.
Das PCT Treffen in MUC hat mir echt geholfen mich nicht verrückt zu machen. Der Resupply in Südkalifornien soll total entspannt sein und dann sollte ich auch im Flow drin sein. Bestimmt .
Überlege ob ich einen Schirm für die Wüste brauche oder nicht. Wollte mir den sparen und mit langen Hoody bzw Buff gehen. Was meint ihr.
Falls jemand zur selben Zeit in San Diego ist und er Bock darauf hat kann man ja den Anfang gemeinsam durchziehen...
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Mir geht es ähnlich. Habe einen gehörigen Respekt vor der Aufgabe und den aktuellen Verhältnissen, aber diese kann ich ja doch nicht ändern. Fliege am 11.4 nach San Diego und wollte mich noch zwei Tage vor Ort um Resupply kümmern. In Campo abends zelten und dann früh starten.
Das PCT Treffen in MUC hat mir echt geholfen mich nicht verrückt zu machen. Der Resupply in Südkalifornien soll total entspannt sein und dann sollte ich auch im Flow drin sein. Bestimmt .
Überlege ob ich einen Schirm für die Wüste brauche oder nicht. Wollte mir den sparen und mit langen Hoody bzw Buff gehen. Was meint ihr.
Falls jemand zur selben Zeit in San Diego ist und er Bock darauf hat kann man ja den Anfang gemeinsam durchziehen...
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Na klar hab ich Bammel. Da wir aber eh langsam starten wollen können wir uns hoffentlich schnell mit dem Umständen abfinden. Mit Microspikes, langer Hose und nen paar extra Layer in der Wüste zu starten ist schon irgendwie ulkig.
Wieso soll ich mich über sie Sperrungen aufregen? Passiert ja jedes Jahr eh wegen den Bränden und da hat man eh keinen Einfluss drauf. Letztendlich nehm ich das als wichtige Info was die Sicherheit angeht und es wird auch so genug Situationen geben wo man seinen eigenen Entscheidungen reffen muss wie und ob es weitergeht.
Die Sperrung um Idlewyld herum besteht auch erstmal nur bis zum 16. März.
Ich weiß nicht wie es in den anderen Jahren war, aber in der FB Gruppe 2023 bieten gerade sehr viele Menschen aufgrund der Umstände ihre Hilfe an.
Was die Sierra angeht muss man gucken wie es dann aussieht. Der Mai gilt ja als secret Season in der Sierra, da der Schnee dann noch nicht angefangen hat zu tauen und man weniger Wasser in den Bächen hat. Und ob man über 2 Meter dickes Eis oder 5 Meter dickes Eis geht ist dann vermutlich auch Wurst. Vielleicht kommt ja bis dahin auch der Megafrühling und alles ist wieder anders… oder man bricht sich vorher schon die Haxen.
Am meisten mache ich mir gerade Gedanken darüber ob ich alles wichtige erledigt habe bevor es losgeht.
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Ich bereite mich seit ca. 2 Jahren vor und hab in den letzten Monaten noch mal richtig intensiv meine Ausrüstung geprüft, gepackt, ausgepackt, ersetzt usw. Und trotzdem habe ich jetzt das Gefühl, dass ich jeden Tag noch mal irgendwo an meiner Excel Liste rumschraube und Kleinigkeiten verändere. Einerseits sinnvoll aber andererseits merke ich, wie meine (An-) Spannung steigt
Ansonsten warte ich noch so ein wenig drauf, wie das jetzt mit der Einreise nach Kanada ist, auch wenn das natürlich noch ewig hin ist und wenn es denn hoffentlich eintritt.
Ich versuch mir darüber hinaus ein bisschen go with the flow Mentalität zu bewahren. Das geht aber auch nur weil ich echt schon viel gemacht, gelesen, Listen geführt, gewogen, geschrieben und so weiter habe. So langsam kehrt Ruhe vor dem großen Sturm ein und ich habe das Gefühl, ich finde keine großartigen neuen Infos mehr.
Nächsten Monat noch ein paar Touren gehen, noch ein Zahnarzt Termin und solcher Kram und noch mal Haare schneiden und dann wars das und es geht los.
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atair1972 hat eine Reaktion von Lyrico erhalten in VorstellungsthreadHallo,
angemeldet bin ich, mit 50 Jahren, schon seit einiger Zeit. Das Thema Wandern und UL interessiert mich sehr. Eigentlich bin ich ja ein Kleingärtner mit Schrebergarten, aber es zieht mich auch immer wieder auf den Trail.
Es war schwer die erste Ausrüstung auszuwählen und zu kaufen, aber ich habe es geschafft und einige mehrtägige Wanderungen durchgeführt. Was habe ich gebastelt damit der erste Spirituskocher funkioniert (hach). Meine erste Wanderung war der Rennsteig und danach sind dann auch der Mauerwanderweg, die Niedere Tatra und unzählige Wanderungen auf Kreta hinzugekommen. Ich gehe auch gerne Tageswandern in meiner Potsdamer Heimat.
Mit staunen habe ich hier die Berichte über die Thruhikes über den PCT oder AT im Forum gelesen und der Keim einer Idee auch einmal eine Auszeit zu nehmen wurde gelegt. Im Yosemite war ich jetzt schon zweimal und ich habe nicht geglaubt das die Landschaft auf den Bildern in der Wirklichkeit noch viel schöner ist. Was soll ich sagen... Die Frau wurde "überzeugt" (du bist ja verrückt), der Sabbatical wurde beantragt, genehmigt und die Ansparzeit ist für 04/2023 beendet und ich werde dann einen PCT Thruhike "versuchen". Natürlich hoffe ich hier den einen oder anderen Tipp für dieses Erlebnis zu bekommen, aber ich kann dann vielleicht auch später etwas davon zurückgeben.
Viele Grüße!
Marko
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Bei meiner KK komme ich da auf 616 Euro für 6 Monate.
Komischerweise wird mir jetzt angezeigt, dass Young Travellers nur bis 34 Jahre gilt. Vor na Woche war es mit meinen 40 Jahren noch kein Problem. Vielleicht bin ich durch das ganze organisieren zu heftig gealtert.
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atair1972 hat eine Reaktion von HUCKEPACKS erhalten in PCT 2023Ich habe mir für den Hike den Huckepack Phoenix Lite mit dem Plus Hüftgurt gekauft. Hatte den jemand für den PCT o.ä. schon im Langzeiteinsatz?
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atair1972 reagierte auf cafeconleche in PCT 2023Zur Stabilität kann ich nichts beitragen, da ich den normalen Phoenix genutzt habe. Ich war dieses Jahr in Washington und Arizona mit dem "normalen" Phoenix und dem Plus-Gurt unterwegs, der ist wirklich stabil.
Tragekomfort: Mir passt der SM - was hier nicht für sadomaso steht sondern für ziemlich kurz - und es war auch nicht sadomaso, sondern recht bequem bis so 10 bis 11 Kilo. Den Gurt habe ich nicht ständig benutzt, je leichter der Rucksack wurde, desto weniger - und bergab nie - das hilft beim Abfedern in der Hüfte und damit meinen alten Knien. Ich würde, wenn ich ich mir von Mateusz einen auf den Leib schneidern lassen könnte, die Träger etwas mehr nach innen setzen lassen, so musste ich halt gelegentlich nachkorrigieren, problematisch war es nicht.
Platzangebot: Ich bin keine Absolut-Minimalistin - und bei mir hat es gut gepasst. Wasser kann man ganz gut für die Wüste unterbringen, trotz Faltmatte außen. Das einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre eine dehnbarere Außentasche, so dass ich das Plex Solo in nassem Zustand dort hineinbekommen hätte. Ich habe für mich das so gelöst, dass ich noch eine zusätzlich Shockcord über die Außentasche geführt habe. Dort kam die Faltmatte hin, obendrauf das Zelt, und seitlich und vorn (dort in von mir umgebaute Damensöckchen) das Wasser, großteils in Smartwater-Flaschen.
Da ich die Sierra diesmal nicht gelaufen bin, habe ich nicht den Bearvault ausprobieren müssen. Laut Mateusz' Webseite passt der BV500 senkrecht rein, oder oben quer drauf. Dann sollte man ihn tagsüber eher mit etwas Leichtem füllen, z.B. dem Schlafsack, und nur abends das Essen und Riechendes hineinpacken.
Was ich nicht beurteilen kann, ist, wie der Platz reicht, wenn man früh in die Sierra geht - also so früh, dass man Winterkram mittragen sollte, auf Zeitverzögerungen wegen später Schneestürme eingestellt sein sollte oder / und auf einige Resupply-Möglichkeiten noch nicht oder nicht mehr im Herbst (nach Labour Day) zurückgreifen kann.
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atair1972 reagierte auf Linkshaenderin in Israel National Trail (Shvil Israel) September - November 20227. Abschnitt: Die Wüste Teil 3 - Paran - Eilat (152km)
Der letzte Abschnitt meiner Wanderung ist angebrochen. Es sind nur noch 6 Tagesetappen, bis ich am Roten Meer eintreffe. Es erfüllt mich jetzt schon mit Euphorie, daran zu denken, da ich nun merke, dass es tatsächlich realistisch ist.
Es dauert eine Weile, bis ich jemanden finde, der mich als Anhalterin mitnimmt und die ca. 30km zurück zum Trail bringt. Der Trail selbst ist über weite Strecken unspektakulär, lediglich ein Abstieg ist etwas abenteuerlich.
Nicht im Bild ist eine Hängeleiter, die streckenweise freischwingend, weil die Befestigung aus dem Stein gerissen war. Ohne schweren Rucksack mag das eine nette Kletterei sein, mit ca. 15kg auf dem Rücken zitterte ich ganz schön, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Als ich mich umdrehe, sitzt dort ein Shvilist und schaut zu mir herüber. Als ich näherkomme, fragt er: "Bist du Linkshaenderin aus Deutschland?". Im Gegensatz zu ihm habe ich noch nicht von ihm gehört, er kennt mich von Mihael, einem Shvilist, dem ich zweimal auf dem Trail begegnet bin und mit dem sich meine neue Bekanntschaft vor einer Weile zusammengetan hat. "Ich hab gehört, du bist richtig krass unterwegs und läufst richtig schnell!", sagt er mir. Habe er von Mihael gehört, der das wiederum von Shvilistim gehört hat, die ich nicht mal getroffen habe. Amüsant und ein wenig unangenehm, wie dieser Trailklatsch funktioniert.
Wir wandern die restlichen 10km zum Nightcamp gemeinsam, ich lasse mir ein paar Sätze auf Hebräisch beibringen und er übt im Gegenzug unermüdlich: "Ich komme aus Israel" auf Deutsch zu sagen.
Im Nightcamp treffen wir Mihael, der sich sichtlich freut, mich wiederzusehen. Auf unseren kurzen Begegnungen auf dem Trail hatten wir kaum Gelegenheit, uns kennenzulernen, sodass wir die Zeit bei unseren jeweiligen Abendessen dazu nutzen, uns auszutauschen. Später knüpft Mihael Kontakt mit einer riesigen Gruppe Israelis, die auf der anderen Seite des Nightcamps um ein Lagerfeuer sitzen und teilt uns, nachdem er zurückkommt, mit, dass wir in ein bis zwei Stunden gern zum Abendessen rüberkommen könnten. Aber eine Stunde später liege ich bereits im Zelt. Tage auf dem Trail enden früh.
Ich habe beschlossen, die nächste Etappe von etwa 30km zu überspringen, da sie die ganze Zeit schnurgerade an einer Straße entlangführt. Grund dafür ist, dass ein weiträumiges Gebiet als Militärübungszone gesperrt ist, sodass der Trail nicht durch interessantere Gebiete führen kann. Als meine beiden Mitcamper davon erfahren, ziehen sie mich auf, ob ich so feige sei, den Abschnitt zu überspringen, aber ich sage, es liege eher an der begrenzten Zeit. "Wenn ich mich entscheiden kann, entweder einen Tag voll Langeweile an einer Straße entlangzulaufen, ohne etwas Spannendes zu sehen, oder stattdessen nach Ende des Trails einen kostbaren zusätzlichen Tag zu haben, den ich mit etwas Schönem verbringen kann, dann wähle ich Zweiteres." Dafür haben die beiden Verständnis und so gehen wir am nächsten Tag getrennte Wege.
Als ich an einem perfekten Spot fürs Trampen stehe und auf die gähnend leere Straße schaue, auf der kilometerweit kein Auto zu sehen ist, merke ich, dass es keine sonderlich schlaue Idee war, an einem Shabbat trampen zu wollen. Aber nach weniger als einer halben Stunde werde ich mitgenommen. Es stellt sich heraus, dass ich bei einem Mitarbeiter des Save-and-Rescue-Teams der High Negev im Auto sitze, also meines ersten Wüstenabschnittes mit dem Small & Big Crater, auf dem ich so verzweifelt bin. Ich frage ihn, wie häufig sie dort Menschen retten und er sagt, 80 pro Jahr. Natürlich nicht alles Shvilistim, so sagt er, hauptsächlich Tageswanderer und BMX-Fahrer.
Der Weg ist unspektakulär, aber angenehm an diesem Wandertag.
Ich will gerade von meiner Mittagspause aufbrechen, als plötzlich Simon und Leah vor mir auftauchen. Ich bin völlig aus dem Häuschen, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Wir tauschen Trailgeschichten aus, lachen und reflektieren über das nahende Ende unserer Reise, doch viel zu schnell müssen wir uns wieder verabschieden. Ich bleibe in dem Nightcamp, in dem wir angekommen sind, sie wollen noch 16km bis zum Nächsten wandern, was ich angesichts der Uhrzeit (15 Uhr jetzt, 16:30 geht die Sonne unter) sportlich finde. Aber ich freue mich auch, wieder allein in der Wüste zu sein, waren doch in den letzten Nightcamps immer Menschen gewesen.
Der nächste Tag führt mich bis fast an den Rand des Timna Parks, des Abschnitts, über den mir alle Leute in den letzten Tagen, die ich getroffen habe, gesagt habe, dass er der schönste sei.
Ich merke, dass ich es mittlerweile sehr schwer finde, wirklich das Hier und Jetzt zu genießen, wo das Ende in so greifbare Nähe gerückt ist. Es wird immer mehr zu einem Hinarbeiten auf das Ziel als einem Weg, der selbst das Ziel ist.
An diesem drittletzten Abend in der Wüste kann ich zum ersten Mal wirklich in die Sterne schauen. In der ganzen Zeit bisher war der Mond zu hell, erst jetzt geht er spät genug auf. Und so liege ich auf meinem Rucksack vor meinem Zelt, genieße die Sterne, genieße die Stille, als ich etwas an meinem Hals krabbeln fühle. Reflexartig fasse ich hin, um es zu verscheuchen und spüre ein Tier, das größer ist als erwartet, dann ein Stich, dann ist es weg. Bis ich meine Lampe gefunden habe, ist das Tier außer Reichweite, aber mir ist klar, dass mich gerade ein Skorpion gestochen hat. Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll, ob ich überhaupt etwas tun muss, frage vergebens das Internet und rufe dann meine Gastgeberin aus Jerusalem an, die für eine Umweltorganisation arbeitet und sich auskennen sollte. Sie fragt ganz sachlich, wo ich mich genau befinde, ob Menschen um mich herum sind, wann ich gestochen wurde und wie ich mich jetzt fühle. Ich lerne, dass man bei einem giftigen Skorpion innerhalb der ersten Stunde nach Stich Symptome spürt und dann ins Krankenhaus gehen sollte. Sie gibt mir die Telefonnummer eines Freundes, der nur wenige Kilometer von meinem Nightcamp entfernt wohnt, setzt ihn über die Situation in Kenntnis und schärft mir ein, ihn sofort anzurufen, wenn ich irgendetwas merke. Sie ruft nach einer Stunde noch einmal an, aber bis auf den Schmerz an der Einstichstelle geht es mir gut. Nur mit dem Sterneschauen hat es sich für heute erledigt.
Als ich aufwache, bin ich erstaunt, dass ich nichts mehr vom Stich spüre. Genau so wenig spektakulär wie am Ende der Skorpionstich ist auch die heutige Tagesetappe durch den Timna Park. Ein einziges Mal gibt es einen schönen Ausblick, ansonsten sind es langweilige dirt roads.
Am Nachmittag kaufe ich Verpflegung für die letzten beiden Etappen und mache mich auf den Weg zu meinem Nightcamp, das sehr schön gelegen ist.
Es ist die dritte Nacht allein in Folge und ich ahne, es wird auch die letzte dieser Art sein. Morgen, in dem Nightcamp nahe Eilat, werden sicherlich Tagesausflügler unterwegs sein. Also verabschiede ich mich innerlich bereits von dem Shvil und verbringe einen letzten, in die Stille der Wüste eingehüllten Abend, Nacht und Morgen. Es wird mir fehlen, das allein Draußenschlafen, das weiß ich jetzt schon.
So bin ich also gedanklich schon überhaupt nicht mehr bei der Sache, als ich am nächsten Morgen loslaufe und merke daher erst nach 2,5km, dass ich in die falsche Richtung gelaufen bin. Verärgert gehe ich zurück und folge dem Shvil einen milden Anstieg hinauf. Die gedämpfte Laune wegen meines Abstechers ist schon verpufft, als mir zwei Österreichern entgegenkommen. Eine von ihnen ist den Shvil vor 4 Jahren gelaufen, hat dabei ihre jetzige Frau kennengelernt und ist nach Israel gezogen. Jetzt besucht sie ein österreichischer Freund und zusammen sind sie ein paar Etappen auf dem Shvil unterwegs. Wir trinken Kaffee zusammen, geduldig hören sie meine Wandergeschichten und Reflexionsgedanken über das nahende Ende meiner Reise an.
Nach meiner Mittagspause bin ich schon wieder 2,5km unterwegs, als mir auffällt, dass ich mein Solarpanel bei meinem Mittagspausenplatz vergessen habe. Sowohl etwas liegen zu lassen als auch in die falsche Richtung zu gehen sind mir auf dem Shvil noch nie passiert und nun beides an einem Tag. Das Panel finde ich glücklicherweise wieder, aber ich bin ziemlich sauer auf mich selbst, als ich mich wieder auf den Weg mache, oder eher hetze. Denn mir ist klar, dass ich es durch die 10 Extrakilometer keinesfalls vor Sonnenuntergang ins Nightcamp schaffen werde.
Der Trail zieht sich und wird zunehmend anspruchsvoll. Ich bin erschöpft, schon ohne diese zusätzlichen Kilometer wäre es ein anstrengender Tag gewesen, aber so ist es für mich wirklich grenzwertig. Ich hetze und hoffe und als die Sonne untergeht, klettere ich mich durch ein Wadi hindurch. Es wird immer dämmriger und mir wird klar, dass wenn ich nicht bald aus diesem Wadi herauskomme, ich hier übernachten muss, weil der Weg zu gefährlich ist, um ihn im Dunklen nur mit meiner Kopflampe zu gehen. Aber ein Prüfen meines Wasservorrates beruhigt mich, denn er ist ausreichend gefüllt, um damit durch die Nacht zu kommen.
Gerade so schaffe ich es aus dem Wadi heraus und lege die letzten Kilometer bis zum Nightcamp auf einer dirt road im fast schon Dunklen zurück. Das war knapp, denke ich mir, 15 Minuten später und du hättest es nicht mehr geschafft.
Im Nightcamp ist eine Gruppe Jugendlicher am Lärmen und Feiern. Ich bin froh, meine letzte Nacht allein auf dem Shvil gestern zelebriert zu haben, sodass mich das nicht allzu sehr stört. Es ist die windigste Nacht auf dem Trail, der Zeltaufbau ist mehr als schwierig, aber ich kann Eilat und Akaba 700 Höhenmeter unter mir am Roten Meer sehen und ich habe mit 33,2km einen neuen Wanderrekord aufgestellt.
Die letzte Etappe bis Eilat sind nur 13km, aber sei sehr anspruchsvoll, so heißt es.
Als ich loslaufe, bin ich erstmal fasziniert davon, so nah an der ägyptischen Grenze zu sein:
Schnell weiß ich, warum die Etappe diesen Ruf hat, denn es ist wirklich nicht ohne; ich bin froh, sie nicht als Aufstieg bewältigen zu müssen. Aber die Schönheit! Manche Felsformationen kommen mir wie von einem anderen Planeten vor! Ich bin fasziniert und
Und dann das Meer! Ich kann das Rote Meer sehen und es kommt immer näher!
Und dann bin ich da. Am südlichen Punkt des Shvils.
Ich habs geschafft! Gut 1000km bin ich gewandert, durch Hitze und Berge und Wüste und jetzt bin ich da. Ich bin unglaublich stolz auf mich. Und als sei das noch nicht genug, erwartet mich für den Abend noch eine Überraschung: Ein trail angel, den ich gefragt hatte, ob ich bei ihm in Eilat übernachten kann, hat das abgelehnt, weil er arbeiten müsse, aber meinte, ich könne gern zu seiner Arbeitsstelle im Hotel zum Abendessen vorbeikommen. Als ich dort ankomme, stelle ich fest, dass ich mit dem evening manager eines 5*-All-inclusive-Hotels zum Abendessen verabredet bin und mich am Buffet frei heraus bedienen darf. Nach knapp 8 Wochen auf dem Trail ist das völlig überfordernd und absolut genial.
Den nächsten Tag verbringe ich entspannt in Eilat, genieße das Gefühl, es geschafft zu haben, gehe in ein Museum und schnorcheln und am Abend bin ich mit Simon und Leah verabredet. Sie sind einen Tag vor mir in Eilat angekommen und freuen sich genau so sehr wie ich, noch ein letztes Mal zusammen zu Abend zu essen. Wir holen uns Falafel, setzen uns in einen Park und essen die Falafel, gegrilltes Gemüse, Pita, Avocado und zum Nachtisch eine Pomelow. Dazu gibt es die letzten Trailgeschichten und Gedanken darüber, wie es uns jetzt geht, was der Trail mit uns gemacht hat und wie es weitergeht. Die beiden ein letztes Mal getroffen zu haben, hat die Reise für mich abgerundet und geholfen, mich vom Shvil zu verabschieden. Nichtsdestotrotz weine ich ein paar Tränen der Freude und des Abschiedes, als ich am nächsten Morgen im Bus von Eilat nach Haifa sitze. Ich bin so glücklich über all die Erlebnisse, die ich sammeln durfte, all die Begegnungen, die Großzügigkeiten, aber ich bin auch traurig, dass es vorbei ist. 8 Jahre lang habe ich vom Shvil geträumt; es fällt nicht leicht, davon loszulassen.
Aber all die Geschichten, all die kleinen Begebenheiten, die man nicht in so einen Reisebericht packen kann, die haben den Shvil mit Leben gefüllt. Wie ich an einem Nachmittag, als ich mit zwei Israelis wandere, gefragt werde, ob ich nicht mal ein deutsches Wanderlied singen könne und sie mir nach meiner Gesangseinlage von "Das Wandern ist des Müllers Lust" hebräische Wanderlieder beibringen. Wie mir ein Nussverkäufer in der Jerusalemer Altstadt in einem sehr ausgeglichenen Gespräch die in seinen Augen Essenz des Islam erklärt. Das tägliche Beobachten der Ameisen. Wie ich das erste Mal einen Granatapfel direkt vom Baum esse, den mir ein trail angel geschenkt hat.
Und übrigens: Nachdem ich noch zwei Tage in Haifa verbracht habe, habe ich die Frau besucht, die mir am Strand des Mittelmeeres ihre Telefonnummer gab und sagte, ich könne sie gern besuchen, falls ich nach dem Shvil noch ein paar Tage Zeit habe. So schließt sich der Kreis und so ernstgemeint sind diese gastfreundlichen Angebote.
Das war meine Reise auf dem Shvil. Wenn ich demnächst noch etwas Zeit finde, schreibe ich nochmal eine Zusammenfassung und gehe auf ein paar Punkte ein, die @Mars in seinem Trailbericht hervorgehoben hat.
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atair1972 reagierte auf Linkshaenderin in Israel National Trail (Shvil Israel) September - November 20225. Abschnitt: Die Wüste Teil 1. Ein Bokek - Midreshet Ben Gurion (135,1km)
Mein Trailbericht für die Wüste wird ausführlicher werden, da zum einen die Wanderung spektakulärer war, ich diesen Teil aber auch schlichtweg präsenter habe durch die größere zeitliche Nähe.
Ich habe mich aus mehreren Gründen dazu entschieden, den etwa 40km langen Abschnitt zwischen Arad und dem Toten Meer zu überspringen. Zum einen habe ich das Highlight der Strecke, Masada, bereits gesehen bei meiner letzten Israelreise und ich hatte keine Lust, wieder in ein Meer aus Touristen zu geraten. Zum anderen wurde mir gesagt, dass der Abschnitt des Shvils landschaftlich nicht sonderlich schön sei, sodass ich beschloss, mir die 1000 Höhenmeter Abstieg und die zwei Tage zu sparen, um hintenraus noch etwas Puffer zu haben. Also steige ich in den Bus nach Ein Bokek und mache mich auf den Weg, aus dem Ort hinaus und in ein Wadi (d.h. ein trockenes Flussbett) hinein.
Mein Rucksack ist schwer, zu schwer. Das Essen für 6 Tage + 5 Liter Wasser sorgen dafür, dass ich geschätzt gut 35% meines Körpergewichts mit mir herumtrage. Es ist einfach zu viel, zu schwer, es tut weh, der Rucksack, meine Blasen, die ersten Kilometer kann ich an nichts anderes denken als dieses furchtbare Gewicht. Ich wuchte mich Felsen empor, staune über die Schönheit des Weges, aber nur so weit es das Gewicht zulässt.
Auf der Hälfte der Höhenmeter erhasche ich einen Blick aufs Toten Meer hinter mir:
Dann sehe ich die erste Antilopen-Familie auf dem Trail und bin verzückt davon, wie neugierig und wenig scheu sie mich beobachtet. Ich werde ab heute jeden Tag verschiedene Antilopen-Arten sehen, als eine Art Begleiter durch die Wüste.
Kurz darauf treffe ich drei Menschen auf dem Trail, die im Feuer Auberginen grillen. Sie stellen sich als zwei Touristinnen aus Chile mit einem israelischen Guide heraus, die mich in ein nettes Gespräch verwickeln, mir anbieten, zum Mittagessen zu bleiben, aber ich lehne ab, bin ohnehin spät dran, weil der Bus nach Ein Bokek Verspätung hatte und möchte vor der Mittagshitze noch ein paar Kilometer schaffen.
Und nach der Mittagspause, als ich nichts ahnend um eine Kurve biege, treffe ich auf einmal Simon und Leah, die auch gerade von ihrer Mittagspause aufbrechen wollen. Wir hatten am Vorabend festgestellt, dass wir beide vorhaben, heute im selben Nightcamp, dem ersten, das einen Wassercache benötigt, zu nächtigen; ich freue mich sehr darüber, sie durch das Überspringen des einen Abschnitts eingeholt zu haben und meine erste Nacht in der Wüste nicht allein zu verbringen. Aber ihnen hier, auf dem Shvil zu begegnen, ist überraschend. Ich war davon ausgegangen, sie sind durch ihren zeitigen Start in Ein Bokek schon weiter voraus. Aber so tauschen wir Trailgeschichten der letzten Woche aus; sie bestätigen mich darin, dass ich (außer Masada, das ich schon kenne) nicht viel verpasst habe auf dem übersprungenen Abschnitt und gemeinsam laufen wir durch eine Landschaft, die sich für uns alle drei wie ein Filmset anfühlt.
Ich kann es nicht fassen, wirklich in der Wüste zu sein. Es fühlt sich komplett surreal an, als würde ich träumen. Das Gefühl vergeht bis zum Abend nicht, den wir im Nightcamp, das wir uns mit zahlreichen Tagesauflüglern teilen, an einem Lagerfeuer verbringen.
Als ich am nächsten Tag durch den Vormittag wandere, hält mein verwirrtes Gefühl von: "Bin ich wirklich in der Wüste? Ist es DAS, worauf ich so viele Jahre hingefiebert habe?" an. Nach einem steinigen Aufstieg hat man wieder einen guten Ausblick aufs Tote Meer, dort mache ich eine ausgedehnte Mittagspause, um wegen der kurzen Tagesetappe nicht zu früh im Nightcamp anzukommen. Mein Körper scheint den gestrigen initialen Schock, plötzlich so viel Gewicht tragen zu müssen, halbwegs verkraftet zu haben; mein Rucksack ist zwar immer noch unheimlich schwer, aber ich muss nicht mehr bei jedem Schritt daran denken.
Und dann, am Nachmittag des zweiten Wüstentages, macht es plötzlich Klick und ich bin völlig umgehauen von der mich umgebenden Schönheit. Staunend blicke ich mich um, spüre eine Majestät, die ich nirgend sonst erlebt habe, nur vor zehn Jahren, als ich das erste Mal diese Wüste hier sah.
Ich bleibe immer wieder lange Zeit stehen, um den Anblick in mich aufzusaugen, irgendwann erreiche ich dann das Nightcamp, wo ich Simon und Leah wiedertreffe, die bereits um 13 Uhr angekommen sind. Plötzlich hält ein Auto neben uns und ein Mitarbeiter der Verwaltung aller Nationalparks in Israel fragt, ob wir auf dem Shvil unterwegs sind. Auf dem vor uns liegenden Abschnitt habe es einen Erdrutsch gegeben, wodurch die Metallgriffe im Fels zerstört wurden und es zu gefährlich zum Begehen ist. Er zeigt uns auf der Karte eine Alternativroute, mit der wir den blockierten Teil umgehen können, sammelt voller Einsatz den herumliegenden Müll aus den Büschen der Campsite, setzt sich in seinen Jeep und fährt davon.
Da ich bei den Erklärungen des Rangers keinen guten Blick auf die Karte hatte und nicht genau verstanden habe, wo genau wir hin müssen, bitte ich Simon und Leah, am nächsten Morgen zusammen loszugehen und so ziehen wir bei Sonnenaufgang gemeinsam los. Der Weg ist anspruchsvoll und voller steiler Auf- und Abstiege. Oft ist auch kein Weg erkennbar, nur alle paar Meter eine Trailmarkierung, zu der man sich den Weg bahnen kann.
Irgendwann beschließe ich, eine Pause zu machen und meine beiden Wanderbegleiter ziehen weiter. Ich genieße es ungemein, allein in dieser wunderschönen Landschaft zu sein, auch wenn der Weg sehr anstrengend ist. Mein Rucksack ist immer noch ziemlich schwer und so schleppe ich mich eine sehr steile Passage hinauf - und plötzlich stehe ich an einem Kraterrand! Ich wusste, dass mich irgendwo mehrere Krater erwarten in der Wüste, ich hatte ihn aber nicht an diesem Punkt erwartet und bin völlig geflasht. Und das Beste ist: Der Weg führt mich am Kraterrand entlang!
Nach einer Weile treffe ich Simon und Leah, die gerade Pause machen. "Ich glaube, es ist gar nicht mehr weit, bis wir den Shvil wiedertreffen und in den Krater absteigen", sagt Simon. "Was? Frage ich? Wir gehen da rein?!" - "Ja, wir gehen rein, einmal komplett hindurch und auf der anderen Seite wieder raus". Hinterher werden die beiden mir prustend von dem Gesichtsausdruck erzählen, den ich bei dieser Neuigkeit gezeigt habe. Nennt mich uninformiert, ich hatte mir natürlich den elevation graph (wie sagt man das auf Deutsch? Höhenmeter-Grafik?) für den Tag angeschaut (und das leichte Gruseln bekommen), aber dass mich der Weg durch den Krater führen würde, das hatte ich nicht gewusst.
Und so lasse ich die beiden weiter Pause machen und steige in den Krater hinab und beginne, hindurchzuwandern. Das erste Mal, seit ich in der Wüste bin, finde ich es heiß.
Ich mache Mittagspause und studiere noch einmal den elevation graph in der Israel Trail Appl. Laut dieser beträgt der Höhenunterschied zum Kraterrand um die 500 Höhenmeter, aber ich kann das beim Blick auf die mich umgebenden Berge kaum glauben; sie kommen mir weniger hoch vor. Hier ein Screenshot aus der App aus, auch wenn der Weg bis zum Kraterrand durch die Umleitung etwa 5km länger und mit mehr Höhenmetern ausgestattet war.
Während ich Mittagspause mache, kommen Simon und Leah wieder vorbei. Sie geben mir von ihrem Wasser ab, da ich merke, dass mir die mitgenommenen 5 Liter nicht reichen werden. Wir plaudern kurz, sie wollen noch bis zum Beginn des Aufstiegs wandern vor der Mittagspause. Ich frage: "Wenn ich noch nicht im Nightcamp bin, wenn es dunkel wird, kommt ihr mich dann suchen?" - " Na klar!" Ich hatte halb im Spaß, halb im Ernst gesprochen, aber als ich eine Stunde später durch den Krater eile und merke, dass es dank der heute Nacht stattgefundenen Zeitumstellung nicht mehr viel Zeit ist, bis es dunkel wird, beruhigt es mich, dass irgendwer auf dieser Welt weiß, wo ich mich gerade befinde.
Dann sehe ich den Weg aus dem Krater vor mir:
Als ich den Kraterrand erreiche, ist der Ausblick atemberaubend. Ich kann überhaupt nicht fassen, dass ich tatsächlich dort auf der anderen Seite entlang gewandert, irgendwo hinabgestiegen und durch das ganze Ding hindurchgelaufen bin.
Die letzten Kilometer bis zum Nightcamp geht es im Eiltempo, die Sonne ist schon untergegangen, als ich ankomme. Nach dem Aufbau sitzen wir am Lagerfeuer, kochen unsere Abendessen und reden über den Tag. Wir sind uns einig, dass das die bisher spektakulärste Etappe auf dem ganzen Shvil war. Und die erste, auf der wir keine Menschenseele getroffen und nicht mal in Form einer Siedlung gesehen haben. Ich habe 6 Liter getrunken an diesem Tag und beschließe, in Zukunft noch großzügiger Wasser einzuplanen, schließlich laufen nicht jeden Tag nette Wanderer vorbei, die mir Wasser abgeben können.
Mitten in der Nacht wache ich auf, weil etwas an meinem Zelt herumreißt. Ich bin schlaftrunken, rufe lauft: "Hey" und merke, wie das Tier davonläuft. Ich schlafe weiter. Kurz darauf wache ich wieder auf, diesmal richtig und realisiere, dass ein Tier versucht, durch mein Netzzelt zu beißen, um an mein Essen zu kommen. Wieder rufe ich laut, mache Licht an und verjage damit das Tier, das ich als Stachelschwein identifiziere. Nichts wurde gestohlen, dazu ist das Loch im Netzzelt noch nicht groß genug; ich nehme meinen Essensbeutel mit in meinen Schlafsack und versuche, weiterzuschlafen, aber die ganze Nacht kommt das Stachelschwein wieder und versucht, das Loch im Zelt zu vergrößern. Auch eine Hyäne schleicht um mein Zelt herum, aber ich vermute, dass diese es eher auf das Stachelschwein abgesehen hat. Als ich am nächsten Morgen gerädert aufwache, erfahre ich von Simon und Leah, dass das Stachelschwein auch bei ihnen zu Besuch war. Es hat die elastischen Schnüre von Simons Flipflop gegessen und neben dem Zelt ausgekackt, ein skurriler Anblick.
Nach meinem Frühstück gehe ich alleine los. So sehr mir das Beisammensein mit Simon und Leah auch gefällt, unsere Wander-Pause-Rhythmen passen überhaupt nicht zusammen. Die Landschaft ist wunderschön, der Trail sehr anspruchsvoll.
Und dann, bei einem der sehr steilen Abstiege passiert es und ich stürze. Glücklicherweise in einer Kurve, sodass ich nicht den Hang hinunterrutsche, sondern nur hart auf meiner rechten Seite zum Liegen komme. Tagtäglich ist das Geröll auf dem Shvil irgendwann zum Rutschen gekommen, aber es ist das erste Mal, dass ich hinfalle. Nachdem ich mich hochrappel, bin ich unglaublich erleichtert, wie glimpflich das Ganze ausgegangen ist. Lediglich mein rechter Oberschenkel ist in Mitleidenschaft gezogen und wird wahrscheinlich große blaue Flecken davontragen. Noch langsamer als ohnehin schon gehe ich weiter. Es ist mehr als anstrengend, die Wege sind so steil und immer wieder steht man vor einem Berg, sieht nur die Trailzeichen vor sich und hat keine Ahnung, wie man dort hinaufkommen soll.
Am späten Nachmittag, als ich den letzten Anstieg des Tages erreicht habe, breche ich dann emotional zusammen. Ich vermisse meinen Partner so sehr, meine Blasen an den Fersen schmerzen wie die Hölle, seit zwei Tagen fühle ich mich etwas erkältet, ich bin unglaublich erschöpft von den endlosen Höhenmetern in diesem Gelände mit so viel Gepäck auf dem Rücken und dem wenigen Schlaf, jetzt auch noch der schmerzende Oberschenkel. Und der Hunger, der ständige Hunger, das Gefühl, nie richtig satt zu sein, immer nur das Gleiche zu essen, was doch nie genug ist. Ich kann nicht mehr. Die Wüste ist so hart, ich glaube, sie ist zu hart für mich. Vielleicht bin ich einfach nicht stark, nicht tough, nicht trainiert genug, sie zu durchqueren. Ich kann nicht aufhören, zu weinen, alles ist mir zu viel. Nachdem ich mich beruhigt habe, mache ich mich wieder auf den Weg, aber ich breche immer wieder in Tränen aus. Ich schicke meinem Partner eine Sprachnachricht und frage ihn, ob knapp 700km nicht reichen, warum ich eigentlich noch 300km weiter wandern will. Ich frage, warum ich nicht einfach nach Hause komme.
Irgendwann erreiche ich das Nightcamp, es ist an diesem Tag neben einer Art Fabrik, d.h. wir haben Wasser und sogar Steckdosen. Ich erzähle Leah von meinem "emotional breakdown" und erörtere mit ihr die Frage, ob ich - und auch sie - mir selbst oder anderen etwas beweisen will mit dieser Wanderung. "Ich will nicht, dass das meine (Haupt-)Motivation ist", sage ich, "denn ich muss mir nicht beweisen, dass ich willensstark bin und Durchhaltevermögen besitze. Das weiß ich nämlich schon."
Am nächsten Morgen, meine beiden Wanderfreude sind schon aufgebrochen, will ich die Tagesration an Snacks aus meinem Essensbeutel holen, doch es sind keinerlei Nüsse mehr da. Ich hatte für jeden der 6 Tage einen Zip-Beutel mit einer großen Nuss-Portion, die gewissermaßen mein Mittagessen darstellt, vorbereitet, aber jetzt sind keine Nüsse mehr da. Und ich habe keine Ahnung, wie sie abhanden gekommen. Die Aussicht, heute und morgen kein Mittagessen zu haben, wo ich doch ohnehin schon ständig hungrig bin, lässt mir wieder die Tränen aufsteigen. Ich beiße die Zähne zusammen und wandere los. Morgen bin ich endlich in der ersten Siedlung in der Wüste, kann etwas Richtiges essen, duschen und mich ausruhen. Dann sind es 2 Tage bis zur nächsten Siedlung, dann wiederum 3 Tage bis zu einer Siedlung (Sapir), und dann... tja. Das sehe ich später.
Recht schnell sehe ich meine beiden Wanderfreunde in weiter Ferne auf einem Bergkamm.
Wo man da Menschen sieht, fragt ihr euch? Ich löse das Suchbild auf.
Als ich selbst auf dem Kamm ankomme, darf ich feststellen, dass es wieder ein Kraterrand ist, diesmal der sogenannte "Big Crater", der vor zwei Tagen war der "Small crater". Und der heutige Tag führt fast die ganze Zeit am steilen Kraterrand entlang.
Es ist unglaublich spektakulär, aber auch sehr anstrengend. Alle Israelis, die ich danach treffe, werden mir sagen, dass das als der schwierigste Abschnitt des Shvils gesehen wird. Ich kämpfe mit dem Weg und mit mir selbst, ich denke immer wieder darüber nach, ob ich nach Sapir nicht einfach aufgeben soll. Mir eine schöne Zeit in Israel machen, anstatt mich auf dem Shvil zu quälen. Denn das ist es im Moment: eine Qual. Ich will nicht mehr, aber übermorgen, übermorgen kann ich ausruhen.
Beim überaus steilen Abstieg treffe ich Simon und Leah wieder, die mehr als hingerissen sind vom heutigen Abschnitt.
Das Nightcamp bietet einen wunderschönen Ausblick:
Doch heute wird es nach Sonnenuntergang schnell ziemlich kalt, sodass wir uns direkt nach dem Abendessen in unsere jeweiligen Zelte verkriechen.
Als ich aufwache, bin ich umgeben von der perfekten Stille der Wüste. Kein Geräusch ist zu hören, nur die Morgendämmerung bricht sich ihren Weg durch die Nacht. Heute muss ich nur 18km mit sehr wenigen Höhenmetern gehen. Also bleibe ich still im Schlafsack liegen und schaue der Dämmerung zu. Es ist der schönste Morgen meiner gesamten Reise. Ich kann gar nicht fassen, wie friedlich und wunderschön der Morgen ist. Ich ziehe mich an, putze zähne und klettere auf einen nahegelegenen Hügel, um dort bei Sonnenaufgang zu frühstücken. Es ist furchtbar kalt, aber unfassbar schön. "Diese Schönheit wäre auch da, wenn niemand sie sehen könnte", geht es mir durch den Kopf. Es ist ein eigenartiger Gedanke, aber es erfüllt mich auf einmal mit tiefer Dankbarkeit, dass ich durch Zufall, durch Glück Teil dieses Naturschauspiels sein darf, das auch ohne mich in voller Pracht stattfinden würde.
Später mache ich mich auf den Weg nach Midreshet Ben Gurion. Der Weg führt den Großteil des Tages dieser Bergkette im Hintergrund entgegen und an ihr entlang:
Ich finde keinerlei Schatten zur Mittagspause, also spanne ich meine Isomatte mithilfe eines Dornbusches und ein paar Steinen auf:
Am Nachmittag erreiche ich Midreshet Ben Gurion kaufe ich mir als allererstes etwas zu essen: Pita und Hummus, das sollte reichen, um meinen Hunger bis zum Abendessen zu überbrücken. Und als ich mich gerade auf den Weg machen will, sehe ich Simon und Leah eintreffen. Wir plaudern kurz, dann verabschieden wir uns herzlich. Heute Nacht schlafen wir bei unterschiedlichen Trail Angels, morgen werden sie weiterwandern, während ich einen Ruhetag einlege. Es war eine schöne Zeit, mit ihnen zu wandern und jeden Abend am Feuer gemeinsam den Tag zu reflektieren. Mir war nicht klar, was für einen Unterschied das macht, aber nach den ganzen Wochen allein, war es wirklich wohltuend, abends ihre Gesellschaft zu haben. But hike your own hike; und so trennen sich unsere Wege.
Mein Trail Angel ist ein Student, der mir und dem anderen Shvilist, der heute dort übernachtet, seine Wohnung im Studentenwohnheim überlässt und bei einem Freund übernachtet. Doch vorher kommt er vorbei, um ein Abendessen für uns zu kochen. Nach 6 Tagen des monotonen Trailessens ohne Abwechslung ist es einfach nur fantastisch und ein unglaublich befriedigendes Gefühl, nach langem wieder satt zu sein. Ich schlafe einen tiefen und erholsamen Schlaf, den besten auf dem ganzen Trail. Als ich aufwache, ist der andere Wanderer schon gegangen. Er hat nur einen Monat für den gesamten Shvil, also steht er meistens gegen 3 Uhr auf, um jeden Tag möglichst weite Distanzen zurückzulegen.
Ich hingegen genieße meinen Ruhetag in vollen Zügen. Mein Trail Angel hat mir erlaubt, ihn in seiner Wohnung zu verbringen, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich telefoniere mit meinen Liebsten, erzähle von meiner Frustration der letzten Tagen und meinen Gedanken ans Aufgeben, kaufe Essen für die nächsten Tage, esse Falafel und endlich gehen meine Blasen an den Füßen auf und der Druckschmerz verschwindet.
Wie soll es weitergehen, frage ich mich? Man wird sehen.
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atair1972 reagierte auf Mia im Zelt in 4 Monate auf dem Panorama-Fernwanderweg Sentiero Italia - Apennin-Halbinsel & SizilienBewertung der Ausrüstung Teil 2:
Kleidung und Schuhe:
Wanderkleidung:
Als Wanderkleidung hatte ich von Juli bis zum Beginn vom Oktober eine kurze Laufhose und ein T-Shirt dabei. Die kurze Laufhose war für den Sommer eine gute Entscheidung, da die Tage oft sehr warm waren und so eine luftige Hose angenehmer ist als eine dicke Trekking-Hose.
Spätestens ab Oktober wurde mir das jedoch zu kalt, v.a. da ich als Option für kühlere Tage nur eine Wind- oder Regenhose anziehen konnte. Insbesondere an regnerischen Tagen klebte die Regenhose auf der nackten Haut und kühlte stark aus. Deshalb hatte ich mir eine warme Zip-Hose bestellt. Um diese Entscheidung war ich froh, denn gerade in den frühen Morgenstunden war es oft kalt und windig. Zudem half der robuste Stoff, wenn die Wege mal wieder mit allerlei Stachelgestrüpp überwuchert waren. Da es mir an regnerischen Tagen nur mit T-Shirt unter der Regenhose zu kalt war, hatte ich ebenfalls ein dünnes Fleece mitbestellt. So musste ich an solchen Tagen weniger frieren. Ich hatte zwar einen Pullover von Woolpower dabei, doch den wollte ich nicht bei Regen tragen, da ich ihn im Zelt im trockenen Zustand benötige.
Als T-Shirt trug ich zuerst ein Modell aus Kunstfaser, doch die enorme Geruchsentwicklung störte mich schon in den ersten Tagen. Nach etwas mehr als zwei Wochen hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit in eine Decathlon-Filiale zu fahren und legte mir dort ein Merino-Shirt zu, welches ich bis zum Schluss getragen hatte. Die Geruchsentwicklung war positiv gering und der Tragekomfort sehr gut. Leider haben sich an der Stelle, wo meine Trinkflaschenhalter am Stoff scheuern, kleine Löchlein gebildet.
Kleidung für Pausen und Abends:
In den ersten Wochen war es auch abends und nachts noch so warm, dass ich wenig Kleidung benötigte. Kühler wurden die Temperaturen erst gegen Ende August. Meinen Woolpower-200-Pullover trug ich dann fast jeden Abend und auch öfters mal in der Pause. Auch meine MYOG-Apex 100-Jacke kam dann immer mal wieder zum Einsatz. Umso näher der Herbst rückte, umso häufiger nutzte ich sie. Nachts stopfte ich sie in den Packsack von meinem Schlafsack und nutzte sie so als Kopfkissen. Auch die Schlafkleidung, bestehend aus Merino-Langarm und Kunstfaser Leggings hat die ganze Tour über gut funktioniert. Als Schlafsocken hatte ich ein Paar dicke Wintersocken mit hohem Merinoanteil dabei. Diese trug ich nur nachts oder an Pausentagen. Meine Füße blieben so immer warm und aufgrund des hohen Merinoanteils musste ich sie nur selten waschen.
Die Fleece-Handschuhe brauchte ich ab September manchmal tagsüber, wenn es kalt, nass oder sehr windig war. Das war selbst an manchen sonnigen Tagen der Fall. Im Zelt brauchte ich sie hingegen selten. Stattdessen kamen im Zelt mein MYOG-Daunenschal und meine MYOG-Daunenmütze ab dem Herbst häufiger zum Einsatz. Auch wenn ich vom Regen feucht war, leisteten sie mir gute Dienste.
Regenschutz:
Als Regenjacke habe ich die Montbell Storm Cruiser mitgenommen, welche leider ein ziemlicher Flop war. Die Goretex-Membran hat dicht gehalten, ebenso die Nähte. Leider kam an Tagen mit Starkregen oder Dauerregen immer wieder Wasser durch den Reißverschluss nach innen. Manchmal konnte ich richtig spüren, wie einzelne Tropfen ihren Weg ins innere bahnten. Das finde ich sehr enttäuschend. Im Prinzip hätte ich da auch meine Quick-and-Dirty MYOG-Regenjacke aus PU-Nylon mitnehmen können, denn die leistet genauso viel wie die teure Jacke von Montbell. Nur die Atmungsaktivität fällt da schlechter aus.
Als Schutz für die Beine hatte ich eine MYOG-Regenhose aus dünnem Silnylon mitgenommen, die nur 61g wiegt. Diese hatte ich so konstruiert, dass sie sich dank weitem Schnitt und Gummizug ohne ausziehen der Schuhe anziehen lässt. Das hat auch immer super funktioniert. Wenn es mäßig regnete hat diese einen guten Schutz geboten. Wenn es jedoch stärker regnete, nahm der Stoff Feuchtigkeit auf und gab sie irgendwann auch an die darunterliegende Schicht weiter. Für einen Trail, wo es aber oft sonnig und nicht zu kalt ist, würde ich diese Hose aufgrund ihres geringen Gewichts wieder mitnehmen.
Im Rucksack hatte ich einen Nylofume-Packliner, denn der Rucksack selber ist überhaupt nicht wasserdicht. Im Gegenteil, bei Starkregen oder Dauerregen steht unten richtig Wasser drin. Leider hat selbst der Packliner nicht mehr ausgereicht um den Inhalt trocken zu halten. Den Schlafsack hatte ich aus dem Grund immer im Packsack, denn oft genug habe ich abends nasse Kleidung aus dem Liner rausgeholt. Bei Touren im milden Süden oder im Sommer finde ich das noch vertretbar, aber bei Touren in regnerischen Gebieten werde ich daher in Zukunft zusätzlich einen Regenüberzug mitnehmen, wenn der Rucksack nicht schon selbst fast wasserdicht ist.
Schuhe:
Auf der ganzen Tour habe ich immer Trailrunner mit niedrigem Schaft getragen. Gestartet bin ich mit Salomon XA Takeo. Diese waren zwar durch das Quicklace-Schnürsystem sehr einfach zu bedienen, aber wenn es steil bergab ging, bin ich immer etwas vorgerutscht. Schon nach ein paar Tagen bekam ich viele Blasen an den Zehen, obwohl ich eine Kombination aus Injinji Linersocken und Darn Tough Merinosocken trug. Auch eincremen mit Melkfett half an den Zehen nicht, wohl aber an der Ferse.
Im Abschnitt Marken/Umbrien bin ich auch Hoka Speedgoat 5 umgestiegen. Die haben zwar eine deutlich engere Zehenbox, doch ich rutschte zumindest etwas weniger. Die Blasenprobleme minimierten sich ab dem Tag, wo ich diese Schuhe trug. Ich vermute es liegt an der starken Dämpfung, die die empfindliche Haut an meinen Zehen entlastet. Die Sohle von denen war jedoch nach rund 1400km komplett platt, sodass ich erneut neue Schuhe brauchte. Da ich in der Stadt keine Hokas fand, probierte ich stattdessen die Asics Ziruss 5, die beim Anprobieren ebenfalls eine sehr gute Dämpfung aufwiesen. Diese funktionierte auch ganz gut, trotzdem bekam ich im späteren Verlauf mit ihnen noch die ein oder andere kleinere Blase. Die Sohle hielt bedeutend länger als die von Hoka, war jedoch auch etwas weniger griffig. Der Grip hat aber für den Trail ausgereicht.
Sonstiges:
Als Trekking-Stöcke habe ich die Leki Sherpa XL benutzt, welche sehr robust aber nicht gerade leicht sind. Dies stört mich aber nicht, da ich sie fast ausschließlich in der Hand und nicht im Rucksack habe. Da mein Zelt mit Trekking-Stöcken aufgestellt wird, wollte ich hier keine Kompromisse eingehen. Leider ist die Spitze von einem der beiden Stöcke abgebrochen und musste ersetzt werden. Das Bestellen von Ersatzteilen war unkompliziert möglich, die Montage hingegen war ein einziger Kampf. Ohne Werkzeug und Muskeln wie Meister Proper hat Frau da keine Chance die alte Spitze zu entfernen. Irgendwie habe ich es mit viel Gewalt und heißem Wasser dann doch noch geschafft, dabei ist aber ein kleiner Plastik-Nüpsel abgebrochen.
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atair1972 reagierte auf Mia im Zelt in 4 Monate auf dem Panorama-Fernwanderweg Sentiero Italia - Apennin-Halbinsel & SizilienDie Ausrüstung und deren Bewertung:
Mein Baseweight betrug beim Start der Wanderung 5,2kg. Dies ist meine Packliste.
Big 4:
Rucksack: Benutzt habe ich den Exped Lightning 60 in der Damen-Variante. Dies war für mich der größte "Flop", da der Rucksack spätestens wenn er insgesamt 10kg oder mehr gewogen hat, irgendwo gedrückt hat. Meistens bekam ich Verspannungen im Nackenbereich, manchmal tat auch die Hüfte im vorderen Bereich weh. Ich war jedes Mal heilfroh, wenn ich ihn absetzen konnte. Egal wie ich den Rucksack eingestellt oder komprimiert hatte, es half nichts. Erst als ich den Gürtel meiner Trekkinghose an das Rückenteil vom Rucksack montiert hatte, konnte ich die Schultern entlasten, indem ich den Rucksack mit dem Gürtel am Oberkörper befestigte. Vom Volumen her hätte ich keine 60 Liter gebraucht, 45 hätten auch gereicht. Jedoch besaß ich keinen anderen Rucksack in passender Größe.
Zelt: Benutzt habe ich das Solus von der kleinen Firma Bonfus in der 0,75er DCF-Variante. Von der Größe her bot es mir und meiner Ausrüstung immer genügend Platz. Wenn ich gewollt hätte, hätte sogar noch der leere Rucksack irgendwie Platz gefunden. Auch die Sitzhöhe ist angenehm, nur aufgrund des Aufbaus mit zwei unterschiedlich hohen Trekking-Stöcken ist die Sitzhöhe nahe der Apside deutlich höher.
Es gab insbesondere im Herbst einige heftige Regenfälle, die das Zelt gut ausgehalten hat. Ich blieb immer trocken, nur bei sehr starkem Regen können an der Rückseite kleine Spritzwassertröpfchen über die Rückseite ins Mesh gelangen. Am Eingang hingegen ist der Abstand zwischen "Innenzelt" und Außenwand groß genug. Kondenswasser entsteht bei Regenwetter, Nebel oder feuchter Luft wie bei einwandigen Zelten üblich in größeren Mengen. Durch eine geschickte Zeltplatzwahl konnte ich dies meistens verhindern. Die Nächte waren zwar oftmals windig, aber aufgrund der ausgedehnten Wälder in Italien, hatte ich meistens einen guten Windschutz. Wenn jedoch mal der Wind kräftig von vorne gegen das Zelt blies, zeigen sich die Nachteile der Tür ohne Reißverschluss. Die Tür lässt sich nämlich nicht so straff abspannen, dass starke Winde keine Lücken zwischen beide Stoffbahnen entstehen lassen. In Gebieten, wo man mit häufigem Regenwetter in baumlosen Gebieten rechnet, finde ich das suboptimal. Auf dem SI war das aber nie ein Problem, daher würde ich das Zelt für solche Fernwanderwege wieder nutzen.
Leider traten schon in den ersten Nächten in Ligurien winzige Risse an einer Stoffbahn auf. Da diese Minirisse im weiteren Verlauf immer wieder nur auf der gleichen Stoffbahn aufgetaucht sind, vermute ich einen Fehler im Material. Da DCF kinderleicht zu reparieren ist, konnte ich das Zelt trotzdem uneingeschränkt weiternutzen. Das Zelt wird jetzt von Bonfus kontrolliert.
Isomatte: Die Kombination aus Therm-a-Rest Xlite small und 3mm Evazote in Körperlänge hat sich bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt bewährt. Da ich fast immer auf der Seite schlafe und die volle Breite der Matte mehr im Hüftbereich als im Schulterbereich benötige, habe ich sie falsch herum benutzt. So konnte ich deutlich besser schlafen. Die 3mm Evazote habe ich zudem mehrfach täglich in den Pausen genutzt. Durch die vielen stacheligen Pflanzen am Wegesrand ist die Matte jetzt leider stark zerfetzt.
Schlafsack: Benutzt habe ich einen selbstgenähten Hybrid aus Schlafsack und Quilt. Er hat eine offene Fußbox, die sich bei Bedarf zuschnüren lässt. Da ich sehr empfindlich auf Zugluft reagiere, habe ich ihn mit einem halben Reißverschluss ausgestattet, der auf eine Abdeckung verzichtet, da es vorgesehen ist, dass dieser Reißverschluss sich unter mir befindet. Zudem besitzt er keine Kapuze, sondern nur einen Kordelzog, mit dem man ihn eng um den Hals ziehen kann. Als Ersatz für die Kapuze habe ich eine selbstgenähte mit Daunen gefüllte Mütze benutzt. Diese habe ich auch als normale Mütze genutzt, selbst wenn meine Haare vom Regen nass waren.
Bei den Temperaturen, die immer (geschätzt) über dem Gefrierpunkt waren, hat mich der Schlafsack-Hybrid warm gehalten. Anfangs als die Nächte so langsam kälter wurden, musste ich mich erst daran gewöhnen mich nicht bloß zuzudecken und habe dann doch mal gefroren. Im geschlossenen Zustand war es dann wieder warm. Richtig feucht geworden ist er nur einmal, als ein unerwartetes heftiges Gewitter die meisten meiner Heringe aus dem lockeren Boden rausgerissen hat und Regen ins Zelt kam. 5 Minuten in der Sonne haben den Loft dann wieder deutlich erhöht. Manchmal ist das Fußteil durch Kondenswasser feucht geworden, aber auch da hat die Sonne oder auch einfach die Nutzung der eigenen Körperwärme sehr geholfen.
Fortsetzung folgt...
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atair1972 hat eine Reaktion von whr erhalten in VorstellungsthreadHallo,
angemeldet bin ich, mit 50 Jahren, schon seit einiger Zeit. Das Thema Wandern und UL interessiert mich sehr. Eigentlich bin ich ja ein Kleingärtner mit Schrebergarten, aber es zieht mich auch immer wieder auf den Trail.
Es war schwer die erste Ausrüstung auszuwählen und zu kaufen, aber ich habe es geschafft und einige mehrtägige Wanderungen durchgeführt. Was habe ich gebastelt damit der erste Spirituskocher funkioniert (hach). Meine erste Wanderung war der Rennsteig und danach sind dann auch der Mauerwanderweg, die Niedere Tatra und unzählige Wanderungen auf Kreta hinzugekommen. Ich gehe auch gerne Tageswandern in meiner Potsdamer Heimat.
Mit staunen habe ich hier die Berichte über die Thruhikes über den PCT oder AT im Forum gelesen und der Keim einer Idee auch einmal eine Auszeit zu nehmen wurde gelegt. Im Yosemite war ich jetzt schon zweimal und ich habe nicht geglaubt das die Landschaft auf den Bildern in der Wirklichkeit noch viel schöner ist. Was soll ich sagen... Die Frau wurde "überzeugt" (du bist ja verrückt), der Sabbatical wurde beantragt, genehmigt und die Ansparzeit ist für 04/2023 beendet und ich werde dann einen PCT Thruhike "versuchen". Natürlich hoffe ich hier den einen oder anderen Tipp für dieses Erlebnis zu bekommen, aber ich kann dann vielleicht auch später etwas davon zurückgeben.
Viele Grüße!
Marko
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atair1972 hat eine Reaktion von waldradler erhalten in PCT 2023Sehe ich auch so. Wenn nicht jetzt wann dann. Ich bin jetzt 50 Jahre alt und werde vermutlich später nicht noch einmal dazu kommen solch eine Unternehmung durchzuführen. Wenn doch wäre es ja auch OK. Ich bin auch sehr gespannt auf den sozialen Aspekt der Thru Hiker und was das ganze mit mir macht. Auch will ich den Cut von meinem alltäglichen Geschäft haben um den Kopf frei zu bekommen. Hänge jetzt seid 27 Jahren im Hamsterrad meines Arbeitgebers und brauche definitiv diese Zeit für mich. Außerdem, wenn ich da drüben in der Wildnis hänge kann ich mal eben nicht schnell nach Hause kommen. Eine Alternative ist also Europa zur Zeit für mich nicht. Sollte ich kein Permit für den PCT bekommen werde ich wahrscheinlich den AT laufen.
Inspirierend fand ich auch die beiden PCT Blogs:
https://wo-ist-tina.com/2018/03/23/pct-wie-alles-begann/
https://sommerwende.de/Der-Pacific-Crest-Trail-2022/Wandertagebuch-PCT-2022-April/
Update Permit:
Da ich ja keinen Slot bekommen habe schaue ich oft nach der Verfügbarkeit nach neuen Permits. Am Freitag abends hatte ich dann Zeit und habe es ständig mehrere Stunden am Abend probiert. Nichts ist da passiert und ich wollte schon aufgeben. Habe es dann, vor dem schlafengehen, ein letztes mal probiert und es waren mehrere Slot auf einmal frei (April,Mai). Potz, Blitz!! Habe mich dann zittrig angemeldet und wieder keine freien gesehen. Auf der Availability Seite waren die aber noch frei. Hä? Hat man im Account auf die freien Tage geklickt hat sich die Zahl dann aber geändert. Anscheinend ist es aber auch bei anderen Browsern nicht so. Für April ging nichts mehr und so hatte ich für Ende Mai einen bestätigt. Eine Mailbestätigung habe ich auch erhalten, aber der Antrag ist trotzdem erst einmal auf "Pending Review". Konnte dann sowieso nicht mehr pennen und habe es weiter versucht und nach einer halben Stunden war auch etwas am 18.3. frei und habe dahin gewechselt. Ob das überhaupt geklappt hat? Keine Ahnung. Ich habe auch keine weitere Mailbestätigung bekommen. Extrem spannend das ganze
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atair1972 reagierte auf Slate in VorstellungsthreadServus,
ich bin 39 und seit ca. 5 Jahren auf Tour, bislang meist Tagestouren oder von Unterkunft zu Unterkunft.
Ab dem kommenden Jahr möchte ich vermehrt auch Mehrtagestouren in Angriff nehmen da ich meine aktive Sport Karriere an den Nagel hängen werde.
Ich hab schnell gemerkt das es Sinn macht auf das Gewicht zu achten und sich auf das wesentliche zu konzentrieren lese ich seit einiger Zeit mit und wollte mich nun auch aktiv hier beteiligen.
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atair1972 reagierte auf Linkshaenderin in Israel National Trail (Shvil Israel) September - November 2022Hallo! Vorgestern habe ich meinen Thru-hike des INT (in Israel nur Shvil (= Weg) genannt) in Eilat beendet und möchte, da mir das Forum eine so große Hilfe bei der Vorbereitung und auch während des Wanderns war, einen Tourbericht geben. Der folgt ausführlich und mit Fotos erst, wenn ich wieder daheim bin, davor gibt es erst einmal ein paar Zahlen und Fakten sowie Gear Review. Disclaimer: Es war meine erste Fernwanderung und auch mein erster Versuch, UL-Ideen umzusetzen.
Zeitraum: 23.09.-16.11.2022
Laufrichtung: Nord - Süd (Kfar Giladi/Tel Hai - Eilat
Distanz: 1016km, die ich gewandert bin. Der Trail selbst ist etwas länger, aber ich habe aus unterschiedlichen Gründen ein paar Kilometer übersprungen. Dazu mehr im ausführlichen Bericht.
Höhenmeter: Laut FarOut 27.000, aber die dort hinterlegte Route ist in Teilen nicht aktuell.
Navigation: Anfangs FarOut, schnell hauptsächlich die App Israel Trail benutzt, weil nur dort die ganzen Wasserquellen mit aktuellen Infos verzeichnet sind. Hervorragende Ressource, allerdings nicht geeignet, um eigene Touren zu planen oder custom points zu setzen. Die Israelis nutzen auch viel Amud Anan, darin sind die Höhenlinien fantastisch zu erkennen und alle anderen Wanderwege sind verzeichnet, es ist aber alles in hebräischen Buchstaben.
Wetter: Die ersten zwei Wochen heiß, täglich ca. 33 Grad, an Spitzentagen auch 37°, sobald ich in die Nähe des Mittelmeeres gelangte nur noch 26-29°, in der Wüste ab Arad 24-26° Tagestemperatur. Nachts in wenigen Nächten auf schätzungsweise 14°, ansonsten eher 18°.
Wandererfahrung vor dem Trail: Maximal einwöchige Wanderungen im deutschen Flachland.
Wandertage und Nächte: 54 Tage auf dem Shvil, davon 6 zero-days, 3 nero-days + ein paar halbe Tage.
16 Nächte bei trail angels (drinnen oder draußen), 3 Nächte in Hostels o.Ä., 34 Nächte wildgecampt oder in Nightcamps übernachtet.
Erfahrung in drei Sätzen zusammengefasst: Der Trail war auch im Norden anspruchsvoller als erwartet, allerdings hatte ich keinerlei Motivationsprobleme und habe schnell gespürt, wie mein Körper sich anpasst und leistungsfähig wird. Wenn man SoBo geht, hat man genug Zeit, Anfängerfehler zu machen, Wasser- und resupply-Management zu lernen und fit zu werden für die Wüste. Insgesamt: Wunderschön, atemberaubend, sicher nicht mein letzter Fernwanderweg.
Gear Review
Gestartet bin ich mit dieser Ausrüstung: Klick
Nicht benötigt:
Sonnenbrille (weggegeben, breitkrempiger Hut hat mir gereicht)
Wasserfilter (am Anfang benutzt, dann gemerkt, dass es unnötig ist und ihn dann die ganze Tour unnütz herumgetragen)
Handschuhe
Dazugekauft:
Armlinge
Zweites Paar Injinji-Zehensocken
Wasserblase (Ich hab meine gewissermaßen daheim vergessen, bzw dachte, ich brauche sie nicht)
Ausgetauscht auf Tour:
Einlegesohlen, weil die Dämpfung der Altras nach der Hälfte runter war (siehe unten)
Isomatte (siehe unten) - aus den Resten der Alten habe ich ein Sitzkissen ausgeschnitten, das ich vermisst habe
Schlafsack - Ich habe vor der Tour mit mir gehadert, ob ich nicht doch einen neuen kaufe, weil der Deuter viel zu schwer und viel zu voluminös ist, hab es aber aus Budgetgründen nicht gemacht. Hier auf der Tour war ich aber derart unzufrieden, dass ich mir in Jerusalem einen Big Agnes Schlafsack gekauft habe. Hätte ich in Deutschland sehr viel günstiger bekommen, aber was Besseres war nicht drin in der Reisekasse und jetzt habe ich zwei schwere Kufa-Schlafsäcke, aber immerhin hat der Big Agnes mich warmgehalten.
Campschuhe - Bin mit DIY Huaraches gestartet, aber war genervt von dem ständigen Schnüren und hab sie mit simplen Flipflops ersetzt
Was ich das nächste Mal zusätzlich mitnehme:
Nagelknipser - Schere des Victorinox führte nahezu zu Verstümmelungen, hab mir dann wo ich konnte einen Nagelknipser ausgeliehen
Stoffbeutel - Bei den Zero-days in Städten bin ich dann immer mit Plastiktüte herumgelaufen, weil ich nichts anderes hatte. Sehr nervig.
Größeres Salzgefäß
Repariert:
Schlauchschal (Löchlein genäht)
Net-Inner (Zwei Löcher im Bath-tub und drei Löcher in Netz genäht nach nächtlichem Stachelschwein-Angriff auf mein Essen)
Gaiters (Loch erfolglos zu nähen versucht, ist weiter gerissen und jetzt wahrscheinlich zu groß zum Nähen. Ich schaue daheim mal, ob ich einen Flicken draufnähen kann.)
Schuhe (Löcher hinten an der Ferse, habe Schaumstoff-Lappen mit Panzertape draufgeklebt)
Bewertung einzelner Items
Gatewood Cape mit den Modifikationen von Stromfahrer + Net-inner von 3F UL Gear: Alles in all sehr zufrieden, allerdings habe ich nach wenigen Nächten auf dem Trail aufgehört, das Tarp mit aufzubauen und hab nur noch im Netzzelt geschlafen, außer in einer Regennacht und drei sehr windigen Nächten. Abwettern würde ich darin wirklich nicht wollen, da selbst mir zu klein, aber für den thru-hike war es ideal für mich. Ich glaube allerdings nicht, dass sich das Cape bei mir als Regenschutz zum Wandern eignet, da ich mit 1,60m darunter wie ein Schlossgespenst aussehe. Da ich keine Regentage hatte, konnte ich es allerdings nicht testen.
Exped Airmat HL M in Kombination mit Friluft Canisp Faltmatte: Exped-Matte großartig, gerade in Kombination mit dem Schnozzel Pumpsack genial. D Friluft war nicht mehr dir Neuste zu Beginn der Tour und war bei der Hälfte so platt und voller Löcher, dass ich sie ausgetauscht habe gegen eine neue Falt-Eierkarton-Matte.
Sierra Designs Flex Capacitor 40-60l: Sehr gute Entscheidung! Das Gewicht war in der Wüste konstant hoch (BW ca. 6,5kg + 4-6l Wasser + Essen für bis zu 6 Tagen), sodass ich über den für hohe Lasten ausgelegten Rucksack mehr als froh war. Ich mag die Robustheit, sodass ich auch bei Dornen und unsanftem Fallenlassen auf die Erde nicht besorgt sein musste, dass es ihm weh tut. Für mich trägt sich der Rucksack wunderbar, ab einem gewissen Gewicht (schätzungsweise 13-14kg) zwar nicht mehr ernsthaft bequem, aber das liegt eher an meiner körperlichen Konstitution als am Rucksack. Bei meinem geringen Körpergewicht kann ich mit keinem Rucksack der Welt so viel (aka knapp 30% des Körpergewichts) bequem tragen. Bei allem darunter habe ich den Flex nie unangenehm gemerkt, er drückt nicht, ich hatte nie Schmerzen irgendwo, also für mich der ideale Rucksack.
Altra Lone Peak 6: Ich bin zwiegespalten. Es war meine erste Erfahrung mit Trailrunnern. Einerseits hatte ich die ersten 400km keinerlei Beschwerden und lief wie auf Wolken (von meinen Achillessehnenbeschwerden abgesehen). Dann habe ich gemerkt, wie die Dämpfung deutlich nachgelassen hat und meine Füße schnell müde wurden. Da ich aber keine neuen Schuhe kaufen wollte, habe ich in Jerusalem neue Einlegesohlen gekauft, damit habe ich mir aber schlimme Blasen an den Fersen gelaufen. Nach ein paar Tagen habe ich wieder die alten Sohlen eingelegt und wieder mit müden Füßen gekämpft. Nach insgesamt einer Woche (in der nächsten größeren Stadt) habe ich nochmal neue Einlegesohlen gekauft, die mir diesmal gut gepasst haben. Es hat aber nochmal eine Woche gedauert, bis die Blasen endlich aufgingen und ich keine Schmerzen mehr beim Gehen hatte. Diese zwei Wochen waren wirklich schlimm, aber dafür können die Altras nichts, die haben mir die Blasen nicht zugefügt. Dennoch finde ich 400km bis zum Erliegen der Dämpfung deutlich zu wenig. Ich bin mit den neuen Sohlen dann noch bis zum Ende des Trails gegangen, jetzt ist auch das Profil runter und die Schuhe dürfen ins Nirvana ziehen. Mir ist bewusst, dass Trailrunner nicht für die Ewigkeit konzipiert sind, aber ich hatte mir mehr Kilometer versprochen. Ich bin auch nicht sicher, ob ich beim nächsten Mal wieder zu Altras greife. Zwar mochte ich das Laufgefühl und auf den Platz an den Zehen möchte ich nicht mehr verzichten, aber wenn mein nächster Thru-hike wieder ähnlich viel Gepäck erfordert wie der Shvil, werde ich wohl nicht nochmal zu zero-drop Schuhen greifen. Ich gehe zwar seit mehr als 10 Jahren den Großteil des Jahres barfuß (und damit meine ich nicht Minimalschuhe sondern richtig barfuß), aber bei so hoher Last haben meine Achillessehnen einfach zu kämpfen und ich habe gemerkt, wie der Drop von ein paar Millimetern einen großen Entlastungsunterschied gemacht hat. Für Touren mit weniger Last (weil mehr resupply möglich) fände ich Zero drop genial, aber die geringe Haltbarkeit hat mich jetzt schon etwas von Altras abgeschreckt. Andererseits würde eine geringere Traglast sicherlich auch die Haltbarkeit der Dämpfung erhöhen...
Friluft Lindis Windjacke: Wird hier zurecht immer wieder als Budget-Tip empfohlen. Geniales Teil!
Funkier Armlinge: Ich bin nur mit T-Shirt gestartet und habe in den ersten Wochen gemerkt, wie ich trotz Sonnencreme verbrenne und wie nervig Sonnencreme ist. Daher habe ich mir in einem Radsportgeschäft Armlinge für die Wüste gekauft und bin begeistert! UV-Schutz mit kühlendem Effekt. Ich finde sie sehr angenehm zu tragen, leider rutscht selbst XS ein kleines bisschen, sodass ich sie alle paar Kilometer hochziehen muss, aber das ist verkraftbar. Ich würde Armlinge auch jederzeit einem langärmligen UV-Shirt vorziehen, da ich T-Shirt + Armlinge vielfältiger einsetzbar finde.
Socken: Mangels Ausprobierzeit bin ich mit zwei unterschiedlichen Varianten gestartet: Wrightsocks sowie Injinji-Zehensocken + Darn tough socks. Sehr schnell hat sich gezeigt, dass ich ohne Liner-Zehensocken Blasen bekomme, daher sind die Wright Socks meine Schlafsocken geworden und ich habe mir ein zweites Paar Zehensocken zum Wechseln gekauft.
Sunnybag Leaf Mini: Da mir Zeit, Geduld und technisches Verständnis für eine DIY-Lösung wie im legendären Solarladegerät-Iterationsthread fehlen und die dortigen Links zu Produktempfehlungen allesamt ins Nichts führten, ist es bei mir das genannte Solarpanel geworden und ich war damit zufrieden. Es hat meine Powerbank in der Mittagspause weit genug aufgeladen, um mein Smartphone damit laden zu können. Da ich eine 10k Powerbank dabei hatte, hatte ich auch immer Reserven, wenn die Mittagspause mal kurz ausfiel. Auf dem Rucksack befestigen hat sich als sehr ineffektiv herausgestellt.
Küche: Der Toaks 650 war manchmal grenzwertig klein, hat aber alles in allem für mich allein gereicht und ich konnte alles (außer die Kartusche) darin verstauen. Der Fire Maple 300T hat seinen Job getan, ich habe aber nicht genug Vergleichsmöglichkeiten, um etwas über Effizienz oder Lautstärke sagen zu können. Alufolie als Windschutz hat sich für mich nicht bewährt, da nicht haltbar genug und werde ich durch etwas anderes ersetzen auf der nächsten Tour. Ich brauchte deutlich mehr Salz als gedacht und habe regelmäßig bei Trail Angels aufgefüllt, da werde ich für längere Touren ein größeres Gefäß benötigen.
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atair1972 hat eine Reaktion von kurzhosenhiker erhalten in PCT 2023<<<*Frage für einen Freund*
Ja klar ..
War zwischen 22-23 Uhr. Ich glaub danach ist nichts mehr passiert. Hatte es weiterhin bis 2 Uhr probiert..
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atair1972 reagierte auf FixiStyleboy in PCT 2023So, Anmeldung is raus, hoffentlich klappt das! Mein slot war um 20:18 deutscher Zeit, es war noch überall alles frei (2 Tage Mitte April waren relativ voll..).
Meine Daten: 10.4. bis 21.8. (hab aber super viel Puffer nach hinten und keinen Stress).
So, erstmal ein Bierchen
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atair1972 reagierte auf sp0k in VorstellungsthreadHallo zusammen,
ich bin Stephan, 49 Jahre, aus Köln. Ich bin unheimlich gerne in der Natur, was aber für mich und meine Familie ohne Auto immer mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Dennoch versuchen wir regelmäßig kleine Wandertouren mit unseren Kindern im Bergischen Land, dem Siebengebirge oder der Eifel. Unsere Sommerurlaube verbringen wir auf schönen Campingplätzen in unserem Tentipi.
Ich wollte immer mal eine Nacht alleine im Wald verbringen, und nachdem ich das vor ein paar Jahren gemacht und seitdem mit unterschiedlichem Setup (Boden, Hängematte) wiederholt habe, rückt nun der nächste Wunsch in den Fokus: Ein mehrtägiger Wanderurlaub mit Übernachtungen in der Natur. Dafür habe ich mir für nächstes Jahr den Lake District ausgesucht.
Meine Outdoor-Erfahrungen haben mir aber gezeigt, dass ich bei längeren Wanderungen mit viel Gepäck Rückenprobleme bekomme (Schulter+Lende/Hüfte). So habe ich das Thema UL für mich entdeckt und suche mir so Stück für Stück die Informationen hier im Forum, die ich benötige. Zur Zeit kann ich noch nicht so viel aktiv beitragen, aber ich habe noch viele Fragen, auf die ich im Forum noch nicht die passende Antwort gefunden habe. Rechnet also mit mir
Schöne Grüße
Stephan
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atair1972 reagierte auf Doom in VorstellungsthreadMahlzeit,
von meinen 47 Jahren ist seit über 20 Jahren der Bereich "Outdoor allgemein" wohl mein grösstes Hobby. Ich durfte ferne Länder sehen, Wüstenwandern, Wintercampen, Bogenschiessen, Packraften, Feuerbohren, Klettersteige gehen, etc. Was ist nicht kann, ist Jagen & Sammeln, Nähen & Schnitzen, Singen & Tanzen...... aber dafür bin ich gut im Quatsch erzählen
Ich werde alt, meine Bandscheiben bröseln mir weg - daher liegt mein Rucksack-Komfortgewicht mittlerweile bei 14kg...... damit kann ich ein paar Tage rumlaufen. Weil meine Schränke gefüllt sind mit Ausrüstung und anderen tollen Spielzeugen, würde ich gerne mehr tragen können. Aber wie heisst es doch so schön: "Keine Arme, keine Kekse!"
Leichte Rucksäcke sind vorhanden, Die Küche besteht komplett aus Titan, und mein leichtestes Zelt wiegt ein Kilo. Aber man lernt ja ein Leben lang - und vermutlich werdet ihr mich hier noch auf ein paar neue Ideen bringen.
Beste Grüsse,
Doom (Matt)
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atair1972 reagierte auf MuckiMuck in VorstellungsthreadHallo liebe UL-Menschen,
Ich möchte mich nun auch mal vorstellen, ich bin schon ein bisschen (1-2 Monate glaube ich) in diesem Forum unterwegs und habe schon viele Interessantes gelesen und freue mich sehr, Teil dieses schönen Forums sein zu dürfen. Anfangs war ich etwas skeptisch, weil ich mir nich sicher war, ob ich mich hier wirklich aktiv beteiligen würde, da es ja in Foren oft so is, dass die Beiträge steinalt sind und nichts neues dazu kommt, aber hier is ja doch ordentlich Leben, find ich großartig.
Also erzähle ich einfach mal ein klein wenig über mich
Ich bin Jonas (oder Mucki), manchmal verspielte 13, manchmal grimmige 72 und tatsächlich zarte 29 Jahre jung. Ich habe die letzten 13 Jahre nur mit arbeiten (mit vielen vielen Überstunden) verbracht und kannte soetwas wie Freizeit so gut woe garnich. Mittlerweile habe ich darauf aber keine Lust mehr und bin gerad dabei, eine Umschulung zu machen, um einen Beruf mit geregelten Arbeitszeiten und Wochenende frei ausüben zu können.
Ich fand Wandern und Natur schon immer toll aber seit ca. 2 Jahren habe ich endlich die Möglichkeit, recht regelmäßig zum Wandern und Zelten zu fahren und ich liebe es.
Irgendwann bin ich auf diese Ultra Light Bewegung aufmerksam geworden und habe mich total verliebt... ich bin zwar noch ein ganzes Stück von ultra light entfernt (Basewight aktuell ca. 6-7 kg inkl. Zelt), aber schaue immer sehr begeistert nach neuen Produkten und neuen Ideen. Seit ein paar Monaten beschäftige ich mich auch viel mit MYOG und bin absolut fasziniert davon und habe auch schon das ein oder andere kleinere Projekt begonnen (Beiträge dazu folgen demnächst). Ich wäre ja gern noch leichter unterwegs, jedoch habe ich das "Problem", dass ich nen absoluter Gearjunkie bin und ich mich immer wie Bolle über meinen ganzen Krempel freue... :D
Wenn ich nich beim Zelten oder auf der Arbeit bin, oder gerade neue Ideen und Equipment bespiele, liebe ich es auch, auf kleine Rockkonzerte zu gehen, das ist neben dem Zelten/Wandern meine 2. Liebe, in die ich auch gern mal Zeit und Geld investiere (bei weitem nich so viel wie ins Camping) ...
So, das wars erstmal von mir. Ich freue mich über viele interessante Unterhaltungen in diesem Forum.
Grüße aus dem kleinen, grünen, wunderschönen Berlin :)