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Ultraleicht Trekking

berghutze

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Alle erstellten Inhalte von berghutze

  1. Falls das aus meiner Frage nicht klar geworden sein sollte: Ich möchte das Wasser auf dem AZT trinken (und zwar u.U. möglichst schnell), nicht ein 3/4 Jahr mit mir herumtragen .
  2. Ich möchte für die Wasserbehandlung auf dem Arizona-Trail als Backup und Ergänzung zu meinem Sawyer Squeeze Tabletten mitnehmen. Dabei ist mir insbesondere die Wirkung gegen Protozoen (Giardien und Kryptosporidien) wichtig. Als erstes habe ich natürlich an die Katadyn Micropur Forte-Tabletten gedacht. Die Einwirkzeit von 120 Minuten (siehe Downloads, Technisches Datenblatt) finde ich allerdings ziemlich heftig. Außerdem wirken die Tabletten nur bei klarem Wasser. Von Aquamira gibt es auch Tabletten, direkt bei dem Produkt finden sich aber keine Angaben zur Einwirkzeit. In den FAQs steht was von 5 Minuten - das wäre natürlich sehr schön, kommt mir irgendwie aber auch merkwürdig vor. Außerdem habe ich Aquatabs gefunden, die meinem Verständnis nach auch gegen Protozoen wirken und zwar innerhalb von 30 Minuten. Arg viel mehr habe ich dann auch nicht gefunden, noch paar Sachen bei Amazon. Kann mir jemand eine Empfehlung geben? Und dann hätte ich noch zwei Verständnisfragen: Wenn es heißt, dass die Tabletten nur in klarem Wasser wirken, ist damit optisch klares (also nicht trübes) Wasser gemeint oder sedimentfreies Wasser? Ist also Wasser, das ich durch den Sawyer Squeeze gequetscht habe (oder z.B. Filterkaffee), unabhängig von der Farbe klar in diesem Sinn? Oder ist damit tatsächlich gemeint, dass man durch das Wasser durchschauen kann? Ich habe öfter mal so Sachen gelesen im Sinne von wenn einem das Wasser komisch vorkommt, sollte man es nicht nur filtern, sondern zusätzlich auch chemisch behandeln. Ist das eher ein gefühlsmäßiger Tipp im Sinn von doppelt hält besser oder gibt es tatsächlich Fälle, in denen das Wasser nur nach kombiniertem Filtern und chemischer Behandlung trinkbar ist (ich meine jetzt nicht so was wie Viren, die der Sawyer Squeeze nicht rausfiltert). Wann ist das ggf. der Fall? Wenn das Wasser riecht, irgendwas bestimmtes drin rumschwimmt, wächst, ...? Der Umgang mit murky water, wie die Amerikaner so schön sagen, ist mir bis jetzt erspart geblieben, so dass ich in der Hinsicht leider keinerlei Erfahrungen habe.
  3. Ich finde das Material der Quilts von katabatic gear (gibt es in Europa bei Outdoorline) sehr, sehr angenehm, besser als das von WM. Gibt es bis 198 cm (meinem Verständnis nach ist damit die Körpergröße gemeint, bis zu der man den Quilt nutzen kann, nicht die Länge des Quilts) und in zwei Weiten.
  4. Zur Ausrüstung und zur Vorbereitung und Planung habe ich gesondert was geschrieben.
  5. Den Teil zur Planung und Vorbereitung lagere ich mal aus dem eigentlichen Reisebericht aus. Ausrüstung Zu meiner Ausrüstung habe ich schon was geschrieben. Darauf musste ich zum Glück nicht allzu viele Gedanken verschwenden, da fast alles schon vorhanden und tried and tested war. Die Strecke Der größte Aufwand bei der Vorbereitung war sicher die Planung der Strecke, da es einen durchgehenden Wien-Nizza-Fernwanderweg nicht gibt. Wie schon geschrieben, habe ich nicht jeden Kilometer mit der Landkarte in der Hand geplant, sondern versucht, die Route anhand bestehender Fernwanderwege zusammenzustellen. Sehr hilfreich fand ich dabei Waymarked Trails. Für mich war eigentlich nur klar, dass es entlang des Karnischen Höhenwegs, durch die Dolomiten und am Schluss auf die gta gehen sollte. Im Übrigen wollte ich die Planung möglichst einfach halten und habe mir nicht für jede Etappe verschiedene Alternativen angeschaut, um die vermeintlich schönste zu finden. Die jeweiligen gpx-Tracks habe ich mir heruntergeladen und mithilfe von Outdooractive und https://joewein.net/bike/gpxmerge/ ausgeschnitten und zusammengestückelt, so dass ich zum Start einen gpx-Track der kompletten Route hatte, die ich laufen wollte. Abgesehen von kleineren (beabsichtigten und auch unbeabsichtigten) Abweichungen bin ich diesem Track fast vollständig gefolgt. Teil 1 von Wien bis Arnoldstein (der geplante Weg, nicht meine getrackte Route): https://de.mapy.cz/s/gasoguleso Teil 2 (Arnoldstein bis Locarno) und 3 (Locarno bis Nizza): die gpx-Tracks habe ich fast vollständig zwei Rother-Wanderführern entnommen und kann (bzw. darf) diese daher hier glaube ich nicht einstellen. Eine größere Änderung der Route würde ich beim nächsten Mal vornehmen: Wie fast alle Wien-Nizza-Wanderer bin ich an einem der großen italienischen Seen (in meinem Fall dem Lago Maggiore) vorbeigelaufen – weil das fast alle so machen und es sich irgendwie cool anhört. Die Etappen zum See und vom See weg waren allerdings nicht gerade ein Highlight (habe auch nicht den Eindruck, dass da sonst jemand schon den Königsweg gefunden hat) und ich bin auch nicht der Typ, der dann für ein paar Tage auf Badeurlaub umsattelt. Daher würde ich mir dieses Stück Weg beim nächsten Mal sparen und statt dessen durch die Schweiz zum Griespass queren und ab dort der gta folgen. Dabei könnte man sich z.B. an der Route von Rudi + Alex orientieren. Neben den gpx-Tracks hatte ich mir pdf-Dateien mit Tabellen erstellt, in denen nach Kilometern geordnet alle Einkaufsmöglichkeiten (soweit möglich mit Öffnungszeiten), Unterkünfte, Gasthäuser, Geldautomaten und sonstige Hinweise, die mir wichtig erschienen, aufgelistet waren. Schicker wäre es natürlich gewesen, diese Informationen direkt als Wegpunkte in den gpx-Track einzufügen. Den 1. Teil bis Villach habe ich ausschließlich mit Informationen aus dem Internet geplant, Teile 2 (bis zum Lago Maggiore) und 3 (gta) auch mit Wanderführern. Für die gta würde ich empfehlen, in einen Wanderführer zu investieren, da man unbedingt bewaffnet mit (möglichst aktuellen) Telefonnummern aller Posto Tappa und sonstiger Unterkünfte losmarschieren sollte (auf das Internet würde ich mich im Piemont nicht verlassen) und ich nicht so recht weiß, wo man sich diese sonst mit halbwegs vertretbarem Aufwand beschaffen kann (außer man plant ganz Hardcore ausschließlich zu zelten). Konkrete Etappen hatte ich nicht geplant, da ich von bisherigen Wanderungen wusste, dass das (für mich) eine überflüssige Arbeit ist, da ich meistens noch nicht einmal morgens zuverlässig sagen kann, wie weit ich an diesem Tag laufen werde. Navigation Zur Navigation nutzte ich das Handy mit zwei Apps: oruxmaps (in Kombination mit der Karte von openandromaps) und mapy. An Oruxmaps gefällt mir vor allem die Darstellung des Tracks, dass Kilometerangaben eingeblendet werden können und der Track je nach Steigung unterschiedlich eingefärbt ist. In Mapy finde ich dagegen die Kartendarstellung deutlich besser und habe die zahlreichen Informationen, die auch offline zur Verfügung stehen, sehr zu schätzen gelernt. Vor zwei Dingen möchte ich bei mapy allerdings warnen: wenn ein Update angeboten wird, muss man die jeweilige Karte vollständig neu herunterladen (wenn man den Download nicht zu Ende bringt, steht einem gar keine Karte zur Verfügung) und den Vorschlägen des Routenplaners sollte man mit Vorsicht begegnen und die vorgeschlagene Strecke kritisch hinterfragen, bevor man losläuft und der Strecke folgt. Zelt ja oder nein? Ich hatte ein Zelt dabei und würde es auch jederzeit wieder mitnehmen. Ich hatte dabei weder den Vorsatz, möglichst viel zu zelten, noch wollte ich zelten möglichst vermeiden (dass beides geht, zeigen die Blogs von Monty, der fast immer gezeltet hat, und Johanna, die kein Zelt dabei hatte). Das Zelt sollte mir vor allem maximale Flexibilität verleihen, um die Etappen so laufen zu können, wie ich wollte, und mich dabei weder nach Unterkünften richten, noch tagelang im Voraus planen zu müssen. Gerade in der Hochsaison in Italien und auf der gta war ich darüber ziemlich froh. In dieser Zeit hörte ich öfters completo und hätte mich sonst bei meinen Etappen nach den verfügbaren Unterkünften richten, mehrere Tage voraus planen, viel telefonieren oder im schlimmsten Fall meine Route ändern müssen. Das hätte mich alles viel zu viele Nerven gekostet. Genutzt habe ich das Zelt dann tatsächlich (leider) weniger als gedacht. Das hatte verschiedene Gründe: Auf dem ersten Abschnitt auf dem Nordalpenweg teilte ich die Erfahrung von doast, dass zelten dort nicht so einfach ist. Mich hielt vor allem ab, dass es dort wenig Wasser gab und ich wenig Lust hatte, größere Wassermengen durch die Gegend zu tragen. Als ich im Juni gestartet bin, waren außerdem nur wenige andere Wanderer unterwegs, so dass ich zum Schlafen meistens ein Kämmerchen für mich alleine hatte. In den Dolomiten war es dann einigermaßen schwierig, einen Zeltplatz zu finden. Ab Mitte Juli regnete es dann ziemlich viel. In dieser Zeit kam ich zwar durch Gegenden, in denen man wunderbar hätte zelten können (nicht zu dicht besiedelt, nicht bewirtschaftet, Wasser im Überfluss), aber ein festes Dach über dem Kopf mit der Möglichkeit, meine Sachen zu trocknen, war mir dann doch lieber. Und außerdem stellte ich fest, dass ich mit einem ordentlichen Hüttenessen im Bauch am nächsten Tag deutlich leistungsfähiger war, als wenn ich im Zelt nur irgendwelchen Tütenfraß zu mir genommen hatte. Resupply Ich würde sagen, dass man spätestens alle 4 bis 5 Tage durch einen Ort kommt, in dem man Lebensmittel einkaufen kann (einzige Ausnahme ist glaube ich der Karnische Höhenweg). Auf der gta wird es irgendwann ziemlich mau, was das Angebot angeht, aber es ging schon. Ich habe von niemand gehört, der dort verhungert ist. Wasser Wasser war eigentlich nur auf dem ersten Abschnitt durch Österreich etwas knapp. Nicht so, dass man Wasser für mehrere Tage mit sich herumtragen musste, aber so, dass es fast nur an den Hütten Quellen gab und es sich empfohlen hat, da dann auch genug Wasser für den Tag abzuzapfen. Spätestens ab dem Lago di Cancano gab es dann Wasser im Überfluss und eigentlich reichte es, eine ¾ Liter-Flasche mit sich herumzutragen und die dann regelmäßig aufzufüllen. Bargeld Ich trug meistens so 300 bis 400 EUR in bar mit mir herum, war aber überrascht, wie verbreitet Kartenzahlung inzwischen auch auf vielen Berghütten ist. Budget Darüber hatte ich mir vor der Wanderung keine so rechten Gedanken gemacht (dazu schreibt irgendwie aber auch keiner was), aber mir schwante relativ schnell, dass der Spaß nicht ganz billig wird (jedenfalls wenn man, wie ich, regelmäßig in Unterkünften übernachtet und dort auch isst). Anreise (früh gebuchtes Zugticket) und Abreise (Billigflieger) schlugen nur mit 105 EUR zu Buche. Teuer waren vor allem die Übernachtungen (inklusive Essen). In Österreich und Südtirol kam man auf AV-Hütten und in billigen Pensionen und Gasthäusern so etwa mit 30 bis 45 EUR für Übernachtung und Frühstück davon. Im italienischsprachigen Italien konnte man schon eher mit 70 EUR rechnen, da war ich aber auch zu Übernachtung + Halbpension mit Menü übergegangen, da ich es nicht ertragen hätte, wenn die Leute am Nebentisch mehr zu essen bekommen als ich. Und in den Posto Tappa auf der gta kann man mit ungefähr 60 EUR für Übernachtung + Halbpension rechnen (manchmal gab es auch günstigere für 45 EUR). Insgesamt gab ich in den 2 ½ Monaten etwas über 5.000 EUR aus (ohne Ausrüstung). Ich verprasste das Geld nicht; wenn es mehrere Unterkünfte gab, wählte ich die günstigste und ich trank auch nicht jeden Abend auf der Hütte mehrere Weizen. Aber wenn es nur eine Unterkunft für vielleicht auch mal 80 oder 100 EUR gab, dann quartierte ich mich trotzdem dort ein und am Essen sparte ich auch nicht. Soll heißen: das Ganze ist sicher auch deutlich günstiger möglich, vor allem wenn man viel zeltet. Reisezeit Eigentlich hatte ich Ende Mai/Anfang Juni starten wollen, fuhr dann tatsächlich aber erst am 14.06. nach Wien, da ich mir vorher noch meine zweite Corona-Impfung abholen wollte. Und so schwer es mir fällt, das zu sagen: in diesem Fall hat mich Corona zu meinem Glück gezwungen. Da es im Winter spät geschneit hatte und lange kalt war, wäre ich bei einem früheren Start durch sehr viel Schnee gekommen oder hätte umplanen müssen. So konnte ich die Route wie geplant laufen. Das wäre alles, was mir so einfällt. Falls es weitere Fragen gibt: Immer her damit .
  6. Da es mir reizvoller erschien, am Ende am Meer anzukommen, habe ich mir nie ernsthaft darüber Gedanken gemacht, in die andere Richtung zu laufen (weder vor, während oder nach der Wanderung). Wüßte aber umgekehrt auch nicht, warum das nicht möglich sein sollte.
  7. @Crusher Hast Du den Filter zufällig zwischen den Touren längere Zeit nicht benutzt? Da ist mir das mit dem Sawyer Squeeze auch schon passiert. Keine Ahnung, ob das Kalk ist, der den Filter zusetzt. Mit ordentlichem Backflushen hat der Sawyer Squeeze dann aber wieder funktioniert.
  8. Oh ja, oft reichte mir nur ein Stichwort. Am Friedhof vorbeikommen und stundenlang Frank Zander, Hier kommt Kurt ("und wenn er in die Kiste steigt, dann ruft die ganze Gruft"), Tierspuren im Schnee: "ABC, die Katze lief im Schnee" und unzählige weitere Beispiele. Da war mir First Aid Kit mit My silver lining ("I won't take the easy road") fast noch am liebsten.
  9. Fazit Was soll ich nun zusammenfassend zu dieser Wanderung sagen? Sie diente weder der Selbstfindung, noch der Bewältigung irgendwelcher Lebenskrisen. Andere liegen gerne am Strand, ich laufe gerne den Berg hoch – besser kann ich es nicht erklären. Ich machte mir unterwegs auch keine besonders schlauen Gedanken (jemand erklärte mir beispielsweise begeistert, dass man da unterwegs bestimmt über so viele Dinge nachdenken könne). Wenn ich den Berg hoch lief hatte ich im schlimmsten Fall irgendeine schreckliche Werbemelodie in Dauerschleife im Ohr (wer sich beim Berghochlaufen noch schlaue Gedanken machen kann, sollte einen Schritt zulegen – wer lacht, hat noch Reserven ). Die Natur nimmt man sicher bewusster wahr. Sonst dachte ich hauptsächlich über die Etappe, die nächste Übernachtung und über Essen nach. Und ich bin immer wieder erstaunt, dass man beim Wandern abends auch mental relativ erschöpft sein kann, da es Wegabschnitte gibt, bei denen man sich auf jeden Schritt konzentrieren muss. Außerdem fielen mir jeden Tag zig Sachen ein, die ich hier im Forum hätte posten können (Fragen und neue Erkenntnisse) – diktieren mit Spracherkennung ist zum Glück aber nicht mein Ding. Jetzt, wo ich diesen Bericht geschrieben habe, kam mir die Wanderung wieder sehr lang vor. Unterwegs fühlte es sich aber gar nicht so an. Da lief ich einfach Tag für Tag und war immer wieder erstaunt, wie weit ich schon gekommen war. Und ohne die Leistung anderer Fernwanderer schmälern zu wollen, macht man ja auch nichts anderes, als jeden Tag eine Etappe zu wandern – nur eben viele Tage am Stück. Und diese Wanderung fiel mir irgendwie relativ leicht. Wenn ich an den GR11 zurückdenke, ist eine meiner ersten Erinnerungen, dass ich abends oft total erledigt auf meiner Isomatte lag und mir bis zum Einschlafen die Füße weh taten. Das war auf dieser Wanderung nicht so (vielleicht weil ich so häufig in Hütten übernachtete und den Wandertag daher regelmäßig zum Abendessen beendete?). Beim Abstieg nach Maloja taten mir die Knie weh und bei/nach Fondo fühlten sich meine Beine ein paar Tage etwas überlastet an – das war es aber auch schon. Schweiß lief fiel, Blut und Tränen eher nicht. Als ich in Nizza ankam, hatte ich daher eigentlich tatsächlich noch Lust, weiterzuwandern. Nachdem ich wegen des Lokführerstreiks in der ersten Septemberwoche mit schlechtem Gewissen heimgeflogen war, statt wie geplant den Zug zu nehmen, lief ich daher zumindest noch vom Flughafen nach Hause – das fühlte sich wie das angemessene Ende für diese Wanderung an. Aus einer kleinen Hüttenwanderung, die ich seit Jahren im Hinterkopf habe und eigentlich gerne noch unternehmen wollte, wurde dann allerdings nichts mehr, da ich die Schnapsidee hatte, mich kurzfristig und spontan zu einem 100 km-Megamarsch anzumelden. Damit machte ich zwar noch die 2.000 km voll, aber danach hatte ich vom Wandern erstmal genug.
  10. Tag 76 (29.08.) Sant'Anna di Vinadio bis Saint-Dalmas, 34 km Nachts war es ordentlich kalt und die Wetterseite meines Zeltes am nächsten Morgen gefroren. Aber dieses Mal war ich vorbereitet und war mit allen meinen Klamotten direkt nach dem Abendessen in den Schlafsack gekrochen, so dass es nachts kuschelig warm war. Morgens stieg ich die letzten Höhenmeter in Italien auf und sah dabei nochmal eine große Herde Gemsen (die natürlich vor mir flüchtete). In der Morgensonne ging es dann weiter über einen Bergrücken, an dem die Grenze zwischen Italien und Frankreich verläuft, zum Col de la Lombarde, wo ich die Grenze überquerte. An einem Imbisswagen kaufte ich einen Kaffee und wünschte mir sofort die italienischen Preise zurück. Dafür war der Internet-Empfang in Frankreich fantastisch. Da ich ein paar Serpentinen zu viel abgekürzt hatte, lief ich versehentlich in den Skiort (Isola 2000) hinunter, statt oberhalb am Hang zu queren – aber zum Zurücklaufen war ich zu faul. Über den Col Mercière ging es dann in den Mercantour-Nationalpark. Dort musste ich feststellen, dass es auch in Frankreich Bunker gibt. Der Weg durch den Mercantour-Nationalpark war ziemlich einfach, entlang von Forstwegen, aber schön. Etwas unterhalb des Col de Salèse stieß ich dann auf den GR 52, dem ich bis Saint-Dalmas de Valdeblore folgte (Achtung, Saint-Dalmas gibt es mehrere, das hat gelegentlich für Verwirrung gesorgt). Der Abstieg vom Col du Barn (2.452 m) bis nach Saint-Dalmas zog sich mal wieder ziemlich und eine Sicht war für mich leider nicht im Angebot, da mittags ziemlich dunkle Wolken aufgezogen waren. Ich kam in der Gîte d'Etappe in Saint-Dalmas unter. Die dortige Wirtin war die erste und einzige, die sich traute, ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck zu bringen, wie viel ich essen konnte (dürfte daran gelegen haben, dass ich ihr gesagt habe, sie solle die Schüsseln, in denen das Essen für alle auf den Tisch gestellt wurde, nicht abräumen – ich würde das alles aufessen). Tag 77 (30.08.) Saint-Dalmas bis Levens, 39 km An Tag 77 legte ich eine ordentliche Strecke entlang des GR 5 zurück (ich hätte ja gerne endlich mal die 40 km voll gemacht, aber irgendwie passte es von der Etappen-Aufteilung her nie), bis Nizza waren es nur noch 23 km. Das Wetter war auch nochmal toll. Morgens ging es den letzten größeren (mit 700 hm allerdings nicht wirklich ernst zu nehmenden) Aufstieg auf den Col des deux Caires hoch. Von dort konnte ich zwar das Meer und den Horizont nicht sehen, dazu war es zu diesig, aber Nizza und die Küstenlinie. Ich war also tatsächlich durch die Alpen gelaufen, bis die Berge zu Ende sind. Danach kommen keine Berge mehr... Naja, also fast. Noch war ich ja nicht angekommen. Und dann war tatsächlich der GR 5, der eigentlich den Hang nach dem Pass queren sollte wegen eines Erdrutschs gesperrt. Ich wollte dann auf den Weg über den Gipfel ausweichen, kam aber auch dort relativ bald an ein "interdit"-Schild. Da auf der Karte kein anderer naheliegender Weg ersichtlich war, hoffte ich inständig, dass der Weg wegen der zwei Erdrutsche, die ich sehen konnte, gesperrt war und nicht wegen eines auf der anderen Hangseite liegenden, unüberwindbaren Hindernisses und entschied mich, die Erdrutsche zu umgehen bzw zu queren, was gut (und m.E. gefahrlos) möglich war. Und so näherte ich mich Nizza weiter an. Ich lief stundenlang durch Wald und begegnete den ganzen Tag keinem einzigen anderen Wanderer. Unterwegs sah ich nur einen Esel und ein Eichhörnchen. Landschaftlich gefiel mir insbesondere das Wegstück bei der Brec de l'Utelle und dem Tête de l'Esandolier. Sonst fand ich vor allem interessant, wie sich die Wegführung von der gta unterschied. Während es auf der gta eigentlich immer nur hoch oder runter über Pässe oder Bergrücken ging, führte der GR 5 meistens um die Berge herum. Nur ganz zum Schluss musste ich leider noch die Vésubie überqueren. Da half alles nichts. Es ging auf 185 m runter und auf der anderen Seite wieder ein Stück hoch nach Levens. Im Supermarkt von Levens drehte ich ein bisschen durch und kaufte für eine halbe Kompanie ein und danach kam ich auch noch an einem sehr leckeren Bäcker vorbei – aber es kam alles weg. Tag 78 (31.08.) Levens bis Nizza, 23 km Sie haben ihr Ziel erreicht! Was soll ich zu diesem Tag sagen, außer: Ich bin angekommen. Ich bin kein sehr emotionaler Mensch und weder der erste Blick aufs Meer, noch der erste Schritt nach Nizza rein, haute mich um. Aber bei der Überquerung der Promenade des Anglais, bei der das Meer nun wirklich nur noch wenige Schritte entfernt war und türkisblau vor mir schimmerte, war ich doch ziemlich ergriffen.
  11. Noch was vergessen: Ich glaube, nach den zahlreichen Regentagen kann ich sagen, dass Liner mit (selbstgebastelter) Pumpsackfunktion trotz des hierfür in den Liner geschnittenen Lochs dicht sind. Guckst Du hier und hier.
  12. Ganz vergessen: Schuhe Ich war mit den Akyra-Trailrunnern von La Sportiva unterwegs und insgesamt sehr zufrieden. Das sind m.E. die Trailrunner mit der breitesten Zehenbox von La Sportiva (etwas breiter als die Ultra-Raptor). Wegen mir könnten sie gerne noch ein bisschen breiter sein, aber so ging es schon auch. Die Schuhe bieten eine ziemlich gute Stabilität zur Seite (hatte zum Vergleich mal die deutlich leichteren Jackal an, die sich aber auch gleich viel kippeliger anfühlen) und mit der Sohle bin ich auch glücklich. Auf der Wanderung habe ich zwei Paar verschlissen (Fußbett durch und Sohle abgelaufen, das Obermaterial hat gehalten), was aus meiner Sicht völlig in Ordnung ist. Ich bin mit der gtx-Variante losgelaufen und wollte mir in Meran dann eigentlich die Variante ohne gtx kaufen – die gab es aber nicht (in die gtx-Diskussion einzusteigen erspare ich mir).
  13. In der verlinkten LighterPack-Liste findet ihr die Ausrüstung, die ich auf meiner Wien-Nizza-Wanderung im Sommer 2021 dabei hatte. Der geneigte UL-er wird natürlich sofort potentielles Einsparpotential erkennen (auf die Schnelle genannt seien etwa Schlappen, Kocher, Topf und Tasse - shocking ). Die Liste soll aber primär als Beispiel oder Anhaltspunkt für eine mögliche Ausrüstung dienen – wer möchte, darf sich dann gerne noch im Forum auseinander nehmen lassen. Daher habe ich auch auf die Markierung von worn items verzichtet und mir gespart, Hygiene-, 1. Hilfe- und Apotheken-Artikel aufzulisten, da sich deren Gewicht ohnehin ständig ändert und gerade die Apotheke ja auch höchst individuell ist. Da ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass mein Rucksack zu schwer ist, habe ich mir unterwegs keine großen Gedanken gemacht, was ich das nächste Mal zu Hause lassen würde (na gut, 2 Unterhosen und 2 Paar Socken hätten auch gereicht). Einzige Ausnahme ist die Gaskartusche: da ich letztendlich viel weniger zeltete und kochte als gedacht, würde ich in Zukunft nur eine kleine Gaskartusche mitnehmen (ich habe die ganze Zeit eine mittlere mit mir herumgetragen). Ansonsten habe ich eher darüber nachgedacht, das nächste Mal mehr mitzunehmen, nämlich: ein zweites T-Shirt (da man in den Alpen doch relativ zivilisationsnah unterwegs ist und ich mich öfters dafür geschämt habe, wie sehr ich stinke) und wasserdichte Überhandschuhe. Zu den Ausrüstungsgegenständen, zu denen es etwas zu sagen gibt, würde ich kurz etwas schreiben: HMG Southwest 3400: Der Rucksack dürfte bekannt sein. Auf der Wanderung hatte ich die Gelegenheit, insbesondere dessen Performance während Regen zu überprüfen. Absolut wasserdicht ist er nicht (das behauptet aber glaube ich auch keiner), da es m.E. über die vollgesogenen Schultergurte Feuchtigkeit in den Rucksack drückt. Der Rückenbereich und gelegentlich auch der Boden waren daher häufiger mal feucht (und – Nachteil von Dyneema – trockneten dann leider nicht besonders gut). Alles oberhalb der Schultergurte blieb aber trocken. Die Hüftgurttaschen waren leider in die falsche Richtung wasserdicht: das Wasser lief rein und stand dann in den Taschen. Fold over shoulder strap pocket: Die Handy-Tasche von tread lite gear hatte ich für die Wanderung neu erstanden – und ich liebte sie. Leider ist der Kauf durch den Brexit etwas aufwendiger geworden. WM Megalite 0°C: Würde ich wieder mitnehmen. Für ein, zwei Nächte war er zwar zu kalt beim Zelten, aber mit allen Klamotten ging es schon. Und zumindest während Corona musste der Schlafsack ja zugleich als Hüttenschlafsack dienen und da wäre man mit einem wärmeren Schlafsack sonst eingegangen. Wegen der Hüttenübernachtungen würde ich auch beim Schlafsack bleiben und keinen Quilt mitnehmen. Montbell Storm Cruiser: Die Videos von Julia hatten mich dazu bewogen, bei der Regenbekleidung etwas aufzurüsten und in eine etwas schwerere, aber hoffentlich dichte Regenjacke zu investieren. Über diese Entscheidung war ich unterwegs wetterbedingt ziemlich glücklich. Die Jacke war eigentlich durchgehend dicht. Nur am Hüftgurt drückte es Wasser durch die Jacke, wenn es den ganzen Tag durch den Regen ging (was aus meiner Sicht okay ist). Im vorderen Bereich stand das Wasser dann in den Taschen, die man abends leeren musste :-). Die Jacke trägt sich außerdem auch mit T-Shirt ziemlich angenehm. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass die Jacke am Ende der Wanderung ziemlich penetrant nach Schweiß stank. Berghaus Paclite: Auch die Regenhose ist nicht die allerleichteste, ich finde die Hose allerdings super. Die Hose hat einen Reißverschluss bis zur Hüfte und Druckknöpfe an den Knien und Knöcheln, so dass man die Hose auch bei Regen meistens mit geschlossenen Knöpfen und offenem Reißverschluss tragen kann. Mir dient die Hose auch als warme Überhose, wenn es in der kurzen Hose zu kalt wurde. Wasserfilter: Würde ich immer wieder mitnehmen. Nachdem ich mir in den Pyrenäen mal den Magen verdorben habe und drei Tage flach lag, erscheinen mir die paar Minuten zum Wasserfiltern nicht als Zeitverschwendung (in den drei Tagen hätte ich viele Liter Wasser filtern können...) und hinterher freute ich mich jedes Mal über mein wunderbares Wasser. Zeckenkarte: Kam leider zum Einsatz und hat super funktioniert. Hygiene: Corona sei Dank gibt es zwischenzeitlich auf praktisch allen Hütten Seife (meist Flüssigseife), die man ggf. auch hiker-trash-mäßig zum Duschen/Haarewaschen nutzen kann. So ganz würde ich mich darauf aber nicht verlassen und ein paar Gramm Seife und trockenes Shampoo mitnehmen.
  14. Tag 74 (27.08.) Colle Ciarbonet bis Sambuco, 27 km Ich machte mich morgens schon früh aus dem Staub, da ich ohne zu fragen (war niemand da) auf der Alm gezeltet hatte. Dadurch konnte ich mir aber den Hin- und Rückweg zu einer Unterkunft in Chialvetta sparen und mich gleich an den nächsten Aufstieg zum Passo della Gardetta (2.437 m) machen (unter Umständen wäre es auch eine Option, im Rifugio della Gardetta zu übernachten, das sehr schön gelegen ist – liegt zwar auch nicht direkt an der gta, aber der Umweg ist nicht ganz so groß wie nach Chialvetta). Es ging durch eine Gegend, in der alles voller Bunker war. Auch die Murmeltierdichte war hoch, leider waren die Murmeltiere aber so scheu, dass man sie mit dem Handy kaum fotografieren konnte. Blick zurück vom Pass: In einem Bogen ging es auf einer Militärstraße zum nächsten Pass (Passo di Rocca Brancia 2.620 m). Danach folgte ein langer Abstieg (das schreibe ich glaube ich immer – aber die Abstiege waren einfach immer lang). Dabei wurde ich von einem Franzosen überholt, der die gesamte rote Via Alpina läuft. Er war nur zehn Tage vor mir gestartet (in Triest) und dürfte in dieser Zeit so um die 600 km mehr gelaufen sein, als ich . Im Tal ging es dann entlang der alten Straße (die mittlerweile durch einen Tunnel führt) vorbei an beeindruckenden Felswänden: In Pontebernardo hatte leider alles zu und so lief ich rechts des Flusses weiter nach Pietraporzio, da ich mich die ganze Zeit irgendwelchen Essens-Phantasien hingegeben hatte. Nach Sambuco war es dann (mit einem Wegeis...) auch nicht mehr weit. Auf dem Weg dorthin kam ich am einer Wiese vorbei, die voller weißer Schnecken war, die an Grashalmen hingen. Das hatte ich so noch nie bewusst wahrgenommen. In Sambuco kam ich im Posto Tappa unter, zum Abendessen wurde ich allerdings in die Trattoria ausquartiert (etwas teurer, aber sehr lecker), weil das Albergo della Pace schon ausgebucht war. Frühstück bekam ich dann aber im Albergo. Und das war endlich mal ein anständiges Frühstück (Buffet, gutes Brot, Käse, Joghurt), in Italien - kaum zu glauben, dass es so etwas gibt! In Sambuco machte ich mir auch Gedanken über den weiteren Weg (sonst schaute ich eigentlich immer nur, was für den nächsten Tag anstand). Der Wanderführer sah für den nächsten Tag mehr oder weniger vor, einen Bogen zu gehen. Stattdessen wollte ich lieber den direkten Weg nach Bagni di Vinadio/Strepeis einschlagen. Und bis Nizza war es dann überhaupt nicht mehr weit. Nur noch ein Tag auf der gta, dann über die Grenze und von dort nur noch etwa 80 km bis Nizza! Inzwischen war die Vorstellung, mit den Füßen im Mittelmeer zu stehen immer konkreter geworden. Und obwohl ich auch nach 74 Tagen nicht wandermüde war und eigentlich immer noch Lust hatte weiterzuwandern (jedenfalls bei schönem Wetter), wollte ich gleichzeitig unbedingt in Nizza ankommen – nicht so sehr, weil dann die Wanderung vorbei wäre, sondern weil ich mich so auf dieses Gefühl des Es-geschafft-habens freute und immer im Hinterkopf hatte, dass auch auf den letzten Etappen noch etwas schief gehen könnte. Tag 75 (28.08.) Sambuco bis Sant'Anna di Vinadio, 20 km An meinem letzten gta-Tag begrüßte mich nicht gerade das beste Wetter. Es war kühl, neblig und trüb. Gegen Mittag kam ein Weilchen die Sonne raus, irgendwann zogen aber wieder ziemlich dunkle Wolken auf. Aber immerhin regnete es (entgegen der Wettervorhersage) nicht. Wie meistens, wenn ich ordentlich gegessen hatte, liefen meine Beine anstandslos den Berg hoch. Es ging über die letzten zwei Pässe in Italien (beide nicht spektakulär) zum Santuario Sant' Anna di Vinadio. Die Unterkunft war zwar schon ausgebucht, aber ich konnte dort mein Zelt aufstellen, kurz heimlich duschen und bekam etwas zu essen. Hier traf ich auch den französischen Via-Alpina-Wanderer wieder, dessen (weniger direkter) Weg ebenfalls zum Santuario Sant'Anna di Vinadio geführt hatte. Der letzte Pass in Italien. Die Landschaft hatte allmählich erste herbstliche Farbtöne angenommen (auf dem Foto aber nicht gut zu erkennen). Das letzte Stück bis zum Santuario (der weiße Fleck auf der rechten Talseite):
  15. Tag 71 (24.08.) Villanova bis Pian Melzè, 21 km Nachts hatte es geregnet und morgens war es grau, neblig und kühl. Perfektes Wetter – jedenfalls aus der Sicht eines Alpensalamanders. Von irgendeiner Unterart, die es nur dort gibt, sah ich den Tag über verteilt mehr als 40 Stück (dann hörte ich irgendwann auf zu zählen). Ich machte mich an den Aufstieg zum Colle Barant (2.373 m) und auch dem botanischen Garten kurz unterhalb des Passes stattete ich einen kurzen Besuch ab. Dann ging es wieder runter, zum Rifugio Barbara Lowrie, wo ich eine Pause einlegte und mich über das fantastische W-Lan freute. Über den ersten Pass hatte ich es noch im Trockenen geschafft, kurz vor dem zweiten Pass (Colle della Gianna, 2.531 m) holte mich dann leider der Regen ein und der Boden wurde ziemlich schnell ziemlich feucht. Schade, es war so schön ohne Regen! Aber ich will mich nicht beschweren – das Wetter war jetzt wirklich ziemlich lange gut. Leider regnete es allerdings deutlich stärker als von mir erwartet und kurz hagelte es auch, aber zum Glück waren die Hagelkörner nicht allzu groß. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich ein Stück der gta abkürzen und in der Höhe bleiben kann, aber leider war das Rifugio Pian del Re ausgebucht, so dass ich doch zum Rifugio Pian della Regina absteigen (und am nächsten Morgen wieder aufsteigen) musste – aber auf 300 hm mehr oder weniger kam es nun wirklich nicht mehr an. Beim Abstieg rissen die Wolken kurz auf und ich konnte zumindest ein bisschen was vom Monviso sehen. Im Rifugio Pian della Regina hatte ich dann ein Zimmer mit einer kleinen Elektroheizung für mich, so dass ich alle meine Sachen trocknen konnte. Das Essen war sehr gut und die Portionen ganz unglaublich groß (davon hätte man vermutlich drei normale Esser satt bekommen). Tag 72 (25.08.) Pian Melzè bis Chiesa, 31 km Auch wenn es zunächst nicht so aussah, hielt das Wetter den ganzen Tag (abgesehen von zwei Mal leichtem Nieselregen). Morgens ging es ordentlich den Berg hoch, erst vorbei am Rifugio Pian del Re und der Quelle des Po, dann wurde es alpiner. Der Weg zum Colle del Viso (2.650 m) und dem kurz dahinter liegenden Rifugio Quintino Sella führte an drei Seen vorbei und durch viel Blockgelände. Irgendwann kam mal irgendwo im Nebel ordentlicher Steinschlag runter (war nur zu hören, nicht zu sehen), der gar nicht mehr aufzuhören schien. Bergsee 1 im Nebel: Bergsee 2 im Nebel: Bergsee 3, da war fast schon Kaiserwetter (rechts dahinter befindet sich der Monviso, aber dafür reichte die Sicht dann doch nicht): Richtig aufgerissen hat es nicht, aber zum Glück war das Wetter ziemlich stabil, denn nach dem Rifugio Quintino Sella ging es eine gute Stunde auf +/- 2.700 m durch Steine und Geröll, da möchte man ungern in ein Gewitter kommen (den Schlenker zum Rifugio Alpetto sparte ich mir und ging in der Höhe weiter). Zwischen dem Passo Gallarino (2.739 m) und dem Passo di San Chiaffredo (2.764 m) waren zahlreiche fleißige Baumeister am Werk. Dann ging es wie immer erstmal wieder runter, allerdings ganz angenehm und recht flott (auch den Abstecher zum Rifugio Bagnour sparte ich mir), leider kam ich so noch während der Mittagspause in Pontechianale an. Daher versorgte ich mich nur in einem Café mit einem Schokocroissant, Eis und Fanta (irgendwie hatte ich auf dieser Wanderung einen ganz furchtbaren Durst auf süße, klebrige, zuckerhaltige Getränke entwickelt, der sich zum Glück nach der Wanderung wieder legte) und machte mich an den Aufstieg für den nächsten Streckenabschnitt. Am Colletto della Battagliola (2.248 m) angekommen, purzelte ich vor Schreck fast wieder rückwärts den Berg herunter, da ich von drei Herdenschutzhunden in Empfang genommen wurde. Da half nur warten, bis die Schafherde endlich den Weg geräumt hatte... Im Posto Tappa in Chiesa bekam ich dann noch kurzfristig ein Bett, die Unterkünfte in Chiazale und Celle waren schon voll. Tag 73 (26.08.) Chiesa bis Colle Ciarbonet, 28 km Über Nacht waren alle Wolken verschwunden und der Himmel strahlend blau. Die nächsten Etappen sollten durch das Varaita-, das Maira- und das Stura-Tal gehen, die einen Ruf als tolle Wandergegend haben. Dementsprechend war ich nicht alleine unterwegs. Zuerst ging es noch unspektakulär das Tal hinauf bis Sant'Anna und dann wurde es wirklich schön. Die Gegend wird auch Dolomiti de Cuneo genannt und die Berge sahen hier komplett anders aus, als an den Tagen zuvor. Der Aufstieg zum Colle di Bellino (2.804 m) war wunderschön mit einer tollen Aussicht und auch der Blick über den Pass auf die andere Seite war atemberaubend (ich fürchte, die Fotos werden dem nicht ganz gerecht). Blick zurück zum Monviso: Blick über den Pass: Wie meistens zog sich der Abstieg. Etwas nervig war, dass die Wege von Motocrossfahrern ziemlich zerstört waren. Im Rifugio Campo Base machte ich dann, an Tag 73, das erste Mal eine richtige Mittagspause mit Einkehr zum Essen, da das Abendessen am Vortag zwar lecker war, die Portion aber nicht allzu üppig ausgefallen war (zum italienischen Frühstück sage ich nichts). Blick zurück: Den nächsten Pass lief ich dann noch hoch, vorbei an der Quelle der Maira, und zeltete unterhalb des Colle Ciarbonet (2.206 m) auf einer Alm. Ich kroch schon früh in meinen Schlafsack, denn sobald die Sonne weg war, wurde es inzwischen ziemlich kühl.
  16. Tag 68 (21.08.) Susa bis Lago di Laux, 30 km Erholt und ausgeruht wurde an diesem Tag wieder anständig gelaufen. Pierre, der zwischenzeitlich Verstärkung von Hansjörg bekommen hatte, war mir einen Tag voraus – aber ich dachte, dass ich die beiden, die eine sehr nette Gesellschaft waren, vielleicht wieder einholen könnte. Das erste Stück bis zur Alpe Toglie (nach allem, was ich hörte, muss die dortige Wirtsfamilie ziemlich skurril sein, das Essen aber gut) war einfach bis langweilig zu laufen. Offensichtlich hatte mir der Pausentag allerdings nicht gut getan, denn es gelang mir drei Mal, dem falschen Weg zu folgen. Weiter ging es, vorbei am Bivacco Bergerie dell'Orsiera. Das Bivacco war zwar offen, allerdings schien es von einem Einheimischen in Beschlag genommen worden zu sein, dessen Hund quer in der Eingangstür lag. Aber dort wollte ich ja zum Glück nicht bleiben. Nach dem Bivacco ging es ordentlich steil den Berg hoch und ich kam an zahlreichen Himbeersträuchern mit reifen Himbeeren vorbei. Hmmm, lecker . Als ich am Colle dell'Orsiera (2.595 m) ankam war es leider ziemlich diesig und die Sicht nicht die beste. Aber dafür entdeckte ich zwei Edelweiß - genau genommen hätte ich mich fast drauf gesetzt, peinlich. Der Abstieg zog sich dann ziemlich, zwischendurch ging es immer mal wieder ein Stück hoch und wieder runter. Dabei hatte ich Sicht auf Fort Fenestrelle, das sich über einen kompletten Bergrücken hochzieht. Oberhalb von Usseaux kam ich gegen 18:00 Uhr an einem Fleckchen vorbei, an dem man gut hätte zelten können. Pierre und Hansjörg, die am Lago di Laux untergekommen waren, klärten allerdings für mich ab, dass ich dort am See zelten durfte (das Hotel war ausgebucht). Und so lief ich in Rekordzeit das letzte Stück bis zum Lago di Laux herunter und hatte pünktlich bis zum Abendessen mein Zelt aufgestellt und mich sogar ein bisschen gewaschen. Die Polenta dort war wirklich richtig gut (und alles andere glaube ich auch). Eigentlich gibt es dort am See sanitäre Anlagen mit einer Dusche, die Gäste des Restaurants benutzen dürfen. Wegen Corona war die Dusche allerdings leider verschlossen. Mein Zelt ist der kleine weiße Fleck am gegenüberliegenden Ufer. Man sollte sich allerdings nicht täuschen lassen, wirklich einsam ist es am Lago di Laux nicht. See am nächsten Morgen: Tag 69 (22.08.) Lago di Laux bis Didiero, 23 km Morgens stand gemeinsam mit Pierre und Hansjörg ein langer, aber schöner Aufstieg zum Colle dell'Albergian (2.708 m) an. Unterwegs sah ich noch viel mehr Edelweiß. Da für die nächsten Tage Regen/Gewitter angekündigt war, hatte ich eigentlich erwartet, dass es von Tag zu Tag diesiger würde, aber die Sicht war erstaunlich gut. Von der Seite kamen wir: Und durch diese karge Landschaft ging es wieder runter: Irgendwann wurde es wieder grüner und es ging vorbei an der Cascata del Pis. Ab Gros Passet wählte ich einen etwas direkteren Weg rechts von der Straße. So kam ich an einem Restaurant vorbei, an dem ich ein Wegeis erstehen konnte. In Didiero traf ich dann wieder auf Pierre und Hansjörg. Wir kamen in dem sehr netten Posto Tappa mit sehr gutem Essen unter, bei Pierluigi, der den Rotwein im Dorfbrunnen lagerte/kühlte. Tag 70 (23.08.) Didiero bis Villanova, 30 km Ich verabschiedete mich von Pierre und Hansjörg und lief alleine weiter. Zuerst ging es recht langweilig nach Prali, einem Skiort im Piemont. Da ich nicht den Lift nehmen wollte, stieg ich ein Stück weiter hinten im Tal auf und kam so unterhalb des Lago Draio raus. Leider war schon wieder so halb der Nebel aufgezogen. Aber ich freute mich trotzdem, da der Weg zur Abwechslung nicht sofort wieder den Berg runter führte, sondern es entlang eines sehr schönen Höhenwegs zum Colle Giulian (2.451 m) ging. Dann folgte der unvermeidliche und lange Abstieg. Erst noch recht gemütlich, dann ein Stück an einem Fahrweg entlang und schließlich in elendigen Serpentinen (die musste man zum Glück nicht alle auslaufen). Ich kam im Posto Tappa in Villanova unter. Dort war ich an diesem Tag der einzige Gast, für den kochen wohl nicht lohnte. Ich bekam daher in der Mikrowelle aufgewärmtes Essen vorgesetzt, das ungefähr so lecker war, wie matschiges Kantinenessen.
  17. Ich hatte mal ein ähnliches Problem (Loch in den Ärmel gebrannt), die damaligen Antworten und Tipps findest Du unter meiner Frage. Ich habe am Schluss Tenacious Tape Tattoos drauf geklebt, da die einfachste Lösung (ein Problem ist aber unter Umständen, dass die nicht so riesig sind). Das hat bis jetzt gehalten. Ich habe die Jacke seither aber noch nicht gewaschen.
  18. Kleines Fazit zur gta – Nordteil (ab Alpe della Colma) Auf dem bisherigen Teil der gta gab es auf jeden Fall schöne Etappen, öfters ging es aber auch einfach nur den Berg hoch, über den Pass und dann den Berg wieder runter, ohne dass der Weg oder die Aussicht besonders toll gewesen wäre. Ich hatte dadurch gelegentlich den Eindruck, dass die gta so ein bisschen gehypt wird und dass das Tolle an der gta mehr die Idee der gta (einsame Bergdörfer verbinden oder vor dem Aussterben retten), als die gta bzw. der Weg selbst ist. Der Weg und die Landschaft, durch die ich laufe, sind mir beim Wandern jedoch das allerwichtigste und den Dörfern, durch die ich unterwegs komme, gilt nicht mein primäres Interesse – aber das ist vermutlich Typsache. Vielleicht lag es auch an der Jahreszeit, dass mich die gta nicht so völlig vom Hocker haute. Im August wurde das Wetter zwar deutlich stabiler, aber dafür waren fast alle Blumen schon verblüht und herbstliche Farben hatten noch nicht Einzug gehalten, so dass die Berge auf eine etwas langweilige Art grün waren. Auf der gta erwarten einen auf jeden Fall krasse Höhenmeter, da der Weg fast ausschließlich aus Auf- und Abstiegen von einem Dorf über den Pass ins nächste Dorf besteht. Wenn man nur eine Etappe läuft, sind die Tage nicht allzu lang, wenn man zwei Etappen läuft, muss man aber auch über zwei Pässe, was regelmäßig mehr als 2.000 hm Aufstieg mit sich bringt. Für mich war die gta daher am Anfang vor allem auch psychologisch hart, da ich das Gefühl hatte, dass ich jetzt auf die Zielgerade einbiege (was natürlich Quatsch ist, wenn man noch um die 700 km vor sich hat) und da ich dachte, dass ich allmählich wirklich gut eingelaufen bin und jetzt mal ordentliche Etappen zurücklegen kann und dann das Gefühl hatte, dass ich nicht so recht vorwärts komme, obwohl ich lief und lief (was natürlich auch Quatsch ist bei den Höhenmetern, die man auf der gta zurücklegt).
  19. Tag 64 (17.08.) Balme bis Rifugio Vulpot, 21 km Morgens ging es den nächsten Bergrücken hoch, dabei unterhielt ich mich mit einem sehr netten Schweizer, der am Tag zuvor auch im Posto Tappa gewesen war – leider war ich aber beim Abendessen mit dem Rücken zu ihm gesetzt worden. Es ging an wunderschönen Seen vorbei (Laghi Verdi). Etwas oberhalb der Seen gibt es auch ein Bivacco. Das schien mir allerdings nicht gerade ein Geheimtipp zu sein und im Zweifel ist man dort vermutlich nicht allein. Nach einem ersten Pass (Passo Paschiet 2.431 m) ging es in einem Bogen ein Stück nach unten und dann wieder hoch zum nächsten Pass (Colle di Costa Fiorita, 2.440 m). Dort hatte ich erstmal kleinere Wegfindungsprobleme, danach ging es ziemlich steil einen unschön zu gehenden Grashang hinunter bis Usseglio (1.270 m). Ab Usseglio folgten etwa 3 km auf der Straße durchs Tal bis Margone. Das war aber nicht schlimm, denn für den Weg hatte ich eine Fanta und ein Wegeis erstanden. In Margone kam ich dann auch noch an einer sehr gut besuchten Bar/Restaurant vorbei, wo ich einen Hamburger, eine Cola und ein Mars hinterher schob. Auf ein zweites Eis verzichtete ich! Auf dem weiteren Weg ging es erst gemütlich an einem Bach entlang, dann einige Höhenmeter hoch zu einem Sumpfgebiet und schließlich durch ein sehr schönes Tal mit Blick auf den Rocciamelone. Das Wetter war den ganzen Tag fantastisch, blauer Himmel, nicht zu heiß und vor allem auch nicht schwül. Am Rifugio Vulpot traf ich dann wieder auf Pierre (den netten Schweizer), der mich wohl bei meiner Fresspause überholt hatte. Tag 65 (18.08.) Rifugio Vulpot bis Rifugio Ca d'Asti (inklusive Aufstieg auf den Rocciamelone), 15 km An Tag 65 sollte es auf den Rocciamelone (3.538 m), den höchsten Wallfahrtsberg der Alpen und für mich den höchsten Punkt auf der Wanderung, gehen. Ich startete bei blauem Himmel, aber die Wettervorhersage, derzufolge es bewölkt sein sollte, behielt leider recht. Während ich im Anmarsch war, waren auch die Wolken im Anmarsch. Leider verpasste ich morgens erstmal den Abzweig Richtung Colle Croce di Ferro (2.546 m) und lief geradeaus weiter durch das falsche Tal (da hatte man einfach so eine tolle Aussicht Richtung Rocciamelone...). Theoretisch könnte man auch von dieser Seite (quasi der Rückseite) über den Col della Resta (3.183 m) auf den Rocciamelone aufsteigen (vgl. die Route von Monty, Tage 63-70), allerdings war dieser Weg wegen eines Erdrutsches gesperrt, so dass sich die Frage für mich nicht stellte. Der Weg über die Capanna Sociale Aurelio Ravetto und den Passo della Capra (2.456 m), den ich statt dessen Richtung Rifugio Ca d'Asti wählte, war dafür ziemlich langweilig und ich querte ewig lang eine Bergflanke. Als es endlich an den Schlussaufstieg ging, holte mich der Nebel ein. Ich überlegte schon, direkt wieder ins Tal abzusteigen – was ich aber zum Glück nicht tat. Ich quartierte mich im Rifugio Ca d'Asti ein, ließ dort den Großteil meiner Sachen und stieg auf den Gipfel des Rocciamelone. Der war zum Glück hoch genug, um aus den Wolken herauszuschauen. Immer mal wieder wurde ich zwar kurz in Nebel gehüllt, aber insgesamt saß ich am Schluss eine Stunde auf dem Gipfel und schaute zu, wie die Wolken unter mir vorbeizogen. Dann stieg ich wieder zum Ca d'Asti ab, wo ich das schlechteste Essen vorgesetzt bekam, das ich je auf einer Berghütte gegessen habe. Aber immerhin war ich alleine im Zimmer. Beim Abstieg begegnete mir noch kurz ein Steinbockweibchen, das aber auch gleich wieder verschwunden war. Tag 66 (19.08.) Rifugio Ca d'Asti bis Susa, 12 km An diesem Tag stand "nur" der Abstieg über rund 2.300 hm ins Tal nach Susa an – was aber erstaunlich gut ging. Susa ist die einzige größere Stadt auf der gta mit richtigen Supermärkten, auf die ich mich schon seit Tagen freute. Etwas anstrengend war nur die Zimmersuche, da selbst in Susa das Internet derart langsam war, dass ich fast verzweifelte. Und auch mein T-Shirt-Problem fand eine Lösung: Mittags bekam ich von Pierre, der den Rocciamelone ausgelassen hatte und stattdessen einen Ausflug nach Turin machte, eine SMS, in der er mir anbot, mir ein Merino-Shirt aus dem dortigen Decathlon mitzubringen! Tag 67 (20.08.) Pausentag
  20. Danke! Weiß nicht, wie ich es dann hinbekommen habe, dass das Ding in meinem Download-Ordner als .txt-Datei gespeichert war.
  21. Nicht, dass ich es nicht schon länger versucht hätte... Aber nach 5 Minuten weiteren Herumdaddelns habe ich die Lösung selbst gefunden: Beim Download der Datei ist bei mir (Windows 10) als Dateityp Text-Document voreingestellt. Das muss man ändern in "Alle Dateien"
  22. Auf der Suche nach gpx-Dateien stoße ich manchmal auf Text-Dateien, die so aussehen. <gpx version="1.1" creator="GDAL 1.10.1" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance" xmlns:gpxx="http://www.garmin.com/xmlschemas/GpxExtensions/v3" xmlns="http://www.topografix.com/GPX/1/1" xsi:schemaLocation="http://www.topografix.com/GPX/1/1 http://www.topografix.com/GPX/1/1/gpx.xsd"> <metadata> <bounds minlat="31.333616049797456" minlon="-110.441906092983200" maxlat="31.447505971290028" maxlon="-110.277846025321150" /> </metadata> <trk> <name>Passage 1 - Huachuca Mountains</name> <trkseg> <trkpt lat="31.333616049797456" lon="-110.28276579975878"> <ele>1800.9532000000036</ele> <name>T1</name> [...] Was muss ich tun oder wie muss ich diese Datei speichern, damit ich sie als gpx-Track in meine App laden kann? Würde mich sehr freuen, wenn es hier einen Nerd gibt, der mir helfen kann
  23. Tag 61 (14.08.) Lago d'Eugio bis Prà/Cateri, 19 km Vom Lago d'Eugio ging es nicht gleich runter ins Tal, sondern erst noch über einen Bergrücken (Passo della Colla, 2.170 m), dann erst folgte der Abstieg nach San Lorenzo. Mit einem Wegeis ging es von dort in ordentlicher Hitze ein Stück an der Straße entlang und dann stellenweise sehr steil durch den Wald nach oben. Dort verlief der Weg – ich war ganz erstaunt – für einige Zeit ohne großes Auf oder Ab in der Höhe, vorbei am Santuario Sant'Anna. Irgendwann ließ der Weg ziemlich nach. Der Wanderführer hatte bereits gewarnt, dass der Abstieg möglicherweise sehr zugewachsen sein würde und tatsächlich lief ich an dem Weg vorbei, ohne ihn überhaupt zu bemerken. Da ich von zugewachsenen Wegen wirklich genug hatte, ging ich lieber noch etwas weiter zurück und stieg statt auf der gta auf dem Sentiero Italia ab. So kam ich allerdings ein ganzes Stück weiter unten im Tal raus als geplant. Außerdem hatte ich zwischenzeitlich realisiert, dass am 15.08. italienischer Nationalfeiertag ist, an dem restlos alles ausgebucht war. Daher war Zeltplatzsuche angesagt. Im Tal fand ich auch nach längerem schauen nichts Gescheites (vor allem nichts hinreichend verstecktes) und war schon ein bisschen genervt. Da traf ich auf zwei Studentinnen aus Freiburg, die gerade den ersten Tag auf der gta wanderten und auch wild campen wollten. Mit zwei Zelten war es uns nicht mehr ganz so wichtig, dass uns kein Passant entdeckt und fanden zwischen Prà und Cateria schnell einen akzeptablen Platz. Dort stellten wir mit Freude fest, dass sogar ein Brunnen in der Nähe war. Und zum Fluss war es auch nicht weit (einer konnte ja immer bei den Zelten bleiben und aufpassen), so dass ich sogar noch ins Wasser hüpfen konnte, wovon ich schon den ganzen Tag geträumt hatte. Tag 62 (15.08.) Prà/Cateri bis Gias Massa, 22 km Morgens lief ich das letzte Stück nach Noasca und erstand dort einen Cappuccino sowie vom Frühstücksbuffet eines Hotels eine Gipfel-Nektarine. Wasserfall von Noasca: Dann ging es weiter nach Ceresole Reale. Der Weg dorthin war landschaftlich sehr schön und das Wetter gut. Eigentlich war mir mal wieder nach einem etwas kürzeren Tag, weshalb ich gerne in Ceresole Reale geblieben wäre, aber wegen Ferragosto war dort natürlich alles ausgebucht. Gegen 13:00 Uhr, als ich in Ceresole Reale einlief, erlebte ich dann den absoluten emotionalen Tiefpunkt auf dieser Wanderung, als ich wegen Ferragosto nichts zu essen bekam. Auf dem Weg nach Ceresole Reale hatte ich mir ausgemalt, was ich dort alles leckeres essen würde und dann hieß es am Rifugio und am Campingplatz (in einem „richtigen“ Restaurant versuchte ich es danach gar nicht mehr erst): nur Menü, auf Vorbestellung, leider alles ausgebucht. Der Wirt am Campingplatz sah glaube ich, dass mir die Tränen in den Augen standen und schenkte mir Bonbons. Ich weiß, dass das eine nett gemeinte Geste war, aber da ich schon älter als 5 Jahre bin, dachte ich mir nur, dass er sich seine blöden Bonbons sonst wohin schieben soll. So erstand ich nur fertig abgepackten Kuchen und Kekse und machte mich mit ziemlich schlechter Laune auf den weiteren Weg, den nächsten Berg hinauf. Die tolle Landschaft war mir egal. Beim Essen hörte der Spaß auf. Blick zurück auf den Stausee bei Ceresole Reale, der lange nicht gefüllt ist. Und die Gletscher oberhalb des Sees sind fast schon abgeschmolzen. Ich erreichte den Colle della Crocetta (2.641 m) und bekam einen ziemlichen Schreck, als ich sah, dass auf der anderen Seite gerade der Nebel hochzog - dort wollte/musste ich zelten. Und Kühe waren auch zu hören. Aber es half ja nichts. Ich stieg ab und suchte mir im Nebel einen Zeltplatz. Besonders wählerisch konnte ich dabei nicht sein. Flach ist anders (zum Glück erinnerte ich mich daran, dass schlaue Leute aus diesem Forum auf die Idee gekommen sind, ihren Rucksack unter die Isomatte zu legen, um Höhenunterschiede auszugleichen). Aber immerhin passte mein Zelt dorthin, Wasser war nicht weit und die Kühe in ausreichender Entfernung. Tag 63 (16.08.) Gias Massa bis Balme, 22 km Der Nebel hatte sich morgens weitgehend ins Tal zurück gezogen, leider führte mein Weg genau dorthin, nach Pialpetta. Dort gab es erstmal ordentlich was zu essen, einen Cappuccino und dann auch noch ein Eis. Im Nebel stieg ich auch wieder auf, vorbei an den Laghi di Trione zum Colle Trione (2.486 m). Leider hatte der Nebel nicht zur Folge, dass die Temperaturen etwas angenehmer waren, sondern nur, dass es tierisch schwül war – ein bisschen wie Dampfbad. So geschwitzt wie an diesem Tag habe ich selten. Und dann, endlich, sah ich auf dieser Wanderung einen Steinbock. Ich hatte fast das Gefühl, dass er auf sich aufmerksam machen wollte, denn kurz vor dem Pass hörte ich von oben ein komisches Geräusch. Und dann verschwand er auch schon wieder auf der anderen Seite. Während ich am Pass eine kurze Pause machte und mal wieder eine Gipfel-Nektarine vertilgte, riss der Himmel auf beiden Seiten immer mal wieder ein bisschen auf. 30 Minuten nachdem ich mich auf den Abstieg begeben hatte, kam dann die Sonne heraus und ich wanderte weiter nach Balme zu einem wunderbaren Posto Tappa mit W-LAN und Waschmaschine. Leider musste ich feststellen, dass an meinem T-Shirt der Rücken durchgescheuert war und sich ein Loch gebildet hatte. Mit Nähen war da eher nichts. Das T-Shirt machte nicht den Eindruck, dass es noch bis Nizza durchhalten würde, allerdings war mir schleierhaft, wo ich ein neues herbekommen sollte. Jetzt roch ich nicht nur wie ein Penner, sondern sah auch so aus. Das Essen in dem Posto Tappa war übrigens sehr lecker, wegen Corona wurden wir nur leider alle wie Fixsterne auseinander gesetzt, gesellig war das nicht gerade.
  24. Tag 58 (11.08.) Agriturismo Belvedere bis Fondo, 25 km Vom Agriturismo Belvedere ging es nach ganz, ganz unten, hinab ins Tal, nach Quincinetto (280 m), dem laut Wanderführer tiefstgelegenen Ort im Piemont. Konsequenterweise folgte dann ein langer Aufstieg, bis es auf 2.036 m über den Colle di Pian Spergiurati einmal um den Berg herum ging. Das Wetter war toll, die Sicht war gut, aber leider gab es nur einen (wie ich fand) etwas langweiligen Blick in die Po-Ebene. Die Etappe haute mich nicht gerade vom Hocker und das gute Wetter fühlte sich an wie eine Verschwendung für diesen Tag. Am Rifugio Chiaromonte (zwischenzeitlich eine Selbstversorgerhütte, für die man einen Schlüssel benötigt) traf ich eine nette Wandererin, mit der ich mich etwas verquatschte. Danach musste ich mich ziemlich beeilen, um es noch bis zum Abendessen nach Fondo zu schaffen. Leider ging es ausgerechnet dann auf einem ziemlich unschön zu gehenden Gras-Trampelpfad weiter um den Berg herum, bis der Abstieg nach Fondo folgte. Auf der gta war ich an fast allen Tagen ziemlich viel (in der Regel zwei Wanderführer-Etappen, was auf der gta sehr viele Höhenmeter mit sich bringt) und sehr zügig gelaufen und fühlte mich bislang auch gut in Form. Beim letzten Abstieg nach Fondo vermeldete mir ein Teil meiner Beine, den ich bislang nie bewusst wahrgenommen hatte (irgendwas neben dem Schienbein, scheint für das Anziehen der Fußspitzen zuständig zu sein) allerdings, dass es jetzt etwas zu viel war. Daher beschloss ich, den nächsten Tag etwas gemütlicher anzugehen, was sich insofern hervorragend traf, als man nach der ersten Wanderführer-Etappe (Fondo bis Piamprato) 9 km an der Straße das Tal heraus laufen muss, so dass es ohnehin schwer geworden wäre, noch eine zweite Etappe anzuhängen (und dann wäre ich auch noch in Talosio gelandet - vom dortigen Posto Tappa habe ich nichts Gutes gehört). Tag 59 (12.08.) Fondo bis Valprato, 18 km An Tag 59 lief ich daher - neuer Tag, neuer Pass - in gemächlichem Tempo ein sehr schönes Tal nach oben bis zur Bocchetta delle oche (2.372 m) und auf der anderen Seite natürlich wieder nach unten. Das Wetter war schon wieder gut und der Weg ganz abwechslungsreich und zwischendurch auch etwas anspruchsvoller zu gehen. Inzwischen waren die Kühe allerdings bis auf die obersten Weiden getrieben worden, so dass die Almen nun von unten bis oben vollgeschissen waren. Der Weg führte links am Fels entlang: In Piamprato legte ich, meinem Vorsatz entsprechend, es etwas gemütlicher anzugehen, ein Päuschen ein. Einige Telefonate ergaben zudem, dass ganz Ronco Canavese schon ausgebucht war, so dass ich nur noch bis Valprato weiterlief. Diese (und die nächsten) Etappen verliefen übrigens am Ostrand des Gran Paradiso Nationalparks. Das ist die einzige Gegend, in der der Alpensteinbock nicht ausgerottet war, weil irgendein Vittorio Emmanuele sich ein paar Tiere für die Jagd bewahren wollte. Von hier haben sich die Tiere dann wieder verbreitet bzw wurden im restlichen Alpenraum wieder angesiedelt. Tag 60 (13.08.) Valprato bis Lago d´Eugio, 23 km Morgens ging es erstmal ins nächste Dorf, nach Ronco Canavese, zum Einkaufen. In Locarno und Villadossola hatte ich so viele Vorräte erstanden, dass ich schon dachte, ich hätte es vielleicht ein bisschen übertrieben. Nachdem ich am Tag zuvor aber die letzten Reste meines Proviants aufgegessen hatte, setzte ich alle Hoffnungen auf Ronco Canavese. Das Essen in den Unterkünften auf der gta ist zwar meistens ziemlich gut, aber sonst ist die Versorgungslage nicht die allerbeste. Die Einkaufsmöglichkeiten in Ronco Canavese übertrafen aber meine kühnsten Träume (für gta-Verhältnisse). Dort gab es u.a. einen Bäcker mit kleinem Lebensmittelladen, der sogar Müsli hatte, und ein Feinkostgeschäft, aus dem ich mir gefüllte Crepes mit auf den Weg nahm. Und als ich dann noch hörte, dass es in Ronco Canavese gerade einen lokalen Corona-Ausbruch mit 30 Fällen gab, war ich nicht einmal mehr traurig, dass ich dort am Tag zuvor kein Bett mehr bekommen hatte. Voll bepackt machte ich mich an den Auf- und Abstieg nach Talosio. Unterwegs bemerkte ich, dass ich versehentlich dem Sentiero Italia statt der gta gefolgt war – aber egal, Hauptsache richtiger Pass (Colle Crest, 2.040 m) . Und das Wetter war übrigens schon wieder gut. Unten im Tal Ronco Canavese: Blick ins nächste Tal Richtung Talosio: In Talosio traf ich bei der Suche nach dem Brunnen auf Vater und Sohn, die ich erst für rucksackreisende Hippies hielt, deren Familie aber tatsächlich aus Talosio stammt und die den Sommer dort verbringen. Von ihnen bekam ich meine Wasserflaschen aufgefüllt und eine Nektarine geschenkt. In der größten Mittagshitze machte ich mich an den nächsten Aufstieg, der sich ziemlich zog (vielleicht wegen der Hitze). Aber juchuh, vom nächsten Pass (Sella d´Oreggi, 2.175 m) hatte ich mal wieder Sicht auf hohe Berge. Da ich mir ja vorgenommen hatte, zur Schonung meiner Beine etwas weniger zu laufen und da die zweite Etappe ab Talosio noch sehr lange geworden wäre, wollte ich mal wieder zelten. Ich hatte dazu einen See (leider mal wieder ein Stausee) ins Auge gefasst, aber schon beim Abstieg war klar, dass es schwer werden würde, ein flaches Plätzchen zu finden. Als ich endlich einen nicht besonders tollen Platz direkt neben dem Weg gefunden hatte, der aber wenigstens flach und frei von Kuhscheiße war und gerade dabei war, mein Zelt aufzubauen, fuhr einer der Beschäftigten des Staudamms (dort sind rund um die Uhr zwei Mann im Schichtbetrieb beschäftigt) an mir vorbei und ich befürchtete schon, dass er mich vertreiben würde. Stattdessen meinte er, ich solle mein Zelt doch einfach direkt bei ihnen am Staudamm aufbauen und lud mich zum Essen ein. Duschen durfte ich dort auch und zum Frühstück bekam ich einen Kaffee. Da sagte ich nicht nein .
  25. Tag 55 (08.08.) Rima bis Colle Lazoney, 27 km Obwohl es im August bereits zwei Tage mit schönem Wetter gegeben hatte, schien schon wieder die Sonne. Ich machte mich zügig auf den Weg über den ersten Pass (Colle di Mud, 2.324 m) und erreichte Alagna noch vor der Siesta. Alagna ist ein Walserdorf wie aus dem Bilderbuch – vielleicht fast ein bisschen zu geschleckt. Schon auf dem Weg kamen mir Heerscharen wandernder Italiener entgegen und ganz Alagna war voller italienischer Touristen. Das hatte den äußerst angenehmen Nebeneffekt, dass alle Geschäfte geöffnet waren, obwohl Sonntag war. Und so futterte ich mich in Alagna die Hauptstraße hinunter. Insbesondere das Frozen Yoghurt mit Pistazien aus der Latteria ist mir in bleibender Erinnerung. Dort etablierte ich auch zwei neue gta-Rituale: das in Anlehnung an das Wegbier (von mir) sogenannte Wegeis und die Gipfel-Nektarine (die genaugenommen eigentlich nur eine Pass-Nektarine war, über Gipfel ging es ja kaum) . Aus Alagna ging es entlang von Straßen und Fahrwegen durch das nächste Tal nach oben. Streckenweise war die Straße ein einziger langgezogener Parkplatz. Ein Weilchen führte dann ein gemächlicher Spazierweg weiter nach oben, bis es über den Torrente Vogna wieder auf einen Wanderweg ging. Ich stieg zur Alpe Maccagno auf, wobei sich das letzte Stück ziemlich zog. Dort machte ich ein Päuschen und kaufte etwas Käse (den ich allerdings nicht empfehlen kann; beim ersten Laib konnte man bereits beim Anschneiden sehen, dass der Laib schimmelig war und der Käse, den ich dann kaufte, schimmelte auch bereits am nächsten Tag). Dann ging es die letzten Höhenmeter hoch zum Passo del Maccagno (2.495 m) und ich bekam nochmal ein bisschen was vom Monte Rosa zu sehen. Über den Pass ging es auf eine Hochebene, wobei es die ersten Meter ordentlich steil nach unten ging. In Anbetracht des Wetters wollte ich unbedingt mal wieder zelten und fand ein Stück vor dem Colle Lazoney ein wunderbares Plätzchen mit privater Badestelle. Nachts schwand meine Begeisterung fürs Zelten allerdings etwas. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass es kalt werden würde (ich war immerhin auf etwa 2.350 m), aber dass die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen würden, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich fror zum ersten Mal in meinem Schlafsack und machte leider den Fehler, nicht gleich alle meine Sachen anzuziehen. So zog ich jede Stunde noch etwas anderes an und fror die halbe Nacht. Richtig erholt fühlte ich mich am nächsten Tag nicht gerade. Übrigens habe ich von einer Frau gehört, die in der Nähe der Alpe Maccagno gezeltet habe. Nachts seien dann irgendwelche Italiener auf Motorrädern aufgekreuzt, die es total lustig fanden, mit ihren Scheinwerfern in das Zelt zu leuchten. Also vielleicht nicht gerade dort zelten... Tag 56 (09.08.) Colle Lazoney bis Rossazza, 15 km Ich kroch erst aus meinem Schlafsack, als die Sonne auf mein Zelt schien. Nach der Nacht war klar, dass ich an diesem Tag keine Höchstleistungen erbringen würde. Ich lief noch die letzten Meter zum Colle Lazoney (2.390 m) und freute mich sehr, dass es von dort nicht gleich ins nächste Tal, sondern auf einer Art Höhenweg zum nächsten Pass (Colle della Mologna Grande, 2.364 m) ging. Erst dann folgte der lange Abstieg ins Tal bis nach Piedicavallo auf 1.060 m. Dort begann ich mir Gedanken über meine nächste Übernachtungsmöglichkeit zu machen und musste leider feststellen, dass das Santuario de San Giovanni schon completo war. So entschied ich, nur bis Rosazza zu laufen, wo ich in der alten Grundschule untergebracht wurde (Essen und W-Lan gibt es im Stadtpark). Der Weg dorthin war nicht der schönste. Es ging durch den Wald einen Hügel nach oben und dann wieder nach unten. Irgendein Starkregen der letzten Wochen hatte leider an zahlreichen Stellen den Weg weggespült, der daher nicht ganz einfach zu laufen war. Außerdem bin ich einfach lieber oberhalb der Baumgrenze unterwegs, da gibt es mehr zu sehen. Tag 57 (10.08.) Rossazza bis Agriturismo Belvedere, 28 km Morgens ging es recht unspektakulär und teilweise auch an der Straße (die erfreulicherweise gesperrt war) nach Oropa, einem riesigen Wallfahrtsort. Ich räume ein, dass ich den Komplex vor allem wegen des dortigen Nahrungsmittelangebots betrat . Von dort ging es weiter, vorbei an Oropa Sport zum Rifugio Agostino e Delfo Coda (2.240 m), irgendwann leider - wie das Bild schon erahnen lässt - im Nebel. Am Rifugio riss der Nebel kurz etwas auf und man hatte etwas Sicht in Richtung Gran Paradiso – aber leider nur kurz. Bei gutem Wetter hätte man dort bestimmt eine traumhafte Sicht. Manchmal lichtete sich der Nebel immerhin ein bisschen, so dass man erahnen konnte, dass es durch eine sehr schöne Landschaft ging. Da die Sicht so bescheiden war, entschied ich, der gta zu folgen und nicht den Kammweg (als „klettersteigähnlich“ beschrieben, wenn ich mich recht erinnere) zu gehen. Besonders toll war dieses Stück gta allerdings auch nicht zu gehen und zumindest bei gutem Wetter würde ich das nächste Mal auf jeden Fall über den Grat gehen. Irgendwann gegen 17:30 Uhr, nachdem ich schon über den Colle della Lace (2.121 m) war, riss der Nebel dann doch noch auf und das Licht und die Stimmung waren traumhaft. Ich fürchte, die Fotos werden dem nicht ganz gerecht. Das war einer dieser ganz tollen Augenblicke in den Bergen und ich war völlig euphorisch. Daher wollte ich weiterlaufen, so lange es nur ging. Um die Alpe Bechera herum hatte ich dann allerdings die ersten echten Wegfindungsschwierigkeiten auf der gta. Markierungen waren nicht zu finden und ein offensichtlich wenig wandererfreundlicher Bauer hatte Zäune mitten über den „Weg“ (also dort, wo der Weg wohl mal langführte) gespannt. Außerdem gab es zwei Hunde, die sich fast die Seele aus dem Leib kläfften. Aber mit GPS und querfeldein ging es irgendwie weiter. Eine erste schöne Zeltgelegenheit verschmähte ich noch und kam dann so gegen 19:10 Uhr am Agriturismo Belvedere vorbei, wo es noch ein Bett für mich gab. Dort traf ich auch Dietmar, einen weiteren Wien-Nizza-Wanderer (ich hörte noch von einem Ottmar, der wohl irgendwo vor mir unterwegs war, den ich aber nicht mehr traf). Das Essen war ziemlich lecker, dauerte aber ewig. Leider fraß ich so viel, dass ich nachts nicht gut schlafen konnte (dafür erwarte ich aber kein Mitleid).
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