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Ultraleicht Trekking

berghutze

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Alle erstellten Inhalte von berghutze

  1. Mein Eindruck, dass Unsicherheit über bzw. Interesse an der Rechtslage besteht, war wohl falsch, da zumindest ein Großteil der Kommentarschreiber eine private, vom Gesetz losgelöste Ansicht darüber hat, wie man sich in der Natur verhält. Ergänzung: Ich war so frei, den Titel des Threads entsprechend zu ändern. Das ist mir, so lange es um bloße Ordnungswidrigkeiten geht, im Prinzip egal. Ich habe aber wohl ein anderes Verständnis von Rechtsstaat und mich stört offen gestanden, wenn verschiedentlich so getan wird, als bestimme der Förster, was im Wald erlaubt ist oder als könne einem die Verwaltungsbehörde immer irgendwas anhängen. Ich glaube zwar gerne, dass Diskussionen vor Ort nichts bringen. Aber spätestens, wenn ein Gericht über die Festsetzung eines Bußgeldes entscheiden muss, wird - ob ihr es glaubt oder nicht - das Recht angewendet.
  2. Das Thema, ob wild Zelten in Deutschland erlaubt oder verboten ist, kommt regelmäßig auf. Ich habe bislang nur wenig halbwegs Fundiertes dazu gelesen. Daher wollte ich mich mit dem Thema mal etwas vertiefter beschäftigen. Bevor man sich mit der Frage befasst, ob und wo wild Zelten verboten ist, sollte man sich erstmal klar darüber werden, was man eigentlich unter Zelten versteht - insbesondere auch, bevor man anfängt, Zweifelsfälle (Stichwort Tarp) zu diskutieren. Daher vorab also die Frage: Was versteht man unter Zelten? Eine Legaldefinition, also ein Gesetz, in dem „Zelten“ definiert wird, habe ich nicht gefunden. Im Internet bin ich allerdings auf eine Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts Salzburg gestoßen, das offensichtlich einen Zweifelsfall zu entscheiden hatte und sich dabei (etwas schlicht) an der Definition von Zelten in Wikipedia orientiert hat. Ich würde das Ganze mal etwas vertiefen. Zelten ist erstmal noch recht einfach der Aufenthalt oder das Nächtigen in einem Zelt, woran sich natürlich die Frage anschließt: Was ist ein Zelt? Aus meiner Sicht sind folgende Merkmale wesentlich für ein Zelt: Ein Zelt ist transportabel und darauf ausgerichtet, auf- und abgebaut werden zu können. Konstruktiv besteht ein Zelt typischerweise (aus meiner Sicht aber nicht zwingend) aus einem Gestänge, das dem Zelt Form/Struktur verleiht (das „Gestänge“ kann beispielsweise aber auch in das Zelt integriert und aufblasbar sein) und einer darüber gelegten/gespannten flexiblen Hülle. Ein Zelt ist am Boden fixiert, üblicherweise durch Heringe, aber auch durch bodennahes Anbinden an schweren Steinen o.ä. (z.B. wenn man keinen Hering in den Boden bekommt) oder auch durch schlichtes Beschweren (z.B. Einhängen von Gewichten an den Zeltstangen – im UL-Bereich eher wenig verbreitet ;-)). Ein Zelt dient dem Schutz vor Wetter oder Insekten. Meines Erachtens ist es allerdings kein zwingendes Begriffsmerkmal eines Zeltes, dass es zu allen Seiten hin geschlossen ist – darüber kann man aber (würde ich sagen) streiten. In einem Bushcraft-Forum wird die Ansicht vertreten, dass ein Zelt einen Boden haben müsse – das drängt sich mir nicht auf. Welche Folgerungen lassen sich daraus ziehen? In den allermeisten Fällen dürften keine großen Zweifel bestehen, ob man es mit einem Zelt zu tun hat. Interessanter ist das Tarp, also die Frage, ob ein Tarp eine Unterkategorie von einem Zelt oder etwas anderes ist, als ein Zelt. Eine eindeutige Antwort gibt es aus meiner Sicht nicht, vielmehr würde ich sagen, dass es darauf ankommt, wie das Tarp konkret gespannt und verwendet wird. Wird das Tarp beispielsweise in einer Pause wie eine Plane als Regenschutz oder als Sonnensegel in die Bäume gehängt, dann handelt es sich aus meiner Sicht nicht um ein Zelt. Wird das Tarp dagegen als A-Frame zum Schlafen abgespannt, liegt aus meiner Sicht ein Zelt vor (um so etwas scheint es sich auch bei der in der o.g. Entscheidung genannten „primitiven Zeltkonstruktion“ „Zelt Nr. 1“, bei der das LVwG Salzburg ebenfalls von einem Zelt ausging, zu handeln). Anders würde man das Tarp natürlich beurteilen, wenn man nur eine nach allen Seiten geschlossene Konstruktion unter einem Zelt versteht. Bei manchen Gesetzen, die das Zelten verbieten, stellt sich diese Abgrenzungsproblematik übrigens nicht, da das Errichten eines Zeltes oder einer „ähnlichen Lagerstätte“ verboten wird (dazu ggf. unten bzw. später mehr). Da hätte ich wenig Bedenken, das Tarp darunter zu subsumieren. Nicht um Zelten handelt es sich aus meiner Sicht beim Schlafen in einer Hängematte. Zwar mag der Gedanke des Gesetzgebers gewesen sein, dass z.B. niemand im Wald übernachten soll – dann hätte er aber das Nächtigen im Wald pauschal verbieten müssen. Schlafen in einer Hängematte lässt sich jedoch meiner Meinung nach (selbst wenn zusätzlich eine Plane darüber gespannt ist) nicht mehr unter den Wortlaut „Zelten“ fassen. Dementsprechend handelt es sich auch beim schlichten Schlafen unter freiem Himmel (ob nur im Schlafsack oder auch zusätzlich noch im Biwaksack) nicht um Zelten. Den Begriff des Biwakierens habe ich übrigens mit Absicht vermieden, da damit kein weiterer Erkenntnisgewinn bzw. nur weitere Verwirrung verbunden ist, da man darunter einerseits das Schlafen in einem Biwak/Biwaksack verstehen kann, andererseits aber auch nur ein Notbiwak. So, das war genug juristisches Geschreibsel für heute. Bei Interesse würde ich den Thread aber fortsetzen. Und eines am Schluss noch zur Klarstellung: Das ist die Darstellung meines Verständnisses von Zelten und keine abschließende Entscheidung, an die ein Gericht oder eine Verwaltungsbehörde gebunden ist!
  3. berghutze

    Katabic vs Enigma

    Das Füllgewicht der Daune ist beim Katabatic Flex 22° F/-5,56° C höher (15.5 oz/439 g), als bei dem Enigma 20° F/-6,67° C (14.57 oz/413 g). Die Quilts von Katabatic Gear haben den Ruf, dass die Temperaturangaben eher konservativ sind, die von Enlightened Equipment haben eher den Ruf, dass die Temperaturangaben etwas großzügig sind.
  4. Noch ein letztes zu "§ 306f StGB geht immer": § 306f StGB setzt eine konkrete Brandgefahr voraus, d.h. es muss vom Zufall abhängen, ob es zu einem Brand kommt oder nicht. Das Standardbeispiel ist das Wegwerfen einer noch glimmenden Zigarette ins Unterholz. Diese konkrete Gefahr muss das Gericht im Übrigen feststellen. Der BGH verlangt etwa Feststellungen zur Höhe des Feuers, zu Funkenflug und zu sonstigen für die Entzündung von Wäldern wesentlichen Umständen (Unterholz, in das Funken hätten hineinfallen können; Trockenheit des Bodens) - dass irgendjemand sagt, dass ihm das Ganze gefährlich erschien, reicht nicht. Allein durch das Anzünden eines Feuers an einer Feuerstelle wird man eine solche konkrete Gefahr nur unter sehr speziellen Umständen (extreme Winde o.ä.) verursachen. Bei § 306f StGB handelt es sich um eine Straftat, für die die Verwaltungsbehörde nicht zuständig ist. Wenn die Verwaltungsbehörde einen Anfangsverdacht für eine strafbare Handlung sieht, muss sie die Sache an die Staatsanwaltschaft abgeben (§ 41 OWiG). Wenn die Verwaltungsbehörde wegen einer Tat also ein Ordnungswidrigkeitenverfahren betreibt, dann sieht sie offensichtlich keinen entsprechenden Anfangsverdacht.
  5. Eine Gewerbeuntersagung erscheint mir in diesem Fall doch eher fernliegend. Im Bußgeldverfahren selbst ist ein Gewerbeuntersagung/Berufsverbot keine zulässige Rechtsfolge. Eine Gewerbeuntersagung (§ 35 GewO) müsste also in einem gesonderten Verwaltungsverfahren erfolgen. Zunächst erscheint es mir schon unwahrscheinlich, dass im Bußgeldverfahren ein entsprechender Zusammenhang gesehen und eine Eintragung ins Gewerberegister veranlasst wird. Denn m.E. besteht das Geschäftsmodell nicht darin, Ordnungswidrigkeiten zu begehen und diese zu vermarkten. Vielmehr wird eine ganz überwiegend legale Tätigkeit gefilmt, anlässlich derer eben einige Ordnungswidrigkeiten begangen werden. Würde die Bußgeldbehörde einen entsprechenden Zusammenhang sehen (Begehen von Ordnungswidrigkeiten, um damit über YouTube Geld zu verdienen - daran könnte man etwa bei Rasern denken, die sich selbst filmen), dann hätte sie eigentlich nach § 29a OWiG die Einziehung des Taterlangten (also der Einnahmen auf YouTube) anordnen müssen - davon ist aber nicht die Rede. Wenn eine Eintragung ins Gewerberegister nicht erfolgt, dann ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die Stelle, die für die Gewerbeuntersagung zuständig ist, überhaupt von den Ordnungswidrigkeiten erfährt. Eine Gewerbeuntersagung ist ein massiver Eingriff in die Berufsfreiheit und darf nur als ultima ratio angeordnet werden. Bei den angesprochenen Ordnungswidrigkeiten handelt es sich doch eher um Bagatellen, bei denen eine Gewerbeuntersagung unverhältnismäßig wäre (jedenfalls so lange nicht beharrlich weitere Verstöße begangen werden). Den Satz verstehe ich nicht. Wenn durch das Feuer ein Waldbrand ausgelöst wird, käme natürlich eine fahrlässige Brandstiftung in Betracht - aber das wäre ja wohl ein anderer Fall. Ein Straftatbestand, der durch das bloße Anzünden eine Feuers im NSG oder LSG erfüllt wird, ist mir nicht bekannt - genauso wenig wie die Möglichkeit, einer Ahndung "jenseits einer Ordnungswidrigkeit". Was soll das denn sein? In diesem Zusammenhang wollte ich Folgendes noch ergänzen: Wenn die Akten von der Bußgeldbehörde an die Staatsanwaltschaft geschickt werden und die Staatsanwaltschaft den Verdacht einer Straftat sieht, leitet sie ein Ermittlungsverfahren ein (z.B. wenn jemand zu schnell gefahren ist und dann auffällt, dass die Person gar keine Fahrerlaubnis hat oder ein Fahrverbot bestand - das wäre eine Straftat gemäß § 21 StVG). Der Schuss (also der Einspruch gegen den Bußgeldbescheid) kann also auch nach hinten losgehen...
  6. In diesem Thread steht stellenweise so viel Quatsch, dass ich das Gefühl habe, ein paar Dinge erklären oder richtig stellen zu müssen: Wie richtigerweise schon geschrieben wurde, geht es um Ordnungswidrigkeiten und damit um Geldbußen, die durch einen Bußgeldbescheid von der Verwaltungsbehörde festgesetzt werden. Die Geldbuße hat mit der Geldstrafe (die bei Straftaten von einem Gericht verhängt wird) gemeinsam, dass man Geld zahlen muss. Sie unterscheidet sich insbesondere aber (rechtstheoretisch) mit dem damit verbunden Unwerturteil (und praktisch beispielsweise in der Durchsetzung). Eine Geldbuße wird weder ins Bundeszentralregister, noch ins Führungszeugnis aufgenommen. Unter Umständen können aber auch Geldbußen Probleme nach sich ziehen, zum Beispiel wenn es um die Zuverlässigkeit für bestimmte Erlaubnisse geht (z.B. Waffenschein). Kleiner Exkurs: Falsch ist in diesem Zusammenhang übrigens die pauschale Behauptung, dass man bei einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 EUR als vorbestraft gelten würde. Eine Geldstrafe setzt sich in Deutschland aus der Tagessatzanzahl (an der sich erkennen lässt, wie "schlimm" die Tat war und die - wenn man nicht bezahlt - der Zahl der Tage entspricht, die man dann ins Gefängnis muss) und der Tagessatzhöhe (die vom Einkommen abhängig ist, damit die Geldstrafe bei einer gleich "schlimmen" Tat Arme und Reiche gleich trifft). Als vorbestraft gilt man, wenn eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen verhängt wird (die wird dann nämlich ins Führungszeugnis aufgenommen, im Bundeszentralregister wird alles eingetragen). Der jeweilige Ordnungswidrigkeitentatbestand sieht jeweils einen Bußgeldrahmen vor, der allerdings meist recht weit ist, um der Vielschichtigkeit des Lebens gerecht zu werden. Innerhalb dieses Bußgeldrahmens ist dann für die jeweilige Ordnungswidrigkeit das Bußgeld festzusetzen. Um eine Gleichbehandlung zu gewährleisten, gibt es bei Verstößen, die häufiger vorkommen, meist Verwaltungsvorschriften, die die Verwaltung (nicht aber das Gericht) binden und differenzierter und kleinteiliger Geldbußen für bestimmte Verstöße in Abhängigkeit etwa von Schwere, Dauer, Folgen, etc. vorsehen. Mit Abstand am relevantesten dürfte die Bußgeldkatalogverordnung für den Straßenverkehr sein. Daneben sind bei der Festsetzung der Geldbuße die üblichen Strafzumessungskriterien - wie etwa die Reue (das Verhalten nach der Tat) - zu berücksichtigen. § 46 OWiG verweist insofern auf das StGB, ich empfehle einen Blick in die §§ 46 ff. StGB. Reue kann etwa dadurch zum Ausdruck kommen, dass man sich entschuldigt, Bedauern dafür zeigt, die Tat begangen zu haben oder erkennen lässt, dass man vergleichbare Taten künftig nicht mehr begehen wird. Im Verfahren vor der Verwaltungsbehörde wird der Betroffene (so wird die Person genannt, der eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wird) von der Verwaltungsbehörde angehört. Und in diesem konkreten Fall (in dem der Betroffene sich aufgrund seiner Videos auf YouTube ja quasi selbst überführt hatte und es vermutlich wenig zu bestreiten gab) war der Rat des Anwalts, sich nicht zu äußern, aus meiner Sicht total bescheuert, denn hätte er sich schon vor Erlass des Bußgeldbescheids geäußert, dann wäre dieser unter Umständen bereits in sehr viel niedrigerer Höhe ergangen. Ohne den Verwaltungsbehörden zu Nahe treten zu wollen, muss man nun noch wissen, dass dort häufig keine Juristen am Werk sind, sondern irgendwelche Verwaltungsmenschen, die auf Fortbildungen gelernt haben, wie das Bußgeldverfahren funktioniert. Häufig schießen diese etwas über das Ziel hinaus. Insbesondere bei ausgefallenen Ordnungswidrigkeiten außerhalb des Straßenverkehrs dürfte sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid oft lohnen. Wie auch in diesem Fall ist häufiger zu beobachten, dass die Verwaltungsbehörde über einen längeren Zeitraum untätig war und dann auf einmal für alle Ordnungswidrigkeiten der letzten Jahre Bußgeldbescheide raushaut. Das entschuldigt den Betroffenen natürlich nicht, ist ihm gegenüber aber vielleicht nicht ganz fair, denn hätte er nach der ersten Ordnungswidrigkeit schon einen Bußgeldbescheid bekommen, hätte er die weiteren Ordnungswidrigkeiten vielleicht nicht begangen. Daher bestehen in solchen Fällen aus meiner Sicht gute Chancen, dass das Gericht (zum weiteren Verfahren sogleich) einen Teil der Ordnungswidrigkeiten einstellt - in diesem Zusammenhang ist das YouTube-Video allerdings nicht besonders hilfreich. Und ein weiterer kleiner Exkurs: Ordnungswidrigkeiten verjähren selbstverständlich auch und zwar teilweise ziemlich schnell (insbesondere im Straßenverkehr). Die Verjährungsfrist hängt von dem jeweiligen Bußgeldrahmen ab und beträgt zwischen sechs Monaten und drei Jahren (wobei die Verjährung allerdings unterbrochen werden kann!), §§ 31 ff. OWiG. Zum weiteren Verfahren: Wenn der Betroffene mit dem Bußgeldbescheid nicht einverstanden ist, kann er hiergegen Einspruch einlegen. Die Verwaltungsbehörde kann den Bußgeldbescheid dann aufrechterhalten oder zurücknehmen. Dass die Verwaltungsbehörde den Bußgeldbescheid zurücknimmt ist meinem Eindruck nach aber eher die Ausnahme. Wenn sie den Bußgeldbescheid aufrechterhält, schickt sie die Akten an die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft leitet die Akten dann in der Regel einfach ans Gericht weiter. Wenn der Bußgeldbescheid allerdings totaler Quatsch ist, könnte die Staatsanwaltschaft das Verfahren beispielsweise aber auch einstellen. Das Gericht entscheidet dann über die Ordnungswidrigkeiten und die Festsetzung einer Geldbuße. Das ist im Beschlussweg möglich, meistens findet aber eine Hauptverhandlung statt. Wenn es ein Urteil gibt, fallen übrigens die Verwaltungsgebühren weg und statt dessen ist eine Gerichtsgebühr zu zahlen. Was in diesem Zusammenhang weiter oben geschrieben wird ("Richter sind nicht billig im Stundensatz"), ist übrigens völliger Unsinn. Die Gerichtsgebühr beträgt bei einem Urteil 10% der Geldbuße, mindestens 55 EUR. Dass die Strafjustiz damit nicht kostendeckend arbeitet, dürfte klar sein (die Gebühr deckt die Vorbereitung der Hauptverhandlung, die Hauptverhandlung selbst - an der aus Kostenersparnisgründen mittlerweile meistens keine Urkundsbeamtin mehr, sondern nur der Richter teilnimmt, ein Staatsanwalt kommt nur in Ausnahmefällen - sowie das Schreiben des Urteils ab). Wenn Sachverständigengutachten eingeholt werden, kann es in der Tat teuer/teurer werden für den Betroffenen (wenn er verurteilt wird, muss er die Kosten als sogenannte Auslagen tragen). Darauf weist das Gericht allerdings in der Regel hin und wird dem Betroffenen häufig - mit mehr oder minder sanftem Druck - eine Einspruchsrücknahme nahelegen (dann wird der Bußgeldbescheid so, wie er von der Verwaltungsbehörde erlassen wurde, bestandskräftig).
  7. In den Plastikbeutel kacken fände ich ja noch okay - das Mitnehmen finde ich den unangenehmen Teil, vor allem in Gegenden, in denen man nicht jeden Tag an einem Mülleimer vorbeikommt. Ich frage mich, ob der Rucksack dann mit jedem Tag schwerer wird, da meine Ausscheidungen nicht in dem Maß dehydriert sind, wie das Essen, das ich üblicherweise mitnehme. Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen: Ich habe bisher immer eine Deuce of Spades mit mir herumgetragen, werde sie aber in Zukunft zu Hause lassen, da ich mit einem Stock (Hebeleffekt) vor allem in festem Boden besser ein Loch gegraben bekomme. Ich oute mich aber mal: 15 bis 20 cm Tiefe schaffe ich eigentlich nie (weder mit Schaufel, noch mit Stock). Entweder ist der Boden voller Wurzeln (habe eine gewisse Präferenz für Wald ggü. freien Feldern) oder total felsig.
  8. "Gewichtsuntaten": Groundsheet würde ich mir auch sparen. Falls ihr unbedingt eins mitnehmen wollt/müsst (weil fremdes Zelt), dann nehmt eins aus Tyvek oder Polycro mit. 438 g für ein Groundsheet sind eine ziemliche Ansage. Bei Schlafsack und Isomatte steht jeweils "& Ortlieb", ich nehme an, dass das eine Hülle/ein Packsack ist. Das würde ich mir sparen und auf das hier allseits verbreitete Liner-System umsteigen. Spart morgens auch das nervige in die Hülle Pfriemeln. Und damit erledigt sich auch das Thema Regenschutz für Rucksack. Schuhe: Da Du einen Regenrock mitnehmen willst, würde ich die Schuhe ohne gtx mitnehmen. Wenn es ordentlich regnet, werden sich Deine Hosenbeine und Socken vollsaugen und dann läuft das Wasser schlicht und ergreifend von oben in die Schuhe. Oberteile: Da ihr "nur" 20 km pro Tag laufen wollt, werdet ihr nicht die ganze Zeit in Bewegung sein. Daher würde ich für abends auf jeden Fall eine Daunen- oder Synthetikjacke mitnehmen (die jeweiligen Vor- und Nachteile dürften bekannt sein). Außerdem würde ich folgendes an Oberteilen mitnehmen: 1 T-Shirt (Merino), 1 eher dünnes Fleece mit Kapuze (Kapuze v.a. zum in kalten Nächten über den Kopf ziehen), 1 Wind-/Regenjacke Das lässt sich sowohl zum Wandern, wie auch zum Schlafen kombinieren. Wenn Du alles drei zum Wandern anziehst, müsste das auch bei miesem Wetter genug sein (und die Daunenjacke hättest Du dann ja immer noch für den absoluten Notfall). Nachts ziehst Du entweder nur das T-Shirt, T-Shirt + Fleece, T-Shirt + Daunenjacke oder wenn es ganz schlimmt kommt T-Shirt + Fleece + Daunenjacke an. Falls Du zur Langarmshirt-Fraktion gehörst würde ich (vermutlich zusätzlich oder aber anstelle des T-Shirts) eine durchstichsichere Bluse o.ä. anziehen, damit hättest Du gleichzeitig auch Moskito- und Sonnenschutz. Sonstiges zur Kleidung: ein zweites Paar Socken würde ich auf jeden Fall mitnehmen (da steht ein "?") und eine zweite Unterhose auch Die Jacke ist mit 410 g natürlich ein ganz schöner Brocken, aber ich nehme mal an, dass Du die halt schon hast (eine jeweils leichte Wind- und Regenjacke würde außerdem noch mehr Kombinationsmöglichkeiten bieten). Was mir sonst noch ein- und auffällt: Dr. Bronners würde ich mir ganz sparen, höchstens ein ganz kleines Stück Seife. Schaufel würde ich mir auch sparen. Auf dem Kungsleden kommt man regelmäßig an Trockentoiletten vorbei und zur Not hast Du Stöcke oder Heringe, um ein Loch zu buddeln. Reparaturset hängt von Deinem Material ab. Für 8 Tage würde ich glaube ich nur was zum Isomatte flicken und Gewebeband (schadet nie) mitnehmen (ganz evtl. noch etwas Tenacious Tape). Ihr seid da ja außerdem auch nicht in der absoluten Wildnis, sondern kommt regelmäßig an Fjällstugans vorbei. Das 1. Hilfe-Set finde ich auch ziemlich überdimensioniert, aber da gehen die Meinungen bekanntlich auseinander. Und - ganz vergessen - ein Moskito-Headnet würde ich auch mitnehmen (wir sprechen über 12 g Gewicht). Taschenmesser geht auch deutlich leichter. Falls ihr nicht ganz konkrete Sachen habt, die ihr zum Essen damit schnippeln wollt, würde ich es evtl. auch ganz weglassen.
  9. Allerdings. Die "Klopftechnik" hat mir auf dem AZT jemand gezeigt. Auch wenn man den Filter schon mehrfach durchgespült hat, kommt danach nochmal eine ordentliche Brühe raus.
  10. Interessant, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind... @dermuthige Erstmal zu Deinen konkreten Fragen: Schirme finde ich völlig unpraktisch, sobald der Wind ein bisschen weht (soll auf dem Kungsleden vorkommen). Ich bin dafür ein großer Fan von Windjacken und finde, dass eine Regenjacke vom Tragekomfort kein Äquivalent ist - das ist aber einfach eine völlig subjektive Frage, ob Dir das ein zusätzliches Gewicht von 100g wert ist. Da Du bei 9 kg Basisgewicht + Essen und Gas und ein bisschen Wasser nicht mehr gerade ultraleicht unterwegs bist, würde ich Dir allerdings auf jeden Fall raten, keine ganz dünne/leichte Regenjacke mitzunehmen (jedenfalls keine Membranjacke), meine (die Montane Minimus, war damals fast neu, selten getragen und noch nie gewaschen) ist seit dem Kungsleden im Schulterbereich delaminiert. Bei den Klamotten hättest Du noch Einsparpotential, wenn Du nur ein Shirt und eine Hose mitnimmst und die Schlafklamotten zu Hause lässt. Ich bin für solche Temperaturen inzwischen großer Fan von Winter-Tights (oder wie auch immer man die nennt, ich meine Leggings, die leicht gefüttert sind und die man im Winter zum Laufen anzieht). Tagsüber kann man die erforderlichenfalls gut mit einer Regenhose kombinieren und zum Schlafen sind sie auch super. Das Material ist so, dass man sowohl Schmutz wie auch leichten Regen einfach abwischen kann. Bist Du Dir sicher, dass Deine Mütze (nur 25 g) nachts zum Schlafen warm genug ist? Ich würde gerade für nachts außerdem auch eher einen Fleece mit Kapuze mitnehmen (außer natürlich Du ziehst nachts standardmäßig die Daunenjacke an und die hat eine Kapuze). Was für Socken sind das denn, die 91 g wiegen??? Meine übrigen 5 Cent: Ich bin den nördlichen Teil des nördlichen Kungsleden Ende August/Anfang September gelaufen und fand die Therm-a-rest xlite immer ausreichend, obwohl ich meiner eigenen Einschätzung nach kein besonders warmer Schläfer bin. Ein Stück 3mm EVA-Matte würde ich aber trotzdem mitnehmen, da es für sehr wenig Gewicht den Komfort sehr erhöht und multiuse ist. Sealskinz hatte ich auf dem Kungsleden dabei und habe sie genau kein einziges Mal angezogen, da zu unkomfortabel/unbequem. Die würde ich nur mitnehmen, wenn Du sie schon getestet hast und weißt, dass Du sie auch tatsächlich anziehst. Ich habe auch nicht so sehr ein Problem mit nassen Füßen, die kalt werden, sondern eher mit nassen Händen, die in nassen Handschuhen irgendwann sehr kalt werden und würde daher über wasserdichte Überhandschuhe nachdenken - aber das hängt natürlich davon ab, unter welchen Bedingungen Du an welchem Körperteil frierst ;-). Ein Moskito-Kopfnetz (wiegt glaube ich 12 g) würde ich auch mitnehmen (und mir dafür aber schweres Zeug wie Moskito-Spray oder so sparen). Zu der Zeit und bei den nächtlichen Temperaturen sollte es keine großen Probleme mehr mit Mücken geben. InReach würde ich mir auch sparen. Bei den 285 g für 1. Hilfe, Kulturbeutel und tbd ist bestimmt noch was zu machen...
  11. OT: Die Tüten, die ich meine, sind aus PE. Dachte, das ist was anderes, als Polycro
  12. Ich würde einfach eine stabilere Plastiktüte nehmen. Meine habe ich seit 2018 und sie hat schon mehr als 200 Wandertage überlebt. Da ich die Tüte schon so lange habe, ist genau diese leider nicht mehr erhältlich. Sie ist durchsichtig, aus einem dickeren/festeren Material und wiegt 45 g (vom Material her vermutlich so oder so ähnlich, wie die von Gossamer Gear oder diese hier). Ich habe die Ultra Sil Stuff Sacks in verschiedenen Größen. Die sind nicht annähernd so wasserdicht, wie eine Plastiktüte. Meinen Schlafsack würde ich denen nicht anvertrauen.
  13. Von Gear Aid gibt es Zipper Cleaner and Lubricant. Den habe ich zwar selbst noch nicht verwendet, aber mit allen anderen Produkten von Gear Aid war ich bisher sehr zufrieden. Vielleicht hat ja auch jemand konkrete Erfahrungen? Viele Grüße!
  14. Eine 3 mm EVA-Matte drunter legen, kann tagsüber wunderbar als Sitpad (oder Liegepad) verwendet werden. Gibt es z.B. von Gossamer Gear oder MLD oder hier (von den 2 m würde ich dann aber aus Gewichtsspargründen was abschneiden).
  15. Derzeit benötigt man für einen Flug aus den USA nach Deutschland keinen Test, jedenfalls wenn man geimpft ist (bin am 14./15.04. von Los Angeles zurückgeflogen).
  16. Ich bin auch mit Daune unterwegs, u.a. auf dem GR 11 (Schlafsack von WM mit unbehandelter Daune) und teile die Erfahrung der meisten: Ab und an gibt es mal eine Nacht mit ordentlich Kondens, dann ist die Oberfläche des Schlafsacks etwas feucht (oder wenn es sehr kalt ist gefroren) und die Fußbox vielleicht etwas mehr, weil man an die Zeltwand kommt (habe ein einwandiges Zelt). An solchen Tagen mache ich bei gutem Wetter eine etwas längere Mittagspause und packe den Schlafsack aus und lasse ihn kurz in der Sonne trocknen. Keiner meiner Schlafsäcke/Quilts ist jemals so feucht geworden, dass ich Bedenken gehabt hätte, ihn einzupacken oder gar dass die Daune geklumpt hätte.
  17. @kra Die von mir genannten Beispiele mögen überspitzt sein, aber ich denke, sie illustrieren das Problem, dass Du für den Fall "werde ich voraussichtlich nicht benötigen" verschiedenen Unterkategorien bilden musst, nämlich (zumindest): Fälle, von denen Du ausgehst, dass sie nicht eintreten und auf die Du trotzdem vorbereitet sein willst (entweder z.B. weil Du den Fall zwar für unwahrscheinlich, aber trotzdem für nicht völlig fernliegend hältst oder weil der Fall zwar ziemlich unwahrscheinlich ist, die Folgen aber so schwer wären) Fälle, von denen Du ausgehst, dass sie nicht eintreten und auf die Du Dich nicht vorbereitest (z.B. weil es sehr mühsam ist, einen Defibrillator mit sich herumzutragen oder weil eine spontane Entbindung nahezu ausgeschlossen ist) Was Du in welche Kategorie sortierst (worauf Du also vorbereitet sein willst, obwohl Du davon ausgehst, dass der Fall nicht eintritt), verrätst Du leider nicht (Herz-Kreislauf-Probleme? akute Blinddarmentzündung?). Wenn ich mir Unfallstatistiken für Wandern anschaue, dann ist die mit Abstand größte Unfallursache Stolpern/Stürzen/Abstürzen - und zwar in den Bergen (in "echten" Bergen, also den Alpen, nicht im Mittelgebirge). Bei einem echten Absturz wird das größte Problem sein, die Person zu erreichen - da richte ich mit meinem 1. Hilfe-Set wenig aus. Die Alpen halte ich im Übrigen für komplett zivilisationsnah. Wenn ich keinen Handyempfang habe (worauf ich mich in den Alpen tatsächlich nicht verlassen würde), dann ist zumindest die nächste Hütte in wenigen Stunden zu erreichen. Bei Problemen, die dazu führen, dass die verletzte Person sich nicht mehr fortbewegen kann, kann ich also im Zweifel Hilfe holen. Für fast alles andere reicht mein Minimal-Set. Ich kann nicht ausschließen, dass schon mal eine Person beim Wandern verblutet ist - davon hätte ich allerdings noch nie gehört bzw. wäre das Risiko so gering, dass ich es eingehen würde (Wandern ist ja ohnehin ein sehr ungefährlicher Sport). Die nächstgrößere Unfallursache sind Herz-Kreislauf-Probleme. Natürlich gehe ich nicht davon aus, dass jemand einen Defibrillator mit auf eine Wanderung nimmt. Das Beispiel des Defibrillators war aber insofern ernst gemeint, als das vermutlich ein Gegenstand ist, der eher zum Einsatz kommen und ein Leben retten würde, als beispielsweise ein Skalpel. Vielleicht wäre es interessanter/aufschlussreicher, zu diskutieren, auf welche Probleme man vorbereitet sein will, als einfach Listen abzugleichen. Wenn ich mir die Posts zur Tourvorbereitung und Reiseberichte anschaue, dann dürften die wenigsten zivilisationsfern unterwegs sein (zivilisationsfern bedeutet für mich, dass ich nicht noch am gleichen Tag an einen Ort oder eine Straße oder irgendeine Form von Infrastruktur gelangen kann, die mir erlaubt, Kontakt zu anderen aufzunehmen). In Europa kann man vielleicht in abgelegenen Gegenden Schwedens zivilisationsfern unterwegs sein, in den USA oder Kanada gibt es bestimmt ein paar Ecken, wobei man dort auch abseits der bekannten Trails unterwegs sein muss. Sonst muss man schon nach Südamerika oder Sibirien oder irgendwas in der Liga.
  18. Die meisten meiner Ausrüstungsgegenstände haben mittlerweile einen Grad an Benutzung und Verdreckung erreicht, der Anlass zu einem Frühjahrsputz gibt. Zu ein paar Gegenständen hätte ich Fragen nach Putztipps: Schlafsack: Wie regelmäßig lasst ihr euren Schlafsack reinigen? Nach x Nächten, wenn er sichtbar verschmutzt ist oder wenn er müffelt? Lasst ihr ihn dann komplett waschen oder gibt es auch eine Art Trockenreinigung? Isomatte (NeoAir Xlite), Zelt (Dyneema), Rucksack (Dyneema): Wollte ich mit lauwarmem Wasser und milder Seife abwischen/schrubben. Hat jemand eine bessere Idee oder kennt irgendein Wunderreinigungsmittel (das wahlweise Dreck oder den Schweißgeruch aus den Schultergurten des Rucksacks gut entfernt)? Filter (Sawyer Squeeze): Ich komme leider aus einer Gegend mit sehr kalkhaltigem Wasser, das den Filter nach Reinigung und längerem Nichtbenutzen ziemlich zusetzt. Destilliertes Wasser oder eine Flasche stilles Wasser (Babynahrung?) kaufen oder was verwendet ihr da so zum Reinigen? Beutel für Dreckwasser (Platypus, Evernew, Cnoc): Micropur einwirken lassen? Regenhose und diverse Beutelchen aus Silnylon, Tyvek, Dyneema: mit milder Seife von Hand waschen oder kann man Teile davon auch bedenkenlos in die Waschmaschine schmeißen? Ergänzung: Das wichtigste hätte ich fast vergessen: EVA closed cell foam pad: Wie reinige ich das Ding am besten und vor allem: womit repariere/klebe ich einen Riss?
  19. Der Unterschied ist halt, dass die Wundreinigungstücher einzeln verpackt sind. Je nach Dauer der Wanderung kann ich die erforderliche Anzahl mitnehmen und bin mit um die 10 g dabei. So viel wiegt bei Betaisodona wahrscheinlich schon die Verpackung (zumal das ein Zeug ist, von dem man wirklich nicht will, dass es ausläuft).
  20. @kra Da haben wir irgendwie eine sehr unterschiedliche Herangehensweise. Ich versuche eigentlich nur Dinge mitzunehmen, die ich voraussichtlich brauche. Es gibt einfach zu viele Sachen, die man nicht braucht. Das artet doch irgendwann aus. Ein Defibrillator ist zum Beispiel bestimmt eine feine Sache und hätte auch auf Wanderungen vermutlich schon Leben gerettet - scheint mir aber etwas unhandlich und schwer. Ich habe auch nichts für einen Schädelbasisbruch, offene Frakturen, epileptische Anfälle oder spontane Entbindungen dabei.
  21. berghutze

    Groundsheet

    Der Post ist knapp zwei Wochen vor meiner Arizona-Trail-Wanderung aufgepoppt und nun schon etwas älter. Als (überzeugter) Polycro-Nutzer war ich über die Antworten etwas überrascht, wollte aber noch meine Erfahrungen auf dem AZT abwarten (da insbesondere ja auch nach Dornen gefragt war). Auch nach dem AZT bleibe ich dabei: Polycro Polycro ist am leichtesten und hat das geringste Packmaß (Wenn ich mir überlege, einen neuen Ausrüstungsgegenstand anzuschaffen und zwischen mehreren Optionen schwanke, ist meine Herangehensweise inzwischen die, es einfach mal mit dem leichtesten zu probieren, insbesondere wenn die leichteste Möglichkeit auch noch die günstigste ist - wir sind hier ja schließlich im UL-Forum. So bin ich bei meinem ersten Polycro-Groundsheet gelandet und dabei geblieben). Polycro ist nicht so empfindlich, wie hier alle tun. Ich bin mit meinem Polycro-Groundsheet nicht besonders pfleglich umgegangen und teile zwar die Erfahrung von @cafeconleche: Da ich auf die Ecken häufiger Steine gelegt und das Groundsheet dann herumgezogen habe, hatte ich ein paar Risse an den Ecken. Mit ein bisschen Klebeband reißt da aber nichts weiter ein. Bei mir hat das Groundsheet den kompletten AZT überlebt (war übrigens nicht neu, sondern immer noch mein erstes, das ich davor schon auf dem Kungsleden und meiner Wien-Nizza-Wanderung dabei hatte). Da ich keine Lust hatte, es vor der Heimreise zu putzen, ist es danach allerdings im Müll gelandet.
  22. Die einzigen Artikel aus meinem 1. Hilfe-Set, die regelmäßig Verwendung finden, sind für kleinere oder größere blutende (Schürf-)Wunden: Pflaster Kompressen + irgendeine Form von Klebeband Alkoholtupfer und der aus meiner Sicht wichtigste/beste, hier aber bislang nicht genannte Artikel: Wundreinigungstücher - sind wie Alkoholtupfer einzeln verpackt, allerdings viel besser geeignet, um Schürfwunden vor Ort zu reinigen (größer, anderes Material und mit Kochsalzlösung statt mit Alkohol). In seltenen Fällen kam außerdem zu Verwendung: Pinzette Kortisonsalbe Zeckenkarte Weil scheinbar alle immer Ibus dabei haben, trage ich die auch regelmäßig mit mir herum - bin aber irgendwie nicht der Typ, der sich Schmerzmittel einwirft. Das wäre dann auch der gesamte Inhalt meines 1. Hilfe-Sets. Bislang habe ich noch nichts vermisst. Verpackung ist ein 380 ml-Zip-Beutel.
  23. Da du ja vermutlich keine Zeit mehr hast, die Schuhe über Tage hinweg zu testen, würde ich sagen, lege an einem Tag einen Gewaltmarsch ein - was auch immer das für dich ist, 30 km, 40 km oder mehr - jedenfalls so, dass die Füße abends ordentlich geschwollen sind und (vom Laufen, nicht vom Schuh, würde zumindest 8 bis 9 Stunden reine Gehzeit anpeilen) weh tun, dann bekommst du wahrscheinlich einen ganz guten Eindruck. Auf dem AZT sind übrigens relativ viele Leute mit Hokas unterwegs (weiß nicht genau, welches Modell), die damit recht zufrieden sind. Ergänzung zum Thema zu weit: habe heute tatsächlich einen Hiker getroffen, der beim postholing einen seiner Altras Lone Peaks verloren hat und dem es nicht gelungen ist, den Schuh wieder auszubuddeln .
  24. Ich laufe gerade den AZT mit den Altra Lone Peaks und würde davon abraten. Ich habe den Eindruck, dass diese Schuhe alle nur deshalb anhaben, weil alle sie anhaben. Aus diesem Grund wollte ich ihnen auch mal eine Chance geben. Das ist aber definitiv mein erster und mein letzter Trail mit Altras (nutze sonst die La Sportiva Akyra). Konnte das alte Modell in den USA reduziert kaufen, den vollen Preis würde ich dafür auf keinen Fall bezahlen. Aus meiner Sicht gibt es genau drei Dinge, die an den Altras gut sind: 1. Breite Zehenbox (wenn du so breite Latschen hast, dass gar nichts anderes passt, wiegt dieser Vorteil möglicherweise tatsächlich alle Nachteile auf). 2. Sehr leicht. 3. Sehr bequem, wenn man sie anprobiert. Nachteile: M.E. viel zu wenig Dämpfung, die zudem auch noch sehr schnell nachlässt. In den Schuhen hat man keinen Halt, soll heißen, dass man in den Schuhen seitlich rutscht bzw einem die Sohle unter den Füßen wegrutscht, wenn man schräg auftritt (soll in den Bergen manchmal vorkommen) - und das, obwohl mir die Schuhe passen. Zudem latscht man die Schuhe ziemlich aus. Wenn sie dir also jetzt schon zu weit sind... Keine Stabilität (subjektive Frage, ob das gewünscht ist, solche Schuhe sind natürlich auch gleich schwerer). Finde die Sohle ziemlich bescheiden, krasser Verschleiß, außerdem hat sich bei mir ein Cholla-Kaktus durch die Sohle bis in den Fuß gebohrt. Nicht gerade besonders haltbar (das einzige, was mich positiv überrascht ist die Innensohle). Meine sind nach 24 Wandertagen ziemlich am Arsch.
  25. @AudioHitchhiking Ich habe immer gelesen, dass es sich um eine Studie handele, bei der die Ausdauer amerikanischer Soldaten mit unterschiedlich schweren Schuhen gemessen worden sei (die ich aber auf die Schnelle auch nicht finde). Google doch mal auf Englisch mit den Stichwörtern effect weight shoes, vielleicht auch noch fatigue. Da bekommt man so viele Treffer, dass es mir offengestanden zu mühsam ist, die alle im Detail zu lesen.
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