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Ultraleicht Trekking

waldhummel

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Alle erstellten Inhalte von waldhummel

  1. Hallo @dgraffe, vielen Dank für das Vorstellen Deiner coolen Erweiterungen! Ich habe mir die Teile auch mal besorgt und montiert. Die Schulterpolster finde ich schonmal sehr angenehm. Ich habe nur Schwierigkeiten mit der Befestigung der Taschen: wenn ich sie in die Schlaufen einfädele, dann baumeln sie doch sehr. Kannst Du vielleicht nochmal zeigen, wie Du das genau gemacht hast? Vielen Dank schonmal! @crisensus Welche Modifikationen empfiehlst Du denn für schmal gebaute Menschen an den Schultergurten?
  2. Die Anreise dauert zwei Tage, weil die Fähre in Oban nur einmal am Tag um ca 13 Uhr fährt und dazu muss man den Zug um 8:21 Uhr in Glasgow nehmen. Man übernachtet also entweder in Glasgow (oder Oban) oder nimmt wie wir den Caledonian Sleeper von London. Für uns gehört die Anreise auch immer mit zum Urlaub. Dieses Mal hatten wir 9 Stunden Zeit in London, das war sehr cool.
  3. Hallo Michael, soweit man weiß gibt es keine in Ungarn sesshaften Bären, aber es wandern wohl regelmäßig welche aus der nahen Slowakei ein. Das betrifft dann hauptsächlich den Weg ab dem Bükk-Gebirge. Die Nationalparkverwaltung des Bükk schreibt dazu (mit Chrome übersetzen lassen!): https://www.bnpi.hu/hu/hir/viselkedesi-szabalyok-medvevel-valo-talalkozas-eseten-hu Gerade vor ein paar Tagen wurde eine Braunbärin mit Jungem im Aggtelek Nationalpark gesichtet: https://www.budapester.hu/ungarn/braunbaeren-gesichtet/ Hier noch ein Bericht aus 2024 mit Fotos und Videos... https://dailynewshungary.com/de/video-groser-umherstreifender-braunbar-in-ungarn-gesehen/ Von offizieller Seite aus wird vom zelten in dem von mir genannten Abschnitt abgeraten. Im Bükk und am Lázbérci-See ist es tatsächlich verboten und danach kommt quasi direkt Aggtelek - und danach ist man der Slowakei immer noch so nahe, dass schon Bären gesichtet wurden. Übrigens: wenn Du Unterkünfte suchst, dann guck auf jeden Fall bei szallas.hu, da gibt es ein größeres Angebot als auf anderen Plattformen.
  4. Meine Erfahrung: Wiese und freier Himmel = nasses Zelt, egal welche Temperatur. Trocken bleibt es nur im Wald (unter Bäumen) oder bei kräftigem Wind.
  5. Ich möchte Euch noch die Videos von "Englishman just walking" zum Hebridean Way empfehlen - wir haben die beiden unterwegs zwei Mal getroffen. Sie sind zwei Tage vor uns gestartet, aber nur bis Stornoway gewandert. Die Videos zeigen den Weg ziemlich genauso, wie wir ihn erlebt haben und dauern pro Tag so 10-12 Minuten. Tipp: da es sehr windig ist, kann man das gesprochene Wort manchmal kaum verstehen. Schaltet am besten die automatischen Untertitel an! https://youtu.be/iXQZp73ud8w?si=MsMiBRUmyxjL4zbI (Falls es Euch am Ende mit den Wochentagen auch irritiert: sie sind die letzten vier Etappen aus logistischen Gründen nicht in der vorgesehenen Reihenfolge gegangen, legen das aber nicht offen.)
  6. Wenn Du es Dir für den Anfang wirklich einfach machen möchtest, dann kann ich Dir Ungarn und den Kektura empfehlen: Wild zelten ist legal, Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln einfach, Landschaft vielfältig.
  7. Tag 13: Do 21.05. (15km) Achmore – Stornoway Da wir nur knapp 15 km bis Stornoway vor uns haben, die zudem auch komplett auf alten Straßen verlaufen, können wir ganz bequem den Vormittag in unserer gemütlichen Unterkunft abwarten, bis der Regen endlich abgezogen ist. Die erste Hälfte des Weges nach Stornoway ist landschaftlich noch ganz schön, die zweite Hälfte dann nur noch dröge. Umso schöner, wenn man dann endlich Lews Castleground erreicht hat – den einzigen richtigen Wald mit Laubbäumen auf den Inseln! Für die Nacht haben wir uns im legendären Heb Hostel eingebucht. Tag 14: Fr 22.05. (28 km) Stornoway - Tolsta (Garry Beach) 28km komplett auf Asphalt, dazu noch an einer auf der ersten Hälfte überraschend stark befahreren Straße… das Wetter kühl, windig, immer mal wieder leichter Nieselregen. Das in der Mitte der Strecke sehnsüchtig erwartete Café entpuppt sich als Takeaway. Wir flüchten uns mit unserem Kaffee in den Shop der Tankstelle, wo wir ihn im Stehen schlürfen. Immerhin finden wir kurz darauf eine offene Kirche, die gerade renoviert wird. Man gestattet uns freundlich, auf den Treppenstufen im Eingangsbereich zu rasten. Immerhin mal sitzen und kurz drinnen sein. Je weiter wir gehen, desto weniger Verkehr gibt es. Schließlich ist es ja auch eine Sackgasse. Das Wetter klart endlich auf. Im letzten Dorf New Tolsta kaufen wir noch ein paar Snacks im Community Shop und füllen unser Wasser auf. Nun geht es hinunter zum letzten Strand, der per Straße erreichbar ist. Dort schlagen wir auf der Wiese unser Zelt auf, inmitten von friedlich grasenden Schafen. Tag 15: Sa 23.05. (29km, 670 Hm) Tolsta (Garry Beach) - Butt of Lewis Nach der „Bridge to Nowhere“ endet die Asphaltstraße und kurz darauf auch der geschotterte Weg. Gut 10 km wegloses Moor liegen vor uns. Wir folgen zunächst dem „Heritage Trail“, der jedoch sehr nah an der Steilküste entlang führt (mir zu gruselig). Der Wanderführer schlägt auch eine etwas direktere Route im Landesinneren vor. Manchmal sehen wir Markierungspfosten, manchmal nicht. Es geht ordentlich rauf und runter, zwei Mal durchklettern wir Schluchten und balancieren auf Steinen über das Wasser. Ein besonders buckliges Terrain zwingt uns dazu, immer wieder ein bis zwei Meter hochzuklettern, um dann wieder kleine Wasserflächen zu überqueren. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir wieder einen befestigten Weg. Die Aussicht auf Essen im „Wobbly Dog of Lewis“ treibt uns auf dem monotonen Wirtschaftsweg und später auf dem Asphaltsträßchen weiter. Im Café angekommen, bestellen wir das größte Frühstück auf der Karte! Frisch gestärkt und mit neuer Energie nehmen wir die letzten 5 km in Angriff. Zunächst auf Straße, dann auf einem angenehmen Wiesenweg entlang der Küste geht es zum Leuchtturm. Nach offiziellen 307 Trailkilometern haben wir es geschafft, wir sind den kompletten Hebridean Way inklusive der beiden Verlängerungsetappen und Rhenigidale-Variante gegangen! Wanderführer: Richard Barret: Hiking the Hebridean Way (Cicerone Verlag) The Offcomers: The Official Guide - Walking the Hebridean Way https://www.walkhighlands.co.uk/outer-hebrides/hebridean-way.shtml Der Official Guide nennt sogenannte „PitStops“, bei denen Wanderer Wasser und andere Unterstützung bekommen können. Fazit, Erkenntnisse: Ich finde, wir hatten echt Glück mit dem Wetter – wir sind nur einmal richtig nass geworden. Ansonsten hat es gerne mal abends, nachts oder früh morgens geregnet und da waren wir immer irgendwo drinnen. Der krasse Nordwind in der ersten Woche war natürlich schon eine Herausforderung. Da war ich mit unserer Entscheidung, hauptsächlich in Hostels zu übernachten, sehr einverstanden, zumal sich unser Zelt eher als Schönwetterzelt entpuppt hat. Mit meiner Ausrüstung war ich prinzipiell zufrieden, mit der Kleidung kam ich gut zurecht. Wenn es sehr windig war, habe ich noch die Regenjacke übergezogen. In den ersten Nächten war mir kalt an den Beinen und Füßen, aber da hatte es auch nur 4 Grad. Später war mir dann warm genug. Mit meinen Schuhen (knöchelhohe Kunstlederschuhe mit Membran) war ich auch sehr zufrieden. Bis auf die letzten zwei Mooretappen hielten sie gut trocken. In nassem Zustand waren meine Füße immerhin noch warm. Auch die Merino-Socken haben sich sehr bewährt. Was wir nicht gebraucht hätten: Kopfnetz (keine Midges), eine ganze Rolle Toilettenpapier, Powerbank. Was wir gut gebrauchen konnten: Sonnenbrille und Sonnencreme, die Healing Salve (Füße, aufgeplatze Lippen), Schlafbrille (es ist fast nie dunkel) und Ohrstöpsel. Sehr dankbar war ich auch über meine „Campschuhe“. Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/wq5qi8 Busfahren kostet auf den Hebriden übrigens nur noch 2 Pfund pro Person und Fahrt (bezahlbar mit Karte). Man kann den Bus überall anhalten. Die Busfahrer sind sehr freundlich und hilfsbereit. Lebensmittel bekommt man auch in Tankstellen und Community Shops, oft sehr gut sortiert. Tesco und Coop liefern sogar Lebensmittel (haben wir aber nicht selbst ausprobiert)! Die Gatliff Trust Hostels (Howmore, Berneray, Rhenigidale) haben die Besonderheit, dass man sie nicht reservieren kann. Man kann jederzeit dort „einchecken“ und solange man ein Bett hat, kann man bleiben. Auch wenn kein Bett mehr frei ist, muss man nicht wieder gehen, man findet auf jeden Fall Obdach: https://gatliff.org.uk/ In den Wartehäuschen der kleinen Ferry Terminals auf den südlichen Inseln kann man auf jeden Fall auch übernachten (bin nicht sicher, wie es danach aussieht). Es gibt an zwei Orten am Weg Shelter, in denen man auch übernachten kann: im Langass Woodland und im Aline Woodland.
  8. Tag 9: So 17.05. (12km) Horgabost Campground - Lickisto Campsite Ursprünglich hatten wir geplant, in Tarbert im Hostel unterzukommen, doch wir stellen voller Entsetzen fest, dass dieses seit letztem Herbst für immer geschlossen hat! Damit bietet Tarbert überhaupt keine bezahlbaren Übernachtungsmöglichkeiten an, denn es gibt dort auch keinen Campingplatz, nur noch teure Hotels und B&Bs. Nach kurzem Nachdenken finden wir das gar nicht so schlimm, denn 8 km hinter Tarbert gibt es das Rhenigidale Hostel, das wir am Montag Abend erreichen können, wenn wir an diesem Tag vom Lickisto Campsite starten. Zudem ist für den Montag Sonne angesagt und auf uns warten heute noch ein paar Kilometer Bergflanke… erneut ist es kein Vergnügen für mich, aber immerhin bin ich morgens noch frisch und so kann ich wenigstens die fantastischen Ausblicke genießen. Es geht nochmal ordentlich rauf und dann steil wieder runter, natürlich weglos und mit nur wenigen Markierungspfosten. „Hike your own hike“ wird hier zum gelebten Prinzip. Der zweite Teil des Weges führt uns über die berühmte Coffin Road. Der Weg ist anfangs sehr gut befestigt, später wird der Pfad schmal und felsig, teilweise auch etwas nass (aber nicht sumpfig). Man geht durch ein wildes Hochtal, umgeben von mächtigen Felsen. Lickisto Campsite ist ein einzigartiger Ort: der Campingplatz liegt terrassiert an einem Hang und ist komplett mit Büschen und Bäumen bewachsen. Eine grüne Oase! Zudem gibt es ein ehemaliges Blackhouse als Gemeinschaftsraum mit Küche und Wohnzimmer (Sofas, Feuerstelle). Dort verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag und waschen unsere Wäsche. Tag 10: Mo 18.05. (30km, 1100 Hm) Lickisto - Rhenigidale Hostel Die Sonne scheint den ganzen Tag und der Trail hält die schönsten Strecken für uns bereit! Es gibt noch ein paar Kilometer Coffin Road, den grasbewachsenen Scholars Path zwischen eindrucksvollen Felsen und einen Pfad an der Steilküste. Zwischendurch geht man auf der ruhigen „Golden Road“, auf der man schließlich Tarbert erreicht. Für ein Mittagessen im Hotel sind wir zu spät, aber im Deli ergattern wir noch ausgezeichnete Pies, die wir mit Kaffee (exzellent) und Kuchen abrunden. Nach 2 km Straße erreichen wir den Postmans Trail, der uns nach Rhenigidale führen soll – das ist eine Variante, die der Wanderführer explizit vorschlägt. Da wir die Original-Strecke hier bereits 2022 gegangen sind, passt das für uns gut. Der Postman Trail führt zunächst auf einem gut zu gehenden Schotterpfad zu einem Pass hinauf – und anschließend mit atemberaubender Aussicht auf das Meer einen steilen Zickzack-Weg hinunter zu demselben. Über ein paar weitere Hügel erreichen wir das Dorf Rhenigidale. Es ist eine Sackgasse! Strom gibt es hier seit 1980, die Straße seit 1990. Das Hostel finden wir verlassen vor, wir werden die einzigen Gäste in dieser Nacht sein. Aus den zurückgelassenen Lebensmitteln zaubern wir uns ein üppiges Abendessen, es gab sogar frisches Gemüse! Tag 11: Di 19.05. (21km, 600 Hm) Rhenigidale - Aline Shelter Da für den Tag Regen angesagt ist und wir nur 20 km geplant haben, gammeln wir noch bis 11 Uhr im Hostel herum. Die Straße führt ebenfalls steil einen Pass hinauf und anschließend wieder hinunter zum riesigen Meeresarm „Loch Seaforth“. Wir begegnen zwei Wanderinnen, die mit dem Bus von Tarbert bis zum Abzweig der Straße gefahren sind und nun auf dem Weg nach Rhenigidale sind. Der Regen ist nicht allzu stark, zwischendrin ist es sogar einige Zeit trocken. Das Wandern entlang der Hauptstraße macht keinen Spaß, da die Autos auf der zweispurigen Straße sehr schnell fahren. Immerhin gibt es zwischendrin noch eine schöne Passage über einen Pass (sehr nasser Wiesenweg) und am Ende geht es durch das Aline Community Woodland. Der Weg führt aber nicht richtig durch Wald, dafür nochmal steil über einen Hügel. Zelten kann man hier nicht wirklich gut – es ist entweder steil oder sumpfig. Unser Ziel ist der Shelter mit Toilette (es gibt zwei Shelter: einer ist direkt vorne an der Straße, der zweite mit der Toilette ist ein paar Hunter Meter weiter neben einem Spielplatz ab von der Straße). Den Shelter erreichen wir gerade, bevor es richtig anfängt zu regen, perfekt. Drinnen haben es sich bereits zwei junge Radfahrer gemütlich gemacht, draußen wird sogar auch gezeltet (ebene Wiese!). Der Shelter hat eine Regenwasser-Toilette und bietet meiner Einschätzung nach Platz für bis zu 6 Personen. Die beiden Radfahrer schlafen in einem kleinen Nebenraum, wir beide im Hauptraum. Es ist überraschend warm in der Nacht. Tag 12: Mi 20.05. Aline - Achmore (Westend B&B), 31km, 850 Hm Auch die heutige Etappe bietet zwei lange Moorpassagen. Die erste (ca. 11 km) führt auf meist ganz guten Pfaden bis nach Balallan. Zwischendrin ist es schon mal nass und matschig, aber immer wieder gibt es auch gute Pfadabschnitte. Unterwegs bewundern wir wieder Seen und die mächtigen Berge, die uns umgeben. Wir scheuchen ein paar Moorhühner auf, die so gut getarnt sind, dass man sie wirklich kaum sehen kann. In Balallan haben wir Glück und können im Community-Bistro zu Mittagessen. Es gibt Suppe und Sandwiches. Danach geht es ein Stück an der Straße entlang, bis der Weg bei Laxay wieder ins Moor abbiegt. Einige Zeit ist es ein zunächst ein guter Wirtschaftsweg, dann ein felsiger Damm. Es wird hügelig, und je weiter man vorankommt, desto schlechter wird der Weg. Das Auf- und Ab macht das Gehen im Matsch nicht einfacher. Irgendwann fängt es dann auch noch an zu regnen, und diesmal richtig. Die letzten 2,5km geht es durch eine riesige Senke, in der der Weg dann komplett verschwindet. Hier gibt es auch keine Chance mehr auf trockene Füße… Völlig durchnässt erreichen wir die Straße und kurz darauf unser B&B in Achmore. Diesen Luxus hatten wir in weiser Vorraussicht des Wetters schon einige Tage zuvor gebucht. Unsere Gastgeberin Maggie empfängt uns warmherzig, gibt uns extra Handtücher zum Trocknen und Zeitungspapier für die Schuhe. Das ganze Haus ist mit einem dicken Teppich ausgelegt und bietet Wärme und Gemütlichkeit.
  9. Tag 5: Mi 13.05. (20km) Moorcroft - Lochmaddy (Bus nach Berneray, John's Bunkhouse) Nachdem der Wind noch weitere zwei Tage kräftig aus Norden kommen soll, planen wir weitere Hostelübernachtungen und einen Ruhetag ein. So haben wir heute nur angenehme 20km vor uns, die wir bei Sonnenschein beschwingt beginnen. Es geht auf schönen Pfaden durchs Moor und wir sehen Rotwild, das sich aber schnell verdrückt. Der Weg führt an einer kleinen Galerie vorbei, wo uns die freundliche Besitzerin und die wunderschönen Bilder sehr begeistern. Wir erwerben eines davon, welches uns nach unserer Rückkehr direkt nach Hause geschickt wird! Im gemütlichen Langass Lodge Hotel genehmigen wir uns Tee und Kuchen. Wir sehen einen Steinkreis und laufen tatsächlich durch einen kleinen Wald. Hier gibt es einen kleinen Shelter, in dem man auch übernachten kann (Platz für zwei Personen). Der Wald ist dafür leider nicht geeignet (Bäume stehen eng, es ist hügelig und teilweise auch sumpfig). Die anschließenden 8 km Straße geht man angenehmerweise ohne Autoverkehr auf der „old road“, parallel zur neuen Straße. Die Landschaft ist angenehm anzusehen. Der Nachmittagsbus bringt uns dann nach Berneray, wo wir ein Doppelzimmer im gemütlichen John’s Bunkhouse (Preis-Leistungssieger!) bekommen haben. Der Berneray Shop ist gut sortiert und wir kaufen gut ein. Zum Shop gehört auch noch ein Bistro, in dem man sowohl Kaffee trinken als auch Essen kann. Tag 6: Do 14.05. Ruhetag auf Berneray, Berneray Hostel Leider können wir nur eine Nacht in John’s Bunkhouse bleiben. Also warten wir im Bistro auf den Mittagsbus, der uns zum Berneray Hostel bringt, welches ca. 4km entfernt ist. Wir genießen einen sonnigen Nachmittag am windgeschützten Strand und einen ruhigen Abend im Hostel. Außer uns sind nur noch zwei weitere Gäste da, wir haben unser Zimmer für uns allein. Tag 7: Fr 15.05. (18km) Lochmaddy – Berneray Der Busfahrer amüsiert sich darüber, dass er uns nach Lochmaddy bringt, nur damit wir zurück nach Berneray laufen können… Der Wind ist immer noch da, aber immerhin nicht mehr in Sturmstärke und wir freuen uns über zwei landschaftlich sehr schöne und gut zu gehende Moorpassagen mit fantastischen Aussichten. Am Berneray Ferry Terminal angekommen nutzen wir den Fish&Chips Takeaway (das Bistro ist nur 500m entfernt) für das Abendessen und treffen Lynn wieder (und zum letzten Mal). Das Wartehäuschen ist so geräumig, dass wir dort einfach unsere Isomatten hinlegen und windgeschützt schlafen. Entgegen des an der Tür angebrachten Hinweises wird die Tür weder automatisch noch manuell abgeschlossen. Tag 8: Sa 16.05. (19km) Leverburgh - Horgabost Campsite Die Morgenfähre bringt uns rüber nach Harris. Dort bietet der „Butty Bus“ bereits frischen Kaffee und Frühstück an. Im Community Shop kaufen wir sicherheitshalber Vorräte für 4 Tage ein, denn zwischen Leverburgh und Stornoway gibt es lediglich noch in Tarbert einen Supermartk, und der hat sonntags geschlossen. Der Weg führt in ein weites Tal, umgeben von beeindruckenden Bergen. Hier kommt Highland-Feeling auf! Durch das Moor führt aber leider kein gut angelegter Schotterdamm mehr, sondern lediglich ein Torfpfad mit Entwässerungsgräben. Es ist recht matschig, lässt sich aber noch ganz gut gehen. Der Weg führt über einen Pass wieder hinunter zum Meer – Ausblick auf Traumstrände! Nach einem kurzen Straßenstück geht es wieder hinauf auf den Berg. Die nun folgende Passage empfinde ich als die schwierigste des ganzen Trails. Es geht weglos über sehr unebenes, sumpfiges Gelände an der steilen Bergflanke entlang. Da ich weder trittsicher noch schwindelfrei bin, zudem kurze Beine und ein kaputtes Knie habe, ist das sehr anstrengend und stressig für mich. Die 6km ziehen sich wie Kaugummi. Ich bin erleichtert, als wir zum Horgabost Campsite absteigen können. Dieser Campingplatz ist sehr schlicht, die Küche ist winzig. Immerhin kann man zu Büroöffnungszeiten ein paar Nahrungsmittel erwerben. Der Wind ist mittlerweile tatsächlich wieder moderat und kommt aus südlicher Richtung. Als wir unser Zelt aufstellen, beginnt es zu regnen.
  10. Wanderzeitraum: 09.-23.05.2026 Anreise aus dem Ruhrgebiet mit dem Eurostar über Brüssel nach London, Caledonian Sleeper nach Glasgow, Regionalzug nach Oban, Fähre nach Castlebay Rückreise von Stornoway über Ullapool, Inverness, Aberdeen, Caledonian Sleeper nach London, Eurostar nach Brüssel und Ruhrgebiet Hintergrund: 2022 sind wir bereits die Strecke von Tarbert nach Stornoway gewandert. Tag 1: Sa 09.05. (25km, 850 Hm) Vatersay - Eriskay, Camping am Strand Wir starten bei bestem Wetter, es ist sonnig und bleibt auch den ganzen Tag trocken. Der Wind ist teilweise kräftig. Ein perfekter Einstieg in unsere Wandertour. Gleich der erste Anstieg ist der höchste der ganzen Tour, aber gut zu gehen. Die Pfade sind alle trocken und die Aussicht begeistert uns einfach restlos. Der erste Tag bietet gleich alles im Paket: Traumstrände, Berge, Aussicht, Moor, Einsamkeit, Wiesen mit Schafen und Kühen – nicht zu Unrecht wird Barra als „die Hebriden en miniature“ bezeichnet. Wir erreichen noch die (vermeintlich) letzte Fähre des Tages und setzen gleich nach Eriskay über – drei Inseln an einem Tag! Das Wartehäuschen im Eriskay Ferry Terminal nutzen wir zum wingeschützten Kochen, praktisch sind auch die Toilette und der Wasseranschluss draußen. Anschließend gehen wir nur noch rüber zum Strand und schlagen dort zum Sonnenuntergang unser idyllisches Lager auf. Die Nacht ist recht frisch, nur ca. 4 Grad. Beine und Füße sind kalt, brrr. Tag 2: So 10.05. (42km) Eriskay - Howmore Hostel Der Tag beginnt mit ca. 8 km auf Asphalt. Autos sind an diesem Sonntag morgen fast keine unterwegs, so dass wir den nächsten Causeway nach South Uist und die Aussicht zurück nach Barra genießen können. Danach geht es den ganzen Tag entweder auf Wiesen- oder Wirtschaftswegen oberhalb des Strandes oder auch mal etwas weiter im Landesinneren, oder direkt auf dem Strand. Es ist flach und angenehm zu gehen. Wir sehen wieder viele Schafe mit kleinen Lämmchen, einfach eine große Freude. Der Wind kommt uns jetzt frontal entgegen – Nordwind ist eigentlich untypisch für die Hebriden (er wird uns allerdings noch ein paar weitere Tage erhalten bleiben!). Wir machen einen Abstecher nach Daliburgh um einzukaufen (der dortige Coop hat Sonntag Nachmittags geöffnet). Spontan kehren wir dabei noch im Borrodale Hotel zum Mittagessen ein – und bekommen das beste Essen, das ich seit langem in einem Restaurant zu mir genommen habe! Vor allem der Sticky Toffee Pudding zum Nachtisch ist der Hammer. Beschwingt gehen wir den ganzen Nachmittag direkt auf dem Strand. Hier erfreuen uns Hunderte von Vögeln, hauptsächlich die lärmenden Austernfischer und Sandregenpfeifer, die aussehen als ob sie über den Sand schweben! Gegen Abend geht es dann nochmal einige Kilometer durch Croftland. Zwei Mal geht es durch Kuhherden mit Kälbchen – wir sind froh, dass die Kühe gelassen bleiben und uns passieren lassen. Entgegen unserer Hoffnung macht der Wind keine Anstalten, schwächer zu werden, im Gegenteil. Uns dämmert, dass zelten hier wohl nicht möglich sein wird: die Landschaft bietet keinerlei Schutz, keine Bäume, keine Hügel oder Felsen, nichts… das wäre mit unserem Zelt wohl keine gute Idee. Zudem fängt es auch noch an zu regnen. Also auf nach Howmore, ins Hostel! Wir gehen die letzten drei Stunden ohne Pause, Abendessen fällt aus (dafür war es also gut, dass wir ins Hotel eingekehrt sind!). Ausgerechnet jetzt macht der Weg wieder einen idyllischen Schlenker zurück zur Küste, puh… gegen 21:30 Uhr erreichen wir endlich das Hostel, wo wir die letzten beiden Betten ergattern. Sofort hinlegen und schlafen. Tag 3: Mo 11.05. (28km) Howmore Hostel - Otters Edge Campground Der Morgen ist sonnig und windstill. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hostel (alle anderen Gäste waren Radfahrer und sind längst unterwegs) brechen wir auf. Heute steht zum ersten Mal Moor auf dem Programm! Beide Moorpassagen machen großen Spaß zu gehen. Größtenteils verlaufen sie jeweils auf gut angelegten Wegen (geschotterte Dämme) und sind recht trocken. Brücken führen über größere Wasserflächen (teilweise kollabiert, aber noch passierbar). In der Mitte gibt es jeweils eine Strecke ohne Damm, da kann es teilweise nasser werden. Meist kann man die Stellen aber entweder umgehen oder drüberhüpfen. Ein Traum wird wahr, als wir tatsächlich eine Herde wilder Ponys sehen! Über einen weiteren Causeway erreichen wir die nächste Insel Benbecula. Das Liniclate Leisure Center beeinhaltet eine Schule und eine Schwimmhalle. Das Center ist noch geöffnet, als wir um 18 Uhr dort ankommen, die Cafeteria hat aber leider schon geschlossen. Wir steuern den Campingplatz Otters Edge an in der Hoffnung, dort etwas Windschutz zu finden. Vor Ort sind wir schnell ernüchtert: es ist brettflach und die Gebäude in Windrichtung sind recht weit weg. Schon unter gewissen Mühen bauen wir unser Zelt auf. In der geräumigen Küche können wir kochen und treffen die erste andere Wanderin, Lynn aus England. Gegen Mitternacht wachen wir auf, weil etwas auf unsere Beine drückt – das Zelt! Der angekündigte Sturm ist da. Schnell wird uns klar, dass es keine gute Idee ist, weiter im Zelt zu bleiben. Wir packen unsere Sachen und bringen sie in die Küche, das Zelt tragen wir ebenfalls dort hinein. Wir legen uns dann einfach mit unseren Isomatten auf den Boden und schlafen dort. Tag 4: Di 12.05. (28km) Otters Edge Campground - Moorecroft Bunkhouse Am Morgen warten wir noch einen Regenschauer ab und werfen uns dann dem Sturm entgegen. Wieder geht es einige Kilometer direkt auf dem Strand. In Balivanich machen wir einen Abstecher zum Supermarkt. Danach folgt das nervendste Wegstück des ganzen Trails: es geht ca. 6 endlose Kilometer schnurgeradeaus auf einer kleinen Straße auf den Berg Ruaval zu, der scheinbar überhaupt nicht näher kommt. Es gibt nicht mal Schafe zur Ablenkung… (hier könnte es lohnensweter sein, weiter durch Balivanich zu gehen und dann von dort aus auf einem Sträßchen zurück zum Trail, vor allem wenn man sowieso den Abstecher zum Supermarkt plant). Der Aufstieg auf den Ruaval auf einem trockenen Pfad macht Spaß. Oben angekommen nimmt uns der Sturm fast den Atem – und die Aussicht auch! Wir machen uns sofort wieder an den Abstieg, der uns in eine sumpfige Senke führt. Ein Weg ist nicht mehr zu erkennen, Markierungspfosten sind an eher merkwürdigen Orten aufgestellt. Aber wir finden ohne Schwierigkeiten den Weg zurück zur Straße. Anschließend geht es auf den nächsten Causeway, der uns von Benbecula über die Insel Grimsay nach North Uist führt. Auf diesen 8 km Straße kann man immerhin die Aussicht auf das Meer, kleine Inseln und Schafe genießen! Direkt nach dem Causeway gelangen wir zu Moorcroft Holidays, wo man campen kann und wo es auch ein kleines Bunkhouse mit drei Doppelzimmern gibt. Wir bekommen noch das letzte davon! Hier treffen wir auch zwei weitere Wanderer, Daniel aka „Englishman just walking“ und seine Frau Caroline aus Cambridge.
  11. Hallo Seph, meine Erfahrung ist auch, dass man sich erst im Laufe der Zeit richtig kennenlernt und dass sich der Körper an die Belastung gewöhnen muss. Zusätzlicher Sport zur Stärkung der Muskeln kann allerdings nicht schaden, sonst kann man sich schon Probleme einhandeln! Mir hat für den Einstieg das Buch von Christine Thürmer "Weite Wege wandern" übrigens sehr geholfen. Ansonsten ist es wie andere auch schon schrieben sehr individuell: Körpergröße und Körperbau, Jahreszeit, Klima, Wegbeschaffenheit,... Ich z.B. bin 1,62m und nicht besonders kräftig - ich bin darauf angewiesen, dass mein Baseweight unter 5kg ist.
  12. Habe gerade die "Stammtische" entdeckt... Bochum hier! 😀 Wollen wir vielleicht die Idee mit Dortmund und Hohensyburg für diesen Sommer wieder aufgreifen?
  13. Danke, dann war meine Recherche also nicht so schlecht. 😅 Ich werde also weiterhin improvisieren...
  14. Hallo zusammen, ich möchte das Thema hier nochmal aufgreifen. Ich habe einen EOE Lithium Gaskocher und suche dafür einen Windschutz. Leider habe ich so gar kein kein Talent zum Basteln (wirklich nicht!)... Ich habe natürlich das Produkt von Optimus gefunden, das mit 78g doch recht schwer ist und außerdem sperrig. Alternativ funktioniert wahrscheinlich auch eine Alu-Wand (61g) Ich bin bei meiner Recherche auch auf Ocelot gestoßen, für den es einen eigens entwickelten Windschutz gibt, der nur 30g wiegt: https://www.flatcatgear.com/shop/ocelot-fm/ Leider finde ich da nur diesen US-Shop - oder kennt noch jemand eine andere Quelle? Oder ein anderes Produkt?
  15. Da stimme ich absolut zu - ich denke mir immer, dass sich das Universum schon etwas dabei gedacht hat, womit es mich gerade konfrontiert... Gleichzeitig möchte ich hier nochmal das Plädoyer für den Ruhetag halten: nach einem Ruhetag in einem schönen Hotel mit einer heißen Dusche, gutem Essen und viel Schlaf sieht die Welt oft schon wieder ganz anders aus!
  16. Spitzensport ja auch nicht gesund...
  17. Nein, denn es gibt kaum Weidetiere und wenn dann sind sie wie bei uns eingezäunt. In den Dörfern gibt es viele Hunde, aber auch alle sicher hinter dem Gartenzaun. Sehr angenehm!
  18. Országos Kéktúra in Ungarn Ich möchte an dieser Stelle mal etwas „Werbung“ für das Wandern in Ungarn machen. ;-) Wir waren jetzt insgesamt drei Mal im Urlaub für jeweils zwei Wochen zum Wandern auf dem Kéktúra („Országos Kéktúra“ = Nationale Blaue Tour) und wir sind einfach begeistert. Die Inspiration dazu kam von Christine Thürmer – sie hat den Weg als „anfängertauglich“ beschrieben, und das ist er meiner Meinung nach auch: Der Weg selbst hat so gut wie keine technischen Schwierigkeiten, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser ist sehr einfach. Das Klima ist ähnlich wie bei uns und damit gut einschätzbar. Die Ungarn selbst empfehlen April und Oktober als beste Wanderzeit, weil es tendetiell trocken und von den Temperaturen moderat ist. Der September ist meiner Meinung nach auch empfehlenswert. Überall gibt es Thermalbäder zum Entspannen der müden Muskeln und fantastische Burgen und Schlösser zum besichtigen. Es gibt bis auf den Nordosten keine gefährlichen Tiere (dort soll es ein paar Bären geben) – und das Beste: Wildzelten ist legal! Bei Bedarf findet man auch zahlreiche, teilweise noch sehr günstige Unterkünfte. Bei unseren drei Touren war es auf dem Weg meist recht einsam – es ist also kein Social Trail. Lediglich am Wochenende kann es auf manchen beliebten Abschnitten mal etwas voller sein (die Ungarn sind hauptsächlich Wochenendwanderer). Teil 1: Írott-Kő bis Zirc (345km) Wenn man den Weg von West nach Ost geht, hat man den Vorteil, dass er sich seinem Anspruch nach stetig leicht steigert. Am Anfang ist es sehr flach und es wird dann immer bergiger, mit den Höhepunkten im Mátra- und Bükk-Gebirge. Wir haben den Weg im September 2021 begonnen. Man startet mit einer Art „Prolog“ auf dem 882m hohen Berg Írott-Kő (Geschriebenstein) direkt an der Grenze zu Österreich. Durch die letzten hügeligen Ausläufer der Alpen geht es in das wunderschöne Städtchen Kőszeg (alle Städtchen in Ungarn sind wunderschön…). Danach wandert man ca 4 Tage durch die kleine Ungarische Tiefebene. Hier gibt es viele Wälder und sehr viel Weite, kleine Dörfer und Einsamkeit… ich mochte es sehr, hier zu wandern! In Sárvár gibt es ein Schloß zu besichtigen und ein erstes Thermalbad. Nach Sümeg (tolle Burg) erreicht man das Balaton-Bergland (Bakony). Highlight hier: der Thermalsee von Hévíz! Ein einzigartiges Erlebnis sind auch die Vulkanberge des Tapolca-Beckens (Tapolca: Besichtigung der Seehöhle mit Bootstour einplanen). Man wandert weiter durch das Bakony und besteigt immer wieder höhere Berge mit fantastischer Aussicht (ich hatte noch nicht erwähnt: in Ungarn liebt man Aussichtstürme!). Zirc ist berühmt für seine Zisterzienserabtei. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es auf dieser Tour auch einige „Killer-Strecken“ gab – das waren insgesamt vier mehrere Kilometer lange Asphaltstücke, einmal an einer Hauptverkehrsstraße ohne Seitenstreifen. Aber das gehört halt auch zum Weg. Freunde von Forstautobahnen kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Insgesamt überwiegen aber angenehm zu gehende Wege. Teil 2: Zirc bis Nógrad (325km) Hier waren wir Ende August/Anfang September 2023 unterwegs. Zunächst ging es weiter durch das Bakony Bergland, dann durch andere kleinere Mittelgebirge, die teilweise beachtliche Steigungen aufweisen. Unterwegs lernt man viel über Geschichte, wie z.B. die deutsche Vergangenheit – und Gegenwart – vieler Dörfer, die nach der Vertreibung der Osmanen von deutschen Siedlern wieder aufgebaut wurden. Die „Budapest-Schleife“ führt den Weg höchst elegant durch die Budaer Berge quasi durch die Stadt durch, ohne dass man viel davon merkt. Der 699m hohe Dobogó-kő bietet Aussicht auf die Donau und ist Ausgangspunkt für eine wunderschöne, bergige Etappe nach Visegrád (Burg, Schloss, Donauknie). Nächstes Highlight: man überquert die Donau auf einer Fähre! Anschließend durchwandert man das einsame, wilde Börzsöny-Gebirge – das Gebirge besteht aus den Überresten eines früheren Riesenvulkanes. Man steigt bis auf 938m hoch. Da die Ungarn das Wandern und auch das Skifahren lieben, gibt es hier sogar eine Berghütte („Turistaház“). Teil 3: Nógrad bis Aggtelek (295km) Diesen Teil sind wir jetzt im August 2025 gewandert – hier schon gleich mal der Disclaimer: macht das nicht nach, plant keine Wandertouren in Ungarn im Juli oder August, da Temperaturen jenseits der 35 Grad zu erwarten sind! Wir hatten riesiges Glück, dass wir nur einen Tag mit 35 Grad hatten – im Wald lässt sich das gut aushalten, aber natürlich läuft man genau an diesem Tag in der Mittagszeit mehrere Kilometer über Asphalt durch eine Stadt oder über Felder… wir haben dann eine ausgiebige Pause in einem gemütlichen Café gemacht. Insgesamt war es schon die ganze Zeit sehr warm und schwitzig, aber die anderen Tage eigentlich gut aushaltbar. Von Nógrad wandert man ca 4 Tage durch das Cserhát Bergland – viele Wälder, viel Einsamkeit und die Höhenmeter werden langsam mehr (ca 1000 Hm pro Tag!). Als „Bonus“ durchwandert man das UNESCO-Welterbedorf Hollókő (sehr hübsch – und mal eine noch nicht überlaufende Welterbestätte). Die „Hand Gottes“ ist eine ganz besondere Skulptur mit wunderbarer Aussicht. Noch etwas anstrengender wird es anschließend, wenn man in ca 2 Tagen das Mátra-Gebirge durchwandert. Hier besteigt man den 964 Meter hohen Galya-Tető und den mit 1014m höchsten Berg Ungarns, den Kékés-Tető. Im Mátra gibt es keine Supermärkte, wohl aber touristische Orte mit Restaurants und Imbissen. Nach dem Kékés gibt es für ca 20km keine Siedlungen, kein Wasser und keine touristischen Einrichtungen mehr. Der Weg führt auf einem „Dragonsback“ auf schmalen, alpinen Pfaden über viele spitze Hügel. Sicherlich der technisch anspruchsvollste Teil des Kéktúras. Vom idyllischen Dorf Sámszonháza kann man mit dem Bus in 20 Minuten nach Eger fahren – die Stadt mit der zweitgrößten Kirche des Landes sollte man sich nicht entgehen lassen: es gibt eine riesige Burg, ein freistehendes Minarett (besteigbar!) aus der Türkenzeit, und das einzige noch erhaltene Türkische Bad außerhalb von Budapest (mit speziellem Thermalwasser, das besonders gut für müde Muskeln ist!). Anschließend ist man wieder gut erholt für die Überquerung des Bükk-Gebirges. Das ist Nationalpark und neben dem anschließenden Lázbérci-See das einzige Gebiet, in dem man tatsächlich nicht zelten darf. Da in den letzten Jahren dort vermehrt Bären aus der nahen Slowakei unterwegs waren, empfiehlt sich das für den Rest des Weges ab dort sowieso leider nicht mehr. Wir haben unsere Wanderung dieses Jahr dann in Aggtelek beendet und noch einen Tag damit verbracht, das riesige Höhlensystem dort zu besichtigen (ebenfalls Welterbe und nicht überlaufen!). Wir waren mehr als beeindruckt – ich habe schon einige tolle Höhlen gesehen, aber noch nie so viele so riesige Tropfsteine! Weitere Informationen: https://www.termeszetjaro.hu/de/tour/wanderung/die-blaue-landestour-okt-/23265051/ - der offizielle Wanderführer, auch als App. https://www.kektura.click.hu – sehr gute englischsprachige Informationen von einem Ungarn https://www.kektura.hu/ - die offizielle Webseite mit aktuellen Wegänderungen (auch deutsch und englisch)
  19. Ich denke, Du beschreibst zwei verschiedene Dinge: "jeder kennt es wohl: die Tour steht an und der Hals kratzt oder man verkühlt sich auf dem Trail" - ersteres hatte ich tatsächlich noch nie, aber ich bin schon zwei Mal auf dem Trail krank geworden (Erkältung). Hier hat mir jedes Mal ein Ruhetag in einer Unterkunft geholfen, mich schnell zu erholen - und da die Trails jetzt nicht übermäßig anstrengend und die Temperaturen im Wohlfühlbereich waren, konnte ich gut weitergehen, auch wenn die Erkältung nicht ganz weg war. "Ich bin in den letzten Jahren verdammt oft erkältet oder angschlagen gewandert und meist hat sich das mit einer sehr langen Erholungsphase gerächt." Wenn Du mehrfach im Jahr erkältet bist und das so schwer, dass Du mehrere Wochen brauchst um wieder fit zu werden, dann ist Dein Stresslevel im Alltag zu hoch. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Bei mir hat das in einem Burnout geendet. Seitdem lebe ich ein anderes Leben und bin nur noch "normal" krank, d.h. ich erhole mich innerhalb von wenigen Tagen wieder von einer Erkältung, die ich auch nur noch ein bis zwei Mal im Jahr habe.
  20. Stimmt, kann man machen, die haben ja einen Druckknopf. Sieht nur dann jeder, was es ist - das habe ich bei einem Stofftaschentuch nicht...
  21. Diese Stoff-Einlagen nutze ich gerne für Tagestouren. Man kann sie auch sehr gut im Waschbecken mit etwas Seife auswaschen und über Nacht trocknen. Für längere Touren im Zelt finde ich das Baumwolltaschentuch, das außen am Rucksack festgeknotet ist, praktischer.
  22. @sirm3rl1n Mein Bericht sollte gar nicht so negativ klingen... ich kann auch den Kahlschlagflächen einiges abgewinnen. Da wachsen spannende Pflanzen und natürlich hat man großartige Aussichten. Die Egge letztes Jahr zu durchwandern war ein tolles Erlebnis: alles pink voller Fingerhut, Farndschungel und Pfade, die sich durch Grasland schlängeln. Für mich persönlich waren die groben Schotterwege schwer zu gehen und die Monotonie war mental anstrengend. Das trotzdem zu schaffen, dem kann ich durchaus auch was abgewinnen! Ich freue mich auf jeden Fall zu lesen und anhand der Fotos zu sehen, wie die Gegend mal ausgesehen hat! Mir war es einfach wichtig, mal einen aktuellen Eindruck zu geben, wie der Weg jetzt aussieht, da ich mir im Vorfeld kein genaues Bild davon machen konnte.
  23. Der Rothaarsteig hat ja einen gewissen Ruf als selbsternannter "TopTrail of Germany" und viele hier im Forum sind ihn wahrscheinlich auch schon gelaufen - als der Wald noch da war! Da ich in Nordrhein-Westfalen wohne, stand er auch für mich schon lange auf dem Programm. Dieses Jahr sollte es also endlich soweit sein - mein Mann und ich haben uns vor zwei Wochen auf den Weg gemacht und ich möchte Euch nun über unsere Erfahrungen berichten: Wir starten unsere Tour in Marsberg, weil wir dort im letzten Jahr die Hermannshöhen (unbedingte Empfehlung!) beendet haben. Ein knackiger Anstieg führt uns zunächst hinauf ins historische Obermarsberg. Anschließend folgen wir der Waldroute zum Diemelsee. Das lässt sich ebenfalls recht sportlich an, denn die Waldroute nimmt jeden Hügel im direkten Anstieg mit! Nachdem wir die imposante Staumauer des Diemelsees bewundert haben, folgen wir Doppelbalken nach Brilon. Das ist leider überwiegend Asphalt, aber immerhin recht direkt. Die ersten Kilometer nach Brilon sind gute bevölkert, denn es ist Wochenende. Es geht auch schon gleich ansprechend los mit einigen schönen Pfaden und viel Grün. So richtig begeistern uns die fast alpinen Pfade über den "Ginsterkopf-Kamm". Die Bruchhauser Steine schaffen wir leider nicht, da wir aufgrund von Gewittergefahr den Campingplatz in Bruchhausen erreichen wollen. Der Aufstieg auf den Langenberg weiß durch schöne Pfade und Nebel zu begeistern. Endlich sind wir auf dem höchsten Gipfel von NRW! Wunderbar ist auch der Weg über den Clemensberg, durch die Hochheide und über den Hillekopf. Kurz vor Winterberg überrascht uns die kleine aber feine Schlucht, die wir bislang nicht kannten. Der Aufstieg auf den Kahlen Asten ist angenehm und oben bewundern wir wieder die Heide. Der anschließende Weg nach Langewiese ist trotz Asphalt ganz schön, teilweise kann man neben der Straße gehen. Ein Kneippbecken erfrischt unsere Füße. Nach Langewiese weiter Asphalt und die ersten unangenehmen Kilometer auf Schotterpiste an den Weihnachtsbaumplantagen vorbei. Nach dem Heidenstock wird der Weg wieder etwas naturnaher und nach einer weiteren Forstautobahn erreichen wir den langezogenen Bergrücken der Kammvariante (Großer Kopf). Hier gibt es auch noch recht viel Wald. Nach der Millionenbank erreichen wir Jagdhaus, wo der Weg eine alberne Schleife drum rum macht (man läuft dabei mehr Asphalt als wenn man den winzigen Ort direkt durchquert hätte!). Nach Jagdhaus folgt großflächiger Kahlschlag (insgesamt ca 10 km am Stück), der sich bis zum Margarethenstein zieht. Hier auch schon mal ein Wort zu den Forstautobahnen: ich konnte es mir ja im Vorfeld nicht vorstellen, wie schlimm das ist. Ich dachte mir: naja, auf Schotter kommt man doch gut voran und wenn die Umgebung schön ist, dann macht das ja nix. Allerdings sind die Schotterwege hier im Rothaargebirge erstens brandneu (nach den großflächigen Abholungen der letzten Jahre mussten natürlich auch die zerstörten Wege - für die Forstwirtschaft! - wieder hergestellt werden), und zweitens mit wirklich riesigen, spitzen Schottersteinen versehen. Gut für die schweren Forstmaschinen, wirklich schlimm zu Wandern. Und es werden noch viele, viele Kilometer darauf folgen... Zwischen Margarethenstein und Rhein-Weser-Turm keimt Hoffnung auf, es gibt Wald und Naturpfade. Danach folgt der Anstieg ins Schwarzwassertal. Was sich idyllisch anhört könnte langweiler nicht sein. Ein kurzes Highlight ist die Überquerung des Bachs, in dem man prima wieder die Füße erfrischen kann. Weiter geht es auf Forstautobahnen, dann wieder durch Kahlschlag am Dreiherrnstein vorbei, bis wir an der Ferndorfquelle wieder Wald und Schatten erreichen. Die Ginsburg lassen wir aus Zeitgründen aus, der Gillerturm bietet schöne Aussicht. Auch ins Edertal führt eine Schotterpiste, hier immerhin etwas feinerer Schotter, der besser zu gehen ist. Richtig schön wird es im Ederbruch. Die Strecke bis zum Lahnhof führt an weiteren Quellen vorbei und endlich gibt es wieder Pfade und auch einiges an Wald! Nach dem Lahnhof wird es dann richtig schlimm, da hilft auch die grüne Oase an der Ilsequelle nix. Fast nur Kahlschlag auf Forstautobahnen in praller Sonne bis man die Tiefenrother Höhe erreicht! Das sind gut 25km!! Ab der Tiefenrother Höhe gibt es wieder Wald und Pfade. Man hat auch den Weg umgelegt, so dass er nicht mehr über den Radweg am Forsthaus Steinbach vorbei führt, sondern angenehm durch den Wald. Die letzten 12km nach Dillenburg haben es dann nochmal in sich: nach zwei Hügeln geht es noch ein drittes Mal dann so richtig fies und lang bergauf, bis man am Bismarcktempel vorbei endlich nach Brilon absteigt. Im Hofgarten von Dillenburg gibt es eine große Holz-Stele, an der man ein Abschlussfoto machen kann. Achtung: sie steht etwas versteckt hinter dem Biergarten. Mein Fazit des Rothaarsteigs: Bis zum Kahlen Asten finde ich den Weg geradezu großartig. Danach hat er seine Momente, aber auch mit Wald sind die Forstautobahnen einfach eine Zumutung. Mir ist ein Rätsel, wie der Rothaarsteig so einen guten Ruf erwerben konnte. Der Weg war unglaublich einsam, wir haben auf der gesamten Tour nur eine Handvoll Tageswanderer und einiges an E-Bikern (alle sehr entspannt) gesehen. Wann wanderen denn die vermuteten vielen anderen Leute den Weg?! Die zahlreichen Quellen sind ein Hit - allerdings sind sie vor allem im zweiten, nicht so schönen Teil zu finden. Nutzbar waren für uns: Ruhrquelle, Lennequelle (beide aber nur kleine Rinnsaale), Sombornquelle, Ferndorfquelle, Siegquelle, die heilige Ilsequelle und die Dillquelle.
  24. Hallo zusammen, nach einiger Zeit des stillen, begeisterten Mitlesens habe ich mich nun auch endlich angemeldet! Ich bin mittlerweile eine Frau von 48 Jahren und wandere mit meinem Mann "Bergziege" zusammen bereits seit über zwei Jahrzehnten. Da haben wir uns über die Jahre langsam gesteigert - von ganz kurzen Tagestouren über organisierte Wanderwochen mit Gepäcktransport bis hin zu mehrwöchigen Ultraleicht-Touren mit Zelt. Im Alltag gehen wir jedes Wochenende wandern, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter! Wir leben im Ruhrgebiet und da haben wir eine fantastische Reichweite in viele unterschiedliche Wanderregionen. Das Ultraleicht-Wandern haben wir vor ein paar Jahren durch das Buch "Weite Wege wandern" von @German Tourist entdeckt - es war genau das, was wir brauchten! Erwähnenswert ist es vielleicht, dass ich ausschließlich Barfußschuhe trage (Grüße an @GirlOnTrail!) und auch damit wandere - zu diesem Thema bin ich auch immer sehr an Austausch interessiert! Unsere Ultraleicht-Touren bisher: Ungarn: Kektura (670km, der Rest kommt im nächsten Urlaub) Schottland: Westhighlandway und Teile vom Hebridean Way (nächstes Jahr wollen wir ihn komplett laufen) Deutschland: Hermannshöhen und Rothaarsteig (dazu schreibe ich auch gleich mal einen Berich!)
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