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Gaeubodenhex
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wandering_lukas
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LorenParkerr
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Eine Woche GR10 im September
Eine Woche GR10 im September
wandering_lukas reagierte auf LorenParkerr für Beitrag im Thema
1 PunktDanke für die Rückmeldung, das klingt nach ziemlich typischen Pyrenäenbedingungen im September. Die Sache mit dem Duschgel ist ja fast schon ein besseres Thermometer als jede Wetter-App. Interessant finde ich auch, dass die große Wasserflasche noch flüssig blieb. Dann war es offenbar wirklich nur kurzzeitig ordentlich kalt. Beim Quilt hätte ich bei solchen Temperaturen vermutlich auch eher Vertrauen in die Nacht als in meine Finger beim morgendlichen Packen. Dünne Handschuhe mit etwas Grip wären da wahrscheinlich Gold wert. Und die starken Temperatursprünge nach Sonnenaufgang stelle ich mir ziemlich krass vor. Von Frost am Morgen direkt zu Shorts und Sonnencreme ist schon eine Ansage.1 Punkt -
Eine Woche GR10 im September
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Epiphanie reagierte auf wandering_lukas für Beitrag im Thema
1 PunktHi @Epiphanie, Ich hatte einen Hyberg Nimbus II dabei. Temperaturen habe ich nicht aufgezeichnet, aber ich nehme an dass es so wie von Meteoblue fur 2000m angekündigt +-1°C waren: mein Duschgel hatte kleine Eiskristalle in der Flasche, die große Wasserflasche hatte nichts.1 Punkt -
Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
RaulDuke reagierte auf Old School für Beitrag im Thema
1 Punkt1 Punkt -
gramfex - Ultraleicht Ausrüstung Made in Austria - Vorstellung in eigener Sache
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Mia im Zelt reagierte auf gramfex für Beitrag im Thema
1 PunktHallo zusammen! Da ich neu im Forum bin und gramfex sicher einige noch nicht kennen möchte ich mich und meine Firma kurz vorstellen. Seit knapp 10 Jahren gehe ich leidenschaftlich gerne wandern und biken und dabei genieße ich es besonders auch die Nächte in der Natur und in den Bergen zu verbringen. Dabei habe ich lange nur kürzere Mehrtages-Touren von so 2-5 Tagen gemacht. Eine "richtige" Weitwanderung hatte ich aber schon länger auf meiner Wunschliste und da ich mich beruflich sowieso neu orientieren wollte, hat sich dann letztes Jahr die Chance ergeben. So bin ich kurzer Hand ( okay zugegeben so kurzfristig wars dann auch nicht, braucht ja doch einiges an Vorbereitung ) nach Neuseeland und habe einen Großteil des Te Araroa auf der Südinsel gemacht. Das war wirklich eine traumhaft schöne Erfahrung! Da ich von der Ausbildung her zumindest teilweise einen technischen Background habe und motiviert durch das knappe Budget als Student, hat mich dann relativ schnell auch das Thema MYOG interessiert. Angefangen habe ich dabei mit einem synthetischen Quilt. Während Covid kam dann mit einem Duplex-Clon das erste große Projekt, gut Zeit hatte ich ja genug. 😅 Über die Jahre sind dann noch einige weitere Projekte gefolgt, wie dieses A-Frame Tarp-Tent: und z.B. ein Biwaksack zum Schutz gegen Spritzwasser und Moskitos und co: Nach Neuseeland ist aus dieser Leidenschaft fürs (Weit-)Wandern und dem Wunsch, eigene Ideen umzusetzen sowie das Angebot an Ultraleicht-Ausrüstung in Europa zu bereichern, gramfex entstand. Ein kleines Unternehmen mit Sitz in Graz, das es sich zum Ziel gesetzt hat hochwertige Ultraleicht-Outdoor-Ausrüstung fürs Wandern, Radfahren und Campen zu entwickeln und selbst zu fertigen: https://gramfex.eu (gewerbliche Seite) Aktuell bieten wir folgende drei Produktlinien an: Ultralight Carbon Heringe: Mit 2 g (Länge: 13,5 cm) und 4 g (Länge: 15 cm) gehören sie zu den leichtesten vollwertigen Heringen auf dem Markt und bieten ein unübertroffenes Gewichts-zu-Haltekraft-Verhältnis. In meinen Tests hat die 4g-Version einer Zugkraft von bis zu 14 kg Stand gehalten, nur knapp weniger als die 15 kg der MSR Mini Groundhogs, die 2,5 Mal so viel wiegen! Firefly Ultralight Herings-Kappen: Sie machen es leichter die Heringe mit der Hand in den Boden zu drücken und helfen dabei, Verletzungen durch unabsichtliches drauf steigen zu vermeiden. So bleiben Hände, Füße und Heringe heil. Sowohl die Firefly UL Herings-Kappen als auch die UL Carbon Heringe leuchten im Dunkeln für bessere Sichtbarkeit: Ultralight Rocket Stand: Das Set besteht aus 4 Teilen, wiegt insgesamt weniger als 10 g und hat zwei nützliche Funktionen: 1. Standfuß für Gaskartuschen und 2. Verschluss für Topfdeckel. Sie passen dabei auf die meisten handelsüblichen Gaskartuschen (100 g, 230 g, 445 g) und viele UL-Töpfe, wie z.B. die 750 ml Titan-Töpfe von Toaks, Lixada und BESTARGOT. Ich freue mich auf den Austausch unter Gleichgesinnten und bin immer für neue Ideen, Wünsche, Anregungen und auch konstruktive Kritik dankbar! In diesem Sinne frohes Trekking und schöne Grüße aus Graz! Anian1 Punkt -
Plastik - oder auch Plaste
Plastik - oder auch Plaste
davethewanderer reagierte auf Ameisenigel für Beitrag im Thema
1 PunktWir verwenden Tüten als Liner und für Anderes. Zur Optimierung habe ich etwas recherchiert. Einen Regenrock mit 14,2g habe ich gemacht aus: https://www.avivamed.de/casa/haushalt/muellbeutel/pely-zugband-muellbeutel-extra-breit-60-liter-11-st Als Wäschebeutel und als Liner für den Schlafsack mit 2,6g pro Stück: https://www.csj-emballages.com/produit/sac-de-prelevement-liasse-10-microns-35-x-50-cm-par-1000/ Bei 1.000 Stück kann ich offensichtlich auch ein paar verschicken. Wer möchte: 5 Stück im Briefumschlag für € 1,50 Versand via PayPal. Sie sind dehnbar und aus meiner Sicht für den Zweck ok - aber noch nicht im Einsatz getestet. Wenn einmal beschädigt, dann reissen sie allerdings schnell weiter.1 Punkt -
Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
Antonia2020 reagierte auf Gaeubodenhex für Beitrag im Thema
1 Punkt9. Jizerský hory (Isergebirge) 26.-28. August 85 km Ich weiß nicht, was mich am Vorabend geritten hat, aber ich wollte unbedingt ins Kloster.... Auf der Karte entdeckte ich 2 Etappen weiter den Ort Hajnice mit einem Klášter, schön gelegen im Isergebirge. Der Haken dabei, die Entfernung auf der Via Czechia mit allerdings vielen Schlaufen würde wieder auf knapp 50 km kommen. Und es regnet heute. Also lasse ich mir von Mapy.com eine direktere Route kreieren und die App spuckt mir so ungefähr 29 km aus. Das ist doch ein starker Plan, die wichtigsten Abschnitte mit drin, die Luxusschlaufen weg, und ich bin heute Abend glücklich und zufrieden im Trockenen. Genüsslich lasse ich mir das überreichliche Hotelfrühstück schmecken, das Beste an der ganzen Unterkunft. Und so esse ich Dinge am Morgen, die ich sonst nie essen würde. Um halb neun geht es dann im Regen los. Harrachov ist eine ziemlich unidyllische Ski-Stadt und genau die Deutschen zieht es da hin. Es dauert 4 km, bis ich aus Harrachovs Dunstkreis komme und lande schließlich im Tal der Jizera, die zugleich die Grenze zwischen Tschechien und Polen darstellt. Ziemlich einsam spule ich mit Regenschirm bewaffnet die Kilometer herunter. Die Hochfläche des Ortes Jizerka begeistert trotz des schlechten Wetters. Einem älteren Paar, Stenjek und Helena, biete ich an, von den beiden ein Foto zu machen, natürlich sind sie auch bereit für ein Selfie zu dritt. Diese netten Begegnungen sind das Salz in der Suppe. Mein Weg zieht nach rechts in die Wälder, um am Kamm ein Felsenlabyrinth mitzunehmen. Es herbstelt ein wenig. Dann kommt ein einsamer Abstieg zwischen zwei Waldbächen. Letztlich lande ich in Bílý Potok, einem ziemlich herunter gekommenen tschechischen Ort mit Messi-Häusen oder gar zerfallenen Gebäuden. Danach kommt dieses Hajnice mit meinem Klášter...nach endlich 31 km betrete ich die Kirche und bestaune die Fresken. 2 Betschwestern murmeln lautstark irgendwelche Gebietsmonotonien auf tschechisch herunter. Also lieber gleich zur Rezeption und erste Begutachtung meiner Zelle 217. Der Hunger treibt mich ins Klosterrestaurant und dort erwartet mich ein Abendbuffet mit Schlemmereien ohne Ende. Es werden 2 große Gänge mit Fisch, Hühnchen, Kichererbsen, Bohnen, Kartoffeln und Hranolky....naja, wer weiß, was mich wieder die nächsten Tage erwartet. Das Wetter wird nämlich besser und mein Zelt will wieder mal Frischluft tanken. Wenn mich was nervt, dann sind es Trampeltiere in Unterkünften. Nun müsste man meinen, ein Kloster hat so dicke Mauern, daß da gar nichts Akustisches durch dringt, weit gefehlt. Die Kirchenglocken gingen ja noch, aber das Getrappel von gehbehinderten Schwergewichten, die ich schon im Klosterrestaurant begutachten konnte, zwingt mich zum Einsatz meiner Ohrenstöpsel. Vielleicht hatte ich auch deswegen nicht die allerbeste Nacht, weil ich nach dem günstigsten Abendbuffet mit zwei großen Tellern voller Leckereien überkalorisch versorgt mit vollem Bauch im Bett lag. Das Schlemmen geht morgens weiter und so komme ich erst um Viertel vor Neun aus dem Kloster raus. Kurz nach Hejnice beginnt sogleich der Anstieg auf den Poledník und ich komme partout nicht vorwärts, da ich trödele und dann auch noch mit einer fröhlichen Jugendgruppe ein Selfie mache. Der Weg wird nach einer Straßenquerung mit einem noch geschlossenen Gasthaus noch anspruchsvoller, weil sich ein wunderschönes Felsenlabyrinth zum Durchschreiten anbietet. Lange schweißtreibende Stiegen führen letztlich auf den Špičák, von wo man endlich auch in der Ferne den Ještěd mit seinem futuristischen Turm ausmachen kann. Die Via Czechia führt da leider nicht hoch, dafür kann man ihn in Folge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Ein längeres Asphaltstück führt dann aussichtsreich über Land, man könnte hier keinesfalls Wildzelten, da alle Wiesen mit Elektrozaun umgeben sind. Nur einmal führt der Wanderweg direkt über eine Kuhweide. Mir wird schon ganz anders, weil ein paar von denen sind ganz schön gehörnt. Außer dass ich in einen frischen Kuhfladen versehentlich trete, passiert aber nichts. Später bergab in Richtung Chrastava geht es wieder auf Asphalt entlang, viele Obstbäume flankieren den Weg und so mancher Tscheche oder Tschechin rüttelt und bückt sich, um die Zwetschgen einzusammeln. In Chrastava hole ich mir aus einem Potraviny Mineralwasser, Chips und süße Waffeln. 3 km später im Zelt liegend deucht es mir, dass das wohl für mehrere Tage die letzte Einkaufsmöglichkeit war. Nun denn, dann muß halt mal wieder ein Gasthaus besucht werden, falls eines zum richtigen Zeitpunkt offen hat. Bin ja schon froh, um Wassernachschub. Und wie am Beginn meiner Reise, gut 3l Wasser schleppen, mache ich nicht mehr. Es wird sich schon was auftun unterwegs. Der Morgen im Wald beginnt schon etwas verschlafen, ich war ab 6 Uhr morgens nochmals eingenickt und träumte irgendetwas blödes. Und so trödele ich schon beim Zusammenpacken. Keine Hochstimmung heute morgen, es ist schwül und ich studiere zum x-ten Mal die kommende Wegstrecke nach potravinys, Quellen und Hospodas. Erstere tauchen erst in gut 100 km wieder auf (Hřensko), mittlere sind wenige und mind. zu 75 % ausgetrocknet und letztere gibt es zwar, haben aber Öffnungszeiten, bei denen mehr als 50% wieder ausfallen. Jammer, wo ich doch durch meine Übernachtungsserie in Unterkünften nun vollkommen verwöhnt bin. Jetzt soll ich wieder in den survival-Modus, meine Nescafé Beutel abzählen, die snack-Rationen halbieren und Wasser vorsorglich etwas mehr schleppen.... Das erste Highlight des Tages ist nach wenigen km eine Gondelselbstzuganlage über das Flüsschen Lužická Nisa. Dann geht es ca. 3 km an der Straße entlang. Kryštovofo údolí ist so ein langgezogenes Örtchen mit überwiegend Sommerfrischehäuschen der gut betuchten Tschechen. In Krystovofo údolí überwinde ich mich und spreche 2 Männer zum Auffüllen der Wasserflaschen an. Prima, klappt doch. Und dann kommt prompt 1,5 km später eine munter sprudelnde Quelle mit Unterstand. Beides nutze ich für einen großen Pott Nescafé und esse meine halbe Brotzeit mit Wurst, Käse und altem Brot, muss eh weg. Eine junge Drossel schaut mich bei meiner Pause bedröppelt an. Der weitere Weg verläuft auf dem Kammweg, den ich genau vor 7 Jahren gegangen bin. Markante Kreuzungsstellen erkenne ich wieder, aber das war's dann schon auch. Im Gegensatz zu damals sind lange Strecken des Weges durch Holzarbeiten übelst zu gehen und ich komme nur sehr langsam vorwärts. Auf 10 km kommen schon 500 hm zusammen und die Schwüle tut ihr übriges. Ein paar Zwetschgenbäume am Wegesrand sorgen für die gesunden Snacks. Um halb drei habe ich endlich dieses Örtchen Jítrava erreicht. Ich lasse mich im der erstbesten Imbiss nieder und verzehre eine große Klobása zusammen mit einem pivo, einer Kofola und zur Nachspeise gibt es Mango-Softeis. Dinge, die ich sonst nie verzehren würde... Der Ernegieschub bleibt aus. Zwar nehme ich mir noch eine Strecke von 9 km vor, aber als ich die elefantenähnlichen Felsen Bíle kamení passiere, deucht mir schon, dass heute echt nicht mehr viel geht. Ich schleppe mich noch ein paar schöne Kletterfelsen entlang und bleibe dann bei einem kleinen alten Bunker endgültig hängen. Wollte ich nicht schon immer mal an so einem historischen Ort einen Overnighter machen? Gesagt, getan, ich säubere hinter der Betonhütte einen Platz und steige dem Bunker auf's Dach für's Chillen und Lage checken, ob da überhaupt jemand vorbei kommt. Es kommt keiner vorbei. Prima, dann wird das für die vorausgesagte verregnete Nacht mein Lagerplatz.1 Punkt -
gramfex - Ultraleicht Ausrüstung Made in Austria - Vorstellung in eigener Sache
Schön dass es mehr UL Produkte in Europa gibt. Deine Heringe sind den Pachalama doch sehr ähnlich nur schwerer. Ist das die Schnur?1 Punkt
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Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
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Fluwer reagierte auf Gaeubodenhex für Beitrag im Thema
1 Punkt4. Hruby Jeseník (Altvatergebirge) und Rychlebske hory (Reichensteiner Gebirge): Am Praděd vorbei auf den Schneeberg 13.-16. August 110 km Ich liebe Nächte wie diese: unspektakulärer Fichtenwald, weicher Boden, Windrauschen, überwiegend eben. So geht Regeneration. Um kurz nach 7 Uhr mache ich mich auf um just nach 600 m an der Chata na Skřítků eine Ladestation zu entdecken. 10 min Handyaufladen muss jetzt auch noch sein. Dann beginnt ein langer schöner Anstieg durch den Wald, auf dem mir 15-20 Tschechen unterschiedlichen Alters mit Rucksäcken entgegen kommen. Offenbar ist der Bergkamm wieder ein Hotspot für Sonnenunter- und aufgangsanbeter. Nach einigen Höhenmeter erwartet mich schon der erste verblockte Gipfel Ztracené kameny, auf dem ein junger Tscheche sein erstes Gipfelbier um kurz nach 8 Uhr hineinschüttet. Ich gehe mal besser weiter. Und dann kommt in dieser Morgenstunde der mit Abstand schönste Trail in Richtung Praděd, dem Altvatergipfel mit fast 1500 hm. Aussichten mit 360°-Panorama auf einer riesigen Hochfläche, bei der es klar wird, warum so viele von ihrem Biwak kommen. An der Jelení studánka gibt es reichlich Quellwasser und einen großzügigen Unterstand, in dem viele Leute hineinpassen. Momentan ist hier keiner mehr. Ich bin im flow und wandere an Heidekraut vorbei mit permanenter Aussicht. Immer auch den Blick auf den Praděd voraus dreht sich der Weg an einem Lift halbkreisartig. Das vorläufige Ziel ist das Skiörtchen Ovčárna, in dessen Restaurace ich meinen Brunch mache. Langsam bekomme ich eine smažený sýr mit hranolky -Vergiftung, aber das ist das einzige Gericht, was ich am besten aussprechen kann. Das WC eignet sich für Catwash und die Dame hinter dem Tresen lässt mich mein Smartphone aufladen. Frisch gestärkt geht es auf Teerstraße zum Praděd. Es ist Mittag und eine Massenprozession bewegt sich gen Gipfel. Da lasse ich den Altvater doch lieber rechts liegen und spare mir die letzten hm. Das nächste Ziel ist eine Hütte in Švýcárna. Ich muss für mein pivo garantiert 20 min anstehen, aber mir macht das nichts. Dann folge ich dem Weg weiter, meist abwärts, dann über Bohlen, dann wieder steinig bergauf. Mit einer älteren Einheimischen komme ich auf Englisch ins Gespräch, es schaltet sich ein älterer Herr dazu, der besser Englisch kann und so fragen sie mich ein wenig aus und wünschen mir eine gute Wanderung. So macht das richtig Spaß, wenn man Kontakt zu den Leuten bekommt. Für den Abend suche ich die Vřesová studánka auf, eine Mischung aus Quelle, Kapelle und Unterstandshütte, auf dem Dachboden könnte man nächtigen, aber da ist schon eine Familie mit Kindern. Ich suche mir etwa 50 m weiter oben ein Sonnenplätzchen zwischen Heidelbeeren und Felsen. Über mir fliegen Fichtenkreuzschnäbel. Ich glaube, ich mache heute mal wieder Cowboy Camping. Der Biwakplatz war im Grunde nicht schlecht, unauffällige Lage, aber windige Exposition. Ein Biwak hat den Nachteil, viel anzuziehen und sich nicht ausbreiten können. Der Vorteil besteht in den Wachphasen, dass man direkt in einen gigantischen Sternenhimmel guckt und Sternschnuppen zählen kann. Und man versäumt den Sonnenaufgang nicht. Dieser hier ist wieder sagenhaft schön, wenn sich die neon-rosa Scheibe hinter den blauen Bergketten erhebt. Ohne Frühstück geht's auch gleich los. Auf dem ersten Gipfel des Tages, dem Keprník vrchol, einem 1400er, bin ich schon nicht mehr alleine. 2 nette Burschen lassen englisch mit sich reden, und so machen wir gegenseitig von uns Gipfelfotos. Auf dem Weiterweg nach Ramzová knurrt mir der Magen, kommt jetzt etwa der hiker-Hunger? Und so stolpere ich den sehr steinigen Weg hinab und wundere mich, dass mir immer mehr Touris um diese Zeit schon entgegen kommen. Das Rätsels Lösung ist eine Seilbahn, die alle ein paar hm nach oben schweben lässt. Am späten Vormittag bin ich in Ramzová und kaufe der Minimarket-Frau Wasser und ein paar Snacks ab. Ein gefüllter Krapfen in die Hand muss auch sofort sein. Keine 700 m weiter entdecke ich ein Hüttenresort, dessen Parkplatz mit Laternen bestückt ist, die in den Masten Steckdosen haben. Bis Mittag gibt es also für mich nochmals eine Ladepause. Dann kommt wieder ein Anstieg durch den Wald und auf schönen Trails bis zur polnischen Grenze. Ich mache einen 500 m Abstecher zu einer großen Berghütte, Horská chata Paprsek, wo ich mir Gulaschsuppe und als Nachspeise eine große Heidelbeerdampfnudel gönne. Letztere bereitet mir ein Zuckerkoma, mit dem ganzen Puderzuckertopping und der flüssigen Butter obendrauf. Und Aussicht hat man beim Essen direkt auf den Dalimilova rozhledna einige hm weiter unten, ein Aussichtsturm bzw. eine verkleinerte Replik der Sněžník-Aussichtsplattform. Zu dem Sněžník wandere ich aber erst morgen. Mit vollem Bauch schlendere ich nach langer Pause wieder an den Grenzsteig und nehme mir nochmals 10 km vor. Allerdings schwächle ich heute nach dem frühen Aufbruch und ungewohnt vollen Magen, so kommt es mir gelegen, bereits schon nach weiteren 8 km ein Waldstück zu entdecken, wo sich ein verschwiegenes Plätzchen auftut. Ich brauche heute wieder eine unspektakuläre Nacht. Die Nacht wäre ganz ok, wenn da nicht immer wieder so leichte Raschelgeräusche und ein niedliches Fiepen zu hören wäre. Wahrscheinlich sind Marderchen zu Gange. Ich stecke mir mal Ohrenstöpsel ein und rette si die frühen Morgenstunden für den Schlaf. Um 7 Uhr geht's aber auf, der Sněžník (Glatzer Schneeberg) will heute bestiegen werden, und noch mehr. So geht es erstmal die restlichen km bis zum Sattel. In dessen Chata ist um 8 Uhr erst Aufwachstimmung. Der steile Anstieg kommt erst noch nach einem flachen Gehstück. Dann geht's aber zur Sache. Die ersten Biwakierer kommen mir schon entgegen. Mit einem polnischen Männerduett komme ich sehr ausführlich ins Gespräch. Sie sprechen ausgezeichnetes Englisch, der eine, Tom, hat wohl in den USA studiert, der andere, Jan, kann Japanisch. Sie verraten mir, das kurz vor dem Gipfel eine Quelle sprudelt, somit ist mein Tag gemacht. Beide haben oben biwakiert und zeigen mir traumhafte Sonnenaufgangsfotos. Das Zelt haben sie sich nicht benutzen trauen. Wildzelten ist ähnlich wie bei uns verboten, aber Biwakieren sei eine Grauzone. Was will man denn auch schon dagegen machen, wenn z.B. auf der Schneekoppe im Riesengebirge täglich bis zu 500 Leute bei gutem Wetter dort in Schlafsäcken und Matten den Sonnenunter- und -aufgang betrachten....sagen sie. OK, d.h. hier besser durchstarten oder eben die 501. sein. Dann endlich ist sie da, die Quelle. Ich pumpe mir schon mal einen extra Liter rein und fülle alle Flaschen auf. Das sollte bis morgen reichen. Den Aussichtsturmaufstieg spare ich mir, es ist mittlerweile so oder so halb Tschechien und ein Viertel Polen hier oben. Auf dem E3 geht's wieder hinunter durch den Wald. Es kommen mehrere kleine Bäche, den ersten nutze ich gleich mal für eine ausführliche Wäsche. Dann zieht sich der Abstieg. Das Käffchen Králíky, ehemals Grulich, werde ich heute nicht ganz erreichen und hebe ich mir für morgen Vormittag auf. Dort muss ich wieder nach Wasser schauen. Ein paar km davor lädt ein Waldrand mit Aussicht auf ein Kloster zum Bleiben ein. Das Zelt werde ich wohl erst ganz spät aufstellen. Heute ist Sonntag, und da lasse ich es etwas langsamer angehen. Der Ausblick von meinem Lagerplatz auf das Kloster Hedeč Hora Matky Boží auf dem Bergerl links neben dem Örtchen Králíky wird mir heute noch genügen, denn nach gut 3 km verweile ich erstmal an dem Kircherl Panna Marie, dessen Friedhof einen funktionierenden Wasseranschluss bietet. Perfekt zum Auffüllen meiner Flaschen und zur Morgendusche, ist ja noch keiner da, um Gräber zu gießen. Eine halbe Stunde später gibt es den nächsten verlängerten Stopp. Am Besucherzentrum des Hauptbunkers aus dem 2. Weltkrieg bzw. schon aus der Zeit davor, als die Tschechen ihre Verteidigungslinie aufbauten, kann ich zum einen einen Kaffee trinken und meine Powerbank ein bisschen laden. Am Vortag fand nämlich eine militärische Übung mit sämtlichen tschechischen Organisationen statt und so konnte ich all diese Militärgrößen, die neben mir ihren Morgenkaffee gekrenzt bekommen, beobachten. Nur, dass ich halt leider kein Wort verstehe. Nach einer weiteren 3/4 h der nächste Boxenstopp, namens COOP. Der hat auch am Sonntag auf, und so kann ich wieder Proviant nachkaufen und gebe mich auf der Wiese davor einem ausgiebigen Brunch hin. Da es nun schon später Vormittag ist, spar ich mir die Schlaufe zum Kloster und zu einem Aussichtsturm. Beide Lokalitäten liegen auf einem Hügel und tja, mit vollem Rucksack und Bauch in der Mittagshitze.... Trotzdem blüht mir noch ein Anstieg auf den Suchý Vrch, der knapp unter 1000 m hoch ist. Dahinter liegt ein etwas feineres Restaurant, in dem ich Saláty mit Pute erstehe und mein Handy komplett aufladen kann. Diese 4. Pause zerschießt mein Zeitfenster zum Vorankommen. Egal, ich schalte heute einen Gang zurück und fasse die Útulná U mladkovske školky als Abendziel ins Auge. Wenn die leer sein sollte...immerhin wollte ich ja auch mal in so einer Útulná nächtigen.1 Punkt -
Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
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Fluwer reagierte auf Gaeubodenhex für Beitrag im Thema
1 PunktNízký Jeseník, "Niederes Gesenke", 10.-12. August, 90 km Um kurz nach sechs habe ich alles eingepackt und es geht los im Pullover, denn es hat nur 10° C am Morgen. Kaum vorstellbar, dass es in kurzer Zeit wieder unerträglich heiß sein wird. Der grobschottrige Weg rechts des Flüßchens Budišovká wechselt auch mal in schönere Beläge. Ich wandere vorbei an vielen kleinen Zeltlager, aus denen fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. Ich biege vor lauter Begeisterung über die tschechische Mentalität, mit wenig Bespassungsmodalitäten vollkommen zufrieden zu sein, fälschlicherweise in ein anderes Tälchen ab, merke es aber noch rechtzeitig und drehe um. Dann führt der Weg hinauf in die mährische Agrar-Landschaft, die durch weitläufige Wiesen mit Heuballen und glücklich grasenden Tieren geprägt ist. In Podlesí hat eine Hospoda geöffnet, an der ich mir ein kaltes Birell - mein neues Kultgetränk - gönne. Dann entlang durch weitere weite Wiesen mit einer immer bombastisch werdender Aussicht. Der kleine Abstecher auf den Červená Hora beschert mir eine gigantische Aussicht bis zum fernen Altvatergebirge, das nächste Ziel in einigen Tagen. Mittlerweile wird die Hitze durch kräftigen Wind etwas erträglicher, wie wenn jemand einen riesigen Fön angestellt hat. Vorbei an der Kapelle Sv. Jan Nepomucký bestaune ich zugleich die Cesta Česko-německého porozumění, die tschechisch-deutsche Verständnisstrasse, ein Projekt, bei dem immer noch mit dem Land besonders Verbundene ihre eingravierten Granitplatten hinterlegen können. Dann führt der Weg durch eine Windparkanlage mit Siemensrotoren, eine davon scheppert metallisch, was man dann noch kilometerweise hören kann. Ein junger Fuchs quert auf der Suche nach etwas für ihn Interessantem die Straße und bemerkt mich erst gar nicht. Ich biege nach links ab und mache noch 2 km über lange Wiesenwege, bevor ich in einer kleinen Schneise im höheren Gras einen geeigneten, weil versteckten Lagerplatz entdecke. In meinem Zeltlager ist es so kuschelig, dass ich gar nicht so recht aufstehen mag. Ich ködere mich innerlich mit der Vorstellung auf ein Frühstück mit frischen Lebensmitteln in der gut 5 km entfernten Stadt Moravský Beroun, die ich ja schon gestern erreicht haben wollte. Aber das zündet auch nicht so richtig, da ich keinen Kohldampf habe. Also bleibt es beim gemächlichen Aufstehen und Zusammenpacken. Das Städtchen kommt nur langsam näher. Um 8:30 dann taucht der grüne "Tempo potraviny" Markt auf, in dem ich erstmal ausgiebig schauen muss, weil der so gut sortiert ist. Natürlich habe ich wieder mal zu viel im Einkaufskorb, mein Rucksack platzt eh schon bald. Auf dem großen Marktplatz breite ich meine frisch erstandenen Schätze auf einer schattigen Bank aus, und verleibe mir Salami auf Mehrkornsemmel, rote Paprika, Tomaten, Kefir und ein Birell ein. Der Rest wird irgendwie in und an den Rucksack gestopft. Das mit dem Wasser muss noch warten, denn ich komme in weiteren 2 km direkt an der Mineralwasserfabrik Ondrášovka vorbei, wo eine frei zugängliche Quelle sprudelt. Ab da ist der Rucksack wieder maximal schwer und das heißt, ich werde stündlich eine Rückenpause brauchen. Der muckt schon seit dem Vortag. Der Weiterweg führt an der Bystřice entlang, die nur sehr wenig Wasser führt. An geeigneter Stelle gibt es für mich die nächste Pause zum ausgiebigen Waschen und Zähneputzen. Das tut gut. Mittags habe ich dann meine knapp 15 km auf dem Tacho, und die nächste verlängerte Mittagspause steht an. Ich liebe es, in einer mährischen Wiese im Schatten zu fläzen und nur den Wind, das Fliegengesumse und die Grillen im Hintergrund zu hören. Nach der Pause führt mich der Weg kilometerweise durch einen noch sehr jungen Mischwald, offenbar ein Wiederaufforstungsprojekt. In der Senke liegt das Dörfchen Husová. Dessen Kirche ist zwar veschlossen, da hier jedoch eine Sanierung durchgeführt wird, die aktuell aber ruht, bin ich entzückt über den Stromkasten, über den ich mein Smartphone wieder zu 90% aufladen kann. Das übernächste Dörfchen ist Sovinec, in dem eine Burg thront. Mich interessiert nur das WC für eine schnelle Wäsche. Dann geht es ziemlich lang hinunter in ein Tal, um dann wieder steil durch Buchenhänge aufzusteigen. Nach bereits 30 km halte ich Ausschau und finde prompt eine versteckte ebene Fläche im Wald, ideal zum Übernachten. Die Nacht in meinem Buchenwald verläuft schleppend, ich wache oft auf durch das Rascheln der Bäume. Ständig fällt etwas von den Bäumen und im Laub raschelt es öfters. Die Abhilfe kommt durch meine kleinen Ohrenstöpsel. Und am morgen mag ich gar nicht gleich in die Pötte kommen. Ich verzichte wieder auf Frühstück und stapfe als um Viertel nach 7 durchs Laub auf den Wanderweg zurück. Ein paar km noch auf dem Bergkamm, dann ist dieses Řešov erreicht. Von da ab geht ein Weg direkt in eine Schlucht. Es ist erst 8:15, und so nutze ich die Morgenstunde bei nächstbester Gelegenheit für einen Catwash. Ein paar Minuten später käme ich nicht mehr dazu, da sich schon die ersten tschechischen Urlauber nach unten bewegen. Denn da wartet das erste Highlight des Tages: Rešovské vodopády, der Wasserfall der Huntava. Steil über Holztreppen und Steinblöcken führt der Weg weiter an der Huntava entlang, um sich dann später in einen Weg mit geschnitzten Märchenfiguren am Rande fortzusetzen. Es kommen noch ein paar tschechische Dörfer, in denen männliche Einzelpersonen versteckt misstrauisch ein dobrý murmeln. Tschechische Frauen sind vergleichsweise mir gegenüber offener. Nach einem Asphaltstück, das an einem leider nicht mehr in Betrieb genommenen Stromkasten mit Steckdosen entlang geht, biege ich dann links ab und nehme die Höhenmeter zum Rabštejn in Angriff. Dort befinden sich eine Burg, Kletterfelsen und das Beste: ein Restaurace, an dem ich mir ein Huhngericht und 2 Birell genehmige. Eigentlich könnte ich dort für einen schmalen Taler bei den Kletterern zelten, es ist aber erst 14 Uhr, und ein paar km möchte ich noch machen. Das nächste Highlight kommt mit den kleinen Felsengipfeln Černé Kamený und Bílý kámen, knapp unter 1000 hm, aber eine fantastische Aussicht zum Altvatergebirge und in der Ferne vermeine ich auch die Schneekoppe zu sehen, ist sie aber noch lange nicht. Erst kommt der "Schneeberg"! Dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Ab Skřítek am Sattel würden dann die ganzen hm noch gemacht werden wollen und dann ist man in der absoluten Kernzone. Die einzige Möglichkeit wäre die Útulná Jeleny studánka, die ist zum einen noch ziemlich weit weg und kann dann später am Abend bereits voll belegt sein. Außerdem liegt die auf 1300 hm an einem Aussichtspunkt. Das ist mir zu riskant. Ich bleibe heute einsam in dem ebenen unspektakulären Wald auf 850 hm und nutze die Zeit für eine kleine Näharbeit an meiner Wanderhose.1 Punkt -
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Den halben Sommer in Tschechien: Via Czechia severní (Nordtrail)
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1 PunktServus Moravskoslezské Beskydy, ahoj Moravská brána a Podbeskydská pahorkatina (Mährisches Tor) 8.-9. August, 59 km Heute heißt es Abschied nehmen von den Beskiden, der herrliche Kammweg führt hinab nach Hodslavice. Am Bahnhof leiste ich mir 2 Birell und salzige Chips, mir war danach bei literweise Quellwasser. Dann geht es durch mehrere tschechische Käffer, viel auf Straße, allerdings wartet schon das nächste Highlight mit dem Svinec als Aussichtsberg in alle Richtungen. Ein sehnsüchtiger Blick zurück in die Berge der Beskiden, ganz weit hinten kann man den Lysá Hora ausmachen. Vor mir Starý Jičín und die gleichnamige Burg (Hrad) auf dem Bergerl daneben. Ich spar mir den Aufstieg und wandere rechts des Burgberges über's Land. Eine Storchengruppe grast ein Feld nach etwas Essbaren ab. In Bernatice nad odra lädt ein Restaurant zum 3. Birell des Tages und zum Aufladen des Smartphones ein. Anschließend geht es ein paar wunderschöne Kilometer durch die Oderauen. Am Ende der Auen angelangt suche ich mir in einem verschwiegenen Waldstück ein weiches Plätzchen. Heute ist Cowboy Camping angesagt. Die Cowboy Camping Nacht war nicht ganz so flowig, wie gedacht. Die anrauschenden Züge von und in den nicht allzuweit liegenden Bahnhof von Suchdol können erfolgreich mittels Ohrenstöpsel gedämpft werden. Mehr zu schaffen macht mir die nächtliche Kriechfeuchte, die sich auf alles legt, was ich ausgebreitet habe, inkl. Schlafsäcke. Trotz fehlendem Zeltabbau komme ich erst nach 7 Uhr los, um exakt in einem guten km im großartigen Bahnhofsgebäude von Suchdol zu landen. Und das ist feudal. Mit 10 Kč bekomme ich alles fürs Hikerglück: ungestörten Klogang, Kurzwäsche mit warmen Wasser, Wasser zum Mitnehmen, Seife, eine Haarwäsche und Papierhandtücher. Perfekte Einrichtung. Der weitere Hadsch wird ein Asphalthadsch durch das tschechische Örtchen, ein Coop hätte sogar offen, ich brauche noch nix. Dann geht es über abgemähte Wiesen beschaulich durchs mährische Land. Ich nutze die mittlerweile 10 Uhr Sonne zum Frühstück mit Klobása und zum Schlafsacktrocknen. Um 11 Uhr ist Fulnek erreicht. Das hat eine große Dreifaltigkeitskirche, die mir eine Zwichenaufladung von Handy und Powerbank ermöglicht. Ich bestaune als einzige Besucherin zwischenzeitlich die Fresken und bedanke mich mit einem kleinen Kronenobulus. Am Marktplatz hat ein Vietnamesen-potraviny offen, wo ich mir 2 Dosen Birell und Cracker besorge. Die Dosen werden sofort auf einer Bank am Marktplatz geleert. Dann kommt für mich die anstrengendste Tageszeit. Temperaturen bis 28°C. Es überwiegt das Agrarland und die Feldwege gehen gefühlt meist bergauf und haben groben Schotter. Kein Kindergeburtstag. Die Zwischensnacks aus Minipflaumen schmecken, aber Hunger habe ich in der Hitze keinen. Dafür gibt's grandiose Aussichten zurück nach Fulnek auf das Kloster und dahinter die Beskidenbergkette. Komischerweise kommen mir mind. 4 Motorräder auf dem Wanderweg entgegen, mit den Straßenmaschinen ist es schon fast eine Kunst, die Teile hinunter zu manövrieren. Eine Horde Kühe ist am obersten Punkt hier Zuhause. Deren Fliegenmakrobiom wechselt die Besitzer und begleitet mich fortan kilometerweise als sirrende Wolke bis zum nächsten Wald. Dann gibt's noch paar Straßenkilometer, bis ich mich dazu entschließe, mal auf einem der wenigen auf dem Weg liegenden Camping Plätze nieder zu lassen. Es sind natürlich Ferien und der Platz ist zu 2/3 gefüllt mit Schülergruppen unterschiedlichen Alters. Mir heute egal, ich habe Ohrenstöpsel und gebe mir heute Abend die Powerbombe aus Syr, hranolky und pivo .1 Punkt -
Routenvorschläge für erste Fernwanderung?
OT: Nein, gar nicht entmutigend soll es sein!! 😌 OT aber, weil ich zu deinen Routenanfragen nichts beisteuern kann. (Keine Weitwandererfahrung und eher den Norden bevorzugend 😉) Aber ich finde dein Vorhaben wunderbar und kann es sooo gut nachvollziehen! Ich bin zwar „erst“ 53 1/2, bin aber auch erst im letzten Jahr über meinen Schatten in meinen stillen Traum gesprungen und habe meine erste Mehrtageswanderung mit Zeltübernachtungen probiert. Und es sehr geliebt. Ich glaube, fehlende Fitness ist kein Ausschlusskriterium - fit wird man unterwegs. Man läuft ja beständig. Und das ist, gerade mit Gepäck durchaus Training. Ich wünsche dir wunderbare Touren, ganz nach deinen Vorstellungen und mit der Ruhe nach der „Elternzeit“, die auch bei mir der Grund für die freiheitliche Entscheidung war 😎 LG Susanne1 Punkt