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Ultraleicht Trekking

Shabeel

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  1. Spannendes Thema. Als jemand, der fast ausschließlich solo unterwegs ist und auch Zeit in buddhistischen Klöstern verbracht hat (wo man bis auf die Vormittage den restlichen Tag in Stille und allein verbringt), sehe ich das ähnlich, aber mit einer wichtigen Einschränkung. Solange man alleine draußen ist, keine Nachrichten checkt und es "nichts zu tun" gibt, fällt es leichter, eine gewisse Achtsamkeit zu entwickeln. Der Geist schweift nicht mehr so leicht in Sorgen, Trauer, Wut oder Verzweiflung ab. Alles wird leichter, der gewohnte Alltag tritt in den Hintergrund und das unmittelbare Erleben in den Vordergrund. Da beginnt genau die angesprochene "Innenkehr". Aber: Das Problem ist die Rückkehr. Sobald man wieder zu Hause ist, verfällt diese Stille extrem schnell. Die Achtsamkeit schwindet, und die gewohnten Ansichten und Gefühle kehren zurück. Am Ende bleibt oft wenig bis nichts übrig, denn die Gewohnheit ist stark (Gewohnheit = da, wo der Geist wohnt). Unser Erleben wird dadurch bestimmt, was durch die "Pforten der Wahrnehmung" (Sehen, Hören, Riechen etc.) eintritt. Wenn dort wieder der Alltag einzieht, passt sich das Erleben dementsprechend an. Meiner Erfahrung nach kann man keinen dauerhaften Gewinn aus dem Trekking ziehen, wenn man danach genauso weiterlebt wie bisher. Man muss bestimmen, was das gewohnte Erleben füttert – also die Wahrnehmung im Alltag ändern. Das heißt konkret: - Fernseher weg oder Konsum drastisch reduzieren. - Nachrichten begrenzen. - Nicht ständig auf Social Media hängen. - Nicht jedes "lustige Video", das herumgeschickt wird, ansehen und weiterleiten. - Bewusst anders auf Missachtung oder Stress reagieren. -Usw. Der einsame Trip in die Natur (oder ins Kloster) dient eigentlich nur als Referenz: Er zeigt dir, wie schön und leicht es mit weniger sein kann. Aber solange man im Alltag an den Inputs (Medien, Reize) nichts ändert, bleibt vom "Longevity"-Gefühl nichts dauerhaftes.
  2. Ich hab den hier von meinen Eltern quasi als Dauerleihgabe mitgenommen: https://www.knivesandtools.de/de/pt/-work-sharp-professional-precision-adjust-wsbchpaj-pro-i-schleifsystem.htm?cectid=1-22426-1&gad_source=1&gad_campaignid=23095197524&gbraid=0AAAAADt1sev_shaQQIv0q7Azpc9f0pYK9&gclid=Cj0KCQiAy6vMBhDCARIsAK8rOgmAIqG21s0d0nx88XNlqMx22VEL1qJJ_gUE3WWCEp9gC58T_LzZsrMaAlzJEALw_wcB Ich hab direkt alle Küchenmesser damit geschliffen, jedes davon rasiert jetzt, und sieht aus wie vom Profi. Hab damit mein geschenktes Böker auf 25 grad umgeschliffen (War vorher ab Werk fast 30 grad, schrecklich damit zu arbeiten) Das ist schon top, der Schliff sieht gleichmäßig und astrein aus wie ab Werk, man kann sich damit rasieren. (Wobei die Rasierschärfe ja bei keinem Stahl lange halten soll, hab ich gelesen, bei jedem Stahl kommt es nur auf die Gebrauchsschärfe an) Allerdings ist die Klinge oben halt einfach extrem dick, dadurch kann man nicht wirklich schnitzen damit. Würdest du also den Magnacut Stahl empfehlen, oder einen anderen "Superstahl" wie M390 oder Elmax, oder was es sonst so gibt? M390 soll ja schon noch schnitthaltiger sein, aber eben auch leichter ausbrechen. Rostträge (Oft fälschlicherweise als Rostfrei bezeichnet) sind ja eigentlich alle der von mir genannten, der Magnacut am meisten, aber da ich damit nicht im Meer tauchen will, ist das vernachlässigbar. Mein Ziel ist schon mir einmal was gutes zuzulegen und dann jahrelang Spaß damit zu haben. Hab ich mit meinem restlichen Equipment eig. auch so gemacht. Ich bin ja auch öfters im Jahr unterwegs, lange rumliegen würde das bei mir nie.
  3. So, kleines Update von meiner Seite! Ich habe jetzt mal verschiedene Messer in die Finger bekommen und konnte (teilweise durch Leihen im Bekanntenkreis) ein bisschen vergleichen. Kandidaten waren: - Böker Plus Cataclyst (440C, nachgewogen 79g) - FOX Vulpis (M390, Klingenlänge 5,5cm, nachgewogen 35g) - Fällkniven U2 (Elmax, nachgewogen 41g) Hier mein kurzes Fazit aus der Praxis (habe hauptsächlich getestet, wie sie sich beim Schnitzen von Feuerholz schlagen): Das Böker (440C): Fällt für mich raus. Die Klinge ist am Rücken sehr dick und der Schneidwinkel ab Werk scheint mir viel zu stumpf. Für Holzarbeiten war das ein ziemlicher Krampf. Zudem wiegt es fast das Doppelte der anderen. Rechtlich ist es auch schwierig: Mein Exemplar verriegelt fest (Framelock), lässt sich aber dank Flipper einhändig öffnen -> Fällt also theoretisch unter das Führungsverbot (§42a WaffG). Das FOX Vulpis (M390): Ein schönes Teil und der Stahl (M390) soll ja extrem schnitthaltig sein. Es schneidet auch super ("Laserschwert"), ist mir aber ergonomisch einfach zu klein. Wenn man mal wirklich Kraft aufwenden muss, fehlt mir Griffvolumen. Das sehe ich eher als Backup oder für SUL-Touren. Rechtlich safe, da Zweihandöffnung und Slipjoint (klemmt nur, verriegelt nicht). Das Fällkniven U2 (Elmax): Das ist mein Gewinner. Mit 41g ist es absolut UL-tauglich, liegt aber durch den etwas dickeren Griff deutlich besser in der Hand als das flache Fox. Es hat einen Nagelhau (Zweihand) und verriegelt fest (Backlock) – damit habe ich Sicherheit beim Arbeiten und darf es trotzdem legal führen (§42a konform). Die Klinge schnitt im Test sehr aggressiv. Soweit ich gelesen habe, spielt der Stahl ja in der gleichen Liga wie M390/MagnaCut, soll aber eine sehr gute Balance aus Zähigkeit (bricht nicht so leicht wie M390) und Schnitthaltigkeit bieten. Einige beschreiben ihn sogar schnitthaltiger als Magnacut. Hat jemand noch andere Vorschläge oder Einwände? Es soll für Touren sein wo man das Messer auch braucht z.b. für Anzünder, das es mit viel weniger Gewicht geht weis ich, für die Alpen würde ich jederzeit nur ein 4g Skalpelmesser mitnehmen.
  4. Ich tue mir mit der harten strafrechtlichen Keule schwer. Beide waren volljährig. Wenn man als "Stärkerer" in einer privaten Seilschaft automatisch mit einem Bein im Gefängnis steht, sobald der Partner sich überschätzt (oder wie hier vielleicht durch eine Krankheit geschwächt ist), macht das das gemeinsame Bergsteigen unter Freunden rechtlich zu einem ziemlichen Minenfeld. Ich war selber schon in kritischen Situationen, als ich mit Kumpels in den Alpen genächtigt habe. Wenn ich mir vorstelle, dass man mir im Nachhinein eine Verantwortung untergeschoben hätte, falls wirklich was passiert wäre – nur weil man anhand späterer Auswertungen feststellt, dass ich '4 mal mehr' in den Bergen wandern war als die anderen – dann vergeht mir der Spaß. Da bekomme ich plötzlich wieder Lust, nur noch alleine wandern zu gehen, um diesem Risiko zu entgehen. Nur meine Gedanken zur rein rechtlichen Seite (auf den konkreten Fall hier will ich gar nicht im Detail eingehen)
  5. Lieber nicht, ich hab ungern alles doppelt und dreifach rumliegen. Ich will nicht das Sammeln anfangen 😄 Doch doch, ihr könnt mir sagen was Sinn macht und was einfach nur teuer ist und nur auf dem Papier gut klingt. Ich bekomme die Woche ein "Böker Plus Cataclyst Flipjoint" geschenkt. Leider wiegt es 77g und ist damit nicht wirklich ultraleicht, aber man kann ja Erfahrung draus sammeln. Die Klinge ist aus 440C Stahl, vielleicht reicht mir das ja. Auf Dauer wirds das aber vermutlich wegen des Gewichts nicht, aber vielleicht liegt es ja so gut in der Hand das ich es doch behalte?
  6. @icefreak Cool, dass noch ein Metaller am Start ist! 😉 Ich komme aus dem Maschinenbau und bin da ganz bei dir: Die Wärmebehandlung ist das A und O. Ich habe selber oft genug Werkzeuge hergestellt, gehärtet und angelassen – und auch schon Ausschuss produziert, weil ich es mit der Härte zu gut gemeint habe und die Zähigkeit auf der Strecke blieb. Lehrgeld eben. Aber genau wegen diesem Hintergrund sehe ich das Thema "Wunderstähle" (Pulvermetallurgie / CPM) etwas anders, nämlich genau wie den Unterschied zwischen HSS und Sinterblättchen (HM-Wendeschneidplatten) an der Drehmaschine: Klar, mit HSS kommt man auch ans Ziel. Aber da käme ja heute auch keiner mehr auf die Idee zu sagen: "Ach, Hartmetall kocht auch nur mit Wasser". Es ist eben gepresster Metallstaub (Sintertechnik), der durch das Verfahren ganz neue Gefügestrukturen und Legierungen ermöglicht, die wir mit dem klassischen Schmelzen früher physikalisch gar nicht hinbekommen haben. Die Vorteile gegenüber HSS bei Standzeit und Verschleiß sind ja unbestritten. Was ich 2010 in der Berufsschule gelernt habe, ist teilweise schon wieder Geschichte – die Materialforschung hat da riesige Sprünge gemacht. Deswegen reizt mich der MagnaCut auch so: Ich suche quasi die "moderne HM-Platte" für die Hosentasche. Ich verstehe deinen Ansatz absolut, das Messer als reines Verschleißwerkzeug zu sehen (wenn das 25€ Teil weg ist, ist es weg). Aktuell frage ich mich daher, ob ich dem "Technik-Nerd" nachgeben und Geld für ein Messer ausgeben soll, das ich zwei- bis dreimal im Jahr wirklich brauche – oder ob die Vernunft siegt und ich einfach was Günstiges um die 30€ kaufe und halt nach jeder Tour nachschleife. Wird wahrscheinlich auch funktionieren. 😅 Für die Alpen-Touren, wo ich wirklich richtig wenig Gewicht haben will, werde ich mir auf jeden Fall so ein Skalpell-Messer besorgen, wie hier im Thread empfohlen wurde. Für Skandinavien fehlt mir einfach die Erfahrung, um zu wissen, was ich da wirklich brauche. Bei meiner letzten (kurzen) Tour habe ich vielleicht einmal Feuer gemacht und ein bisschen geschnitzt. Als Messer-Neuling kann ich die Standzeit üblicher Stähle null einschätzen: Merkt man da draußen beim Stöckchen-Schnitzen wirklich einen Unterschied, oder ist das eher akademisch?
  7. @schwyzi Danke für die Klarstellung! Da war ich tatsächlich auf dem Holzweg. Stimmt, das Opinel ist ja Zweihand-Bedienung (Nagelhau), damit ist die Arretierung egal. Gut zu wissen, dass ich mich da bisher doch legal bewegt habe. Dass in den "Waffenverbotszonen" (Bahnhof/HH) sowieso fast alles verboten ist, ist ein wichtiger Punkt – da bleibt für die Anreise also so oder so nur: ab in den Rucksack Es gibt aber Griffschalen zu kaufen, bzw. auch ein Komplettpaket mit Griffschalen hier. Wobei, da kostet das Stück Plastik 40€ Aufpreis, finde ich schon teuer. @icefreak Die beiden Sanrenmu sehen auch nicht schlecht aus und würden vermutlich rein von der Funktion her reichen. Aber meine Überlegung war: Einmal das Geld richtig investieren, lange haben und dann auch nichts anderes mehr kaufen. Ich bin gar kein "Messerfreak" oder Sammler. Ich hab nur das übliche Schweizer Taschenmesser im VW Bus (sehr praktisch – hab damit mal, als die Seitenscheibe gesprungen ist, ein Plexiglas aus dem Baumarkt gesägt und die Ecken rund gefeilt, damit es für den restlichen Norwegentrip gepasst hat!), dazu das kleine Victorinox Classic SD und eben das Opinel No7. @fettewalze Danke für die Links! Für meine Alpen-Touren bin ich durchaus nicht abgeneigt, mir so ein Mini-Skalpell anzuschaffen. In der Regel brauche ich da eh nie ein Messer, aber zur Not eines zu haben (auch wenn man die Tütensuppe auch mit den Zähnen aufbekommt), ist einfach besser. Meine jetzige Suche nach einem "richtigen" Messer, mit dem man auch mal Anzündholz schnitzen kann, bezieht sich wirklich primär auf die Touren nördlich von Deutschland. @TheRebelDanke für deine Erfahrung. Vielleicht reicht es mir ja für meine Zwecke, ich meine, ich rasier mich damit ja nicht. Solange die (etwas-weniger-als-Rasiermesser-)Schärfe sehr lange bestehen bleibt, wäre das ja schon ein Gewinn. Was ist also zu tun? Ein günstiges Messer kaufen und öfter schärfen – oder einmal richtig Geld auf den Tisch legen und auf lange Frist seine Ruhe haben? Oder hat man damit auch nicht seine Ruhe? Kenne mich mit den ganzen Messerstählen nicht so aus, ich such ein bisschen die "Eierlegendewollmilchsau" die noch dazu kaum was wiegt.
  8. Das hab ich auch noch hier liegen. Ist eigentlich in den meisten fällen sogar ausreichend. Bei meinen mehrtägigen Alpenwanderungen hab ich oftmals sogar garkein Messer gebraucht, letztes Jahr war ich aber auch mal in Dänemark und Schweden, gerade wenn man sich Anzünder für das Feuer machen will oder sich nen Stock schnitzen will braucht man dann doch was besseres. Aber für die Alpen würde ich jederzeit nur das kleine Victorinox nehmen. Danke für deine Erfahrung. Also soweit ich gelesen habe, bekommt man den Stahl genauso Rasiermesserscharf wie die "rostenden", und die Schärfe soll dann auch recht lange halten. Nur das Schleifen soll schwieriger sein. Denkst du den Stahl bekommt man einfach nicht so scharf, oder liegt es am schliff? Da hast du natürlich recht, der finanzielle Schmerz ist bei 100€ Verlust deutlich größer als bei einem 10€ Opinel. Das Risiko habe ich auch im Kopf. Aber tatsächlich ist die Rechtslage ("Beschlagnahmung") für mich sogar eher ein Argument FÜR das Böker BFF und gegen das Opinel: In Deutschland: Mein Opinel (feststellbar) fällt theoretisch unter das Führungsverbot (§42a), wenn man es genau nimmt. Das Böker BFF (feststehend <12cm) darf ich hingegen völlig legal führen. Ich bewege mich damit also rechtlich auf sichererem Boden als mit dem Klappmesser. Auf Reisen (Bahnhof): Hier muss man aufpassen. Da hilft nur: Messer tief in den Rucksack und ein kleines Vorhängeschloss an den Reißverschluss. Dann ist es ein "verschlossenes Behältnis" (Transport) und rechtlich sicher – egal ob 10€ oder 100€ Messer. Mit dem Vorhängeschloss geht man auf Nummer sicher, vermutlich bräuchte man es aber nicht mal. (In Spanien oder auch UK hilft diese Methode natürlich nicht, aber in DE oder nördlich davon sollte man damit sicher sein)
  9. Moin zusammen! Ich bin gerade am Optimieren meiner Packliste für die nächste Tour (evtl. Kungsleden im Sommer) und hänge aktuell beim Thema Messer fest. Status Quo: Bisher war bei mir immer der Klassiker dabei: Ein Opinel No. 7. Das wiegt ca. 36g, kostet fast nichts und hat für die typischen Aufgaben (Salami, Käse, mal eine Verpackung öffnen) eigentlich auch immer "gereicht". Aber der Stahl wird recht schnell stumpf und in den Ritzen sammelt sich Dreck. Die Überlegung: Ich spiele mit dem Gedanken, auf ein feststehendes UL-Messer umzusteigen und habe das Böker BFF Packlite (Skeleton Version) im Auge. Die Specs klingen fast zu gut: Gewicht: Das Messer selbst wiegt "nackt" wohl nur ca. 30–31g (also sogar leichter als das Opinel!). Mit Kydex-Scheide kommen natürlich noch ein paar Gramm dazu, aber das Systemgewicht bleibt extrem niedrig. Der Stahl (CPM MagnaCut): Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich wechseln will. Soweit ich mich eingelesen habe, soll MagnaCut aktuell der "Heilige Gral" sein. Er verbindet Eigenschaften, die sich früher eigentlich ausgeschlossen haben: - Extrem Rostträge: Fast auf dem Niveau von H1/Tauchermessern. - Schnitthaltigkeit: Hält die Schärfe wohl ewig. - Zähigkeit: Bricht nicht so leicht aus wie andere hochgehärtete Stähle. Meine Frage an euch: Hat jemand das BFF Packlite (oder generell MagnaCut) im UL-Einsatz? Lohnt sich das Upgrade von ca. 10€ (Opinel) auf ca. 100€ (Böker)? Und kommt man mit dem nackten Skelett-Griff klar, oder schneidet der bei der erstbesten Holzarbeit sofort in die Handfläche ein? Würde mich über Erfahrungen oder Alternativen in der Gewichtsklasse freuen! Grüße!
  10. Da hast du natürlich recht: Im Auto spielt Gewicht keine Rolle, und beim Fahren ist Sprechfunk intuitiver und sicherer als Tippen. Meshtastic sehe ich dort eher als ergänzende Sicherheitsebene durch das automatische GPS-Tracking, falls man sich im Gelände doch mal aus den Augen verliert, oder per Sprechfunk nicht mehr erreicht. Was die Reichweite beim Segeln angeht: Wie viel braucht man dort tatsächlich? Ich war erst kürzlich auf dem Schneeberg (dem höchsten Berg hier im Fichtelgebirge) und konnte im allgemeinen Kanal Antworten von Nodes empfangen, die 45 km entfernt waren – und das im direkten Funkweg ohne Zwischenknoten. Das wurde mit einem Standard-Heltec V3 erreicht, der nur knapp 160 mW leistet. Der Heltec V4 hat 500mw Sendeleistung, also über 3x soviel, damit wären 100km oder mehr sicher problemlos möglich, sofern die Antenne weit genug oben angebracht ist, ansonsten wird die Erdkrümmung der limitierende Faktor sein. Auf offener See könnte man natürlich auch mit mehr Leistung senden, da ist ja niemand der die Einhaltung der Grenzwerte kontrolliert. Für meine Wanderungen in den Alpen wäre es auf jedenfall schon ein paar mal interessant gewesen, für meine Wüstenfahrten evtl. nur als Backup Lösung. Dort kommt man damit bei schwieriger Topografie oft noch durch, wenn das Funkgerät nur noch Rauschen von sich gibt. Es gibt schon etliche Solar-nodes, diese sind ja nichtmal so teuer. https://www.amazon.de/KEEPTEEN-Meshtastic-Repeater-Buletooth-Controller/dp/B0F1CQ5CG1/ref=asc_df_B0F1CQ5CG1?mcid=a278871f30c430eca30b0e5fc443c302&th=1&psc=1&tag=googshopde-21&linkCode=df0&hvadid=755562024451&hvpos=&hvnetw=g&hvrand=5535466943269176819&hvpone=&hvptwo=&hvqmt=&hvdev=c&hvdvcmdl=&hvlocint=&hvlocphy=2276&hvtargid=pla-2428543850805&psc=1&hvocijid=5535466943269176819-B0F1CQ5CG1-&hvexpln=0 Gibt zig verschiedene Firmen die Solar Geräte anbieten, einige stehen auch schon auf Bergen oder Hütten. Abseits der Technik ist es für mich aber auch eine persönliche Vorliebe: Ich bin nicht der Typ, der gerne viel spricht oder sofort auf Knopfdruck antworten möchte. Bei Meshtastic kann ich eine Nachricht lesen und erst 5 Minuten später antworten, wenn es mir gerade passt. Diese asynchrone Kommunikation ist deutlich entspannter als der 'Zwang' zum sofortigen Gegensprechen beim Funk – auch wenn das den meisten anderen vermutlich nicht so gehen wird.
  11. Ich hab das Tarptent Rainbow (einwandig) sowie das Slingfin Portal (doppelwandig). Ich bin die meiste Zeit wie du unterwegs, 2-4 Nächte in den Alpen oberhalb der Baumgrenze, aber auch mal zum Wandern in Dänemark oder Schweden. Ich baue das Zelt auch immer erst auf wenn ich mich schlafen lege und meist nach den aufstehen früh direkt wieder ab. Beim Rainbow hat mich da gestört das es früh oft extrem feucht war, meist soviel das mein UL Handtuch direkt durchnässt war. Nachts muss man schon aufpassen nicht an das Zeltmaterial zu kommen, sonst ist der Schlafsack auch nass. Es gibt zwar einen Liner den man an der Decke abspannen kann, aber so recht überzeugen konnte der mich offen gesagt nicht. Auch das es nicht wirklich freistehend ist fand ich etwas störend, es ging, aber wenn man zur Not mal nen Hering weglassen kann war mir einfach lieber. Ich hab den kauf des Portal nie bereut, es ist doppelwandig und früh kaum feucht, außerdem freistehend und noch dazu viel Windstabiler wenn man es richtig abspannt. Zusätzlich kann man auch nur das Innenzelt aufbauen wenn man mal im Sommer im Wald nächtigt oder an einem See, Meer usw. ohne Stechmücken fürchten zu müssen. Leider liegt es weit über deinem Budget, aber vll findest du es ja gebraucht irgendwo. Ansonsten könnte man wirklich das Naturhike das @Gibbon empfohlen hat mal probieren. Ich hab selbst das Naturhike Spider, einfach nur als Billigzelt wenn man mit dem Auto wo hinfährt zum Schlafen und am nächsten morgen direkt wieder ins Auto einpacken kann, vor ein paar Jahren waren die auch nochmal deutlich billiger. Kann dazu nur sagen das die Preis/Leistung wirklich top, ich hab es aber nie bei Sturm getestet.
  12. Wenn du minimal mehr Gewicht tragen willst würde ich das Slingfin Portal 1 empfehlen. Doppelwandig, gute Qualität, Sitzhöhe. Ob die Nähte ab Werk silikoniert sind weiß ich nicht, aber kann man ja einfach selbst machen.
  13. Ich glaube, hier liegt ein großer Denkfehler vor: Man beurteilt den Sinn eines Gerätes nur danach, ob man es selbst im Alltag braucht. Meshtastic ergibt aber genau dort Sinn, wo es eben kein Mobilfunknetz mehr gibt (Alpen, Wüste etc.) – und das ist oft schneller der Fall, als man denkt. Ich war zum Beispiel schon öfters mit einer Gruppe in den Alpen. Einmal haben wir lange nach einem ebenen Schlafplatz gesucht und als wir ihn endlich hatten, gab es dort kein Wasser. Ich bin dann alleine, bepackt mit allen 3L-Zipperbeuteln und Wasserflaschen, runter zum nächsten Bach gestiegen. Da war absolut kein Handynetz. In diesem Moment wäre Meshtastic extrem wertvoll gewesen, um Bescheid zu geben. Klassische Walkie-Talkies oder CB-Funk wären viel zu klobig gewesen und brauchen zudem, wie im anderen Beitrag erwähnt, immer einen positiven SNR, um verständlich zu sein. LoRa kommt da viel weiter. Ein anderes Szenario sind meine Touren durch Namibia im Allrad-Mietwagen oder dieses Jahr in Marokko mit meinem Camper. Zwar hat man dort oft Netz, aber gerade in der flachen Wüstenlandschaft ist es dann doch schnell weg. Ich war zwar alleine unterwegs, aber wäre man im Konvoi mit einem zweiten Fahrzeug gefahren, wäre die Verständigung über Meshtastic perfekt gewesen. Man kann ja auch die GPS position des anderen abrufen, falls dieser das in den Einstellungen aktiviert hat. Dazu braucht dieser die Position dann nicht mal mir aktiv mitzuteilen. CB Funk oder Walkie talkies senden nie eine Position mit. Wichtig ist in solchen Ländern allerdings ein gutes Gehäuse. Wenn man da mit einer nackten Platine hantiert, halten die Leute das schnell für einen Zünder oder eine Bombe. Für mich ist das aktuell auch ein Bastelprojekt. Ich habe mir den E22 900M30S Chip besorgt, der theoretisch 1 Watt kann. Auf der Meshtastic-Hauptfrequenz sind in der EU bis zu 500mW erlaubt. Die meisten fertigen Geräte senden nur mit 160mW und schaffen damit ja schon 30 km in den Alpen oder 1 km in der Stadt. Mit meinem Setup (gedrosselt auf die erlaubte Leistung) peile ich bei freier Sicht also deutlich mehr an, vielleicht sogar die 100 km Marke. Ein paar ESP32 habe ich dafür noch hier liegen. Zum Thema Mobilfunk fällt mir noch ein, das ich das völlig anders mache als du, ich will dann auch nicht per SMS erreichbar sein, ich bräuchte dann eine neue Nummer. Zum Thema Gewicht so eines kompletten Gerätes mit Tastatur usw. kann ich auch wenig beitragen da ich keines habe. Ich kenne nur das: https://www.tindie.com/products/harukitoreda/nrf-txt-stand-alone-meshtastic-node-complete/ Es gibt natürlich noch das T-deck, das hat aber den stromhungrigen ESP32 und ist sicher nicht leicht. Ansonsten gibt's einige Community Projekte mit dem cardkb keyboard, das ist kompatibel. https://botland.de/unit-erweiterungsmodule-erweiterungsmodule/21897-cardkb-mini-keyboard-programmable-unit-v11-mega8a-6972934173782.html Realistisch mit Stromsparenden Board und 3000mah Akku könnte man wohl 100-120g schaffen. Mit nackten Komponenten und evtl kleineren Akku natürlich auch viel weniger. Es gibt ein paar coole Projekte mit dem Wio Tracker l1 e-ink board. https://www.seeedstudio.com/Wio-Tracker-L1-E-ink-p-6456.html?srsltid=AfmBOooQ_6EJSD3LUX6ttIAtpLJXvkG3_U2m-44M3T8CLl5hpO7THEhv https://www.hackster.io/czipod/the-wio-tracker-l1-meshtastic-communicator-9465eb Machbar ist sicher was leichtes mit langer Akkulaufzeit.
  14. Moin khyal, klasse Beitrag! Genau dieser "Realitätscheck" ist wichtig, damit Leute nicht mit falschen Erwartungen (Typ "WhatsApp-Ersatz für überall") an die Sache herangehen. Aber bei einigen Punkten unterschätzt du die LoRa-Technik bzw. den nRF52-Chip ein wenig. Hier mal meine Gedanken zu deinen Szenarien: 1. Energieverbrauch: Hier liegst du theoretisch richtig, aber die Praxis sieht oft anders aus – und das hat einen technischen und einen psychologischen Grund. Technisch: Ein moderner Meshtastic-Node (nRF52 + E-Ink) läuft tagelang durch (Je nach Akku auch über ne Woche). Das Handy müsste ich dafür komplett ausschalten. Du schreibst von "alle paar Std mal schauen". Genau das ist die Falle. Sobald ich das Handy anmache, prasselt alles auf mich ein (Mails, News, Push-Nachrichten, Updates), sofern ich kurz Netz habe. Das zieht nicht nur Akku, sondern reißt mich auch mental aus der Tour. Mein Vorteil: Mit dem Meshtastic-Gerät habe ich eine erzwungene Reduktion auf das Wesentliche. Ich kann keine Mails lesen. Ich werde nicht abgelenkt. Ich bleibe im "Tunnel" meiner Tour, bin aber für den Notfall (oder Wasser-Fund) für die Gruppe erreichbar. Das spart am Ende massiv Handy-Akku, weil es wirklich tagelang tief im Rucksack bleiben kann. 2. Ebene und Schluchten Segeln/Isselmeer: Volle Zustimmung. Wasser + Masttop = Geniale Reichweite (20km+ locker möglich). Hochebene/Wandern: Du hast recht, "Boden-zu-Boden" ist LoRa keine Magie. Die Erde krümmt sich, Bäume dämpfen. Aber hier kommt der entscheidende Unterschied zum klassischen Sprechfunk: Die Mathematik (LoRa-Modulation). Beim alten analogen Funk muss die Stimme immer lauter sein als das Hintergrundrauschen, sonst versteht das Ohr nichts mehr. Meshtastic nutzt eine Technik, bei der das Signal mathematisch aus dem Rauschen 'herausgerechnet' wird (Chirp Spread Spectrum). Das Gerät kann Signale dekodieren, die physikalisch leiser sind als das Umgebungsrauschen (negativer SNR). Wo du beim Sprechfunk längst nur noch 'sssschhhhh' hörst und die Rauschsperre dicht macht, erkennt der Chip das mathematische Muster im Rauschen und setzt die Textnachricht fehlerfrei wieder zusammen. Die LoRa-Modulation arbeitet noch bei einem SNR von -20 dB stabil. Das Signal darf 100-mal schwächer sein als das Rauschen und wird trotzdem dekodiert. Das ist physikalisch so, als würdest du versuchen, dich mit jemandem in einer Diskothek zu unterhalten (lautes Rauschen). Sprechfunk: Du musst schreien, um lauter als die Musik zu sein. Meshtastic (LoRa): Du kannst flüstern. Dein Gegenüber hört dich eigentlich gar nicht, aber weil er exakt weiß, in welcher Tonhöhe und Geschwindigkeit dein Flüstern ansteigt und abfällt (Chirp), kann der Computer dein Flüstern mathematisch aus dem Bass-Gewummer der Musik herausrechnen. Das ist der Grund, warum wir mit winzigen 100mW Sendeleistung Entfernungen überbrücken, für die man früher bei Sprache 5–10 Watt gebraucht hätte. 3. Katastrophenfall & Netzabdeckung: Deine Lösung 2021: LTE-Router + Richtantenne. Das war top, funktionierte aber nur, weil der Mast noch Strom hatte. Bei einem großen Blackout haben Mobilfunkmasten Pufferbatterien für ca. 2–4 Stunden. Danach sind sie tot. Meshtastic: Das ist kein Ersatz für das Internet, sondern ein Ersatz für die "Letzte Meile". Wenn das Handynetz weg ist, kannst du mit Meshtastic zumindest in deinem Dorf/Stadtteil kommunizieren Dichte: Du hast recht, aktuell ist das Netz dünn. Das Ziel von Meshtastic ist nicht, dass du quer durch Deutschland funkst (dafür reichen die Hops nicht), sondern dass du lokale "Inseln" bildest, die sich bei Bedarf vernetzen. 4. Störungen (Smart Home, Autoschlüssel): Hier spielt LoRa seine größte Stärke aus: Chirp Spread Spectrum (CSS). Autoschlüssel und Garagentore funken oft "schmalbandig" (FSK/ASK). LoRa "verschmiert" das Signal über eine Bandbreite. Es kann, wie oben erwähnt, Signale dekodieren, die unterhalb des Rauschpegels liegen. Ein Autoschlüssel stört einen LoRa-Node fast gar nicht. Meshtastic ist kein Allheilmittel. Wer wirklich immer erreichbar sein muss, ist mit einem Satellitengerät wie Garmin inReach besser beraten. Ich sehe Meshtastic vor allem als sinnvolle Lösung für kleine Gruppen, die gemeinsam unterwegs sind: Eine Person geht Wasser holen, die anderen bleiben am Lager, man ist außer Sicht, aber weiterhin erreichbar. Meshcore ist beim Routing technisch stärker und leitet Nachrichten gezielter weiter. Für Trekking und Wandern halte ich Meshtastic jedoch für geeigneter, weil die Geräte mitgeführt werden und sich die Teilnehmer ständig bewegen. Meshcore spielt seine Stärken eher in festen, stationären Umgebungen aus.
  15. Ich hab auch das Garmin inreach, würde es auch immer in die Alpen mitnehmen, bei meshtastic weiß man ja nicht ob man gehört wird. Über Satellit geht's immer! Aber leider nicht ganz billig. Viel schreibe ich damit aber nicht, zu teuer. Ansonsten wäre das noch interessant wenn man bei meshtastic einsteigen will: https://www.wimo.com/de/sensecap-t1000e-meshtastic-tracker?srsltid=AfmBOopahrcYtQlnLg-wV_MnWpR5RZe5fiZuwUkRgQzaC6ghQeuutn0B Soll nur 32g wiegen, Akku soll 2-3 Tage halten. Sogar GPS ist integriert. Die interne Antenne wird zwar keine Rekorde brechen, soll aber trotzdem einige Kilometer weit reichen.
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