khyal Geschrieben 24. Januar Geschrieben 24. Januar Wildwasserflüsse für min Tages oder Mehrtagestouren Angeregt durch den tollen Packraft-Reisebericht von @ultraleichtflo aus Laos, dachte ich mir, ich nehme auch mal den Hinter hoch ein bisschen über verschiedene Flüsse „zu erzählen“... Ich möchte den Fokus eher darauf legen, (nur) einen Eindruck von dem, jeweiligen Fluß zu geben, eine Einschätzung welche WW-Stufen, für was für Packrafts geeignet, wie es mit Übernachtungen aussieht, welche Besonderheiten, Gefahren und natürlich jeweils ein paar Pics zum Antörnen dazu Mit den „Ausnahmen“ Ombrone & Schwarzer Regen alles Flüsse in den Alpen Drau Enns Gail Kössener Ache bzw Entenlochklamm Lech Mur Salza Salzach Schwarzer Regen Soca Steyr Ziller Schon mal 3 Kartentips Was sehr nützlich für die Planung in A bzw für die Planung der Fahrtrouten von einem Fluß zum Andern ist → Jüberman Österreich, bei jedem Fluß steht so grob der WW-Grad und zu welcher Zeit befahrbar, unbedingte Kaufempfehlung Für den (Schwarzen) Regen → Jübermann D-Südost mit u.A. Regen Für die Soca, falls Ihr sie noch irgendwo bekommt → Soca Bild und Erlebniskarte 2 Buchtips Luc Mehl Packraft-Handbook, english, ein absolutes Muß für jeden WW-Packrafter, bekommt Ihr u.A. beim Packrafting-Store, Sack & Pack und Packrafting Europe Kajakparadies Nordalpen Klasse Buch, wenn man auch mal neue ½ bis Tagestouren dort paddeln will, sehr zutreffende Beschreibungen, viele Pics, zutreffende WW-Einschätzung Noch eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, einige Flüsse liegen mit ihren interessanten Parts in Naturschutzgebiete und es wird recht deutlich darauf hingewiesen, daß dort Zelten, Campierewn usw verboten bzw nicht erwünscht ist. Bitte benutzt dort die Campings (sind meist recht preisgünstig und viele Paddelverrückte ) macht von da aus Tagestouren und neben Naturschutz liefert ihr dann denen, die gerne ein komplettes Paddelverbot durchsetzen wollen, keine „Munition“, dasselbe gilt sinnmgemäß für Uferbetretungsverbote oder die Westen & Helmpflicht auf Teilen des Schwarzen Regen. Natürlich ist es toll, wenn Andere, die dann den jeweiligen Fluß auch gepaddelt sind, ergänzen bzw schildern was sie völlig anders als ich sehen / einschätzen. So das war der Einleitungstext, da sich das über etwas Zeit ziehen wird, könnt Ihr gerne drunter oder mir via PN schreiben, wenn jemand gerne hätte, daß ich möglichst bald über einen bestimmten Fluß schreibe. Mal schauen, je nach dem, wie sich das entwickelt, wird es auch Sinn machen, evtl bei manchem Fluß einen eigenen Thread draus zu machen. Gibbon, Lolaine, Dennis und 2 Weitere reagierten darauf 3 2 Terranonna.de
khyal Geschrieben 25. Januar Autor Geschrieben 25. Januar Enns Fangen wir mal mit der Enns an. Gibt eigentlich nur 2 Stellen, an denen man aufpassen muß, Einstieg und Ausstieg. Der Einstieg am Ortsausgang von Schladming wird in den div Flußbeschreibungen im Internet hinreichend genau beschrieben, für Autofahrer ganz nett, liegt der Einstieg neben einem Anwohnergebiet mit mehr als genug Parkplätzen, mit Övis kommt man auch auf < 1 km ran. Wenn man die Böschung runtergekraxelt ist, ist genügend Raum, etliche Boote nebeneinander fertig zu machen, gerade am WE ist es auch häufiger so, daß man dort andere Paddler trifft, bei mir waren es im Schnitt ca 2/3 Kajak, 1/3 Packraft WW-Boote. Bei niedrigerem Wasserstand ist es easy, bei höherem Wasserstand sind ein paar fiese Schwälle direkt nach dem Lospaddeln, die durchaus gut Kraft haben können, wenn hohe Pegel sind, sollte man also dann gut vorbereitet sein, konzentriert lospaddeln. Die Gesamtstrecke, die man paddeln kann, sind knapp 70 km. Man sollte sehr gut aufpassen, daß man den letzten möglichen Ausstieg die Lauferbrücke, eine alte Holzbrücke nicht verpasst, denn kurz danach geht es in den WW5er Bereich des Gesäuse, das ist was, was ich mir deutlich lieber vom Ufer anschaue Als ich die Strecke das erste Mal gepaddelt bin, bin ich zuerst zu der Brücke gefahreen, um einen Waypoint zu setzen und war dann beim Paaddeln übervorsichtig, lieber 2-300 m vorher schon auszusteigen, was aber völlig unnötig war, da es keine 10 m vor der Brücke auf der rechten Seite einen guten Ausstiegspunkt mit flacher Anblandestelle zwischen Büschen gibt und wenn man es doch verschnarcht, man noch hinter der Brücke mit Mühe über eine Steinböschung aussteigen könnte. Direkt oberhalb vom Ausstiegspunkt ist eine Zufahrt von der Strasse zur Weide und direkt hinter der Sperre ist am Rand vom Gebüsch ein Platz wo man gut 1-2 Zelte aufbauen kann, falls man abends ankommt. Wenn man ein paar hundert m leicht bergauf läuft, kommt man an die Bushalte, von der man mehrfach / Tag mit Umsteigen nach Schladming zurück kommt. Gerade im 2. Teil ist die Aussicht teilweise gigantisch. Was evtl Übernachtungsplätze betrifft, ist das nicht ganz easy, da dort sehr viele Kuhherden auf Weide stehen und man zum Einen auf einer Weide durch die neugierigen Kühe keine Ruhe bekäme und das auch die Bauern nicht so toll fänden, bei anderen Plätzen sollte man ein Auge auf dem Boden haben, bevor man aufbaut, wir haben schon mal in einem Wäldchen übernachtet und am nächsten Morgen liefen die Kühe auf dem Weg zur Weide zwischen unseren Zelten / Booten durch. Durch die rel hohe Strömungsgeschwindigkeit ist es nicht so ganz easy mit den Plätzen, häufiger ist man halt auf der falschen Flusseite und denkt „das wäre ein guter Platz gewesen“... Hilfreich sind Zelte, die nicht eine extrem hohe Stellfläche brauchen, für Hängematte & Tarp finden sich auch so einige Plätze. Wenn es denn sein muß, kann man die Strecke auch an einem Tag paddeln, ist aber wie ich aus eigener Erfahrung weiß, rel stressig und eigentlich schade, so da "durchzuheizen". Die Einstiegsstelle kann bei sehr hohen Pegeln auch in den Schwällen eine 3- erreichen, normalerweise je nach Pegel 2- bis 2+, ansonsten auf der Strecke max 2+, aufgrund der höheren Fließgeschwindigkeit sollte man sich bis in den 3er Bereich sicher fühlen. Falls mit mit dem Auto unterwegs ist, sollte man auf jeden Fall vorher oder hinterher mal zu den Aussichspunkten im 5er Bereich flußabwärts im Gesäuse fahren, dann wird man sich ja eh wahrscheinlich vorher die Ausstiegsstelle anschauen. Leider habe ich auf die Schnelle gar nicht so viele Pic zur Enns gefunden, irghendwo in den Untiefen meiner NAS müßten noch mehr sein, aber ich denke mir das Wichtigste ist das Pic der Ausstiegsbrücke und bevor jetzt jemand verwirrt ist z.B. aufgrund der unterschiedlichen Paddelrucksäcke, ich bin ja häufiger in den Alpen zum WW-Packraften, bin entsprechend die Flüsse etliche Male mit unterschiedlichen Booten / Ausrüstung gepaddelt. Normalerweise poste ich ja nie Waypoints o.A öffentlich aber hier aus Sicherheitsgründen die Lauferbrücke N47° 35' 16.5" E14° 32' 13.3" bitte selber nochmal nachprüfen, denn dahinter kommt halt das Gesäuse Wenn Fragen sind, her damit Ergänzungen, andere Meinungen zum Fluß, gerne... Dennis, Gibbon und Jeha reagierten darauf 1 2 Terranonna.de
khyal Geschrieben 27. Januar Autor Geschrieben 27. Januar Steyr Man sollte sicher das Paddeln bis WW3- beherschen, die höchsten Schwierigkeitsgerade im Fluß sind WW2+, rel einfach zu bewältigen, da es nur darum geht, mit genüghend Eigengeschwindigkeit durch die Schwälle bzw eine 3/4 m Stufe durchzupaddeln. An Ausrüstung braucht jedes Boot min eine min 3 m lange Landleine und man sollte entweder ein >= 4 mm 15 m Reepschnur oder einen entsprechenden Wurfsack bei haben (aber den haben wir ja sicher alle beim Paddeln bei, oder ?😎) Da die Steyr zum großen Teil in einem Naturschutzgebiet läuft und ausserhalb manche zum Zelten mögliche Stelle Privatbesitz ist (die zwar nicht unbedingt überall was dagegen haben, daß man da auch übernachtet, aber da häufiger lautstark mit Anlage Party machen) ist meine Empfehlung den Camping am südlichen Ende des Stausees zu benutzen (btw leckere Pizza & alkfreies Weizen, meine hies Obermayr) und dann entweder mit ÖNV oder Auto zum Einsatzplatz unterhalb der Staumauer zu fahren oder eben ab dem Camping über den Stausee paddeln (auch schön) und die Staumauer zu umtragen. Evtl kann man dann an einem anderen Tag, wenn genug Pegel und man im 3er Bereich sicher ist, noch den Stausee-Zulauf Techl "mitnehmen". Dann ist die Steyr auch locker als Tagestour mit ÖNV machbar, die Paddelstrecke ist zwar nur ca 20 km, aber man sollte das zeitlich nicht unterschätzen, da 2 Umtragen und die Staumauer-Boot-Abseilaktion dazu kommt und die Steyr auch derartig klar ist, daß es auch einfach Spaß macht, rumzuchillen. Für die Angelfreunde, die Steyr ist voll mit Fischen, aber keine Ahnung, wo man nenm Angelschein bekommt, bin kein Angler. Mir macht die Steyr trotz des rel hohen logistischen Aufwands (für die kurze Strecke zu dem Fluß anreisen) immer wieder Spaß, alleine die Abseilaktion ist schon nett Der übliche Einstieg ist 100 m unterhalb der Staumauer rechts die Betonrampe, dort unten kein Auto parken, etwas oberhalb in der Zufahrt bei der Feuerwehr und dem Anwohnergebiet gibt es genügend Parkplätze. Bis zur ersten Wehrumtrage geht es rel ruhig zu, max 2-, nach ca 5 km kommt dann der Ausstieg via Holzplattform links ca 1,30 m über Wasser mit Treppe, manchmal teilweise von Anglern belegt, dann relaxed bleiben, die machen schon etwas Platz und nehmen auch gerne Sachen an, wenn nötig... Jetzt kommt das netteste Stück, man läuft bis zur Staumauer, dort ist ein Seil befestigt, was aber manchmal unten fest hängt, deswegen lieber eben für den Fall die Reepschnur bzw den Wurfsack nutzen. Man hebt das Boot mitsamt Paddel, Gepäck über das Geländer und läßt es mit dem Seil eine Holzrutsche runter, wenn man mit Mehreren ist, macht es Sinn, daß einer schon runter klettert, um die Boote anzunehmen, Seil abzuknotten. Runter geht es über 2 Leitern mit Schutzkäfig drumherum, deswegen ist es nicht möglich, auf der Leiter z.B. einen größeren Rucksack zu tragen. Je nach Pegel ist unten der Wasserstand bis ca 1,5 m unterhalb des Betonpodest, dann steigt man über ein Leiter ins Boot, deswegn der min 3 m Festmacher, alles gut machbar, man muß kein Kletterer sein, aber sollte das konzentriert machen und einen sicheren Tritt auf längeren Leitern haben. Ein paar hundert m nach dem wiedew lospaddeln kommt die "Schlüsselstelle", die Strömung zieht in einer leichten Rechtskurve zuerst nach links auf die Felswand zu, leicht mit ein bisschen Vorlage zu kontrollieren, auf dem anschliessenden Geradeausstück kommt die 3/4 m Stufe, da machen höchstens Paddler einen Schwimmer, wenn sie zögerlich rumhampeln, mit genügend Eigengeschwindigkeit und Boot gerade ausgerichtet kein Prob, ansonsten gibt es abre auch unterhalb genügend Kiesbänke, um nach einem Schwimmmer wieder den Kram zu sortieren. Es gibt deswegen auch viele Newbies oder Paddler die erst ein Stück unterhalb dieser Schlüsselstelle einsteigen, ich bin auch schon mal mit Anwohnern zusammen gepaddelt, die mit Grabner oder nem Scubi (ok das war bei einem newbiefreundlichen Pegel und der hat überall an den Schwällen den Chickenway genommen) unterwegs waren. Ich empfehler aber ein richtiges WW-Packraft, macht einfach mehr Spaß. Auch der Austieg des 2.Wehrs wird lange vorher durch große Schilder angekündigt, nicht zu übersehen, links ein Rampe, auch ein guter Platz Pause zu machen, ein paar Hundert m Laufen, beim Wiedereinsetzen nicht den Fehler machen, den ich gemacht habe, noch im Kraftwerksbereich die Treppe benutzen, dort unten gibt es absolut fiese Strömungen, Sog usw, echt gefährlich, nochmal etwas weiter runter laufen und wo dann links der Strasse das erste Wohnhaus ist, geht rechts eine Betontreppe ans Wasser. Im weiteren Verlauf nach der Schlüsselstelle zwischen den Wehren und unterhalb des 2. sind einige Schwälle, immer schön daher, wo das meiste Wasser fließt, paddeln, statt dessen die kleineren schmalen Bogenumfahrungen nur wählen, wenn man sich in WW3 sicher fühlt. An der großen Brücke vor Obergrünburg ist dann Schluß, Austieg rechts direkt vor der Brücke, über die Brücke laufen, dann zur Hauptstr oberhalb, dort ist 100 m weiter "Flußaufwärts" die Bushalte. Nun noch ein paar Pics... Gibbon, Fluwer und Dennis reagierten darauf 3 Terranonna.de
khyal Geschrieben 31. Januar Autor Geschrieben 31. Januar Mur ca 75 km Strecke, sehr entspannt in 2 Tagen machbar. Einstieg in Zeltweg, ca 500 m vom Bahnhof Ausstieg in Loeben fast vor dem Bahnhof, an beiden Stellen auch rel easy mit Auto-Parkplätzen. Sicheres Beherschen von WW2+ & WW-taugliches Packraft reicht imho für die Mur, ich habe dort auch schon Ally und SUP—Paddler getroffen. Übernachtungsplätze finden sich so Einige, es wird in Flußbeschreibungen auch schon mal die Murinsel nahe St Michael empfohlen, die ist allerdings mit Vorsicht zu benutzen. Zum Einen wurde die schon häufig als Partyinsel mit Anlage mißbraucht und die Anwohner am gegenüberliegenden Flußufer haben die Faxe dicke, vor allem auch, da sie, da selbe Gemeinde für die Reinigung mitzahlen dürfen, da kann es schon mal sein, daß sie die Rennleitung rufen, wenn sie ein Zelt sehen. Aber auch, wenn man das Zelt ausser Sichtweite aufstellt, die Insel wird sehr stark als Naherholungsgebiet genutzt, Picknick, Grillen, Jogger, Hundebesitzer bis zum Dunkelwerden und ab Morgens früh wieder und als wir dort mal übernachtet haben, kam morgens um 8.00 die Grünpflege mit dem Balkenmäher angerattert, war zwar tiefenentspannt „nee ihr müßt jetzt nicht das Zelt weg nehmen, frühstückt erstmal, ich mäh dann zuerst weiter unten“ aber wenn man seine Ruhe haben will, ist es definitiv der falsche Platz In vielen Flußbeschreibungen werden die Stellen kurz hinter der Murinsel, wo 3* Brückenpfeiler der AB im Fluß stehen, als ultragefährlich beschrieben „wer nicht viel WW Erfahrung hat, sollte hier besser nicht Paddeln, sonst Lebensgefahr“ entsprechend hatte ich da wer weiß was erwartet, aber ich bin inzwischen die Mur bei div Pegeln bis leichtem Hochwasser gepaddelt und ich habe die Stellen nie als herausfordernd oder gar gefährlich erlebt, daß man bei so dicken Pfeilern und der mittleren Strömungsgeschwindigkeit ordentlich Seitenabstand hält, da hinter den Pfeilern gut Kehrwasser und schräg dahinter Verschneidungen sind, ist ja klar und dann ist das auch nicht schwieriger als der Rest der Mur. Nun noch ein paar Pic-Impressionen und wenn Fragen sind gerne... Es gibt so einige Einstiegs / Übernachtungsstellen ohne Kehrwasser, da sollte man zum Anlegen schon die Seilfähre (rückwärts) beherschen Auf der Murinsel trifft man auch häufiger andere Paddler für einen Gear/Reviertalk und yes es gibt Paddler die noch deutlich mehr als ich bei haben Dennis und Gibbon reagierten darauf 2 Terranonna.de
khyal Geschrieben Montag um 10:59 Autor Geschrieben Montag um 10:59 Sülz (15 km östlich / südlich Köln – meist benutzter Einstieg 1,5 km von mir ) Die habe ich jetzt mal fix zwischengeschoben wegen der Packrafttour Morgen. Zuerst mal eine Grundeinschätzung mit anschliessender Warnung Eigentlich ist die Sülz ein typischer Kleinfluß mit sehr abwechselungsreichen Verlauf und sehr gemäßigtem Gefälle, der ausser nach sehr ausgiebigen Regenfällen, nur in einem großen Teil des Zeitraums Ende Oktober bis Anfang April paddelbar ist. Bei niedrigen Wasserständen ist sie auch für Newbies (die schon ein paar Mal auf irgendeinem Fließgewässer gepaddelt sind) paddelbar, solange 1-2 erfahrene Paddler dabei sind, die die rote Linie in den etwas kritischeren Bereichen vorgeben, falls nötig und Newbies sollten das hoffnungstaler Wehr umtragen (Ausstieg nicht ganz easy, da kein Kehrwasser und steile Grasböschung), wenn sie nicht riskieren wollen, evtl dort trotz richtiger Wehrseite ein kleines erfrischendes Bad zu nehmen Bei höheren Wasserständen sollten alle schon WW-Erfahrung haben. Dazu später Details. Da die Sülz häufig von Newbies unterschätzt wird und sie dann z.B. im hoffnungstaler Wehr kentern (oder deutlich gefährlicher an einem querliegenden Baum) gehe ich bei dieser Beschreibung deutlich mehr auf Details ein... Die Sülz hatte / hat einige Wehre (mit PE-Schüsseln sind sie alle paddel eher rutschbar, ausser das Hoffnungstaler tue ich das aber nicht dem Boden meiner Packrafts an). Aufgrund des 21er Hochwassers, was auch entlang der Sülz für mehrere Todesopfer, hohe Sachschäden und in weiterem Umkreis für Strom / Kommunikationsausfall gesorgt hat, wurden schon mehrere Wehre geschliffen (beseitigt), Weitere sollen folgen. Also diesbezüglich nicht im Detail auf die rel alten Flußbeschreibungen im Internet vertrauen, Generell sollte man sich eh auf der Sülz auf evtl auch gefährliche Überraschungen einstellen, auch dazu später mehr. Der entscheidende Pegel ist Hoffnungstal, dieser bestimmt über den max möglichen Einstiegsort flussaufwärts, ob überhaupt paddelbar bzw ob aufgrund des höheren Wasserstands nur was für Wildwassererfahrene... < 60 nix geht < 70 ab Einstieg hinter dem hoffnungstaler Wehr < 80 ab Einstieg U-Eschbach < 100 ab Einstieg nahe Haus Thal < 120 hier sind allmählich Newbies raus, ausser sie haben ein gutes Bootsgefühl, sind entspannt und werden von 2 Erfahrenen in den kritischen Bereichen betreut, wobei auch dann meine Empfehlung ist, daß sie erst nach dem hoffnungstaler Wehr dazu kommen, da bei solchen Pegeln der Austieg davor nur noch mit einem vorher angebrachten Hilfsseil sicher badfrei möglich ist < 180 nur noch was für min WW3- Erfahrene > 180 geht statt dessen Grillen oder weicht auf die Agger aus Die Haupt-Gefahr neben dem hoffnungstaler Wehr ist, daß auf manchen Abschnitten schon mal ein Baum quer im Fluß liegt, daß man entweder sehr kurzfristig, da der Baum quer über dem Fluß liegt, eine Stelle zum Ausstieg / Umtragen finden muß – uns schon kurz nach dem Einstieg Haus Thal passiert... Oder daß man halt in der Strömung um den Fluß teilweise versperrende Bäume rumkurven muß, evtl auch nur mit schmalen Durchfahrten, daß man schon wissen sollte, wie man mit Vorlage paddelt, das passiert häufiger in dem Waldstück etwas hinter dem rösrather Wehr, was auch generell sehr kurvig ist, aber rel viele Kehrwasser bietet. Gehen wir den Verlauf durch : - Haus Thal ersten 500 m, evtl Gefahr durch mal einen querliegenden Baum, ansonsten easy - Weiterer Verlauf bis U-Eschbach, früher 2 Wehre, jetzt nur noch 1, was auch geschliffen werden soll, Aus/Einstieg rel easy rechts, evtl Weg schlammig/rutschig - U-Eschbach bis hoffnungstaler Wehr, leicht kurviger Verlauf, üblicherweise keine Gefahren, Schwierigkeiten - hoffnungstaler Wehr, nix für Newbies, bei höheren Wasserständen für alle evtl Lebensgefahr, wenn man in falschen Bereichen runterpaddelt, nicht nur durch kräftigen Rücksog, sondern auch da da auch häufiger größere Baumstämme usw schwimmen, mit denen man nicht zusammenstoßen will Schon vor der Brücke ganz nach rechts rüberziehen, Geschwindigkeit für Längsstabilität aufbauen, dort geht es dann in mehreren Stufen treppenmäßig ca 1 m runter, bei höheren Pegeln zieht es einen dann nach rechts gegen die Mauer, das ist aber beherschbar, notfalls mit dem Paddel abstossen. Bei niedrigen Wasserständen gibt es ein paar m hinter den überhängenden Baumästen eine Flachstelle (bei höheren Wasserständen kann man drüber paddeln) man sollte also ab den Ästen in Richtung Flußmitte paddeln Umtragen ist problematisch, da es in dem Sinne keine Ausstiegstelle gibt, sondern nur eine steile ca 1,5 m hohe steile Grasböschung (links ca 50 m vor der Brücke, direkt vor oder hinter einem Zulauf mit überbautem Geländer) es gibt dort kein Kehrwasser, aber die Strömung ist an der Stelle bis Pegel gut 100 sehr niedrig. Dann geht es entlang der Hauptstrasse über die Brücke, ca 250 m die Hauptstrasse weiter „flussabwärts“, nächste Seitenstrasse links rein und nach ca 100 m unter der Brücke über die Sülz einsetzen. - auf dem Stück bis zum rösrather Wehr keine Probleme - vor Wehr auf der rechten Seiten auf meist schlammigen Pfad aussteigen, über kleine Brücke von Nebenkanal gehen und direkt unterhalb des Wehrs wieder einsetzen - Direkt nach dem Wehr auf der rechten Flußseite auf evtl in den Paddelbereich hängende Seilschlingen (für Campingplatz-Kiddies für Tarzan-Badespielchen) aufpassen - auf dem folgenden Stück bevor es in den Wald geht, kann schon mal ein Baum einen Teil des Flusses versperren, aber ich habe nie erlebt, daß der Fluß komplett dicht war - kurviges Waldstück, das schönste Stück, aber sehr kurvig, man muß häufig um Bäume rumkurven, manchmal schmale Durchfahrten, ab mittleren Pegeln durch schnellere Strömungsgeschwindigkeiten nicht ohne, man sollte schon Vorlage paddeln können, ein Erfahrener vorweg, querliegende Bäume sind saugefährlich, wenn man davor kentert und durch die Strömung drunter gezogen wird - nach dem Waldstück bis zur Mündung in die Agger keine Probs, aber meist keine Möglichkeit für eine Pause anzulanden Die Sülz ist ja mit Agger / Sieg (und im weiteren Umfeld Eifel-Rur & Talsperren) einer meiner Hausflüsse, imho der Schönste, Abwechselungsreichste, aber etwas mit Vorsicht zu geniessen, wenn jemand dort paddeln will, kann er gerne hier im Thread oder bei mir via PN nachfragen, wann ich das letzte Mal runtergepaddelt bin und wie ich die momentane Lage / Pegel einschätze... Bilder schiebe ich später nach, wollte es heute Vormittag „Drin haben“ wegen der Paddeltour Morgen... Gibbon und Dennis reagierten darauf 1 1 Terranonna.de
khyal Geschrieben Freitag um 12:26 Autor Geschrieben Freitag um 12:26 Agger (20 km östlich / südöstlich Köln – meist benutzter Einstieg 5 km von mir ) Wo die Sülz beschrieben wird, muß natürlich auch die Agger her, die Sülz fließt ja in die Agger, die in die Sieg und die in den Rhein. Die Agger kann entweder unabhängig von der Sülz bepaddelt werden, oder solo, wenn z.B. der Pegel in der Sülz zu niedrig ist (dann geht auf der Agger häufig noch etwas) oder bei hohen Pegeln die Sülz für Teilnehmer zu herausfordernd bzw gefährlich ist. Das empferhlenswerte Stück der Agger ab Overath bis zum Delphin oder Aggerwehr sind gut 20 km. Auch wenn man die Agger schon ab Vilkerath gut paddelt kann, macht es aus verschiedenen Gründen Sinn, die Agger ab Overath zu paddeln, perfekter Einstiegsort ist direkt flußabwärts der Brücke über die Agger (Strasse nach Marialinden / Much) hinter Overath. Dort gibt es eine große ebene Wiesenfläche, auf der man auch viele Boote parallel vorbereiten kann, es sind nur ein paar Hundert m vom Bahnhof und falls man mit dem Auto zum Einstieg kommt, kann man das entweder hinter der Brücke am Erdweg (daß der Rettungsweg frei bleibt) oder im Wohngebiet (ein paar Hundert m weiter Richtung Much) abstellen. Die Agger darf man umgerechnet ab Pegel Overath 60 paddeln, das ist dann aber für absolute Newbies grenzwertig, da man dann sich an verschiedenen Stellen den Weg zwischen hochstehenden Steinen suchen muß. Bei 70 ist alles plattgebügelt und ausser der Pausenproblematik 8wenig Kehrwasser bzw Stellen, wo man gut raus kommt) ist die Agger dann newbietauglich (wobei imho Newbies generell halt besser in Begleitung von jemand Erfahrenen Paddeln sollten). Ab so grob Mündung Sülz läuft die Agger durch ein Naturschutzgebiet, dort gilt die Regel, daß man nur an den offiziellen Ein/Ausstiegstellen Pause machen darf bzw die Tour beenden. Gut daß wenigsten die Bauern mit den Treckern die Wiesen am Ufer entlang dürfen, die Jäger nach den Hochsitzen zu urteilen, Tiere schiessen dürfen und man vom Wasser durch Griller, Angler, Hundeausführer und am Wochenende schon mal Zeltler beobachten kann, aber natürlich verstehe ich, daß das eine völlige Überlastung der Natur wäre, wenn wir paar Paddler uns dann in einer Pause dazu setzen würden Aber das ist auch keine wesentliche Einschränkung, da man vorher Pause machen kann und an den Stellen, wo es Sinn macht, die Tour zu beenden, gibt es entweder eine offizielle Ausstiegsstelle oder eine Stelle, wo man die Natur nicht schädigt, da man auf eine Betontreppe aussteigt. Die beste Ausstiegsstelle ist beim Kanuclub Delphin (Luisenstraße 175, 53721 Siegburg), im Flussabwärts gelegen Teil des Ausstiegs gibt es neben der Treppe auch quer angebrachte Röhren, über die man das Boot auf die Wiese ziehen kann. Da ein längeres Kehrwasser an der Stelle ist und man sie schon länger vorher erkennen kann, ist die Stelle newbietauglich, ohne daß man mit einem Wurfsack absichert. Ca 1 km weiter gibt es noch eine inoffizielle Ausstiegstelle, die leichter zu bewältigen ist, als es bei einer vorherigen Besichtung aussieht, da dort ausser bei hohen Pegeln durch den Wehr-Rückstau kaum noch Strömung ist. Direkt vorher paddelt man unter einer Brücke durch, dort nicht durch den Zwischenraum zwischen dem rechten Pfeiler und Ufer paddeln, dort ist es zu flach und häufig durch Bruchholz dicht, sondern mit etwas Sicherheitsabstand links am rechten Pfeiler vorbei und direkt nach dem Kehrwasser hinter dem Pfeiler zu der kleinen Betontreppe rechts in der Uferböschung rüber paddeln. Vor der Treppe ist ein Kehrwasser, was auch für 2-3 Boote ausreicht, oben genügend Rasenfläche um mehrere Packrafts parallel zu packen. Die Bzushaltestelle (Uferstrasse) ist ca 200 m weg, schräg gegenüber an der Nelson-Mandela-Str. ist rechts von einer grossen Firmeneinfahrt ist eine kurze Erdpiste, wo man gut Autos parken kann (Toreinfahrt der Firma weiträumig für große Lastwagen, Feuerwehr frei lassen). Aggerwehr - Achtung unbedingt lesen, falls man in die Sieg weiter paddeln will Zumindest alle Flußbeschreibungen, die ich im Inet zur Agger gefunden habe, sind diesbezüglich falsch bzw stimmen nur bei extremen Niedrigwasser, ich vermute, daß die evtl voneinander abgeschrieben sind. Dort steht, daß man ganz rechts an der Wehrkrone überheben und die Wehrbefestigung runterlaufen könnte. Das geht nur bei extremen Niedrigwasser, ansonsten wiurd die Wehrkrone auch in dem Bereich stark übersströmt, daß man dort weder vernünftig aussteigen noch die Befestigung runter laufen kann. Das eigentliche Wehr kann man aufgrund der vielen großen Steine im Unterwasser nur mit hohen Verletzungsrisiko paddeeln. Ab mittleren Wasserständen ist die Strömung vor der Wehrkrone zu stark um zu der beschriebenen Treppe zurückzukommen. Also wer weiter paddeln will, an der Betontreppe aussteigen, über den Radweg ein paar Hundert m umtragen und im Unterwasser bei den Grillern & Badenden wieder einsetzen. Nur der Ordnung halber, das ist keine offizielle, erlaubte Umtragestelke unterwegs... Austiegstelle vor dem Wehr von oben, im Hintergrund das Wehr, vorne rechts die beschriebene Treppe Ausstiegstelle von Land in der Bildmitte der Brückenpfeiler an dem man in Paddelrichtung gesehen noch links vorbei paddelt Das Wehr von unten linmks der Bereich, bei dem man nach div Beschreibungen angeblich über die Wehrkrone heben und trocken runterlaufen kann Gibbon und Dennis reagierten darauf 2 Terranonna.de
Gibbon Geschrieben Freitag um 17:25 Geschrieben Freitag um 17:25 Danke für die Flussbeschreibungen! Wenn ich einen Wunsch äußern darf, an eine Beschreibung der Sieg wäre ich interessiert. Ab Wissen sollte man wohl drauf können (Hatte vor Jahren mal mit nem Kajakfahrer gesprochen, die sind mit Kajak tatsächlich am Oberlauf durch Siegen gefahren. In Brachbach an ner Walze wäre dann fast einer ertrunken, da haben Sie das dann sein lassen.) Interessant wäre vor allem ne Tour mit Endpunkt+Ausstieg Siegfal / Cafe Elmores 😁
khyal Geschrieben vor 12 Stunden Autor Geschrieben vor 12 Stunden Am 6.3.2026 um 18:25 schrieb Gibbon: Wenn ich einen Wunsch äußern darf, an eine Beschreibung der Sieg wäre ich interessiert. Ab Wissen sollte man wohl drauf können (Hatte vor Jahren mal mit nem Kajakfahrer gesprochen, die sind mit Kajak tatsächlich am Oberlauf durch Siegen gefahren. In Brachbach an ner Walze wäre dann fast einer ertrunken, da haben Sie das dann sein lassen.) Interessant wäre vor allem ne Tour mit Endpunkt+Ausstieg Siegfal / Cafe Elmores 😁 Ich fürchte damit werde ich nicht dienen können, wir waren zwar vor langer Zeit häufiger oberhalb des Siegfalls unterwegs inkl der Umtragestrecke und dann wieder Einsetzen Nähe Altersheim-Parkplatz im Wald, aber das war lange vor den 300% Verboten und dem Abholzen der ganzen Weiden (also veralterte Informationen). Ich möchte hier in diesem Thread nur Infos zu selbst in den letzten Jahren gepaddelten Flüssen zusammenstellen, also rel aktuelle Infos (wobei natürlich immer ein wenige Tage zuvor gefallener Baum quer liegen kann) und wenn ich nicht selber gepaddelt bin, sondern Infos von 3. wieder geben würde, bestände halt das Risiko, daß ich auch falsche evtl gefährliche Infos, wie das Beschriebene beim Aggerwehr, weiter geben würde. Und naja wenn man den Teil oberhalb vom Pegel noch Paddeln darf, geht halt auch was auf der Sülz und die mit weiter in die Agger / Sieg und dann noch bis zum Sportboothafen am Rhein, das würde ich dann eher wählen (zu dem Teil der Sieg kann ich gelegentlich was schreiben), und dann gehen auch noch ein paar andere Flüsse / Flußteile auf meiner Liste, die ich dann eher mal paddeln würde (wozu habe ich eigentlich vor ein paar Jahren den Öko-Wupperschein gemacht ?). sorry Terranonna.de
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