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Ultraleicht Trekking

sja

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Alle erstellten Inhalte von sja

  1. Samstag 21.07.2018 Rif Migliorero - Strepeis (400/1220 Hm) Heute sollte nur ein "Spatziergang" anstehen, meint der Custode (Hüttenwirt). Dennoch sollte es heute nicht ganz so gut laufen, wie ich leider und ehrlicherweise zugeben muss. In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter, aber morgens klärte es auf und die Landschaft sieht wunderschön aus. Der Spatziergang sollte über den 2400m hohen Laroussa-Pass vorbei an dem schönen Weiler San Bernolfo führen. Der Weg geht über Blockgestein, gut markiert. Erst klappt es ganz gut, ich merke zwar die Etappe gestern noch in den Knochen, aber es geht schon. Der Hüttenwirt macht morgens Trailrunning und kommt mir zwischendurch entgegen. Nach einer Stunde circa sehe ich ein kleines Schneefeld. Nicht steil und auch begehbar. Aber ich kann seit der letzten Markierung nicht mehr sehen, wo es weitergeht. Hinter dem Schneefeld müsste es eigentlich weiter über Blockgestein hoch gehen - denke ich zumindest! Aber ich kann keinen Weg bzw. keine Markierungen erkennen, nur Blockgestein. Nach einer halben Stunde auf dem Schneefeld gebe ich entnervt auf. Vielleicht auch, weil ich weiß, dass ich das Tal, so wie ich gekommen bin zurückgehen und dann "unten rum" nach Strepeis komme. Nach der Anstrengung gestern habe ich keine Lust auf Stress. Und will auch kein Risiko eingehendes irgendwie in der Gegend rumklettern. Leider hinterlässt es ein echt blödes Gefühl angesichts der kommenden Etappen. Nicht immer kann man so einfach umkehren. Aber vielleicht hätte ich den Einstieg wieder gefunden, hätte ich nicht die Alternative im Kopf gehabt. Ich schaue später noch mal auf die Papierkarte und ahne, was ich falsch gemacht habe. Ich hätte mich vielleicht am Rande des Schneefeldes halten sollen. Hätte es gar nicht überqueren müssen. Der blöde Schnee hat mich abgelenkt und hab zu sehr auf das Navi gesetzt. Die Karte völlig vergessen. Beschließe doch häufiger die Karte in die Hand zu nehmen und nicht nur das GPS. Die Sache wird mich noch bis nach der Tour beschäftigen. Aber nun, jeder fängt klein an Auf dem Weg nach Strepeis sehe ich zu meiner Freude die beiden Rheinländer aus Pontebernardo wieder. Auch die beiden haben ungeplant. Die 3 Pässe-Etappe war ihnen zu alpin (Schnee?), zumal mit Rückenschmerzen geplagt. Auch der Mann hatte auf der letzten Etappe eine Stelle, die ihn mental forderte. Tja geht wohl doch auch andern so. In Strepeis habe ich wieder Netz und checke das Wetter. Nicht so doll. Morgen Nachmittag wieder Gewitter und Mittwoch den ganzen Tag... Naja mal abwarten. Erstmal zum Alimentari, habe unglaublichen Hunger, in die Bar und dann Abendessen... Dann entscheide ich, welche Variante ich morgen wähle. Es gibt auch eine minimal leichtere, aber womöglich nicht ganz so schöne. Mittlerweile ist es kühl und dunkel am Himmel, bald wirds auch Regen geben.
  2. Rifugio Migliorero, nach der Gewitternacht am nächsten Morgen:
  3. Freitag 20.07.2018 Sambuco - Rif Migliorero (1720/810 Hm) Recht nervös stehe ich heute auf. Meine beiden GTA-Bekanntschaften von gestern, ein hatten sagen wir mal Respekt vor meiner heutigen Etappe. 1700 HM rauf, 800 runter. Respekt hab ich auch. Aber die Alternative hat mich auch nicht überzeugt. Um noch genug Zeit im Valle Gesso zu haben, hätte ich statt dem gestrigen kurzen, entspannten Tag 1000 HM machen müssen und heute trotzdem 1500 in angegebenen 7h und 3 Pässe. Als ich mir das morgens nochmal ansehe, denke ich, vielleicht wäre das doch besser gewesen? Was solls, du packst das schon. So bin ich pünktlich um 7h beim Frühstück und um 8h unterwegs. Es geht steil durch den Wald aufwärts und noch steiler durch einen Wiesen- und Heidelberghang. Um 11:45h stehe ich auf einem Wiesenplateau, der Caserma, dem höchsten Punkt der Etappe (2241 m) und bin wirklich beeindruckt von dem Panorama und den Blick in die tief eingeschnittenen Täler rundherum. Eine halbe Stunde später mache mich an den ebenfalls als steil prophezeiten Abstieg. Die Variante über den Grat würde die Aussicht verlängern, ist mir aber zu doll, zumal es sich etwas zuzieht. Ich bin froh, als der Abstieg geschafft ist, und nicht unglücklich, dass der Gegenanstieg zunächst "nur" eine Schotterpiste ist, die sich in Serpentinen hochzieht. Nur einmal versuche ich mich an einem "Abschneider", fühle mich für konzentrierte Schritte auf steilen Wegen nicht mehr so fit und will einfach nur ohne denken zu müssen die letzten 400 Hm machen. Der Weg führt bald durch eine sehr schöne saftig grüne Landschaft gesäumt von hohen, schroffen Bergen durch das Vallone dell'Ischiator. Ziel ist das Rifugio Migliorero, ein altes Rifugio, das in seiner Zeit einmal was sehr besonderes war. Im Rother steht, es wäre eine der schönsten Hütten der Alpen. Hm, es gibt sicher sehr viele sehr schöne Hütten... Das besondere hier ist, dass es aussieht, wie ein schottisches Schlösschen, das einzeln, erhöht in einer mystischen Landschaft steht, dahinter der Lago Ischiator. Dies kann ich bei meiner Ankunft, die sich schier endlos hinzieht, bestätigen. Auf den letzen Kilometern fühlen sich meine Wanderstöcke eher wie Krücken an. Gut, das der Weg jetzt so einfach ist. Das Rifugio liegt wirklich sehr schön und sieht von außen auch sehr schön aus. Von innen hat es schon bessere Tage gesehen, aber ich brauche heute nur noch ein Bett und ein großes Abendessen. Beides soll ich bekommen. Na ja, da ich die einzige Weitwandererin bin, die Essen bekommt, fällt es einfach aus, werde aber satt. Ich darf sogar eine der Schlafzellen alleine bewohnen, denn es sind heute wohl nur "poco" Leute da - genau genommen ich und ein Deutsch-italienisches Pärchen aus Turin, die einen Wochenendauslug machen (müssen sich selbst verköstigen). Ich bin so fertig wie lange nicht mehr und muss mir sehr viel Mühe geben, gerade Sätze herauszubekommen, als ich mich mit der Frau beim Abendessen unterhalte. Aber es ist sehr unterhaltsam, erfahre z.B. das die Turiner grad ziemlich aus dem Häuschen sind, weil Ronaldo da jetzt Fußball spielt, außerdem gibt es in einer Kirche "das Grabtuch Jesu". Was ebenfalls zu "Extase" bei Turinern und Menschen aus aller Welt führt... Das Frühstück bestelle ich wieder auf 7h, denn es ist für nachmittags des nächsten Tages ein Gewitter angesagt. Muss aber angeblich nur 4h. Sollte doch wohl klappen. Ob das mit 5:30h am übernächsten Tag auch klappt... entscheide ich morgen. Wer weiß, ob ich morgen überhaupt noch in der Lage bin, einen Fuß vor den anderen zu setzen....
  4. Donnerstag 19.07.2018 Pontebernardo - Sambuco (350/480 Hm) Heute steht nur eine kurze Etappe an. Etwas oberhalb des Stura-Tal soll es in 3:30h nach Sambuco gehen. Sambuco ist ein Dorf mit immerhin 85 Einwohnern. (Mitte des 19. Jahrhunderts waren es noch 1000). Die Familie Bruna ist hier sehr präsent. Bartolo Bruna ist Chef der Osteria della Pace (Hotel und Posto Tappa), Sohn und Tante betreiben Bar und Lebensmittelladen (man muss klingeln, wenn man was kaufen will...). Im Stura-Tal hat die Wanderschafhaltung Tradition. Spezialität ist das Fleisch der Schafrasse "Razza Sambucana". Die Schafrasse ist durch die starke Abwanderung der Bauern vom Aussterben bedroht und erlebt durch die "Slow Food Bewegung" einen Aufschwung. Der Weg durch das Tal ist damit einhergehend auch mit einem schwarzen Schaf auf weißem Grund markiert. Sambuco ist also auch bekannt für gutes Essen und die Zubereitung dieses Fleisches. Hm, ich habe vegetarisch vorbestellt..., letztendlich esse ich aber doch Fleisch. An diesem Abend werde ich nicht allein im Posto Tappa sein. Ein älterer Mann aus München, der beeindruckend fit und 4 Wochen unterwegs ist, hier und da noch einen Gipfel mitnimmt und eine Frau leisten mir bei einem mehrgängigen leckeren Abendessen Gesellschaft. Die beiden beenden in Sambuco ihre Tour.
  5. @Mattes Vielen Dank! Ja es ist wunderschön in den Westalpen!
  6. Mittwoch 18.07.2018 Chialvetta - Pontebernardo (1160/1340 Hm) Heute wirds anstrengend: 1200 Höhenmeter rauf und 1300 runter. Rother sagt 6:15 und Bätzing (war ich mit Schrecken erst kurz vor dem Frühstück...) 7:30h! Was solls, Abendessen gibt es nicht vor 19h. Werde ich schon schaffen. Bis auf den Gardetta Pass kenne ich den Weg von 2015, den kann ich gut gehen. Dort angekommen mache ich noch einen Abstecher ins gleichnamige Refugio, um den grandiosen Blick auf die Hochebene zu genießen und mir ein Mittagessen zu gönnen. Irgendwie traue ich dem Braten (im wahrsten Sinne des Wortes) nicht, sprich, ob ich in der Hütte am Abend tatsächlich was zu essen kriege. Laut Wanderbuch gibt es dort keine Verpflegung und laut Internet ist die einzige Osteria im Weiler seit Ostern zu. Bei der Reservierung wurde mir dann ein Abendessen zugesagt... Aufgrund meiner notorischen Verhungerungsängste spare ich mir also mein Brötchen doch lieber noch auf. Letztendlich sitze ich dann aber im Rifugio viel zu lange, weil ich das Mittagessen mit 5 Schweizer Mountainbikern einnehme... Bevor es abwärts ins Stura-Tal geht, bleibe ich erst mal auf der Höhe, dann noch ein paar Höhenmeter rauf auf den Passo di Rocca Branca (2620 m). Der Abstieg, u.a. vorbei an dem türkisfarbenen Lago Oserot, ist schier endlos und auf der ganzen Strecke keinen Schatten. Ich merke, wie meine Konzentration schwer nachlässt und reiße mich immer wieder mächtig zusammen, bewusst die Schritte zu setzen und weder zu stolpern, noch umzuknicken. Habe mich lange nicht mehr so nach einem Baum gesehnt, den die Sonne bruzelt ganz schön. Will mich aber nicht beschweren, bin froh, wenn es nicht regnet. Schließlich komme ich gegen 17:45 an. Das Posto Tappa ist offen, weder ein Bett scheint belegt zu sein, noch ein Wirt in Sicht. Ich zweifle schon wieder an meinem mir versprochenen Abendessen. Ich gehe erschöpft durch den Ort, um jemanden zu fragen, wie ich den Hüttenwirt finden kann. Finde dann auch einen Jugendlichen in Fahrradklamotten, der mir erklärt, sein Vater wäre in der Bar... Aha, da habe ich also den Richtigen gefragt. In der Bar erwartet mich auch schon Walter, wie er sich mir vorstellt, und es duftet nach Sugo du Pompdori mit einem Hauch Knoblauch. Yeah! Walter erklärt mir, das Posto Tappa sei "vouoto", also leer oder nicht belegt und ich könne mir ein Bett aussuchen. Im ersten Moment finde ich es seltsam so allein in dem offen stehenden Posto Tappa. Aber klar ist, diese 10-Häuser-Ort ist sicher nicht gefährlicher als die heimatliche Grosstadt ;-). Aus Pontebernardo kommt übrigens eine bekannte Skiläuferin aus den 70er oder 80er? Überall hängen Schautafeln (konnte den Namen aber nicht mehr recherchieren...) Beim Abendessen bin ich doch nicht der einzige Gast, wie zuerst vermutet, nein ein Pärchen ist noch anwesend. Der Kleidung nach sind es auch Wanderer. Ich frage sie natürlich und es stellt sich raus, dass sie die GTA schon komplett durch haben und jetzt ein paar Varianten gehen wollen. Ich habe mal wieder "mezzo" und "quarto" beim Bestellen meines Weins verwechselt, und so fachsimpeln wir etwas länger über Routen und erzählen Geschichten, bis die Nonna sich bemerkbar macht und sagt, dass jetzt mal "chiuso" ist. Feierabend.
  7. @Dean Ja hier: https://lighterpack.com/r/bbre58 An der ein oder anderen Stelle, könnte man sicher reduzieren, z.B. hatte ich sehr viele Ersatzbatterien mit für s GPS und Stirnlampe. Das GPS hatte ich zur Kontrolle meist an (kommt auch vor, dass ichs mal vergesse auszumachen ;-). Bzgl.Stirnlampe hab ich dann meine halbleeren Batterien rel. schnell verschenkt, an jemanden, dem sie ausgegangen sind und meine vollen rein gemacht. Solarpanel hätt ich nicht gebraucht, war mehr ne Spielerei. Insektenschutz braucht man sicher auch nicht unbedingt, aber an mich gehen die Mücken wie sonstwas... 2. PET statt Nalgene-Flasche... - war mir aber unsicher, wie lang die halten. Ist auch nicht alles aufs Gramm exakt, evtl. bzgl. 1. Hilfe und Hygiene... Dazu kamen noch ein paar Riegel. Ansonsten habe ich mir in den Unterkünften in der Regel ein Lunchpaket für mittags mitgeben lassen. Den Luxus hab ich mir gegönnt, statt Essen schleppen. Einmal konnte ich einkaufen und hatte für 2 Tage Brot und Käse. Der neue Attila ist nicht wasserdicht. Dachte der Dry Sack reicht. Was nicht reinpasste war in Ziplocks. Außer Fleece. Würde aber doch noch n Liner mitnehmen das nächste mal. Ziplocks können schon auch mal kaputtgehen. Fleece passte nicht mehr in den Dry Sack... Ging aber schon.
  8. Dienstag 17.07.2018 Ponte Maira - Chialvetta (von Campo Base 810/970 Hm) Heute geht es über den Colle Ciarbonet (2206m) nach Chialvetta. Es gibt auch eine alpinere Variante über den Colle d'Enchausia (2740m) - aber da es meine erste Etappe ist, entscheide ich mich für die einfachere Variante. Über die Sorgenti del Maira (Maira-Quellen) steige ich durch auf einem Waldweg auf. Am Pass hat man einen schönen Blick ins Vallone d'Unerzio. Der schöne Ausblick begleitet mich, während ich auf der Militärpiste mit bequemen Gefälle absteige. Ich komme an zwei schönen Weilern vorbei und erreiche auf einer sehr schönen blumengesäumten Mulatteria Chialvetta. Mein Posto Tappa ist die Osteria Gardetta von Rolando Combo. Ein witziger Typ, der hier recht bekannt zu sein scheint. Die Lüneburger sind die alpinere Variante gegangen und berichten von Schneefeldern. Sie kommen etwas später, aber sehr beeindruckt von der Etappe an. Nun heißt es wieder aufs Abendessen warten, während am Ortsrand vor der Kirche zwei kleine Eselchen stehen und immer mal wieder ihre Esellaute von sich geben.
  9. Montag, 16.7.2018 Ins Maira-Tal nach Ponte Maira. Wieder früh aufstehen. Ich will den Zug um 7:18h nach Cuneo kriegen. Der Wetterbericht sagt für nachmittags Gewitter voraus und tatsächlich sieht man trübe Wolken am Himmel. Zum Frühstück gibt es einen halben Biscotti mit etwas Frühstücksbrei und heißem Wasser verrührt. Dazu etwas löslichen Kaffee. Für einen leckeren Cappuccino ist erst später Zeit. Angesichts der mächtigen Pizza gestern Abend brauche Gott sei dank nicht viel. Dann geht es mit dem Zug über Turin nach Cuneo. Dort steige ich in den Bus, der sich über das hübsche Dronero nach Acceglio hoch schraubt. Acceglio ist das letzte Dörfchen, das der Bus im Mairatal erreicht. Eine Handvoll älterer Herrschaften fahren mit. Drei oder vier ältere Italienerinnen, die mit ihren kleinen Rollköfferchen nach und nach aussteigen , ein Herr mit vollen Obst- und Gemüsetüten, deren Inhalt prompt beim Aussteigen durch den Bus kullern. - Bemerkenswert ist der gutgelaunte Busfahrer, dem sein Job anscheinend wirklich Spaß macht. Zumindest hält er immer mal wieder ein Schwätzchen mit den Reisenden. Solch ein selbstverständlicher Kontakt unter Fremden findet bei uns in der vornehmen nordischen Grossstadt nicht so oft statt, denke ich. Von Acceglio werde ich zu Fuß noch ein 1 - 2 Stunden das Tal hoch nach Ponte Maira gehen, wo ich in der schönen Locanda Mistral übernachte. Die Locanda kenne ich von meiner Tour 2014. Sie bietet auch ein Posto Tappa (Etappenunterkunft) für Wanderer an, das Essen ist unglaublich lecker. Da man auf der GTA meist von Tal zu Tal wandert, gibt es, auch wenn man nicht weit oben in einer Hütte übernachtet, diese Posto Tappas. Das sind dann Albergos, die für Wanderer günstigere Mehrbettzimmer anbieten. Es hängen schwarze Wolken über dem Tal. In den Bergen regnet es sicher. Ja es regnet. Als ich in Acceglio ankomme, schüttet es. Aber muss ja nicht so weit. Ne Stunde nach Ankunft in Ponte Maira ist es auch wieder trocken und wir (ich, 2 Lüneburger und 2 Hamburger) können wunderbar im Garten sitzen, der Maira lauschen und aufs Abendessen warten.
  10. Sonntg, 15.07.2018 Anreise nach Mailand Um 5:00 klingelt der Wecker, beste Tiefschlaf-Phase, aber was solls, schönen Tage stehen bevor. Zum Frühstück schaue ich mir noch ein YouTube Video von Sacki an, der super erklärt, wie ich mich bei Gewittern in den Bergen verhalten soll und beschließe: Es gibt kein Gewitter. Ich habe nämlich ziemlich Schiss vor Gewittern in den Bergen - na ja ähnlich geht es mir mit "wilden" Hunden. Dann auf zum Flughafen. Die Dame am Check-in schaut mich fragend an: Was, das wollen sie als Gepäck aufgeben? Ich hatte vorher schon auf die Waage gelinst und mich gefreut, dass ich tatsächlich leichter geworden bin. 4,1 kg zeigt sie an. Vielleicht geht noch mehr, aber ich bin ganz zufrieden. "Ja", antworte ich, "muss ja, wegen der Trekking-Stöcke". Nachdenklich nickt sie, "is wohl besser"und packt meinen Rucksack in eine graue Wanne. Yeah, Ich muss diesmal nicht zum Sperrgepäck. Über Düsseldorf geht es dann nach Mailand. 16:15h komme ich an. Die letzten Minuten des WM-Endspiels sehe ich in einer Bar, bevor ich Einchecken kann. In selbiger hab ich dann später - nahe am Verhungern - eine Pizza verdrückt. Der Blick von meinem kleinen Balkon gefällt mir und die lauschigen gefühlten 25 Grad ebenso.
  11. Ich komme gerade aus Italien zurück und möchte euch nach und nach ein bisschen was von meiner Tour auf der GTA berichten. Für alle, die die GTA nicht kennen: Die GTA (Grande Traversata delle Alpi) ist quasi eine Art Pendant zum GR 5 in Frankreich und erstreckt sich über den gesamten Westalpenbogen grob von der Grenze Schweiz/Italien bis nach Ventimiglia am Meer. Die Etappen enden meist in Taldörfern (manchmal auch in der Höhe in Refugios), wo die Einnahmen der Unterkünfte, Restaurants, Tante-Emma-Läden oder Käsereien direkt den Einheimischen zugute kommt und die Alpentäler, die stark von Abwanderung betroffen sind, unterstützt werden soll. Vor 4 Jahren habe ich mit dem Wandern angefangen (eine Mehrtagestour im Valle Maira). Mittlerweile sind schon mehr als eine Hand voll Touren zusammen gekommen, aber nur bei dem GTA-Teilstück vor 2 Jahren ging es in den Alpen über Pässe um die 2500/2600m. Insofern würde ich mich noch als "Anfängerin" bezeichnen ;-). Ich habe in Rifugios und Posto Tappas geschlafen, war also ohne Zelt unterwegs. Bei der GTA-Tour vor 2 Jahren ging es von Usseaux (grob Nähe Susa) am Monte Viso vorbei bis Castello (Valle Varaita) - 7 Etappen. Etappen für dieses Jahr (Vom Valle Maira bis ins Valle Gesso): Ponte Maira - Chialvetta (von Campo Base 810/970 Hm) Chialvetta - Pontebernardo (1160/1340 Hm) Pontebernardo - Sambuco (350/480 Hm) Sambuco - Rifugio Miglioriero (1730/810 Hm) Rifugio Miglioriero - Strepeis (400/1220 Hm) Strepeis - Sant Anna di Vinadio (1180/430 Hm) Sant Anna - Rifugio Malinvern (810/1000 Hm) Rifugio Malinvern - Terme di Valdieri (780/1250 Hm) Terme - Rifugio Genova Figari (1290/640 Hm) Rifugio Genova - Entracque (490/1500 Hm)
  12. sja

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    Hi, ich bin hier schon eine Weile angemeldet, möchte mich aber auch noch vorstellen. Im Badischen geboren, lebe ich schon lange als Flachlandtirolerin im Norden. Vor 4 Jahren startete ich zu meiner ersten Wanderung ins Maira-Tal. Das war ganz schön aufregend, denn ich war gleich allein unterwegs, aber alle Hütten waren schon vorgebucht. Das war aber auch so schön, dass mich die Westalpen nicht mehr losgelassen haben. Nach einer weiteren Tour in der Gegend, bin ich letztes Jahr ein Stück der GTA gegangen und ab nächster Woche ist wieder ein Stück dran. Und zwar mit einem neuen Rucksack und einem selbstgenähten Regenrock, den ich mir dank eurer Infos gekauft bzw. genäht habe. Es gab auch noch ein paar andere kleine Touren in andere Länder, aber ich muss zugeben, mit Zelt oder Tarp alleine unterwegs zu sein, das hab ich mich noch nicht getraut. Tja wer weiß, vielleicht irgendwann... Fühl mich noch nicht wirklich erfahren, aber ein gesunder Respekt vor den Bergen schadet auch nicht. Freu mich auf jeden Fall auf meine Tour (und bin wieder sehr aufgeregt ) und danke für die Tipps, die ich schon bekommen habe.
  13. Danke euch. So kurz vor knapp denk ich gerne mal, was vielleicht doch noch nötig sein könnte/sollte/müsste... Aber ja, Fleece sollte reichen.
  14. Hi, jetzt brauch ich doch noch mal nen Rat. Gehe nächste Woch auf der südlichen GTA. Als Oberbekleidung habe ich ein Tank Top ein T-Shirt ein Fleece und eine Regenjacke mit. Braucht es noch ein leichtes Longsleeve? Überlege mir noch ein 130er Icebreaker cool lite zu kaufen. Wohl eher für abends, wenn man noch draußen sitzen will. Tagsüber auf dem Pass muss es glaub ich nicht sein...?! hm unnötig? Erinnere dass es letztes Jahr abends schön kühl war, aber weiß es nicht mehr so richtig. Kann natürlich auch einfach in die Hütte gehen und mir 135g sparen. Übernachte nur in Hütten. danke. S
  15. Hi, mich kann dir nichts zu den Unterschieden bzgl. Material sagen. Aber als ich meinen Attila (vor ca. 6 Wochen) gekauft habe war der x pack das neue Modell. Den andern gabs nur in einer großen Größe. Ich vermutete, das das die Reste waren. Ich hoffte mal einfach, dass die den verbessert haben... aber keine Ahnung, ob es so ist. Interessiert mich aber auch.
  16. @ThomasD Wo warst du denn letztendlich unterwegs? Bzw. die Mücken?
  17. @sedot Für mich zu spät, aber sehr interessant!
  18. Wie wärs mit dem Maira-Rundweg (mittlerer Teil) in den italienischen Westalpen? War meine erste Solo-Tour in den Alpen. -Falls das mit dem Zelten nicht so ne Priorität hat. Ist in Italien mein ich offiziell nicht erlaubt. Ist nicht so hochalpin, technisch nicht so schwierig und nicht so viel los. Viele der Hütten sind sehr schön gemacht mit super Essen und abends trifft man da nette Leute. Könnte bei der ersten Solotour auch wichtig sein, so ein bissl Kontakt. Sollten die Flüge bis Turin zu teuer sein, kann man auch bis Mailand fliegen und dann mit dem Zug weiter. Oder -je nach Wohnort - direkt mit dem Zug (Europaspzial/Nachtzug)... Infos/Bilder zum Valle Maira
  19. Die kulinarischen Angebote mitzunehmen, ist sicher ne gute Idee... @Oslo @ThomasD Schon jetzt neugierig auf einen kleinen Bericht hinterher hier?! Viel Spaß.
  20. Oder doch eher Linie 340?! http://atapspa.it/linea/linea-340/
  21. Von Piedicavallo und Rosazza (beides an der GTA) gibt es die Buslinie 16 zum Bahnhof Biella. Fahrplan: www.atapspa.it Fährt sicher nicht so oft, mit Auto-Stop sicher schneller. @Oslo Dieses Jahr werde ich weiter im Süden auf der GTA sein, Tip merke ich mir, Danke.
  22. Ach so - Spiritus (alcohol etilico denaturato oder alcohol denaturato) kriegt man in den Ortschaften ganz gut. In den Bergen natürlich weniger, da man auch nur alle paar Tage an einem Lebensmittelgeschäft etc. vorbei kommt. Gas weiß ich nicht, denke aber in den Städten sicher, da die Italiener gerne campen.
  23. Wenn die Schneelage die GTA noch nicht zulassen sollte, vielleicht wäre dann das Valle Maira doch auch was. Es gibt da den Maira-Rundweg (je nach dem, nicht so hochalpin), außer am Talende. Hier kann man sich sicher auch ne Tour zusammenstellen (ich weiß nicht, wie hochalpin es sein soll). Gardetta-Hochebene fand ich z.B. sehr schön. Anreise: mit der Bahn von Mailand über Turin bis Cuneo. Dann mit dem Bus bis - je nachdem - Acceglio (Talende). Hier ist man aber schon ne Weile unterwegs, bis man im Tal ist. Wenn man den Bus um 13:40h (noch aktuell?) kriegt, ist man gegen 15h / 15:20h im Tal. Wanderbuch: „Antipasti und alte Wege“, Rotpunkt-Verlag. Bzw. Etappenbeschreibungen des Mairawegs im Web. Karte: Valle Maira 1:25000 L'Escursionista Im Mairatal gibt es unglaublich gutes Essen und teilweise sehr nette Hütten. Es lohnt sich (wegen des guten Essens) hier ab und zu in Hütten zu übernachten. Aber auch sonst auf der GTA ist das Essen immer sehr gut. Oft mehrere Gänge.
  24. Busverbindungen: Ist in Italien relativ kompliziert, sind ja immer regionale Busgesellschaften. Busse fahren nicht so oft. Falls du dich für die GTA interessierst würde ich dir den Rother Wanderführer empfehlen. Hier ist die ganze GTA (Westalpenbogen) in Abschnitten von 5 -7 Etappen aufgeteilt und am Anfang und am Ende dieser „Häppchen“ (bzw. bei jeder Etappe, bei der es einen möglichen Bus gibt), werden dann immer die Bahn/ Buslinien / bzw. entsprechende Internetadressen genannt, mit der man wieder wegkommt. Man kann sich so prima das passende Teilstück raussuchen. Es gibt auch die GPS-Tracks mit zum Download. Es gibt auch noch ein anderes Wanderbuch von Bätzing mit mehr beschriebenen Varianten, fand ich aber nicht so übersichtlich. Denkbar wäre z.B. (das hab ich ungefähr gemacht) von Meana di Susa bis Villanova (5 Etappen, bis kurz vor dem Monviso) von Villanova bis Chiesa/Chiazale (5 Etappen, am Monviso vorbei bzw. über den Monviso Pass). findest hier sicher auch das passende Stück am Monte Rosa vorbei... Zum Giro del Viso hier eine Überblick-Skizze: https://westalpen.eu/wanderfuehrer_viso.htm bzw. https://westalpen.wordpress.com/karte/giro-del-monviso/ Am Monviso is natürlich schon etwas trubeliger, aber fand es völlig ok. Thema Karten: Es gibt die IGC-Karten, die die GTA abdecken. Die sind wohl aber nicht so genau. „Nicht jeder Weg ist eingezeichnet, mitunter finden sich auch welche, die es nicht mehr gibt." Da der Verlauf mehr oder weniger stimmt, laut Rother trotzdem eine praktische und übersichtliche Lösung. Ich hatte Karten von Fraternali dabei, weil ich es genauer haben wollte. 1:25000. Die fand ich sehr gut. Allerdings kann es sein, dass man je nach GTA-Teilstück mehrere davon braucht. Ich bin meistens mit GPS gelaufen und habe sie kaum gebraucht, wollte sie aber trotzdem dabei haben.
  25. Italienische Bahn: http://www.trenitalia.com/tcom-de? zwar kein Streckennetz aber vielleicht hilft es trotzdem.
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