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Adlerauge

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  1. Gefällt mir!
    Adlerauge hat eine Reaktion von Korabi erhalten in DIY leichte Gamaschen für sandige Böden (ohne Nähen)   
    Benötigt wird:
    eine (ausrangierte) Strumpfhose (wahrscheinlich geht auch eine Leggins, Strumpfhose ist aber dünner und leichter) eine Schere Anleitung: Von der Strumpfhose die Beine und Füße abschneiden, sodass zwei "Schläuche" entstehen. Jeden Schlauch ca. 2-3 cm vor dem unteren Ende zur Hälfte einschneiden. Die eingeschnittenen Stege sind die Riemen für unter den Fuß. Fertig!
    Zum Tragen: der Steg wird unter den Schuh einghängt, der Stumpf hochgezogen und umgeklappt und dann unter den Schnürschenkeln festgeklemmt (siehe Bilder).
    Ich habe die Gamaschen in der Form für den Fishermens Trail in Portugal verwendet und hatte nicht ein einziges Mal Sand im Schuh! Meine einzigen Bedenken waren:
    a) ob sich der Steg schnell durchläuft, bei mir hat aber alles gehalten (hab ihn aber bei festen Böden "hochgeklappt"). Sofern man den Schlauch lang genug lässt, kann man bei einem Riss den kaputten Teil auch einfach abschneiden und sich dann einen neuen Steg ausschneiden.
    b) ob der Stoff von der Ferse hochrutscht, damit hatte ich aber überhaupt keine Probleme.
    Einziger Nachteil: man kann sie nicht an- und ausziehen ohne den Schuh auszuziehen. Da sie aber so leicht sind, kann man sie auch einfach um die Knöchel tragen.
    Achja, wiegen tut das Paar bei mir 21g

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    Adlerauge hat eine Reaktion von MaikGrosser erhalten in DIY leichte Gamaschen für sandige Böden (ohne Nähen)   
    Benötigt wird:
    eine (ausrangierte) Strumpfhose (wahrscheinlich geht auch eine Leggins, Strumpfhose ist aber dünner und leichter) eine Schere Anleitung: Von der Strumpfhose die Beine und Füße abschneiden, sodass zwei "Schläuche" entstehen. Jeden Schlauch ca. 2-3 cm vor dem unteren Ende zur Hälfte einschneiden. Die eingeschnittenen Stege sind die Riemen für unter den Fuß. Fertig!
    Zum Tragen: der Steg wird unter den Schuh einghängt, der Stumpf hochgezogen und umgeklappt und dann unter den Schnürschenkeln festgeklemmt (siehe Bilder).
    Ich habe die Gamaschen in der Form für den Fishermens Trail in Portugal verwendet und hatte nicht ein einziges Mal Sand im Schuh! Meine einzigen Bedenken waren:
    a) ob sich der Steg schnell durchläuft, bei mir hat aber alles gehalten (hab ihn aber bei festen Böden "hochgeklappt"). Sofern man den Schlauch lang genug lässt, kann man bei einem Riss den kaputten Teil auch einfach abschneiden und sich dann einen neuen Steg ausschneiden.
    b) ob der Stoff von der Ferse hochrutscht, damit hatte ich aber überhaupt keine Probleme.
    Einziger Nachteil: man kann sie nicht an- und ausziehen ohne den Schuh auszuziehen. Da sie aber so leicht sind, kann man sie auch einfach um die Knöchel tragen.
    Achja, wiegen tut das Paar bei mir 21g

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    Adlerauge hat eine Reaktion von bgiklsfnvd erhalten in East Highland Way - Ausrüstung für Bachdurchquerung   
    + 1
    meine wiegen 170g in Gr. 39/40 (Woolworth, ca. 5€). Gerade wenn man auf Campingplätzen unterwegs ist oder abends nochmal aus dem Zelt muss und einfach reinschlüpfen kann sehr angenehm. Meine hänge ich draußen an den Rucksack, dann nehmen sich auch keinen Platz weg.
  4. Danke!
    Adlerauge hat eine Reaktion von schwyzi erhalten in Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread   
    hab ne Lösung gefunden: Ikea-Familiy mitglied werden, dann sind es nur noch 2,90€
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    Ich habe immer als campschuhe so fake crocs mit. 
    150-170g je nachdem was ich so bekomme. ich trage die auch zu hause, deshalb sind die nach nem jahr immer im arsch!
    das niedrige gewicht erreiche ich durch kleine füße. größe 39, hahahahaha!
    dank des riemens an der ferse, taugen die auch für bachdurchquerungen.
    man kann sie daran auch prima am rucki befestigen!
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    Adlerauge hat eine Reaktion von Schlurfer erhalten in GramXpert Wind Pants Erfahrungen?   
    OT: Kann mir jemand erklären, was eine Windhose ist bzw. für was man die braucht? Ich hätte gedacht, wenn es so windig ist, dass es kalt an den Beinen wird zieht man seine Regenhose an? 🤔
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    Adlerauge hat eine Reaktion von dermuthige erhalten in DIY leichte Gamaschen für sandige Böden (ohne Nähen)   
    Benötigt wird:
    eine (ausrangierte) Strumpfhose (wahrscheinlich geht auch eine Leggins, Strumpfhose ist aber dünner und leichter) eine Schere Anleitung: Von der Strumpfhose die Beine und Füße abschneiden, sodass zwei "Schläuche" entstehen. Jeden Schlauch ca. 2-3 cm vor dem unteren Ende zur Hälfte einschneiden. Die eingeschnittenen Stege sind die Riemen für unter den Fuß. Fertig!
    Zum Tragen: der Steg wird unter den Schuh einghängt, der Stumpf hochgezogen und umgeklappt und dann unter den Schnürschenkeln festgeklemmt (siehe Bilder).
    Ich habe die Gamaschen in der Form für den Fishermens Trail in Portugal verwendet und hatte nicht ein einziges Mal Sand im Schuh! Meine einzigen Bedenken waren:
    a) ob sich der Steg schnell durchläuft, bei mir hat aber alles gehalten (hab ihn aber bei festen Böden "hochgeklappt"). Sofern man den Schlauch lang genug lässt, kann man bei einem Riss den kaputten Teil auch einfach abschneiden und sich dann einen neuen Steg ausschneiden.
    b) ob der Stoff von der Ferse hochrutscht, damit hatte ich aber überhaupt keine Probleme.
    Einziger Nachteil: man kann sie nicht an- und ausziehen ohne den Schuh auszuziehen. Da sie aber so leicht sind, kann man sie auch einfach um die Knöchel tragen.
    Achja, wiegen tut das Paar bei mir 21g

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    Relativ spontan hatte ich mich dazu entschlossen, ein Teilstück des Westwegs zu gehen (von Forbach bis Titisee) – da mein Jahresurlaub abgebaut werden musste, und mich der Westweg schon lange gereizt hatte, aber ich keine Lust hatte mich durch Menschenmassen zu schieben und vor allem meinen Schlafplatz mit ihnen zu teilen. Daher lag nichts näher, als das Ganze im Winter anzugehen, wenn der gemeine Schwarzwald-Wanderer zuhause vorm Kamin sitzen bleibt.
    Vorab: Exzellente Entscheidung. Ich hatte – für mich – richtig Glück mit dem Wetter. Die ersten drei Tage gnadenloser Eisregen, Graupel und in den Regenpausen eine dermaßen hohe Luftfeuchtigkeit, dass es auch hätte Regen sein können (das war schön anstrengend und abenteuerlich und hat feine Fotos gegeben); die restlichen dreieinhalb Tage (unerwartet) feinster Sonnenschein den ganzen Tag lang. So sehr, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt habe 😊 weil ich nach Studie des Wetterberichts die Sonnencreme gleich rausgeworfen und stattdessen die wasserfesten Überziehhandschuhe eingepackt hatte.

    Dass die Regentage am Anfang kamen, war nur gut; andersrum finde ich hätte es etwas auf’s Gemüt gedrückt; aber so war ich noch voller Motivation, gut ausgestattet und das gloomige hat hervorragend zum Nordschwarzwald gepasst; war eine ganz tolle Stimmung und ich habe absolut niemanden die ersten drei Tage auf dem Trail getroffen. Den einzigen Kontakt zu Menschen hatte ich in den Wirtschaften; und da auch meist nur das Personal – dem Schwarzwald macht der milde Winter arg zu schaffen; an Skifahren ist nicht zu denken, auch von den Langlaufloipen, die ich gesehen habe, war maximal eine noch (mit viel gutem Willen) benutzbar).
    So war es auch nicht verwunderlich, dass viele Gasthäuser geschlossen hatten.
    Da vermutlich jeder außer mir den Westweg schon kennt, werde ich nicht groß auf den Trail selber eingehen, maximal auf die Besonderheit im Winter (der ja jetzt auch keiner war).  
    Laufbar war der Weg überall, an manchen Stellen war es anstrengend (hüfttiefer Schnee an der Hornisgrinde, in Sumpfgebieten teilweise 20cm hoch das Wasser, so dass ich barfuß durch bin; Schnee war teilweise so angetaut, dass man tief eingesunken ist und jedes Mal eine Wundertüte erwarten konnte – ist darunter Stein, eine Felsspalte oder ein Bach?). Aber an vielen anderen Stellen war es schon fast frühlingshaft schneefrei; und im Hochschwarzwald wieder so schön verharscht, dass man auf dem Schnee gut laufen konnte.
    Ich war sehr überrascht von der Qualität der Wege – da ist wirklich extrem wenig Asphalt- und auch Forststraßenanteil; das meiste sind schöne single trails. Manchmal gehen drei Wege ab einer Gabelung ab; der Westweg ist dann meistens der unwegsamste (positiv). Ein bisschen dekadent fand ich es manchmal sogar, dass offensichtlich zusätzlich zu existierenden Verbindungen noch ein schöner Wanderweg ins Grün gezimmert wurde (vielleicht war die Reihenfolge auch anders); und – ich glaube nach Hausach – hat man häufig die Schwarzwaldhochstraße gehört.
    Hat andererseits natürlich den Vorteil, dass wenn ich mir im tiefen Schnee ein Bein gebrochen hätte, ich nur die zehn Meter zur Straße hätte robben müssen und schon auf Hilfe treffen (oder überfahren werden).
    Landschaftlich ist – auch auf dem Teilstück das ich gelaufen bin – total viel los, von dichten Wäldern über Sumpflandschaften, einem kleinen Stück Heide, zu offenen Bergwiesen und -weiden; im Hochschwarzwald teilweise sagenhafte Aussicht (Alpenblick in die Schweiz hinein!). Und man fühlt sich, zumindest im Winter, hin und wieder richtig allein auf der Welt.
    Herrlich.

     
    Prinzipiell ist der Westweg in der Vorweihnachtszeit unverständlich leer. Zum Wochenende wurde es ja wahnsinnig schön, den ganzen Tag Sonnenschein, Temperaturen über Null – und selbst da habe ich nur hin und wieder Menschen unterwegs getroffen; meist auch nur in der Nähe von Ortschaften / Wanderparkplätzen auf den Bänken sitzend; und auf den abgelegenen Teilen des Wegs insgesamt glaube ich zwei.
     
     

     

     
    Regenstimmung im nördlichen Schwarzwald
     

     
    fragwürdiges Schlafsetup und morgendliche Besucher
     
     

     

     
    Sonnenaufgang vor der Hasemanhütte auf dem Farrenkopf
     
    Meine Wegabschnitte (ich habe nicht die offiziellen Etappen gewählt, sondern immer 20-25km Länge bis zu einer geeigneten Schlafmöglichkeit; Höhenmeter haben sich dann so bis max. 1000 am Tag ergeben):
    Tag 1: Bahn von Ulm nach Forbach, Laufen bis Unterstmatt
    Tag 2: Schwabenrankhütte
    Tag 3: Harkhof
    Tag 4: Hasemanhütte
    Tag 5: Kolmenhof
    Tag 6: zum Kreuz
    Tag 7: Titisee (Bahn zurück nach Ulm)
    Ich habe dreimal in Pensionen / Gasthäusern übernachtet; davon hatte ich zwei schon von zuhause gebucht, das war aber nur dahingehend notwendig, dass ich jedes Mal der einzige Übernachtungsgast war und somit sichergestellt war, dass überhaupt geöffnet wurde: Für den ersten Tag war ich mangels geeigneter Schutzhütten nicht sicher ob ich draußen schlafen oder einkehren möchte, und hatte auf die Edelfuchslodge spekuliert (ohne zu reservieren), bei der ich dann aber vor verschlossener Tür stand, weil mangels Kundschaft einfach der Laden zu blieb.
    Auch in der Alternative (Hochkopf-Stub in Unterstmatt) wurde es knapp – ich musste ein wenig mit der Wirtin diskutieren, da sie vorhatte am nächsten Morgen früh zum Zahnarzt zu fahren, und es daher kein Frühstück gäbe; ich wollte aber nur ein Bett im Trockenen, wir konnten uns dann einigen. Ursprünglich wollte ich am ersten Abend in Hundsrücken auf dem Gelände des Ochsenstalls zelten (die hatten auch wegen Wetter geschlossen; hatten mir aber erlaubt mein Zelt aufzustellen), allerdings stand das Wasser so hoch, dass es in den bathtub meines Notch Li (zugegebenermaßen auch eher Modell Crepes-Pfanne) hineingelaufen wäre. Ich schlafe zwar auf einer Luftmatratze und wäre daher nicht ertrunken, aber mit etwas Pech hätte es mich den Berg runtergespült, und dann hätte ich am nächsten Morgen in Schlafkleidung den ganzen Anstieg noch mal machen dürfen… Ok, ehrlich gesagt hatte ich einfach keine Lust auf zelten im Dauerregen. Daher habe ich spontan die erste Nacht in Unterstmatt in der Pension verbracht.
    Die zweite Nacht (es hat ungelogen den ganzen Tag durchgeregnet) dann in einer einfachen Schutzhütte, in der ich aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mein Zelt doch noch aufgestellt habe. Dennoch war am nächsten Morgen mein Schlafsack patschnass und noch mal drei Kilo schwerer.
    Nacht drei im Harkhof, das wollte ich unbedingt mal aus Kult-Gründen ausprobieren (natürlich war ich wieder der einzige Gast). Habe mir die kleine „Vesperplatte warm und kalt“ bestellt, die ich komplett verschlungen habe; dazu ein Weißbier – und das ist mir wohl so auf den nüchternen Magen gegangen, dass ich fröhlich ein Stück von dem, was ich für Weichkäse hielt, abbiss – war aber Butter. Habe dann eine Scheibe Brot extra bekommen.
    Am nächsten Tag – Samstag, und zum ersten Mal hatte es Sonne!  musste ich durch Hausach – dunkel, Menschen, Verkehr und, am schlimmsten, 700 Höhenmeter Abstieg. Meine armen Knie.
    Den Edeka hatte ich noch eingeplant, aber da ich von meinen eingepackten Fertigessen mit Mühe und Not bis dahin gerade zwei in mich reingebracht hatte, gabs dort nur ein paar Müsliriegel zu holen. Zum Glück gings dann wieder bergauf, sonst wäre mir kalt geworden; und an dem Tag bin ich tatsächlich in die vollkommene Dunkelheit gelaufen; so dass ich irgendwann nur noch mit Stirnlampe weiterkam. Aber schön war der Wald im Dunkeln, irgendwo hat ganz stilecht ein Käuzchen gehuuuut 😊
    In der geplanten Schutzhütte flackerten schon Kerzen, ein Wanderer aus Stuttgart war da (und ein bisschen überrascht, dass so spät noch jemand kommt).
    Wir haben ein bisschen gewitzelt (das gute am Wintercamping bei mir ist, dass ich vielleicht auch mal die Chance habe den Sonnenaufgang zu sehen…) dass er schon lange weg ist, wenn ich aufwache. Am nächsten Tag haben wir aber beide ungefähr eine Stunde in die Ferne gestarrt und den wunderschönen Sonnenaufgang über den nebelverhangenen Schwarzwaldtälern bewundert.
    Das Wetter blieb konstant sonnig bis zu meiner Abreise in Titisee.
    Die vorletzte Nacht hatte ich übrigens (aus Prinzip, damit ich das Zelt nicht umsonst mitschleppe) auf dem WoMo-Stellplatz des Kolmenhofs verbracht. Die Wirtin war total putzig, hat mir sogar eine Wärmeflasche angeboten für die Nacht – es blieb aber sogar über 0°). Ich schlafe echt gerne draußen im Zelt; aber auf dem Trip habe ich mich mit Schutzhütten auch sehr anfreunden können; die sind ja teilweise wirklich luxuriös ausgestattet, und viele liegen so schön nur am Westweg, dass man auch morgens komplett seine Ruhe hat und die Landschaft genießen kann. Das hätte ich nicht erwartet.   
    Und zum krönenden Abschluss habe ich mich für die letzte Nacht in der ehrwürdigen Pension "zum Kreuz" eingemietet, mit neuem Wellnessbereich und einer Panorama-Sauna, in der ich (natürlich war ich wieder der einzige Gast) den lila-orangefarbenen Sonnenuntergang über dem verschneiten Schwarzwald genießen durfte, um danach im Michelin-bemützten Restaurant mich quer durch die Karte zu futtern. 
    Am nächsten Tag ging es nur noch kurz bis Titisee über meist offenes, verschneites Gelände mit richtiger Winterurlaub-Stimmung; im Ort dann ein bisschen Gardasee-Stimmung mit Waffel und Glühwein am Seestrand (aber langsam zog der Himmel wieder zu - ich war ja auch fertig mit der Wanderung), bis ich den stündlich fahrenden Regionalzug zurück nach Ulm genommen habe. Was für eine gelungene Woche. 

    Ab Tag 4 gab's den Wald auch in sonnig. 
     

    Blindensee 
     

    Aussicht von der Hohenlochhütte (hier gibt's auch einen Übernachtungs-Pod und eine Komposttoilette!)
     

    Wacken-Stimmung am Brend
     

    Mein "Camp" am Kolmenhof - immerhin mit WC-Häusel. Ja, DCF ist ganz schön durchsichtig... Zum Glück haben sie um 20 Uhr die Scheinwerfer ausgemacht. Aber wie immer war ich der einzige Mensch weit und breit...
     

     
    Spuren im Schnee und Winterstimmung beim Doldenbühl
     
     
    Ausrüstung (shame!)
    Mit dem Gewicht hatte ich es wirklich ein bisschen vergeigt auf diesem Trip:
    Zunächst habe ich wieder mal vergessen, dass ich mir nichts aus Tütennahrung mache und in einem Anflug von „ich krieg nix zu essen weil alles zuhat“-Panik vier schwere Beutel Trekkingnahrung sowie eine insgesamt 400g schwere Wintergas-Kartusche beim globi organisiert habe. Totaler Overkill.
    Dann habe ich noch (ist ja Winter) den 1,2 kg StS Altitude II Winterschlafsack eingepackt obwohl ich einen Katabatic Gear Flex 15 besitze (dass 15° Fahrenheit -10°C sind, war mir wohl irgendwie entfallen).
    Bei Hoodie und Puffy habe ich dann auch noch mal gediegen zur wärmeren und schwereren Variante gegriffen, zusätzlich zur Mütze noch einen Buff eingepackt und – zack – bin ich mit über 12kg durch den Schwarzwald gepanzert.
    Mir tut immer noch die Hüfte weh.
    Wenigstens konnte ich endlich die Regenhose, die ich 1000km unausgepackt durch Tschechien geschleppt hatte, zum ersten Mal nutzen. Die und die wasserdichten Überhandschuhe waren die ersten drei Tage echt Gold wert. Ob es die 500g Regenjacke gebraucht hätte, weiß ich nicht; zumal die an Tag 2 auch schon durch war; natürlich auch weil mein Rucksack voll wie ein Schwamm immer schön nachbenetzt hat.
    Nachdem ich an Tag 4 in der Schutzhütte einen echten ULer getroffen hatte, war’s mir schon ziemlich peinlich, als ich nach und nach meinen gesamten Hausstand aus meinem Rucksack ausräumen durfte. Zugegeben, der junge Mann war nur für’s Wochenende unterwegs (strahlender Sonnenschein) und mochte nach eigenen Angaben den Winter nicht, da kalt – aber zumindest hat’s  bei mir endlich den Schalter so richtig umgelegt, und ich habe mein Setup jetzt komplett umgestellt für die – hoffentlich bald folgende – fehlende Etappe Titisee – Basel und mein Gewicht halbiert:
    Schlafsack raus, Quilt rein Zelt raus (so viele Schutzhütten! Wofür brauche ich denn bitte ein Zelt?) Regenjacke raus, Poncho (-Tarp) rein Nie wieder Tütennahrung! An zwei Abenden habe ich außer einem Riegel nichts gegessen, weil ich einfach keine Lust hatte mir eine der mitgebrachten Tüten zu kochen. Das sagt wohl schon alles. Gas-Kocher raus, entweder stoveless oder carbon felt Spirituskocher (für Instantkaffe oder Grüntee reicht das allemal. Und wenn der doch nicht zündet, hab ich halt ein bissel schlechte Laune bis zur nächsten Wirtschaft). Sonstiges Regen-Gear raus sofern die Wettervorhersage stimmt Mit etwas Glück kann ich dann sogar den Rucksack tauschen – ich bin immer noch ein großer Fan des Komforts, den das Osprey Eja-Tragegestell bietet. Allerdings saugt sich das bei Regen dermaßen mit Wasser voll, dass ich noch zwei Tage später immer ordentlich davon angefeuchtet werde. Schwerer wird er dazu noch. Und ich hege langsam die Vermutung, dass meine Hüftschmerzen auch durch das konsequente Verlagern der Last auf den Hüftgurt provoziert werden. Also teste ich mal, wie sich die dann nur noch 5kg Gesamtgewicht in meinem leichten Fotorucksack ohne Hüftgurt tragen lassen.
    Was ich ganz groß feiere: Meine Entscheidung in Goretex-Schuhen zu gehen. Die Wege waren wirklich extrem nass, meist bin ich in einer Art Bachlauf gewandert; und drei Tage hat es ja auch noch geregnet. Einmal habe ich es geschafft, die Schuhe innen nass zu bekommen; und zwar über die Zunge (die wohl nicht Goretex ist, sondern sich vollsaugt. Gut gemacht, Lowa!). Sind aber über Nacht wieder getrocknet. In Kombination mit Merinosocken eine perfekte Wahl, auch wenn die Schuhe manchmal innen leicht klamm waren, die Füße waren immer happy und trocken.
    Und falls sich jemand fragt, ob es sich lohnt im Winter den Westweg zu gehen: JA.
     

    Schnell noch 'ne Waffel mit Eis am Titisee - und damit mir nicht kalt wird, ein Winzerglühwein dazu. 
     
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    Und weiter geht es mit dem letzten Teil meines Reiseberichts:
    In der Nacht schlafe ich überwiegend gut. Gelegentlich wache ich durch eine starke Windböe auf, die am Tarp wackelt, doch alles hält und in dieser Nacht fällt mir auch nichts auf den Kopf. Die neue Schaummatten-Kombination reicht mir auch in dieser Nacht gut aus und ich schlafe warm und ausreichend bequem. Obwohl ich eigentlich Seiten- und Bauchschläfer bin, versteht mein Körper relativ gut, dass es hier halt nur in Bauch- oder Rückenlage geht - oder ist einfach zu erschöpft und ergibt sich seinem Schicksal 😅.

    Am Morgen habe ich dieses Mal keinerlei Kondensation am Tarp, der Wind hat auch seine guten Seiten. Ich erfreue mich an einem warmen Tee, danach dient derselbe Titanbecher als Müslischüssel. Zwischendurch checke ich die Aussicht. Als die ersten warmen Sonnenstrahlen die Berggipfel erreichen, verlasse ich meine wohlige Behausung und mache mich wieder ans Fotografieren. Der Wind bläst immer noch ordentlich, wie man gut an den Tarpwänden erkennt.

    Ich baue meinen Schlafplatz wieder ab und trete den Rückweg an. Ich laufe zunächst über den Staudamm - am vorherigen Abend war ich unten entlang gelaufen. Ich bin aber auch froh, diesen Geisterort zu verlassen. Ich habe echt kein Problem damit, allein in der Wildnis zu schlafen, aber solche verlassenen menschlichen Objekte schrecken mich eher ab. Geht euch das ähnlich?





    Schnell durchquere ich erneut den gesperrten Streckenabschnitt und durchquere das sandige Hochplateau bis zum Rifugio Citta di Busto. Ich bin weit und breit der einzige Wanderer. Ein Zustand, den ich sehr genieße und gerade in den Alpen nur auf Trekkingtouren in den frühen/späten Stunden finde.



    Hier habe ich endlich auch wieder Netz und melde mich bei meiner Frau. Ich weiß, dass sie sich Sorgen macht und gebe sonst immer gerne Bescheid, wenn ich abends angekommen bin. Das ging dieses Mal leider nicht wegen fehlendem Empfang. Vielleicht investiere ich zukünftig doch mal in ein Satelliten Kommunikationsgerät wie Garmin inreach, aber so selten wie ich unterwegs bin, schrecken mich die Abo-Modelle doch ganz schön ab. Und an vielen Ecken in den Alpen hat man ja Handyempfang.
    Es geht weiter über den Bättelmattpass Richtung Griespass und ich genieße die Aussicht über den Griessee. Wie ich doch das türkisfarbene Wasser von Gletscherseen liebe.




    Der restliche Abstieg vom Griespass über Cornopass bis zur Ciuréi di Mezzo verläuft relativ ereignisarm. Ich genieße den Abstieg bei bestem Wetter.

    Zumindest sehe ich nun auch bereits am Ausgangspunkt meiner Tour Hinweise auf den gesperrten Wegabschnitt - einen solchen hatte ich gestern noch vermisst. Da war ich offensichtlich einfach zum falschen Zeitpunkt unterwegs. Im Auto erwartet mich dann ein weiterer Schokomuffin und andere Leckereien, die ich während der Rückfahrt mit bestem Gewissen in mich hinein futtere.
    Fazit
    Mit meiner Ausrüstung und der Umstellung auf das Ultraleichtequipment bin ich zu 100 % zufrieden. In ferner Zukunft werde ich evtl. über einen Quilt nachdenken, insofern das mit den Schaummatten gut kombinierbar ist. Das Tarp könnte theoretisch durch eine DCF-Version ersetzt werden, aber die abgerufenen Preise sehe ich eigentlich nicht ein.
    Das einzige, was ich definitiv zeitnah ändern werde, ist der Titan-Göffel. Am Ende nutze ich auf Tour doch immer nur die Löffelseite und werde auf einen langen Löffel ausweichen, der dann auch besser in die Trekkingtüten geht.
    Meine Vorbereitung war dieses Mal gemischt, obwohl ich mich wochenlang auf diesen Trip vorbereitet habe. Auf der einen Seite habe ich zwar die Übernachtungsplätze, Foto-Spots und potenzielle Wasserstellen sehr gut recherchiert. Anderseit wurde ich gleich zweimal an einem Tag von gesperrten Strecken überrascht, die ich problemlos zuhause schon hätte sehen können. Da werde ich bei der nächsten Tour sicher vorher nochmal draufschauen.
    Die Tour hat mir bestens gefallen. Eine tolle Mischung aus spektakulären Aussichtspunkten, spannenden Wegabschnitten und für die Alpen relativ leeren Gegenden. Auf dem Weg zum/ vom Chüebodengletscher habe ich nur den Hirten auf dem Abstieg getroffen, sowie 3 Wanderer am Flußlauf im Geretal. Auf dem Weg zum Griessee war noch relativ viel Betrieb, der sich ab Griespass Richtung Lago del Sabbione dann aber fast vollständig auflöst (vielleicht auch, da sich andere Wanderer besser über die gesperrten Abschnitte informiert haben?). Die Hütten am Lago del Sabbione waren bereits geschlossen, vermutlich ist zu einem früheren Zeitpunkt bei geöffneten Hütten entsprechend mehr Betrieb. Auch Wasser war aufgrund der regelmäßigen Bachläufe kein Thema, sodass ich immer nur meine 1.5 L Flasche gefüllt habe, manchmal nicht einmal voll. Den Wasserbeutel habe ich auf der Tour nur auf dem letzten Kilometer am zweiten Abend gefüllt, um mit voller Wasserkappazität in den Abend zu gehen, ansonsten kam er tatsächlich nur zum Filtern zum Einsatz.
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    Und weiter geht es mit der Übernachtung am Gletschersee.
    Die Nacht auf 2600 m Höhe ist in Ordnung. Trotz felsigem Untergrund schlafe ich erstaunlich gut auf meiner erstmals getesteten Kombi aus 3 mm Evazotematte + zugeschnittener Decathlon Faltmatte im Rumpfbereich. Grüße gehen raus an @khyal  für die Beratung (auch wenn ich mich wegen des Packmaßes gegen die von ihm bevorzugte und nochmal wärmere Exped FlexMat Plus entschieden habe).
    Doch mitten in der Nacht werde ich von einem nasskalten Gefühl im Gesicht geweckt. Mein Tarp ist tatsächlich zusammengeklappt, vermutlich hat es sich zu stark gedehnt oder die Abspannung mit den Steinen ist einfach nicht stabil genug. Da sich zudem mit Einbruch der Dunkelheit dichte Wolken über den Gletschersee gelegt haben, war entsprechend alles nass und die Innenseite des Tarps hat beim Kollabieren schön den Daunenschlafsack befeuchtet. Meine Sorge wegen feuchter Daune und Wärmeverlust sind jedoch unbegründet (wieder etwas gelernt). Von etwas Feuchte scheint sich zumindest bei diesen Temperaturen (ca. 5 °C) noch wenig zu tun. Und dabei habe ich weder hydrophobe Daune noch eine wasserabweisende Super-Duper-Schlafsackaußenhaut. Vielleicht muss die Daune richtig nass werden, um ihre Wärmeleistung zu verlieren? Jedenfalls spanne ich das Tarp im Dunkeln nochmal, flüchte zurück in den immer noch warmen Schlafsack und schlafe weiter.
    Für den nächsten Morgen habe ich mir extra früh den Wecker gestellt, um die Szene in der Morgendämmerung und im Sonnenaufgang zu fotografieren, aber draußen ist alles kalt, grau und feucht. Ich bin in einer Wolke gefangen, verschiebe den Auszug aus dem warmen Schlafsack noch etwas und koche stattdessen einen heißen Tee.

    Schließlich muss ich mich doch dem Druck meiner Blase beugen und quäle mich aus dem Schlafsack. Für wenige Minuten reißt auch die Wolkenwand auf und taucht alles in warmes Morgenlicht.



    Nach einer (viel zu) kurzen Foto-Session im Morgenlicht zieht der Himmel wieder zu und ich gebe ich auf. Mein Magen knurrt sowieso und so mache ich mir mein Müsli, während ich den Blick über die surreale Landschaft schweifen lasse. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, an diesem Ort geschlafen zu haben.

    Dann baue ich meinen Schlafplatz wieder ab und denke noch daran, die auserkorene Felsplatte, auf der ich geschlafen habe, festzuhalten.

    Abgesehen von dieser Platte, gibt es übrigens nur noch 2 weitere halbwegs zum Schlafen geeignete Stellen - zumindest am Westufer des Sees, an dem ich unterwegs war.
    Schließlich geht es den gleichen “Weg” über Geröll wieder hinunter, nur dieses Mal im Nebel. Mehr als einmal stecke ich knöcheltief in einer Felsspalte oder löse ungewollt eine kleine Geröll-Lawine unter meinen Füßen aus. Eine eklige “Wegführung”.



    Wieder am Fluß angekommen, kommt die Sonne dann auch endlich durch und ich nutze das eiskalte Bergwasser, um mich etwas frisch zu machen. Dabei kommt auch mein MYOG Ultraleicht-Deo (3 g) zum Einsatz: eine kleine Parfüm-Probe, die ich mit Deo gefüllt habe. Klar, für Weitwanderer ist das nicht hilfreich, aber für eine Mehrtagestour eine willkommene Erfrischung unter den Achseln.

    Nach einer weiteren kurzen Pause am Wasserfall (inklusive erneutem Ärgern über den aussortierten Graufilter) geht es wieder durch Heidelbeersträucher ins Tal.

    Unterwegs treffe ich einen Hirten, der sich darüber beschwert, dass er seine Ziegen bei diesen warmen Temperaturen mittlerweile auf 3000 m Höhe für den anstehenden Abtrieb suchen müsse.
    Zurück am Auto, stopfe ich mir erstmal einen Schokomuffin und Süßgetränke rein. Erstaunlicherweise habe ich für den Abstieg 2h48 Gehzeit benötigt und war damit nur 20 Minuten schneller als beim Aufstieg. Durch dieses schwierige Gelände braucht man einfach seine Zeit.
    Im nächsten Abschnitt erwarten euch dann verlassene Dörfer, grandiose Ausblicke und erneut gesperrte Wege.
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    Teil 2: Im Land der Felsstürze zum Lago del Sabbione
    Ursprünglich hatte ich ja geplant, den Chüebodengletscher von All’Acqua aus zu besteigen, was nicht allzu weit vom Ausgangspunkt meines zweiten Abschnitts liegt - dem Nufenenpass. Aufgrund des kürzlichen Felssturzes am Südostanstieg und meiner entsprechenden Umplanung, muss ich nun zunächst eine halbe Stunde mit dem Auto von Obergoms zum Nufenenpass fahren. Dort fülle ich meine Vorräte wieder auf und koche mir einen schnellen Kaufland-Kartoffelbrei.


    Da ich vorab etwas Bammel mit dem neuen und ungetesteten Equipment hatte, bestand mein Sicherheitskonzept darin, meine bewährte aber schwerere TaR ProLite Plus Isomatte als Backup im Auto zu haben. So hätte ich notfalls nur eine bescheidene Nacht verbringen müssen. Aber nach den überwiegend guten Erfahrungen der ersten Nacht, lasse ich mein Equipment unverändert, lediglich ein Bluetooth Headset kommt hinzu, da mich heute eine kürzere, einfachere Tour zum Lago del Sabbione erwartet und mir einen gemütlicheren Abend bringen sollte. Wie sehr ich mich doch irren sollte…
    Gesättigt und voller Motivation breche ich also bei bestem Wetter zur Mittagszeit vom Parkplatz etwas südwestlich und eine Kehre unterhalb vom Nufenenpass aus los. Und komme genau 200 m weit. Nach der ersten Kurve erwartet mich nämlich eine Straßensperrung und ein Schild, dass der Abschnitt zum Staudamm des Griessees wegen eines Felssturzes gesperrt wäre (türkiser Pfeil in Karte).
    Zuhause recherchiere ich die Sperrung und sehe, dass dieser Abschnitt bereits seit mehreren Jahren gesperrt ist. Ich ärgere mich über mich selbst: ich habe unterschiedliche Wanderkarten nach jedem Bachverlauf abgesucht, in speziellen Apps Richtung und Uhrzeit vom Sonnenuntergang für das perfekte Foto gecheckt und meine Ausrüstung im Detail gewogen. Aber den aktuellen Zustand der Wege habe ich nicht gecheckt 🥴. Zu meiner Verteidigung: ich bin nun schon seit vielen Jahren in den Alpen unterwegs und hatte vorher noch nie ein Problem mit gesperrten Wegen. Trotzdem komme ich mir dumm vor und nehme mir vor, das in Zukunft in meine Tourvorbereitung einfließen zu lassen.
    Aber zurück zum Nufenenpass: Ich sehe vier Optionen.
    Westlich vom Nufenenpass runter ins Tal nach Ladstafel fahren und von dort aus 400 zusätzliche Höhenmeter in Kauf nehmen (lila Pfeil in Karte). Rechts vom Pass runter bis Ciuréi di Mezzo und von dort aus 300 zusätzliche Höhenmeter + mehrere km Umweg (grüner Pfeil in Karte). Eine ganz andere Tour in der Umgebung machen. Abbruch und nach Hause.

    Die 1200 Höhenmeter Abstieg vom Vormittag stecken mir noch in den Beinen, sodass ich eigentlich gar keine Lust auf nur einen einzigen zusätzlichen Höhenmeter habe. Ich scrolle durch die Landkarte auf der Suche nach spannenden Touren in der Umgebung. Kurz liebäugel ich mit dem Sidelhorn am Grimselpass, einem Gipfel mit herrlichem Gletscherausblick, der schon länger auf meiner Liste steht. Doch die Tour wäre sehr kurz und der Gipfel ist - soweit ich mich erinnere - ähnlich schlecht für eine Übernachtung geeignet wie die letzte Nacht (Geröll). Oder der Göscheneralpsee, von dem ich auch schon schöne Bilder gesehen habe? Ich kann mich zu keiner Entscheidung durchringen und meine vorhin noch so hohe Motivation rast nach unten wie die Rennradler den Nufenenpass.
    Kurz überlege ich tatsächlich, einfach nach Hause zu fahren. Schließlich befreie ich mich aber aus der Grübelei und entscheide mich für Variante 2.
    Ich genieße noch kurz die Aussicht auf die Berner 4000er.

    Dann fahre ich das kurze Stück zur Ciuréi di Mezzo weiter, stelle mein Auto erneut ab und laufe endlich los. Die Aktion hat mich allerdings einiges an Zeit gekostet - ich komme viel später los, während der Weg verlängert wurde. Soviel zum Thema lockere Tour und entspannter Abend im Schlafsack…
    Erst Zuhause erkenne ich, dass Variante 1 wohl die einfachste Route gewesen wäre. Klar, nochmal 100 Höhenmeter mehr, aber um einiges kürzer als mein gelaufener Weg. Vor Ort sah es nach erheblich mehr Höhenmetern aus, die ich mir mit Variante 2 zu ersparen erhofft hatte.
    Genug gejammert. Kaum ist der Entschluss gefasst und der Parkplatz verlassen, kommt auch die Wander- und Abenteuerlust zurück. Ich laufe relativ zügig den Anstieg zur Capanna Corno Gries hoch und weiter das Val Corno entlang. Der Weg ist einfach zu gehen und gut gekennzeichnet (T3).



    Schließlich gelange ich um halb 5 zum Cornopass mit Blick auf die Gletscher im Hintergrund und sehe dann auch zum ersten Mal den türkisfarbenen Griessee mit gewaltigen Windrädern Richtung Nufenenpass.




    Ich gönne mir nur eine kurze Trinkpause und laufe weiter auf den Griespass auf knapp 2500 m Höhe. Hier steht eine kleine Notbiwakhütte und es gibt zwei Möglichkeiten weiterzulaufen. Entweder der Abstieg nach Bättelmatt und der anschließende Aufstieg zum Rifugio Citta di Busto. Oder der Aufstieg zum Bättelmattpass und von dort aus ebenfalls zum gerade genannten Rifugio. Die erste Variante ist technisch einfacher (T3) aber bringt mehr Höhenmeter mit sich. Daher entscheiden sich meine müden Beine für den technisch schwierigeren und erhofft spannenderen Weg (T4) über den Bättelmattpass.



    Und ich werde nicht enttäuscht. Nach dem anstrengenden aber technisch einfach Aufstieg zum Bättelmattpass warten ein paar kettenversicherte Stellen. Das macht Spaß und pusht mich nochmal voran. Ich sehe nun auch zum ersten Mal mein Ziel, den Lago del Sabbione und seine gewaltige Staumauer. Allerdings hatte ich gehofft, dem Ziel schon näher zu sein.




    Ich laufe weiter am bereits geschlossenen Rifugio Citta di Busto vorbei über ein sandiges Hochplateau - nun ist es nicht mehr weit. Kurz nach dem Abzweig zum Rifugio 3A erwartet mich dann die nächste schlechte Nachricht. Der weitere Weg ist gesperrt! Das darf doch nicht sein. Kann an diesem Wochenende denn wirklich kein Wegabschnitt von Sperrungen verschont bleiben?
    Ich schaue mir Alternativen in der Karte an.
    Ich könnte zusätzliche 400 Höhenmeter zum Rifugio 3 A aufsteigen, von dort wieder hinunter zum Lago del Sabbione und nordwärts an den Staudamm (lila Pfeil in Karte). Aber dieser Weg geht an bzw. über einen Gletscher und nichts, was ich um diese Uhrzeit und ohne genauere Informationen sowie Grödeln oder Steigeisen in Angriff nehmen möchte. Die nächste Alternative wäre, zurück zum Rifugio Citta di Busto zu laufen, von dort südlich abzusteigen und südlich vom Rio del Sabbione zum Stausee aufzusteigen (grüner Pfeil in Karte). Auch das bedeutet einen erheblichen Umweg und zusätzliche 200 Höhenmeter, die ich mir um diese Uhrzeit (~ 18 Uhr) und der bisherigen Tour in den Beinen nicht mehr antun will.
    Ich ärgere mich erneut. Wieso nur wird die Sperrung nicht weiter vorne schon erwähnt, wo man noch rechtzeitig umplanen konnte? In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit entschließe ich mich, den gesperrten Weg weiterzulaufen. Ich habe keine weiteren Informationen, kein Netz und gehe davon aus, dass dieser sicherheitshalber geschlossen wurde, da es eine instabile Felswand gibt oder irgendwo mal wieder ein Felsrutsch herunterkam. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass genau in dieser einen Minute, die ich an der kritischen Stelle vorbeilaufe, etwas abgeht?
    Bitte nicht falsch verstehen. Ich erzähle dies nicht, um zum Nachmachen anzuregen oder hier irgendwie besonders draufgängerisch rüberzukommen. Ich möchte lediglich die Tour  beschreiben, wie sie war, wie meine dabei Gedanken waren und vor allem auch anregen, die aktuellen Tourbedingungen immer vorher zu checken.
    Im Nachgang habe ich mir die Sperrung auch nochmal im SAC-Tourenportal angeschaut und erfahren, dass es hier eine Woche vor meiner Tour einen Erdrutsch gab, bei dem 2 Wander ums Leben kamen! Das hat mich geschockt und ich habe meine Entscheidung im Nachhinein nochmal kritisch hinterfragt. Ich glaube, mit diesem Wissen wäre ich den Wegabschnitt wohl nicht gelaufen, sondern hätte den Umweg zähneknirschend in Kauf genommen.
    Glücklicherweise durchschreite ich den kritischen Wegabschnitt ohne besondere Vorkommnisse. Trotzdem atme ich am anderen Ende der Sperrung durch. Auf dem Foto sieht man übrigens im rechten oberen Bildausschnitt den Felssturz, der den Weg teilweise verschüttet hat. Technisch war der Abschnitt problemlos zu durchschreiten, aber jeder muss für sich entscheiden, ob er/sie dieses Risiko eingehen will.

    Endlich komme ich kurz vor 7 Uhr an der Ostseite der Staumauer auf. Diesen Bereich auf ca. 2500 m Höhe habe ich für meine zweite Nacht vorgesehen. Hier hat es laut meiner Vorabrecherche viele geeignete flache Stellen und bietet gleichzeitig einen atemberaubenden Blick über den See auf die Gletscherwelt. Etwas gruselig ist es aber schon. Hier stehen viele verlassene Häuser und Hangar ähnliche Bauten, die wohl zu einem mittlerweile stillgelegten Wasserkraftwerk gehören. Die Szene erinnert mich irgendwie an den Horrorfilm “The hills have eyes”. Ich bin ganz allein hier, die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden und ich fühle mich auf einmal nicht mehr so wohl.

    Ich laufe noch einige Minuten von den verlassenen Gruselhäusern weg und finde einen perfekten flachen Spot mit herrlicher Seesicht. Einziger Nachteil ist die ausgesetzte Lage. Der Wind pfeift hier ordentlich vom Gletscher runter und über den See direkt zu mir. Und meine Tarpaufbaukünste haben in der ersten Nacht ja nicht gerade überzeugt 😅.


    Zumindest habe ich hier ausreichend Platz zum Aufbau. Die Heringe bekomme ich einigermaßen in den Boden, werden durch große Steine verstärkt und final baue ich noch eine kleine Steinmauer an der exponiertesten Seite auf. Schließlich steht das Tarp wie es soll. Stramm abgespannt trotzt es dem starken Wind und im windgeschützten Inneren fühlt es sich gleich viel wärmer an. Der Platz im Inneren würde locker noch für eine zweite Person reichen. Diese Aufbauform hat mich überzeugt.


    Kaum steht das Tarp, fängt der Himmel an zuerst orange und später zunehmend rosa-pink zu glühen. Mein Tarp im Vordergrund und der See mit Gletscher im Hintergrund bilden eine perfekte Komposition. Genau so habe ich es mir vorgestellt, als ich diese Gegend recherchiert hatte.



    Nach 10 Minuten ist das Spektakel vorbei und ich verziehe mich wieder ins windgeschützte Tarp, wo ich mir mein Abendessen zubereite. Heute wartet eine Trek’n Eat Tüte mit Quinoa nach mexikanischer Art. Kann ich leider gar nicht weiterempfehlen. Viel zu salzig und der Quinoa war trotz Zubereitung nach Anleitung relativ hart. Ein Schokoriegel im Nachgang rettet das Abendessen. Ich richte mich fürs Bett und schieße noch ein paar Nachtaufnahmen mit beleuchtetem Tarp im Vordergrund. Durch den Vollmond habe ich leider keine Milchstraße auf dem Bild, aber dafür ist die Bergwelt herrlich beschienen und wirkt in der Langzeitaufnahme fast schon wie ein Bild vom Tag.

    Für die Zahlenfreunde unter euch: der Weg von der Ciuréi di Mezzo zu meinem Schlafplatz hat 12,4 km, 946 m Anstieg und 480 m Abstieg in ca. 3:30 h bedeutet.
    Damit habe ich an diesem Tag in Summe 22,2 km, 946 m Anstieg und 1745 m Abstieg in den Beinen. Kein Wunder, dass ich mich bei all den schwierigen Routenentscheidungen wann immer möglich gegen zusätzliche Höhenmeter entschieden habe 🥵

  12. Danke!
    Adlerauge reagierte auf Cullin in Trekkingstöcke zum Skifahren geeignet?   
    Ich nutze seit 25 Jahren einen genauso alten Leki Makalu zum Skifahren auf und abseits der Piste. Geht wunderbar, allerdings könnte der Fizan tatsächlich ein wenig zu filigran sein.
    Aber was passiert wenn du den Stock auf der Piste schrottest? Ich würde sagen nix, also machen wenn du nicht extra was kaufen willst
  13. Danke!
    Adlerauge reagierte auf ThomasK in Trekkingstöcke zum Skifahren geeignet?   
    https://bergsteiger.de/ausruestung/marken-produkte/produkte/im-test-fizan-compact
    Es ist laut o.g. Test ein "recht weicher" Stock. Es liegt also an Deinem Skistil. Die meisten Pistenfahrer nutzen den Stock nicht zum Stockeinsatz am Boden sondern, so wie auch die Profis, zur Schwungauslösung über den Körper. Anders sieht es natürlich im freien Gelände aus. Da bringt man, insbesondere in steilen Lagen, richtig Körpergewicht auf den Stock. Da würde ich, nach einigen Alustockbrüchen in 50 Jahren, echt abraten.
  14. Danke!
    Adlerauge reagierte auf Nero_161 in Microspikes/Grödel für gelegentlichen Einsatz   
    Ich habe mir weil sie lokal zu haben waren mal die SH500 Spikes / Grödel von Decathlon gekauft - kosten 25€, haben 12 x 7mm lange Spitzen und wiegen in Gr. S nur 189g statt der angegeben 220g (vermutlich wie bei Decathlon üblich mit Beutel/Zubehör angegeben - da  freut sich der ULer immer )
    Damit sind sie für mich Preis - Leistungs technisch voll in Ordnung, die andren leichten Grödel haben bei ähnlichen Werten entweder nur 5mm Spitzen oder kosten gleich 40-70€...
    Test folgt dieses Wochenende auf einer Schneetour!
     
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    Adlerauge reagierte auf schwyzi in Waxcotton Rucksack, oldschool und low budget   
    Vorweg: ich weiß auch, dass gewachste Baumwolle nun nicht gerade der Inbegriff von Ultraleicht-Stoff ist.
    Aber dafür manchmal eben günstig...und nachhaltig...und schön. Ursprünglich sah das Ganze mal so aus:
    Gab's auf dem Flohmarkt, ag in einer "zu verschenken"-Kiste. Die Standinhaber haben sich köstlich amüsiert, weil ich so begeistert und aus dem Häuschen war 😁 Ala Jacke war die ziemlich uppe, arg "patiniert" und hinten ein Triangelriss. Aber als Sekundärrohstoff voll klasse!
    Wurde zerlegt und größtenteils vom Innenfutter befreit
     

    Und dabei v.a.die Teile gesichert, die als Verschlussriegel, Taschenverschlüsse etc. noch gebraucht wurden!

    Die Stücke vorbereitet, hier Rückenteil (mittig) , da hab ich einen Teil des Nylon-Innenfutters stehen gelassen, umsäumt und mit Schnurzug und Tanka versehen, als Innentasche; da hinei kommt ein Stück der BW Faltmatte (2 Segmente), als Rückenstabilisator und Sitzunterlage.

    Rechts das Vorderteil, die Vortasche ist ja schon da, ich musste nur anstückeln, die Abdeckung der Einschubtasche abtrennen, den Eingriff mittels Stoffstreifen übernähen, neu säumen - schoon fertig.
    Seitenteile wurden auch umgestaltet, mit Beilhalterung und Sägentasche, die für alle meine Beile und Klappsägen passend sein mussten...
    post
    Jaa, nich' UL...das is' bushcraft, muss so!
    Ebenso wie die zusätzliche Vortasche für Firesteel und Wetzstahl...

    ...selbstredend mit innen eingenähten passgenauen Schlaufen dafür:

    Die andere Seite erhielt nur ne Flaschentasche mit Schnürzug und Tanka

    Passen auch 1,5 l Flaschen rein:

     
    Das "Tragesystem" hab ich - da nicht mehr genug Stoff da war, um Träger draus zu nähen - von einem 80er Jahre Rucksack abmontiert und angebaut. Nicht ganz stilecht, aber bequem.

    Richtig frickelig war der "Schneefang", den ich aus lauter Stücken des Nylon-Innenfutters zusammengenäht hab

    Zu meinem Glück war noch ein Ärmelstück groß genug, um einen nahtlosen Deckel zu basteln.
    Das ist dann das Endergebnis:

    Und aufgerödelt:

    Jenseits von UL, aber ich find den so schön 
    Wobei - rechnerisch hat der Sack jetzt 32 l. Plus Außentaschen. Und er wiegt erstaunliche 677 g ( und da hab ich noch vergessen, den Plastikkarabiner abzumachen, also nochmal 4,5 g abziehen!) 
    Wenn man die ganzen Zusatztaschenetc. wegließe, wäre er deutlich leichter.                   Und sähe scheiße aus.
    Ist der schiere Bastlerstolz, dass ich mich traue, den hier zu zeigen! :-)
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    Adlerauge reagierte auf ChristianS in Lange Regenjacke - membranfrei   
    Hallo an alle Interessierten des Selbermachens!
    Die jüngsten Diskussionen im Forum zum Thema Regenjacke haben mich über den Jahreswechsel motiviert, mal meine Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Dabei habe ich mich für ein membranfreies Konzept entschieden. Membran-Stoffe sind meist nicht nur unter Umweltgesichstpunkten problematisch, sondern auch funktionell bei warmen Temperaturen oder im Regen. Die Werbeversprechen zur tollen Atmungsaktivität treffen höchstens im Neuzustand zu. Ich wollte es dagegen ähnlich wie bei der Lightheartgear-Jacke probieren und einen nicht dampfdurchlässigen Stoff mit langen Unterarm-Zippern für eine möglichst gute Belüftung kombinieren. Als Stoff habe ich einen 20DEN Polyester Stoff gewählt, der außen mit Silikon, innen mit PU beschichtet ist. Polyester nimmt deutlich weniger Wasser auf als Polyamid, an der Silikonschicht perlt der Regen zuverlässig ab und an der PU Schicht haftet das Tape zum nahtabdichten gut.
    Als Schnitt kam mal wieder ein modifizierter Funfabric "Jack mit Zipper" zum Einsatz. Diesmal bis oberhalb der Knie verlängert, also fast schon ein Mantel. In den meisten Anwendungsfällen spart mir das die Regenhose.
    Und das kam dabei raus:




    Die Unterarm-Zipper sind so lang, dass man dort hindurch in die Taschen der darunterliegenden Isojacke greifen kann. 

    Kapuze mit Schirm 




    Die Nähte habe ich von innen mit Transferklebeband und DCF Resten abgetaped. Wie lange das hält wird sich zeigen, lässt sich aber auf Tour gut flicken. Mit den aufbügelbaren Tapes habe ich schlechte Erfahrungen bzgl. Haltbarkeit gemacht. 
    Das Gewicht zum Schluss: 192g in Größe L/XL. 
    Jetzt kann der Regen kommen, ab in den Praxistest! 
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    Adlerauge reagierte auf hmpf in MYOG Nähkoffer - nützliches Zubehör und Werkzeug   
    Je besser die Werkzeuge, desto besser das Ergebnis, daher soll hier eine kleine Sammlung von Hilfsmitteln für MYOG Projekte an der Nähmaschine entstehen.
    1           Planung
    1.1         Software zum Erstellen eigener Schnittmuster
    Zwar habe ich 13 Jahre lang Mathe-Unterricht genossen aber dennoch gehören Algebra und Geometrie nicht zu meinen Stärken. Deswegen bin ich auch Geisteswissenschaftler :D. Zum Glück gibt es Software, mit der man dieses Defizit ausgleichen kann.
    Leider kann ich für die Erstellung von Schnittmustern nur kostenpflichtige Software empfehlen, weil ich mit anderen Programmen keine Erfahrung habe und diese auf den Rechner im Digilab der Bibliothek verfügbar sind.
    Zunächst ist da SketchUp von Google. Dieses Programm ist übersichtlich und bietet sich für den Einstieg an. Es lassen sich einfache geometrische Formen einfügen, Längen und Winkel bestimmen. Es ist für MYOG Projekte mit geraden Linien vollkommen ausreichend und die erstellten Modelle lassen sich auch maßstabsgetreu ausdrucken.
    Wesentlich komplexer und daher auch mit mehr Möglichkeiten ausgestattet ist Rhino 3D. Auf dieses Programm hat mich @Andreas K. gebracht und bin ich nachhaltig beeindruckt. Es erfordert m.E. eine intensivere Einarbeitung, dafür lassen sich aber auf professionelle Ergebnisse erzielen.
    1.2         Software zum Skalieren von Vorlagen
    Für viele Projekte liegen Anleitungen mitsamt Schnittmuster vor, die man getrost übernehmen kann. Der große Vorteil hierbei ist, dass bereits alles durchdacht ist und Denkfehler und Schwierigkeiten dokumentiert sind. Weiterhin hat man mit Glück jemanden zum Ansprechen bei Problemen mit der Umsetzung.
    Gerade bei Kleidung und Schlafsystemen gibt es unterschiedliche Größen und es lohnt sich die Vorlage zu vergrößern oder zu verkleinern. Ein hilfreiches kostenfreies Programm dazu ist Poste Razor Link zu Chip. Hiermit lassen sich Bilder in beliebiger Größe ausdrucken und eine Vorlage auf mehrere Blätter verteilen, die im Anschluss nur noch zusammengeklebt und beschnitten werden müssen.
    1.3         Papiermodelle und Schnittvorlagen
    Nicht immer gelingt es, von einem Bild auf dem platten Bildschirm auf das fertige Projekt in 3D zu schließen. Gerade, wenn nur ein Schnittmuster vorliegt lohnt es sich Papiermodelle im Maßstab von 1:10 anzufertigen. Auf die Idee bin ich durch den Blog von @HAL23562 (Link zu plünnenkreuzer) gekommen.
    Ist der Schnitt dann optimiert bietet es sich an, eine Schablone herzustellen. Zum einen lässt sich schwieriges Material wie dünnes, silikonisiertes Nylon wesentlich besser schneiden und zum anderen geht die Herstellung eines zweiten Modells schneller.
    Wenn die Projekte etwas größer sind, wird dementsprechend mehr Pappe benötigt (falls man nicht wie @Southern Flyer alte Seekarten oder wie @wilbo 150 x 5000 cm Backpapier am Start hat). Anfangs habe ich aus runtergerockten Umzugskartons eine Patch-Work Pappe zusammengebastelt. Inzwischen gehe ich aber zum Fahrradladen um die Ecke, der hat immer riesige Versand Kartons parat und ist froh, wenn er nicht immer die Altpapiertonne stopfen muss. Alternativ war ich auch schon mal beim Möbel-Laden an den Containern und hatte ebenfalls eine riesige Auswahl.
    2           Abmessung und Anzeichnen
    2.1         Gerade Linien
    Damit die Linien auch wirklich gerade werden lohnt sich ein Besuch im Baumarkt, um folgendes zu kaufen:
    Trapez-Kartätsche: wird eigentlich zum Verputzen benutzt und hat eine abgeflache Kante, an der man wunderbar den Stift, den Rollschneider und den Heißschneider entlangführen kann. Ich selbst habe eine 2m lange aus Alu von Obi für 25€ und würde beim nächsten mal auch 2,50m kaufen, da gerade die Schnittkanten bei Tarps so lang sein können.
    Kreuzlinien-Laser: Am Anfang ein Strich und am Ende, dann den Laser angelegt und die Linie nachgezeichnet, das wars. Super praktisch. Kostenpunkt sind 10-25 €. Gibt es manchmal auch beim Discounter.
    Winkel: Alternativ zum Laser gibt es im Baumarkt auch zahlreiche Winkel, in verschiedenen Größen und Materialien, von denen sollte auch einer in den Einkaufswagen
    Neben dem unerlässlichen Zollstock komnmen weitere Messwerkzeuge hinzu: Messschieber (nützlich, um die Nähbreite abzumessen), Geo-Dreieck, 360Grad Winkelmaß (hab ich eigentlich noch nie gebraucht) , extra breiter Messschieber (damit lässt sich gut die Nahtzugabe einzeichen). 
    2.2         Kurven
    Erneut gebührt der Dank @HAL23562 der eine einfache Methode zur Anfertigung von catenary cuts veröffentlicht hat (Link zu plünnenkreuzer). Voraussetzung dafür ist eine vorhandene originalgetreue Schablone. Dazu werden noch Bleischnur, eine Wasserwaage und ein paar Pinnwand – Nadeln benötigt.
    2.3         Anzeichnen
    Für das Anzeichnen selbst sind auch verschiedene Hilfsmittel nötig, da nicht überall die Universal Schneiderkreide (Stichwort für den Onlineshop: Schneiderkreidestift oder Kreidestift, Kosten: 3- 5 €) deutlich zu sehen ist. Gerade bei beschichteten Stoffen muss man nur einmal darüberwischen(wie es bspw. @doman bei der Anfertigung seines Kältebrücken freien Schlafsacks passiert ist) und schon ist nichts mehr zu sehen.
    Für kurze Linien hat sich beim mir ein Stück Seife bewährt, was mit dem Messer angespitzt auch sehr fein malt. Leider ist der Abrieb sehr hoch und die Seife wird schnell unpräzise.
    Wenn die Striche hinterher eh in der Naht verborgen sind, geht auch ein schmaler Edding, der hat bisher auf jeder Beschichtung gehalten.
    Für unbeschichtete Stoffe habe ich in verschiedenen Farben Magic Marker (Kosten: 2 -5 € pro Stück), dessen Füllung an der Luft oxidiert und damit nach einiger Zeit verschwindet. Daher sind diese nicht dafür geeignet, wenn auf die Anzeichnung nicht unmittelbar der Zuschnitt folgt. 
    Für meinen letzten Rucksack habe ich Cordura und Nylon mit PU Beschichtung verwendet, hierbei haben sich Buntstifte aus dem Grundschul-Etui absolut bewährt. 

    Damit der Stoff beim Anzeichen nicht verrutscht, sollte er beschwert werden. Dazu eignet sich alles Mögliche: Reissäcke, Dosen, Kissen, Einmachgläser, Unterlegscheiben M6 (Tipp von @ThomasK), 10 Kg Gewichte vom Flohmarkt (wie @wilbo sie verwendet).
    3           Zuschnitt
    Eine der nervigsten Eigenschafften von dünnem Nylon ist das Ausfransen der Ränder (Hier sieht man, was bei unversiegelten Nähten passieren kann). Gerade, wenn der Stoff noch mehrfach verschoben oder nach dem Zuschnitt noch gelagert wird, lösen sich die Ränder auf und die Schnittkante ist nicht mehr einheitlich gerade. Der Versuch mit dem Feuerzeug, die Kanten zu versiegeln ist bei mir stets gescheitert. Wesentlich besser lässt sich mit einem einfachen Lötkolben arbeiten (gibt es auch oft im Discounter oder massenhaft auf Ebaykleinanzeigen: 10-15 €). Einfach an der Trapezkartätsche entlanggeführt ist die Kante gerade und versiegelt.

     
    Präziser und professioneller aber auch teurer ist ein Heißschneider (70-90 €) mit spezieller  (20 - 30 €) Schneidespitze. Damit lässt sich auch Gurtband sehr gut versiegeln. Damit die Spitze nicht wegen der Unterlage abstumpft und die Hitze verlustfreier übertragen wird, empfiehlt sich ein spezieller Schneidefuß, der entweder für 30 Euro erworben oder mit einem U-Profil aus dem Baumarkt für 5 Euro nachgebaut werden kann (Der Dank geht für dieses Idee geht an @doman von crosshammock.com).

     
    Sofern ohne Schneidefuß gearbeitet wird, sollte eine möglichst flache Ebene untergelegt werden. Bei mir sind es einfach zwei Laminatteile vom Sperrmüll. Von @kra kam aber auch noch der Tipp Linoleum-Bodenbelag vom Bodenleger aus dem Restelager zu besorgen.
    Eine weitere Alternative, die @khyal im Nähkoffer hat (aber hauptsächlich Seile damit schneidet), ist eine Lötpistole mit entsprechender Seilschneidespitze. Dieses Set liegt im Preisbereich von 20-30€ und bietet gegenüber dem einfachen Lötkolben den Vorteil, Hitze auf Knopfdruck zu liefern und ergonomisch besser in der Hand zu liegen. (Ein klassischer Brennpeter wird quasi wie ein Stift geführt)
    Für alle anderen Stoffe lohnt sich die Anschaffung einer ordentlichen Schneider-Schere  (> 20€) und eines Rollschneiders (15 -25 €)Gerade mit dem Rollschneider lassen sich Rundungen besser schneiden. Das ist zumindest mein Empfinden. Was besser geeignet ist, hängt eigentlich nur von den Skills und den Vorlieben ab. Damit die Rollschneider-Klinge scharf und das Parkett makellos bleibt, bietet sich eine Schneidematte an (ab 20 €), sonst macht das Schneiden keinen Spaß. Es sollte eine Matte mit mehrere Schichten sein, diese schont die Klinge und die Nerven.

    4           Nähen
    4.1         Fixierung
    Nachdem nun alle Teile natürlich fein säuberlich zugeschnitten sind, kommt die nächste Herausforderung: das eigentliche Nähen. Doch bevor die Nadel den Stoff durchlöchern darf müssen die einzelnen Teile aufeinander fixiert werden.
    Stecknadeln und Wonder Clips: Über lange Zeit haben sich Stecknadeln zum Abstecken bewährt. Sie sind günstig und universal und wenn sie exakt im 90 Grad Winkel zur Naht stecken,  lässt sich auch direkt darüber nähen (auch wenn ich das nicht empfehle, da die Nähmaschine Nadel dadurch Schaden nimmt). Ein gewichtiger Nachteil ist, dass die Nadeln weitere Löcher verursachen und den Stoff unnötig schwächen, deshalb gibt es als Alternative sogenannte Wonder Clips. Mit ihnen lässt sich alles, was am Rand liegt mühelos fixieren ohne den Stoff zu beschädigt. Stecknadeln und Clips sollten in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, für einen Quilt habe ich bspw. 50 Clips (15 €) benötigt, damit auch ja nichts verrutscht.

    Klebe– Stift, wenn’s mal rutschig wird: Bei glatten, rutschigen Stoffen hilft es sie vor oder beim Abstecken zusätzlich mit einem Klebestift zu fixieren. Dadurch können beide Stofflagen nicht so einfach gegeneinander verrutschen und die Maschine hat es leichter mit dem Transport. Etwas aufwendiger, dafür genauer hat auch @ULgeher einen Tramplite Klon angefertigt und eine bebilderte Anleitung geliefert.
    Vielfach wird bei der Buffle-Herstellung eines Daunenquilts Maler-Klebeband verwendet, um die Moskitonetz Streifen auf Position zu halten. Beispiele dazu:
    03.2016 Karo Step von @Raeuberin, 02.2018 Querkammern von @bergziege, 01.2018 Karo Step von @Southern Flyer,  06.2019 Karo Step @Jonathan,  11.2019 Schlafsack mit Querkammern von @doman Deshalb sollte auch Maler Klebeband in keinem MYOG-Nähkoffer fehlen.
    4.2         Maschine
    Nadel und Garn: Die richtige Kombination von Nadel, Faden, Stoff und Maschine ist essentiell und eine Wissenschaft für sich. Daher soll an dieser Stelle kein Ratgeber für die richtige Auswahl stehen, sondern nur auf die in diesem Forum geläufigsten Garne eingegangen werden. Als Nadeln wird stets die Microtex Variante (ab 4€ für ein 5er Paket)empfohlen (wie hier von @micha90 in seiner grandiosen Anleitung für einen Kunstfaser Quilt), da diese mit ihrer dünnen Spitze dem Stoff am wenigstens schaden.

     
    Und als Garn gibt es die Wahl zwischen einem Polyester Garn von Alterfil  (4€) und einem Polyester Garn mit Baumwollkern, beim Hersteller Rasant bekannt unter dem Namen Corespun. Dieses empfiehlt der Profi Waldschneider @Andreas K. in seinen zahlrreichen, detaillierten Anleitungen zur Rucksackherstellung, weil bei Nässe der Kern aufquillt und die Nahtlöcher abdichtet.
    Die Anleitungen von @Andreas K. in chronologischer Reihenfolge: 
    08.15 Ein Rucksack mit Rollverschluss,  12.2015 Ein robuster Rucksack für Wintertouren, 07.2016 und noch ein Rucksack, 07.2016 Und noch ein Rucksack... UPDATE, 09.2016 Ein Rucksack mit Frontöffnung, 01.2018 Ein robuster großvolumiger Rucksack für Wintertouren, 01.2018 Ein Rucksack mit Frontöffnung - Finale Version Wenn man mehrere Garne zur Auswahl hat und diese sortieren will, kann man einfach wie @ThomasK (Link zum Beitrag) und @ALF (Link zum Beitrag) Nägel auf ein Brett schlagen und die Spulen daraufstecken. @doman empfiehlt, das Garn nicht offen zu lagern, um Verschmutzungen, die die Funktion einschränken zu vermeiden. 
    Einfädler und Fadenschere: um den Faden durch das Nadelöhr zu führen braucht es eine ruhige Hand oder eine Einfädel-Hilfe. Einige Maschinen haben solch ein Teil integriert, ansonsten gibt es Nadeleinfädler, die man im Multiuse auch zum Zeckenentfernen nutzen kann, falls man mal eine Nähmaschine samt Zubehör mit auf Tour nimmt :D.
    Eine scharfe Fadenschere macht richtig Spaß, am Anfang habe ich entweder den integrierten Faden Abschneider oder eine Nagelschere benutzt. Seitdem ich eine Fadenschere habe, freue ich mich auf jedes Nahtende. Wichtig ist dabei, entweder eine mit ab montierbaren Klingen zum Schärfen zu kaufen oder mehrere parat zu haben. Eine stumpfe Schere macht weder beim Stoff, noch beim Faden Spaß. (Die weiße Schere war schnell stumpf und quietscht, die schwarze hält schon länger und lässt sich schleifen) 

    Nahtauftrenner: Ebenfalls unerlässlich ist ein Nahtauftrenner, am besten gleich mehrere, denn ein stumpfer Trenner richtet mehr Schaden an, als er behebt.

    Nähfüße: Grundsätzlich lässt sich alles mit dem Universalfuß der Nähmaschine bewerkstelligen. Welcher Fuß eine sinnvolle Ergänzung ist und arbeitserleichternd wirkt ist abhängig von der Maschine und vom Fuß selber. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Kapper für meine Pfaff 90 gemacht (Hier ein Video zur Funktion von Bernina). Immer wieder kommt die die Frage auf (wie jüngst in diesem Thread) ob ein Obertransportfuß sinnvoll ist. Dies ist eine gute Lösung, wenn kein Geld für eine teurere Maschine mit nativen Obertransport ausgegeben werden soll. Allerdings ist es auch umständlicher damit zu arbeiten, weil er laut rattert, das Sichtfeld auf die fertige Naht versperrt und nur vorwärts nähen kann.

    Stichplatte: Für richtig dünne Stoffe (10D abwärts) kann sich auch eine Geradstichplatte für die Nähmaschine lohnen. Das Loch in der Platte ist genau auf den Geradstich angepasst und der Stoff wird nicht mehr in das Unterfadengehäuße hineingezogen. Leider gibt es diese nicht für jedes Modell, deswegen verweise ich erneut auf die Quilt Anleitung von @micha90, wo jene Platte empfohlen wird.
    Anschiebetisch: Bei langen Nähten, wie sie beim Tarp-, Rucksack- und Quiltbau des Öfteren vorkommen sollen, ist Anschiebetisch sehr nervenschonend. Hierzu benötigt es eigentlich nur eine Stichsäge und ein rechteckiges, ebenes Stück Holz vom Sperrmüll und irgendwas als Füße.


    Weiteres Zubehör für die Maschine: Wenn die Naht exakt werden soll kann man auch einen Seitenanschlag zur Hilfe nehmen, an dem die Stoffkante gleichmäßig entlanggeführt wird. Bei meiner Maschine ist ein Anschlag zum anschrauben mit dabei, es gibt aber auch magnetische Hilfen, die sich auf mechanischen (keine computergesteuerten) Maschinen befestigen lassen.
     
    Reinigung und Wartung: Mit der Zeit sammeln sich allerhand Flusen und Fadenreste an und verstopfen die Mechanik der Maschine, daher sollte sie regelmäßig mit einem Pinsel gereinigt werden. Dazu schraube ich mit einem passenden Schraubendreher oder einer passenden Geldmünze die Stichplatte ab und pinsele alles weg, wo ich rankomme, danach puste ich mit einem Blasebalg, der früher der Objektivreinigung diente hinterher (das mit der Druckluft ist allerdings ein umstrittenes Thema und wird oft abgeraten).
    Bei mechanischen Maschinen darf alle paar Nähstunden ein Tropfen Nähmaschinen Öl nicht fehlen.

    Einige Stoffe lassen sich auch komplett Kleben, dazu wird dann noch ein Tapetenroller oder eine Andrückrolle, sowie ein Spatel zum Verteilen des Klebers benötigt. Tipps zum Kleben von silikonisierten Stoffen finden sich hier im Forum und bei Plünnenkreuzer, für Dyneema gibt es hier im Forum auch einen Thread.
    Welche der gezeigten Helferlein findet ihr überflüssig und was fehlt noch in meinem Nähkoffer? 
  18. Gefällt mir!
    Adlerauge reagierte auf RaulDuke in Cumulus Quilt 350 vs. Hyberg Loner Lite 350   
    @MondCM
    Wie hat er sich denn bisher geschlagen, der Quilt?
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    Adlerauge reagierte auf sja in [GB] Coast to Coast Walk 2023   
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    Donnerstag, 13.07.2023, von High Hawsker bis Robin Hood's Bay, ca. 10 km

    Die letzten 8 - 10 km nach RHB! Kurzer Walk. Genießen! Heute will ich alleie gehen und auf den letzten Kilometern nochmal etwas Ruhe finden. Ich starte aber höchstens 10 - 15 Minuten eher, als Doug.
    Schon nach (gefühlt) einer halben Stunde erreiche ich die Küste. Dort geht es bei Sonnenschein oberhalb der Klippen Richtung Robin Hood's Bay. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite grasende Schafe, über mir der blaue Himmel. Ein großartiges Finale.


    Als ich RHB von Ferne das erste Mal sehe, schnüffelt mich von hinten etwas an. Es ist Mäx! Haha wie cool! Sein Herrchen weit und breit nicht zu sehen. Nach einem ausgiebigen "Hallo my friend" will ich weiter. Ich achte darauf, dass das Gatter zu ist und mir Mäx nicht folgen kann. Doug vermisst ihn bestimmt, ich kann ihn ja nicht  einfach "entführen". Er schlüpft jedoch tatsächlich unter dem Zaun durch. Ich weiß nicht so recht, was ich machen soll, da höre ich Doug rufen und ich warte auf ihn. Als er uns einholt, ist er etwas genervt (von seinem Hund), denn seit sie los sind, hat er wohl meine Fährte gewittert und ist davon gespurtet. Doug konnte ihn wohl nicht so recht bremsen. Ich muss ein wenig in mich hineinlachen. So war das eigentlich nicht geplant, aber mir gefällt die Geschichte ♡.
    30 min später sind wir in RHB, 15 min später an der Bay! DONE!!!


    Die Neuseeländerinen sind schon seit gestern Abed da, aber kommen ruter zum Strand, um uns zu begrüßen. Wir machen nochmal ausgiebig Fotos trage uns ins Gästebuch in der "Wainwright Bar" des Bay Hotels ein und verabschieden uns.

    Mittags checke ich in mein Hotel ein, ich freu mich schon seit Tagen drauf. Von außen ziemlich hübsch, auch Lobby und Empfang, alles sehr fein, leider habe ich die Besenkammmer mit dröhnender Lüftung und stetem Chicken-Geruch erwischt (jetzt weiß ich auch, weshalb das Zimmer einigermaßen erschwinglich ist). Ich will mich erst damit abfinden. Entspannung ist aber schlicht unmöglich angesichts der doppelten Sinnesbelästigung. Also gehe ich mit meiner bereits gewaschenen und nun nasse, kurze Hose runter in die Lobby und frage nach einem anderen Zimmer. Erstaunlicherweise wird mir das sofohrt gewährt, sie guckt zwar etwas grimmig, aber was solls Nun wohne ich in der Family Suite mit Aussicht.

    Ich verbringe noch einen ruhigen Abend, trinke ein letztes Ale und am nächsten Tag geht es mit dem Bus nach Scarbourogh, mit dem Zug nach Manchester und dann back home.
    Fazit: Wieder viel erlebt, tolle Begegnungen, viel Grün, viele hübsche Schafe, die Briten ins Herz geschlossen. Etwas schade, dass der Lake District so nass und wolkenverhangen war, schön war er trotzdem, allen Widrigkeiten getrotzt. Mein neues Zelt hat super funktioniert und die Zeltmöglichkeiten auf Farmen und bei den Pubs haben mir gut gefallen. Ein paar Asphaltstraßen weniger wären in der Mitte nicht schlecht gewesen, aber hey, England von West nach Ost durchquert. Ich bilde mir ein, das Land etwas kennengelernt zu haben.
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    Mittwoch, 12.07.2023, von Grosmont bis High Hawsker, ca. 16 km

    Wie schon erwähnt, habe ich eigentlich "einen Tag zuviel". Ich darf nicht zu früh in Robin Hood's Bay ankommen, da ich nur für 1 Nacht ein Zimmer gebucht habe und alles ausgebucht ist. Nachdem ich in den letzten Tagen verschiedene Optionen in meinem Kopf hin- und her geschubst habe, fällt die Entscheidung zugunsten eines vermutlich nicht so tollen "klassischen" Campingplatzes ca. 2 - 3 Wanderstunden vor meinem eigentlichen Ziel. Doug wird dort auch übernachten, denn er muss relativ früh am nächsten Tag den Bus nehmen. Ein Vorteil hat die kurze Etappe morgen: Ich komme früh am Tag in RHB an und es ist sicher recht ruhig unten an der "Bay".
    On we go... Heute ausnahmsweise mal mit einem trockenen Zelt im Rucksack. Einen Tee gegen Spende gibts heute auch wieder, und zwar in einer Kirche in Littlebek. Wasserkocher, Teebeutel alles da, um auf unsere Gesichter ein freudiges Lächeln zu zaubern.

    Die Etappe wird richtig schön. Wir kommen durch ein sehr hübsches Wäldchen mit einem hübschen Wasserfall und die Sonne meint es richtig gut mit uns. Doug hat in seiner Karten-App sogar einen Tearoom oder besser gesagt ein Garten-Café gefunden. Das Foto sieht zwar nicht so einladend aus, aber wir sind nicht anspruchsvoll. Umso größer ist die Freude, als wir dort ankommen und uns ein idyllisch gelegenes Freiluft-Café erwartet. Hübsche Holzbänke und Tische, kleine Vögelchen zwischern fröhlich, hüpfen neugierig um die Tische herum und picken dabei ein paar Krümel von den Bänken.

    Und das Beste, im Büdchen gibt es endlich Cream Tea! Ich werde im Leben nicht diese Scones vergessen. Frisch gebacken, noch warm, etwas Puderzucker, frisch geschlagene Sahne und hübsche, rote Marmelade. Das Leckerste, das ich in England in den letzten Wochen gegessen habe. I love it.

    Ich bin noch voll aus dem Häuschen angesichts dieses Geschmackserlebnissses, da kommen die Neuseeländerinnen und das Pärchen "I-think-my-wife-needs-a rest" dazu.
    Ausgiebiges Palawer, weil wer weiß, ob man sich nochmal sieht. Die beiden Frauen wollen heute durchziehen bis RHB.

    Dann gehts im Schellschrtt Richtung Küste. Der Campingplatz High Hawsker ist natürlich nicht mehr so charmant wie die Farm Campsites der vergangenen Tage, aber egal. Heute Nachmittag ist Ausruhen angsagt und laange aufs Abendessen warten (denn im einzigen Pub war alles voll, wir mussten 2 Stunden später wiederkommen).

  22. Danke!
    Adlerauge hat eine Reaktion von sja erhalten in [GB] Coast to Coast Walk 2023   
    Toller Bericht der absolut Spaß macht zu lesen!
    Bin selbst Ende April/Anfang Mai auf dem Coast 2 Coast unterwegs gewesen und nun deinen Bericht zu lesen weckt schöne Erinnerungen.
    Was ich auch total faszinierend finde ist wie grün bei dir alles war! Bei mir war alles noch so trostlos, dass ich mich am Ende total über ein paar Laubbäume gefreut habe
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    Adlerauge hat eine Reaktion von Nero_161 erhalten in Meinungen zu Naturehike Iso-Matte   
    Update: Die Matte ist mittlerweile ca. 35 Nächte benutzt worden und zeigt bis jetzt keinerlei Abnutzungserscheinungen
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    Adlerauge hat eine Reaktion von sja erhalten in Vorschläge für (Hütten)tour Mitte Oktober gesucht   
    Aufgrund der Wetterunsicherheit und meiner fehlenden Wandererfahrung im alpinen Gelände, habe ich den Gedanken der Mehrtagestour schlussendlich aufgegeben. Bei der anfänglichen Planung kam hinzu, dass viele Hütten durchaus bis Anfang/Mitte Oktober geöffnet sind aber oft auch schon ausgebucht waren.
    Bei bei dem grandiosen Wetter in den letzten Wochen habe ich schlussendlich viele Tagestouren in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen unternommen, frei dem Motto "wenn ich schon einmal hier bin, muss ich auch nicht weit weg fahren".
    Mit dabei waren die Zugspitze übers Reintal, Königshaus am Schachen mit Abstieg übers Oberreintal, Kramerspitz, Wank, Herzogstand & Heimgarten, Coburger Hütte und Drachensee über den hohen Gang, Höllentalklamm und Hupfleitenjoch, Sonnenberggrat in Oberammergau u.v.m.
    Eine spontane 2-Tages Tour von Ehrwald nach Mittenwald entlang der Südseite des Wetterstein-Gebirges mit Übernachtung auf der Rotmoosalm ist leider daran gescheitert, dass dort im Oktober nur noch Tagesgäste bewirtet werden  
    Das Wetter scheint sich jetzt langsam der Jahreszeit anzupassen, von daher mal schauen wie viel ich von meiner "To-Wander" Liste noch erledigen kann
    Trotzdem möchte ich euch allen für eure Tourenvorschläge und Hinweise danken! Jetzt wo ich besser einschätzen kann wie schnell ich vorankomme und wie viele km & hm am Tag für mich realistisch sind werde ich mich bestimmt nochmal von dem ein oder anderen Vorschlag inspirieren lassen.
  25. Witzig!
    Adlerauge reagierte auf heff07 in Kurioses am Wegesrand   
    letztes wochenende auf dem e6 bei blecke. 
    ein schild das kurz nach der jungsteinzeit aufgestellt worden sein musste.
    anders kann ich mir den satz, über die durchschnitts körpergrösser von frauen, der mit  135cm der nur knapp unter dem heutigen durschnitt liegen soll, nicht erklären.

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