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Ultraleicht Trekking

Wanderfalter

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Über Wanderfalter

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  1. Ein Rucksack - diesmal mit Sack

    Heute möchte ich euch einen Mammut-Rucksack vorstellen. Na gut, ihr werdet es schon erraten haben, natürlich stelle ich keinen Markenrucksack im MYOG-Unterforum vor - nur die Schnalle stammt von Mammut. Inspiriert von den vielen Rucksackvorstellungen hier im Forum habe ich mir für Wanderungen mit etwas mehr Gepäck nach meinem "Ruck ohne Sack" meinen ersten „echten“ UL-Wanderrucksack genäht. Der Rucksack sollte: auf den Transport einer ungekürzten 14mm dicken Evazote-Matte ausgerichtet sein möglichst vielseitig verwendbar sein, insbesondere in Hinblick auf unterschiedliche Volumina ein Testobjekt für verschiedene Ideen sein Da @Barbarix mit 90g-Silnylon gute Erfahrungen gemacht hat, Extremtextil diesen Stoff als gut geeignet empfahl und die Stoffprobe auch sehr vielversprechend wirkte, entschied ich mich dafür als Rucksackmaterial. Vom hier bei mehreren Personen beliebten 90g-Zeltbodenstoff riet mir Extremtextil übrigens ab, dazu Martin Gaebert: Im französischen Nachbarforum hat sich jemand die Mühe gemacht, verschiedene dünne Stoffe auf Reißfestigkeit und Dichtigkeit zu testen. Das 90g-Silnylon ist wahnsinnig reißfest, dazu günstig, wasserdichter als das Diamond-Ripstop Nylon, es kann keine Beschichtung abblättern etc. Der Stoff hat also viele Vorteile. Herausgekommen ist eine bunte Mischung vieler Rucksackkonzepte aus dem Forum mit einigen eigenen Ideen. Das Gewicht liegt bei 348g (315g + 33g Hüftgurt), wobei mit 30cm Breite, 15cm Tiefe und 90cm Höhe inkl. der Außentaschen allermindestens 40l Volumen zur Verfügung stehen. Von @schwyzi habe ich mich zu verstellbaren und austauschbaren Gummizügen in den Außentaschen inspirieren lassen, wobei ich meine etwas versteckter, dafür aber aufwändiger, angebracht habe. Mit den verstellbaren Gummizügen kann die Seite mit der Trinkflasche komplett locker bleiben, sodass sich die Flasche unkompliziert beim Laufen verstauen lässt, während der Gummizug der anderen Seitentasche zugezogen ist und Zwischenmahlzeiten und insbesondere die leeren Tüten davon sicher verstaut sind. Ja, weder die Cyberian Tanka, noch das aufgenähte Druckknopfteil sind optimal, aber ich hatte sie halt noch da. Von @micha90 abgeschaut sind die doppellagigen Schulterträger aus 3mm-3D-Netz, wobei Micha sie auf links nahm, damit sie weniger scheuern. Warum auch immer befolgte ich diesen Rat nicht und musste aufgrund kratziger Kanten den Tragekomfort schmälerndes Einfassband annähen. Von @HAL23562 stammt die Idee der Modularität, in meinem Fall dem abnehmbaren Hüftgurt, wobei ich statt Plastikknebel den oberen Teil von Werbekulis nutze. Damit lässt sich der Beckengurt schnell abnehmen und die Kuli-Teile müssen nicht mit Schnur gesichert werden. Von @Andreas K. stammt das Grundkonzept, bspw. die Art der Schultergurtbefestigung unten, wobei das Dreieck der gleichmäßigeren Krafteinleitung bei weit unten am Rücken getragenem Rucksack wegen abgeschrägt wurde, also der Gurt das Stoffstück steiler nach oben hin verlässt (Siehe vorheriges Foto). Insgesamt gibt es fünf verschiedene Arten, den Rucksack zu verschließen, ich wollte einfach mal ausprobieren, was für mich am besten passt. In Anlehnung an @#PackLessPlayMores englische Wortschöpfungen nenne ich den Rucksackverschluss Multi Closure Lid System. Als Verschluss nutze ich eine Mammut-Steckschnalle, unter „Mammut Dual Adjust Side Squeeze Buckle“ in mindestens 5 Outdoor-Onlineshops und auf Ebay zu finden. Die 15mm-Steckschnallen funktionieren zuverlässig mit dem 10mm Gurtband und lassen sich nicht nur viel besser greifen als 10mm-Steckschnallen, sondern haben den Vorteil, auf beiden Seiten fädelbar zu sein. Dadurch ist es im Gegensatz zu den meisten mir bekannten Rollverschluss-Rucksäcken möglich, den Rucksack sowohl so, als auch so zu verschließen. Die Anbringung der langen Bänder an den Innenseiten der Seitentaschenränder erlaubt eine bessere Komprimierung als eine Anbringung weiter oben. Außerdem können die Bänder bei Nichtbenutzung unsichtbar in den Seitentaschen verstaut werden. Neben den beiden Rollvarianten kann der Rucksack auch ungerollt geschlossen werden, bei hohem Inhaltsvolumen mit den (mit einer heißen Nadel durch die 1mm dicke PE-300-Versteifung durchgenähten) Druckknöpfen, und bei wenig Inhalt, aber dennoch Burrito, einfach nach unten gezogen. Ebenso kann der gerollte/nach unten geklappte Deckel mit dem Gummiband verschlossen werden. Wobei das so wie auf dem Foto gezeigt ungünstig ist. Besser ist es, den Tanka bis ganz oben zu schieben. Der Tanka hält nicht nur besser in der Schlaufe, statt einer Fixierung in der Mitte hat man dann auch zwei nach außen laufende Schnüre, die den Deckel besser fixieren. Früher sind mir außen am Rucksack befestigte Socken mehrfach abhandengekommen – unpraktisch, wenn man nur ein Paar Ersatzsocken dabei hat. Daher habe ich eine Befestigung integriert, ähnlich der von Ray-Jardine-Rucksäcken, aber flexibler. Socken und andere Kleidungsstücke werden über ein Gurtband gehängt und vom zweiten fixiert (siehe 2. Foto von oben). Die beiden Bänder sind jedoch bei mir miteinander verbunden, können zur Kompression genutzt werden oder es können sperrige Gegenstände damit seitlich befestigt werden, bspw. wenn man sie nicht mehr vor und zurück führt, sondern direkt von Befestigungspunkt um den zu befestigenden Gegenstand herum zur Leiterschnalle. Die dicke Evazote kann innen im Burrito-Style genutzt werden. Wenn damit nicht alles in den Rucksack passt oder bspw. die Matte für Pausen greifbar sein sollte, kann sie außen quer angebracht werden. Dafür gibt es eine Befestigungsmöglichkeit mit Gurtband, das schneidet im Gegensatz zu rundem Gummiband kaum in die Matte ein. Die beiden Gurtbänder sind übrigens absichtlich ungleich lang: So brauche ich die Riemen beim Packen der Isomatte nicht "Entfädeln", sie bleiben also dauerhaft in den Leiterschnallen. Eine lange Seite genügt. Zum Rucksack habe ich mir eine Hüftgurttasche (22g) genäht. Als Stoff verwendete ich Dacron, da ich der Versuchung erlag, ein kleines Reststück bei Etex zu kaufen. Dacron ist ein mit Kunstharz fixiertes, sehr steifes Polyester-Segeltuch. Die über den Hüftgurt geschobenen Bänder sind aus Elastikband, wodurch es bspw. auch möglich ist, die Tasche über einen breiten Schultergurt zu ziehen und als Schultergurttasche zu nutzen. Die Hüftgurttasche wird an ein Stück Zeltschnur (ja, ich hätte nicht unbedingt neongelbe nehmen müssen, aber die hatte ich noch) geschlauft, wodurch sie nicht vom Hüftgurt rutscht, gleichzeitig aber im Gegensatz zum Festclipsen an am Hüftgurt befestigten Schlaufen auf dem Hüftgurt unkompliziert hin- und hergeschoben werden kann. Wenn die Hand in der Hosentasche ist stört sie seitlich und wird weiter in die Mitte geschoben, während die Tasche bei steilen Kletterpassagen, bei denen sie am Bauch stört, zur Seite geschoben wird. Abseits der Schlaufen sind fast alle Bänder aus 10mm-Gurtband, wodurch nicht nur minimal Gewicht gegenüber breiterem Band gespart wurde, sondern auch Schnallen, Steckschließen etc. austauschbar sind. Ich bin mit dem Rucksack inzwischen knapp 1.000km gewandert, ein Erfahrungsbericht folgt demnächst.
  2. Vorstellungsthread

    Hallo! Wie ein schöner Schmetterling aus einer reizlosen Raupe schlüpft, schlüpft ein „Wanderfalter“ aus meinem alten Benutzernamen „Banned“. Während andere Schmetterlingsarten ihr Leben lang langweilig an einem Ort verbringen und auf ihren Tod durch Verhungern/Erfrieren warten, wagen die abenteuerlustigen und ausdauernden Wanderfalter eine tausende Kilometer lange Langstreckenwanderung in den sonnigen Süden – genau wie Zugvögel. Mit dem kleinen Unterschied, dass Wanderfalter die UL-Version von Vögeln sind, teils weniger als 1g wiegen. Dennoch erreichen sie Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 100km/h! Leichtbau par excellence also. Anstelle eines dicken Daunenkleids, wie es ein Vogel hat, halten sich einige Wanderfalterarten einfach mit Bewegung warm – haben sich die ULer das etwa von diesen perfekten UL-Trekkern aus dem Tierreich abgeschaut? Auf das Bewegen gegen Kälte verzichte ich gern nach Möglichkeit, aber ich freue mich auf lange, leichte Wanderungen. Und wer weiß, vielleicht kann ich nach meiner Metamorphose noch andere Dinge von den Wanderfaltern lernen? Viele Grüße Wanderfalter Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9a/Vanessa_cardui_india.jpg
  3. Hallo, ich suche einen Swing Liteflex und ein Gatewood Cape, jeweils gern auch mit Gebrauchsspuren/Reparaturen, ist erst mal nur zum Ausprobieren. Da ich mal auf einem Treffen einen neu verpackten Recta/Suunto Clipper gekauft habe, der aber nicht zuverlässig funktioniert, würde ich gern einen funktionierenden kaufen. Seitdem ich den kleinen habe, ärgern mich die 40g meines regulären Kompasses, aber 15€ Neupreis ist er mir nicht wert. Und den Cicerone-Reiseführer des GR10s hätte ich gern in digitaler Form, braucht nicht unbedingt die aktuelle Version zu sein. Edit: Swing Liteflex bekomme ich, wenn der Anbieter mein Preisangebot akezptiert.
  4. Hallo, ich würde total gern mal jeweils einen Packraum oder Huckepack in der leichten Version, und einen halbwegs aktuellen Micha90-Rucksack für einen Tag Wanderung ausprobieren, jeweils Rückenlänge L. Es würde mich also sehr freuen, wenn mir jemand diese Rucksäcke gegen eine Kleinigkeit für ein paar Tage (komme ja nicht unbedingt sofort zum Wandern) überlassen würde, Versandkosten sollten bei dem kleinen Gewicht ja nicht allzu hoch sein.
  5. Der "Kurze Frage, kurze Antwort"-Thread

    @der_ploepp Mit Schuhkleber und Gore-Tex Reparaturflicken habe ich keine Erfahrung, aber vielleicht kann da jemand anders weiterhelfen.
  6. Der "Kurze Frage, kurze Antwort"-Thread

    @der_ploepp: Laut Trekking Lite Store ist das Material PU-beschichtet. Wenn dem so ist, brauchst du statt Silnet einen PU-Kleber. Einfachste Lösung: selbstklebende Nylon-Flicken aus dem Outdoorhandel von innen draufkleben und gut ist, kosten um die 4€. Kompliziertere Lösung: Vielleicht hast du einen Klebstoff im Haushalt, der PU klebt, einfach mal nachschauen. Anstatt ansonsten speziellen PU-Klebstoff zu kaufen würde ich empfehlen, "normalen" Klebstoff zu kaufen, der laut Anleitung auch PU klebt. Die PU- und Universalkleber, die ich habe, geben sich nicht so wahnsinnig viel in der Festigkeit und obwohl man auch Spezial-PU-Kleber für andere Materialien verwenden kann, ist ein Universalkleber doch universeller. Der Kleber muss halt flexibel bleiben, aber großer Belastung ist er an den Stellen schätzungsweise nicht ausgesetzt, weshalb von innen kleben genügen sollte. Außerdem ist der Stoff i.d. R. nur von innen PU-beschichtet, du bräuchtest für von außen zu kleben einen Klebstoff, der gut auf (mit DWR ausgerüstetem?) Nylon hält. Vorher entfetten und nur dünn auftragen versteht sich hoffentlich von selbst. Silnylon funktioniert in dieser Kombination nicht als Flicken, PU-beschichteter Stoff ist optimal, andere Stoffe könnten aber auch funktionieren.
  7. Selbstgenähter Ruck ohne Sack

    Bevor ich euch mal demnächst (wenn ich mal viel Zeit habe) meinen aktuellen MYOG-Rucksack vorstelle, erst noch einmal den Nachfolger des ersten Rucks ohne Sack. Er wiegt 148g und ist damit 10g leichter geworden. Ich habe damit auf ca. 250 - 300km Erfahrungen gesammelt. Diese Veränderungen hatte ich im ersten Post für den Nachfolger angekündigt: Bis auf den letzten Punkt wurde alles so oder in ähnlicher Form umgesetzt. Markierungsfäden: Statt mehreren Farben habe ich unterschiedliche Stichmuster genommen: oberes Querband eine Naht, unteres Querband zwei Nähte, Träger Muster. Man sieht, dass ich nachnähen musste, irgendwie hatte ich die Gurte falsch fixiert. Längere, diesmal selbstgemachte Träger aus (nicht mehr verfügbarem) günstigem 5mm-3D-Netz, wasserdampfdurchlässigem Fallschirmnylon und elastischem Einfassband. Leider ist das 5mm-Netz sehr elastisch, die ergonomische Schulterträgerform zieht sich etwas glatt, aber einen festeren Oberstoff + Gurtband obendrüber zum Fixieren wollte ich auch nicht. Außerdem sind die einzelnen dicken "Fäden" des Netzes pieksig. Trotz Abflämmen der Schnittkanten kamen zu anfangs mehrmals Netzfäden durch das dünne Einfassband durch, die ich dann einfach so weit wie möglich rauszog und abriss/komplett rausriss. Jetzt kommt nichts mehr. Weiterhin liegen die überstehenden Teile des Einfassbandes nicht komplett an, sondern biegen sich teils zurück, sieht man auf dem Foto an der Innenseite. Letzteres stört nur optisch. Prinzipiell tun die Träger ihren Dienst. Festes Einfassband habe ich übrigens auch ausprobiert, das schneidet aber bei einer Lage 5mm-Netz ein. Die Last liegt dann mehr auf dem Band als auf der Netzfläche. Bei zwei Lagen sieht es wieder anders aus, der Blaue Block mit 2 Lagen 5mm-Netz ist immer noch im Alltagsgebrauch und ich bin sehr zufrieden damit. Schlaufen am Bodengurt erleichtern das Verstellen des Rucksackumfangs. Brustriemen verhindern das Rutschen der Träger nach außen. Besonders bequem ist die Lösung mit der Maurerschnur nicht. Vielleicht wäre eine dickere Schnur besser, aber da ich die Brustriemen nur manchmal benutzt habe, wenn ich die glitschige Windjacke anhatte, hat mich das nicht weiter gestört. Irgendwie ist auf meiner letzten Wanderung damit der Müllsack mehrfach gerutscht, obwohl ich den identischen Sack schon ohne Probleme auf einer Wanderung vorher genutzt hatte. Sonst hatte ich keine besonderen Vorkommnisse. Natürlich wäre ein leichter, rutschfester Stoffsack (bspw. aus PU-Nylon) eine dauerhaftere Lösung als ein Müllsack. Ansonsten bin ich aber zufrieden und bin mir sicher, dass der Ruck ohne Sack etliche tausend Kilometer halten würde.
  8. Duo-Pyramide

    Ich habe mich dieses Mal an einer 2-Mann-Pyramide versucht. Der Clou hierbei ist eine statt zwei Türen, so dass für die Rückseite ein statt zwei Stücke Stoff verwendet werden konnten. Die Maße sind (L/B/H) 275x180x150cm. Das Gewicht der Pyramide, so wie sie steht, beträgt 580g. Hier ein paar Bilder: Wenn bloß jede Nacht so schön und windstill wäre... Ja, das Zelt ist nass. Perfekt fürs Foto abgespannte Fotos bei Trockenheit kann ja jeder. Erinnern euch Text und Fotos an etwas? Richtig, es handelt sich um eine schamlose Trollhaus-Kopie aus billigem 55g-Silnylon statt edlem Chikara. Leider ist die Verarbeitungsqualität meilenweit vom Original entfernt. Nach mehreren 1.000m vernähtem Garn (hört sich nach viel an, aber Garn geht weg wie nichts) gelingen mir immer noch keine sauberen Nähte auf Silnylon, was mich ehrlich gesagt sehr bedrückt. So sieht dann etwa eine Ecknaht unter Spannung aus: Eigentlich hätte das Zelt perfekt werden müssen, denn der Schöpfer des Original-Trollhauses @Andreas K. hat mir beim Nähen über die Schulter geschaut und mir VIEL geholfen, vom Schnittmuster über die Nähanleitung, selbst die Materialien stammen fast ausschließlich von ihm. Nochmals vielen Dank für dieses große Privileg! Wie erwartet ist das Zelt schnell aufzubauen (ohne Sturmabspannung), geräumig, gut belüftet und man kann bei Windstille und Trockenheit die Vorderseite komplett auflassen, hat also den Vorteil eines Halbpyramidentarps mit der Geschütztheit einer Pyramide. Zum Nachspannen einfach den Stock weiter in die Mitte rücken finde ich auch sehr praktisch. Wie einige von euch wissen, sind mir Erfahrungsberichte von MYOG-Projekten wichtig, im zweiten Beitrag folgen also die Erfahrungen. Fragen, Kritik und Anregungen sind jederzeit willkommen.
  9. Unsere MYOG-Fails

    Ich fange mal mit meinen Gamaschen an, wenn von anderen noch was kommt, kommen auch von mir noch andere Projekte. Einfache Gamaschen sollten eigentlich ein idiotensicheres MYOG-Projekt sein. Und es gib ja auch genügend andere im Forum, die sich ebenfalls Gamaschen genäht haben. Wenn man bedenkt, dass für UL-Gamaschen bis zu 26€ aufgerufen werden, ich Materialkosten von 6,20€ hatte und davon ausging, nur eine halbe Stunde zum Nähen zu benötigen, sollte es auch rentabel sein. Und dann ging alles schief. Ich verbrachte einen halben Abend mit dem Versuch, mit verschiedenen Nadeln (ja, Jerseynadeln!), Elastikstichen, Fadenspannungen, mit untergelegtem Papier etc. den Stoff sauber zu nähen – erfolglos. Schließlich nähte ich dann mit ausgelassenen Stichen drauflos und dachte mir, dass es schon irgendwie genügen würde. Was nicht funktionierte: Der Stoff leierte aus (hätte oben noch einen Gummizug oder insgesamt anderen Stoff benötigt) Einige Nähte gingen auf Der Stoff löste sich auf Die Kordelhaken ließen sich nicht besonders leicht ein- und aushängen, müssten etwas aufgebogen werden Das geklebte Häkchenband (PS30-Kleber) hielt nicht dauerhaft auf den Schuhen und ich musste es auf Tour festnähen, unangenehm ohne Fingerhut, weil da eine Versteifung an der Ferse ist durch die ich durch musste --> PS18-Kleber besser? Und schließlich das Hauptproblem: Das Ziel, Steinchen und Dreck aus den Schuhen zu halten, wurde nicht erreicht Letzterer Punkt erstaunte mich, war ich doch mit langen Hosen unterwegs, wo sowieso wenig in die Schuhe kommen sollte. Zweitens kamen hauptsächlich in den rechten Schuh Steinchen, egal welche Gamasche ich rechts verwendete. Es dauerte eine Weile, bis mir dämmerte, dass es weniger das Problem war, dass aufgrund des zu knappen Stoffzuschnitts sich der Stoff manchmal hochschob, besonders an der Außenseite, sondern, dass der Zug des Kordelhakens an der Einhängung zu einem Schlitz zwischen Lasche und Schuhstoff führte (hoffentlich verständlich in Kombination mit dem Foto), durch den Steinchen eindringen konnten. Aus der Ferne wird mir schätzungsweise niemand helfen können, den Stoff sauber zu nähen, aber das nächste MYOG-Treffen kommt bestimmt. So, jetzt warte ich auf eure fehlgeschlagenen Projekte.
  10. Unsere MYOG-Fails

    Manchmal geht bei mir beim Selbstbau etwas schief – und bin mir sicher, dass es anderen ähnlich geht. Dennoch werden hier fast nur erfolgreiche Projekte vorgestellt. OK, man weiß es oft nicht, weil Langzeiterfahrungs-Berichte fehlen. Nun kann man oft auch von den Fehlern anderer lernen und zumindest ich fände es auch einfach so spannend zu erfahren, was bei anderen nicht klappt. Deshalb starte ich einfach mal diesen Faden und würde mich freuen, wenn hier auch andere ihre fehlgeschlagenen Projekte vorstellen würden.
  11. Ein Hoch auf Extremtextil

    Ich wollte einfach mal sagen, wie privilegiert die meisten (die, die in D. wohnen) hier sind mit Extremtextil. Deutschland ist das Land von Extremtextil. Mir ist es jetzt schon mehrfach so ergangen, dass ich andere Wanderer im Ausland getroffen habe, die, nachdem ich sagte, dass ich aus D. komme, mir sagten, sie hätten schon mal in D. bestellt – bei Extremtextil. Und wenn es nur Dyneema-Schnüre waren (ja, solche Leute gibt es, die für ohnehin schon teure Schnüre noch teuren Versand zu zahlen bereit sind). Ich mochte den Laden schon vor der Shopumstellung, als man noch, wie auf einem Flohmarkt, die Reihen durchstöbern musste, bis man etwas fand. Jetzt ist es natürlich noch viel besser. Extremtextil schreibt nicht, wie viel toller, stabiler und leichter die eigene Ware ist als die der Konkurrenz (ich erinnere an einen gewissen Anbieter u.a. von Silpoly, dessen Produkte zwar „lightest, strongest, most waterproof [...] on the planet“ sein sollen, dann aber reihenweise reißen bzw. undicht waren). Was nützt es mir zu wissen, dass der Stoff 2,5x so reißfest wie der der Konkurrenz ist ohne zu wissen, wie vielen Newton das jetzt entspricht? Extremtextil gibt stattdessen Messwerte und standardisierte Daten an. Das Gewicht der Stoffe ist ehrlich, inkl. der Beschichtung, angegeben. Die Auswahl ist groß. Ja, ich habe mich manchmal über Extremtextil geärgert, wenn eine Bestellung länger dauerte oder ich Nadeln eines anderen Herstellers als angegeben (ohne Farbcodierung) erhielt. Aber ansonsten bin ich echt froh Etex zu haben.
  12. Nutzung des Integrated Food Storage Systems

    - Bitte mit Humor verstehen - Einigen scheint es nicht bewusst zu sein, dass es zwei Arten gibt, Kalorien auf Tour mitzunehmen: 1. außerhalb und 2. innerhalb des Körpers. Wie ich finde, ergänzen sich die beiden Arten optimal. Die externe Variante, also in der Regel die Mitnahme von Lebensmitteln im Rucksack, scheint dennoch hier beliebter zu sein und obwohl schätzungsweise alle einen möglichst leichten Rucksack anstreben, habe ich von bis zu 1kg mitgeschlepptem Essen/Tag gelesen. Es ist schwierig, auf deutlich über 5.000kcal/kg bei mitgenommenen Lebensmitteln zu kommen. Zeitgleich ist es möglich, intern 7.000kcal/kg mitzuführen. Da hier im Forum Anglizismen und Akronyme sehr beliebt sind, nenne ich den internen Speicher, sonst oft abwertend als „Wampe“ etc. bezeichnet, fortan „Integrated Food Storage System“, oder kurz „IFSS“. Vorteile: Leichter: leicherer Rucksackinhalt Zeitgewinn: mehr Zeit für Wandern, da weniger/kürzere Essenspausen und/oder seltenere Einkäufe Geldeinsparung: geringere Kosten für Lebensmittel, da das IFSS in der Regel ohne vorherige Auffüllung angezapft werden kann Gesundheit: oft bessere Gesundheit und höhere Wander-Leistungsfähigkeit bei leererem IFSS Optik: Geschmackssache. Aber mir gefallen meine jetzt sichtbaren Bauchmuskeln durch den Abbau von 5kg IFSS-Reserven in 2 Wochen ohne spezifisches Bauchmuskeltraining Nachteile: Hose rutscht: Die Hose könnte auf Tour rutschen. Lösung: provisorisch enger nähen Kleidungs-Neuanschaffung nötig: Bei Beibehaltung eines deutlich leereren IFSSs nach der Tour. Aber eine zum (Alltags-) Gürtel enger machen nötige Lochzange (diese habe ich, sehr zufrieden) ist vielseitig einsetzbar, bspw. für den Huarache-Bau. Und kleinere Kleidung wiegt weniger. Anleitung: Schritt 1: Ermitteln des Füllstandes des Internal Food Storage Systems. Dies erfolgt idealerweise über den leider nur recht kompliziert exakt zu ermittelnden Körperfettanteil (Körperfettwagen sind ungenau), ansonsten per BMI-Rechner. Der BMI ist zwar nicht perfekt genau (besonders bei Personen, die von der Standardgröße abweichen), aber es ist weitaus ungewöhnlicher, zu viel Gewicht und dennoch einen normalen BMI zu haben als anders herum. So viele Profi-Bodybuilder gibt es nämlich nicht. Jedes Kilo Gewicht größer gleich BMI 25 kann man also getrost dem IFSS zuschreiben, viele können aber auch locker bis BMI 18,5 runtergehen. Bei ausreichemdem Füllstand des IFSS Übergang zu Schritt 2, ansonsten IFSS auffüllen. Schritt 2: Überschlagen des Kalorienbedarfs auf Tour. Beispielsweise mit diesem Rechner. Schritt 3: Essensplanung. Die Nutzung des IFSS eignet sich meiner Meinung nach hauptsächlich als Ergänzung der traditionellen Kalorienversorgung auf Tour. Wenn man 1.000-1.500kcal/Tag aus dem IFSS statt über mitgeschleppte Nahrung nutzt, macht sich das schon im Rucksackgewicht bemerkbar. Wichtig zum Erhalt der Leistungfähigkeit und der Muskulatur ist die ausreichende Eiweißzufuhr. Ich habe mehrfach von mindestens 0,8g/kg Körpergewicht pro Tag gelesen, wobei es bei hohem Körperfettanteil auch weniger sein darf. Schritt 4: Durchführung. Pro aus dem IFSS entnommener 7.000kcal sollte das Körpergewicht um ca. 1kg fallen. Ich persönlich mag es, noch genügend externe Kalorien für spätnachmittags/abends übrig zu haben, um für die letzten, anstrengenden Wanderstunden noch mal einen Energieschub zu bekommen und nachts nicht zu frösteln. Schritt 5: Wiegen und ggf. wiederauffüllen des IFSS. Nach der Tour zu erledigen (bzw. auffüllen auch gut bei Einkaufsstopps möglich). Nicht von Studien beunruhigen lassen, die behaupten, häufige Gewichtsschwankungen würden die Lebenserwartung kürzen. Ja, häufige Gewichtsschwankungen gehen im Schnitt mit einer verkürzten Lebenserwartung einher. Es handelt sich aber in den meisten Fällen um eine Korrelation (Zusammenhang) ohne Kausalität (Beziehung zwischen Ursache und Wirkung), da einige Krankheiten mit Gewichtsschwankungen einhergehen (bsp. durch Cortison, Chemotherapie etc.). Man stirbt also durch die Krankheit früher und nicht, weil man bspw. immer mal wieder durch die Gabe von Cortison Wassereinlagerungen hat. So, jetzt fülle ich weiter mein IFSS auf, damit die Tour weitergehen kann.
  13. Kufa vs Hydrophobe Daune

    @wilbo: Danke für die Tests. Was mich besonders interessiert ist die Langzeitwirkung. DWR auf Kleidung hält ja auch nicht ewig. Und evtl. müssen vor dem Ausrüsten die Daunen entfettet werden, was bedeuten könnte, dass nachdem die hydrophobe Ausrüstung nicht mehr wirkt, die Eigenschaften schlechter als bei klassischer Daune sind. Was haltet ihr davon: Wir nähen (bspw. auf dem nächsten MYOG-Treffen) einen Dauenquilt mit mittiger Längstrennung der Kammern. Auf die eine Seite kommen hydrophobe, auf die andere Seite normale Daunen. Dann müssen wir nur noch jemanden finden, der damit (mindestens) einen Thruhike macht.
  14. Neuer Rucksack für Solotouren

    @Barbarix: Irgendwie habe ich dazu jetzt nichts gefunden: Wie hat sich der Rucksack bewährt? Insbesondere das 2. Wahl 90g Silnylon von Extremtextil interessiert mich. Ich habe meine Stoffprobe jetzt gefühlt stundenlang stümperhaft malträtiert und bin zufrieden, wundere mich, warum hier im Forum oft PU/Acrylat-beschichtete Stoffe für Rucksäcke verwendet werden, wo doch Silikonisierung Stoff stärkt, während die anderen Beschichtungen ihn schwächen. Falls sonst jemand mit dem Material Erfahrung hat, freue ich mich auch über eine Antwort/PN.
  15. maße vom duomid, wer kann helfen?

    Zu Variante 2: Ich habe ein Zelt aus Silnylon, was auf einem Schnittmuster ähnlich der Variante 2 basiert. Ein billiges Plagiat von @Andreas K.s Trollhaus. Es funktioniert, wenn auch die Nähte teils sehr unschön sind. Muss also nicht unbedingt Variante 1 sein. Leichte Kettenlinie. Ansonsten gibt es hier noch einen ähnlichen Faden. OT: Bevor Fragen kommen: Einen Erfahrungsbericht/weitere Infos zu meinem Zelt gibt es, sobald ich damit genügend Erfahrungen gesammelt habe.
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