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Ultraleicht Trekking
Southern Flyer

2-Personen Zelt aus Chikara – Bauanleitung Schritt für Schritt

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Hallo zusammen,

 

hier mal wieder eine Bauanleitung, vielleicht hat ja der/die ein oder andere schon mal mit einem Zeltbau geliebäugelt …….

Nach dem X-Pac 37+9L Rucksack und dem Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox ging es im letzten Winter an die dritte MYOG-Großbaustelle: dem Zelt. Da sich die beiden ersten Projekte durchaus sehen lassen konnten, war ich guter Dinge, dies auch bei einem Zeltbau entsprechend umsetzen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass das erste selbstgenähte Zelt in der Regel für die Tonne ist, machte ich mich an die Planung und schrieb dazu im Vorfeld eine detaillierte Bauanleitung (s. unten). Zudem machte ich zu den Zeichnungen der einzelnen Baugruppen noch Zeichnungen der wichtigsten Nähte (alle letztendlich als Kappnähte ausgeführt), um später während des Zuschnitts und des Nähens den Überblick zu behalten, auch wegen der vielen unterschiedlichen Nahtzugaben. Der Entwurf ist als ‚single piece - single wall - A-frame‘ ausgelegt und orientiert sich an bewährten Zelttypen. Die Bauanleitung habe ich dann Schritt für Schritt abgearbeitet, was ausgesprochen gut funktioniert hat.

Als Stoff kam das sehr dehnungsarme Chikara zum Einsatz. Das Chikara ließ sich sehr gut nähen (80er Microtex Nadel, Rasant 75 Garn) und erinnert in Haptik und Geräuschentwicklung am ehesten an Backpapier, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war.

 

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Die wichtigsten Daten:

  •          2-Personen Zelt mit Platz für 2 TAR NeoAir Xlite (Regular) Isomatten
  •          2 Eingänge, 2 Apsiden
  •           alle Dachnähte abgedichtet  
  •        Trapez-Bodenwanne: 110/90cm Breite , 220cm Länge, Höhe 12 cm
  •          First: Höhe mittig 120cm, Breite mittig 120cm, Höhe im Kopf-/Fußbereich >38cm
  •          Material: Chikara 41g/m², Mosquitonetz 25g/m², 200den Diamond Ripstop 120g/m², Reißverschluß YKK 3C
  •          Catenary cut: 2cm/m
  •          Packmaß: Ø 14cm x 40cm (6L)
  •          Materialkosten: ca. 190€
  •       Gesamtgewicht: 716 g (incl. sämtlicher Abspannleinen)

 

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Vorbereiten der Baugruppen

Für alle Stoffstücke habe ich im Vorfeld Pappschablonen (1:1) angefertigt, da die meisten Kanten einen Catenary cut haben. Das hat sich für das Anzeichnen auf den Stoffen später als sehr hilfreich erwiesen. Eine sehr gute Catenary cut-Anleitung findet man hier. Bei den kürzeren Mesh-Dachkanten (155cm) ist darauf zu achten, dass der Cat cut vom Dach (175cm) genommen wird, da sie später eine gemeinsame Naht bilden und somit die längere Naht den Cat cut vorgibt (die tiefste Stelle des Mesh-Cat cut ist daher leicht asymmetrisch versetzt). Für die Ecken der Bodenwanne sollte man sich vorher mal aus einem DIN A4 Blatt ein Papiermodell machen, um die einzelnen Bauschritte zu verstehen. Hintergrund für die etwas aufwendigere Eckkonstruktion ist die Tatsache, dass ich die Bodenwanne bis zu einer Höhe von mindestens 3 cm nahtfrei bauen wollte. Somit müssen die Ecknähte nicht versiegelt werden und man hat zudem saubere und stabile Stofffahnen, an denen die D-Ringe für die elastische Kordel angebracht werden können. Es geht natürlich auch anders ……

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Mesh-Giebelseiten (2x)

  •          ausschneiden mit 3cm (unten) bzw. 2,5cm (Giebel/Traufe) Nahtzugabe
  •          Spitzenverstärkung einschließlich Saumzugabe von außen auf die Giebelspitze aufnähen. Radius ca. 15cm. Alle Spitzen-/Eckverstärkungen sind aus 200den Diamond Ripstop Reststücken, es geht aber auch Zeltbodenstoff o.ä.
  •          Vorderkante der Ecktasche einfassen, dann Ecktasche einschließlich Saumzugabe von innen aufnähen
  •          Reißverschluss auf Länge kürzen, Schieber einsetzen, und an den Enden mit kurzen Stofffahnen versehen. Auf die Laufrichtung des Schiebers achten (unten zu, oben auf)!
  •          RV von innen aufnähen (2mm vom Rand), dann mittig das Mesh auftrennen, einfach nach innen umschlagen und vernähen. Beim RV habe mich für die L-Form entschieden, da ich den Sinn und Zweck der Rainbow-Form nicht verstehe solang das Zelt mit Trekkingstöcken aufgebaut wird und das Mesh beim kompletten Öffnen zudem immer auf den (dreckigen) Boden fällt
  •          untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen
  •          Dachschrägen nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.
  •          elastische Kordel (für die T-Stopper) mit Hilfsfahne (die verschwindet nachher in der Nahtzugabe) versehen und auf der RV-Seite von innen an der Giebelseite in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen, (s. re.Bild)
  •          Traufseite nach innen doppelt versäumen

 

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Mesh-Traufseiten (2x)

  •           ausschneiden mit 2,5cm (oben, Seiten) bzw. 3cm (untern) Nahtzugabe
  •           Traufoberkante nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.
  •           untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen
  •           Seitenkanten nach außen doppelt versäumen

 

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Dach

  •           ausschneiden mit 1,5cm (schmale Dachhälfte) bzw. 2,5cm (breite Dachhälfte) Nahtzugabe am First, 2,5cm an den Seiten und 2cm unten
  •           Dachhälften am First links auf links (knapp) zusammen nähen, dann rechts auf rechts (auch rel. knapp) zur französischen Naht
  •           Schlaufen auf der franz. Naht mittig bei 5(7,5)cm, 60(62,5)cm, und115(117,5)cm annähen (an den Schlaufen kann man später eine Schnur befestigen zum Aufhängen von Sachen im Zelt).
  •           Franz. Naht zur Kappnaht umnähen, Naht von außen mit 25mm breitem DCF Tape + Chikara versiegeln (s. Bild)
  •           rechts auf rechts Traufsäume (1cm) abnähen
  •           Mesh-Traufseiten mit deren Oberkanten auf die Innenseite der Traufsäume nähen
  •           Saum zur Mitte hin umklappen und als Kappnaht vernähen (s. li. oben Bild), Naht von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)
  •           2 Abspannpunkte (Radius 5cm) erstellen und jeweils in Dachflächenmitte mit DCF Tape von außen aufkleben

 

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Doppel-Türen (Apsiden) (2x)

  •           ausschneiden (4x) mit 1cm (Giebelseiten), 2cm (Mittenkanten; unten) Nahtzugabe
  •           Türen an den unteren Mittenecken mit Verstärkungen versehen
  •           Verstärkung in 2 der 4 Giebelspitzen auf den Innenseiten einnähen (s. li. Bild). Radius 12-15cm.
  •           Mittenkanten doppelt umsäumen
  •           die jeweils anderen Flügel im Giebelspitzenbereich auf die Außenseiten auf der Nahtzugabe annähen, auch über die Verstärkung (s. mi. Bild)
  •           LineLoc mit 15mm Gurtband von außen mittig auf die verstärkte Giebelspitze aufnähen
  •           Mittenkanten in ca. 1/3 Höhe mit Druckknöpfe versehen (Stoff vorher verstärken, s. re. Bild)
  •           Elastische Kordel (für die T-Stopper) von außen an den Giebelseiten mit Hilfsfahne in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen)

 

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Boden

  •           Boden ausschneiden mit 2cm Nahtzugabe
  •           nach außen einmal (1cm) umsäumen
  •           Seiten hoch klappen und in den Ecken in das nach außen stehende Dreieck von oben 9cm nach unten eine Naht setzen. Diese doppelt verriegeln, von 1-2cm, von 2-3cm und von 8-9cm.
  •           in einem Abstand von 2cm parallel dazu von oben einen 2cm-Schnitt machen
  •           parallel zur Oberkante die obersten 2cm der Ecke abschneiden
  •           die 2x2cm Stofffahne zur Seite umschlagen und an den Saum annähen
  •           in 5cm Abstand parallel zur ‚9cm Naht‘ die Dreiecksspitze abschneiden
  •           den Stoff nach innen einstülpen und entlang der Innen- und Außenkante je eine Naht setzen (innen nicht länger als die ‚9cm-Naht‘)
  •           Stoff auch oben einstülpen, dazu Spitze nach innen umklappen und vernähen
  •          15mm Gurtband mit D-Ring mittig leicht schräg nach unten zeigend an die Eckfahnen annähen (s. Bild)

 

Zusammennähen von Dach mit Türen und Mesh-Giebelseiten

  •           Giebelnähte (von Dach u. Türen) erst links auf links knapp zusammen nähen, dann rechts auf rechts (franz. Naht)
  •           T-Stopper von innen an den Saum annähen
  •           Saum der Mesh-Giebelseiten von innen mittig an den Dach-/Türsaum nähen, dann Saum nach innen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen
  •           alle 4 Eckverstärkungen annähen
  •           alle Bodenkanten von Dach und Türen (vorher ev. angleichen) doppelt umsäumen
  •           Dachnähte von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)
  •           LineLocs (Ecken) bzw. D-Ring (Mittenecken) mit 15mm Gurtband an die Verstärkungen annähen (s. re. Bild)
  •           alle Mesh-Trauf-Seitensäume miteinander vernähen (s. li. Bild)

 

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Zusammennähen mit der Bodenwanne

  •          Mesh-Saum von außen auf den Saum der Bodenwanne (mittig) aufnähen. Vorher die beiden Reißverschlüsse aufmachen, denn je mehr Naht vernäht ist, desto mehr steht die Nähmaschine im Zelt (ein riesiger Stoffwust von insgesamt 14m², aber es geht)
  •           nach außen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen (wieder Stoffwust)
  •           abschließend für’s Abspannen alle Schnüre und elastische Kordeln anbringen

 

FERTIG! (50 Arbeitsstunden später)

 

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Fazit

Da das Endergebnis einen brauchbaren Eindruck macht, sollte man mit dieser detaillierten Bauanleitung in der Lage sein, schon beim ersten Zeltbauversuch relativ erfolgreich zu sein. Ich hoffe, es ist alles halbwegs verständlich beschrieben und gezeichnet.

Im März ging es mit dem Zelt dann gleich auf den GR221. Dank ‚single-piece‘ geht der Aufbau mit Trekkingstöcken innerhalb von 1-2 Minuten. Unterschätzt habe ich zunächst die extreme Dehnungsarmut vom Chikara, aber nach 3-4 Aufbauversuchen hatte ich den Dreh raus, das Zelt annähernd faltenfrei aufgestellt zu bekommen (leider kommen in dem Moment, wo ein Apsidenflügel geöffnet wird, an irgend einer Stelle doch wieder leichte Falten rein). Steht es stramm und faltenfrei entwickelt es auch bei kräftigem Wind kaum Geräusche. Durch die zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten war Kondenzbildung trotz kalter Nächte in den Bergen mit wenigen Grad über Null kein Thema. Bewährt bei dem steinig-felsigem Untergrund haben sich auch die MSR Groundhook Mini (6 Stück, 57g).

Natürlich ist das Zelt mit seinen 716 g nicht wirklich ultraleicht, man bekommt dafür aber ein richtiges Zelt. Soll es leichter sein, muss man schon auf Cuben Fibre zurück greifen, erkauft sich dann aber jedes Gramm Gewichtsersparnis mit mehr als einem Euro (Materialkosten dann ca. 430 €). Für das erste Zeltprojekt war das Chikara daher ein guter Kompromiss aus Dehnungsarmut, Handling, Gewicht und Preis. Natürlich geht es auch mit Silpoly oder Silnylon, mit den bekannten Vor- und Nachteilen.

 

Viel Spaß beim Nachbauen!!

 

 

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bearbeitet von Southern Flyer
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Respekt! Echt sauber! Was benutzt du denn für deine Entwürfe? Ich habe mal ein Tarp á la Hexamid Pocket Tarp mit Sketchup entworfen. Das ging ganz gut. Nur ließ sich das dann nur umständlich, über importieren in ein CAD-Pragramm, 1:1 ausdrucken. Würde mich gerne mal an einen Notch-Klon wagen...

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vor 21 Minuten schrieb sambucus:

Respekt! Echt sauber! Was benutzt du denn für deine Entwürfe? Ich habe mal ein Tarp á la Hexamid Pocket Tarp mit Sketchup entworfen. Das ging ganz gut. Nur ließ sich das dann nur umständlich, über importieren in ein CAD-Pragramm, 1:1 ausdrucken. Würde mich gerne mal an einen Notch-Klon wagen...

Die Entwürfe zeichne ich in Coral Draw und die Schablonen mache ich händisch mit Zollstock, gr. Geodreieck und Aluschiene auf der Rückseite von nautischen Karten (dünner Karton und riesige Lappen). CAD wäre nur interessant, wenn der Stoff gleich damit ausgeschnitten werden könnte. Den Cat cut habe ich so gemacht wie im link angegeben .

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vor 1 Stunde schrieb Southern Flyer:

Die Entwürfe zeichne ich in Coral Draw und die Schablonen mache ich händisch mit Zollstock, gr. Geodreieck und Aluschiene auf der Rückseite von nautischen Karten (dünner Karton und riesige Lappen). CAD wäre nur interessant, wenn der Stoff gleich damit ausgeschnitten werden könnte. Den Cat cut habe ich so gemacht wie im link angegeben .

Wow! Das funktioniert halt nur solange du geometrische Figuren benutzt. Wenn es etwas runder wird, wird's schwierig mit Geodreieck. Ich habe bislang die CAD-Zeichnung ausdrucken lassen und sie dann auf LKW-Plane übertragen und ausgeschnitten. Es gibt sicher Druckereien, die das auch direkt auf die Plane drucken - nur halt dann eine Preisfrage :/ Aber echt nochmal Hut ab für die saubere Arbeit trotz Kappnäten am Cat cut.

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vor 56 Minuten schrieb waldradler:

Super Bauanleitung, vielen Dank! Aber ist 90/110 nicht etwas schmal für zwei Personen?

Ja, 110/90 ist natürlich nicht üppig, es reicht aber für 2 normale TAR-Isomatten. Die Breite kann man ja nach eigenen Bedürfnissen anpassen, ohne das sich der Schnitt grundlegend ändert. Wenn man es dauerhaft zu zweit nutzt, sind 20-30 cm mehr sicherlich die komfortablere Wahl. Dafür passt unter die beiden Apsiden alles, was man so dabei hat. Für einen alleine bietet 110/90 Breite mehr als genug Platz.

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Super Arbeit. Habe letztes Jahr selber ein Versuch gestartet. Nicht ganz so faltenfrei wie deines. Ich fand vor allem den Giebel und das Annähen des Netzstoffes schwierig. Vielleicht lag es bei mir auch daran, dass ich nicht so minutiös wie du geplant habe Respekt! Es animiert mich, eine Version 2.0 zu beginnen. Mich würde noch interessieren, was deine Gründe waren, dich für Chikara und nicht Silnylon zu entscheiden? Nochmals Kompliment! 

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vor 6 Stunden schrieb rede70:

Ich fand vor allem den Giebel und das Annähen des Netzstoffes schwierig. Vielleicht lag es bei mir auch daran, dass ich nicht so minutiös wie du geplant habe Respekt! Es animiert mich, eine Version 2.0 zu beginnen.

Giebel und Netzstoff annähen waren in meinem Fall nicht schwierig. Ich habe den Netzstoff immer an eine Art 'französiche Naht' angenäht, die dann in einem zweiten Schritt zu einer Art 'Kappnaht' umgenäht wird. Das sieht dann auch alles schön sauber aus und geichzeitig sind die Nähte extrem stabil, da sie ja die kompletten Kräfte beim Abspannen aufnehmen müssen.

vor 6 Stunden schrieb rede70:

Mich würde noch interessieren, was deine Gründe waren, dich für Chikara und nicht Silnylon zu entscheiden? Nochmals Kompliment!

Ich hatte im Vorfeld das Vergnügen einmal an einem Stück Silnylon zu ziehen (quer). Das fand ich sehr beeindruckend, aber gleichzeitig auch etwas abschreckend. Silpoly war auch kurz als Alternative in Betracht gezogen worden, aber da ist die Reißfestigkeit wohl nicht so doll. Ich muss dazu sagen, dass ich bis dato mit keinem der Stoffe gearbeitet hatte. Auf das Chikara bin ich bei @Andreas K.  gestossen, der schon einige Zelte daraus genäht hat und auch die Wassersäule hat prüfen lassen. Das war für mich eine Art Qualitätskriterium .... Mittlerweile bietet Extex ein dehnungsärmeres Ripstop-Silnylon mit 40g/m² an. Das könnte vllt eine Alternative sein. Und Cube Fiber war mir für das erste Zeltprojekt zu kostspielig.

bearbeitet von Southern Flyer

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vor 56 Minuten schrieb J_P:

Tolle Anleitung! Danke dafür!
Erinnert mich an das ZP Duplex oder das GG The Two/One...

Der A-Frame Entwurf bietet sich an, wenn man eh 2 Trekkingstöcke dabei hat und keine Lust auf 'Stock im Zelt' hat. Ich habe aber weder das Duplex noch das The Two je in echt gesehen. Mein bisherges 'UL-Zelt' war das Marmot Force UL 2P (Kuppelzelt).

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vor 2 Stunden schrieb Southern Flyer:

.....Ich habe aber weder das Duplex noch das The Two je in echt gesehen.

OT: ich habe die Zelte von ZPacks oder Gossamer Gear auch noch nicht in Natura gesehen. Aber es gibt ja genug Bilder im Netz...

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Ganz großes Kino! Nicht nur das Zelt an sich, sondern auch noch eine so detaillierte Anleitung - das ist ja keineswegs selbstverständlich.

Ich war ja schon sehr gespannt nachdem mir A. erzählt hatte, dass Du ein Zelt genäht hast. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit das mal in natura zu bestaunen, wenn wir das nächste Mal in der Gegend sind ;-) 

Viele Grüße,

Moritz

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Am 18.5.2019 um 10:49 schrieb Southern Flyer:

...die Schablonen mache ich händisch mit Zollstock, gr. Geodreieck und Aluschiene auf der Rückseite von nautischen Karten

Whaaaat:-o? Nautische Karten bitte an mich senden. Gerne im Austausch mit gaaaaanz viel dünnem Karton:grin:.

 

Nee im Ernst. Alte Seekarten zu nehmen ist eine tolle Idee. Tut mir als Segler, der die Teile ab und an neu kauft, in der Seele weh.

LG, Christian

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Am 18.5.2019 um 10:49 schrieb Southern Flyer:

... die Schablonen mache ich händisch mit Zollstock, gr. Geodreieck und Aluschiene auf der Rückseite von nautischen Karten (dünner Karton und riesige Lappen).

https://www.cchobby.de/catalog/product/view/id/18779?gclid=CJaa1ZTf7tICFQ4R0wod4aYM2Q
Falls Du noch mehr Entwürfe machen möchtest ... :wink:

An der Kante der Pappschablonen lässt sich noch gut mit dem Heißschneider arbeiten.

VG. -wilbo-

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Am 20.6.2019 um 11:48 schrieb Christian Wagner:

Whaaaat:-o? Nautische Karten bitte an mich senden. Gerne im Austausch mit gaaaaanz viel dünnem Karton:grin:.

 

Nee im Ernst. Alte Seekarten zu nehmen ist eine tolle Idee. Tut mir als Segler, der die Teile ab und an neu kauft, in der Seele weh.

LG, Christian

OT: die Karten haben eine relativ kurze Halbwertszeit, da sie vom Wattenmeer sind. Wo gestern noch ein Priel, ist heute schon eine Sandbank :o .

@wilbo: Danke für den Link, habe aber in meinem Fall eine nicht versiegende Quelle .

OT: 99€ für 50m, dafür bekommt (myogt) man schon ein halbes Zelt, oder einen ganzen Rucksack, oder .....:wink:

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@Southern Flyer: Nochmal danke für die Bauanleitung! Zwei Fragen stellen sich mir noch: Die Abspannpunkte sind nur geklebt - hält das DCF-Tape denn auf dem Silikon? Und könnte man das Zelt auch aus Silpoly nähen? Ich denke gerade über diese beiden Stoffe nach:

https://ripstopbytheroll.com/products/1-1-oz-silpoly

https://dutchwaregear.com/product/xenon-sil-1-1/

 

 

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Am 19.5.2019 um 18:48 schrieb Southern Flyer:

Giebel und Netzstoff annähen waren in meinem Fall nicht schwierig. Ich habe den Netzstoff immer an eine Art 'französiche Naht' angenäht, die dann in einem zweiten Schritt zu einer Art 'Kappnaht' umgenäht wird. Das sieht dann auch alles schön sauber aus und geichzeitig sind die Nähte extrem stabil, da sie ja die kompletten Kräfte beim Abspannen aufnehmen müssen.

Ich hatte im Vorfeld das Vergnügen einmal an einem Stück Silnylon zu ziehen (quer). Das fand ich sehr beeindruckend, aber gleichzeitig auch etwas abschreckend.

Hallo,

und danke für die Anleitung. Ich habe den Plan, auch so etwas zu machen, und würde dich gerne etwas fragen (zu dem was ich zitiert habe):

1. Die Naht im Giebel ist doch wahrscheinlich das, was Ray Jardin als "Flat felled seam" bezeichnet, oder? (Ich beziehe mich auf sein Buch.) Was ist denn bitte genau "eine Art 'französiche Naht' angenäht, die dann in einem zweiten Schritt zu einer Art 'Kappnaht' umgenäht wird"??? Kannst du das bitte erklären?

2. Ich habe mir jetzt einfach bei Extremtextil das 20den Silnylon mit 36g/qm bestellt, bevor ich deinen Kommentar hier gelesen hatte. Was meinst du mit dem "Vergnügen" beim quer ziehen genau? Was ist dabei abschreckend? Muss ich was besonderes beachten bei dem Stoff? Ist der nicht geeignet?

Keine Ahnung, ob meine Fragen blöd sind, ich habe mir bisher zwei Rucksäcke, ein Inlet und einen Kufa-Quilt genäht, dabei kam kein Silnylon vor. Und ach ja, bei allen meinen bisherigen Projekten habe ich immer nur einfache gerade Nähte benutzt, die ich höchstens mal zwei bis dreimal genäht habe, wenn sie mehr halten sollten, z.B. beim Rucksack (der bisher nach 2000 Trail-km noch einwandfrei ist).

Ich bin über jeden Tipp dankbar. Und ich mache mir gerade Sorgen wegen dem Silnylon...

Danke und Grüße

2Tall

P.S.: Ok, jetzt habe ich beim nochmaligen Lesen kapiert, dass in den Anleitungsbildern die Nähte wohl in den kleinen runden Vergrößerungen zu sehen sind... Wow, sind die Nähte wirklich so kompliziert notwendig??? Ich hatte gedacht, es geht einfacher, wie gesagt: Ich habe hier das Buch von Ray Jardine, da ist das komplizierteste die "Flat felled seam". Ich war bisher so naiv zu glauben, dass ich so ein Zelt nähen kann, indem ich im Prinzip ein Tarp nähe, an das ich dann Mesh und Bodenwanne dranhänge, und dem ich noch zwei größere Beaks (Vorzelt) hinzufüge... Bin ich da zu naiv gewesen? Hält das nur, wenn man so aufwendig näht wie hier beschrieben? Klar, ein bisschen Wind soll es ja aushalten können...

bearbeitet von 2Tall

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vor 22 Minuten schrieb 2Tall:

"Flat felled seam"

...das ist IMHO eine stinknormale, einfache Kappnaht . Damit mache ich eigentlich alle meine Projekte. Bisher hat es gehalten. Ich mache auch nie irgendwelche Abspanngurte oder sonstiges Gebimsel mit in die Naht rein. Das sieht zwar cool aus, ist aber IMHO ein toller Docht um da Regen reinzuleiten und kann praktisch nicht nachträglich abgedichtet werden. Lieber erst Mal eine sehr wasserfeste Naht herstellen und dann kann man immer noch Gurte und Knebelchen auf den dort vierfach liegenden Stoff aufnähen. Hat auch den Vorteil dass, wenn es dir den Knebel abreist, das nie etwas mit deinen Hauptnähten zu tun hat. Die bleiben immer ganz.

vor 25 Minuten schrieb 2Tall:

2. Ich habe mir jetzt einfach bei Extremtextil das 20den Silnylon mit 36g/qm bestellt, bevor ich deinen Kommentar hier gelesen hatte. Was meinst du mit dem "Vergnügen" beim quer ziehen genau? Was ist dabei abschreckend? Muss ich was besonderes beachten bei dem Stoff? Ist der nicht geeignet?

Der Stoff wird schon halten. Ist halt nicht der stabilste, und verzieht sich sehr leicht diagonal, dafür ist er leicht. Das Silnylon ist nicht sehr einfach zu verarbeiten weil es sehr rutschig ist. Das ist aber bei jedem Silnylon so.

 

vor 29 Minuten schrieb 2Tall:

Ich war bisher so naiv zu glauben, dass ich so ein Zelt nähen kann, indem ich im Prinzip ein Tarp nähe, an das ich dann Mesh und Bodenwanne dranhänge, und dem ich noch zwei größere Beaks (Vorzelt) hinzufüge...

Näh' mal erst das Tarp mit den Beaks fertig und dann anschließend das Moskitonetz genau auf die vierfach gelegte Naht. Das ist extra stabil und bringt keine Probleme mit der Nahtabdichtung anschließend. Wobei ich bei meinem Duplexclon eigentlich nur die Mittelnaht und die Lifterpatches abgedichtet habe.

Die Jardine Anleitung soll ja sehr gut sein. Wenn du da einige Techniken übernehmen kannst dann ist das bestimmt kein Fehler.

Don't Panic!:D

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Danke für die Antwort!

Ja, ich denke es gilt: "Flat felled seam" gleich "Kappnaht".

Ich habe gerade nochmal nachgelesen, Jardine schreibt in dem Buch (2009), dass er neuerdings 1.3oz Silnylon nimmt, das entspricht also fast genau den 36g/qm!

Ok, also ich mache zuerst ein Tarp mit Kappnaht in der Mitte. Der Rand außen wird umgesäumt. Es gibt Verstärkungen an den Tie-outs und die Lifter Patches. Alles wie bei Jardine.

Dann werden die Beaks an das Tarp genäht? Auch mit Kappnaht? Oder reicht was einfacheres, z.B. einfach Saum auf Saum, und doppelt übernähen? (Dazu sagt Jardine nichts.) Kann ich danach noch ohne komplizierte Verrenkungen später das Mesh an dieselbe Verbindungsnaht nähen? Oder einfach an eine innen überstehende Nahtzugabe? Ist mir egal, ob das sch... aussieht! Das Mesh hängt ja nur rum, das wird ja bei sinnvollem Gebrauch nicht belastet.

Mein Ziel bei diesem Nähprojekt ist es, möglichst minimalistisch zu arbeiten, um etwas funktionierendes zu bekommen. Muss nicht schön sein, soll keine Extras und Schlaufen haben, nur ein Tarp mit Mesh und Bodenwanne. Darum meine Fragen. Bitte also nicht als Kritik an dem hier vorgestellten Projekt sehen, ich denke (und hoffe) nur, dass es einfacher gehen könnte.

2Tall

 

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  • Gleiche Inhalte

    • Von Nimrod
      Moin Kommunity, 
      Ihr wisst am Lagerfeuer entstehen immer die "besten" Ideen. 
      Wir waren draußen und abends gesellten sich möchtegern Militärs zu uns mit 20kg Rucksäcken und dem Klischee entsprechender Ausrüstung und wir faselten über was man braucht und so.
      Im Verlauf von einem guten Rotwein, wurde dann probehalber meine Ausrüstung in eine taktische Weste von denen verstaut. 
      Da ist mir eine Idee gekommen. 
      Wenn man so eine "Taktische Weste" aus UL-Material machen würde, hätte man damit nicht ein leichteres und stabilere Trage System als ein Rucksack? Und es wäre alles schon gleich in "Packsäcken" getrennt.
      Was denkt ihr? 
    • Von Madame_Anne
      Hallo,
      wer hat Empfehlungen für ein ultraleichtes (optimalerweise unter 1 kg) Zelt, am liebsten Kuppel/freistehend. Gibt es irgendeins, bei dem Innen- uns Außenzelt gekoppelt aufzubauen sind?
      Einsatzgebiet: Fernwanderung in den Alpen.
      Preis erstmal egal.
      Danke schon mal für Tipps!
      Schönen Sonntag!
    • Von Dieter_Z.
      Zum Verkauf kommt ein UL Slingfin Split Wing Bundle bestehend aus Tarp, Innenzelt, Apsis und sechs Heringen. Außer zu einem Probeaufbau im Garten, wurde es nur einmal für eine Übernachtung im Wald genutzt. Das Zelt hat keinerlei Beschädigungen oder Abnutzungsspuren.
           
       

       
      Weitere Infos und Bilder finden sich beim Hersteller: https://www.slingfin.com/products/splitwing-bundle
      Da der Neupreis 450 Euro war, soll es für faire 370 Euro weiterverkauft werden.

      Bitte beachtet folgenden Hinweis:
      Es handelt sich um das von @Altes Mädel angeschaffte Set, dass sich aufgrund des niedrigen Eingangs für ihren Bedarf als nicht geeignet erwiesen hat. Ich verkaufe es für sie, da wir uns persönlich kennen und sie im Forum noch kein eigenes Angebotsrecht hat. Somit bin ich eurer Verkaufspartner: Alle Rückfragen und die Abwicklung laufen ausschließlich über mich.
       
       
    • Von Elydrasil
      Hallo,
      ich bin eigtl. kein Ultraleichtwanderer, möchte aber meineAusrüstung in die Richtung optimieren (da ich bald eine längere 6monatige Wanderung mache).
      Insbesondere beim Thema Trekkingstöcke bin ich für jedwede Tipps und Hinweise dankbar.
      Ich habe ein ultraleichres Zelt, das man mit einem Trekkingstock in der Mitte aufbaut. Bis dato habe ich Stöcke aus dem Wald verwendet.
      Ich suche einerseits möglichst leichte Wanderstöcke, andererseits sollen sie aber das Zelt halten können und in schwierigerem Gelände nicht versagen (oft habe ich gelesen, dass Carbonstöcke, die ich eigtl. präferiere, leicht zu Bruch gehen). 
      Bis dato bin ich am meisten von dem AceCamp Carbon Stick fasziniert (er wiegt nur je Stock 100g):
      https://smile.amazon.de/dp/B07V4N355N/ref=cm_sw_r_cp_apa_i_3rvWEbXAT6XGZ
      Alternativ kommen die Black Diamond Distance Carbon Z Trekking Stöcke in die engere Auswahl mit je 140g pro Stock
      https://smile.amazon.de/dp/B0772QQSN7/ref=cm_sw_r_cp_apa_i_3svWEb9X2M86J
      Meint ihr die erfüllen meine Ansprüche ?
      Ich bin noch nie mit Stöcken gewandert, halte das Aber für sinnvoll. Ich will in jedem Fall ein Fliegengewicht an Stock, da ich sie nicht immer benutzen werde und meinen Rucksack nicht mit weiterem Gewicht belasten will. Mit ultraleicht habe ich auch wenig Erfahrung.
      Daher sind mir alle Erfahrungen zu den beiden Produkten, aber auch Tipps in andere Richtungen willkommen...
       
       
    • Von nichtEssbar
      Nach fast einem halben Jahr herumprobieren (die Anfänge finden sich hier), ist "Luftschloss" endlich fertig. Das ist ein 3-in-1 Ding mit einem recht speziellem Anwendungsfall. Biwakfliegen mit dem Gleitschirm (wem das neu ist, hier versuchen wir einen möglichst realistischen Einblick in unser 2018er-Reise zu geben).  Die Grundidee dahinter ist, Biwak(zelt), Schlafsack und Packsack für den Gleitschirm in einem zu vereinen. Das funktioniert, weil der Gleitschirm durch seine Luftpolsterstruktur eine recht gute Isolationswirkung hat, und deshalb als Schlafsack für zumindest 3.5 wenn nicht 4 Jahreszeiten herhalten kann. Der Gleitschirm wird in einer separaten Kammer, die fix in das Biwakzelt integriert ist, gepackt, die dann als quilt-ähnlicher Schlafsack dient. Ausgelegt ist das Ganze fürs Hochalpine Gelände und Sauwetter. Einfachheit, Robustheit und wind/wetterfest ist daher oberstes Gebot. 
      Gewicht: 1070g inkl. Gestänge (was für die Kombination Zelt + Schlafsack durchaus akzeptabel ist finde ich)
      Meine minimale Gesamtausrüstung für Overnight (Gleitschirm, Gurtzeug, Isomatte, Luftschloss, Rettungsschirm, Vario, Kocher, Helm, ....) beläuft sich damit jetzt auf 9.9kg. für mehrere Tage, bin ich bei 11.4kg base-weight. Das ganze passt super in einen 50L Rucksack.
       
      Detaillierte Funktionsbeschreibung - in Englisch - gibt's hier: https://www.thomasbergmueller.com/luftschloss-paragliding-sleeping-system/ 

       

      Schirm, Luftschloss und Gurtzeug - Links typische Situation nach dem Flug, rechts Schirm in der Schirmkammer, die dann den Schlafsack bildet. 

      Innenansicht mit roter Schirmkammer, Isomatte und genügend Platz für anderes Equipment. Hinten sieht man das Moskitonetz bei geschlossener Sturmklappe.
       
      Da wir hier im MYOG-Forum sind, möcht ich natürlich auch ein bisschen was zur Entstehungsgeschichte Teilen. 
       

      Angefangen hat das ganze mit einem Schnur-Gestängemodell, um mit der Statik des Tunnelteils ein wenig herumzuspielen. Basierend darauf habe ich dann mehrere Prototypen gebaut, großteils aus einer Bauplane (nicht elastisch, stabil, billig und Panzertape hält perfekt darauf). 

       
      Ich hab dann lange wegen den Materialen überlegt und tatsächlich bereits 40g atmungsaktives DCF zuhause. Das war für mich die logische Wahl von größtmögliche Atmungsaktivität und wasserdicht. Ich hab mich im Nachhinein dann aber doch für ein etwas schwereres 80g 2.5 Lagen-Laminat entschieden. Gründe dafür waren die Farbe (unauffälliger), vor allem aber einfachere Verarbeitung und kostengünstiger, wenn was in die Hose geht. Um die geringere Atmungsaktivität zu kompensieren, habe ich auf der Rückseite unter einer großzügigen Lasche auf der gesamten Breite Moskito-Netz vernäht. Erste Tests haben gezeigt, dass die dadurch entstehende Zirkulation durchaus angenehm ist. Beim ersten Test (0° außen, trocken) ist jedenfalls kein Tröpfchen Kondens entstanden. Falls es eine nächste Version geben sollte, bin ich derzeit geneigt, auf atmungsaktive Stoffe zu verzichten und nur die Zirkulation zur Belüftung zu verwenden. 
       

      Der Oberteil besteht aus zwei Teilen, dem Tunnelteil und dem Rückteil. Hier im Bild das Rückteil mit dem Belüftungs-Moskito oben, der Öffnung zur Schirmkammer und der Schirmkammer aus rotem Ripstop. Rechts die Bodenwanne aus 65g Ripstop PU. Diese ist - um Material zu sparen - in der Mitte 1x mit einfacher Kappnaht vernäht. Die Ösen für's Gestänge sind in 20mm Gurtband gepresst. Die Gurtbänder sind durchgezogen, um mechanische Belastung am Zeltboden zu vermeiden. 
      Sämtliche Reißverschlüsse sind mit Laschen überdeckbar, die im Abstand von 50cm mit Anorak-Druckknöpfen fixiert werden.

      Das Gestänge kommt in einen abgenähten Kanal und wird links und rechts in den Ösen gespannt. Das Gestänge selbst ist übrigends selbst heißgebogen, mit geraden Stangen lässt sich der Radius leider nicht erreichen - selbst nicht mit den verwendeten 8.05mm NSR Featherlite.

       
      Falls das jemand nachbauen möchte, Schnittmuster gibts gerne auf Anfrage - kann man natürlich auch ohne die Schirmkammer bauen, so viele Gleitschirmpiloten gibt's da draußen wohl nicht, die auch mal am Berg schlafen  
       
       
      Liebe Grüße und Danke für den Input hier aus dem Forum
      Thomas
       
       
       
       
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