Willi
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Willi hat eine Reaktion von Epiphanie erhalten in Circuito Dientes de Navarino – Wandern am Ende der WeltCircuito Dientes de Navarino / Dientes Circuit – Wandern am Ende der Welt
[März 2014]
"Wenn's so bleibt ist's gut." Sagt J. zu mir, als wir in Puerto Williams loslaufen. Sie meint damit das blauerhimmel Wetter und wahrscheinlich auch ihre trockenen und warmen Füße. Das Wetter wird den Großteil der Tour einigermaßen halten und zumindest Regen wird uns während des Trekkings erspart bleiben. Wir werden nicht von oben nass... Aber trockene Füße und eine warme Sonne, die einem auf den Pelz scheint, die werden uns auf dem Dientes Circuit auch nicht wirklich begleiten... Die Tour ist in den meisten Wanderführern mit fünf Tagen angesetzt, wir planen vier ein, sind etwas schneller und laufen drei Tage. Waren wohl noch im Wandermodus von dem vor ein paar Tagen abgeschlossenen Torres del Paine Circuit. Aber, los geht´s, uns erwartet eine der schönsten Wandertouren, die ich bis jetzt erleben konnte.
1. Tag. Puerto Williams - Laguna de los Dientes
Vor ein paar Minuten erst sind wir mit dem Flugzeug aus Punta Arenas gelandet und haben große Lust loszulaufen. Der Überflug von Patagonien nach Feuerland hat uns aus der Ferne die atemberaubende Landschaft näher gebracht, von der wir nun einen kleinen Teil näher erleben dürfen. Wie die noch folgenden Tage, ist auch der erste ein langer. Nachdem wir uns auf der Polizeistation abgemeldet haben und im Minimarkt das letzte noch fehlende Bisschen Verpflegung eingekauft haben, verlassen wir das beschauliche Puerto Williams und laufen los. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und es ist windig. Die Wolken werden aber früh genug kommen...noch verharren sie drüben über Argentinien.
Die Wegfindung ist zu Beginn relativ leicht. Es gibt allerdings kaum gutes Kartenmaterial und wir nutzen eine Mischung aus kopierter Karte und der offiziellen Dientes de Navarino Broschüre des Ministerio Bienes Nacionales als PDF auf dem Smartphone. Sobald man die „Stadt“ verlässt, ist der Weg durch Markierungen gut zu finden, da der erste Anstieg auf den Cerro Bandera eine beliebte Tageswanderung für nicht-Trekking-Touristen auf der Isla ist. Sobald man jedoch diesen Hügel hinter sich lässt, wird die Wegfindung etwas schwieriger und bedarf Aufmerksamkeit und Blicke in die Broschüre, um von einem Steinhäufchen oder Snoopie zum nächsten zu finden. Snoopies sind die in der Brochüre gekennzeichneten und in der Realität durch nummerierte Holzpfähle aufzufindenden Wegpunkte. Durch sie lässt sich sehr einfach feststellen, wo man sich befindet. Nur finden muss man sie; und dafür braucht man dann doch wenigstens minimale Kenntnisse im Karte und Landschaft lesen.
Wir werfen den ersten Blick auf die Berge der Isla, wandern weiter und nach einer Pause an einer kleinen Lagune geht´s über den steinigen Pass. Wie auch schon auf dem Torres del Paine Circuit ein paar Tage zuvor, haben wir auch hier wieder kein Glück mit dem Wetter bei der Passüberquerung. Es ziehen Wind und Wolken auf. Die haben es also doch noch über den Beagle Kanal rüber geschafft. Es fängt an zu schneien; Kein Regen...wir werden also wie gesagt zumindest nicht nass. Durch diesen Wetterumschwung können wir jedoch nicht den im Wanderführer versprochenen Blick auf Kap Horn genießen. Ein paar Inseln am Horizont deuten sich an, durch die Wolken ist die Felsinselgruppe im Süden der Isla Navarino allerdings leider nicht auszumachen. Nach dem Pass wird die Wegfindung zunehmend schwieriger und als wir die Geröllfelder verlassen und uns weiteren Seen nähern sehr matschig. Die Füße werden das erste mal komplett nass und sollten diesen Zustand bis auf die nächtlichen Pausen im Quilt/Schlafsack die nächsten Wandertage auch nicht mehr verlassen. Zwischendurch klart es auf, das Wetter bleibt aber sehr wechselhaft.
Gegen Abend treffen wir den ersten anderen Wanderer hier und kommen ins Gespräch. Christobal, schließt sich uns bis zum Schlafplatz an. Er ist alleine unterwegs, scheint schlecht vorbereitet und erzählt, er habe keine Karte. Daher versucht er von Steinhäufchen zu Steinhäufchen zu laufen. Findet er ein Steinhäufchen nicht, läuft er zum letzten zurück und beginnt seine Suche von vorne. Das hört sich nach einer sehr langsamen und bei den zu erwartenden Bedingungen auch nicht ungefährlichen Aktion an.
In der Nähe des Snoopie 17 finden wir für sein und unser Zelt einen trockenen und flachen Platz. Es ist 19:30 und wir sind 1 ¾ Wanderführer-Tagesetappen gelaufen. J. ist ziemlich kaputt und friert durch die Erschöpfung. Nachdem das Zelt windgeschützt aufgebaut und fest verankert ist, gibt es Pilzrisotto. Das gibt Energie und macht warm. Der Ausblick auf die Berge und die Lagune ist wunderschön. Ich merke, dass ich auch kaputt bin und wir verkriechen uns in die warmen Daunen. Gute Nacht.
2. Tag. Laguna de los Dientes - Laguna los Guanacos
Die Nacht war kalt und es hat einige Zentimeter geschneit. Die Temperatur liegt am Morgen um die 0°C. Wenn wir in zwei Tagen in Puerto Williams ankommen, wird uns ein Einwohner erzählen, dass dieses Jahr der Schnee ungewöhnlich früh fällt. Jetzt im Moment erfahren wir die Auswirkungen dessen. Wir essen ein paar Müsliriegel im Quilt und packen schnell ein. Je schneller wir loslaufen, desto schneller wird es richtig warm werden. Christobal ist noch in seinem Zelt und frühstückt. Ich frage ihn, wie die Nacht war. Er meint ebenfalls, es wäre kälter als gedacht gewesen, aber gut. Bevor wir Christobal verlassen, gebe ich ihm unseren Backup Ausdruck der Karte. Wir machen uns auf den Weg und ich hoffe, dass er damit wieder gut aus der Wildnis herausfindet und eine schöne Tour hat.
Die Wegfindung ist durch den frischen Schnee zwischendurch noch etwas konzentrationsfördernder als den Tag zuvor. Der Pfad, sowieso kaum existent, ist schlecht zu erkennen. Wir sind die ersten, die frische Fußstapfen in den Schnee setzen.
Nach einiger Zeit treffen wir eine vierer Gruppe, die eine Lagune später übernachtet hat, lassen sie jedoch schnell hinter uns. Viele andere Wanderer begegnen einem auf dieser Tour nicht, wie wir am Ende feststellen. Der Weg geht auf und ab und wenn man nicht auf Geröllfeldern läuft, ist der Weg durch den wieder schmelzenden Schnee ziemlich matschig. Dafür entlohnt uns der Ausblick und die Natur. Auch zwei Biber lassen sich sehen. So schön der Anblick ist, während die beiden durchs Wasser gleiten und dann in der Biberburg verschwinden, so erinnert es doch daran, wie sehr die Natur der Isla unter ihnen zu leiden hat. Die Biber wurden vor Jahrzenten ausgesetzt um sie jagen zu können und der Mensch so ohne Nachdenken in ein funktionierendes Ökosystem eingegriffen. Ohne natürliche Feinde und unter perfekten Umweltbedingungen entwickelten sie sich jedoch schnell zur Plage, was man nicht zuletzt an den vielen Toten Bäumen um die Seen sieht. Es erinnert teilweise an die Waldbrand-Gebiete, durch die wir im Torres del Paine gewandert sind...nur hier waren Tiere und keine Flammen am Werk.
Insgesamt ist dieser Morgen jedoch einer der schönsten, die ich bisher auf meinen Wanderungen erleben durfte. Die Berge sehen teilweise aus wie Puderzuckerhaufen und die Umgebung ist atemberaubend. Ein Farbenspektakel. Es mischt sich das noch übrige Sommergrün mit den ersten Herbstfarben und ein paar frischen Sprenkeln Schnee. Immer wieder wechselt der Untergrund zwischen Matsch, Steinwüste und steilen Geröllfeldern; wir sind froh um unsere Trekkingstöcke. Besonders an Passüberquerungen zieht der Wind stark, aber der Ausblick ist wunderschön. Seen, Berge, das Meer. Zum Glück hält sich das Wetter einigermaßen, es schneit nicht weiter und oft genug erhascht man einen Sonnenstrahl.
Der letzte Abstieg zum Camp ist sehr steil, wir rutschen das Geröllfeld eher runter, als zu gehen und sind froh unten heile anzukommen. Kurz vor dem angepeilten Schlafplatz gibt es dann noch einmal sehr matschige und nasse Füße. Bei meinen bisherigen Touren waren Trailrunner ohne Membran kein Problem, nasse Füße sind immer wieder durchs Laufen warm geworden. Auf der Isla sind die Bedingungen jedoch sehr an der Grenze für diese Schuhe und die Füße darin. Durch Matsch und den dauernd pfeifenden Wind sind sie nicht nur nass, sondern werden den ganzen Tag nicht richtig warm. Da helfen auch keine Neoprensocken. Die warmen Daunen warten jedoch nur darauf, sich dessen anzunehmen...
Wir Zelten nach ca. 2 ¼ Tagesetappen bei Snoopie 35 und haben eine perfekte Aussicht auf Lagune, Pass und Beagle Kanal. Jetzt eine leckere Suppe mit Extraportion Nudeln und dann ab in die Federn. Es ist nicht ganz so kühl wie gestern. Das wird eine schöne Nacht.
3. Tag. Laguna los Guanacos - Beagle Kanal/ Puerto Williams
Früh morgens regnet und windet es. Die Temperatur ist bei ca. 5°C und der über Nacht gekommene Regen hört noch vor dem Aufstehen auf. Frühstücksriegel gibt’s wieder im Schlafsack, dann Aufstehen, zusammenpacken und die matschig nasskalten Socken warmlaufen. Ich erkenne wieder an: Trailrunner ohne Membran sind für diese Umgebung (nass, kalt, matschig und keine Aussicht die Schuhe zu trocknen oder trocken und wärmer laufen zu können) nicht die beste Wahl. Zumindest für mich. Eine bessere fällt mir aber auch nicht wirklich ein.
Wir haben nur noch eine Tagesetappe vor uns, bevor uns ein gemütliches Hostel mit Holzofen im Gemeinschaftsraum erwartet. Und eine Dusche! Der Abstieg geht weiterhin durch Matsch. Nur ab und zu fester Boden. Es ist bewölkt, aber die Sonne lässt sich hin und wieder blicken. Wir treffen eine Lagune weiter unten einen anderen Wanderer, Herbert. Er hat so früh nicht mit anderen Wanderern gerechnet und die letzten beiden Tage niemanden sonst getroffen. Ein netter Kerl und wir wandern zu dritt das restliche Stück weiter. Je näher wir der Straße nach Puerto Williams kommen, desto schwieriger ist erstaunlicherweise die Wegfindung. Eigentlich geht es nur bergab und die Straße konnte man schon erblicken. Wie immer belohnt einen die Aussicht hier jedoch im Ausgleich. Gegen Ende verlieren wir den „Trail“ sogar komplett und verlaufen uns tatsächlich noch ein kleines bisschen... Der unschönste Teil der Wanderung ist dieser daraus resultierende Abstieg durch matschige Kuh-Wiesen und Wäldchen zur Straße am Beagle Kanal. Zwischenzeitlich haben wir das Gefühl die Kühe würden uns verfolgen. Wir entkommen, und erreichen die Straße. Ein paar Kilometer wandern wir daran entlang, bevor wir von ein paar Chilenen mit Auto Richtung Puerto Williams mitgenommen werden. Eine wunderschöne Tour geht zu Ende.
Die nächsten Tage entspannen wir in Puerto Williams. Ein beschaulicher Ort zwischen Bergen und Beagle Kanal. Ein paar Häuser und Minimärkte, eine Polizeistation (wichtig: vor der Tour anmelden, nach der Tour abmelden), ein Museum, Arzt, viele Kasernen, Hafen und ein kleiner Flugplatz. Die Hälfte der Einwohner sind von der Chilenischen Navy, die wohl u.a. für die Gewässer um Kap Horn zuständig sind. Einen Tag nach Ende unserer Tour schneit es ordentlich in den höher gelegenen Bergen. Wir sind froh die Tour schon geschafft zu haben und nicht in die Wetterlage hinein geraten zu sein. Stattdessen genießen wir in einem kleinen Café warmen Tee und Kuchen mit Blick auf Beagle Kanal und Argentinien. Für mich eines der schönsten Städtchen unserer Reise in Südamerika.
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Etwas zur Organisation der Tour:
Hin und zurück sind wir über Punta Arenas mit dem Flugzeug. Das hat gut geklappt, wenn der Rückflug auch in einer Sardinenbüchse sehr wackelig und luftig war, aber das ist eine andere Geschichte. Die ist etwas fürs Lagerfeuer bei einem Treffen/ auf Tour . Die Flugtickets hatten wir ca. 2-3 Wochen vorher in Punta Arenas im Büro der Fluggesellschaft DAP gekauft. Es ist jedoch auch möglich über Argentinien/ Ushuaia per Boot anzureisen. Je nachdem, wo man vorher war bzw. anschließend hin möchte, macht entweder Punta Arenas oder Ushuaia Sinn. In Punta Arenas hatten wir versucht die erwähnte Wander-Bruschüre zu bekommen. Leider hatte auch das Regierungsbüro (Bienes Nacionales), welches in den Reiseführern als Anlaufstelle für diese Broschüre genannt wird, keine Exemplare mehr. Man sollte für den Fall der Fälle, dass man keine Karte mehr bekommt, eine PDF Version oder einen Ausdruck zur Verfügung haben. Vielleicht sind die Broschüren aber mittlerweile auch wieder zu bekommen. Die Broschüre lässt sich mit etwas Suche auch im Internet finden, hier ein Link: http://letempsdunvoyage.fr/joomla/images/stories/documents/dientes%20de%20navarino.pdf
Etwas Essen kann man in den Minimärkten auf der Isla kaufen. Es lohnt sich aufgrund der größeren Auswahl jedoch, schon in den Supermärkten Punta Arenas einzukaufen und das Trekking-Essen mit auf die Isla zu bringen.
Auf der Isla gibt es viel zu entdecken und man kann sehr gut entspannen. Ein paar Tage kann ich neben den Tagen, die man für die Tour einplant, also sehr empfehlen.
Bilder:
Sind alles Links zu Flickr. Dort kann man sie sich in vernünftiger Auflösung anschauen. Wem die Fotos gefallen und mehr sehen möchte; Hier ein allgemeiner Link zu meinen Alben: https://www.flickr.com/photos/90568600@N03/sets/
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Willi reagierte auf cafeconleche in Impressionen von TourenUnd noch zwei;
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Willi reagierte auf cafeconleche in Impressionen von TourenVier Tage mit Mitforisten durch den Pfälzer Wald… für mich eine absolute Neuentdeckung. Nicht die Mitforisten; wir kannten uns schon, sondern der Pfälzer Wald! Richtig schön ist es dort! Und das Wetter: allererste Sahne!
Der allseits geschätzte Kollege @noodles hat eine vorzügliche Route von Ramsen nach Neustadt geplant, Übernachtungsplätze gebucht und gastliche Stätten herausgesucht.
Die Kollegen@doman, @Omorotschka, @bieber1 und ein weiterer waren wunderbare Wandersgenossen, mit Vogelstimmen-App, Schleifenbinde-Workshop, legalem (!) Lagerfeuer inlusive Sägearbeiten, Germanistikvorlesung, Burgbesichtigungen und viiiiel gutem und gehaltvollem Essen.
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Willi reagierte auf BitPoet in Impressionen von TourenGestern, Schneibstein am Königssee. Kaiserwetter und alter Schnee.
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Willi reagierte auf Kay in Impressionen von Touren2,5 Tage / 78 km in den Vogesen von Saverne nach Niederbronn (15. - 17.4.2024; GR 53 mit einem Schlenker)
Zur Abwechslung zeigen sich mir die Vogesen diesmal von der sonnigen Seite. Wenn auch sehr windig. Um kurz nach 13 Uhr starte ich ab Saverne Bahnhof. Nach kurzer Zeit erreichte ich die Wälder der Vogesen und der Stress der letzten Tage und unfreiwillig kurzen Nächten ist bald vergessen. Ein kleines Highlight sind die eifrigen Mistkäfer, die zahlreich entlang des Weges zu beobachten sind. Die sehe ich bei uns sehr selten und höchstens einzeln.
DerDer
Der Wind frischt nun deutlich auf. Beim Überqueren einer Autobahnbrücke befördert mich eine Böe vom Gehsteig auf die Straße. Glücklicherweise ist sehr wenig Verkehr. Ich passiere Graufthal und schaue mir dort die Felsenhäuser an und fülle am Dorfbrunnen 4 Liter Wasser für die Übernachtung ab. Im Laufe der nächsten Stunden kommt die angekündigte Schlechtwetterfront näher, aus den einzelnen Windböen wird ein veritabler Sturm. Ich fühle mich im Wald nicht mehr wohl. Ich versuche eine wetterabgewandte Stelle zum Übernachten finden, aber auch auf der anderen Seite des Berges hat sich der Wald in einen Hexenkessel verwandelt. Die Baumwipfel drehen sich wild im Kreis und als ich den ersten unterarmdicken abgebrochene Ast auf dem Weg sah, entledigte ich mich meiner 4 Liter Wasserballast, nahm die Beine in die Hände und machte mich auf zum nächsten Ort La Petit Pierre um in einem Hotel Unterschlupf zu finden. Unfreiwilliges Fastpacking mit Wintergear. 🥵
Am nächsten Morgen regnete es bei 3 Grad, angereichert mit einem beißenden Wind. Ich war jetzt doch sehr froh über meine Winterausrüstung. Am Ochsenfelsen fand ich für ein zweites Frühstück Unterschlupf und in Wimmenau gibt es Trail Magic: Wasser, Sitzgelegenheiten und einen Shelter. Kurz vor der Burg Lichtenberg wechselte der Dauerregen zu vorbildlichen Aprilwetter mit abwechselnd Schauern und blauen Himmel.
Oben auf der Burg entschied ich mich aus verschiedenen Gründen eine weitere Nacht in einem Hotel zu verbringen. Und tröstete mich für mein gefühltes "Versagen" damit, dass die Tour durch das Gewicht der Winterausrüstung immerhin einen Trainingseffekt hat. "Versagen" ist natürlich ein totaler Quatsch in diesem Kontext. Manchmal ist man sich eben selbst nicht der beste Freund und geht sehr hart ins Gericht mit sich selber. Ich fühlte mich sehr schlecht mit dieser "bequemen" Entscheidung und habe ein paar Stunden Wandern gebraucht um das aufzuarbeiten. Ich wollte das hier erwähnen, da für mich dieses "mental game" zur Tour gehört. Es ist eben nicht so, dass man all den Ballast der Vorwochen bei den ersten Schritten einer Wanderung automagically los wird. Man trägt den leider etwas mit und im Nachhinein bin ich zufrieden, wie ich die Situation bewältigt habe.
Am nächsten Tag startete ich etwas später um eine Regenfront durchziehen zu lassen. Der Plan ging auf, bis auf etwas Niesel, bzw. Schnee in der Luft über 500 Höhenmeter war der Tag erfreulich trocken, wenn auch weiterhin von einem bitterkalten Wind begleitet. Es war teilweise so kalt, dass ich bergauf anhalten musste um mir eine Lage von Liods besten Polypropylen unterzuziehen.
Der Tag begann mit einem (Rück-) Blick auf die Burg Lichtenberg, enthielt sonnige Rastplätze, endlich wieder die von mir geliebten Burgruinen und endete mit einem schönen Ausblick oberhalb Niederbronns in Richtung Karlsruhe. Nach einige Zeit rissen die Wolken etwas auf und ich konnte schneebedeckte Schwarzwaldhöhen durch mein Monokular sehen. Wunderbar! Irgendwann wurde mir mein Hintern auf den Steinbänken zu kalt und ich galoppierte hinunter in die Rheinebene. Dort herrschte T-Shirt und Shortswetter. Gefühlt habe ich mich auf keiner Tour so oft tagsüber umgezogen, weil es mit Ärmel- / Hosenbeine auf/runterkrempeln nicht getan war. 😃
Von Niederbronn ging es dann per Zug nach Hause. Jetzt habe ich die ersten 6 Etappen des GR 53 erwandert. Absolut empfehlenswert! Ich freue mich schon auf meine nächste Vogesentour. Vielleicht kann ich mir im Herbst etwas länger Zeit nehmen.
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Willi reagierte auf Jones in Impressionen von TourenAndalusien vorn paar Tagen...
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Willi reagierte auf DaNilz in Impressionen von Tourenich bin vor ein paar Wochen wieder auf dem Sentiero della Pace unterwegs gewesen. Dieses Mal haben wir - angesichts der Jahreszeit - die große Schleife von Nago über den Monte Altissimo bis an den Nördlichen Gardasee, dann wieder hoch über Mori und den Monte Biena bis nach Rovereto gemacht.
Insgesamt recht entspannte 4100hm über 4 Tage, bei etwas über 70km. Wir haben die erste Nacht in der Hütte auf dem Monte Altissimo übernachten und ansonsten draußen.
Hier der Link zur Tour: https://www.komoot.com/de-de/collection/2646614/-sdp-4-nago-bis-rovereto
War eine tolle Tour, auch wenn sie uns schon fast zu zivilisationsnah war. Im September gehe ich die Ortler-Etappe an. Freue mich schon drauf.
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Willi reagierte auf realholgi in Impressionen von TourenBin über den 1. Mai den HexaTrek/GR53 im Elsass von Weissenbourg bis Saverne gegangen.
Ein sehr schöner Trail, super markiert; es gibt immer am Wegesrand etwas Leckeres.
Camping ist problemlos möglich:
Sehr abwechslungsreich und mit vielen Burgen und anderen Attraktionen:
Bald geht's weiter und ich freue mich darauf!
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Willi reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenFormen und Farben in Schnee und Eis haben mich endlos fasziniert ...
... und wir durften auch das ein oder andere Himmelsspektakel bewundern:
Rundum, ein Träumchen! Die nächste große Tour geht trotzdem wieder in den Herbst, ich lieb die Farben der Landschaft zu sehr – und auch wenn es schön ist, über Flüsse und Seen abzukürzen, habe ich sie visuell doch vermisst.
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Willi reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenAuch die Landschaften haben ohne Ende überzeugt! Die Fotografie hat ein wenig darunter gelitten, dass ich an Tempo und Spur der Gruppe gebunden war – aber wenn es einfach überall was zu fotografieren gibt, klappt das vom Wegesrand aus ganz gut
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Willi reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenKungsleden im Schnee: Im März war ich auf einer STF-geführten Skitour von Abisko bis Nikkaluokta. Das erste Mal richtig im Winter unterwegs, daher mit Hütten und Guides. Eine liebe Gruppe, erste Erfahrungen mit Sturm und Whiteout, ganz viel tolles Wetter, Abfahrten und Schwünge üben während die anderen Pause machen, überall Weiß, faszinierende Formen im Schnee, und und und, toll toll toll!
Ein paar Impressionen rund um die Reise. Und wie zu sehen: Mein selbstgebauter Rucki hat tolle Dienste geleistet und ich hatte meinen Spaß!
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Willi reagierte auf Schwarzwaldine in Impressionen von TourenDrei Tage Bikepacking im Nordschwarzwald,drei badisch-württembergische Flusstäler im Frühling: Kinzig, Nagold und Pfinz. Wunderschöne Fachwerkstädtchen und tolle Wege, insbesondere der Nagoldradweg und der Höhenweg Mitte sind eine echte Entdeckung. Geschlafen haben wir in Hotel (Freudenstadt) und Pension (Bad Liebenzell), UL waren aber die Klamotten (teilweise auch myog) und das Barista-Set.
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Willi reagierte auf Steintanz in Impressionen von TourenTagestouren im Parc national des Calanques, zw. Marseille und La Ciotat, April 2024
(Karte, enthält das Wegenetz in der dort verwendeten Farbkodierung der Einzelwege)
Bucht Sormiou:
Bucht Morgiou:
Bucht de Sugiton:
Westlich von Cassis:
Bucht d'En-Vau:
Pont naturel de Terrevaine:
Cassis:
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Willi reagierte auf pazul in Impressionen von TourenWir sind ebenfalls den Fishermen's Trail gelaufen. Von Porto Coco bis Carrapateira waren wir 7 Tage unterwegs. Da meine Frau schwanger ist und wir bis Ostern ab Nachmittag immer Regen hatten, sind wir nur kurze Etappen zwischen 12 und 22km gelaufen und haben uns für die ersten Nächte Unterkünfte gebucht. Ab Ostermontag wurde das Wetter aber beständiger und wir konnten noch unser neues X-Mid ausprobieren.
Wir hatten kein Kochset mitgenommen und das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, da man jeden Tag an tollen Restaurants und Cafés vorbeikommt. Gaiters und Stöcke haben sich bewährt.
Insgesamt ist der Weg wunderschön und selbst bei regnerischem Wetter lohnend, auch wenn man sich nasse Füße holt. An den stürmischen Tagen war das Meer dann umso imposanter.
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Willi reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenIm Februar sind wir den Fishermen's Trail von Porto Covo bis Odeceixe gelaufen. Ein Traum. Temperaturen von 15 bis sogar 20 Grad, manchmal Sonne, immer ein bisschen Wind ... und das im Winter. Haben uns bisschen verliebt in den Weg!
... diese schönen Erinnerungsstücke hat uns ein eine fünfminütige Wanderbekanntschaft zum Abschluss des Weges geschenkt. Das gab richtige Camino-Gefühle.
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Willi reagierte auf Capere in Impressionen von TourenEin paar Impressionen vom EBC-Trek + Kala Patthar:
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Willi reagierte auf dermuthige in MYOG | 60L Klon eines AtomPacks Mo | 754gLiebes Forum!
Zwei Gründe haben mich praktisch verpflichtet, einen neuen Rucksack zu nähen:
Da ich meinen selbstgenähten 40L-Rucksack so viel lieber mag als meinen AtomPacks Mo 50L, neige ich dazu, ihn zu überladen – obwohl ich ihn eher für leichtere Gewichte konzipiert hatte. In Kombination mit meiner vor die Brust geschnallten Kameratasche drücken die zu schmalen Schultergurte dann zu sehr auf. Die logische Konsequenz: Ein neuer Rucksack! Ich starte nächste Woche auf meine erste richtige Wintertour (Kungsleden, geführt, Hütte zu Hütte, keine Pulka). Um sowohl Schlafsack als auch Daunenjacke möglichst wenig zu komprimieren, dachte ich mir, wär ein größerer Rucksack ja eh nicht schlecht. Daher sollte der neue Rucksack noch etwas mehr Volumen haben als der Mo 50L. Die Anforderungen an den Rucksack:
Größer und leichter als der AtomPacks Mo 50L Möglichst wasserdichte Konstruktion (als Herausforderung an meine Nähkünste) Komplettes Set an Außentaschen: Für mich heißt es "Accessibility is key!" Ästhetik: Ich bin Fan der AtomPacks-Optik, insbesondere in ganz schwarz und reduziert Nachdem ich mich mit wasserdichten Konstruktionstechniken befasst habe und meine Bestellung von Extremtextil eingetroffen war, ging es in die Nähstube. Ich glaube, ich hab drei Tage lang kein Tageslicht gesehen. Dafür lässt sich das Ergebnis sehen: Ich würde sagen, die Qualität kommt dem AtomPacks Mo gleich – wenn sie ihn nicht sogar übertrifft!
Das zeichnet den neuen Rucksack aus:
Grober Klon meines AtomPacks Mo 50L + 10 cm Rolltop-Extension Hauptsächlich aus Ultra 200 X und Ultra Stretch 6 Stretch-Taschen: 1 x vorne, 2 x seitlich, 1 x unten, 2 x an den Schultergurten Abnehmbarer Hüftgurt mit integrierten Taschen im Stil des Durston Kakwa Integrierter Frame (der vom Mo 50) Load-Lifter, Brustgurt, Rolltop-Kompressionsriemen sowie seitliche Stretch-Kordel-Kompression Wasserdichte Konstruktion: Bis auf den Boden habe ich im Korpus überall Kappnähte verwendet, die ich zusätzlich noch tapen werde. Beim Boden habe ich die Nahtzugabe ähnlich der Kappnaht umgeschlagen, jedoch nur in sich vernäht und dann an den Boden getaped. Ich wollte vermeiden, durch die untere Tasche zu nähen. Jede Naht ist mindestens 2 x genäht und wird zusätzlich geklebt werden (Lieferung ausstehend) Ich bin absolut zufrieden. Auch meine Sorgen sind verworfen: Ersten Tests nach klappt die Lastenübertragung durch den Frame auf den Hüftgurt sehr gut. Die Hüftgurttaschen lassen sich einhändig super öffnen. Die seitlichen Stretch-Taschen sind geräumig genug und mit der Hand erreichbar. Die Schultergurte sind angenehm breit.
Und das wichtigste zum Schluss: 754 g!
Ein paar Zerquetschte kommen noch fürs Tapen obendrauf. Damit ist er aber > 100 g leichter als der Mo 50L – und das bei mehr Volumen und Features dank des Ultra 200.
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Willi reagierte auf cafeconleche in Circuito Dientes de Navarino – Wandern am Ende der WeltWahnsinn, dass ich deinen Bericht erst jetzt entdecke... ich war Weihnachten 2019 dort. Ich häng noch drei Bildchen mit Ergebnissen der Biberaktivitäten ran:
Ein ganzes, von Bibern umgestaltetes Tal
einer von vielen Dämmen
und eine Burg, nee, ein Windschutz. Viele der dafür verwendeten Stämme sind vom Biber bearbeitet.
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Willi hat eine Reaktion von Fabian. erhalten in Circuito Dientes de Navarino – Wandern am Ende der WeltCircuito Dientes de Navarino / Dientes Circuit – Wandern am Ende der Welt
[März 2014]
"Wenn's so bleibt ist's gut." Sagt J. zu mir, als wir in Puerto Williams loslaufen. Sie meint damit das blauerhimmel Wetter und wahrscheinlich auch ihre trockenen und warmen Füße. Das Wetter wird den Großteil der Tour einigermaßen halten und zumindest Regen wird uns während des Trekkings erspart bleiben. Wir werden nicht von oben nass... Aber trockene Füße und eine warme Sonne, die einem auf den Pelz scheint, die werden uns auf dem Dientes Circuit auch nicht wirklich begleiten... Die Tour ist in den meisten Wanderführern mit fünf Tagen angesetzt, wir planen vier ein, sind etwas schneller und laufen drei Tage. Waren wohl noch im Wandermodus von dem vor ein paar Tagen abgeschlossenen Torres del Paine Circuit. Aber, los geht´s, uns erwartet eine der schönsten Wandertouren, die ich bis jetzt erleben konnte.
1. Tag. Puerto Williams - Laguna de los Dientes
Vor ein paar Minuten erst sind wir mit dem Flugzeug aus Punta Arenas gelandet und haben große Lust loszulaufen. Der Überflug von Patagonien nach Feuerland hat uns aus der Ferne die atemberaubende Landschaft näher gebracht, von der wir nun einen kleinen Teil näher erleben dürfen. Wie die noch folgenden Tage, ist auch der erste ein langer. Nachdem wir uns auf der Polizeistation abgemeldet haben und im Minimarkt das letzte noch fehlende Bisschen Verpflegung eingekauft haben, verlassen wir das beschauliche Puerto Williams und laufen los. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und es ist windig. Die Wolken werden aber früh genug kommen...noch verharren sie drüben über Argentinien.
Die Wegfindung ist zu Beginn relativ leicht. Es gibt allerdings kaum gutes Kartenmaterial und wir nutzen eine Mischung aus kopierter Karte und der offiziellen Dientes de Navarino Broschüre des Ministerio Bienes Nacionales als PDF auf dem Smartphone. Sobald man die „Stadt“ verlässt, ist der Weg durch Markierungen gut zu finden, da der erste Anstieg auf den Cerro Bandera eine beliebte Tageswanderung für nicht-Trekking-Touristen auf der Isla ist. Sobald man jedoch diesen Hügel hinter sich lässt, wird die Wegfindung etwas schwieriger und bedarf Aufmerksamkeit und Blicke in die Broschüre, um von einem Steinhäufchen oder Snoopie zum nächsten zu finden. Snoopies sind die in der Brochüre gekennzeichneten und in der Realität durch nummerierte Holzpfähle aufzufindenden Wegpunkte. Durch sie lässt sich sehr einfach feststellen, wo man sich befindet. Nur finden muss man sie; und dafür braucht man dann doch wenigstens minimale Kenntnisse im Karte und Landschaft lesen.
Wir werfen den ersten Blick auf die Berge der Isla, wandern weiter und nach einer Pause an einer kleinen Lagune geht´s über den steinigen Pass. Wie auch schon auf dem Torres del Paine Circuit ein paar Tage zuvor, haben wir auch hier wieder kein Glück mit dem Wetter bei der Passüberquerung. Es ziehen Wind und Wolken auf. Die haben es also doch noch über den Beagle Kanal rüber geschafft. Es fängt an zu schneien; Kein Regen...wir werden also wie gesagt zumindest nicht nass. Durch diesen Wetterumschwung können wir jedoch nicht den im Wanderführer versprochenen Blick auf Kap Horn genießen. Ein paar Inseln am Horizont deuten sich an, durch die Wolken ist die Felsinselgruppe im Süden der Isla Navarino allerdings leider nicht auszumachen. Nach dem Pass wird die Wegfindung zunehmend schwieriger und als wir die Geröllfelder verlassen und uns weiteren Seen nähern sehr matschig. Die Füße werden das erste mal komplett nass und sollten diesen Zustand bis auf die nächtlichen Pausen im Quilt/Schlafsack die nächsten Wandertage auch nicht mehr verlassen. Zwischendurch klart es auf, das Wetter bleibt aber sehr wechselhaft.
Gegen Abend treffen wir den ersten anderen Wanderer hier und kommen ins Gespräch. Christobal, schließt sich uns bis zum Schlafplatz an. Er ist alleine unterwegs, scheint schlecht vorbereitet und erzählt, er habe keine Karte. Daher versucht er von Steinhäufchen zu Steinhäufchen zu laufen. Findet er ein Steinhäufchen nicht, läuft er zum letzten zurück und beginnt seine Suche von vorne. Das hört sich nach einer sehr langsamen und bei den zu erwartenden Bedingungen auch nicht ungefährlichen Aktion an.
In der Nähe des Snoopie 17 finden wir für sein und unser Zelt einen trockenen und flachen Platz. Es ist 19:30 und wir sind 1 ¾ Wanderführer-Tagesetappen gelaufen. J. ist ziemlich kaputt und friert durch die Erschöpfung. Nachdem das Zelt windgeschützt aufgebaut und fest verankert ist, gibt es Pilzrisotto. Das gibt Energie und macht warm. Der Ausblick auf die Berge und die Lagune ist wunderschön. Ich merke, dass ich auch kaputt bin und wir verkriechen uns in die warmen Daunen. Gute Nacht.
2. Tag. Laguna de los Dientes - Laguna los Guanacos
Die Nacht war kalt und es hat einige Zentimeter geschneit. Die Temperatur liegt am Morgen um die 0°C. Wenn wir in zwei Tagen in Puerto Williams ankommen, wird uns ein Einwohner erzählen, dass dieses Jahr der Schnee ungewöhnlich früh fällt. Jetzt im Moment erfahren wir die Auswirkungen dessen. Wir essen ein paar Müsliriegel im Quilt und packen schnell ein. Je schneller wir loslaufen, desto schneller wird es richtig warm werden. Christobal ist noch in seinem Zelt und frühstückt. Ich frage ihn, wie die Nacht war. Er meint ebenfalls, es wäre kälter als gedacht gewesen, aber gut. Bevor wir Christobal verlassen, gebe ich ihm unseren Backup Ausdruck der Karte. Wir machen uns auf den Weg und ich hoffe, dass er damit wieder gut aus der Wildnis herausfindet und eine schöne Tour hat.
Die Wegfindung ist durch den frischen Schnee zwischendurch noch etwas konzentrationsfördernder als den Tag zuvor. Der Pfad, sowieso kaum existent, ist schlecht zu erkennen. Wir sind die ersten, die frische Fußstapfen in den Schnee setzen.
Nach einiger Zeit treffen wir eine vierer Gruppe, die eine Lagune später übernachtet hat, lassen sie jedoch schnell hinter uns. Viele andere Wanderer begegnen einem auf dieser Tour nicht, wie wir am Ende feststellen. Der Weg geht auf und ab und wenn man nicht auf Geröllfeldern läuft, ist der Weg durch den wieder schmelzenden Schnee ziemlich matschig. Dafür entlohnt uns der Ausblick und die Natur. Auch zwei Biber lassen sich sehen. So schön der Anblick ist, während die beiden durchs Wasser gleiten und dann in der Biberburg verschwinden, so erinnert es doch daran, wie sehr die Natur der Isla unter ihnen zu leiden hat. Die Biber wurden vor Jahrzenten ausgesetzt um sie jagen zu können und der Mensch so ohne Nachdenken in ein funktionierendes Ökosystem eingegriffen. Ohne natürliche Feinde und unter perfekten Umweltbedingungen entwickelten sie sich jedoch schnell zur Plage, was man nicht zuletzt an den vielen Toten Bäumen um die Seen sieht. Es erinnert teilweise an die Waldbrand-Gebiete, durch die wir im Torres del Paine gewandert sind...nur hier waren Tiere und keine Flammen am Werk.
Insgesamt ist dieser Morgen jedoch einer der schönsten, die ich bisher auf meinen Wanderungen erleben durfte. Die Berge sehen teilweise aus wie Puderzuckerhaufen und die Umgebung ist atemberaubend. Ein Farbenspektakel. Es mischt sich das noch übrige Sommergrün mit den ersten Herbstfarben und ein paar frischen Sprenkeln Schnee. Immer wieder wechselt der Untergrund zwischen Matsch, Steinwüste und steilen Geröllfeldern; wir sind froh um unsere Trekkingstöcke. Besonders an Passüberquerungen zieht der Wind stark, aber der Ausblick ist wunderschön. Seen, Berge, das Meer. Zum Glück hält sich das Wetter einigermaßen, es schneit nicht weiter und oft genug erhascht man einen Sonnenstrahl.
Der letzte Abstieg zum Camp ist sehr steil, wir rutschen das Geröllfeld eher runter, als zu gehen und sind froh unten heile anzukommen. Kurz vor dem angepeilten Schlafplatz gibt es dann noch einmal sehr matschige und nasse Füße. Bei meinen bisherigen Touren waren Trailrunner ohne Membran kein Problem, nasse Füße sind immer wieder durchs Laufen warm geworden. Auf der Isla sind die Bedingungen jedoch sehr an der Grenze für diese Schuhe und die Füße darin. Durch Matsch und den dauernd pfeifenden Wind sind sie nicht nur nass, sondern werden den ganzen Tag nicht richtig warm. Da helfen auch keine Neoprensocken. Die warmen Daunen warten jedoch nur darauf, sich dessen anzunehmen...
Wir Zelten nach ca. 2 ¼ Tagesetappen bei Snoopie 35 und haben eine perfekte Aussicht auf Lagune, Pass und Beagle Kanal. Jetzt eine leckere Suppe mit Extraportion Nudeln und dann ab in die Federn. Es ist nicht ganz so kühl wie gestern. Das wird eine schöne Nacht.
3. Tag. Laguna los Guanacos - Beagle Kanal/ Puerto Williams
Früh morgens regnet und windet es. Die Temperatur ist bei ca. 5°C und der über Nacht gekommene Regen hört noch vor dem Aufstehen auf. Frühstücksriegel gibt’s wieder im Schlafsack, dann Aufstehen, zusammenpacken und die matschig nasskalten Socken warmlaufen. Ich erkenne wieder an: Trailrunner ohne Membran sind für diese Umgebung (nass, kalt, matschig und keine Aussicht die Schuhe zu trocknen oder trocken und wärmer laufen zu können) nicht die beste Wahl. Zumindest für mich. Eine bessere fällt mir aber auch nicht wirklich ein.
Wir haben nur noch eine Tagesetappe vor uns, bevor uns ein gemütliches Hostel mit Holzofen im Gemeinschaftsraum erwartet. Und eine Dusche! Der Abstieg geht weiterhin durch Matsch. Nur ab und zu fester Boden. Es ist bewölkt, aber die Sonne lässt sich hin und wieder blicken. Wir treffen eine Lagune weiter unten einen anderen Wanderer, Herbert. Er hat so früh nicht mit anderen Wanderern gerechnet und die letzten beiden Tage niemanden sonst getroffen. Ein netter Kerl und wir wandern zu dritt das restliche Stück weiter. Je näher wir der Straße nach Puerto Williams kommen, desto schwieriger ist erstaunlicherweise die Wegfindung. Eigentlich geht es nur bergab und die Straße konnte man schon erblicken. Wie immer belohnt einen die Aussicht hier jedoch im Ausgleich. Gegen Ende verlieren wir den „Trail“ sogar komplett und verlaufen uns tatsächlich noch ein kleines bisschen... Der unschönste Teil der Wanderung ist dieser daraus resultierende Abstieg durch matschige Kuh-Wiesen und Wäldchen zur Straße am Beagle Kanal. Zwischenzeitlich haben wir das Gefühl die Kühe würden uns verfolgen. Wir entkommen, und erreichen die Straße. Ein paar Kilometer wandern wir daran entlang, bevor wir von ein paar Chilenen mit Auto Richtung Puerto Williams mitgenommen werden. Eine wunderschöne Tour geht zu Ende.
Die nächsten Tage entspannen wir in Puerto Williams. Ein beschaulicher Ort zwischen Bergen und Beagle Kanal. Ein paar Häuser und Minimärkte, eine Polizeistation (wichtig: vor der Tour anmelden, nach der Tour abmelden), ein Museum, Arzt, viele Kasernen, Hafen und ein kleiner Flugplatz. Die Hälfte der Einwohner sind von der Chilenischen Navy, die wohl u.a. für die Gewässer um Kap Horn zuständig sind. Einen Tag nach Ende unserer Tour schneit es ordentlich in den höher gelegenen Bergen. Wir sind froh die Tour schon geschafft zu haben und nicht in die Wetterlage hinein geraten zu sein. Stattdessen genießen wir in einem kleinen Café warmen Tee und Kuchen mit Blick auf Beagle Kanal und Argentinien. Für mich eines der schönsten Städtchen unserer Reise in Südamerika.
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Etwas zur Organisation der Tour:
Hin und zurück sind wir über Punta Arenas mit dem Flugzeug. Das hat gut geklappt, wenn der Rückflug auch in einer Sardinenbüchse sehr wackelig und luftig war, aber das ist eine andere Geschichte. Die ist etwas fürs Lagerfeuer bei einem Treffen/ auf Tour . Die Flugtickets hatten wir ca. 2-3 Wochen vorher in Punta Arenas im Büro der Fluggesellschaft DAP gekauft. Es ist jedoch auch möglich über Argentinien/ Ushuaia per Boot anzureisen. Je nachdem, wo man vorher war bzw. anschließend hin möchte, macht entweder Punta Arenas oder Ushuaia Sinn. In Punta Arenas hatten wir versucht die erwähnte Wander-Bruschüre zu bekommen. Leider hatte auch das Regierungsbüro (Bienes Nacionales), welches in den Reiseführern als Anlaufstelle für diese Broschüre genannt wird, keine Exemplare mehr. Man sollte für den Fall der Fälle, dass man keine Karte mehr bekommt, eine PDF Version oder einen Ausdruck zur Verfügung haben. Vielleicht sind die Broschüren aber mittlerweile auch wieder zu bekommen. Die Broschüre lässt sich mit etwas Suche auch im Internet finden, hier ein Link: http://letempsdunvoyage.fr/joomla/images/stories/documents/dientes%20de%20navarino.pdf
Etwas Essen kann man in den Minimärkten auf der Isla kaufen. Es lohnt sich aufgrund der größeren Auswahl jedoch, schon in den Supermärkten Punta Arenas einzukaufen und das Trekking-Essen mit auf die Isla zu bringen.
Auf der Isla gibt es viel zu entdecken und man kann sehr gut entspannen. Ein paar Tage kann ich neben den Tagen, die man für die Tour einplant, also sehr empfehlen.
Bilder:
Sind alles Links zu Flickr. Dort kann man sie sich in vernünftiger Auflösung anschauen. Wem die Fotos gefallen und mehr sehen möchte; Hier ein allgemeiner Link zu meinen Alben: https://www.flickr.com/photos/90568600@N03/sets/
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Willi hat eine Reaktion von cafeconleche erhalten in Circuito Dientes de Navarino – Wandern am Ende der WeltCircuito Dientes de Navarino / Dientes Circuit – Wandern am Ende der Welt
[März 2014]
"Wenn's so bleibt ist's gut." Sagt J. zu mir, als wir in Puerto Williams loslaufen. Sie meint damit das blauerhimmel Wetter und wahrscheinlich auch ihre trockenen und warmen Füße. Das Wetter wird den Großteil der Tour einigermaßen halten und zumindest Regen wird uns während des Trekkings erspart bleiben. Wir werden nicht von oben nass... Aber trockene Füße und eine warme Sonne, die einem auf den Pelz scheint, die werden uns auf dem Dientes Circuit auch nicht wirklich begleiten... Die Tour ist in den meisten Wanderführern mit fünf Tagen angesetzt, wir planen vier ein, sind etwas schneller und laufen drei Tage. Waren wohl noch im Wandermodus von dem vor ein paar Tagen abgeschlossenen Torres del Paine Circuit. Aber, los geht´s, uns erwartet eine der schönsten Wandertouren, die ich bis jetzt erleben konnte.
1. Tag. Puerto Williams - Laguna de los Dientes
Vor ein paar Minuten erst sind wir mit dem Flugzeug aus Punta Arenas gelandet und haben große Lust loszulaufen. Der Überflug von Patagonien nach Feuerland hat uns aus der Ferne die atemberaubende Landschaft näher gebracht, von der wir nun einen kleinen Teil näher erleben dürfen. Wie die noch folgenden Tage, ist auch der erste ein langer. Nachdem wir uns auf der Polizeistation abgemeldet haben und im Minimarkt das letzte noch fehlende Bisschen Verpflegung eingekauft haben, verlassen wir das beschauliche Puerto Williams und laufen los. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und es ist windig. Die Wolken werden aber früh genug kommen...noch verharren sie drüben über Argentinien.
Die Wegfindung ist zu Beginn relativ leicht. Es gibt allerdings kaum gutes Kartenmaterial und wir nutzen eine Mischung aus kopierter Karte und der offiziellen Dientes de Navarino Broschüre des Ministerio Bienes Nacionales als PDF auf dem Smartphone. Sobald man die „Stadt“ verlässt, ist der Weg durch Markierungen gut zu finden, da der erste Anstieg auf den Cerro Bandera eine beliebte Tageswanderung für nicht-Trekking-Touristen auf der Isla ist. Sobald man jedoch diesen Hügel hinter sich lässt, wird die Wegfindung etwas schwieriger und bedarf Aufmerksamkeit und Blicke in die Broschüre, um von einem Steinhäufchen oder Snoopie zum nächsten zu finden. Snoopies sind die in der Brochüre gekennzeichneten und in der Realität durch nummerierte Holzpfähle aufzufindenden Wegpunkte. Durch sie lässt sich sehr einfach feststellen, wo man sich befindet. Nur finden muss man sie; und dafür braucht man dann doch wenigstens minimale Kenntnisse im Karte und Landschaft lesen.
Wir werfen den ersten Blick auf die Berge der Isla, wandern weiter und nach einer Pause an einer kleinen Lagune geht´s über den steinigen Pass. Wie auch schon auf dem Torres del Paine Circuit ein paar Tage zuvor, haben wir auch hier wieder kein Glück mit dem Wetter bei der Passüberquerung. Es ziehen Wind und Wolken auf. Die haben es also doch noch über den Beagle Kanal rüber geschafft. Es fängt an zu schneien; Kein Regen...wir werden also wie gesagt zumindest nicht nass. Durch diesen Wetterumschwung können wir jedoch nicht den im Wanderführer versprochenen Blick auf Kap Horn genießen. Ein paar Inseln am Horizont deuten sich an, durch die Wolken ist die Felsinselgruppe im Süden der Isla Navarino allerdings leider nicht auszumachen. Nach dem Pass wird die Wegfindung zunehmend schwieriger und als wir die Geröllfelder verlassen und uns weiteren Seen nähern sehr matschig. Die Füße werden das erste mal komplett nass und sollten diesen Zustand bis auf die nächtlichen Pausen im Quilt/Schlafsack die nächsten Wandertage auch nicht mehr verlassen. Zwischendurch klart es auf, das Wetter bleibt aber sehr wechselhaft.
Gegen Abend treffen wir den ersten anderen Wanderer hier und kommen ins Gespräch. Christobal, schließt sich uns bis zum Schlafplatz an. Er ist alleine unterwegs, scheint schlecht vorbereitet und erzählt, er habe keine Karte. Daher versucht er von Steinhäufchen zu Steinhäufchen zu laufen. Findet er ein Steinhäufchen nicht, läuft er zum letzten zurück und beginnt seine Suche von vorne. Das hört sich nach einer sehr langsamen und bei den zu erwartenden Bedingungen auch nicht ungefährlichen Aktion an.
In der Nähe des Snoopie 17 finden wir für sein und unser Zelt einen trockenen und flachen Platz. Es ist 19:30 und wir sind 1 ¾ Wanderführer-Tagesetappen gelaufen. J. ist ziemlich kaputt und friert durch die Erschöpfung. Nachdem das Zelt windgeschützt aufgebaut und fest verankert ist, gibt es Pilzrisotto. Das gibt Energie und macht warm. Der Ausblick auf die Berge und die Lagune ist wunderschön. Ich merke, dass ich auch kaputt bin und wir verkriechen uns in die warmen Daunen. Gute Nacht.
2. Tag. Laguna de los Dientes - Laguna los Guanacos
Die Nacht war kalt und es hat einige Zentimeter geschneit. Die Temperatur liegt am Morgen um die 0°C. Wenn wir in zwei Tagen in Puerto Williams ankommen, wird uns ein Einwohner erzählen, dass dieses Jahr der Schnee ungewöhnlich früh fällt. Jetzt im Moment erfahren wir die Auswirkungen dessen. Wir essen ein paar Müsliriegel im Quilt und packen schnell ein. Je schneller wir loslaufen, desto schneller wird es richtig warm werden. Christobal ist noch in seinem Zelt und frühstückt. Ich frage ihn, wie die Nacht war. Er meint ebenfalls, es wäre kälter als gedacht gewesen, aber gut. Bevor wir Christobal verlassen, gebe ich ihm unseren Backup Ausdruck der Karte. Wir machen uns auf den Weg und ich hoffe, dass er damit wieder gut aus der Wildnis herausfindet und eine schöne Tour hat.
Die Wegfindung ist durch den frischen Schnee zwischendurch noch etwas konzentrationsfördernder als den Tag zuvor. Der Pfad, sowieso kaum existent, ist schlecht zu erkennen. Wir sind die ersten, die frische Fußstapfen in den Schnee setzen.
Nach einiger Zeit treffen wir eine vierer Gruppe, die eine Lagune später übernachtet hat, lassen sie jedoch schnell hinter uns. Viele andere Wanderer begegnen einem auf dieser Tour nicht, wie wir am Ende feststellen. Der Weg geht auf und ab und wenn man nicht auf Geröllfeldern läuft, ist der Weg durch den wieder schmelzenden Schnee ziemlich matschig. Dafür entlohnt uns der Ausblick und die Natur. Auch zwei Biber lassen sich sehen. So schön der Anblick ist, während die beiden durchs Wasser gleiten und dann in der Biberburg verschwinden, so erinnert es doch daran, wie sehr die Natur der Isla unter ihnen zu leiden hat. Die Biber wurden vor Jahrzenten ausgesetzt um sie jagen zu können und der Mensch so ohne Nachdenken in ein funktionierendes Ökosystem eingegriffen. Ohne natürliche Feinde und unter perfekten Umweltbedingungen entwickelten sie sich jedoch schnell zur Plage, was man nicht zuletzt an den vielen Toten Bäumen um die Seen sieht. Es erinnert teilweise an die Waldbrand-Gebiete, durch die wir im Torres del Paine gewandert sind...nur hier waren Tiere und keine Flammen am Werk.
Insgesamt ist dieser Morgen jedoch einer der schönsten, die ich bisher auf meinen Wanderungen erleben durfte. Die Berge sehen teilweise aus wie Puderzuckerhaufen und die Umgebung ist atemberaubend. Ein Farbenspektakel. Es mischt sich das noch übrige Sommergrün mit den ersten Herbstfarben und ein paar frischen Sprenkeln Schnee. Immer wieder wechselt der Untergrund zwischen Matsch, Steinwüste und steilen Geröllfeldern; wir sind froh um unsere Trekkingstöcke. Besonders an Passüberquerungen zieht der Wind stark, aber der Ausblick ist wunderschön. Seen, Berge, das Meer. Zum Glück hält sich das Wetter einigermaßen, es schneit nicht weiter und oft genug erhascht man einen Sonnenstrahl.
Der letzte Abstieg zum Camp ist sehr steil, wir rutschen das Geröllfeld eher runter, als zu gehen und sind froh unten heile anzukommen. Kurz vor dem angepeilten Schlafplatz gibt es dann noch einmal sehr matschige und nasse Füße. Bei meinen bisherigen Touren waren Trailrunner ohne Membran kein Problem, nasse Füße sind immer wieder durchs Laufen warm geworden. Auf der Isla sind die Bedingungen jedoch sehr an der Grenze für diese Schuhe und die Füße darin. Durch Matsch und den dauernd pfeifenden Wind sind sie nicht nur nass, sondern werden den ganzen Tag nicht richtig warm. Da helfen auch keine Neoprensocken. Die warmen Daunen warten jedoch nur darauf, sich dessen anzunehmen...
Wir Zelten nach ca. 2 ¼ Tagesetappen bei Snoopie 35 und haben eine perfekte Aussicht auf Lagune, Pass und Beagle Kanal. Jetzt eine leckere Suppe mit Extraportion Nudeln und dann ab in die Federn. Es ist nicht ganz so kühl wie gestern. Das wird eine schöne Nacht.
3. Tag. Laguna los Guanacos - Beagle Kanal/ Puerto Williams
Früh morgens regnet und windet es. Die Temperatur ist bei ca. 5°C und der über Nacht gekommene Regen hört noch vor dem Aufstehen auf. Frühstücksriegel gibt’s wieder im Schlafsack, dann Aufstehen, zusammenpacken und die matschig nasskalten Socken warmlaufen. Ich erkenne wieder an: Trailrunner ohne Membran sind für diese Umgebung (nass, kalt, matschig und keine Aussicht die Schuhe zu trocknen oder trocken und wärmer laufen zu können) nicht die beste Wahl. Zumindest für mich. Eine bessere fällt mir aber auch nicht wirklich ein.
Wir haben nur noch eine Tagesetappe vor uns, bevor uns ein gemütliches Hostel mit Holzofen im Gemeinschaftsraum erwartet. Und eine Dusche! Der Abstieg geht weiterhin durch Matsch. Nur ab und zu fester Boden. Es ist bewölkt, aber die Sonne lässt sich hin und wieder blicken. Wir treffen eine Lagune weiter unten einen anderen Wanderer, Herbert. Er hat so früh nicht mit anderen Wanderern gerechnet und die letzten beiden Tage niemanden sonst getroffen. Ein netter Kerl und wir wandern zu dritt das restliche Stück weiter. Je näher wir der Straße nach Puerto Williams kommen, desto schwieriger ist erstaunlicherweise die Wegfindung. Eigentlich geht es nur bergab und die Straße konnte man schon erblicken. Wie immer belohnt einen die Aussicht hier jedoch im Ausgleich. Gegen Ende verlieren wir den „Trail“ sogar komplett und verlaufen uns tatsächlich noch ein kleines bisschen... Der unschönste Teil der Wanderung ist dieser daraus resultierende Abstieg durch matschige Kuh-Wiesen und Wäldchen zur Straße am Beagle Kanal. Zwischenzeitlich haben wir das Gefühl die Kühe würden uns verfolgen. Wir entkommen, und erreichen die Straße. Ein paar Kilometer wandern wir daran entlang, bevor wir von ein paar Chilenen mit Auto Richtung Puerto Williams mitgenommen werden. Eine wunderschöne Tour geht zu Ende.
Die nächsten Tage entspannen wir in Puerto Williams. Ein beschaulicher Ort zwischen Bergen und Beagle Kanal. Ein paar Häuser und Minimärkte, eine Polizeistation (wichtig: vor der Tour anmelden, nach der Tour abmelden), ein Museum, Arzt, viele Kasernen, Hafen und ein kleiner Flugplatz. Die Hälfte der Einwohner sind von der Chilenischen Navy, die wohl u.a. für die Gewässer um Kap Horn zuständig sind. Einen Tag nach Ende unserer Tour schneit es ordentlich in den höher gelegenen Bergen. Wir sind froh die Tour schon geschafft zu haben und nicht in die Wetterlage hinein geraten zu sein. Stattdessen genießen wir in einem kleinen Café warmen Tee und Kuchen mit Blick auf Beagle Kanal und Argentinien. Für mich eines der schönsten Städtchen unserer Reise in Südamerika.
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Etwas zur Organisation der Tour:
Hin und zurück sind wir über Punta Arenas mit dem Flugzeug. Das hat gut geklappt, wenn der Rückflug auch in einer Sardinenbüchse sehr wackelig und luftig war, aber das ist eine andere Geschichte. Die ist etwas fürs Lagerfeuer bei einem Treffen/ auf Tour . Die Flugtickets hatten wir ca. 2-3 Wochen vorher in Punta Arenas im Büro der Fluggesellschaft DAP gekauft. Es ist jedoch auch möglich über Argentinien/ Ushuaia per Boot anzureisen. Je nachdem, wo man vorher war bzw. anschließend hin möchte, macht entweder Punta Arenas oder Ushuaia Sinn. In Punta Arenas hatten wir versucht die erwähnte Wander-Bruschüre zu bekommen. Leider hatte auch das Regierungsbüro (Bienes Nacionales), welches in den Reiseführern als Anlaufstelle für diese Broschüre genannt wird, keine Exemplare mehr. Man sollte für den Fall der Fälle, dass man keine Karte mehr bekommt, eine PDF Version oder einen Ausdruck zur Verfügung haben. Vielleicht sind die Broschüren aber mittlerweile auch wieder zu bekommen. Die Broschüre lässt sich mit etwas Suche auch im Internet finden, hier ein Link: http://letempsdunvoyage.fr/joomla/images/stories/documents/dientes%20de%20navarino.pdf
Etwas Essen kann man in den Minimärkten auf der Isla kaufen. Es lohnt sich aufgrund der größeren Auswahl jedoch, schon in den Supermärkten Punta Arenas einzukaufen und das Trekking-Essen mit auf die Isla zu bringen.
Auf der Isla gibt es viel zu entdecken und man kann sehr gut entspannen. Ein paar Tage kann ich neben den Tagen, die man für die Tour einplant, also sehr empfehlen.
Bilder:
Sind alles Links zu Flickr. Dort kann man sie sich in vernünftiger Auflösung anschauen. Wem die Fotos gefallen und mehr sehen möchte; Hier ein allgemeiner Link zu meinen Alben: https://www.flickr.com/photos/90568600@N03/sets/
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Willi reagierte auf hrXXLight in Zeltofen mit einfachen MittelnNachdem Andreas vor ein paar Jahren seinen Zeltofen vorgestellt hatte, war ich sehr angefixt davon mir auch einen zu bauen. Andi hatte mir ein paar Daten und die ein oder andere Zeichnung seines anderen Ofens geschickt, jedoch war ich von dieser kompakten Bauart faszieniert. Durch Corona hatte ich irgendwie ein wenig die Lust auf UL verloren, aber dann doch letztes Jahr gemerkt, das mir das Hobby fehlt
Zufälligerweise, fiel mir das Blech in die Hände und ich machte mich dran den Ofen zu bauen. Wie gesagt der Ofen ist mit einfachsten Werkzeugen gebaut und falls ich es nochmal mache, würde ich mir denke ich das ein oder andere Teil Lasern lassen.
Als Deckel habe ich Titanteller genommen, was nochmal gut 120g eingespart hat.
Alles in allem ein sehr kompaktes Packmass und ideal für Overnigher oder Bikepackingtrips mit einem gewissen Luxus im Winter.
Mit dem Ergebnis von 839g bin ich sehr zufrieden, jedoch hab ich die Regulierumgsklappe für die Abluft vergessen. Die schlägt auch nochmal so mit 20g zu buche.
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Willi reagierte auf dermuthige in Impressionen von TourenWir waren auf Madeira unterwegs! Zelt, Stöcke und der Rest waren mit dabei und konnten mal wieder Frischluft schnappen. Die schwere Kamera war ebenfalls im Gepäck – meine MYOG-Lösung, mit der ich sie inklusive Wechselobjektiv(en) vor der Brust trage, hat ihren Testlauf erfolgreich bestanden. So, genügend Worte, auf zu den Bildern!
Der schöne Wanderweg zwischen dem Pico do Arieiro und Pico Ruivo:
Ein bisschen spannende Landschaft auf dem Weg:
Die teilweise ganzen Wälder toter Bäume (ist das vom Waldbrand 2016?) in der Nähe des Pico Ruivo machen ganz schön Eindruck:
Das Camp unter der Spitze des Pico do Ruivo (Campen ist mit Permit erlaubt) – wir sind das weiße Lanshan 2:
Selbst der Star Tracker war auf dieser Tour dabei – und erfreute sich an der klarsten Milchstraße, die ich je mit bloßem Auge gesehen habe:
Weiter ging es zum nebligen Lorbeerwald Fanal, mit Permit darf man hier in der Picknick-Ecke zelten, ein reiner Genuss für inneren Fotografen
Hier entstand auch mein absolutes Lieblingsbild der Reise – die Kühe sind uns selbst auf der Straße begegnet:
Blicke bietet die Insel in Fülle, ich liebe die Flecken hellblauen Wassers:
Die Wanderung entlang der Landzunge Ponta de Sao Lourenço offenbart eine völlig andere Natur:
Ein kleiner windgeschützter Campingplatz, ich werde fotomüde, ein Handybild muss reichen:
2 Minuten vom Zelt wartet die schönste kleine Badebucht, fast für uns allein, der abendsonnenbeleuchtete rote Felsen spiegelt sich schön im klaren Wasser voller runder Steine:
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Willi reagierte auf Capere in Impressionen von TourenBeinahe Ultraleicht im Monte-Rosa (Lighterpack) - die Ausrüstung hat gut durchgehalten, aber die Psyche wurde bei den aktuellen Bedingungen im Laufe der Tour schon ordentlich auf die Probe gestellt:
Alles begann mit dem sehr entspannten Breithorn Westgipfel (4164m) inkl. teilweise Traversierung:
Beim Abstieg zum Rifugio Guide d'Ayas zeigten sich dann schon ordentlich Spalten und Verwerfungen, aber prinzipiell alles noch recht entspannt.
Der weitere Weg führte über den Castor (4223m), der eigentlich auch ein recht gütiger 4000er ist, doch hier zeigten sich bereits im Aufstieg stark erschwerte Bedingungen durch teilweise vorhandenes Blankeis, welches aber im Zweifel mit Eisschrauben gut zu versichern war.
Viel tückischer war dagegen der Gipfelgrat, welcher bei normalen Bedingungen ein relativ entspanntes Firnstück ist. Aktuell aber bewegt man sich hier eher neben als auf dem Grat, weil dieser so stark zerschmolzen ist. Das Stück war deshalb extrem ungemütlich, da die Ostflanke auch bereits durch die Sonne gut erweicht war und man effektiv auf matschiger Schneepampe am steilen Grat entlanghangelte - einmal Wegrutschen hätte hier doch weitreichende Konsequenzen... Kein Wunder also, dass Bergführer die Route aktuell gar nicht anbieten.
Trotzdem saßen wir am Ende auf dem Gipfelplateau und konnten den weiteren Abstieg zum Rifugio Quintino Sella genießen.
Im weiteren Verlauf hätte nun eigentlich das Einsammeln mehrerer 4000er gestanden, doch zu den allgemein schlechten Bedingungen kam auch ein Wetterwechsel, sodass wir am Ende "nur" noch die einfache Vincent-Pyramide (4215m) im Schneetreiben und teilweisen White-Out Bedingungen erklommen, bevor es für uns wieder ins Tal ging.
Zum Verdeutlichen der aktuell katastrophalen Bedingungen eignet sich dieses Bild, das den Lysgletscher unterhalb der Capanna Gnifetti zum selben Zeitpunkt im August 2021 und 2022 zeigt:
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Willi reagierte auf Jan in Impressionen von TourenSonnenaufgang
Ich hatte die Chance spontan einen Overnighter zu machen und mein neues ZPacks Tarp auszuprobieren. In Kombination mit einem MLD bivy, Seideninlett und einer Themarest Neoair war es mein bis jetzt leichtestes Schlafsetup.
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Willi reagierte auf cozy in Impressionen von TourenLetzter längerer Shakedown Hike vor Norwegen von Engelberg nach Lauterbrunnen.