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Ultraleicht Trekking

BitPoet

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  1. BitPoet

    Isomatten Test

    Ich würde statt mit Wärme eher im gegenteiligen Bereich experimentieren, d.h. Eis drunter und messen, wieviel geschmolzen ist. Eventuell verhalten sich Matten bei so hohen Temperaturen ganz anders (allein schon was die Wärmeausdehnung angeht) als im üblichen Anwendungsbereich. Selbst ein Wanderer mit Fieber wird es nicht weit über 40°C schaffen. Dann ist gerade bei den Schaummatratzen das Thema Wärmeschluss nicht zu verachten. Sobald ein weicher Untergrund angeommen wird, sind Versuche mit harten Oberflächen nicht mehr ganz representativ (Z-Lite im Schnee verliert gleich mal ein gutes Stück Isolationswirkung). Also am besten auch mit Schnee/feinem Crushed Ice wiederholen.
  2. Ich will eigentlich selbst gar nicht dran denken Sagen wir es so, es steht noch keine 6 vorne dran...
  3. Die Erkenntnis kam mir auch bei meinem letzten Overnighter in vernichtender Klarheit. Komfort Limit -7°C, Außentemperatur -10°C. An sich mit langer Thermo-Unterwäsche kuschelig warm, aber mit zunehmender Körper- und Atemfeuchtigkeit im Sack ein paar mal ungünstig hin und her gedreht, und schon hat man irgendwo einen Cold Spot, obwohl der Schlafsack an sich genial loftet. Die Physik lässt sich einfach nicht gerne austricksen, und selbst im UL-Bereich mit winzigen Rucksäcken und riesigem Wandertempo bewegen wir uns noch nicht im Bereich der Quantentheorie. Dort könnte ein Schlafsack vermutlich gleichzeitig beliebig warm und beliebig leicht sein - so lange man das nicht nachmisst. Mit dem Gedanken an längere Touren habe ich deshalb jetzt einen unerwarteten Geldregen bei Cumulus investiert. Meinen X-Lite 400 von der Stange liebe ich ja heiß und fettig, aber für Wintertouren sind die Limits halt harte Limits und lassen zu wenig Spielraum nach unten. Deshalb habe ich in selbigen Schlafsack im Konfigurator an Daune reingepackt, was ging (Kapuze ausgenommen) - immerhin 200g extra - und mit Quantum Pro außen herum auch fürs Cowboy Camping auf dem Gipfel alle Voraussetzungen geschaffen, und für die wärmeren Tage einen Full Zip rein genommen so dass er auch als Decke zu nutzen ist. Das sind jetzt ziemlich genau 250g Mehrgewicht und immer noch 144g weniger als ein Panyam mit der selben Füllmenge an "schlechterer" Daune und ohne Quantum Pro. Ich werde dann Ende Januar / Anfang Februar mal berichten, ob massiver Overfill das bringt was ich mir verspreche.
  4. Schon klar. Mir ging es nur darum festzustellen, dass der Windmaster ein unheimlich stabiles Flammbild hat, wo bei anderen leichten Gasbrennern die Flamme schon immer wieder sehr einseitig und ineffizient die Topfwand hoch wabert und eher das Klima als der Topfinhalt erwärmt wird.
  5. Ich habe meinen diese Woche auch im relativen "Flachland" (sprich Gipfel auf 1300m) bei -10°C und Wind ausprobiert und kann mich nur anschließen. Brummt auch ohne Windschutz brav vor sich hin, besser als alle Vorgänger im Hochsommer bei Windstille.
  6. Stimmt, das Gestell hatte ich da ziemlich entspannt. Das war bei der Kälte ganz angenehm, weil es mir den Rücken abgeschirmt hat. Vor dem Beladen braucht man aber nur die Spannung zu erhöhen, dann hat man den namensgebenden "Arc" und der Rucksack sitzt noch ein wenig stabiler auf der Hüfte. Mit Bild: Da bin ich noch am Mikro-Optimieren Die Trinkflasche will ich ja griffbereit haben, das Telefon am besten auch und auch noch an der Powerbank angesteckt... das wird wohl ein Fall für DCF-MYOG, und der etwaige Rest kommt dann in der Zelthülle in den Fußbereich.
  7. Da decken sich unsere Erfahrungen. Die Prolite Plus bringt mir ca. drei Grad gegenüber der XLite. Die passende Flasche hätte ich dabei gehabt, allein die Lust, noch für einen Liter Schnee zu schmelzen, war irgendwie nicht da - also der Leidensdruck nicht hoch genug. Genau das hätte ich aber auch gemacht, wenn ich noch eine Nacht dran gehängt hätte. Für den PCT bin ich mit dem Setup im grünen Bereich (mit dem Plan, ggf. für den Norden Washingtons noch ein Fleece-Inlet zu akquirieren), und das war genau das, was ich mit der Tour herausfinden wollte. So gesehen: mission accomplished. Ja, die deutsche Seite ist nur für An- und Abreise, Tagestouren und Hüttenwanderungen brauchbar, mit Zelt macht man sich keine Freunde. Es sind halt extrem viele Straßenabschnitte (Teer + Schotter) dabei, das ist im Sommer nicht ganz so prickelnd. Die primäre Zielgruppe sind definitiv die Radfahrer. Aber die Übernachtungsplätze sind richtiger Komfort, und im Sommer trifft man Leute aus allen Ecken der Welt. Wenn man Zeit hat und nicht so durch hetzt wie ich, dann kann man auch die kleinen Gipfelabstecher mitnehmen und die Gastronomie der kleinen Dörfer genießen. Ist ab jetzt mein persönliches Testgelände. Ich muss auch noch öfter hin, irgendwann will ich mehr von den Luchsen und Wölfen sehen als nur die Pfotenabdrücke.
  8. Danke @rentoo + @hans im glueck für das Lob. Der Rucksack macht wirklich Spaß. Die Lastenkontrollriemen sind standard, wie auch der ergonomische Hüftgurt. Einzig die Aufdoppelung des Gurts am Rücken ("Lumbar Pad", Nr. 2 im Photo) ist ein AddOn. Die Halterung für den Rahmen ist sehr stabil vernäht, wo auch der Schultergurt angesetzt ist (Nr. 1). Oben wird der Rahmen mit Schnalle Nr. 1 gespannt, Nr. 2 ist der Load Lifter, Nr. 3 die Höhenverstellung der Schultergurte, was erstaunlich einfach und gut funktioniert. Hier noch mal die Gesamtansicht:
  9. Untertitel: Da gefriert dir ja die Zahnpasta in der Tube! Der Zpacks Arc Blast musste mal ernsthaft Probe getragen werden, und Irgendwann musste ich jetzt mal wirklich meine Ausrüstung bei kälteren Temperaturen testen. Diese Woche bot sich die Gelegenheit. Also ging es mit Auto+Zug die 150km nach Bayerisch Eisenstein an der tschechischen Grenze und dann ungefähr entlang der Route, die ich im Sommer schon gelaufen bin (diesmal mit Umwegen wegen saisonaler Sperrungen). Die Devise war, 2 bis 3 Tage zu wandern und zu sehen, wie weit ich komme. Mit im Boot waren wie immer der Cumulus X-Lite 400 und das Duplex. Die kurze Therm-A-Rest X-Lite habe ich durch die Prolite Plus in R ersetzt. Ich hatte ganz bewusst viel zuviel Krimskrams und Essen dabei, denn ich wollte den Rucksack mit über 10kg austesten, um nächstes Jahr auf dem PCT kein blaues Wunder zu erleben. Bei der Ankunft in Bayerisch Eisenstein war noch alles ganz entspannt. Es war 08:30 am Morgen, der Untergrund war trocken und das Thermometer am Bahnhof (718m ü.NN.) zeigte 3°C. Beschwingt ging es los in Richtung Wald. Am Weg entlang sprudelten kleine Bäche munter vor sich hin, und es lief sich wunderbar. Nach einer knappen Stunde erreichte ich schon die 1000hm-Marke, und der Pfad (gut, die Straße) unter meinen Füßen färbte sich weiß. Also nicht erst beim Drauftreten, der Schnee lag schon da . Zwischen gezuckerten Bäumen und verdörrtem Gras ging es über die erste Kuppe auf ziemlich genau 1200m hoch. Hier oben war es, wo der Wind ungehindert blasen konnte, schon deutlich frischer als im Tal. Ein paar wenige Fußspuren vom Vortag waren zu sehen, aber heute war ich wie es aussah der erste verrückte, der hier hoch lief. Es ging wieder ein wenig bergab ins Hurka-Tal, wo ich im August mein Zelt auf dem dortigen Notübernachtungsplätz aufgeschlagen hatte, und dann wieder hoch auf die nächste Kuppe. Eine kleine "Schutzhütte" war mein Ziel für die Mittagspause, die sich aber bei Minusgraden und leichtem Wind auf eine Packung Neapolitanerschnitten beschränkte. Immerhin stellte es sich als sehr weise heraus, dass ich 4 Segmente Z-Lite als Sitzunterlage eingepackt hatte. Bevor es weiter ging, habe ich mir noch einen kleinen Beutel Trailmix in die Hüfttasche des Rucksacks geschoben - Studentenfutter, getrocknete Cranberries und Bananenchips. An sich ziemlich nah an perfekt, was meinen Geschmack betrifft, aber mit den Fleece-Handschuhen sehr schlecht zu greifen. Immerhin - so kalt wie es war, klebte zumindest nichts. Es ging wieder ein wenig bergab auf knapp unter 900m zum Jezero Laka, der dieses mal komplett zugefroren war. Auf dem Weg dorthin ging es über eine interessant "reparierte" Brücke. Naja, Holz gibt es hier ja genug, also einfach so lange Stämme rein werfen bis es wieder halbwegs eben ist Hier knirschte und knackte es wie verrückt unter den Füßen, und ich musste aufpassen, mich auf den versteckten Pfützen nicht hinzulegen. Um den See herum führt ein netter Steg, da das Ufer bei hohem Wasserfall ziemlich sumpfig werden kann. Der normale Weg zum Polednik hoch ist wegen der Auerhähne ab Mitte November gesperrt, deshalb musste ich noch ein paar Kilometer Umweg laufen. Immerhin, ich habe einen Auerhahn gesehen, der nur ca. 15 Meter von mir aufgeflattert ist, wunderschön mit leuchtend rotem Halbreis im Schwanzgefieder, aber natürlich viel zu schnell weg um die Kamera zu zücken. Kurz darauf kam dann auch zum ersten Mal der blaue Himmel heraus, nicht dass das an der Temperatur etwas geändert hätte. Es war gerade mal 14:30 Uhr, aber gefühlt näherte sie sich schon den für die Nacht vorhergesagten 6°C an. Mir schwante schon, dass die Nacht ein wenig ungemütlich werden könnte, aber es war einfach schön, dort zu laufen. Über 1000m war der Schnee wieder dichter und der Weg fast jungfräulich, was menschliche Wanderer betrifft. Eine alte Autospur trübte die Freude nur minimal. Dafür gab es alle Arten von tierischen Spuren - Auerhähne, Vögel, kleine Nagetiere, Füchse und sogar die ein oder andere Wolfsspur führten im Zickzack über den Weg. Langsam wurde es schon spät, und vor lauter Spuren lesen bummelte ich ein wenig zu sehr, so dass es schon knapp wurde, den Polednik noch bei Tageslicht zu erreichen. Auf den letzten Metern begann es dann tatsächlich schon zu dämmern, aber dafür durfte ich den Gipfelturm im gleißend gelben Abendlicht bewundern und ein spektakuläres Abendrot bestaunen. Ich war mutterseelenalleine auf dem Polednik. Das Zelt bekam ich gerade noch so aufgebaut bevor es richtig dunkel wurde, und um 16:45 Uhr war es auch schon Zeit, sich um das Abendessen zu kümmern. Lecker Instant-Kartoffelbrei mit Röstzwiebeln und Croutons, gepimpt mit einem Stückchen Portionsbutter. Eine Packung Mini-Kaminwurzen zum Eindippen waren die perfekte Ergänzung, und während in Schein der Stirnlampe der Nebel in Form glitzernder Kristalle um mich herumschwirrte und funkelte, hätte kein Sterne-Menü besser schmecken können. Es wurde kalt, richtig kalt, und der Wind wurde stärker. Lange konnte ich nicht hier draußen sitzen. Also schnell ins Zelt, die lange Thermo-Unterwäsche, frische Wollsocken und die Puffy angezogen und rein in den Schlafsack. Dann alles, was Elektronik oder flüssig war rein in den Schlafsack - was ganz schön nervig sein kann, wenn man sich als Seitenschläfer öfter mal umdreht. Von unten wurde es auch etwas kühl, noch nicht so, dass ich wirklich gefroren habe, aber gemütlich fühlt sich doch noch mal anders an. Was soll ich sagen - nachts raus zu müssen war kein Spaß. Ein Blick auf das kleine Thermometer gegen 2:00 Uhr zeigte -10°C, und der Wind blies durchgängig. Definitiv ein Härtetest für ein 3-Jahreszeiten-Setup. An der Innenwand des Duplex funkelte dekorativ mein gefrorener Atem. Ich denke, dass es auch diese kleine Schlafunterbrechung war, während der ich vergaß, meinen Almdudler wieder mit in den Schlafsack zu nehmen. Um 04:00 Uhr bin ich dann wieder wach geworden, und an Schlaf war nicht mehr so richtig zu denken. Also raus im Dunkeln, Frühstück machen. Mit Kaffee und Porridge (das mir zum ersten Mal wirklich geschmeckt hat, hah) kam etwas Wärme in meine Knochen zurück. Und dann stellte ich fest, dass es noch mehr gibt, das bei dieser kälte in den Schlafsack sollte. Die Zahnpasta wollte partout nicht aus der Tube raus. So musste die Morgentoilette etwas kürzer ausfallen und die Tube wanderte in die Hosentasche. Lesson learned, und das Zähneputzen musste halt später stattfinden. In der ersten Dämmerung habe ich dann das Zelt abgebaut und den Rucksack gepackt, und die Kälte hat mich kalt gelassen. Im Schein der Stirnlampe funkelte der Schnee vor mir wie tausende Wunderkerzen, und dann kam langsam die Sonne heraus und malte den Himmel in gleißenden Gelb- und Rottönen an. In Umwegen - auch auf der Südseite gibt es eine Wegsperrung für den Auerhahnschutz - ging es wieder abwärts. Ach ja, es war kalt. So kalt, dass ich nur selten den Handschuh ausziehen wollte, um Fotos zu schießen. Ich hatte überlegt, diese Nacht in Bucina zu zelten, aber der Wetterbericht sagte wieder deutliche Minusgrade und Wind. Ich beschloss, auf halber Strecke eine Entscheidung zu treffen. Unterweg füllte ich mein Wasser auf - zum Glück war noch nicht alles hier gefroren, denn mein Almdudler verwandelte sich beim ersten, zaghaften Versuch, den Deckel zu öffnen, in einen Eisblock. Ich weiß, ich weiß, auch ohne light kann man stupid sein. Am Notübernachtungsplatz in Modrava gab es dann nach etwa 14km eine verfrühte Mittagspause mit Instant-Gulasch, Neapolitanerschnitten und Kaffee, alles mit dem gutem, appetitlich gelblich-braunen Wasser aus der gleichnamigen Modrava. Egal. Mein Soto Windmaster brachte das Wasser in Null Komma Nix zum Sprudeln, und ich saß im Sonnenschein. Was will man mehr? Ein warmes Bett zum Beispiel. Irgendwie war die Verlockung, noch eine Nacht an der Grenze meiner Ausrüstung zu verbringen, nicht allzu groß. Ich begann, einen Plan B und C zu schmieden und bei Bucina wieder nach Deutschland zu queren - auch wenn der Tag dann lange würde - aber Details mussten wohl warten, bis ich kurz vor dem Ort wieder vernünftigen Netzempfang hatte. Das war aber egal, denn ich konnte in wunderschöner Natur ohne ein Wölkchen am Himmel über verschneite Wege laufen, die teilweise vor mir noch kein Fuß betreten hatte. Alles funkelte und glitzerte. Ich verlief mich. Zuerst nahm ich den falschen Abzweig an einer Gabelung, was mir gute zwei Kilometer und einen netten Anstieg zusätzlich einbrachte, kurz darauf dann hat mich mein Smartphone-GPS in die Irre geführt und in eine Sackgasse geschickt, und ich habe viel zu spät meinem Bauchgefühl nachgegeben und nochmal nachgesehen. Noch mal 2,5km extra. Die Mathe im Kopf sagte mir, dass ich es jetzt nicht mehr schaffen würde, bei Tageslicht in besiedeltem deutschem Gebiet anzukommen. Aber erst mal machte ich noch eine längere Pause in der Sonne am letzten hohen Punkt auf 1270m. Mein Almdudler war auch wieder aufgetaut. Noch einmal 100hm runter und wieder rauf, und dann ging es eigentlich nur noch bergab. Langsam wurden die Füße müde, und ich spürte die Steine unter den Fußballen. Die Brooks Cascadia hatten jetzt doch schon über 700km runter und näherten sich ihrem Lebensende, auch wenn sie äußerlich noch fast wie neu aussahen. Durch Bucina hindurch und an den wieder aufgebauten alten Grenzbewehrungen vorbei ging es um 16:00 Uhr wieder nach Deutschland. Auf dem Wanderparkplatz dort stand ein Polizeibus, aber ich wurde nicht kontrolliert. Einer der beiden Beamten sah kurz zu mir her, ich winkte hinüber, und dann machte er auch wieder seine Augen zu und schlummerte weiter. Mittlerweile hatte ich im Internet nachgesehen, wie es um meine Transportmöglichkeiten bestellt war, aber leider hatte ich erst 15 Minuten zu spät Internet. Der Bus von Finsterau nach Freyung fährt nur noch auf Anforderung, und die muss bis 15:00 eingehen. Also Plan C (Plan D wäre per Anhalter weiter, Plan E an einem der Wohnwagencamps um einen Platz fürs Zelt zu fragen). Den schönen, aber mitunter rutschigen Wanderweg an der Teufelsklause vorbei wollte ich im Dunkeln heute nicht mehr gehen, und so ging es etwas unangenehm an der vom schmelzenden Schnee a****glatten Teerstraße entlang talwärts, während ich im Internet meine Nächtungsoptionen prüfe. Es ist Zwischensaison, und das bedeutet hier in der Gegend gar keine Saison. Sogar die Dorfgasthöfe machen Betriebsurlaub. Die Bürgersteige - so es welche gibt - sind hochgeklappt. Mittlerweile war es stockfinster, aber ich konnte ein paar Kilometer nach Finsterau eine Unterkunft ausfindig machen und reservieren, auch wenn die das Budget ganz schön strapazierte. Um kurz vor 18:00 Uhr war ich dann dort. Die super netten Hausleute hatten die Heizung schon voll aufgedreht und waren ganz betrübt, dass es noch nicht richtig warm drin war - mir war das total egal nach der heute gelaufenen Strecke und der Kälte draußen. Wir quatschten kurz über meine Wanderung und meinen Plan, am nächsten Tag mit der 8-Uhr-Bus nach Freyung zu fahren. Wie es aussieht, ist das ein reiner Schulbus, obwohl er im normalen Fahrplan steht, und nimmt auch nur Schüler mit. Die Rückreise könnte komplizierter werden. Aber wie heißt es so schön: the trail provides. Ich hatte gerade heißes Wasser für mein letztes Instant-Gericht aufgesetzt, als der Hausherr klopfte und mir freudestrahlend verkündete, dass er und seine Frau morgen um 8:30 zum Einkaufen nach Freyung fahren würden und mich mitnehmen würden. Perfekt! So war ich dann pünktlich zur Hiker Midnight mit vollem Bauch, heiß geduscht und einem Plan für den nächsten Morgen im kuschelig warmen Bett. Die Rückreise lief perfekt. Ich musste in Freyung gerade 3 Minuten auf den Bus warten und hatte dann gerade genug Zeit, mir in Grafenau ein Rührei mit Speck im Bahnhofsgasthaus zu gönnen bis der Anschlusszug kam und mich zu meinem Auto brachte. Summa summarum: Eine geniale "kurze" Tour mit insgesamt 66km und 1500hm. Ich habe im Böhmerwald genau eine Spaziergängerin getroffen, einen Radfahrer und ein Auto der Parkverwaltung, auf deutscher Seite die zwei schlafenden Polizeibeamten und einen Spaziergänger mit Hund. Der Arc Blast trägt sich auch mit über 10 Kilo noch richtig bequem. Die Kombi aus Cumulus X-Lite 400 und Prolite Plus sind bis in leichte Minusgrade okay, darunter wir es schon grenzwertig wenn man eine erholsame Nacht haben will. Alles was flüssig oder pastös ist muss bei Frost in den Schlafsack. Alles! Die Kombi aus super dünnen Fleece-Handschuhen und Rain Mitts hält erstaunlich warm, war aber auch an der Grenze. Zudem brauche ich Handschuhe mit wegklappbaren Fingerkuppen. Die 4 Segmente Z-Lite waren unbezahlbar als Sitzunterlage auf Schnee und fürs Rein- und Rauskriechen im Zelt. Ich liebe Hartwurst mit Kartoffelbrei, und je kälter die Luft desto schmeckt es Wen es interessiert, die komplette Packliste habe ich hier.
  10. Danke! Von Bayerisch Eisenstein nach Süden.
  11. Mich ziehts mal wieder für ein paar Tage in den Böhmerwald, mal schaun was die Ausrüstung unter 0°C so hergibt.
  12. BitPoet

    PCT 2020

    Danke für die Erfahrungswerte. Die Nähte sehen so weit ganz gut aus, von daher bin ich optimistisch, aber genaues weiß ich, wenn ich ihn mal länger "Probe" getragen habe. Der Plan ist, auch mal 1, 2 Tage mit Maximalgewicht herumzulaufen, dann sehe ich auch, was die Schultergurte so machen. Hattest du das zusätzliche Lumbar Pad? Meine Hoffnung ist, das damit das Rutschen am Rücken einigermaßen gebremst wird und die Kraftübertragung auf die Hüfte besser funktioniert.
  13. BitPoet

    PCT 2020

    Sind laut Cumulus 3 Grad, viel würde ich das nicht wirklich nennen wollen. 850er gegen 900er Daune, dafür ist der Stoff beim Lite Line etwas dichter. Das war für mich ein gewichtiger Grund, einen Framed Pack zu wählen. Frameless wird es schwierig, das Sierra-Gewicht verlässlich unterzubringen. Ich komme auf ca 5 Kilo Basisgewicht dank Video-Kamera, InReach und schwerer Powerbank, evtl. knapp drüber falls ich das Tablet auch noch mitschleppe um Filme zu schneiden. Meine Worst-Case-Rechnung sind 8 Tage Verpflegung + 2L Wasser, plus Eisaxt, Grödel und Bärenkanister, dann bin ich schon nahe an den 16kg Maximalgewicht für den Arc Blast, und falls der Winter wieder verrückt spielt und Schneeschuhe angesagt sind sogar darüber. Die diesjährige Alpentour mit Schneeausrüstung bei 40° im Tal und mit (fast zu knapp kalkulierten) 5 Litern Wasser hat mir zum Glück die Grenzen meines ÜLA sehr deutlich aufgezeigt.
  14. BitPoet

    PCT 2020

    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt, da mein X-Lite 400 die gleiche Füllmenge und ein ziemlich ähnliches Rating hat. Vorerst ist mein Plan, erst mal nichts wärmeres zu kaufen und zu sehen, wie er sich auf den ersten 700 Meilen schlägt. Im Zweifelsfall überlege ich mir in KM, was ich dann mache - Inlet, dünnen Quilt, wärmeren Base Layer, Daunenklamotten oder Upgrade.
  15. Ich habe "normal" 42, bei den Bergstiefeln passen mir i.d.R. (Meindl, Lowa, Asolo) 43 1/2 oder 43 2/3. Fürs Joggen in der Pampas habe ich Brooks Cascadia in 43, für längere Touren die gleichen in 43 1/2, die sich auch bei der letzten Alpenüberquerung als genau passend erwiesen haben. Meine jetzt schon etwas älteren Adidas Trailrunner sind sogar 44er und nicht zu groß. Die Brooks Ghost, die ich als Alltagsschuhe oft anhabe, sind 44er, da würde mir 43 1/2 reichen, aber als ich sie seinerzeit nach 350km und 18000 Höhenmetern in den Bergschuhen mit arg geschundenen Füßen gekauft habe, reichte 44 gerade so Mein fazit ist: deutlich größer ist Pflicht wenn es auf Tour geht, aber wie @Wanderfisch schrieb, ums An- und ausprobieren kommt man nicht herum. Wichtig ist bei Trailrunnern als Wanderschuhen, ob sie sich fest schnüren lassen, so dass man bergab nicht nach vorne und bergauf nicht mit der Ferse heraus rutscht. Deshalb empfehlen sich bei der Anprobe dünne, rutschige Socken, dann merkt man sofort, ob das passt und ob irgendwas drückt oder einschneidet.
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