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Ultraleicht Trekking

BitPoet

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  1. Ich hätte auf Boule / Pétanque getippt. Oder doch Zeltheringweitwerfen.
  2. Liegt wahrscheinlich daran:
  3. Ich finde das im Kontext gar nicht so OT. 20 km einfach sind: eine tagesfüllende Wanderung, oder eine nette Vormittags-Radtour, oder manchmal auch nur die Entfernung zum/zur Bekannten, der/die beim Modellbauladen um die Ecke wohnt. Mit etwas freundlicher Ausdauer lassen sich die Verkäufer auch oft dazu beschwatzen, die Meterware in kleineren Einheiten abzugeben. Ich würde es einfach mal ausprobieren. Bei 20cm Bodenbelag hat es mal eine Weile gedauert, aber Verkäufer Nr. 2 hat dann irgendwann eingelenkt und ich durfte den Streifen für einen Mischpreis mit Handeingabe aus dem Baumarkt mitnehmen.
  4. Wahrscheinlich wäre es einfacher und vom Gewicht her kein großer Unterschied, ein aufblasbares Kissen mitzunehmen, dann wäre der Rucksack als Unterlage verfügbar. Grundsätzlich ist aber der Schlafsack wirklich temperaturtechnisch "auf Kante genäht" für jemanden ohne Fettreserven. Die Komfort-Werte sind immer optimistisch angegeben, und als Mann ohne Speck landet man ziemlich genau in der Frauentabelle, und manche benötigen noch ein paar Grad mehr Puffer, ist einfach so. Abendessen bringt natürlich etwas, je mehr desto besser, und der Fettanteil sollte nicht zu niedrig sein, sonst verpufft die Wirkung zu schnell. Ein paar Chiliflocken sind manchmal auch ganz willkommen um auf "Betriebstemperatur" für die Nacht zu kommen. Wenn du noch nach zusätzlichem Isoliermaterial suchst, wäre eine Daunenjacke - falls noch nicht im Gepäck - sicher am effektivsten und bei gleichem Gewicht deutlich besser als Fleece. Ist natürlich eine Frage des kompletten Setups, wie stark sich die Ausrüstung durch so ein Teil verändert, denn im Unterschied zu Fleece mag das Puffy keine Feuchtigkeit. Ich komme aber mit Merino T-Shirt, Fleece-Pulli + ggf. dünner Regenjacke tagsüber auch bei leichtem Frost gut klar, und wenn es Abends knackig kalt wird, dann wird die Daunenjacke rausgekramt. Bei den Socken kommt es auch immer auf das Material an, wieviel die bringen. Wenn es richtig kalt wird nehme ich die dicken Smartwool mit, die bringen deutlich mehr als z.B. zwei Lagen dünne Ortovox.
  5. Oder in einem guten Modellbau-Laden (z.B. für Kabelabdichtungen oder Spritleitungen), die sind auch an die krummsten Längen gewohnt. Die können i.d.R. auch etwas über die Hitzebeständigkeit sagen, was die Aquaristen oft nicht interessiert.
  6. Das. Besonders unter dem halb offenen Tarp. 8°C können mit leichtem Wind Chill und/oder Verdunstungskälte so nah am Boden schnell zu 5°C werden, und dann ist man mit nur 200g Daune schon deutlich unterhalb des Komfortbereichs. Ich habe diese Tage bei ähnlichen Bedingungen den X-Lite 400 (Mummy, nicht Quilt) mit 400g Daune nicht als zu warm empfunden.
  7. Ja, fast alles ist primär als Radweg (und im Winter als Skitour) ausgeschildert. Wobei durchaus Abschnitte dabei waren, auf denen ich keiner Menschenseele begegnet bin. Richtige Wanderpfade muss man allerdings mit der Lupe suchen. Vielen Dank für die Blumen. Gerne.
  8. Das hat mich eigentlich gar nicht gestört. Im Unterschied zum Campingplatz sind alle leise, und sollte das gelegentliche Schnarchen (ist aber i.d.R. leise, weil sich niemand die Hucke voll säuft) stören, gibt es ja Ohropax. Ich habe meine aber gar nicht gebraucht, und wenn man nicht zu den Langschläfern gehört, dann hat man beim Frühstück auch noch seine Ruhe. Ist wirklich entspannt.
  9. Ich fürchte, mir wird es nicht anders gehen. Und ich habe zwischen kulinarischer Hochkultur und Maggi ein durchaus breites Spektrum an akzeptablen Geschmäckern. Was ich bisher probiert habe ist schon vorsätzliche Verstümmelung der Zutaten und grenzt an Folter. Zum Glück hatte ich noch ein paar andere Dinge dabei (ein Hoch auf Müsliriegel mit Schoko und Landjäger mit ohne Brot!), sonst hätte ich mir selbst ganz schön leid getan
  10. Tag 3 - Modrava -> Finsterau, 22km und kürzer als geplant Meine Hoffnung hat sich nicht erfüllt, dreimal habe ich nachgepustet um nicht mit der Hüfte auf dem Boden zu liegen. Trotzdem bin ich beim Morgengrauen ausgeschlafen, auch wenn die Körpermitte etwas klemmt. Schon nach der zweiten Nacht kommt etwas wie Routine auf. Kaffee kochen, langsam und leise packen, dabei die in Kürze benötigten Dinge wie die Snacks griffbereit legen, Zelt abtrocknen, abbauen, Heringe säubern. Mein Atem kondensiert deutlich in der Luft, also ist es sicher nicht wärmer als die vorhergesagten 7°C. Die ersten verschlafenen Mitwanderer beäugen mich beim Zeltabbau neugierig. Mit meinem Duplex bin ich im Reich der freistehenden Zelte, und das scheint Tschechien zu sein, ein Exot. Ich winke noch mal und mache mich wieder auf den Weg. Am Abend habe ich noch lange die Karten gewälzt. Mein ursprünglicher Plan war, heute bis Strazny zu laufen, und am Sonntag dann nach Pod Plesnym. Irgendwie wäre das aber alles ziemlich spät geworden, die Ausrüstung will etwas gepflegt werden (Schlafsack ganz austrocknen, Zelt noch mal abwischen, die Fichtennadeln aus dem Mesh des Rucksacks pfriemeln...) und am Montag ruft ja schon wieder die Arbeit. Anstatt mir selbst Druck zu machen, habe ich beschlossen, es heute Nachmittag gut sein zu lassen. So schlendere ich - verglichen mit meinem Alpen-Tempo renne ich zwar förmlich, aber es gibt halt auch keine steilen Anstiege und rutschigen Gefälle - in Richtung Bucina. Wieder ist viel Straße dabei, und das Wetter ist nicht so sonnig wie vorhergesagt, aber dafür ist es auch nicht heiß, was durchaus ein Vorteil ist. Nach der Alpenüberquerung während der diesjährigen Hitzewelle bin ich nicht böse, wenn es mal kühler ist. Man gewöhnt sich dann doch irgendwann an die Teer- und Kiesstraßen, und findet auch die interessanten Dinge am Wegesrand. Manches eigentlich banale wird von ein paar Sonnenstrahlen zum Fotomotiv umgezeichnet. Die vielen abgestorbenen Bäume geben der Natur hier eine unwirkliche Note, wie sie so bleich in den Himmel zeigen und gelegentlich im Wind knarzen. Es gibt viel Moor hier, und tausende kleine Holzzäune die einzelne Laubbäume vor dem Wildverbiss schützen. Oft erinnern mich die Grasflächen an Bilder aus dem Norden. Auch wenn diese Tour schon zur Neige geht, werde ich definitiv wieder herkommen, beschließe ich. Noch einmal öffnet sich kurz vor Bucina der Blick auf die bayerische Seite. Kurz hinter Bucina gibt es einen wiederaufgebauten Teil der alten Grenze zu sehen. Nur wenige Tagesausflügler sind mit dem Bus auf der deutschen Seite heraufgefahren. Ich gehe über die Grenze und folge dann für ein paar Kilometer einem Wanderweg nach Finsterau. Ein Teil des Wegs ist richtig romantisch, ein enger Pfad der sich an einem kleinen Bach entlang windet, ein perfekter Abschied von der Tour. In Finsterau steige ich dann um halb eins in den "Igelbus" nach Spiegelau. Von dort geht es mit der Waldbahn nach Zwiesel, von dort weiter nach Plattling. Die Waldbahn verbindet die Region des bayerischen Waldes, und das Personal ist extrem freundlich und hilfsbereit. Mit mir im Wagon sind noch Horden von jungen Gäubodenfestbesuchern in Tracht. Wobei, die drei Mädels in der Sitzgruppe neben mir mit ihren adrett gerichteten Haaren und Paillettenbestickten Spitzenschürzen könnten auch auf ein Casting für die nächste Game of Thrones Staffel fahren. Aber alle sind lustig drauf und nicht aufdringlich. Ich mag die Waldbahn. Die Durchsagen im Zug sind laut genug und klar verständlich. Und es kommt nach dem Haltestellennamen die klare Ansage, "Ausstieg links" oder "Ausstieg rechts", ohne das sinnlose eingeschobene "in Fahrtrichtung". Kein Vergleich zum "normalen" DB RegioExpress Richtung München, den ich dann besteige. Der Schaffner schafft es nur gelegentlich, den Sprechknopf zu drücken, bevor er seine Ansage macht. Der Lautsprecher knistert und brummt, und nachdem irgendein Ort von der aufgezeichneten Stimme unverständlich angesagt wurde, fügt der Schaffner noch "Pfaffwifoch Pfings" hinzu. Nett war, dass in allen genutzten Bussen und Bahnen das Bayernticket gilt. Morgen zum Frühstück gibt es Erdnussbutter-Tortillias mit frischem Obst. Und "echten" Kaffee. Den Rest gelblichen Flusswassers könnte ich am Montag mal im Labor vorbei tragen und meine Chemie-Ausbildung etwas auffrischen. Summa summarum: eine schöne, kurze Tour die ich durchaus zu Nachahmung empfehlen kann. Legal sein Zelt aufstellen zu dürfen macht den Abend durchaus entspannt, auch wenn man nicht ganz so frei in der Etappenplanung ist. Die Höhenunterschiede sind aber kein Problem.
  11. Tag 2 / zweiter Teil - Polednik -> Modrava, 16km Langsam bekomme ich Hunger, den auch ein während des Gehens eingeschobener Müsliriegel nicht mehr stillen kann. Aber es stehen ja eh alle paar hundert Meter diese kleinen überdachten Sitzgruppen. Denke ich mir so. Natürlich ist es hier anders. Ich sinniere darüber, ob der Imbiss auf dem Polednik gefördert werden soll, gehe schneller weil der Regen wieder anfängt und es langsam wieder kühl wird, und nach einer gefühlten Ewigkeit kommt dann doch eine Sitzgruppe. Es gibt - lecker, lecker - Tortilla mit Erdnussbutter und Landjäger. Zur Nachspeise Tortilla mit Erdnussbutter und Banane. Ich will ja nächstes Jahr nicht als kompletter Kulturbanause auf dem PCT landen. Die Landjäger-Variante - Beef Jerky habe ich in der Hitze des Gefechts keinen bekommen - ist, äh, gewöhnungsbedürftig. Die Bananenversion dagegen richtig gut. Die Erdnussbutter ist original amerikanisch und mit Crunch, und ich lese die Zutatenliste nicht durch, denn dann kann ich auch hoffen, dass kein Palmöl drin ist. Jetzt endlich wird es sonnig. Ich hänge noch ein wenig im Unterstand herum, vollgegessen und selig, und stelle fest, dass ich schon wieder zu schnell bin. Ich baue deshalb noch einen kleinen Umweg in die Route ein und lasse mir Zeit. Breite Bäche mäandern neben dem Weg durch dichte Sumpfwiesen, die gelb, braun, grün und rot leuchten. Hier macht es jetzt richtig Spaß - mir und den dreihundert Spaziergängern, die mir begegnen. Aber der Weg ist lang genug, dass jede und jeder ein eigenes Plätzchen am Bach findet, um die Beine zu kühlen und die Sonne zu genießen. Das letzte Stück des Weges zum Camp geht es dann auf einem schmalen Trampelpfad neben der Teerstraße, so dass sich die Füße wieder etwas erholen können. Der Notübernachtungsplatz Modrava war im ODS-Wiki als grasbewachsen und bucklig beschrieben. Jetzt ist der mit Hackschnitzeln bedeckt, aber zumindest relativ eben. Mit mir kommt auch ein tschechisches Pärchen an. Wir plauschen ein wenig, bis es endlich spät genug ist, die Zelte aufzustellen. Sie erzählen, dass verschiedene einheimische ihnen geraten haben, früh hier zu sein, da Modrava der beliebteste Zeltplatz sei. Unter den Hackschnitzeln ist der Boden feucht und locker. Die Heringe gehen zwar leicht hinein, aber auch leicht wieder raus. Um den Zug auf die Heringe etwas mehr in die Horizontale zu verlagern, baue ich das Zelt etwas niedriger auf, was für die Durchlüftung nicht optimal ist aber immer noch besser, als Nachts die feuchte Wand im Gesicht zu haben. Ich denke, ich werde mit den Heringen noch etwas experimentieren und ggf. doch etwas längere ausprobieren. Feucht wird es sicher, denn die Nachttemperatur ist mit 7°C vorhergesagt und wir sind nur 20 Meter vom Fluss entfernt. Ab 20 Uhr geht dann tatsächlich der "Run" los. Mehr und mehr Wanderer und Radfahrer treffen ein. Eine Belgierin auf dem Weg vom nördlichen Ende des Böhmerwald nach Lipno setzt sich neben mich an der einzigen Sitzgruppe, und wir plauschen und kochen nebenbei. Bei ihr gibt es Reis aus einem großen Trangia, bei mir den von verschiedenen Vloggern hochgepriesenen Trek'n Eat Kartoffeltopf mit Röstzwiebeln. Bäh! Und ich habe extra 500ml Quellwasser aufgehoben. Jetzt habe ich noch ein solches Tütengreuel dabei und 4 weitere daheim. Auf Tour, so beschließe ich, werde ich die nicht ausprobieren. Lieber daheim, wo ich meine Geschmacksknospen noch mit einer Hand voll Chips rekalibrieren kann. Nach dem Essen gibt es eine gründliche Wäsche im Gemeinschaftsbad - nein, natürlich am Fluss. Kaum versteckt sich die Sonne, schon ist das Wasser kaum kälter als die Luft. Der Regen hat alles ganz schön abgekühlt. Der Platz ist jetzt richtig voll, obwohl noch mehr Gäste eintreffen werden. Die letzten höre ich dann aber nur noch, denn dann bin ich schon wieder in den Schlafsack gekuschelt und hoffe, dass die Uberlite nicht zu oft uberleer wird. (Wie immer sind in diesem, dem vorherigen und dem nächsten Beitrag alle Bilder von mir selbst) ...Fortsetzung folgt...
  12. Tag 2 / erster Teil - Stara Hurka -> Polednik, 16km Pünktlich um 5 hört der Regen fast vollständig auf. Alle anderen schlafen noch tief und fest - und oftmals laut - aber ich mag mich nicht mehr umdrehen. Ich koche in der windabgewandten, halb offenen Apside meinen Kaffee - natürlich kommt der Wind heute aus einer anderen Richtung als am Abend und lässt mich die Vorzüge des Duplex genießen - und und stelle im Kopf eine Reihenfolge für das Zusammenpacken auf. Der Kaffee auf Tour ist immer der beste, auch wenn es nur lösliche Plörre ist. Irgendwie dauert es dann doch, bis alles verstaut ist. Der Schlafsack ist trocken geblieben, die Uberlite hat über die letzten 2 Stunden kaum Luft verloren, und ich versuche ganz leise zu sein. Mein Handtuch wird zum Zelt-Trockenwisch-Tuch und ein paar mal ausgewrungen. So ist es dann kurz nach halb acht als ich endlich los komme. Heute geht es erst mal noch ein wenig weiter runter und dann hoch zum höchsten Punkt des Sumava, den Polednik. Wenn es gut geht, so der Plan, laufe ich dann gleich noch weiter bis Modrava. Die kleinen und größeren Bäche am Wegesrand sind eine angenehme Begleitung und lenken den Blick von den für mein Gefühl viel zu breiten Wegen weg. Nicht weit nach dem Camp zweigt der Weg zum Jezero Laka - Lackensee - ab. Auf Altbayerisch heißt "Lacka" so viel wie Lache, Pfütze und wird für (fast) stehende und/oder schmutzige Gewässer verwendet. Vermutlich war das hier der Namensgeber, und der "See" bzw. "Jezero" ein Kartographen-AddOn. Es feuchtelt immer noch von oben, aber nicht tragisch, und der neue Hut mit Krempe ist eine kleine Offenbarung. Viel besser als nur die Regenjacke, die das Gesicht ungeschützt lässt. Auf dem Schild am See stehen einen Haufen Daten und Fakten, etwas über PH-Wert-Änderungen, Regenmengen, Temperaturen und Jahreszeiten, aber da alles nur auf Tschechisch ist verstehe ich nix davon. Schön anzuschaun ist er trotzdem, der Jezero Laka, und wenn das Wetter besser wäre, würde ich ein zweites Frühstück an der Sitzgruppe am anderen Ufer machen. So bleibt es bei einem Foto und einem Müsliriegel während des Gehens. Vom See aus geht es zumindest ein kurzes Stück über einen richtigen Pfad - ungefähr 300m, bis zur Straße, aber immerhin - und dann schiebt sich so langsam zwischen den Regenschauern auch immer wieder kurz die Sonne durch und lässt das rötliche Sumpfgras leuchten. Zwischendrin folge ich immer mal wieder kurzen Abstechern, die auf meiner Karte (Kompass) eingezeichnet sind, aber nach kurzem immer im Nirgendwo enden, meist mit einem Hinweisschild auf die Kernzone des Nationalparks und dass man doch bitte auf den markierten Wegen bleiben soll. In 3 Sprachen. So kommen schon ein paar Umwege zusammen. Ich wünschte mir, die erklärenden Tafeln entlang der Wege wären auch alle mehrsprachig, aber nur 1 aus 5 ist es. Es wird klarer, obwohl es immer mal wieder kurz regnet. Endlich sehe ich, dass neben mir Ber... äh, Hügel sind. Na gut, Berglein. Es geht jetzt 300 Höhenmeter hinauf, und ich denke immer, irgendwann muss es doch jetzt mal steiler werden. Ein steiles Stück finde ich nicht, aber dafür eine Quelle, richtig schön mit hölzerner Rinne, aus der kaltes, klares, leckeres Wasser schießt bevor es in einem Loch verschwindet. Nach einem prüfenden Schluck fülle ich meine Flaschen bis zum Rand. Das übrige gelbliche Bachwasser bekommt einer der umliegenden Bäume. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Polednik mit seinem markanten Aussichtsturm. Dahinter wäre der Notübernachtungsplatz, aber es ist gerade mal 12:30 Uhr. Auf der Terrasse werden Bratwürste gegrillt, riesig große, lecker duftende Bratwürste... Aber die überlasse ich schwersten Herzens den vielen schnaufenden Radfahrern und den mit dem Bus bis auf ein paar Kilometer herangekarrten älteren Touristen. Ich wollte ja mal Tütenessen und andere Leckereien ausprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das Zeug nach einem längeren Wandertag so macht. Also trinke ich nur einen Schluck auf einem Fels vor dem Turm, sehe mich ein wenig um und bewundere die Überreste des ehemaligen Naturlehrpfads, der jetzt nur noch aus einzelnen, zerfallenden Stücken besteht, wie kleine Brücken im Nirgendwo. Dann mache mich wieder vom Acker, pünktlich mit dem nächsten Regenguss. ...Fortsetzung folgt...
  13. Mit viel neuer Ausrüstung und einem verlängerten Wochenende galt es, die beiden in eine sinnvolle Verbindung zu bringen. Durch einen Hinweis hier im Forum (danke, @derray!) bin ich auf die Notübernachtungsplätze im Böhmerwald-Nationalpark gestoßen. (Alle Fotos in diesem Beitrag wurden von mir selbst gemacht) Tag 1 - Bayerisch Eisenstein -> Stara Hurka, 13km Am Donnerstag - nach langem Ausschlafen - ging es um 9:45 los zum Bahnhof und dann gute 3 1/2 Stunden mit der DB und der Waldbahn bis Bayerisch Eisenstein, den erwählten Startpunkt meiner Tour. Der Wetterbericht hat leichten Regen für die Nacht vorhergesagt - hurra, mein Duplex hat eh noch keinen gesehen - aber danach schönes Wetter. In Bayerisch Eisenstein verläuft die Grenze durch den Bahnhof, was irgendwie witzig ist. Man könnte hier noch ein paar Stunden verbringen um sich über den Naturpark aufzuschlauen und das Localbahnmuseum zu bewundern, aber die Wolken hinter mir sehen nicht so aus als würden sie bis in die Nacht warten... Also laufe ich los. Gleich nach dem Bahnhof steht schon der erste Wegweiser, ganz in Tschechisch, aber ich glaube trotzdem zu erkennen dass ich gleich auf dem E6 wandeln werde. Das ist erst mal kurios, denn ich habe erst kürzlich im Wikipedia-Eintrag zum E6 geschmökert, und darin wird Tschechien nicht erwähnt. Jetzt, daheim, schaue ich auf der offiziellen Seite nach und sehe da natürlich Tschechien. Das muss dem Wiki Peter unbedingt mal jemand sagen! Für den Nachmittag steht nur eine kurze Etappe auf dem Programm bis Stara Hurka, was laut Outdooractive ungefähr 13km sein sollten. Jetzt war ich noch nie im Bayerischen oder Böhmerwald unterwegs und kann mein Tempo hier schlecht einschätzen. Deshalb lasse ich mir nicht zu viel Zeit. Der Wind frischt auf, die Wolken ziehen sich immer wieder drohend zusammen, und ich gebe auf dem zur Hälfte geteerten Weg Gas. Ein paar Radfahrer sind unterwegs, und an den Steigungen überholen wir uns nach den kurzen Pausen immer wieder gegenseitig. Bin ich so fit oder die, uhm, nicht? Wohl eher letzteres Nebel und Nieselregen ziehen herein, viel früher als vom Wetterbericht vorhergesagt, und ich befürchte schon, dass das wieder so eine typische August-Tour wird an der Aussicht und ich nie zur selben Zeit am selben Ort sind. Dann reißt es aber doch kurz mal auf, ist zwar diesig, aber die sanften Hügel des Bayerischen Walds sind gut zu erkennen. Mittlerweile habe ich mich auch schon von 800m auf über 1100 hochgearbeitet, und langsam dämmert mir, dass ich viel zu schnell bin. Ich trödle deshalb herum - die Notübernachtungsplätze dürfen ja erst ab 18:00 Uhr genutzt werden - tapse am Camp vorbei noch 100m weiter zur Ruine einer alten Kapelle, die ich vor lauter Pause machen zu fotografieren vergesse und deshalb später beim Wasserholen noch mal besuche, und schlage dann Punkt 6 mein Zelt auf dem super angenehmen und einsamen "Notübernachtungsplatz" von Stara Hurka auf. Plumpsklo an der Straße, netter Trampelpfad zum holzumzäunten Platz, eine Sitzgruppe - was will man mehr? Endlich kommen jetzt meine neuen BD Distance Carbon FLZ zum Einsatz, und ich spiele ein wenig herum, bis die Höhe passt. Mit 122cm habe ich tatsächlich wie von ZPacks angegeben einen "near perfect pitch". Das Zelt steht pünktlich für den ersten richtigen Regenschauer, der aber nur kurz ist. Die Windböen dabei lassen mich aber schon mal Vertrauen in mein Zelt fassen, und die Heringe bewegen sich keinen Millimeter. Ich laufe danach noch mal los und filtere Wasser aus einem Bach ca. einen Kilometer entfernt und mache bei der Gelegenheit endlich das Bild der Ruine. Ich habe auch noch Glück und die Sonne spitzelt durch die Wolken! Das Wasser ist mir zuerst nicht ganz geheuer. Es treiben kleine Schaumflöckchen darauf - es ist wohl richtig viel Eiweiß drin - aber dafür habe ich ja den Sawyer dabei. Was mir nicht so gut gefällt ist, dass das Wasser auch nach dem Filtern noch nicht alles von seiner Färbung verloren hat. Nach einem Blick auf die Flasche könnte man ob des gelblichen Einschlags auf ganz falsche Gedanken kommen. Ich schnüffle deshalb ausgiebig daran, mache dann ein paar Geschmackstests und beschließe, dass es wohl okay ist. Ganz hinten im Kopf ist noch eine Erinnerung an den Erdkundeunterricht in der Grundschule, an Moorwasser, altes Laub und Tannine - feucht genug ist es ja hier - und an Eisenfärbungen, was auch gut sein kann. Beides bringt mich sicher nicht um, also behalte ich das Wasser und lasse es drauf ankommen. Ich bin kaum zurück, da kommen weitere Wanderer an. Alles Einheimische mit Husky-Zelten, bis auf einen, der ein Bivy-Zelt aufstellt und sich mühsam eine der Bänke dorthin quer über den Platz zieht. Naja. Als es langsam zu dämmern beginnt zähle ich 7 Zelte, aber es fühlt sich nicht eng an. Es wird gekocht. Bei den meisten gibt es Knorr Spaghetteria, bzw. das tschechische Pendant dazu, angereichert mit allem möglichen was die Dosengemüse-Abteilung so her gibt. Ich koche Wasser für meine erste Tüte Trailnahrung - der BRS3000 kämpft ein wenig mit dem Wind, und ich schirme ihn mit der Tüte und den Händen so gut es geht ab - und gieße dann in freudiger Erwartung 350ml sprudelndes Wasser ins Beef Stroganov von Travellunch. 10 Minuten später löffle ich mein seltsam suppiges, geschmackloses Etwas mit Reis und sehe den anderen neidisch zu. Dann geht auch der Regen richtig los, und da es hier keine Spur Internet gibt, ist das die perfekte Gelegenheit, meinen Kindle herauszukramen und endlich mal wieder ausgiebig etwas anderes zu lesen als nur immer Ausrüstungsbewertungen... Die ganze Nacht ist verregnet und windig. Ich bleibe aber schön trocken im Zelt, und im X-Lite 400 ist es kuschelig warm. Wenn da nur nicht... tja, es stimmt leider, irgendwie scheinen alle Uberlite ein Luftproblem zu haben. Ich blase meine während der Nacht mehrfach auf, weil ich mit der Hüfte auf dem Boden liege und das richtig unangenehm ist. Zumindest mein großes S2S-Kissen tut brav was es soll und fast bequemer als das "richtige" zuhause. Vielleicht sollte ich ganz auf Luftkissen umsteigen? Mit dem Gedanken im Kopf schlafe ich um 3:00 Uhr zum letzten Mal für diese Nacht ein, während der Regen als feines Rieseln das Schnarchen meiner Zeltnachbarn übertönt. ...Fortsetzung folgt im nächsten Artikel...
  14. Bin grad auf dem Weg in den Böhmerwald. Autark bis Sonntag Nachmittag auf dem „Roten Weg“, mal schaun wie weit ich komme
  15. Um es vorsichtig zu sagen: das läuft dem Hygienegedanken eines Hüttenschlafsacks direkt entgegen.
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