So jetzt wird allmaehlich ein Schuh draus, ich habe nachgehakt, da jemand die Pauschalaussage gemacht hat "Sobald man im Packraft Wind oder Strom gegen sich hat, sitzt man besser auf dem Trockenen." die nach meinen praktischen Erfahrungen einfach nicht stimmt.
Beim Nachhaken stellte sich ja nun auch raus, dass derjenige keine praktischen Erfahrungen mit Packrafts besitzt.
Dass es immer eine Grenze gibt, ist klar, das ist in jedem Bereich so, z.B. machen auch div windstabile Zelte frueher die Graetsche bzw falten sich dynamisch ein , als z.B. ein Portal, Crossbow oder Scarp, aber deswegen wuerde ich bei diesen anderen windstabilen Zelten nicht schreiben "Sobald man Wind hat, sitzt man besser im Haus, als in diesen Zelten" oder ich bin frueher auch manches Gelaende, Sand und heftige Erdpaesse mit Moto Guzzis mit Stummellenker und Tourenmaschinen gefahren, in Afrika waere ich aber mit den Maschinen nicht ueberall durchgekommen, wo ich mit einer Enduro durchgekommen bin und bei Trial-Maschinen war in Steilhaengen nicht die Maschine die Grenze, sondern meine Angst, deswegen wuerde ich aber nicht schreiben "sobald Du bei einer "Nicht-Gelaende-Maschine" keinen Asphalt mehr unter den Reifen hast, steig ab und warte auf Hilfe" Pauschalaussagen sind imho meist falsch...
Dass die praktische Erfahrung mit Paddelbooten jeglicher Art natuerlich ist, dass man bei sehr hohen Windwerten nicht mehr gegenankommt und die Bootsform da auch einen wesentlichen Einfluss hat, ist klar, das kenne ich auch von Booten mit AB, kann mich z.B. noch an eine Warmfront auf einem Fluss in NL erinnern, bei dem es div Motorboote bei gegenan in die Ufer gedrueckt hat und ich, deutlich schwaecher motorisiert, noch mit einem Knickspanter-Segelboot durch den schmalen Bug gegenan motoren konnte.
Oder aus Schweden, identische Bootsform / beim Festrumpf-Canadier, wir konnten noch ganz gut gegenan paddeln, eine Familie, die deutlich hoeher mit Gepaeck beladen war, kleinere Blaettern an den Paddeln und nach meiner Einschaetzung weniger Armpower hatte, ist bei weitem nicht mehr gegenan gekommen...
Wir haben nun in diesem Thread vom Author obiger Pauschalaussage die Erfahrungsaussage, dass er bei 6 BF mit einem Kajak (das ja, wenn man mal die kurzen Spielboote fuer WW beiseite laesst, im Vergleich zum Packraft recht optimal fuer Wind gegenan geschnitten ist) Muehe hat, noch Geschwindigkeit ueber Grund zu machen.
Wir haben nun von einem Packraft-Paddler die Erfahrungsaussage, dass er mit einem rel schmal geschnittenen Packraft die Grenze bei BF 4, mit BF 5 Boeen sieht, da es nach 5-6 km recht freudlos wird, er danach noch gegenan kommt, aber es eben kein Spass macht, ich wuerde auch mal tippen, dass da die Geschwindigkeit ueber Grund recht gering ist...
Meine praktische Erfahrung mit vielen Packrafts ist, dass es natuerlich bei Gegenwind, wie bei anderen Booten auch, auf die Bootsform ankommt, ein schmaleres Boot mit spitzem Bug hat einen besseren Stroemungswert als ein Breites mit stumpfen Bug (wobei natuerlich die Frage ist, ob das im Verhaeltnis zu meinem Stroemungswert eine wesentliche Rolle spielt ), wenn das PC nicht ganz kurz ist bzw Platz im Boot bietet, dass man im Extremfall mehr Gepaeck im Boot unterbringen kann, hat das natuerlich auch Vorteile, eine Spritzdecke veringert auch Verwirbelungen und verbessert den Stroemungswert.
Da sobald Gewaesser richtig groesser werden, sich bei Wind auch Wellen aufbauen, die ja beachtliche Hoehen erreichen koennen (beim Windsurfen hatte ich schon haeufiger Wellenhoehen ueber Masthoehe > 5 m, da wollte ich aber schon lange nicht mehr mit irgendeinem Paddelboot unterwegs sein...) spielen fuer die Windtauglichkeit auf groesseren Gewaessern meist noch andere Faktoren mit :
- Da dann auch Wellen ueberkommen koennen, also ein offenes Boot volllaeuft / manovrierunfaehig wird, haben dann natuerlich Boote, die entweder oben dicht sind (also Spritzdecke & Paddelschuerze) oder Selfbailer mehr Sicherheitsreserven
- in der Welle, gerade wenn durch Boeen die Windrichtung etwas wechselt und damit die Wellenrichtung oder Kreuzsee aufkommt, steigt das Kenterrisiko, da habe ich, wenn das Boot nicht superschmal kajakmaessig geschnitten ist, mehr Sicherheitsreserven
- beim statischen Gewicht einen tiefen Schwerpunkt zu haben, natuerlich auch, da haben dann die Selfbailer die Nase vorn
- beim dynamischen Gewicht kommt es darauf an, dass man es wirklich sicher dynamisch einsetzen kann, da wir hier ja nur technische Vorgaben beruecksichtigen, nicht Skills, haben da natuerlich PC mit Schenkelgurten & dickere Schlaeuchen gegenueber Booten wo das nicht so gut geht, die Nase vorn
Ich wuerde windmaessig bei mir auch ca die Grenze von Itchy fuer Packrafts ansetzen, wobei es da natuerlich auch drauf an kommt, welches Packraft ich verwende, bei den entsprechenden Wellenbedingungen wollte ich dann aber schon lang nicht mehr mit nem Canadier, egal ob Festrumpf oder Falter unterwegs sein und wenn ich an Bedingungen mit Kreuzsee oder hoeheren Wellen in WW denke, bin ich auch recht froh, da in einem rel kentersicheren WW-Packraft und nicht in einem schmalen Kajak zu sitzen, vor allem, seitdem ich fuer solche Bedingungen bei meiner Weste umgestiegen bin und eine mit Cowtail und entsprechendem Karabiner dran habe, dass ich z.B. nicht mehr unter diesen Bedingungen das Paddel von Kajakpaddlern, die gerade eine Schwimmeinlage machen, irgendwie auf Packraft lange sicher muss, sondern einfach nur an den Cowtail haenge Fazit : Nach den Erfahrungsberichten der 3 hier gibt es logischerweise eine Windgrenze bei Paddelbooten, die zwischen BF 4 mit 5er Boeen (Packraft) bis BF 6 (Kajak) liegt und sich also imho nicht so wesentlich fuer Packraft kontra Falter bzw Festrumpf unterscheidet.
Der Vorteil des Kajaks (schmale, windschnittige Form, dadurch etwas weniger "Windwiderstand") kann sich bei entsprechenden Wellen als Nachteil gegenueber WW-Packrafts erweisen, was die Kentersicherheit oder auf kleineren Fluesschen das Ausnutzen von Kehrwasser usw betrifft. Die Aussage "Sobald man im Packraft Wind oder Strom gegen sich hat, sitzt man besser auf dem Trockenen." trifft also nicht zu. Ansonsten kommt es halt genau wie bei anderer Ausruestung, darauf an, was man wo vor hat, Packrafts haben halt genauso unterschiedliche Modelle, wie andere Boote auch, da ist es unmoeglich, irgendwelche Pauschalaussagen zu machen und da muss sich jeder das oder die Packrafts aussuchen, die zu den eigenen Touren und Revieren passen, da braucht jemand z.B. im Zahm bzw stehenden Wasser von Meck-Pom was Anderes, als jemand, der kleine, schnell fliessende Gewaesser, am liebsten noch mit ordentlich Welle paddelt, der kann dann da mit irgendeinem UL-Packraft wie dem Nano nix anfangen und umgekehrt wird jemand, der ein Nano mit entsprechendem Paddel am Rucksack haengen hat, um mit minimalem Gewichtsaufwand abends vom Zelt ne Runde ueber den See zu paddeln, mir nen Vogel zeigen, wenn ich ihm erzaehle, dass ich haeufig 4 kg WW-Packrafts an bzw im Rucksack habe...