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  1. Neue Ultraleicht-Ausrüstung

    RaulDuke reagierte auf HEB für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Neuigkeiten von den Fernwandertagen:
  2. Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread

    cozy reagierte auf traveloors für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Wir haben uns mittlerweile das X-Mid 2 SilPoly gekauft und mein Freund schläft mit 1,90m gut darin, auch auf einer Neoair. Ich hab versucht bei der letzten Tour drauf zu achten und würde sagen, dass er das Zelt eher nicht berührt. Er schläft aber auch komisch mit geflexten Füßen. Wir nehmen das Zelt im Herbst mit nach NZ und werden es dort mal ausgiebig bei Regen testen. Ich berichte dann.
  3. Schuhe: wieviel Verbrauch darf es bei euch sein

    Lolaine reagierte auf the EL für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Ich kann dazu etwas sagen, weil ich seit Jahren praktisch immer dieselben Schuhe nachkaufe. Beim Trailrunner ist es der La Sportiva Ultra Raptor ohne GTX, davon hatte ich mittlerweile ca. fünf Paar. Für längere Touren und etwas anspruchsvolleres Gelände nehme ich meistens den Salomon X Ultra, früher den 3er, inzwischen den 4er bzw. manchmal den X Ultra 360 Edge. Davon dürften es ebenfalls vier oder fünf Paar gewesen sein. Ich kaufe die Schuhe meistens im Ausverkauf, wenn die nächste Generation kommt. Für La Sportiva und Salomon zahle ich dann meistens um die 100 Euro. Für mich funktioniert das ziemlich gut: Ich weiss, dass die Schuhe an meine Füsse und zu meinem Einsatzprofil passen und ich spare mir das für mich eher mühsame Schuhe-Anprobieren im Laden. La Sportiva Ultra Raptor Den benutze ich vor allem für schnelle Tageswanderungen und gelegentlich leichte Zweitagestouren, nicht wirklich zum Trailrunning. Er ist für einen Trailrunner eher schwer, aber genau das mag ich teilweise an ihm. Ordentlicher Zehenschutz, relativ stabiler Fersenbereich und diese Art Neoprenabschluss hinten. Bei meiner normalen Nutzung ergibt sich erstaunlich konstant ungefähr folgendes Bild: etwa zwei Jahre als richtiger Outdoor-Schuh danach nochmals zwei bis drei Jahre für Fahrrad/Alltag zuerst ist meistens das Profil durch, vor allem an der Ferse und etwas am Vorderfuss das Obermaterial hält bei mir ziemlich gut, höchstens kleinere Löcher im Mesh, wegen besonders hartnäckiger Dornen oä, also weniger "normaler Verschleiss durch Abnutzung" positiv finde ich, dass mir der Fersenbereich innen praktisch nie durchscheuert. Das kenne ich von anderen Schuhen deutlich stärker. Nach etwa zwei Jahren ist das Profil bei mir so weit herunter, dass ich bei Nässe oder steilem Gelände einen deutlichen Unterschied merke. Dann werde ich den Schuh aber nicht weg. Ich fahre damit 1-2y zur Arbeit. Irgendwann merkt man dann auch, dass die Dämpfung wirklich nachgelassen hat. Einen halbwegs belastbaren Kilometerwert habe ich von einer längeren Fernwanderung: praktisch neues Paar am Start, nach ungefähr 1400 km ersetzt. Das war definitiv zu lange. Das Profil war zwar noch nicht komplett blank, aber der Schuh war deutlich rutschig und vor allem die Dämpfung war wirklich fertig. Auf Asphalt fühlte es sich irgendwann fast so an, als würde ich direkt auf den Boden stampfen. Das Obermaterial war dagegen noch ordentlich. Meine Schätzung aus den verschiedenen Paaren wäre deshalb: um 1000 km Outdoor-Nutzung halte ich beim Ultra Raptor für realistisch, je nach Gelände natürlich. Danach kann er für weniger kritische Einsätze noch lange weiterleben. Salomon X Ultra Beim Salomon ist es etwas schwieriger in Kilometer umzurechnen. Ich benutze ihn vor allem auf Langstreckenwanderungen, davon mache ich ungefähr zwei pro Jahr, plus ein paar Mehrtagestouren und anspruchsvollere Tageswanderungen. Insgesamt vielleicht drei bis acht Wochen Nutzung pro Jahr. Auch den nutze ich meistens etwa zwei Jahre ernsthaft, danach noch zwei bis drei Jahre als Winter-Fahrradschuh. Hier ist bei mir interessanterweise meistens nicht zuerst die Sohle das Problem. Das Profil hält länger als beim Ultra Raptor. Dafür entsteht zuverlässig am Vorderfuss an der Knickstelle irgendwann ein Loch im Obermaterial. Also ungefähr dort, wo bei jedem Schritt der Schuh zwischen Zehen und Vorderfuss abknickt. Nach vielleicht anderthalb bis zwei Jahren ist dort oft ein fingerkuppengrosses Loch, teilweise auf beiden Seiten. Die GTX-Membran darunter überlebt das häufig. Der Schuh sieht dann ziemlich mitgenommen aus und trocknet schlechter, wenn doch einmal Wasser hineingelangt, bleibt aber trotzdem noch längere Zeit wasserdicht (okay, so wasserdicht wie bei einer solchen Membran halt zu erwarten ist). Gerade deshalb eignen sich meine ausgemusterten X Ultras noch ziemlich gut als Winter-Fahrradschuhe (11km/40min pro Richtung). Unterm Strich habe ich mit beiden Modellen eigentlich ziemlich gute Erfahrungen. Bei mir landen Schuhe jedenfalls nicht nach 700 oder 800 km im Müll, nur weil sie für anspruchsvolle Touren nicht mehr taugen. Ich verschiebe sie einfach eine Stufe nach unten: anspruchsvolle Touren → einfache Touren → Fahrrad/Garten. So kommen bei mir aus einem Paar meistens vier bis fünf Jahre Nutzung heraus.
  4. Der „Kurze Frage, kurze Antwort“-Thread

    cozy reagierte auf traveloors für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Kurze Korrektur: ich bin mit Pro und Pro+ durcheinander gekommen. Also das X-Mid 2 ist von den Innenmaßen das Größte. 4cm länger als Pro und Pro+ und genauso breit wie das Pro+. Das Pro ist schmäler als die beiden anderen Varianten und das ist es auch, auf was die Beschreibung vom Pro+ referenziert. Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Pro+ nochmal leichter als das normale X-Mid 2, weil leichteres Material, und die Apsiden sind wesentlich geräumiger. Bei deutlich mehr als doppeltem Preis bleiben wir beim X-Mid 2.
  5. 1 Punkt
    Circuito Dientes de Navarino / Dientes Circuit – Wandern am Ende der Welt [März 2014] "Wenn's so bleibt ist's gut." Sagt J. zu mir, als wir in Puerto Williams loslaufen. Sie meint damit das blauerhimmel Wetter und wahrscheinlich auch ihre trockenen und warmen Füße. Das Wetter wird den Großteil der Tour einigermaßen halten und zumindest Regen wird uns während des Trekkings erspart bleiben. Wir werden nicht von oben nass... Aber trockene Füße und eine warme Sonne, die einem auf den Pelz scheint, die werden uns auf dem Dientes Circuit auch nicht wirklich begleiten... Die Tour ist in den meisten Wanderführern mit fünf Tagen angesetzt, wir planen vier ein, sind etwas schneller und laufen drei Tage. Waren wohl noch im Wandermodus von dem vor ein paar Tagen abgeschlossenen Torres del Paine Circuit. Aber, los geht´s, uns erwartet eine der schönsten Wandertouren, die ich bis jetzt erleben konnte. 1. Tag. Puerto Williams - Laguna de los Dientes Vor ein paar Minuten erst sind wir mit dem Flugzeug aus Punta Arenas gelandet und haben große Lust loszulaufen. Der Überflug von Patagonien nach Feuerland hat uns aus der Ferne die atemberaubende Landschaft näher gebracht, von der wir nun einen kleinen Teil näher erleben dürfen. Wie die noch folgenden Tage, ist auch der erste ein langer. Nachdem wir uns auf der Polizeistation abgemeldet haben und im Minimarkt das letzte noch fehlende Bisschen Verpflegung eingekauft haben, verlassen wir das beschauliche Puerto Williams und laufen los. Es ist 12 Uhr, die Sonne scheint und es ist windig. Die Wolken werden aber früh genug kommen...noch verharren sie drüben über Argentinien. Die Wegfindung ist zu Beginn relativ leicht. Es gibt allerdings kaum gutes Kartenmaterial und wir nutzen eine Mischung aus kopierter Karte und der offiziellen Dientes de Navarino Broschüre des Ministerio Bienes Nacionales als PDF auf dem Smartphone. Sobald man die „Stadt“ verlässt, ist der Weg durch Markierungen gut zu finden, da der erste Anstieg auf den Cerro Bandera eine beliebte Tageswanderung für nicht-Trekking-Touristen auf der Isla ist. Sobald man jedoch diesen Hügel hinter sich lässt, wird die Wegfindung etwas schwieriger und bedarf Aufmerksamkeit und Blicke in die Broschüre, um von einem Steinhäufchen oder Snoopie zum nächsten zu finden. Snoopies sind die in der Brochüre gekennzeichneten und in der Realität durch nummerierte Holzpfähle aufzufindenden Wegpunkte. Durch sie lässt sich sehr einfach feststellen, wo man sich befindet. Nur finden muss man sie; und dafür braucht man dann doch wenigstens minimale Kenntnisse im Karte und Landschaft lesen. Wir werfen den ersten Blick auf die Berge der Isla, wandern weiter und nach einer Pause an einer kleinen Lagune geht´s über den steinigen Pass. Wie auch schon auf dem Torres del Paine Circuit ein paar Tage zuvor, haben wir auch hier wieder kein Glück mit dem Wetter bei der Passüberquerung. Es ziehen Wind und Wolken auf. Die haben es also doch noch über den Beagle Kanal rüber geschafft. Es fängt an zu schneien; Kein Regen...wir werden also wie gesagt zumindest nicht nass. Durch diesen Wetterumschwung können wir jedoch nicht den im Wanderführer versprochenen Blick auf Kap Horn genießen. Ein paar Inseln am Horizont deuten sich an, durch die Wolken ist die Felsinselgruppe im Süden der Isla Navarino allerdings leider nicht auszumachen. Nach dem Pass wird die Wegfindung zunehmend schwieriger und als wir die Geröllfelder verlassen und uns weiteren Seen nähern sehr matschig. Die Füße werden das erste mal komplett nass und sollten diesen Zustand bis auf die nächtlichen Pausen im Quilt/Schlafsack die nächsten Wandertage auch nicht mehr verlassen. Zwischendurch klart es auf, das Wetter bleibt aber sehr wechselhaft. Gegen Abend treffen wir den ersten anderen Wanderer hier und kommen ins Gespräch. Christobal, schließt sich uns bis zum Schlafplatz an. Er ist alleine unterwegs, scheint schlecht vorbereitet und erzählt, er habe keine Karte. Daher versucht er von Steinhäufchen zu Steinhäufchen zu laufen. Findet er ein Steinhäufchen nicht, läuft er zum letzten zurück und beginnt seine Suche von vorne. Das hört sich nach einer sehr langsamen und bei den zu erwartenden Bedingungen auch nicht ungefährlichen Aktion an. In der Nähe des Snoopie 17 finden wir für sein und unser Zelt einen trockenen und flachen Platz. Es ist 19:30 und wir sind 1 ¾ Wanderführer-Tagesetappen gelaufen. J. ist ziemlich kaputt und friert durch die Erschöpfung. Nachdem das Zelt windgeschützt aufgebaut und fest verankert ist, gibt es Pilzrisotto. Das gibt Energie und macht warm. Der Ausblick auf die Berge und die Lagune ist wunderschön. Ich merke, dass ich auch kaputt bin und wir verkriechen uns in die warmen Daunen. Gute Nacht. 2. Tag. Laguna de los Dientes - Laguna los Guanacos Die Nacht war kalt und es hat einige Zentimeter geschneit. Die Temperatur liegt am Morgen um die 0°C. Wenn wir in zwei Tagen in Puerto Williams ankommen, wird uns ein Einwohner erzählen, dass dieses Jahr der Schnee ungewöhnlich früh fällt. Jetzt im Moment erfahren wir die Auswirkungen dessen. Wir essen ein paar Müsliriegel im Quilt und packen schnell ein. Je schneller wir loslaufen, desto schneller wird es richtig warm werden. Christobal ist noch in seinem Zelt und frühstückt. Ich frage ihn, wie die Nacht war. Er meint ebenfalls, es wäre kälter als gedacht gewesen, aber gut. Bevor wir Christobal verlassen, gebe ich ihm unseren Backup Ausdruck der Karte. Wir machen uns auf den Weg und ich hoffe, dass er damit wieder gut aus der Wildnis herausfindet und eine schöne Tour hat. Die Wegfindung ist durch den frischen Schnee zwischendurch noch etwas konzentrationsfördernder als den Tag zuvor. Der Pfad, sowieso kaum existent, ist schlecht zu erkennen. Wir sind die ersten, die frische Fußstapfen in den Schnee setzen. Nach einiger Zeit treffen wir eine vierer Gruppe, die eine Lagune später übernachtet hat, lassen sie jedoch schnell hinter uns. Viele andere Wanderer begegnen einem auf dieser Tour nicht, wie wir am Ende feststellen. Der Weg geht auf und ab und wenn man nicht auf Geröllfeldern läuft, ist der Weg durch den wieder schmelzenden Schnee ziemlich matschig. Dafür entlohnt uns der Ausblick und die Natur. Auch zwei Biber lassen sich sehen. So schön der Anblick ist, während die beiden durchs Wasser gleiten und dann in der Biberburg verschwinden, so erinnert es doch daran, wie sehr die Natur der Isla unter ihnen zu leiden hat. Die Biber wurden vor Jahrzenten ausgesetzt um sie jagen zu können und der Mensch so ohne Nachdenken in ein funktionierendes Ökosystem eingegriffen. Ohne natürliche Feinde und unter perfekten Umweltbedingungen entwickelten sie sich jedoch schnell zur Plage, was man nicht zuletzt an den vielen Toten Bäumen um die Seen sieht. Es erinnert teilweise an die Waldbrand-Gebiete, durch die wir im Torres del Paine gewandert sind...nur hier waren Tiere und keine Flammen am Werk. Insgesamt ist dieser Morgen jedoch einer der schönsten, die ich bisher auf meinen Wanderungen erleben durfte. Die Berge sehen teilweise aus wie Puderzuckerhaufen und die Umgebung ist atemberaubend. Ein Farbenspektakel. Es mischt sich das noch übrige Sommergrün mit den ersten Herbstfarben und ein paar frischen Sprenkeln Schnee. Immer wieder wechselt der Untergrund zwischen Matsch, Steinwüste und steilen Geröllfeldern; wir sind froh um unsere Trekkingstöcke. Besonders an Passüberquerungen zieht der Wind stark, aber der Ausblick ist wunderschön. Seen, Berge, das Meer. Zum Glück hält sich das Wetter einigermaßen, es schneit nicht weiter und oft genug erhascht man einen Sonnenstrahl. Der letzte Abstieg zum Camp ist sehr steil, wir rutschen das Geröllfeld eher runter, als zu gehen und sind froh unten heile anzukommen. Kurz vor dem angepeilten Schlafplatz gibt es dann noch einmal sehr matschige und nasse Füße. Bei meinen bisherigen Touren waren Trailrunner ohne Membran kein Problem, nasse Füße sind immer wieder durchs Laufen warm geworden. Auf der Isla sind die Bedingungen jedoch sehr an der Grenze für diese Schuhe und die Füße darin. Durch Matsch und den dauernd pfeifenden Wind sind sie nicht nur nass, sondern werden den ganzen Tag nicht richtig warm. Da helfen auch keine Neoprensocken. Die warmen Daunen warten jedoch nur darauf, sich dessen anzunehmen... Wir Zelten nach ca. 2 ¼ Tagesetappen bei Snoopie 35 und haben eine perfekte Aussicht auf Lagune, Pass und Beagle Kanal. Jetzt eine leckere Suppe mit Extraportion Nudeln und dann ab in die Federn. Es ist nicht ganz so kühl wie gestern. Das wird eine schöne Nacht. 3. Tag. Laguna los Guanacos - Beagle Kanal/ Puerto Williams Früh morgens regnet und windet es. Die Temperatur ist bei ca. 5°C und der über Nacht gekommene Regen hört noch vor dem Aufstehen auf. Frühstücksriegel gibt’s wieder im Schlafsack, dann Aufstehen, zusammenpacken und die matschig nasskalten Socken warmlaufen. Ich erkenne wieder an: Trailrunner ohne Membran sind für diese Umgebung (nass, kalt, matschig und keine Aussicht die Schuhe zu trocknen oder trocken und wärmer laufen zu können) nicht die beste Wahl. Zumindest für mich. Eine bessere fällt mir aber auch nicht wirklich ein. Wir haben nur noch eine Tagesetappe vor uns, bevor uns ein gemütliches Hostel mit Holzofen im Gemeinschaftsraum erwartet. Und eine Dusche! Der Abstieg geht weiterhin durch Matsch. Nur ab und zu fester Boden. Es ist bewölkt, aber die Sonne lässt sich hin und wieder blicken. Wir treffen eine Lagune weiter unten einen anderen Wanderer, Herbert. Er hat so früh nicht mit anderen Wanderern gerechnet und die letzten beiden Tage niemanden sonst getroffen. Ein netter Kerl und wir wandern zu dritt das restliche Stück weiter. Je näher wir der Straße nach Puerto Williams kommen, desto schwieriger ist erstaunlicherweise die Wegfindung. Eigentlich geht es nur bergab und die Straße konnte man schon erblicken. Wie immer belohnt einen die Aussicht hier jedoch im Ausgleich. Gegen Ende verlieren wir den „Trail“ sogar komplett und verlaufen uns tatsächlich noch ein kleines bisschen... Der unschönste Teil der Wanderung ist dieser daraus resultierende Abstieg durch matschige Kuh-Wiesen und Wäldchen zur Straße am Beagle Kanal. Zwischenzeitlich haben wir das Gefühl die Kühe würden uns verfolgen. Wir entkommen, und erreichen die Straße. Ein paar Kilometer wandern wir daran entlang, bevor wir von ein paar Chilenen mit Auto Richtung Puerto Williams mitgenommen werden. Eine wunderschöne Tour geht zu Ende. Die nächsten Tage entspannen wir in Puerto Williams. Ein beschaulicher Ort zwischen Bergen und Beagle Kanal. Ein paar Häuser und Minimärkte, eine Polizeistation (wichtig: vor der Tour anmelden, nach der Tour abmelden), ein Museum, Arzt, viele Kasernen, Hafen und ein kleiner Flugplatz. Die Hälfte der Einwohner sind von der Chilenischen Navy, die wohl u.a. für die Gewässer um Kap Horn zuständig sind. Einen Tag nach Ende unserer Tour schneit es ordentlich in den höher gelegenen Bergen. Wir sind froh die Tour schon geschafft zu haben und nicht in die Wetterlage hinein geraten zu sein. Stattdessen genießen wir in einem kleinen Café warmen Tee und Kuchen mit Blick auf Beagle Kanal und Argentinien. Für mich eines der schönsten Städtchen unserer Reise in Südamerika. ​ Etwas zur Organisation der Tour: Hin und zurück sind wir über Punta Arenas mit dem Flugzeug. Das hat gut geklappt, wenn der Rückflug auch in einer Sardinenbüchse sehr wackelig und luftig war, aber das ist eine andere Geschichte. Die ist etwas fürs Lagerfeuer bei einem Treffen/ auf Tour . Die Flugtickets hatten wir ca. 2-3 Wochen vorher in Punta Arenas im Büro der Fluggesellschaft DAP gekauft. Es ist jedoch auch möglich über Argentinien/ Ushuaia per Boot anzureisen. Je nachdem, wo man vorher war bzw. anschließend hin möchte, macht entweder Punta Arenas oder Ushuaia Sinn. In Punta Arenas hatten wir versucht die erwähnte Wander-Bruschüre zu bekommen. Leider hatte auch das Regierungsbüro (Bienes Nacionales), welches in den Reiseführern als Anlaufstelle für diese Broschüre genannt wird, keine Exemplare mehr. Man sollte für den Fall der Fälle, dass man keine Karte mehr bekommt, eine PDF Version oder einen Ausdruck zur Verfügung haben. Vielleicht sind die Broschüren aber mittlerweile auch wieder zu bekommen. Die Broschüre lässt sich mit etwas Suche auch im Internet finden, hier ein Link: http://letempsdunvoyage.fr/joomla/images/stories/documents/dientes%20de%20navarino.pdf Etwas Essen kann man in den Minimärkten auf der Isla kaufen. Es lohnt sich aufgrund der größeren Auswahl jedoch, schon in den Supermärkten Punta Arenas einzukaufen und das Trekking-Essen mit auf die Isla zu bringen. Auf der Isla gibt es viel zu entdecken und man kann sehr gut entspannen. Ein paar Tage kann ich neben den Tagen, die man für die Tour einplant, also sehr empfehlen. Bilder: Sind alles Links zu Flickr. Dort kann man sie sich in vernünftiger Auflösung anschauen. Wem die Fotos gefallen und mehr sehen möchte; Hier ein allgemeiner Link zu meinen Alben: https://www.flickr.com/photos/90568600@N03/sets/
  6. Wien - Istanbul 2022

    Epiphanie reagierte auf ma11hias für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Griechenland / Türkei: Bevor es in die Türkei gehen sollte gab es noch einen kleiner 2-tägiger Abschnitt durch Griechenland zu bewältigen. Die Überquerung der Grenze in die Türkei hatte Dank dem aktuellen Spannungen zwischen Griechenland & Türkei seine Tücken, so dass ich nur Dank einer Mitfahrgelegenheit nach Edirne in die Türkei kam. Nach sehr vielen kleinen Bergdörfern und wunderschöner einsamer Landschaft erschlug mich das Treiben in Erdine fast. Nach dem ich die Stadt verlassen habe wurde mir auch langsam bewusst, dass sich meine Reise leider dem Ende nähert und entsprechend entspannt ging ich die Tage in der Türkei an. Auch wurden die Tage kürzer und die Menschen luden mich regelmäßig zum Tee ein, so dass größere Distanzen gar nicht erst möglich waren. Denn um so kleiner die Orte um so gastfreundlicher und hilfsbereiter waren die Menschen dort. Meist gibt es in jedem Dorf jemanden der im Ausland gearbeitet hat und so etwas Englisch oder Deutsch spricht und sonst muss ein Übersetzungsapp aushelfen. Ich hatte mit dem Wetter nochmals richtig Glück da es zu keiner Zeit regnete und somit die Feldwege sehr einfach passierbar waren. Bei starken Niederschlag wäre der Türkeiabschnitt viel schwieriger gewesen, so war es dann doch bis auf eine einzelne Etappe eine recht einfacher Weg bis nach Istanbul. Am Ende meiner Reise angekommen verblieb ich dann noch eine Woche um Istanbul zu erkunden bevor es per Flugzeug zurück nach Hause ging. khyal hat diesen Beitrag moderiert: Edit Khyal (edit und nicht extra Beitrag, damit auch alle Likes schoen bei ihm landen....) Normalerweise moechten wir Mods ja nicht, dass z.B. im Forum nur ein rel kurzer Teaser steht und dann auf externe Quellen verlinkt wird fuer Clickbaiting usw, die Inhalte sollen ja schliesslich im Forum stehen, aber @ma11hias hat ja nun den Reisebericht toll erweitert, macht richtig Appetit auf den Trail und da moechte ich als "Ausnahme" doch mal erwaehnen, dass Auf seiner Seite bei Polarsteps noch viel, viel mehr Bilder eine noch viel laengere Beschreibung ist und man daneben auf einer eingebundenen OSM-Karte genau die einzelnen Etappen usw gut nachverfolgen kann.
  7. Wien - Istanbul 2022

    Epiphanie reagierte auf ma11hias für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Bulgarien: Der wohl schönste und beeindruckendste Abschnitt meiner langen Reise. Nach dem ich die serbische Grenze überschritten habe, zauberte mir die vor mit liegende hügelige Landschaft ein breites Grinsen ins Gesicht. Nach so vielen eher flachen Kilometern freute ich mich riesig auf Bulgarien und dessen Berge. Von der Grenze sind es nur wenige Tage bis nach Sofia wo ich dann ganze 4 Nächte verbrachte um einerseits Sofia zu sehen und auch meine Ausrüstung zu erneuern. Hier könnt ihr was Ausrüstung betrifft wirklich fast alles bekommen was sonst auf diesem Trip kaum bis gar nicht erhältlich ist. Das Wetterglück war dieses mal auf meiner Seite. Fast auf den Tag genau erwischte ich den Start des so genannten bulgarischen „gypsy summer“, ein perfektes 2-3 wöchiges Zeitfenster im Herbst welches trotz kühlen Nächten für sehr warmes und trockenes Wetter sorgte und sich perfekt eignete die Berge vor Wintereinbruch zu überqueren. Nach dem ich meine Ausrüstung auf Vordermann gebracht hatte und Nahrungsmittel für ca. 3 Tage eingepackt hatte ging es in den frühen Morgenstunden los in die Vitosha Mountains hoch auf den Cherni Vruh (~2300m) um von dort in die Rila Mountains zu gelangen. Die Rila Mountains sind die höchsten Berge des Balkans und während der Hauptsaison im Sommer entsprechend gut besucht. Jedoch ist im Oktober nur noch sehr wenig los und man kann stundenlang alleine auf dem Weg sein. Bis Mitte Oktober sind auch noch viele Berghütten geöffnet so dass man dort eine warme Mahlzeit einnehmen kann oder auch ein warme Unterkunft findet. Hier in den Bergen empfiehlt es sich ein paar Worte bulgarisch zu lernen, denn Internet ist oft nicht verfügbar und englisch sprechen viele Hüttenbetreiber nicht. Innerhalb von 5 Tagen überquerte ich die Rila Mountains und stieg nach Yakoruda ab. Neben perfektem Wetter wurde ich auch mit guter Fernsicht belohnt und konnte von der beeindruckenden Landschaft nicht genug bekommen. Nach der Überquerung der Rila Mountains ging es für die nächsten 2 Wochen durch die Rhodopen welche sich bis an die Grenze zu Griechenland erstrecken. Speziell in den Rhodopen sollte man etwas Vorsicht walten lassen bezüglich Wölfen und Bären, entsprechend oft trifft man auf Herdenschutzhunde welche einen Versuchen zu vertreiben. Angst vor Hunden sollte man keine haben und im besten Fall immer sein Wanderstöcke in Griffweite um diese auf Distanz zu halten. Die Rhodopen sind nicht so hoch wie die Rila mountains und können auch bei schlechtem Wetter leichter durchquert werden. Jedoch muss im Oktober immer mit kalten Nächte unter 0°C gerechnet werden. Vor allem in den östlichen Rhodopen leben sehr viele Menschen mit türkischer Abstammung, so dass man hier nur mit türkisch weiterkommt. Für alle die ihren Job nicht kündigen können und somit keine 4 Monate Zeit haben empfehle ich speziell diesen Abschnitt welcher durch die Rila Mountains und die Rhodopen führt. Absolut traumhafte Landschaft und über Sofia auch sehr unkompliziert per Flugzeug zu erreichen. Mein persönliches Highlight meiner langen Reise.
  8. Wien - Istanbul 2022

    Epiphanie reagierte auf ma11hias für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Serbien/Kroatien: Etwas vor der serbischen Grenze erreiche ich den Ort Mohács in Ungarn wo ich mit der Fähre die Donau überquere um mich nach Serbien auf den Weg zu machen. Beginnend von Mohács folge ich nun dem offiziellen Pfad des Sultanstrail welcher mich bis auf kleine Abweichungen bis nach Istanbul führen sollte. Da Serbien nicht Mitglied des EU-Raums ist, ist es notwendig eine entsprechende Krankenversicherung abgeschlossen zu haben welche auch im EU-Ausland im Krankheitsfall einspringt. Auch habe ich mir eine SIM Karte organisiert um kostengünstig Internetzugang zu erhalten was in Serbien aber recht unkompliziert funktioniert. Der Norden Serbien ist relativ fortschrittlich, jedoch wendet sich das Blatt relativ schnell sobald man Belgrad verlassen hat und Richtung Süden wandert. In Serbien werdet ihr von Herzlichkeit bis Fremdenfeindlichkeit alles finden. Speziell politische Themen sollten hier lieber nicht erwähnt werden, denn die NATO Bombardierung im Kosovo-Konflikt haben die Menschen bis heute nicht vergessen. So ist es auch verständlich, dass viele Serben prorussisch orientiert sind. Die Route führte mich über sehr viele Feldwege jedoch war auch der eine oder andere kleine Gebirgszug dabei der für etwas Abwechslung sorgte. Bevor es durch den Nationalpark Fruška Gora nach Novi Sad ging gab es einen kleinen Abstecher nach Ilok auf die kroatische Seite bevor es am nächsten Tag wieder zurück nach Serbien ging. Das Wetter war wie zu erwarten zu Beginn noch recht warm jedoch änderte sich das später und es wurde außergewöhnlich kalt für September. Leider stand der Abschnitt Serbien unter keinem guten Stern für mich. Kurz vor Belgrad entdeckte ich einen großen kreisförmigen Fleck auf meiner Haut welcher sich kurz darauf als Borreliose bestätigte. Da ich meine Trip nicht abbrechen wollte wagte ich den Versuch trotz 3-wöchiger Einnahme von Antibiotika meine Reise weiter fortzusetzen. Jedoch hatte ich mit starken Darmproblemen zu kämpfen, so dass ich mich entschloss auf jegliche weitere Übernachtung im Zelt zu verzichten und eine anständiges Zimmer mit entsprechender Toilette vorzog. Auch hatte ich das Problem dass mich meine Termarest XLite im Stich lies und ein angenehmes Schlafen fast unmöglich machte. Entsprechend froh war ich dann als ich Sofia (Bulgarien) erreichte, meine Medikamente absetzen konnte und meine kaputte Isomatte ersetzen konnte.
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