Zum Inhalt springen
View in the app

A better way to browse. Learn more.

Ultraleicht Trekking

A full-screen app on your home screen with push notifications, badges and more.

To install this app on iOS and iPadOS
  1. Tap the Share icon in Safari
  2. Scroll the menu and tap Add to Home Screen.
  3. Tap Add in the top-right corner.
To install this app on Android
  1. Tap the 3-dot menu (⋮) in the top-right corner of the browser.
  2. Tap Add to Home screen or Install app.
  3. Confirm by tapping Install.

Southern Flyer

Members
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputationsaktivitäten

  1. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Dimi erhalten in Weserberglandweg September 2017   
    Weserberglandweg September 2017


     
    Hallo zusammen,

    da es zum Weserberglandweg hier noch keinen Thread zu geben scheint wollte ich die Chance nutzen, diesen schönen Mittelgebirgsweg vorzustellen. Ich bin den Weg Mitte September auf seiner kompletten Länge (225 km) von Nord nach Süd durchwandert. Die Endpunkte sind Port Westfalica im Norden und Hann. Münden im Süden. Beide Endpunkte sind sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Offiziell ist der Weg in 13 Etappen unterteilt, ich habe 7 Tage inklusive An- und Abreise (3h bzw. 5h) gebraucht. Da ich nicht an irgendwelche Unterkunftsmöglichkeiten gebunden sein wollte, war ich mit dem Zelt unterwegs. Bei Halbzeit habe ich mir für eine Nacht eine Pension gegönnt.

    Der Weg verläuft größtenteils durch wunderschöne Buchenwälder oder entlang von Waldrändern, sodass man auch immer wieder mal einen Blick auf die weite Flusslandschaft bekommt. Die Wegqualität ist sehr unterschiedlich, von Trampelpfad durch Wiese bis Forst- und Wirtschaftswege (z.T. auch mal asphaltiert) war alles dabei. Einzelne Passagen scheinen aber derart selten begangen zu werden, dass sie schon zu gewuchert sind (ja, ich war auf dem Weg). Bisweilen haben allerdings auch Harvester den Wegen stark zugesetzt. Gestartet war ich an einem sonnigen Sonntag, da kam einem noch der ein oder andere Spaziergänger entgegen. Den Rest des Weges war ich dann allein unterwegs. Bis auf den ersten Tag kam man immer durch eine Ortschaft in der man seine Vorräte auffüllen konnte. Gute Wasserstellen gab es allerdings nur wenige, die meisten Mittelgebirgsbäche fließen ja leider nicht ganzjährig. Oft hatte ich daher 2-2,5 L Wasser dabei. Die Beschilderung des Weges ist sehr gut, eine Karte (vom Kompass Verlag) braucht man eigentlich nur zur Übersicht. Beim nächsten Mal würde ich unbedingt Trekkingstöcke mitnehmen. Nicht umsonst heißt der WeserBERGlandweg so. Je nachdem welche Quelle man bemüht, sind es zwischen 5200 und 6300 Höhenmeter, die es jeweils rauf und runter geht.


     
    Fazit: obwohl ich im Weserbergland aufgewachsen bin, war ich immer wieder von der schönen Landschaft begeistert. Die Woche hat viel Spaß gemacht, der Weg ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Auch für kulturell Interessierte bietet der Weg viel, besonders für jene die Grimms Märchen mögen. Zudem wird man an vielen Stellen mit Schautafeln zur Natur (Geologie, Fauna &Flora) informiert. Und: auch mein erstes MYOG-Projekt, der X-Pac 37+9L Rucksack, hat sich auf der Tour hervorragend geschlagen, Feuertaufe bestanden!



     
     

    Die Beschilderung des Weges ist hervorragend.


     

    Tag 1: Vorbei am Steinbruch Heineberg. Hier werden 150 Mill. Jahre alte Eisenerzflöze abgebaut. In Kleinenbremen gibt es auch ein Besucher-Bergwerk mit Museum.


     

    Tag 1: Abendstimmung an der Teufelskanzel (Hohensteiner Klippen).


     

    Tag 2: Durch Streuobstwiesen bei Hameln.


     

    Tag 2: Bei Kirchohsen kreuzt der Weserberglandweg das erste Mal die Weser, 3 weitere Flussquerungen werden folgen.


     

    Tag 3: Im Laufe der Woche (das Wetter war eher durchwachsen) wurde das Trocknen der Schuhe und Strümpfe zur Pausenroutine.


     

    Tag 3: Blick auf den Heiligenberg bei Bodenwerder.


     

    Tag 4: Man könnte meinen, dass das Sturmtief ‚Sebastian‘ der vergangenen Nacht auch im Zelt gewütet hat. Das Zelt, ein Marmot Force 2 UL, hat sich auch unter diesen widrigen Bedingungen bestens bewährt.


     

    Tag 4: Mittagspause bei Holenberg. Am Horizont das Tagesziel Stadtoldendorf.


     

    Tag 5: Auf Bretterwegen durch das Hochmoor Mecklenbruch im Solling.


     

    Tag 5: Das Ahletal bei Schönhagen am Südrand des Sollings.


     

    Tag 7: Morgendlicher Blick vom Lagerplatz ins Wesertal bei Reinhardshagen. Von hier sind es nur noch 17 km bis zum südlichen Endpunkt Hann. Münden.

  2. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von ma11hias erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  3. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Sören erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  4. Gefällt mir!
    Pimp your Regenjacke - Belüftungsreißverschlüsse (pit zips) nachträglich einnähen
     
    Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man die Schere ansetzt mit dem Ziel, seine Regenjacke zu zerschneiden, nur um sie anschließend wieder zusammen zu nähen. Hintergrund der ganzen Aktion war die Tatsache, dass meine Regenjacke (Outdoor Research Helium II) zwar ausreichend robust, dicht und leicht ist, aber leider keine Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln hatte. Vermutlich jeder, der schon mal in den Genuss dieser zusätzlichen Lüftungsmöglichkeit gekommen ist, möchte das zumindest bei längerem Tragen nicht mehr missen. Lange hatte ich mich vor diesem Schritt gescheut, aber mit der entsprechenden Corona-Muse dann schließlich doch in Angriff genommen:
     
           die ungefähre Reißverschlusslänge beträgt 32cm. Bei anderen Herstellern sind die mitunter auch etwas länger.        dann den Schnitt an der Regenjacke mit Kreide anzeichnen (von der Achsel jeweils 16cm)        wichtig dabei ist, dass die Naht sich an den Enden auf dem letzten Zentimeter jeweils Y-förmig aufgabelt (auf 12mm Breite)          vorhandene Naht zuerst auftrennen und dann aufschneiden, da die Nähte idR. mit Seamtape abgedichtet sind           Reißverschluss (zB. YKK Aquaguard 3C Spirale als Meterware) auf ca. 40cm Länge schneiden, dann auftrennen        die Reißverschlusshälften jeweils rechts auf rechts (glatt auf glatt) im Abstand von 6mm zur Stoffkante annähen (der Reißverschlussstoff hat da eine Weblinie zur Orientierung). Darauf achten, dass bei den Reißverschlusshälften die Spirale nach außen zeigt und die Naht nur so lang ist, wie die Endlänge von 32cm. Nahtenden gut verriegeln         Reißverschlusshälften nun nach innen klappen           Ärmel auf links ziehen, Schieber einfädeln, 1x komplett durchziehen und dann ein zweites Mal einfädeln (wenn man nur einmal einfädeln würde, wäre das andere Ende nicht geschlossen). Darauf achten, dass der Griff des Schiebers außen ist           den zuen Reißverschluss an beiden Ende nun soweit abschneiden, dass jeweils 1 cm übrig bleibt           das kleine Stoffdreieck an den Y-Enden nach innen umstülpen und vernähen. Da diese Naht gleichzeitig auch den Schieber begrenzt sollte diese mehrfach genäht sein           zum Schluss eine 2. Naht knapp entlang der Stoffkante des Reißverschlusses nähen. Fertig!  
     
    Fazit: letztendlich doch einfacher als gedacht. Die größte Herausforderung bestand darin, sich zu überwinden die Schere an die Regenjacke anzusetzen. Pro Reißverschluss schlägt der Komfortgewinn mit 6,5g zusätzlichem Gewicht zu Buche. Da ich eine 80er Nadel und das 75er Rasant-Garn benutzt habe hoffe ich, ohne zusätzliche Nahtabdichtung auszukommen. Test folgt ….
     



     
     
     
  5. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Aeros erhalten in Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox - Bauanleitung kompakt   
    Hülle (ohne Daunenfüllung)
    Länge: 201cm
    Breite: 146cm
    Bafflehöhe: 5,5cm
    Länge Fußbox: 70cm
    Durchmesser Fußbox: 33cm
    Gewicht: 203g
     
    Quilt (mit Daunenfüllung)
    Länge: ~192cm
    Breite: ~139cm
    Loft: ~8-8,5cm
    Füllung: 412g 860cuin Daune
    Temperaturbereich: -5 bis -7°C (Erfahrungsbericht wird nachgereicht)
    Arbeitsaufwand: 30 Stunden (sollte ja auch gut aussehen)
    Gesamtgewicht: 615g
     
    Fazit
    Alles hat besser geklappt als erwartet/befürchtet, trotz des sehr dünnen Stoffes. Mit vielen Detaillösungen bin ich sehr zufrieden. Da es erst mein zweites MYOG Projekt war, ist es also auch durchaus für Anfänger geeignet. Für essentiell halte ich eine gute Vorplanung des Projektes. Da sollte man sich ausreichend Zeit für lassen.
    Viel Spaß beim myoggen !!
  6. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Nero_161 erhalten in 2-Personen Zelt aus Chikara – Bauanleitung Schritt für Schritt   
    Hallo zusammen,
     
    hier mal wieder eine Bauanleitung, vielleicht hat ja der/die ein oder andere schon mal mit einem Zeltbau geliebäugelt …….
    Nach dem X-Pac 37+9L Rucksack und dem Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox ging es im letzten Winter an die dritte MYOG-Großbaustelle: dem Zelt. Da sich die beiden ersten Projekte durchaus sehen lassen konnten, war ich guter Dinge, dies auch bei einem Zeltbau entsprechend umsetzen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass das erste selbstgenähte Zelt in der Regel für die Tonne ist, machte ich mich an die Planung und schrieb dazu im Vorfeld eine detaillierte Bauanleitung (s. unten). Zudem machte ich zu den Zeichnungen der einzelnen Baugruppen noch Zeichnungen der wichtigsten Nähte (alle letztendlich als Kappnähte ausgeführt), um später während des Zuschnitts und des Nähens den Überblick zu behalten, auch wegen der vielen unterschiedlichen Nahtzugaben. Der Entwurf ist als ‚single piece - single wall - A-frame‘ ausgelegt und orientiert sich an bewährten Zelttypen. Die Bauanleitung habe ich dann Schritt für Schritt abgearbeitet, was ausgesprochen gut funktioniert hat.
    Als Stoff kam das sehr dehnungsarme Chikara zum Einsatz. Das Chikara ließ sich sehr gut nähen (80er Microtex Nadel, Rasant 75 Garn) und erinnert in Haptik und Geräuschentwicklung am ehesten an Backpapier, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war.
     

     
    Die wichtigsten Daten:
             2-Personen Zelt mit Platz für 2 TAR NeoAir Xlite (Regular) Isomatten          2 Eingänge, 2 Apsiden           alle Dachnähte abgedichtet          Trapez-Bodenwanne: 110/90cm Breite , 220cm Länge, Höhe 12 cm          First: Höhe mittig 120cm, Breite mittig 120cm, Höhe im Kopf-/Fußbereich >38cm          Material: Chikara 41g/m², Mosquitonetz 25g/m², 200den Diamond Ripstop 120g/m², Reißverschluß YKK 3C          Catenary cut: 2cm/m          Packmaß: Ø 14cm x 40cm (6L)          Materialkosten: ca. 190€       Gesamtgewicht: 716 g (incl. sämtlicher Abspannleinen)  

     
    Vorbereiten der Baugruppen
    Für alle Stoffstücke habe ich im Vorfeld Pappschablonen (1:1) angefertigt, da die meisten Kanten einen Catenary cut haben. Das hat sich für das Anzeichnen auf den Stoffen später als sehr hilfreich erwiesen. Eine sehr gute Catenary cut-Anleitung findet man hier. Bei den kürzeren Mesh-Dachkanten (155cm) ist darauf zu achten, dass der Cat cut vom Dach (175cm) genommen wird, da sie später eine gemeinsame Naht bilden und somit die längere Naht den Cat cut vorgibt (die tiefste Stelle des Mesh-Cat cut ist daher leicht asymmetrisch versetzt). Für die Ecken der Bodenwanne sollte man sich vorher mal aus einem DIN A4 Blatt ein Papiermodell machen, um die einzelnen Bauschritte zu verstehen. Hintergrund für die etwas aufwendigere Eckkonstruktion ist die Tatsache, dass ich die Bodenwanne bis zu einer Höhe von mindestens 3 cm nahtfrei bauen wollte. Somit müssen die Ecknähte nicht versiegelt werden und man hat zudem saubere und stabile Stofffahnen, an denen die D-Ringe für die elastische Kordel angebracht werden können. Es geht natürlich auch anders ……

     
    Mesh-Giebelseiten (2x)
             ausschneiden mit 3cm (unten) bzw. 2,5cm (Giebel/Traufe) Nahtzugabe          Spitzenverstärkung einschließlich Saumzugabe von außen auf die Giebelspitze aufnähen. Radius ca. 15cm. Alle Spitzen-/Eckverstärkungen sind aus 200den Diamond Ripstop Reststücken, es geht aber auch Zeltbodenstoff o.ä.          Vorderkante der Ecktasche einfassen, dann Ecktasche einschließlich Saumzugabe von innen aufnähen          Reißverschluss auf Länge kürzen, Schieber einsetzen, und an den Enden mit kurzen Stofffahnen versehen. Auf die Laufrichtung des Schiebers achten (unten zu, oben auf)!          RV von innen aufnähen (2mm vom Rand), dann mittig das Mesh auftrennen, einfach nach innen umschlagen und vernähen. Beim RV habe mich für die L-Form entschieden, da ich den Sinn und Zweck der Rainbow-Form nicht verstehe solang das Zelt mit Trekkingstöcken aufgebaut wird und das Mesh beim kompletten Öffnen zudem immer auf den (dreckigen) Boden fällt          untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen          Dachschrägen nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.          elastische Kordel (für die T-Stopper) mit Hilfsfahne (die verschwindet nachher in der Nahtzugabe) versehen und auf der RV-Seite von innen an der Giebelseite in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen, (s. re.Bild)          Traufseite nach innen doppelt versäumen  

     
    Mesh-Traufseiten (2x)
              ausschneiden mit 2,5cm (oben, Seiten) bzw. 3cm (untern) Nahtzugabe           Traufoberkante nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.           untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen           Seitenkanten nach außen doppelt versäumen  

     
     
    Dach
              ausschneiden mit 1,5cm (schmale Dachhälfte) bzw. 2,5cm (breite Dachhälfte) Nahtzugabe am First, 2,5cm an den Seiten und 2cm unten           Dachhälften am First links auf links (knapp) zusammen nähen, dann rechts auf rechts (auch rel. knapp) zur französischen Naht           Schlaufen auf der franz. Naht mittig bei 5(7,5)cm, 60(62,5)cm, und115(117,5)cm annähen (an den Schlaufen kann man später eine Schnur befestigen zum Aufhängen von Sachen im Zelt).           Franz. Naht zur Kappnaht umnähen, Naht von außen mit 25mm breitem DCF Tape + Chikara versiegeln (s. Bild)           rechts auf rechts Traufsäume (1cm) abnähen           Mesh-Traufseiten mit deren Oberkanten auf die Innenseite der Traufsäume nähen           Saum zur Mitte hin umklappen und als Kappnaht vernähen (s. li. oben Bild), Naht von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)           2 Abspannpunkte (Radius 5cm) erstellen und jeweils in Dachflächenmitte mit DCF Tape von außen aufkleben  

     

     
    Doppel-Türen (Apsiden) (2x)
              ausschneiden (4x) mit 1cm (Giebelseiten), 2cm (Mittenkanten; unten) Nahtzugabe           Türen an den unteren Mittenecken mit Verstärkungen versehen           Verstärkung in 2 der 4 Giebelspitzen auf den Innenseiten einnähen (s. li. Bild). Radius 12-15cm.           Mittenkanten doppelt umsäumen           die jeweils anderen Flügel im Giebelspitzenbereich auf die Außenseiten auf der Nahtzugabe annähen, auch über die Verstärkung (s. mi. Bild)           LineLoc mit 15mm Gurtband von außen mittig auf die verstärkte Giebelspitze aufnähen           Mittenkanten in ca. 1/3 Höhe mit Druckknöpfe versehen (Stoff vorher verstärken, s. re. Bild)           Elastische Kordel (für die T-Stopper) von außen an den Giebelseiten mit Hilfsfahne in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen)  

     
    Boden
              Boden ausschneiden mit 2cm Nahtzugabe           nach außen einmal (1cm) umsäumen           Seiten hoch klappen und in den Ecken in das nach außen stehende Dreieck von oben 9cm nach unten eine Naht setzen. Diese doppelt verriegeln, von 1-2cm, von 2-3cm und von 8-9cm.           in einem Abstand von 2cm parallel dazu von oben einen 2cm-Schnitt machen           parallel zur Oberkante die obersten 2cm der Ecke abschneiden           die 2x2cm Stofffahne zur Seite umschlagen und an den Saum annähen           in 5cm Abstand parallel zur ‚9cm Naht‘ die Dreiecksspitze abschneiden           den Stoff nach innen einstülpen und entlang der Innen- und Außenkante je eine Naht setzen (innen nicht länger als die ‚9cm-Naht‘)           Stoff auch oben einstülpen, dazu Spitze nach innen umklappen und vernähen          15mm Gurtband mit D-Ring mittig leicht schräg nach unten zeigend an die Eckfahnen annähen (s. Bild)  
    Zusammennähen von Dach mit Türen und Mesh-Giebelseiten
              Giebelnähte (von Dach u. Türen) erst links auf links knapp zusammen nähen, dann rechts auf rechts (franz. Naht)           T-Stopper von innen an den Saum annähen           Saum der Mesh-Giebelseiten von innen mittig an den Dach-/Türsaum nähen, dann Saum nach innen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen           alle 4 Eckverstärkungen annähen           alle Bodenkanten von Dach und Türen (vorher ev. angleichen) doppelt umsäumen           Dachnähte von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)           LineLocs (Ecken) bzw. D-Ring (Mittenecken) mit 15mm Gurtband an die Verstärkungen annähen (s. re. Bild)           alle Mesh-Trauf-Seitensäume miteinander vernähen (s. li. Bild)  

     
     
    Zusammennähen mit der Bodenwanne
             Mesh-Saum von außen auf den Saum der Bodenwanne (mittig) aufnähen. Vorher die beiden Reißverschlüsse aufmachen, denn je mehr Naht vernäht ist, desto mehr steht die Nähmaschine im Zelt (ein riesiger Stoffwust von insgesamt 14m², aber es geht)           nach außen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen (wieder Stoffwust)           abschließend für’s Abspannen alle Schnüre und elastische Kordeln anbringen  
    FERTIG! (50 Arbeitsstunden später)
     

     
    Fazit
    Da das Endergebnis einen brauchbaren Eindruck macht, sollte man mit dieser detaillierten Bauanleitung in der Lage sein, schon beim ersten Zeltbauversuch relativ erfolgreich zu sein. Ich hoffe, es ist alles halbwegs verständlich beschrieben und gezeichnet.
    Im März ging es mit dem Zelt dann gleich auf den GR221. Dank ‚single-piece‘ geht der Aufbau mit Trekkingstöcken innerhalb von 1-2 Minuten. Unterschätzt habe ich zunächst die extreme Dehnungsarmut vom Chikara, aber nach 3-4 Aufbauversuchen hatte ich den Dreh raus, das Zelt annähernd faltenfrei aufgestellt zu bekommen (leider kommen in dem Moment, wo ein Apsidenflügel geöffnet wird, an irgend einer Stelle doch wieder leichte Falten rein). Steht es stramm und faltenfrei entwickelt es auch bei kräftigem Wind kaum Geräusche. Durch die zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten war Kondenzbildung trotz kalter Nächte in den Bergen mit wenigen Grad über Null kein Thema. Bewährt bei dem steinig-felsigem Untergrund haben sich auch die MSR Groundhook Mini (6 Stück, 57g).
    Natürlich ist das Zelt mit seinen 716 g nicht wirklich ultraleicht, man bekommt dafür aber ein richtiges Zelt. Soll es leichter sein, muss man schon auf Cuben Fibre zurück greifen, erkauft sich dann aber jedes Gramm Gewichtsersparnis mit mehr als einem Euro (Materialkosten dann ca. 430 €). Für das erste Zeltprojekt war das Chikara daher ein guter Kompromiss aus Dehnungsarmut, Handling, Gewicht und Preis. Natürlich geht es auch mit Silpoly oder Silnylon, mit den bekannten Vor- und Nachteilen.
     
    Viel Spaß beim Nachbauen!!
     
     

  7. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von whr erhalten in Darn Tough Socks   
    Für Socken, die im Ausland gekauft wurden, geht der Garantie-Ersatz über diese Adresse:
    http://www.impress-markets.de/home.html
    Im Menüpunkt DTV Tausch gibt es ein Formular, was man ausgefüllt mit zu den gewaschenen Socken dazu legen muss. Funtioniert einwandfrei. Habe erst vor drei Wochen ein Paar Darn Tough Socken, die ich in der Slowakei gekauft hatte, ersetzt bekommen.
     
     
     
  8. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Adlerauge erhalten in APEX Quilt - Schritt für Schritt   
    @Percy1992
    vor kurzem habe ich mir auch einen Apex100-Quilt als reinen Sommerquilt genäht. Für mich als Warm-Schläfer ausreichend. Außerdem kann man mit langer Unterhose, Langarmshirt, Inlet beliebig upgraden.
     

  9. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Adlerauge erhalten in APEX Quilt - Schritt für Schritt   
    Die Belastung auf die Nähte kann man weiter verringern, indem man anstelle des Gurt-/Nahtbands ein elastisches Band nimmt (s. Foto). Funktioniert sehr gut.
     

  10. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Green Freedom erhalten in 2-Personen Zelt aus Chikara – Bauanleitung Schritt für Schritt   
    Hallo zusammen,
     
    hier mal wieder eine Bauanleitung, vielleicht hat ja der/die ein oder andere schon mal mit einem Zeltbau geliebäugelt …….
    Nach dem X-Pac 37+9L Rucksack und dem Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox ging es im letzten Winter an die dritte MYOG-Großbaustelle: dem Zelt. Da sich die beiden ersten Projekte durchaus sehen lassen konnten, war ich guter Dinge, dies auch bei einem Zeltbau entsprechend umsetzen zu können. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass das erste selbstgenähte Zelt in der Regel für die Tonne ist, machte ich mich an die Planung und schrieb dazu im Vorfeld eine detaillierte Bauanleitung (s. unten). Zudem machte ich zu den Zeichnungen der einzelnen Baugruppen noch Zeichnungen der wichtigsten Nähte (alle letztendlich als Kappnähte ausgeführt), um später während des Zuschnitts und des Nähens den Überblick zu behalten, auch wegen der vielen unterschiedlichen Nahtzugaben. Der Entwurf ist als ‚single piece - single wall - A-frame‘ ausgelegt und orientiert sich an bewährten Zelttypen. Die Bauanleitung habe ich dann Schritt für Schritt abgearbeitet, was ausgesprochen gut funktioniert hat.
    Als Stoff kam das sehr dehnungsarme Chikara zum Einsatz. Das Chikara ließ sich sehr gut nähen (80er Microtex Nadel, Rasant 75 Garn) und erinnert in Haptik und Geräuschentwicklung am ehesten an Backpapier, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war.
     

     
    Die wichtigsten Daten:
             2-Personen Zelt mit Platz für 2 TAR NeoAir Xlite (Regular) Isomatten          2 Eingänge, 2 Apsiden           alle Dachnähte abgedichtet          Trapez-Bodenwanne: 110/90cm Breite , 220cm Länge, Höhe 12 cm          First: Höhe mittig 120cm, Breite mittig 120cm, Höhe im Kopf-/Fußbereich >38cm          Material: Chikara 41g/m², Mosquitonetz 25g/m², 200den Diamond Ripstop 120g/m², Reißverschluß YKK 3C          Catenary cut: 2cm/m          Packmaß: Ø 14cm x 40cm (6L)          Materialkosten: ca. 190€       Gesamtgewicht: 716 g (incl. sämtlicher Abspannleinen)  

     
    Vorbereiten der Baugruppen
    Für alle Stoffstücke habe ich im Vorfeld Pappschablonen (1:1) angefertigt, da die meisten Kanten einen Catenary cut haben. Das hat sich für das Anzeichnen auf den Stoffen später als sehr hilfreich erwiesen. Eine sehr gute Catenary cut-Anleitung findet man hier. Bei den kürzeren Mesh-Dachkanten (155cm) ist darauf zu achten, dass der Cat cut vom Dach (175cm) genommen wird, da sie später eine gemeinsame Naht bilden und somit die längere Naht den Cat cut vorgibt (die tiefste Stelle des Mesh-Cat cut ist daher leicht asymmetrisch versetzt). Für die Ecken der Bodenwanne sollte man sich vorher mal aus einem DIN A4 Blatt ein Papiermodell machen, um die einzelnen Bauschritte zu verstehen. Hintergrund für die etwas aufwendigere Eckkonstruktion ist die Tatsache, dass ich die Bodenwanne bis zu einer Höhe von mindestens 3 cm nahtfrei bauen wollte. Somit müssen die Ecknähte nicht versiegelt werden und man hat zudem saubere und stabile Stofffahnen, an denen die D-Ringe für die elastische Kordel angebracht werden können. Es geht natürlich auch anders ……

     
    Mesh-Giebelseiten (2x)
             ausschneiden mit 3cm (unten) bzw. 2,5cm (Giebel/Traufe) Nahtzugabe          Spitzenverstärkung einschließlich Saumzugabe von außen auf die Giebelspitze aufnähen. Radius ca. 15cm. Alle Spitzen-/Eckverstärkungen sind aus 200den Diamond Ripstop Reststücken, es geht aber auch Zeltbodenstoff o.ä.          Vorderkante der Ecktasche einfassen, dann Ecktasche einschließlich Saumzugabe von innen aufnähen          Reißverschluss auf Länge kürzen, Schieber einsetzen, und an den Enden mit kurzen Stofffahnen versehen. Auf die Laufrichtung des Schiebers achten (unten zu, oben auf)!          RV von innen aufnähen (2mm vom Rand), dann mittig das Mesh auftrennen, einfach nach innen umschlagen und vernähen. Beim RV habe mich für die L-Form entschieden, da ich den Sinn und Zweck der Rainbow-Form nicht verstehe solang das Zelt mit Trekkingstöcken aufgebaut wird und das Mesh beim kompletten Öffnen zudem immer auf den (dreckigen) Boden fällt          untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen          Dachschrägen nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.          elastische Kordel (für die T-Stopper) mit Hilfsfahne (die verschwindet nachher in der Nahtzugabe) versehen und auf der RV-Seite von innen an der Giebelseite in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen, (s. re.Bild)          Traufseite nach innen doppelt versäumen  

     
    Mesh-Traufseiten (2x)
              ausschneiden mit 2,5cm (oben, Seiten) bzw. 3cm (untern) Nahtzugabe           Traufoberkante nach außen einmal knapp, dann nochmal normal (1cm) umsäumen.           untere Kante einfach säumen, dazu1x nach innen umschlagen           Seitenkanten nach außen doppelt versäumen  

     
     
    Dach
              ausschneiden mit 1,5cm (schmale Dachhälfte) bzw. 2,5cm (breite Dachhälfte) Nahtzugabe am First, 2,5cm an den Seiten und 2cm unten           Dachhälften am First links auf links (knapp) zusammen nähen, dann rechts auf rechts (auch rel. knapp) zur französischen Naht           Schlaufen auf der franz. Naht mittig bei 5(7,5)cm, 60(62,5)cm, und115(117,5)cm annähen (an den Schlaufen kann man später eine Schnur befestigen zum Aufhängen von Sachen im Zelt).           Franz. Naht zur Kappnaht umnähen, Naht von außen mit 25mm breitem DCF Tape + Chikara versiegeln (s. Bild)           rechts auf rechts Traufsäume (1cm) abnähen           Mesh-Traufseiten mit deren Oberkanten auf die Innenseite der Traufsäume nähen           Saum zur Mitte hin umklappen und als Kappnaht vernähen (s. li. oben Bild), Naht von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)           2 Abspannpunkte (Radius 5cm) erstellen und jeweils in Dachflächenmitte mit DCF Tape von außen aufkleben  

     

     
    Doppel-Türen (Apsiden) (2x)
              ausschneiden (4x) mit 1cm (Giebelseiten), 2cm (Mittenkanten; unten) Nahtzugabe           Türen an den unteren Mittenecken mit Verstärkungen versehen           Verstärkung in 2 der 4 Giebelspitzen auf den Innenseiten einnähen (s. li. Bild). Radius 12-15cm.           Mittenkanten doppelt umsäumen           die jeweils anderen Flügel im Giebelspitzenbereich auf die Außenseiten auf der Nahtzugabe annähen, auch über die Verstärkung (s. mi. Bild)           LineLoc mit 15mm Gurtband von außen mittig auf die verstärkte Giebelspitze aufnähen           Mittenkanten in ca. 1/3 Höhe mit Druckknöpfe versehen (Stoff vorher verstärken, s. re. Bild)           Elastische Kordel (für die T-Stopper) von außen an den Giebelseiten mit Hilfsfahne in der Nahtzugabe annähen (Schlaufe zeigt nach innen)  

     
    Boden
              Boden ausschneiden mit 2cm Nahtzugabe           nach außen einmal (1cm) umsäumen           Seiten hoch klappen und in den Ecken in das nach außen stehende Dreieck von oben 9cm nach unten eine Naht setzen. Diese doppelt verriegeln, von 1-2cm, von 2-3cm und von 8-9cm.           in einem Abstand von 2cm parallel dazu von oben einen 2cm-Schnitt machen           parallel zur Oberkante die obersten 2cm der Ecke abschneiden           die 2x2cm Stofffahne zur Seite umschlagen und an den Saum annähen           in 5cm Abstand parallel zur ‚9cm Naht‘ die Dreiecksspitze abschneiden           den Stoff nach innen einstülpen und entlang der Innen- und Außenkante je eine Naht setzen (innen nicht länger als die ‚9cm-Naht‘)           Stoff auch oben einstülpen, dazu Spitze nach innen umklappen und vernähen          15mm Gurtband mit D-Ring mittig leicht schräg nach unten zeigend an die Eckfahnen annähen (s. Bild)  
    Zusammennähen von Dach mit Türen und Mesh-Giebelseiten
              Giebelnähte (von Dach u. Türen) erst links auf links knapp zusammen nähen, dann rechts auf rechts (franz. Naht)           T-Stopper von innen an den Saum annähen           Saum der Mesh-Giebelseiten von innen mittig an den Dach-/Türsaum nähen, dann Saum nach innen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen           alle 4 Eckverstärkungen annähen           alle Bodenkanten von Dach und Türen (vorher ev. angleichen) doppelt umsäumen           Dachnähte von außen versiegeln (25mm DCF Tape + Chikara)           LineLocs (Ecken) bzw. D-Ring (Mittenecken) mit 15mm Gurtband an die Verstärkungen annähen (s. re. Bild)           alle Mesh-Trauf-Seitensäume miteinander vernähen (s. li. Bild)  

     
     
    Zusammennähen mit der Bodenwanne
             Mesh-Saum von außen auf den Saum der Bodenwanne (mittig) aufnähen. Vorher die beiden Reißverschlüsse aufmachen, denn je mehr Naht vernäht ist, desto mehr steht die Nähmaschine im Zelt (ein riesiger Stoffwust von insgesamt 14m², aber es geht)           nach außen umschlagen und zu einer Kappnaht vernähen (wieder Stoffwust)           abschließend für’s Abspannen alle Schnüre und elastische Kordeln anbringen  
    FERTIG! (50 Arbeitsstunden später)
     

     
    Fazit
    Da das Endergebnis einen brauchbaren Eindruck macht, sollte man mit dieser detaillierten Bauanleitung in der Lage sein, schon beim ersten Zeltbauversuch relativ erfolgreich zu sein. Ich hoffe, es ist alles halbwegs verständlich beschrieben und gezeichnet.
    Im März ging es mit dem Zelt dann gleich auf den GR221. Dank ‚single-piece‘ geht der Aufbau mit Trekkingstöcken innerhalb von 1-2 Minuten. Unterschätzt habe ich zunächst die extreme Dehnungsarmut vom Chikara, aber nach 3-4 Aufbauversuchen hatte ich den Dreh raus, das Zelt annähernd faltenfrei aufgestellt zu bekommen (leider kommen in dem Moment, wo ein Apsidenflügel geöffnet wird, an irgend einer Stelle doch wieder leichte Falten rein). Steht es stramm und faltenfrei entwickelt es auch bei kräftigem Wind kaum Geräusche. Durch die zahlreichen Lüftungsmöglichkeiten war Kondenzbildung trotz kalter Nächte in den Bergen mit wenigen Grad über Null kein Thema. Bewährt bei dem steinig-felsigem Untergrund haben sich auch die MSR Groundhook Mini (6 Stück, 57g).
    Natürlich ist das Zelt mit seinen 716 g nicht wirklich ultraleicht, man bekommt dafür aber ein richtiges Zelt. Soll es leichter sein, muss man schon auf Cuben Fibre zurück greifen, erkauft sich dann aber jedes Gramm Gewichtsersparnis mit mehr als einem Euro (Materialkosten dann ca. 430 €). Für das erste Zeltprojekt war das Chikara daher ein guter Kompromiss aus Dehnungsarmut, Handling, Gewicht und Preis. Natürlich geht es auch mit Silpoly oder Silnylon, mit den bekannten Vor- und Nachteilen.
     
    Viel Spaß beim Nachbauen!!
     
     

  11. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Nero_161 erhalten in APEX Quilt - Schritt für Schritt   
    @Percy1992
    vor kurzem habe ich mir auch einen Apex100-Quilt als reinen Sommerquilt genäht. Für mich als Warm-Schläfer ausreichend. Außerdem kann man mit langer Unterhose, Langarmshirt, Inlet beliebig upgraden.
     

  12. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Jones erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  13. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Steintanz erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  14. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Schlurfer erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  15. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von momper erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  16. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Kay erhalten in Pyrenäen GR11 / HRP   
    Nachlese HRP 08/09 2022



    Im Nachgang zu meinem HRP thru hike hier ein paar Infos und Anmerkungen, die vielleicht für die/den ein oder anderen bei der Planung helfen können.
    Zeitpunkt: gestartet bin ich am 22. August in Hendaye und angekommen am 22. September in Banyuls sur Mer. In den 32 Tagen enthalten waren insgesamt 3 Ruhetage. Den Zeitpunkt zum Ende der thru hike saison hatte ich gewählt, um zum einen der Hochsommerhitze zu entgehen und zum anderen der Ferienzeit in Frankreich und Spanien (würde ich wieder so machen). Einen viel späteren Zeitpunkt würde ich allerdings nicht wählen, da bereits Anfang September die resupplies beginnen problematisch zu werden, insbesondere in Spanien. Ende September schließen dann auch bereits viele Refugios. Und irgendwann im September fällt dann auch der erste Schnee ….

    Geht man den Weg eastbound, hat man den Vorteil, dass bei gutem Timing/Planung, die Aufstiege immer morgens im Schatten und bei noch kühler Luft sind. Das ist insbesondere an warmen, sonnigen Tagen nicht zu unterschätzen.

    Wetter: das Baskenland war Ende August eine Waschküche (Anfang August ein Backofen) mit Dauer(niesel)regen, stürmischen Winden und aufliegenden Wolken/Nebel. Dies bescherte mir gleich am Starttag einen ganzen Tag wandern im Nieselregen (windstill) und 3 Tage später einen ganzen Zwangsruhetag bei 20 Stunden Dauerregen (windig) im Zelt. In der zweiten Woche wurde es sonniger, allerdings verbunden mit zahlreichen kleineren und größeren Gewittern (oft mit Hagel) zu allen Tages- und Nachtzeiten. Mit jedem km Richtung Mittelmeer wurde es dann aber kontinuierlich besser/sonniger. Definitiv unterschätzt habe ich den Wind, insbesondere in den Kammlagen. Ab Mitte September gingen die Temperaturen über 2000m nachts dann bereits deutlich in den einstelligen Bereich. Eine Woche nach Ende der Tour lag in den höheren Lagen zT. schon der erste Schnee, auch tagsüber.

    Ausrüstung: gestartet bin ich mit 4.85 kg Basisgewicht und 6.6 kg skin out weight. Ab der halben Strecke (Benasque) war dann noch eine Wind-/Regenhose mit im Gepäck, da ich bis dahin nur mit kurzer Hose unterwegs war (s. Wetter). Letztendlich habe ich die lange Hose dann doch nur noch einmal für ein paar Stunden in Andorra gebraucht und das in erste Linie wegen des Regens. Absolut gelohnt hat sich dagegen der Regenschirm, den ich in letzter Sekunde doch noch eingepackt hatte und in der ersten Woche viel zum Einsatz kam. Etwa ein Viertel der Zeit hatte ich tagsüber neben einem Capilene Langarm-Shirt auch ein Microgrid Fleece an, z.T. sogar in Kombi mit Wind-/Regenjacke. Das Wärmeextra an Gewicht mitzunehmen war definitiv eine gute Entscheidung. Sonnenhut bzw. Buff waren auch im Dauereinsatz, je nach dem was gerade angesagt war. Mit dabei hatte ich meinen MYOG-Daunenquilt (bis -7°C) und mein MYOG-Cuben Zelt. Es gab aber auch einige wenige, die mit Tarp unterwegs waren. Gelaufen bin ich in Altra Olympus 4, die derart gut durchgehalten haben, dass sie noch für ein paar hundert km Mittelgebirge taugen. Die allerwenigsten auf dem HRP waren UL unterwegs, und die, die es waren, sind allesamt hier aus dem Forum .

    Navigation: Für die Navigation habe ich mich an dem Whiteburn HRP Pocket Guide orientiert. Neben einer detaillierten Routenbeschreibung (ua. zu Bivakplätzen, Wasserstellen, resupplies) beinhaltet der Whiteburn Guide auch eine gpx-Datei sowie zahlreiche Varianten und Schlechtwetter-Alternativen. Zu allen Streckenabschnitten werden Entfernungen, Höhenmeter (nur hoch) und Dauer angegeben. Die Dauerangaben haben in meinem Fall gut gepasst und dienten während der Tour zur grobe Tagesplanung. Als Navigations-App hatte ich Outdooractive Pro auf meinem iPhone 11 und war damit sehr zufrieden. Im Flugmodus ist der Stromverbrauch so niedrig, dass meine 10.000 mAh Powerbank für mehr als 6 Tage gehalten hat. Mittlerweile ist die Stromversorgung auf den Refugios dank Solartechnik so gut, dass man auf allen Refugios das Smartphone oder die Powerbank problemlos laden kann.

    Camping/Refugios/Resupply: Bereits Anfang September hatten mehrere Campingplätze in Spanien geschlossen, gleiches galt für kleinere Supermärkte, da mit dem Ende der Sommerferien dort bereits „out of season“ eingeläutet wird, so zB. Camping Forcallo oder in Tavascan (Supermarkt, Campingplatz). Somit wird die Routenwahl, zumindest im September, auch wesentlich von den resupply-Möglichkeiten mitbestimmt. Man sollte sich darauf einstellen, dass man in vielen Abschnitten für ca. 4-5 Tage Essen mitnehmen muss. Die Supermärkte, auch die ganz kleinen, hatten eine ausreichend große Auswahl.

    Die Refugios waren an den Wochenenden, insbesondere in Spanien, meist komplett belegt/ausgebucht. Sofern die Refugios Winterräume haben, konnten diese idR. unentgeltlich genutzt werden. An den meisten Refugios kann man auch sein Zelt aufschlagen. Dafür sind meist extra „bivouac areas“ ausgewiesen. Sowohl Spanien als auch Frankreich haben derzeit ein Renovierungsprogramm für die Refugios, sodass man sich vorher informieren sollte, welche Refugios aktuell geschlossen sind (dieses Jahr zB. das Refugio d’Arlet, soll in 2023 aber wieder auf sein).



    Wasser: sofern man nicht längere Abschnitte entlang der Kämme geht, stellt die Wasserbeschaffung kein Problem dar, wobei man sich darüber im Klaren () sein muss, dass auf Grund der intensiven Viehhaltung das Wasser aus Bächen und Seen mehr oder weniger stark mit Fäkalkeimen belastet ist. Bis auf Quellwasser habe ich das Wasser grundsätzlich gefiltert (Sawyer Squeeze). Unterwegs habe ich 2 Wanderer getroffen, die mehrere Tage wegen starkem Durchfall pausieren mussten. Es gab aber auch „Nicht-Filtrierer“ denen dieses Schicksal erspart geblieben ist, da gehen die Erfahrungen stark auseinander.
    Fazit: absolut toller Weg, zeitweilig anspruchsvoll, eine atemberaubend wilde Landschaft, nette Leute, werde ich bestimmt noch ein zweites Mal machen

  17. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Nero_161 erhalten in X-Pac Rucksack 37+9L   
    X-Pac Rucksack 37+9L
     
    Für einen Einstieg in das Ultraleicht-Wandern (und dem G11 als kurz- bis mittelfristiges Ziel) wurde beim Erstellen der berüchtigten Excel-Liste schnell klar, dass mit meiner bisherigen Ausrüstung man das Ultraleicht schnell streichen könnte. Einer der „Übeltäter“ war mein LOWE Cerro Torre II (60+20L), der mich in den letzten 30 Jahren unbeschadet durch die halbe Welt begleitet hatte, mit seinem dicken Cordura aber stattliche 2,4 kg auf die Waage bringt. Somit musste was Leichteres her. Will man nicht auf die wenigen Cottage Company’s aus Übersee zurückgreifen wird einem relativ schnell klar, dass es auf ein MYOG-Projekt heraus läuft. Kurz nachgedacht: mein letzter Kontakt mit einer Nähmaschine lang dann schon jenseits der 30 Jahre. Das macht Mut …..
    In der Planungsphase bin ich dann sehr schnell auf die Bauanleitungen von Hartmut’s PlünenPilgerModulsackpacks gestoßen, mit der Erkenntnis, dass das Nähen eines Rucksacks wohl doch eine etwas komplexere Sache zu sein scheint. Die sehr detailliert beschrieben und bebilderte Bauanleitung des Plünnensack III machte aber derart Mut, dass der Entschluss fiel, es doch zu versuchen …… ebenso eine zwischenzeitliche Kontaktaufnahme mit Hartmut.
    Je länger ich mich allerdings mit der Bauanleitung beschäftigte, desto schneller wurde mir klar, dass mein Rucksack dann doch völlig anders aussehen sollte. So begann ich Schnittmuster im Maßstab 1:1 der einzelnen Baugruppen anzufertigen. Die Entwurfsphase zog sich über mehrere Monate hin und machte, neben dem eigentlichen Nähen, den meisten Spaß. Zwischenzeitlich hatte ich mir bei Extex einige Muster der am häufigsten verwendeten Stoffe bestellt, deren Webmuster mir zudem half, Größenverhältnisse anhand von Fotos anderer Rucksäcke besser abzugreifen. Am meisten inspiriert haben mich dabei die Packs von KS, ZimmerBuilt und Tramplite. Da die Stoffe von X-Pac derzeit von den meisten dieser Rucksackschmieden verwendet werden, war die Stoffauswahl somit auch klar ….



    Die Bauphase begann ich gleich mit dem Nähen der Hüftgurttaschen. Die PlünenPilgerModulsackpack-Anleitungen waren hier, aber auch in der gesamten restlichen Bauphase eine unverzichtbare Hilfe, da die einzelnen Arbeitsschritte derart generell sind, dass sie auf jeden anderen Rucksack übertragen werden können. Auch die Extra-Kapitel z.B. das kleine Reißverschluss-ABC sind ein Muss für den MYOG-Neuling. Mit dem Beginn der Bauphase kannte ich alle Bauanleitungen in und auswendig.

    Bei der Anfertigung der Hüft- und Schultergurte kam ich dann zwischenzeitlich doch ins Zweifeln, ob MYOG wirklich eine so gute Idee ist. Geplant war ein Sandwich aus X-Pac VX21, 5mm Evazote und 3mm Spacermesh, dass ich an den Kanten mit Ripsband einfassen wollte (a la Plünnensack IV). Jedoch musste ich feststellen, dass Ripsband und ich wohl keine Freunde werden würden. Es sah, auch nach mehreren Versuchen, immer wie gewollt und nicht gekonnt aus. Also wurden die Hüft- und Schultergurte klassisch rechts auf rechts genäht, gewendet und das Evazote nachträglich engeschoben. Dabei habe ich, auch zur Spitzenverstärkung, auf die Spitze des Evazote eine ca. 6-7 cm lange Tasche aus X-PAC aufgenäht (oben offen), in die ich den extralangen Kochlöffelstiel stecken konnte. Das half ungemein beim Einschieben des Evazote in die langen, schmalen und kurvigen Gurtschläuche. Hier muss allerdings beim Ausschneiden des Evazote auf genauen Pass geachtet werden (2 mal Dicke des Evazote abziehen!). Die Hüftgurte wurden nach dem gleichen Prinzip erstellt. Dafür mussten dann auch noch die Hüftgurttaschen zusätzlich mit einer Rückseite versehen werden (beim anderen Aufbau wäre dies nicht nötig gewesen). Letztendlich waren die Schultergurte und die sogenannte Spitze (für die Lastverteilung und Aufnahme der Schultergurte) das Einzige, was ich original vom Plünnensack III übernommen habe.

    Neben dem 3mm Spacermesh für die Gurte und Rückenpolsteraufnahme, kamen noch folgende Gewebe zum Einsatz: X-Pac VX21 für das Rückenteil, Boden, Gurte und Spitze, X-Pac VX07 für Seiten- und Frontteil, X-Pac VX03 für den Rollverschluss und die Hüftgurttaschen, den 106er Netzstoff für die große Frontnetztasche sowie das 200den Diamond Ripstop für die Seitentaschen und die Tunnelzüge. Die Seitentaschen sollten ursprünglich auch aus Netzstoff gemacht werden, habe mich aber dann kurz vor Baubeginn doch für das Ripstop entschieden, da es die Form besser hält (sonst wird das Reinstecken der Trinkflasche während des Gehens sehr fummelig). Die Seitentaschen sind zudem unterschiedlich groß, die größere für die Trinkflasche, die kleinere für das Zeltgestänge und die trekking poles. Damit das 106er Netzgewebe der großen Fronttasche im leeren Zustand nicht so rumschlabbert und bei Füllung etwas entlastet wird, habe ich eine Gummibandschnürung darüber gelegt, die zudem mit offenen und geschlossenen Kordelhaken variabel gehalten ist. Gleiches gilt für die Kompressions-/Halteriemen der Seitenteile. Hier kamen zusätzlich Lineloc-Verschlüsse zum Einsatz. Als Rückenpolster hatte ich mich für ein Doppelelement einer TAR Z-lite entschieden, die mir zudem in Pausen als Sitzkissen und in der Nacht als unterer Teil der Isomatte dient (in Kombination mit einer NeoAir X-lite in Small und einem StS Aeros Pillow). Der Rucksack hat einen Umfang von 96cm (16cm x 32cm). Die Füllhöhe ist durch den Rollverschluss variabel von 65cm bis 85cm. Somit ergibt sich ein Packsack-Volumen von 32-42 Liter. Hinzu kommen 7,5 Liter der Fronttasche und 1,5 Liter der Seitentaschen. Bei der Fronttasche war mir die gute Durchlüftung wichtig, da hier vor allem das feuchte Überzelt verstaut werden sollte. Daher hatte ich mich hier gegen das schickere Lycra/Spandex entschieden. Die Wasserdichtigkeit des Packs (nur die Nähte sind nicht wasserdicht, das X-Pac schon) wird durch einen TLD Packliner (Umfang 100 cm) gewährleistet.





    Genäht habe ich den Rucksack mit einer ELNA 3210 ‚Jeans‘ Nähmaschine (Danke Irka für’s Ausleihen!) und Rasant 75 Nähgarn. Lediglich bei den Hüft- und Schultergurten kam die Nähmaschine an ihre Grenzen, als 2-lagiges Gurtband auf das 9 mm Sandwich aus X-Pac, Evazote und Spacermesh aufgenäht werden sollte. Da hat der Unterfaden begonnen Schlaufen zu ziehen. Hier zweifelte ich zunächst ein weiteres Mal an MYOG. Nachdem die Ursache aber geklärt war, wurde das Gurtband dort nur einlagig vernäht. Verarbeitet wurden die normalen Gurtbänder von Extex, nur bei den Schultergurten kam die extra starke Version zum Einsatz (damit sie bei Belastung nicht durch die Leiterschnallen rutschen). Wo immer auch der Nähschuh hinkam wurden die wchtigen Nähte als einfache Kappnährt ausgeführt.
     

    Die Materialkosten lagen bei ca. 90-100 €. Der Zeitaufwand betrug ein langes Wochenende sowie divers Nachtschichten, insgesamt so ca. 35 Stunden.
    Und nun zur Mutter allen UL-Fragen: was wiegt das gute Stück? 645 Gramm. Die UL-Puristen werden lächeln, aber angesichts der robusten und zugleich komfortablen Ausführung ein Wert, mit dem ich sehr zufrieden bin. Schließlich soll das Stück ja perspektivisch 6 Wochen hochalpinen G11 überleben.

    Die Praxistauglichkeit konnte ich gleich nach der Fertigstellung auf dem Weserberglandweg ausprobieren, den ich über die 225 km in 7 Tagen von Nord nach Süd durchwandert habe. Der Rucksack trägt sich super, die Schultergurte verteilen die Last angenehm auf die Schultern ohne zu drücken. Auch Hüft- und Brustgurt sitzen perfekt, da auf meine Körpermaße zugeschnitten (Rückenlänge 52cm bei 187cm). Auch der Rest des Packs war so, wie ich es mir beim Entwurf vorgestellt hatte. Unterwegs war ich mit einem Basisgewicht von 6,3 kg, was vor allem dem schweren Schlafsack und der 3 Lagen-Regenjacke geschuldet ist. Beides tolle Teile, aber zusammen mit 1,7 kg bald nicht mehr Teil der Ausrüstung. Mit Wasser, Essen und Gas war ich im Schnitt mit ca. 9-10 kg unterwegs, einmal waren es auch fast 12 kg. Da hat keine Naht gewackelt (fand ich beim ersten Mal Nähen schwierig abzuschätzen, wie viel Belastung man so einer Naht zutrauen kann).
     
    Gäbe es noch was zu verbessern? Eigentlich nicht, hier hat sich die lange Entwurfsphase wirklich gelohnt. Es ist mein (fast) perfekter Rucksack. Auf die Lastkontrollriemen hätte man vermutlich verzichten können, und die Hüftgurttaschen könnten noch 1-2 cm nach vorne versetzt werden (was man jetzt natürlich auch immer noch machen kann).
     
    Fazit: ein spannendes Projekt, das viel Spaß gemacht und zu einem tollen Rucksack geführt hat. Ich kann jedem nur empfehlen, es selber aus zu probieren. Die ausführlichen und toll bebilderten Bauanleitungen von Hartmut’s PlünenPilgerModulsackpacks geben einem dafür die handwerklichen Grundlagen. Man sollte sie wirklich verinnerlicht haben. Falls Interesse besteht, kann ich die Schnittmuster noch nachreichen.
     
  18. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Nero_161 erhalten in Daunen-Quilt mit geschlossener Fußbox - Bauanleitung kompakt   
    Hülle (ohne Daunenfüllung)
    Länge: 201cm
    Breite: 146cm
    Bafflehöhe: 5,5cm
    Länge Fußbox: 70cm
    Durchmesser Fußbox: 33cm
    Gewicht: 203g
     
    Quilt (mit Daunenfüllung)
    Länge: ~192cm
    Breite: ~139cm
    Loft: ~8-8,5cm
    Füllung: 412g 860cuin Daune
    Temperaturbereich: -5 bis -7°C (Erfahrungsbericht wird nachgereicht)
    Arbeitsaufwand: 30 Stunden (sollte ja auch gut aussehen)
    Gesamtgewicht: 615g
     
    Fazit
    Alles hat besser geklappt als erwartet/befürchtet, trotz des sehr dünnen Stoffes. Mit vielen Detaillösungen bin ich sehr zufrieden. Da es erst mein zweites MYOG Projekt war, ist es also auch durchaus für Anfänger geeignet. Für essentiell halte ich eine gute Vorplanung des Projektes. Da sollte man sich ausreichend Zeit für lassen.
    Viel Spaß beim myoggen !!
  19. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von JynSM erhalten in DCF, dyneema composite fabric, Vor- und Nachteile   
    Hab ich heute auf YT gefunden: wie ein 0.55 DCF Tarp nach mehreren Jahren Nutzung (300-400 Einsätze) aussieht und an welchen Stellen die ersten Auflösungserscheinungen zu sehen sind. Ganz Interessant.
     
  20. Gefällt mir!
    Pimp your Regenjacke - Belüftungsreißverschlüsse (pit zips) nachträglich einnähen
     
    Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man die Schere ansetzt mit dem Ziel, seine Regenjacke zu zerschneiden, nur um sie anschließend wieder zusammen zu nähen. Hintergrund der ganzen Aktion war die Tatsache, dass meine Regenjacke (Outdoor Research Helium II) zwar ausreichend robust, dicht und leicht ist, aber leider keine Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln hatte. Vermutlich jeder, der schon mal in den Genuss dieser zusätzlichen Lüftungsmöglichkeit gekommen ist, möchte das zumindest bei längerem Tragen nicht mehr missen. Lange hatte ich mich vor diesem Schritt gescheut, aber mit der entsprechenden Corona-Muse dann schließlich doch in Angriff genommen:
     
           die ungefähre Reißverschlusslänge beträgt 32cm. Bei anderen Herstellern sind die mitunter auch etwas länger.        dann den Schnitt an der Regenjacke mit Kreide anzeichnen (von der Achsel jeweils 16cm)        wichtig dabei ist, dass die Naht sich an den Enden auf dem letzten Zentimeter jeweils Y-förmig aufgabelt (auf 12mm Breite)          vorhandene Naht zuerst auftrennen und dann aufschneiden, da die Nähte idR. mit Seamtape abgedichtet sind           Reißverschluss (zB. YKK Aquaguard 3C Spirale als Meterware) auf ca. 40cm Länge schneiden, dann auftrennen        die Reißverschlusshälften jeweils rechts auf rechts (glatt auf glatt) im Abstand von 6mm zur Stoffkante annähen (der Reißverschlussstoff hat da eine Weblinie zur Orientierung). Darauf achten, dass bei den Reißverschlusshälften die Spirale nach außen zeigt und die Naht nur so lang ist, wie die Endlänge von 32cm. Nahtenden gut verriegeln         Reißverschlusshälften nun nach innen klappen           Ärmel auf links ziehen, Schieber einfädeln, 1x komplett durchziehen und dann ein zweites Mal einfädeln (wenn man nur einmal einfädeln würde, wäre das andere Ende nicht geschlossen). Darauf achten, dass der Griff des Schiebers außen ist           den zuen Reißverschluss an beiden Ende nun soweit abschneiden, dass jeweils 1 cm übrig bleibt           das kleine Stoffdreieck an den Y-Enden nach innen umstülpen und vernähen. Da diese Naht gleichzeitig auch den Schieber begrenzt sollte diese mehrfach genäht sein           zum Schluss eine 2. Naht knapp entlang der Stoffkante des Reißverschlusses nähen. Fertig!  
     
    Fazit: letztendlich doch einfacher als gedacht. Die größte Herausforderung bestand darin, sich zu überwinden die Schere an die Regenjacke anzusetzen. Pro Reißverschluss schlägt der Komfortgewinn mit 6,5g zusätzlichem Gewicht zu Buche. Da ich eine 80er Nadel und das 75er Rasant-Garn benutzt habe hoffe ich, ohne zusätzliche Nahtabdichtung auszukommen. Test folgt ….
     



     
     
     
  21. Danke!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von wilbo erhalten in DCF, dyneema composite fabric, Vor- und Nachteile   
    Hab ich heute auf YT gefunden: wie ein 0.55 DCF Tarp nach mehreren Jahren Nutzung (300-400 Einsätze) aussieht und an welchen Stellen die ersten Auflösungserscheinungen zu sehen sind. Ganz Interessant.
     
  22. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von einar46 erhalten in Weserberglandweg September 2017   
    Weserberglandweg September 2017


     
    Hallo zusammen,

    da es zum Weserberglandweg hier noch keinen Thread zu geben scheint wollte ich die Chance nutzen, diesen schönen Mittelgebirgsweg vorzustellen. Ich bin den Weg Mitte September auf seiner kompletten Länge (225 km) von Nord nach Süd durchwandert. Die Endpunkte sind Port Westfalica im Norden und Hann. Münden im Süden. Beide Endpunkte sind sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Offiziell ist der Weg in 13 Etappen unterteilt, ich habe 7 Tage inklusive An- und Abreise (3h bzw. 5h) gebraucht. Da ich nicht an irgendwelche Unterkunftsmöglichkeiten gebunden sein wollte, war ich mit dem Zelt unterwegs. Bei Halbzeit habe ich mir für eine Nacht eine Pension gegönnt.

    Der Weg verläuft größtenteils durch wunderschöne Buchenwälder oder entlang von Waldrändern, sodass man auch immer wieder mal einen Blick auf die weite Flusslandschaft bekommt. Die Wegqualität ist sehr unterschiedlich, von Trampelpfad durch Wiese bis Forst- und Wirtschaftswege (z.T. auch mal asphaltiert) war alles dabei. Einzelne Passagen scheinen aber derart selten begangen zu werden, dass sie schon zu gewuchert sind (ja, ich war auf dem Weg). Bisweilen haben allerdings auch Harvester den Wegen stark zugesetzt. Gestartet war ich an einem sonnigen Sonntag, da kam einem noch der ein oder andere Spaziergänger entgegen. Den Rest des Weges war ich dann allein unterwegs. Bis auf den ersten Tag kam man immer durch eine Ortschaft in der man seine Vorräte auffüllen konnte. Gute Wasserstellen gab es allerdings nur wenige, die meisten Mittelgebirgsbäche fließen ja leider nicht ganzjährig. Oft hatte ich daher 2-2,5 L Wasser dabei. Die Beschilderung des Weges ist sehr gut, eine Karte (vom Kompass Verlag) braucht man eigentlich nur zur Übersicht. Beim nächsten Mal würde ich unbedingt Trekkingstöcke mitnehmen. Nicht umsonst heißt der WeserBERGlandweg so. Je nachdem welche Quelle man bemüht, sind es zwischen 5200 und 6300 Höhenmeter, die es jeweils rauf und runter geht.


     
    Fazit: obwohl ich im Weserbergland aufgewachsen bin, war ich immer wieder von der schönen Landschaft begeistert. Die Woche hat viel Spaß gemacht, der Weg ist auf jeden Fall weiter zu empfehlen. Auch für kulturell Interessierte bietet der Weg viel, besonders für jene die Grimms Märchen mögen. Zudem wird man an vielen Stellen mit Schautafeln zur Natur (Geologie, Fauna &Flora) informiert. Und: auch mein erstes MYOG-Projekt, der X-Pac 37+9L Rucksack, hat sich auf der Tour hervorragend geschlagen, Feuertaufe bestanden!



     
     

    Die Beschilderung des Weges ist hervorragend.


     

    Tag 1: Vorbei am Steinbruch Heineberg. Hier werden 150 Mill. Jahre alte Eisenerzflöze abgebaut. In Kleinenbremen gibt es auch ein Besucher-Bergwerk mit Museum.


     

    Tag 1: Abendstimmung an der Teufelskanzel (Hohensteiner Klippen).


     

    Tag 2: Durch Streuobstwiesen bei Hameln.


     

    Tag 2: Bei Kirchohsen kreuzt der Weserberglandweg das erste Mal die Weser, 3 weitere Flussquerungen werden folgen.


     

    Tag 3: Im Laufe der Woche (das Wetter war eher durchwachsen) wurde das Trocknen der Schuhe und Strümpfe zur Pausenroutine.


     

    Tag 3: Blick auf den Heiligenberg bei Bodenwerder.


     

    Tag 4: Man könnte meinen, dass das Sturmtief ‚Sebastian‘ der vergangenen Nacht auch im Zelt gewütet hat. Das Zelt, ein Marmot Force 2 UL, hat sich auch unter diesen widrigen Bedingungen bestens bewährt.


     

    Tag 4: Mittagspause bei Holenberg. Am Horizont das Tagesziel Stadtoldendorf.


     

    Tag 5: Auf Bretterwegen durch das Hochmoor Mecklenbruch im Solling.


     

    Tag 5: Das Ahletal bei Schönhagen am Südrand des Sollings.


     

    Tag 7: Morgendlicher Blick vom Lagerplatz ins Wesertal bei Reinhardshagen. Von hier sind es nur noch 17 km bis zum südlichen Endpunkt Hann. Münden.

  23. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Jeha erhalten in DCF, dyneema composite fabric, Vor- und Nachteile   
    Hab ich heute auf YT gefunden: wie ein 0.55 DCF Tarp nach mehreren Jahren Nutzung (300-400 Einsätze) aussieht und an welchen Stellen die ersten Auflösungserscheinungen zu sehen sind. Ganz Interessant.
     
  24. Gefällt mir!
    Southern Flyer hat eine Reaktion von Biker2Hiker erhalten in DCF, dyneema composite fabric, Vor- und Nachteile   
    Hab ich heute auf YT gefunden: wie ein 0.55 DCF Tarp nach mehreren Jahren Nutzung (300-400 Einsätze) aussieht und an welchen Stellen die ersten Auflösungserscheinungen zu sehen sind. Ganz Interessant.
     
  25. Gefällt mir!
    Ich steh´ auf Kapuzen. Am liebsten hätte ich an allen Oberteilen eine... Naja ok – T-shirt muss nicht. Aber ´nen Fleece finde ich – der ich mich eher zur Gruppe der Frostbeulen zähle - mit Kapuze deutlich angenehmer. Grade wenn`s in wärmeren Gefilden die einzige Iso-Schicht ist.
    Bisher war ich immer mit dem hier unterwegs: https://www.decathlon.de/p/fleecepullover-bergwandern-mh500-herren/_/R-p-302512?mc=8505186&hc=css&gclid=EAIaIQobChMI9rHprM-D6AIV1YTVCh0Q6QTfEAQYAiABEgITbPD_BwE - also ohne Kapuze. 
    Grundsätzlich: super Ding, passt für mich perfekt in Gr. M (175 cm, 65kg), gut vom Gewicht her (ca. 200g), warm, sehr günstig. Hab´ 3 davon und trag die auch gerne im Alltag. Nur die Sache mit der Kapuze. Wie gesagt.
    Recherchen zu Fleece-Alternativen ergaben: zu schwer, zu teuer, Haufen überflüssiges Gedöns dran (= auch zu schwer), nicht in D erhältlich. Oder (meistens) eine Kombination aus diesen Faktoren. 
    Nächste Idee also: selber nähen. Blieb dann aber erstmal Idee, weil: Stoff finden, Stoff kaufen, Schnittmuster finden, Schnittmuster kaufen und ausprobieren und ggf. modifizieren oder ganz selbst erstellen... ja und die Zeit und das Geld und der Schweinehund und so weiter...
    Also warum nicht den o.g. Fleece einfach modifizieren?!? Gesagt, getan: Aus einem zweiten solchen Fleece (gekauft in 3 xl wegen mehr Stoff und so) hab` ich mir ganz einfach eine Kapuze gezimmert und mit kleinen Modifikationen am Kragen an den Fleece angenäht.
    Ich bin kein Näh-Profi und was Klamotten angeht eher Pragmatiker als Ästhet und so ist das Ganze eher in quick `n dirty-Manier aber für mich höchst funktional. Vielleicht geht es ja jemand anderem hier ebenso – deswegen stell ich`s hier einfach mal vor... 
     
    Ich habe nun zwei Fleece-Pullover modifiziert. Kurzfassung: 
    -       Einfach von `ner banalen Sweat-Jacke den Schnitt der Kapuze abnehmen, Teile mit Nahtzugabe ausschneiden und zusammen nähen. Kanten vorne versäubern.
    -       Vom Pullover den Kragen abtrennen. 
    -       Kapuze annähen.
    -       Fertig.
    -       Nähte: Zum Zusammennähen von zwei Teilen habe ich einen Geradstich verwendet, den Überstand dann etwas gekürzt und mit Zickzack einfach umgenäht. Zum Versäubern der Kanten habe ich nur einen Zickzack-Stich verwendet.
     
    Beim ersten (türkis) wollte ich nicht am Reißverschluss rumpfuschen müssen und die Zentimeter, die er zusätzlich vorne am Hals an Höhe/ Geschlossenheit gibt, erhalten. Dafür einfach ein Stück vom Kragen stehen lassen und das wiederum nach dem Annähen der Kapuze an eben jene annähen. Somit bleibt der Reißverschluss unangetastet. 


    Mit dem Ergebnis war ich schon ziemlich zufrieden. Gewicht des Fleece waren vor der Modifikation 205g oder 212g (hatte ihn vor ein paar Tagen gewogen, heute vor dem Beginn der Modifikation aber vergessen, das nochmal zu tun, und erinnere mich nun nicht mehr genau – uuuups - sorry). Mit der Kapuze wiegt der Fleece in Gr. M nun 236g.
     
    Dann hab` ich mich aber doch gefragt, ob`s nicht noch simpler geht und los ging`s mit Fleece Nr. 2 (schwarz). Hier habe ich nun zusätzlich zum Kragen auch den Reißverschluss entfernt. Den Schnitt habe ich einfach vernäht (Zickzack) und dann ein Stück Stoff drüber genäht. Das Schnittmuster der Kapuze wiederum hab` ich dann etwas verändert und diese im vorderen Bereich länger gezogen, sodass beim Annähen die beiden Teile sich vorne überschneiden – so entsteht auch hier ein bisschen zusätzliche Höhe vorne am Hals. Der zweite Fleece wog vor der Modifikation 197g (jep, Gewicht fällt wohl recht unterschiedlich aus – der dritte, den ich habe, wiegt unmodifiziert und in der gleichen Größe sogar nur 188g). Mit Kapuze wiegt er nun 213g.
    Mit dem Gewicht (es handelt sich laut Herstellerangabe bei dem Fleece-Material übrigens um einen Stoff mit 160g/qm) bin ich super zufrieden und gerade die Schlichtheit überzeugt mich. Also bisher. Auf den ersten Blick. Ein langfristiger Test unter Trail-Bedingungen steht schließlich noch aus. 

    Falls das Ganze hier überhaupt auf Interesse stößt (möglicherweise ist meine Unzufriedenheit hinsichtlich der Fleece-Situation des Outdoor-Marktes ja eine höchst subjektive?!?) – kann ich sonst auch gerne noch detaillierter den Modifikations-Prozess beschreiben (auch bebildert, falls Interesse besteht). 
     
    Edith sagt: Alle Bilder sind von mir.
     
     

Account

Navigation

Suche

Suche

Configure browser push notifications

Chrome (Android)
  1. Tap the lock icon next to the address bar.
  2. Tap Permissions → Notifications.
  3. Adjust your preference.
Chrome (Desktop)
  1. Click the padlock icon in the address bar.
  2. Select Site settings.
  3. Find Notifications and adjust your preference.